Medienmitteilung Moderne bei LUCERNE FESTIVAL im Sommer ...

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Medienmitteilung Moderne bei LUCERNE FESTIVAL im Sommer ...

Medienmitteilung

Moderne bei LUCERNE FESTIVAL im Sommer 2009

Die Moderne fristet bei LUCERNE FESTIVAL kein Nischendasein, sie ist integraler Bestandteil der Konzerte

in den verschiedenen Genres. Die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY sowie die Moderne-

Konzertreihe widmen sich exklusiv der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Sommer 2009 finden elf

Uraufführungen statt, davon hat neun Auftragswerke das Festival initiiert. Das Thema «Natur», die beiden

«composer-in-residence» Kaija Saariaho und Jörg Widmann, Live-Elektronik sowie eine Hommage anlässlich

Heinz Holligers 70. Geburtstag bestimmen die programmatischen Leitlinien der zeitgenössischen

Konzerte in diesem Sommer.

Die Veranstaltungen der Reihe Moderne im Überblick:

Moderne-Konzerte

• Kammerorchesterkonzert

• Late Night

• Sinfoniekonzert 24

Moderne 1 (22.8.) Ensemble Collegium Novum Zürich, Jörg Widmann, Olga Pasichnyk

Werke von Jörg Widmann

Im Portraitkonzert von Jörg Widmann werden die weiten Bezugsfelder seines Schaffens deutlich: Mit seiner

«Fieberphantasie» knüpft er an Robert Schumanns Melodik an, mit den «Abgesängen auf eine tote

Linde» präsentiert er ein «Requiem auf einen Baum», und in den «Freien Stücken» spürt er gleich zehn

verschiedenen klanglichen Phänomenen nach.

Moderne 2 (23.8.) Ensemble Intercontemporain, Susanna Mälkki

Werke von Kaija Saariaho, Karlheinz Stockhausen und Luca Francesconi

Das Eröffnungskonzert der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY rückt Werke mit Live-Elektronik ins Programm:

Kaija Saariaho hat in zahlreichen Partituren die klanglichen Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben,

ausgelotet. Das moderierte Vorkonzert erhält durch Visualisierungen eine zusätzliche Dimension. Ein

«Klassiker» der elektronischen Musik ist Karlheinz Stockhausens «Gesang der Jünglinge», in dem das

natürlichste Instrument, die menschliche Stimme, zu einem einzigartigen Klangkunstwerk transformiert

wird. Den aktuellen Standard der Live-Elektronik zeigt Luca Francesconi in seinem Stück «Etymo».

Moderne 3 (29.8.) Arditti Quartet

Werke von Jörg Widmann, Harrison Birtwistle und Klaus Huber

Jörg Widmann selbst hat sein «Jagdquartett» als «grimmiges Scherzo» bezeichnet. Widmanns Vorliebe

für die Musik von Robert Schumann wird hier abermals deutlich, denn das Quartett hebt an mit dem Finalthema

aus den «Papillons», das die vier Streicher wütend vor sich hertreiben, bis die «Beute» zur Strecke

gebracht und das thematische Material skelettiert wird.

Kontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

B. Higgs, Leitung | +41 (0)41 226 44 43 | b.higgs@lucernefestival.ch

P. Deslarzes | +41 (0)41 226 44 59 | p.deslarzes@lucernefestival.ch

Hirschmattstrasse 13 | Postfach | 6002 Luzern | Schweiz | www.lucernefestival.ch


Gegenübergestellt wird diesem Werk ein kürzlich für das Arditti Quartet geschriebenes Stück von Harrison

Birtwistle: «The Tree of Strings» evoziert die versunkene «Urmusik» einer schottischen Insel, auf der sich

keinerlei musikalische Tradition erhalten hat. Zur Uraufführung schliesslich gelangt ein neues Streichquartett

von Klaus Huber, dem Doyen der Schweizer Komponistenszene, der im November seinen 85. Geburtstag

feiert.

Kammerorchesterkonzert (29.8.) LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra, Pierre Boulez, Lisa

Batiashvili und Yefim Bronfman

Werke von Leoš Janáček, Edgard Varèse und Alban Berg

«‹Déserts› bezeichnet für mich nicht nur äussere Einöden wie Sand, Meer, Gebirge, Schnee, verlassene

Strassen in Städten, sondern auch den weiten inneren Raum, wo der Mensch sich allein findet auf einer

Welt von Rätsel und Ureinsamkeit.» meinte Edgard Varèse. Die Uraufführung im Dezember 1954 geriet

zu einem Skandal; heute indes besteht Einigkeit, dass Varèse mit den «Déserts » ein geniales Stück Zukunftsmusik

gelungen ist. Dieses Gütesiegel darf ebenso Leoš Janáček für seine «Sinfonietta» in Anspruch

nehmen, die vom Klang der tschechischen Sprache und dem Reiz der mährischen Landschaft inspiriert

ist. Und auch Alban Berg betrat Neuland, als er sein Kammerkonzert komponierte.

Late Night (29.8.) hornroh

Uraufführung von Mischa Käser und Andreas Mellwig u.a.

Neben Teilen aus hornrohs neuester Performance «Hautmusik wurden für das Konzert zwei Uraufführungen

in Auftrag gegeben: Mischa Käser erkundet zunächst alle klanglichen und «spielerischen» Möglichkeiten

des Alphorns und entwickelt daraus seine Komposition. Der Komponist und Elektroniker Andreas

Mellwig hingegen bearbeitet und erweitert die Alphornklänge elektronisch und schafft mit minimalistischpolyphonen

Kompositionstechniken grosse Klangskulpturen.

Moderne 4 (5.9.) LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Ensemble, Pierre Boulez, Andrew Gerzso

Werk von Pierre Boulez

In seinem kompositorischen Oeuvre hat Pierre Boulez stets die Geschichte befragt: zum Beispiel in

«Répons». In diesem Werk knüpft er an das Responsorium des gregorianischen Chorals an, den Wechselgesang

zwischen einem Solisten und dem Chor, der zugleich eine Bewegung des Klangs im Raum

markiert. Boulez entspinnt in «Répons» sogar einen dreifachen Dialog: zwischen den sechs Solisten und

dem Ensemble, zwischen den Solisten untereinander und zwischen dem real musizierten und dem durch

Live-Elektronik transformierten Klang.

Moderne 5 (8.9.) Studierende der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY und Dozenten IRCAM

Auf die Geiger, Bratschisten, Klarinettisten und Posaunisten der Akademie wartet in diesem Jahr eine besondere

Herausforderung: In einem Meisterkurs werden sie Werke für ihr jeweiliges Instrument und Live-

Elektronik erarbeiten. Zur Auswahl stehen dabei verschiedene Partituren pro Disziplin, die gemeinsam mit

dem Produktionsteam des Pariser IRCAM einstudiert werden; mit Rat und Tat stehen den Studenten ihre

Lehrer aus den Reihen des Ensemble Intercontemporain zur Seite. Welche Werke im Abschlusskonzert

erklingen und wer sie am Ende interpretieren darf – das entscheidet sich allerdings erst vier Tage vor der

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Aufführung. Dann nämlich werden in einem internen Wettbewerb die «Gewinner» gekürt, und mit ihnen

steht auch das genaue Programm fest.

Moderne 6 (9.9.) LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Ensemble, Jean Deroyer

Werke von: Tristan Murail, Kajia Saariaho, Bruno Mantovani

Drei musikalische Reflexionen über Natur und Raum vereint das Konzert des LUCERNE FESTIVAL

ACADEMY Ensemble unter Leitung des jungen französischen Dirigenten Jean Deroyer. Der Messiaen-

Schüler und Spektralist Tristan Murail wählte Sri Lanka zum Schauplatz seines bildhaften und farbprächtigen

Ensemblewerks «Serendib», wie der mystische Name der Insel lautet, den sie von Sindbad dem Seefahrer

erhielt. Kaija Saariaho, die von Murail wesentlich geprägt wurde, liess sich von den changierenden

Farbvaleurs der Seerose zu ihrem Streichquartett «Nymphéa» inspirieren, das sie 14 Jahre später für

Streichorchester ausarbeitete; ein Herbst-Gedicht von Arseny Tarkovsky, das die Interpreten zur Musik

ins Mikrophon flüstern, eröffnet weitere Assoziationen. Bruno Mantovani aber folgt der Fährte religiöser

Pilger zu den «Sieben Kirchen» nach Bologna – eine magische Beschwörung und musikalische Meditation

über ein rätselhaftes architektonisch-spirituelles Monument.

Sinfoniekonzert 24 (10.9.) LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra, Pierre Boulez

Werke von Claude Debussy, Pierre Boulez, Luciano Berio

Auf einen Tenniscourt führen Claude Debussys «Jeux»: Zwei Mädchen und ein Jüngling suchen nach einem

versprungenen Tennisball, aber sie werden nicht fündig. Weshalb sie auf andere Spiele verfallen: Sie

jagen sich, verlieren sich, streiten, finden zueinander – die Nacht ist lau, Küsse werden ausgetauscht ...

Debussy inszeniert seine Partitur wie ein Tennismatch: mit melodischen Returns, thematischen Volleys,

rhythmisch rasanten Ballwechseln. Pierre Boulez kombiniert diesen Klassiker der Moderne mit einem eigenen

Opus, der Orchesterfassung von fünf seiner «Notations», frühen Stücken für Klavier, die er für verloren

gegangen hielt, ehe sie Ende der siebziger Jahre unverhofft wieder auftauchten. Und mit der «Sinfonia»

von Luciano Berio präsentiert er eine fulminante Collage, die Mahler und Strawinsky, Beethoven

und Debussy, Ravel und Parolen der 68er-Bewegung vereint.

Moderne 7 (12.9.) Ensemble Contrechamps, Stefan Asbury, Isabelle Faust

Werke von Michael Jarrell, Kaija Saariaho

Musik über Musik: Mit seinem Ensemblestück «Music for a While» knüpft Michael Jarrell an das musikalische

Drama «Ödipus» von Henry Purcell an. Die «Idee des Vergänglichen» bezeichnet er als Grundgedanken

des Werks: «Ich wollte versuchen, eine Musik des Augenblicks zu schreiben, die sich ständig neu

erfindet», erklärt Jarrell. Musik über Kunst: Kaija Saariaho liess sich von Claude Monets berühmten Seerosengemälden

zu ihrem ersten Streichquartett «Nymphéa» inspirieren, dem sie über elektronische

Transformationen weitere Klangkomponenten beifügte. Ein faszinierendes Naturwunder aber stand Pate

bei der Komposition von «Lichtbogen»: das Polarlicht, das Kaija Saariaho in glitzernde, flimmernde und

gleissende Klangfarben überträgt, bevor es am Ende zu verglimmen scheint.

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Moderne 8 (15.09.) SWR Vokalensemble, Heinz Holliger, Esther Hoppe, Jürg Dähler, Daniel Haefliger

Werke von Joseph Haydn, Clytus Gottwald, Gustav Mahler, Rudolf Kelterborn, Harrison Birtwistle, Heinz

Holliger

Bei dieser Ehrung zu seinem 70. Geburtstag wird Heinz Holliger gleich in drei künstlerischen Disziplinen

aktiv: als Oboist, als Dirigent und als Komponist. Der Oboist präsentiert sich bei der Uraufführung zweier

neuer Oboenquartette von Rudolf Kelterborn und Harrison Birtwistle. Holligers intensive Zusammenarbeit

mit dem vielgerühmten SWR Vokalensemble hat ihn immer wieder zu neuen Kompositionen inspiriert –

zwei davon erklingen im Portraitkonzert. Den Auftakt aber bilden Haydn- und Mahler-Bearbeitungen von

Clytus Gottwald: Die beiden Mahler-Transkriptionen, die erstmals zur Aufführung gelangen, sind Widmungswerke

für Heinz Holliger.

Moderne 9 (19.09.) ensemble recherche

Werke von Klaus Huber, Fabien Lévy, Christoph Delz, Tiziano Manca, Heinz Holliger, Ivan Fedele

Von Naturphänomenen, literarischen Texten oder historischen Musikstilen liess sich der früh verstorbene

Schweizer Komponist Christoph Delz inspirieren, der im Mittelpunkt des neunten Moderne-Konzerts steht

– dies verbindet ihn mit seinen beiden älteren Kollegen und Landsleuten Klaus Huber und Heinz Holliger.

Vor seinem Tod verfügte Delz testamentarisch die Gründung der Stiftung Christoph Delz, die alle drei Jahre

einen internationalen Kompositionswettbewerb durchführt. 120 Partituren wurden für die vierte Ausschreibung

eingereicht: Preisträger des Jahres 2009 sind der Franzose Fabien Lévy und der Italiener Tiziano

Manca. Das Freiburger ensemble recherche, das zu den weltweit besten Interpreten für zeitgenössische

Musik zählt, wird ihre Stücke zur Uraufführung bringen.

11 Uraufführungen und eine Schweizer Erstaufführung:

13.8. Sinfoniekonzert 1 / Oboenkonzert / Jörg Widmann / Auftragswerk LUCERNE FESTIVAL / UA

29.8. Moderne 3 / Neues Streichquartett / Klaus Huber / Auftragswerk des WDR, von LUCERNE

FESTIVAL und Wien Modern mit Unterstützung von Pro Helvetia / UA

29.8. Late Night / Neues Werk für Alphörner / Mischa Käser / Auftragswerk LUCERNE FESTIVAL / UA

29.8. Late Night / Neues Werk für Alphörner und Elektronik / Andreas Mellwig / Auftragswerk

LUCERNE FESTIVAL / UA

2.9. Sinfoniekonzert 15 / «Laterna Magica» / Kaija Saariaho / Auftragswerk Berliner Philharmoniker und

von LUCERNE FESTIVAL / Schweizer Erstaufführung

5.9. Kammermusik 4 / «Rechant für Klarinette solo» / Heinz Holliger / UA

15.9. Moderne 8 / «Urlicht» / «Im Abendrot ». Adagietto aus der 5. Sinfonie. Bearbeitungen für Chor a

cappella / UA

15.9. Moderne 8 / Neues Werk für Oboe und Streichtrio / Rudolf Kelterborn / Auftragswerk LUCERNE

FESTIVAL / UA

15.9. Moderne 8 / Neues Werk für Oboenquartett / Harrison Birtwistle / Auftragswerk LUCERNE FESTI-

VAL / UA

15.9. Moderne 8 / «Rosa Loui» für Chor a cappella / Heinz Holliger / UA

19.9. Moderne 9 / «à propos» für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier / Auftragswerk der Stiftung

Christoph Delz / UA

19.09. Moderne 9 / «Defining» für Ensemble / Tiziano Manca / Auftragswerk Stiftung Christoph Delz / UA

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