LATVIJAS] - DSpace

dspace.lu.lv

LATVIJAS] - DSpace

1908).

Oder wenn man beobachtet hat, wie trefflich Climacium dendroides am Grunde

von Baumstämmen im Rasen anderer Moose meterhoch am Stamme emporklettert, so

erscheint das Vorkommen dieses Mooses auf der Oberseite niedrigerer Granitsteine ganz

verständlich.

Am Schluss möchte ich noch Ptilium crista castrensis erwähnen, welches un-

geachtet dessen, dass es ein typisches Erdmoos feuchter Fichtenwälder ist, bei Riga auf

trockenem Sandboden der Dünenkiefernwälder in einer Kümmerform, der var. pseudo-

molluscum Heugel,

vorkommt. Ich habe diese Art in einer der var. pseudomolluscum

nahestehenden Form auch auf Hirnschnitten von Stubben in Livland und dem russischen

Gouv. Pleskau gesehen. In derselben Form ist mir Ptilidium crista castrensis in Livland

auch auf Granitblöcken in Wäldern begegnet, was,

im Zusammenhange mit den vorher

erwähnten Standorten dieser Art, nichts Ungewöhnliches darstellt. Aus diesen Beispielen

dürfte es folgen, dass auch die „zufälligen" Vorkommnisse von Arten auf Blöcken für

die Standortsverhältnisse der betreffenden Art, sowie für die Ökologie der Blockmoose

überhaupt, einigen Wert besitzen können.

Beobachtet man längere Zeit die Moosvegetation eines Granitblockes in belichteter

trockener Lage, so gewinnt, man den Eindruck einer grossen Beständigkeit und Un-

berührtheit der Moosdecke. Ich habe im Laufe von 10 Jahren Grimmia Mühlenbeckii-

Rasen auf einem grösseren Blocke im Felde unberührt weiterwachsen gesehen, während

die Pflanzendecke des Feldes sich unter Kultureinflüssen fast alljährig

wechselte. Tat-

sächlich wird die Moosvegetation grösserer unbeschatteter Blöcke von Kultureinflüssen

im allgemeinen nur wenig berührt, die Fälle ausgenommen,

zerstört werden.

wo die Blöcke einfach

Sehr wesentlich für die Moosdecke der grösseren Blöcke scheint der Umstand zu

sein, dass die Moose vom Betreten ihrer Polster durch Menschen und weidendes Vieh

verschont bleiben. Dieses scheint dazu beizutragen, dass man

auf Blöcken oft eine

»Massen vegetation" einer einzigen Art vorfindet. Man findet Blöcke nur von

ganze einer

Art, wie Hedwigia albicans, Schistidium apocarpum,

Dicranum longifolium oder Stereodon

cupressiforme bedeckt. Wie es aus dem weiteren folgt, trifft man in den ersten

Stadien der Besiedelung der Blöcke durch Moose auf den Blöcken gewöhnlich mehrere

und oft sogar zahlreiche Arten an. Bei weiterer Entwicklung der Moosrasen schaltet

der Wettbewerb die Mehrzahl der Arten aus, was bei ungestörter Entwicklung

herrschen einer einzigen Art führen kann.

zum Vor-

Im Vorhergehenden, als die Rede von der Beständigkeit der Moosdecke der Blöcke

Kultureinflüssen gegenüber war, habe ich die trockene unbeschattete Lage

betont. In

der Tat ist die Moosvegetation beschatteter Blöcke äusserst leicht Kultureinflüssen aus-

gesetzt, nämlich in Fällen, wo die schattenliefernden Sträucher und Bäume gefällt

werden. Solche Katastrophen beobachtet man nach jedem Waldschlag.

können Veränderungen in der Moosdecke der Blöcke in feuchter Lage

Ebenso leicht

auf Moorwiesen,

Erlenbrüchern und ähnlichen Standorten infolge von Entwässerungen eintreten. Ein recht

anschauliches Bild dazu liefert uns die Geschichte der Granitblockmoose einer Moorwiese

in Sawensee, Ostlivland. Am Ostrande der Moorwiese befinden sich zum Teil ab-

geholzte Erlenbrücher, in denen ebenso wie auf der Moorwiese Granitblöcke zerstreut

sind. In den Erlenbrüchern herrscht am Grunde von Blöcken Fissidens adianthoides

vor. An den Seitenflächen der Blöcke wächst: Homalia trichomanoides, Plagiochila

asplenioides, Lejeunea cavifolia, Lophozia barbata, Isothecium myurum, Plagiothecium

denticulatum, Drepanocladus aduncus und andere Arten. Die Oberseite der Blöcke

122

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine