Download - beim Spitalverbund Appenzell Ausserrhod

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Spitalverbund AR

SPITALVERBUND AR

GESCHÄFTSBERICHT 2003


ZU DEN BILDERN

In diesem Jahresbericht werden Menschen portraitiert, welche aufgrund einer Krankheit oder einer Verletzung einen Spital

oder Klinik des Spitalverbundes AR aufgesucht haben. Es sind Menschen mit unterschliedlichen Geschichten, welche über

Ihre Eindrücke und Erfahrungen mit Ihrer Krankheit berichten.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Schauen und Lesen.

2


Gesundheitsdirektion 4

Im Zentrum stehen immer noch die Patientinnen und Patienten

Spitalverbund Geschäftsleitung 6

Schlaglichter 2003

Medizin Heiden 8

Diagnose Darmkrebs

Innere Medizin vielfältig und vernetzend

Chirurgie Heiden 11

Anzahl Behandlungen markant gesteigert

Fussball gespielt – Kreuzband gerissen

Geburtshilfe Heiden 15

Die Geburt eines Kindes

Vier Ereignisse prägten das Jahr 2003

Anästhesie Heiden 17

Hohe Akzeptanz dank Qualität

Pflege Heiden 18

Zurückgeblickt

Medizin Herisau 20

Mehr Schnauf dank Herzschrittmacher

Vorstellung der Inneren Medizin

Chirurgie Herisau 23

Operationsspektrum erweitert

Neues Leben mit neuer Hüfte

Geburtshilfe Herisau 26

Blick in die Zukunft

Anästhesie Herisau 27

Herausforderungen des Jahres 2003

Rettungsdienst 28

Der fatale Sturz von der Leiter

Pflege Herisau 30

Stehen bleiben heisst Rückschritt…

Psychiatrisches Zentrum Herisau 33

Psychische Krankheiten sind ein Tabu

Von der einstigen Heil- und Pflege-Anstalt

zum zeitgemässen Psychiatrischen Zentrum Herisau

Zahlen und Fakten 36

3


GESUNDHEITSDIREKTION

Im Zentrum stehen immer noch

die Patientinnen und Patienten

Interview mit Frau Landammann Alice Scherrer

Vor genau zehn Jahren haben Sie das Amt als kantonale

Gesundheitsdirektorin angetreten. Was hat sich in dieser

Zeit auf dem Ausserrhoder «Gesundheitsmarkt» verändert?

4

Alice Scherrer: Wir haben die Spitalplanung gemäss KVG

gemacht, den Spitalverbund Ausserrhoden ins Leben geru-

fen und ihm mehr Kompetenzen, aber auch mehr Eigenver-

antwortung übertragen. Dadurch kann er flexibler agieren.

Der Staat konnte in den neunziger Jahren noch aus dem

Vollen schöpfen, heute ist überall Sparen angesagt. Was

unternimmt Ausserrhoden gegen die steigenden Kosten im

Gesundheitswesen?

Alice Scherrer: Wir waren vor zehn Jahren kostenbe-

wusst und unternehmen auch heute alles, um die Gesund-

heitskosten positiv zu beeinflussen. In jüngster Zeit hat der

Spardruck aber stark zugenommen – trotz Spitalschlies-

sungen, Reduktion der Bettenkapazitäten und Aufenthalts-

dauern ist der Aufwand für das Gesundheitswesen Schweiz

gestiegen auf 48 Milliarden Franken im letzten Jahr.

(Vergleich: Unsere Mobilität ist uns 60 Mia. wert!)

Unser Kanton ist sich gewohnt, im Gesundheitswesen

die Budgets in den beeinflussbaren Bereichen einzuhal-

ten – sei es in den Betrieben oder durch geschickte Triage.

Ich finde unsere Politik der abgestuften Gesundheitsversor-

gung vernünftig: Bei medizinischen Aufgaben, die nicht in

der ausgebauten Grundversorgung von Herisau und Hei-

den gelöst werden können, übernimmt das Kantonsspital

St.Gallen eine Zentrumsfunktion.

So glauben Sie auch, in diesem doch kleinen Kanton zwei

Akutspitäler rechtfertigen zu können?

Alice Scherrer: Mit der Schaffung des Spitalverbundes

haben wir in der Verwaltung und in den zentralen Diens-

ten mehr Professionalität erreicht und nutzen seither die

Synergien stärker. Wir konnten neue Herausforderungen

besser bewältigen und Mehreinnahmen generieren. Und

noch liegt einiges drin, wenn die Betriebe die vorhandenen

Kapazitäten gemeinsam optimal nutzen.

Dann sind Spitalschliessungen, wie sie jetzt im Nachbar-

kanton St.Gallen diskutiert werden, in Ausserrhoden kein

Thema?

Alice Scherrer: 1998 haben wir die Spitalplanung

gemacht, die vom Bundesrat als bedarfsgerecht akzeptiert

worden ist. Als ich vor zehn Jahren mein Amt als Gesund-

heitsdirektorin antrat, gab es in den öffentlichen Spitä-

lern 240 Spitalbetten, heute sind es noch 150. Mit Teufen

schloss 1999 das letzte Gemeindespital.

Sollten Aufenthaltsdauern und Patientenzahlen zurück-

gehen, müsste man auch über die künftigen Kapazitäten

diskutieren.

Wie funktioniert die kantonsübergreifende

Zusammenarbeit, vor allem mit St.Gallen?

Alice Scherrer: Sehr gut. Im Psychiatrischen Zentrum

Herisau betreuen wir Patienten aus Appenzell Innerrhoden

und Glarus. Die Bewohner des Bezirks Oberegg nutzen das

Spital Heiden, und unsere Bevölkerung hat auch Zugang

zur Zentrumsversorgung am Kantonsspital St.Gallen. Allein

auf diesem Weg fliessen jedes Jahr ca. fünf Millionen Fran-

ken Kantonsgelder nach St.Gallen. Mit dem Kinderspital ist

Ausserrhoden eng verbunden. Der gemeinsame Notruf 144

funktioniert, und rege ist auch die Kooperation unter den

Fachärzten.


Bis Ende 2003 waren Sie Präsidentin der Schweizer

Gesundheitsdirektorenkonferenz und bekamen somit einen

guten Einblick ins nationale Gesundheitswesen. Wie steht

Ausserrhoden im Vergleich zu anderen Kantonen da?

Alice Scherrer: Ausserrhoden hat zusammen mit Appen-

zell Innerrhoden, Obwalden und Nidwalden seit Jahren

die tiefsten Prämien. Diese sind das Abbild der Gesund-

heitskosten. Wir werden natürlich beneidet. Trotzdem ist

die Belastung der Haushalte beträchtlich, und auch der

Kanton gibt viel Geld aus für Gesundheit und Genesung

der Bevölkerung.

Trotz relativ tiefen Kosten stimmt also die Qualität?

Alice Scherrer: Ganz sicher. Im Vergleich mit ähnlichen

Spitälern stelle ich fest, dass wir eine hohe Patientenzufrie-

denheit haben. Die Versorgungsqualität stimmt.

Machen Ihnen die Jahr für Jahr steigenden Kosten im

Gesundheitswesen keine Angst? Wird irgendwann eine

Schmerzgrenze erreicht sein?

Alice Scherrer: Experten meinen, die Schmerzgrenze

sei noch nicht erreicht, Herr und Frau Schweizer würden

eine hoch stehende Gesundheitsversorgung über alles stel-

len. Ich finde, das sei kein Freibrief. Ich weiss, welch gros-

se Belastung die Krankenkassenprämien für Familien, für

Leute in Ausbildung und für Rentner sein können. Wir

geben Gegensteuer mit der Prämienverbilligung, wo wir

Familien sehr stark entlasten.

Je mehr nun aber gespart wird, desto grösser wird die

Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin.

Alice Scherrer: Zum Glück haben wir in Ausserrhoden,

und überhaupt in der ganzen Schweiz, sehr gute öffent-

liche Spitäler mit motiviertem Personal. Der Patient, die

Patientin steht immer noch im Zentrum. Es ist aber unbe-

stritten, dass der Druck auf die öffentlichen Spitäler stän-

dig zunimmt. Was wir mit Sicherheit nicht wollen, sind

öffentliche Spitäler, die nur noch zu Hospizen für arme

Leute werden.

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SPITALVERBUND GESCHÄFTSLEITUNG

Schlaglichter 2003

Fredy Furrer, Direktor Spitalverbund AR

Im vorliegenden Jahresbericht wurden bewusst die Patientin-

nen und Patienten in den Mittelpunkt gerückt. Ihnen gelten

in erster Line alle unsere Anstrengungen, sie stehen im Zen-

trum unserer Tätigkeit. In allen drei Spitälern wurde deshalb

eine unabhängige, von einer externen Firma durchgeführte

Patientenbefragung veranlasst. Die Resultate liegen bezüg-

lich der Akutspitäler schon vor und zeigen ein sehr erfreuli-

ches Bild: Die von allen Mitarbeitenden erbrachte Dienstleis-

tung wird von den Patientinnen und Patienten sehr geschätzt.

Auch im Vergleich zu anderen Spitälern mit ähnlichem Ange-

bot sind wir wirklich gut platziert. An diesem erfreulichen

Resultat waren alle Mitarbeitenden beteiligt, ihnen gebührt

deshalb mein grosser Dank. Damit diese Leistungen erbracht

werden konnten, benötigten wir die Unterstützung der

Gesundheitsdirektion, des Regierungsrates und des Parla-

ments. Auch diese Gremien haben mitgeholfen, dass wir finan-

zielle Mittel erhielten während einer Zeit, da gerade die öffent-

liche Hand in Sachen Ausgaben beileibe nicht auf Rosen

gebettet ist.

Synergiepotential verbessern

Das Zusammenführen von drei ursprünglich unabhängigen

Spitalbetrieben in einen Spitalverbund ist ein komplexes Ver-

fahren. Nachdem es mehrere Jahre benötigte, um in einem

politischen Prozess die rechtlichen Voraussetzungen zu schaf-

fen, beginnt jetzt die effektive Umsetzung auf der operativen

Ebene. Neben den täglich anfallenden Aufgaben im Zusam-

menhang mit der vielfältigen und anspruchsvollen Patienten-

versorgung wurde intensiv an der Realisierung des erwarte-

ten Synergiepotentials gearbeitet. Wie die Praxis zeigt,

erlebten wir dabei Erfolge sowie auch Rückschläge.

Qualitätsoptimierung als Ziel

In allen drei Betrieben waren höhere Frequenzen im Vergleich

zum Vorjahr verzeichnet worden. Insbesondere die Auslas-

tung im Psychiatrischen Zentrum Herisau war extrem hoch. In

den somatischen Spitälern, speziell in Herisau, sank die durch-

6

schnittliche Aufenthaltsdauer der Patientinnen und Patienten

erheblich. Gleichzeitig fand intern eine kleine Umstrukturie-

rung statt, indem ein medizin-technischer Bereich geschaffen

wurde. Damit kann die Führungsspanne in ein vernünftiges

Verhältnis gebracht werden. Zudem wird dadurch die Infor-

mation und Koordination wesentlich erleichtert mit dem Ziel,

die internen Prozesse zu verbessern und die vorhandenen Res-

sourcen optimaler einzusetzen. Die tägliche Zusammenarbeit

der verschiedenen Teams ist sehr anspruchsvoll und wird kon-

tinuierlich für die Patientinnen und Patienten hinterfragt und

gleichzeitig im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit und Quali-

tät überprüft. Neu wird sukzessive ein Fehlermeldesystem ein-

geführt, das am Ende zu einer Qualitätsverbesserung beitra-

gen wird. Diesem neuen Ansatz im Gesundheitswesen stehen

die Mitarbeitenden teils positiv, teils zurückhaltend gegen-

über. Die Zurückhaltung beruht insbesondere darauf, dass die

tägliche Hektik und die knappen personellen Ressourcen sehr

viel Kraft absorbieren. Zusätzliche Kontrollsysteme und Auf-

lagen können deshalb nur noch begrenzt eingeführt werden,

da eine Stellenausweitung trotz unzähliger neuer Auflagen

finanziell nicht verkraftbar ist.

Einsparung dank zentraler EDV

Einen grossen Schritt vorwärts gelang im IT-Bereich. Endlich

konnten alle drei Spitäler durch Glasfaser-Leitungen so mit-

einander verbunden werden, dass die Anwenderprogramme

mit akzeptablen Antwort-Zeiten benutzt werden konnten. Nur

schon durch die Zentralisierung der EDV erwarten wir Einspa-

rungen in der Grössenordnung von 100 000 Franken bei der

Wartung. Die Evaluation und Einführung einer neuen Admi-

nistrations-Software konnte erfolgreich über die Bühne

gebracht werden. Dahinter steckt ein immens hoher Einsatz

der Mitarbeitenden. Gleichzeitig musste die Leistungserfas-

sung in den Akutspitälern – im Hinblick auf die Einführung

des neuen Tarifsystems «Tarmed» – völlig erneuert werden.

Diese Arbeiten sind noch nicht vollständig abgeschlossen und

erweisen sich als sehr komplex. Zudem ist davon eine grosse


SPITALVERBUND ORGANIGRAMM

Zentrale Dienste Zentrale Dienste

Personaldienst

Monika Huber

Informatik

Johannes Dörler

Kantonales Spital Heiden Kantonales Spital Herisau Psychiatrisches Zentrum Herisau

Medizin

Dr. med. Othmar Kehl

Chirurgie

Dr. med. Rudolf Baudenbacher

Gynäkologie/Geburtshilfe

Dr. med. Harold Seiler

Anästhesie

Dr. med. Matthias Schmid

Pflegedienst

Marlis Hörler Böhi

Medizinisch Technische Bereiche

Ursina Moser-Christ

gültig ab 1.1.2004

Anzahl von Mitarbeitenden direkt betroffen, insbesondere

unsere Ärzte mit den Sekretariaten, den Notfallstationen und

auch der Empfang samt allen Therapien, Labors und Röntgen-

abteilungen.

Finanzen

Kantonsrat

Kantonsrat

Gesundheitsdirektion

Direktor Spitalverbund

Fredy Furrer

Medizin

Dr. med. Markus Schmidli

Chirurgie

Dr. med. Marcel Schibli

Gynäkologie/Geburtshilfe

Dr. med. Andreas Ehrsam

Anästhesie

Dr. med. Christoph Michel

Pflegedienst

Heike Hörler a.i.

Der finanzielle Abschluss des Spitalverbunds weist eine ver-

tretbare Abweichung gegenüber dem zugeteilten Globalbud-

get aus. Ein Grund liegt darin, dass durch die Behandlung von

mehr Patienten mit Allgemeinversicherung per se der öffent-

lichen Hand mehr Kosten entstehen. Andererseits haben wir

im Jahr 2003 eine neue Perioden-Rechnungsabgrenzung ein-

Medizinisch Technische Bereiche

Mägi Frei

Finanzen & Patienten

Patrick Eiholzer

Hotellerie & Services

Stephan Kunz

Ärztlicher Dienst

Dr. med. Bruno Kägi

Pflegedienst

Rolf Röthlisberger

geführt und erstmals auch die geleisteten, aber nicht ausge-

zahlten Überstunden mit Geldwerten hinterlegt. Verbessert

wurde das Ergebnis durch die von der Revision geforderte

Aufwertung des Materiallagers, das bisher in der Bilanz nicht

vollständig aufgeführt war. Die klare Offenlegung aller Ver-

bindlichkeiten ist zu begrüssen, zeigt insgesamt aber auf, dass

unter dem Strich die einmalige Auflösung von stillen Reser-

ven das Endresultat ein wenig beschönigt. Wir sind deshalb

unbedingt darauf angewiesen, dass die im Jahr 2003 ent-

wickelten Optimierungsmassnahmen im folgenden Jahr wirk-

sam werden und eine Resultatverbesserung bewirken.

7


MEDIZIN HEIDEN

Diagnose Darmkrebs

Regula Spalinger-Rotach, pensionierte Lehrerin, Heiden

8


je älter man wird, desto häufiger

beginnt man über das Leben nachzudenken. Ich

habe zusammen mit meinem Mann und meinen

drei Kindern viele schöne Jahre verbringen dürfen.

Wenn einem dann von einem Tag auf den anderen

wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Diagnose

«Darmkrebs» gestellt wird, erschreckt man und

beginnt sich zu fragen: Ist jetzt mein Ende

gekommen?

Im November letzten Jahres habe ich wegen einer

Grippeimpfung meinen Hausarzt aufgesucht und

ihm vom Blut in meinem Stuhl erzählt. Drei

Wochen später hatte ich bei Dr. Kehl im Spital

Heiden den nächsten, entscheidenden Termin.

Der Ultraschall ergab keine klaren Ergebnisse. Erst

die Darmspiegelung am Vormittag des 16. Januars

brachte die Wahrheit ans Licht. Es waren nicht

bloss Polypen, die in meinem Darm festgestellt

wurden, sondern ein Krebsgeschwür. Mein Mann

und ich entschieden, die Operation am Nachmittag

des gleichen Tages durchzuführen. Um halb sieben

bin ich aus der Narkose erwacht. Die Operation ist

sehr gut verlaufen, die Ärzte konnten keine Ableger

feststellen.

Es folgten fünf Tage auf der Intensivstation, dann

lag ich bis Ende Januar in einem Einzelzimmer.

Die Genesung verlief erfreulich schnell, ich wurde

von Tag zu Tag kräftiger. Nicht zuletzt dank der

guten Pflege, die mir im Spital Heiden durch kompetente

Ärzte und aufmerksames Pflegepersonal

zuteil geworden ist. Ich fühlte mich Tag und Nacht

in guten Händen. Dass mir die Diätkost, die meinem

geschwächten Magen in den ersten Tagen nach

der Operation zugeführt wurde, nicht besonders

schmeckte, daran trug die Spitalküche keine Schuld.

Heute kann ich wieder problemlos mein gewohntes

Essen zu mir nehmen. Das Blut im Stuhl ist verschwunden

und ich fühle mich wieder vollständig

geheilt. Mein Hausarzt, Dr. Steinbrecher, hat bei

der ersten Nachkontrolle nichts Negatives feststellen

können. Und die letzte Nachuntersuchung im

Spital Heiden durch Dr. Kehl hat ebenfalls kein

anderes Resultat erbracht. Ich freue mich auf die

Jahre, die mir noch geschenkt bleiben werden.

>> Dickdarmkrebs ist bei der Frau die zweit-, beim Mann die dritthäufigste Krebsart. Meist ist, wenn Tumor-Symptome wie

Schmerzen oder Blut im Stuhl bemerkt werden, bereits mit einem fortgeschrittenen Tumor-Stadium zu rechnen. Eine rasche

Abklärung und Behandlung ist daher wichtig. Dank kurzer Wege im Spital konnten, bei gutem Allgemeinzustand der Patientin,

die notwendige Abklärung und Operation am gleichen Tag erfolgen. Der Verlauf war komplikationslos. Die Prognose ist gut.

9


MEDIZIN HEIDEN

Innere Medizin vielfältig und vernetzend

Dr. med. Othmar Kehl, Chefarzt

Kennzahlen

Das vergangene Jahr liegt leistungsmässig im Trend der letz-

ten Jahre: Stationär waren die Eintrittszahlen gleichbleibend,

ambulant ist eine weitere Zunahme der behandelten Patien-

tinnen und Patienten festzustellen. Der leichte Anstieg der

durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 9,5 auf 9,8 Tage –

die aber immer noch deutlich unter dem schweizerischen

Durchschnitt liegt – könnte durch schwerere Fälle oder durch

das höhere Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten

gut erklärt werden.

Ausbau und Vernetzung

2003 hat Dr. David Maclachlan, Facharzt für Innere Medizin

und Rheumatologie, seine Tätigkeit als Leitender Arzt aufge-

nommen. Damit hat sich das Spektrum der Inneren Medizin

um einen wichtigen Bereich erweitert; häufige Krankheiten

wie Arthrose und Osteoporose können kompetenter abge-

klärt und behandelt werden. Internistisches «Know-how»

wurde auch im vergangenen Jahr durch externe Kliniken und

Spitäler beansprucht. Es fanden regelmässig internistische

Konsilien in der Hirslanden-Klinik Am Rosenberg, Heiden,

lungenärztliche Konsilien und Untersuchungen im Kantona-

len Spital Herisau und vertretungsweise Magen-Darm-Spiege-

lungen im Kantonalen Spital Altstätten statt. Weitere für das

Kantonale Spital und seine Region wichtige Vernetzungen sol-

len im Jahre 2004 realisiert werden: eine regelmässige rheuma-

tologische Sprechstunde im Bad Unterrechstein und der Auf-

bau eines Osteoporose-Zentrums.

10

Weiter- und Fortbildung

Nebst regelmässiger interner Weiter- und Fortbildungsveran-

staltungen für Ärzte und Pflegepersonal organisiert die Medi-

zinische Abteilung zusammen mit den anderen Disziplinen die

zweiwöchentlich stattfindende Fortbildung für die Hausärzte.

Fachärztliche Referate durch die internistischen Kaderärzte

wurden unter anderem am Kantonalen Spital Herisau, in der

Rheinburg Klinik Walzenhausen und am Ultraschall-Kongress

in Davos gehalten. Bereits zum 12. Mal fand im Auftrage der

Schweizerischen Gesellschaft für Innere und Allgemeinmedi-

zin ein Ultraschall-Kurs im Kantonalen Spital Heiden statt. Zu

erwähnen ist auch das im Oktober 2003 erstmals durch-

geführte Diabetes-Buffet, das auch in der Presse grossen

Widerhall fand. Diese neue Form der Diabetes-Schulung fand

grossen Zulauf und kann Konkretes zum besseren Verständ-

nis des Diabetes und seiner Behandlung beitragen.

Dank

Alle erbrachten und besonders erwähnten Leistungen sind nur

möglich durch eine engagierte Mitarbeit vieler im Spital

beschäftigter Personen. Diesen allen gilt ein grosses Danke-

schön.

Ein besonderer Dank geht an Frau Dr. med. Dagmar Kötscher

für den psychiatrischen Konsiliardienst am Kantonalen Spital

Heiden, den sie während vieler Jahre alleine, später zusam-

men mit dem sozialpsychiatrischen Dienst versehen hat.


CHIRURGIE HEIDEN

Anzahl Behandlungen markant gesteigert

Dr. med. Rudolf Baudenbacher, Chefarzt

Dr. med. Hans-Hermann Fischer, Leitender Arzt

Im Jahre 2003 haben wir in unserer Chirurgischen Abteilung

zusammen mit unseren Belegärzten für Orthopädische

Chirurgie (Dr. med. F.B. Sprenger), für Urologie (Dr. med. M.

Sulmoni), für Ohren-Nasen-Hals-Chirurgie (Dres. med. A.

Moser und F. Rössler) und für Kieferchirurgie (Dr. med. et med.

dent. P. Gründler) 1105 stationäre Patienten und Patientin-

nen, 110 (!) mehr als im Vorjahr, behandelt. Es bedeutet dies

im stationären Bereiche eine Zunahme von über 10% und für

eine Abteilung unserer Grösse eine enorme Mehrbelastung.

Auch die Zahl der ambulanten Behandlungen hat, in gerin-

gerem Masse, zugenommen.

Dieses Mehr an Arbeit ist in allen Bereichen mit einem unver-

änderten Personalbestand geleistet worden. Es gebührt allen

Mitarbeitenden, die in irgendeiner Weise zum Wohle unserer

chirurgischen Patienten/-innen beigetragen haben, unsere

aufrichtige Wertschätzung und unser uneingeschränkter

Dank.

Wir können uns glücklich schätzen, trotz der allgemein

schlechter werdenden Rahmenbedingungen, nach wie vor

über kompetente und engagierte Mitarbeitende, die sich rund

um die Uhr für die Pflege und Behandlung kranker und ver-

letzter Mitmenschen einsetzen, verfügen zu können. Es ist

dies alles andere als eine Selbstverständlichkeit und für uns

auch in Zukunft eine grosse Verpflichtung, unserem Personal

Sorge zu tragen.

Personelles

Am 1. Dezember 2002 hat Dr. med. Hans-Hermann Fischer,

nach 16-jähriger Chirurgischer Praxis- und Belegarzt-Tätigkeit

in Stühlingen, bei uns die Stelle als Leitender Arzt übernom-

men. Durch seine motivierende Arbeitsweise und seine Fach-

kompetenz ist er in seinem ersten Jahr bei uns zu einer gros-

sen Hilfe und idealen Ergänzung unseres Ärzteteams

geworden.

Dank

In diesem ärztlichen Team haben im Jahre 2003 als Assistenz-

ärzte/-innen Kai-Patrik Braun, Veronika Egli, Reto Meuli, Patrik

Noack, Roger Russenberger und Philipp Wassmer mitgearbei-

tet. Ihnen allen danken wir für ihren Einsatz und ihre Unter-

stützung. Ebenso dürfen wir uns bei unseren zuweisenden

Kolleginnen und Kollegen für ihr Vertrauen und die freund-

schaftliche Zusammenarbeit bedanken.

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CHIRURGIE HEIDEN

Fussball gespielt – Kreuzband gerissen

Eugen Anhorn, Maschinenschlosser, Lutzenberg

>> In der modernen Unfallchirurgie wird ein zerrissenes vorderes Kreuzband durch einen Teil des Kniescheibenbandes oder

eine auf der Innenseite über dem Kniegelenk verlaufende Sehne eines Oberschenkelmuskels ersetzt. Die Operation erfolgt

arthroskopisch kontrolliert, das heisst unter Sichtkontrolle auf einem Monitor, auf den über ein Optik-Videokamera-System

Bilder aus dem Knieinnern übertragen werden. Die Operationsmethode hat den Vorteil, dass die Patienten weniger Schmer-

zen haben und die Hospitalisations- und Rehabilitationszeiten gegenüber offenen Operationsverfahren kürzer sind.

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der gegnerische spieler meinte es

nicht böse, aber sein körperlicher Einsatz in einem

Freundschaftsspiel der Senioren des FC Rheineck

hat mir schon recht viel Schmerzen bereitet. Mein

rechtes Knie hat nach diesem schweren Schlag nie

mehr so funktioniert wie vorher. Das war vor sechs

Jahren. Als die Schmerzen immer unerträglicher

wurden und meine Bewegungsfreiheit in Beruf und

Freizeit zusehends stärker eingeschränkt war, entschloss

ich mich, mein kaputtes Kreuzband operieren

zu lassen. Gleichzeitig liess ich mir auch noch

ein Überbein am linken Fuss operieren. Beide Operationen

verliefen ohne Komplikationen.

Im Spital Heiden fand ich die kompetenten Ärzte.

Bei ihnen kam ich am 13. August unters Messer.

Die zehn Tage Aufenthalt in Heiden habe ich in

guter Erinnerung. Die Schwestern sorgten rund um

die Uhr für mein Wohlbefinden, die Ärzte waren

da, wenn man sie brauchte, und die Verpflegung

war auch gut. Was will man mehr?

Während neuneinhalb Wochen war ich arbeitsunfähig.

In dieser Zeit machte ich intensiv Therapien,

um mein Knie so gut wie möglich wieder herzustellen.

Natürlich weiss ich, dass ich das rechte Knie nie

mehr so werde belasten können wie vor meinem

Sportunfall. Aber ich bin bereits froh, wenn ich

ohne Schmerzen leben und wieder meiner Arbeit in

einem Steinwerk nachgehen kann. Und verschwunden

ist auch die Angst, dass mit meinem Knie bei

jeder ungeschickten Bewegung etwas passieren

könnte. Klar gibt es weiterhin eine Hemmschwelle,

aber die ist seit meinem Spitalaufenthalt deutlich

gesunken. Mit dem Wissen, das ich nach der erfolgreichen

Operation erhalten habe, würde ich nicht

mehr so lange zuwarten, bis ich mich dem Unfallchirurgen

anvertraute. Die Lebensqualität ist ganz

einfach eine bessere geworden.


GEBURTSHILFE HEIDEN

Die Geburt eines Kindes

Erika Kaufmann Koster, Berufsschullehrerin, St.Margrethen

die geburt eines kindes ist für alle

Beteiligten ein ganz besonderes Erlebnis. Ausge-

rechnet am 29. Februar, einem Schalttag, durfte ich

im Spital Heiden mein zweites Kind auf die Welt

bringen. Flavian ist sein Name. Dass unser Sohn

gesund ist, war für mich und meinen Mann keine

Selbstverständlichkeit. Zu viele Fragen und Unsicherheiten

sind im Verlaufe meiner Schwangerschaft

aufgetaucht. Wer mit 40 ein Kind bekommt,

trägt ein höheres Risiko als eine Zwanzigjährige.

Das wussten wir. Die vorgeburtlichen Untersuchungen

brachten kein klares Bild über die Gesundheit

des ungeborenen Kindes. War unser Kind mongoloid?

Nein, eine Abtreibung kam für mich und meinen

Mann nicht in Frage. Wir nehmen das an, was

wir bekommen, sagten wir uns. Wir sind stark

genug, allenfalls auch ein behindertes Kind aufzuziehen.

So gingen mein Mann und ich am 28. Februar frohen

Mutes nach Heiden ins Spital. Bereits unser

erstes Kind ist dort auf die Welt gekommen.

Um halb neun Uhr am Abend sind wir dort eingerückt.

Der Empfang durch die Schwestern war

herzlich. Das Bad im warmen Wasser brachte Entspannung

und Ruhe. Die Geburt unter Wasser verlief

problemlos – dank tatkräftiger Unterstützung

und aufmunternden Worten der Hebamme. Toll,

wie sie mir während des ganzen Geburtsvorgangs

geholfen und wertvolle Tipps gegeben hat. Als der

neue Erdenbürger auf meine Brust gelegt wurde,

überkamen mich jene Gefühle des Glücks und der

Zufriedenheit, wie sie wohl jeder Mutter bei der

Geburt zuteil werden. Ein gesundes Kind in den

Armen zu halten ist etwas vom Schönsten, was

einer Frau passieren kann.

Dass alles so optimal abgelaufen ist und ich nach

fünf Tagen den Spital wieder verlassen konnte, habe

ich auch dem gut eingespielten Team auf der

Geburtsabteilung des Spitals Heiden zu verdanken.

Hier werden Wünsche erfüllt und die Gebärende

als Gast behandelt. Im Spital haben sie aber auch

verstanden, dass ich gerne nach Hause ins Rheintal

zurückgekehrt bin, wo Livio seinen kleinen Bruder

mit offenen Armen in Empfang genommen hat.

>> Frau Kaufmann hat sich nach ihrer problemlosen Geburt entschlossen, das Wochenbett nicht nur zusammen mit ihrem

Baby, sondern auch mit ihrem Ehemann zu verbringen. Die junge Familie geniesst die ersten Tage zusammen in unserem

Familienzimmer.

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GEBURTSHILFE HEIDEN

Vier Ereignisse prägten das Jahr 2003

Dr. med. Harold Seiler, Chefarzt

Wiederanerkennung als «Baby friendly hospital» und still-

freudiges Spital durch die UNICEF

Die geburtshilfliche Abteilung am Kantonalen Spital Heiden

war das erste Spital unserer Region, das von der UNICEF als

stillfreundliches Spital anerkannt worden ist. Die Wiederaner-

kennung beweist, dass diese Anerkennung kein Strohfeuer

gewesen ist, sondern ein kontinuierliches Bemühen der Ver-

antwortlichen dieser Abteilung.

Jubiläumsveranstaltung im Zirkus Medrano zum 20-jährigen

Bestehen der Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung

Von den 6500 Kindern, welche in Heiden auf die Welt gekom-

men sind, wurden 1800 an einem sonnigen Samstagnachmit-

tag im vergangenen Juni zu einer Vorstellung des Zirkus

Medrano eingeladen. Es war ein eindrückliches Erlebnis, inmit-

ten dieser Kinderschar zu sitzen, sich mit diesen Kindern zu

freuen und in Gedanken die letzten zwanzig Jahre Revue

passieren zu lassen.

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Entwicklungshilfeprojekt

Wir sind bemüht, nicht einfach «Geburtshilfe» zu betreiben,

sondern die Mütter in den verschiedensten Angeboten von

der Frühschwangerschaft über die Geburt und bis zum

Wochenbett zu begleiten. Zudem steht anstelle einer hie-

rarchischen Struktur zwischen Ärzten und Hebammen eine

partnerschaftliche Teamarbeit. Diese «Heidler» Philosophie

scheint sich auch in der Direktion für Entwicklungszusammen-

arbeit DEZA herumgesprochen zu haben. Über die Fachhoch-

schule für «Frau und Gesundheit» in Luzern wurden wir für

ein Entwicklungsprojekt in Bosnien angefragt. Ich habe an

einem Symposium in Sanki Most teilgenommen, und das Kan-

tonale Spital Heiden wurde zum Partnerspital des ehemaligen

Militärspitals in Sarajevo ausgewählt.

Dissertation Teenagersprechstunde und Aufklärung

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präven-

tivmedizin der Universität Zürich ist eine Doktorarbeit über

das Thema «Wissensstand der Real- und Sekundarschüler und

Einfluss der Teenagersprechstunde» am Kantonalen Spital

Heiden angelaufen.


ANÄSTHESIE HEIDEN

Hohe Akzeptanz dank Qualität

Dr. med. Matthias Schmid, Chefarzt

Im Berichtsjahr 2003 wurden durch die beiden Anästhesie-

Ärzte der Abteilung 1787 Anästhesien (Vorjahr 1615) bei ope-

rativen Eingriffen durchgeführt. Die fast kontinuierliche jähr-

liche Zunahme der Zahlen spiegelt die Akzeptanz der

angebotenen Dienstleistungen bei Patienten und Belegärzten

wieder.

Die für diese Akzeptanz notwendige Qualität der Anästhesie-

abteilung ist 2003 erstmals einer obligatorischen Überprü-

fung durch die zuständige Fachgesellschaft SGAR (Schweiz.

Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation) unterzo-

gen worden. Bei der Visitation am 16. September 2003 hat

ein Expertenteam die Abteilung besucht; nach ausführlicher

Bewertung der Infrastruktur und der Ausbildungssituation für

Assistenzärzte ist die Anästhesieabteilung des Spitals Heiden

weiterhin als Weiterbildungsstätte für Anästhesiologie aner-

kannt.

Im Juni hat Dr. med. Robert Beer nach 5 Jahren seine Tätig-

keit als Oberarzt beendet. Mit seinem Nachfolger Dr. med.

André Bergerhoff konnte ein Facharzt gewonnen werden, der

neben der Anästhesie auch die Spezialität «Transfusionsme-

dizin» beherrscht, was für das ganze Spital eine wertvolle

Kompetenzerweiterung gebracht hat.

Blutspendedienst

Durch die Blutspendeequipe des Kantonalen Spitals Heiden

konnten letztes Jahr 982 Blutkonserven gewonnen werden

(Vorjahr 1059). Die Anzahl der registrierten Spender beträgt

1289 (Vorjahr 1354). Die konstruktive Zusammenarbeit mit

den örtlichen Samaritervereinen und der somit gute Kontakt

mit der Bevölkerung stellen für die Entnahmeequipe eine wich-

tige Stütze dar. Gerade in Notsituationen wird immer wieder

bewusst, wie dringend wir auf diese Mithilfe bei der Bewälti-

gung von Blutkonservenmangel angewiesen sind.

Rettungsdienst AR, Standort Heiden

Die Zahl der Primäreinsätze (466) entspricht der des Vorjahres

(472), stark steigende Tendenz haben dagegen die Sekundär-

einsätze, die aus ökonomischen Gründen zunehmend durch den

eigenen Rettungsdienst bewältigt werden (163, Vorjahr 94).

Die Zusammenarbeit der Rettungsdienst-Standorte Herisau

und Heiden hat in vielen Bereichen Synergien gezeigt, die leb-

haft genutzt werden (Materialbeschaffung, Ausbildungen

usw.). Durch die wertvolle Investition in Mitarbeiterausbildung

ist die Zahl der diplomierten Rettungssanitäter in unserem

Team auf 4 angestiegen, 2 Teammitglieder stehen vor dem

Abschluss ihrer Ausbildung. Kompetenz und Qualität der

Patientenbetreuung haben dadurch einen grossen Fortschritt

gemacht, so dass das Ziel der Anerkennung des Rettungs-

dienstes als zertifizierter Dienstleister in greifbare Nähe

rückt.

17


PFLEGE HEIDEN

Zurückgeblickt

Marlis Hörler Böhi, Leiterin Pflegedienst, Executive MHSA

Im Jahresbericht 1999 habe ich bereits neben stehendes Zitat

verwendet, damals im Hinblick auf den im Jahr 2000 gebilde-

ten Spitalverbund AR.

Nun erlangt dieses Zitat wiederum seine Brisanz, nämlich

dahingehend, dass ich das Spital Heiden und den Spitalver-

bund im März 2004 verlassen werde. Diesen Bericht möchte

ich dazu benützen, nicht nur Rückschau auf das Berichtsjahr

zu halten, sondern einen kleinen Ausflug durch über mehr als

10 Jahre Spital Heiden zu machen.

Mit dem Wechsel in der Direktion wurden im letzten Jahr neue

Massstäbe und neue Vorgaben an die Betriebsführung defi-

niert. Der anhaltende Druck auf die Spitalfinanzen zeigten

Auswirkungen in Form eines gestraffteren Personalmanage-

ments und definierte Einkaufsstrategien.

Die Anzahl Pflegetage konnte leicht gesteigert werden, die

Fallzahlen sind im Laufe der Jahre deutlich angestiegen. Eine

bessere Verteilung der Eintritte und das Brechen von Belas-

tungsspitzen wäre ein Ziel, das der Sicherung der Pflegequa-

lität dienen könnte. Eine standardisierte Patientenbefragung

zeigte auf, dass unsere Patientinnen und Patienten mit der

Betreuung am Spital Heiden sehr zufrieden sind. Etwas, was

uns alle natürlich sehr freut, gleichzeitig aber auch Motivation

sein sollte, sich kontinuierlich mit den weiteren Entwicklungen

auseinander setzen zu wollen.

18

Wenn ich auf die letzten 13 Jahre zurückblicke, blicke ich auf

eine spannende, lehrreiche und herausfordernde Zeit zurück.

Besonders hervorheben möchte ich die Entwicklung des

Regionalen Spitals Heiden zum Kantonalen Spital Heiden und

dann zum Spitalverbund AR mit dem Spital Heiden. Diese Ent-

wicklung dient einem optimalen Einsatz von Ressourcen und

somit der Wirtschaftlichkeit der Spitäler und Kliniken.

Die Sanierung des Spitals mit ausgedehnten Renovationen

und Erweiterungen und die Arbeit in den verschiedenen Pro-

jektgruppen stellten immer neue und spannende Herausfor-

derungen. Und dann das verheerende Unwetter vom 3. Juli

1998, welches das ganze Untergeschoss weitgehend zerstör-

te. Die ausserordentliche Lage und die Wiederherstellung ist

verbunden mit vielen bleibenden Erinnerungen, Gefühlen und

Erfahrungen.

Die Jahre sind gesäumt von vielen schönen Erlebnissen und

nachdenklichen Stunden. Nicht immer ist alles auf Anhieb

gelungen, und Todesfälle unter den Mitarbeiterinnen waren

für die Teams und die betroffenen Familien schwere Schläge,

die es mitzutragen galt. Und dennoch – oder gerade deshalb

– war die Zeit am Spital Heiden eine fruchtbare Zeit, die ich

nicht missen möchte.

Die Nennung aller Personen, die in dieser langen Zeit mit mir

zusammenarbeiteten, würde den Rahmen diese Berichtes

sprengen. Ich danke allen, denen ich in diesen Jahren begeg-

nen durfte für die Offenheit und die konstruktive Zusammen-

arbeit, ich danke für den wohlwollenden und angenehmen

Austausch und wünsche allen für die Zukunft viel Erfolg und

Zufriedenheit!


EINE CHANCE KLOPFT NUR EIN EINZIGES MAL AN.

BLEIB RUHIG SITZEN,

UND SIE WIRD WEITERGEHEN.

Robert Lax

19


MEDIZIN HERISAU

Mehr Schnauf dank Herzschrittmacher

Josef Sutter, pensionierter Autoexperte, Appenzell

20

gegen ende des letzten jahres

wurde die Situation unerträglich. Die kleinste

Anstrengung brachte mich ausser Atem. Als der

Puls auf 35 Schläge gefallen war, musste ich handeln.

Der Hausarzt wies mich zum Kardiologen

Dr. Knaus in Herisau, der mir klarmachte, dass ich

ohne einen Herzschrittmacher massiv an Lebensqualität

einbüssen würde. Ich spreche aus eigener

Erfahrung: Meine geliebten Wanderungen auf die

Hügel im Appenzellerland waren Ende letzten Jahres

nicht mehr möglich, das Rasenmähen brachte

mich vollends ausser Atem, ja selbst Treppenlaufen

war ohne grosse körperliche Anstrengungen ausgeschlossen.

Man fühlt sich schlapp und unwohl. So

folgte ich dem Ratschlag des Arztes und meinem

Herzen. Am 13. Januar 2004 liess ich mir durch Dr.

Schawalder und Dr. Knaus im Spital Herisau einen

Herzschrittmacher ‹einbauen›. Ein kurzer chirurgischer

Eingriff, der sich ambulant erledigen liess.

Morgens um acht wurde ich in den Operationssaal

gebracht, eine Stunde später war alles vorbei. Am

gleichen Abend kehrte ich nach einer ärztlichen

Kontrolle mit meiner Frau wieder nach Appenzell

zurück.

Der kleine Eingriff in Herisau hat sich bezahlt

gemacht. Ich bin glücklich, wie leicht ich jetzt wieder

meine körperlichen Tätigkeiten ausüben kann.

Eine Wanderung auf den Hohen Hirschberg habe

ich bereits hinter mir. Sie verlief ohne Probleme.

Dem Spital Herisau kann ich ein Kränzchen winden.

Nach meiner Bruchoperation bei Dr. Schibli

vor zwei Jahren war ich in meinem Leben jetzt erst

zum zweiten Mal in einem Spital. Beide Male in

Herisau, und beide Mal zu meiner vollen Zufriedenheit.

Dieses Spital kann ich nur weiter empfehlen.

Stets hat alles bestens geklappt. Heute fühle ich

mich körperlich wieder wohl. Die erfolgreichen

Nachkontrollen zeigen, dass die Mediziner eine

gute Arbeit geleistet haben.

>> Aufgrund der ständig älter werdenden Bevölkerung nehmen die Patientenzahlen mit altersbedingten Rhythmusstörungen

laufend zu. Hier ist die Schrittmacherbehandlung sehr erfolgreich. Das Ziel ist dabei nicht unbedingt eine Lebensverlängerung,

sondern die Steigerung der Lebensqualität; gelingt es mit dem Schrittmacher doch häufig, die invalidisierenden Stürze und

gelegentlich auch die Atemnot zu lindern. Dies führt zu deutlich verbesserten Lebensbedingungen und häufig zur Vermeidung

eines Pflegeheimaufenthaltes.


MEDIZIN HERISAU

Vorstellung der Inneren Medizin

Dr. med. Markus Schmidli, Chefarzt

Die Klinik für Innere Medizin am Kantonalen Spital Herisau

versorgt im Rahmen ihres Grundversorgungsauftrages für das

Mittel- und Hinterland pro Jahr mehr als 1 300 Patienten

stationär und weit über 10 000 Patienten ambulant. Die Medi-

zinische Klinik betreibt 40 Akut-, 6 interdisziplinäre Intensiv-

pflegebetten sowie eine Hämodialysestation mit 7 Dialyse-

plätzen. Als fachliche Schwerpunkte werden Angiologie,

Gastroenterologie und Nephrologie sowie die interdisziplinär

betriebene Intensivstation mit 2 Langzeitbeatmungsplätzen

mit der vollständigen Diagnostik und Therapiepalette ange-

boten. Aus finanziellen Überlegungen können weitere Spezial-

gebiete wie Kardiologie, Pneumologie, Onkologie, Radiolo-

gie, usw. auf einem gleich bleibend hohen fachlichen Niveau

über das ganze Jahr hinweg nur in Zusammenarbeit mit Part-

nern sichergestellt werden. Die Klinik für Innere Medizin des

Kantonalen Spitals Herisau hat daher in den letzten Jahren

konsequent ein eigentliches Behandlungsnetzwerk mit der

Radiologengruppe der Klinik Stephanshorn, der Kardiologie

sowie der Onkologie des KSSG und mit Dr. Renato Waldbur-

ger, Facharzt für Pneumologie des Kantonalen Spitals Heiden,

aufgebaut.

Als Beispiel dieser erfolgreichen Zusammenarbeit kann die

Kardiologie angeführt werden. Dank der Zusammenarbeit zwi-

schen unserem kardiologischen Konsiliarius Dr. med. Urs Knaus

sowie der Kardiologie des KSSG ist es möglich, während des

ganzen Jahres Schrittmacherimplantationen anzubieten. Dank

Anwendung modernster Technik ist es heute auch möglich,

diesen Eingriff ambulant vorzunehmen. So werden pro Jahr

über 30 Schrittmacherimplantationen in Herisau durchge-

führt.

Im weiteren ermöglicht die Zusammenarbeit mit der Onkolo-

gie des KSSG Chemotherapien bei Krebsleiden, ambulant oder

stationär, die wir in über 80% aller Fälle in Herisau durchfüh-

ren können. Die Patienten können so in ihrem vertrauten

Spital weiter betreut werden, und eine kostspielige Verlegung

22

ins KSSG mit nachfolgenden ausserkantonalen Kosten kann

unterbleiben. Im Jahr 2003 wurden über 300 Chemotherapien

mit gleicher medizinischer Qualität wie am KSSG appliziert.

Aber nicht nur ökonomische Bedingungen, sondern auch die

Gedanken der Qualitätssicherung fordern heute ein verglei-

chendes vernetztes Denken. Die Klinik für Innere Medizin hat

sich daher schon vor Jahren einem Qualitätssicherungssystem

der Internistischen Chefärztekonferenz angeschlossen, indem

die Komplikationsrate von internistischen Handlungen do-

kumentiert und gesamtschweizerisch zentral ausgewertet

werden.

Es geht dabei nicht so sehr um den einzelnen Fehler oder die

einzelne Komplikation als vielmehr um das Erkennen von

grundsätzlichen strukturellen Mängeln, welche dann korri-

giert werden können, so dass in Zukunft die Fehlerquote redu-

ziert werden kann. Erfreulicherweise ist unsere Klinik im

gesamtschweizerischen Vergleich im besten Drittel platziert.

Auch eine unabhängige Patientenbefragung, verglichen mit

über 200 ähnlich gelagerten Spitälern, hat die hohe Zufrie-

denheit unserer Patienten dokumentiert, was uns die Richtig-

keit des eingeschlagenen Qualitätssicherungsprogramms

bestätigt hat.


CHIRURGIE HERISAU

Operationsspektrum erweitert

Dr. med. Marcel Schibli, Chefarzt

Das Jahr 2003 war für die Chirurgie des Kantonalen Spitals

Herisau wiederum sehr erfolgreich. Wir konnten die hohe

Patientenzahl vom Jahr 2002 halten, obwohl wir im ersten

Halbjahr durch die Vakanz des Orthopäden infolge Stellen-

wechsels deutlich weniger orthopädische Patienten behan-

deln konnten. In diesem Zusammenhang möchte ich Herrn

Dr. Blatter und seinem Chef, Prof. Gächter (KSSG Orthopä-

die), für den Aufbau der Orthopädie in Herisau herzlich

danken. Auch den nachfolgenden Oberärzten, Dr. F. Buschor,

Dr. A. Remiger und Dr. K. Grob gilt unser Dank für deren enga-

gierten Einsatz für unsere orthopädischen Patienten. Wegen

einer personellen Engpasssituation in der Orthopädie des KSSG

wurde das Engagement in Herisau leider gekündigt.

Wir sind jedoch ausserordentlich froh, dass wir in Herrn

Dr. Thomas Kuhn einen erfahrenen und vielseitigen Orthopä-

den gefunden haben, der als Leitender Arzt der chirurgischen

Abteilung die Orthopädie leitet. Herr Dr. Kuhn operiert Mon-

tag und Donnerstag und führt am Dienstag und Mittwoch

seine Praxis und ambulante Abklärungen und Behandlungen

durch. Als wesentliche Neuerung dürfen die Einführung der

zementfreien Prothesen und die Durchführung von Gelenks-

ultraschall-Untersuchungen erwähnt werden. Dr. Kuhn

implantiert bei jungen Patienten mit schwerer Coxarthrose

auch die moderne Druckscheiben-Hüftprothese, wie der Fall

in unserem Jahresbericht illustriert. Bei zunehmender sportli-

cher Aktivität unserer Bevölkerung sowie der bekannten

Überalterung ist die Orthopädie ein Fach mit zunehmender

Nachfrage.

Im vergangenen Jahr hat sich unser Operationsspektrum auf

dem Gebiete der grossen und schwierigen, bzw. aufwändigen

Operationen wiederum erweitert, so dass teure ausserkanto-

nale Hospitalisationen eingespart werden konnten. Konkret

sind hier die teuren und aufwändigen Hüft-Totalprothesen-

Wechsel in der Orthopädie, Operationen an der Carotis und

abdominellen Aorta in der Gefäss-Chirurgie sowie ausgedehn-

te Neck dissections in der Hals-, Nasen-, Ohren-Chirurgie und

nicht zuletzt die tiefen Resektionen nach Mastdarm-Krebs in

der colo-rectalen Chirurgie gemeint.

Neben der stationären Chirurgie ist unsere Tagesklinik eine

von Patienten, Hausärzten und Mitarbeitern hoch geschätzte

Abteilung. Die leicht verminderte Zahl der in der Tagesklinik

behandelten Patienten ist darauf zurückzuführen, dass 200

onkologische Patienten ambulant auf der Onkologie behan-

delt wurden und dass die orthopädischen OP-Tage leider auf

jene Wochentage fallen, an denen die Tagesklinik geschlos-

sen ist. Die Tatsache, dass wir im ganzen Spital 144 ambulan-

te Patienten mit Bettbenützung mehr betreut haben als im

Vorjahr, bekräftigt meine Analyse.

In diesem Zusammenhang möchte ich dem Ärzteteam des

gesamten Spitals und auch allen Belegärzten für die ausge-

zeichnete Zusammenarbeit bei der erstklassigen Behandlung

unserer Patienten danken. Der Dank gilt jedoch auch allen

übrigen Diensten, insbesondere dem Pflegedienst auf den

Abteilungen und im OP, den Mitarbeitern der technischen

Dienste und selbstverständlich auch den Mitarbeiterinnen der

Sekretariate.

Ich hoffe, dass wir auch im kommenden Jahr die erfolgreiche

Arbeit für unsere Patienten in gleicher Weise fortsetzen

können.

Herzlichen Dank!

23


CHIRURGIE HERISAU

Neues Leben mit neuer Hüfte

Ulrich Mettler, Biobauer, Urnäsch

in den letzten monaten vor der Ope-

ration sind die Schmerzen unerträglich geworden.

Nächtelang lag ich wach und fand keinen Schlaf.

Die Arbeit im Stall und an den steilen Hängen

wurde immer schwieriger. 1990 bin ich bei einem

Sturz auf eine Betonplatte aufs linke Hüftgelenk

gefallen. Ob die später aufgetretenen Hüftprobleme

auf diesen Sturz zurückzuführen sind, weiss ich

nicht. Der Arzt sagte mir bereits damals, dass ich in

zwei Jahren ein künstliches Hüftgelenk haben

werde. Gemach, habe ich mir gesagt, so schnell lässt

sich der Mettler Ueli kein künstliches Hüftgelenk

einpflanzen – und ich habe alles unternommen,

diese Operation so lange wie möglich hinauszuzögern.

Mit viel Bewegungsübungen, einer gesunden

Ernährung und besseren Einrichtungen im Stall ist

mir dies auch lange Zeit gelungen. Im November

2003 gab es aber auch für mich kein Entrinnen

mehr. Im Alter von knapp 50 Jahren habe ich mir im

Spital Herisau die kaputte Hüfte operieren lassen.

Altersbedingt und aufgrund meiner Belastbarkeit

kam eine Druckscheibenprothese zur Anwendung.

Vier Tage nach der Operation konnte ich mit Hilfe

von Krücken bereits wieder Treppen steigen.

Ich war kein einfacher Patient und habe die Ärzte

manchmal gelöchert mit meinen Fragen. Schliesslich

will ich wissen, was mit meinen Hüften

geschieht. In meinem Beruf als Bauer bin ich auf

standfeste Beine angewiesen. Nach zwölf Tagen im

Spital machte ich im Hotel Heiden eine Kur mit

viel Wassertherapie. Mir geht es von Monat zu

Monat besser. Zwar war im Dezember und Januar

Schonung angesagt. Mit regelmässigem Training

auf dem Hometrainer hole ich mir meine Fitness

wieder zurück. Ende Februar war ich bereits zu

Fuss auf der Hundwiler Höhe. Die Bewährungsprobe

steht meiner neuen Hüfte erst noch bevor. Im

Frühjahr und Sommer, wenn für uns Bauern die

arbeitsintensivste Zeit anbricht, wird sich weisen,

wie gut die künstliche Hüfte funktionieren wird.

Den Aufenthalt im Spital Herisau habe ich in bester

Erinnerung. Die medizinischen Leistungen

waren tipptopp, und das Personal kümmert sich

rührend um die Patienten. Nur beim Essen hätte

ich mir etwas mehr saisonale und einheimische

Kost gewünscht. Ich bin schliesslich Biobauer, der

mit Bio-Weidebeef den Lebensunterhalt bestreitet.

>> Herrn Mettler habe ich erstmals am 8. Oktober 2003 untersucht. Er leidete seit längerer Zeit, in den letzten Monaten zunehmend

an einer schmerzhaften Einschränkung der linken Hüfte. Die Röntgenuntersuchung zeigte für sein Alter eine bereits fortgeschrittene

Arthrose des linken Hüftgelenkes, zurückzuführen auf eine verminderte Überdachung des Hüftkopfes, welche seit

Geburt bestand. Aus fachlicher Sicht kam als definitive Lösung im Sinne einer Hüftoperation keine andere operative Möglichkeit

als ein künstliches Hüftgelenk in Frage. Der Prozess für einen solchen Schritt muss seitens des Chirurgen und Patienten wohl

dargelegt und diskutiert werden. Ein künstlicher Ersatz ist auch heute noch schlechter als sein gesundes menschliches Ausgangsorgan.

Die Risiken der Operation, die Prognose, das heisst wahrscheinliche Überlebenszeit des künstlichen Gelenkes, muss dem

Patienten klar erklärt und offen gelegt werden. Das Risiko einer Operation, der Aufwand dafür speziell für den Patienten wie die

Nachbehandlung, welche drei Monate in Anspruch nimmt, stehen einem beträchtlich zu erwartenden Gewinn gegenüber. Da bei

Herrn Mettler noch kein «Jahres- bzw. Langzeitresultat» besteht, wünsch ich ihm an dieser Stelle und auch allen anderen Patienten

gutes Gelingen… und sollten sie nicht mehr daran denken, dass sie ein künstliches Hüftgelenk haben, wäre dies ein Kompliment

an die heutigen Möglichkeiten der Orthopädie. Thomas Kuhn, Leitender Arzt Orthopädie Kantonales Spital Herisau

25


GEBURTSHILFE HERISAU

Blick in die Zukunft

Dr. Andreas Ehrsam, Chefarzt

Dr. Christoph Nauer, Leitender Arzt

Ausblick 2024 – Entwicklung der Gynäkologie

Die Gynäkologie hat in den letzten 20 Jahren Fortschritte

erzielt, wie kaum ein anderes Fachgebiet: Kleinste Frühgebo-

rene haben heute eine weitaus grössere Überlebenschance,

als dies noch in den 70er-Jahren der Fall war. Die In-vitro-

Fertilisation ist zu einem Standardverfahren bei der Therapie

steriler Ehen geworden. Die Behandlung der Stressinkontinenz

mittels ‹TVT› hat viele klassische Verfahren völlig verdrängt.

Die Molekulargenetik zeigt schon heute neue Wege in der

Diagnostik vieler Erkrankungen auf. Eine Gruppe von Wiener

Hochschullehrern hat sich nun Gedanken über die Zukunfts-

entwicklungen unseres Faches gemacht. (Speculum 4/2003,

21. Jg).

Geburtshilfe

Die durchschnittliche Kinderzahl wird deutlich unter 1 sinken.

Die Schwangerschaften werden immer ältere Frauen betref-

fen und mittels reproduktiver Massnahmen erzielt werden.

Die Gameten werden in einer optimalen Lebensphase tiefge-

froren, um im späteren Leben zur Fertilisation zur Verfügung

zu stehen. Bereits in der Präimplantationsphase wird die geziel-

te Diagnostik im Bereich des Genoms stattfinden. Die Stamm-

zellforschung wird den Durchbruch schaffen und zahlreiche

Organe ersetzen können. Innerhalb der Onkologie wird das

Skalpell immer mehr der Immunologie Platz machen und ver-

drängen. Der Kaiserschnitt wird die Geburtsmethode der Wahl

sein, und vaginale Spontangeburtenwerden nur noch auf

speziellen Wunsch der Frau möglich sein. Geburten werden

vorwiegend an Zentren mit über 1000 Geburten jährlich statt-

finden.

26

Gynäkologie

Hier wird besonders Prävention und Früherkennung einen Ent-

wicklungsschub zeigen. Die Bedeutung der Chemotherapie

wird abnehmen und durch gezielte Biotherapien ersetzt wer-

den. Onkologische Impfstrategien werden den Menschen vor

Malignomen schützen. Immunstimulation wird als Therapie-

konzept vorherrschen. Auch hier wird die Stammzelle weiter

an Bedeutung gewinnen und ihren Siegeszug in der gynäko-

logischen Onkologie fortsetzen. Nach der Dechiffrierung des

menschlichen Genoms wird an Möglichkeiten gearbeitet, poly-

morphe Genstrukturen zu detektieren. Dadurch werden Ant-

worten gefunden werden, auf Fragen wie: Warum entstehen

Myome? Warum tritt keine Schwangerschaft ein? Wo liegt

der Grund der Arteriosklerose? Welcher Mann hat das Risiko

eines Prostatakarzinoms? Werde ich an M. Alzheimer erkran-

ken? Und vieles mehr.

Allgemein wird die Gynäkologie künftig vornehmlich eine

Gesundheitsmedizin sein, welche sich um Vorsorgefragen und

Gesunderhaltung kümmern wird. Ein grosser Teil der Tätig-

keit wird der Beratung in diesen Gebieten gewidmet sein.

Ungelöst wird das Nord-Süd-Gefälle bleiben: In den südlichen

Ländern wird die Anforderung an unser Fach völlig anders

sein: Kindersterblichkeit, Infektionen, Krebserkrankungen wer-

den dort die hauptsächliche Herausforderung bedeuten. Der

Ausgleich wird noch lange nicht realisiert werden können.

Zusammen mit unserem engagierten Team versuchen wir eine

massvolle, durchaus moderne, kostengünstige aber auch in

die Zukunft gerichtete Frauenheilkunde anzubieten.


ANÄSTHESIE HERISAU

Herausforderungen des Jahres 2003

Dr. Christoph Michel, Chefarzt

Das Jahr 2003 ist gekennzeichnet durch die Einführung der

Online-Erfassung der Abrechnungsdaten an der Arbeitsfront.

Nicht, dass früher nichts erfasst worden wäre, aber der

Umstand, dass die nun eingesetzte EDV sowohl hard- wie soft-

waremässig nicht in ausgereiftem Zustand übernommen wer-

den konnte, machte die gesamte Frau- und Mannschaft zu

Beta-Testern; und dies neben dem eigentlichen Lernprozess.

Nun, im Hinblick auf die noch intensivere EDV-Zeit unter Tar-

med ab 2004, eine nicht unbedeutende Vorübung. Bei Kenn-

zahlen, die nicht weit von denen der 3 Vorjahre liegen, ergab

sich jedoch eine massive Mehrbelastung aller Mitarbeiter. Ich

will hier für deren Bewältigung allen herzlich danken.

Personelles

Nach interimistischer Unterstützung durch Dr. Heini Schaff-

ner nahm Dr. Matthias Funk zu Beginn April die Arbeit als OA

bei uns auf. Als erfahrener Anästhesie-Routinier und EDV-Ken-

ner lebte er sich rasch ein.

Das Anästhesie-Team wird seit Januar 04 durch den ‹Bündner›

Piero Biancu (Anästhesiefachmann) ergänzt. Wegen Heimweh

hat uns Magdolna Scécsi (Dipl. Pflegefachfrau mbA) wieder

in Richtung Ungarn verlassen.

An der Rettungssanitäterschule Zofingen konnte Andrea Näf

(Anästhesiefachfrau) im Herbst ihre RS-Ausbildung mit dem

erfolgreichen Bestehen der Prüfung abschliessen; herzliche

Gratulation!

Operative Anästhesie

Unsere Kennzahlen sind wiederum auf dem Internet unter

www.herisauspital.ar.ch abrufbar.

Nach wie vor nimmt die TIVA deutlich zu, und die LMA ersetzt

zunehmend die Maske und den Trachealtubus.

Im Bereiche der Carotischirurgie haben wir den Cervicalblock

als Regionalanästhesieverfahren eingeführt.

Schmerzdienst

Während PCA (18) und Kontinuierliche Periphere Nerven-

blockaden (30) etwa im gleichen Masse wie 2002 angewen-

det wurden, ging die PDA etwas zurück. Im Gebärsaal wur-

den wir 49mal (54 im 2002) zur Einlage einer PDA gerufen.

Rettungsdienst

Die Einsatzhäufigkeit hat gegenüber 2002 wieder etwas zuge-

nommen. Von den 1281 Einsätzen waren 59% Primäreinsät-

ze. Die Zahl der verlangten anästhesiebegleiteten Einsätze

nimmt ab, was die erhöhte Verfügbarkeit ausgebildeter

Rettungssanitäter mit entsprechenden Kompetenzen wider-

spiegelt. Die Datenerhebung im ACCESS mit den vielfältigen

Abfrage- und Auswertemöglichkeiten bewährt sich.

Blutspendedienst

Wegen technisch nichterfüllbarer Forderungen im Bereiche

Qualitätskontrolle von Filtermaterial musste leider auf die

Eigenblutspende im Hause verzichtet werden. Motivierte

Patienten müssen deshalb neu am Regionalen Blutspende-

zentrum in St.Gallen ihr Blut abnehmen lassen.

27


RETTUNGSDIENST

Der fatale Sturz von der Leiter

Werner Henkel, pensionierter Mechaniker, Heiden

>> Für Behandlungsdauer und Prognose des Notfallpatienten ist das «therapiefreie Intervall», also die Zeitspanne zwischen

Eintritt des Notfalls und Beginn der qualifizierten Hilfe, entscheidend. Die Strukturen des «Rettungsdienstes Spitalverbund AR»

sind dank kontinuierlicher Investition in Personalausbildung und Material so ausgebaut, dass die Flächen deckende Notfallver-

sorgung im Kanton sichergestellt ist. Es bleibt eine permanente Aufgabe für die Zukunft, nach Wegen und Möglichkeiten zu

suchen, dieses «therapiefreie Intervall» so weit als möglich zu verkürzen.

Bei unserem obigen Patienten ist diese Aufgabe gut gelöst worden; seine professionelle Versorgung hat dazu beigetragen,

dass sein Heilungsprozess rascher abläuft und ihm bald wieder das Wandern im Alpstein ermöglicht.

28

in meinem leben bin ich schon hunderte

Male auf Leitern gestiegen, habe beispielsweise Äste

von den Bäumen geschnitten und bin stets wieder

heil unten auf dem Boden angekommen. Am 3. August

des letzten Jahres war das anders. Ich hatte

schon fast den Boden unter den Füssen, da machte

ich, aus mir heute noch unerklärlichen Gründen,

einen Fehltritt. Die fatalen Folgen: eine offene Fraktur

am rechten Unterschenkel. Das war um 8.15

Uhr an einem schönen Hochsommertag. Schnell

wusste ich, dass heute nichts wird mit Schwimmen

im nahe gelegenen Schwimmbad. Die Frau hörte

meine Hilferufe und alarmierte den Rettungsdienst

des Spitals Heiden. Zehn Minuten später waren die

Sanitäter mit einem Arzt am Unfallort und leisteten

fachgerecht erste Hilfe. Schmerz stillende Mittel

halfen über das Schlimmste hinweg. Eine halbe

Stunde nach meinem schweren Sturz traf ich im

Spital ein. Dort wurde ich noch am gleichen Vormittag

während viereinhalb Stunden von den Doktoren

Baudenbacher und Fischer operiert. Wäre

nicht diese hartnäckige Infektion dazugekommen,

ich hätte mit Sicherheit nicht so lange im Spital liegen

müssen. Am Schluss waren es fast neun

Wochen. Keine leichte Zeit. Doch dank der guten

und intensiven Betreuung durch das Pflegepersonal

und die Ärzte habe ich die langen Wochen im Spital

gut überstanden. Sie haben mich nicht nur

medizinisch betreut, sondern immer wieder mit

aufmunternden Worten über meine schwierige

Situation hinweggeholfen. Im Oktober durfte ich

endlich nach Hause zurückkehren. Seit dem Februar

kann ich den Fuss wieder belasten und merke,

dass ich langsam Fortschritte mache. Das ist gut so.

Denn ich bin ein begeisterter Wanderer. Es würde

etwas fehlen, wenn ich mit meinen 68 Jahren nun

plötzlich nicht mehr in meinem geliebten Alpstein

unterwegs sein könnte. Die Ärzte sagen mir, dass

ich nach abgeschlossenem Heilungsprozess wieder

alles machen könne, was ich vor meinem Sturz tun

konnte.


PFLEGE HERISAU

Stehen bleiben heisst Rückschritt…

Mägi Frei, Leiterin Pflegedienst, Leiterin Med.-Techn. Bereich ab 1. Januar 2004

Heike Hörler, Stv. Leiterin Pflegedienst, Leiterin Pflegedienst a.i. ab 1. Januar 2004

Bettendisposition/OP-Planung

Die gegenseitigen Abhängigkeiten werden immer komplexer,

was sich auch bei der Eintritts- und Operationsplanung zeig-

te. Wir führten Anfang dieses Jahres ein EDV-Operationspla-

nungsmodul ein. Somit konnte die OP-Auslastung visualisiert

und mit den Wahleintritten optimaler koordiniert werden. Mit

der Einführung dieses EDV-Programms konnten natürlich nicht

alle Probleme gelöst werden; wir sind weiterhin gefordert, uns

weiterzuentwickeln und dabei die Möglichkeiten des Pro-

gramms unterstützend zu nutzen.

Ausbildung für Pflege

Im Mittelpunkt standen – wie in vielen anderen Spitälern – die

neuen Ausbildungsbedingungen der Pflegeberufe. Neben dem

Alltagsgeschäft wurden Konzepte zur Ausbildung der Fach-

angestellten «Gesundheit» erstellt, Evaluationen durchgeführt

und Lerninhalte definiert.

Onkologie

Weiterbildung und entsprechendes Spezialwissen ist in diesem

Bereich ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. Eine lang-

jährige Mitarbeiterin nahm die Möglichkeit wahr, sich in die-

sem Spezialgebiet weiterzubilden. Dieses Spezialwissen bildet

eine wichtige Grundlage zur Ausübung der verantwortungs-

vollen Aufgaben und zur Betreuung der Patienten.

Ernährungs- und Diabetesberatung

Ein Projekt, welches die beiden Bereiche stark tangierte, konn-

te dieses Jahr realisiert werden. Das Diabetesbuffet konnte im

November 2003 erstmals verwirklicht werden, was bei den

Betroffenen auf sehr positives Echo stiess. Dieses Echo wird

sicherlich eine Wiederholung zur Folge haben.

Pflegeabteilungen

Arbeiten auf den Pflegeabteilungen bedeutete auch in die-

sem Jahr wieder Flexibilität und grosses Engagement. Erstmals

haben wir über die Sommermonate und den Jahreswechsel

30

einen reduzierten Betrieb geführt. Eine ganze Abteilung oder

einzelne Betten wurden während dieser Zeit gesperrt. Nur

durch motiviertes und engagiertes Pflegepersonal ist es mög-

lich gewesen, diese Reduktion durchzuführen.

Unsere Wöchnerinnenabteilung konnte in diesem Jahr einen

Erfolg verbuchen. Von der UNICEF sind wir erneut wieder zum

«Baby-friendly Hospital» ausgezeichnet worden.

IPS

Das Zeitalter der «Null-Fehler-Mentalität» ist vorbei. In die-

sem Sinne führten wir unter der Leitung unserer Qualitätsbe-

auftragten CIRS (Critical Incident Reporting System) auf der

Intensivstation ein. Das Personal war motiviert und erfasste

kritische Situationen entsprechend gewissenhaft. Diese Abtei-

lung bildet den Grundstein zu einer breit abgestützten

Kulturänderung nach dem Grundsatz «Fehlertoleranz statt

Schuldzuweisungen». In diesem Sinne werden wir das Re-

porting-System in weiteren Bereichen realisieren.

Hämodialyse

In diesem Jahr konnten wir eine markante Zunahme der dia-

lysepflichtigen Patienten feststellen, was dazu führte, dass

der Personalbestand entsprechend erhöht werden musste.

Durch ein hohes Engagement der anwesenden Fachpersonen

konnten die unterbesetzten Monate überbrückt werden und

die Patientenversorgung weiterhin kompetent erfolgen.

Tagesklinik

5 Jahre Tagesklinik am Kantonalen Spital Herisau. Durch enga-

giertes Pflegepersonal konnte sich die Tagesklinik innerhalb

vom Spitalbetrieb etablieren. Eintreten, operiert werden und

am gleichen Tag wieder nach Hause gehen, das wird von sehr

vielen Patienten geschätzt. Dies unterstreichen auch die stei-

genden Zahlen der Behandlungen auf der Tagesklinik.


Notfall

Im 2003 wurden auf der Notfallstation 242 Patienten mehr

versorgt als im Vorjahr. Dies bedeutet eine Zunahme von rund

4% und den Höchststand seit Jahren. Die kompetente Versor-

gung konnte ohne Stellenerweiterung erfolgen, was in der Zeit

der Sparmassnahmen schon als selbstverständlich erscheint.

Hebammen

Trotz dem allgemeinen Rückgang der Geburten in der Schweiz

konnten wir unsere Geburtenzahl vom Vorjahr halten. Unser

Ziel für 2004 ist es, mehr Frauen für eine Geburt in Herisau

zu gewinnen.

Der Wunsch vieler Gebärenden ist es, die Geburt als etwas

Besonderes und Ganzheitliches zu erleben. Eine behagliche

und familiäre Atmosphäre wird vielfach gewünscht. Durch

Angebote wie z.B. das Familienzimmer, Geburtsvorbereitungs-

kurse, Storchenkaffee versuchen wir, den Wünschen der Gebä-

renden zu entsprechen. Die Unterstützung vor, während und

nach der Geburt mit Hilfe der Homöopathie wird von vielen

Frauen dankend angenommen.

Erstmals in diesem Jahr absolvieren zwei Hebammen eine Fort-

bildung zur Akupunktur, so dass wir dieses Angebot zur Unter-

stützung der Frauen im neuen Jahr anbieten können.

Einkauf

Mit dem Entscheid zur Umstellung eines neuen EDV-Master-

systems in den Bereichen Personaldienst, Patientenadminist-

ration und Buchhaltung kam die Forderung, dasselbe Pro-

gramm auch im Bereich Materialbewirtschaftung einzusetzen.

Demzufolge waren die entsprechenden Personen gefordert,

an der Evaluation aktiv teilzunehmen. Diverse Fragen muss-

ten geklärt und mit der Softwarefirma diskutiert werden. Dabei

stellten wir fest, dass die gestellten Anforderungen der Anwen-

der nicht immer mit dem Realisierbaren übereinkamen.

OP/Anästhesie

In diesen Bereichen stand im 2003 die Optimierung der Opera-

tionsplanung und entsprechender Personalplanung im Vorder-

grund. Erfreulicherweise konnten wir – durch breit abgestütz-

tes Verständnis und entsprechender Absicht – die Saalplanung

und die Personalressourcen aufeinander abstimmen. Entspre-

chend reduzierten sich die Überzeiten des Personals, was allge-

mein zu einer Zufriedenheitssteigerung beitrug.

Zur weiteren Optimierung der Operationsplanung erfolgte

zudem eine definierte Zuteilung der Operationskredite aller

operativ tätigen Ärzte. Hier möchte ich allen direkt und indi-

rekt Beteiligten meinen Dank für das Verständnis und die

Kooperationsbereitschaft aussprechen. Wir sind alle der Mei-

nung, dass wir an demselben Strick ziehen müssen. Doch noch

entscheidender ist, dass wir alle in dieselbe Richtung ziehen.

Rettungsdienst

Der Rettungsdienst setzt sich aus Mitarbeitern aus den Berei-

chen Anästhesie, Pflegestationen, Notfall, Techn. Dienst und

Lagerungspflege zusammen. Nicht vergessen will ich die

Réception, welche die zentrale Koordination der Sekundär-

Transporte übernimmt. Die Motivation der im Rettungsdienst

tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist sehr hoch; ent-

sprechend freut es uns, dass interne Fachpersonen die

Herausforderung annehmen, sich in diesem Bereich weiterzu-

bilden. Damit diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Auf-

gaben wahrnehmen können, sind wir auf die Kooperation und

das Verständnis aller daran beteiligten Vorgesetzten, Kolle-

ginnen und Kollegen angewiesen. Nur so kann ein Aufgaben-

bereich im Milizsystem effektiv und kostengünstig realisiert

werden.

Rückblick /Ausblick

Veränderungen, Restrukturierungen und Neuorientierung sind

Schlagworte unserer Zeit. Auch das Kantonale Spital Herisau

hat sich auf diesen Weg gemacht. Veränderungen bedeutet

auch, sich von lieb gewordenen Gewohnheiten zu trennen,

neue Wege zu beschreiten, neue Erfahrungen zu sammeln

und die Chance einer beruflichen und organisatorischen Ent-

wicklung.

Stehen bleiben heisst Rückschritt

In der Betriebsleitung wurden Informationsdefizite entdeckt,

welche mit reorganisatorischen Massnahmen grösstenteils

behoben werden können. Deshalb entschlossen wir uns zu

einer neuen Organisation und Führungsverantwortung diver-

ser Bereiche.

Der Med.-Techn. Bereich umfasst die Bereiche: Bettendispo-

sition, Operationspflege, Anästhesiepflege, Rettungsdienst,

Intensivpflege, Notfall, Tagesklinik, Hämodialyse, Röntgen,

Labor, Physiotherapie, Ergotherapie, Einkauf/Zentrallager,

Apotheke.

Der Pflegedienst umfasst folgende Bereiche: 4 Pflegestatio-

nen, Hebammen, Onkologie, Ausbildung Pflege, Sozialdienst,

Seelsorger, Diabetes- und Ernährungsberatung.

Wir möchten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das

entgegengebrachte Vertrauen danken und freuen uns auf die

weitere, kooperative Zusammenarbeit.

31


PSYCHIATRISCHES ZENTRUM HERISAU

Psychische Krankheiten sind ein Tabu

Dr. Bruno Kägi, Chefarzt Psychiatrisches Zentrum Herisau, berichtet

wenn sich einer ein bein bricht, ein

anderer ein künstliches Hüftgelenk erhält, und

einem Dritten die Mandeln operiert werden,

machen sie in der Regel alle drei kein Geheimnis

aus ihrer Krankheitsgeschichte. Warum aber spricht

so selten ein Schizophrener über seine gesundheitlichen

Probleme? Warum verstecken sich manisch

depressive Menschen hinter dicken Mauern? Und

weshalb ist es fast unmöglich, einen ehemaligen

Patienten des Psychiatrischen Zentrums Herisau

zu finden, der im Jahresbericht des Spitalverbundes

AR über seine psychischen Probleme spricht?

Dabei haben wissenschaftliche Untersuchungen

ergeben, dass in der Schweiz jeder zweite Bewohner

in seinem Leben mindestens einmal psychische Störungen

erleidet und einer entsprechenden spezialisierten

Behandlung bedarf. Das heisst nun nicht,

dass jeder zweite Appenzeller, jede zweite Appenzellerin

einmal bei uns vorbeikommen wird. Viele

Störungen treten zumeist einmalig auf und bleiben

– richtig behandelt – folgenlos.

Nur ein kleiner Teil nimmt ärztliche Betreuung in

Anspruch. Für die beiden Appenzeller Halbkantone

nimmt das Psychiatrische Zentrum Herisau eine

wichtige Funktion wahr. Wir betreuen hier nicht

nur die traditionellen psychischen Krankheitsbilder

wie Schizophrenie oder manische Depressionen.

Immer häufiger haben uns in den letzten Jahren

auch Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen

beschäftigt. Das können Konsumenten von

legalen und illegalen Drogen sein, junge Menschen

mit Essstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung

oder Opfer von Gewaltverbrechen. Gegen

zehn Prozent oder knapp jeder Zehnte unserer

Patientinnen und Patienten sind weniger als 20

Jahre alt.

Fakten, die aufschrecken müssten, in der Öffentlichkeit

aber kaum wahrgenommen werden. Psychisch

Kranke verstecken sich häufig vor anderen

Menschen. Das Gipsbein kann keiner verbergen –

eine schlechte Gemütslage dagegen schon. Und jene

Menschen, die mit einem psychisch Kranken in

Kontakt stehen, wissen sehr oft selber nicht, wie sie

reagieren sollen. «Reiss dich zusammen!», ist eine

häufig gehörte Antwort. Nur hilft die keinem. Viel

wichtiger ist es, wenn wir solche Menschen in ihr

soziales Umfeld einbetten, schonungsvoll mit ihnen

umgehen, mit ihnen sprechen, sie und ihre Probleme

ernst nehmen. Leider wird in der Bevölkerung

immer noch zu häufig auf das Stereotyp des gefährlichen

und bedrohlichen Verrückten zurückgegriffen.

Dabei wäre gerade im Umgang mit psychisch

Kranken der gesunde Menschenverstand oft mehr

Wert als viel therapeutisches Wissen.

Mit der modernen Medizin haben wir in den letzten

Jahren viel Positives für den psychisch Kranken

erreichen können. Ich denke an moderne Behandlungsmethoden

oder therapeutische Möglichkeiten,

aber auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse für

das psychiatrische Krankheitsverständnis.

Wenn es uns auch noch gelingt, zu einer dauerhaften

Steigerung des Ansehens der Psychiatrie und

damit zu einer eigentlichen Entstigmatisierung psychisch

Kranker beizutragen, haben wir viel erreicht.

Dann werden in Zukunft auch psychisch kranke

Menschen im Jahresbericht des Spitalverbundes AR

offen zu ihrer Krankheit stehen können.

33


PSYCHIATRISCHES ZENTRUM HERISAU

Von der einstigen Heil- und Pflege-Anstalt

zum zeitgemässen Psychiatrischen Zentrum Herisau

Dr. med. Bruno Kägi, Chefarzt

Rolf Röthlisberger, Leiter Pflegedienst

Hohe Bettenbelegung

Die Bettenbelegung in der Akut- und Allgemeinpsychiatrie

war 2003 insgesamt zu 105,9% ausgelastet. Die Anzahl Pfle-

getage betrug 19 068. Gegenüber dem Vorjahr waren 2 240

Pflegetage mehr zu verzeichnen. Auch im alterspsychiatri-

schen Wohn- und Pflegezentrum war die Bettenbelegung

deutlich über 100%. Die Anzahl Pflegetage war 26 244. Die

449 Eintritte in der Akut- und Allgemeinpsychiatrie und die

positiven Abweichungen der Pflegetage gegenüber 2002 hat-

ten weitreichende Konsequenzen für das Personal. Die enor-

men Pflegeleistungen mussten mit gleichbleibendem Stellen-

plan erbracht werden. Erschwerend kamen häufige Ausfälle

des Personals durch Krankheit, Unfälle und Schwangerschaft

hinzu. Trotzdem gelang es der Pflege dank überdurchschnitt-

lich grossem Einsatz und Mehrarbeit, welche die Gefahr des

Burnout beinhalten, den Qualitätsstandard der Behandlung

und Betreuung unserer Patientinnen und Patienten zu jedem

Zeitpunkt zu gewährleisten.

Namensänderung der «Psychiatrischen Klinik Herisau» in

«Psychiatrisches Zentrum Herisau»

Die Geschäftsleitung des Spitalverbundes AR hatte anfangs

2003 beschlossen, mittels Öffentlichkeitsarbeit die psychiatri-

sche Klinik zu porträtieren. Für das eigentliche Publikum, die

Patientinnen und Patienten, aber auch für zuweisende psych-

iatrische Fachärzte und Hausärzte, die Gesundheitsinstitutio-

nen aus unserem Einzugsgebiet, weitere zuweisende Institu-

tionen wie Fürsorge- und Sozialämter sowie die Politik und

breitere Öffentlichkeit sollte durch eine professionelle Selbst-

darstellung die allgemeine Akzeptanz gestärkt werden. Sämt-

liche Tätigkeitsbereiche der kantonalen psychiatrischen Ver-

sorgung wurden deshalb dargestellt bzw. dokumentiert. Bei

der Darstellung der Leistungsbereiche der psychiatrischen Kli-

nik wurde deutlich, dass der Begriff «Psychiatrische Klinik

Herisau» als Bezeichnung jener Institution, welche stationäre,

teilstationäre und ambulante Leistungen erbringt, eigentlich

34

zu eng ist. Mit dem Begriff der Klinik sind bestimmte Vorstel-

lungen verbunden. Im Wesentlichen vermittelt der Begriff den

stationären Charakter. Insofern wird die Bezeichnung für

«Psychiatrische Klinik Herisau» doppeldeutig. Sie bezeichnet

einerseits die alle Tätigkeitsbereiche tragende Institution, ande-

rerseits einen Teilbereich (stationäres Angebot). Durch die

Umbenennung der Institution in «Psychiatrisches Zentrum

Herisau» wird zukünftig ein Begriff vermittelt, der zutreffen-

der, offener und zeitgemäss ist. Dem Antrag der Geschäftslei-

tung des Spitalverbundes AR zur Namensänderung stimmte

der Regierungsrat am 11. Juni 2003 zu. Die Klinikprospekte

lagen im Herbst 2003 vor. Der im Zusammenhang mit der

Öffentlichkeitsarbeit geplante Internet-Auftritt hatte sich aus

verschiedenen Gründen verzögert und wird anfangs 2004 rea-

lisiert werden.

Seit 95 Jahren ist die Psychiatrie Teil der Geschichte des

Kantons und Herisaus

2003 feiert das Psychiatrische Zentrum seinen 95. Geburtstag

– Grund genug, der Öffentlichkeit in einer Erlebniswoche, die

vom 27. Oktober bis zum 1. November stattfand, einen Ein-

blick in den Klinikalltag zu gewähren. Während fünf Tagen

konnte Psychiatrie hautnah erlebt werden: mit Spiel- und

Dokumentarfilmen, Diskussionen und einer Ausstellung. Im

Cinétreff Herisau und im Krombachsaal des Psychiatrischen

Zentrums wurden vier Spielfilme und drei Dokumentarfilme

zum Thema «Psychiatrie» gezeigt. Im «Haus 1», dem einzi-

gen Gebäude, welches noch im Originalzustand erhalten ist,

führte die Ausstellung «Psychiatrie erleben» durch verschie-

dene Stationen des psychiatrischen Alltags.


Alterspsychiatrie

Alterpsychiatrische Sprechstunde

Im Herbst 2003 wurde eine oberärztlich geleitete alters-

psychiatrische Sprechstunde im Zentrum eingerichtet. Neben

der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychoso-

zialen Betreuung von psychisch kranken älteren Menschen

werden auch Patienten mit demenziellen Symptomen behan-

delt. Eine wichtige Zielsetzung ist, dass der Mensch als

Individuum in seinem sozialen und familiären Umfeld wahr-

genommen wird. Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit

Hausärzten, Spitälern, Pflegeheimen, der Spitex sowie Behör-

den und Organisationen in der Altersbetreuung an. Beratung

und Unterstützung der Angehörigen und Bezugspersonen stel-

len einen weiteren Schwerpunkt des neuen Angebotes dar.

Demenz-Abklärung

Ein weiterer Eckpfeiler der Alterspsychiatrie stellt die Memo-

ry-Abklärung dar. Der Tatsache, dass eine frühzeitige Dia-

gnostik und Behandlung (spezifisches kognitives Training,

Medikamente) sowohl für die Lebensqualität Betroffener als

auch für die ihrer Angehörigen im Falle von Demenz von ent-

scheidender Bedeutung ist, wurde Rechnung getragen.

Im Rahmen der alterspsychiatrischen Sprechstunde werden

analog den Angeboten von Memory-Kliniken Demenzabklä-

rungen angeboten. Bei Gedächtnisstörungen, Konzentra-

tionsschwäche, Aufmerksamkeitsstörungen, Orientierungs-

störungen sowie bei Einschränkung der Alltagskompetenz,

sozialem Rückzug, aggressivem Verhalten und Verhaltensauf-

fälligkeiten leistet unser Team bestehend aus Arzt, Psycholo-

ge, Sozialarbeiterin, Pflegeperson medizinisch, psychiatrisch

und neuropsychologisch eine umfängliche Abklärung nach

vorgängiger Absprache mit dem Hausarzt, ob eine Demenzer-

krankung vorliegt. Nach der differenzierten Abklärung wer-

den ein Therapievorschlag sowie mögliche ambulante Hilfsan-

gebote unterbreitet. Zusätzlich beraten wir die Betroffenen

und ihre Angehörigen.

Sanierung des Psychiatrischen Zentrums Herisau

Der Ausserrhoder Regierungsrat hatte im letzten Jahr auf-

grund der Expertise von Prof. em. Dr. med. K. Ernst, Zürich,

vom 31.3.2003 und des Berichtes der Gesundheitsdirektion

vom 8.4.2003 die Gesundheitsdirektion und das Kantonale

Hochbauamt beauftragt, in Zusammenarbeit mit einer exter-

nen Beratungsfirma die Grundlagen für eine zeitgemässe

Sanierung der Gebäude und verschiedene Varianten der Opti-

mierung zu erarbeiten. Prof. em. Dr. med. K. Ernst kam in sei-

ner Expertise zum Schluss, dass das Versorgungsgebiet der

Psychiatrischen Klinik Herisau, die Konzepte, die Bettenzahl

sowie die Qualität der Leistungen bedarfsgerecht sind und

dem heutigen Standard entsprechen. Der Regierungsrat erhielt

im Herbst 2003 einen Projektbericht, der Auskunft gibt über

die Möglichkeiten zukünftiger betrieblicher Strukturen sowie

über die notwendigen baulichen Massnahmen und Kosten-

grössen.

35


BILANZ SPITALVERBUND AR

Aktiven (in CHF) 31.12.2002 31.12.2003

Flüssige Mittel 676‘747 2‘177‘031

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11‘580‘153 13‘069‘546

Andere Forderungen gegenüber Dritten 1‘973‘004 2‘051‘277

Vorräte 25‘510 1‘049‘110

Aktive Rechnungsabgrenzungen 91‘962 178‘211

Total Umlaufvermögen 14‘347‘376 18‘525‘175

Sachanlagen 2‘662‘001 2‘927‘995

Total Anlagevermögen 2‘662‘001 2‘927‘995

Total Aktiven 17‘009‘377 21‘453‘170

Passiven (in CHF) 31.12.2002 31.12.2003

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2‘093‘786 2‘940‘820

Andere kurzfristige Verbindlichkeiten 97‘181 -87‘342

Passive Rechnungsabgrenzungen 52‘417 1‘107‘935

Rückstellungen 0 0

KK Landesbuchhaltung Kanton Appenzell AR 42‘316‘595 45‘608‘129

Total Fremdkapital 44‘559‘979 49‘868‘942

Vermächtnisse/Fonds 31‘322 25‘870

Bilanzverlust –27‘581‘924 -28‘441‘642

Eigenkapital –27‘550‘602 -28‘415‘772

Total Passiven 17‘009‘377 21‘453‘170

36


ERFOLGSRECHNUNG SPITALVERBUND AR

Aufwand (in CHF) 2002 2003

Besoldungen, Honorare und Sozialleistungen 60‘979‘445 64‘006‘454

Medizinischer Bedarf 9‘384‘077 9‘092‘641

Lebensmittelaufwand 1‘774‘973 1‘815‘044

Haushaltsaufwand 1‘835‘672 1‘759‘313

Unterhalt/Reparaturen Immobilien/Mobilien 1‘700‘856 1‘702‘728

Aufwand für Anlagennutzung 1‘783‘930 1‘664‘874

Aufwand für Energie und Wasser 1‘003‘420 1‘041‘043

Büro- und Verwaltungsaufwand 1‘685‘037 2‘090‘977

Versicherungen, Gebühren und allgemeine Aufwendungen 918‘580 894‘194

Gesamtaufwand 81‘065‘990 84‘067‘268

Ertrag (in CHF) 2002 2003

Pflegetaxen und Honorare 32‘159‘737 36‘536‘517

Medizinische Nebenleistungen 6‘293‘963 4‘627‘814

Erträge aus Spezialinstituten 6‘914‘825 6‘103‘912

Übrige Erträge 5‘067‘911 5‘195‘543

Bundesbeiträge an Wohnheim und Beschäftigungsstätte KPK 3‘047‘630 3‘161‘840

Fakturierte Erträge 53’484’066 55‘625‘626

Globalkredit 26‘490‘614 26‘842‘355

Sockelbeitrag (für zusatzversicherte Patienten) 1‘091‘310 1‘599‘287

Gesamtertrag 81‘065‘990 84‘067‘268

37


SPITAL HEIDEN

Herkunft 2002 2003

Spitalregion AR inkl. Oberegg 62% 62%

St.Gallen 32% 32%

übrige Schweiz 5% 5%

Ausland 1% 1%

Total 100% 100%

Total Austritte und Pflegetage stationär 2002 2003

Austritte Pflegetage Austritte Pflegetage

Medizin 641 6’063 640 6‘278

Chirurgie 995 7’585 1‘105 8‘020

Gynäkologie 274 1’544 264 1‘307

Geburtshilfe 389 2’470 380 2‘433

Zwischentotal 2’299 17‘662 2’389 18‘038

Säuglinge 393 2‘352 384 2‘295

Total 2’692 20’014 2’773 20‘333

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer 2002 2003

in Tagen in Tagen

Medizin 9,5 9,8

Chirurgie 7,6 7,3

Gynäkologie 5,6 5,0

Geburtshilfe 6,3 6,4

Zwischentotal 7,7 7,6

Säuglinge 6,0 6,0

Total 7,4 7,3

Durchschnittlich besetzte Stellen (ohne Zentrale Dienste) 2002 2003

ohne Auszubildende

Ärzte 20,3 18,9

Pflegepersonal 64,1 60,0

Medizinische Fachbereiche 37,3 41,0

Réception 3,2 3,3

Reinigungs- und Verpflegungsdienst 30,5 30,7

Technische Betriebe 4,5 7,0

Total im Durchschnitt besetzte Stellen 159,9 160,9

Bestand am 31.12. 230,0 285,0

38


SPITAL HERISAU

Herkunft 2002 2003

Spitalregion AR inkl. Oberegg 79% 78%

St.Gallen 9% 10%

übrige Schweiz 11% 11%

Ausland 1% 1%

Total 100% 100%

Total Austritte und Pflegetage stationär 2002 2003

Austritte Pflegetage Austritte Pflegetage

Medizin 1’306 12’969 1’430 12‘753

Chirurgie 1’442 12’140 1’430 11‘099

Gynäkologie 208 1’416 179 1‘173

Geburtshilfe 257 1’473 249 1‘464

Zwischentotal 3’213 27’998 3’288 26‘489

Säuglinge 258 1’422 257 1‘437

Total 3’471 29’420 3’545 27‘926

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer 2002 2003

in Tagen in Tagen

Medizin 9,9 8,9

Chirurgie 8,4 7,8

Gynäkologie 6,8 6,6

Geburtshilfe 5,7 5,9

Zwischentotal 8,7 8,1

Säuglinge 5,5 5,6

Total 8,5 7,9

Durchschnittlich besetzte Stellen (ohne Zentrale Dienste) 2002 2003

ohne Auszubildende

Ärzte 27,6 25,7

Pflegepersonal 92,3 87,1

Medizinische Fachbereiche 53,8 59,9

Réception 3,3 4,2

Reinigungs- und Verpflegungsdienst 36,7 37,5

Technische Betriebe 6,3 5,6

Total im Durchschnitt besetzte Stellen 220,0 220,0

Bestand am 31.12. 307,0 315,0

39


PSYCHIATRISCHES ZENTRUM HERISAU

Herkunft 2002 2003

AR 60% 72%

AI 11% 9%

Glarus 17% 11%

übrige Schweiz 12% 8%

Total 100% 100%

Total Austritte und Pflegetage stationär 2002 2003

Austritte Pflegetage Austritte Pflegetage

Akutpsychiatrie 399 16‘828 441 19‘068

Pflegeheim (im Durchschnitt 72 BewohnerInnen) 19 26‘094 16 26‘244

Wohnheim (im Durchschnitt 40 BewohnerInnen) 3 15‘186 6 14‘454

Total 421 58’108 463 59‘766

Durchschnittlich besetzte Stellen (ohne Zentrale Dienste) 2002 2003

ohne Auszubildende

Ärzte 15,2 16,3

Pflegepersonal 134,8 128,4

Medizinische Fachbereiche 25,8 27,8

Réception 2,1 2,3

Reinigungs- und Verpflegungsdienst 38,6 43,4

Technische Betriebe 5,5 5,0

Total im Durchschnitt besetzte Stellen 222,0 223,2

Bestand am 31.12. 283 277

40


SPITALVERBUND AR

Durchschnittlich besetzte Personalstellen 2002 2003

ohne Auszubildende

Total Personal in den Betrieben 601,9 604,1

Geschäftsleitung und zentrale Dienste 18,2 20,7

Gesamttotal 620,1 624,8

41


Impressum

Herausgeber: Spitalverbund AR, Heiden

Texte Patientengeschichte/Interview mit Alice Scherrer: Markus Rohner, Altstätten

Fotografie: Daniel Ammann, St.Gallen

Druck: Druckerei Lutz AG, Speicher


Postfach 500

9410 Heiden

Telefon 071 898 61 31

www.spitalverbund.ch

Kantonales Spital Herisau

Spitalstrasse 6

9100 Herisau

Telefon 071 353 21 11

Kantonales Spital Heiden

Werdstrasse 1

9410 Heiden

Telefon 071 898 66 66

Psychiatrisches Zentrum Herisau

Krombach 3

9101 Herisau

Telefon 071 353 81 11

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