Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung - bei Gruppe Corso
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“Neue Ar<strong>bei</strong>ts- und Ar<strong>bei</strong>tszeitmodelle statt Personalabbau“<br />
Erfahrungen mit Solidarmodellen<br />
Tagung vom 21. April 2009<br />
Adrian Huber<br />
Institut für Ar<strong>bei</strong>tsforschung und Organisationsberatung, Zürich<br />
www.iafob.ch
Überblick<br />
• Verständnis und Ansätze<br />
• Solidaritätsmodelle in <strong>der</strong> Praxis<br />
- am Beispiel <strong>der</strong> Post<br />
- am Beispiel <strong>der</strong> Swisscom (FX-NO-CPO-SVA)<br />
• Erfahrungen und Bedingungen<br />
• Erfolgsfaktoren<br />
iafob / ah / 21.04.09
Verständnis und Ansätze<br />
iafob / ah / 21.04.09
Verständnis von Solidarmodellen 1<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Stellen Sie sich vor:<br />
Kin<strong>der</strong>geburtstag mit 8 Kin<strong>der</strong>n<br />
statt<br />
1 grosser Kuchen -> 1 kleiner Kuchen<br />
Wie gehen Sie damit um?<br />
- Was würden Sie tun?<br />
- Warum würden Sie dies tun?<br />
- Und was bräuchte es, damit Sie dies tun?
Anwendung von Solidarmodellen 1<br />
Variante a: Kleinerer Kuchen unter weniger Kin<strong>der</strong>n aufteilen<br />
-> Konsequenz:<br />
– diejenige, die etwas bekommen, bekommen ein Stück in<br />
<strong>der</strong> ursprünglichen Grösse<br />
– einzelne Kin<strong>der</strong> bekommen nichts<br />
Variante b: Kleinerer Kuchen unter allen Kin<strong>der</strong>n aufteilen<br />
-> Konsequenz:<br />
– alle Kin<strong>der</strong> bekommen ein Stück vom Kuchen<br />
– die einzelnen Stücke sind jedoch kleiner<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Beispiel 2: Swisscom
Verständnis von Solidarmodellen 2<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Kin<strong>der</strong>geburtstag<br />
mit 6 Kin<strong>der</strong>n<br />
geplant<br />
Stellen Sie sich vor:<br />
1 Kuchen<br />
Wie gehen Sie damit um?<br />
- Was würden Sie tun?<br />
- Warum würden Sie dies tun?<br />
- Und was bräuchte es, damit Sie dies tun?<br />
2 weitere Kin<strong>der</strong><br />
möchten<br />
teilnehmen
Anwendung von Solidarmodellen 2<br />
Variante a: die an<strong>der</strong>en Kin<strong>der</strong> werden nicht eingeladen<br />
-> Konsequenz:<br />
– die eingeladenen Kin<strong>der</strong>, bekommen ein Stück in <strong>der</strong><br />
ursprünglichen Grösse<br />
– die an<strong>der</strong>en Kin<strong>der</strong> bekommen nichts<br />
Variante b: die an<strong>der</strong>en Kin<strong>der</strong> werden eingeladen<br />
-> Konsequenz:<br />
– alle Kin<strong>der</strong> bekommen ein Stück vom Kuchen<br />
– die einzelnen Stücke sind jedoch kleiner<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Beispiel 1: Post
Begriff<br />
Solidarität<br />
(abgeleitet vom lateinischen solidus für gediegen, echt o<strong>der</strong> fest; Adjektiv: solidarisch)<br />
bezeichnet eine – zumeist in einem ethisch-politischen Zusammenhang<br />
benannte – Haltung <strong>der</strong> Verbundenheit mit und Unterstützung von<br />
Ideen, Aktivitäten und Zielen an<strong>der</strong>er. Sie drückt ferner den<br />
Zusammenhalt zwischen gleichgesinnten o<strong>der</strong> gleichgestellten Individuen<br />
und <strong>Gruppe</strong>n und den Einsatz für gemeinsame Werte <strong>aus</strong>.<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
(Wikipedia, 07.04.09)
Warum Solidarmodelle?<br />
� Entlassung von Beschäftigten vermeiden<br />
� Zusätzliche Einstellungen ermöglichen<br />
� Gestaltung <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>t flexibilisieren und individualisieren<br />
� Anpassungsflexibilität erhöhen und Produktivität steigern<br />
� Ar<strong>bei</strong>tsbedingungen attraktiver gestalten (Personalmarketing)<br />
� Ar<strong>bei</strong>ts- und Lebensmodelle an<strong>der</strong>s gestalten<br />
(kürzer ar<strong>bei</strong>ten – an<strong>der</strong>s leben)<br />
� ….<br />
iafob / ah / 21.04.09
Mögliche generelle Auswirkungen von<br />
beschäftigungswirksamen Ar<strong>bei</strong>tszeitmodellen<br />
Mögliche positive Auswirkungen<br />
� Steigerung des Wohlbefindens <strong>der</strong> Beschäftigten<br />
� Verbesserung <strong>der</strong> Zusammenar<strong>bei</strong>t und Kollegialität<br />
� Stärkung <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tsmotivation<br />
� Erhöhung <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tsqualität und Produktivität<br />
� Verbesserung des Unternehmensimage<br />
Mögliche negative Auswirkungen<br />
� Zusätzlicher Aufwand für die Administration und Führung<br />
� Intensivierung <strong>der</strong> Koordination<br />
� Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tsinhalte<br />
� Erhöhung <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tsintensität<br />
iafob / ah / 21.04.09
Beispiel POST<br />
iafob / ah / 21.04.09
Das Solidarmodell <strong>der</strong> POST (1/3)<br />
Ausgangslage<br />
• (Pilot-)Projekt gemäss Art. 110a des Ar<strong>bei</strong>tslosenversicherungsgesetztes<br />
• Zustimmung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ar<strong>bei</strong>t (1997)<br />
Zielsetzung<br />
• Schaffung zusätzlicher Beschäftigungsmöglichkeiten<br />
für erwerbslose Personen<br />
Ansatz<br />
• 3 Angestellte reduzieren ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit und integrieren 1 erwerbslose<br />
Person in ihren Ar<strong>bei</strong>tsbereich<br />
iafob / ah / 21.04.09
Das Solidarmodell <strong>der</strong> POST (2/3)<br />
Rahmenbedingungen<br />
• Alle Teammitglie<strong>der</strong> ar<strong>bei</strong>ten 3 Wochen und haben 1 Woche frei<br />
(Reduktion <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tszeit um 25%)<br />
• Für den Gewinn an Freizeit müssen die Beschäftigten eine Lohneinbusse<br />
in Kauf nehmen<br />
- 7% für Beschäftigte mit Unterstützungspflichten<br />
- 10 % für beschäftigte ohne Unterstützungspflichten<br />
• Durch die Lohnreduktion <strong>der</strong> bereits angestellten Personen kann die Post<br />
30% <strong>der</strong> Lohnkosten <strong>der</strong> ar<strong>bei</strong>tslosen Person übernehmen. Die<br />
Ar<strong>bei</strong>tslosenversicherung übernimmt die restlichen 60% bzw. 63%.<br />
• Die individuelle Teilnahme ist auf 1 Jahr beschränkt - mit <strong>der</strong> Möglichkeit<br />
auf Verlängerung um maximal 6 Monate für die Vermittlung <strong>der</strong><br />
TeilnehmerInnen in eine unbefristete Stelle.<br />
• Die Post garantiert <strong>bei</strong> entsprechen<strong>der</strong> Eignung die Integration <strong>der</strong><br />
ar<strong>bei</strong>tslosen Person in das Unternehmen POST.<br />
iafob / ah / 21.04.09
Das Solidarmodell <strong>der</strong> POST (3/3)<br />
Resonanz<br />
Pilotprojekt in vier Kantonen (Zürich, Jura, Freiburg, Tessin)<br />
von Juni 1998 bis Ende 2000<br />
• 16 <strong>Gruppe</strong>n mit insgesamt 65 Personen<br />
Gesamtprojekt von Juni 1998 bis Ende 2000<br />
• 27 <strong>Gruppe</strong>n, wovon 21 erfolgreich zu Ende geführt wurden<br />
• 27 ehemals erwerbslose Personen konnten erfolgreich reintegriert<br />
werden<br />
Perspektive<br />
• Institutionalisierung des Solidritätsmodells,<br />
damit in einer nächsten Krise<br />
darauf zurückgegriffen werden kann.<br />
(z.B. Reorganisation PostMail, 2004)<br />
iafob / ah / 21.04.09
Gründe für die Teilnahme am Solidaritätsmodell<br />
(Quelle: erste Evaluation Pilotprojekt, Mai – Juli 1999, Einzel-/<strong>Gruppe</strong>ninterviews mit<br />
Solidaritätsgruppen und ehemals erwerbslosen neuen Mitar<strong>bei</strong>tenden sowie Vorgesetzten 1 )<br />
Attraktives Verhältnis<br />
von Freizeitgewinn und<br />
Lohneinbusse<br />
Neue<br />
Mitar<strong>bei</strong>tende<br />
Solidaritätsgruppen<br />
Sicht<br />
Vorgesetzte<br />
1 E. Ulich, S. Peter, M. Degner; Beschäftigungsorientierte Ar<strong>bei</strong>tszeitmodelle in <strong>der</strong> Schweiz,<br />
in: Unternehmensgestaltung im Spannungsfeld von Stabilität und Wandel, Zürich 2008<br />
Total<br />
Nennungen<br />
0 11 0 11<br />
Solidarität mit<br />
Erwerbslosen<br />
0 10 0 10<br />
Viel Freizeit 1 2 6 9<br />
Erwerbslosigkeit<br />
beenden<br />
8 0 0 8<br />
Gute Stelle mit<br />
Perspektiven<br />
4 0 0 4<br />
Bei <strong>der</strong> Post ar<strong>bei</strong>ten 3 0 0 3<br />
Etwas Neues<br />
unterstützen<br />
0 2 0 2<br />
Total Nennungen 16 25 6 47<br />
iafob / ah / 21.04.09
Erkenntnisse <strong>aus</strong> <strong>der</strong> Evaluation (1/2)<br />
(Quelle: Evaluation Juni 1998 - Nov. 2000, Interviews mit Projektverantwortlichen,<br />
schriftliche Befragung <strong>der</strong> Projektteilnehmenden, mündliche Befragung <strong>der</strong> Vorgesetzten,<br />
Wirtschaftlichkeitsanalyse 1 )<br />
• Das Solidaritätsmodell wird von allen Beteiligten insgesamt positiv beurteilt.<br />
• Mit dem Solidaritätsmodell gelang es, 27 Erwerbslose Personen nachhaltig in den<br />
Ar<strong>bei</strong>tsprozess zu reintegrieren.<br />
• Mit dem Solidaritätsmodell konnten nicht nur die Lebenssituationen <strong>der</strong> ehemals<br />
Erwerbslosen son<strong>der</strong>n auch <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en beteiligten Personen temporär deutlich<br />
verbessert werden (mehr Zeit für Erholung, Partnerschaft, Familie etc.).<br />
• Die Resonanz des Solidaritätsmodells blieb sowohl intern als auch <strong>bei</strong> den<br />
erwerbslosen Personen deutlich unter den Erwartungen.<br />
• Bei den Beteiligten Personen gelang es, dem Solidaritätsgedanken einen<br />
konkreten Inhalt zu verleihen. Für viele <strong>der</strong> Beteiligten war es wichtig, einen<br />
solidarischen Beitrag zu leisten.<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
1 Dr. J. Baillod, Evaluationsbericht Büro A&O und Büro BASS, 2000
Erkenntnisse <strong>aus</strong> <strong>der</strong> Evaluation (2/2)<br />
• Aus Sicht <strong>der</strong> Post war <strong>der</strong> zeitliche und finanzielle Aufwand enorm, allerdings<br />
auch <strong>der</strong> Imagegewinn.<br />
• Aus Perspektive <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tslosenversicherung sind die Kosten des<br />
Solidaritätsmodells höher als die berechneten Alternativkosten ohne Modell.<br />
Berücksichtigt man die Wirkungen auf die Sozialhilfe, dann war das Modell<br />
insgesamt <strong>bei</strong>nahe kostenneutral. Schliesst man zudem die nur schwer<br />
quantifizierbaren Kosten ein, dann ist <strong>der</strong> volkswirtschaftliche Nutzen des Modells<br />
grösser als die Kosten.<br />
• Klar nicht erreicht wurde das Ziel, den TeilnehmerInnen mit dem Projekt den<br />
bleibenden Einstieg in die Teilzeit und somit in eine neue Lebensform zu<br />
ermöglichen.<br />
• Das Solidaritätsmodell kann als “Krisenmodell“ bezeichnet werden. Es erzielt<br />
seine Wirkung vor allem in Phasen hoher Erwerbslosigkeit.<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
1 Dr. J. Baillod, Evaluationsbericht Büro A&O und Büro BASS, 2000
Beispiel SWISSCOM (Bereich Service Assurance)<br />
iafob / ah / 21.04.09
Positionierung des Projektes (1/2)<br />
Ausgangslage<br />
• Im 2002 wurde <strong>bei</strong> SVA ein Business Process Reengineering gestartet, wo<strong>bei</strong><br />
ein Personalabbaupotenzial von 14 FTE (8,6%) identifiziert wurde. Weitere<br />
Personalreduktionen im 2004 und den folgenden Jahren sind zu erwarten.<br />
• Das Projekt soll Bestandteil des BPR werden, wie auch für kommende<br />
Personalreduktionen eine wichtige Stütze bilden.<br />
Zielsetzung<br />
• Erar<strong>bei</strong>tung und Umsetzung von beschäftigungswirksamen Ar<strong>bei</strong>tszeitmodellen<br />
zum Erhalt von Stellen.<br />
Zielgruppe<br />
• Das Vorhaben betrifft das gesamte Department CPO-SVA. An allen Standorten<br />
(Genève, Bern, Zürich) und mit allen heutigen Ar<strong>bei</strong>tszeitmodellen (Normale AZ,<br />
7x24 Schichtbetrieb, Pikett, etc.).<br />
iafob / ah / 21.04.09
Positionierung des Projektes (2/2)<br />
Rahmenbedingungen<br />
• Wir müssen ein Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell finden, welches für die MA wie auch für<br />
FWS (evtl. FX) “tragbar” ist<br />
• Die Kostenfolgen müssen <strong>aus</strong>gewiesen und FWS vorgestellt werden<br />
(Go/NoGo Entscheid)<br />
• Die Anwendung des Modells findet auf freiwilliger Basis statt, wo<strong>bei</strong> eine<br />
gewisse Mindestbeteiligung notwendig ist (Go/NoGo Entscheid)<br />
• Der Pilot im 2004 muss positiv verlaufen (Go/NoGo Entscheid)<br />
• Weitere Ausbreitung (z.B. innerhalb CPO) ist denkbar<br />
iafob / ah / 21.04.09
Gestaltung und Planung des Projektes<br />
Kick Off<br />
26.09.03<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Situationsanalyse<br />
Oktober 03<br />
Ausgear<strong>bei</strong>tete<br />
Modelle<br />
31.10.03<br />
MA Umfrage<br />
Beteiligung Pilot<br />
12.12.03<br />
Pilot<br />
01.01. 04<br />
bis<br />
31.12.04<br />
Evaluation<br />
Frühjahr 04<br />
Überführung<br />
Frühjahr 04
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (4/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Wären Sie bereit, Ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit und somit Ihr<br />
Einkommen zu reduzieren, um Entlassungen zu<br />
vermeiden?<br />
80%<br />
70%<br />
60%<br />
50%<br />
% 40%<br />
30%<br />
20%<br />
10%<br />
0%<br />
58%<br />
42%<br />
ja nein<br />
Swisscom CPO-SVA gesamt (N=74)
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (5/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell<br />
Warum würden Sie Ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit reduzieren?<br />
Nennungen<br />
Sicherung von Ar<strong>bei</strong>tsplätzen bzw. des eigenen Ar<strong>bei</strong>tsplatzes 17<br />
Solidaritätsgedanke / soziale Motive (weil es auch mich treffen könnte und je<strong>der</strong> ein<br />
Recht auf Ar<strong>bei</strong>t hat; <strong>aus</strong> Solidarität mit dem Team; damit die Ar<strong>bei</strong>t gerechter verteilt<br />
werden kann)<br />
Mehr Freizeit (weil mir Freizeit wichtiger ist als Geld; gebe auch Familie und Freizeit<br />
einen grossen Stellenwert; mehr Zeit für sich, Hobbies o<strong>der</strong> Ausbildung)<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Lebensqualität 4<br />
Know-how-Erhalt 2<br />
Weniger Stress 2<br />
Weniger Steuern 1<br />
Sonstiges (weil es keine Alternativen gibt; Ar<strong>bei</strong>tszeit schon auf 90 % reduziert) 3<br />
Total Nennungen (Swisscom SVA, N=44) 59<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
15<br />
15
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (8/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell<br />
In welchem Ausmass wären Sie bereit, Ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit zu<br />
reduzieren, um Entlassungen zu vermeiden?<br />
80%<br />
70%<br />
60%<br />
50%<br />
40%<br />
30%<br />
20%<br />
10%<br />
0%<br />
Reduktion <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tszeit um:<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
12%<br />
53%<br />
2%<br />
30%<br />
2%<br />
5% 10% 15% 20% 25%<br />
Swisscom CPO-SVA gesamt (N=43)
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (9/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
Welche Lohnreduktion währen Sie bereit in Kauf zu<br />
nehmen?<br />
80%<br />
70%<br />
60%<br />
50%<br />
% 40%<br />
30%<br />
20%<br />
10%<br />
0%<br />
28%<br />
volle<br />
Lohnreduktion<br />
65%<br />
begrenzte<br />
Lohnreduktion<br />
Swisscom CPO-SVA gesamt (N=43)<br />
7%<br />
keine<br />
Lohnreduktion
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (11/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell<br />
Welche Bedingungen müssten erfüllt sein, damit Sie bereit<br />
sind, Ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit zu reduzieren?<br />
Nennungen<br />
keine / nur geringe Lohnreduktion 10<br />
Möglichkeit zur Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren 9<br />
keine / geringe Einbussen <strong>bei</strong> Altersvorsorge und Ar<strong>bei</strong>tslosenversicherung 8<br />
keine Mehrbelastung (Überstunden) <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tnehmenden /<br />
Ar<strong>bei</strong>tsqualität darf nicht leiden<br />
8<br />
Wenn Ar<strong>bei</strong>tszeitreduktion Stellenabbau verhin<strong>der</strong>t 7<br />
Ar<strong>bei</strong>tsplatzgarantie bzw. Kündigungsschutz (befristet) 6<br />
Selbstbestimmung <strong>bei</strong> <strong>der</strong> Ausgestaltung <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tszeitreduktion 5<br />
Beteiligung des Ar<strong>bei</strong>tgebers an den finanziellen Einbussen 5<br />
Beteiligung aller / vieler Mitar<strong>bei</strong>tenden (auch Ka<strong>der</strong>) 5<br />
Keine Ar<strong>bei</strong>tszeitreduktion zugunsten unproduktiver Mitar<strong>bei</strong>tenden 2<br />
Transparenz darüber, wem die Ar<strong>bei</strong>tszeitreduktion zugute kommt 1<br />
Absolvieren einer Ausbildung 1<br />
Sonstiges 4<br />
Total Nennungen (Swisscom SVA, N=44) 71<br />
iafob / ah / 21.04.09
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (12/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodell<br />
Warum würden Sie Ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit nicht reduzieren?<br />
Lohneinbusse / geringerer Lebensstandard (habe Schulden; zahle Alimente; möchte<br />
H<strong>aus</strong> kaufen, bin nicht bereit für irgendwelche Leute Einbussen in Kauf zu nehmen;<br />
meine Frau kann nicht zum Lebensunterhalt <strong>bei</strong>tragen )<br />
Nennungen<br />
Einbussen <strong>bei</strong> <strong>der</strong> Altersvorsorge bzw. <strong>bei</strong> <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tslosenversicherung 4<br />
Ar<strong>bei</strong>tszeitreduktion verhin<strong>der</strong>t weiteren Stellenabbau nicht 4<br />
Schmälerung <strong>der</strong> Aufstiegschancen 2<br />
Gleich viel Ar<strong>bei</strong>t <strong>bei</strong> weniger Ressourcen 2<br />
Angst, den Beschäftigungsgrad später nicht mehr erhöhen zu können 2<br />
Sonstiges 4<br />
Total Nennungen (Swisscom SVA, N=32) 40<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
22
<strong>Ergebnisse</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Mitar<strong>bei</strong>terbefragung</strong> (13/13):<br />
Alternatives Ar<strong>bei</strong>tszeitmodel<br />
Falls Sie nicht bereit sind, Ihre Ar<strong>bei</strong>tszeit zu reduzieren,<br />
welche Vor<strong>aus</strong>setzungen müssten gegeben sein, damit Sie<br />
dies trotzdem tun?<br />
Nennungen<br />
keine / nur begrenzte Lohnreduktion 15<br />
Möglichkeit zur Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren 5<br />
keine Mehrbelastung ( Überstunden) <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tnehmenden 4<br />
keine / geringe Einbussen <strong>bei</strong> Altersvorsorge und Ar<strong>bei</strong>tslosenversicherung 3<br />
Verwendung <strong>der</strong> zur Verfügung stehenden Zeit für Weiterbildung<br />
o<strong>der</strong> längeren Urlaub<br />
3<br />
Ar<strong>bei</strong>tsplatzgarantie bzw. Kündigungsschutz (befristet) 2<br />
Beteiligung des Ar<strong>bei</strong>tgebers an den finanziellen Einbussen 2<br />
(massiver) Stellenabbau 1<br />
Führungskräfte als Vorbild 1<br />
selbstbestimmte Wahl <strong>der</strong> Nutzniesser einer Ar<strong>bei</strong>tszeitreduktion 1<br />
Sonstiges 2<br />
Total Nennungen (Swisscom SVA, N=32) 39<br />
iafob / ah / 21.04.09
Solidaritätsmodell <strong>bei</strong> FX-NO-CPO-SVA (1/5)<br />
Grundsätze<br />
• Um Stellen und Know-how zu erhalten, bietet SVA seinen MA neben <strong>der</strong><br />
bestehenden AZ-Regelung ein neues AZ-Modell an.<br />
• Das Modell trägt exklusiv <strong>bei</strong>, die Auswirkungen des Stellenabb<strong>aus</strong><br />
infolge des BPR‘s <strong>bei</strong> SVA zu mil<strong>der</strong>n.<br />
• Die Wahl des neuen Modells basiert auf individuellen Bedürfnissen und<br />
erfolgt freiwillig.<br />
• Die mit <strong>der</strong> Nutzung des Modells frei werdenden Mittel werden<br />
<strong>aus</strong>schliesslich zum Erhalt von Stellen verwendet.<br />
• Verän<strong>der</strong>ungen in <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>tszeit und die damit verbundenen<br />
Anpassungen <strong>der</strong> Ar<strong>bei</strong>t sind mit den direkten Vorgesetzten zu planen,<br />
abzusprechen und zu vereinbaren.<br />
• Die betrieblichen und dienstlichen Erfor<strong>der</strong>nisse sind in jedem Fall zu<br />
berücksichtigen.<br />
iafob / ah / 21.04.09
Solidaritätsmodell <strong>bei</strong> FX-NO-CPO-SVA (2/5)<br />
Rahmenbedingungen<br />
• Das Modell basiert auf den bestehenden AZ-Modellen.<br />
• Das Modell wird vorerst für ein Kalen<strong>der</strong>jahr (01.01.04 – 31.12.04)<br />
angeboten. Nach Abschluss des 1. Kalen<strong>der</strong>jahres besteht die<br />
Möglichkeit,<br />
- die damit verbundene BG-Reduktion <strong>bei</strong>zubehalten<br />
- ins ursprüngliche Anstellungsverhältnis zurück zu wechseln<br />
- ein neues AZ-Modell zu wählen.<br />
• Falls während dem 1. Kalen<strong>der</strong>jahr Freistellungen nötig werden, erfolgen<br />
diese zu den ursprünglichen Anstellungsbedingungen.<br />
• SVA und MA verpflichten sich <strong>bei</strong>dseitig, die Regelungen des<br />
vereinbarten Modells während des gesamten Kalen<strong>der</strong>jahres<br />
<strong>bei</strong>zubehalten.<br />
iafob / ah / 21.04.09
Solidaritätsmodell <strong>bei</strong> FX-NO-CPO-SVA (3/5)<br />
Ansatz • Reduktion des BG auf Ebene Jahresar<strong>bei</strong>tszeit unter<br />
Beteiligung von SVA an den finanziellen Einbussen.<br />
Regelungsinhalte<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
• Reduktion des BG um 10% o<strong>der</strong> 20% möglich<br />
• Wechsel auf Jahresar<strong>bei</strong>tszeit<br />
• SVA beteiligt sich während dem 1. Kalen<strong>der</strong>jahr zu ½, <strong>bei</strong><br />
definitiver Reduktion des BG für ein weiteres Jahr zu ¼ an<br />
<strong>der</strong> damit verbundenen Reduktion des Basislohnes in<br />
Form einer Lohnzulage. Der Mitar<strong>bei</strong>tende übernimmt die<br />
restliche Lohnreduktion.<br />
• Der Erfolgsanteil wird auf dem neuen Basislohn berechnet<br />
• Sozialversicherungspflichtig ist <strong>der</strong> neue Basislohn (inkl.<br />
Lohnzulage und allfällige Erfolgsanteile). Der versicherte<br />
Verdienst (comPlan) wird dem neuen Solllohn angepasst.
Solidaritätsmodell <strong>bei</strong> FX-NO-CPO-SVA (5/5)<br />
Resonanz<br />
• Beteiligung: 29 MA von 161 MA (18%)<br />
• Anteil: 360%<br />
• Fazit SVA: - 2004 mussten 2 FTE nicht abgebaut werden<br />
- 2005 Abbautarget um 2 FTE reduziert<br />
Perspektive<br />
• Weiterführung im Rahmen von SoliTime<br />
Erfahrungen<br />
• Grundsätzlich positives Echo<br />
• Lancierung und Realisierung des neuen Ar<strong>bei</strong>tzeitmodells war innerhalb kurzer<br />
Zeit (3 Monate) möglich<br />
• Relativ aufwändige Erar<strong>bei</strong>tung und Umsetzung<br />
• Einzelne Schwierigkeiten (z.B. Verbuchung über T-Time)<br />
iafob / ah / 21.04.09
Resonanz nach einem Jahr (per 31.12.04)<br />
iafob / ah / 21.04.09<br />
23 MA<br />
Σ = 270%<br />
= im gleichen Ausmass<br />
= zu einem reduzierten Grad (90% statt 80%)<br />
6 MA<br />
Σ = 90%
Projektbezogene Erfolgsfaktoren<br />
• Konkreter Handlungsbedarf<br />
• Umfassende, proaktive Kommunikation<br />
gegenüber allen Anspruchsgruppen<br />
• Klare Botschaften (keine falschen<br />
Erwartungen schürend, keine Schönfärberei)<br />
• Faire Rahmenbedingungen (klare,<br />
verlässliche Facts)<br />
• Echtes Commitment <strong>der</strong> Leitung<br />
(“die finden die das wirklich gut“)<br />
• Personifizierung (für wen mache ich das)<br />
• Finanzielle Abfe<strong>der</strong>ung (attraktives Angebot)<br />
• Sichere Perspektive<br />
(wie kann‘s danach weitergehen)<br />
iafob / ah / 21.04.09
Erfolgsfaktoren <strong>bei</strong> <strong>der</strong> Gestaltung<br />
und Umsetzung von Solidarmodellen<br />
iafob / ah / 21.04.09
Vor<strong>aus</strong>setzungen zur Einführung<br />
BAM-Modellen<br />
� Gegebener Handlungsbedarf (z.B. drohende Entlassungen)<br />
� Wille, alternative Wege zu beschreiten<br />
� Angebot situationsspezifischer BAM-Modelle<br />
� Gemeinsamer Entwicklungsprozess (Mitwirkung und Mitsprache)<br />
� ‘Freiwilligkeit‘ <strong>der</strong> Teilnahme<br />
� Gewähr, dass Risiko abgesichert bzw. abgefe<strong>der</strong>t<br />
(z.B. Beschäftigungsgarantie, Versicherungsschutz)<br />
� Vertrauensbasis<br />
� …<br />
iafob / ah / 21.04.09
Thesen zur Gestaltung und Wirkung<br />
von Solidarmodellen<br />
Solidarmodelle funktionieren nur,<br />
• wenn die Zeiten wirklich schlecht und die Perspektiven längerfristig<br />
düster sind<br />
• wenn transparent ist, wer davon profitiert<br />
• wenn Anreize dafür geboten werden<br />
(z.B. Abfe<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> finanziellen Einbusse)<br />
• wenn die Möglichkeit geboten wird, auch wie<strong>der</strong> <strong>aus</strong>zusteigen<br />
(z.B. zurück ins ursprüngliche Ar<strong>bei</strong>tsverhältnis)<br />
• wenn die Solidaritäts<strong>bei</strong>träge wertgeschätzt werden<br />
(z.B. mehr Vorteile als Nachteile damit verbunden sind)<br />
• wenn das Management auch seinen Teil dazu <strong>bei</strong>trägt<br />
(z.B. Lohn-/Bonusverzicht)<br />
• wenn es sich die Teilnehmenden leisten können<br />
(z.B. > Existenzminimum)<br />
• wenn die Solidarität es wert ist<br />
iafob / ah / 21.04.09