AKTUELL - Keller AG Ziegeleien

kellerziegeleien

AKTUELL - Keller AG Ziegeleien

Zie g e l Pr e s s e

EIN MAGAZIN DER KELLER AG ZIEGELEIEN Nr. 20, August 2008

[ AKTUELL ]

Prefadom AG im

HI-TEC-HAUS

[ PRODUKTE-INFO ]

Geschlämmtes Mauerwerk

[ INNOVATION ]

R-O-B

[ IMPRESSIONEN ]

Domoterra for Kids

[ BAUBERICHT ]

Lagerhaus Giesshübelstrasse

62, Zürich


[ AKTUELL ]

Editorial

Das sich abkühlende Wirtschaftswachs-

tum und die steigende Teuerung werden

nicht spurlos an der Schweizer Bauwirtschaft

vorbeigehen. Trotz den nach wie

vor guten Hochbauzahlen und Auftragsbeständen

nimmt der Druck spürbar zu.

Speziell die rasant steigenden Energiepreise

belasten die Produktionskosten

in unseren Werken. Machte der Energieanteil

vor einigen Jahren rund einen

Viertel der Produktionskosten aus, sind

es heute schon rund 35%. Trotz einer

Vielzahl von Energiesparmassnahmen

und dem Einsatz modernster Produktionsanlagen

werden wir nicht umhinkommen,

einen Teil der Mehrkosten auf

unsere Produktepreise zu überwälzen.

Neben dieser für alle produktionsorientierten

Firmen herausfordernden

Entwicklung versuchen wir als innovatives

Familienunternehmen, stetig

2

neue Produkte und Verfahren zu entwickeln.

Wir freuen uns, Ihnen in dieser

Ausgabe das Ergebnis der zweijährigen

Zusammenarbeit mit der Professur

Gramazio & Kohler an der ETH Zürich

vorzustellen. Die neue, mobile Roboteranlage

R-O-B Unit wurde im Juni ausgeliefert

und trat bereits zwei Wochen

später die Reise nach Venedig an.

Der neue Webauftritt:

www.keller-ziegeleien.ch

Nach eingehender Analyse unserer bisherigen

Website haben wir uns zu Beginn

des Jahres entschlossen, unseren Internetauftritt

neu zu gestalten. Eine klare

Navigationsstruktur, mehr Dienstleistungen

und eine übersichtliche Informationsarchitektur

sollen die Bedienung erleichtern.

Unsere neue Website ist seit Anfang

August online.

Ein professioneller Webauftritt ist für

eine Firma unerlässlich. Längst ist

Impressum

Redaktionsleitung: Christian Keller

Redaktion: Peter Keller,

Christian Keller, Urs Fäh,

Christian Ehmann,

Petra Heinemann, Kurt Schuler,

Max Wassmer,

Markus Dobrew, ZZ Wancor AG,

Herbert Huber, Prefadom AG,

Robert Schmid Architekten AG

das Internet zum Arbeitsinstrument

geworden. Mit dem Ziel, die neuesten

Technologien und Möglichkeiten auszunutzen

sowie unsere Produkte und

Dienstleistungen in den Vordergrund

zu stellen, entstand eine Website, die

sich sehen lassen kann.

Der übersichtliche Aufbau bietet dem

Anwender einen schnellen und einfachen

Zugang zu den gewünschten

Informationen. Der neue Produktna-

Vor Ort wird die R-O-B Unit Wände für

die Gestaltung des Schweizer Pavillons

an der diesjährigen Architektur-

Biennale produzieren! Bis zur offiziellen

Eröffnung am 14. September 2008

werden rund 250 m2 Klinkerelemente

erstellt, die in ihrer Art einmalig sein

werden. Es ist geplant, die R-O-B Unit

bis Ende September 08 beim Schweizer

Konzept und Produktion:

Inhalt&Form AG, Zürich

Druck:

Druckerei Mattenbach AG,

Winterthur

Auflage:

4500 Exemplare

vigator für unsere Sichtsteine und

Klinker erlaubt es, die verschiedenen

Produkte 1:1 an einem Objekt zu visualisieren.

Die Texturvorlagen können

heruntergeladen werden und stehen

dem User für eigene Projekte zur Verfügung.

Unser neues, innovatives Produkt

R-O-B Walls, das wir in dieser Ausga-

be vorstellen, kann online gestaltet

werden. Die für den Webauftritt pro-

Pavillon stehen zu lassen. Anschliessend

wird R-O-B die Reise zurück nach

Pfungen antreten.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim

Lesen!

Christian Keller, CEO

Keller AG Ziegeleien

CH-8422 Pfungen ZH

Tel. 052 304 03 03

Fax 052 304 04 04

info@keller-ziegeleien.ch

www.keller-ziegeleien.ch

grammierte Software stammt von der

Professur Gramazio & Kohler, Architektur

und Digitale Fabrikation der

ETH Zürich, und ist in dieser Art einmalig.

Das Programm steht ab Herbst

08 zur Verfügung. Entstanden ist eine

Website, die unseren Kunden und Geschäftspartnern

nicht nur eine Vielzahl

von Informationen gibt, sondern

auch als Werkzeug für die tägliche Arbeit

dienen soll.

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008


Werk Frick – eine neue Ziegelei

Nach rund zwei Jahren Planung und vier

Monaten Umbau ging zu Beginn des Jahres

das Werk Frick wieder in Betrieb.

Von August bis September 2007 wurden

die alten Anlagen der Mauersteinproduktion

abgebrochen; einzig der

Ofen blieb stehen. Bis Ende Dezember

2007 wurden der neue Trockner, die

Formgebung sowie die Setz- und Entladeanlage

installiert, sodass wir vor

dem 1. Januar 2008 den Ofen wieder

zünden konnten. Heute arbeitet das

Werk Frick, das mit Anlagen und Steuerungen

der neuesten Generation und

insgesamt drei Industrierobotern ausgerüstet

ist, wieder auf voller Leistung.

Das Werk gehört zu den leistungs-

fähigsten Backsteinwerken in der

Schweiz. Dank dem Einsatz modernster

Technik, der Reduktion der Anlagenanzahl

bei gleicher Produktionsleistung

und der Verwendung von

Erdgas ist der spezifische Energieverbrauch

wesentlich tiefer als vor dem

Umbau.

Be- und Entladung Trocknerwagen Entladeanlage und Trocknerei Formgebung mit neuer Presse und Abschneider Setzanlage mit Roboter

[ AKTUELL ]

Fassadenoptimierung mit kelesto-Klinker

Sanierung Kilchmattstrasse 98 und 100, 4132 Muttenz

Bei der 40-jährigen Überbauung an

der Kilchmattstrasse 98 und 100 in

Muttenz werden zwei Hochhäuser mit

einer Höhe von 32 Metern wärmetechnisch

saniert. Nach den damaligen Plänen

wurden die Gebäude mit einem

Entladeanlage mit Roboter

25 cm starken Verbandmauerwerk aus

Sichtsteinen im Format 25/12/6 cm

mit glatter Oberfläche im Blockverband

erstellt. Innen wurde eine Vormauerung

mit 2 cm Luftraum erstellt

und verputzt.

Im Zuge der Abklärungen für die Materialisierung

der Fassade entschloss

man sich, ein neues Fassadensichtmauerwerk

zu erstellen, um wiederum

eine für Jahrzehnte unterhaltsfreie

Fassade zu erhalten. Aussen

wurde ein Betonsockel betoniert, um

das Sichtmauerwerk über die gesamte

Gebäudehöhe von 32 Metern ohne

zusätzliche Abfangungen abstellen zu

können.

Die Fassade erhielt aussen eine zusätz-

liche Dämmung von 10 cm sowie einen

Luft- und Toleranzraum von 4 cm.

Infolge der durch die Gebäudehöhe

exponierten Lage wurde anstelle des

Sichtsteins der kelesto-Klinker im Spezialformat

fabriziert. So konnten die

bestehenden Sturz- und Brüstungshöhen

eingehalten und zusätzliche Kosten

für Anpassungen am bestehenden

Gebäude eingespart werden. Während

der Sanierung blieben die Gebäude bewohnt.

Bauherr

Novartis Pharma AG

Architekt

Walter Widmann, dipl. Arch.

ETH/SIA, 4056 Basel

Bauunternehmer

Wenk AG, 4052 Basel

Fassadenfläche

3000 m2 Ausführungsplanung

Fassadensichtmauerwerk

Kompetenzcenter der Keller AG

Ziegeleien, 8422 Pfungen

Lieferung der Produkte

kelesto-Klinker, kelit-Sichtmauerwerkmörtel,

KE-Gelenkanker,

verkleidete preton-Sturzelemente

durch Keller AG Ziegeleien,

8422 Pfungen

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008 3


[ AKTUELL ]

40 Jahre Prefadom AG

im HI-TEC-HAUS in die Zukunft

Die Tochterunternehmung der Keller Holding

AG hat dieses Jahr ihren Firmensitz

von Winterthur nach Pfungen verlegt und

die modernen Arbeitsplätze im neu erstellten

Bürobau im Gewerbegebiet Wani

bezogen.

4

Seit über 40 Jahren plant und erstellt

die Prefadom AG für Bauplanung und

Bauorganisation als Generalunternehmerin

massiv gebaute Einfamilien-

und Mehrfamilienhäuser sowie

diverse Hochbauten im Gewerbesek-

Kernzone Dättnau

Die Kernzone Dättnau, ursprünglich

eine kleinlandwirtschaftliche Siedlung,

liegt heute kaum beachtet hinter

den in den letzten Jahrzehnten

entstanden Neubauten. Ursprünglich

bestand sie aus einem flarzähnlichem

Lehenhof, der 1883 niederbrannte und

durch teilweise billige und lieblos errichtete

Neubauten ersetzt wurde.

1994 führte die Keller AG Ziegeleien

einen Wettbewerb durch, der den Teilnehmern

offen liess, ob sie die Kernzone

erhalten oder neu überbauen wollten.

Die im Einverständnis mit der

Stadt erfolgte Ausschreibung liess den

teilnehmenden Architekten die volle

Freiheit. Der Wettbewerbssieger, Architekt

Jakob Steib, liess die Kernzone

unangetastet und verlegte die Neubauten

in ein Areal südlich der Dättnauerstrasse.

Eine neue Ortsplanung, der

gleichzeitig aufgelegte Quartierplan

und altlastenrechtliche Massnahmen

verzögerten die Realisierung des Wettbewerbsprojektes

bis heute, so dass die

Keller AG Ziegeleien die Planung einer

Kernzonenüberbauung an die Hand

nahm.

Nach längeren, schliesslich sehr ein-

vernehmlichen Verhandlungen mit

der Denkmalpflege konnte mit dem

Architektenteam Coon, Winterthur,

ein Projekt erarbeitet werden, das

sich zurzeit im Baugenehmigungsverfahren

befindet.

Die vorhandenen Baukörper wurden

von den Architekten weitgehend übernommen

und durch zusätzliche Bauten

ergänzt. Wichtig war für die Planer

der Wunsch der Denkmalpflege, die

Durchlässigkeit der Siedlung und die

Verbindung der Ebene mit dem Hanggebiet

zu erhalten. Diese Forderungen

wurden erfüllt, so dass der Gesamteindruck

der heutigen Siedlung erhalten

bleibt. Sie wird sich von den umliegenden

Neubauten markant unterscheiden

und ein besonderes Ambiente für

die zukünftigen Bewohner schaffen.

Diesen stehen überall Freiraum und

Grünfläche zur Verfügung, obwohl

sich die Bauten eng an der Dättnauerstrasse

orientieren.

Es werden Einfamilienhäuser und

Wohnungen gebaut, und im Zentrum

bleibt ein Kleinbauernhaus mit Scheune,

das für die Stadt Winterthur zu einem

Hort und Kindergarten ausgebaut

werden soll.

Die Bauten sind im Minergiestandard

geplant, wobei massive Backsteinkonstruktionen

zum Einsatz gelangen, die

für ein behagliches Wohnklima alle

Garantie bieten.

tor. Zudem erwirbt oder verkauft sie

Grundstücke und Liegenschaften.

Der neue Geschäftsführer Herbert

Huber, Architekt HTL, engagiert sich

mit seinem fachtechnisch kompetenten

Team im Grossraum Zürich auch

Eingang Ost

479

4

Situation M 1_500

Situationsplan

1Nr.118

Aussenwacht Dättnau Baueingabe 20_März_2008

3

5 Nr.115

im Erneuerungsbau RUS (Renovation,

Umbau, Sanierung).

Als Totalunternehmerin plant und

realisiert die Prefadom AG auch anspruchsvolle

Umbauprojekte im Objektbereich

privater und institutioneller

Investoren. Eine Totalsanierung der

Gebäudeaussenhülle nach den heute

verlangten Wärmedämmnormen und

die Sanierung aller Nasszellen und Küchenanlagen

in einer grösseren Wohnüberbauung

innert 3 Monaten mit

Qualitäts-, Preis- und Termingarantie

ist mit der Unterstützung aller am Umbau

beteiligten Handwerker zur vollsten

Zufriedenheit der Bauherrschaft

erfolgreich abgeschlossen worden.

Aktuell realisiert die Prefadom AG

das Projekt «Aussenwacht Dättnau» in

Winterthur.

Verbaut wird der Ziegelstein unipor,

42 cm stark, um der traditionellen

Baustruktur in der ortsbildgeschützten

Kernzone gerecht zu werden und

die Minergiedämmwerte sogar noch

übertreffen zu können!

0 10 20

6

2

N

CH-8422 Pfungen Telefon 052 304 03 03 www.keller-ziegeleien.ch

485

Keller AG

Ziegeleien

Kirchenweggraben, öff. Gew. Nr 125

Prefadom

AG für Bauplanung

und Bauorganisation

Theaterstrasse 29

CH 8401 Winterthur

Tel 052 213 82 21

Fax 052 213 82 25

www.prefadom.ch

coon_architektur

gmbh sia eth htl

Wartstrasse 18

8400 Winterthur

T 052 203 09 47

F 052 203 09 49

www.coon.ch

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008


Pfäfers: Neubau mit vorgespannten

Klinkerfassadenelementen

Für das Zentrum für Alterspsychiatrie in

Pfäfers werden die bestehenden Gebäude

durch einen Neubau ersetzt. Das Bauobjekt

besticht durch einzigartige, vorfabrizierte

Klinkerfassadenelemente, die an die

tragende Struktur angehängt werden.

Das Projekt wurde vom Kanton St. Gal-

len als öffentlicher Architekturwett-

bewerb ausgeschrieben. Aus über 100

eingereichten Projekten setzte sich das

Architekturbüro huggenbergerfries Architekten

AG ETH SIA aus Zürich durch

und erhielt den Auftrag für die Ausführung.

Der Neubau besteht aus 40 Patientenzimmern,

einem Veranstaltungssaal,

Therapieräumen und Büros.

Im Wettbewerb vorgesehen war eine

Holzschindelfassade, auf die aus feuerpolizeilichen

Gründen verzichtet

werden musste. Die Klinkerfassade

wurde von den Architekten aufgrund

ihrer Ähnlichkeit mit der Schindelfassade

gewählt, weil auch der perforierte

Klinkersteinverband die geforderte

Fluchtsicherheit des Gebäudes in das

Gesamtbild der Fassade zu integrieren

vermag.

Die Klinkerfassade ist jeweils pro Stock-

werk durch ein Betonband unterteilt,

das wiederum aus einer Fensterbank

und einem verblendeten Sturz besteht.

Diese Unterteilung mit oberem und

unterem Betongurt ist für die Vorspannung

erforderlich. Die Elemente sind

vorgespannt, weil sie am oberen Betongurt

mit Hängezugankern an der tragenden

Schale befestigt werden und

Windkräfte aufnehmen müssen.

Die zum Teil perforierten Fassadenele-

mente wurden in enger Zusammen-

arbeit mit dem Architekten und dem

Kompetenzcenter der Keller AG Ziegeleien

entwickelt. Daraus entstand der

trapezförmige Sonderstein mit dem

Format 24 / 9–11,5 / 6 cm. Im äusseren

Viertel der Klinker sind Löcher mit einem

Durchmesser von 40 mm für die

Vorspannstäbe eingepresst worden. Je

nach Grösse und Perforation sind die

Elemente mit zwei, respektive mit drei

Swif-Inox-Stabstählen vertikal vorgespannt.

Die Vorspannkraft ist für die

volle Windbelastung dimensioniert,

so dass keine Zugkräfte im Mauerwerk

entstehen können. Durch vorfabrikationsbedingte

Umstände müssen die

Elemente vor dem Transport auf den

Lagerplatz schon nach 14 Stunden

teilvorgespannt werden. Die volle Vorspannkraft

wird vor der Auslieferung

auf das Element aufgebracht.

Bedingt durch die schweren Elemen-

te müssen am Rohbau Einlageteile in

die Schalung eingelegt werden. Da-

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008

Fassadenvisualisierung

Musterelement beim Spannvorgang

durch können die Elemente während

der Montage mittels Hängezuganker

nur noch eingehängt werden. Um allfällige

Erdbebenlasten aufnehmen zu

können, werden horizontale Verstrebungen

am Obergurt auf die tragende

Schale angebracht.

Speziell für dieses Objekt wurden Mus-

terelemente erstellt. Durch diese Mass-

nahme konnten in der Vorfabrikation

die Abläufe optimiert werden, und die

Architekten konnten die letzten architektonischen

Details an den Elementen

verfeinern.

Zurzeit werden die Klinkerfassaden-

elemente im preton-Werk in Pfungen

produziert. Voraussichtlich werden die

ersten Elemente im Januar 2009 ausgeliefert.

Die Übergabe des Bauwerks an

das Hochbauamt des Kantons St. Gallen

findet im Herbst 2010 statt.

Elementplan für die Vorfabrikation

[ PRODUKTE-INFO ]

Musterelement

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[ PRODUKTE-INFO ]

kelesto-Klinkerriemchen im Restaurant

Marktplatz, St.Gallen

Restaurant Marktplatz, St.Gallen/Design by Gastrokonzept

6

Beim Objekt Restaurant Schützengar-

ten am Marktplatz in St.Gallen, direkt

beim neuen Fussballstadion, kamen

kelesto-Klinkerriemchen in der Farbe

rustico kohlebrand als innere Wandbekleidung

zur Anwendung. Dies, um in

Kombination mit der Inneneinrichtung

die gewünschte Atmosphäre des Innendesigners

Christoph Anderegg von der

Gastrokonzept GmbH zu erreichen.

Ob modern, rustikal oder traditionell:

Klinkerriemchen lassen in ihrer Vielfalt

an Formen und Farben für die

Wandgestaltung im Innenbereich keine

Wünsche offen. Klinkerriemchen

sind die Ideallösung bei Sanierung,

Renovierung sowie Neubau und bedürfen

auch langfristig wenig oder

gar keiner Pflege. Ein wertvolles Ge-

Geschlämmtes Mauerwerk

Mehrzweckgebäude mit Turnhalle in Rüschlikon

Mehrzweckgebäude mit Turnhalle,

8803 Rüschlikon

Bauherr

Gemeinde Rüschlikon

8803 Rüschlikon

Architekt

Ramser Schmid Architekten

8005 Zürich

Örtliche Bauleitung

b+p Baurealisation AG

8050 Zürich

Baukosten

CHF 13200000.–

Gebäudevolumen

22500 m 3

Planung und Ausführung

2003 bis 2006

Geschlämmtes Sichtmauerwerk im

Fassadenbereich ist vor allem in Skandinavien,

Norddeutschland und in

England bekannt.

Je nach Oberflächenbeschaffenheit

der kelesto-Sichtsteine (glatt oder rustikal)

und der aufgetragenen mineralischen

Schlämme erhält das Mauerwerk

eine ganz eigene Charakteristik

und Lebendigkeit. Den Farbtönen der

mineralischen Farbe mit beigegebenem

sandigem Feinstkorn sind prak-

kemano-Sichtstein, rustikale Oberfläche,

geschlämmt

tisch keine Grenzen gesetzt, da diese

nach RAL-Farben gemischt werden

können.

Am in Rüschlikon realisierten Mehr-

zweckgebäude mit Turnhalle, bei dem

das Büro Ramser Schmid Architekten

aus Zürich als Wettbewerbssieger hervorging,

wurde der rustikale kemano-

Sichtstein vermauert und mit einer

beigefarbenen Schlämme gestrichen.

Das Erscheinungsbild der Fassade variiert

je nach Sonneneinstrahlung in

verschiedenen Schattierungen. Durch

die farbliche Einfärbung der Schlämme

fügt sich der Baukörper ausgezeichnet

in die Umgebung ein.

Ein weiteres Beispiel von geschlämm-

tem Sichtmauerwerk zeigen die Ar-

chitekten Diener & Diener, Basel im

Bruderholzquartier in Basel mit zwei

dreigeschossigen Fünffamilienhäusern

und einem Atelierhaus. Hier

wurde der kelesto-Sichtstein im Format

25/12/9 cm mit glatter Oberfläche

vermauert und anschliessend die

Fassade mit einer gräulichen Schlämme

versehen.

Fünffamilienhäuser mit Atelierhaus, Basel:

kelesto-Sichtstein, glatte Oberfläche, geschlämmt

staltungselement, mit dem sich auch

in Wohnräumen besondere architektonische

Akzente setzen lassen und

das auch nach Jahren seine natürliche

Farbe nicht verliert. Geeignet für jeden

tragenden Untergrund, schaffen

Klinkerriemchen Atmosphäre und Gemütlichkeit

und verbessern aufgrund

ihrer Atmungsaktivität sogar das

Raumklima. kelesto-Klinkerriemchen

sind in den Formaten 24/14/7,1 und

24/14/5,2cm erhältlich und ermöglichen

dank ihrer guten Eigenschaften

und der geringen Stärke das Erstellen

schlanker sowie kostengünstiger Innenwände.

Klinkerriemchen sichern

auf Jahre hinaus die Wertbeständigkeit

Ihres Hauses und tragen ausserdem

in erheblichem Masse zu einem

gesunden Wohnklima bei.

Je nach Distanz zur Fassade wirkt das

Sichtmauerwerk homogen. Aus der

Nähe betrachtet sind der Mauerwerkverband

und die Kornstruktur der

Schlämme deutlich erkennbar.

Weitere Objektanfragen von Architek-

ten betreffend geschlämmtes Sicht-

mauerwerk mit kelesto-Sichtsteinen

an der Fassade oder auch im Innenbereich

zeigen, dass diese Ausführungsart

auch in unseren Breitengraden zunehmend

an Interesse gewinnt.

Fünffamilienhäuser mit Atelierhaus,

Riedbergstrasse 3 und 5,

Rehhagstrasse 1, 4059 Basel

Bauherrschaft

Madiba Immobilien AG

4051 Basel

Architekt

Diener & Diener Architekten AG

4051 Basel

Ausführung 2007

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008


Spitalzentrum Biel:

Neu gestaltete Eingangspartie

«Endlich haben wir eine Eingangshalle

und eine Patientenaufnahme, die

eines Spitals würdig sind. Früher hatte

ich immer das Gefühl, in eine Kaserne

einzutreten.

Ich gratuliere Ihnen zu dieser schönen

Arbeit.»

Dies waren die Worte des Baukom-

missions-Präsidenten, als wir ihm die

Baukostenabrechnung der Umbauten

überreichten.

Diese Gratulation möchten wir an die

Firma Keller AG Ziegeleien weiterleiten.

Sie haben mit Ihren Systemwänden

einen wesentlichen Beitrag zur Lösungsfindung

beigetragen.

Unsere Vorgaben waren klar formu-

liert: helle, lichtdurchflutete Arbeits-

räume und ein Harmoniegefühl durch

ausgewogene Materialwahl. Unter Berücksichtigung

des Brandschutzes, der

eine sehr hohe Priorität im Spitalbau

geniesst.

Sämtliche feuerpolizeilichen Vorga-

ben sind beim Umbau berücksichtigt

worden.

Die gewählten Sypla Systemwände unterscheiden

sich in zwei Ausführungsarten.

– Raumtrennwände: Fecowand, auf

Türhöhe geschlossen mit Spanplatten,

die mit einem Ahorn-Messerschnittfurnier

belegt wurden. Im

oberen Bereich wurden Glaselemente

eingebaut, um die räumliche Abgrenzung

transparenter zu gestalten.

– Trennwände zum Korridor: Fecolux,

hoch schalldämmende Doppelverglasung

als Brandschutzverglasung

EI 30.

Davor gestellt wurde eine zusätzliche

Fecopur-Trennwand, eine Pfosten-Riegel-Konstruktion

mit achsmittiger Einscheibenverglasung

und eine Beleuchtung

im Bodenbereich zwischen den

beiden Glaswänden. Dies ergibt eine

stimmungsvolle Lichtführung.

Die Wände wurden auf einen Natur-

steinbodenbelag aus Rheinquarzit

(80/80/2 cm) montiert. Die freischwingend

herabgehängten Decken, kombiniert

als Gipsdecken mit Glattstrich

und ahorn-belegten Fermacellplatten

mit Akustikhinterlage runden das Gesamtkonzept

der gewählten Materialien

ab.

Verfasser: Robert Schmid

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008

Eingangshalle

Wartezimmer

Patientenaufnahme

[ PRODUKTE-INFO ]

Architektur

Architekten AG

Robert Schmid

Karl Neuhausstrasse 15

2502 Biel

Bauherrschaft

Spitalzentrum Biel AG

Vogelsang 84

2501 Biel

7


[ INNOVATION ]

R-O-B garantiert freie Motivwahl!

2006 wurde zusammen mit der Pro-

fessur Gramazio & Kohler, Architektur

und Digitale Fabrikation der ETH Zürich,

die Klinkerfassade für das Weingut

Gantenbein in Fläsch realisiert

(siehe Ziegelpresse 2006, Seite 11). Aus

dieser ersten Zusammenarbeit entstand

die Idee, eine mobile Roboteranlage

zu entwickeln, die in der Lage ist,

standortunabhängig Klinkerelemente

nach dem Vorbild der Fassade in Fläsch

zu produzieren.

Nach 11 Monaten ist die neue Anlage

in Pfungen eingetroffen. Unter dem

Label R-O-B werden sämtliche gemeinsamen

Aktivitäten in diesem Bereich

zusammengefasst. Die R-O-B Unit ist

ein speziell für diese Anwendung

entwickelter 20-Zoll-Container, der

mit einem Industrieroboter, einer Lineareinheit,

einer Dosiereinrichtung

zum Auftragen des Klebers und einer

Steinzuführung ausgestattet ist. Für

die Integration der gesamten Anlage

konnten wir die Firma Bachmann Engineering

in Zofingen gewinnen, die

alle Anlageteil zu einem Ganzen zusammenfügte.

Der Roboter, der sich auf einer line-

aren Achse bewegt, kann Elemente

von bis zu 4 m Länge und einer Höhe

von 2,80 m herstellen. Er wird direkt

mit den im Entwurf erstellten Daten

angesteuert. Je nach Aufgabe können

verschiedene Werkzeuge eingesetzt

werden, die dank dem integrierten

Greiferbahnhof automatisch gewechselt

werden.

Das Herz der Anlage ist die an der ETH

entwickelte Software R-O-B Create. Die

Anlieferung des R-O-B Unit in Pfungen

8

Herstellung der ersten Testwände

als Webversion programmierte Software

steht ab Herbst 2008 auch unseren

Kunden auf www.keller-ziegeleien.

ch zur Verfügung.

Diese neue Entwurfs- und Bautechno-

logie erlaubt es uns, transparente Klin-

kerwände mit frei wählbaren Motiven

herzustellen. Die Software ist in der

Lage, anhand eines Bildes die Verdrehung

der Steine und die Öffnung der

Stossfugen so zu berechnen, dass ein

entsprechendes Wandbild entsteht. Die

Daten werden in die Anlage eingelesen

und die Elemente werden produziert.

Die neuen R-O-B Walls werden zu Be-

ginn nur mit Klinkersteinen angebo-

ten. Das Einsatzgebiet ist sehr vielfäl-

tig: Verblenderfassaden, freistehende

Wandelemente im Inneren von Gebäuden

oder im Freien, transparente Balkonbrüstungen

etc. Der Fantasie sind

beinahe keine Grenzen gesetzt. Durch

die freie Motivwahl wird jede R-O-B

Wall zu einem Unikat!

Die R-O-B Unit hat ihren ersten Einsatz

in Venedig. Während der Sommermonate

werden Wände für die Ausstellung

im Schweizer Pavillon der diesjährigen

Architektur-Biennale produziert. Kurz

nach der Eröffnung der Biennale am

14. September werden wir die Anlage

zurück nach Pfungen transportieren.

Ab Oktober steht die R-O-B Unit für

weitere Aufträge zur Verfügung.

Auftraggeber

Keller AG Ziegeleien

8422 Pfungen

Konzept, Prozess- und

Softwareentwicklung

Gramazio & Kohler, Architektur

und Digitale Fabrikation

ETH Zürich

Integration

bachmann engineering ag

4800 Zofingen

Dosiereinrichtung

Dosiplast AG, 9477 Trübbach

Klebertechnologie

Sika Schweiz AG, 8064 Zürich

Containerbau

David Wiederkehr AG

4800 Zofingen

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008


Ziegelpresse Nr. 20, August 2008

[ IMPRESSIONEN ]

«Domoterra for Kids» –

eine pädagogische Idee macht Schule

Was passt zusammen, damit die Mauer stehen bleibt?

Mit «Domoterra for Kids» gehen die

Schweizer Ziegeleien neue Wege. Indem

Gruben als Erlebnis- und Lernräume

geöffnet werden und Lehrpersonen

kostenlos hochwertigen Modellierton

beziehen können, wird der Umgang

mit Lehm gefördert. So rücken Ziegeleien

in unterschiedlichen Regionen

wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit.

Der moderne Mensch entfernt sich im-

mer mehr von den Ursprüngen. Vor al-

lem für Kinder wird es schwieriger zu

verstehen, woher ein Material kommt

und wie es verarbeitet wird. Umgeben

von einer zunehmend virtuellen Welt,

mangelt es häufig an Gelegenheiten,

elementare Erfahrungen zu sammeln,

wie in Sand und Erde zu graben, zu

bauen und zu matschen. Meist stammt

die Blumenerde aus dem Gartencenter,

der Sand aus dem Sandkasten und der

Ton aus dem Bastelgeschäft. Diese Ausgangslage

war ausschlaggebend für

die Lancierung des Projekts «Domoterra

for Kids».

Erde, Wasser, Luft und Feuer

Bei einem Grubenbesuch erfahren die

Kinder, wie der Rohstoff Lehm abgebaut

und in den Ziegeleien zu Dachziegeln

und Backsteinen verarbeitet wird.

Vor Ort machen die Kinder spannende

Entdeckungen und interessante Funde.

Sie erleben Fauna und Flora, lernen die

Verarbeitung von Ton kennen, werden

mit einem alten Handwerk vertraut

gemacht, erfahren mehr über Archäologie,

Industrialisierung und über Bau

und Raum.

Eindrücklich verdeutlicht die Arbeit

mit Ton, wie die vier Elemente Erde,

Wasser, Luft und Feuer in keramischen

Prozessen miteinander vereint sind

und wie Ton verändert und geformt

werden kann.

Bauen und konstruieren

Mit dem Backstein lernen die Kinder

ein uraltes Konstruktionselement kennen,

das wegen seiner Blockform zum

Aufschichten von Mauern geeignet ist.

Beim spielerischen Bauen wird auf natürliche

Weise die Vorstellung für unterschiedliche

Bauweisen geschult und

bereits jüngere Kinder werden mit den

Gesetzen der Statik und unterschiedlichen

Bauten vertraut gemacht.

Beim Hantieren mit ungebrannten

Backsteinen erleben Kinder, wie sie mit

einfachen Werkzeugen oder blossen

Händen diese so genannten Rohlinge

bearbeiten können. Wenn ein Haus,

eine Häuserreihe oder gar ein Schloss

entsteht, werden die kleinen Architektinnen

und Architekten angespornt,

weitere Bauwerke auszuprobieren. Der

Umgang mit Lehm veranschaulicht,

wie Menschen in unterschiedlichen

Kulturen gebaut haben und wie aus

Backsteinen Wohn- und Arbeitsräume,

Türme, Brücken oder Kirchen entstanden

sind oder entstehen können.

Neue Wege der Imagepflege

Durch Berichte und Inserate in der pädagogischen

Presse werden Lehrpersonen

über das Projekt informiert, und

mit der Teilnahme an der FamExpo

wurden auch Familien auf «Domoterra

for Kids» aufmerksam gemacht.

«Neben dem pädagogischen Engage-

ment ist es uns ein Anliegen, etwas für

die Wahrnehmung des einheimischen

Baustoffes Backstein zu tun», erklärt

Markus Dobrew, Gestalter und Projektleiter

von «Domoterra for Kids».

Zusammen mit Pro Natura waren die

Schweizer Ziegeleien an der Familienmesse

in Winterthur präsent. Die auf

den ersten Blick eher ungewöhnlich

anmutende Kombination stellte eine

ideale Plattform dar, um Eltern und

potenzielle Bauherren über das Projekt

zu informieren.

Jedes Kind, das den Stand besuchte,

wurde beim Terrarium über das Tier

des Jahres – die Prachtlibelle – informiert

und aufgefordert, ein Lehmtier

zu modellieren. Jacqueline Seiler von

der Keller AG Ziegeleien fotografierte

jedes Tontier, versah jedes Bild mit dem

Namen der Macherin oder des Machers

und stellte es ins Netz. Auf diese Weise

wurden die Leute animiert, die Website

von Domoterra zu besuchen.

«Gerechnet hatten wir mit 300 Lehmtieren

und wurden mit über 500

förmlich überrannt. Zudem war die

Besucherfrequenz auf der Website mit

rund 1000 Besuchern an nur einem

Wochenende beachtlich hoch», zieht

Markus Dobrew Bilanz. Trotz grosser

Hektik, technischen Problemen und

enormem Besucheransturm fallen

auch Jacqueline Seilers Eindrücke positiv

aus: «Es war eine tolle Erfahrung,

mit Pro Natura zusammenzuarbeiten.

Und das eigens zu diesem Zweck erbaute

Terrarium entpuppte sich als absoluter

Publikumsmagnet.»

Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven

Mit dieser Aktion betrieben die Ziegeleien

nicht nur Imagepflege und Produktwerbung,

sondern setzten auch

ein Zeichen zum Schutz der Umwelt.

Denn für jedes Tontier gingen fünf

Franken an Pro Natura.

Durch die Teilnahme an der FamExpo

wurde zudem geprüft, ob das Interesse

der Erwachsenen auf der Website über

das Betrachten der Lehmtiere hinausgeht.

Es zeigte sich, dass rund ein Drittel

aller Besuchenden sich auch für die

Ziegeleien und deren Produkte interessierten.

«Eine Erkenntnis, die sich sicherlich

positiv auf den Weitergang des

Projekts auswirken dürfte», ist Markus

Dobrew überzeugt. Und im Hinblick

auf die weiteren Pläne von «Domoterra

for Kids» fügt er an: «Es fehlen noch

einige der geplanten Lehrmittel, und

teilweise müssen die Abläufe beim Bezug

des Modelliertons noch etwas eingeschliffen

werden.»

Die Hauptaktivität des Projektteams

richtet sich jedoch auf das Bekanntmachen

des Projekts innerhalb der

Lehrerschaft. Bereits jetzt finden

Lehrpersonen auf www.domoterra.ch

Unterrichtsideen, Check- und Vorbereitungslisten

sowie vielfältige Anregungen

für einen Besuch.

Natur pur: Eine Kröte nicht bloss anschauen,

sondern auch anfassen.

Mit Suchen, Beobachten und Entdecken wird bei

Gross und Klein der Forschergeist geweckt.

Echte Tiere aus Ton nachzuformen, braucht Fingerspitzengefühl

und Geduld.

Jacqueline Seiler sorgte dafür, dass die Lehmtiere

auch online zu bewundern waren.

9


[ BAUBERICHT ]

SciencePark Basel

Beton-Fassadenelemente Erdgeschoss

Auf den Grundmauern und der Fun-

dation eines ehemaligen Lagergebäu-

des entsteht am Verkehrsknotenpunkt

Nord in Basel der SciencePark Basel.

Das zukünftige Gebäude ist mit seinen

9 Geschossen und der Länge von 240 m

eine beeindruckende Erscheinung.

Das Erdgeschoss dient als Anlieferzo-

ne. Darüber bildet die Höhenstrasse

den eigentlichen Eingangsbereich mit

den diversen Eingängen.

Das Erdgeschoss ist im Unterschied

zum Sockel- und zu den Obergeschossen

als massiver Baukörper gezeichnet,

der sich mit seiner Masse und der

dunklen Farbe klar vom übrigen Gebäude

abgrenzt.

10

Das vom ehemaligen Lagergebäude üb-

rig gebliebene Erdgeschoss ist mit mas-

siven, vorfabrizierten Betonelementen

verkleidet. Sie reichen vom Umgebungs-

Arbeiten der Keller AG Ziegeleien

niveau über das Erdgeschoss und enden

als Brüstung der Höhenstrasse. Die

Brüstung hat zusätzlich die Aufgabe

einer Leitmauer für Anpralllasten aus

dem rollenden Verkehr.

Der seit Sommer 2007 entstehende

Langbau bildet das Rückgrat des geplanten

ScienceParks Basel. Das Gebäude

stellt eine Gebäudestruktur für Unternehmen

im Life-Science-Umfeld zur

Verfügung. Ebenfalls entsteht das Startup

Center Basel im SciencePark, das

speziell für die Bedürfnisse von jungen

Unternehmen aus Branchen wie Life Sciences,

Nanotechnologie, IT-Services und

anderen konzipiert ist. Junge Unternehmen

finden im Startup Center Basel ein

optimales Arbeitsumfeld mit qualitativ

hochwertigen Räumlichkeiten.

Herstellen, Liefern und Versetzen von grossformatigen Betonelementen.

Beton C25/30, XC4, XF1, Cl 0,20, Dmax 16, C2

eingefärbt mit 3%, Farbe «Bayer schwarz»

Sichtflächen sandgestrahlt

Elemente max. Abmessung b = 3,40 m, h = 6,80 m, d = 16 bis 30 cm

max. Elementgewicht 98 kN

Die 6,80 m hohen Elemente wurden seitlich stehend angelie-

fert und mittels Pneukran auf der Baustelle gedreht.

Spezielles Anpassung der vorfabrizierten Elemente an die bestehende,

aus verschiedenen Epochen stammende Ortbetonstruktur.

Wohnüberbauung Sidi-Areal,

Winterthur

Auf dem ehemaligen Areal der Seidenfabrik,

die 1872 gegründet und deren

Produktion im Jahre 1947 stillgelegt

wurde, entsteht die Wohnüberbauung

Sidi-Areal. Der Spatenstich erfolgte im

März 2007, und im Februar 2008 waren

bereits alle 7 Mehrfamilienhäuser

im Rohbau fertig erstellt.

Die äussere Schale des Zweischalen-

sichtmauerwerks wurde mit kelesto-

Klinker (Farbe rotblau bunt) und mit

anthrazit eingefärbtem kelit-Sichtmauermörtel

ausgeführt. Um den

Wintermonaten Rechnung zu tragen

und Bauverzögerungen zu vermeiden,

entschied man sich bei sämtlichen

mit den Laubengängen in Zusammenhang

stehenden Bauteilen für die

Vorfabrikation. Die nach dem Rohbau

versetzten Betonelemente und Balkonplatten

wurden auf Stahlkonsolen

aufgelagert. In diesem Bereich wurde

das Klinkermauerwerk mit einer Fläche

von 2000 m2 durch die Keller AG

Ziegeleien nach dem bekannten preton-Verfahren

vorfabriziert. Versetzt

wurden die preton-Fassadenelemente

durch die ARGE Baltensperger AG /

Implenia AG. Die restlichen 3500 m2 Klinkermauerwerk wurden ebenfalls

durch die ARGE an Ort gemauert. Nur

dank dieser optimalen Kombination

Bauphase Laubengänge

zwischen an Ort erstelltem Sichtmau-

erwerk und vorfabrizierten preton-

Fassadenelementen der Keller AG

Ziegeleien konnten die kurzen Bauzeittermine

eingehalten werden.

Projektangaben

Bauherrschaft

Tivona AG

Schäferstrasse 18

4019 Basel

Generalunternehmer

HRS Hauser Rutishauser Suter AG

Hochbergstrasse 60

4057 Basel

Architekten

Blaser Architekten

Henric Petri-Strasse 9

4051 Basel

Bauleitung

Pro-Bau

Projekte und Baumanagement AG

Grellingerstrasse 35

4052 Basel

Ingenieur

Burger & Partner Ingenieure AG

Bauingenieure + Planer SIA/USIC

Lehenmattstrasse 353

4052 Basel

Bauherrschaft

Beamten-Versicherungskasse

BVK Stadt Zürich, c/o Hochbauamt

Kanton Zürich

Architekt

ADP Walter Ramseier AG, Arch.

BSA SIA SWB, 8034 Zürich

Generalunternehmer

Implenia Generalunternehmung

AG, 8305 Dietlikon

Ausführung Baumeisterarbeiten

Arbeitsgemeinschaft Baltensperger

AG, 8472 Seuzach, und

Implenia AG, 8050 Zürich

Kennzahlen Ersatzbau und

Neubauwohnungen

Anzahl Wohnungen: 157

Fassadenfläche Klinkermauerwerk:

5500 m2 (2000 m2 preton-

Fassadenelemente und 3500 m2 an Ort gemauert)

Ausführungsplanung Fassadensichtmauerwerk:Kompetenzcenter

der Keller AG Ziegeleien

Bürofläche: 1400 m2 Ladenfläche: 1200 m2 Gebäudevolumen: 102 000 m3 Gebäudefläche: 29 000 m2 Ziegelpresse Nr. 20, August 2008


[ BAUBERICHT ]

Umnutzung des Lagerhauses

Giesshübelstrasse 62, Zürich Wiedikon

Fünf autonom erschlossene, zusam-

mengebaute und durch Brandmauern

getrennte Einheiten reihen sich zum

150 m langen, fünfgeschossigen Lagerhaus,

dessen Architektur von der Industrialisierungsepoche

zeugt und dessen

Ausdruck geprägt ist von der strengen

Repetition in seinem Fassadenbild aus

rotem und gelbem Sichtstein. Der Bau

verfügt über eine ausserordentliche

körperliche Präsenz und eine starke

und dauerhafte Ausstrahlung.

Das beeindruckende Bauwerk wurde

in zwei Etappen erstellt. Die ersten

drei Einheiten wurden 1910 erbaut.

Architekt war Oskar Sohm aus Mannheim,

Bauingenieur war Robert Maillart

und Bauherr die Firma Innovente

Mangili, Zürcher Lagerhaus AG.

Ursprüngliche Projektpläne zeigen

noch Gusseisenstützen. Zur Anwendung

kam dann aber zum ersten Mal

überhaupt das sogenannte Maillartsche

System, die unterzugslose Decke

in Eisenbetonkonstruktion mit Pilzstützen,

das in der Folge gesamteuropäische

Verbreitung fand. Der langgestreckte

Flachdachbau hat polychrome

Sichtbacksteinfassaden. Im Abstand

der inneren Stützen zieren Lisenen die

Ansichten und betonen so rhythmisch

die Vertikale. Segmentbogenfenster

und Tore sind durch bossierte Sandsteinquader

verziert.

1930 wurde das Gebäude durch den Ar-

chitekten Hermann Weideli um zwei

weitere Einheiten nach demselben statischen

System erweitert. Weideli hielt

sich auch architektonisch an die Vorgaben

der ersten Etappe, variierte und

interpretierte diese in pragmatischer

Weise. Die beiden neueren Gebäudeabschnitte

unterscheiden sich sowohl

in der Geschossabfolge wie auch in der

Ausbildung der Treppenhäuser und in

der Bedachungsart von ihren Vorgängern.

Sie sind zudem nicht unterkellert.

Im Bereich von Fenster- und Fassadendetails

sind feine Unterschiede

feststellbar.

Der Schutzumfang aus denkmalpfle-

gerischer Sicht beinhaltet die Klinker-

fassaden, die innere Struktur mit den

Stützen und Pilzdecken sowie markante

Ausstattungsmerkmale, wie zum

Beispiel die Treppenhäuser und die

Fenster, die sich noch im ursprünglichen

Zustand befinden.

Das architektonische Konzept und

die gestalterischen Überlegungen zur

Umnutzung des Lagerhauses basieren

auf der entwerferischen Auseinandersetzung

mit der bestehenden Bausubstanz

und erfolgen in Abhängigkeit von

Im Rampenbereich sind viele Anpassungsarbeiten nötig.

der durch die Denkmalpflege festgestellten

schutzwürdigen Bauteile.

Prinzipiell wird mit den minimier-

ten Eingriffen im Inneren und der

Aufstockung in Sichtmauerwerk eine

respektvolle Strategie des Weiterbaus

gewählt. Dabei bilden die unterschiedlichen

Charakteristiken und Vorgaben

zwischen ursprünglich erster und

zweiter Etappe die Richtschnur für

alle Aktualisierungen, mit dem Ziel,

darauf jeweils individuell, subtil und

stringent zu reagieren.

Die Architektur der Aufstockung re-

flektiert den Charakter des Bestandes

und interpretiert wesentliche gestalterische

Merkmale in zurückhaltender,

respektvoller und zeitgemässer

Weise. Weiterbauen als Thema: mit

hellem Klinker in differenzierter

Fassadensprache. Alt und Neu gehen

eine Verbindung ein. Das Ziel für die

architektonische Erscheinung ist,

neben der Nachhaltigkeit der Konstruktionsweise,

wohlproportionierte,

städtische Eleganz in dauerhafter Gestaltung.

Das Lagerhaus war bei seiner Entste-

hung 1910 eine ingenieurtechnische

Pionierleistung. Der Ingenieur Robert

Maillart, einer der Vorreiter des

modernen Stahlbetonbaus, setzte in

dem viergeschossigen Gebäude erstmals

seine Pilzdecken-Konstruktion

ein. Für die Ingenieure des Umbaus

galt es, einen Weg zwischen Denkmalschutz

und modernen Nutzungsanforderungen

zu finden. Das alte

Lagerhaus sollte eine Tiefgarage erhalten

und um zwei Etagen aufgestockt

werden. Gleichzeitig sollte es gemäss

den heutigen Vorschriften im Bereich

Erdbebensicherheit verstärkt werden.

Damit ein Gebäude horizontale Kräfte

aushalten kann, wie sie bei einem

Erdbeben auftreten, muss es in sich

ausgesteift sein. Dazu können zum

Beispiel Wände in den Innenräumen

dienen. Beim Lagerhaus sollten aus

denkmalpflegerischen Gründen jedoch

die eindrucksvollen Säulenhallen

von Maillart unverändert erhalten

bleiben. Damit war klar: Die Lösung

muss an den Trennwänden zwischen

den Gebäudeblöcken sowie an der Fassade

ansetzen. Hinter der Backsteinfassade

wurde ein Stahlrahmen eingebaut,

der sich durch alle bestehenden

Stockwerke zieht und mit der Fassade

verbunden ist – eine Art stählernes

Korsett. Gegen Erdstösse in Querrichtung

schützen Betontrennwände zwischen

den Gebäudeblöcken. Jede zweite

der historischen Mauerwerkswände

wurde ersetzt – die übrigen blieben

ursprünglich erhalten.

Im Frühjahr 2007 erhielt der Baudienst

der Keller AG Ziegeleien den Auftrag

für die Sanierungsarbeiten des Sichtmauerwerks

der historischen Fassaden

sowie der Treppenhäuser und der

Säle im Inneren der Erdgeschosse. Die

äussere Erscheinung des Bauwerkes

wurde in enger Kooperation mit den

Architekten und der Denkmalpflege

kaum verändert, jedoch kostengünstig

und optisch kaum sichtbar saniert.

Steckbrief

Lage

Giesshübelstrasse 62

8003 Zürich

Architektur

Anne-Marie Fischer und

Reto Visini, dipl. Architekten

8050 Zürich

www.fischer-visini.ch

Bauherrschaft

Zürcher Lagerhaus AG

8045 Zürich

www.lagerhaus62.ch

Totalunternehmen

Unirenova AG, 8050 Zürich

www.unirenova.ch

Bauzeit

Januar 2006 bis März 2008

Bewertung

In einem historischen, unter

Denkmalschutz stehenden

Lagergebäude im Süden der

Zürcher City entstanden 62 neue

Loft- und Familienwohnungen

für ein urbanes Publikum, das

die Stadt ebenso wie die Nähe zu

Erholungsräumen schätzt. Sie

überzeugen durch innovative

Grundrisse und eine hochwertige,

schlichte Materialisierung.

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008 11


[ FOTOS ]

12

Objekt: Wohnüberbauung

Feldgüetliweg, 8706 Meilen

Architekt: Angelo Werner, 8712 Stäfa

Generalunternehmer: Implenia

Generalunternehmung AG,

8305 Dietlikon

Steinart: kelesto-Klinker sahara bunt

Format: NF 24/11,5/7,1

Sichtmauermörtel: kelit 210 zementgrau

preton-Bauteile verkleidet: Sturzelemente

Objekt: Überbauung Hohmadpark,

3604 Thun

Architekt: Rychener Zeltner

Architekten AG, 3600 Thun

Steinart: kelesto-Klinker anthrazit

Format: NF 24/11,5/7,1

Sichtmauermörtel: kelit 210 anthrazit

preton-Bauteile verkleidet: Sturzelemente

Objekt: EFH Seestrasse, 8700 Küsnacht

Architekt: Hänni Lanz Partner

Architekten AG, 8307 Effretikon

Steinart: kemano-Klinker ziegelrot

bunt

Format: 24/11,5/5,4

Sichtmauermörtel: kelit 210 beige weiss

preton-Betonelemente: mit Weisszement

eingefärbt

preton-Bauteile verkleidet: Sturzelemente

Objekt: MFH Alte Landstrasse 61,

8802 Kilchberg

Architekt: Dachtler Partner AG für

Architektur, 8003 Zürich

Steinart: kemano-Standard braun

Format: 25/12/6

Sichtmauermörtel: kelit 110 zementgrau

preton-Bauteile verkleidet: Fensterbänke,

Sturzelemente und Dachrandelemente

Ziegelpresse Nr. 20, August 2008

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