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Schistidium-Rasen auf kleineren, niedrigliegenden

gilt von Grimmia patens,

Blöcken auf feuchten Wiesen. Dasselbe

einer im Gebiete selteneren Grimmia. Die Standorte dieser

Art in Ostlivland sind flache niedrigliegende Granitplatten auf feuchten Wiesen.

Die einheimischen Rhacomitrium- Arten scheinen ebenfalls etwas feuchte Standorte zu

bevorzugen. Aus diesem Grunde sind sie besonders auf Blöcken auf Moorwiesen häufig.

Auf kleineren Blöcken können die Rhacomitrium- Arten die Bodenfeuchtigkeit

langen. Auf grösseren Blöcken, wo dieses ausgeschlossen ist,

direkt er-

müssen sie die Luft-

feuchtigkeit durch Kondensation des Wasserdampfes ausnutzen (K. MÜLLER 1909).

Auch die stärkere Nebelbildung über feuchten Wiesen könnte diesen Arten die Wasser-

versorgung erleichtern.

Mit zunehmender Beschattung

der Blockoberfläche vergrössert sich auch der

Feuchtigkeitsgrad derselben. Dabei ist es, wie bemerkt wurde, ganz unmöglich die

Wirkung beider Faktore auf die Moosvegetation

zu trennen. Der Laubwald beeinflusst

die Moosvegetation der Blöcke ausser Fallaub und Schatten auch durch seine bedeutende

Luftfeuchtigkeit.

Dieses kommt auch schon dadurch zum Ausdruck, dass im Verein der

Waldbeschattung eine beträchtliche Anzahl von Lebermoosen auftritt. Als eine ausgesprochene

hygrophile Art unter den Blockmoosen des Waldes ist Fissidens adianthoides

zu verzeichnen. Diese Art ist am Grunde von Granitblöcken in Erlenbrüchern und

feuchten Waldniederungen häufig.

Der typische Hygrophyten -Verein tritt auf überrieselten und untergetauchten

Blöcken auf. Die häufigsten Arten dieses Vereins sind: Dichonodoniium pellucidum,

Fissidens adianthoides, Schistidium apocarpum, Fontmalis antipyretica, F. gracilis,

F. sparsifolia, Brachythecium rivulare, Oxyrrhynchium rusciforme, Leptodictyum ripa-

rium, Hygroamblystegium filicinum, H. irriguum und Hygrohypnum palustre. Seltener

treten hier auf: Fissidens crassipes, Schistidium lineare, Hygroamblystegium filicinum

var. fallax, H. fluviatile, Thamnium alopecurum und Haplozia riparia.

Es muss betont werden, dass selbst für die ausgesprochenen xerophytischen Arten

des Grimmiaceenvereins doch ein Minimum von Feuchtigkeit

erforderlich ist. Bei über-

grosser

Trockenheit bildet selbst Grimmia Mühlenbeckii nur Kümmerformen aus. An

einem gegen Süden stark geneigten, trockenen, kurzgrasigen Abhang unweit Ramotzky

in Livland, konnte ich am oberen Teile des Abhanges auf den daselbst reichlich zer-

streuten Blöcken nur Flechten und Grimmia Mühlenbeckii in schwarzen spärlichen Rasen

konstatieren. Granitblöcke, welche dagegen am Fusse des Abhanges in ebenfalls un-

beschatteter Lage aber in der Nähe eines kleinen Quellrinnsals standen, waren von

üppig

fruchtender Grimmia Mühlenbeckii bedeckt, zu welcher sich Rhacomitrium hetero-

stichum gesellte. Auf trockenen freien Anhöhen habe ich öfters auf einer grösseren An-

zahl von Blöcken nur Flechten angetroffen und Moose gänzlich vermisst, was

ich mit

der starken Belichtung und dem austrocknenden Einflüsse des Windes in Zusammenhang

bringe. Eine sehr grosse Dürre scheint Ptilidium ciliare, zu ertragen können, da ich

diese Art mehrfach auf Blöcken in sehr trockener Lage zwischen Flechten als einziges

Moos angetroffen habe.

Mit dem Einflüsse von Feuchtigkeit und Schatten ist die Abhängigkeit

teilung der Moose auf den Blockflächen von der Himmelsrichtung

der Ver-

verbunden. Aus-

gesprochene Xerophyten wie die meisten Grimmia-Arten kommen unabhängig

von der

Himmelsrichtung auf allen Blockflächen vor, während die hygrophileren Arten, wie z. B.

Schistidium apocarpum deutlich die Nord- und Ostseite der Blöcke bevorzugen. ist

hier das Gleiche wie bei den Baumstämme bewohnenden Epiphyten

zu konstatieren.

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