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Vertretern der Ordnung weist der Unterkiefer, um diesem Druck zu widerstehen, ausser

der starken Höhe noch einen auffallend dicken Unterrand auf.

Viele Vertreter der Accipitriformes

befinden sich in unserer Tabelle in der von oben

gerechnet zweiten horizontalen Reihe, besitzen also, ungeachtet der Anforderungen des

räuberischen Lebens an die Beisskraft, eine relativ niedrige Mandibula. Der Widerspruch

ist aber nur ein scheinbarer. Durch Herbeiziehen der Tabelle I kann nämlich festgestellt

werden, dass gerade den in Frage kommenden Gattungen

interessanterweise eine nur

kurze Pars anterior zukommt, und dass folgerichtig der Hebelwiderstand beim Beissen

hier viel schwächer ist als bei langschnäbligeren

auch niedrig bleiben.

Formen. Darum darf der Unterkiefer

In einem weitern schönen Einklang mit der hier vertretenen Auffasung

steht die

Tatsache, dass die nur kleine Insekten fangenden und sie ganz verschluckenden Vögel

(vgl. in unserer Tabelle die Rubriken Coraciiformes) bloss geringe

entsprechend

minimalen Anforderungen.

Höhenmasse besitzen,

den an die Unterkiefermuskulatur, bezw. knöcherne Mandibula, gestellten

Die Schwankungen des Processus mandibularis posterior bewegen

sich in ziem-

lich weiten Grenzen. Klein —6% bis 10%—finde ich ihn bei Fulica, Gallinula, Colymbus,

Alca, Otis und Leptoptilus; mittelgross

— 1 1°/ bis 20% der

0 Länge der Pars —

posterior

bei Colinus, Crax, Pavo, Opisthocomus, Charadrius, Numenius, Vanellus, und Geronticus.

— Gross 2l°/o bis 30% - erscheint

der Fortsatz bei fast allen Galliformes, sowie Cariama,

Limosa, Platalea, Eudocimus, Plegadis, Chauna, Lophodytes, Anser und Tachyeres. Einen

sehr grossen

— 31%

bis 40% —

Processus

besitzen viele Anseriformes, Haematopus,

Ancylochilus und Phoenicopterus, und einen ausserordentlich — —

grossen

41% bis 50%

ein Teil der Anseriformes, Tetrao und Gallinago. Darüber hinaus gehen

Anas (51%), Tadoma (51°/ 0 ) und Scolopax (75% und 80%).

Um die funktionelle Bedeutung

die Masse bei

des Processus mandibularis posterior beurteilen zu

können, muss man sich vergegenwärtigen, dass er, wie bereits erwähnt, den hintern Arm

des am Quadratum artikulierenden Unterkieferhebels darstellt. Aus den soeben ange-

führten Massen und noch leichter und ausführlicher aus des Tabelle IV, 1

) verglichen mit

den in Kap. 111 mitgeteilten Tatsachen über die Ernährungsweise der Vögel,

nun, dass grosse und darüber hinaus gehende Masse in der Hauptsache

ersehen wir

den ständig

äsenden Galliformes, den den Schlamm durchstöbernden und durchseihendenAnseriformes

und Phoenicopteriformes, oder aber den mit dem Unterkiefer eine nagende

und feilende

Bewegung ausführenden Psittaciformes zukommen. Also lauter solchen Vögeln, die den

Unterkiefer ausserordentlich oft und dazu rasch bewegen müssen.

Der lange Processus posterior kann dabei nach zwei Richtungen

1. ermüdet er als langer

hin nützlich sein:

Hebel weniger die Digastricus-Muskulatur (vgl. Kap. II), oder,

was morphogenetisch auf dasselbe hinausläuft, er gestattet für den gleichen Krafteffekt

eine sparsamere Ausbildung dieser Öffner-Gruppe; 2. resultiert infolge der grösseren

Entfernung der Muskelinsertionsstelle vom Drehpunkt des zweiarmigen Mandibularhebels

ein viel präziseres Regulieren der Abwärtsbewegung

des Unterschnabels.

Den nun zuletzt zu besprechenden biologischen Ursachen der Gesichtsschädelnei-

gung nach unten sei wiederum eine gedrängte Aufzählung der darauf bezüglichen Masse

vorausgeschickt. Dabei ist stets im Auge zu behalten, dass, während im nachstehenden

von der Zunahme der Gesichtsschädelneigung

die Rede ist, der vom Aussenrand des

knöchernen Oberschnabels und dem Jochbogen gebildete, nach unten offene Winkel

immerfort kleiner wird.

') In dieser Tabelle sind auch solche Arten berücksichtigt worden, die statt eines regelrechten P. posterior

entweder eine Verlängerung des Aussenrandes der oberen Fläche der Pars articularis, oder aber eine Verlängerung der

Fossa posterior aufweisen.

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