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Die Nr. 1 PRE-SHOW im Wrestling Business - PCWA

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<strong>Die</strong> <strong>Nr</strong>. 1 <strong>PRE</strong>-<strong>SHOW</strong> <strong>im</strong> <strong>Wrestling</strong> <strong>Business</strong><br />

Exklusives Material vom <strong>PCWA</strong> CORE 2012– Nur für echte Fans!<br />

Flashback – irgendwann vor Vendetta 84<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Berlin bei Nacht. Regentropfen zerplatzen auf dem feucht glänzenden Asphalt. Jeder von ihnen<br />

bitter wie ein verlorener Traum, <strong>im</strong> Hintergrund das gleißende Licht des hell erleuchteten<br />

Phoenix Centers. Der Mann, der einmal Adam Reynolds war, hebt seinen Blick müde gen<br />

H<strong>im</strong>mel, den Kragen seines Mantels gegen den beißenden Wind hochgeklappt. Hatte auch er<br />

einmal Träume? Waren sie zerplatzt wie der Regen? Um sich selbst abzulenken, zieht er etwas<br />

aus der Tasche.<br />

„Mir hat dein Gespräch mit Robert letzte Vendetta außerordentlich gut gefallen. Ich war sogar<br />

ein bisschen neidisch… nein… eifersüchtig trifft es besser!“<br />

<strong>Die</strong> sonore St<strong>im</strong>me aus dem Hintergrund reißt ihn aus seinen Gedanken. Adam senkt den Blick<br />

wieder und blickt in das diabolisch lächelnde Gesicht von Gabriel Lucifer.<br />

Für einen Moment, einen kurzen nur, treffen sich die Blicke der beiden und verharren<br />

aufeinander. Dann aber wendet Adam sich wieder dem Ding in seiner Hand zu, einem<br />

unscheinbaren runden Gegenstand. In der anderen Hand hält er auf einmal ein Messer.<br />

Adam: „Vielleicht sind Eifersucht und Neid ja die Kräfte, die Männer wie uns antreiben.“<br />

Als Adam den Granatapfel aufschneidet, findet er mindestens die Hälfte der roten Zellbeeren<br />

von einem dunkelgrünem Sch<strong>im</strong>melpilz überzogen, und das, obwohl er die Frucht erst gestern<br />

gekauft hatte. Es ist Nacht und der Mond scheint hell, Gabriel Lucifer seine einzige<br />

Gesellschaft und er hat schlicht und einfach viel zu viel Appetit auf etwas Frisches, Gesundes,<br />

um jetzt so einfach aufzugeben. Ohne sich von seiner Aufgabe zu lösen, wendet er die Worte<br />

wieder an sein Gegenüber.<br />

Adam: „Aber sollten wir diesen Quatsch nicht längst hinter uns haben?“<br />

Wieder blickt er kurz zu Lucifer auf, teilnahmslos, nur um sich dann wieder seiner Frucht zu<br />

widmen. Adam schnuppert an den kavernenartigen Innereien des exotischen Apfels. <strong>Die</strong><br />

versch<strong>im</strong>melten Stellen, die dort dunkelbraun matschig verblassten Beeren, riechen nicht<br />

eigentlich scharf, vulgär oder faulig, sie riechen eher nach Staub und altem Mehlpulver,<br />

irgendwie nach einer Assoziation von Tod.<br />

Adam: „Erinnere dich an deine Kindheit, Lichtbringer. An die Zeit vor dem großen Fall, als die<br />

Welt noch ein bunter, ein fröhlicher Ort war. Erinnere dich an…“


Ehe Adam die Worte zu Ende sprechen kann, stürmt sein Gegenüber unvermittelt auf ihn zu<br />

und zieht dabei eine seiner Spritzen hervor, um sie ihm direkt in den Hals zu rammen. Mit einer<br />

blitzschnellen Reaktion, die man ihm eigentlich nicht zugetraut hätte, schlägt Adam Lucifer<br />

aber die Spritze aus der Hand. Das dünne Glas tanzt kurz auf dem Asphalt, wird dann vom<br />

schweren Stiefel des ehemaligen Last Warriors zermalmt. Kopfschüttelnd weicht Adam einen<br />

Schritt zurück.<br />

Adam: „Tztztz. Willst du alles zerstören? Bist du bereit, aus Eifersucht so weit zu gehen?“<br />

Mit einer Mischung aus Unglaube und Ekel blickt er ihn an. Lucifer dagegen zieht langsam eine<br />

weitere Spritze aus der Tasche. Noch einmal wird ihm der letzte Krieger nicht entkommen<br />

können.<br />

Gabriel Lucifer: „Es muss. Wir wollen auf eine kleine Reise gehen!“<br />

Adam lacht leise in sich hinein.<br />

Adam: „Oh, wie lange habe ich diesen Satz nicht mehr gehört. Reisen führen uns <strong>im</strong>mer an<br />

Ziele, die wir genauso gut mit unseren Gedanken erreichen könnten. Also, wohin willst du uns<br />

führen?“<br />

Gabriel Lucifer: „Oh, das werden wir sehen. Lassen wir uns überraschen, wohin das<br />

Halluzinogen uns führt…“<br />

Er hebt die zweite Spritze, bereit, sie Adam in den Leib zu stoßen.<br />

Adam: „Keine Halluzinogene für dich?“<br />

Schallend verfällt Lucifer in einen ekelerregenden Lachanfall und tritt einen Schritt auf Adam<br />

zu.<br />

Gabriel Lucifer: „Ich brauche so etwas nicht!“<br />

<strong>Die</strong> Spitze der Nadel ist nur Zent<strong>im</strong>eter von dessen Kehle entfernt. Der letzte Krieger aber<br />

lächelt.<br />

Adam: „Ich auch nicht.“<br />

Er hebt die Hände. In diesem Moment zerspringt die Wirklichkeit um die beiden herum in<br />

Scherben.<br />

Off Camera<br />

Ein Trümmerfeld inmitten einer Großstadt, umgeben von einem Bauzaun. Der eherne Mythos<br />

betrachtet seine Hände. Sie sind weniger faltig als zuvor.<br />

Gabriel Lucifer: „Wo sind wir hier?“<br />

Adam muss lachen.<br />

Adam: „Das fragst ausgerechnet du mich? Wir sind, wo <strong>im</strong>mer du sein möchtest.“<br />

Er blickt sich um und senkt nachdenklich sein Haupt. Zu viele Erinnerungen sind mit diesem<br />

Ort verbunden. Ernst geht er kurz in die Knie und hebt etwas vom Boden auf. Wir erkennen<br />

einen zersplitterten Steinbrocken in seinen Händen.


Adam: „Das war einmal die Basis, auf der alles errichtet war. Der Grundstein. Sie haben dieses<br />

Gelände nicht angetastet, seit…“<br />

Er kommt ins Stocken, blickt dann aber Gabriel Lucifer mit entschlossener Miene an.<br />

Adam: „… seit ein terroristischer Anschlag am 21. November 2007 die GCW Arena in die Luft<br />

gesprengt hat.“<br />

21. November. Da war doch was. Ach ja.<br />

Adam: „Damals wurde uns alles genommen. Unser Job, unsere Karriere… unser Leben.<br />

Zerstreut in alle Winde sind wir heute, die Männer und Frauen von German Championship<br />

<strong>Wrestling</strong>. Viele haben es damals nicht geschafft. Das hier ist meine Vergangenheit, Lucifer.<br />

Langweile mich nicht mit Dingen, die ich bereits kenne. Was ist mit deiner eigenen<br />

Geschichte? Erzähle sie mir.“<br />

Gabriel Lucifer: „Meine Geschichte? Ich habe sie schon so oft erzählt. Alle langweilen sich nur<br />

noch. Der nahende Quest 4 the Best ist sowas wie mein Schicksal, auch wenn ich nicht an<br />

Schicksal glaube. Aber es gibt eine gewisse Kontinuität be<strong>im</strong> Quest 4 the Best, die meine<br />

Geschichte maßgeblich gestaltet hat.“<br />

Ein Lichtblitz. Adam und Gabriel kneifen die Augen zusammen und als sie diese wieder öffnen<br />

befinden sie sich auf einem Friedhof. Lucifer reagiert zuerst und erblickt einen ganz<br />

best<strong>im</strong>mten Grabstein. Sofort sinkt er auf die Knie.<br />

Gabriel Lucifer: „Sie war mein Ein- und alles musst du wissen. Deshalb ließ ich sie ziehen. Seit<br />

so vielen Jahren ist sie nun schon fort. Auch wenn es nun endgültig ist…“<br />

Adam betrachtet die Grabinschrift. Der Name Runa Lillith Heritage prangt auf dem Stein.<br />

Adam: „Verspürst du Trauer?“<br />

Gabriel Lucifer: „Trauer? Ach, ist alles nur männlicher Ego-Quatsch. So als müsstest du dich<br />

<strong>im</strong> Ring beweisen. Wir sind harte Jungs und wir wollen nicht wie Loser aussehen. Ich glaube<br />

wir haben unser Leben lang soviel Angst davor, dass man uns als schwach bezeichnen<br />

könnte, dass wir bis zu unserem Tode niemals unser wahres Ich zeigen. Hast du keine Angst<br />

davor, dass du stirbst und Niemand auf der ganzen Welt hat dich jemals gekannt?“<br />

Adam schweigt einen Moment. Sein Blick verliert sich <strong>im</strong> Nirgendwo, erscheint wieder<br />

unendlich müde. So als würde er sein Gegenüber gar nicht mehr richtig wahrnehmen.<br />

Adam: „Ich kannte einmal einen Mann, der hat gesagt: Nur die Erinnerung schafft Ewigkeit.<br />

Stirbt sie, stirbt alles.“<br />

Nun blickt er Gabriel Lucifer wieder direkt an.<br />

Adam: „Vielleicht hatte Tresalem Avelino zumindest in dieser Beziehung ja recht. Es sollte<br />

<strong>im</strong>mer jemanden geben, der sich an uns erinnert. Nicht an das, was wir vielleicht vorgeben zu<br />

sein, nicht an das, was PR-Manager und Promoter aus uns machen. Vielleicht bin ich ja genau<br />

deswegen hier, um Patricia das zu geben, was ich selbst nie hatte. Nicht an eine Kunstfigur aus<br />

dem Fernsehen soll sie sich erinnern, nicht an den ‚Last Warrior‘, eine groteske Witzfigur aus<br />

überzeichneten Klischees. Sondern an mich, eine Person aus Fleisch und Blut. Ja, es ist<br />

wichtig, dass es Menschen gibt, die dich kennen, Gabriel Lucifer.“<br />

Nachdenklich verharren seine Augen auf dem vor ihm am Boden kauernden Mythos und seiner<br />

durchaus bizarren Erscheinung.


Adam: „Ich hoffe für dich, dass hinter deiner Schminke, hinter deinen Intrigenspielen und<br />

hinter deiner ganzen Bosheit überhaupt noch ein Mensch existiert, den zu kennen jemandem<br />

etwas bedeuten könnte.“<br />

Immer noch auf den Knien vor Runas Grab verharrend betrachtet Gabriel seine vom Dreck<br />

besudelten Hände auf denen er sich bis eben aufgestützt hatte. <strong>Die</strong> Falten sind wieder da. Er<br />

erhebt sich lächelnd und starrt zu Reynolds.<br />

Gabriel Lucifer: „Ich will nicht, dass mich jemand kennt. Ich will, dass sie meine Version<br />

glauben. Runa kannte mich und das genügt.“<br />

Adam runzelt die Stirn. Gerade kommt ihm ein Gedanke. Ein böser Gedanke.<br />

Adam: „Hast du etwas mit ihrem Tod zu tun?“<br />

Der eherne Mythos schließt die Augen und dann erscheint abermals dieser helle Lichtblitz.<br />

Adam kann widerstehen, lässt seine Augen geöffnet und findet sich plötzlich in einer öden<br />

Wüstenlandschaft wieder.<br />

Trockene Luft und roter Sand auf seiner Haut. Adam schließt kurz die Augen.<br />

Adam: „Australien. Das Outback. Natürlich. Ich könnte mir keinen beschisseneren Ort<br />

vorstellen, aber zugleich auch keinen schöneren.“<br />

Er breitet die Arme aus und atmet ein.<br />

Adam: „Devil’s Bitch. Catlyn LeFay. Ich habe sie lange gesucht, aber sie wollte nicht gefunden<br />

werden. ‚Eine Hütte irgendwo <strong>im</strong> Outback‘ ist auch nicht gerade die Adresse, die dein Postbote<br />

schnell findet. Sie hat Patricia unter ihre Fittiche genommen, als die Zeit reif dafür war.<br />

Manchmal frage ich mich, ob ich meine Tochter besser gleich dem Teufel persönlich<br />

überlassen hätte, aber sie hat ihr alles beigebracht, was man zum Überleben braucht. Und<br />

irgendwie hat sie auch mir alles beigebracht, auch wenn sie das vermutlich nicht einmal selbst<br />

ahnt.“<br />

Er stockt plötzlich und geht in die Knie. Tränen rinnen seine Wangen hinunter.<br />

Adam: „Ich habe mich nie bei dir bedankt, Cat. Ohne dich hätte ich es niemals geschafft.“<br />

Plötzlich berührt etwas seine Hand. Instinktiv greift Adam mit den Fingern danach und<br />

tatsächlich bekommt er etwas Papier zu fassen. Einen Brief. Der Wind muss ihn herangetragen<br />

haben, ohne dass er es gemerkt hat. Eine geschwungene Handschrift verrät den Adressaten<br />

dieser seltsamen Post: „Für einen Freund“.<br />

Adam starrt den Brief für einen Moment an, dann steckt er ihn wortlos ein.<br />

Gabriel Lucifer: „Dank? Ein unbekannter emotionaler Ausbruch in unserem <strong>Business</strong>. Bei mir<br />

hat sich noch nie jemand bedankt. Undankbarkeit begleitet mich seit ich die <strong>PCWA</strong> betreten<br />

habe. Doch ich ertrage das, indem ich schlichtweg <strong>im</strong>mer kälter werde.“<br />

Adam rappelt sich wieder auf. Ernst blickt er Gabriel Lucifer an.<br />

Adam: „Du bist dran.“<br />

Ein vermodertes Haus. Beide stehen sie davor. Gabriel schmunzelt, stößt die knorrigen<br />

Eingangstüren auf und betritt sein langjähriges Domizil, das House of Horror, welches von<br />

Azrael Rage später in die luxuriöse Cradle of Graves umgebaut wurde, nachdem Gabriel ihm<br />

sein Anwesen nach seinem zwischenzeitlichen Abtreten vermacht hatte. Alles erscheint nun<br />

wie früher. Das alte Geländer, der erkaltete Ofen und die großen Wandgemälde. Mit seiner


lassen Hand fährt der Hausherr über die Wände und wirkt zehn Jahre jünger. Er lächelt kurz,<br />

wirkt glücklich, doch dann wieder ein Blitz und prompt wechselt man wieder den Ort.<br />

Schockiert schaut Lucifer drein als er realisiert, wo er sich befindet und beginnt zu schreien.<br />

Gabriel Lucifer: „Nein, nein, nein! Nicht schon wieder!“<br />

Schweigend blickt Adam zu einem verzweifelten Gabriel Lucifer, der wütend mit den Fäusten<br />

gegen die Tür eines verrammelten und nicht mehr genutzten Gebäudes schlägt.<br />

Adam: „Das ist… die Zukunft?“<br />

Traurig dreht Gabriel sich um und lehnt sich an die Tür.<br />

Gabriel Lucifer: „Immer und <strong>im</strong>mer wieder enden meine Reisen genau hier. Seit je her steht<br />

alles was ich tue nur unter einer einzigen Prämisse – Das hier zu verhindern!“<br />

Während Lucifer kopfschüttelnd an der verbarrikadierten Pforte auf den Hosenboden rutscht<br />

und sein Gesicht dann hinter seinen faltigen Händen verbirgt, geht Reynolds einige Schritte<br />

zurück und betrachtet den heruntergekommenen Komplex.<br />

Gabriel Lucifer: „Auch wenn es keiner mehr hören kann. Meine Aufgabe ist es, das<br />

Gleichgewicht in der <strong>PCWA</strong> aufrecht zu erhalten. Mir ist egal, was sie von mir denken. Sie<br />

halten mich für einen Scharlatan, der sich die Wahrheit so dreht, wie sie ihm gerade passt.<br />

Dabei ahnen sie nicht, dass ich stets nur ihr bestes will. In jedem meiner Albträume lande ich<br />

an diesem schrecklichen Ort. Das ist der Grund, warum ich ihnen ihre Träume nehme, weshalb<br />

ich die Normalität als etwas Besonderes empfinde. Für jeden anderen besteht der Sinn darin,<br />

Kämpfe zu gewinnen, Triumphe einzufahren und sich <strong>im</strong> Blitzlichtgewitter für errungene<br />

Erfolge zu rühmen. Doch ich kenne das Ende und es ist alles andere als normal. Ich kann nicht<br />

genießen, was sie genießen, weil ich weiß, dass es nicht von Dauer sein wird. Nur ab und an<br />

überkommt es mich und dann will ich sein wie sie – ein ganz normaler Wrestler. Ist das<br />

verwerflich, Adam? Darf ich nicht, und wenn nur für einen einzigen Augenblick, NORMAL<br />

sein?“<br />

Adam greift nach Gabriels Schulter.<br />

Adam: „Du musst dich nicht dafür schämen. Jeder sehnt sich einmal danach, einer von den<br />

‚ganz normalen Jungs‘ zu sein. Jemand, der an den Wochenenden nach Hause zu seiner Frau<br />

und seinen beiden Kindern fährt und zu seinem Hund, der ihm schon entgegen läuft, wenn er<br />

die Auffahrt herauf kommt. Aber so sind wir nicht, Gabriel Lucifer. Wir sind nun einmal die<br />

Männer, die ein anderes Leben gewählt haben. Wir sind die dreckigen Bastarde, die Regeln<br />

<strong>im</strong>mer wieder überschreiten und so dafür sorgen, dass Grenzen ausgeweitet werden. Wir sind<br />

Paris, der Hera, Athene und Aphrodite erst gegeneinander ausspielt, um dann selbst den Apfel<br />

einzukassieren. Alle anderen wollen nur sein, aber wir sind. Wir gehen nicht in der Masse<br />

unter, wir formen die Masse wo, wie sie uns gefällt.“<br />

Ein Funkeln liegt in seinen Augen.<br />

Adam: „Das ist wahre Macht – die Macht, Menschen nach deinem Willen zu lenken und sie mit<br />

einem Lächeln in den eigenen Untergang zu schicken, wenn dir der Wille danach ist.“<br />

Gabriel Lucifer: „Es ging mir nie darum, an der Seite der Mächtigen zu stehen. Ich tue das, weil<br />

ich Macht beschränken muss. Wenn irgendjemand zu viel Macht auf sich vereint, schreite ich<br />

ein. So war es be<strong>im</strong> Scheich, so war es be<strong>im</strong> Fight Club, so war es bei Bracchus, so war es bei<br />

Kerry & Gaelic und so ist es be<strong>im</strong> Schlächter!“<br />

Adam blickt ihn herausfordernd an. <strong>Die</strong> nun folgende Frage ergibt sich quasi von selbst.<br />

Adam: „Warum bist du wirklich an Robert Barkers Seite? Warum ordnest du dich ihm unter?“


Gabriel Lucifer: „Weil nur ich ihn kontrollieren kann! Deshalb muss ich den Quest 4 the Best<br />

gewinnen – nur dann habe ich eine Handhabe gegen ihn. Nur dann kann ich das hier ein- für<br />

allemal verhindern. Der Quest war schon <strong>im</strong>mer mein Schicksal – ich wusste nur nicht<br />

warum…“<br />

Er erhebt sich und gesellt sich zu Adam. Gemeinsam starren sie auf das leerstehende<br />

Gebäude. Noch <strong>im</strong>mer befindet sich in großen Lettern der alte Schriftzug am Dach.<br />

<strong>PCWA</strong> DOME<br />

Adam blickt zu den gigantischen Lettern hinauf, aber irgendetwas blendet ihn. Schützend hält<br />

er sich die Hand vor die Augen.<br />

Adam „So endet alles einmal. Unsere Zeit ist begrenzt und irgendwann ist auch das große<br />

ganze fort. Du hast die Trümmer der GCW Arena vorhin gesehen, dieses Schicksal war<br />

unvermeidlich. Warum sollte es der <strong>PCWA</strong> anders ergehen? Warum sollte es dir anders<br />

ergehen, Gabriel Lucifer? Es ist besser, mit einem Knall von dieser Welt zu gehen, als langsam<br />

vor sich dahin zu siechen, bis man nur noch Mitleid erregt. Auf dem Highway ins Nirvana zu<br />

rasen ist <strong>im</strong>mer noch lohnenswerter als mit der Straßenbahn dorthin, wo dich niemand mehr<br />

kennt.“<br />

Sein Blick ist zu seinem Gegenüber gewandert.<br />

Adam: „Manchmal muss man Dinge akzeptieren lernen und loslassen können anstatt sich<br />

ihnen entgegen zu stellen. Manchmal muss man Maske und Schminke fallen lassen, damit<br />

einen die Leute wieder kennen und… erkennen. Manchmal bedarf es nur eines unbedeutenden<br />

Anstoßes…“<br />

Weiter spricht er nicht. Gemeinsam starren die beiden Männer weiter auf die Ruinen des einst<br />

gigantischen Bauwerkes. Schließlich ist es Gabriel, der wieder das Wort ergreift.<br />

Gabriel Lucifer: „Niemals möchte ich wirklich hier stehen. Niemals möchte ich in der Zukunft<br />

diese schrecklichen Worte aussprechen müssen, die wie Donnerheil durch meine Ohren<br />

dringen und die ich mir stets ins Gedächtnis rufen muss, um nicht zu vergessen, warum ich<br />

wie ein Geist durch die heiligen Hallen dieser Liga wandle, nicht bereit zu gehen… Ich wage es<br />

nicht sie in Gänze hinauszuschreien, aus Angst, sie könnten wahr werden…“<br />

Adam: „Sprich es aus. Sage die Worte, vor denen du dich so fürchtest.“<br />

Da ist es wieder. <strong>Die</strong>ses unnachahmliche Lächeln des Mythos. Er senkt sein Haupt, schließt die<br />

Augen und breitet seine Arme aus.<br />

Gabriel Lucifer: „Au revoir…<br />

Der Blitz schlägt ein, alles ist hell erleuchtet. Adam und Gabriel sind nur noch schemenhaft zu<br />

erkennen, scheinen zu verschwinden. Ein versch<strong>im</strong>melter Granatapfel rollt einsam über den<br />

Boden. Wie ein Echo verhallt das fast verschluckte letzte Wort Gabriels…<br />

„…<strong>PCWA</strong>…“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Frustriert warf er sein Handy in die Ecke. Er wollte eigentlich gar nicht hier sein. Eigentlich<br />

hatte er eintausend andere Dinge zu tun die ihm jetzt zehntausendmal wichtiger währen als<br />

ausgerechnet hier in Berlin zu sein. Aber was sollte er jetzt noch tun? Er war hier. Entgegen


seiner Ankündigung war er nach Berlin gekommen. Ein weiteres Politikum stand nun also an.<br />

Ein weiteres Kapitel <strong>im</strong> Buch dieser Geschichte. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der<br />

Cryption Crown. Chris McFly Jr., der „Swingin’ Wrestler“, der „Renegade“, der Mann den sie<br />

Chicagos Finest nennen war nun doch nach Berlin gekommen um einen letzten Versuch zu<br />

unternehmen. Ein letzter Versuch ein letztes Match zu bekommen. Ein letztes Match bei dem er<br />

den Titel der Phoenix Crossover <strong>Wrestling</strong> Association verteidigen könnte. Ein Match. Nur ein<br />

verdammtes Match wollte er haben. Nur dieses eine Match in dem er sich von den vielen<br />

anderen Trägern dieses Titels vor ihm abheben könnte. Nur einmal diesem Titel die Ehre<br />

wiederbringen die ihm verloren gegangen ist.<br />

Und während in seinem Kopf das Chaos tobte weil die Verantwortlichen der <strong>PCWA</strong> ihm<br />

gegenüber hart blieben, setzte er sich niedergeschlagen auf das Bett seines Hotelz<strong>im</strong>mers. Er<br />

hatte versagt. Ganz einfach versagt. Er wollte nie wieder hierher kommen und hatte sich von<br />

einem Bengel wie Caleb Yuma zu einem Spielball seiner Geltungsphantasien machen lassen.<br />

Er wollte einfach nur wrestlen, in den Ring steigen und zeigen dass er mit seinen Vorbildern<br />

aus der Vergangenheit mithalten konnte. Wollte zeigen warum er der Durchstarter der letzten<br />

drei Jahre war. Und doch war alles was <strong>im</strong> blieb die Gewissheit das er zu einer Figur in einem<br />

Schachspiel verkommen war. Nicht Poker war das Spiel wie es ihm Person B, der<br />

Firmenrepräsentant einst gesagt hatte. Es war doch Schach. Es ging <strong>im</strong>mer darum sich gut zu<br />

zeigen und die besten Schlagzeilen zu produzieren. Und sie hatten ihn alle gelinkt. Er war<br />

beinahe ein Teil dieses Systems geworden. Beinahe ass<strong>im</strong>iliert von diesem Mikrokosmos<br />

genannt <strong>PCWA</strong>. Doch heute Nacht wird es enden. <strong>Die</strong> Frage wird jedoch sein, wie?<br />

Sein Gewissen hatte ihm richtig gehend befohlen noch einmal hier her zu kommen. Er hätte es<br />

nicht mit sich selbst vereinbaren können wenn er es nicht getan hätte. Und nun? Wieder hat<br />

ihm das Office, die Ligenleitung der <strong>PCWA</strong> untersagt den Cryption Crown Titel in einem<br />

Stipulations Match zu verteidigen. Kein Ladder Match. Kein Caged Match. Kein Weapons<br />

Match. Kein Tables Match. Gar Nichts. Es sei kein Platz bei diesem traditionellen PPV für ein<br />

Match dieser Art. Zumindest sagten sie dies. Und so starrte McFly auf den Titelgürtel der<br />

<strong>PCWA</strong> der nur wenige Schritte von ihm entfernt auf der Couch lag. Stolze Männer und Frauen<br />

hatten diesen Titel getragen. Melina, Blaze, Barquas. Er kannte Melina nur flüchtig. Nur wenige<br />

gemeinsame Kämpfe in der GWS und ein gemeinsamer Kampf in dieser anderen deutschen<br />

Liga. <strong>Die</strong> Cryption Crown war so geschichtsträchtig gewesen. Und er hätte ihr ein Stück dieser<br />

Geschichte wieder geben können. Er hätte für die Vergangeheit des DanMan Parts stehen<br />

können. Doch er hatte schlicht und ergreifend kein Mittel gefunden um in den Wirren des<br />

„Systems <strong>PCWA</strong>“ zu bestehen.<br />

Und so wird er tun was er tun muss. Er wird jetzt seine Sachen packen und noch einmal in die<br />

Arena fahren die sie <strong>PCWA</strong> Dome nennen. Das Phoenix Center wird er noch ein weiteres und<br />

letztes Mal betreten. Um etwas Unrühmliches auf eine unrühmliche Art und Weise zu Ende zu<br />

bringen. Er wird in den Titel abgeben. Aber nicht einfach so. Er könnte in den Ring steigen und<br />

wieder eine seiner s<strong>im</strong>plen aber beleibten In Ring Promos bringen. Er könnte sich spektakulär<br />

auf irgendeine Konstruktion stellen und den Titel in den Ringwerfen. Aus 20 Metern Höhe über<br />

dem Ring, von der Deckenkonstruktion der Halle herunter. Er könnte den Titel in den Müll<br />

werfen und damit symbolträchtig zeigen was er von dem Verhalten der <strong>PCWA</strong> hält. Er könnte<br />

damit einmal mehr seinen neuerrungenen Ruf als „Renegade“ gerecht werden. Könnte so für<br />

die Schlagzeilen, die Headlines sorgen die hier um so vieles wichtiger zu sein schienen als<br />

wirkliches <strong>Wrestling</strong>. Als wirkliches Können <strong>im</strong> Ring. Doch er wird es nicht so spektakulär<br />

machen. Wofür? Für wen? <strong>Die</strong> Fans der <strong>PCWA</strong> hätten es verdient, keine Frage. Aber nicht die<br />

restlichen beteiligten. Kein Caleb Yuma dessen Geltungsbedürfnis über allem steht. Kein<br />

Valkos Heritage der ihn behandelt hat als wenn er nicht existieren würde. Keine Person B der<br />

ihn an der Nase herum geführt hat.<br />

Der Titel wird sang und Klanglos in einer billigen Plastiktüte eines billig Supermarktes wird er<br />

den Gürtel packen und einfach auf die Stufen des Hintereingangs legen. Der Gürtel wurde<br />

entwertet. Nicht durch ihn. Sondern durch das Verhalten derer die diesem Titel keinen Respekt<br />

mehr entgegen gebracht haben. In der Gewissheit alles versucht zu haben wird er das wertlose<br />

Stück Blech mit Leder in eine Tüte packen auf der Fürstengold steht und ihn einfach<br />

zurückgeben. Weglegen und damit das ad absurdum führen ad absurdum führen. Seine Zeit in<br />

Berlin ist vorbei. Schade. Schade um die Menschen die er nicht mehr wiedersehen wird.<br />

Schade um Adam Reynolds, ein Mann, der ein Vorbild ist. Schade um Pavus, der heute<br />

hoffentlich seinen Durchbruch feiern wird. Schade um die Fans. Schade, schade, schade. Aber


es soll nun mal so sein.<br />

Gerade als McFly den Titelgürtel in die Tüte gepackt hat. Klingelt sein Handy. Wer zur Hölle<br />

kann den jetzt noch etwas von ihm wollen?<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

I curse to hell the magistrate who granted this unholy fate<br />

But I know, I know I asked for this myself<br />

I’m bound by law to hell and it’s sick, sick, sick<br />

Humans have their needs, living in a fairytale, it’s tearing at the seams<br />

The dank reject, the devil in a dress, exactly what you see<br />

Sick, Sick, Sick, it’s sick, sick, sick<br />

.<br />

.<br />

owned by<br />

.


.<br />

.<br />

You made a mess of things<br />

My what a mess you’ve made<br />

I hate the way you make me feel<br />

I hate the way you make me<br />

In your world it’s cold outside<br />

So button up and open wide<br />

I hate the way you make me feel sick, sick, sick<br />

Oh woah, oh, oh, oh [x2]<br />

.<br />

.<br />

.<br />

<strong>PCWA</strong> CORE 2012 THEME<br />

„Sick, Sick, Sick“ by Bayside


http://www.youtube.com/watch?v=dzcinBtT0lE<br />

.<br />

.<br />

.<br />

If memory serves me correct I gave you all, you gave me less<br />

Your sexcapades deliver checks but can’t afford you self-respect<br />

And it’s sick, sick, sick<br />

Humans on their knees, living in a fairytale, it’s tearing at the seams<br />

The dank reject, the devil in a dress, exactly what you see<br />

Sick, Sick, Sick, it’s sick, sick, sick<br />

.<br />

.<br />

.<br />

LIVE<br />

FROM<br />

<strong>PCWA</strong> DOME<br />

BERLIN, GERMANY<br />

.<br />

.<br />

.


You made a mess of things<br />

My what a mess you’ve made<br />

I hate the way you make me feel<br />

I hate the way you make me<br />

In your world it’s cold outside<br />

So button up and open wide<br />

I hate the way you make me feel sick, sick, sick<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Einblendung: ´cause the GCWF will never die…<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Maybe love is looking for someone to fill up holes<br />

We grow up building lies with holes in all our walls<br />

The watch can fall but here you were with spare bricks to save the day<br />

And we pray it’s not too late<br />

Spare bricks can be dead weight<br />

Sick, Sick, Sick, it’s sick, sick, sick [x2]<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Der Bildschirm verdunkelt sich<br />

.<br />

.<br />

.<br />

STILLE<br />

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.<br />

.


Kerry & Gaelic<br />

.<br />

.<br />

.<br />

You made a mess of things<br />

My what a mess you’ve made<br />

I hate the way you make me feel<br />

I hate the way you make me


In your world it’s cold outside<br />

So button up and open wide<br />

I hate the way you make me feel sick, sick, sick<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Vincent Craven: „Herzlich willkommen! Das ist Berlin, das ist die Phoenix Crossover <strong>Wrestling</strong><br />

Association, das ist der CORE 2012! Mein Name ist Vincent Craven und an meiner Seite sitzt<br />

wie <strong>im</strong>mer..."<br />

Mike Garland: „... der großartigste Direkt<strong>im</strong>port, den Chicago, Illinois, jemals hervorgebracht<br />

hat. Ich bin Mike Garland und hier zuständig für gute Unterhaltung auf Weltniveau."<br />

Vincent Craven: „Dein Selbstbewusstsein in allen Ehren, aber allein schon die heutige Card ist<br />

ein Garant für viel Spannung. Nehmen wir nur einmal das Quest 4 the Best Turnier - gleich vier<br />

Athleten kämpfen um das diesen traditionsreichen Titel und das Recht, den nach diesem Event<br />

amtierenden Gerasy Champion herausfordern zu dürfen."<br />

Mike Garland: „Mad Dog, Blaze, Blake Milton oder Gabriel Lucifer - einer dieser beiden Männer<br />

wird am Ende dieses Abends triumphieren. Für Blaze wäre es schon der zweite Erfolg, alle<br />

anderen wollen sich diesen Titel erstmals sichern. Wer ist dein Favorit, Vincent?"<br />

Vincent Craven: "Ich denke, es wird ein enges Rennen geben. <strong>Die</strong> Internet-Community<br />

favorisiert ja Mad Dog, den ewigen Zweiten. Wer weiß, vielleicht schafft es der verrückte Hund<br />

ja erstmals, den Thron zu besteigen und seinen alten Makel abzulegen."<br />

Mike Garland: "Vincent, wovon träumst du nachts? Gabriel Lucifer n<strong>im</strong>mt an dem Turnier teil.<br />

L-U-C-I-F-E-R. Der Name allein wird seinen Gegnern die Hölle heiß machen. Er wird dieses<br />

Turnier gewinnen, da lege ich mich jetzt schon einmal fest."<br />

Vincent Craven: "Ich denke kaum, dass Blaze und Blake Milton es den beiden einfach machen<br />

werden. Aber kommen wir zu einem weiteren mit Spannung erwarteten Kampf. Der Tribune<br />

Champion Alistair Brunswick verteidigt seinen Titel gegen den Herausforderer Pavus<br />

Max<strong>im</strong>us."<br />

Mike Garland: "SUPERSTAR Alistair Brunswick bitte. Soviel Zeit muss sein. Eine klare<br />

Angelegenheit, Alistair hat nicht nur die ANGST auf seiner Seite, er ist seinem Gegner<br />

ringerisch auch deutlich überlegen. Pavus wird ihm nichts außer seiner puren Kraft entgegen<br />

stellen können und das dürfte kaum reichen, um sich den zweithöchsten Titel der <strong>PCWA</strong> zu<br />

sichern."<br />

Vincent Craven: "Wir werden es sehen. Alistair hat vielleicht die ANGST hinter sich, aber Pavus<br />

das Publikum. Der Titel gehört wieder in die Hände des Volkes!"<br />

Mike Garland: "Apropos ANGST: Ob Azrael Rage bereits welche vor Robert Barker, dem<br />

Schlächter, hat?"<br />

Vincent Craven: "Das glaube ich kaum. Er hat sich das Match um den Undisputed Gerasy Title,<br />

das höchste Gold der Liga, hart in einer Battle Royal und einem anschließenden Sieg über<br />

Blake Milton verdient. Wenn überhaupt jemand den Schlächter momentan überhaupt besiegen<br />

kann, dann das Schild der <strong>PCWA</strong>!"<br />

Mike Garland: "Wir haben also eine überaus interessante Card. Packen wir's an..."


Vincent Craven: "CORE 2012 - NUR LIVE BEI DER PHOENIX CROSSOVER WRESTLING<br />

ASSOCIATION!"<br />

–––––––––––– K&G/<strong>PCWA</strong> ––––––––––––<br />

CARD<br />

Opener<br />

-Möge der Beste gewinnen-<br />

<strong>PCWA</strong> Quest for the Best Halbfinale 1<br />

Singles Match<br />

vs.<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Sven Nitzschke)<br />

2nd Match<br />

-Möge der Beste gewinnen-<br />

<strong>PCWA</strong> Quest for the Best Halbfinale 2<br />

Singles Match<br />

vs.<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Johannes Ullrich)<br />

3rd Match<br />

-Rebellion des Volks-<br />

<strong>PCWA</strong> Tribune Title Match<br />

Singles Match


vs.<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: K<strong>im</strong> Feyerbach)<br />

Co Main Event<br />

-Regen <strong>im</strong> Lauf des Schlächters?!-<br />

Undisputed Gerasy Title Match<br />

Singles Match<br />

vs.<br />

Undisputed Gerasy Champion<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Charlie Swanson)<br />

Main Event<br />

-Möge der Beste gewinnen-<br />

Quest for the Best Finale<br />

Singles Match<br />

Sieger Match 1<br />

vs.<br />

Sieger Match 2<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Nelson Frider)<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------


<strong>Die</strong> Musik des Schlächters wird gespielt. In der <strong>PCWA</strong> ist es die Musik der Angst. Man fürchtet<br />

sie. Und wer sie nicht fürchtet begibt sich in Gefahr.<br />

<strong>Die</strong> Halle wird komplett verdunkelt. Kurze Riffs, wie von Messerschnitten gestückelt schneiden<br />

sich in die Ohren ihrer Opfer, bevor sich der Klang einer St<strong>im</strong>me so süß wie eine Lüge in ihre<br />

Gedanken schmeichelt…<br />

Je ne m'entends plus<br />

Je ne m'en sors plus!<br />

Aide-moi, rien qu'une autre fois!<br />

J'ai mâché mes mains<br />

Je ne sens plus rien<br />

Éteints moi!<br />

Je sais la vérité, l'ai toujours honorée<br />

Je sais la vérité, je l'ai toujours détestée<br />

…bis er abgelöst wird von der rauen, kratzigen St<strong>im</strong>me, der St<strong>im</strong>me der Wahrheit abgelöst wird<br />

und droht die Hirne der Ungläubigen, der Zweifler und der Opfer zu sprengen.<br />

J'ai sali les amants de ma langue de serpent<br />

J'ai enflammé nos chairs avec nos amours passées<br />

J'ai pleuré les avants, la rage des pères<br />

J'ai brûlé nos bancs, de toute ma haine, je me lève<br />

Während auf den Leinwänden blutige Highlight aus der Karriere des Schlächters präsentiert<br />

werden, während Szene um Szene durch einen Effekt wie herablaufendes Blut übergeleitet<br />

wird, betritt der Schlächter den Innenraum des <strong>PCWA</strong> Domes.<br />

Ce que tu ne peux sentir<br />

Tu n'as pas compris<br />

Tout ce qui me fait languir<br />

Tu n'as pas compris<br />

La vérité, tu ne l'as pas comprise


Sein Gesicht eine Fratze des Zorns, in seiner verkrampften Hand eine Art Leine. Jeder der<br />

einen zweiten Blick darauf verschwendet, erkennt, dass es sich um einen Gürtel handelt, doch<br />

das machen nicht viele, nachdem sie sehen, was er da hinter sich herzieht. Liegt das eine Ende<br />

doch fest in seiner Hand und das andere gefährlich fest um den Hals von Blake Milton gezurrt.<br />

Er zieht den jungen Wrestler kompromisslos und ohne ihn eines Blickes zu würdigen hinter<br />

sich her, während dieser versucht sich mit beiden Händen etwas Spielraum um den Hals zu<br />

verschaffen, um nicht zu ersticken.<br />

In diesem Moment trifft ihn aber der harte Tritt eines schweren Stiefels. Direkt hinter den<br />

beiden ist Patricia Selladore aus dem Entrance gekommen. Das ‚Living Dead Girl‘ ist diesmal in<br />

ein eng anliegendes schwarzes Kleid gehüllt, deren kurze Ärmel uns einen erschreckenden<br />

Blick auf die zahlreichen und teilweise frischen Narben auf ihren Armen gewähren, die dort ein<br />

feines netzartiges Muster bilden.<br />

Crawl on me<br />

Sink into me<br />

<strong>Die</strong> for me<br />

Living Dead Girl<br />

Patricia beugt sich kurz zu Milton hinunter und streichelt diesem in einem bizarr wirkenden<br />

Moment der Zärtlichkeit kurz über die Wange, bevor sie ihm einen weiteren Tritt verpasst. Ihre<br />

leer wirkenden Augen lösen sich von dem armen Security-Chef der <strong>PCWA</strong>, wandern kurz zu<br />

Barker und verlieren sich dann <strong>im</strong> Nirgendwo. Der Schlächter aber lacht.


<strong>Die</strong> Fans explodieren bei diesem Anblick. Hass schießt auf den Schlächter zu wie die Patronen<br />

einer einfachen Waffe in der Hand eines Polen, doch er verfehlt seine Wirkung, wird gestoppt<br />

von einer Kevlarweste aus Zorn.<br />

Es geht die Rampe abwärts und der Schlächter zieht aus purer Freude an der Qual besonders<br />

hart an dem Gürtel in seiner Hand und zur ungemeinen Freude Patricias strampelt Blake<br />

panisch mit den Beinen. Mit einem glucksenden Kichern zeigt sie mit dem Finger auf ihr Opfer<br />

und verspottet ihn. Der Junge schlittert wehrlos über den Boden, unfähig sich zu befreien,<br />

einzig und allein damit beschäftigt zu überleben.<br />

Am Ring angekommen springt Patricia katzengleich und in einer fließenden Bewegung auf den<br />

Apron und in den Ring, in den der Mann ohne Grenzen schnörkellos hineinslidet, sein Opfer<br />

noch <strong>im</strong>mer erbarmungslos hinter sich herzerrend. Blake kann lediglich versuchen möglichst<br />

schnell zu folgen, um nicht noch schl<strong>im</strong>mer verletzt zu werden. Er ist seinen Peinigern<br />

schonungslos ausgeliefert.<br />

Der Schlächter zieht ein Mikro hervor.<br />

‚Schlächter‘: „HEY! REGENLÄUFER!“<br />

Der Mann ohne Grenzen brüllt in das Mikro ohne auch nur in die Richtung des<br />

Entrancebereichs zu gucken, sich anscheinend sicher, dass der Teufel schon zuhören wird,<br />

egal wo er sich aufhält. Ganz offensichtlich hat er die Aktionen der letzten Vendetta nicht gut<br />

verkraftet und möchte nun ein paar Worte an den Mann richten, der ihn vor einem Monat<br />

gerichtet hat.<br />

‚Schlächter‘: „DU GOTTVERDAMMTER BASTARD HÖRST JETZT BESSER ZU!“<br />

Der Australier hinter ihm stemmt sich auf alle Viere und fängt sich dafür einen erneuten Tritt<br />

Patricias in den Magen. Als Antwort auf den kehligen Schmerzensschrei spuckt ihm der<br />

Schlächter ins Gesicht.<br />

‚Schlächter‘: „Alles was hier jetzt passiert, ist deine Schuld, Rage! Es ist deine Schuld, weil du<br />

einen GOTT attackiert hast!“<br />

Ein Monsun von Hass regnet auf den Schlächter ein und versucht ihn zu ertränken, doch sein<br />

Schirm aus Wut schützt ihn in diesem Moment davor. Zu nah sind noch die Gedanken an die<br />

letzte Show, an die Schmach die ihm der Regenläufer verpasst hat, als er den Schlächter<br />

überrumpelte und bewusstlos würgte.<br />

‚Schlächter‘: „Alles was diesem Non-Wrestler hier passiert…“<br />

Blake schmeckt Roberts bitteren Speichel. Und er kann es nicht auskosten, weil ihm die scheiß<br />

Luft wegbleibt.<br />

‚Schlächter‘: „…all das ist die Schuld des Regenläufers! Es ist die Schuld deiner Arroganz und<br />

deines Egoismus! Es ist die Schuld deines Versagens!“<br />

‚Möge der Regen fallen‘ – <strong>Die</strong>ser Satz, kurz bevor das kühle Nass auf ihn herabgeregnet ist, hat<br />

sich ihm eingeprägt. Wenn er es so in seinem Kopf wiederholt, fühlt sich an wie eine üble<br />

Beleidigung, wie ein heftiger Faustschlag in seine Leber. Nur dass es nicht seine Leber ist, die<br />

Giftstoffe in den Körper freisetzt, sondern sein Hirn, das Blutdurst ausschenkt.<br />

‚Schlächter‘: „Du willst der Schild der <strong>PCWA</strong> sein? Du willst sie vor dem Bösen retten? Vor<br />

dem Unheil in dieser Welt? … Vor der ANGST?“<br />

„RAGE! RAGE! RAGE!“


„RAGE! RAGE! RAGE!“<br />

„RAGE! RAGE! RAGE!“<br />

‚Schlächter‘: „Dann schau dir an, wie gut das funktioniert!“<br />

Ein Fingerzeig auf Patricia und sie tritt Blake hart gegen den Schädel. Ein einziger Tritt, gefolgt<br />

von einem unsicheren Blick. Sie spürt das Kribbeln in ihrem Körper, dieses Verlangen, diese<br />

Gier. Aber ein kaum wahrzunehmendes Kopfschütteln beendet die Erlaubnis des Schlächters.<br />

Patricia atmet tief ein, ballt ihre vor Erregung zitternden Hände zu Fäusten. Sie widersetzt sich<br />

ihm nicht, ist sich sicher, dass er in diesem Moment auch sie angreifen würde, obwohl oder<br />

gerade weil sie unschuldig an seiner Gemütslage ist.<br />

‚Schlächter‘: „Der Mann, der beinahe die Battle Royal gewonnen und statt dir den Kampf gegen<br />

mich hätte führen sollen, liegt vor mir und sabbert Blut wie Gabriel Lucifer vor nicht allzu<br />

langer Zeit noch Speichel!“<br />

Wo steckt der verdammte Mythos? Er hätte hier draußen sein sollen. Hätte an seiner Seite<br />

stehen und Blake quälen sollen. Und so gilt seine Wut nicht nur dem Regenläufer, sondern<br />

auch seinem eigenen Handlanger. Genauer gesagt, Handlangern. Es wird Zeit das er ein<br />

Zeichen setzt.<br />

‚Schlächter‘: „Und wo bist du? Wo bist du in diesem Moment in dem der Versager vor mir so<br />

dringend einen Schild bräuchte? Huh?! – Du versteckst dich! Du versteckst dich, weil du Angst<br />

hast!“<br />

Eine reine Provokation, ist sich Barker doch sicher, dass er beobachtet wird und kein Wort<br />

ungehört bleibt.<br />

‚Schlächter‘: „Und, bei allem was mir heilig ist, das solltest du auch! Du hast bei Vendetta 84<br />

den größten Fehler deines kleinen, erbärmlichen Lebens gemacht, als du es gewagt hast mich<br />

zu attackieren! Als du es gewagt hast einen GOTT zu attackieren! Es ist das ungeschriebene<br />

Gesetz der <strong>PCWA</strong>! NIEMAND fickt ungestraft mit dem Schlächter! NIEMAND!“<br />

Der vor Wut tobende Schlächter tigert durch den Ring, wie ein eingesperrtes Raubtier durch<br />

seinen Käfig. Patricias Blick folgt ihm, lauernd, fast unterwürfig. Aber sie bekommt keine<br />

weitere Erlaubnis, den am Boden liegenden Blake Milton ein weiteres Mal zu attackieren.<br />

Armer, hübscher Blake Milton.<br />

‚Schlächter‘: „DU hast dieses Gesetz gebrochen, Rage! DU hast dafür gesorgt, dass Milton<br />

heute nicht antreten können wird! War es dir das wert? War es dir den Verrat deiner<br />

ausgerufenen, dämlichen Ideale wert? Bist du wieder bereit andere zu opfern, um deinen<br />

egoistischen Zielen Herr zu werden? Bist du wieder einer derjenigen, die wissen, was es<br />

bedarf, um es in der <strong>PCWA</strong> zu etwas zu bringen? Willst du wirklich wieder der Undisputed<br />

Gerasy Champion sein? Huh, Rage? WILLST DU DAS?!? Willst du wirklich mit dem Schlächter<br />

ficken?!?“<br />

Er kotzt diese Worte Richtung Entrance-Bereich.<br />

‚Schlächter‘: „Na dann herzlichen verfickten Glückwunsch, Rage, von nun an fickst du mit dem<br />

besten!“<br />

Neben ihm huscht ein böses Lächeln über Patricias Miene. Gedanken an die letzte Nacht<br />

kommen in ihr hoch und es sind gewiss keine jugendfreien Gedanken. Sie hat das Stöhnen des<br />

Schlächters noch ebenso gut in den Ohren wie ihre eigenen lustvollen Schmerzensschreie.<br />

‚Schlächter‘: „Zu schade, dass es nur für eine verdammte Nacht reichen wird! Glaube mir,<br />

wenn ich dir sage: der Schlächter ist gottverdammtnochmal zu gut für dich! Unterstell mir<br />

ruhig Arroganz, so wie all die anderen Versager hier, doch <strong>im</strong> Gegensatz zu ihnen, wirst du in


knapp drei Stunden die Chance haben zu erkennen, dass ich nicht in Hyperbeln rede. Ich bin<br />

wirklich das verschissene fleischgewordene Non-Plus-Ultra!“<br />

Blake kommt gerade wieder zu sich und ein einziger Blick von Barker zu Patricia reicht, um<br />

diese erkennen zu lassen, dass sie den Jungen nun wieder bearbeiten darf. Armer, hübscher<br />

Blake Milton, schießt es ihr erneut durch den Kopf. So rein, so unschuldig, so perfekt, dass sie<br />

ihn einfach auf ihn stürzen muss, um all dem ein Ende zu bereiten. Etwas, auf das sie nun viel<br />

zu lange warten musste, doch wenn der Schlächter in diesem Zustand ist, traut nicht einmal sie<br />

sich ihm zu widersetzen. Keuchend springt sie auf den am Boden liegenden Security und<br />

beginnt mit gezielten Schlägen das Gesicht Miltons in etwas zu verwandeln, vor dem kleine<br />

Kinder Angst haben sollen.<br />

‚Schlächter‘: „Und deshalb wirst du den hier…“<br />

Er hebt seinen Undisputed Gerasy Titelgürtel in die Höhe und für einen Moment jagt ihm eine<br />

Erinnerung an seine erste <strong>PCWA</strong> Show durch den Kopf. Azrael Rage, Undisputed Gerasy<br />

Champion, steht <strong>im</strong> Ring und verkündet, dass er den Titel nie wieder verlieren wird, weil er<br />

stark und die anderen schwach sind. Als Rookie war er beeindruckt, weil er dem Teufel<br />

geglaubt hat, doch heute weiß er, dass Rage damals keine Ahnung hat, wovon er spricht. Er<br />

hatte keine Ahnung von wahrer Macht.<br />

‚Schlächter‘: „…niemals – gottverdammt niemals – wieder halten dürfen!“<br />

Denn nur die ANGST gebietet wahre Macht! <strong>Die</strong> Macht Leute dazu zu bringen Dinge zu tun, die<br />

sie niemals freiwillig getan hätten. Der Gürtel in seiner Hand ist dazu Krone und Hilfsmittel<br />

gleichermaßen. Er würde sich nicht damit zufrieden geben sich herauszuhalten und dabei<br />

zuzusehen, wie sich seine Herausforderer gegenseitig zerfleischen, so wie Rage es damals tat,<br />

bevor er entsorgt wurde. Nein. Er würde in die Geschichte als größter Schlächter aller Zeiten<br />

angehen und jeden Ansatz zu seiner Entthronung mit seinen eigenen Fäusten schon <strong>im</strong> Ke<strong>im</strong><br />

ersticken! Er ist nicht wie Rage!<br />

‚Schlächter‘: „Er ist mein und er bleibt mein, solange wie mir die Lust danach steht und so<br />

lange, Rage, wird niemand, nicht du, nicht der Regenläufer, nicht einmal der Teufel persönlich,<br />

jemals wieder sicher sein!“<br />

Ein letzter Blick zum Titelgürtel in der Höhe, dann flucht er in sein Mikrofon.<br />

‚Schlächter‘: „FÜRCHTE MICH!“<br />

Seine Musik wird gespielt und er reißt Patricia <strong>im</strong> Vorbeigehen an den Haaren nach oben.<br />

Zwingt sie ihm zu folgen. Er würdigt den Australier, der sich mühselig vom Gürtel um seinen<br />

Hals befreit, keines einzigen Blickes mehr.<br />

Vincent Craven: „Oh. Mein. Gott. Dürfen die das überhaupt?“<br />

Mike Garland: „Und ob die das dürfen! Robert Barker und Patricia Selladore, beide Mitglieder<br />

der ANGST, hier mit einer beeindruckenden Machtdemonstration. Blake Milton, <strong>im</strong>merhin einer<br />

der Halbfinalisten unseres Quest 4 The Best Turniers, wird hier vorgeführt. Der Schlächter mit<br />

deutlichen Worten in Richtung seines Herausforderers, die sicherlich Gehör gefunden haben."<br />

Vincent Craven: "Mike, wir sind hier <strong>im</strong>mer noch familienfreundliche Unterhaltung und die<br />

ANGST mißhandelt und demütigt einen Wrestler vor laufenden Kameras. Es muss endlich<br />

jemand diesem Tun Einhalt gebieten. Es MUSS!"<br />

Mike Garland: "Vergiss es. Azrael Rage packt vermutlich bereits seine Koffer, um rechtzeitig<br />

vor dem Match abzureisen."


Vincent Craven: "Hoffen wir nur, dass Blake Milton nachher überhaupt antreten kann. Es wäre<br />

ein Skandal, wenn er durch diese widerliche Aktion seine Chance auf einen großen Triumph<br />

verliert. Nutznießer davon wäre Gabriel Lucifer - welch ein Zufall."<br />

Mike Garland: "Was willst du damit sagen, Vincent? Wenn Blake Milton sich nicht gegen den<br />

Schlächter wehren kann, dann ist das <strong>im</strong>mer noch seine eigene Schuld. Schließlich hat er in<br />

den letzten Wochen mehrmals verkündet, dass er es sei, der Robert Barker aufhalten wolle.<br />

Vielleicht hätte er einfach seinen Mund halten sollen."<br />

Vincent Craven: "Mike! Das kann doch nicht dein Ernst sein! <strong>Die</strong>se Aktion dürfte die Feinde der<br />

ANGST nur noch fester zusammengeschweißt haben. Drücken wir Milton die Daumen, dass er<br />

sich rechtzeitig erholt."<br />

Mike Garland: "Pah."<br />

Er ging als Teufel… als Bestie… als Monster.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Ein Jahr in dem so viel passiert ist. Jemand entführte ihn, wollte ihn zum Teufel zurückkehren<br />

lassen. Er entkam. Eine Suche nach dem Täter erwies sich als erfolglos… bis jetzt.<br />

Ein neuer Verbündeter wurde gefunden. Pavus Max<strong>im</strong>us… ein treuer Freund.<br />

Töchter sind schwierig. <strong>Die</strong> Tochter des Regenläufers macht da keine Ausnahme. Sie wendete<br />

sich von ihm ab, weil er alles aufgegeben hatte, was sie liebte… er wollte kein Teufel mehr<br />

sein.<br />

Auf einmal führte er einen Kampf, den er nicht führen wollte. Den Kampf gegen einen Mann,<br />

den er schätzte, den er für einen großartigen Krieger hielt und der für das richtige antrat…<br />

John Smith. Doch dieser wandte sich ab und zog es vor auf dunkleren Pfaden zu wandeln.<br />

Bedauerlich. Schlussendlich setzte sich das Schild durch.<br />

Ein weiteres Schlachtfeld war ein Krieg, den er gegen sich selbst führte. So wurde er zum<br />

Regenläufer… zumindest wollte er das werden. Etwas fehlte noch.<br />

Schlussendlich kam das, was er <strong>im</strong>mer wollte, seitdem er es verloren hatte. Der Griff zu den<br />

Sternen. Zum Gerasy. Aber das erwies sich als schwieriger als gedacht… bis er in Blut<br />

neugeboren wurde… ENDLICH war er der Regenläufer und heute wird er die Regenwolken mit<br />

dem hellen Schein des Undisputed Gerasys aufhellen… Nun ist er die Bestie für die <strong>PCWA</strong>…<br />

Ein interessantes Jahr.<br />

So wird Azrael Rage aus den Gedanken gerissen, als Pavus die Kabine betritt. Ein freundlicher<br />

Handschlag unter beiden. Ein wenig irritiert blickt der Wikinger auf die Maske.<br />

Azrael Rage: „Auch wenn mich das Antlitz eher erfreut, habe ich das Gefühl, dass es bei<br />

einigen Leuten Unbehagen verursacht.“<br />

Ein Lächeln von Pavus.<br />

Pavus: „Bei mir nicht, ich habe schon weitaus schl<strong>im</strong>meres gesehen. Außerdem bin ich mir<br />

mittlerweile ziemlich sicher was hinter diesen Narben steckt.“


Ein Nicken von Rage und er n<strong>im</strong>mt Maske und Kapuze ab. Ein Lächeln auf dem narbigen<br />

Gesicht kommt darauf zu Vorschein, während Pavus seinen Freund von oben bis unten<br />

mustert.<br />

Pavus: „Wie ich sehe bist du schon vorbereitet?“<br />

Ein wenig fragend blickt Rage seinen Schüler und Freund an.<br />

Pavus: „Du hast schon Deine Ringklamotten an, meine ich.“<br />

Ein Nicken vom Regenläufer.<br />

Azrael Rage: „Ja… ehrlich gesagt, habe ich hier nur auf Dich gewartet. Ansonsten bin ich<br />

etwas zu aufgeregt, um still zu sitzen.“<br />

Pavus: „Das ich das noch erleben darf… Du bist aufgeregt? Das blieb mir bis jetzt<br />

verschlossen.“<br />

Azrael Rage: „Meistens überspiele ich das. Aber heute ist einer der größten Kämpfe meines<br />

Lebens. Ich könnte zweifacher Undisputed Gerasy Champion werden. Ich denke, da ist es in<br />

Ordnung mal etwas nervös zu sein.“<br />

Pavus: „Kannst du dir denn Nervosität gegen die ANGST leisten? Du weißt am besten was<br />

nachher auf dich zukommt und dass du bis in jede Pore deines Körpers konzentriert sein<br />

solltest.“<br />

Kurz ein nachdenklicher Blick auf die Decke des Raumes.<br />

Azrael Rage: „Weißt Du, ich denke das es hilfreich ist… Sicherlich ich habe meine Angst gegen<br />

Barker anzutreten abgelegt, aber ein wenig Vorsicht und Nervosität kann nicht schaden. <strong>Die</strong><br />

Arroganz des Schlächters lässt ihn irgendwann unvorsichtig handeln und blind ins Verderben<br />

rennen. Vielleicht ist das genau der Fehler, den ich rechtzeitig bemerke, weil ich aufmerksam<br />

bin, und nutzen kann.“<br />

Ein kritischer Blick von dem Hanseaten.<br />

Pavus: „Nutzen kannst? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du es zu nutzen weißt und auch<br />

nutzen wirst. Oder bist du etwa nicht siegesgewiss?“<br />

Eine abwehrende Handbewegung von Rage.<br />

Azrael Rage: „O doch, natürlich. Ich bin mir sicher, dass ich den Schlächter bezwingen kann<br />

und werde. Aber man muss <strong>im</strong>mer bei einem Gegner wie Robert Barker damit rechnen, dass er<br />

nicht fair antritt. Von daher bin ich lieber auf alles gefasst und nervös, bevor ich hinterher als<br />

Verlierer dastehe.“<br />

Ein nachdenkliches Zust<strong>im</strong>men von Pavus per Kopfnicken.<br />

Pavus: „Ich habe genau die selben Gedanken. Alistair ist auch nicht unbedingt für den Begriff<br />

sportliche Fairness bekannt. Aber heute werde ich über all das aufsteigen und nehme mir<br />

endlich, was mir zusteht. Koste es was es wolle!“<br />

Der Wikinger ballt die Faust vor seiner Brust, während die andere Hand in der Hosentasche<br />

den Schlagring umfasst – er fühlt sich so gut an und er wird dafür sorgen dass… ja wofür<br />

eigentlich?<br />

Pavus: „Wir beide haben heute eine einmalige Chance mein Freund. Du und ich gegen die<br />

Angst, Azrael. Heute können wir diesem Alptraum für die <strong>PCWA</strong> ein Ende bereiten!“


Ein Kopfschütteln von Azrael.<br />

Azrael Rage: „So weit ist es noch lange nicht. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, aber wir können<br />

ihnen einen schweren Schlag heute verpassen, indem wir ihnen zeigen, dass ihr Erfolg hier<br />

und heute vorbei ist.“<br />

Der Regenläufer steht auf, breitet die Arme aus.<br />

Azrael Rage: „Weißt Du, ich war eben in Gedanken dabei mein letztes Jahr Revue passieren zu<br />

lassen. Es gibt nur noch zwei Punkte für mich um anzudocken. Der Undisputed Gerasy heute<br />

Abend und der Entführer… Aber dieser scheint spurlos verschwunden zu sein. Also bin ich<br />

nun in der Gegenwart wieder eine Bestie, die für das steht, was diese Liga ausmacht. Für den<br />

Kampf… ich werde mich dem Schlächter stellen und werde ihn, singend und lachend besiegen,<br />

und wieder Gerasy werden. Damit schließt sich der Kreis und ich habe die Möglichkeit die<br />

<strong>PCWA</strong> in eine neue Zukunft zu führen.“<br />

<strong>Die</strong> Hände formen sich zu Fäusten.<br />

Azrael Rage: „Das ist meine Ode an den Regen. Mein Gesang für mich selber. Mein Erfolg für<br />

die <strong>PCWA</strong>…“<br />

<strong>Die</strong> Fäuste öffnen sich wieder und Azrael setzt sich wieder. Ein wenig beunruhigt blickt er in<br />

seine Narben an den Händen. So als ob er in ihnen lesen würde.<br />

Azrael Rage: „Es war nur ein kurzes Jahr, aber es war ein sehr langer Weg hierher… einen Weg<br />

für den ich geschwitzt, geweint und geblutet habe… aber ich fühle mich weder verletzt, noch<br />

demotiviert. Im Gegenteil. Ich fühle mich endlich seit langer Zeit mal wieder komplett… ich bin<br />

bereit.“<br />

Kurz denkt Pavus nach. Auch sein letztes Jahr war ereignisreich und könnte hier und heute<br />

gekrönt werden.<br />

Schon so kurz nach seinem ersten Auftritt in der <strong>PCWA</strong> in die Schlagzeilen geraten, als er sich<br />

auf dieses Spiel mit Hate eingelassen hatte. <strong>Die</strong>ses kontroverse Gespann aus zwei innerlich<br />

zerrissenen Menschen, das ihn <strong>im</strong> Endeffekt nur stärker machte auch wenn er es nicht sofort<br />

begreifen wollte und konnte.<br />

<strong>Die</strong> Anbindung an Azrael Rage, damit verbunden eine sich langsam entwickelte und <strong>im</strong>mer<br />

inniger gewordene Freundschaft mit auch einigen negativen Aspekten, die mittlerweile aus<br />

dem Weg geschafft wurden.<br />

Mit Alistair jetzt jemandem gegenüberstehend, den er zwar respektiert, aber doch zutiefst<br />

verachtet aufgrund seiner Anmaßung und seinem Umgang mit den Menschen. Mit den<br />

Menschen die er so liebt, für die er sich aufopfern würde, aufopfern wird. <strong>Die</strong> Menschen für die<br />

er heute in den Ring steigen wird um ihnen das zurück zu geben, was sie von ihm verlangen.<br />

Koste es was es wolle – genau das schießt dem Hamburger durch den Kopf, als er wieder das<br />

Stück Metall in seiner Tasche umfasst und liebevoll umspielt. So viel Macht in der Hand und in<br />

der Lage sie einzusetzen.<br />

Der Tribune wird heute wieder in die Hände des Volkes übergehen, das Volk für welches er, der<br />

Hamburger Jung, einsteht.<br />

Nach diesem kurzen Abspann in die Gedanken, geht Pavus zu einem Sessel und setzt sich<br />

gegenüber von Rage.<br />

Pavus: „Weißt Du, Azrael, es war für mich als dein Schüler nicht wirklich leicht. Ich habe einige<br />

Zeit an dir gezweifelt und ich will…“


<strong>Die</strong> Hände des Regenläufers heben sich.<br />

Azrael Rage: „Du brauchst Dich nicht entschuldi…“<br />

Pavus: „Wo ist deine gute Kinderstube hin? Lass mich bitte ausreden… oder sollte ich dir<br />

lieber ein herzhaftes „Schweig still!“ entgegen brüllen?“<br />

Ein kurzes gemeinsames Lachen von Pavus und Rage.<br />

Pavus: „Und nun wieder ernsthaft… Ich wollte sagen, dass es nicht <strong>im</strong>mer einfach war, dass<br />

ich dich als meinen Mentor gewählt habe. Du bist ein guter Freund geworden und ich habe viel<br />

von dir gelernt, sehr viel. Ich wollte damit eigentlich nur sagen… dass ich es nicht bereue und<br />

dir sehr dankbar bin für deine Ratschläge, die mich jedes Mal wieder aufgebaut haben. Aber<br />

manchmal sorge ich mich doch etwas. Du sagtest einst, dass man viele Erfahrungen selber<br />

machen muss.“<br />

Zust<strong>im</strong>mendes Nicken vom Regenläufer.<br />

Pavus: „Aber manchmal habe ich Angst und weiß nicht was mit mir passiert. Ich fühle mich<br />

teilweise gefangen in einem Menschen der ich nicht bin, zumindest kommt es mir so vor. Ich<br />

meine, was ist wenn aus dem Teddy, den die Leute mögen und respektieren, irgendwann ein<br />

Grizzlybär wird, der wild um sich schlägt, der die Zähne fletscht und seine Gegenüber<br />

zerfleischt. Eine Bestie quasi… Ein Monster. Was dann?“<br />

Ein leichtes Lachen <strong>im</strong> Gesicht von Rage.<br />

Azrael Rage: „Tja, das werden wir dann sehen… Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage,<br />

dass wir die Bestien, die wir geschaffen haben, nicht <strong>im</strong>mer kontrollieren können. Dennoch<br />

bleibe ich dabei und sage, dass wir <strong>im</strong>mer eine Wahl haben. Doch darum solltest Du Dir heute<br />

nicht den Kopf zerbrechen. Schließlich kannst Du heute Tribune Champion werden. Eine der<br />

wenigen Auszeichnungen dieses Ortes, die ich nie erringen konnte.“<br />

Ein klein wenig Erstaunen <strong>im</strong> Gesicht des Nordmannes.<br />

Pavus: „Ich habe mir zwar ausführlich mit deiner Vergangenheit beschäftigt, aber aufgrund<br />

einiger Tatsachen die ich erfahren habe, habe ich wohl deine Titelhistorie nur überflogen. Du<br />

warst niemals Tribune?“<br />

Azrael Rage: „O nein. Ich hatte eine Chance um ihn, aber ich konnte sie nicht nutzen. Von<br />

daher bin ich sehr stolz zu sehen, dass Du diesen Weg jetzt bestreiten kannst. Weißt Du,<br />

Pavus, ich sehe Dich und ich bin sicher, dass Du Großes leisten wirst. Denn vollkommen<br />

einerlei, wie viele Niederschläge Du erleidest – Du stehst <strong>im</strong>mer wieder auf. Du opferst Dich<br />

und das wird belohnt. Da bin ich sicher, mein Freund.“<br />

Darauf ist der Wikinger leicht errötet. Ein schönes Kompl<strong>im</strong>ent. Eine abwinkende<br />

Handbewegung bei Pavus, bevor er wieder leicht nachdenklich den Blickkontakt seines<br />

Mentors sucht.<br />

Pavus: „Azrael, was passiert, wenn wir heute scheitern?“<br />

Ein wenig Erstaunung macht sich bei Rage breit.<br />

Azrael Rage: „Wenn ich es als Metapher sagen wollte, würde ich sagen, dass wir dann durch<br />

den Regen laufen, aber so frage ich einfach, was soll dann passieren?“<br />

Ein einleuchtendes Schnippen mit der linken Hand.


Azrael Rage: „Wir werden wie <strong>im</strong>mer wieder aufstehen und weiterkämpfen, bis wir siegen. Wie<br />

<strong>im</strong>mer.“<br />

Ein selbstsicheres Nicken be<strong>im</strong> Hamburger – wieder aufstehen – das kann er, das hat er lernen<br />

müssen.<br />

Pavus: „Und wenn wir es schaffen? Was ist falls wir siegen?“<br />

Ein leichtes Lachen von Rage… es ist keine Verspottung an Pavus, sondern einfach nur ein<br />

fröhliches Lachen.<br />

Azrael Rage: „Dann werden wir auch weitermachen. Man kann an einem Abend siegen, und<br />

man kann dadurch Großes erreichen, aber dadurch werden nicht alle Probleme gehen und alle<br />

Feinde verschwinden. Das ist das bittere Los dieses Spiels. Vollkommen gleich, wie wir es<br />

spielen… Wir machen weiter. Wir machen <strong>im</strong>mer weiter. Es n<strong>im</strong>mt kein Ende. Selbst wenn wir<br />

irgendwann uns nicht mehr beteiligen… es geht weiter. Was auch <strong>im</strong>mer wir machen, kann<br />

also nur eine Lösung auf Zeit sein… aber vielleicht haben wir solange eine gute Zeit.“<br />

Irgendwie zeigt sich eine Erleichterung <strong>im</strong> Gesicht von Pavus ab.<br />

Pavus: „Hm, irgendwie klingt das einerseits sehr ermunternd und aufbauend, andererseits sehr<br />

ernüchternd. Verstehst du was ich meine? Ich meine, selbst wenn ich Alistair besiege und du<br />

Barker? Was ist dann? Soll das heißen es kommen <strong>im</strong>mer wieder Neue?“<br />

Azrael Rage: „Das ist die Natur der Sache. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wo ein Teddybär ist,<br />

ist ein Grizzlybär. Wo ein Held ist, ist eine Bestie. Aber das macht uns nicht schlechter und<br />

verwässert auch nicht unsere Motive. Solange wir und andere sich der guten Sache widmen,<br />

kann auch der Schatten nie alles einnehmen. Selbst in dunklen Zeiten der ANGST.“<br />

Ein kurzer Blick zu Pavus, welcher zeigt, dass Rage an seinen Schüler glaubt.<br />

Azrael Rage: „Heute kann unser Abend sein… und selbst falls er das nicht ist, macht das gar<br />

nichts. Wir haben uns einmal an diese Position gekämpft und können es wieder tun. Das<br />

schöne an Titelkämpfen ist nämlich, dass eigentlich <strong>im</strong>mer nur der Verteidiger mit dem Rücken<br />

zur Wand steht. Von daher werden wir uns einfach nachher der Öffentlichkeit zeigen und unser<br />

Bestes geben. Ganz gleich, was passiert… wir können mit erhobenen Haupt in die Zukunft<br />

blicken… denn wir gestalten das Hier und Jetzt.“<br />

Zögerlich greift Pavus in seine neben dem Sessel stehende Tasche und holt eine<br />

Wasserflasche heraus. Er trinkt einen Schluck, aber nur weil er nicht weiß, was er antworten<br />

soll.<br />

Azrael Rage: „Mach Dir nicht zu viele Gedanken, Pavus. Wir werden siegen… heute oder<br />

morgen.“<br />

So steht der Regenläufer auf, lässt noch einmal sein Jahr Revue passieren <strong>im</strong> Kopf. Dabei eckt<br />

er wieder an denselben Punkten an, wie kurz vorher. <strong>Die</strong> Entführung und der Undisputed<br />

Gerasy. Heute will er eine der Ecken glätten.<br />

Pavus blickt auf, merkt dass sein Mentor und Freund nicht mehr still sitzen kann und will.<br />

Pavus: „Azrael, eine Frage habe ich noch… ich kann oft nicht in deinen Kopf sehen und daher<br />

möchte ich wissen, wie du dich in dieser Situation fühlst…<br />

…<br />

Azrael, wie fühlst du dich?“


Ein Lächeln vom Regenläufer.<br />

Azrael Rage: „Wie ein Monster.“<br />

Der Hanseat weiß nicht, ob er darauf auch lächeln soll.<br />

Azrael Rage: „Glaub mir, das ist gut. Verdammt gut sogar.“<br />

Sagt er und entschwindet durch die Tür. Man hört nur noch von außen ein: „Viel Glück.“<br />

Leise in sich selbst antwortet Pavus mit einem besorgten Gesichtsausdruck.<br />

Pavus: „Dir auch, mein Freund… Wir schreiben heute die Zukunft.“<br />

Ein wenig melancholisch blickt er zur Tür, erhebt sich aus dem Sessel und merkt erneut wie<br />

anschmiegsam dieses kleine Stück Metall in seiner Hosentasche ist.<br />

Pavus: „Ich glaube, ich werde nicht ewig ein Teddy sein. Ich weiß nicht, was ich in Zukunft sein<br />

werde, aber ich weiß was ich sein möchte… ich will Tribune Champion sein.“<br />

Ein selbst bestätigendes Nicken und der die Gedanken ziehen sich wieder hin zu seinen fans,<br />

zu den so geliebten Menschen, für die er heute stehen wird. Für die er sich aufopfern wird,<br />

auch wenn die Gefahr besteht erneut zu fallen.<br />

Pavus: „Ja, Tribune Champion wäre gut.“<br />

Er hat gelernt wieder aufzustehen, er ist wieder aufgestanden. Er ist bereit – Er steht!<br />

Vincent Craven: „Zwei Herausforderer unter sich. Und zwei Freunde."<br />

Mike Garland: "Der eine ist der Regenläufer, der andere ein Teddy, der viel lieber ein Grizzly<br />

sein möchte."<br />

Vincent Craven: "Grizz Lee? Kenne ich nicht."<br />

Mike Garland: "Get the Blues. Pavus und Rage wirken bereit. Zudem freue ich mich, dass die<br />

Beiden wieder zueinander gefunden haben.“<br />

Mike Garland: „Aber sind die Beiden für die ANGST bereit? Ich sage nein.“<br />

Vincent Craven: „Wie kommst du darauf?“<br />

Mike Garland: „Ganz einfach – In sämtlichen Umfragen liegt Rage hinter Barker und Pavus ist<br />

sicherlich von den Fans gefordert, aber dennoch spricht es eine deutliche Sprache, wenn man<br />

mal durch das Internet liest.“<br />

Vincent Craven: „Gib nicht <strong>im</strong>mer so viel auf das Internet. Auch da steht nicht die Wahrheit.“<br />

Mike Garland: „Hältst du mich etwa für so einen Nerd, der <strong>im</strong> Internet Fantasy <strong>Wrestling</strong> spielt?<br />

Nein, ich bin ein ernsthafter Betrachter, aber ich muss den Menschen Recht geben.“<br />

Vincent Craven: „Inwiefern?“


Mike Garland: „<strong>Die</strong> ANGST ist die aktuell größte Stärke in der <strong>PCWA</strong> und ihre Champions in<br />

Form von Robert Barker und Alistair Brunswick sind nicht nur polarisierend. Sie sind gute<br />

Wrestler und können mit jedem Topstar mitgehen.“<br />

Vincent Craven: „Das bezweifelt auch keiner, aber Rage ist schließlich ein ehemaliger<br />

Undisputed Gerasy und Pavus ist nicht umsonst von den Fans gefordert worden. Er hat das<br />

Zeug dazu Tribune zu sein und Alistair zu besiegen.“<br />

Mike Garland: „Du wirst schon sehen…“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Robert Breads: „Einen schönen guten Abend, <strong>PCWA</strong>-Zuschauer.“<br />

<strong>Die</strong> Neuverpflichtung der Phoenix Crossover <strong>Wrestling</strong> Association befindet sich in einem<br />

kargen, sehr spärlich eingerichteten Raum – scheinbar seine Umkleidekabine. <strong>Die</strong> Einrichtung<br />

passt zumindest zum Kanadier, denn alles was hier ist sind ein Stuhl, ein Tisch und eine<br />

Sporttasche, pragmatisch und nicht gerade glamourös. Und eine weiße Katze, die <strong>im</strong><br />

Hintergrund ins Bild rennt, in die Kamera guckt und wieder aus dem Bild verschwindet. Breads<br />

selbst hat sich auf eben jenem Stuhl nieder gelassen, die Arme vor der Brust verschränkt und<br />

er blickt mit vollkommen neutralem Gesichtsausdruck in die Kamera, es ist einmal mehr<br />

unmöglich, seine St<strong>im</strong>mung zu deuten.<br />

Robert Breads: „Eigentlich wollte ich mich diesmal nicht zu Wort melden, schließlich ist das<br />

hier der CORE, das Event, bei dem es nur ums pure <strong>Wrestling</strong> gehen soll. Dort haben<br />

ausschweifende Monologe doch EIGENTLICH nichts zu suchen, oder?“<br />

Seine Mundwinkel zucken ein wenig, es ist klar, dass diese Frage eindeutig rhetorisch gemeint<br />

ist.<br />

Robert Breads: „Tja, so sollte es EIGENTLICH sein. Aber das hier ist die <strong>PCWA</strong>, und hier geht<br />

es nicht um <strong>Wrestling</strong>. Lasst mich das doch einfach mal anhand der letzten Vendetta erklären.<br />

Im ersten Match ging es ja bekanntlich um die Teilnahme am Halbfinale des bei die diesem<br />

Event stattfindenden Turniers. Aber das wurde natürlich nicht in einem fairen <strong>Wrestling</strong>-Match<br />

entschieden, bei dem es einfach darum ging, wer der Beste ist, nein, natürlich nicht.<br />

Stattdessen müssen Kuschelbär Pavus sowie Mad Dog und Blaze in das Match eingreifen und<br />

ein vernünftiges Match verhindern und nein, das reicht natürlich noch nicht, es muss auch<br />

noch von Caleb Yuma und Blake Milton betrogen werden, und wahrscheinlich feiert ihr<br />

dämlichen Fans das auch noch weiter. Ich meine, hallo? Caleb Yuma verzichtet freiwillig auf<br />

eine Chance auf den höchsten Gut der Liga, den Gerasy Titel. Okay, Yuma hat in der<br />

Vergangenheit schon gezeigt, dass er teils andere Prioritäten als Titelgewinne hat – aber sollte<br />

es nicht das Ziel eines jeden <strong>PCWA</strong>-Wrestlers sein, den Gerasy Titel zu erringen? Sollte das<br />

nicht der Traum eines jeden Workers sein?<br />

Nein, denn was interessiert schon der Gerasy Titel. Den bekommt doch ohnehin nicht der<br />

beste Wrestler, sondern der beste Betrüger. „M<strong>im</strong><strong>im</strong>i, gar nicht, du hast doch keine Ahnung,<br />

geh' zurück in deine Holzliga!“ mag der gemeine <strong>PCWA</strong>-Fan nun sagen, aber denkt doch bitte<br />

einmal nach. Nachdem ich nach dem Brawlin' Rumble verschwand, gab es zwei Matches um<br />

den Gerasy Titel. Das erste Match war nicht nur mal wieder ein Match bei dem möglichst viel<br />

Blut fließen sollte und bei dem man deswegen den Ring zur Waffe umfunktionierte, nein, ein<br />

faires Ende gab es nicht, denn Blaze griff entscheidend in das Match ein und verhinderte, dass<br />

der bessere Wrestler gewann. Aber hey, das kann ja mal passieren... und dann, be<strong>im</strong> nächsten<br />

großen Event, be<strong>im</strong> Imperial Impact, als Robert Barker den Titel gewann mussten natürlich<br />

auch erst wieder gefühlte dreihundert Leute in das Match eingreifen, ehe man diese Farce<br />

beenden konnte und dem mit den meisten Freunden <strong>im</strong> Backstage-Bereich den Titel<br />

überreichen konnte. Wenn man es so sieht, was Valkos Heritage zum Zeitpunkt des Brawlin'<br />

Rumble <strong>im</strong> letzten Jahr der beste Wrestler dieser Firma, denn er gewann den Titel nach harten


Kampf. Und jetzt? Wer ist jetzt der beste Wrester? Woher soll man das wissen, wenn das, was<br />

den besten Wrestler auszeichnen soll, es nicht tut? Woher soll man das wissen, wenn der<br />

Gerasy Titel inzwischen bloß verkommenes Abbild seiner selbst und eine Trophäe für die<br />

miesesten Tricks ist?“<br />

Breads schüttelt den Kopf bei soviel Ungerechtigkeit, zweifelsohne ist er der Meinung, dass<br />

hier in der <strong>PCWA</strong> so einiges falsch läuft. <strong>Die</strong> weiterhin bestehende Frage ist nur, ob das bei<br />

anderen Leuten auf Zust<strong>im</strong>mung trifft.<br />

Robert Breads: „Ich möchte Robert Barker, oder besser 'dem Schlächter' nicht absprechen, ein<br />

hervorragender Wrestler zu sein, vielleicht sogar der Beste, den diese Liga zu bieten hat.<br />

Trotzdem hat er es noch nicht unter Beweis stellen können, schließlich endet so gut wie jedes<br />

seiner Matches mit unfairen Tricks, Eingriffen von außen oder einem Massaker. Das lässt sich<br />

natürlich genauso gut auf den Rest der Liga beziehen. Um noch einmal Vendetta 84 als<br />

Beispiel anzuführen... drei Matches auf der Card, zwei beinhalteten Eingriffe von außen und<br />

eines war weniger ein <strong>Wrestling</strong> Match als vielmehr bloß das <strong>PCWA</strong>-typische Gemetzel mit<br />

noch mehr Gemetzel nach dem Match. Auch hier wird der Durschnitts-Fan dieser Liga wieder<br />

aufschreien, aber auch hier kann ich meine Aussagen mit Tatsachen unterstützen. Ich bin zwar<br />

erst seit zwei Shows dabei, aber ich habe genug Brutalität gesehen, um zu wissen, was die<br />

<strong>PCWA</strong> wirklich ist.“<br />

„Canada's Own“ hebt einen Finger.<br />

Robert Breads; „Night Fighter Mad Dog. Ihm wurden mehrere Wunden mit einem Messer<br />

zugefügt, die sicherlich noch eine sehr lange Zeit lang ein Handicap darstellen werden.“<br />

Nun hebt der Kanadier noch einen zweiten Finger.<br />

Robert Breads: „Azrael Rage. Grausig entstellt, vielleicht für den Rest seines Lebens, und das<br />

mitten <strong>im</strong> Ring, dort, wo eigentlich das <strong>Wrestling</strong> zu Hause sein sollte. Doch stattdessen<br />

missbraucht die <strong>PCWA</strong> ihn als Stätte der Grausamkeit.“<br />

Kopfschüttelnd hebt er einen dritten Finger.<br />

Robert Breads: „Chris McFly Jr. und Rebel called Hate. Beide Opfer einer Person, die die<br />

gleichen Vorgehensweisen benutzt wie der Schlächter es einst tat. Schön zu sehen, dass die<br />

Obrigkeit nach dem gesundheitlichen Desaster für die Wrestler damals absolut nichts gelernt<br />

hat und das Gleiche <strong>im</strong>mer noch ohne Konsequenzen passieren kann.“<br />

Ein weiterer Finger wird in die Luft gestreckt.<br />

Robert Breads: „Robert Barker. Selbst der Mann, der mehr über das Massakrieren von anderen<br />

Leuten weiß als jeder andere, ist in diesem Umfeld nicht sicher – nein, stattdessen hilft noch<br />

die halbe <strong>PCWA</strong>-Crew dabei, das Gemetzel voran zu treiben. <strong>Die</strong> Angestellten dieser Liga<br />

helfen dabei, den Top-Star, den Moneymaker, zu verletzen! Wo sind wir denn hier? Na klar... in<br />

der <strong>PCWA</strong>.“<br />

Breads will fort fahren, stockt dann aber und seufzt, erneut schüttelt er den Kopf. Es ist schwer<br />

zu sagen, ob er nur fassungslos spielt oder tatsächlich fertig mit den Nerven ist.<br />

Robert Breads: „Das sind nur die Leute, die in den letzten zwei Shows verletzt wurden. Und<br />

das nicht durch Unfälle <strong>im</strong> Ring, was natürlich <strong>im</strong>mer passieren kann, nein, außerhalb der<br />

Matches wurde all das getan. Ich will gar nicht erst davon anfangen, dass niemand so genau<br />

weiß, wo eigentlich Adam Reynolds steckt, der gut und gerne vom Schlächter geschnappt<br />

wurde, oder vom neuen Schlächter, oder auch von so ziemlich jedem Anderen <strong>im</strong> Roster. Und<br />

über Tom Nowak muss man wohl auch keine Worte mehr verlieren.<br />

Aber hey, das ist doch noch nichts! Das kann man doch noch toppen. Wollen wir wetten, dass<br />

wir heute Nacht noch eine Steigerung sehen? Mal sehen, was kann man denn noch machen?


Man könnte mit einer Axt durch die Gegen laufen... Ach, überspringen wir die Phase doch und<br />

gehen gleich zu den Schusswaffen über. Und nicht diese mickrigen Pistolen, nein, lasst uns<br />

gleich die Schrotflinte nehmen... Und das eigentlich Schl<strong>im</strong>me ist, dass das kein überspitzter<br />

Sarkasmus ist, sondern durchaus <strong>im</strong> Bereich des Möglichen.“<br />

Nun legt der Kanadier eine Kunstpause ein, um seine Worte erst einmal wirken zu lassen. Er<br />

verschränkt die Arme vor der Brust, und sieht fast ein wenig aus wie ein Kind, dem man seinen<br />

Willen verweigert und das nun in der Ecke schmollt.<br />

Robert Breads: „Es klingt vielleicht auf den ersten Blick dumm, wenn ich hier direkt nach<br />

meiner Ankunft anfange, an dieser Liga herum zu mäkeln. Wer bin ich schon, hm? Irgendein<br />

Typ, der mal ein gutes Match hatte, dann verschwand und nun wieder da ist. Ein Begriff ist der<br />

Name „Robert Breads“ wohl nur Leuten, die über den Tellerrand hinaus schauen. Was hat<br />

dieser Robert Breads schon erreicht, dass er sich hier so aufspielt? Toll, er hat irgendwo<br />

anders ein bisschen was gerissen, aber in der <strong>PCWA</strong> hat er sich gefälligst unter zu ordnen, er<br />

ist ein Neuling wie jeder Andere der hier anfängt und soll froh sein, hier antreten zu dürfen. Ist<br />

es nicht so?“<br />

So, wie Breads die Augenbrauen hoch zieht und sich das Lächeln verkneifen muss, ist die<br />

Antwort aus seiner Sicht wohl recht klar.<br />

Robert Breads: „Nun, das ist nicht ganz richtig. Ich hätte auch sonst wo hin gehen können,<br />

aber ich bin hier. Zwar nur aus einem Grund, und das ist der Brawlin' Rumble, aber ich habe<br />

mich für die <strong>PCWA</strong> entschieden. <strong>Die</strong> <strong>PCWA</strong> stellt an sich selbst den Anspruch, die beste<br />

<strong>Wrestling</strong>-Liga zu sein, die es gibt. Wenn sie diesen Anspruch bei ihrem Status nicht stellen<br />

würde, wäre das ja auch verdammt dämlich. Aber wenn die <strong>PCWA</strong> das wirklich sein will, muss<br />

man ihr helfen, von dem weg zu kommen, was sie momentan ist. Ich bin niemand, der die<br />

<strong>PCWA</strong> kaputt machen will oder dafür sorgen will, dass sie untergeht. Ich bin jemand, der der<br />

<strong>PCWA</strong> helfen will. Ich will, dass die <strong>PCWA</strong>, schließlich auch eine Liga, in der ich selbst extrem<br />

davon beeinflusst bin, was passiert, das ist, was sie sein will. Oder nein, besser noch... Ich will,<br />

dass sie das wird, was sie vorgibt zu sein. Man muss gegen die aktuelle Mentalität vorgehen,<br />

um der Liga aus diesem Loch zu helfen. Gegen die <strong>PCWA</strong>... für die <strong>PCWA</strong>.<br />

Meine Damen und Herren, ich bin Robert Breads und meine St<strong>im</strong>me ist die St<strong>im</strong>me des<br />

<strong>Wrestling</strong>. Ich bin der, der das <strong>Wrestling</strong> zurück bringt. Ich bin der, der seine Meinung<br />

ausspricht, egal, welche Konsequenzen das mit sich bringt. Niemand sollte sich einschüchtern<br />

lassen, weil diese blutgeilen Spasten <strong>im</strong> Management Leute suspendieren, die ebenfalls den<br />

Mund aufmachen. Und wo wir gerade bei unserem suspendierten Kollegen sind...“<br />

<strong>Die</strong> St<strong>im</strong>me des <strong>Wrestling</strong> löst seine Arme von der Brust und lässt die rechte Hand in die<br />

Hosentasche gleiten, ehe er höhnisch ein Mobiltelefon hervor zieht und es in die Kamera hält.<br />

Robert Breads: „'Blutgeile Spasten'... trending worldwide.“<br />

Mike Garland: „Okay, das war... interessant. Ich glaube, es kam noch nicht so häufig vor, dass<br />

wir jemanden verpflichtet haben, der eigentlich gar nicht hier sein will... und dann irgendwie<br />

doch. Robert Breads ist ein komischer Typ.“<br />

Vincent Craven: „Nun, da reiht er sich laut eigener Aussage ja ganz gut in diese Liga ein. Aber<br />

Recht hast du schon... Irgendwie ist der Kerl doch eher seltsam. Was will er denn genau<br />

machen, um die Liga zu verändern? Weiterhin nur reden und nichts tun?“<br />

Mike Garland: „Es scheint fast so, <strong>im</strong>merhin spricht er sich ja vehement gegen jeglichen<br />

körperlichen Kontakt außerhalb des Rings aus. Und irgendwie redet er auch nicht großartig mit<br />

irgendwelchen Leuten, mal abgesehen von seinem Mit-Neuling Wiley Cuts.“


Vincent Craven: „Ich bezweifle auch, dass ein Großteil überhaupt mit ihm reden will. Er hat<br />

sich ja nicht gerade beliebt gemacht.“<br />

Mike Garland: „Wie dem auch sei... Machen wir weiter mit dem nächsten Segment.“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Der Patient lässt auf dem Nest des Phoenix' den Blick schweifen. <strong>Die</strong> Augen verharren auf der<br />

riesigen Mall, dem Einkaufszentrum auf dem Gelände der Liga, die ihn geboren hat. <strong>Die</strong> Idee,<br />

die ihm nun kommt, ist kein Kurzschluss, keine überhastete Reaktion. Zumindest ein Problem<br />

dürfte damit gelöst werden...<br />

[…]<br />

Chris McFly Jr. fährt mit der Rolltreppe in das oberste Stockwerk der <strong>PCWA</strong> Mall. Das<br />

Einkaufscenter ist prall gefüllt, niemand scheint wirklich Notiz vom <strong>PCWA</strong> Cryption Crown<br />

Halter zu nehmen. Gerade war er noch nebenan be<strong>im</strong> <strong>PCWA</strong> Management, um seinem Unmut<br />

einmal mehr Luft zu machen.<br />

[...]<br />

Caleb Yuma blickt nach unten auf die zahlreichen Leute, die sich durch die Gänge aneinander<br />

vorbei von Geschäft zu Geschäft schlängeln. Er ist suspendiert worden und hat nun alle Zeit<br />

der Welt. <strong>Die</strong>se Zeit trieb ihn die <strong>PCWA</strong> Mall. Hier ist das Leben, hier finden sich Menschen aller<br />

Art und gehen ihrem Alltag nach. Ein Alltag der bald speziell gebrochen werden wird.<br />

[…]<br />

Und so stehen die drei Protagonisten der letzten Wochen nun beieinander. In Mitten von<br />

tausenden Menschen bilden sich einen Gesprächszirkel und die Idee n<strong>im</strong>mt Gestalt an. Ein<br />

Titel, drei Männer, ein Platz an dem sie ihren Plan verwirklichen können.<br />

Valkos Heritage : „Also was sagt ihr?“<br />

Chris McFly Jr.: „Wenn die <strong>PCWA</strong> selbst nicht dazu in der Lage ist, mir meinen Wunsch zu<br />

erfüllen, dann müssen wir wohl auf solch etwas Drastisches zurückgreifen.“<br />

Caleb Yuma: „<strong>Die</strong> Internet <strong>Wrestling</strong> Community wird durchdrehen! Wir Drei werden<br />

Geschichte schreiben.“<br />

Ein kurzes Schweigen.<br />

Valkos Heritage: „Und wir alle Drei werden dafür einen Preis bezahlen. Solch ein Match geht<br />

nicht ohne Konsequenzen für seine Teilnehmer einher.“<br />

Chris McFly: „Ich bin bereits dies in Kauf zu nehmen. Aber so schl<strong>im</strong>m kann es bei mir ja nicht<br />

werden. Was wollen sie tun, mich feuern? Mich sperren?“<br />

Caleb Yuma: „Mein Mentor meint damit aber mehr als nur deinen Titel, der bald um meine<br />

Hüften geschnallt wird.“<br />

Ein süffisantes Lächeln auf dem Gesicht des Renegades. Der Freakanite fokussiert indes die<br />

Umgebung. In seinem Kopf fügt sich das Puzzle bereits zusammen.<br />

Valkos Heritage: „Haben wir einen Deal?“


Caleb Yuma: „Ich bin dabei!“<br />

Chris McFly Jr.: „Deal!“<br />

Und damit steht es fest. <strong>Die</strong> <strong>PCWA</strong> wird das zweite Crash The Mall Match seiner Geschichte<br />

erleben. <strong>Die</strong> <strong>PCWA</strong> Cryption Crown wird zwischen Chris McFly Jr., Valkos Heritage und Caleb<br />

Yuma ausgekämpft. Ob die <strong>PCWA</strong> sich damit abfreundet oder nicht. <strong>Die</strong>se Drei werden in der<br />

<strong>PCWA</strong> Mall einen wahren Kriegsschauplatz hinterlassen, wenn der Rest der <strong>PCWA</strong> den Dome<br />

bevölkert.<br />

Vincent Craven: "EIN MALL MATCH UM DIE CRYPTION CROWN! ICH KANN ES KAUM<br />

GLAUBEN!"<br />

Mike Garland: „<strong>Die</strong> drei haben ihr Wunschmatch be<strong>im</strong> CORE nicht bekommen - und wie es nun<br />

aussieht, veranstalten sie jetzt einfach ihren eigenen Kampf <strong>im</strong> Einkaufszentrum des Phoenix<br />

Centres!"<br />

Vincent Craven: „Das dürfte der Firma kaum gefallen, denn schließlich sind alle drei<br />

Angestellte der <strong>PCWA</strong>. Ob man diesen Kampf noch zu verhindern versucht? Auf jeden Fall<br />

dürfte dieses Vorhaben den dreien eine Menge Ärger einhandeln."<br />

Mike Garland: "Ja, aber uns und den Zuschauern auch eine Menge Action. Drei Männer, die<br />

sich zwischen Sonderangeboten und Käseproben gegenseitig bekriegen - das klingt nach<br />

Spaß. Nach viel Spaß. <strong>Die</strong> Cryption Crown ist in den letzten Wochen ja etwas in der<br />

Versenkung verschwunden und wurde nicht ein einziges Mal in dieser Season ausgekämpft.<br />

Viele sprachen bereits von Chris McFly jr. als einer großen Enttäuschung und nun steht der<br />

Titel auf einmal wieder <strong>im</strong> Fokus."<br />

Vincent Craven: "Touché, würde ich sagen."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Hudson sitzt in einem Raum, auf einem Stuhl an einem Schreibtisch neben ihm eine<br />

Aktentasche die allerdings ziemlich dick ist. Er hat <strong>im</strong>merhin alle seine Sachen hineingestopft.<br />

anscheinend ist dieser Raum sein Büro oder so was ähnliches, jedenfalls hat er den Raum von<br />

Person B gekriegt.<br />

Es ist nichts ungewohntes für ihn alleine in einem Raum zu sitzen, ehrlich gesagt gefällt ihm<br />

diese Stille sogar sehr gut.<br />

Aber noch besser gefällt ihm die St<strong>im</strong>me von seinen Vater, den er nicht finden kann,<br />

beziehungsweise der nicht mehr zu ihm spricht.<br />

Hudson: „Verfickte Scheiße, die ganze Zeit lässt du mich nicht alleine und gehst mir auf den<br />

Sack, wenn ich alleine sein will, und dann wenn ich mal jemanden zum Reden brauche, eine 2.<br />

Meinung, verpisst du dich, du Bastard. Aber weißt du was ich brauche? Dich nicht.“<br />

Mit diesen Worten holt er eine Socke aus der Aktentasche, er n<strong>im</strong>mt einen Edding aus einer<br />

Schublade seines Schreibtisches und malt zwei Augen auf die Socke.<br />

<strong>Die</strong> Socke stülpt er sich nun auf eine Hand, nun versucht er einen auf Bauchredner zu machen<br />

was allerdings kümmerlich aussieht da sich seine Mundwinkel die ganze Zeit bewegen.


Hudson: „Hier bin ich Jamie, ich alter Sack, ich stinke und ich lasse meinen Sohn wenn er<br />

mich braucht in Stich und das mehr als einmal. Außerdem...“<br />

Bevor er weiter reden kann öffnet sich die Tür ein RM tritt ein, bewaffnet mit seiner Handheld<br />

Cam. Eigentlich wollte er nur sehen was aus seinem alten „Büro“ geworden ist. Er hatte damit<br />

gerechnet das man es wieder als Besenkammer verwendet aber das was sich ihm hier bietet ist<br />

eigentlich noch besser. Jamie Hudson, der mit einer Socke spricht. Und die Leute nennen ihn<br />

die gebrochene Persönlichkeit.<br />

Der Hallenser kann sich erinnern als wäre es gestern, als Hudson vor Ihm saß und darum bat,<br />

nicht mehr Stanley Paterson zu sein. RM sah in ihm einen Star. Und heute? Heute ist er nicht<br />

mehr Commish und Hudson scheint den natürlichen Verlauf dieses Geschäfts zum Opfer zu<br />

fallen. Er ist gebrochen. RM hält mit seiner Cam auf dem Mann mit der Socke in der Hand.<br />

RM: „Kann ich fragen, was du mit der Socke machst?“<br />

Hudson schreckt zusammen, bei RM's Vortrag wäre er doch fast eingeschlafen.<br />

Langsam guckt er auf seine Hand und merkt das er die Socke noch gar nicht ausgezogen hat.<br />

Er schaut RM tief in die Augen, und versucht möglichst ernst zu klingen.<br />

Hudson: „Es zieht hier drinnen, und ich friere.“<br />

Der Kuchen kann das nur bestätigen, ein Quell der Wärme waren diese Räumlichkeiten nie, es<br />

ist fast sinnbildlich für die Kälte in diesem Geschäft. Auch wenn es da doch Ungere<strong>im</strong>theiten<br />

gibt.<br />

RM: „Nur an der rechten Hand?“<br />

Hudson: „Nur an der rechten Hand.“<br />

Während er das sagt lässt Hudson unauffällig die Socke in seiner Hosentasche verschwinden.<br />

Der Kuchen nickt fast schon unbewusst und scheint dann bemüht seiner Rolle als Vorbild<br />

gerecht zu werden und versucht Hudson von der Droge <strong>Wrestling</strong> weg zu bekommen.<br />

RM: „Nun bist du also hier angelangt... Endstation Besenkammer! Glaub mir, es wirkt vielleicht<br />

alles ganz toll auf dich, dein eigener Raum, eine Firma die hinter dir steht, aber ist es das? <strong>Die</strong><br />

Wirklichkeit ist doch: Du bist das Aushängeschild einer Firma, die bankrott bist. Ihr seid das<br />

'Schlecker' des <strong>Wrestling</strong>s!“<br />

Noch einmal schweifen die Augen des Kuchens durch die Kammer die einst sein Büro war. Er<br />

schüttelt der Kopf und schiebt dann die Haare aus dem Gesicht.<br />

RM: „Und in einem Jahr lassen sie dich fallen, wie sie mich fallen gelassen haben. Denn die<br />

Angst geht um in der <strong>PCWA</strong>! Schmeckst du sie... äh mich...“<br />

So ganz hat er es noch nicht mit diesem Catchphrase, anders als die Fans wenn man den<br />

Twitter Trends glauben darf.<br />

Hudson hört nur mit halbem Ohr hin, zu oft hat er es gehört. Dass die Firma schlecht für ihn ist.<br />

Interessiert hat es ihn nicht wirklich, <strong>im</strong>merhin hat er ja sonst nichts was er machen kann hier<br />

in der <strong>PCWA</strong>


Hudson: „Weißt du, RM, die Firma kann dir viel bieten. Ich habe gehört was du verloren hast.<br />

Stell dir nun mal vor du würdest all das zurück kriegen? Geld, deine Frau und deinen Sohn.<br />

Alles, was du dafür machen musst ist dich uns anzuschließen, der Firma. Ich könnte dich zu<br />

etwas großen machen, ein Wort für dich bei Person B einlegen. Du könntest, ehm Commisioner<br />

für externe und interne Angelegenheiten werden.“<br />

Der Kuchen wird hellhörig, ein Comeback als Commissioner hätte sicher was für sich. Hudson<br />

fährt fort während er ein Magazin aus der Schublade holt.<br />

Hudson: „Kurz CEUIA, ach weißt du was, wir bleiben bei Commisioner oder RM oder Kuchen.<br />

Was du willst, klingt verlockend, was?“<br />

Hudson schlägt sein Magazin auf, er blättert sofort zur Mitte wo sich das Poster von dieser<br />

Woche befindet.<br />

Hudson: „Verdammt, für diese Rosa Acosta würde ich alle anderen Frauen aufgeben...“<br />

Nach dem ersten Blick schmeißt er das Magazin in die Ecke um das Gespräch fortzuführen.<br />

Hudson: „Nicht!“<br />

Der Kuchen schaut Hudson an, 2 Dinge gehen in seinen Kopf vor. Erstens seit wann steht<br />

Jamie Hudson auf Rosa Acosta, er hätte schwören können, dass Hudson eher auf Rosa<br />

Lacoste Hemden abfährt. Und das zweite ist, sollt es dieses verlockende Angebot annehmen.<br />

Reicht er nicht das er mit der Droge wieder angefangen hat, will er sich jetzt auch noch eine<br />

Überdosis geben?<br />

RM: „Nein!“<br />

Er schüttelt den Kopf.<br />

RM: „Ich kann es nicht! Und du solltest auch loslassen! Lass es los!!!“<br />

Der Kuchen will fortfahren aber ihn stocken die Worte. Da waren sie wieder die Chancen die er<br />

einfach ungenutzt liegen lies. Aber er konnte es nicht tun...<br />

RM: „Weißt du was...“<br />

Dem Anschein nach hat er sich überlegt er streckt Hudson die Hand entgegen als wolle er das<br />

Angebot annehmen, greift dann aber nach seiner Kamera und verlässt Kopf schüttelnd den<br />

Raum.<br />

Hudson lässt sich in seinen Sitz fallen, jetzt wo RM weg ist kann er ja wieder auf sein Gespräch<br />

mit seinen Vater konzentrieren.<br />

Er holt die Socke wieder aus seiner Hosentasche, er stülpt sie sich wieder auf.<br />

Hudson: „So hast du vermisst, also ich hab jetzt ehrlich gesagt vergessen wie ich dich<br />

beleidigen soll.“<br />

Er fängt an zu lachen und holt eine Menthol Zigarette aus dem Schreibtisch.<br />

Hudson: „Mannoman, dieser Tisch ist echt praktisch. Quotenschwarzer sein war noch nie<br />

einfacher. Leider passt keine Henessy Flasche rein, schade was?“<br />

<strong>Die</strong> Socke starrt ihn mit den aufgemalten Augen an, Hudson lehnt sich zurück.


Hudson: „Ein klein bisschen Enthusiasmus wäre doch nicht zu viel verlangt oder?“<br />

Hudson kramt einen Schlüssel aus dem Tisch und begibt sich aus dem Raum, während er<br />

weiter auf die Socke einredet.<br />

Mike Garland: „Hm. Hmm. Eine Socke, ein Kuchen und ein Hudson.“<br />

Vincent Craven: „Eine kranke Mischung. Hudson sinniert über seine Rolle in der <strong>PCWA</strong> und<br />

der einzige, der ihm wirklich dabei zuhört, ist eine bemalte Socke."<br />

Mike Garland: "Mick Foley, ick hör dir trapsen. Ob jetzt aber die Socke oder RM der bessere<br />

Gesprächspartner ist, überlasse ich allgemeinen Spekulationen. Immerhin: Rosa Acosa!"<br />

Vincent Craven: "Interessante Magazine scheint Jamie da zu lesen, wenn er alleine ist."<br />

Mike Garland: "Ja, aber hätte er dann nicht besser ein Taschentuch anstatt einer Socke..."<br />

Vincent Craven: "MIKE! FAMILIENFREUNDLICH! FAMILIENFREUNDLICH!"<br />

Mike Garland: "Ach, komm schon. Im Vergleich zu dem, was in der <strong>PCWA</strong> sonst so rumläuft,<br />

da könnte man diese Vögel ja noch als normal bezeichnen. Das sehen meine kleinen<br />

Garlanders vor dem Fernseher sicherlich genau so."<br />

Vincent Craven: "Und genau das macht mir am meisten Angst."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Schwere Schritte stampfen durch Wind, Sturm und Regen auf harzigem Schlamm. Dürre Äste<br />

knallen an die Stämme der Bäume, verdorrte Blätter fliegen durchs Bild. <strong>Die</strong> Natur spuckt<br />

gewaltig zu allen Seiten aus und lässt die Venen der Erde <strong>im</strong> Chaos bluten, reißt seiner eigenen<br />

Schöpfung Wunden in die Haut. In ihrer Mitte schlägt sich der Kubaner zornig eine Schneise<br />

durch ihre rohe Gewalt. Seine Haare zucken brüchig <strong>im</strong> Wind. <strong>Die</strong> Augen sind zu Schlitzen<br />

verengt, er stemmt sein ganzes Gewicht mühsam dem Sturm entgegen. Seine St<strong>im</strong>me klingt<br />

verzerrt und bahnt sich doch boshaft ihren Weg in die Ohren der Fans – ohne sich an sie zu<br />

richten.<br />

Blaze: „Ihr wollt mich auslöschen, wollt mich vernichten? Ich verspotte euch! Allein Unter<br />

Feinden, doch ich zwing euch in die Knie. Ihr brecht mich nicht!“<br />

Blitzartig hält er seinen rechten Arm schützend vor seine Augen, als ein abgebrochener Ast<br />

ihm entgegen fliegt. An seiner Schläfe erwischt es ihn dennoch und hinterlässt einen blutigen<br />

Schnitt. Dann plötzlich gleitet das Bild über in die Kabine der Inflection Scale. Dort liegt Blaze<br />

auf einer Hantelbank und blickt verbissen in die Kamera.<br />

V<br />

/ / /


<strong>Die</strong> Adern seiner muskulösen Arme treten pochend hervor, als er ein ums andere Mal die<br />

Hantel in die Höhe streckt und wieder niedergleiten lässt. Schweiß tropft von seinen Haaren.<br />

Sein Keuchen bellt die Bereitschaft zum Kampf. Plötzlich tritt jemand von hinten an ihn heran<br />

und n<strong>im</strong>mt ihm die Hantel ab. Mit einem Scheppern landet sie hinter dem Kubaner auf dem<br />

sichernden Metallgerüst. Energisch setzt sich Blaze auf und blickt in die Augen des Night<br />

Fighters. Sprachlos harren ihre Blicke auf dem jeweils anderen. <strong>Die</strong> bösen Worte der letzten<br />

Show sind noch nicht vergessen. Dann nickt die Rache der unbekannten Konstante plötzlich<br />

zu. <strong>Die</strong> erwidert seine wohlwollende Geste. Ruhig setzt sich der verrückte Hund jetzt neben<br />

Blaze. Ein Ausdruck des Respekts. Sie sprechen auf Augenhöhe.<br />

Blaze: „Und so dreht sich die Welt <strong>im</strong> Kreis, nicht wahr?“<br />

Ein zust<strong>im</strong>mendes Nicken.<br />

Mad Dog: „Zwei andere Gegner gegen uns… und doch treffen wir erneut <strong>im</strong> Halbfinale<br />

aufeinander.“<br />

Blaze spricht jetzt aus, was sie beide sich denken und jeder andere mit ihnen.<br />

Blaze: „Déjà-vu… Wieder müssen wir uns beweisen, selbst unser Zögling Blake macht uns<br />

jetzt schon Konkurrenz. Sogar gegenseitig hätten wir uns gern zerfleischt beizeiten… Doch er<br />

ist nicht bereit. Der Junge mag sich auch gerade als Anführer aufspielen wollen, wir beide<br />

wissen es besser. Nun, er wird seine Lektion lernen, spätestens <strong>im</strong> Finale. Einzig die Frage<br />

gegen wen stellt sich wohl noch.“<br />

MD dreht sich von seinem Kollegen weg. Er hat in den letzten Wochen viel mit Blake trainiert,<br />

schon die eine oder andere Lektion verteilt. Ein kurzer Blick auf die Uhr.<br />

Mad Dog: „Ja, gegen wen… Gleich wissen wir mehr, Blaze! Und ja, es fühlt sich wie ein bereits<br />

gelebtes Ereignis an, aber seitdem sind Anderthalbjahre vergangen. Anderthalbjahre…“<br />

Damals hatte Kerry und Gaelic gerade erst die <strong>PCWA</strong> übernommen; die Firma war vorher nur<br />

Schirmherr eines Stables, zu welchem auch Blaze und MD gehörten.<br />

Mad Dog: „Be<strong>im</strong> letzten Mal war Blake noch nicht hier, dafür jedoch waren wir beide in einer<br />

ähnlichen Situation wie er heute. Ich war relativ neu in der Liga und du standst als Cryption vor<br />

einem möglichen Sprung an die Spitze. Wer sagt dir, dass er es dir heute nicht gleichmacht?<br />

Und uns heute sogar überholt, huh!? Er lernt schnell!“<br />

Jetzt huscht gar ein Lächeln über die Lippen des letzten cWc Champions.<br />

Mad Dog: „Aber die Frage ist nicht, was er will oder kann, sondern die Frage ist, was ich will<br />

und ich kann. Blaze, ich will das Duell, ich will den Kampf ‚Mann gegen Mann‘, ich will meinen<br />

Gegner nicht kleinreden, ich will ihn kleinmachen, verstehst du? Einen wahren Triumph.<br />

Danach lechze ich, danach verlange ich. Mein Leben verlangt diesen Triumph… und deshalb<br />

will ich ins Finale, Blaze. Ins Finale!“<br />

Der respektvolle Blick des Night Fighters ist einer starren Fokussierung gewichen, während<br />

sich das Keuchen des Kubaners beruhigt. Entspannt steht Blaze auf und greift nach einer<br />

Flasche Wasser neben sich. Einen tiefen Schluck später wendet er sich Mad Dog wieder zu. Ein<br />

angedeutetes Lächeln verfeinert seinen entschlossenen Blick.<br />

Blaze: „Du weißt, dass ich dir den Sieg gönnen würde, oder? Ja, ich gönne ihn dir als Mensch,<br />

doch <strong>im</strong> Ring, da bin ich Wrestler, bin ich die Rache, bin ich der schützende Wächter dieser<br />

Hallen. Sie brauchen ein Vorbild, verstehst du? Sie brauchen jemanden, der ihnen Sicherheit<br />

gibt, jemanden dessen Ausdauer, Beharrlichkeit und Getriebenheit die Angst besiegt! Sie<br />

brauchen MICH! Und ICH – ich brauche den Sieg <strong>im</strong> Quest 4 The Best dafür! Wir stehen auf der<br />

gleichen Seite, wir kämpfen den gleichen Kampf. Doch heute Abend werde ich es sein, dessen<br />

Melodie am Ende erklingt! Nicht weil ich besser bin, nicht weil ich Glück habe, nicht weil der


Zufall es so will – nein! Ich werde siegen, weil meine Angst in meinem Streben ihr Wächter zu<br />

sein begraben wurde. Ich stehe über der Angst! Meine Metamorphose ist abgeschlossen.<br />

Rieche den Duft der aufziehenden Rache, fühl ihre Wärme, höre ihr Rufen aus Sicherheit,<br />

verblasse <strong>im</strong> Angesicht ihres Strahlens, zittere, weil sie nicht zu brechen ist! Ich gönne dir den<br />

Sieg, ich wünsche ihn dir und nehme ihn dir trotzdem. Bei allem Respekt für dich – ich bin der<br />

Anführer dieser Gruppierung. <strong>Die</strong> Zeit ist reif, dich unterzuordnen. Folge der Fackel der<br />

Veränderung – dem einsamen Feuer. Folge dem Besten. MIR! Allein das ist der richtige Weg –<br />

unser Weg.“<br />

Der eherne Pyromane setzt an sich wieder auf die Hantelbank zu setzen. Der Austausch auf<br />

Augenhöhe soll wieder hergestellt werden. Doch dann überlegt das einsame Feuer es sich<br />

anders, bleibt stehen und blickt auf die unbekannte Konstante hinab. Der Night Fighter lässt<br />

das nicht auf sich sitzen, steht selbst auf und richtet sich die Maske. Sein Weg ist der der<br />

unbekannten Konstante – und die Scale ist Teil dieses Weges.<br />

Mad Dog: „Ja, es ist der richtige Weg. Immer noch… nach Anderthalbjahren.“<br />

Wieder starren die beiden einander an. Kalt und entschlossen. Niemand möchte so kurz vor<br />

dem Duell Schwäche zeigen. Niemand ausweichen. Niemand dem Blick des anderen entfliehen.<br />

Mad Dog: „Sie nennen mich ‚ewiger Zweiter‘ nachdem ich be<strong>im</strong> Quest, <strong>im</strong> Skullmatch, <strong>im</strong><br />

Rumble, be<strong>im</strong> Tribune und schließlich auch be<strong>im</strong> Impact nur die zweite Geige spielte. Doch des<br />

Ewigen bin ich leidig, Blaze. Natürlich hab ich mich in jedes Finale getrieben, natürlich war es<br />

mein Ehrgeiz zu gewinnen – aber heute beginnt kein neuer Kreislauf. <strong>Die</strong> Ära des ewigen<br />

Zweiten ist vorbei! Der große Sieg ist überfällig… und deshalb gibt es heute kein Déjà-vu, José.<br />

Egal, wie viel Respekt zwischen uns herrscht, egal, ob wir die letzte Zeit in die gleiche Richtung<br />

schauten… Heute kann nur einer gewinnen.“<br />

Und mit seinem Blick stellt MD klar, dass nur er dies sein wird.<br />

Blaze: „Falsch! Viele werden heute gewinnen, jeder einzelne Fan dort draußen, denn ihr<br />

einsames Feuer kehrt an die Spitze zurück! Ihre Rachgier brennt in mir, führt mich zum Sieg!<br />

Versteh mich nicht falsch, mein Respekt für dich ist der größtmögliche. Unser Kampf – unser<br />

Halbfinale – wird das eigentliche Finale sein! Gabriel kann mich nicht aufhalten, dich ebenso<br />

wenig. Er ist kein Gegner mehr für uns. Und Blake… Seine Anmaßung und Arroganz wird heute<br />

bestraft. Er ist noch lange nicht so weit. <strong>Die</strong> Entscheidung steht bevor und die Würfel fallen für<br />

mich.“<br />

Der Night Fighter schüttelt den Kopf.<br />

Mad Dog: „Nein, nein, nein! Vielleicht gibt dir dieses Gerede Zuversicht und ja, es ehrt mich,<br />

dass du mich als den stärksten Gegner auserkoren hast – dass du mich überhaupt als Gegner<br />

wahrn<strong>im</strong>mst. Für mich seid ihr alle Gegner, die zwischen mir und meinem Triumph stehen. Ihr<br />

seid alle Steine auf meinem Weg zum großen Ziel. Blaze, gleich <strong>im</strong> Squared Circle geht es nicht<br />

um die Scale, es geht nicht um Blake und es geht auch nicht um Lucifer…“<br />

MD ballt die Faust.<br />

Mad Dog: „…es geht darum, wer besser ist! Es geht um den Sieg, José. Und du weißt selbst,<br />

dass dazu mehr gehört, als eine gute Vorbereitung, du weißt selbst, dass dazu mehr gehört, als<br />

gute Technik, gute Kondition, gute Kraft oder Erfahrung. Du weißt es, ich weiß es. Der<br />

Siegeswille entscheidet!“<br />

Kurz wandert der Blick des verrückten Hundes zu seinem Spint. Er atmet durch und schließt<br />

die Augen. Eine innere Unruhe plagt ihn und stört ihn dabei seinen Willen zu fassen, sich<br />

vollständig zu konzentrieren.<br />

Mad Dog: „Ich bin nicht Zweiter geworden, weil ich schlechter bin… oder weil ich alt geworden<br />

bin... Blaze, ICH WAR DAS LETZTE MAL NICHT SCHLECHTER ALS DU!!!“


Jetzt platzt es doch raus und dazu die ganze Enttäuschung. <strong>Die</strong> Enttäuschung über seine erste<br />

große Niederlage. <strong>Die</strong> Enttäuschung über den Anstoß… die Enttäuschung über den Kreislauf.<br />

Und die gottverdammten Anderthalbjahre. <strong>Die</strong> verfluchten…<br />

Laut atmet MD aus. Beruhigt sich sogleich und legt seine Hand auf Blaze Oberschenkel.<br />

Mad Dog: „Du warst an diesem Abend, am 26.08.2010, mental stärker. Ich bewunderte das,<br />

Blaze. Und ich bewunderte auch, wie du mich auserwählt hast, damit ich be<strong>im</strong> Impact ebenfalls<br />

<strong>im</strong> Match um den Gerasy mitmischen konnte. Ich bewundere deinen Respekt mir gegenüber…<br />

und auch ich respektiere dich sehr, Blaze. Aber das Match gleich… das Match hat mit unserem<br />

Respekt füreinander nichts zu tun…“<br />

Blaze n<strong>im</strong>mt einen weiteren Schluck, dann antwortet er.<br />

Blaze: „St<strong>im</strong>mt, das hat es nicht. Es hat mit Angst zu tun! Siegeswillen ist nichts anderes als<br />

ein Gefühl, welches die Angst in uns für einen Augenblick besiegen kann. Und erst wenn wir<br />

frei von Angst sind, können wir alles erreichen! Derjenige wird siegen, der über der Angst<br />

steht! Ich habe Siegeswillen, er wütet wie ein Sturm in mir, doch ich brauche ihn nicht. Ich<br />

habe etwas viel Besseres, Stärkeres! Sie dort draußen und auch all jene hier drin. All jene, die<br />

mir ihr Vertrauen schenken, die blind wissen, dass ich ihnen Sicherheit gebe. Dass ich ihr<br />

Wächter bin, ihr einsames Feuer, an dem sie sich in der Nacht orientieren können. Bereits am<br />

Boden haben sie die Inflection Scale gesehen, doch das ist vorbei. Ich habe ihr Vertrauen<br />

wieder, ich kehre zurück! Und wenn die Fackeln meines Sieges brennen, dann ist der Moment<br />

gekommen, an dem sie auch wieder erlöschen können, denn dann bin ich es, was sie gerade<br />

sind! Ein Monument, welches uns leitet, das einsame Feuer, das den Sturm überlebt und<br />

weiterbrennt. <strong>Die</strong> Angst, dass die Zeit sich wiederholen kann und auch ich dem Kreislauf des<br />

ewigen Zweiten verfalle, sie ist besiegt. Sie haben sie für mich besiegt, indem sie mir vertrauen<br />

und so kann ich ihnen diesen Gefallen zurückgeben, töte ihre Angst durch Sicherheit.“<br />

Ja, Blaze kennt diese Seite der Angst. <strong>Die</strong> Angst davor, die eigenen Grenzen nicht sprengen zu<br />

können und sich <strong>im</strong>merzu <strong>im</strong> Kreis zu drehen, ohne anzukommen und wahrhaft – dauerhaft –<br />

über sich hinauswachsen zu können. Er hat eine einfache Lösung für sie gefunden. Akzeptanz.<br />

Und genau dadurch ist sie nun Schall und Rauch. Vergangenheit. Es ist sein Schicksal den<br />

Quest 4 The Best zu gewinnen. Es ist sein Schicksal Undisputed Gerasy Champion zu sein.<br />

Blaze: „Hast du Angst, Mad Dog?“<br />

Genau, wie es das Schicksal des Night Fighters ist. Genau wie er sich <strong>im</strong>mer <strong>im</strong> Kreis drehte,<br />

wie ein Hund seinem eigenen Schwanz nachlief. Doch nach und nach musste er den Schwanz<br />

abtrennen, nach und nach <strong>im</strong>mer weniger sich selbst jagen. Immer und <strong>im</strong>mer mehr konnte er<br />

endlich die anderen jagen.<br />

Mad Dog: „Jeder hat Angst!“<br />

Lapidar schlägt MD die int<strong>im</strong>e Frage ab und schaut zum Spint. Dann aber wendet er sich<br />

zurück zum <strong>im</strong>mer noch wartenden Kubaner.<br />

Mad Dog: „Aber Angst ist auch nicht schlecht… nur wenn die Angst Macht über dich gewinnt,<br />

Blaze. Wenn die Angst Macht über dich hat, dann wird sie schädlich. Dann verliert man… So<br />

wie be<strong>im</strong> letzten Mal <strong>im</strong> Quest Turnier: Dort war es meine Angst, dass die Beziehung zu Sandy<br />

in die Brüche gehen könnte… oder die Angst vor dem Schlächter <strong>im</strong> Brawlin Rumble 2011. Das<br />

waren meine mentalen Baustellen. Doch Macht, Blaze… Es gibt nichts mehr, was Macht über<br />

mich haben kann. Ich bin nun die unbekannte Konstante. Selbst wenn es eine Angst gäbe, die<br />

Macht über mich gewinnen könnte… wer sollte sie kennen, huh? Wer könnte etwas vom<br />

Unbekannten kennen?“<br />

Traurig wandert der Kopf des Night Fighters erneut zum Spint. Ängstlich zittert seine Hand<br />

nun. Es ist der Gegenstand, den er vermisst, der die innere Unruhe auslöst und der ihn so<br />

aufrührt. Schließlich hat er seit der Niederlage <strong>im</strong> Brawlin Rumble in einem Reifungsprozess


versucht, alles abzuschneiden, alles beiseite zu stellen, damit er nicht mehr zu greifen ist,<br />

damit er nicht mehr zu fassen ist.<br />

Mad Dog: „Nein, die Angst findet bei mir nichts mehr, wodurch sie Macht über mich gewinnen<br />

könnte.“<br />

Und doch verharrt ein trauriger und zugleich hoffnungsvoller Blick am Spint. Plötzlich bricht es<br />

aus Blaze heraus, das Feuer in ihm, das Vertrauen in sich durch ihr Vertrauen in ihn, der Willen<br />

zu siegen, seine unweigerliche Rückkehr an die Spitze in Worten.<br />

Blaze: „<strong>Die</strong> Angst lebt nicht mehr in mir und das macht mich stärker als du. Es ist meine Zeit,<br />

Mad Dog! Jetzt! ICH! Hört ihr mich da draußen? Jubelt weiter für mich! Es ist unweigerlich,<br />

unvermeidlich… Denn die Entscheidung ist gefallen, ich treffe sie selbstbest<strong>im</strong>mt! Ich stehe<br />

über meiner Angst. Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug und ich bringe euch das einsame<br />

Feuer an die Spitze…. Es ist unwiederbringlich! Denn ich drehe mich nicht länger <strong>im</strong> Kreis, ich<br />

verdamme mich zu meinem Griff nach der Krone – bis zum Verfall! Seht mein Licht, spürt<br />

meine Wärme. Ich bin für euch da… Und meine Rache naht. Zweifacher Sieger des Quest 4 The<br />

Bests… JETZT!“<br />

Mit leuchtenden Augen greift Blaze nun zitternd vor sich in die Luft. Was auch <strong>im</strong>mer er vor<br />

seinen Augen in diesem Moment sieht… er streichelt es, träumt davon, giert danach – in jeder<br />

Faser seiner Muskeln, in jedem Fetzen seiner Haut, in jedem Tropfen seines Bluts.<br />

Durchaus bewundernd hat MD der flammenden Rede seines Kollegen gelauscht und erhebt<br />

sich nun auch. Schüttelt das Unbehagen ab… gleich, wenn er den Spint öffnet, wird es so oder<br />

so gut enden. Kühl tritt der Fighter dem Kubaner entgegen.<br />

Mad Dog: „Nein, Blaze! Dein Sieg wäre in der Tat ein Déjà-vu, dein Sieg wäre der Neuanfang<br />

des Kreislaufes. Du hattest deine Zeit, du hattest dein JETZT! Vor Anderthalbjahren war dein<br />

großer Tag. Aber heute, José, heute… nach all meinen Änderungen, all meinen Opfern für<br />

diesen Triumph, für einen wahren Triumph… heute kommt es zu keiner Wiederholung. Heute<br />

kommt es nicht zum erneuten Aufstieg des einsamen Feuers, was dann wieder erlöschen wird.<br />

Kein Kreislauf, Blaze. Keine Ewigkeiten mehr… KEINE EWIGKEITEN! SCHLUSS! AUS! ENDE!<br />

Endlich ein Neubeginn, ein wahrer Neubeginn. Endlich keine Wiederholungen mehr, endlich…“<br />

MD fasst an seine Maske.<br />

Mad Dog: „…die Vollendung der unbekannten Konstante! Denn heute… HEUTE, Blaze, heute<br />

stirbt der ewige Zweite. Heute stirbt die Ewigkeit und mit ihr dieses Stigma, welches be<strong>im</strong><br />

Kampf um den Tribune und auch be<strong>im</strong> Impact zur mächtigen Angst geworden war. Nichts mehr<br />

mit ewiger Zweiter! NICHTS KANN MEHR MACHT ÜBER MICH GEWINNEN… und du wirst es<br />

auch nicht, Blaze. Du auch nicht!“<br />

Zum letzten Mal vor ihrem Match erfassen die Augen der beiden Halbfinalisten einander. Keine<br />

Schwäche. Kein Entfliehen. Keine Angst. Plötzlich beugt sich Blaze vor. Verbissen nähert er<br />

sich Mad Dog, bis ihre Nasen sich berühren und jeder den Atem des anderen schmecken kann.<br />

Blaze: „Es mag nichts Macht über dich gewinnen, doch deine Macht – sie reicht nicht aus<br />

gegen mich. Ich vereine die Macht von vielen, vereine die Macht ihres Vertrauens in mir! Sieh<br />

der Rache ins Gesicht, sieh dem Schicksal in die Augen. Siehst du das Lodern, siehst du sie<br />

brennen? Ich stehe über der Angst, ich stehe über der <strong>PCWA</strong>, bin ihr willenloser Sklave und<br />

sorge für ihren Schutz, indem ich heute siege! Eine Fackel brennt bereits, zwei folgen und<br />

dann brenne ich für sie!“<br />

Sofort geht Blaze jetzt einen Schritt zurück. Alles ist gesagt. Stumm verabschieden sich die<br />

beiden durch einen letzten Blick. Sie respektieren sich, sie sind Partner und doch kann nur<br />

einer an der Spitze stehen. Das einsame Feuer dreht sich nun um und geht hinaus, während<br />

Mad Dog ihm noch eine Weile nachschaut. Doch mit jedem Schritt, den sich der Kubaner<br />

entfernt, sinkt die Konzentration, sinkt der Adrenalinspiegel wieder.


Eilig wendet sich MD herum und öffnet geschwind seinen Spint, um nachzuschauen, ob er dort<br />

den Gegenstand gelassen hat, den er vermisst. Mit schwitzenden Händen kramt er in seinen<br />

Sachen. Als der Kopf des Fighters gegen den Schrank schlägt, wird klar, dass er nicht fündig<br />

geworden ist. Ein Seufzen entfährt dem verrückten Hund, während sein Blick erneut auf den<br />

weiten Flur schwenkt, den Blaze schon längst verlassen hat.<br />

Mad Dog: „Mein erster Kampf ohne… es wird wohl ohne gelingen, huh?! Es muss… es muss.<br />

MUSS! Es wird gelingen! Ja, das wird es!“<br />

Mike Garland: „Teile der Inflection Scale unter sich in einem langen Gespräch."<br />

Vincent Craven: „Lang, aber nicht -weilig. Beide scheinen fest entschlossen zu sein, den Sieg<br />

in dem Turnier für sich zu erringen."<br />

Mike Garland: "Wir erinnern uns an das zitierte Match der beiden be<strong>im</strong> letzten CORE. Ob der<br />

Ausgang diesmal ein anderer ist?"<br />

Vincent Craven: "Das werden wir in Kürze sehen. Mit einer anderen Sache haben die beiden<br />

absolut recht: Viele haben die Inflection Scale schon am Boden gesehen, aber bei diesem<br />

Turnier stellt sie gleich drei Halbfinalisten. Das ist etwas, wovon sich die ANGST eine dicke<br />

Scheibe abschneiden kann."<br />

Mike Garland: "Gabriel Lucifer wird einen totalen Triumpf dieses Stables schon zu verhindern<br />

wissen. Von einer eventuellen Spaltung der Inflection Scale ist auf jeden Fall noch nichts zu<br />

merken."<br />

Vincent Craven: "Mad Dog scheint am Ende ja etwas zu suchen. 'Sein erster Kampf ohne' - ob<br />

ihm dies tatsächlich gelingt?"<br />

Mike Garland: "So oder so - ein Mitglied der Inflection Scale ist auf jeden Fall sicher <strong>im</strong> Finale,<br />

wenn sich bei diesem Kampf nicht gerade beide Männer gegenseitig auschalten. Freuen wir<br />

uns also auf eine interessante Begegnung."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Circus Max<strong>im</strong>us<br />

Das Schild mit der lateinischen Beschriftung ist <strong>im</strong> Foyer des <strong>PCWA</strong> Domes kaum zu<br />

übersehen, viel weniger aber noch das purpurfarbene Zelt, welches direkt dahinter aufgebaut<br />

ist. Eine größere Menschentraube hat sich darum versammelt und drängt durch einen<br />

schmalen Eingang in das Innere. Hin und wieder kommen auch einige Leute wieder hinaus,<br />

davon etliche Paare mit einem dreckig grinsenden Mann und einer sch<strong>im</strong>pfenden Ehefrau oder<br />

Freundin. Aus dem Zelt dringt leise säuselnde Musik an unsere Ohren, dazu <strong>im</strong>mer wieder das<br />

Kichern von Frauen.<br />

Direkt über dem Eingang zum Zelt verrät uns ein kleineres Schild den vermeintlichen Urheber<br />

dieses seltsamen Szenarios.


Alistair’s World Of Pleasure<br />

Auf der Suche nach Menschen die ihm für heute eventuell noch ein bisschen helfen können,<br />

die ihm mit einem gut gemeinten Rat zur Seite stehen, erblickt auch der #1-Contender auf den<br />

Tribunetitel das Zelt an dem zumindest teilweise sein Name prangert.<br />

Kurz will der Hamburger seinen Weg hier unterbrechen und sich dieses seltsame Schauspiel<br />

zu Gemüte führen. Der erste Blick zeigt ihm schon auf, dass es wohl anders ist als die erste<br />

Beschriftung es vermuten lässt, jedoch will er seine Neugier nur langsam befriedigen und stellt<br />

sich brav in die Menschenschlange.<br />

Im Zelt geht es derweil etwas frivoler zu.<br />

„Hmmmm… jaaa, genau dort habe ich es gerne…“<br />

Alistair schließt die Augen und genießt einfach nur das Gefühl des angenehm warmen Öls, das<br />

von sanften Händen auf seiner Haut verteilt wird. Das halbe Dutzend leicht bekleideter<br />

Schönheiten um ihn herum versteht es wirklich, einem Mann Freude zu bereiten. Alistair stöhnt<br />

leise, als zarte Finger beginnen, seinen Körper zu erkunden, vorsichtig seine Muskulatur<br />

massieren und sich langsam den interessanteren Stellen seines Körpers nähern.<br />

Eine St<strong>im</strong>me mit deutlich italienischem Akzent flüstert ihm etwas ins Ohr.<br />

Masseurin # 1: „Da vibriert etwas unter deinem Mantel.“<br />

Alistair seufzt leise.<br />

Alistair: „Oh, baby… und es ist groß und hart und nur für dich best<strong>im</strong>mt.“<br />

Ein Kichern ist die Reaktion. Alistair spürt, wie sich zwei Hände unter seinen geöffneten Mantel<br />

schieben und…<br />

Alistair: „Ohhhhh…“<br />

… schließlich ein Handy aus der Innentasche des Mantels hervorziehen. Ein Blinken verrät<br />

gerade eine oder mehrere eingehende Nachrichten. Eine andere weibliche St<strong>im</strong>me, diesmal ein<br />

wenig genervt.<br />

Masseurin # 2: „Ich lege dein Telefon erst einmal zur Seite, okay? Wäre schade drum, wenn es<br />

durch das Massageöl Schaden nähme.“<br />

Masseurin # 3: „Und das wollen wir ja nicht…“<br />

Als die Hände beginnen, sich nun den wirklich interessanten Regionen seines Stellen seines<br />

Körpers in Form seines vor Erregung stramm pochenden…<br />

„Ja, wen haben wir denn da?“<br />

… wird der Tribune Champion durch eine tiefe St<strong>im</strong>me jäh vom Paradies in die Wirklichkeit<br />

zurück gerissen. Er reißt die Augen auf.


Gottseidank nicht wieder einer dieser Sexträume, bei denen ich kurz vor dem Höhepunkt<br />

aufwache und mich alle in einem vollbesetzten College-Hörsaal anstarren, schießt es ihm<br />

durch den Kopf.<br />

Im Gegenteil: Noch <strong>im</strong>mer befindet er sich in einem altrömisch dekorierten Zelt, noch <strong>im</strong>mer<br />

sitzt das halbe Dutzend glutäugiger Schönheiten um ihn herum (echte Italienerinnen aus Rom<br />

und Neapel, so hatte es ihm die Agentur versprochen), noch <strong>im</strong>mer lag er auf einem Diwan mit<br />

nichts außer einem etwas albernen Glitzermantel und einer Federboa bekleidet. Was nicht so<br />

ganz ins Bild passt, ist der über zwei Meter große Hüne, der in einer Reihe aus Zaungästen<br />

hinter einem Absperrband steht und ihn anblickt.<br />

Pavus: „Und das hier soll der „Circus Max<strong>im</strong>us“ sein?“<br />

Der Blick wandert durchs Zelt, erfasst die mehr ent-, als bekleideten Damen und schüttelt fast<br />

schon angewidert den Kopf.<br />

Pavus: „Ich habe ja nicht viele Erwartungen an etwas gesetzt, mit dem du zu tun hast, aber ein<br />

bisschen mehr hätte ich dann schon erhofft, als diese sizilianischen Dirnen, die dir dein einzig<br />

wirkliches Statussymbol massieren.“<br />

Wer Italienerinnen kennt, der weiß, dass diese solche Kommentare natürlich nicht auf sich<br />

sitzen lassen. Noch bevor Alistair reagieren kann, springen seine Masseurinnen auf und<br />

beginnen stattdessen, sich zeternd um Pavus Max<strong>im</strong>us zu versammeln. Aufgebracht, wie sie<br />

sind, natürlich in ihrer He<strong>im</strong>atsprache.<br />

Masseurin # 4: „Vai a puttane, testa di cazzo!”<br />

Masseurin # 5: “Và a morire ammazzato! Stronzo, faccia di culo!“<br />

Masseurin # 6: „Ei verbibsch, du dusselicher Drambl! Hau ab, duu digge Feddbämme, sonns<br />

tät disch de Ällisdär gräffdisch een diddschn!“<br />

Fünf italienische Augenpaare und ein kalifornisches richten sich sofort auf eine der<br />

Masseurinnen, die sofort verlegen wird.<br />

Masseurin # 6: „Ups. Ich bin die Mandy und nur Urlaubsvertretung.“<br />

Genug von diesem Schlampengekloppe, denn der Hamburger hat genug gehört und von<br />

irgendwelchen käuflichen „Frauen“ muss er sich schon mal gar nix sagen lassen. Mit einer<br />

doch eher seichten Armbewegung schiebt er die Hostessen beiseite und hebt seine fast schon<br />

monströs wirkenden Beine, zumindest <strong>im</strong> Vergleich zu diesen Spargelbeinchen der Huren,<br />

über das Absperrband und geht schnellen Schrittes auf den baldigen Ex-Champion zu –<br />

zumindest wenn es nach dem Hamburger geht.<br />

Sofort rappelt sich Alistair von seinem Divan auf. Sein Glitzermantel verhakt sich dabei<br />

irgendwo und für einen kurzen Moment sehen wir Alistair in seiner ganzen Mannespracht. Teile<br />

davon natürlich familienfreundlich verpixelt. Von einem sehr langen Pixelbalken. Pavus‘ Augen<br />

werden für einen Moment groß, bis Alistair sich schließlich seinen Mantel wieder überstreift<br />

und kampfbereit die Arme hebt.<br />

Es ist nicht einfach, gekleidet in einen glitzernden Mantel, mit einer Federboa und einer<br />

deutlich sichtbaren Erektion einen wehrhaften und kampfbereiten Eindruck zu machen. Aber<br />

Alistair gibt sich redliche Mühe.<br />

Alistair: „Du schon wieder? Sage einmal, steht da draußen ein Schild mit der Aufschrift<br />

‚degenerierte Möchtegern-Wikinger willkommen‘? NEIN? ALSO VERSCHWINDE GEFÄLLIGST<br />

AUS MEINEN AUGEN, DU ZU GROSS GERATENER TEDDYBÄR!“


Kurz der Blick an sich selbst hinunter und das gute Gefühl zu wissen, dass diese grandiose<br />

Brustbehaarung einen echten Teddy ausmacht.<br />

Pavus: „Du scheinst kuschelbedürftig zu sein?“<br />

Ein kurzes Augenzwinkern des Hünen.<br />

Pavus: „Jedoch musst du dir deine so erhoffte Zuneigung doch nicht gleich erkaufen und hier<br />

offen zur Schau stellen, huh? Für wen? Für die paar schwanzgesteuerten Typen da hinterm<br />

Band, die hier wegen ein bisschen leiblichen Vergnügens die Beziehungen zu ihren Familien<br />

aufs Spiel setzen? Wen willst du damit beeindrucken, willst du wirklich nur von deiner<br />

Unsicherheit ablenken, von der Tatsache, dass dieses hier und heute der letzte Abend sein<br />

wird in dem man dich als Tribune sieht?“<br />

Verachtend spuckt der Hamburger auf den Boden vor ihn, trifft dabei fast den nackten Fuß des<br />

Superstars.<br />

Pavus: „Das Volk hat genug von diesem egozentrischen, ich-bezogenen und selbstverliebtem<br />

Champion, Alistair. Hörst du sie nicht jede Woche aufs Neue rufen? Dringt es nicht bis zu dir<br />

vor, dass sie nach mir verlangen, nach meiner Liebe Ihnen gegenüber? Nach einem Mann, der<br />

sich alles was er hat, alles was er je besessen hat hart erarbeitet hat?“<br />

Kurz bemerkt der Hamburger, dass er mit dem Schlagring spielt, den er in seiner Hosentasche<br />

bei sich führt.<br />

Pavus: „Ich habe mir mein Standing in dieser Liga, dieses Match gegen dich und die Liebe der<br />

Fans ehrlich verdient – und genau das ist es was sie respektieren, was sie wollen. Sie wollen<br />

mich als IHREN Champion und ich werde Ihnen geben was sie begehren, der Tribune ist bereit<br />

wieder in die Hand des Volkes überzugehen – schon heute Nacht!“<br />

Alistair lacht laut auf und breitet kurz beide Arme aus, so als wolle er die ganze Welt umarmen.<br />

Alistair: „Oh, come on! Wenn ich diesen Pathos schon höre. Willkommen <strong>im</strong> 21. Jahrhundert,<br />

du Idiot. ‚Hart arbeitender Kämpfer‘… scheiße, solche Sprüche kamen bei den Fans in den<br />

70ern vielleicht gut an. <strong>Die</strong> Fans jubelten damals Bruno Sammartino zu, bis auf einmal<br />

‚Superstar‘ Billy Graham <strong>im</strong> Rampenlicht erschien und ihnen zeigte, dass <strong>Wrestling</strong> und<br />

Coolness sich nicht zwingend ausschließen müssen. Verstehst du das, Pavus? Du bist Bruno<br />

der Bär und ICH bin der Superstar. Ich bringe das P wie ‚Porno‘ zurück in die <strong>PCWA</strong>. Und das<br />

geilste daran: <strong>Die</strong> Leute lieben mich, ohne dass ich mich verstellen muss wie du!“<br />

Er klatscht lachend in die Hände und präsentiert sein bestes Zahnpasta-Lächeln.<br />

Pavus: „Verstellen? Ich habe mich nie verstellt – ich bin und bleibe der, der ich bin. Ein ehrlich<br />

arbeitender Mann, der sich aus nicht wirklich guten Voraussetzungen hochgekämpft hat bis<br />

genau hier her. Ich bin mir und meinen Prinzipien stets treu geblieben und musste mir von<br />

Niemandem Zucker in den Arsch blasen lassen. Ich habe mir <strong>im</strong> Gegensatz zu dir alles hart<br />

erarbeitet.“<br />

Alistair schüttelt sich angewidert.<br />

Alistair: „Uh…. tschtschtsch… bitte, tue mir und den Fans einen Gefallen: Bitte verwende nie<br />

nie wieder die Worte ‚Blasen‘, ‚Arsch‘ und ‚hart‘, egal in welchem Kontext. Wir sind doch<br />

gerade alle dabei, diesen Loser Rebel called Hate aus unserem Gedächtnis zu streichen, da<br />

musst du diese… Bilder nicht wieder hervorrufen…“<br />

Der respektlose Blick des Nordmannes sucht das Augenpaar von Alistair, der sich gerade<br />

köstlich über sich selbst amüsiert.


Pavus: „So ein Maß an Selbstüberschätzung wie du es an den Tag legst ist wirklich aller Ehre<br />

wert, Respekt dafür.“<br />

Das Augenrollen verrät, dass an dieser Aussage kaum etwas ernst gemeint ist.<br />

Pavus: „Man redet über dich, das ist richtig. Hinter den Kulissen, auf der Straße, in jedem Café<br />

der Stadt fällt häufig dein Name – jedoch nicht, weil diese Menschen dich mögen, geschweige<br />

denn lieben. Du solltest Aufmerksamkeit nicht mit Zuneigung verwechseln, denn jeder Einzelne<br />

hier sieht in dir das gleiche wie ich es sehe – einen überheblichen, snobistischen,<br />

selbstgefälligen und prahlerischen Lackaffen, der seit dieser Farce deines Titelgewinns nicht<br />

ein einziges Match fair gewinnen konnte.“<br />

Alistair zieht eine Augenbraue nach oben.<br />

Alistair: „Du hast ‚gutaussehend‘, ‚unterhaltsam‘ und ‚gewinnbringend‘ bei deiner Aufzählung<br />

vergessen. Eigenschaften, die du alle nicht mitbringst.“<br />

Er tritt einen Schritt an ihn heran und tippt ihm mehrmals mit dem Zeigefinger auf die Brust.<br />

Alistair: „Du willst einen klaren Sieg von mir sehen? Nun, dann solltest du dir unser Match<br />

vielleicht später auf DVD ansehen, wenn du <strong>im</strong> Gipsbett liegst, aus einer Schnabeltasse trinken<br />

musst und in einen Nachttopf scheißt. Ich werde dich heute Abend nicht nur besiegen, ich<br />

werde dich da draußen demütigen. Wie ein kleines Kind wirst du darum betteln, dass ich dich<br />

verschone, aber dann werde ich dir jedes einzelne deiner großspurigen Worte, jeden einzelnen<br />

deiner Eingriffe in meine Matches he<strong>im</strong>zahlen. Ich sollte heute eigentlich <strong>im</strong> Quest 4 The Best<br />

Turnier stehen und jeder, der diesen Kampf gesehen hat, weiß, dass ich mich gegen zwei<br />

Gegner gleichzeitig durchgesetzt hätte, wenn du nicht gewesen wärst. Und genau dafür werde<br />

ich mich heute an dir rächen, Pavus Max<strong>im</strong>us.“<br />

Pavus: „Ich gebe dir diesen Rat nur ein einziges Mal, mein Freund…“<br />

<strong>Die</strong> Hand umfasst Tom Nowaks Schlagring, in dessen Besitz er seit der letzten Show ist und<br />

zieht in langsam aus der Hosentasche.<br />

Pavus: „Du solltest davon absehen, heute irgendwelche unfairen Mittel einzusetzen, sonst<br />

könnte ich in Versuchung kommen, mich auf dein Niveau herabzulassen!“<br />

Der Anblick des Schlagringes lässt Alistair kurz den Atem stocken. Zu gut erinnert er sich noch<br />

daran, wie er diesen Schlagring von seinem besten Freund Tom geschenkt bekam, kurz bevor<br />

dieser starb. Nun gut, eigentlich hatte er Tom nicht leiden können und diesen Schlagring<br />

einfach mitgehen lassen, aber die Zeit verklärt so manche Erinnerung.<br />

Alistair: „DU WIRST ES NICHT WAGEN!“<br />

Mit einem Schrei hechtet er nach vorne, will den Schlagring packen. Aber Pavus kontert diesen<br />

Angriff aus und bekommt Alistair zu fassen. Sofort n<strong>im</strong>mt er ihn in den Schwitzkasten. Kurz<br />

blickt er zu den um die beiden herumstehenden Fans auf.<br />

Pavus: „Ihr solltet nun besser ein wenig Abstand halten, denn das hier wird jetzt alles andere<br />

als kinderfreundlich werden.“<br />

Das lassen sich die meisten Fans natürlich nicht zwe<strong>im</strong>al sagen und treten den taktischen<br />

Rückzug an. Nur einige wagemutige bleiben <strong>im</strong> Zelt und beginnen sofort mit lauten Chants.<br />

PAVUS! PAVUS! PAVUS!<br />

Derart beflügelt, reißt Pavus Max<strong>im</strong>us Alistair herum und stemmt ihn dann mit einem<br />

Chokeslam in die Luft.


Alistair: „Chhhhrrr… hey, Mann, wir können doch über alles verhan…“<br />

Weiter kommt er nicht, denn in diesem Moment schleudert Pavus ihn mit seiner ganzen Kraft<br />

durch die Luft. Statt auf den Boden prallt Alistair gegen einen Pfeiler. Dummerweise den<br />

tragenden Hauptpfeiler des Zeltes. Ein wenig vertrauenserweckendes Knirschen ertönt,<br />

während Alistair sich mühsam aufrappelt.<br />

Alistair: „Oh-oh.“<br />

Fast <strong>im</strong> Zeitlupentempo kann man dem Pfeiler be<strong>im</strong> Zerbersten zusehen. Alistairs Blick<br />

wandert von Pavus zum einstürzenden Zeltdach und wieder zurück. Derweil ist eine<br />

Massenpanik unter den verbliebenen Fans ausgebrochen, die nun alle dem einstürzenden Zelt<br />

zu entkommen versuchen.<br />

Doch all diese Panik stört die beiden Kontrahenten kaum, wie Furien gehen sie aufeinander los<br />

und eine abwechselnde Schlagsalve ist es wohl, die man hier erkennen kann. <strong>Die</strong> Zeltplane<br />

bedeckt die beiden Männer, nur schemenhaft sind ihre Körper zu erkennen. Zumindest an der<br />

Körpergröße kann man sich orientieren und so durchaus mitbekommen, dass Alistair dem<br />

Hamburger hier gerade einige harte Chops ins Gesicht verpasst.<br />

Ein Schubser des Hünen und Alistair verheddert sich in der Plane, bevor er einen Big Boot<br />

abbekommt und Pavus sich als erster den Weg in die Freiheit bahnen kann und nur auf Alistair<br />

wartet um ihm eine letzte Abreibung vor ihrem Match zu verpassen. Doch nichts passiert.<br />

Während man die schnellen Schritte der Securities hört und der Hamburger seinen Kopf zu<br />

dieser Geräuschkulisse dreht, sprintet Alistair aus dem Planengestrüpp heraus und schlägt<br />

den Hamburger mit seinen eigenen Waffen – Spear gegen den Hünen und die beiden Männer<br />

befinden sich brawlend auf dem Fußboden des Foyers wieder, kurz bevor sie von den<br />

massiven Securities getrennt werden.<br />

Unsanft befördern die Securities Alistair aus dem Foyer und stoßen ihn in einen Flur, der zum<br />

Backstage-Bereich führt. Der Tribune Champion versucht noch einmal, an den Securities<br />

vorbei zu kommen, aber gegen deren schiere Überzahl hat er einfach keine Chance. Er kann<br />

gerade noch sehen, wie es Pavus Max<strong>im</strong>us ähnlich ergeht, nur dass dessen Umkleidekabine<br />

vermutlich bewusst in einen anderen Gebäudeteil verlegt wurde.<br />

Geknickt macht sich Alistair auf den Weg. Wohin die Masseurinnen wohl verschwunden<br />

waren? Dabei fällt ihm sein <strong>im</strong>mer noch blinkendes Handy auf, nach dem er wohl<br />

geistesgegenwärtig gegriffen hatte und das er <strong>im</strong>mer noch in der Hand hält. Er wirft einen Blick<br />

auf das Display. Innerhalb der letzten Stunde waren sechzehn verschiedene Anrufe<br />

eingegangen.<br />

Fünfzehn davon von Robert Barker.<br />

Und einer von Cinderella Rage.<br />

Alistair merkt, wie sein Herz schneller schlägt. In Gedanken versunken stapft er über den<br />

Gang.<br />

Was Cinderella wohl von ihm wollte?<br />

Mike Garland: „Alistair's World Of Pleasure! Ich hatte mich schon gewundert, warum vorhin<br />

dieses Zelt da <strong>im</strong> Foyer aufgebaut wurde. So etwas sieht unserem Tribune Champion ähnlich -<br />

andere reden nur von guter Unterhaltung, er bringt sie live und in Farbe in diese Arena."


Vincent Craven: „Nun, wenn man halbnackte Massagedamen als gute Unterhaltung betrachtet,<br />

dann hast du sicherlich recht. Ich bin jedenfalls froh, dass Pavus Max<strong>im</strong>us diesem Spuk ein<br />

Ende bereitet hat. <strong>Die</strong>s hier ist eine <strong>Wrestling</strong>liga und kein Wanderzirkus oder eine<br />

Pornoproduktion."<br />

Mike Garland: "Manchmal wünschte ich mir aber, dass es anders wäre. Auf die Mischung<br />

kommt es an. Eines musst du zugeben: Alistair unterhält und sorgt für neue<br />

Zuschauergruppen."<br />

Vincent Craven: "... auf die wir gut und gerne verzichten können. Fast hätten wir hier ja schon<br />

ein spontanes Match erlebt, aber unsere Security konnte die beiden Streithähne gerade noch<br />

trennen. Ihre Fehde zieht sich ja nun schon seit mehreren Wochen hin und egal, wo der eine<br />

auftauchte, da war der andere auch nicht weit."<br />

Mike Garland: "Alistair Brunswick gegen Pavus Max<strong>im</strong>us - eben noch <strong>im</strong> Foyer und später<br />

dann <strong>im</strong> Ring!"<br />

Vincent Craven: "Aber vorher hat Brunswick scheinbar noch etwas anderes zu erledigen. Was<br />

Barker wohl von ihm wollte. Und der andere Anruf..."<br />

Mike Garland: "Kannst du dir das nicht denken? Vincent, manchmal glaube ich, du..."<br />

Vincent Craven: "ICH bin verheiratet und wohne zumindest nicht mehr bei meiner Mutti<br />

zuhause."<br />

Mike Garland: "..."<br />

„Keiner! Nicht ein Einziger!“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Mit diesen ärgerlich klingenden Worten, die über die Lautsprecher in der Halle zu hören sind,<br />

beginnt das folgende Segment. Ansonsten gibt es erst einmal Nichts. Keinen zu sehenden<br />

Sprecher, kein Video auf dem Titantron. Nur ein paar verwirrte Gesichter der ansonsten gut<br />

gelaunten Fans, die sich fragen, wer für diese wütenden Töne verantwortlich ist.<br />

„Ein Zeichen grauenhafter Lethargie rund um die <strong>PCWA</strong>!“<br />

Erneut kommt die St<strong>im</strong>me ohne erkennbaren Absender. Zwar drehen sich die Köpfe der<br />

Zuschauer fast schon automatisch in Richtung der Rampe, doch auch dort passiert weiterhin<br />

nichts Erwähnenswertes, was auf eine Auflösung, einen Entrace oder zumindest Irgendwas<br />

hinweist.<br />

Es verstreicht fast eine halbe Minute, in der auf weitere Geschehnisse gewartet wird, ehe sich<br />

tatsächlich etwas ankündigt.<br />

Mit einem leisen Fade-In wird eine Musik über die Lautsprecher, aus denen noch eben die<br />

St<strong>im</strong>me transportiert wurde, eingespielt, die noch keinem Wrestler der Liga zuzuordnen ist.<br />

A modern-day warrior<br />

Mean mean stride,<br />

Today's Tom Sawyer<br />

Mean mean pride.


Für die Zuschauer an den Bildschirmen wird per Kamerazoom der Entrancebereich in den<br />

Fokus geholt, der <strong>im</strong> Gegensatz zur restlichen Halle nun heller beleuchtet wird – ein<br />

untrügliches Zeichen eines bevorstehenden Einzuges.<br />

Though his mind is not for rent,<br />

Don't put h<strong>im</strong> down as arrogant.<br />

His reserve, a quiet defense,<br />

Riding out the day's events.<br />

Langsam öffnet sich der Vorhang und ein Mann, der mit diesem Auftritt nun zum ersten Mal<br />

„live“ in der Halle zu sehen, tritt langsam auf die Rampe. <strong>Die</strong> M<strong>im</strong>ik des Ankömmlings ist mit<br />

einer Mischung aus Wut und Enttäuschung am besten beschrieben. Es handelt sich dabei um<br />

den jungen Wiley Cuts, der zwar nun schon seit einiger Zeit bei der <strong>PCWA</strong> unter Vertrag steht,<br />

auch wenn sich seine Auftritte bislang auf Szenen „auf Video“ beschränkt haben, weswegen<br />

sein Theme bei den Zuschauern auch schlichtweg unbekannt war und dementsprechend weder<br />

positive, noch negative Emotionen hervorrief.<br />

Nun wird Cuts eher gemischt und verhalten begrüßt, auch die Verwirrung über die Einleitung<br />

seines Auftritts hinterlässt weiterhin fragende Gesichter.<br />

And what you say about his company<br />

Is what you say about society.<br />

Catch the mist, catch the myth<br />

Catch the mystery, catch the drift.<br />

Während Cuts langsam den Ring über die Treppe betritt, fällt auf, dass er unter dem Arm einen<br />

ganzen Stapel Papier trägt, den er <strong>im</strong> Geviert erst einmal vorsichtig, damit die Blätter nicht<br />

herausfallen, auf die Matte legt.<br />

Dann stellt er sich in die Mitte, blickt starr geradeaus und hebt das Mikrofon an den Mund.<br />

Wiley Cuts: „Absolut niemand…“<br />

Auch diese erneut kryptischen Worte bleiben für einen Moment <strong>im</strong> Raum stehen, ohne dass<br />

Cuts sie näher erklärt. <strong>Die</strong> Verwirrung über seinen Auftritt wächst dementsprechend.<br />

Wiley Cuts: „Es sollte euch die Chance geben, dem Protest eure St<strong>im</strong>me zu verleihen! Einfach<br />

und unkompliziert, ohne dass ihr selbst in den Mittelpunkt gerückt werden. Kann man es euch<br />

noch einfacher machen? Ich denke nicht…“<br />

Man ist sich <strong>im</strong>mer noch unsicher, worauf er hinauswill. Das scheint Cuts langsam aber sicher<br />

auch an den aufkommenden Buhrufen gegen seine Person zu merken, als er seinen starren<br />

Blick für einen kurzen Moment lockert um ihn stattdessen über die Fanreihen schweifen zu<br />

lassen.<br />

Wiley Cuts: „Meine Fanaktion war für euch DIE Möglichkeit, dem Protest gegen die<br />

festgefahrenen Zustände der Backstagepolitik und geduldeten Brutalität eure St<strong>im</strong>me<br />

aufzudrücken. Mit wenigen Klicks und ein paar getippten Sätzen... zur Verbesserung des<br />

<strong>PCWA</strong> Magazins und damit der gesamten Liga.“<br />

Er schüttelt enttäuscht den Kopf.<br />

Wiley Cuts: „Doch niemand hat sich beteiligt. Niemand hat seine St<strong>im</strong>me geltend gemacht.<br />

Niemand hatte einen Vorschlag, wie man dieses Schundwerk von Magazin revolutionieren


kann! Und somit hat JEDER von euch einen weiteren Beitrag dazu geleistet, dass das triefende<br />

Blut, entstehend aus der geduldeten Gewalt, tiefer in die Wurzeln der <strong>PCWA</strong> sickert, sich dort<br />

festsetzt und langsam zu einem essentiellen Teil dieser Liga wird.“<br />

Natürlich hören die Zuschauer es nicht gerne, wenn so direkt Kritik an Ihnen geäußert wird, so<br />

dass die Pfiffe und Schmährufe gegen den Mann aus Marion, Indiana deutlicher werden.<br />

Wiley Cuts: „Ist es Blutgier, die nun aus euch spricht, oder ist eure mangelnde Empörung über<br />

die Zustände nur ein Zeugnis davon, dass ihr nicht die Wichtigkeit dieses Protests begreift?<br />

Dabei habt ihr doch in der gesammelten Masse die Chance dazu, etwas zu verändern. Selbst<br />

wenn ihr euch keine Mühe macht, Ideen für bessere Artikel zu schreiben, so hättet ihr sogar<br />

einen Beitrag leisten können, indem ihr einfach Verzicht übt und das Magazin nicht weiter<br />

kauft…“<br />

Cuts löst seine starre Haltung erneut und fährt sich wütend durch die kurzen Haare, macht<br />

mehrere Ansätze, etwas zu sagen, doch bricht <strong>im</strong>mer mit einem wütenden Schnauben ab. Dann<br />

spricht er doch weiter und sagt GENAU einen Satz, was dennoch von seiner ganzen Wut und<br />

Enttäuschung zeugt.<br />

Wiley Cuts: „Das <strong>PCWA</strong>-Magazin hat mit dieser Ausgabe einen neuen Verkaufsrekord<br />

erreicht.“<br />

Nach seinen Bemühungen, dem Boykottaufruf und seiner Fankation bedarf es keiner weiteren<br />

Worte um zu verstehen, dass dieser Verkaufsrekord für Cuts wie der Gottesbeweis für einen<br />

Heiden sein dürfte.<br />

Wiley wendet sich nun dem Stapel Papier zu, den er zuvor in der Ringecke abgelegt hatte.<br />

Sorgfältig n<strong>im</strong>mt er ein paar der Blätter zur Seite und zieht dann eine Ausgabe des <strong>PCWA</strong>-<br />

Magazins aus dem Haufen. Mit dem Magazin in der Hand geht er in die Ringmitte zurück und<br />

stellt sich, das Heft vor sich haltend, auf.<br />

Wiley Cuts: „Ist der Erfolg dieses Magazins der Beweis dafür, dass ich mit meinen<br />

Bemühungen für eine bessere <strong>PCWA</strong> völlig falsch liege? Will man diesen Wechsel gar nicht?<br />

Ist es vielleicht gerade die Brutalität und Manipulation außerhalb des Rings, was diese Liga<br />

auszeichnet? Vielleicht sollte ich mich anpassen.“<br />

Er lächelt bitter in sich hinein.<br />

Wiley Cuts: „Mich anpassen und auch eine Schlachtung begehen, damit man mir verzeiht, dass<br />

ich versucht habe, etwas gegen die Strukturen zu unternehmen. Dass ich versucht habe, die<br />

Liga zumindest einen Schritt näher zum <strong>Wrestling</strong> und weg von einer Freakshow zu bringen.<br />

War das nicht sinnlos von mir? Wahrscheinlich. „<br />

Seine St<strong>im</strong>me trieft nur so vor Galgenhumor, als er die Worte ausspricht.<br />

Wiley Cuts: „Ich sollte auch eine ‚Schlachtung‘ begehen. Für den Effekt, was Anderes scheint<br />

ja kaum zu wirken.“<br />

Das <strong>PCWA</strong>-Magazin wird zerrissen. <strong>Die</strong> zwei Hälften des Heftes fallen vor Wiley Cuts auf den<br />

Boden, was dieser grinsend kommentiert.<br />

Dann stellt er sich auf die Fetzen des Magazins, während er weiterspricht.<br />

Wiley Cuts: „Ich habe die Hoffnung auf Besserung noch nicht aufgegeben. Mir ist aber<br />

mittlerweile klar, dass ich eure Unterstützung nicht brauche. Applaudierende Massen müssen<br />

nicht hinter jedem Schritt oder jeder Veränderung stehen.“<br />

Kurze Pause.


Wiley Cuts: „Ihr müsst es einfach akzeptieren, wenn es soweit ist. So wie ihr etwas<br />

Schreckliches wie den derzeitigen Zustand hinnehmt, werdet ihr auch eine NEUE <strong>PCWA</strong><br />

hinnehmen. Eine bessere <strong>PCWA</strong>, die ohne Brutalität und Manipulation funktioniert.“<br />

Bei dieser Vorstellung erhellt sich für einen Augenblick die Miene Cuts‘, der dann aber schnell<br />

wieder das Mikrofon greift.<br />

Wiley Cuts: „Es gab für jede Minderheit, für jede gute Idee stets eine Person, die gekämpft hat.<br />

Gegen alle Widerstände, ehe man sie am Ende als die wichtige Person ansah, als die sie in die<br />

Geschichte einging.<br />

Ich will mein Handeln nicht zu hoch hängen, schließlich ist dies nicht von Weltbedeutung,<br />

sondern eine <strong>Wrestling</strong>liga, aber ich denke, dass ich dieser Kämpfer sein kann. Der, der jetzt<br />

noch unterschätzt, aber schon bald gelobt wird! Lasst mich dafür eine Metapher verwenden.“<br />

Er überlegt einen Moment.<br />

Wiley Cuts: „<strong>Die</strong> <strong>PCWA</strong> ist ein Käfig voller bissiger Kampfhunde mit blutigen Mäulern, die alle<br />

ihr Revier dominieren wollen. Sie beißen sich, vertragen sich, beißen sich, bilden dann für<br />

kurze Zeit Rudel, bis sie wieder die Kampfeslust überkommt und sie sich wieder beißen.“<br />

Während er das Mikrofon kurz absetzt, hebt er seinen Zeigefinger, so als wollte er nun die<br />

Pointe der Geschichte erläutern.<br />

Wiley Cuts: „Aber in diesem Käfig sitzt auch eine kleine, weiße und unbefleckte Katze, der<br />

absolut niemand eine Chance aufs Überleben gibt. Doch die Kampfhunde sind so in ihre<br />

Kämpfe vertieft, dass sie die schlaue Katze ignorieren und diese so in Ruhe die<br />

Schwachpunkte der einzelnen Hunde beobachten kann. Und wenn die Hunde sich dann wieder<br />

beißen und einer geschwächt ist, schlägt sie empfindlich zu… einer nach dem Anderen! Ohne<br />

Eile, aber Kratzer mit großem Effekt.“<br />

Wie erwartet deutet er mit dem Finger auf sich.<br />

Wiley Cuts: „Und ich bin hier um die Rolle der weißen Katze anzunehmen. Und hiermit beginnt<br />

die Zeit, in der ich anfange, die Stiche zu setzen und das Monument der Gewalt anzukratzen.“<br />

Nun geht er zum Stapel Papier zurück und hebt einen der Zettel in die Luft.<br />

Wiley Cuts: „Meine Möglichkeiten zur Verbesserung sind so enorm groß <strong>im</strong> Gegensatz zu<br />

meinen ‚Feinden‘, die sich in ihrer Gewaltspirale steigern und steigern müssen, weil es das<br />

einzige Mittel ist, das sie haben.<br />

Hier habe ich aufgeschrieben, was die Liga verbessern würde. Klare Strukturen, drastische<br />

Bestrafungen… doch das ist nur ein Mittel von mir.“<br />

Zurück in die Ringmitte.<br />

Wiley Cuts: „Ich werde auch von all den Kopfspielchen unbeeindruckt bleiben und <strong>im</strong> Ring<br />

zeigen, dass Backstagemanipulation keine Vorteile bringt. Sowohl in normalen Matches, als<br />

auch be<strong>im</strong> ersten Jubiläum der Übernahme der Gewalt, den Brawlin Rumble, wenn<br />

ausgerechnet der fast EINZIG NORMALE hier in der Liga all eure kleinen Illusionen von Macht<br />

und Erfolg durch Gewalt zerstört.“<br />

Damit setzt er das Mikrofon ab. Wohl für diese Promo endgültig, denn, wie abgesprochen, wird<br />

nun wieder seine Musik eingespielt und Cuts verlässt zu dieser und nun eher negativen<br />

Reaktionen den Ring.


A modern-day warrior<br />

Mean mean stride,<br />

Today's Tom Sawyer<br />

Mean mean pride.<br />

Mit einem letzten Blick zurück in die Halle tritt Cuts durch den Vorhang, während seine Musik<br />

ausfadet.<br />

Und dann ertönt wieder, während er schon verschwunden ist, noch einmal die St<strong>im</strong>me aus dem<br />

Nichts. <strong>Die</strong>smal nicht ärgerlich, sondern als Zeugnis großer Selbstüberzeugung.<br />

„Einer! Ein Einziger reicht!“<br />

Vincent Craven: "Wiley Cuts mit deutlichen Worten. Seine Protestaktion gegen das <strong>PCWA</strong>-<br />

Magazin hat ja eher das Gegenteil bewirkt als das, was er sich davon versprochen hatte.<br />

Schafft er etwa die moralische Wende in der Liga zu etablieren?"<br />

Mike Garland: „Ach. Das letzte mal, als sich jemand hier in Berlin hinstellte und den Leuten<br />

etwas ganz tolles neues versprach, da rollten ein paar Jahre später russische Panzer durch die<br />

Stadt. Sollte man hier in Deutschland auf so jemanden noch einmal hereinfallen?"<br />

Vincent Craven: "Du vergleichst doch Wiley Cuts nicht ernsthaft mit...? Alles, was er will, ist<br />

eine Abkehr von Gewalt und Brutalität, die in den letzten Monaten leider überhand genommen<br />

haben. Parallel zum Einfluss der ANGST, wenn du mich fragst."<br />

Mike Garland: "Ich frage dich aber nicht. Jeder bekommt das, was er verdient - wir sind hier<br />

nicht in einem Sandkasten und spielen mit unseren Schäufelchen. Auch wenn ein Wiley Cuts<br />

das vielleicht gerne so hätte."<br />

Vincent Craven: "Ich bin mir sicher, dass er vielen Leuten einfach aus der Seele spricht.<br />

Vielleicht ist er ja die weiße Katze, auf die viele gewartet haben."<br />

Mike Garland: "Miau."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Mike Garland: „Und wir sind wieder zurück am Ring, rechtzeitig zum ersten Match des Abends<br />

und uns erwartet hier gleich ein richtiger Kracher, Vincent!“<br />

Vincent Craven: „Das darfst du laut sagen. <strong>Die</strong> beiden Alphatiere der Inflection Scale<br />

gegeneinander in einem Ring. Mad Dog gegen Blaze. Beide wollen dieses Turnier gewinnen.<br />

Beide wollen eine erneute Chance auf den Undisputed Gerasy Title auf der größten Bühne, die<br />

diese Liga zu bieten hat.“<br />

Mike Garland: „Be<strong>im</strong> Brawlin’ Rumble IX! Aber das ist noch alles Zukunftsmusik, jetzt müssen<br />

sie erst einmal dieses Match gewinnen. Dann können sie sich erst Gedanken über das Finale<br />

am Ende des heutigen Abends machen.“


Vincent Craven: „Und auch das muss man erst einmal gewinnen. Egal, wer dort siegt: Weder<br />

Blake Milton, noch Gabriel Lucifer sind leichte Gegner. Auch wenn viele Fans und Journalisten<br />

hier <strong>im</strong> Voraus von dem ersten Halbfinale als vorgezogenem Finale gesprochen haben.“<br />

Mike Garland: „Wir erinnern uns: Be<strong>im</strong> letzten Quest for the Best hatten diese beiden Männer<br />

es schon einmal <strong>im</strong> Halbfinale miteinander zu tun. Es endete unentschieden, am Ende konnte<br />

Blaze das Turnier gewinnen.“<br />

Vincent Craven: „Ob sich die Geschichte wiederholt? Wir werden es jetzt sofort herausfinden.<br />

Und übergeben das Wort an unsere Ringsprecherin, Jane Nelson.“<br />

<strong>Die</strong> Kamera schwenkt vom Kommentatorenpult zu Jane Nelson, die gerade begonnen hat, den<br />

ersten Teilnehmer vorzustellen.<br />

Jane Nelson: „Der erste Teilnehmer dieses Halbfinals, mit einem Kampfgewicht von 108kg...<br />

Der Nightfighter—MAD DOG!“<br />

„Welcome to YOUR nightshow!“<br />

Es ist der Trademark-Spruch des Night Fighters, der einige Jubelrufe bei den Fans hervorruft.<br />

MD weiß <strong>im</strong>mer noch nicht so recht mit dem Zuspruch der Fans umzugehen, aber er freut sich<br />

nicht sonderlich darüber. Nie hat er große Anerkennung der Fans erhalten – weil er zumeist bei<br />

den Bösen Zuhause war. Dass ihn nun der Jubel in der Halle empfängt, ist allein ein Zeichen<br />

dafür, dass er alt geworden ist.<br />

Daher gilt es nun umso mehr dem großen Triumph entgegen zu schreiten. Heute ist Core,<br />

heute will er das Ziel erreichen. Viel Zeit bleibt ihm schließlich nicht mehr.<br />

http://www.youtube.com/watch?v=H-mrCYRs1Yg<br />

<strong>Die</strong> ersten Klänge und Worte des rockigen Songs verhallen in der Halle.<br />

Broken bones, broken hearts<br />

Stripped down and torn apart<br />

A little bit of rust - I'm still runnin'<br />

Countin' miles, countin' tears<br />

Twisted roads, shiftin' gears<br />

Year after year - it's all or nothin'<br />

Wie für den Night Fighter gesprochen tritt der Veteran, als sich der Song zum Chorus erhebt,<br />

hinaus. Ein entschlossener und fokussierter Blick zeigt sich hinter der Maske. <strong>Die</strong> Arme<br />

werden entschlossen zur Seite ausgestreckt. Ein Kreuz.<br />

But I'm not home, I'm not lost<br />

Still holdin' on to what I got<br />

Ain't much left<br />

No there's so much that's been stolen<br />

I guess I've lost everything I've had


But I'm not dead, at least not yet<br />

STILL ALONE,<br />

STILL ALIVE,<br />

STILL UNBROKEN<br />

I'm still alone, still alive,<br />

I'm still unbroken<br />

Mad Dog spricht die Zeilen des Refrains inbrünstig mit. Es sind seine Zeilen. Immer noch da,<br />

<strong>im</strong>mer noch alleine und <strong>im</strong>mer noch ungebrochen.<br />

Er steht <strong>im</strong>mer noch – trotz allen Scheiterns. Bei der ersten Vendetta nach dem Impact hat er<br />

sich erneut für den Weg der unbekannten Konstante entschieden. Der Quest ist sein Prüfstein!<br />

Und so passen die folgenden Textpassagen, wie die Faust aufs Auge.<br />

Never captured, never tamed<br />

Wild horses on the plains<br />

You can call me lost - I call it freedom<br />

I feel the spirit in my soul<br />

It's something Lord I can't control<br />

I'm never givin up while I'm still breathing<br />

Mad Dog: „Blaze, du meinst, du hast die Sicherheit um gegen die Angst zu bestehen? Gut…<br />

ich sage dir: Wenn eines sicher war in den letzten Anderthalbjahren… dann war es, dass ich<br />

ins Finale einziehe! Cause you know how they call me… MY NAME IS…”<br />

„Mad Dog! Mad Dog! Mad Dog!“<br />

Jane Nelson: „Und sein Gegner, aus Havanna / Kuba, mit einem Kampfgewicht von 105kg...Der<br />

Rächer ... BLAZE!“<br />

…to the other side


Zu den Klängen von Sirenias „The Other Side“ betritt das einsame Feuer steinernen Blickes die<br />

Halle. Feuersäulen untermalen das Intro des Liedes, Blitzlichtgewitter setzt mit den Drums ein.<br />

Stolz blickt die eherne exekutive Gewalt durch das Publikum. Ihr Jubeln bringt das Schlagen<br />

seines Herzens in den richtigen Rhythmus, tötet seine Angst. Seine Augen fixieren die Ferne,<br />

starren ins Leere und wirken doch so fokussiert.<br />

There’s a light and a darkened road<br />

There’s a night and a fading hope<br />

Sein Streben nach Rache ist gleichzeitig auch sein Streben nach Erlösung. Er will Sicherheit<br />

geben, ihr Vertrauen in ihn bringt die Stärke. Der Sieg <strong>im</strong> Quest 4 The Best soll ihn endlich<br />

wieder an die Spitze bringen. Er will kämpfen, schwitzen, bluten.<br />

There was a dream that once was mine<br />

But now it seems it has passed with t<strong>im</strong>e<br />

Ein schmales Lächeln ziert die Lippen des Kubaners, als der Jubel um seine Person noch<br />

weiter aufbrandet. Langsam n<strong>im</strong>mt er seinen Gegner ins Visier, hält mit stetig langsamen Gang<br />

und seinem Ziel vor Augen auf ihn zu. Schließlich erreicht er den Ring.<br />

There’s a voice inside my head<br />

There’s a hope, now long since dead<br />

Mit einem kurzen Sprung aus dem Stand und dem Griff zu den Seilen bringt er sich auf<br />

Augenhöhe. Nun wartet er kurz ab, mustert seinen Gegner und durchschaut ihn wie ein Stück<br />

Kristall. Schließlich spannt er seine Arme an, lässt sie auseinander gleiten, ballt die eine Hand<br />

zur Faust und lässt sie krachend in die andere knallen. <strong>Die</strong> Rache zieht in den Krieg.


It’s all a wonder, will I abide<br />

I hear you calling from the other side<br />

Opener<br />

-Möge der Beste gewinnen-
<br />

Quest for the Best Halbfinale 1<br />

Singles Match<br />

vs<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out!—Referee: Sven Nitzschke)<br />

*Ding, Ding, Ding*<br />

Und so beginnt auch offiziell der Tanz der beiden Publikumslieblinge. Der Nightfighter und der<br />

Rächer beginnen, einander zu umkreisen, vorsichtig, <strong>im</strong>mer auf der Lauer, <strong>im</strong>mer auf der<br />

Suche nach einer Schwachstelle in der Defensive des anderen. Man kennt sich zu gut, um<br />

sofort etwas hier riskieren zu wollen.<br />

„MAD DOG! MAD DOG!“<br />

„BLAZE! BLAZE! BLAZE!“<br />

<strong>Die</strong> Fans <strong>im</strong> Berliner <strong>PCWA</strong> Dome sind bereits gut eingest<strong>im</strong>mt auf das Match, einen klaren<br />

Favoriten scheint es hier nicht zu geben zwischen den beiden Mitgliedern der Inflection §cale.<br />

Man tastet sich weiterhin vorsichtig ab, täuscht an, legt hier und da eine Finte, aber noch<br />

kommt es zu keinem direkten Kontakt. Doch dann scheint es eine Art unsichtbares Zeichen zu<br />

geben und beide gehen aufeinander los, wie Marionetten von einem unsichtbaren Meister<br />

gelenkt.<br />

Vincent Craven: „Los geht’s! Lock-Up zwischen den beiden Alphatieren der Inflection Scale!<br />

Beide drücken und schieben, keiner kann sich so recht einen Vorteil erarbeiten. Körperliche<br />

Vorteile hat ja auch keiner...“<br />

Mike Garland: „Der Kubaner schafft es aber einen Arm frei zu bekommen und stößt den<br />

Nightfighter ein wenig von sich, Kick gegen das Knie, Mad Dog <strong>im</strong> Rückwärtsgang, Blaze<br />

schnellt nach vorne, FACEBUSTER!“<br />

Vincent Craven: „Und einen Leg Drop hinterher. Mad Dog wird wieder auf die Beine gerissen.<br />

Der Kubaner mit einer Reihe von Kicks gegen die Knie seines Gegners. Mad Dog versucht<br />

auszuweichen, kann sich Blazes Bein schnappen, kassiert aber einen Kick mit dem anderen<br />

Bein.“<br />

Mike Garland: „Der Nightfighter kommt hier grade einfach nicht zum Durchatmen. Elbowdrop<br />

vom Pyromanen, der dann zum ersten Cover hier ansetzt...“


ONE<br />

TW...<br />

SHOULDER UP!<br />

Das war auch für den Moment noch nicht viel mehr als ein erstes Zeichen, das der Kubaner<br />

hier setzen wollte. Und das ist ihm auch gelungen. Er hat als Erster hier klar und deutlich sein<br />

Revier markiert. Aber auch Blaze weiß, dass das nicht genügen wird, um sich hier am Ende<br />

durchzusetzen. Er bringt den Nightfighter wieder auf die Beine, landet einen harten Chop, aber<br />

sein Kollege in der Inflection Scale lässt sich nicht so einfach einschüchtern. Auch der<br />

Nightfighter kann einen kräftigen Chop landen. So geht es hin und hier für einige lange<br />

Sekunden, dann wird das Match in der Ringmitte zu einem wilden Schlagabtausch zwischen<br />

beiden Kontrahenten.<br />

Vincent Craven: „Blaze bekommt wieder die Oberhand, allerdings. Kick in den Magen von Mad<br />

Dog. DDT! Mehrere Knee-Strikes gegen den am Boden liegenden Mad Dog. <strong>Die</strong> beiden<br />

respektieren einander, aber schenken tun sie sich nichts.“<br />

Mike Garland: „Er lehnt ihn gegen die Ringseile, n<strong>im</strong>mt Anlauf, soll einen SHINING WIZ...Nein,<br />

Mad Dog taucht ab! Blaze fliegt gegen das Seil...ROLL UP VOM NIGHTFIGHTER! COVER!“<br />

ONE<br />

TWO<br />

…<br />

OH!<br />

Vincent Craven: „Beide wieder <strong>im</strong> Stand, Mad Dog hat seinen Kontrahenten aber <strong>im</strong> Side-<br />

Headlock. <strong>Die</strong> unbekannte Konstante konzentriert sich bisher vor allem auf den Nacken des<br />

Kubaners.“<br />

Mike Garland: „Blaze befreit sich da aber wieder recht schnell raus. Erneuter Schlagabtausch<br />

zwischen beiden Männern, Mad Dog bleibt weiter hier der Dominante Mann <strong>im</strong> Moment. Whip-In<br />

...“<br />

Vincent Craven: „CLOTHESLINE! Und die trifft dieses Mal. Und wieder wirft Mad Dog Blaze<br />

quer durch den Ring in eine der Ringecken, Anlauf, Running Shoulderblock...NEIN! Blaze<br />

weicht aus und der Nightfighter kracht gegen den Ringpfosten.“<br />

Mike Garland: „BULL DOG gegen Mad Dog. Hier geht es hin und her zwischen den beiden<br />

Inflection Scale Mitgliedern. Man merkt beiden an, dass sie sich sehr gut kennen <strong>im</strong> Ring.“<br />

Blaze hat den Nightfighter wieder auf die Beine gerissen und bearbeitet den Kopf seines<br />

Kollegens mit einigen harten Treffern. Dann setzt er sich auf den Ringpfosten, während er<br />

weiterhin die unbekannte Konstante weiterhin bearbeitet. Aber der Plan ist ganz klar zu<br />

erkennen...<br />

Vincent Craven: „TORNADO DDT! Der letzte Q4tB Gewinner hat es ja bereits klar und deutlich<br />

gesagt: Er will das Ding dieses Jahr wieder holen. Und momentan tut er alles, um sein Ziel zu<br />

erreichen.“<br />

Mike Garland: „Wir erinnern uns: Auch be<strong>im</strong> letzten Turnier hieß ein Halbfinale Mad Dog vs<br />

Blaze. Damals ging das Ding allerdings unentschieden aus. Aktuell sieht es aber nicht so aus,<br />

als ob das noch einmal passieren würde.“<br />

Vincent Craven: „Blaze macht weiter mit harten Treffern mit dem Ellbogen und schickt den<br />

Nightfighter dann wieder in die Seile...HEAD SCISSORS. Und Mad Dog landet wieder auf der<br />

Matte.“<br />

Der Kubaner ist jetzt „on fire“, wie man so schön sagt. Wie passend für einen ehemaligen<br />

Pyromanen. <strong>Die</strong>ses Mal geht es für den Nightfighter in eine der Ringecken, der Kubaner n<strong>im</strong>mt


kurzen Anlauf und landet einen krachenden Spear. Mad Dog fällt erst einmal in sich zusammen<br />

in der Ringecke.<br />

„MAD DOG! MAD DOG!“<br />

Aber alle Anfeuerungsrufe seitens der Fans scheinen erst einmal nichts zu bringen. Der<br />

Kubaner macht weiter, packt die unbekannte Konstante wieder unter den Armen und hebt ihn<br />

auf die Beine. Erneuter Kick in den Magen, dann wirft sich Blaze in die Seile und federt<br />

zurück...<br />

Mike Garland: „SCISSORS KICK! Und sofort das Cover hinterher...“<br />

ONE<br />

TWO<br />

THR...<br />

Vincent Craven: „KICKOUT! Mad Dog rollt sich zur Seite weg und zieht sich wieder langsam an<br />

den Seilen hoch. Blaze kommt von hinten mit Anlauf...“<br />

Mike Garland: „ABER MAD DOG KATAPULTIERT IHN NACH DRAUSSEN! Kluges Manöver, mit<br />

dem sich der Nightfighter hier eine Verschnaufpause gönnen kann. Und Blaze landet erst<br />

einmal auf dem harten Hallenboden.“<br />

...1...<br />

Vincent Craven: „Der Nightfighter atmet <strong>im</strong>mer noch tief durch, während er Blaze beobachtet.<br />

Sven Nitzschke beginnt unterdessen mit dem Anzählen.“<br />

...2...<br />

Mike Garland: „<strong>Die</strong> harte Landung hat bei Blaze jedenfalls ihre Spuren hinterlassen. Er blutet<br />

an der Lippe und das nicht wenig.“<br />

Vincent Craven: „Jetzt scheint sich auch Mad Dog aus dem Ring zu bequemen und hebt Blaze<br />

wieder auf die Beine ...“<br />

...3...<br />

Der Nightfighter wirft seinen Kontrahenten gegen die Ringabsperrung und wartet nicht lange:<br />

Ein Dog Bite landet <strong>im</strong> Ziel und treibt den Kubaner weiterhin in die Defensive. Der folgende<br />

DDT lässt den Rächer erneut wieder auf den harten Hallenboden krachen.<br />

...4...<br />

Mad Dog zerrt den erschlafften Körper von Blaze wieder in Richtung Ring und befördert ihn<br />

zurück ins Seilgeviert. Wenige Momente später betritt auch der ewige Zweite der <strong>PCWA</strong> wieder<br />

den Ring und wirft sich auf den Kubaner zum Cover.<br />

ONE<br />

TWO<br />

...<br />

Auch hier kann der Kubaner wieder schnell auskicken. <strong>Die</strong>ses Match ist also noch lange nicht<br />

zu Ende. Aber Mad Dog lässt sich davon nicht entmutigen, bekommt den Kollegen aus der<br />

Inflection Scale noch am Boden zu fassen und setzt einen Figure Four Leg Lock an. <strong>Die</strong><br />

personifizierte Rache der <strong>PCWA</strong> ist natürlich alle andere als begeistert von der eigenen<br />

Situation und versucht sofort, sich in Richtung Ringseile zu retten, aber Mad Dog hat noch


genügend Kraft, ihn hier in der Ringmitte zu halten. Aber so einfach gibt sich auch ein Blaze<br />

natürlich nicht geschlagen.<br />

Mike Garland: „Blaze versucht sich auf den Bauch zu drehen, eine gute Möglichkeit den Figure<br />

Four umzudrehen, aber Mad Dog weiß das natürlich ganz genau. Das hier ist ein Kampf<br />

zwischen Kraft und Wille...“<br />

Vincent Craven: „Sven Nitzschke fragt vorsichtshalber schon einmal bei Blaze nach, aber der<br />

schüttelt energisch den Kopf und dreht und wendet sich weiterhin uuund...schafft es, den Griff<br />

hier zu drehen! Aber Mad Dog kann sofort reagieren, hat sich gut positioniert und greift in die<br />

Seile!“<br />

Mike Garland: „Der Rächer der <strong>PCWA</strong> löst sofort fair und beide Männer stehen wieder auf den<br />

Beinen. Aber langsam geht ihnen hier doch die Puste aus, wir nähern uns langsam aber sicher<br />

der 10 Minuten Marke.“<br />

Vincent Craven: „Beide nehmen hier jetzt auch ein wenig das Tempo heraus. Schieben<br />

einander ein wenig durch den Ring, Mad Dog versucht, eine Armbar anzusetzen, aber Blaze<br />

dreht sich wieder raus, setzt selbst die Armbar an, die sitzt jetzt auch.“<br />

Mike Garland: „Mad Dog ist jetzt unter Zugzwang, da wieder heraus zu kommen. Dreht sich,<br />

wendet sich, aber Blaze hält den Griff. Wirbelt jetzt aber den Kontrahenten herum, Irish Whip in<br />

die Ringecke.“<br />

Vincent Craven: „Und dort bearbeitet er ihn weiter mit einer Reihe von harten Kicks, die ihr Ziel<br />

nicht verfehlen. Auch die European Uppercuts sitzen genau. Blaze geht eine Runde mit Mad<br />

Dog spazieren, ...“<br />

Mike Garland: „Und wirft den Nightfighter erneut gegen den Ringpfosten. Ein kurzer<br />

Anlauf...TORCH OF CHANGE! Der passende Move, wenn man sich die Fackeln dort hinten am<br />

Entrance anguckt.“<br />

Vincent Craven: „COVER!“<br />

ONE<br />

TWO<br />

THR...<br />

Mike Garland: „Mad Dog kriegt da in letzter Sekunde das Bein noch auf die Seile! Verdammt,<br />

war das knapp.“<br />

Aber es reicht, um Mad Dog einen erneuten Motivationsschub zu geben. Der Nightfighter<br />

kämpft sich eiligst wieder auf die Beine, während sein kubanischer Kontrahent noch mit<br />

demSchicksal in Person des Referees hadert. <strong>Die</strong> unbekannte Konstante beißt kurz die Zähne<br />

zusammen, bringt Blaze wieder auf die Beine, steckt die Körpertreffer des ehemaligen<br />

Pyromanen weg so gut es geht und rammt ihm dann das Knie in den Magen. Irish Whip,<br />

Spinebuster, Cover.<br />

ONE<br />

TWO<br />

THREE???<br />

Einen kurzen Moment lang wollen die Fans hier <strong>im</strong> <strong>PCWA</strong> Dome schon den verrückten Hund<br />

als Sieger und damit späteren Finalisten feiern. Aber Referee Sven Nitzschke zeigt es ganz<br />

deutlich an: Das war doch nur ein Two-Count. Verbissen kämpfen sich beide wieder auf die<br />

Beine.<br />

„OH!“


Vincent Craven: „Hier kann jetzt bald jeder Move, jeder kleine Fehler entscheidend sein<br />

zwischen diesen beiden Männern. Und die Fans in der Halle wissen das und feuern<br />

abwechselnd ihren jeweiligen Favoriten an.“<br />

„MAD DOG! MAD DOG!“<br />

„BLAZE! BLAZE! BLAZE!“<br />

Mike Garland: „Blaze kann sich gar nicht mehr recht wehren, als ihn Mad Dog wieder auf die<br />

Beine zieht... Der setzt an zur FIGHTER’S POWERBOMB...NEIN! BACKBODY DROP VON<br />

BLAZE!“<br />

Vincent Craven: „Er atmet schwer, kriegt Mad Dog aber wieder in den Stand—irgendwie. Er<br />

umklammert ihn von hinten...GERMAN SUPPLEX IN DIE BRÜCKE HINEIN! COVER!“<br />

ONE<br />

TWO<br />

THR...<br />

KICKOUT!<br />

Blaze ahnt, dass er hier noch einmal schwerere Geschütze auffahren muss gegen seinen<br />

Kollegen in der Inflection Scale. Zur Freude seines Fanblockes bewegt er sich in Richtung<br />

Ringecke. <strong>Die</strong> wissen genau was jetzt folgen soll:<br />

„HOLLOW SEAR!“<br />

Und den Spear vom Top Rope will ihnen der Kubaner scheinbar auch zeigen. Nur macht er<br />

hierbei die Rechnung ohne den Nightfighter, der natürlich auch ahnt, was nun folgen soll, und<br />

bereits wieder an einem der Ringseile hochzieht, als der Kubaner langsam den Turnbuckle<br />

besteigt. Mit einem letzten Kraftakt wankt er Richtung Blaze, als der sich gerade umdrehen und<br />

in Position für den Spear begeben will—nichtsahnen, dass Mad Dog nur wenige Schritte von<br />

ihm entfernt bereit steht.<br />

„MAD DOG! MAD DOG!“<br />

Jetzt weiß auch Blaze, was Sache ist, doch es ist zu spät. Der Nightfighter sorgt für eine<br />

unbequeme Landung be<strong>im</strong> Kubaner, der sich jetzt ernsthafte Sorgen um seine Familienpläne<br />

machen sollte. <strong>Die</strong> unbekannte Konstante zögert jetzt nicht lange, steigt ebenfalls hinauf auf<br />

den Turnbuckle und will jetzt selbst versuchen, dem Ganzen hier ein Ende zu setzen.<br />

Mike Garland: „SUPERPLEX! OH MY GOD...Beide krachen mit dem Rücken auf die Matte und<br />

scheinen benommen zu sein. Mad Dog kann <strong>im</strong> Moment gar nicht covern! Nitzschke beginnt,<br />

beide anzuzählen...“<br />

...1...<br />

...2...<br />

...3...<br />

Vincent Craven: „...Eine erste Regung be<strong>im</strong> Nightfighter, der muss sich aber auch erst mal<br />

wieder orientieren, wo er denn jetzt überhaupt da ist <strong>im</strong> Ring. An ein Cover ist <strong>im</strong>mer noch<br />

nicht zu denken.“<br />

...4...<br />

...5...<br />

...6...


Mike Garland: „JETZT ABER! COVER!“<br />

...7...<br />

ONE<br />

TWO<br />

THREE???<br />

Vincent Craven: „NEIIIIIIIIIN! Kickout in allerletzter Sekunde, die Zeitlupe zeigt es noch einmal:<br />

Der Ringrichter liegt hier ganz richtig mit seiner Entscheidung. Verdammt war das knapp. Und<br />

beide sind <strong>im</strong>mer noch ziemlich mitgenommen.“<br />

Mike Garland: „Blaze wischt sich die wieder aufgeplatzte Lippe ab, nachdem er wieder<br />

halbwegs auf die Beine gekommen ist, Mad Dog lehnt <strong>im</strong>mer noch schwer atmend an den<br />

Ringseilen.“<br />

Vincent Craven: „Aber sie müssen weiter kämpfen und sie tun es beide... Beide stehen jetzt<br />

wieder so lala auf den eigenen zwei Beinen!“<br />

Mike Garland: „Beide Männer sind jetzt am Ende, haben Mühe, sich auf den Beinen zu halten.<br />

Der Atem geht bei beiden schwer. Kein Wunder nach diesem harten Match. Keine Ahnung wie<br />

der Sieger nachher noch das Finale bestreiten will.“<br />

„MAD DOG! MAD DOG!“<br />

„BLAZE! BLAZE! BLAZE!“<br />

Vincent Craven: „<strong>Die</strong> Fans sind dagegen <strong>im</strong>mer noch nicht müde geworden, die beiden hier <strong>im</strong><br />

Ring wie verrückt an zu feuern. Kurzer Blickkontakt zwischen beiden Männern. Man respektiert<br />

sich.“<br />

Mike Garland: „Beide verharren einige Momente ein paar Meter voneinander entfernt, jeder in<br />

seiner Ringecke. Beide wissen, dass es sich hier jetzt um die letzten, um die entscheidenden<br />

Momente in diesem Match handeln könnte.“<br />

Und es ist dieses Wissen, das die beiden Männer wieder dazu treibt, auf die Zähne zu beißen<br />

und aufeinander los zu gehen. Es gab kein offensichtliches, äußeres Zeichen von beiden, aber<br />

sie stürmen fast synchron aufeinander zu. Keiner kann keinen wirklichen Vorteil mehr für sich<br />

erringen, sie halten sich mittlerweile mehr aneinander fest als dass sie versuchen den anderen<br />

niederzuringen. Mad Dog schafft es irgendwie, die Arme um seinen Gegner zu bekomen und<br />

versucht ihn auszuheben, aber der Kubaner wehrt sich. Eine Kopfnuss gegen Mad Dog und er<br />

kann sich endgültig befreien. Und will hier nun Schluss machen.<br />

Vincent Craven: „ANSATZ ZUM BURN OUT! Er will ihn ausheben...Aber Mad Dog wehrt<br />

sich...SCHAFFT ES, STEHEN ZU BLEIBEN! Befreit seinen Kopf aus dem Griff ... RAMMT<br />

BLAZE DAS KNIE IN DEN MAGEN!“<br />

Mike Garland: „Was jetzt, was kommt jetzt...? ENTER NIGHT! UND MAD DOG KANN SEINEN<br />

FINISHER DURCHBRINGEN! War’s das? War das die Entscheidung? Sven Nitzschke zählt das<br />

Cover durch.“<br />

ONE<br />

Vincent Craven: „Mad Dog drückt Blazes Schulter mit aller Macht auf die Matte. Klar: Der<br />

Kubaner hat in diesem Match schon mehrfach bewiesen, wieviel er einstecken kann, aber ...“<br />

TWO<br />

„BLAZE! BLAZE! BLAZE!“


Mike Garland: „JETZT ODER NIE, BLAZE!“<br />

THREE<br />

Vincent Craven: „AUS, SCHLUSS, VORBEI! Mad Dog steht <strong>im</strong> Finale des Quest for the Best<br />

2012!“<br />

Kaum ist der Pinfall gegen Blaze durchgezählt beginnt das Bild zu flackern, geht über in<br />

bellenden Wind und schlagenden Regen. Der Sturm war stärker. <strong>Die</strong> Kraft der Natur hat<br />

letztendlich obsiegt. Mit gebrochener Seele und körperlich verfallen liegt Blaze in einer Lache<br />

aus Schlamm und seinem Blut. In der Ferne sieht er undeutlich und verzerrt das Ende des<br />

Sturms. Licht strahlt dort. Er weiß, was dort steht. Seine Fackeln. Ihr Feuer hat nicht gereicht,<br />

scheinbar, sie konnten ihm den Weg nicht weisen. Er ist ausgeschieden, der zweifache Sieg<br />

des Quest 4 The Best Turniers wird für <strong>im</strong>mer ein Traum bleiben. Ängstlich liegt er am Boden<br />

inmitten des Tobens. Das Bild gleitet jetzt wieder hinüber in die Halle. An der Rampe stehen auf<br />

ihrem Podest die Fackeln der Rache. <strong>Die</strong> schon erweckten Flammen erlöschen. Gebrochen<br />

liegt Blaze auch <strong>im</strong> Ring am Boden. Besiegt.<br />

/ / /<br />

Derweilen verkündet auch Jane Nelson das offizielle Ergebnis.<br />

Jane Nelson: „Der Sieger nach 11:45 Minuten und damit der erste Finalist des Quest for the<br />

Best 2012: <strong>Die</strong> unbekannte Konstante—MAD DOG!“<br />

Der Nightfighter hat sich gerade wieder auf die Beine gekämpft, als Sven Nitzschke seine Hand<br />

als Zeichen des Sieges nach oben reißt, und realisiert erst sehr langsam seinen Sieg. Doch<br />

noch ist das hier nicht zu Ende. Noch gilt es, ein weiteres Match zu gewinnen.<br />

Mike Garland: „Damit haben wir den ersten Finalisten unseres diesjährigen Quest 4 The Best<br />

Turniers - MAD DOG!"<br />

Vincent Craven: „Ein spannendes Match, in dem der verrückte Hund am Ende vielleicht das<br />

nötige Quentchen Glück mehr hatte. Gegen wen er <strong>im</strong> Finale antreten wird, das sehen wir dann<br />

in Kürze!"<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

I'm too sexy for my shirt too sexy for my shirt<br />

So sexy it hurts<br />

And I'm too sexy for Milan too sexy for Milan<br />

New York and Japan<br />

http://www.youtube.com/watch?v=DfMzxfErL2k<br />

Alistairs Laune ist in der Zwischenzeit deutlich gestiegen. Der Tribune Champion ist <strong>im</strong>mer<br />

noch in einen glitzernden Mantel samt Federboa gehüllt und lenkt er seine Schritte


zielgerichtet durch die Gänge des <strong>PCWA</strong>-Domes, während er lautstark die Textzeilen des alten<br />

Hits von „Right said Fred“ mitsingt. <strong>Die</strong> sündhaft teuren Sennheiser-Kopfhörer, die er trägt,<br />

lassen alle Geräusche außer der Musik für ihn verstummen. Das ist auch gut so, denn die<br />

Tatsache, dass er so gut wie keine Note trifft, lässt sich nicht einmal durch seine schiere<br />

Lautstärke übertünchen. Selbst die verzogenen Mienen und demonstrativ zugehaltenen Ohren<br />

einiger Crewmember, denen er auf seinem Weg begegnet, stören ihn nicht weiter.<br />

Warum sollte man sich auch die Laune verderben lassen, wenn man Alistair Brunswick ist, der<br />

am besten aussehende Athlet der <strong>PCWA</strong>, Frauenschwarm und Träger des zweitwichtigsten<br />

Titels dieser Liga?<br />

Ein paar Schritte noch und schon hat Alistair sein Ziel erreicht, den gemeinsamen<br />

Aufenthaltsraum der ANGST. Er zieht noch einmal sein Telefon aus der Tasche seines Mantels<br />

und betrachtet die Kurzmitteilung, die er von Cinderella Rage erhalten hat. „Treffen uns vor<br />

deinem Kampf in deiner Kabine“, mehr steht da nicht. Aber schon diese knappen Worte<br />

genügen, um Alistairs lebhafte Phantasie in Gang zu setzen.<br />

Aber erst einmal heißt es, einen anderen Pflichttermin wahrzunehmen. Was Barker wohl von<br />

ihm wollte? Alistair richtet noch einmal sein Haar und schiebt die Tür dann ohne Anzuklopfen<br />

auf.<br />

CUT<br />

‚Schlächter‘: „Wo zum Teufel warst du, Gabriel, huh?! WO ZUM TEUFEL WARST DU?“<br />

Der Adressat versucht zu antworten, doch der Schlächter drückt ihm mit einer Hand die Kehle<br />

zu und ohrfeigt ihn mit der anderen, hindert ihn so am Sprechen.<br />

‚Schlächter‘: „Ich habe dir gesagt, dass du da mit rauskommen sollst! Du hattest einen Job zu<br />

erledigen und du hast in dieser Aufgabe versagt! Dabei weißt du doch, was ich mit Versagern<br />

mache, nicht wahr, Gabriel? Nicht wahr?!“<br />

In diesem Moment betritt Alistair den Raum.<br />

Alistair: „And I'm too sexy for your…”<br />

Er setzt die Kopfhörer ab und realisiert erst jetzt das seltsam anmutende Geschehen.<br />

Alistair: „… party?”<br />

Noch während er die lärmende Discomusik abstellt, bemerkt Alistair, dass sein Auftritt etwas…<br />

unpassend wirken könnte. Sein Blick fällt auf den vor Wut schäumenden Schlächter, der<br />

Gabriel Lucifer <strong>im</strong> Würgegriff hat. Von einem Moment auf den anderen ist seine Partyst<strong>im</strong>mung<br />

dahin. Er lässt den Kopfhörer fallen und starrt die beiden mit offenem Mund an.<br />

Alistair: „Was… zum Teufel…?“<br />

Der Schlächter dreht sich um, lässt der lebenden Legende dabei allerdings kein bisschen mehr<br />

Luft zum Atmen.<br />

‚Schlächter‘: „Einen gottverdammt schönen Tag, Alistair. Gabriel erklärt mir gerade, weshalb er<br />

es vorzog nicht aufzutauchen, als ich ihm den Auftrag dazu gab. Komm ruhig näher, du willst<br />

vermutlich genau aufpassen, wo ich dir doch gleich dieselben Fragen stellen muss.“<br />

Alistair zieht fragend eine Augenbraue nach oben, auch wenn er Barkers Auftritt <strong>im</strong> Ring kurz<br />

auf einer Leinwand verfolgen konnte. Dabei wandert sein Blick kurz zu Gabriel Lucifer, der aber<br />

keine besondere Reaktion zeigt. In Sekundenbruchteilen geht Alistair seine Möglichkeiten


durch und spannt sich innerlich an, so als müsse er jeden Augenblick mit einer Attacke<br />

rechnen, die nicht nur verbal erfolgt. Äußerlich aber bleibt er gelassen.<br />

Alistair: „Ach, war das heute?“<br />

Der Schlächter lässt von Lucifer ab und hält auf einmal seinen Dolch in der Hand, der bis eben<br />

noch gar nicht zu sehen war. Das schmucklose Messer mit dem er jedem seiner<br />

geschlachteten Opfer und sich selber eine Zwillingsnarbe zugefügt hat, findet erstaunlich<br />

schnell den Weg zum Tribune Champion, während die andere Hand ihn am Hinterkopf packt.<br />

Alistair hatte noch keine Chance sich zu verteidigen, doch der Schlächter sticht nicht zu,<br />

schneidet nicht, deutet einfach nur an, dass er es könnte. Jederzeit.<br />

‚Schlächter‘: „Denkst du, dass du witzig bist? Denkst du, dass du verdammt nochmal witzig<br />

bist?!“<br />

Kein Lachen des Superstars, als er in die Augen des Schlächters blickt. Blau wie Eis, kalt wie<br />

der Tod. Plötzlich dann doch ein heiseres Lachen.<br />

„Ich finde ihn witzig!“<br />

Das Lachen stammt genauso wie der Satz vom <strong>im</strong>mer noch keuchenden Gabriel Lucifer.<br />

Jedoch erhält er keine Reaktion des Schlächters, denn dieser bleibt auf den Tribune Champion<br />

fokussiert.<br />

‚Schlächter‘: „Ich bin nicht zum Scherzen hier! Ich bin nicht der Mann, den du verspotten<br />

solltest! Ich bin der Mann den du fürchten solltest!“<br />

Alistairs Antwort ist etwas gequält. Es spricht sich nicht sonderlich angenehm mit einer Klinge<br />

am Hals.<br />

Alistair: „Niemand will dir hier ans Bein pissen. Du bist der Schlächter. Das habe ich<br />

verstanden… und werde es vermutlich auch behalten, wenn du dieses Ding da von meiner<br />

Kehle n<strong>im</strong>mst.“<br />

Der Schlächter dreht sich blitzschnell um, dass Messer <strong>im</strong>mer noch bedrohlich in seiner Hand<br />

wiegend und sieht, wie Gabriel Lucifer, der sich gerade nach unten beugen wollte, wieder hoch<br />

schnellt. Es war nur einen Bruchteil einer Sekunde und doch weiß Barker was er vorhatte. Wie<br />

abwesend lässt er das Messer wieder verschwinden, während er zurück zu Lucifer geht.<br />

‚Schlächter‘: „Ich bitte dich, Lucifer… keine weitere deiner dramatischen Theateraufführung.<br />

Du weißt wie sehr ich sie hasse…“<br />

Der Schlächter zeigt einen ansatzlosen Lowkick gegen den Stiefel von Gabriel Lucifer. Genau<br />

die Stelle, an der Lucifer während Vendetta 84 noch eine Spritze versteckt hatte. Der Mann<br />

ohne Grenzen schaut den Halbfinalteilnehmer des Quest 4 the Best abwartend an. Es war ein<br />

harter Tritt, so hart, dass selbst eine gute Polsterung vermutlich nachgegeben hätte und sich<br />

in diesem Moment Glas ins Bein Lucifers bohren müsste, doch er zeigt keine Reaktion. Schaut<br />

nicht einmal nach unten, sondern sieht mit seinen schwarzen Pupillen weiter in die starrenden<br />

Augen des Schlächters.<br />

Alistair: „Oh, fuck…“<br />

Alistair wartet nur auf ein Zeichen von Lucifer, um sich auf Barker zu stürzen. Gegen zwei<br />

Gegner konnte er unmöglich eine Chance haben. Oder doch? Aber das von Alistair erwartete,<br />

ja vielleicht erhoffte Signal kommt nicht. Also verharrt der Tribune Champion auf der Stelle.<br />

Bereit, jeden Moment loszuschlagen.


‚Schlächter‘: „…oder verwechselst du mich mit Rage? Er ist es, der stundenlange<br />

Theatermonologe führen muss, um seinen Gedanken Ausdruck zu verleihen, ist nicht Manns<br />

genug, um einfach Taten für sich sprechen zu lassen. Er konnte mich ja nicht einmal in Ruhe<br />

bluten lassen, nachdem er mich attackiert hat, sondern musste mir auch dort seine<br />

Lebensgeschichte berichten, so als würde sie jemanden interessieren.“<br />

Kopfschütteln.<br />

‚Schlächter‘: „Ich bin hingegen ein Mann der Tat! Nur leider scheinen das selbst meine ach so<br />

getreuen Gefährten leider vergessen zu haben. Es schreit schon fast nach Meuterei, was man<br />

sich neuerdings in meiner Gegenwart erlaubt und deshalb bleibt mir nichts anderes übrig, als<br />

euch zu beweisen, dass ich noch <strong>im</strong>mer der fleischgewordene Alptraum bin.“<br />

Fast mag man vermuten, dass er nun zu seinem Messer greift und Lucifer opfert, um den<br />

anderen ein Beispiel für seinen Wahnsinn zu geben, doch auch, wenn ihm dieser Gedanke<br />

durchaus gekommen ist, lässt er es bleiben. Leider, wie es Alistair <strong>im</strong> selben Moment durch<br />

den Kopf schießt, der nur auf einen Anlass wartet. Beschwichtigend hebt er die Hände.<br />

Alistair: „Eine unüberlegte Handlung könnte alles zunichtemachen. Ja, du bist der Schlächter.<br />

Ja, du bist gottverdammt nochmal der Typ, vor dem alle zittern und das vollkommen zu Recht.<br />

Scheiße, ich hätte Angst vor dir, wenn wir nicht auf einer Seite wären. Aber genau das solltest<br />

du niemals vergessen: Wir sind auf deiner Seite, aber wir sind nicht deine willenlosen<br />

Marionetten. Ein Alistair Brunswick lässt sich nicht vorschreiben, was er zu tun, zu unterlassen<br />

und zu denken hat. Ich bin auf deiner Seite, weil du überzeugst, weil du „echt“ bist, weil du<br />

dieser ganzen verlogenen Industrie den Spiegel vorhältst und dein Ding durchziehst. Ein<br />

Alistair Brunswick ist auf der Seite der Sieger, aber nur solange ihn die Sieger auch<br />

respektieren. Du kannst schlachten, wen du willst und ich werde auf deiner Seite stehen – aber<br />

nur als dein Kamerad, niemals als dein Opfer.“<br />

Er verschränkt die Arme und baut sich vor dem Schlächter auf. Nur, wer genau hinsieht,<br />

bemerkt in diesem Moment den Schweiß auf seiner Stirn und das leichte Zittern seiner Hände.<br />

Der Mann ohne Grenzen sieht genau hin und vielleicht ist gerade das der Grund, warum der<br />

Schlächter sein Gegenüber, trotz dessen feindlicher Worte nicht versucht zu zerfleischen.<br />

‚Schlächter‘: „<strong>Die</strong> Seite der Sieger wird auch heute Nacht von dem Schlächter angeführt<br />

werden, doch an seiner Seite stehst du dafür nicht. Ich will euch beide heute nicht mehr sehen.<br />

Den Sieg werde ich heute alleine erringen!“<br />

Ein überraschend verständnisvolles Nicken von Gabriel. Er bewegt sich auf den Mann ohne<br />

Grenzen zu.<br />

Gabriel Lucifer: „Bist du fertig? Gut. Ich werde nun keinen meiner epischen Monologe mit den<br />

<strong>im</strong>mer gleichen Gesprächspartnern halten, um zu erklären wie sehr du Rage mit deiner kleinen<br />

Ansprache gerade in die Karten gespielt hast. Ein Mann der Tat willst du sein? Warum<br />

schneidest du mir mit dem Messer dann nicht einfach die Kehle durch? Glaube mir, danach<br />

würde dich jeder fürchten, selbst ein Azrael Rage. Ok, klar, du würdest ins Gefängnis wandern<br />

bevor das Match startet. Zu viele Zeugen. Aber ja, sie hätten alle Angst. Sieh mal, Robert, das<br />

unterscheidet uns. Du agierst stets voller Perversität in der Öffentlichkeit, um Furcht zu<br />

verbreiten, unvorsichtig, dem Wahn erlegen. Mein Tätigkeitsfeld hingegen ist der Untergrund,<br />

abseits der Kameras, stets auf der Hut. Vor diesen durchdachten Aktionen zittern sie alle bei<br />

mir. Nur du nicht. Und zwar, weil ich alles, was ich tue, zu deinen Gunsten geschieht – selbst<br />

meine Quest 4 the Best Teilnahme dreht sich allein um den Schlächter!“<br />

Alistair mustert Gabriel unauffällig von der Seite. <strong>Die</strong>se Unterwürfigkeit, die Gabriel Lucifer<br />

dem Schlächter seit einiger Zeit gegenüber an den Tag legt, hinterlässt ein ungutes Gefühl bei<br />

ihm. Er weiß genau, was er dem ehemaligen Principal zu verdanken hat, denn ohne ihn wäre er<br />

vermutlich bei der erstbesten Gelegenheit wieder aus dieser Liga verschwunden. Hätte niemals<br />

den Erfolg so auskosten können, wie er es nun als Tribune Champion kann. Aber trotzdem<br />

kommt ihm Lucifers Verhalten manchmal wie der Teil eines anderen, noch viel größeren Planes


vor. Nur mühsam kann Alistair sich zurückhalten und schweigt, während er sich Gabriel<br />

Lucifers Monolog anhört, Wort für Wort an seinen Lippen hängt.<br />

‚Schlächter‘: „Ist das so?“<br />

Es folgt ein Moment der Stille in der alles passieren kann. Der Schlächter, auf einmal wieder<br />

fürchterlich ruhig, betrachtet Gabriel Lucifer, als würde jedes seiner Worte für ihn in der Luft<br />

hänge und dessen Gesicht umkreisen. Gabriel blickt den Mann ohne Grenzen, umringt von den<br />

nicht vorhandenen Wörtern undefinierbar an und Alistair scheint auf eine Anweisung, auf ein<br />

kaum merkliches Zeichen zu warten, doch es kommt keines.<br />

‚Schlächter‘: „Das freut mich zu hören, Gabriel. Verzeih mir meine… Vorsicht. Deine Worte<br />

beruhigen mich natürlich, dennoch will ich, dass du mich heute alleine agieren lässt. Ich will<br />

das du mir vertraust… so wie ich dir vertraue.“<br />

Der Mythos will etwas erwidern, doch er sieht, dass der Schlächter keine Witze macht. Nach<br />

kurzem Zögern geht er, weiß, dass hier nichts mehr zu holen ist, weiß, dass dies seine Chance<br />

ist, um ihm ungestört einen Besuch abzustatten. Kurz vor der Tür stoppt er<br />

nochmal, ein beinahe unsichtbares zufriedenes Lächeln macht sich auf seinen<br />

Lippen breit. Umgehend senkt er die Mundwinkel wieder nach unten und<br />

wendet sein Haupt ein letztes Mal zum großen Antagonisten.<br />

Gabriel Lucifer: „Ich wäre entzückt, wenn du nach dem Finale zum Ring kommen würdest und<br />

die gesamte ANGST zu mir führst, damit die <strong>PCWA</strong>-Welt endgültig die Wahrheit eingebrannt<br />

bekommt – denn nur solches Denken ist hart genug, die Mythen zu zerbrechen, das sich selbst<br />

Gewalt antut! Au revoir, Robert!“<br />

Ohne weitere Regung verlässt Lucifer den Raum. Der Schlächter wirkt so als hätte er die<br />

letzten Worte nicht mehr wirklich aufgenommen. Zurück bleibt ein äußerlich gelassener<br />

Alistair, der Robert Barker lange ansieht.<br />

Alistair: „Ich zweifle nicht an dir, Barker. Du bist krank und pervers und – da liegst du mit<br />

deiner Einschätzung goldrichtig – ein gottverdammter Bastard. Ein Bastard mit einem Titel.“<br />

Er streicht mit einer Hand über den Tribune Title, den er die ganze Zeit unter seinem Mantel<br />

trug.<br />

Alistair: „Vielleicht habe ich mir das hier nicht so hart erarbeitet wie du. Ich konnte den leichten<br />

Weg gehen, mir wurde dieser Gürtel auf dem Silbertablett serviert. Von niemand geringerem<br />

als dem Mann, den du gerade wie einen verlausten Bittsteller vor die Tür gesetzt hast. Und<br />

genau aus diesem Grund gilt ihm meine Loyalität. Vergiss das nicht.“<br />

Er hält kurz inne, um eine Reaktion des Schlächters abzuwarten, aber dessen Blick bleibt eisig.<br />

Alistair: „Du willst keine Unterstützung in deinem Match? Okay – check. Auch ich werde in<br />

Kürze dort hinausgehen und diesen Titel gegen einen Bären in Menschengestalt verteidigen.<br />

Pavus mag größer und kräftiger sein als ich, vielleicht hat er auch die Unterstützung der<br />

Zuschauer auf seiner Seite. Aber was er nicht hat, das ist der unbedingte Wille zum Sieg.<br />

Genau aus diesem Grund werde ich diesen Gürtel hier noch verdammt lange tragen. Genau wie<br />

du, denn das verbindet uns beide. Männer wie wir fechten ihre Schlachten alleine aus, wenn es<br />

sein muss… und wenn sich mir hunderte von Gegnern entgegen stellen, ich nehme es mit<br />

jedem von ihnen auf und bleibe mir selbst treu. Zu jeder Zeit, an jedem Ort, ich bin ein Fighting<br />

Champion.“<br />

Ein Seitenhieb gegen den Schlächter, der seit dem Brawlin Rumble erst drei Matches bestritten<br />

und seinen Titel noch nie verteidigt hat, doch er lässt sich nichts anmerken. An irgendeinem<br />

Punkt in diesem Gespräch scheint ihn etwas überkommen zu haben, das es ihm erlaubt, sein<br />

Temperament zu zügeln.


Alistair: „So sieht die Zukunft dieser Liga aus, denn ich bin der verfickte Superstar, Alistair<br />

Brunswick!“<br />

Klatschen des Mannes ohne Grenzen. Es lässt sich nicht genau sagen, ob es ironisch ist, oder<br />

er das Selbstbewusstsein des Mannes schätzt, der mutig genug war sich ihm gegenüber zu<br />

stellen und wie ein Mann seine Meinung zu vertreten.<br />

‚Schlächter‘: „Ausgezeichnet! Dann wäre alles gesagt, nicht wahr? Unsere Wege trennen sich<br />

jetzt für den Rest des Abends. Richte das auch Pat aus! Ich muss heute diesen Beweis alleine<br />

antreten, sonst kann ich von diesem Haufen von Versagern nicht erwarten, dass sie endlich<br />

meine Großartigkeit erkennen. Verschwinde!“<br />

Alistairs Gesicht wird auf einmal ernst.<br />

Alistair: „Patricia. Nicht <strong>im</strong>mer sind die Dinge so, wie sie scheinen.“<br />

Ohne auf eine Reaktion zu warten, wendet er sich um und verlässt den Raum. Kopfschüttelnd.<br />

Auf dem Weg über den Flur stößt er fast mit einem anderen Besucher zusammen. Aber er<br />

beachtet ihn gar nicht und geht einfach weiter.<br />

Der Schlächter starrt hoch zur Uhr und zählt exakt 5 Sekunden, als es wieder an der Tür klopft.<br />

‚Schlächter‘: „Komm rein.“<br />

OFF-CAMERA<br />

<strong>Die</strong> Tür öffnet sich und herein kommt Nelson Friedrich Töle.<br />

NFT: „Hey, Meister des Schreckens. Gebt mir eure geballten Werkzeuge des Grauens!“<br />

Nelson hält dem Schlächter seine gefaustete Hand hin, um mit ihm abzuklatschen; aber keine<br />

Reaktion. Der Schlächter bereut seine Entscheidung schon jetzt. Vielleicht ist er jetzt nicht<br />

unbedingt in der Verfassung um wichtige Entscheidungen zu tätigen, doch es ist zu spät um es<br />

jetzt noch aufzuhalten.<br />

‚Schlächter‘: „Nelson, ich habe einen Auftrag für dich.“<br />

Begeisterung be<strong>im</strong> selbstauserkorenen Mitglied der ANGST.<br />

‚Schlächter‘: „Es ist eine Aufgabe die nur du erfüllen kannst, weil du kein Teil der ANGST bist<br />

und weil dich keiner ernst zu nehmen scheint. Abgesehen von mir.“<br />

<strong>Die</strong> Töle fühlt sich verbal hinter dem Ohr gekrault, auch wenn es ihm nicht gefällt, dass er<br />

angeblich kein Teil der ANGST sein soll.<br />

‚Schlächter‘: „Und solltest du diese Aufgabe zufriedenstellend erfüllen, werde ich dafür sorgen,<br />

dass sich beides ändert. <strong>Die</strong> ganze Welt wird dich respektieren und du wirst endlich Teil der<br />

Angst sein. Das willst du doch, nicht wahr?“<br />

NFT: „JA! GRRR! JA! GRRR! JA!“<br />

Der Schlächter lächelt seinem neuesten Lamm entgegen.<br />

‚Schlächter‘: „Ausgezeichnet. Dann möchte ich von dir, dass du für mich Gabriel Lucifer<br />

verfolgst.“


Vincent Craven: „Passend zu unserem Show Theme: Sick! Sick! Sick!"<br />

Mike Garland: "Was denn? Ein trautes Familientreffen und endlich einmal jemand, der hier<br />

nicht den Inflection-Scale-Kuschelkurs eingeschlagen hat."<br />

Vincent Craven: "Das nennst du harmonisch? Der Schlächter und Gabriel Lucifer standen<br />

dicht davor, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen und Alistair schien nur darauf zu warten,<br />

Barker eine Abreibung zu verpassen. Sieht so ein funktionierendes Stable aus?"<br />

Mike Garland: "Wir haben gesehen, wozu die ANGST <strong>im</strong>stande ist. Man muss nicht gemeinsam<br />

mit der Gitarre am Lagerfeuer hocken, um Erfolg zu haben."<br />

Vincent Craven: "<strong>Die</strong> Frage ist nur, wie lange dieses fragile Bündnis noch hält."<br />

Mike Garland: "Ewigkeiten!"<br />

Vincent Craven: "Das wage ich zu bezweifeln."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Wieder hallt die bedrohliche Melodie von Wind, Sturm und Regen durch die Lautsprecher des<br />

<strong>PCWA</strong> Domes. Das einsame Feuer rennt gebückt und keuchend durch den düsteren Wald, in<br />

dem die Natur ihre Regentschaft und Übermacht aus den Fanfaren des Windes ankündigt. Mit<br />

einem kurzen Sprung weicht Blaze einem Baumstamm aus, der wie ein Gigant von ihrer<br />

tobenden Gewalt gefällt und begraben wurde.<br />

Blaze: „Was wollt ihr von mir?! Denkt ihr, ich durchschaue euch nicht? Legt mir Steine in den<br />

Weg, geifert nach meinem Versagen wie Hyänen nach verängstigtem Fleisch. ICH WERDE<br />

WIDERSTEHEN, ICH BEGRÜSSE EUCH! Schlagt auf mich ein, lasst mich bluten, ich spucke<br />

euch mein Grinsen ins Gesicht!“<br />

Ein Schwall von Wind überrascht den Kubaner, bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Er droht zu<br />

stolpern, sein rechter Fußknochen ist kurz davor einzuknicken. Sein Arm schlingert gefährlich,<br />

als er seinen Sturz abfangen will, doch findet keinen Halt. Blaze geht zu Boden, sein Blut<br />

vermischt sich mit dem harzigen Schlamm des Waldbodens. Dann auf einmal kehrt wieder<br />

Ruhe ein. <strong>Die</strong> ruhigen und entspannten Atemzüge des Kubaners sind das einzige, was man<br />

hört. Geronnenes Blut vom ersten Match klebt an seinen Lippen. <strong>Die</strong> Kamera zeigt ihn nun an<br />

einem anderen Ort. Derweil, nicht weit entfernt.<br />

Wir schreiben das Jahr 2009. Der Herbst geht langsam in den Sommer über und es ist kalt<br />

geworden in Frankfurt am Main. Viel ist in den letzten Wochen geschehen, viel mehr als es<br />

Jessie lieb ist. Eine lange Odyssee hat sie hierher verschlagen, aber war sie nicht <strong>im</strong> Grunde<br />

genommen seit ihrer Kindheit auf der Reise, als sie vor so vielen Jahren Yuma, Arizona<br />

verlassen hatte? Sie hatte sich alles so einfach vorgestellt: Ihren Vater finden und ihn dafür<br />

bestrafen, dass er sie <strong>im</strong> Stich gelassen hatte.<br />

Aber Pläne sind nur Gedankenspiele und schwer umzusetzen, wenn du eine geladene und<br />

entsicherte Browning 9 mm in den Händen hältst und nur eine einzige kleine Bewegung deines<br />

Zeigefingers genügt, um dem Mann, der in diesem Moment vor dir steht, das Gesicht<br />

wegzupusten.<br />

In Momenten wie diesen ist auch eine Jessie DeLarge nicht so abgebrüht wie sie es gerne<br />

hätte.<br />

Mit müden Augen blickt ihr Vater sie an.


Adam: „Drück nicht ab. Du hast noch so viel zu lernen. Ich bin ab nun für dich da.“<br />

Eine Lüge. Seit Vendetta 84 war ihr Vater wie vom Erdboden verschwunden und so langsam<br />

reifte in Patricia der Gedanke, dass er sie erneut <strong>im</strong> Stich gelassen haben könnte. Jessie ballt<br />

ihre Hände zu Fäusten, so fest, dass sich ihre Fingernägel tief in die Handballen graben.<br />

Der Schmerz reißt Patricia Selladore aus ihren Gedanken. Als die die Hände hebt, merkt sie,<br />

dass Blut aus ihren Handflächen rinnt. Verwirrt blickt sie sich um. Ihre Schritte hatten sie, ohne<br />

dass sie sich dessen bewusst geworden war, in den Backstage-Bereich des <strong>PCWA</strong>-Domes<br />

gelenkt. Hier steht sie nun, in einem Lagerraum, vollkommen allein und wieder einmal sich<br />

selbst überlassen.<br />

Patricia schließt kurz die Augen. Wieder sind da diese Bilder. Wieder sieht sie die Augen Blake<br />

Miltons, der mit schmerzverzerrtem Gesicht zu ihr aufsieht, so als wolle er sie um Gnade<br />

anflehen. Für einen Moment war sie versucht gewesen, diesem Flehen nachzugeben und<br />

Gnade walten zu lassen. Aber die Wut in ihr war stärker gewesen.<br />

Oder war es in Wirklichkeit nur der ‚Schlächter‘, der stärker war?<br />

< ><br />

Ein Poltern <strong>im</strong> Hintergrund deutet an, dass der Kubaner nicht allein ist. Missgünstig richtet<br />

sich sein Blick auf die Quelle der störenden Geräusche – und erblickt durch eine offene Tür<br />

Patricia Selladore. Eine Hälfte der next Century Gods. Der verkommene Part, möchte man<br />

sagen. Ein ekstatisches Flackern liegt in den Augen des Living Dead Girls, als sie gegen eine<br />

Holzkiste mit Kabeln und anderen Utensilien der Bühnentechnik tritt. Sofort danach greift sie<br />

sich einen Scheinwerfer, um ihn an der Wand zu zerschmettern. Doch so weit kommt es nicht.<br />

Ruckartig dreht sie sich um, als ihr der Scheinwerfer aus der Hand gerissen wird. Bedrohlich<br />

baut sich die Rache vor ihr auf, um ihrem sinnlosen Treiben Einhalt zu gebieten. Patricia blickt<br />

ihn mit funkelnden Augen an. Dabei bemerkt der Kubaner, dass Tränen ihre Wangen hinunter<br />

rinnen.<br />

Patricia Selladore: „Was willst du? Soll ich dich schlachten? Hast du nicht gesehen, was ich<br />

mit Milton gemacht habe? Ist es das, worauf du aus bist?“<br />

Um ihren Worten Nachdruck zu verliehen, will sie Blaze wegstoßen. Vergeblich. Der Kubaner<br />

trotzt ihrem Angriff eisern wie ein Berg der Lawine. Aber so leicht gibt sich das Living Dead<br />

Girl nicht geschlagen. Blitzartig reißt sie ein Knie nach oben, um es in den Genitalien ihres<br />

Gegenübers zu versenken. Doch auch diesen Angriff pariert Blaze, n<strong>im</strong>mt Patricia mit einer<br />

blitzartigen Bewegung in einen Armdrag und drückt sie verbissen zu Boden.<br />

Blaze: „GENUG!“<br />

Seine Tonlage duldet keine Wiederrede. Als Blaze den Griff lockert, kommt Patricia mit von<br />

Schmerz und Wut verzerrter M<strong>im</strong>ik wieder auf die Beine.<br />

Blaze: „Sag mir, was ist es, das dich antreibt?“<br />

Patricias St<strong>im</strong>me ist ein bösartiges Zischen, aber sie ist klar und deutlich zu verstehen.<br />

Patricia: „Du suchst also eine Antwort? Nun, ich werde sie dir geben: Es gibt keinen Antrieb.<br />

Nur dumme Menschen suchen nach Ursachen dort, wo es keine gibt. Eine schwere Kindheit,<br />

schlechte Sozialprognosen – euer degeneriertes Gutmenschentum könnt ihr euch sparen. Mich<br />

treibt nichts an, da ist nichts, was euer Gewissen beruhigen könnte. Hast du es noch nicht<br />

verstanden? Ich BIN ein schlechter Mensch. Ich bin das verfickte Abbild eurer Gesellschaft, die<br />

sich einen Scheißdreck um eure Erklärungsversuche kümmert. Ich bin der Alptraum, der euch<br />

nachts aufwachen lässt, ich bin die beschissene letzte Zeile eurer Lieb-Hab-Charts.“


Mit bebenden Lippen starrt sie den Kubaner an und versucht sich aus dem Haltegriff zu<br />

befreien, aber Blaze packt wieder etwas fester zu.<br />

Blaze: „Dein Freund Alistair beispielsweise... er liebt sein schönes Antlitz, nicht wahr? Keine<br />

Narbe ziert seine edle Haut, zieht sich über seinen Hals…“<br />

Blaze dreht seinen Kopf kurz zur Seite und entblößt so für einen Moment seine eigene Narbe,<br />

die sich wie eine giftige Schlange rötlich über den Hals zieht.<br />

Blaze: „…kein Makel ist zu finden an seinem gestählten Körper. Er ist das Bildnis von<br />

Perfektion und er liebt es so zu sein. Kann sich besser fühlen, stärker fühlen als der Rest,<br />

ergötzt sich als Narzisst in seiner Liebe zu sich. Ist er deswegen Teil der ANGST? Will er<br />

sicherstellen, dass alles in Schutt und Asche liegt, wenn der Tag kommt.“<br />

Welcher Tag? Argwöhnisch hat Patricia die Worte des spitzzüngigen Kubaners vernommen,<br />

aber nun sprudelt es wieder aus ihr heraus.<br />

Patricia: „Makelloser Körper? Scheiße, wenn du Alistairs Telefonnummer willst, warum sagst<br />

du mir das nicht gleich? Vielleicht kann ich da was drehen für dich…“<br />

Mit einem Ruck versucht Patricia sich zu befreien, aber Blaze ist aufmerksam geblieben. Er<br />

lässt sich nicht provozieren. Patricia stemmt sich mit ganzer Kraft gegen seinen Armdrag, aber<br />

ihr Gegner ist einfach stärker als sie.<br />

Patricia: „¡Vete a la mierda, cabrón hijo de puta!”<br />

Zwar versteht Blaze jedes einzelne der spanischen Sch<strong>im</strong>pfwörter, die nun auf ihn<br />

niederprasseln, aber davon lässt er sich nicht aus dem Konzept bringen und ignoriert das<br />

Living Dead Girl.<br />

Blaze: „Ja, der Tag. Der Tag, an dem der Zufall Alistair he<strong>im</strong>sucht. Der unausweichliche<br />

Moment, an dem jemand wie ich ihm begegnet, seine Haut verbrennt oder an dem die Natur ihn<br />

he<strong>im</strong> sucht und sein Bildnis der Perfektion mit Narben zerstört. Der Tag, an dem seine<br />

Schönheit ihren Exitus findet und er – wie wir alle – von der Zeit gezeichnet wird. So wie du<br />

dich selbst gezeichnet hast, Patricia.“<br />

<strong>Die</strong> Augen des Kubaners schweifen zu den Narben vieler Schnitte an Patricias Armen.<br />

Blaze: „Das ist der Moment, vor dem sich auch ein Alistair Brunswick fürchtet.“<br />

Nun blickt er Patricia an, die sich in seinem Haltegriff windet.<br />

Blaze: „Und du… Patricia – Jessie – oder wie du wirklich heißt. Hast du Angst vor Mitleid? Ist<br />

es nicht einfach so, dass du dich bitter vor deinen tiefen Wunden fürchtest, alles dafür tust, um<br />

diesem Moment der Einsamkeit zu entgehen, in dem deine echten Gefühle ausbrechen?<br />

Zerstörst du dich und die Welt, weil du diesen Moment nur so aufschieben kannst?“<br />

Patricia: „Fick dich, du mieser Wichser. ¡Qué mierda, cállate! ¡No me ralles, perro asqueroso,<br />

Por dios!”<br />

Ein kleiner Augenblick des Schweigens, ein stechender Blick in Patricias Seele.<br />

Blaze: „Du kannst dich nicht ewig an dem Hass ergötzen. Irgendwann wird er kommen. Der,<br />

der dich nicht hassen kann … nicht fürchten kann, der dir die Nähe spendet, die das kleine<br />

Mädchen in dir sucht. … Willst du einen Kuss, Patricia? Keinen perversen, sexuell<br />

aufgeladenen, dreckigen…“


Mit einem Lächeln nähert sich Blaze Patricia behutsam an. <strong>Die</strong> muss das über sich ergehen<br />

lassen, Blaze hält sie weiter eisern fest.<br />

Blaze: „Nein! Einen Kuss der Wärme, einen Kuss aus Mitgefühl.“<br />

Einen Kuss, der deine Trauer und Gebrochenheit in Verzweiflung, Reue und Apathie entlädt.<br />

Blaze will diesen Gedanken gerade weiter führen, als er für einen kurzen Moment unachtsam<br />

ist. Mit einem Ruck reißt Patricia sich los. <strong>Die</strong> Rache kann gar nicht so schnell reagieren, wie<br />

Patricia herumwirbelt und sich genug Platz für einen Sprungtritt verschafft. Wahnsinn brennt in<br />

den Augen des Living Dead Girls, als sie sich an dem Kubaner vergeht. Mit einem brutalen Tritt<br />

in Blazes Magen bringt sie die Rache zu Fall. Ein schmerzerfülltes Keuchen verlässt den<br />

Kubaner und bringt ihn letztlich zum Schweigen. <strong>Die</strong> Luft <strong>im</strong>plodiert in seinen Lungen. Doch er<br />

wehrt sich nicht. Außer leisem Stöhnen, das er nicht verhindern kann, macht er keinen<br />

Laut. Patricia tritt nun direkt über ihn.<br />

Patricia: „Du hast einen Fehler begangen. Versuche niemals mich zu analysieren, falls dir dein<br />

Seelenheil etwas wert ist. Vergiss nie: Ich habe Dinge gesehen, die Männer wie dich zum<br />

Weinen brachten. Das, was ich in meinem Leben erlebt habe, geht so über deinen begrenzten<br />

Horizont hinaus, dass du gar nichts davon wissen willst. Also… streiche diesen Gedanken.<br />

VERGISS IHN! Das, was ich bin, ist für dich nicht von Interesse.“<br />

Sie verpasst Blaze einen weiteren Tritt, um ihn am Boden zu halten. Dann greift sie nach einer<br />

herumliegenden Eisenstange und wiegt diese böse lächelnd in den Händen. Für einen Moment<br />

blicken die beiden sich nur stumm an, als die Stille des Moments gebrochen und wird der alte<br />

Pyromane dämonisch zu lachen beginnt. Ist das Unsicherheit in den Augen von Patricia<br />

Selladore?<br />

Blaze: „Willst du mich so brechen? Glaubst du mich so am Siegen zu hindern?“<br />

Das Living Dead Girl hebt langsam die Eisenstange.<br />

Patricia: „Du wirst nie wieder siegen.“<br />

Wieder breitet sich sein kehlig-irres Lachen aus.<br />

Blaze: „Blut und Narben. Das kenne ich schon. Glaubst du, ich fürchte mich? Das sind nur<br />

Schmerzen. Ich kenne Schmerzen, ich kenne die Angst vor ihnen. Und weil ich diese Angst<br />

kenne, hat sie ihre Macht verloren.“<br />

Ja, Blaze kennt diese Seite der Angst. Seine Narben erinnern ihn tagtäglich an vergangenen<br />

Schmerz. Er kennt auch die Seiten der Angst, die er Patricia beschrieben hat. Kennt die Angst<br />

nicht geliebt zu werden, nicht anerkannt zu werden für seine Größe. Für das Besondere in ihm,<br />

dass er ausstrahlt, das ihn abhebt vom Rest. Kennt auch die Angst davor, seinen Gefühlen und<br />

alten Dämonen freien Lauf zu lassen. Kennt die Verzweiflung, wenn diese Gefühle ihn dennoch<br />

einholen. Doch weil er diese Seiten der Angst kennt, haben sie ihre Macht verloren. Er hat<br />

diese Pfade bereits beschritten, braucht die Bewunderung nicht mehr, kann die Schmerzen<br />

ertragen und ist seinen alten Dämonen bereits entgegen getreten. Sein Herz schlägt für die<br />

Zukunft.<br />

Blaze: „Richte Robert liebe Grüße von mir aus. Seine Angst wird ihn bald schon einholen.<br />

Denn bald wird fest stehen, was jetzt schon wie ein Echo aus der Zukunft durch den <strong>PCWA</strong><br />

Dome zieht. Ich kehre zurück an die Spitze. Und die Rache zieht wieder in den Krieg.“<br />

Immer noch hält Patricia die Eisenstange in den Händen. Ihr Blickt wandert von der Waffe zu<br />

Blaze und wieder zurück. Dafür, dass er hier auf dem Boden liegt und sie nur auszuholen<br />

braucht, beweist dieser Kubaner ganz schön viel Schneid. Ein Lächelnd huscht über Patricias<br />

Antlitz, aber diesmal ist es echt.


Patricia: „José Cayetano Gômez. Eines muss man dir lassen. Du hast Mut, mir in deiner Lage<br />

solche Worte entgegen zu bringen.“<br />

Sie lässt die Eisenstange einfach fallen. Polternd rollt diese ein Stück über den Boden.<br />

Patricia: „Du hast keine Angst und deshalb werde ich nicht das tun, was alle von mir erwarten.<br />

Vielleicht bin ich ja doch nicht die wahnsinnige Bestie, das unkontrollierbare Monstrum, für<br />

das mich einige hier halten. Vielleicht ist mein Blutdurst für heute schon gestillt. Vielleicht<br />

habe ich auch einfach etwas anderes zu tun.“<br />

Sie streckt Blaze die Hand entgegen. <strong>Die</strong>ser ergreift sie und zieht sich daran hoch, um wieder<br />

auf die Beine zu kommen. Er erwidert das Lächeln Patricias. Auf einer gewissen Ebene hat sie<br />

ihn gerade beeindruckt – sie hat seinen züngelnden Worten getrotzt. <strong>Die</strong> Fäden der Marionette<br />

sind gerissen. Sein Blick fokussiert jetzt die Tränen an Patricias Wange, die er vorhin bereits<br />

entdeckt hat.<br />

Blaze: „Weswegen die Tränen? Suchst du deinen Vater? Er scheint wie vom Erdboden<br />

verschluckt seit der letzten Show. Falls ja, es existieren Bänder der Überwachungskameras <strong>im</strong><br />

Sicherheitszentrum. Mir haben sie bereits einmal bei einer Suche Erfolg gebracht. Mögest du<br />

finden, was du begehrst.“<br />

<strong>Die</strong> Kameras. Natürlich! Hier, <strong>im</strong> Phoenix Centre, ist man nirgendwo vor ihnen sicher. Wenn ihr<br />

Vater sich mit jemandem getroffen hatte, dann ist es sicher aufgezeichnet worden. Patricia<br />

nickt knapp, aber sie spürt, wie sich ein Kribbeln in ihrem Körper ausbreitet.<br />

Patricia: „Danke für den Hinweis. Eines solltest du aber nicht vergessen. Wenn wir uns das<br />

nächste Mal sehen, dann werden die Karten neu gemischt. Vielleicht ja bald <strong>im</strong> Ring. Und dann<br />

wirst du vielleicht nicht so gl<strong>im</strong>pflich davonkommen. Denn vielleicht…<br />

Ihr Blick wird kurz wieder finster, aber nur für einen Moment.<br />

Patricia: „… bin ich dann vielleicht doch wieder das Monstrum, vor dem du dich fürchten<br />

solltest.“<br />

<strong>Die</strong> Rache nähert sich Patricia erneut. Das gleiche dämonische Lächeln wie zuvor ziert seinen<br />

Mund. Nur einen Hauch von Atemluft lässt er zwischen ihrer beider Lippen Platz.<br />

Blaze: „Ich wurde nicht umsonst gefürchtet in diesen Hallen.“<br />

Seine St<strong>im</strong>me wird leiser.<br />

Blaze: „Meine Rache… „<br />

Zum Flüstern.<br />

Blaze: „…ihre Rache…<br />

Hand und Zeigefinger deuten in Richtung der Halle und der Fans.<br />

Blaze: „…naht.“<br />

Nun dreht sich Blaze abrupt weg und geht stürmisch los. Sein Blick schweift zu einer Wand, an<br />

der ein Poster hängt, welches das Quest 4 The Best Turnier bewirbt. Er bleibt dort hängen, wird<br />

langsamer. Nach einer intensiven Musterung verschwindet er lächelnd endgültig aus dem<br />

Blickfeld der Kamera.


Mike Garland: „Patricia Selladore scheint sich tatsächlich Sorgen um ihren Vater zu machen.<br />

<strong>Die</strong>ser wurde seit der letzten Show nicht mehr gesehen und man munkelt sogar, dass ihm<br />

etwas zugestoßen sei."<br />

Vincent Craven: „Erstaunlich, wie unterschiedlich ihr Auftreten <strong>im</strong> Vergleich zu ihrem<br />

Verhalten an der Seite des Schlächters geworden ist. Erleben wir hier etwa eine andere Patricia<br />

Selladore?"<br />

Mike Garland: "Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ihre Sprunghaftigkeit hat ihr ja schon so<br />

manches Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht."<br />

Vincent Craven: "<strong>Die</strong>se Frau betont ja <strong>im</strong>mer, dass sie schon viele schreckliche Dinge<br />

gesehen hätte."<br />

Mike Garland: "So wie Matrix: Reloaded?"<br />

Vincent Craven: "Schl<strong>im</strong>mer. Viel schl<strong>im</strong>mer!"<br />

Mike Garland: "Hey, lass Mario Barths Stadiontour bitte aus dem Spiel."<br />

Vincent Craven: "Blaze scheint ihr durch seinen Mut offenbar <strong>im</strong>poniert zu haben. Sie hatte die<br />

Chance, ihm genau so zuzusetzen wie Blake Milton, aber sie hat es nicht getan."<br />

Mike Garland: "Trotz seiner Niederlage gegen den verrückten Hund scheint der Kubaner sehr<br />

gefestigt. Und einen nützlichen Tipp hatte er für Patricia auch nich parat."<br />

Vincent Craven: "Der Rächer und das Living Dead Girl. Wir werden sehen, ob die nächste<br />

Begegnung der beiden auch so friedlich endet."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Zurückgezogen in seine Gedanken sitzt der Hamburger da, er überlegt, probiert sich zu<br />

entsinnen was hier wirklich passiert. Und wieder einmal hilft ihm seine Musik – in letzter Zeit<br />

hat er viel Musik gehört. Sie ist wichtig für ihn, sie transportiert Gefühle und Emotionen und die<br />

Texte setzen sich unweigerlich in seinem Hirn fest, nur um zur richtigen Zeit abgerufen zu<br />

werden.<br />

Hab keine Angst vor deinen Schwächen.<br />

Fürchte nie deine Fehler aufzudecken.<br />

Sei bedacht, beruhigt und befreit.<br />

Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit.<br />

Was macht dieses Ding nur mit ihm? Ist es wirklich das was er will, ist es das wofür er steht,<br />

wofür ihn die Fans lieben?<br />

Musternd, betrachtend verharren die Blicke auf dem stählernen Objekt, welches so viel Macht<br />

ausüben kann, welches jedoch Menschen von Grund auf verändern kann, wie er soeben am<br />

eigenen Leib erfahren durfte.<br />

War die Provokation gegenüber Alistair wirklich von ihm, dem Hamburger Jung, ausgehend<br />

oder wurde er durch die fast schon bösen Mächte geleitet die dieser, <strong>im</strong> Schein der Latüchte<br />

leicht funkelnde Schlagring, ausstrahlt?


Lass dich nicht täuschen auch wenn's aus Gold ist.<br />

Lass dich nicht blenden erst recht von falschem Stolz nicht.<br />

Lerne vergeben und verzeihen.<br />

Lerne zu fesseln und zu befreien.<br />

Zurückgeschickt in seine Umkleide, verweilt der Hüne nun in seinem gemütlichen Sessel und<br />

lässt den Gedanken freien Lauf, während der sture Blick nicht abweicht vom einzig übrig<br />

gebliebenen Relikt Tom Nowaks.<br />

Pavus: „Irgendwie ist es seltsam…“<br />

Mit einem leichten Lächeln schüttelt er ungläubig den Kopf.<br />

Pavus: „Da verhilft mir diese Serie an Rückschlägen doch wirklich zu diesem Match, dem wohl<br />

wichtigsten Match in meiner Karriere.“<br />

Behutsam wird der Schlagring in den Hamburger Schoß gelegt.<br />

Pavus: „Doch zu welchem Preis?“<br />

Wenn dein Wille schläft dann weck ihn wieder.<br />

Denn in jedem von uns steckt dieser Krieger.<br />

Dessen Mut ist wie ein Schwert.<br />

Doch die größte Waffe ist sein Herz.<br />

Niemand da, der ihm seine Frage beantworten kann. Sein Freund und Mentor, Azrael,<br />

ausgeflogen um sich auf sein so wichtiges Match vorzubereiten. So bleibt dem Hamburger also<br />

nichts anderes übrig als diesen angestrebten Dialog in einen Monolog zu wandeln und sich<br />

selbst seinen Fragen zu stellen.<br />

Pavus: „Was macht einen Tribune Champion aus? Eigentlich ist es doch recht einfach. Ein<br />

möglicher Tribune Champion kommt aus des Volkes Mitte, ist ein Teil der Gesellschaft und von<br />

dieser auserkoren um für sie stellvertretend in die Schlacht zu ziehen. Der Tribune soll die<br />

Gesellschaft, das Volk repräsentieren, es anführen. Er muss von den Leuten die er verkörpert<br />

geliebt werden.“<br />

Der Schlagring wird in die Hosentasche gesteckt. Aus dem Sessel erhebt er sich und stellt sich<br />

mittig in den Raum, schaut sich um und erblickt den Spiegel. Mannsgroß, zeigt dieser<br />

demjenigen der vor ihm steht sein genaues Ebenbild – vielleicht genau das was der Hüne jetzt<br />

braucht. Ein paar kurze Schritte und schon betrachtet er sein Spiegelbild und lässt die eben<br />

aufgestellte These noch mal in seinem Kopf Revue passieren.<br />

Pavus: „Bin ich wirklich der Auserwählte? Bin ich derjenige, dem das Recht und die Ehre<br />

gebührt der ständige Begleiter einer so großen Menschenmasse zu sein?“<br />

Sei wie der Fluss der eisern ins Meer fließt.<br />

Der sich nicht abbringen lässt egal wie schwer es ist.<br />

Selbst den größten Stein fürchtet er nicht,


auch wenn es Jahre dauert bis er ihn bricht.<br />

Kurz noch ein musternder Blick in seine Augen, glasklar, keine Trübung zu sehen, bevor er<br />

seine Sehkraft auf ein Min<strong>im</strong>um hinunterfährt, die Augen schließt und sich vor seiner geistigen<br />

Iris wieder diese Bilder abzeichnen.<br />

<strong>Die</strong> Bilder einer ausverkauften Arena, johlende Menschen – und alle verlange sie nach ihm –<br />

nach IHM. Sie rufen seinen Namen, entfachen Chants die ihn lobpreisen, die ihn auf genau<br />

diese Stufe stellen, die es jetzt zu erkl<strong>im</strong>men gilt.<br />

PAVUS! PAVUS! PAVUS!<br />

Immer wieder diese Ausrufe der begeisterten Menge.<br />

Pavus: „Ich weiß nicht ob ich es verdient habe, ob ich mit meiner Leistung dazu beigetragen<br />

habe, dass ich da stehe wo ich stehe.“<br />

Er öffnet wieder die Augen, ein kurzer Blick auf seine Arme – wie eine Armee stehen die<br />

einzelnen Haare senkrecht in die Höhe. <strong>Die</strong>ses Gefühl, diese Gänsehaut, welches ihn jedes Mal<br />

überkommt, sobald er nur an die Reaktionen denkt, die ihm in wenigen Augenblicken wieder<br />

entgegenschlagen werden.<br />

Pavus: „Aber ich bin es diesen Leuten verdammt noch mal schuldig, dass ich meine<br />

Selbstzweifel abstreife, den Blick auf das fokussiere worauf es jetzt ankommt.“<br />

<strong>Die</strong> linke Faust wird geballt, auf die Brust gelegt, während die andere Hand den Schlagring, der<br />

seinen Weg zurück in die Hosentasche gefunden hat, zärtlich umspielt.<br />

Er kennt seine Grenzen<br />

und geht trotzdem zu weit.<br />

Kein Glück in der Ferne<br />

nachdem er nicht greift.<br />

Pavus: „Auserkoren aus ihrer Mitte, aufgestanden um zu zeigen dass ich würdig bin. Ich bin<br />

bereit euch all das zurück zu geben, was ihr mir entgegenbringt. Euer Vertrauen, eure Liebe,<br />

eure Wärme.“<br />

Knallharter Blick auf sich selbst, schnell ist der eigene Blick gefunden und wird fokussiert.<br />

Pavus: „Ich bin Pavus Max<strong>im</strong>us und ich werde euch nicht enttäuschen!“<br />

Was für komische Auswirkungen ein kurzes Geplänkel mit sich selbst haben kann, welche<br />

Folgen es hat, kurz in sich zu gehen und sich seiner Stärke bewusst zu werden.<br />

Azrael Rage glaubt an ihn und jetzt ist es soweit – auch Pavus glaubt an sich selber. Er kann es<br />

schaffen, er wird es schaffen.<br />

Seine Macht ist sein Glaube,<br />

um nichts kämpft er mehr.<br />

Und das <strong>im</strong>mer und <strong>im</strong>mer wieder.


Deswegen ist er ein Krieger.<br />

Pavus: „Doch ein guter Rat, ein paar letzte hilfreiche Tipps würden nicht schaden. Und wo<br />

kann ich die besser bekommen, als bei jemandem der weiß wie es ist für das Volk zu stehen.<br />

Wer könnte passender sein, als ein ehemaliger Tribune.“<br />

So sprach der Hamburger, lächelte kurz selbstsicher und verlässt seine Umkleide auf der<br />

Suche nach einem Mann, der ihm den letzten geistigen Feinschliff verpassen kann.<br />

Mike Garland: „Laaaaaangweilig!“<br />

Das ist ein Aufruf.<br />

Das hier geht an alle Krieger.<br />

An alle Krieger des Lichts.<br />

Vincent Craven: „Pah, höre ich da etwa Angst in deiner St<strong>im</strong>me, dass dein Favorit Alistair<br />

Brunswick genau gegen diesen Mann seinen Titel verlieren wird? Pavus Max<strong>im</strong>us hier mit<br />

einigen ruhigen Gedanken. Ob er den Titel wirklich verdient hat? Ich denke, das Publikum wird<br />

ihm diese Frage mit einem deutlichen 'JA' beantworten. Er hat sich diese Chance erarbeitet."<br />

Mike Garland: "Hat er das? Ich habe von ihm in den letzten Wochen nicht viel gesehen, außer<br />

dass er in Alistairs Kämpfe eingegriffen hat. Alistair ist ein Fighting Champion, aber Pavus nur<br />

ein unfairer Kerl, der nichts besseres zu tun hat, als mit einem Schlagring bewaffnet Leute<br />

niederzustrecken."<br />

Vincent Craven: "Und wem hat er diesen Schlagring abgenommen? Genau - dem Tribune<br />

Champion! Ich denke, wir werden auf jeden Fall einen heißen Kampf bekommen."<br />

Mike Garland: "Aber hoffentlich einen mit dem richtigen Sieger. Ein Tribune Champion DARF<br />

einfach nicht einen Song von Silbermond hören."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Und so stehen sie sich gegenüber, Schüler und Mentor, die sich heute Abend zum ersten Mal<br />

in einem Match gegeneinander antreten werden. Und die dabei könnte der Einsatz kaum höher<br />

sein. Es geht um die <strong>PCWA</strong> Cryption Crown und be<strong>im</strong> Match handelt es sich um das härteste in<br />

der langen illustren <strong>PCWA</strong> Historie.<br />

Caleb Yuma: „Crash The Mall? Dude, ich liebe deine Idee. Hast du die Tweets gelesen, seit es<br />

zu Beginn des PPVs öffentlich wurde? <strong>Die</strong> IWC spielt absolut verrückt. <strong>Die</strong> Fans, die können<br />

machen sich auf den Weg in die Mall, um live dabei zu sein. <strong>Die</strong> Leute versuchen es auf die<br />

Beine zu stellen, dieses Match irgendwie ins Internet zu streamen, damit alle dabei sein<br />

können. Wir Drei haben ein Phänomen kreiert! Wir schreiben Geschichte.“<br />

Langsam wickelt der Freakanite sein Tape um das linke Handgelenk. Er hört die Worte seines<br />

Schützlings, der völlig elektrisiert ist. Deshalb versucht er jetzt Ruhe auszustrahlen. Den Fokus<br />

auf das Wichtige zu lenken.<br />

Caleb Yuma: „Aber warum hast du mich nicht bereits vorher in deinen Plan eingeweiht?“


Valkos Heritage: „Es war nicht von langer Hand geplant. Ich blickte auf die Mall und alles war<br />

plötzlich klar. Von daher gab es nichts, worin ich dich hätte einweihen können.“<br />

Caleb Yuma: „Dude, ich rede nicht vom Crash The Mall G<strong>im</strong>mick. Ich rede davon, dass du dich<br />

in mein Match herein geschoben hast. Ich dachte unsere Abmachung war klar, ich trete um die<br />

<strong>PCWA</strong> Cryption Crown an und du stehst mir mit Rat und Tat zur Seite. Plötzlich stehst du mir<br />

aber gegenüber!“<br />

Der Patient setzt sich. Er muss seine Stiefel schnüren. Nichts darf dem Zufall überlassen<br />

werden, alles muss dezidiert vorbereitet werden.<br />

Valkos Heritage: „Du bist mein Schüler und ich habe dir versprochen, dich mit all meiner<br />

Erfahrung zu überstützen. <strong>Die</strong>s wird die nächste wichtige Lektion für dich sein. Nicht <strong>im</strong>mer ist<br />

alles in einem Match schwarz oder weiß. Es wird passieren, dass du jemandem<br />

gegenüberstehst, der nicht dein Feind ist. Jemand der deinen Plan mit einer eigenen Agenda<br />

auf die Probe stellt.“<br />

Caleb Yuma: „Und was ist deine Agenda?“<br />

Valkos Heritage: „Das weißt du…“<br />

Auch der New Media Messenger setzt sich nun. Einsichtig nickt er mit nachdenklichem Blick.<br />

Caleb Yuma: „Der Grand Slam!“<br />

Schweigen füllt den Raum. Beide Männer blicken auf den Boden, während ihre Gedanken <strong>im</strong><br />

Kopf Achterbahn fahren.<br />

Caleb Yuma: „Das bedeutet also, dass mein erster Titel nur über die Zerstörung des Traumes<br />

führt, der deine Legende unsterblich macht? Entweder starte ich heute meine Karriere als<br />

Champion oder du steigst ganz an die Spitze der Liga auf…“<br />

Ein tiefes Durchatmen bei Yuma. Valkos hatte es ihm versprochen, er selbst sollte um die<br />

Crown antreten. Er hätte es besser wissen müssen. Schon auf dem Parkplatz am Ende der<br />

letzten Vendetta wurde deutlich, dass Valkos nicht von seinem Recht zurücktreten würde. Und<br />

warum sollte er auch. Das ist eine einmalige Chance. Das ist das, was sich Yuma für seinen<br />

Mentor gewünscht hat. Wie kam es bloß dazu, dass sich plötzlich zwei Wege aufgetan haben<br />

und er nun in einem Interessenskonflikt steckt? Noch <strong>im</strong>mer neigt sich der Kopf des Social<br />

Media King Of The Ring gen Boden.<br />

Valkos Heritage: „<strong>Die</strong> Frage ist, was wirst du tun, Caleb?! Wirst du deinen Mentor stürzen, um<br />

selbst zu an der Spitze zu thronen oder wirst du ein gelehrige Schüler sein, der sein einst<br />

selbst ausgegebenes Ziel erfüllt und seinem Lehrer zum Grand Slam verhilft?“<br />

Der Digital Native kann seinen Kopf nicht heben.<br />

Valkos Heritage: „Ich sage dir eines, beide Entscheidungen kann ich akzeptieren. Ohne<br />

Zweifel, heute bereite ich dir eine schwierige Lehrstunde. Egal was passiert, Caleb, auch<br />

morgen, werden wir Mentor und Schüler sein. Du hast mich als Lehrer ausgewählt und als du<br />

das getan hast, da wusstest du auch warum. Ich bin niemand, der dir den Weg bereitet und ich<br />

bin niemand, der dich hintergehen wird. Ich bin lediglich ein Veteran, der dich mit allen<br />

Eventualitäten konfrontiert, sodass du es an die Spitze schaffen könntest. Du wusstest genau,<br />

Valkos Heritage stand an der Spitze und dafür hat er einige Täler durchschritten. Deshalb sollte<br />

ich dein Mentor sein. Du wolltest nicht vom erfolgreichen Pfad profitieren, sondern von den<br />

Erfahrungen, die mich <strong>im</strong>mer wieder gebrochen haben.“<br />

Ein leichtes zust<strong>im</strong>mendes Nicken bestätigt die Worte des ehemaligen Undisputed Gerasy<br />

Champions.


Valkos Heritage: „Triff deine Entscheidung, Caleb. So oder so, steht dir eine lehrreiche Lektion<br />

ins Haus.“<br />

Mit diesen Worten klopft Valkos seinem Schüler auf die Schulter und verlässt die Kabine.<br />

Zurück bleibt ein nachdenklicher Caleb Yuma. Er hatte seinem Mentor eine Sache versprochen:<br />

er wollte ihm zum Grand Slam verhelfen. Doch diesem Ziel steht der Wunsch nach eigenem<br />

Ruhm <strong>im</strong> Weg. Was wiegt höher?<br />

Kann er einfach so in das Match gehen, um zu sehen was passiert? Der Bessere soll<br />

gewinnen? Wie kann er aber ohne Plan in ein Match gehen? Er hat <strong>im</strong>mer einen Plan, verfolgt<br />

<strong>im</strong>mer eine eigene Agenda für das Bigger Picture. Was wenn ohne Plan plötzlich Chris McFly<br />

Jr. als Sieger dasteht, er und Valkos die Verlierer sind?<br />

Valkos hatte Recht. Yuma hat ihn als Mentor gewählt, weil er es <strong>im</strong>mer wieder an die Spitze<br />

geschafft hat, egal welcher Rückschlag ihn zuvor auch davon abzuhalten hat. Er war niemand<br />

der an die Spitze der <strong>PCWA</strong> durchgewunken wurde. Und nur, wenn man es so an die Spitze<br />

schafft, kann man als Rookie etwas aus dieser vermittelten Erfahrung mitnehmen. <strong>Die</strong> Frage ist<br />

nur, wird Yuma dazu beitragen, dass der leiderprobte Valkos Heritage erneut ein finsteres Tal<br />

durchschreiten muss, wenn sein Schüler die Crown in die Luft hält. Ist sein Mentor Valkos<br />

Heritage als Titelträger oder Begleiter des Champions wertvoller?<br />

Mike Garland: „Valkos Heritage und Caleb Yuma - ein Mentor und sein Schüler, die sich bald<br />

schon in einem Kampf gegenüber stehen?"<br />

Vincent Craven: „Caleb steht vor einer harten Entscheidung. Will er den Titel oder überlässt er<br />

diesem seinem Mentor, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden?"<br />

Mike Garland: "Gee. Klar, Caleb Yuma hat in den letzten Wochen schon so hart daran<br />

gearbeitet, seine einst vielversprechende Karriere die Toilette hinunter zu spülen, da werden<br />

ihm seine Fans ein weiteres freiwillig abgeschenktes Match nicht mehr verzeihen."<br />

Vincent Craven: "Egal, wie er sich entscheidet: Es wird die richtige Wahl für ihn sein. Nicht<br />

vielen Menschen bedeutet Freundschaft noch mehr als Erfolg - ich finde, das macht ihn umso<br />

sympathischer."<br />

Mike Garland: "Das ist deine Meinung. Ich habe eine andere. Wann soll dieses Mall Match<br />

eigentlich stattfinden?"<br />

Vincent Craven: "Ich habe keine Informationen darüber. Wie es scheint, ist der Kampf nicht<br />

offiziell von der Firma abgesegnet worden. Es erscheint also fraglich, ob wir davon überhaupt<br />

etwas in dieser Show mitbekommen werden."<br />

Mike Garland: "Was? Warum sprechen wir dann überhaupt darüber?"<br />

Vincent Craven: "Investigativer Journalismus. That's it."<br />

Verdammte Scheiße.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Wenn Alistair etwas momentan nicht gebrauchen kann, dann ist es Ärger mit Robert Barker.<br />

Das Verhalten des ‚Schlächters‘ war ihm zwar <strong>im</strong>mer schon etwas… seltsam vorgekommen,<br />

aber das, was soeben geschehen war, hatte dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Alistair n<strong>im</strong>mt<br />

sich fest vor, die Angelegenheit mit Gabriel Lucifer zu besprechen.


Jetzt aber hat er erst einmal wichtige Dinge zu erledigen. Noch einmal zieht er sein Telefon<br />

hervor, nur um zum zehnten Mal in den letzten Minuten auf diese kurze Mitteilung zu blicken,<br />

die ihm Cinderella Rage geschickt hatte. „Treffen uns vor deinem Kampf in deiner Kabine“<br />

stand da zu lesen. <strong>Die</strong>se paar Worte nur, mehr nicht. Alistair hatte schon fieberhaft darüber<br />

nachgedacht, was Cinderella von ihm wollte. Bei ihrer letzten Begegnung schien sie fast nur<br />

Augen für Blake Milton zu haben, diesen jämmerlichen Versager. Hatte sie es sich nun etwa<br />

anders überlegt?<br />

Ja, so muss es sein. Sind wir doch einmal ehrlich: Welche Frau gibt sich schon mit so einem<br />

Milchbubi ab, wenn sie einen Alistair Brunswick haben kann? Vermutlich hatte sie sich die<br />

Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen und lag nun, schwitzend vor Verlangen, in<br />

seiner Kabine und wartete darauf, mit ihm gemeinsam den ‚Ritt des Jahrtausends‘ zu erleben.<br />

Ob das Dutzend XXL-Kondome, welches er sicherheitshalber <strong>im</strong>mer in seiner Kabine<br />

aufbewahrt, wohl reichen wird? Und wie verträgt sich überhaupt ein so großer<br />

Flüssigkeitsverlust mit der Aussicht, noch ein <strong>Wrestling</strong>-Match bestreiten zu müssen? Fragen<br />

über Fragen, die Alistair durch den Kopf schießen, als er um eine Ecke biegt und…<br />

„AAAALLLIIIIIIIISTAAAAAAAAAAAAAAAAAAAIIIIIIIIIR!“<br />

Verdammte Scheiße.<br />

Das halbe Dutzend Masseurinnen hatte er glatt vergessen.<br />

Aufgeregt auf- und abhüpfend haben sie sich vor seiner Kabinentür versammelt. Ja, wo sollen<br />

sie auch hin, nachdem das große Zelt <strong>im</strong> Foyer eingestürzt war? Alistairs Blick wandert über<br />

die eingeölten Körper der atemberaubenden Südländerinnen. ‚Silikon ist mein Lieblings-<br />

Baustoff, huscht es ihm unpassender Weise kurz durch den Kopf.<br />

Masseurin # 3: „Da bist du ja endlich! Wir haben schon sooo lange auf dich gewartet, dass wir<br />

uns Sorgen gemacht haben!“<br />

Masseurin # 5: „Ja… und dabei hattest du uns doch noch etwas versprochen…“<br />

Sie tuschelt ihm etwas ins Ohr, was selbst Alistair erröten lässt. <strong>Die</strong> Aussicht, jetzt mit diesen<br />

sechs Schönheiten in seiner Kabine zu verschwinden und dort Dinge anzustellen, die ganz<br />

sicherlich nicht jugendfrei sind, lässt Alistair ganz anders werden.<br />

Alistair: „Öhm…“<br />

Masseurin # 1: „Er wird ja ganz bleich, der Arme!“<br />

Masseurin # 4: „Ja, aber nur, weil sein Blut jetzt woanders gebraucht wird.“<br />

Mit einem geschickten Griff packt sie ihm zwischen die Beine, wo in der Tat gerade wesentliche<br />

Teile seines Körpers anschwellen. Alistairs Bleiche aber hat einen anderen Grund.<br />

Nicht <strong>im</strong>mer ist die Aussicht auf Gruppensex verlockend.<br />

Insbesondere dann nicht, wenn die Frau, nach der man schon seit Wochen her ist, hinter<br />

dieser Tür wartet und vermutlich nicht gerade davon begeistert ist, sich Alistair mit sechs<br />

anderen Damen teilen zu müssen. Nicht gleich be<strong>im</strong> ersten ‚richtigen‘ Date.<br />

Oder…? Vielleicht sollte Alistair einfach nur mal fragen.<br />

Nein. Er verwirft diesen Gedanken gleich wieder und hebt abwehrend die Hände, einen Schritt<br />

zurück machend.


Alistair: „Ladies… nun wartet doch erst einmal ab. Ich habe gleich noch ein Match zu<br />

bestreiten und da wäre es doch schade, wenn wir mitten in der schönsten Action unterbrechen<br />

müssten. Wie wäre es, wenn ihr euch schon einmal auf euren großen Auftritt vorbereitet und<br />

ich euch dann abhole? Ich habe gehört, die Sammelumkleide der Jobber soll recht groß sein.<br />

Da könnt ihr euch dann in aller Ruhe…“<br />

Sein Blick wandert erneut über die weiblichen Kurven vor ihm. Alistair muss schlucken.<br />

Alistair: „… einölen…“<br />

Doppel-Schluck.<br />

Alistair: „… noch einmal eiskaltes Wasser über eure Bikinis kippen…“<br />

Dreifach-Schluck.<br />

Alistair: „… und natürlich auch schon einmal die 16 Zent<strong>im</strong>eter hohen High Heels anziehen, die<br />

für euch bereit gelegt wurden.“<br />

<strong>Die</strong> Reaktion ist eher verhalten. Ihre, nicht seine.<br />

Masseurinnen (gemeinsam): „Oooooooochhhhhhh…“<br />

Allseits enttäuschte Gesichter.<br />

Masseurin # 2: „Na gut. Aber wir gehen nicht, ohne dir vorher zu zeigen, worauf du nun noch<br />

warten musst.“<br />

Ein kurzes Nicken unter den Damen. Dann ziehen sie zeitgleich ihre Bikinioberteile aus. <strong>Die</strong><br />

Kamera fängt dummerweise nur ihre Rückenpartien ein. Und Alistairs offenen Mund und<br />

japsende Atmung. Ob er Cinderella vielleicht doch fragen sollte…?<br />

<strong>Die</strong> Kamera schwenkt langsam um die Damen herum, um – aus rein investigativjournalistischem<br />

Interesse natürlich – auch die andere Seite einzufangen. Plötzlich schiebt sich<br />

allerdings eine düstere Gestalt durch das Gedrängel und verdeckt somit die interessantesten<br />

Parts.<br />

„Dein Tribune-Titel wird Pavus hervorragend stehen.“<br />

Alistair gelingt es mühsam, seinen Blick von der vor ihm liegenden Hügellandschaft zu lösen.<br />

Sein Blick trifft…<br />

Alistair: „Azrael Rage.“<br />

Er nennt diesen Namen nicht mit einem überraschten, sondern eher einem enttäuschten<br />

Unterton. Ist ja klar, dass ihm schon wieder jemand in die Quere kommt, wenn es beginnt<br />

interessant zu werden.<br />

Auf die Nennung seines Namens bleibt der Regenläufer kurz stehen, direkt vor der Tür zu der<br />

Kabine von Alistair. Eigentlich hat er keinerlei Lust an einem Gespräch mit den nervigen<br />

Schergen des Schlächters. Er ist <strong>im</strong>mer noch nervös. Wer wäre vor so einem großen Match<br />

heute nicht nervös? Zudem ist hier <strong>im</strong> Backstagebereich überall seit neuestem Rauchverbot.<br />

Normalerweise würde er sich einfach auf sein geliebtes Dach schleichen, aber er befürchtet<br />

dort einen anderen <strong>Die</strong>ner der Angst und dieser nervlichen Zerreißprobe möchte er sich heute<br />

nicht stellen. Schließlich wäre ein Kampf vor dem Kampf nicht förderlich für seine<br />

Siegeschancen.


Mit der Maske <strong>im</strong> Gesicht blickt Rage direkt ins Gesicht von Alistair. <strong>Die</strong> Damen werden nur<br />

kurz notiert. Kein Wort kommt über die Lippen des einstigen Teufels.<br />

Alistairs Gehirn wird mittlerweile wieder mit genug Blut versorgt, dass er sich eine passende<br />

Antwort zurechtlegen kann. Mit ein paar schnellen Handbewegungen verscheucht er erst<br />

einmal die Masseurinnen.<br />

Alistair: „Man sieht sich dann nachher vor meinem Match. Ich hole euch dann ab. Bis dann!“<br />

Einige der Damen zögern kurz, aber der unhe<strong>im</strong>liche Anblick des maskierten Azraels überzeugt<br />

sie dann doch, besser das Weite zu suchen. Alistair kichernd noch einige Kusshände und<br />

verlockende Angebote zuwerfend, stöckeln sie den Gang hinunter. Augenblicke später sind der<br />

Tribune Champion und das Schild der <strong>PCWA</strong> alleine auf dem Flur. Alistair stemmt die Hände in<br />

die Hüften und mustert sein Gegenüber abschätzend.<br />

Alistair: „Ach ja? Pavus wird scheitern und dir wird es später nicht besser gehen. Habt ihr<br />

Pr<strong>im</strong>aten es noch nicht verstanden? Gegen die ANGST seid ihr machtlos. So, wie ihr <strong>im</strong>mer<br />

chancenlos gewesen seid. <strong>Die</strong> Erfolge, die ihr meintet feiern zu können, hattet ihr nur aufgrund<br />

unserer Großzügigkeit, euch ein paar Krumen vom großen Kuchen übrig zu lassen. Eine<br />

Raubkatze tötet ihre Opfer auch nicht gleich, sondern spielt erst einmal eine Weile mit ihm.“<br />

Mit einem aufgesetzten Lächeln blickt er Azrael an und wartet auf eine Reaktion. Aber es<br />

kommt keine. Starr blicken ihn die Augen hinter dieser seltsamen Maske an. Bevor die Stille<br />

unangenehm wird, setzt Alistair fort.<br />

Alistair: „Wer ist denn schon Pavus Max<strong>im</strong>us? Wer ist schon Azrael Rage? Nur zwei Namen,<br />

mehr nicht. Und jetzt fange bitte nicht an, mir von deiner ruhmreichen Vergangenheit zu<br />

erzählen. Mich interessiert nicht, was war, bevor ich in diese Liga kam, denn die ANGST und<br />

ich, wir haben die Karten neu gemischt. Und seitdem ich hier bin, habe ich von dir eigentlich<br />

nichts mitbekommen außer dämlichen Märchengeschichten und vor Selbstmitleid triefender<br />

Langeweile. Ha!“<br />

Er schlägt sich selbst mit der rechten in die linke Hand, aber erneut bleibt eine Reaktion aus.<br />

Alistair runzelt die Stirn. Sein Gesicht spiegelt sich in der blankpolierten Porzellanmaske<br />

seines Gegenübers, aber die Augen dahinter zeigen keine Regung.<br />

Schließlich beugt Alistair sich nach vorne und klopft mit dem Zeigefinger gegen die Maske.<br />

Alistair: „Hallo? C3PO? Jemand zuhause?“<br />

Ein leises Lachen von Rage. Plötzlich hebt er seine linke Hand und formt sie wie einem Mund.<br />

Azrael Rage: „O ja, richtig. Ich war so sehr vor Selbstmitleid zerfressen, dass ich mit mir selbst<br />

sprach. Zwei Rages. DAS musst Du Dir mal vorstellen, Alice!“<br />

Plötzlich beginnt die Hand Sprechbewegungen zu machen und mit Fistelst<strong>im</strong>me hört man Rage<br />

reden.<br />

Azrael Rage: „Aber Azrael, ich bin doch <strong>im</strong>mer noch hier. Wer ist dieser garstige Flegel, der es<br />

meint uns kritisieren zu können?“<br />

Wieder ohne Fistelst<strong>im</strong>me und Bewegung der Hand.<br />

Azrael Rage: „Das ist Alice Braunschweig.“<br />

Wieder mit…


Azrael Rage: „Das ist aber ein merkwürdiger Name, Azrael. Warum reden wir mit dieser<br />

unangenehmen Person? Tun wir ihr weh?“<br />

Nicken von der Maske und keine Fistelst<strong>im</strong>me.<br />

Azrael Rage: „Wahrscheinlich schon, aber nicht heute. Schließlich ist er nur der Lakai des<br />

großen Fisches, den wir uns heute angeln… außer er beschließt es weiterhin hier so bunt zu<br />

treiben.“<br />

Man meint ein Funkeln unter der Maske aus den Augen des Schildes Richtung Alistair<br />

erkennen zu können.<br />

Ein Lachen ist die Reaktion des Tribune Champions.<br />

Alistair: „Keine Angst. Ich weiß was ich tue und vor allem weiß ich, wie weit ich gehen kann.<br />

Eine Sache, die man nicht von uns beiden behaupten kann.“<br />

Der Kopf von Rage neigt sich spielerisch nach vorne, so dass Alistair genau so klein wirkt wie<br />

Alistair.<br />

Azrael Rage: „Wie ist das bitte gemeint?“<br />

Alistair zuckt mit den Schultern. Ein gehässiges Lachen umspielt seine Miene.<br />

Alistair: „Nun. Wir haben es doch alle gesehen, wozu also noch die Maske? Du hast dich mit<br />

dem Schlächter angelegt und nun… nun…“<br />

Er zögert kurz, um die richtigen Worte zu finden.<br />

Alistair: „Sorry, wenn ich das so sagen muss: Aber Jabba der Hutt ist <strong>im</strong> Vergleich zu dir ein<br />

Sexsymbol. Bist du deswegen so frustriert? Ist nicht leicht, noch einen wegzustecken, wenn<br />

man aussieht wie ein gottverdammter Marshmallow, den jemand zu lange in der Mikrowelle<br />

gelassen hat. Mann, ich dachte, dieser fettige Burrito Sanchéz oder das zwergenhafte<br />

Pickelgesicht Hatee wären echt hässliche Burschen, aber du bist wirklich ihr König…“<br />

<strong>Die</strong> Hand von Rage schnellt zu dem Gespräch nach vorne. Fistelst<strong>im</strong>me an!<br />

Azrael Rage: „Richtig, Azrael, wir sind der König, wenn wir erst den Metzger besiegt haben.“<br />

Ohne Quietschst<strong>im</strong>me.<br />

Azrael Rage: „Schlächter.“<br />

Mit…<br />

Azrael Rage: „Den schlechten Metzger?“<br />

<strong>Die</strong> Hand wird heruntergenommen und ein leises Lachen von Azrael Rage kommt unter der<br />

Maske hervor.<br />

Azrael Rage: „Hör mir mal zu, Bürschchen. Es geht nicht um blendendes Aussehen, um<br />

Erfolge in der Vergangenheit, auch nicht um das Kompensieren, dass Du eigentlich das<br />

schwache Geschlecht in den next CENTURY gods bist.“<br />

Alistair will etwas sagen, aber sofort kommt ihm nur laut ein…<br />

Azrael Rage: „SCHWEIG STILL!“


Ein kurzes Räuspern unter der Maske.<br />

Azrael Rage: „Keinen Anstand, die Jugend von heute. Wo war ich? Ach ja, richtig, es geht<br />

heute nur um Erfolg. Das Silber, das Du mit Dir herumträgst, oder um das Gold von Barker.<br />

Optische Defizite, oder gar Entstellungen mögen nicht der schönste Anblick sein, aber wen<br />

interessiert das bitte? Zudem… MIR gefällt es!“<br />

Wieder ein leises Kichern von Rage. Alistair aber kauft ihm diese Aussage nicht ab.<br />

Alistair: „Come on – wann hast du zuletzt einmal einen Realitätscheck gemacht? Jedes meiner<br />

Worte ist wahr. Ich frage mich ja, wie jemand wie du eine Tochter wie Cinderella haben kann.<br />

Echt süß, die Kleine.“<br />

Azrael Rage: „Gut, dass Du das ansprichst. Wo ist meine Tochter?“<br />

Alistair hebt die Hände, so als wisse er nichts. Dass sich die Tochter des Teufels in diesem<br />

Moment vermutlich nur wenige Meter entfernt in seiner Kabine befindet, spricht er besser nicht<br />

aus. Dass sie sich, zumindest in seinen Vorstellungen, bereits mit einem übergroßen Dildo auf<br />

das gleich folgende Rendezvous vorbereitet, ebenfalls nicht.<br />

Alistair: „Woher soll ich das wissen? Frag doch diesen Blake Milton, der hat offenbar einen<br />

Blick auf deine kleine Tochter geworfen. Vielleicht hat er ja in diesem Moment seine dreckigen<br />

Finger bereits in ihrer…“<br />

Weiter kommt er nicht.<br />

Azrael Rage: „Ehrlich gesagt mache ich mir um Deine dreckigen Finger deutlich mehr Sorgen.<br />

Lass es mich so sagen, ich bin sicher, dass Du Dir um Deine Finger sehr wenig Gedanken<br />

machst. Daher spiele ich mit Dem Gedanken Dir das klein bisschen Männlichkeit zu entreißen,<br />

wenn ihr etwas geschieht, das mir missfällt. Keine Sorge, nur ein Gedanke… nennen wir es ein<br />

Gentlemen‘s Agreement.“<br />

Es ist der Unterton in seiner St<strong>im</strong>me, der Alistair zurückzucken lässt. Eben noch hatte er mit<br />

dem Gedanken gespielt, Azrael einfach alles an den Kopf zu werfen. <strong>Die</strong> ganze Wahrheit. <strong>Die</strong><br />

Tatsache, dass er gerade gedenke, etwa 26 Zent<strong>im</strong>eter seines Körpers in diverse<br />

Körperöffnungen seiner kleinen Tochter zu schieben. Dass er sich schon jetzt einmal darauf<br />

vorbereiten solle, bald eine ganze Horde Enkelkinder zu haben, die allesamt Alistairs Antlitz<br />

hätten. Dass…<br />

Aber manchmal ist es besser, nicht alles preis zu geben.<br />

Alistair: „‘kay. Zur Kenntnis genommen.“<br />

Weiter kommentiert er das nicht.<br />

Azrael Rage: „Ach ja, für die Zukunft, mein Freund. Heute Abend hast Du noch einmal freien<br />

Auslauf, aber wenn ich der Schlange erst den Kopf abgeschlagen habe und dann Undisputed<br />

Gerasy bin, dann werde ich, sollte es Pavus nicht bereits getan haben, Dich und den Rest eurer<br />

kleinen Selbsthilfegruppe zum Thema Angst jagen.“<br />

Ein kurzer Blick nach unten, der Unsicherheit be<strong>im</strong> Regenläufer erahnen lässt.<br />

Azrael Rage: „Da wir ja gerade untereinander so schön frei reden, fällt mir da ein, dass Du ja<br />

auch mitgewirkt hast an meinem Tod vor zwei Vendetta… Wir sollten bei Gelegenheit unsere<br />

Agenten ein Treffen <strong>im</strong> Ring arrangieren lassen. Was meinst Du?“<br />

Eigentlich will Alistair antworten, aber Rage redet weiter.


Azrael Rage: „Eigentlich interessiert mich nicht, was Du meinst. Es wird so kommen… und<br />

ich? Ich freu mich drauf! Zudem scheinst Du ja eh ein gewisses Interesse an Nähe zu meiner<br />

Familie zu haben. Eine kleine Balgerei mit dem zukünftigen Schwiegerpapa könnte also genau<br />

DAS sein, was unsere angespannte Beziehung zueinander braucht. Selbstverständlich erst<br />

nachdem Pavus und ich Euch alles abgenommen haben, was Euch lieb und teuer ist, aber das<br />

ist ja nichts Persönliches.“<br />

Zum Schluss wirkte die St<strong>im</strong>me von Rage leiser, bedachter, so als ob er ruhelos wäre.<br />

Alistair blickt Azrael Rage erstaunt an. War das etwa ein Hauch Unsicherheit, eine Spur<br />

Nervosität in der St<strong>im</strong>me des Schildes der <strong>PCWA</strong>? Er beschließt, diese Erkenntnis und die<br />

vermeintliche Schwäche zu seinem Vorteil zu nutzen und das Gespräch zu beenden.<br />

Alistair: „Gut. Wenn du mich entschuldigst. Ich habe noch ein Match zu bestreiten.“<br />

Er schiebt sich an Azrael Rage vorbei in Richtung seiner Kabinentür. <strong>Die</strong>ser lässt ihn<br />

passieren. Als Alistair direkt vor der Tür steht, dreht er sich noch einmal zu dem Regenläufer<br />

um, der sich mittlerweile einige Schritte entfernt hat.<br />

Alistair: „Wie fühlst du dich, Rage?“<br />

Das Schild dreht sich um und hebt die Porzellanmaske, so dass man sein vernarbtes Gesicht<br />

sehen kann. Ein breites Lächeln zeigt sich da Alistair.<br />

Azrael Rage: „Wie ein Superstar.“<br />

Ohne weitere Worte dreht er sich um, blickt noch kurz auf das Nichtraucherschild <strong>im</strong><br />

Backstagebereich und geht Richtung Hinterausgang. Leise hört man dabei die Melodie von<br />

Hänsel und Gretel durch die Korridore summend… Wie ein Superstar… es fehlt nur noch das<br />

auszeichnende Gold.<br />

Alistair bleibt noch einen Moment stehen und blickt ihm hinterher. Dann holt er den Schlüssel<br />

zu seiner Kabine hervor…<br />

… und stellt fest, dass die Tür die ganze Zeit über einen Spalt aufstand.<br />

Just in diesem Moment wird die Tür geöffnet. Alistair holt tief Luft.<br />

„Hallo.“<br />

Vor ihm steht Cinderella Rage.<br />

Mit der Großpackung Kondome in der Hand... und einem Lächeln…<br />

Mike Garland: „Das... DAS IST CINDERELLA RAGE! Und sie scheint eindeutig Absichten zu<br />

haben!"<br />

Vincent Craven: „Nun krieg dich wieder ein. nur weil sie die Kondome bereits in der Hand hat<br />

und Alistair in seiner Kabine erwartet, muss das noch lange nicht heißen, dass... äh... ich<br />

meine, dass könnte alles mögliche bedeuten wie etwa... äh..."<br />

Mike Garland: "You've got the point. Umso interessanter wird die Angelegenheit, wenn man<br />

sich vor Augen hält, mit wem Alistair vor seiner Kabine gesprochen hat."


Vincent Craven: "Azrael Rage, das Schild der <strong>PCWA</strong>. Ich glaube nicht, dass der glücklich damit<br />

wäre, Alistairs Finger an seiner Tochter zu sehen."<br />

Mike Garland: "Kondome sind nicht für Finger da."<br />

Vincent: "Wenn das heraus kommt, dann könnte das übel enden. Für alle Beteiligten."<br />

Mike Garland: "Ist mir egal. Wieso blenden wir jetzt eigentlich aus? Ich will sehen, was in der<br />

Kabine passiert!"<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Der ganze Raum riecht nach ihm. Nach ihm und seinem Chianti. Blake n<strong>im</strong>mt gierig einen<br />

tiefen Atemzug, soweit ihm das möglich ist mit seinem malträtierten Hals. Man kann es kaum<br />

erkennen, aber der Junge trägt ihn, den Gürtel, mit dem Barker ihn gewürgt hat.<br />

Seine Hand fährt liebevoll über das Holz der Möbel, vorbei an zwei, drei, vier Flaschen Chianti.<br />

Geöffnet und leer. Würden die Kameras nicht laufen, würde Blake sie unauffällig verschwinden<br />

lassen, wie <strong>im</strong>mer. Keiner soll denken, Gabriel hätte ein Problem mit Alkohol.<br />

Der Sicherheitschef kontrolliert einige Gegenstände, unauffällig und routiniert. Gegen den<br />

Alkohol muss er irgendetwas unternehmen, obwohl Blake diese Schwäche von ihm ungemein<br />

liebt. Nichts verschafft dem Jungen mehr von Lucifers Aufmerksamkeit als ein paar Flaschen<br />

Chianti. Nichts – außer vielleicht eine unnötig erhöhte Schmerzmitteldosis, von der die Ärzte<br />

<strong>im</strong>mer dachten, Lucifer selbst wäre dafür verantwortlich. Nun, dem war nicht so.<br />

Blake seufzt nostalgisch und betrachtet den Schrank, der einen Spalt geöffnet ist. Noch bevor<br />

er seine Nase in Gabriels Kleidung stecken kann, lässt ihn eine dunkle St<strong>im</strong>me erschrocken<br />

zusammenfahren: „Du kannst es einfach nicht lassen, oder?“<br />

Langsam dreht er sich um, und es ist jedes Mal dasselbe, wenn er den Mythos vor sich sieht –<br />

sein Herz rast und seine großen, hellen Augen schwelgen in schwärmerischer<br />

Unzurechnungsfähigkeit. <strong>Die</strong> fettigen Haare, der Chianti verseuchte Atem, das zerfurchte<br />

Gesicht – Blake kann sich unmöglich an so einem wunderschönen Kunstwerk vergreifen.<br />

„Ist es das, was du wolltest?“, fragt Lucifer lapidar und geht an dem Jungen vorbei, der ihm<br />

süchtig hinterherblickt.<br />

Blake Milton: „Was… was meinst du…?“<br />

„Na, das hier!“, den Quest 4 the Best. „Also, mir soll’s recht sein, schließlich bin ich nur ein<br />

ganz normaler Wrestler, der einfach nur gewinnen will.“<br />

Blake Milton: „Das bin ich auch.“<br />

Der Mythos zögert kurz, hadert mit sich, sagt es aber dennoch.<br />

Gabriel Lucifer: „Du bist nur eine Sicherheitskraft.“<br />

Blake sieht ihn geschockt an.<br />

Gabriel Lucifer: „Ohne mich, wärst du nirgendwo, und bist sogar noch meilenweit davon<br />

entfernt überhaupt irgendwo zu sein! Hast du das verstanden? Das, was du Erfolg nennst,<br />

verdankst du mir und dem unverschämten Glück, das du hast!“


Nasenbluten.<br />

Gabriel Lucifer: „Und wenn dein Freund Caleb – der Scheinheilige I. – nicht wäre, dann wärst<br />

du wahrscheinlich nur eine Fußnote <strong>im</strong> Quest 4 the Best, wenn überhaupt.“<br />

Der Mythos stoppt, will die Security einschüchtern, um Schl<strong>im</strong>meres zu vermeiden. Das Blut<br />

tropft auf den Boden. „Lass es laufen“, hat ihm Mad Dog beigebracht. Also zieht Blake den<br />

ganzen blutigen Rotz nach oben und schnieft gekränkt.<br />

Blake Milton: „Du weißt, dass ich besser bin…“<br />

Gabriel Lucifer: „Als wer denn? Blaze? Mad Dog? Besser als Robert? Besser als ich? Besser<br />

als Alle zusammen? Nun, gleich <strong>im</strong> Ring werden wir sehen wie gut du bist. Und glaube mir, ich<br />

werde keine Rücksicht auf dich nehmen! Hättest du von Anfang an auf mich gehört, dann<br />

hättest du dir das hier ersparen können. Aber dir kann man ja sagen, was man will, du hast<br />

einfach keine Ohren – dafür aber anscheinend einen Traum. Mein Job ist es, Träume zu<br />

zerstören!“<br />

Blake schnieft erneut und guckt Gabriel mit diesen großen, hellen Kinderaugen an. Am liebsten<br />

würde er dem Jungen ein Pflaster auf die Nase pappen und ihm sagen, dass alles wieder gut<br />

wird. Aber stattdessen provoziert er ihn mit Lügen, um Blake davon abzuhalten, eine große<br />

Dummheit zu begehen – nämlich die, Robert zu unterschätzen, den Quest zu unterschätzen,<br />

und einen Mythos.<br />

Dabei würde „sein Schützling“ alles für Gabriel tun, selbst wenn er ihm sagen würde, er solle<br />

die Luft so lange anhalten bis er erstickt – Blake würde es tun. Und dafür ist kein Robert nötig,<br />

kein Gürtel und vor allem keine Angst. Aber Gabriel liebt die Angst.<br />

Blake Milton: „Du weißt, dass ich recht habe…“<br />

Der Mythos winkt überheblich ab.<br />

Blake Milton: „Warum bist du nur so verdammt stur!?“<br />

<strong>Die</strong> Security schnieft abermals, bevor sie fast schon verbittert vor sich hin zischt.<br />

Blake Milton: „Aber das werde ich dir schon noch austreiben… indem ich mir den Quest hole…<br />

und danach Robert… und danach…“ – St<strong>im</strong>mt. Es ist paradox.<br />

Lucifer wirkt gespielt überrascht: „Mir austreiben? So, so.“ Er legt den Kopf schief und<br />

schenkt Blake sein unnachahmliches Lächeln: „Sag mal… Warum bemühst du dich eigentlich<br />

so darum? Ich meine… warum machst du es dir so schwer? Wir sind jetzt offiziell Feinde.<br />

Findest du nicht, dass es Zeit ist, aufzugeben und es zu akzeptieren?“<br />

Verstört blickt Milton umher. Das Lächeln irritiert ihn.<br />

Blake Milton: „Weil... Warum ich es mir so schwer mache? Weil… es hier um dich geht! Um<br />

dich und die <strong>PCWA</strong>!“<br />

Lucifer antwortet höhnisch: „Robert ist die <strong>PCWA</strong>.“<br />

„DU BIST DIE VERDAMMTE <strong>PCWA</strong>, GABRIEL! DU! NICHT ER!“, schreit ihn der Junge plötzlich<br />

an und ein paar Speicheltropfen landen auf Lucifers Oberteil. Hastig wischt Blake das<br />

Missgeschick vom Mythos runter. Gott, er fühlt sich so gut an.<br />

Blake Milton: „Ich… ich werde dir helfen… glaub mir.“<br />

Seine Hände zittern. Gabriel kichert amüsiert und geht zur Tür.


Gabriel Lucifer: „Davon redest du jetzt schon seit einem halben Jahr. Und bisher hast du<br />

nichts erreicht. Gar nichts! Hilfe ist in der <strong>PCWA</strong> nichts als ein stummer Schrei der Schwäche.<br />

Derjenige, der hilft, ist dabei nicht besser als der, welcher Hilfe empfängt. Sent<strong>im</strong>entale<br />

Amateure. Sieh dich doch mal an, Blake!“<br />

Blake senkt seinen Kopf und ringt tatsächlich mit den Tränen.<br />

Gabriel Lucifer: „Du bist ein emotionales Wrack und stinkst nach Angst. Soviel Angst – um<br />

Mich, um Dich, um die <strong>PCWA</strong> – sie hemmt dich, das zu tun, was notwendig ist. Und Du weißt,<br />

was notwendig ist!“<br />

Mit diesen Worten verlässt er den Raum, schlägt die Tür hinter sich zu und nur wage kann man<br />

den Schlüssel <strong>im</strong> Türschloss vernehmen. Blake stolpert hinterher, während Gabriel ihn<br />

einsperrt.<br />

Blake Milton: „Du kannst mich hier nicht einsperren, Gabriel!“<br />

Er kramt nach seinem Generalschlüssel, bis er ein metallenes Knacksen hört – Lucifer hat den<br />

Schlüssel von außen abgebrochen.<br />

Blake Milton: „Sehr erwachsen!“<br />

Stille. Der Junge schlägt gegen die Tür.<br />

Blake Milton: „Gabriel?“<br />

Stille.<br />

Blake Milton: „GABRIEL!?“<br />

Noch einmal schlägt er dagegen und verliert so langsam aber sicher die Geduld.<br />

Blake Milton: „LASS MICH RAUS! HAST DU GEHÖRT!?“<br />

Er seufzt verzweifelt, schlägt abermals gegen das Holz und schreit.<br />

Blake Milton: „DU KANNST MICH NICHT AUFHALTEN! KOMM ZURÜCK! BITTE! ICH BITTE<br />

DICH, GABRIEL! ICH… ES TUT MIR LEID! HAST DU GEHÖRT! ES TUT MIR LEID! BITTE, KOMM<br />

ZURÜCK! KOMM BITTE WIEDER ZU MIR!“<br />

Stille.<br />

Blake Milton: „Komm bitte wieder… zu mir zurück… bitte… bitte…“<br />

Er rutscht an der Tür hinab und versucht krampfhaft seine Tränen zu verbergen. Es geht hier<br />

nicht darum, dass Gabriel ihn eingesperrt hat, denn mit nur einem Funkspruch über sein<br />

Headset wird Blake sich Hilfe rufen. Nein, es geht darum, dass Lucifer ihn zwingt…<br />

Blake Milton: „…ich will nicht, dass wir Feinde sind…“<br />

Im Hintergrund ertönt ein knarrendes Geräusch. <strong>Die</strong> Security blickt sich zitternd und mit<br />

Tränen in den Augen um.<br />

Nelson Friedrich Töle. Der, der sich eigentlich in eine gekonnte Pose werfen will, be<strong>im</strong> Anblick<br />

des Jungen jedoch ungemein zurückhaltend reagiert.<br />

Blake Milton: „Was zur Hölle…?“


Der Schrank. Unbequem, aber ein durchaus passendes Versteck. Hätte die Schranktür nur<br />

wenige Mill<strong>im</strong>eter weiter offen gestanden, hätte Blake ihn sicherlich gleich zu Anfang entdeckt,<br />

aber Töle ist nun mal ein Meister der perfekten Tarnung! Taddaaa!<br />

NFT: „Du bist nicht der einzige, der Gabriel Lucifer sprechen will, Blake Milton.“<br />

<strong>Die</strong> Töle umschleicht den Security.<br />

NFT: „Doch nun sind es wir zwei Jäger, die in einer Kabine gefangen sind. Was machen wir<br />

denn da? Was machen wir denn da?“<br />

Ein zischendes Lachen schießt hinter dem von Sabber triefenden Latex hervor, ehe sich die<br />

Töle Blake mit vollem Körperumfang zuwendet. Heftig schlägt die Faust auf dem Bluttropfen<br />

auf.<br />

NFT: „WOOOOOOOHHHHOOOOOOOAAAAARRRR!!! Das Schicksal hat dich zu mir gespült,<br />

Blake Milton. Du stehst zwischen mir und meiner Aufgabe der ANGST, zwischen mir und<br />

meinem Beitritt zur Gruppierung des Grauens. Blake Milton, du wärest besser nicht in dieses<br />

Halbfinale gekommen.“<br />

Immer mehr baut sich die Töle vor Milton auf, aber hält weiterhin den Sicherheitsabstand falls<br />

Blake angreifen sollte.<br />

NFT: „Wie war das noch? Der Schlächter hat dich nie erwischen können, oder? Tom Nowak hat<br />

dich nie erwischen können? Und jetzt stehen wir beide hier. Du stehst <strong>im</strong> Halbfinale gegen das<br />

letzte verbliebene Mitglied der ANGST. Kapiert? Blake, kapiert? Das ist wie ne Dorfmatratze –<br />

die lässt man sich nicht entgehen. GRRR!“<br />

Sofort erwischt Blake ein Tritt. Er schleudert zurück, schlägt mit dem Kopf gegen die Tür und<br />

sackt sofort nach vorn zusammen. Noch <strong>im</strong>mer versaut der Junge mit seinem Blut den<br />

Fußboden von Lucifers Kabine.<br />

NFT: „Doch so überrascht? Blake Milton, du enttäuschst mich. Bei James Bond springt die Tür<br />

dabei <strong>im</strong>mer auf. Schwächling!“<br />

Er wirft sich auf Milton, der versucht sich zu wehren. Doch NFT gewinnt die Oberhand, hält die<br />

Security am Boden und bearbeitet ihn mit Faustschlägen. Als der Junge keine Regung mehr<br />

zeigt, richtet sich der Mann <strong>im</strong> Ganzkörperanzug auf. Zwei Tritte platziert er noch in Blakes<br />

Nieren, nur um sicher zu gehen.<br />

Dann geht er in die Hocke, um sich neben Blakes blutenden Kopf zu bewegen. Er packt Blake<br />

an den Haaren und zieht sein Haupt somit nach oben. Teuflisch flüstert die Töle ihre folgenden<br />

Worte.<br />

NFT: „Am Morgen weint die Töle sehr, ein toter Tag rückt <strong>im</strong>mer näher. Am Tage drum spielt<br />

sie verrückt, der Maulkorb nur bedingt geglückt. Am Abend aber fliegt er fort, die Nacht gerät<br />

zum sicheren Hort.“<br />

Lachend schaut die Töle zurück zum Schrank, als nach den folgenden Worten die Kamera<br />

ausfadet.<br />

NFT: „Spürst du mich?“<br />

OFF-CAMERA<br />

<strong>Die</strong> Töle greift sich an den Nacken und zieht den Reißverschluss auf. Eilig kramt er den Latex<br />

herunter, sodass die Kopfbedeckung nun vorne wie eine Kapuze herunter hängt. Wären die


Kameras an, könnte man unter der schwarzen Mütze, die plötzlich den großen Kopf der Töle<br />

erklärt, ein Gesicht erkennen.<br />

NFT: „Tut mir leid, Blake.“<br />

Vincent Craven: „Erst einmal die gute Nachricht: Blake Milton scheint sich einigermaßen von<br />

seinem Beat-Down durch den Schlächter erholt zu haben."<br />

Mike Garland: "Ja, aber dann hat ihn Gabriel Lucifer in seiner eigenen Kabine eingesperrt.<br />

Heute ist nicht unbedingt der Glückstag des Australiers. Hast du gehört, wie er Lucifer<br />

angefleht hat, er möge zu ihm zurück kommen? Wie erbärmlich war das denn bitte?"<br />

Vincent Craven: "Erbärmlich. Nun. Mir schwebte <strong>im</strong> Kopf da eher ein anderes Wort herum..."<br />

Mike Garland: "Was denn?"<br />

Vincent Craven: "Hm. Nur so ein Gefühl... aber fandest du nicht, dass die Begegnung einen<br />

leicht homoerotischen Touch hatte?"<br />

Mike Garland: "WAS? Gabriel Lucifer und...? NEIN, NIEMALS!"<br />

Vincent Craven: „Und dann noch Nelson Friedrich Töle. Was macht der in dem Schrank?"<br />

Mike Garland: "Und erneut hat Blake Milton eine Abreibung kassiert. Das ist heute wirklich<br />

nicht sein bester Tag..."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Ein Fuß vor den anderen setzend, das selbstsichere Grinsen nach wie vor <strong>im</strong> Gesicht ist er auf<br />

der Suche nach Jemandem der ihm einen vielleicht letzten Rat geben kann, bevor es für ihn<br />

hinaus in die Kampfarena geht. Hinaus zu seinen Fans und hinaus gegen Alistair.<br />

Mittlerweile ist er sich sicher, dass er ein würdiger Vertreter wäre, dass er ein würdiger Tribune<br />

werden könnte, werden wird – Doch kurz wird er abgelenkt, der <strong>im</strong> Gang aufgebaute<br />

Cateringtisch hat seine volle Aufmerksamkeit gewonnen. Das leichte Grummeln <strong>im</strong> Magen<br />

deutet an, dass noch etwas nahrhaftes hinein sollte, auch wenn er weiß dass er eigentlich vor<br />

einem so harten Match nichts mehr essen sollte. Der Blick fällt auf die frisch zubereiteten<br />

Schweinefleischstücke, eher halbe gegrillte Schweine und das Wasser läuft ihm direkt <strong>im</strong> Mund<br />

zusammen.<br />

Pavus: „Oh… mein… Gott…“<br />

„Ja, bitte?“<br />

Sofort schleudert der Hamburger seinen wuchtigen Körper herum, dreht ihn um 180 Grad und<br />

blickt dem Mann ins Gesicht, den er schon eine lange Zeit nicht mehr gesehen hat.<br />

Pavus: „James Godd…“<br />

Das Gesicht spiegelt doch so etwas wie Freude wieder, war er doch auf der Suche nach eben<br />

jemandem, der ihm noch den letzten mentalen Schliff verpassen kann. Und warum nicht gerade<br />

James Godd, <strong>im</strong>merhin auch ehemaliger Tribune – noch gar nicht so lange her.


Pavus: „Was ein durchaus netter Zufall, dass gerade du mir über den Weg läufst.“<br />

Der Hamburger streckt Godd die Hand entgegen, dem Mann der als einer der ersten damals in<br />

der <strong>PCWA</strong> auf ihn zukam und ihm vor ziemlich genau 15 Monaten einen Pakt vorschlug.<br />

Der Engländer, der <strong>im</strong>mer noch auf Krücken durch die Gegend streift, ein Umstand den er<br />

Elroy Schmidtke und vor allem der Firma zu verdanken hat, blickt Pavus überrascht an. Kurz<br />

sucht er in seiner Erinnerung nach ihm und entdeckt ihn schließlich be<strong>im</strong> damaligen Rumble.<br />

Ein kurzes, undefinierbares Lächeln legt sich auf die Gesichtszüge des Engländers, der nun<br />

den Händedruck des Anderen erwidert.<br />

James Godd: „Pavus Max<strong>im</strong>us, richtig? Ich erinnere mich an dich. Wir haben be<strong>im</strong> Rumble mal<br />

zusammengearbeitet, right?“<br />

Er hebt fragend seine Augenbrauen.<br />

Pavus: „Ja, das hat damals bei Rumble doch recht ordentlich funktioniert, du warst einer der<br />

Ersten, der mir mit offenen Armen begegnete, eine große Geste. Doch kommen wir in die<br />

Gegenwart, denn heute bin ich derjenige, der für die Fans um den Tribune antreten wird. Heute<br />

werde ich mich als Alistair als ihren Vertreter ablösen.“<br />

Pavus mustert seinen Gegenüber, der einen etwas skeptischen Gesichtsausdruck aufgesetzt<br />

hat.<br />

Pavus: „Sag mir, James – wie soll ich mich genau verhalten, wie wird es sein, wenn ich in<br />

diesem wichtigen Match stehe. Wenn ich für die Fans alles geben werde – was wird mit mir<br />

passieren? Du warst ihr Held, du weißt wie wichtig die Fans für uns sind – also erklär es mir,<br />

lass mich an deinem Wissen teilhaben.“<br />

Der Mann aus London sieht Pavus nachdenklich an. Was soll er ihm nur sagen, wo seine<br />

Einstellung doch bei weitem nicht mehr mit der zu vergleichen ist, die er damals hatte? Seine<br />

linke Hand schnellt zu seinem Kinn hoch, welches er langsam zu kneten beginnt. Schließlich<br />

setzt er mit leicht gr<strong>im</strong>miger St<strong>im</strong>me zu einer Antwort an.<br />

James Godd: „Was mit dir passieren wird? Vermutlich wird man dich <strong>im</strong> Falle eines Sieges wie<br />

einen Helden behandeln. Doch was wenn du nun nicht siegreich aus der Schlacht hervorgehst<br />

Pavus? Was wenn Alistair verteidigt? Nicht, dass ich es ihm gönnen würde… der Kerl ist ein<br />

Ekel und hat mir MEINEN Schatz genommen! Doch was wenn er siegt? In dem Fall bleibst du<br />

ein Niemand. <strong>Die</strong> Fans neigen dazu Verdienste schnell zu vergessen. Sie brauchen einen<br />

starken Anführer… Jemanden der sie auch wirklich führt. Kannst du dieser Jemand sein<br />

Pavus? Hast du die notwendige Stärke?“<br />

Er sieht Pavus fragend an. Er war ehrlich…zumindest auf seine ganz eigene Art und Weise.<br />

Ein leichtes Lächeln legt sich in das Hamburger Gesicht – das waren nicht die Worte die er<br />

hören wollte, eigentlich hatte er mit mehr Zuspruch gerechnet.<br />

Pavus: „Ja, ich habe diese Stärke und das nicht nur weil ich besser bin als Alistair, sondern<br />

weil diese ganzen Leute da draußen, wie eine Person hinter mir stehen. Sie supporten mich<br />

bedingungslos. Sie sind der Faktor, der die Entscheidung bringen wird.<br />

Gerade du, James, müsstest wissen, wie wichtig unsere Fans für uns sind und zu was für<br />

grenzdebilen Leistungen sie uns beflügeln können.<br />

Sie sind der ausschlaggebende Punkt für alles was wir tun, sie sind es, für die wir das hier<br />

alles überhaupt machen.“


Das Strahlen in den Augen des Nordmanns ist unverkennbar, als er über seine einzig wahre,<br />

große Liebe spricht – seine Fans.<br />

Godd nickt mit gr<strong>im</strong>migem Gesichtsausdruck bevor er zu einer Antwort ansetzt.<br />

James Godd: „Du hast völlig recht, sie sind es für die wir all dies tun. Daran gibt es keinen<br />

Zweifel. Aber ich frage dich…haben wir nicht auch etwas mehr verdient? Haben wir nicht auch<br />

etwas Anerkennung verdient? Das Volk ist launig, wenn es nicht mit harter Hand regiert wird.<br />

Und ich zweifle ehrlich gesagt daran, dass du diese harte Hand sein kannst Pavus…but who<br />

knows? Maybe all I tell you is Bullshit!“<br />

Ein kurzes dreckiges Lachen entweicht der Kehle des Engländers. <strong>Die</strong>ser Abend wird nur ihm<br />

gehören und zwar ganz gleich ob Pavus nun den Gürtel gewinnen wird oder nicht. Früher oder<br />

später werden auch die Fans erkennen…erkennen müssen, dass er der Herrscher über dieses<br />

Volk ist, dass er der einzig wahre Tribun ist. Mit aller notwendigen Ruhe in seiner St<strong>im</strong>me fährt<br />

James fort.<br />

James Godd: „Aber ich drücke dir die Daumen Pavus…mir persönlich wäre es lieber ich hole<br />

mir meinen Schatz von dir zurück, als von Alistair.“<br />

Er schenkt Pavus ein eindeutig höhnisches Lächeln und wartet nun dessen Reaktion ab,<br />

welche nicht lange auf sich warten lässt, denn der Hamburger legt den Kopf etwas schräg,<br />

behält das sichere Lächeln <strong>im</strong> Gesicht.<br />

Pavus: „Ich bekomme diese Anerkennung der Fans jeden verdammten Abend, den ich hier <strong>im</strong><br />

Ring stehe. Sobald du etwas für die tust, ihnen einfach die gottverdammt beste Show ablieferst<br />

zu der du <strong>im</strong> Stande bist, belohnen sie es mit ihrer Zuneigung und Liebe.“<br />

Ein kurzer, musternder Blick auf die Krücken des Engländers.<br />

Pavus: „Allerdings quittieren sie es auch, wenn man halt eben nicht diese Leistung bringt oder<br />

bringen will.“<br />

Der gestochen scharfe Blick in die Augen seines Gegenübers.<br />

Pavus: „Deine Zweifel klingen fast schon danach als würdest du meine Leistungen<br />

herabwürdigen wollen. Ich weiß, dass ich diese harte Hand sein kann, sein werde. Und wenn<br />

du das irgendwann selbst herausfinden willst, stehen dir bei mir alle Türen offen – vielleicht<br />

bekommst du dann auch wieder die positive Quittung und wirst wieder verstehen warum ich<br />

meine Fans so sehr liebe, warum sie mich lieben…“<br />

Ein bisschen Verachtung mischt sich in den Blickkontakt der beiden Männer, es scheint<br />

anzufangen zu knistern. Der Engländer senkt den Kopf und schüttelt ihn kurz darauf. Fast<br />

schon mitleidig blickt er Pavus an.<br />

James Godd: „Und findest du es wirklich richtig, dass sie dir die Quittung für etwas<br />

präsentieren, dass nicht aus deiner eigenen Verantwortung entstanden ist?“<br />

Er blickt an seinen Krücken herab und denkt dabei an Elroy Schmidtke. <strong>Die</strong> Sache zwischen<br />

den beiden ist noch lange nicht so geregelt wie sie es sein sollte. Irgendwann wird er<br />

Schmidtke noch die Rechnung präsentieren, doch um den geht es gerade nicht. Es geht um<br />

Pavus und genau den lässt er nun nicht weiter zu Wort kommen indem er selbst fortfährt.<br />

James Godd: „Und ich weiß sehr wohl, dass mir alle Türen offen stehen. Ich war der letzte<br />

Tribun und in meinem Vertrag habe ich eine Klausel für ein Titelrückmatch…du kannst fest<br />

davon ausgehen, dass ich diese früher oder später einsetzen werde um mir meinen Schatz<br />

zurückzuholen und als einziger dreifacher Tribun der <strong>PCWA</strong> in die Geschichtsbücher<br />

einzugehen. Doch noch ist es nicht so weit…noch habe ich Wichtigeres zu erledigen Pavus.“


Er schweigt einen Augenblick und sieht sein Gegenüber mit leicht funkelnden Augen an. Nach<br />

einer ganzen Weile, welche die Luft mit purer Elektrizität aufgeladen hat, fährt er jedenfalls fort.<br />

James Godd: „Achja…ich würde niemals deine Leistungen herabwürdigen wollen…ich meinte<br />

lediglich, dass du ein zu weiches Herz hast. Du bist schlichtweg zu nett!“<br />

Er lächelt abermals überheblich und beobachtet Pavus dabei genauestens, auch wenn er nicht<br />

wirklich daran glaubt, dass ein Angriff folgen könnte, doch man kann schließlich nie vorsichtig<br />

genug sein. Und was Godd sieht, scheint genau das zu sein was er sehen wollte.<br />

Pavus scheint kurz zu überlegen, geht in sich und unbemerkt von James Godd umklammert<br />

der Hamburger wieder seinen persönlichen Schatz in der Hose. <strong>Die</strong> Finger schmiegen sich um<br />

den kalten Stahl, umfassen den Schlagring, belassen ihn jedoch in seiner sicheren Umgebung.<br />

Pavus: „Du könntest recht haben, James, bis jetzt war ich eindeutig zu nett, zu brav. Aber ich<br />

lege jedem von euch Nahe es nicht zu provozieren. Fordert mich nicht heraus, denn nicht mal<br />

ich selber weiß, wie lange ich nur die nette Tour fahren kann und werde.“<br />

Einen Schritt geht der Hüne auf den ehemaligen Tribune zu, sucht erneut den Blickkontakt.<br />

Pavus: „Aber es ist auch egal, denn meine Fans lieben mich, weil ich eben ich bin. Ich kämpfe<br />

für sie – und das <strong>im</strong> Notfall mit allen Mitteln, gegen JEDEN!“<br />

Der Hamburger hat Mühe hier locker zu agieren, denn innerlich ist er doch hin- und<br />

hergerissen.<br />

<strong>Die</strong>sen Umstand bemerkt auch der Engländer und anstatt nun locker zu lassen, tut er das<br />

genaue Gegenteil: Er geht erst recht in die Offensive.<br />

James Godd: „<strong>Die</strong> Frage ist doch wie lange lieben sie dich? Nur so lange wie du Erfolge<br />

vorzuweisen hast. So war es <strong>im</strong>mer und so wird es <strong>im</strong>mer sein. Ich habe erkannt und ich habe<br />

verstanden…vielleicht wird dir dieses Privileg auch eines Tages zuteilwerden.“<br />

Er nickt und setzt erneut sein Lächeln auf. Dann verbeugt er sich, zumindest so weit wie es<br />

seine Krücken zulassen.<br />

James Godd: „Aber bis dahin Pavus Max<strong>im</strong>us…nun bis dahin wünsche ich dir einfach viel<br />

Glück für deine heutige Mission.“<br />

Er lächelt ein weiteres Mal, doch dieses Mal ist es ein aufrichtiges Lächeln. Langsam streckt er<br />

Pavus die Hand erneut entgegen. Er hat nun die feste Absicht sich zu verabschieden. Zu vieles<br />

muss noch für den großen Auftritt vorbereitet werden.<br />

Pavus ergreift die Hand, geht dabei doch auch noch den letzten Schritt auf James Godd zu und<br />

blickt ihm selbstsicher in die Augen.<br />

Pavus: „Nur weil die Fans dich haben fallen lassen, heißt es nicht, dass mir das auch passiert –<br />

es wird mir nicht passieren. Denn ich bin nicht wie du – Ich lasse meinen Worten Taten<br />

folgen!“<br />

Godd hört den Worten des Anderen zu, lacht kurz laut auf und spricht einige abschließende<br />

Worte.<br />

James Godd: „Pavus…du wirst noch am heutigen Abend miterleben, dass ich meinen Worten<br />

durchaus auch Taten folgen lasse…die gesamte Welt wird es erleben!“


Ein dreckiges Lachen entweicht seiner Kehle, dann dreht der Mann, der sich selbst nach wie<br />

vor als den wahren Tribun ansieht, einfach um und verlässt die Szenerie und somit auch<br />

Pavus, welcher ihm hinterher blickt und erwartungsvoll mit dem Kopf nickt.<br />

„Ich freue mich darauf…“ entweicht es dem Hamburger, während er sich nun endlich beherzt<br />

ein Stück des wohlschmeckenden Buffets angelt und sein Blick den Gang hinunterfällt. Eine<br />

Tafel mit glitzernden Plaketten hat sein Interesse geweckt.<br />

Mike Garland: „Das war also der ehemalige Tribune Champion, den Pavus aufsuchen wollte.<br />

James Godd, der nach einer Auszeit wieder seinen Weg in die <strong>PCWA</strong> gefunden hat.“<br />

Vincent Craven: „Wir erinnern uns noch genau - es war Godd, dem Alistair Brunswick den<br />

Tribune Title abgenommen hatte. Aber nur nachdem Gabriel Lucifer ihm diesen Titleshot<br />

zugeschanzt hatte."<br />

Mikle Garland: "Brunswick hat in wenigen Wochen als Champion mehr für den Titel getan als<br />

James 'Gollum' Godd, während dieser seinen 'Schatz' um die Hüften trug."<br />

Vincent Craven: "Godd war ein absoluter Publikumsliebling. Und dank einer Vertragsklausel<br />

steht ihm auch noch ein Re-Match um den Titel zu."<br />

Mike Garland: "Pavus Max<strong>im</strong>us gegen James Godd um den Tribune Title. Gott, mag mich<br />

jemand erschießen, wenn es jemals zu dieser Paarung kommen sollte?"<br />

Vincent Craven: "<strong>Die</strong> <strong>Wrestling</strong>-Welt und auch die Fans würden dieses Match lieben!"<br />

Mike Garland: "<strong>Die</strong> Welt liebt auch die 'Twilight'-Saga. Das ist kein Maßstab."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

T<strong>im</strong>e 4 sum Action! Das zweite Halbfinale liegt an. Und es wird alles andere als gewöhnliches<br />

Match sein. Doch schauen wir was die Kommentatoren dazu zu sagen haben.<br />

Mike Garland: „Zeit für ein Vorspiel auf das anstehende Schlachtfest in den beiden letzten<br />

Matches. Der Mythos gegen seinen eigenen Schützling. Gabriel Lucifer gegen Blake Milton!“<br />

Vincent Craven: „Und hier kommt der erste der beiden.“<br />

<strong>Die</strong> „Unreleased First Edit“ des Daft Punk Tracks „End of Line“ wird eingespielt und Blake<br />

Milton betritt die Rampe. Sofort tauchen pechschwarze Fansigns mit lichtreflektierenden<br />

Schriftzügen auf und das Gekreische der weiblichen Fangemeinde übertönt nahezu mühelos<br />

die allgemeine Begeisterung des Publikums.


Das Wort „Security“ zieht sich in weißen, strahlenden Lettern über die Rückseite seines<br />

schwarzen Shirts, genau wie bei all den anderen anwesenden <strong>PCWA</strong>-Sicherheitskräften, die<br />

statt ihrer herkömmlichen Uniform das gleiche markante Oberteil tragen.<br />

Auch diesmal hat er den Gürtel an, von dem die Würgemale an seinem Hals sind. Er zittert und<br />

hat noch <strong>im</strong>mer angetrocknetes Blut in den Nasenlöchern. Der Arm schlingt sich um seine<br />

Seite und egal wie sehr er es auch versucht, seine Körperhaltung bleibt ein Häufchen Elend.<br />

Und auch jetzt schalten die Kameras in eine medienwirksame Zeitlupe.<br />

Mike Garland: „Selbstsicher sieht anders aus. Unser kleiner Sicherheitschef steht heute<br />

zweifelsfrei vor seinem größten Match. Und ich wäre nicht Überrascht wenn es seine größte<br />

Niederlage wird.“<br />

Vincent Craven: „Ich glaube an den Jungen. Ich bin überzeugt davon dass er das Zeug hat den<br />

Mythos zu besiegen. Schließlich kennt er ihn in- und dauswendig!“<br />

Und während der Sicherheitschef der <strong>PCWA</strong> sich in einer Ringecke befindet, wandert sein<br />

schwerer Blick in Richtung Entrance- Bereich. Keine Frage, es ist DAS Match seiner Karriere.<br />

Zwar konnte man das auch zu dem Match gegen Azrael Rage sagen, aber das hier hat dann<br />

doch noch mal eine andere Qualität. Eine Steigerung in der Intensität. Eine Steigerung in der<br />

Emotionalität. Eine Steigerung von allem was Blake Milton bisher erleben musste. Oder Durfte.<br />

Je nach dem wie man das nun sehen will. Doch es ist an der Zeit. An der Zeit für den Ex-<br />

Prinzipal sich zum Ring zu begeben. Es wird Dunkel, den…<br />

…Alle Lichter gehen aus…<br />

…Es ist auf eiNmal stockduster…<br />

…Finstere KlänGe ertönen…<br />

…Ein Raunen geht durchS Publikum…<br />

…Lautstark setzt ein aus diversen Instrumenten besTehendes Orchester ein…<br />

SWEET DREAMS<br />

Instrumental ANGST-Version<br />

http://www.youtube.com/watch?v=juMhpWpTzSU<br />

by Rocha Productions Music


Plötzlich erscheint an der Hallendecke ein künstlicher Vollmond, dazu ein heller Lichtkegel am<br />

Entrancebereich und mit gesenktem Haupt tritt eine dunkle Gestalt in eben jenen hinein. Da ist<br />

er – Der eherne Mythos der <strong>PCWA</strong>. Ein schwarzer fußlanger Stoffmantel umhüllt seinen<br />

geschundenen Körper. In der Hand hält er einen flachen Zylinder. Weißer Nebel steigt auf, ein<br />

Sinnbild seines verblassenden Ruhms und seiner weit in der Vergangenheit liegenden großen<br />

Erfolge als einer der besten Wrestler seiner Generation…<br />

Former <strong>PCWA</strong> COTATORES CHAMPION<br />

Former UNDISPUTED GERASY CHAMPION<br />

Former <strong>PCWA</strong> TRIBUNE CHAMPION<br />

Part of the<br />

- HALL - OF – FAME -<br />

…Nicht alle konnten die abgewandelte Version von Gabriel Lucifers legendärem Entrance<br />

Theme sofort erkennen. <strong>Die</strong> Zuschauerreaktionen sind gemischt. Während etliche Zuschauer<br />

der ersten Reihe sich vor dem Veteranen aus Ehrfurcht verneigen, buhen die meisten Fans den<br />

einstigen Principal der <strong>PCWA</strong> gnadenlos aus. Dennoch dringen <strong>im</strong>mer lauter die berühmten<br />

langgezogenen Chants durch die heilige Halle. Der Adressat hebt sein<br />

Haupt und <strong>Die</strong> Tränenmaske präsentiert sich in voller Pracht. <strong>Die</strong>ses unnachahmliche Lächeln<br />

macht sich auf seinen spröden Lippen breit. Zeremonienmäßig setzt er sich seinen Zylinder<br />

auf…<br />

Jane Nelson: „Mit einer Größe von 193 Zent<strong>im</strong>etern und einem Gewicht von 121 Kilogramm<br />

betritt den Ring:<br />

DER MYTHOS GABRIEL LUCIFER!“


…Gabriel Lucifer tritt aus dem Lichtkegel hinaus. Wie auf dem Landefeld eines Flughafens<br />

erstrahlen kleine Lämpchen an der Seite der Rampe, welche <strong>Die</strong> Legende durch den Nebel zum<br />

Ring führen sollen. Er ist in dem Dunst nur schemenhaft zu erkennen und wandert zu den<br />

schneller werdenden – und für einen Mann wie ihn beinahe zu modern erscheinen – Rhythmen<br />

die Rampe hinauf. Dabei breitet er die Arme aus und wankt ein wenig von rechts nach links,<br />

ganz so als würde er tanzen, ehe er urplötzlich auf halber Strecke stehenbleibt. Der Lichtkegel<br />

wandert zu ihm hinüber. Er lehnt seinen Kopf nach hinten und reckt die Arme gen Hallendecke,<br />

spreizt die Hände. Sein nachdenklicher Blick wandert zum künstlichen Vollmond, der Mantel<br />

weht <strong>im</strong> künstlichen Wind…<br />

Au revoir<br />

…Ruckartig wenden sich seine dunklen Pupillen dann zum Seilgeviert. Wieder dieses<br />

undefinierbare Lächeln. Gemächlich schleicht er zum Squared Circle und betritt diesen über<br />

die Ringtreppe. Dort angekommen n<strong>im</strong>mt er seinen Zylinder wieder vom Kopf und streift<br />

seinen Mantel ab, indem er ihn einfach vom Körper auf die Matte gleiten lässt. <strong>Die</strong> gefürchtete<br />

Fabelgestalt schiebt das Stoffteil mit dem Fuß einfach über den Ringrand nach<br />

draußen. Entspannt, fast ein bisschen selbstgerecht, lehnt der ehemals mächtigste Mann der<br />

<strong>PCWA</strong> sich in die Ringecke und harrt der Dinge, die da kommen mögen. Back to Roots – Er<br />

steht wieder dort, wo einst alles begann – in einem Ring, nur er und seine Gegner!<br />

2nd Match<br />

-Möge der Beste gewinnen-<br />

<strong>PCWA</strong> Quest for the Best Halbfinale 2<br />

Singles Match<br />

vs.<br />

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Johannes Ullrich)<br />

Gänsehaut? Durchaus. Ringrichter Johannes Ullrich tastet beide noch einmal nach verbotenen<br />

Gegenständen ab. So wie es sie gehört. Ob er die legendäre Spritze <strong>im</strong> Stiefel von Lucifer<br />

gefunden hat? Nein. Ist sie überhaupt da? Wer weiß, wer weiß. Doch jetzt wird es Zeit das Spiel<br />

beginnen zu lassen. Mit einem Zeichen an den Zeitnehmer gibt er das Match frei.<br />

*Ding, Ding, Ding*<br />

Mike Garland: „Lucifer’s Gesicht hat wieder dieses Süffisante Lächeln, was er so gekonnt nach<br />

außen trägt.“<br />

Vincent Craven: „Blake kann ihm schon fast gar nicht in die Augen sehen.“<br />

Tatsächlich schaut der junge Australier auf den Ringboden vor sich während Gabriel Lucifer<br />

ihn von sich wegstößt. Ein Einfaches anrempeln, und Blake Milton wankt zurück in die<br />

Ringecke. Wie als wenn er nicht wüsste was er tun will schaut er den ehemaligen Undisputed<br />

Gerasy Champion an. Lucifer zögert hingegen nicht. Nur wenige Schritte braucht er und er ist<br />

bei Blake Milton und will ihm eine Ohrfeige verpassen. Doch Mad Dogs Zögling hat die Hand<br />

schnell oben um das abzuwenden.


Mike Garland: „Da hat er aber mal reagiert. Aber er macht nichts weiter.“<br />

„Yeeeeeeeeeeeaaaaaaahhh!“<br />

Vincent Craven: „Kaum hat Blake einen Schritt aus der Ringecke gemacht, schubst ihn der Ex-<br />

Prinzipal wieder in die Ecke.“<br />

„Buuuuuuuuuuhhhhhhh!!!“<br />

Gabriel Lucifer deutet seinem Schützling mit einem heranwinken an das er es doch probieren<br />

solle. Zögernd kommt dieser auch auf ihn zu. Und dann passiert wohl das was man als Vintage<br />

Lucifer bezeichnen kann.<br />

*Punch!*<br />

Lucifer schlägt Blake mit der Faust einfach ins Gesicht und wird dafür zu recht sofort vom<br />

Referee ermahnt. Beschwichtigend hebt er die Hände, doch bei Blake Milton macht scheinbar<br />

irgendwas „Klick“ und er fängt sich in diesem Augenblick der Unachtsamkeit einen Schlag von<br />

Milton in Kauleiste ein. Irre schreiend hält der entmachtete Principal sich die faltigen Hände vor<br />

das Gesicht und springt <strong>im</strong> Ring auf und ab als hätte ihn eine Tarantel gestochen. Blake ist<br />

leicht irritiert, begibt sich dennoch zum aufgeregten Lucifer und…<br />

Mike Garland: „Eye Poke! Das ist Gabriel Lucifer wie er leibt und lebt!“<br />

Vincent Craven: „<strong>Die</strong>ser Augenkratzer ist legendär...“<br />

Mike Garland: „…und Blake stand auch noch nie gegen ihn <strong>im</strong> Ring, dabei kennt er ihn aber<br />

besser als jeder andere…“<br />

Vincent Craven: „…und hat sich vermutlich wirklich Sorgen gemacht…“<br />

…Und genau dieser Aspekt rächt sich jetzt, denn Gabriel nutzt seine lange Ringerfahrung aus<br />

und geht schnurstracks in die Seile und fegt den relativen Neuling mit einem deftigen Spear<br />

Tackle aus den Latschen!<br />

„Buuuuuuuuuuuhhhhhh!!*<br />

Mike Garland: „Tja… so kann es gehen. Da macht entschließt sich Blake dann doch mal am<br />

Match teilzuhaben und dann kassiert er einen Spear.“<br />

Vincent Craven: „Da ihm die Handlanger von Barker schon zugesetzt haben, sieht er auch alles<br />

andere Fit in diesem Moment aus.“<br />

Mit einem Ruck hat der Mythos jedoch den jungen Australier wieder auf die Beine geholt.<br />

Schnell n<strong>im</strong>mt er Milton in einen Sidehead Lock nur um ihn mit einem Überwurf sofort wieder<br />

auf die Matte zu befördern. Doch wer jetzt denkt das hier jetzt große Matten-Aktionen kommen,<br />

der sieht sich getäuscht. Urplötzlich löst der Mythos den Griff und lässt den Zögling Mad Dogs<br />

links <strong>im</strong> Ring liegen und lehnt sich in die Seile, deutet wieder an das er doch endlich kommen<br />

solle.<br />

Mike Garland: „Lucifer ist was die Kopfspiele betrifft wieder in Top Form.“<br />

Den Fans passt so was gar nicht. Solche spiele sind <strong>im</strong>mer unpopulär und dann auch noch von<br />

einem der diabolischsten den man über ein Jahrzehnt in der <strong>PCWA</strong> kennt, da ist klar das<br />

Gabriel einige „<strong>Die</strong> Luci die!“ Gesänge kassiert. Das interessiert ihn aber recht wenig. Um<br />

genau zu sein, gar nicht. Im Ring schafft sich der Sicherheitschef wieder in die Senkrechte.<br />

Und sein Blick wird langsam fixierter. Wenn er wirklich das Quest 4 the Best gewinnen will,


dann muss ihm schleunigst etwas einfallen. Denn die Aufgabe, welche sich in den Seilen<br />

gerade abstützt, ist eine Mammutaufgabe.<br />

Vincent Craven: „Milton’s Fäuste sind geballt. Aber er traut sich noch nicht so wirklich dran.“<br />

Mike Garland: „Anders jetzt Lucifer, er baut sich vor Milton auf.“<br />

Beide nun in der Ringmitte. Und es folgt eigentlich das was man wohl etwas weiter zu beginn<br />

des Matches erwartet hätte. Gabriel packt zum Lock Up zu und der verunsichert wirkende<br />

Blake Milton befindet sich da wo er sich selbst ja nicht so wohl fühlt in einem In Fight. Schnell<br />

packt der Mythos zu und es setzt einen klassischen Whrist Lock. Der Arm von Milton wird<br />

eingedreht zum Hammerlock, Milton versucht sich zu befreien. Geht in die Seile, und Lucifer<br />

lässt ihn quasi gewähren. Doch er löst den Hold nicht und Johannes Ullrich muss Lucifer<br />

anzählen.<br />

Vincent Craven: „War ja klar.“<br />

Mike Garland: „Er hat bis fünf.“<br />

Vincent Craven: „Und das nutzt er wieder aus.“<br />

Mike Garland: „Unglaublich große Routine.“<br />

„Lösen Gabriel! Eins!“<br />

„Zwei!!“<br />

„Drei!!“<br />

„Vier!!“<br />

Und pünktlich bei vier wird auch der Hammerlock gelöst. Nicht das ein Hammerlock ein so<br />

gefährlicher Hold ist. Aber in Kombination mit Kopfspielen zeigt er alle mal Wirkung. Miltons<br />

Gesicht wird dabei <strong>im</strong>mer roter vor Wut. Während Gabriel Lucifer mal wieder beschwichtigend<br />

die Hände hochhebt. Als könne er kein Wässerchen trüben.<br />

Vincent Craven: „Der Herr Mythos belieben wieder weiter zu kämpfen. Lucifer will Milton<br />

packen… der weicht zurück…“<br />

Mike Garland: „Angedeuteter Kick von Milton um Lucifer auf Distanz zu halten.“<br />

Vincent Craven: „Ewig kann er nicht zurück gehen, da kommen irgendwann die Ringseile…“<br />

Mike Garland: „Der Feigling von Sicherheitschef rollt sich aus dem Ring.“<br />

Fast scheint es als wenn Blake Milton dem Kampf aus dem Weg gehen will. Immer wieder<br />

schaut er zu Lucifer auf und kann denn Blick nicht lange auf das einstige K&G Aushängeschild<br />

halten. Johannes Ullrich zählt den Australier bereits an und auch die ersten Fans machen<br />

ihrem Unmut Luft. Feigheit vor dem Feind ist selbst bei Fanlieblingen nicht gerne gesehen.<br />

Schließlich will sich Milton wieder hereinrollen doch er stoppt ab als Lucifer ihn schon in<br />

Empfang nehmen will. Ullrich redet auf den Ex-Gerasy ein. Und so kann dann Milton sich doch<br />

wieder in den Ring rollen.<br />

Vincent Craven: „Lucifer schiebt Ullrich zur Seite… überrumpelt Milton und… er packt sich den<br />

Arm… eingedreht…“<br />

Mike Garland: „Chickenwings Crossface! Er hat den Australier förmlich in der Zange.“


Doch er löst den Griff, hält ihn nicht und verpasst dem MD Zögling einen weiteren Stoß so das<br />

dieser vor ihm auf den Knien landet. Das Heck in Richtung Lucifer und auf Allen vieren findet<br />

sich Milton mitten <strong>im</strong> Ring wieder. Und die Wut steigt in ihm mit jeder Sekunde. Wütend schlägt<br />

er mit der Faust auf die Matte und als Lucifer ihn nun von hinten greifen will beginnt sich<br />

Milton endlich zu wehren.<br />

Vincent Craven: „Beinfeger! Lucifer wird von den Beinen geholt!“<br />

Und der Security ist bei der Sache. Mit einem Satz ist er auf den Beinen und will Lucifer sofort<br />

einen Kick gegen die Brust verpassen. Doch der bleibt geistesgegenwärtig und lehnt sich<br />

zurück. So das der Kick ins Leere geht. Schnell kann er den Australier nun greifen und rollt ihn<br />

seinerseits ein. Ullrich will sofort runter zum zählen doch weiter als bis zum ersten Schlag auf<br />

die Matte kommt er nicht. Den Blake Milton kickt sofort aus. Beide nun kniend voreinander und<br />

die Blicke der beiden treffen sich. Und erstmals flammt in den Augen des Mad Dog Zöglings<br />

eine Entschlossenheit auf. Scheinbar hat er gemerkt das er gegen eine lebende Legende nicht<br />

in der Defensive sein darf. Sich nicht herumscheuchen lassen darf.<br />

Mike Garland: „Nach Minuten des Abtastens, Ausweichens und Vorführens gibt’s wohl jetzt<br />

endlich mal Zunder!“<br />

Vincent Craven: „Blake springt auf… Noch mal… Diving Dropkick gegen den Ex-Prinzipal!“<br />

Und was soll man sagen? Lucifer ist überrascht. <strong>Die</strong> Geschwindigkeit mit der sich Milton<br />

zuerst aufrichtete und dann einen Dropkick gegen die Brust des knienden Mythos hämmert ist<br />

<strong>im</strong> ersten Moment zuviel. Und so macht der Mythos das was man in diesem Alter und dieser<br />

Erfahrung nun mal tun sollte. Sich aus dem Ring rollen. Kurz hält er sich die Brust. Aber<br />

wirklich nur kurz. Er steht am Ringrand als Blake Milton schon wieder zu Gange ist. Der geht<br />

nämlich in die gegenüberliegenden Seile zum Schwung holen.<br />

Mike Garland: „SUICIDE DIVE!!!“<br />

Vincent Craven: „Voll auf den Mythos!”<br />

„Yeeeeeeeeeeeaaaaaaahhh!“<br />

Doch Milton hat sich auch selbst dabei wehgetan. Oder die Verletzung die er durch die ANGST<br />

erhielt ist stärker als erwartet. Auf jeden Fall tut sich Milton Schwer sofort wieder auf zustehen.<br />

Ganz anders Lucifer. Der Rappelt sich hoch sieht sich um, packt Blake und hämmert ihn gegen<br />

die Ringabsperrung. Nicht mit dem Kopf sondern nur mit der Brust. Johannes Ullrich ist<br />

derweil schon bei…<br />

„Drei!!“<br />

…angelangt. Schließlich muss er ja seinem Job nachkommen. Wieder holt der Mythos den<br />

Sicherheitschef auf die Beine. Wieder der suchende Blick als wenn er suchen würde gegen<br />

was er seinen „Schützling“ als nächstes schleudern kann.<br />

Mike Garland: „Warum zögert Lucifer?“<br />

„Vier!!“<br />

*Rumms!*<br />

Vincent Craven: „Also ich würde den Whip gegen die Treppe jetzt nicht zögern nennen.“<br />

„Fünf!!“<br />

Mike Garland: „Gabriel roillt sich zurück in den Ring. Und wieder raus. Count neu gestartet.“


„Eins!!“<br />

Vincent Craven: „Blake Milton wird erneut ausgehoben… Hoch zum Powerslam…“<br />

„Zwei!!“<br />

Der Blick der Fabelgestalt geht umher. Und er hat den Ringpfosten anvisiert. Doch als er<br />

beginnt sich in Bewegung zu setzen kann sich Blake Milton befreien. Statt der Schulter von<br />

Blake Milton geht der Mythos gegen den Ringpfosten, den Milton konnte ihm noch einen<br />

Schubs geben als er sich befreit hat. Fast von sich selbst erschrocken schaut Milton auf<br />

Lucifer.<br />

„Drei!!“<br />

Mike Garland: „Lucifer hält sich die Schulter. Das war Shoulder First in den Pfosten.“<br />

Vincent Craven: „Blake Milton macht einen Satz auf den Apron….“<br />

„Vier!!“<br />

Mike Garland: „Gabriel hat ihn noch nicht gesehen… ASAI MOONSAULT!!“<br />

„Fünf!!“<br />

„Yeeeeeeeeeeeaaaaaaahhh!“<br />

„This is Awesome!“<br />

„This is Awesome!“<br />

„This is Awesome!“<br />

„This is Awesome!“<br />

Vincent Craven: „Das hat gesessen. Blake kommt auf die Beine… und slidet in den Ring.“<br />

Mike Garland: „Der Blick geht zu Johannes Ullrich.“<br />

„Sechs!!“<br />

Vincent Craven: „Der legt es auf einen Count an.“<br />

Mike Garland: „Ja wie will er den sonst den Mythos besiegen?“<br />

„Sieben!!“<br />

Doch einen Ringveteranen wie den Mythos, besiegt man nicht so einfach. Das Gesicht von<br />

Lucifer taucht am Apron auf und aus seinen Augen spricht nun eine ganz eindeutige Sprache.<br />

<strong>Die</strong> der Gewalt. Der rohen Gewalt. Und spätestens jetzt ist die Zeit der Schonung auch für den<br />

eigenen Schützling vorbei,<br />

„Acht!!“


Noch bevor Ullrich das Wort „Neun!!“ aussprechen kann, ist Lucifer wieder <strong>im</strong> Ring. Und sein<br />

Blick spricht nun mehr als Bände. Milton hingegen holt Schwung in den Seilen und will den<br />

Mythos gar nicht erst dazu kommen lassen sich <strong>im</strong> Ring zu entfalten. Doch der Versuch eines<br />

Crossbodys endet in einem Scoopslam durch Lucifer. Danach setzt es einen gezielten<br />

Kneedrop.<br />

Vincent Craven: „Lucifer bleibt am Drücker… schnell den Jungen hochgezogen und… Double<br />

Arm DDT.“<br />

Mike Garland: „So gefällt mir das. Er soll dem Jungen ruhig mal eine anständige Lektion<br />

erteilen.“<br />

Doch mit Powermoves geht es nicht weiter. Stattdessen gibt es einen Standing Half Leg<br />

Boston Crap und Milton schreit vor Schmerzen. Kurz schließt Gabriel Lucifer die Augen bevor<br />

er sein gewicht noch ein Stück nach hinten verlagert und Blake Milton damit noch mehr<br />

schmerzen zufügt. Johannes Ullrich kommt seiner Pflicht ein weiteres Mal nach, fragt den<br />

jungen Australier ob er aufgeben will. Doch der verneint vehement.<br />

Vincent Craven: „Blake macht sich lang… nein reicht noch nicht. Er kommt nicht an das Seil.“<br />

Mike Garland: „Der soll verdammt noch mal abklopfen!”<br />

Wie ein Kind das sich durch den Kriechtunnel auf einem Kinderspielplatz durchrobben will<br />

beginnt Blake Milton nach dem Seil zu robben. Dabei müssen die Schmerzen schon höllisch<br />

sein. Doch der Mythos gibt nicht nach. Beginnt sogar mit dem Oberkörper leicht zu wippen und<br />

übt damit noch mehr Druck auf den Rücken von Blake Milton aus. Aber der Sicherheitschef ist<br />

eine Kämpfernatur. Zent<strong>im</strong>eter für Zent<strong>im</strong>eter hat er sich heran gezogen und schafft es letztlich<br />

die Hand an das unterste Ringseil zu legen. Wieder muss Johannes Ullrich den Mythos<br />

anzählen.<br />

„Eins!!“<br />

Vincent Craven: „War ja klar warum sollte Lucifer auch lösen…“<br />

Mike Garland: „Eben, warum sollte er?“<br />

„Zwei!!“<br />

Vincent Craven: „Hm… mal überlegen, weil es Regeln gibt!”<br />

Mike Garland: „Lucifer stellet die Regeln auf!”<br />

Vincent Craven: „Nicht mehr!”<br />

Mike Garland: „Glaubst du.”<br />

„Drei!!“<br />

„Vier!!”<br />

Doch letztlich lost auch der ehemalige Prinzipal und beugt sich den Regeln die nun mal in<br />

einem <strong>Wrestling</strong>match gelten. Doch lange lässt er nicht ab von Blake Milton. Er zerrt seinen<br />

„Schützling“ in die Höhe und greift zum Belly to Belly zu. Der Ausheber und der folgende<br />

Aufprall sind nur Formsache.<br />

*Rumms!*


Der Mythos will weiter machen. Selbstsicher greift er nach dem Jungen und will ihn wieder<br />

hochziehen. Der nächste Wurf der nächste Hold soll kommen. Doch als Blake Milton auf seinen<br />

Knien vor Lucifer mehr hängt als das er sich noch wirklich knien kann beginnt dieser sich zu<br />

wehren. Ein erster Forearm Smsh findet den Weg in Lucifers Unterleib. Ein weiterer folgt und<br />

die Fans beginnen wieder wach zu werden. Ein weiterer Schlag in den Magen kommt <strong>im</strong> Ziel an<br />

und langsam findet der kleinere Australier wieder in das Match zurück. Mit einem jedem Schlag<br />

scheinen seine Lebensgeister zurück zu kommen.<br />

Vincent Craven: „Na da scheint sich aber jemand zu sicher gewesen zu sein…“<br />

Langsam kommt Blake Milton wieder auf die Beine. Und dann folgen den Forearms erste Kicks.<br />

Erst setzt er Kicks gegen den Oberschenkel und dann gegen den Torso des Mythos. Eine<br />

ganze Serie davon. Mit einem Urschrei meldet sich Blake endgültig zurück und verpasst<br />

Lucifer erst einen Spin Kick bevor er mit einem schnellen Beinfeger den Mythos, seinen<br />

Beschützer von den Beinen holt. Eine schnelle Körperdrehung später setzt es einen Standing<br />

Moonsault, quasi aus dem Nichts heraus.<br />

Mike Garland: „Verdammt! Das gibt’s doch nicht. Der war doch fertig! Wieso kommt der so<br />

zurück?“<br />

Vincent Craven: „Mit so was kannst du nichts anfangen. Das nennt man Kämpferherz.“<br />

Aber die Minuten Vorher sind nicht an Blake Milton vorbei gegangen. Schwer atmend kniet er<br />

neben dem Mythos und schaut auf ihn herab. Keine Zeit zu verlieren. Mit schnellen schritten ist<br />

er an den Seilen, springt auf das zweite Ringseil und zeigt einen eingedrehten Leg Drop.<br />

Wieder nur kurzes Verschnaufen. Lucifer hält sich die Schulter die schon Bekanntschaft mit<br />

dem Ringpfosten gemacht hat. Milton will keine Zeit verlieren. Mit jedem Atemzug scheint nicht<br />

nur mehr Luft in seine Lunge und seine Kapillaren zu kommen sondern auch wieder mehr<br />

Leben. Schnell läuft er in eine der Ringecken und klettert auf das oberste Ringseil. Doch kaum<br />

hat Lucifer erkannt was er vorhat, rollt dieser sich aus dem Ring. Zeit für den Ehemaligen<br />

Prinzipal Luft zu holen.<br />

Mike Garland: „Gabriel nun draußen. Blake Milton hat ihn jedoch nicht aus den uagen<br />

verloren.“<br />

Vincent Craven: „Lucifer steht am Apron und holt sich seine Verschnaufpause.“<br />

Mike Garland: „Was macht Milton? Er macht einen Satz vom Top Turnbuckel auf den Apron.“<br />

Kurze Analyse der Situation. Und dann handelt der junge Australier. Was <strong>im</strong>mer ihm seine<br />

Trainer Jason N Genious und Mad Dog beigebracht haben, er zeigt es. Zwei Schritte später<br />

überschlägt sich und prallt dann rücklings gegen den Mythos.<br />

Vincent Craven: „ROLLIN’ SENTON AM APRON GEGEN GABRIEL LUCIFER!“<br />

Mike Garland: „Uh wieder beide in Mitleidenschaft gezogen…“<br />

„Yeeeeeeeeeeeaaaaaaahhh!“<br />

Doch lange bleiben beide nicht draußen. Milton zerrt den schweren Lucifer in die Höhe und<br />

schafft es irgendwie den ehernen Mythos in den Ring zu wuchten. Dann klettert er selbst auf<br />

den Apron und springt erneut ab. <strong>Die</strong> Beine finden die Seile als wenn es das normalste der<br />

Welt wäre. Und einen Überschlag später findet Blake mIlton erneut sein Ziel.<br />

Vincent Craven: „SPRINGBOARD 450° Splash!“<br />

„This is Awesome!“


Mike Garland: „Beine sind eingehakt.”<br />

Johannes Ullrich ist zur Stelle die Hand des Ringrichters saust zu Boden.<br />

Vincent Craven: „Komm schon!”<br />

Mike Garland: „ Nein! Nein! Nein!”<br />

Vincent Craven: „Ja!”<br />

Mike Garland: „SHOULDER UP!!”<br />

„Eins!!“<br />

„Zwei!!“<br />

„This is Awesome!“<br />

„This is Awesome!“<br />

„This is Awesome!“<br />

Es braucht viel um den Mythos zu besiegen. Das muss nun auch der Sicherheitschef<br />

feststellen. <strong>Die</strong> lebende Legende <strong>PCWA</strong> bekommt die Schulter hoch und Blake Miltons Gesicht<br />

spricht nein schreit schon fast vor lauter Fassungslosigkeit. Kaum steht Milton wieder auf<br />

seinen eigenen Beinen versucht er den schwereren Lucifer in die Höhe zu ziehen. Doch Lucifer<br />

ist noch gut bei Kräften. Schnell überrascht dieser den Rookie, packt ihn und schickt diesen<br />

mit einem Whip In in Richtung Ringbegrenzung. Lucifer erwartet seinen „Schützling“ doch<br />

dieser zeigt erneut das er dazu gelernt hat. Mit einem Baseball Slide gleitet er zwischen den<br />

Beinen des großen Lucifers hindurch und springt danach selbst noch in die Seile. Das<br />

Ergebnis: ein Running Stepp Up Enzuigiri der den ehemaligen Undisputed Gerasy vollends<br />

wieder an der Schulter erwischt.<br />

Vincent Craven: „Treffer!“<br />

Mike Garland: „Grml…“<br />

Wieder ist Gabriel Lucifer am Boden. Blake Milton ist entschlossen nun zu beenden was er<br />

begonnen hat. Es vergehen nur wenige Augenblicke und Milton ist auf dem nächsten Top<br />

Turnbuckle. Er n<strong>im</strong>mt maß und springt ab. Wie in Zeitlupe scheint er zu fliegen. <strong>Die</strong> Shooting<br />

Star Press soll nun den Sieg bringen. Doch er hat die Rechnung ohne den Mythos gemacht.<br />

Während sich der Körper Blake Miltons um die eigne Körperachse Senkrecht dreht, rollt sich<br />

der Mythos nur ein Stück zur Seite und das Doppelte Knie landet auf der Matte.<br />

Vincent Craven: „Oh Verdammt…“<br />

Mike Garland: „So schnell kann es gehen.“<br />

*Rumms!*<br />

Milton hält sich die Knie und rollt sich ihm Ring vor Schmerzen umher. Der Blick des<br />

ehemaligen Prinzipals trifft sich mit dem seinen. Gabriel richtet sich auf. Er setzt dem<br />

Australier mit einigen Stomps zu bevor er ihn auf die Beine holt. Mit einer schallenden Ohrfeige<br />

eröffnet er den Reigen an Taten die er nun an Blake Milton auslassen will. Mit einem schnellen<br />

umgreifen hat er sich den Jungen geschnappt und ein Russian Legsweep befördert die beiden<br />

wieder auf die Matte.


Vincent Craven: „Lucifer legt los. Schnell die Schulter von Milton zum Hammerlock auf dem<br />

Boden eingedreht. Ein Kneedrop hinterher.“<br />

Mike Garland: „Effektiv und schmerzhaft.“<br />

Vincent Craven: „Und er bleibt bei der Schulter.”<br />

Kurz fasst sich Lucifer an seine Eigene Schulter die bei der Aktion außerhalb des Ringes<br />

gelitten zu haben schien. Doch jetzt ist der ehemalige Gerasy und Tribune Champion am<br />

Drücker. Schnell ist Blake Milton ausgehoben. Ein Shoulderbreaker folgt und Lucifer packt sich<br />

die Arme von Milton und zieht sie beide nach hinten. Sein Knie zwischen den Schulterblättern<br />

von Milton macht klar, hier ist jetzt endgültig Schluss mit lustig. Schnelles Umgreifen. Mit dem<br />

Unterarm drückt Lucifer den Australier nach unten und reibt mit dem Unterarm über dessen<br />

Gesicht. Wieder verzeiht sich das Gesicht des Mad Dog Zöglings vor Schmerzen.<br />

Mike Garland: „Ich glaube jetzt wird Blake ein wenig gedemütigt.“<br />

Vincent Craven: „Mit aller Gewalt zerrt der Mythos den Security in die Höhe.“<br />

Mike Garland: „Milton will einen Kick setzen… Lucifer fängt das Bein ab…“<br />

Vincent Craven: „Uh… Ellenbogen direkt in die Kniekehle… und ein Samoan Spike hinterher.“<br />

Blake Milton liegt am Boden uns jappst nach Luft. Doch der eherne Mythos zeigt hier dem<br />

Sicherheitschef klar die Grenzen auf. Langsam greifen die Arme des einstmals mächtigsten<br />

Mannes der <strong>PCWA</strong> den Oberkörper des jungen Securitys. <strong>Die</strong> Fans rufen noch laut. Doch es<br />

nützt nichts. Mit aller Kraft reißt der Mythos den Security in die Höhe.<br />

Mike Garland: „GOD KILLER! GOD KILLER!”<br />

Vincent Craven: „Das war’s dann wohl! Der arme Junge!“<br />

Milton kracht auf den Boden und Lucifer pinnt ihn sofort.<br />

Vincent Craven: „EINS!“<br />

Mike Garland: „ZWEI!“<br />

Vincent Craven: „DREI – NEIN! KICKOUT!“<br />

Mike Garland: „Gibt’s ja nicht! Anzeige von Ullrich! <strong>Die</strong> Schulter war oben!<br />

Lucifer schüttelt kurz den Kopf und richtet sich auf, während Blake qualvoll zur Seite rollt. Der<br />

Mythos n<strong>im</strong>mt Abstand und scheint zu überlegen, was er mit dem Junge nur machen soll.<br />

Blake kommt derweil auf die Beine, atmet schwer und will tatsächlich auf sein Gegenüber<br />

losgehen. Doch schon nach ein, zwei Schritten versagen ihm die Kräfte und er geht noch vor<br />

Gabriel in die Knie.<br />

Mike Garland: „Warum gibt Milton nicht einfach auf?“<br />

Zitternd kriecht die Security auf dem Boden weiter und krallt sich an Lucifer fest, der sichtlich<br />

besorgt nach unten zu seinem Jungen schaut.<br />

„Es… tut mir leid…“, blubbert dieser erschöpft und versucht sich hochzuziehen, da er definitiv<br />

nicht aufgeben wird – das Match ist noch lange nicht vorbei, eigentlich.


Vincent Craven: „Ullrich erkundigt sich nach Miltons Befinden.“<br />

Mike Garland: „Scheinbar will er den Kampf abrechen, aber Lucifer scheucht ihn weg.“<br />

Blake Milton: „Bitte… bitte… es tu mir so leid… Gabriel… Ich will nicht… dass wir uns<br />

streiten…“<br />

Der Mythos schließt seine Augen. Was für ein unerträglicher Moment!<br />

Blake Milton: „Komm bitte wieder zurück… oder magst du Robert lieber als mich…? Das kann<br />

ich… nicht zulassen… Du gehörst mir… ganz allein mir…“<br />

Lucifer packt „seinen Schützling“, der nur noch benommen vor sich hin murmelt.<br />

Vincent Craven: „Oh, bitte nicht… Er wird ihm doch jetzt nicht noch einen…”<br />

Mike Garland: „…GOD KILLER! Er verpasst Milton noch einen GOD KILLER!“<br />

Das Publikum buht sich die Seele aus dem Leib.<br />

Vincent Craven: „Unglaublich! Der Junge war doch sowie so schon am Ende! Warum macht er<br />

so etwas?“<br />

Weil Blake nicht aufgehört hätte zu kämpfen…<br />

Lucifer macht ein obligatorisches Cover. Viel Gegenwehr ist nicht mehr zu erwarten, denn sein<br />

Gegner liegt bewusstlos unter ihm.<br />

Mike Garland: „Man darf der ANGST nun mal nicht trauen! Und damit dürfte es wohl klar<br />

sein…“<br />

„EINS!!“<br />

„ZWEI!!“<br />

„DREI!!“<br />

Mike Garland: „ENDLICH! AUS! VORBEI!! Gabriel Lucifer ist unser zweiter Finalist <strong>im</strong> Quest 4<br />

the Best Turnier!“<br />

Verbittert lässt Lucifer sich ausbuhen, verlässt den Ring und schreit auf dem Weg nach<br />

draußen die Securities an, sie sollen sich gefälligst um seinen Jungen kümmern!<br />

Vincent Craven: „Erst Barker, dann Töle und jetzt auch noch Lucifer. Milton muss heute eine<br />

ganze Menge einstecken.“<br />

Mike Garland: „Zu seinem Glück muss er wenigstens <strong>im</strong> Finale nichts mehr einstecken, denn<br />

dort wird er nicht teilnehmen. Dafür aber Gabriel Lucifer, der damit zum zweiten Mal in seiner


Karriere in einem Quest 4 The Best Finale steht. 2008 musste er sich Keevan geschlagen<br />

geben. Doch auch Mad Dog, sein Gegner, für ihn ist es ebenfalls die zweite Teilnahme. 2010<br />

konnte sich Blaze gegen ihn und Azrael Rage durchsetzen. Nun unser Finale in diesem Jahr:<br />

Gabriel Lucifer gegen Mad Dog…“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

<strong>PCWA</strong>’ler, die sich mit jemandem treffen wollen, gehen zum Getränkeautomaten. <strong>PCWA</strong>ler, die<br />

ihre Ruhe haben wollen, gehen auf das Dach des <strong>PCWA</strong> Theatres. So trifft das an diesem<br />

Abend auch auf John Smith zu, der hier oben einmal mehr Zuflucht gefunden hat. Er überblickt<br />

das Phoenix Centre, das was er in dieser Welt vielleicht am ehesten als „He<strong>im</strong>at“ bezeichnen<br />

würde. Smith ist ein Getriebener, ein He<strong>im</strong>atloser. Und steht zurzeit kurz davor, auch das letzte<br />

Stückchen He<strong>im</strong>at für sich zu zerstören.<br />

Er raucht die Zigarette zu Ende und greift dann zum Handy. Nach einigen Momenten scheint<br />

sich am anderen Ende jemand zu melden.<br />

John Smith: „Ich bin’s.“<br />

Eine längere Pause. <strong>Die</strong> Person am anderen Ende scheint mit Smith zu sprechen. Smith nickt,<br />

wiegt den Kopf hin und her, scheint nachzudenken.<br />

John Smith: „Nein, nicht heute. Alea iacta sunt … Nein, nicht gefallen. Geworfen. Nur weil ihr<br />

Deutschen zu doof seid, Latein zu verstehen … Warten wir ab bis sie gefallen sind … Hm, hm<br />

…“<br />

<strong>Die</strong> Person am anderen Ende spricht wieder eine Zeit lang.<br />

John Smith: „Ich werde euch wieder kontaktieren, ja … Nein, so bald wie möglich. Aber ich will<br />

noch warten. Yeah … Wir sollten jetzt Schluss machen.“<br />

Er geht ein paar Schritte rückwärts, Richtung des Treppenhauses, das den Aufgang aus den<br />

unteren Geschossen darstellt. Während die Person am anderen Ende der Leitung ihn<br />

scheinbar weiterhin zutextet, lehnt sich Smith weiterhin gegen die Wand, schiebt seinen Fuss<br />

ein wenig nach vorne und hinten und …<br />

John Smith: „Fuck!“<br />

… stößt mit dem Fuß an einen harten Gegenständen.<br />

John Smith: „… nein, nicht wegen dir. Ich rufe dich nachher noch einmal an. Hab hier was<br />

gefunden.“<br />

Er hat aufgelegt und dreht sich nun um. Gegen was zum Teufel ist er denn da gestoßen? Er<br />

bückt sich und betrachtet den Gegenstand <strong>im</strong> fahlen Mondlicht. Ein hölzerner Gegenstand,<br />

viereckig, mit einem Muster aus Quadraten darauf. So wirklich klar ist ihm nicht, was es ist, bis<br />

er die beiden Schlösser an einer Seite entdeckt und öffnet. Wir erkennen: Es handelt sich um<br />

ein Schachbrett. Als Smith es gänzlich öffnet, staunt er nicht schlecht.<br />

John Smith: „Oha.“<br />

Warum? Das ist eine andere Geschichte, die es noch zu erzählen gilt. Später.


Mike Garland: „John Smith. Er hat kein Match heute abend und bisher hat er sich auch recht<br />

rar gemacht. Aber wieso findet er ein Schachbrett auf dem Dach des <strong>PCWA</strong> Domes?"<br />

Vincent Craven: "Ignoramus, ignarob<strong>im</strong>us."<br />

Mike Garland: "Klugscheißer."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Nur wenige Minuten nach Beendigung seiner Promo <strong>im</strong> Ring ist Wiley Cuts schon wieder <strong>im</strong><br />

Bild zu sehen, diesmal allerdings vor dem Hintergrund der bekannt grauen Wände des<br />

Backstagebereichs. Der junge Mann trägt noch <strong>im</strong>mer seine zu einer Rolle aufgerollten Blätter<br />

unter dem Arm. Es scheint nicht so, als ob Wiley ein wichtiges Ziel hat, wohin er unterwegs ist<br />

– dafür ist sein Gang zu lässig und langsam. Der Gesichtsausdruck kündet davon, dass sich<br />

offenbar eine große Selbstzufriedenheit in ihm ausgebreitet hat, seitdem er sich vorhin <strong>im</strong><br />

Geviert geäußert hat. Sogar ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Es scheint fast so, als warte<br />

Cuts nur darauf, dass doch endlich irgendjemand auf ihn zukommt und über das eben Gesagte<br />

spricht. Ihm Aufmerksamkeit schenkt.<br />

Und wo in der <strong>PCWA</strong> dieser Wunsch ist, ist auch zumeist Luke Tyler nicht ganz weit entfernt.<br />

<strong>Die</strong>ser steht, wohl nicht unbedingt aus komplettem Zufall, direkt auf dem „Pfad“, den Cuts in<br />

seinem Gang eingeschlagen hat. Noch bevor der Mann aus Marion, Indiana überhaupt anhält,<br />

signalisiert er schon mit einem knappen Nicken, dass er mehr als nur aufgeschlossen für eine<br />

kurze Befragung ist. Und so ist es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis sich das Mikrofon in<br />

der Hand Tylers und Cuts treffen. Normalerweise ist es ja so, dass das erste Wort bei Tyler<br />

liegen müsste, doch Wiley kann es offenbar garnicht erwarten, endlich etwas zu sagen.<br />

Wiley Cuts: „Ich weiß, dass du sicherlich vor Fragebedürfnis brodelst, aber lasse mich<br />

zunächst noch etwas sagen.<br />

Mit einem breiten Lächeln und ohne jede Eile beginnt er, die Rolle aufzulösen und n<strong>im</strong>mt dann<br />

einen Zettel aus dem Stapel, den er in der Hand hält, ehe er die restlichen Blätter wieder<br />

sorgfältig aufrollt. Das alles geschieht in einer Langsamkeit, die nur von jemanden<br />

durchgeführt werden kann, der sehr von sich überzeugt ist.<br />

„The White Cat“, wie er sich vorhin bezeichnete, räuspert sich leise, ehe er beginnt, seine<br />

St<strong>im</strong>me zu erheben.<br />

Wiley Cuts: „<strong>Die</strong> <strong>PCWA</strong> ist ein schrecklicher Ort. An jeder Ecke wird versucht, sich mit anderen<br />

Mitteln gegenüber der Masse zu profilieren und die Gewalt schaukelt sich daher zu <strong>im</strong>mer<br />

neuen Höhen auf. Doch es ist nicht nur die reine Tat der <strong>PCWA</strong>ler, die das Fürchterliche am<br />

ganzen Geschehen ist...“<br />

Er macht eine kurze Kunstpause.<br />

Wiley Cuts: „Nein, es ist auch der Fakt, wie schwach die Widerstände sind. Sei es von den<br />

Aktiven, den Fans oder den Offiziellen. Was be<strong>im</strong> <strong>PCWA</strong>-Magazin die blutige Sensationslust ist,<br />

ist bei den Anderen die schiere Lethargie in Bezug auf Gegenwehr. Ich weiß nicht, ob es aus<br />

Angst geschieht, oder warum sonst.“<br />

Damit verstummt er zunächst. Tyler sieht in dieser Phase der Ruhe seine Chance, auch endlich<br />

mal zu Wort zu kommen. Doch da hat sich Cuts schon weitere Worte zurechtgelegt und<br />

unterbindet Tylers Interviewführung direkt wieder.


Wiley Cuts: „Doch zum Glück gibt es am Ende des Tunnels auch <strong>im</strong>mer etwas Licht. Nicht<br />

jeder n<strong>im</strong>mt alles hin, was von einer scheinbaren Übermacht in die Wege geleitet wird. Es gibt<br />

<strong>im</strong>mer ein paar Krieger in der Mitte, die nicht alles stumm abnicken. Zum Erfolg jeder<br />

Minderheit war es nötig, dass es solche Leute wie mich gibt, die sich hervortun und mutig für<br />

eine stumme Masche Heldentaten vollziehen.“<br />

Danach wartet er einen kurzen Moment ab, ehe er fortfährt.<br />

Wiley Cuts: „Martin Luther King, Che Guevera oder Wiley Cuts...“<br />

Er lässt seine Aufzählung unkommentiert stehen und lenkt stattdessen den Blick auf seine<br />

Zettel mit Verbesserungsvorschlägen für die <strong>PCWA</strong>, die er nun offenbar zitieren will, wofür er<br />

sich auch schon vorbereitend räuspert. Nicht unweit von dieser Szenerie befindet sich ein<br />

weiterer <strong>PCWA</strong> Protagonist. Bisher hat er sich noch ruhig verhalten und einfach den Worten<br />

des <strong>PCWA</strong> Neulings gelauscht. Vor nicht allzu langer Zeit hat er noch ähnlich gedacht. Doch<br />

inzwischen hat er erkannt und verstanden. Er weiß nun wie man ein Volk zu regieren hat. Doch<br />

nun ist es auch genug. James Godd hat dem Mann lange genug die Bühne überlassen. Mit<br />

einem knappen Grinsen <strong>im</strong> Gesicht räuspert der Engländer sich um Cuts auf sich aufmerksam<br />

zu machen. Auch wenn dieses Aufeinandertreffen der Beiden das erste vor den Kameras der<br />

<strong>PCWA</strong> ist, so ist der Reaktion Cuts' eindeutig anzusehen, dass ihm sein Gegenüber<br />

wohlbekannt ist. Fast schon gönnerhaft breitet er seine Arme aus, als er Godd auf Krücken zu<br />

ihm und Tyler hinhumpeln sieht.<br />

Wiley Cuts: „Siehst du das, Luke? Für Leute wie James Godd kämpfe ich. Großartige Wrestler,<br />

die durch Brutalitäten geschädigt werden, ohne dass es dafür Konsequenzen gibt! Es freut<br />

mich, dich auch zum ersten Mal selbst zu treffen, James.“<br />

Da Godd durch seine Verletzung noch <strong>im</strong>mer <strong>im</strong> Gang eingeschränkt ist, gerät er erst jetzt in<br />

die Nähe der beiden Männer.<br />

Wiley Cuts: „Es ist doch <strong>im</strong>mer gut, wenn man einen Verbündeten kennen lernt, auch wenn du<br />

dich erst einmal erholen musst.“<br />

Der Engländer hebt fragend beide Augenbrauen und setzt einen etwas skeptischen Blick auf.<br />

Er neigt den Kopf kurz auf die rechte Seite und betrachtet in aller Ruhe den Neuling der dort<br />

vor ihm steht. Schließlich richtet er seinen Kopf wieder in die Gerade und spricht Cuts<br />

schließlich zum ersten Mal an.<br />

James Godd: „Sind wir das? Ich meine sind wir Verbündete? Kennen wir uns überhaupt? Du<br />

bist für mich in erster Linie nicht mehr als ein fremdes Gesicht.“<br />

<strong>Die</strong> Worte klingen nüchtern und der Gesichtsausdruck von Godd tut selbiges. Das Strahlen aus<br />

dem Gesicht des Mannes aus Marion, Indiana schwindet zunächst. Nach wenigen<br />

Augenblicken ziert ihn zwar erneut ein Lächeln, diesmal wirkt es aber doch eher gezwungen<br />

und maskenhaft, während er Godd in die Augen blickt.<br />

Wiley Cuts: „Verstehe. Natürlich ist man erst einmal vorsichtig an deiner Stelle, du bist<br />

schließlich durch die Brutalität in der <strong>PCWA</strong> auch schon stark geschädigt worden, da wäre ich<br />

auch misstrauisch und würde nicht jedem vertrauen.“<br />

Lächeln.<br />

Wiley Cuts: „Doch sei beruhigt, James... ich bin niemand von den Verrückten. Wir stehen auf<br />

seiner Seite, auf der richtigen Seite. Lass mich doch ein paar von meinen Zielen aufführen. Du<br />

wirst sehen, dass es wirkliche Fortschritte sind.“<br />

Er greift sich einen der Zettel aus seinem Stapel, wird aber von Godds St<strong>im</strong>me unterbrochen.


James Godd: „Erspare es mir. Ich habe deine Ziele schon ganz gut verstanden denke ich und<br />

es sind durchaus noble Ziele. Woran ich zweifle ist dein Weg dorthin. Du hast noch nicht<br />

erkannt und erst recht noch nicht verstanden. So wie du die Sache angehst wird daraus nichts<br />

werden.“<br />

Er schenkt dem Anderen ein leicht höhnisches Lächeln, dann fährt der Londoner fort.<br />

James Godd: „Um Abschaum zu bekämpfen muss man wissen wie Abschaum denkt!“<br />

Nach diesen Aussagen wird Cuts ruhig. Er atmet einmal tief durch und schaut Godds dann<br />

bohrend an. Man kann nicht sagen, was in seinem starren Blick liegt. Empörung?<br />

Enttäuschung? Wut? Er lässt den Stapel Papier fallen, die Zettel verteilen sich über dem<br />

Boden.<br />

Wiley Cuts: „Also gut...“<br />

Kopfschütteln.<br />

Wiley Cuts: „Jeder große Kämpfer für etwas Besseres hat mit Widerstand zu rechnen. Das ist<br />

mir klar... doch du enttäuscht mich, James. Ich dachte gerade du müsstest, nachdem was dir<br />

widerfahren ist, die Wichtigkeit meiner Mission erkennen.“<br />

„The White Cat“ spricht die Worte so aus, als ob sie für Godd schmerzen müssen, doch der<br />

rollt lediglich kurz mit den Augen. Mit einer kurzen Handgeste signalisiert Godd, dass Cuts<br />

ruhig fortfahren kann, was dieser dann auch tut.<br />

Wiley Cuts: „Aber wahrscheinlich ist die Gewaltherrschaft der Liga auch schon tief in dein Hirn<br />

gekrochen und hat brutal deinen Widerstand gebrochen, so dass du nicht mehr als der junge,<br />

idealistische Mann hier stehst, der du noch vor deiner Verletzung warst. Es tut mir Leid, das zu<br />

sagen. Aber vielleicht ist es Schicksal, dass ich nun in die Liga bekommen bin und mich dieser<br />

großen Aufgabe annehme...“<br />

Seine St<strong>im</strong>me wird leiser, er spricht von sich selbst fast ein wenig ehrfürchtig.<br />

Wiley Cuts: „...während du ein desillusionierter Schatten geworden zu sein scheinst.“<br />

Er senkt seinen Blick vor Godd. Der nickt kurz mit dem Kopf. Blickt zu Boden. Schaut wieder<br />

zu Wiley herauf. Was soll er ihm darauf nur erwidern? Im Grunde genommen hat der Neuling<br />

völlig Recht. Er ist nicht mehr der idealistische Mann der er einst war. Er hat neue Ideale.<br />

Bessere. Ideale die zu dem führen was ein Jeder verdient. Der Engländer setzt nun wieder sein<br />

Lächeln auf und spricht schließlich.<br />

James Godd: „Weißt du… manchmal muss man <strong>im</strong> Schatten leben um endlich ans Licht zu<br />

kommen. Denk mal darüber nach.“<br />

Mehr Worte verschwendet er nun nicht mehr an Cuts. Mit einem breiten Grinsen verlässt er<br />

humpelnd auf seinen Krücken, langsam die Szenerie und hinterlässt einen Wiley Cuts dem so<br />

einige Gefühle durch den Kopf gehen, von denen Ratlosigkeit noch die harmloseste ist.<br />

Mike Garland: „Eine irgendwie seltsame Begegnung."<br />

Vincent Craven: „Ja, in der Tat. James Godd und Wiley Cuts - zwei Männer, die eigentlich auf<br />

der selben Wellenlänge liegen. Allerdings vertreten sie zwei höchst unterschiedliche Ansichten<br />

darüber, welche Mittel anzuwenden sind, um seine Ziele zu erreichen."


Mike Garland: "Eigentlich dachte ich viel mehr darüber nach, aus welchen abgedroschenen<br />

Groschenromanen Godd seine Phrasen abgeschrieben hat."<br />

Vincent Craven: "Mike! Cuts bezeichnet unseren ehemaligen Tribune Champion jedenfalls als<br />

Schatten seiner selbst. Ob der das so einfach auf sich sitzen lässt?"<br />

Mike Garland: "Du meinst, da könnte uns ein Match erwarten, sobald Godd erst einmal wieder<br />

richtig genesen ist?"<br />

Vincent Craven: "We'll see."<br />

Freitag, 23. März 2012.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Ungläubig starrt er auf den Zettel in seiner Hand, blickt aus der Ferne noch einmal auf das<br />

Straßenschild und schüttelt den Kopf. Er hätte ihn überall erwartet, aber sicherlich nicht in<br />

solch einem alten Herrenhaus <strong>im</strong> Südwesten Berlins, am Rande der Villenkolonie Lichterfelde-<br />

West, die 1860 gegründet wurde. Wenn ein Mann hier nicht hinpasst, dann einer dessen<br />

früherer Spitzname "Sick" lautete, der Teil von Teams wie "The Radicalz", "Sex, Drugz &<br />

Violence" und "Rotterdam Hooligans" war.<br />

Doch das Straßenschild verrät es: Kadettenweg, Ecke Ringstraße. Genau diese Adresse hat<br />

ihm der zweite Teil von "Sick & Smoke" aufgeschrieben. Doch kann man diesem<br />

schizophrenen Jamaikaner vertrauen, das ist die Frage, die nur durch einen Gang zur Tür<br />

inklusive Klingeln verbunden ist. Der Patient läuft durch das Tor <strong>im</strong> Zaun zur von weitem schon<br />

erkennbar massiven Haustür und schickt nach einer handelsüblichen Klingel. Gibt es nicht.<br />

Stattdessen ein abgedrehter Mechanismus direkt an der Tür selbst, den man weder drücken,<br />

noch aushebeln, noch anstarren muss, wobei er Letzteres tut, bis er erkennt, dass man den<br />

vorderen Teil <strong>im</strong> Uhrzeigersinn drehen soll, damit es die gewünschte Reaktion gibt. Von Innen<br />

scheint es allerdings keine Reaktion zu geben, denn er hört keine Schritte, keine St<strong>im</strong>me, rein


gar nichts. Dann klickt es einmal und ganz langsam öffnet sich die Türe automatisch. Mit einem<br />

Mal steigt dem Patienten nicht nur ein muffiger Hauch von verbrauchtem Sauerstoff in die<br />

Nase, sondern auch relativ laute Musik. <strong>Die</strong> Bude muss ordentlich Schallisoliert sein.<br />

Er läuft einige Schritte in das Foyer und traut seinen Augen jetzt schon kaum. Es wirkt auf ihn,<br />

als hätte er durch diese Tür eine andere Welt betreten. Fernab von Berlin, Lichterfelde-West.<br />

Fernab von der Villenkolonie. Hier sieht es doch eher nach "Sex, Drugz & Violence" aus.<br />

Pizzaschachteln, leere Flachen von hochprozentigem Alkohol, getragene Klamotten sinnlos<br />

verstreut. Nicht weil man spontan heißen Sex hatte und sich deswegen seiner Kleidung<br />

entledigte, sondern weil man an Ort und Stelle keine Lust mehr auf den Schweißgeruch des<br />

Shirts hatte. Den unterschied sieht man. Keiner macht sich vor einer schnellen Nummer die<br />

Mühe und knüllt den Stoff zwischen den Handflächen zusammen. Riecht es aber übel, tut man<br />

dies unterbewusst, um den Geruch dort zu behalten, wo er ist.<br />

Der Patient geht zur offenstehenden Tür, die offensichtlich zu einem Flur führt. Dann läuft er<br />

<strong>im</strong>mer der Nase, beziehungsweise dem Ohr nach. Neben der Musik, die dumpf aus Boxen<br />

wummert, versucht er St<strong>im</strong>men auszumachen. <strong>Die</strong> nächste Tür, die er selbst öffnet, führt ihn in<br />

den Wohnbereich. Was für ein surrealer Anblick. Links sitzen ein paar Kinder, spielen mit alten<br />

Actionfiguren, denen Gliedmaße fehlen. Inmitten von weiteren Bergen von Töpfen, altem<br />

Essen, Kartons. Daneben auf einer früher eierschalenweißen Couch räkeln sich ein paar<br />

leichtgekleidete Weiber, mit Zigaretten <strong>im</strong> Mundwinkeln und Flaschen in den knochigen<br />

Händen. Es würde den Patienten wundern, wenn auch nur eine davon die deutsche Sprache<br />

beherrscht. Und rechts, ganz hinten in der Ecke, an einer blitzsauberen Bar mit einer Theke aus<br />

Mahagoni-Holz, in waschechter Lounge-Atmosphäre, mit schummrigen Licht, sitzt "Sick"<br />

Samuel Lawrence <strong>im</strong> Anzug - der auch schon bessere Tage gesehen hat, aber <strong>im</strong>mer noch edel<br />

wirkt - rückt sich seine Krawatte zurecht und greift dann nach einem Glas, um einen letzten<br />

Rest Scotch runterzukippen. Als hätte er den Patienten erwartet.<br />

Samuel Lawrence: "Guck nicht so... hast du Jemand anderen erwartet?"<br />

Jemand anderen vielleicht nicht. Aber dieses Auftreten. Lawrence gießt sich aus der Flasche<br />

erneut Scotch in das Glas, spart sich die Höflichkeitsfloskeln und bietet dem Patienten auch<br />

nichts an. Dann verschränkt er die Arme auf dem dicken Bauch. Aus dem ehemals agilen,<br />

wieselflinken Hardcore-Wrestler ist ein sesshafter, übergewichtiger Mann geworden, der mit<br />

seiner Kleidung in dieser heruntergekommenen Bruchbude auffällt, wie ein Glühwürmchen <strong>im</strong><br />

Dunkelrestaurant Nocti Vagus. Googeln. Lohnt sich.<br />

Samuel Lawrence: "Bob hat mir gesagt, dass du kommen wirst. Ich hätte nur nicht gedacht,<br />

dass du mich so lange warten lässt."<br />

Tatsächlich ist es fast einen Monat her, dass er bei Bob Mile angerufen hat, um die Adresse<br />

herauszukriegen. <strong>Die</strong> Frage ist nun, ob Samuel Lawrence nun jeden Tag hier <strong>im</strong> Anzug saß um<br />

be<strong>im</strong> Patienten besonderen Eindruck zu schinden oder ob er erst normal auf der Couch saß, <strong>im</strong><br />

dreckigen T-Shirt und sein Scotch noch ein billiges Plastikflaschenbier war und dann nach und<br />

nach die Idee ke<strong>im</strong>te, hier etwas Großes aufzuziehen. Ob er nach und nach das Shirt durch ein<br />

Hemd, das Bier durch Scotch, die Couch durch eine Bar austauschte. Der Patient traut ihm<br />

Beides zu.<br />

Samuel Lawrence: "Mach es nicht so spannend. Sag mir einfach, was du von mir willst. Ich tue<br />

auch so, als würde ich es mir überlegen, bevor ich dir ein NEIN ins Gesicht brülle..."<br />

Der Patient wartet noch einen Augenblick und sieht die Anspannung <strong>im</strong> Gesicht des<br />

Gesprächspartners, der sich mit der rechten, vernarbten Hand über das fette Kinn reibt. <strong>Die</strong><br />

rechte Hand, die unzählige Three Counts gezählt hat, bevor sie nach der aktiven Wrestler-<br />

Karriere auch die Ringrichter-Karriere an den Nagel gehängt hat.<br />

"Keine Ahnung, ob du die <strong>PCWA</strong> noch verfolgst... aber ich brauche dich Ende des Monats. Du<br />

sollst einen Kampf für mich leiten."


Verächtlich zischt die Hardcore-Ikone einen Laut aus, dreht sich an die Bar und kippt sich<br />

einen ordentlichen Schluck hinter die Binde.<br />

Samuel Lawrence: "Ich habe mit Allem gerechnet. Du willst mich be<strong>im</strong> Rumble dabeihaben,<br />

aktiv. Du willst dir Geld von mir leihen. Du willst dich bei mir ausweinen, weil alle anderen den<br />

Absprung geschafft haben und du noch <strong>im</strong>mer in den Ring steigst..."<br />

Wenn so der Absprung aussieht, dann will der Patient lieber noch ein paar Jahrzehnte in den<br />

Ringsteigen. Wollen. Nicht können.<br />

Samuel Lawrence: "Aber dass du willst, dass ich als Ringrichter ein Match leite... das kann<br />

doch nicht dein Ernst sein. Hast du je gesehen, wie ich mich als Ringrichter mache? Warst du<br />

je bei Berlin Championship <strong>Wrestling</strong> und hast gesehen, welche tolle Arbeit ich geleistet<br />

habe?"<br />

Der Patient schüttelt seinen Kopf. Hat er nicht.<br />

"Ich habe gesehen, welche Matches du bestritten hast. Und für das, was ich vorhabe, kommst<br />

nur du in Frage, weil du auf beiden Seiten der Medaille genug Erfahrung mitbringst."<br />

Lawrence dreht sich nicht um, doch der Patient glaubt zu wissen, dass er ihn an der Angel hat.<br />

"Hier auf diesem Zettel stehen alle Details. Ich hoffe, dass du kommen wirst."<br />

Sagt es, räumt mit dem Arm einen Teil vom Tisch frei, was einen Teil der friedlich schlafenden,<br />

leicht bekleideten Ost-Europäerinnen aufweckt und legt den Zettel auf die freie Stelle.<br />

Lawrence dreht sich nicht um. Lawrence verabschiedet nicht. Aber er hört die Schritte des<br />

Patienten, der sich umgedreht hat und den Wohnbereich, das Foyer und das Herrenhaus<br />

verlässt. Während sich der Patient draußen die Augen reibt, ungläubig welche Welt er da<br />

gerade verlassen hat und in welche er hier am Rande von Berlin wieder betreten hat, wirft<br />

Lawrence an der Bar sein Glas in die nächste Ecke. Wütend zischt er den Namen des<br />

Patienten...<br />

"Vergiss es, Freak..."<br />

Gebt es zu.<br />

Darauf habt ihr doch alle gewartet.<br />

Nun denn.<br />

Zeit für etwas HARDCORE-Action.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------


„Was ist mit der Kamera…?“<br />

Engumschlungen sitzen Cinderella Rage und Alistair Brunswick auf einer Couch. Wir befinden<br />

uns in der luxuriös eingerichteten Umkleidekabine des selbsternannten ‚Superstars‘. Cindy<br />

blickt fragend in Richtung der kleinen Überwachungskamera, die unter der Decke angebracht<br />

ist. Weitere Bedenken kann sie nicht anmelden, denn in diesem Moment presst Alistair seine<br />

Lippen wieder auf ihre. Sie spürt, wie seine Zunge vorsichtig in ihren Mund wandert, dort die<br />

ihre findet und mit einem schnellen Spiel beginnt, welches ihr einen Schauer über den Rücken<br />

treibt. Gleichzeitig wandern seine Hände an ihren Hüften hinunter, gleiten unter ihr knappes<br />

Shirt und beginnen, dieses langsam hochzuziehen…<br />

Cinderella: „Alistair…!“<br />

Cinderella zuckt zurück, aber Alistairs Hände scheinen in diesem Moment überall zu sein.<br />

Wieder fällt ihr Blick auf die Kamera.<br />

Cinderella: „Ich finde das nicht richtig, dass wir dabei gefilmt werden…“<br />

Der selbsternannte ‚Superstar‘ löst sich für einen Moment von ihr und blickt sie mit seinen<br />

strahlend blauen Augen an, während er mit seiner Rechten sanft ihren Nacken streichelt.<br />

Alistair: „Das ist nur ein zusätzlicher Kick. Stell dir die Jungs in der Überwachungszentrale vor,<br />

die uns in diesem Moment alle zusehen. Komm, lass uns denen eine richtige Show geben.“<br />

Cinderella stöhnt leise auf, als Alistair ihr langsam das Shirt über den Oberkörper streift. Er<br />

küsst sie wieder und seine Finger nesteln am Verschluss ihres schwarzen BH.<br />

Cinderella (leise stöhnend): „Aber… aber…“<br />

Ihr Sträuben scheint Alistair nur noch mehr zu beflügeln. Leise flüstert er ihr etwas ins Ohr.


Alistair: „Sie alle werden es sehen. Dein Vater. Sogar Blake Milton, dieser Milchbubi.“<br />

Milton.<br />

Cinderellas Gedanken beginnen zu kreisen. Ist das, was hier gerade passiert, richtig? Ist es<br />

vielleicht ein Fehler, sich einfach fallen zu lassen und diesen Weg zu beschreiten, nach dem es<br />

kein Zurück mehr gibt? Ihre Augen bleiben erneut kurz an der Kamera haften. Ja, jeder würde<br />

es sehen. Ihr Vater, der Alistair den Umgang mit ihr verboten hatte. Blake Milton, der sie mit<br />

Missachtung strafte…<br />

Ihr Vater?<br />

Würde sie auch ihren Vater damit strafen? Auch wenn sie es bisher nie zugegeben hat, so ist<br />

dieser in seiner neuen Entwicklung ihr wieder näher, als in den letzten Jahren. Es mag für viele<br />

befremdlich wirken die Tochter eines Teufels zu sein. Für Cinderella war es eine Offenbahrung.<br />

Etwas, dass das Leben leichter machte und für viele Dinge einfach als Ausrede wirkte… die<br />

Tochter des Regenläufers… was würde das bedeuten? Sie weiß es nicht, außer, dass sie sich<br />

entschuldigen müsste… Sie muss ihn noch sehen. Heute. Vielleicht ist der Regen auch für sie<br />

die neue Entwicklung…<br />

Ein Lächeln huscht über Cinderellas Gesicht. Wir können nicht sagen, ob Cinderellas<br />

Gedanken der Anlass dafür sind oder der perfekt durchtrainierte halbnackte Mann direkt neben<br />

ihr, der sich gerade seiner Hose entledigt. Mit forderndem Druck streift er ihren BH ab und<br />

auch wenn eigentlich alles durch seinen breiten Rücken vor der Kamera verborgen ist, können<br />

wir erahnen, dass er sanft ihre Brüste massiert. Cinderella stöhnt auf, als er Alistair seine Hand<br />

unter ihr Höschen gleiten lässt und seine Finger vorsichtig tastend ihre feuchte Wärme<br />

finden…<br />

Cinderella: „Alistair… stop! Nein!“<br />

Mit einem Ruck zieht sie Alistairs Hand wieder aus ihrer Unterwäsche und drückt ihn von sich.<br />

Irritiert blickt der ‚Superstar‘ sie an.<br />

Alistair: „Aber… was…?”<br />

Cinderella schließt kurz die Augen. Sie spürt das Verlangen, sie spürt die Lust, sich diesem<br />

Mann hinzugeben. Und doch…<br />

Cinderella: „Ich kann das nicht.”<br />

Sie spürt, wie Tränen in ihr aufsteigen. Jetzt nur nicht heulen. Cinderella zwingt sich selbst, die<br />

Augen zu öffnen und Alistair anzusehen.<br />

Cinderella: „Ich brauche einfach noch Zeit.“<br />

Alistairs Irritation könnte nicht größer sein. Er blickt sie fragend an.<br />

Alistair: „Was ist los mit dir? Wochenlang bist du wie vom Erdboden verschwunden und nun<br />

kommst du in meine Kabine, hüpfst mir quasi breitbeinig ins Gesicht… und nun das? Komme<br />

mir jetzt nicht mit ‚Ich habe Kopfschmerzen‘ oder so…“<br />

Plötzlich hält er inne. Aber natürlich. Wie konnte er nur so dumm sein?<br />

Alistair: „Es ist die Kamera, richtig? Gut, wenn das nicht deine Sache ist, dann werde ich etwas<br />

davor hängen. Oder ich frage Patricia, ob sie mir etwas von ihrer Sprühfarbe leihen kann, die<br />

macht diese Dinger binnen Sekunden…“<br />

Cinderella legt ihm ihren Zeigefinger auf die Lippen. Alistair hält inne.


Cinderella: „Ich bin noch Jungfrau.“<br />

Oh-oh. Alistairs Irritation erreicht ihren absoluten Höhepunkt. Sollte etwa die Tochter des<br />

Teufels, dieser männerfressende Vamp, dieses verkommene Biest etwa tatsächlich…? Nein,<br />

das konnte nicht sein. Oder etwa doch?<br />

Alistair: „W-was?“<br />

<strong>Die</strong> Tochter des Teufels schlägt die Augen nieder. Ihre St<strong>im</strong>me ist nun dünn und leicht zittrig.<br />

Cinderella: „Ich weiß, dass das albern ist. Aber ich habe mir das erste Mal <strong>im</strong>mer irgendwie<br />

anders vorgestellt. Vielleicht… romantischer? Nicht die schnelle Nummer kurz vor einem<br />

Match in einer Umkleidekabine.“<br />

Sie blickt zu Alistair auf. Tränen rinnen ihre Wangen hinunter. Schluchzend setzt sie fort.<br />

Cinderella: „Es tut mir so leid. Ich war so gemein zu dir, habe dich benutzt. Ich dachte, ich<br />

könnte das alles wieder gutmachen, indem ich… indem ich…“<br />

Weiter kommt sie nicht, denn der Rest ihrer Worte geht in einem Schluchzen unter.<br />

Noch nie in seinem Leben hat Alistair sich so ratlos gefühlt. Etwas in ihm schreit quasi danach,<br />

sich dieses intrigante Miststück mit ihren falschen Tränen zu schnappen und sie hochkant aus<br />

seiner Kabine zu werfen. Vielleicht reicht die Zeit bis zu seinem Match noch für einen Quickie<br />

mit einer der Massageschlampen?<br />

Aber dann ist da auch noch dieses andere Gefühl.<br />

Alistairs Blick ruht auf der weinenden Cinderella vor ihm, die vorsichtig ihre Kleidung n<strong>im</strong>mt,<br />

um ihre Blöße zu bedecken. Und dann tut er einfach das, was ihm in diesem Moment richtig<br />

erscheint. Er umarmt sie, hält sie einen Moment einfach nur fest.<br />

Alistair: „Keine Angst. Ich bin dir nicht böse. N<strong>im</strong>m dir die Zeit, die du brauchst. Ich werde<br />

warten, denn du bist es wert.“<br />

Und dann beugt er sich zu ihr hinüber und flüstert ihr leise einen Satz ins Ohr, den er vorher so<br />

noch nie gebraucht hat.<br />

Alistair: „Ich liebe dich.“<br />

Mike Garland: „..."<br />

Vincent Craven: „..."<br />

OFF-CAMERA<br />

Mike Garland: "Hast du das auch gerade gehört und gesehen, Vincent?"<br />

Vincent Craven: "Ja und ich halte eine derartige Szene in unserer familienfreundlichen<br />

Sendung für überaus unangemessen. Ich meine..."<br />

Mike Garland: "Nein, das meine ich doch nicht! Da scheiß doch mal einer die Wand an -<br />

Cinderella Rage noch Jungfrau? Eher wird meine Oma die neue Gespielin von <strong>Die</strong>ter Bohlen,<br />

als dass ich ihr das abkaufe. Verdammt, Alistair, wieso lässt du dich von so einem Gerede aus<br />

dem Konzept bringen?"


Vincent Craven: "Nun, vielleicht bedeutet sie ihm ja wirklich etwas. Bei mir und Virchowa ist es<br />

genau so."<br />

Mike Garland: "Bla. Das bringt uns nur um eine gute Show."<br />

Vincent Craven: "... und beschert uns hoffentlich noch eine interessante Entwicklung. Denn<br />

Azrael Rage wird diese Szene spätestens bei der Wiederholung der Show zu Gesicht<br />

bekommen."<br />

Mike Garland: "Oh-oh. Ich rieche Ärger in der Luft."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Er steht vor der wohl bekanntesten Wand <strong>im</strong> <strong>PCWA</strong> Dome. Immer stehen die Wrestler und<br />

geladenen Gäste ehrfurchtsvoll vor diesem Zeugnis der <strong>PCWA</strong> Geschichte.<br />

<strong>Die</strong> „Wall of Champions“ übt auf jeden eine ganz eigene Faszination aus. Jeder, der sich hier<br />

schon verewigen durfte, ist von Stolz erfüllt. Alle anderen sehen es als Ansporn, es<br />

irgendwann einmal an diese Wand zu schaffen.<br />

Hier zwischen Namen wie <strong>Die</strong>go „Desperado“ Ortega, Mike Novoselic, Gabriel Lucifer, Keevan,<br />

Azrael Rage, Melina, Robert Barker, Valkos Heritage oder auch Díego Alejandro Sanchéz zu<br />

stehen.<br />

Und eben dieser Díego A. Sanchéz beobachtet seit wenigen Augenblicken Pavus Max<strong>im</strong>us, den<br />

Nordmann, der vor den Bildern der vergangenen Tribune Champions steht und diese in sich<br />

aufzusaugen scheint.<br />

Der Deutschmexikaner kann die Gedanken des weichen Riesen, der gleich gegen den<br />

amtierenden <strong>PCWA</strong> Tribune Champion Alistair Brunswick antreten muss, förmlich lesen. Er<br />

tritt leise aus seiner Ecke hervor und stellt sich hinter Pavus an die Wand. Über seinem Kopf<br />

hängt das Bild eines strahlenden John Smith, der Keevan gerade um den Undisputed Gerasy<br />

erleichtert hat.<br />

Sanchéz: „Es ist faszinierend, nicht wahr? So viele normale Wrestler <strong>im</strong> Moment eines großen<br />

Sieges zu sehen. Ein Moment der so vieles verändern kann.“<br />

Pavus hat sich schnell umgedreht und Sanchéz mit einem skeptischen Blick bedacht. Doch<br />

dieser hatte beschwichtigend die Arme gehoben. Stattdessen ging sein Fingerzeig in Richtung<br />

der Tribune Title Replik.<br />

Sanchéz: „Schau sie dir an, die silbernen Platten. <strong>Die</strong> Verzierungen. Spüre ihre<br />

Anziehungskraft und dein Verlangen danach. Wie fühlt es sich an, so kurz davor zu sein? Den<br />

Gürtel schon um die eigene Hüfte zu spüren? Sein Gewicht, seine Geschichte.“<br />

<strong>Die</strong>se Worte in den Ohren legen sich wie eine weiche Melodie fest, schwingen nach, haben<br />

Bedeutung von so einem großen Mann.<br />

Pavus: „Es fühlt sich so unwirklich an. Habe ich das hier wirklich verdient? Bin ich der<br />

Richtige um heute hier anzutreten?“<br />

Kurzes Schweigen.<br />

Pavus: „Doch sobald ich nur entfernt daran denke, wie mir gleich der Jubel der Fans, ihre<br />

Begeisterung entgegenschlägt, dann bin ich mir sicher, dass ich zu Recht hier stehe, dass sie<br />

mich sehen wollen, nach mir verlangen. Sie wollen MICH als ihren Tribune sehen, als ihren<br />

Champion, den Mann aus ihrer Mitte. Und das fühlt sich so gottverdammt gut an!“


Der Deutschmexikaner nickt, er sieht das Leuchten in den Augen des Nordmanns.<br />

Sanchéz: „Du stehst kurz davor, dich hier zu verewigen. Lediglich die ANGST steht dir <strong>im</strong><br />

Weg.“<br />

Sanchéz verliert kein Wort über Pavus‘ Eingriff in sein Tribune Match, der ihm die DQ<br />

eingebracht hatte. Er weiß, dass Pavus das richtige getan hat und dass er dem Schlagring eh<br />

nichts entgegen zu setzen gehabt hätte.<br />

Pavus: „Es freut mich, dass ich gerade dir hier, jetzt so kurz vor diesem wichtigen Match<br />

begegne. Du bist einer der großartigsten Tribunes in der Geschichte der <strong>PCWA</strong>, ein Mann zu<br />

dem ich aufschauen kann, ja aufschauen muss, wenn ich das Bestreben habe diesen Titel mit<br />

vollster Würde zu tragen. Sag mir <strong>Die</strong>go, wie fühltest du dich, als du dieses Gold so lange um<br />

deine Hüften tragen konntest, als du die Menschen präsentieren konntest?“<br />

Ohne Sanchéz antworten zu lassen redet der Hamburger Jung gleich weiter.<br />

Pavus: „Ist es dieses einmalige Gefühl, dass ich schon jetzt verspüre, nach dem ich mich<br />

sehne?“<br />

Ein fragender Blick direkt in die Augen des ehemaligen Tribunes, der direkte Augenkontakt<br />

zwischen der Vergangenheit des Titels und seiner ihm zugedachten Zukunft.<br />

Sanchéz: „Es ist nahezu unbeschreiblich, Pavus. Es ist ein großartiges Gefühl, wenn du weißt,<br />

dass du es endlich mal geschafft hast. Endlich mal nicht mehr nur einem Titel hinterher zu<br />

laufen, sondern endlich mal selbst Titelträger zu sein. Endlich mal nicht nur sich selbst zu<br />

repräsentieren, sondern auch den Gürtel und damit auch die <strong>PCWA</strong>. Vorausgesetzt du hast es<br />

dir ehrlich erkämpft und verdient. Vergiss nicht was oder wer du bist, Nordmann und begib<br />

dich nicht in den Keller um auf das Niveau von Alistair runter zu steigen.“<br />

<strong>Die</strong> Hamburger Hand fährt in die Hosentasche – noch <strong>im</strong>mer trägt er ihn bei sich, wer weiß<br />

wozu er noch einmal gut sein kann, wer erahnt was diese Macht, in dessen Begriff er ist noch<br />

ausrichten kann.<br />

Langsam zieht er den Schlagring aus der Tasche, begutachtet ihn, fühlt sich auf eine seltsame<br />

Art hingezogen zu diesem glänzenden Stück Metall. So viel Leid hat er über so viele Menschen<br />

gebracht – so viel Hoffnung kann er geben.<br />

Pavus: „Ich wollte dich durch meinen Eingriff lediglich vor einer schweren Verletzung schützen<br />

und Alistair seine Grenzen aufzeigen. Dass ich dir damit deine wohl verdiente Chance zu<br />

Nichte gemacht habe ist mir durchaus bewusst und dafür muss ich mich bei dir<br />

entschuldigen…“<br />

Der Schlagring wechselt in die linke Hand und die rechte, die stärkere wird dem Deutsch-<br />

Mexikaner entgegengestreckt.<br />

Pavus: „Es tut mir leid und ich denke das weißt du – Du hast zu viel Erfahrung gesammelt <strong>im</strong><br />

Laufe deiner Karriere, als das du nicht erkennen würdest, dass mein Handeln nicht aus purem<br />

Egoismus geschah.“<br />

Der Deutschmexikaner schaut einige Augenblicke auf die ihm gereichte Hand. Er schlägt ein,<br />

wobei ihm doch eine gewisse Skepsis anzusehen ist.<br />

Sanchéz: „Mit dem Ding da, sollte du vorsichtig sein. Es geht so schnell, so einfach und der<br />

Schaden ist <strong>im</strong>mens. Doch nicht nur für das Opfer, wenn du verstehst, was ich meine. Sei<br />

stärker als die Versuchung, du bist besser als das.“


Er deutet missbilligend und mit einer Spur Verachtung auf das Schlaginstrument in der Hand<br />

des Nordmanns.<br />

Ein bedachtes Kopfnicken des Hünen, während der Schlagring fast schon beiläufig wieder in<br />

der Hosentasche verschwindet um dort einen Ort der Ruhe zu finden.<br />

Pavus: „Ich weiß was du meinst, ich habe gründlich darüber nachgedacht was von diesem<br />

Objekt ausgeht, was er bedeuten kann. Fakt ist jedoch, dass ich mich nicht zu unfairen Mitteln<br />

verleiten lassen werde, nur weil mir gerade danach ist. Es ist nicht meine Art mir durch den<br />

Gebrauch durch solch eine Macht einen Vorteil zu verschaffen. Allerdings weiß Alistair, dass er<br />

die eine so wichtige Grundregel nicht verletzen sollte…“<br />

Der Hamburger schließt die Augen, verinnerlicht seine letzten Worte und murmelt sich dabei<br />

selbst in den Bart: „Nemo Me Impune Lacessit!“<br />

Der ehemalige Tribune klopft dem Nordmann auf die Schulter und schenkt diesem ein<br />

freundschaftliches Lächeln.<br />

Sanchéz: „Vergiss niemals die Bedeutung dieses Titels. Es geht nicht nur um dich, um dein<br />

Glanz, um dein Spotlight. Denn das ist weder mein Titel, noch deiner, noch Alistairs. Er gehört<br />

den Fans. Und wenn du alles für sie gibst, dieses Silber so unbedingt willst und einfach alles<br />

aus dir raus kitzelst…dann wirst du mir, wenn wir uns das nächste Mal begegnen, als Tribune<br />

der <strong>PCWA</strong> gegenüberstehen. Dafür wünsche ich dir viel Glück, Nordmann.“<br />

Er n<strong>im</strong>mt die Hand von dessen Schulter, doch das Lächeln bleibt. Auch in die Augen des<br />

Deutschmexikaners legt sich dieser gewisse Glanz.<br />

<strong>Die</strong>se Worte bringen den Hünen wieder zurück zu seinem Gesprächspartner, er weiß diese<br />

weisen Worte zu schätzen und ist sichtlich dankbar.<br />

Pavus: „Große Worte von einem großen Mann, ich danke dir, <strong>Die</strong>go, und sei dir gewiss –<br />

nachdem ich heute Alistair besiegt habe, der Titel wieder in die Hand des Volkes, vertreten<br />

durch mich übergegangen ist, werden wir uns erneut begegnen.“<br />

Sanchéz: „Und dann, Amigo, wenn es soweit ist, dann wird es Zeit, dass ich meinen Schatz<br />

wieder um meine Hüften schnallen kann. Ohne Tricks, ohne Betrug, ein Duell auf Augenhöhe.“<br />

Sanchéz blickt hoch in die Augen seines Gegenübers. Er spürt, dass die Zeit von Pavus<br />

gekommen ist und dass er selbst, noch warten muss. Egal wie schwer ihm das auch fällt. Doch<br />

mittlerweile ist er erfahren genug um den Elroy zu spielen und einfach mal Geduld zu haben.<br />

Ein Nicken zu seinem Gegenüber, ein respektvolles Nicken, bevor der Hamburger einen der<br />

schwersten und wohl einen seiner größten Wege beschreitet.<br />

Er ist bereit und er ist sich sicher, dass er hier und heute unter Beweis stellen kann, dass das<br />

Volk ihn verdient hat. <strong>Die</strong> Menschen haben ihn verdient – den Tribune.<br />

Den neuen Tribune des Volkes, den Vertreter der Menschen aus derer Mitte er kommt, ein Teil<br />

der <strong>PCWA</strong>-Fans und ganz sicher eine der sympathischsten Figuren in diesem Geschäft –<br />

Pavus Max<strong>im</strong>us!<br />

Vincent Craven: „Ein ehemaliger und ein zukünftiger Tribune Champion <strong>im</strong> Zwiegespräch."<br />

Mike Garland: „Also, ich habe nur einen ehemaligen Champion gesehen. Und falls du diesen zu<br />

groß geratenen Teddy meinst - der wird den Titel sicher nicht erringen."


Vincent Craven: "Was macht dich da so sicher?"<br />

Mike Garland: "Mein Tippschein bei BetAndWin. <strong>Die</strong> Wette darf ich einfach nicht verlieren."<br />

Vincent Craven: "Mir kommen heute irgendwie leichte Zweifel an deiner charakterlichen<br />

Eignung für deinen Posten auf. Du bist so anders als sonst."<br />

Mike Garland: "Es sind diese St<strong>im</strong>men, die zu mir sprechen. Ich kann einfach nicht anders."<br />

Vincent Craven: "Um noch einmal auf die Szene von eben zurück zu kommen: Auch Sanchéz<br />

spricht hier vom Tribune Title als 'seinem Schatz', so wie es auch Godd getan hat."<br />

Mike Garland: "Vielleicht ist es ja das, was der Titel mit schwachen Geistern tut. Er steigt<br />

schnell zu Kopf."<br />

Vincent Craven: "Im Falle von Pavux Max<strong>im</strong>us wäre das aber ein sehr hochsitzender Kopf."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Nachdenklich wartet Blaze vor der Tür. Schorf von getrocknetem Blut klebt an seinen Lippen.<br />

Das Halbfinale des Quest 4 The Bests und auch der Angriff der nextCenturyGods haben ihre<br />

Spuren hinterlassen. <strong>Die</strong> Kabine der ANGST. <strong>Die</strong> He<strong>im</strong>at des Mannes, der sich nicht mehr<br />

Robert Barker nennen will. Der Thronsaal des höchsten Champions der <strong>PCWA</strong> – des<br />

Undisputed Gerasys. Der Mann, der über Jahre sein größter Rivale war, dem er so lange <strong>im</strong>mer<br />

einen Schritt voraus war und der ihn am Ende doch überholt hat, der nun – vor ihm – diese<br />

Liga anführt und ins Chaos stürzt.<br />

Mag diese Wahrheit ihm auch bitter auf der Zunge liegen, er empfindet keinen Neid, empfindet<br />

keinen Hass dabei. Er kann damit leben. Schließlich wird er doch seinen rechtmäßigen Platz<br />

einnehmen, wird Undisputed Gerasy Champion sein. Er wird seine Rache kriegen. Dabei geht<br />

es gar nicht um Robert selbst. Es geht darum der Angst zu trotzen und den Beweis zu liefern,<br />

dass Blaze über der Angst steht. Er wird der <strong>PCWA</strong> die Sicherheit zurückgeben, die sie<br />

braucht.<br />

Ohne noch weiter zu zögern greift sich Blaze jetzt die Klinke und reißt die Tür zur ANGST auf.<br />

Mit lauten Schritten betritt der Rächer die Höhle des Schlächters.<br />

‚Schlächter‘: „Wer?!“<br />

Der Mann ohne Grenzen fokussiert sofort die Tür, bereit selbst seine Verbündeten zu<br />

attackieren, wütend, weil schon wieder jemand gewagt hatte, sich seinen Befehlen zu<br />

widersetzen. Er hatte ihnen allen gesagt, dass er sie heute nicht wieder sehen will und kaum ist<br />

eine Stunde vergangen, wollen Sie diesen Befehl ignorieren? Doch der Griff zu seinem Messer<br />

erübrigt sich, als er feststellt, wer sich hier erdreistet ihn zu stören. Blaze geht ihm entgegen,<br />

stellt sich vor ihm auf. Keiner der Männer sagt etwas. Sie starren sich einfach an. Schließlich<br />

unterbricht der Pyromane die Stille.<br />

Blaze: „Hat dir Patricia meine lieben Grüße ausgerichtet?“<br />

Ein gelangweiltes Grinsen des Schlächters, doch es ist nur gespielt. Trashtalk mit Blaze... Es<br />

war seine Droge. Früher hat es ihn einmal gepusht wie nichts anderes auf der Welt, hat ihn<br />

Dinge tun lassen, die er nie für möglich gehalten hat. Sein eigener Körper hat darunter<br />

furchtbar gelitten, doch es war ihm alles egal, denn der ständig wiederkehrende Kick war es<br />

wert, doch nun hat er etwas Besseres gefunden, eine neue Droge, den Undisputed Gerasy<br />

Titel. Und nun, wo er Blaze nicht mehr sehen will, wo er von dieser Droge runterkommen will,<br />

bieten sich <strong>im</strong>mer neue Möglichkeiten rückfällig zu werden. Und sollte Blaze einen Titleshot


ekommen, gäbe es keinen Ausweg mehr, dann würde es zwangsläufig zu einem Rückfall<br />

kommen. Und die Konsequenzen wären grausam. Seine Vergangenheit würde zur Zukunft, die<br />

Zukunft zur Vergangenheit werden.<br />

,Schlächter‘: „Sie ist intelligent genug zu wissen, dass sie mich nicht mit Geschichten über<br />

dich belästigen soll. Sie weiß, dass ich mit dir abgeschlossen habe.“<br />

Furchtlos legt der Kubaner Robert eine Hand auf die rechte Schulter und der Schlächter<br />

ignoriert es. Vor kaum mehr als einer Stunde hatte Gabriel Lucifer das Gleiche versucht und<br />

wäre beinahe mit einem Messer attackiert worden, doch in Roberts Welt gibt es Blaze nicht<br />

mehr, verdient er nicht einmal mehr die Anerkennung eines Schlages, eines Trittes, einer<br />

Schlachtung. Denn nur eine Reaktion, nur eine kümmerliche Attacke und es würde von vorne<br />

beginnen. Der kostenlose erste Hit, der ihn sofort wieder abstürzen lassen würde. Er darf es<br />

nicht!<br />

Blaze: „Ich bin tatsächlich nicht der Mann, der dich heute entthronen kann, doch das ist egal.<br />

Es ist unausweichlich, dass ich eines Tages an der Spitze stehe, dass ich meine nächste<br />

Chance kriege. Es ist unausweichlich, dass ich dich entthrone. Alle erstarren sie vor Angst,<br />

wenn sie dich sehen. Alles kreist derzeit um dich in unserer Welt. Du bist der Schlächter, du<br />

bist das Non plus Ultra, der ult<strong>im</strong>ative Antagonist. Doch ich… ich bin der, der dich wirklich<br />

kennt. Vor noch nicht allzu langer Zeit tranken wir uns Seite an Seite zur Besinnungslosigkeit,<br />

trieben Frauen Seite an Seite in unsere Betten, schliefen wir Seite an Seite ein, aßen wir am<br />

gleichen Tisch, lebten wir unsere Freundschaft, atmeten wir die gleiche Luft. Du kannst es<br />

tausend Mal sagen, du kannst es hundert Mal leugnen. Du kannst tun, was du willst, doch ich<br />

weiß, wer du bist. Ich sehe nicht den Schlächter, wenn ich vor dir stehe, ich sehe Robert<br />

Barker. Ich kenne deine Eltern, ich kenne die Wahrheit.“<br />

Der Deutschmexikaner dreht sich von seinem kubanischen Konterpart weg, lässt dadurch<br />

dessen Hand ins Leere fallen.<br />

‚Schlächter‘: „<strong>Die</strong> Wahrheit? Du meinst du kennst die Wahrheit? Du kennst, was ich dich habe<br />

kennen lernen lassen, nicht mehr und auch nicht weniger, Jose! Und all das, was du kennen<br />

gelernt hast? Was ich dich habe kennen lernen lassen? All das ist Vergangenheit! Ich habe es<br />

abgestreift, denn der Mann der hier und heute vor dir steht, ist nicht länger der Robert Barker,<br />

den du kennen gelernt zu haben glaubst. Der Mann, der heute vor dir steht ist der Schlächter!<br />

Ist es mit jeder Faser seines Körpers und für ihn zählt die Vergangenheit mit dir nicht…“<br />

Und warum redet er dann jetzt mit Blaze? ‚Immer nur ellenlange Monologe, <strong>im</strong>mer die gleichen<br />

Gesprächspartner‘. Hat er nicht genau das dem Regenläufer vorgeworfen? Und nun steht er<br />

hier, nachdem er heute schon zum Auftakt eine Promo hielt, mit seiner eigenen Vergangenheit,<br />

die er doch eigentlich längst hinter sich gelassen hatte.<br />

‚Schlächter‘: „…denn er erschafft die Zukunft! Ich bin an der Spitze der <strong>PCWA</strong> angekommen<br />

und nun führe ich unsere kleine dreckige Welt. Und weißt du zu was mich das macht? Zu<br />

einem verdammten Gott! Mach dir das einmal klar, Blaze, ich bin ein GOTT!“<br />

Eine starke Aussage für jemanden, der behauptet nicht in Hyperbeln zu reden. Ist dies nun ein<br />

Zeichen dafür, dass er ein Lügner oder dafür, dass er ein Wahnsinniger ist?<br />

‚Schlächter‘: „Und was bist du dagegen? Vergangenheit! Nur bekannt durch deine Niederlagen<br />

gegen mich und genau deshalb bist du wieder hier, nicht wahr? Willst dich wieder <strong>im</strong> Glanz<br />

des größten Superstars unserer Zeit baden… willst in der Nähe eines Gottes weilen… willst die<br />

Vergangenheit zurück! – Hast du denn wirklich nichts Besseres zu tun, hast du noch <strong>im</strong>mer<br />

keinen eigenen Weg gefunden? Hast du nicht das Turnier zu gewinnen? Oder bist du schon<br />

rausgeflogen? Ich muss nämlich ganz ehrlich gestehen, dass ich mir deinen Kampf nicht<br />

einmal angesehen habe…“


Wie in Zeitlupe dreht sich Blaze nun von Robert weg, gibt sich verletzlich, so angreifbar wie<br />

nur möglich. Ein Teil von ihm spricht weiter zum Anführer der ANGST, der andere Teil richtet<br />

sich an die Fans und Wrestler der <strong>PCWA</strong>. Sein Blick geht direkt vor die Linse der Kamera.<br />

Blaze: „Warum ich hier bin? Sieh mich an. Siehst du mich schlottern, siehst du mich zittern?<br />

Siehst du … Respekt in meinen Augen? Nichts davon! Ich beweise der <strong>PCWA</strong>,… jedem<br />

einzelnen Wrestler…, jedem einzelnen Fan,… dass du nicht dieser Mythos bist, der du vorgibst<br />

zu sein. Ich beweise, dass die Angst nichts weiter als ein Gefühl in uns ist. Ich beweise, dass<br />

es in uns liegt, sie zu fühlen oder nicht. Ich beweise, dass wir sie steuern! Kein Schlächter! Ich<br />

stehe hier und gebe ihnen, was sie brauchen… Ich gebe ihnen Sicherheit.“<br />

<strong>Die</strong> Drehung zurück. Ihre Blicke treffen sich wieder.<br />

Blaze: „Wie mein Match ausgegangen ist? Nicht von Belang! Es ändert nichts daran, dass sich<br />

auch für dich unweigerlich der Tag nähert, an dem dein Mythos zerstört wird. Du weißt es! <strong>Die</strong><br />

Gewissheit, die auch der Schlächter nicht leugnen kann. Irgendwann stehst du wieder auf der<br />

anderen Seite. Irgendwann ist der Tag gekommen, da du das Opfer sein wirst und jemand<br />

anderes der Schlächter. Du weißt, dass es nicht ewig so weiter gehen kann. Du weißt es am<br />

besten von uns allen, gerade weil du jetzt der Schlächter bist.“<br />

Eine kurze Pause, dann spricht er es aus.<br />

Blaze: „Eines Tages bist du wieder Robert Barker.“<br />

Für einen Moment verliert der Schlächter seine Fassung, kann nur mit Mühe die Fassade<br />

aufrechterhalten. Wieder einfach nur Robert Barker sein?<br />

Auch Blaze kennt diese Seite der Angst. <strong>Die</strong> Angst davor, seine Maske ablegen zu müssen,<br />

nicht mehr der Pyromane sein zu können, sondern wieder José zu sein. Der arme Junge, den<br />

die Kälte einholt und der am Frostbrand verbrennt. <strong>Die</strong> Angst davor, seine Rolle zu verlieren,<br />

auf das sie die Wahrheit erkennen und die Angst vor ihm verlieren. Er ist kein grausames<br />

Monster, er ist der Welt nicht entrückt, er ist auch nur ein Mensch. Der Rächer hat diese Angst<br />

überwunden, schon vor langer Zeit. Er mag zwar hier noch Blaze heißen, doch sie kennen ihn<br />

auch in seiner menschlichen Form, unter seinem menschlichen Namen – José Cayetano<br />

Gômez. Sie kennen ihn und fürchten ihn nicht mehr, doch er bleibt genau der gleiche Mann,<br />

genau die gleiche Macht <strong>im</strong> Ring.<br />

‚Schlächter‘: „Ich werde nie wieder Robert Barker sein. Nie! Wieder!“<br />

Der Kubaner scheint einen wunden Punkt getroffen zu haben. Einen wunden Punkt, von dem<br />

der Schlächter selbst nichts gewusst zu haben schien.<br />

‚Schlächter‘: „Und genau deshalb halte ich den Titel des Undisputed Gerasy Champions<br />

zurecht! Ich habe mich weiterentwickelt, ich bin nicht nur besser geworden, ich bin der Beste<br />

geworden und du weißt das genauso wie alle anderen hier es wissen! Hast du die Wett-Quoten<br />

gesehen? Hast du gesehen, wie lächerlich viel Geld man gewinnen kann, wenn man auf den<br />

Regenläufer setzt? Der wiedererstarkte Mann, der einmal der Teufel war und mich bei Vendetta<br />

84 in meinem eigenen Blut hat liegen lassen, ist ein abgrundtiefer Underdog gegen mich!<br />

Warum?“<br />

Fragender Blick an den Kubaner.<br />

‚Schlächter‘: „Weil ich unantastbar bin! Man hat mir nichts gegeben und doch habe ich alles<br />

genommen! Ich bin besser als die restlichen Versager hier <strong>im</strong> Backstagebereich. Ich werde<br />

diesen Titel mit in mein Grab nehmen und das weiß jeder da draußen!“<br />

Wissen sie das wirklich? Warum muss er es ihnen dann beweisen, indem er all seine<br />

Handlanger vom Ring verbannt?


‚Schlächter‘: „Der Abstand zwischen dem Rest und mir ist wie der zwischen dem Pöbel und<br />

ihrem König und deshalb ist die einzige Möglichkeit für ein Ende des Schlächters, dass ich<br />

irgendwann entscheide, dass ich genug habe. Genug Blut vergossen, genug Karrieren<br />

beendet, genug Köpfe an meiner Trophäenwand. Ich entscheide. Ich alleine! Es gibt<br />

niemanden, der mich aufhalten kann. Nicht du und ganz sicher nicht Rage! Das Ende des<br />

Schlächters liegt ganz allein in meiner Hand und ich schwöre dir, dass es noch lange, lange<br />

nicht gekommen ist!“<br />

Der Schlächter hat sich selber wieder überzeugt und zeigt ein triumphierendes Grinsen.<br />

‚Schlächter‘: „Ganz anders als dieses Gespräch, Blaze, denn das ist jetzt vorbei. Lass mich<br />

alleine! Lass mich endlich alleine!“<br />

Genug der Versuchung, genug des Rückblicks auf seine Vergangenheit, genug der <strong>im</strong>mer<br />

gleichen Gesprächspartner. Er ist <strong>im</strong>mer noch der Herr der Lage, er ist <strong>im</strong>mer noch der<br />

Champion und deshalb kann er auch <strong>im</strong>mer noch entscheiden! Und in diesem Moment hat er<br />

entschieden, dass die Phase in der er Blaze seine Spitzen, seine Beleidigungen und seine<br />

Provokationen durchgehen ließ vorbei ist. Jede weitere Provokation und es würde Blut fließen.<br />

Ist in der <strong>PCWA</strong> auch vieles ungewiss, so ist doch zumindest dieses Versprechen, das Barkers<br />

Haltung abstrahlt eine Sicherheit.<br />

Blaze: „Es war schon oft der Pöbel, der ihn erhängt und selbst zum König wurde. Ich gehe jetzt<br />

wieder und auch wenn ich den Quest 4 The Best heute nicht gewinne, wenn ich vielleicht sogar<br />

schon ausgeschieden bin… Ich komme wieder! Es ist unausweichlich. Ich erhebe mich und<br />

werde selbst zur Fackel, zum Leuchtbild, zum Symbol, zum Sieger, zum Besten und zum …<br />

Undisputed Gerasy Champion. Zu einem, den sie lieben, respektieren und ehren, denn er ist<br />

ihre Hoffnung, ihr Wächter und ihr Freischein von der Angst. Genieß die Zeit, die dir bleibt,<br />

Robert. … Sie läuft ab.“<br />

Ohne sich noch einmal umzudrehen verlässt der Kubaner nun die Kabine der Angst. Seine<br />

M<strong>im</strong>ik ist von stoischer Ruhe geprägt, fast unhe<strong>im</strong>lich gelassen. Man mag ihm seine Worte<br />

glauben, er hätte seine Angst besiegt.<br />

Plötzlich flackert das gerade noch gezeigte Bild des Rächers auf den Trons und<br />

Fernsehschirmen dieser Welt. Wie <strong>im</strong> Alptraum sieht man zuerst nur den Bruchteil einer<br />

Sekunde, dann <strong>im</strong>mer wieder und <strong>im</strong>mer länger abwechselnd das Bild der sanften und<br />

apathischen Gesichtszüge des Kubaners an der Tür zur Kabine der ANGST und dann das Bild<br />

seiner Gesichtszüge – mit Blut und Schlamm verschmiert – in Wind, Sturm und Regen auf der<br />

Flucht. Tobend erklingt das Brechen eines weiteren Baumes an seiner Wurzel. Wieder fällt ein<br />

Gigant der Urgewalt zu Füßen und sein Lebensfaden reißt. Ein Schatten baut sich hinter dem<br />

gehetzten Kubaner auf, der weiter durch den Wald rennt auf dem Weg zu einem unbekannten<br />

Ziel. Der Schatten wird zur Gewissheit seines Rufs. Der Stamm hätte ihn beinah begraben. Mit<br />

glasigen Augen riskiert Blaze einen kurzen Blick zurück. Ein gr<strong>im</strong>miges Lächeln ziert sein<br />

Gesicht.<br />

Blaze: „So wird es euch allen entgehen! Ihr wollt mir das Fürchten lehren, mich einsam<br />

begraben? Ich breche euch dabei. Ich lehre euch das Fürchten! Wisst ihr denn nicht, wen ihr<br />

hier herausfordert? Feuer lässt sich nicht beherrschen! <strong>Die</strong> Rache holt euch alle ein! Ich lasse<br />

mich nicht beherrschen! Ich zerstöre mich selbst, um zu siegen. Ich tue, was notwendig ist.<br />

Wenigstens reiß ich euch mit in den Abgrund!“<br />

Am fernen Horizont meint man kurz das Ende des Sturms zu sehen. Im Schlund der Hölle<br />

gefangen, scheint da doch weit weg ein kleines Licht. Wo es scheint, enden auch die<br />

schwarzen Wolken des Sturms, endet der Regen, endet der Wind, endet die Herrschaft der<br />

Angst.<br />

Mike Garland: „Blaze und Robert Barker verbindet eine lange gemeinsame Geschichte."


Vincent Craven: „Ich bin auch relativ sicher, dass wir diese beiden noch einmal gegeneinander<br />

<strong>im</strong> Ring sehen werden. Zwar hat Blaze keine Chance mehr, das Quest 4 The Best Turnier in<br />

diesem Jahr zu gewinnen, aber seine Rivalität mit dem 'Schlächter' dürfte Grund genug dafür<br />

sein, dass sie sich noch einmal begegnen."<br />

Mike Garland: "Und dabei geht es dann um den Undisputed Gerasy Title!"<br />

Vincent Craven: "Das wird sich zeigen. Der 'Schlächter' zeigt sich hier sehr entschlossen, aber<br />

tief in ihm hat er vielleicht doch Angst vor dem Tag, an dem der Mythos zerstört wird und er<br />

einfach wieder 'Robert Barker' ist."<br />

Mike Garland: "Ja. Aber dann bin ich schon in Rente:"<br />

Vincent Craven: "Warte es ab, Mike. Warte es ab."<br />

In der Ferne brennt Licht.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Orange sch<strong>im</strong>mert es in die anbrechende Nacht. Milde Kühle umspielt den Nieselregen,<br />

welcher das Licht reflektiert. Ansonsten frisst sich die Dunkelheit ihren Weg durch den Park<br />

des <strong>PCWA</strong> Geländes. Vom sandig, hellen Weg abgekommen steht MD unter einer Tanne. Er hat<br />

sich erneut in seinen langen Parker gehüllt, Mütze und Kapuze auf dem Kopf. <strong>Die</strong> kräftigen<br />

Äste des uralten Baumes hüllen ihn in Schatten.<br />

<strong>Die</strong> Taschenlampe in seiner Hand ist nur eine mangelhafte Lichtquelle. Mit seinem Fuß schiebt<br />

er ein paar abgebrochene und morsche Äste und Zweige weg, ehe er zum nahestehenden<br />

nächsten Baum schleicht. Kurz hebt er den Kopf, starrt hoch zum Dach des <strong>PCWA</strong> Theaters.<br />

„Suchst du was?“<br />

MD schrickt auf und dreht sich sofort herum. In seinem Sichtfeld steht ein Mann mit einer<br />

Kapuzenkutte und einer Porzellanmaske <strong>im</strong> Gesicht. Der geneigte Beobachter hat sogleich<br />

erkannt, um wen es sich hier handelt. Es ist der Regenläufer.<br />

Der Fighter schüttelt mit dem Kopf – obgleich er weiterhin den Gegenstand sucht, den er<br />

vermisst. Einen Schritt weiter ist er: das letzte Mal hatte er den Gegenstand bei Vendetta in<br />

seiner Jackentasche. Womöglich war das gute Stück zusammen mit dem Last Warrior hier<br />

runtergestürzt. Auf dem Dach lag es nicht mehr… jedoch ist auch hier zwischen den Ästen<br />

nichts zu sehen.<br />

Mad Dog: „Och, nix weiter… und du?“<br />

Azrael Rage: „Nur einen Platz an der frischen Luft… da andauernd Gabriel Lucifer auf meinem<br />

geliebten Dach herumlungert, dachte ich mir, ich suche mir ein neues Plätzchen.“<br />

Kurz wird der verrückte Hund von oben bis unten gemustert.<br />

Azrael Rage: „Mad Dog, richtig? Ich kann mich erinnern, wann wir das letzte Mal das<br />

Vergnügen hatten… falls es überhaupt ein Vergnügen war.“<br />

Schnippisch schießt die St<strong>im</strong>me des verrückten Hundes hervor.<br />

Mad Dog: „Ich kann mich genau erinnern. Es war <strong>im</strong> Finale des letzten Quest 4 the Best, als du<br />

mich mit deiner verfluchten Lariat el<strong>im</strong>iniert und damit den Kreislauf des ewigen Zweiten in


Gang gesetzt hast. Also tu nicht so dumm, Rage, natürlich bin ich Mad Dog… der Night Fighter,<br />

die unbekannte Konstan…“<br />

Eine Handbewegung von Rage, die MD verstummen lässt. Sogleich schießt bei diesem die Wut<br />

hoch, darauf eingegangen zu sein – aber er vergräbt sie <strong>im</strong> weiten Parker.<br />

Azrael Rage: „Spare Dir das für einen Deiner Gegner. Ich bin nicht Dein Feind… und auch nicht<br />

<strong>im</strong> Hauptkampf um den Quest 4 the Best heute.“<br />

Vorsichtig n<strong>im</strong>mt das Schild die Porzellanmaske aus seinem Gesicht und hängt sie an dem<br />

abgebrochenen Ende eines Astes auf. Sein Gesicht ist <strong>im</strong>mer noch von seiner Kapuze<br />

verdeckt. Der Regenläufer bemerkt nicht, wie Mad Dog mit weit geöffneten Augen diesen<br />

Vorgang beobachtet… so einfach n<strong>im</strong>mt Rage seine Maske ab… so einfach. Aus einer kleinen<br />

Tasche holt Azrael eine Zigarre hervor und zündet sie sich mit einem Streichholz an. Trotz<br />

Zigarre <strong>im</strong> Mundwinkel spricht er lächelnd zu Mad Dog.<br />

Azrael Rage: „Nicht Blaze… sondern die Havanna ist in Wahrheit das Gefährlichste was aus<br />

Kuba kam.“<br />

Kurz wird der jungfräulich tanzende Rauch in den Abendh<strong>im</strong>mel gepustet.<br />

Azrael Rage: „Ich rauche gerne, wenn ich nervös vor großen Kämpfen bin. Darf ich Dir auch<br />

eine anbieten?“<br />

Man kann erkennen, wie die Augenbrauen hinter Mad Dogs Maske hochgehen. Selten gibt ein<br />

Kämpfer hier zu, dass er nervös ist. Sogleich ke<strong>im</strong>t <strong>im</strong> Fighter das Gespräch mit Blaze auf. Das<br />

Gespräch über Angst.<br />

Mad Dog: „Danke, nein danke…“<br />

Und schließlich kommen auch die Gedanken an den Opener. Das Match steckt ihm noch in den<br />

Knochen, aber es wird schnell wieder verdrängt, denn noch <strong>im</strong>mer hängen die leuchtenden<br />

Augen des Hundes an der Porzellanmaske des Regenläufers.<br />

Mad Dog: „…aber soll das heißen ich sei ebenso nervös vor großen Kämpfen, huh!? Was willst<br />

du mir sagen, Kutte? Dass ich meine Kampfvorbereitung ändern soll? Mal etwas<br />

runterkommen soll? Huh!? Spar dir deine Weisheiten für DEINEN Gegner… Ich habe DIESES<br />

MAL alles richtig gemacht!“<br />

MDs Blick löst sich von der Maske und geht zurück zum Dach. Na ja, eine best<strong>im</strong>mte Sache<br />

fehlt.<br />

Mad Dog: „Aber gut, du bist also nervös. Nervös, weil du dich durch eine verfickte Stipulation,<br />

die für den Imperial Impact festgelegt wurde, an allen wirklichen Gerasy-Herausforderern<br />

vorbei schleichen konntest? Nervös, weil du fast an Blake gescheitert wärest, nun aber dem<br />

großen Schlächter gegenüber stehst? Huh?“<br />

Kurz wird der Finger von der unbekannten Konstante gehoben.<br />

Mad Dog: „Nein, nein, sag nichts. Es passiert hier ja ständig, dass sich jemand an mir vorbei<br />

schummelt, um Gerasy-Herausforderer oder gar Champion zu werden. Machen sie ja alle. Erst<br />

Heritage, dann Barker und schließlich du. Es steht mir bis hier, Rage, und heute wird auch<br />

diese Ewigkeit…“<br />

Azrael Rage: „HALT!“<br />

Kopfschütteln be<strong>im</strong> Hund.


Mad Dog: „FUCK YOU! Du bist nicht einmal vor einem Jahr zurückgekehrt und hast dich<br />

schneller Richtung Gerasy gebracht, als ich sagen konnte – Ja, ich hätte gerne eine wirklich<br />

faire Chance um den Gerasy.“<br />

<strong>Die</strong> Arme werden ausgebreitet, denn der Kämpfer der Nacht redet sich in Rage… welch<br />

Wortspiel. Hier muss ein Goethe gewesen sein…<br />

Mad Dog: „Hier stehe ich. Ich bin <strong>im</strong>mer da. IMMER! ICH BIN DIE KONSTANTE DER <strong>PCWA</strong>!<br />

Aber was bekomme ich, nachdem wir alle von Barker be<strong>im</strong> Impact verarscht wurden?<br />

Dasselbe, was ich <strong>im</strong>mer bekomme. Den schweren Weg! Während alle auf einem bequemen<br />

Pfad laufen, darf ich gegen den Strom in einem reißenden Fluss schw<strong>im</strong>men. Anstatt also<br />

heute Barker in einem einzigen gemütlichen Match den Arsch zu versohlen, um Gerasy zu<br />

werden, muss ich heute ein weiteres Mal raus und einen zweiten Kampf gewinnen. Und du? Du<br />

bist also nervös.“<br />

Azrael Rage: „Kannst Du Ringe mit Rauch machen? Ich konnte es, bevor ich diese Narben <strong>im</strong><br />

Gesicht bekam… doch nun? Nun will es nichts mehr werden.“<br />

Tatsächlich scheint es dem Regenläufer nicht möglich einen Ring mit dem majestätischen<br />

Rauch zu erschaffen. MD rollt nur mit den Augen und schaut wieder zwischen die Äste, um<br />

sein vermissten Gegenstand zu finden.<br />

Azrael Rage: „Wie Du siehst, verlieren wir hier alle mal. Einen schönen Abend noch, Du<br />

Delinquent!“<br />

So dreht er sich um, greift seine Maske und geht zwei Schritte, als ihm Mad Dog hinterher<br />

brüllt.<br />

Mad Dog: „Wir verlieren alle einmal? WILLST DU MICH VERARSCHEN, RAGE??? Nein, nein,<br />

Rage, wir verlieren hier nicht alle mal. Eigentlich war <strong>im</strong>mer nur ich der Angeschissene hier.<br />

Was hast Du denn bisher verloren Rage? Was waren deine Opfer? Sind sie auch so zahlreich<br />

wie meine?“<br />

Schließlich musste er sich anpassen und zur unbekannten Konstante werden. Über seine<br />

Schulter sprechend antwortet Rage: „Ist das nicht einerlei?“<br />

Mad Dog: „NEIN! IST ES NICHT! Ich habe mehr Geld verloren, als ich jemals bekam, mehrere<br />

Zuhause geopfert, die Liebe meines Lebens mit Füßen getreten und schlussendlich gibt es da<br />

irgendwo in der Weltgeschichte ein kleines Mädchen, ich weiß nicht einmal mehr genau, wo!<br />

Ein Mädchen… MEINE TOCHTER! Sie ist meine Tochter und sie ist jetzt… ich weiß du hast<br />

auch eine Tochter und daher frage ich, Rage, was ist einerlei?“<br />

Der Nachtkämpfer senkt sein Haupt. Er ist die unbekannte Konstante, die Angst hat keine<br />

Macht mehr über ihn – aber was ist der Preis?<br />

Mad Dog: „Was bin ich noch, Rage? Wer bin ich noch? Ein Unbekannter für euch – auch<br />

unbekannt für mich selbst? Ich bin… bin mutterseelenallein in dieser Welt und das alles tue ich<br />

mir an, weil ich daran glaube, dass ich eines Tages Undisputed Gerasy bin. Nur deshalb… weil<br />

ich daran glaube, dass dann alles… besser… wird. Dass dann endlich alles vorbei ist! Dass<br />

dann endlich Ruhe… ist. Kein Getriebener mehr, keine Opfer mehr. Und endlich wieder mehr<br />

Leben… als nur für diesen Traum.“<br />

Schon am Anfang des Monologes hatte Rage gestoppt und zugehört. Eine Tochter… irgendwie<br />

dreht sich heute viel zu viel um Kinder. Dabei sollte es doch für ihn um den Gerasy gehen…<br />

Der Fighter starrt unterdes Rages Rücken an. Wieso Mad Dog gerade Azrael das alles erzählt?<br />

Vielleicht weil beide Väter sind, aber genau weiß er es nicht. MD atmet dennoch erleichtert aus.


Der Regenläufer dreht wieder bei, sagt aber noch kein Wort… nur ein Zug an der Zigarre und<br />

ein kurzer Blick in die Sterne, doch sieht er wirklich auf der Firmament, oder ist das nur eine<br />

Leinwand für ein Portrait?<br />

Mad Dog: „Was siehst DU denn, wenn du da in den Nachth<strong>im</strong>mel guckst, Regenläufer? Siehst<br />

du wie du siegreich den Gerasy in die Höhe hältst, oder ist es doch das Antlitz deines eigenen<br />

Fleisch und Blutes?“<br />

Man kann es zwar unter Mad Dogs Maske nicht sehen, aber man kann es hören. Ein leises<br />

Lachen.<br />

Mad Dog: „Eigentlich ist DAS einerlei. Ich kenne die Antwort… oder wärst du doch bereit deine<br />

Tochter für den Undisputed Gerasy zu opfern?“<br />

Kurz blickt der Regenläufer sich um, versucht eine Antwort auf diese Frage in seiner<br />

Umgebung zu erhaschen, aber natürlich findet er keine.<br />

Azrael Rage: „Weißt Du, verrückter Hund, wenn der Moment heute kommt und ich <strong>im</strong> Ring<br />

gegen Robert Barker… gegen den Schlächter stehe, dann werde ich tun, was nötig ist, um zu<br />

siegen. Ich werde ein zweites Mal Undisputed Gerasy Champion.“<br />

Der geneigte Leser wird sicherlich schon gemerkt haben, dass dies keine direkte Antwort ist<br />

und viel Freiraum für Interpretationen lässt. <strong>Die</strong> unbekannte Konstante hat es gemerkt, ist<br />

aufmerksam, will nachbohren…<br />

Mad Dog: „Aber das…“<br />

Azrael Rage: „Ich denke, wir haben genug Mad Dog Monologe für dieses Segment gehört. Ich<br />

bin dran… denn ich habe etwas zu sagen, dass sich weniger wie Weinen an Mamis Rockzipfel<br />

anhört.“<br />

Kurz überlegt Mad Dog, ob er Rage für diese Äußerung attackieren will, aber er beschließt zu<br />

lauschen.<br />

Azrael Rage: „Sicherlich wirst Du es nicht hören wollen, aber es ist ganz einfach in der <strong>PCWA</strong>.<br />

Du kannst den Weg zu Ende gehen und sehen, was passiert. Kein Einsatz, kein Spiel, aber<br />

auch kein Verlust. ODER ABER man hört auf sich zu verhalten, wie ein kleines verfluchtes<br />

Kind, dem man den Lutscher geklaut hat, gibt alles, opfert alle Kraft, allen Wohlstand und alle<br />

Bindungen und vielleicht, WENN DU DAS ZEUG DAZU HAST, schaffst Du es nach ganz oben<br />

und wirst belohnt! Das sind die einzigen Optionen. Nur auf diese Wahl kommt es an. Alles<br />

andere ist einfach nur Schall und Rauch... Hund!“<br />

Der Nachtkämpfer ballt beide Fäuste vor sich, spürt die Wut, wie heißes Quecksilber durch<br />

seine Adern sprießen und dann brüllt er das einzige in Richtung Rage, was ihm noch auf der<br />

Zunge liegt.<br />

Mad Dog: „FUCK! ICH HABE ALLES GEOPFERT! ALLES! ES IST NICHTS, GAR NICHTS MEHR<br />

ÜBER!“<br />

Eine Handbewegung des Schildes der <strong>PCWA</strong> zeigt, dass er möchte, dass Mad Dog sich jetzt<br />

beruhigt.<br />

Der Hund aber sieht nur auf seine Hände.<br />

Mad Dog: „Das einzige was ich jetzt noch habe, ist mein hungriges Leben, dass mich von<br />

Kampf zu Kampf trägt… und hoffentlich irgendwann zum Sieg… denn von allem anderen habe<br />

ich mich befreit… ich kann nichts anderes mehr in die Waagschale werfen.“


MDs Kopf wird nun vollends angehoben. Auch der Gegenstand, den er sucht, ist nichts mehr,<br />

was er braucht. Verschwendete Zeit war es, ihn zu suchen. Er ist die unbekannte Konstante.<br />

Das Verlorene hat keine Macht über ihn.<br />

Mit der Zigarre in der Hand deutet Rage allerdings Richtung Kopf des Nachtkämpfers.<br />

Azrael Rage: „Eines ist noch da… Das da… in Deinem Gesicht.“<br />

Mad Dog: „Meine Maske?“<br />

Ein bestätigendes Nicken des Regenläufers.<br />

Azrael Rage: „Warum nicht, Hund? Vielleicht ist sie der Stein, der Dich am tiefen Boden des<br />

Scheiterns festhält… Vielleicht musst Du endlich das Gehe<strong>im</strong>nis Deines Gesichts opfern, um<br />

endlich <strong>im</strong> Lichte des Erfolgs zu glänzen.“<br />

Kurz blickt der Verrückte Hund zur Seite, denkt wohl nach… spricht dabei.<br />

Mad Dog: „Weißt Du, wenn ich mal durch die Stadt gehe, und junge Mädchen sehe, dann frage<br />

ich mich oft, wie meine Tochter wohl jetzt aussieht. Würde sie mich erkennen? Und was würde<br />

sie sagen? Würde sie jemals verstehen… ist es überhaupt zu verstehen? Auf all diese Fragen,<br />

habe ich keine gescheite Antwort… ich weiß es einfach nicht. Aber in ruhigen Augenblicken da<br />

habe ich das Gefühl, als ob ein Teil meines Herzens und meines Geistes nicht hier sind,<br />

sondern ganz woanders. In diesen Momenten dann denke ich, dass es richtig war mein<br />

Vaterdasein zu opfern. Ich meine, ich habe sie Anderthalbjahre nicht mehr gesehen und<br />

trotzdem ist ein Teil von mir bei ihr… geblieben. Wie viel wäre bei ihr, wenn sie präsent in<br />

meinem Leben wäre? Wäre noch genug von mir übrig für die Unbekannte Konstante?“<br />

Ein Schulterzucken von Rage… obwohl er in seinem Kopf deutlich mehr Anteil nahm, als er<br />

gerade zeigt, denn Rage fällt auf, dass er mit seiner Tochter nicht mehr ausgiebig geredet<br />

hatte, seitdem er entführt worden war.<br />

Jetzt blickt Mad Dog wieder fokussiert zu Azrael. Für ihn ist es der ewige Zwiespalt. Mit dem<br />

Familienopfer opferte er auch einen Teil von sich. Eine Leerstelle, die pocht und brennt. Immer<br />

wieder pocht und brennt. Pocht… und brennt.<br />

Mad Dog: „Du bist also nervös, Rage? Glaubst du Barker könnte Cinderella nach deinem Sieg<br />

etwas antun? Glaubst du jemand, der deinen Gerasy will, könnte ihr etwas antun? Macht dich<br />

DAS nervös, huh!? Ist dies die Macht, die dich nervös macht? <strong>Die</strong> Besitz über dich ergreift?<br />

Huh!? Rage, wie fühlst du dich?“<br />

Kurz senkt sich Rage’s Blick gen Boden. Nur leise antwortet er.<br />

Azrael Rage: „Wie ein Vater.“<br />

Plötzlich blickt er auf, grinst ein wenig diebisch…<br />

Azrael Rage: „Ahh, die Band spielt wieder.“<br />

Es wird sich noch einmal kurz an den <strong>im</strong>aginären Hut gefasst und dann dreht er sich und geht<br />

mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen.<br />

Azrael Rage: „I’m singing in the rain… with the Undisputed Gerasy… Gerasy.”<br />

Zurück in der Dunkelheit des kleinen Waldgebietes bleibt Mad Dog, der keinerlei Reaktion auf<br />

das Verhalten von Rage zeigt… man hat zu viel erlebt, zu viel gesehen, um davon überrascht<br />

zu sein. Dennoch blickt er ihn lange hinterher und als Rage aus dem Sichtfeld ist, dreht er sich<br />

sofort in den Schatten…


Seine Hände greifen an seinen Hinterkopf.<br />

Er n<strong>im</strong>mt die Maske ab. Der Schatten verhüllt sein Gesicht. <strong>Die</strong> Gesichtsbedeckung hält er<br />

direkt vor sich. Man könnte meinen, dass er der Maske in die Augen gucken will.<br />

Mad Dog: „Meine Maske… meine Maske zur Vollendung? Er hat doch keine Ahnung…“<br />

Vincent Craven: „Das ist etwas, was man <strong>im</strong>mer <strong>im</strong> Hinterkopf behalten muss – Auch unsere<br />

Wrestler sind nur Menschen.”<br />

Mike Garland: „Schon, aber sie haben sich dieses Leben ausgesucht.“<br />

Vincent Craven: „Ich denke dennoch, dass man ein besonderer Mensch für dieses Leben sein<br />

muss, um ein Leben, dass hauptsächlich für den Kampf steht, leben zu können. Viele wissen<br />

sicherlich nicht auf was sie sich einlassen, wenn sie jung als Wrestler anfangen.“<br />

Mike Garland: „Heißt das, dass Rage und Mad Dog gescheiterte Persönlichkeiten sind?“<br />

Vincent Craven: „Nein, so will ich das nicht sagen, sondern eher, dass nicht jeder so viel<br />

geben kann, wie die Beiden. Rage scheint noch nach einer Alternative zu suchen, aber Mad<br />

Dog scheint sich damit abgefunden zu haben, dass er nur noch sich selbst hat.“<br />

Mike Garland: „Soll also heißen, dass Wrestler sein und erfolgreich eine Familie führen nicht<br />

möglich ist?“<br />

Vincent Craven: „Zumindest ist es schwer.“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

<strong>Die</strong> Tür verschlossen, einmal mehr. Wundert es ihn noch? Es ist ein purer Wahnsinn. Erst fleht<br />

ihn sein bester Freund an, bettelt quasi darum, dass er den Job für ihn macht – und kaum<br />

erweist er ihm diesen Freundschaftsdienst, ist er wieder Luft für Blake Milton. Kaum hat er was<br />

er wollte, ist die Tür für Caleb Yuma wieder zu. Und er steht da, wird von der Welt verachtet, als<br />

freiwiller Verlierer auf Ewig. <strong>Die</strong>s ist seine Rolle. Er ist der, der nicht mehr gewinnen kann, nicht<br />

mehr gewinnen will. Und es ist ja nicht so, als ob sich daran heute Abend etwas ändern sollte.<br />

Immerhin steht er bei Valkos Heritage <strong>im</strong> Wort. Er wollte ihn zum erst zweiten Grand Slam<br />

Champion in der <strong>PCWA</strong> Historie machen. Dafür muss er einmal mehr auf den eigenen Erfolg<br />

verzichten.<br />

Vom heißesten Stern am <strong>PCWA</strong> Firmament zur größten Lachnummer – und das innerhalb einer<br />

Season. Nach dem Imperial Impact war er DER Jungstar der <strong>PCWA</strong>. <strong>Die</strong> Leute überschlugen<br />

sich mit Lob für ihn. Er war DER Favorit auf das Number One Contender Match, das durch die<br />

Battle Royal in der folgenden Vendetta vergeben wurde. Er wurde als ernstzunehmende Gefahr<br />

für Robert Barker betrachtet – als Rookie! Und jetzt? Jetzt steht er <strong>im</strong>mer wieder einfach nur<br />

vor verschlossenen Türen. Entweder hat er sie selbst zugeschlagen, oder ihm wird nicht<br />

geöffnet.<br />

Und so verlässt er die verschlossene Kabine Miltons und begibt sich zu einem Treffen mit<br />

jemandem, der ihn treffen wollte. Immerhin hat er ihm eine Messege zukommen lassen, die<br />

diesen Schluss nahe legt.


Mike Garland: „Armer Caleb Yuma. Schon wieder irrt er alleine durch das Phoenix Centre und<br />

landet vor einer verschlossenen Tür. Sieht so aus, als hätte ihn Blake Milton jetzt auch noch<br />

hängen lassen."<br />

Vincent Craven: „Du redest Unsinn, Mike. Milton hat ganz andere Probleme, als in seiner<br />

Kabine auf unangemeldete Besucher zu warten."<br />

Mike Garland: "Das änder natürlich nichts an Yumas Situation."<br />

In einer der Security-Zentralen.<br />

Vor kurzer Zeit.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

OFF-CAMERA<br />

<strong>Die</strong> fl<strong>im</strong>mernden Monitore sind die einzige Lichtquelle in dem kleinen abgelegenen Raum <strong>im</strong><br />

dritten Stock. Mehr Licht braucht Patricia nicht für ihr Vorhaben. Sie steckt die Spraydose, mit<br />

der sie eben gerade das Objektiv des jetzt nicht mehr allsehenden Auges der hier installierten<br />

Überwachungskamera geblendet hat, zurück in ihre Hosentasche. Dabei fällt ihr Blick kurz auf<br />

den am Boden liegenden Wachmann. Vielleicht ist es ja tatsächlich eine Spur Mitleid, welches<br />

sie kurz in die Knie gehen lässt, um nach seinem Puls zu fühlen. Deutlich spürt sie das<br />

Pulsieren des Blutes in der Halsschlagader. Mit einigen schnellen Bewegungen bringt Patricia<br />

den niedergeschlagenen Wachmann in die stabile Seitenlage. Nun musst du auch nicht mehr<br />

an deinem eigenen Erbrochenen ersticken, fährt es ihr durch den Kopf und sie muss innerlich<br />

ein wenig grinsen. Hier einzudringen und den überrumpelten Wachmann von hinten<br />

niederzuschlagen war wirklich ein Kinderspiel. Ob der Tipp von Blaze sich auszahlt, wird sich<br />

jetzt zeigen. Sie muss nur die richtigen Aufnahmen finden.<br />

Sie muss wissen, was mit ihrem Vater geschehen ist.<br />

Patricia blickt sich um. In dem Raum befindet sich nur ein Schrank. Schnell öffnet sie ihn – ein<br />

Volltreffer. Beschriftete Videokassetten, reihenweise. Zumindest diese Überwachungszentrale<br />

scheint noch nicht <strong>im</strong> 21. Jahrhundert angekommen zu sein, aber das macht ihre Suche umso<br />

leichter. Keine Passwörter, keine verschlüsselten digitalen Daten. Nach einer kurzen<br />

Musterung zieht sie eine Kassette mit dem Datum 26.02.2012 heraus. Vendetta 84.<br />

Sekunden später fl<strong>im</strong>mern Aufnahmen verschiedener Überwachungskameras auf einem der<br />

Monitore. Patricia spult vor und beginnt systematisch den Inhalt des Bandes zu durchforsten.<br />

Plötzlich hält sie inne. Ihre Augen weiten sich.<br />

Patricia: „Das ist ein Bingo!“<br />

„Hm...“<br />

< ><br />

John Smith befindet sich <strong>im</strong>mer noch auf dem Dach des <strong>PCWA</strong> Theatres und betrachtet das<br />

ominöse Schachspiel, das er vor einiger Zeit dort gefunden hatte. Mittlerweile hat er sich zwar<br />

den Inhalt angesehen, aber wirklich klüger ist er daraus auch nicht geworden. Mittlerweile hat


er das Spiel wieder zusammen geklappt und denkt über den Inhalt nach. Der gibt ihm - noch -<br />

mehr Rätsel auf als dass er ihm Antworten geben würde.<br />

„Schwarze Dame: Pa...“<br />

Ein Geräusch reißt ihn aus dem Gedankenstrudel. Eine knarzende Türe. Genauer genommen:<br />

DIE zuknallende Türe, die nach hier oben aufs Dach führt. Schritte. Smith lehnt sich erst<br />

einmal an die Wand des Treppenaufgangs und legt sich auf die Lauer. Wer auch <strong>im</strong>mer hier<br />

kommt: Er sollte vorsichtig sein...<br />

< ><br />

Das Dach. Als Patricia die massive Stahltür aufschiebt, muss sie sich regelrecht dagegen<br />

stemmen, da der starke Wind das Türblatt zurück in den Rahmen drückt. Es scheint fast so, als<br />

wolle die Natur verhindern, dass sie diesen Ort aufsucht. Patricias Gedanken beginnen zu<br />

kreisen. Hier ist er gewesen, ihr Vater, sie hatte es auf den Videoaufzeichnungen ganz genau<br />

gesehen. Gegen Ende von Vendetta 84, kurz vor seinem Verschwinden. Patricia merkt, wie ihr<br />

ein leichter Schauer über den Rücken läuft. Was sie wohl hinter dieser Tür erwartet? Des<br />

Rätsels Lösung, vielleicht ein klarer Hinweis – oder einfach nur ein leeres Dach mit einem<br />

phantastischen Ausblick über die Stadt?<br />

Patricia tritt nach draußen. Sofort schlägt ihr eine Windböe mit Nieselregen in das Gesicht und<br />

sie zieht sich die Kapuze ihres Pullovers über den Kopf. Sie fröstelt, aber dafür ist jetzt keine<br />

Zeit. Als Patricia einige Schritte auf das Dach hinausgeht, strauchelt sie fast. Durchatmen und<br />

ruhig bleiben. Der Regen hat einen feuchten Film auf dem Boden hinterlassen, der jeden<br />

überhasteten Schritt zu einem Risiko macht. Patricia blickt sich angestrengt um. Außer einigen<br />

Dachaufbauten, zahlreichen Antennen und Entlüftungsschächten kann sie nichts Besonderes<br />

erkennen. <strong>Die</strong> große Kuppel hinter ihr mit ihrer spiegelnden Front ragt wie riesiger Berg aus<br />

Glas in die Höhe, aber für diesen majestätischen Anblick interessiert sie sich in diesem<br />

Moment nicht. Patricias Blick wandert über den Boden, während sie sich vorsichtig voran<br />

wagt, jeden Halt nutzend.<br />

Es muss eine Spur geben.<br />

Es muss einfach.<br />

Patricia weiß nicht, wie viel Zeit sie schon hier oben verbracht hat. Sind es erst einige Minuten<br />

oder schon viele Stunden? Ein ungutes Gefühl hat von ihr Besitz ergriffen, fast so als würde<br />

sie jemand beobachten. Aber wer soll schon hier oben sein?<br />

Patricia (zu sich selbst): „Was ist das?“<br />

Als Patricia die metallische Reflektion bemerkt, passiert es. Gerade will sie nach einer Antenne<br />

greifen, als sie plötzlich den Halt verliert und von einer starken Windböe erfasst wird.<br />

Verzweifelt versucht sie nach etwas zu greifen, aber ihre Hände greifen ins Leere, während sie<br />

der Dachkante entgegen schlittert.<br />

Patricia: „Nein! NEEEEIIIINNNNNN!“<br />

Plötzlich hat sie keinen Boden mehr unter den Füßen. Sich der Ironie dieses Schicksals noch<br />

gar nicht bewusst, glaubt Patricia für einen Moment zu schweben, bis sie schließlich über die<br />

Kante ins Nichts fällt und dem sicheren Tod entgegen rast. Verzweifelt reißt Patricia noch ein<br />

letztes Mal die Hände nach oben – und bekommt tatsächlich die Dachkante zu fassen. Ein Ruck<br />

geht durch ihre Handgelenke und sofort durchzuckt ein heftiger Schmerz ihren gesamten<br />

Körper. Für einen Moment hängt sie dort, aber schon lösen sich ihre Finger…<br />

In diesem Moment packen zwei starke Hände ihre Unterarme und ziehen sie wieder hoch.<br />

Keuchend sackt Patricia zu Boden, unfähig zu einem klaren Gedanken.


„<strong>Die</strong> Leute wären mir wohl dankbarer, wenn ich dir einen kleinen Schubs auf den Weg nach<br />

unten mitgegeben hätte … Aber hey, der Abend ist schon beschissen genug. Da brauche ich<br />

nicht auch noch eine Anklage wegen Totschlags.“<br />

Patricia kommt diese St<strong>im</strong>me vage bekannt vor, aber sie kann sie keinem Gesicht zuordnen.<br />

Noch <strong>im</strong>mer ist sie so außer Atem, dass sie nicht viel mehr als ein Keuchen heraus bekommt.<br />

Patricia: „Wer… auch… <strong>im</strong>mer… du… bist… danke.“<br />

Als die Kamera heraus zoomt, ist auch der Retter zu erkennen. John Smith — von einigen<br />

bösen Zungen <strong>im</strong> Internet auch „Mr Faded Glory“ genannt. Kein Match am heutigen Abend,<br />

ausgeschieden in Runde Eins des Quest for the Best, wäre fast aus der Liga geflogen. Aber<br />

scheinbar nicht wichtig genug, dass das Mädchen des Möchtegern-Superstars von einem<br />

Gerasy Champions ihn kennt. Der Retter von Patricia zieht die Augenbrauen zusammen.<br />

John Smith: „Ich bin also wirklich 'Mr Faded Glory', huh?“<br />

Auch wenn man es von ihm in letzter Zeit nur sehr selten gesehen hat: Smith muss für einen<br />

Moment lächeln.<br />

John Smith: „Auch der 'Jugend von heute' würde es mal nicht schlecht tun, in die<br />

Geschichtsbücher zu gucken. Sonst landet ihr dort am Ende schneller als euch lieb ist und<br />

seid auch bald längst vergessene Artefakte aus einer anderen Zeit… Das sollte doch vor allem<br />

die Tochter von Adam Reynolds wissen, dass man das Alter ehren sollte.“<br />

Er hilft ihr hoch und nun endlich erkennt das „Living Dead Girl“ das Gesicht ihres<br />

Lebensretters.<br />

Patricia: „Du bist… John Smith!“<br />

Ein kurzes, bestätigendes Nicken.<br />

John Smith: „Yeah, die Kandidatin hat 100 Punkte. Reicht leider nicht ganz für den<br />

Höchstpreis. Aber vielleicht gibt es den schon, wenn Barkers kleine Hure uns die nächste<br />

Frage ehrlich beantwortet.“<br />

Etwas sagt ihm, dass Selladore durchaus ein starkes Interesse am Schachspiel haben könnte.<br />

Jetzt kommt es darauf an, wie sie sich weiter verhält.<br />

John Smith: „Was treibt dich nach hier oben? Wollt ihr irgendwelche armen Seelen erlösen<br />

und vom Dach stürzen? So sehr ich ein Verschwinden von den ganzen Firmen-Jungs begrüßen<br />

würde, das wäre doch ein wenig… ähm… auffällig.“<br />

Patricia blickt ihn kurz musternd an. Vermutlich macht es jetzt wenig Sinn, ihm ins Gesicht zu<br />

schmettern, dass ihn dies nichts anginge.<br />

Patricia: „Ich bin auf der Suche nach meinem Vater. Er… er ist nach der letzten Show einfach<br />

verschwunden. Zuerst dachte ich, dass er sich nur eine Auszeit gönnen wolle, aber als er dann<br />

heute <strong>im</strong>mer noch nicht wieder auftauchte, habe ich Nachforschungen angestellt.“<br />

<strong>Die</strong> Augenbrauen ziehen sich wieder zusammen.<br />

John Smith: „Auf dem Dach des <strong>PCWA</strong> Theatres? Das ist kein Ort für alte Männer wie<br />

Reynolds. Habe gehört, der bevorzugt den Keller. Erinnert ihn wohl an seinen alten Zahlen-<br />

Buddy aus der GCW. Ab nem gewissen Alter muss man sich eben an die letzten Erinnerungen<br />

klammern, die man noch hat.“


Patricia senkt kurz den Blick. Sie weiß selbst, wie dünn ihre Spur ist. Aber sie hat keine andere.<br />

Ohne John Smith anzusehen, setzt sie schließlich fort.<br />

Patricia: „<strong>Die</strong> Überwachungskameras haben mir gezeigt, dass mein Vater nach dem Main Event<br />

von Vendetta 84 die Treppe zu diesem Dach hochging. Und da war noch mindestens eine<br />

weitere Gestalt, die aber nicht zu erkennen war.“<br />

Kurzes Zögern bei Smith und die Frage, ob Patricia sich den möglichen Hauptpreis verdient<br />

hat, zeichnet sich auf seinem Gesicht ab — zumindest für den wissenden Zuschauer.<br />

John: „Well, ich würde sagen, du hast dir zumindest einen Blick auf den Hauptpreis verdient.<br />

Der könnte für dich interessant sein.“<br />

Eine kurze Handbewegung deutet an, dass Patricia ihm folgen soll. Der Weg führt beide auf die<br />

andere Seite des Treppenaufgangs. Er hebt etwas auf, das sich dann <strong>im</strong> Schein des Mondlichts<br />

als das uns bereits bekannte Schachspiel herausstellt.<br />

Irritiert blickt Patricia erst den hölzernen Kasten und dann John an.<br />

Patricia: „Was ist das?“<br />

Sie will danach greifen, aber Smith entzieht es ihr mit einer schnellen Bewegung.<br />

John Smith: „Tzz... Unartiges Mädchen. Ein wenig mehr Respekt.“<br />

<strong>Die</strong> Bemerkung überhörend, mustert Patricia das hölzerne Schachbrett. Von außen ist daran<br />

nichts Besonderes, das einzige, mit dem sie etwas anfangen kann ist vermutlich das Quest for<br />

the Best Logo, das auf eines der Schachfelder geklebt ist. Schon will sie fragen, was das alles<br />

soll, aber Smith legt nur den Zeigefinger auf die Lippen. Theatralisch öffnet er die beiden<br />

metallenen Verschlüsse des Spiels einzeln.<br />

John Smith: „Et voilà ...“<br />

Der erste Blick enthüllt nur wenig Interessantes. Handelsübliche Schachfiguren. Jeweils ein<br />

Set weißer und schwarzer Figuren. Tausend Mal gesehen. Selladore will sich bereits wieder<br />

abwenden, aber Smith deutet ihr, sich hinzusetzen. Smith setzt sich ebenfalls <strong>im</strong> Schneidersitz<br />

hin und packt, eine nach der anderen, einzelne Schachfiguren aus. Alle dieser Figuren sind<br />

beschriftet.<br />

John Smith: „Der schwarze König.“<br />

John Smith: „<strong>Die</strong> schwarze Dame.“<br />

John Smith: „Der schwarze Läufer.“<br />

„Gabriel Lucifer“.<br />

„Patricia Selladore“.<br />

„Alistair Brunswick“.<br />

Sie hat das Prinzip verstanden, es verwundert also auch nicht weiter, dass andere Figuren<br />

beschriftet sind. „Blake“ ist auf dem weißen König zu lesen, „Blaze“ auf der weißen Königin.<br />

<strong>Die</strong> letzte Figur, die Smith vor ihr aufstellt, ist eine Figur, die nicht so ganz ins Gesamtbild<br />

passen will: Eine rote Figur aus einem „Mensch ärgere dich nicht“ Spiel.<br />

Patricia runzelt die Stirn. Was sollte dieses seltsame Schachspiel. Gehörte es etwa…?


Patricia: „Ich habe ein Schachspiel bei Gabriel Lucifer gesehen! <strong>Die</strong>ser Mistkerl! Ich werde…“<br />

Irgendetwas tief in ihr drängt sie, sofort loszustürmen und sich auf die Suche nach Gabriel<br />

Lucifer zu machen, um die Wahrheit aus ihm heraus zu prügeln. Aber John hält sie an der<br />

Schulter fest und diese einfache Berührung wirkt irgendwie… beruhigend. Fragend blickt sie<br />

ihr Gegenüber ab.<br />

Patricia: „Was weißt du über dieses Schachspiel?“<br />

John Smith: „Dass der Teufel oft <strong>im</strong> Detail versteckt ist. Und das Offensichtliche nicht <strong>im</strong>mer<br />

die Wahrheit ist.“<br />

Er n<strong>im</strong>mt einen der weißen Bauern heraus. Auch er ist beschriftet. Nach und nach kommen alle<br />

weiteren weißen Bauern aus dem Spiel auf den kalten Boden des Daches. Patricia setzt bereits<br />

dazu an, etwas zu erwidern. Aber Smith ist noch nicht fertig.<br />

John Smith: „Einen Moment ...“<br />

Und reiht auch die schwarzen Bauern vor Patricia auf. Einen nach dem anderen. Und auch sie<br />

tragen einen Schriftzug.<br />

John Smith: „Schau es dir selbst an. Das ist wirklich interessant.“<br />

Patricia beugt sich etwas nach vorne, um die beiden Figuren genauer unter die Lupe nehmen<br />

zu können. <strong>Die</strong> Schrift ist wirklich winzig und schwer zu erkennen, aber…<br />

Patricia: „<strong>Die</strong> unbekannte Konstante. SCHEISSE, DAS IST DOCH…“<br />

John Smith: „Der Nightfighter, Mad Dog, oder seit neuestem eben die unbekannte Konstante.<br />

Das ist doch wirklich mal … interessant.“<br />

Ihre Gedanken rasen. Natürlich. Mad Dog, der alte Weggefährte ihres Vaters. Für ihn musste es<br />

so aussehen, als sei er von ihm in eine Falle gelockt worden. War dies nun seine Rache, hatte<br />

er etwas mit seinem Verschwinden zu tun? Patricia merkt, wie Wut in ihr aufsteigt. Sie ballt die<br />

Hände zu Fäusten und will gerade herumwirbeln, als John Smith sie auf einmal an beiden<br />

Oberarmen packt.<br />

John Smith: „Ruhig Blut. Keine übereilten Reaktionen hier. Wohin willst du?“<br />

Patricias St<strong>im</strong>me ist mehr ein Fauchen als ein Sprechen.<br />

Patricia: „DAS GEHT DICH NICHTS AN!“<br />

Smith hat genug. Er hat dem Gör geholfen und jetzt führt sie sich auf wie eine Furie. Er ist nicht<br />

ihr Feind. Zumindest solange er nicht die Möglichkeit hat, in die Nähe von Barker und seinen<br />

Titel zu kommen.<br />

John Smith: „Jetzt mal <strong>im</strong> Ernst. Mit dem Kopf durch die Wand zu Mad Dog rennen und ihn fast<br />

umbringen? Was wird dir das bringen? Deinen Vater?“<br />

Ihr Blick verrät Unsicherheit.<br />

John Smith: „Dachte ich mir. Zerstöre nicht die einzige Spur, die du <strong>im</strong> Moment hast. Das wäre<br />

eine verdammt dumme Idee.“<br />

Sie sieht ihn mit zornig funkelnden Augen an.


Patricia: „Und wenn… UND WENN DU ES WARST? Was ist das schon für ein Beweis, ein<br />

dummes Schachspiel, welches genauso gut dir gehören könnte! Vielleicht sollte ich euch beide<br />

einfach…“<br />

Weiter kommt sie nicht, denn John Smith verpasst ihr in diesem Moment eine schallende<br />

Ohrfeige. Patricia ist davon so verdutzt, dass sie nicht sofort kontert. John, der sie <strong>im</strong>mer noch<br />

an beiden Oberarmen festhält, schüttelt den Kopf und verdreht die Augen.<br />

John Smith: „Süß irgendwie, aber auch beängstigend, wie blind du bist, wie schnell du deinen<br />

Verstand abschalten kannst. Wenn ich der FURCHT schaden wollen würde, dann hätte ich dir<br />

grade sicher nicht das Leben gerettet.“<br />

Patricias Augen funkeln.<br />

Patricia: „Halte mich nicht für dumm. Jeder hier weiß, dass Mad Dog fast deine Karriere<br />

beendet hätte. Was, wenn das alles nur ein Plan ist, mit dem du deinem alten Feind schaden<br />

willst?“<br />

Seufzer von Smith.<br />

John Smith: „Dann würde ich mich mit ihm direkt anlegen und nicht über irgendwelche Banden<br />

spielen. Ich bin nicht Gabriel, diese Art von Spielchen sind nicht mein Ding. Aber back to topic,<br />

Mädchen. Alles, was ich da grade sehe, ist das kleine, willenlose Püppchen von Barker, das<br />

nicht anders kann, als wie eine tollwütige Hündin durch das Phoenix Centre zu rasen und alles<br />

anzufallen, was ihr gerade über den Weg läuft. Benutze verdammt noch mal dein Hirn, bevor du<br />

etwas tust, was du später bereuen wirst.“<br />

Rumms. Der hat gesessen. Für einen Moment überlegt Patricia, wie sie sich am besten von<br />

John losreißen kann. Aber sein Blick… er wirkt so ruhig und gelassen. Patricia atmet durch.<br />

Nein, John Smith kann nicht der Täter sein. Und vielleicht ist das, was er über das weitere<br />

Vorgehen sagte, gar nicht einmal so verkehrt. Patricia schließt kurz die Augen und entspannt<br />

sich.<br />

Patricia: „Gut. Wir sind cool, right. Kein Problem.“<br />

Ein Lächeln, das mehr sagt als Worte — eigentlich.<br />

John Smith: „Zumindest für den Moment.“<br />

In diesem Moment fällt Patricia etwas anderes ein. Sie blickt sie um und tatsächlich – dort, wo<br />

sie vorhin die Reflektion gesehen hatte, lag ein kleiner Gegenstand auf dem Dach, ein wenig<br />

verdeckt durch einen kleinen Ventilationsaufbau. Mit einigen vorsichtigen Schritten wagt sie<br />

sich dorthin und hebt den Gegenstand auf. Wegen des Regens kann John ihn erst erkennen,<br />

als Patricia unmittelbar vor ihr steht.<br />

John Smith: „Falls du grade wieder dein Hirn ausgeschalten hast und nicht weißt, was du da in<br />

Händen hältst: Das ist eine Pistole.“<br />

Patricia: „Das ist nicht irgendeine Pistole! Ich kenne sie genau. Das ist die Pistole meines<br />

Vaters. Er hat sie <strong>im</strong>mer bei sich getragen!“<br />

Mit zittrigen, aber erkennbar geübten Fingern zieht Patricia den Schlitten zurück und wirft<br />

einen Blick in den Lauf. Dann entn<strong>im</strong>mt sie das Magazin und betrachtet auch dies kurz.<br />

Patricia: „Seltsam. Sie ist nicht einmal geladen.“<br />

Smith ist mittlerweile wieder aufgestanden und hat begonnen, die Figuren wieder in das<br />

Schachspiel zu räumen.


John Smith: „Zumindest weißt du jetzt, dass dein Vater … hier war. Wieso die Waffe noch<br />

hier...“<br />

Er beendet den Satz nicht, aber nicht <strong>im</strong>mer muss man Dinge aussprechen, um sie deutlich zu<br />

machen. Das weiß auch Patricia. Mit wässrigen Augen blickt sie John Smith an.<br />

Patricia: „Mein Vater ist tot. Adam Reynolds ist tot, John.”<br />

Smith fühlt sich merklich unwohl, er weiß nicht recht, was er sagen oder tun soll. Gut,<br />

Selladore in den Arm nehmen, wie er es vielleicht bei einer anderen Frau tun würde, kommt<br />

wohl nicht in Frage. Bei aller Nähe, die er irgendwo <strong>im</strong> Inneren zu den Furcht Leuten spürt,<br />

wenn er darüber nachdenkt. Aber das ist gefährliches Eis. Und schlussendlich: Er ist kein<br />

Schürzenjäger wie Selladores Tag Team Partner. Definitiv nicht. Schon gar nicht wenn es um<br />

Robert Barkers Mädchen geht.<br />

<strong>Die</strong> Ult<strong>im</strong>ate Weapon n<strong>im</strong>mt das Schachbrett wieder unter den Arm und dreht sich schon zum<br />

Gehen.<br />

John Smith: „Ich lasse dich jetzt wohl besser alleine ...“<br />

Ein kurzes Zögern, als er bereits in Richtung Treppe unterwegs ist, das Schachbrett <strong>im</strong>mer<br />

noch unter dem Arm. Dann seufzt er kurz und dreht sich wieder zum Living Dead Girl um.<br />

John Smith: „Vielleicht sollte ich dir das besser lassen. Gehe damit klug um, Patricia.“<br />

Er setzt das Schachbrett ab und lässt das seltsamste Mädchen der <strong>PCWA</strong> wieder alleine auf<br />

dem Dach. Soll sie doch machen, was sie will, eigentlich. Sich vom Dach stürzen? Soll ihn das<br />

wirklich interessieren? Mad Dog an die Gurgel gehen? Ihm kann’s nur recht sein. Soll sie doch<br />

der Teufel holen. Aber der hat es ja heute Abend eher auf ihren Lover abgesehen als auf<br />

Patricia.<br />

Mike Garland: „Oh my god. Das war also das Schachspiel, das John Smith auf dem Dach<br />

gefunden hat. Ein wichtiges Puzzlestück bei Petricias Suche nach ihrem verschwundenen<br />

Vater. Aber... führt sie dieses Puzzlestück nun tatsächlich zu Mad Dog... einem Mörder?"<br />

Vincent Craven: „Das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Es gibt absolut keine Beweise<br />

dafür, dass Adam Reynolds etwas zugestoßen sein könnte. Egal, was sich bei Vendetta 84 dort<br />

auf dem Dach abgespielt hat - es wird sicherlich bald Licht ins Dunkel kommen. <strong>Die</strong> ganze<br />

Angelegenheit wird sich aufklären."<br />

Mike Garland: "Ist das Unsicherheit in deiner St<strong>im</strong>me, Vincent? Kommst du nicht mit dem<br />

Gedanken zurecht, dass sich hier ein Verbrechen abgespielt haben könnte und einer deiner<br />

absoluten Favoriten darin verwickelt ist? Kein Gedanke, der einem s<strong>im</strong>pel gestrickten<br />

Menschen wie dir gefällt, oder?"<br />

Vincent Craven: "Dafür wohne ich nicht bei meiner Mama."<br />

Mike Garland: "Grr. Halten wir fest: Adam ist verschwunden, dafür finden sich auf dem Dach<br />

ein seltsames Schachspiel und Adams Pistole. Zählen wir doch einmal eins und eins<br />

zusammen und kommen zu einem Ergebnis. Und wie ich Patricia kenne, wird sie dieses<br />

Ergebnis spätestens dann bekommen, wenn sie Mad Dogs Kabine erreicht hat."<br />

Vincent Craven: "Eine Sache finde ich ebenso erstaunlich: Nach Blaze kommt Patricia nun<br />

auch mit John Smith bestens zurecht. Wirklich ein neuer Trend?"


Mike Garland: "Immerhin hat er ihr kurz vorher das Leben gerettet. Ich denke, da wäre 'Ihm die<br />

Augen auskratzen' nicht unbedingt die höflichste Gegenreaktion."<br />

Vincent Craven: "Verstehe einer die Frauen."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

<strong>Die</strong> Kameras zeigen uns Virchowas Lounge. Hier sind zahlreiche Gäste, die es sich entweder<br />

leisten können, oben an den Panoramafenstern die Show zu genießen, oder die dies auf<br />

Firmenkosten tun. Unser jetziger Protagonist ist weder das Eine, noch das Andere. Díego<br />

Alejandro Sanchéz wollte sich nur mal eine Verschnaufpause gönnen und in Ruhe das Tribune<br />

Match verfolgen. <strong>Die</strong> Konkurrenz beobachten. Außerdem wartet er auf Caleb Yuma, den er per<br />

Twitter hierher eingeladen hat. So genießt er hier seinen erstklassigen Tequila und starrt auf<br />

den Ring.<br />

Und schon betritt <strong>PCWA</strong>s Selfmade Loser Caleb Yuma die Lounge. Wie schon be<strong>im</strong> letzten<br />

PPV, als er hier auf Blaze traf, steht für ihn ein Erstes Mal an. Wieder ist es ein arrivierter<br />

Superstar mit dem ein Gespräch führen wird und den er damit seinem Netzwerk beifügt. Es<br />

wächst und gedeiht und irgendwann wird es sich bezahlt machen.<br />

Sanchéz: „Mr. New Media. Schön, dass du es einrichten konntest. Fühl dich wie zu Hause und<br />

sei für diesen Augenblick mein Gast.“<br />

Der Deutschmexikaner lächelt seinen jungen, holländischen Kollegen an, doch dahinter<br />

verbirgt sich schon jetzt eine gewisse Ernsthaftigkeit, die wohl <strong>im</strong> Laufe dieses Gesprächs<br />

durchsch<strong>im</strong>mern wird.<br />

Caleb Yuma: „Danke für die Einladung. Ich weiß gar nicht womit ich das verdient habe?! Aber<br />

ich bin wohlerzogen und von meinem Mentor dazu angehalten worden, die altgedienten <strong>PCWA</strong><br />

Wrestler zu respektieren, wenn diese mit einem Wunsch an mich herantreten.“<br />

Sanchéz: „Altgedient, huh?“<br />

Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Social Media Messengers während Díego sich auf<br />

diese Betitelung einen Tequila genehmigt. Danach schenkt er zwei Gläser ein.<br />

Sanchéz: „Es ist schön, dich endlich mal abseits von 140 Zeichen kennenzulernen, Hombre.“<br />

Ein kurzes Nicken von Yuma.<br />

Sanchéz: „Kein Grund schüchtern zu sein. Gönne dir einen Schluck. <strong>Die</strong>ser Tropfen wird an<br />

der Bar fast ausschließlich für mich herausgegeben. Es ist also eine nahezu einmalige<br />

Chance.“<br />

Mit beiden Händen macht der Digital Native eine ablehnende Geste, was den ehemaligen<br />

Tribun nicht glücklich zu st<strong>im</strong>men scheint.<br />

Sanchéz: „Was hat es mit dir auf sich, Muchacho? Du lehnst es ab mit mir einen edlen Tropfen<br />

zu genießen, du trittst die Tradition dieser Liga mit Füßen und ganz offensichtlich hast du es<br />

dir zu Aufgabe gemacht, jedwede Chance auf Siege und Erfolge <strong>im</strong> Ring abzulehnen!“<br />

Treffer. Genau in Yumas aktuelle Gedankenwelt. <strong>Die</strong>ser stößt ein kurzes, abgehaktes Lachen<br />

aus, ehe er die Mundwinkel verzieht.<br />

Sanchéz: „Woran liegt das? Warum gibst du alles auf? Warum ergreifst du keine der Chancen,<br />

die die <strong>PCWA</strong> dir tatsächlich zu Füßen gelegt hat. Es kommt doch nicht oft vor, dass einem


Rookie wie dir nach so kurzer Zeit alle Chancen gegeben werden, schnell erste Erfolge zu<br />

feiern. Andere würden für deine Chancen töten, die du einfach liegen lässt.“<br />

Caleb Yuma: „Du meinst der Drache, El Fuego, würde dafür töten. Er würde alles dafür geben,<br />

<strong>im</strong> Quest 4 the Best Turnier zu stehen, alles dafür geben, die <strong>PCWA</strong> Cryption Crown sein Eigen<br />

zu nennen, gegen den gefürchteten Schlächter um die Krone der <strong>PCWA</strong> anzutreten. Aber weißt<br />

du was, Tribun a.D.? Du hast keine dieser Chancen! <strong>Die</strong>se Chancen hat lediglich der Anti-<br />

Nostalgiker! Und der entscheidet ganz allein, was er damit anstellt.“<br />

Der Deutschmexikaner n<strong>im</strong>mt einen weiteren Schluck, ehe er sich bereit macht, dem Rookie<br />

die Leviten zu lesen.<br />

Sanchéz: „Mache nur so weiter Jovencito… und schauen wir mal, wie lange die Firma dir noch<br />

Chancen gibt, bis sie dich zur BCW abschieben, wie so viele andere überhebliche Anfänger vor<br />

dir. Du hast so viele Möglichkeiten und du bist doch kein Idiot. Du willst ein Diamant werden,<br />

ein Stern am Firmament der <strong>PCWA</strong>. Du hast unbestritten Talent, Caleb. Du wirst gehyped.<br />

NOCH! Um diesen Hype am Leben zu halten, solltest du aber mal langsam anfangen zu<br />

gewinnen. Denn sonst, mein Lieber, wird sich in wenigen Monaten niemand mehr an den<br />

Twitter-Jungen erinnern, der zwar Talent und Chancen hatte, aber beides einfach so<br />

hingeworfen hat.“<br />

Er schaut auf sein Glas, schiebt es jedoch zur Seite.<br />

Sanchéz: „Wäre ich dein Mentor, hättest du keine ruhige Sekunde, bis du fokussiert wärst.“<br />

Caleb Yuma: „Wärst du mein Mentor, hättest du heute vielleicht die Chance auf einen Titel. Und<br />

so steht Valkos <strong>im</strong> heißesten Match des Jahres, während du hier oben in der Lounge auf<br />

deinem Hintern sitzt, mit einer Flasche Tequila als Gesprächspartner. Was für ein Glück für uns<br />

beide, dass du nicht mein Mentor bist.“<br />

Der Blick verfinstert sich, doch er schreibt es dem jugendlichen Übermut zu. Schließlich war er<br />

auch mal ein junger Hitzkopf.<br />

Sanchéz: „Wäre ich dein Mentor, würdest DU diese Chance ergreifen. Würdest du mir was<br />

schenken wollen, würde ich es dir ins Gesicht prügeln, verdammt. Du bist nun schon einige<br />

Zeit hier, Caleb. Du kamst hier an, wolltest gleich alle möglichen Abkürzungen zum Erfolg<br />

haben. Einen Mentor der dir den Weg ebnet. Und was ist? Selbst der geebnete Weg ist dir nicht<br />

gut genug. Alles was DU kannst, ist reden. Aber rede du nur. Verbrauche 140 Zeichen, um 140<br />

Zeichen bis man sich zum zweiten Mal <strong>im</strong> Leben sieht. Behalte <strong>im</strong>mer deine Feinde <strong>im</strong> Auge<br />

und verliere nie den Überblick, wen du dir alles zum Feind machst.“<br />

Ein lautes herzhaftes Lachen bricht aus dem Social Media King Of The Ring heraus. Er muss<br />

kämpfen, seinen Ausbruch einzudämmen.<br />

Caleb Yuma: „<strong>Die</strong> Übersicht behalten? Und das als Ratschlag von dir? Dem Mann, der nie die<br />

Weitsicht hatte? Deine Nerven haben dir schon <strong>im</strong>mer den Weg verbaut, señor cortocircuito.<br />

Warst du es nicht, der alles vor sich ausgebreitet hatte? Der Company Guy Kerry &Gaelics?<br />

Hättest du nicht nur zugreifen müssen? Und nun sieh dich an. Du stehst hier und palaverst mit<br />

einem Rookie, um diesen über Weitsicht zu belehren? Come on Dude… mach dich und mich<br />

nicht zu einem Witz.“<br />

Der ehemalige Tribune schiebt nun auch die Flasche beiseite, damit Caleb Yuma nichts die<br />

Sicht versperrt, wenn dieser ihm in die Augen blickt. Das Feuer lodert <strong>im</strong> Mexikaner.<br />

Sanchéz: „<strong>Die</strong>sen Part erledigst du ja bisher sehr gut allein, hombre. Doch ich muss mich<br />

entschuldigen, Caleb Yuma. Ich habe dich für intelligenter und einsichtiger gehalten, als du<br />

tatsächlich bist. Ich beneide Valkos nicht um die Aufgabe dein Mentor zu sein, das scheint mir<br />

eher eine sehr langwierige Prozedur zu sein. Doch du solltest jetzt vielleicht besser gehen,<br />

bevor hier noch das ganze schöne Ambiente verwüstet wird.


Caleb Yuma: „Na sicher doch.“<br />

Langsam erhebt sich der Mr. New Media der <strong>PCWA</strong> von seinem Stuhl. Alle Blicke in der Lounge<br />

sind mittlerweile auf die beiden Wrestler gerichtet, die Luft in der Bar ist zum Schneiden dick.<br />

Sanchéz: „Ach ja, ich bin gespannt, welcher kreative Weg des freiwilligen Verlierens dir be<strong>im</strong><br />

nächsten Mal einfällt.“<br />

Beide Männer lächeln sich an, doch ihre Augen geben Auskunft über ihre wahre Befindlichkeit.<br />

Caleb Yuma: „Wie gesagt, du hast noch nie etwas von Weitsicht verstanden Dude. Daran wird<br />

sich wohl nichts ändern. Ob ich heute erneut keinen Sieg einfache? Das wird man wohl erst <strong>im</strong><br />

Match sehen. Und wer es ganz best<strong>im</strong>mt sehen wird, wissen wir beide. Denn du hast ja heute –<br />

<strong>im</strong> Gegensatz zu mir – nichts anderes zu tun, als zuzusehen!“<br />

Mit diesen Worten verlässt Yuma den Tisch und begibt sich Richtung Ausgang. Zurück bleibt<br />

Díego Alejandro Sanchéz, welcher mit ernstem Blick einen weiteren edlen Tequila trinkt. Es<br />

dürfte beileibe nicht das letzte Aufeinandertreffen der beiden Männer gewesen sein, das macht<br />

Díegos Gesicht deutlich.<br />

Vincent Craven: „<strong>Die</strong> beiden werden auch nicht mehr die besten Freunde, oder?"<br />

Mike Garland: "Das sehe ich genau so. Ihre Ansichten sind wirklich zu unterschiedlich. Obwohl<br />

in beiden ein großer Kern Wahrheit steckt."<br />

Vincent Craven: „Ob Sanchéz den jungen Niederländer um sein Spotlight beneidet. Schließlich<br />

hat er es bei diesem PPV nicht auf die Card geschafft und daran dürfte er zu beißen haben."<br />

Mike Garland: "Apropos: Irgendwie habe ich gerade Hunger auf einen Burrito bekommen."<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Ungewohnte, nicht bekannte Töne dröhnen aus den Boxen, versetzen die Halle in eine<br />

neugierige St<strong>im</strong>mung, welche durch den einsetzenden Text noch ungewöhnlicher wird.<br />

It's a new day<br />

Something feels strange<br />

I'm walking in the clouds<br />

I'm almost touching the stars<br />

Anything is possible, <strong>im</strong>aginable<br />

Am I dreaming ?<br />

<strong>Die</strong> Fans warten auf den Träumer und dieser lässt auch nicht lange auf sich warten – der<br />

Vorhang wird zurückgeschlagen und auf die Stage tritt der Hamburger Jung, der #1-Contender<br />

auf den Tribune – Pavus Max<strong>im</strong>us.


All normal things start to change<br />

Can feel no gravity<br />

I step outside the atmosphere<br />

Nothing seems <strong>im</strong>possible, unreachable<br />

How strange it feels<br />

Moving in slow motion<br />

I guess I must be dreaming<br />

Wie in Trance schreitet er zu den neuen Tönen und dem ihm entgegenschlagenden Jubel die<br />

Stage hinunter, breitet seine Arme aus um die Liebe der Menschen, die Zuneigung seiner Fans<br />

auch physisch zu spüren. Er berührt ihre Hände und man sieht ihm an, dass es ihm durchaus<br />

gut tut – das ist es was er braucht.<br />

I take a lead<br />

I should be scared, but I'm not<br />

Travelling in the speed of light<br />

Burning soul, flashing mind<br />

Like a shooting star I fly<br />

Am Ring angekommen, betritt er das Seilgeviert auch prompt über Apron und Toprope, stellt<br />

sich mittig in den Ring und lässt den Jubel der Crowd über ihm zusammenbrechen.<br />

This is just a dream<br />

How strange it feels<br />

Moving in slow motion<br />

I guess I must be dreaming<br />

No, is this real<br />

Or my <strong>im</strong>agination?<br />

I guess I must be dreaming.<br />

Doch es ist kein Traum, das hier ist die Realität, die so wunderbare Realität – die Fans chanten<br />

wirklich seinen Namen, sie applaudieren ihm und sind bereit ihn bedingungslos zu<br />

unterstützen in dem wohl schwersten Match seiner Karriere.<br />

PAVUS! PAVUS! PAVUS! PAVUS!


Das Match gegen Alistair, das Match gegen sich selbst – Das Match für seine Fans, das Match<br />

um den Tribune.<br />

<strong>Die</strong> Menge feuert ihren Liebling nach Leibeskräften an, als das Gesicht einer Frau auf dem<br />

großen Screen am Entrance erscheint. Lasziv leckt sie sich über die vollen Lippen und schließt<br />

stöhnend die Augen.<br />

„Ohhhh, Alistaiiiiiiirrrrrrrrr.“<br />

Das Bild verwischt, um einem Schriftzug Platz zu machen. Sechs Worte, jedes einzelne auf den<br />

Screen geschmettert wie der Aufruf zu einer Revolution.<br />

NO respect<br />

NO loyality<br />

NO regrets


superstar.alistairbrunswick<br />

Der Vorhang öffnet sich, aber heraus tritt nicht der selbsternannte Superstar, sondern…<br />

Vincent Craven: „Das… das… das ist…“<br />

Mike Garland: „Das ist doch einmal eine GROSSARTIGE <strong>SHOW</strong>!“<br />

Ein Raunen geht durch das Publikum, als nacheinander sechs Bikinischönheiten in Richtung<br />

des Ringes gestöckelt kommen. Aufreizend wogende Hüften. Volle wippende Brüste. Hintern,<br />

wie sie knackiger nicht sein können. <strong>Die</strong> knappen Outfits der Damen verbergen nur das<br />

Allernotwendigste und zeigen möglichst viel Haut. Eingeölte Haut.<br />

Mike Garland: „Und jetzt beginnen sie auch noch, sich gegenseitig mit Massageöl einzureiben.<br />

Manchmal liebe ich meinen Job einfach!“<br />

Vincent Craven: „Ja, aber was wohl die Firma dazu sagen wird? Wir sind schließlich<br />

familienfreundliche Unterhaltung…“<br />

<strong>Die</strong> Kamera schwenkt kurz ins Publikum, dann auf den Entrance, der sich nun ein zweites Mal<br />

öffnet und den vermeintlichen Hauptdarsteller ausspuckt.<br />

Ein strahlend weißes Lächeln umspielt sein Gesicht mit den ebenmäßigen Zügen und der leicht<br />

sonnengebräunten Haut. Alistair tritt einen großen Schritt aus dem Entrance heraus und bleibt<br />

erst einmal dort stehen, die Hände in die Hüften gestürzt. Der blankpolierte Tribune Title<br />

funkelt <strong>im</strong> Licht der Kameras. Anstatt des sonst üblichen Ringeranzuges trägt er heute eine<br />

helle Stoffhose und ein eng anliegendes Shirt, welches er mit einer fließenden Bewegung<br />

abstreift und in die vorderen Reihen des Publikums wirft, so sich sofort einige kreischende<br />

Damen darum zanken. Alistair breitet die Arme aus, wirft hier und da eine Kusshand in<br />

Richtung der Zuschauer und trabt dann zu den Tönen seines Themes locker in Richtung des<br />

Ringes.


Nur, wer Alistair besser kennt, bemerkt in diesem Moment, dass seine Gedanken in diesem<br />

Moment bei etwas ganz anderem sind.<br />

Bei jemand ganz anderem.<br />

where do I put the books<br />

there's so many I could read<br />

but They all are filled<br />

with lies<br />

Als Alistair das Seilgeviert erreicht, muss die Kamera notgedrungen wieder dorthin<br />

schwenken. Einige der Damen, die Alistair kichernd und hüpfend erwarten, haben sich<br />

inzwischen ihrer Kleidung ganz erledigt und werden notgedrungen verpixelt.<br />

where do i put the lies<br />

there's so many i could say<br />

but it seems they're in the books<br />

Umringt von den Schönheiten, die sich auf einen einzigen Wink Alistairs lasziv zu Boden<br />

gleiten lassen, schnappt sich der selbsternannte Superstar noch kurz ein Mikrofon.<br />

Alistair: „Danke, meine Damen.“<br />

Kreischende Frauen sowohl <strong>im</strong> Publikum als auch <strong>im</strong> Ring. <strong>Die</strong> männliche Hälfte des<br />

Publikums ist nicht ganz so euphorisch.<br />

Asshole! Asshole! Asshole!<br />

Alistair quittiert diese eindeutigen Unmutsbekundungen mit einem vielsagenden Lächeln.<br />

Alistair: „Und danke, meine Herren. Eure Pfiffe sind die perfekte Bestätigung für euren Neid.<br />

Seht mich an und erkennt, was es heißt, aus der Menge heraus zu stechen. Ihr hasst mich, ihr<br />

liebt mich – den größten Mann, der jemals diesen Gürtel hier trug. Niemals zuvor in der<br />

Geschichte der <strong>PCWA</strong> hat es einen Athleten gegeben, der die Massen so bewegt hat. ‚Gebt<br />

Pavus Max<strong>im</strong>us den Titel, denn Alistair ist over und sollte eigentlich bald um das ganz große<br />

Gold antreten‘ musste ich sogar über mich lesen. Dazu sage ich: BULLSHIT! Das hier ist mein<br />

ganz persönlicher Main Event und diesen lasse ich mir von niemandem madig machen. Hier<br />

geht es um etwas größeres… etwas sehr viel größeres.“<br />

Ein Wink und eine der Bikinischönheiten beginnt, an Alistairs Hose herum zu nesteln. Als sie<br />

gerade den Reißverschluss öffnen will, räuspert sich Alistair und einen fragenden Blick später<br />

n<strong>im</strong>mt sie stattdessen den Tribune Title von seinen Hüften. Alistair streckt ihn triumphierend in<br />

die Höhe.


Alistair: „<strong>Die</strong>ser Gürtel hier ist viel zu wichtig, um ihn einem Durchschnittstypen wie dem da zu<br />

überlassen.“<br />

Er blickt kurz in Richtung seines Gegners, küsst das Metall des Titels noch einmal und drückt<br />

ihn dann einem Mitglied der Ringcrew in die Hand.<br />

Alistair: „Mögen die Spiele beginnen.”<br />

3rd Match<br />

-Rebellion des Volks-<br />

<strong>PCWA</strong> Tribune Title Match<br />

Singles Match<br />

vs.<br />

<strong>PCWA</strong> Tribune Champion<br />

Der Referee lässt das Match anläuten. <strong>Die</strong>se beiden Männer standen sich bereits zwe<strong>im</strong>al <strong>im</strong><br />

Ring gegenüber. Bei ‚Out of Ashes 2011‘ konnte Alistair an der Seite von Patricia gegen Pavus<br />

und Rebel called Hate gewinnen, dafür revanchierte sich Pavus Max<strong>im</strong>us mit einem Sieg durch<br />

Disqualifikation vor einigen Wochen bei einer Vendetta. <strong>Die</strong> beiden umkreisen sich zunächst<br />

abwartend, denn nun beginnt hier die vielleicht letzte Entscheidung zwischen den beiden.<br />

Pavus Max<strong>im</strong>us ist seinem Gegner, was Größe und Kraft angeht, deutlich überlegen, aber dafür<br />

hat Alistair die ringerischen Vorteile auf seiner Seite. Pavus klatscht kurz in die Hände und die<br />

Fans feuern ihn an. Sie werden <strong>im</strong>mer lauter, während sich Alistair und der Hamburger in der<br />

Ringmitte umkreisen.<br />

Mike Garland: „PAVUS MAXIMUS und ALISTAIR BRUNSWICK um den Tribune Title… freuen<br />

wir uns auf ein intensives Match!“<br />

Vincent Craven: „Du hast es doch eh nur Augen für Alistairs Entourage, die sich um den Ring<br />

versammelt hat und ihn kreischend anfeuert. <strong>Die</strong> Ringcrew hat die Damen mittlerweile mit<br />

Bademänteln versorgt, sollen sich ja nicht erkälten.“<br />

Mike Garland: „Wie großzügig von der Firma. Wirkt fast so, als hätte man mit so etwas<br />

gerechnet. <strong>Die</strong> Bademäntel sind auch großzügig mit Werbung für familienfreundliche Produkte<br />

bedruckt.“<br />

Auffordernd klopft Pavus sich auf die Oberarme und ballt die Fäuste erhoben zum Kampf.<br />

Alistair zögert natürlich… aber jetzt, Lock Up! Verbissenes Kräftemessen, das noch<br />

ausgeglichen ist, aber pure Kraft ist natürlich <strong>im</strong>mer auf der Seite von Pavus. Aber dieser wird<br />

schnell überrumpelt: Side Headlock von Alistair! Er scheint kurz die Oberhand zu gewinnen,<br />

aber Pavus schleudert ihn mit einem WHIP in Richtung Seile. Alistair kommt zurückgelaufen,<br />

Pavus duckt sich ab. Back Drop, aber Alistair kommt auf beiden Beinen auf, springt direkt in<br />

das mittlere Ringseil und hechtet zurück... Pavus dreht sich um... ein Flying Shoulderblock<br />

trifft ihn frontal und reißt ihn zu Boden! Ein gelungener Start des Superstars hier, aber Pavus<br />

drückt ihn wie eine Puppe einfach von sich und schleudert ihn direkt in die Mitte des Ringes.<br />

Alistair: „Argh.“<br />

Eingeölte Schlampen: „ALLLLLLIIIIISSSSTAAAAAIIIIIRRRR!“


Alistair springt auf und versucht sich mit einigen blitzartig vorgetragenen Aktionen. Mehrere<br />

Kicks prasseln auf Pavus ein, der sich gerade wieder aufrappelt. Der bleibt unbeeindruckt und<br />

fängt das Bein von Alistair ab! Der hebt flehend die Hände, während er auf dem linken Bein<br />

herumhüpft und nur mühsam das Gleichgewicht hält. Ein Suplex von Pavus, Pavus, aber<br />

Alistair bekommt eines der Ringseile zu fassen und hält sich daran fest. Der Hüne muss die<br />

Aktion abbrechen. Nun gehen beide wieder aufeinander zu und treffen sich fast genau in der<br />

Ringmitte. Würgegriff des Nordmannes! Pavus zwingt Alistair mit seiner Kraft in die<br />

Ringecke! Open Hand Chops!<br />

Mike Garland: „Das klatscht ordentlich! Fünf, sechs, sieben und acht!“<br />

Vincent Craven: „Pavus Max<strong>im</strong>us gerade mit eindeutigen Vorteilen!“<br />

Mike Garland: „NEIN! ALISTAIR KONTERT MIT EINEM UPPERCUT! Er kann sich aus der<br />

Ringecke befreien!“<br />

Vincent Craven: „Aber Pavus treibt ihm sein Knie in den Magen! Doch Alistair kämpft sich<br />

durch die Schmerzen hindurch und rammt seinen Gegner aus gebeugter Haltung mit der<br />

Schulter in die Ecke.“<br />

Der Referee zeigt an, dass die Aktionen in der Ringecke nun enden sollen und versucht<br />

dazwischen zu gehen. Alistair schiebt ihn beiseite, greift Pavus am Bein und verdreht dessen<br />

Fußgelenk! Ankle Lock unter Zuhilfenahme des Ringpfostens! Pavus geht unsanft zu Boden<br />

und windet sich vor Schmerzen, kann seinen Gegner aber abschütteln. Alistair läuft von hinten<br />

an den sitzenden Pavus heran. Schneller Neck Snap und Pavus federt mit dem Kopf voran auf<br />

die Matte! Alistair lässt aber nicht locker und steuert sofort auf Pavus zu. Er packt sich erneut<br />

das rechte Bein und versucht es wieder zu verdrehen! Aber der Nordmann hält mit ganzer Kraft<br />

dagegen und schlägt mit seinen langen Armen nach seinem Gegner! Alistair lässt sich davon<br />

aber nicht abhalten und packt sich Pavus! Nein! Cheap Shot durch den Hamburger genau<br />

zwischen die Beine des Tribune Champions!<br />

Alistair: „Uff.“<br />

Eingeölte Schlampen: „OHHHH NEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIINNNNNNNNNNNNN!!!“<br />

Er wirft ihn sich anschließend einfach über die Schulter, geht hoch zum Fireman’s Carry! Er<br />

läuft ein paar Schritte und schmettert Alistair dann in einem hohen Bogen nach unten auf sein<br />

gebeugtes Knie. Backbreaker! Pavus springt sofort wieder auf und lässt sich kurz von seinen<br />

Fans feiern.<br />

"Pavus! Pavus! Pavus!"<br />

Vincent Craven: „Pavus wartet auf Alistair, der sich mühsam hochzieht.“<br />

Mike Garland: „Er will ein weiteres Kräfteduell provozieren. Ob sich Alistair darauf einlässt?“<br />

Vincent Craven: „Wenn er schlau ist, dann besser nicht.“<br />

Man geht aufeinander zu, beäugt sich argwöhnisch. Pavus streckt auffordernd die Hand aus.<br />

Alistair schlägt sie mit der linken Hand weg und verpasst ihm mit der Rechten eine schallende<br />

Ohrfeige! Kurzer Stare-Down und Pavus vollbringt das gleiche. Alistair taumelt einige Schritte<br />

zurück, fällt aber nicht. Stattdessen schlägt er zurück, bereits mit geschlossener Faust und<br />

jetzt auch der Hamburger! <strong>Die</strong> Fans werden laut, das ist kein <strong>Wrestling</strong> Match gerade, das ist<br />

eine wüste Prügelei! Alistair versucht mitzuhalten, aber Zent<strong>im</strong>eter und Zent<strong>im</strong>eter verliert er<br />

an Boden. Pavus hat hier eindeutig den Kraftvorteil! Und Alistair torkelt einige Schritte zurück!<br />

Pavus mit einem Ausfallschritt hinterher, greift Alistair am Arm und zieht ihn energisch zu sich.<br />

Clothesline, aber Alistair taucht ab! Der ist nun hinter Pavus und setzt einen Sleeperhold an. Er<br />

versucht ihn damit zu Boden zu bekommen, aber Pavus stemmt sich erfolgreich dagegen!<br />

Back Elbow in die Rippen und Alistair muss lösen! Pavus kontert mit einem Waistlock! Nein!


Alistair kann entkommen und tritt Pavus gegen das Schienbein. <strong>Die</strong>ser ist für einen kurzen<br />

Moment unaufmerksam, was seinem Gegner die Chance zu einem Swinging Neckbreaker gibt!<br />

Pavus geht auf die Matte!<br />

Mike Garland: „Beide schnellen sofort wieder nach oben! Alistair schleicht sich <strong>im</strong> Rücken von<br />

Pavus an ihn heran, will ihn am Kopf greifen…“<br />

Vincent Craven: „Doch der zieht ihn mit einem Snap Mare hinunter! Dabei zieht er Alistair<br />

sogar für einen kurzen Moment die Hose nach unten!“<br />

Eingeölte Schlampen: „OHHHH MEEEEIIINNN GOOOOOOOOOTTTTTT!!!“<br />

Das Malheur ist aber schnell wieder beseitigt. Pavus zwingt Alistair auf die Beine und setzt nun<br />

einen Inverted Face Lock an. Er zieht zu! Er dreht Alistair Kopf herum und rammt ihn mit einem<br />

DDT auf die Matte! Pavus verpasst ihm noch einen Tritt und zerrt ihn dann wieder nach oben!<br />

Er schleudert ihn in die Seile und hebt den Fuß, um ihm den ‚Labskaus‘, seinen bekannten Big<br />

Boot, zu verpassen. Aber der geht ins Leere! Alistair geht auf der anderen Seite in die Seile,<br />

federt zurück und rast auf Pavus zu... aber wird von einem Hip Toss empfangen! Er fängt sich<br />

aber in der Hocke, ist sofort wieder oben! Pavus stürmt auf ihn zu, aber ein Armdrag Takedow<br />

befördert ihn nun ihn auf die Matte! Alistair geht auf ihn los... Kick, aber Pavus ist wieder nach<br />

oben gekommen und fängt ihn einfach ab! Dragonscew! Alistair wird zu Boden geschickt<br />

Vincent Craven: „Einen rasanten Kampf bekommen wir hier zu sehen!“<br />

Mike Garland: „Und außerhalb des Ringes auch den einen oder anderen kurz neckisch<br />

geöffneten Bademantel.“<br />

Vincent Craven: „Mike!“<br />

Szenen-Applaus in der Arena, während beide Männer sich wieder aufrichten. Es folgt ein<br />

erneuter Lock Up! <strong>Die</strong> Fans feuern Pavus an, wie sollte es auch anders sein. Bear Hug von<br />

Pavus, der Alistair die Luft aus der Lunge nehmen soll. Er hat definitiv die Geschwindigkeit auf<br />

seiner Seite und die muss er ihm nehmen. Bell Clap! Alistair kann sich befreien! Einige Fists<br />

und Pavus weicht benommen zurück! Alistair geht ins Seil und kommt mit einem<br />

wirkungslosen Shouldertackle zurück! Pavus muss gerade mal einen Schritt zurückweichen!<br />

Alistair will es noch einmal versuchen, von einer anderen Seite. Pavus duckt sich abwartend…<br />

aber Alistair bekommt ihn in einen Belly-to-Belly-Suplex! Das ist der ‚Sonnyboy‘… und<br />

gleichzeitig das erste versuchte Cover dieses Kampfes!<br />

Mike Garland: „K<strong>im</strong> Feyerbach wirft sich zum Zählen auf den Boden!“<br />

Vincent Craven: „Ist das etwa schon die erfolgreiche Titelverteidigung für unseren Tribune<br />

Champion?“<br />

1<br />

.<br />

.<br />

.<br />

2<br />

.<br />

.


.<br />

Kick Out!<br />

Mike Garland: „KICK OUT! Im allerletzten Moment kann Pavus Max<strong>im</strong>us, der Hamburger Jung,<br />

sich befreien!“<br />

Alistair ist kurz vor Pavus auf den Beinen, kann ihn sich von hinten greifen... und das wird ein<br />

Belly to Back Inverted Mat Slam! Alistair versucht diesmal kein Cover, sondern zieht seinen<br />

Gegner mühsam nach oben und schleudert ihn brutal in eine Ringecke! Pavus muss sich dort<br />

erst wieder berappeln.... Alistair n<strong>im</strong>mt Anlauf... Front Slam gegen seinen Gegner! Dabei landet<br />

er aber selbst auch etwas unglücklich, weil Pavus nämlich direkt auf ihn drauffällt! Daraus<br />

muss er jetzt sich erst einmal befreien! Side Head Lock gegen den Hamburger, er rennt mit ihm<br />

auf eine Ringecke zu... stößt sich dort ab...<br />

Vincent Craven: „PAVUS BEKOMMT IHN IN DER LUFT ZU FASSEN! CHOKESLAM, DER<br />

‚CLOCHARD‘!<br />

Mike Garland: „In einer großen Kraftdemonstration läuft Pavus mit seinem Gegner in der Luft<br />

aus der Ecke... jetzt dreht er ihn... und zeigt eine KRACHENDE POWERBOMB!“<br />

Eingeölte Schlampen: „NEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIINNNNNNN!!!“<br />

Der Hamburger jetzt mit der Initiative. Er zieht Alistair an den Haaren hoch. Er hebt ihn hoch!<br />

Gorilla Press Up! Er geht einige Schritte zur nächstbesten Ringecke und Wirft Alistair einfach<br />

darauf! Pavus erkl<strong>im</strong>mt die Ringecke. Er packt sich seinen Gegner am Oberkörper und<br />

schleudert ihn hinter sich<br />

Mike Garland: „GERMAN SUPLEX VOM ZWEITEN RINGSEIL! DER HÜNE MIT EINER<br />

UNGLAUBLICHEN AKTION!“<br />

Vincent Craven: „Wird Pavus etwa noch zum Highflyer?“<br />

Mike Garland: „War’s das nun etwa für den Tribune Champion?“<br />

Eingeölte Schlampen: „NIIIEEEEEMAAAAALSSS!“<br />

1<br />

.<br />

.<br />

.<br />

2<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Kick Out!<br />

Vincent Craven: „<strong>Die</strong>smal ist es Alistair Brunswick, der sich befreien kann!“


Pavus Max<strong>im</strong>us hat das Match nun klar unter Kontrolle. Er geht nun ins Seil, federt zurück und<br />

hebt ab… Headbutt! Aber Alistair hat sich weggerollt! Der selbsternannte Superstar wittert<br />

seine Chance... Leg Twist gegen das rechte Bein von Pavus! Alistair steht auf... und noch ein<br />

Leg Twist... wieder geht er hoch... federt sich ins Seil, reißt sich herum und zeigt einen Front<br />

Slam! Aber der geht ins Nichts! Pavus hat sich die entscheidenden Zent<strong>im</strong>eter zur Seite gerollt!<br />

Mike Garland: „PAVUS VERLIERT JETZT KEINE ZEIT, ER STEHT AUF, PACKT SICH SEINEN<br />

GEGNER ZUM GO-2-SLEEP!“<br />

Vincent Craven: „ER STEMMT IHN HOCH UND WILL IHN SICH AUF DEN KNIE RAMMEN!! DAS<br />

WIRD DIE ‚NORDISH BY NATURE‘!“<br />

Mike Garland: „ALISTAIR MOBILISIERT ALLE KRÄFTE UM DEM NBN ZU ENTGEHEN!! ER<br />

TRITT UND STRAMPELT UM SICH ZU BEFREIEN! PAVUS HAT SEINE MÜHE, GIBT SICH ABER<br />

NICHT GESCHLAGEN!“<br />

Vincent Craven: „DA, ALISTAIR BEKOMMT DIE HAND VON EINER DER BIKINSCHÖNHEITEN<br />

ZU GREIFEN, DIE AUF DEN APRON GESPRUNGEN IST!“<br />

Mike Garland: „Referee K<strong>im</strong> Feyerbach hat nichts mitbekommen und mit ihrer Hilfe kann<br />

Alistair das rettende Seil erreichen. Kichernd hüpft die Damen wieder auf den Hallenboden<br />

zurück.“<br />

Eingeölte Schlampen: „YAAAAAAAAY!!“<br />

Das laute „FUCK“ von Pavus dürfte auch einige Kilometer weiter nicht zu überhören gewesen<br />

sein. Aber der Nordmann ist schon wieder da. Er packt sich seinen Gegner erneut, während<br />

dieser versucht sich am Seil festzuhalten! Aber die pure Kraft des Hamburgers ist einfach<br />

stärker. Er schleift Alistair bäuchlings in den Ring und Rammt nun sein linkes Knie auf die<br />

Matte! Sofort muss Alistair wieder auf die Beine und er wird mit einem Irish Whip vorwärts in<br />

die Ringecke geschleudert. Pavus rennt hinterher... bückt sich <strong>im</strong> Lauf... Spear Tackle! Alistair<br />

kracht schreiend zu Boden! Zuvorkommend wie Pavus nun einmal ist, hievt er<br />

den selbsternannten Superstar hilfreich auf die Schulter... Oklahoma Stampede! Nein, Alistair<br />

strampelt mit Armen und Beinen und kann sich dadurch tatsächlich befreien! Alistair steht nun<br />

hinter Pavus, aber da geben seine Knie nach und er stolpert zur Seite! Instinktiv wirbelt Pavus<br />

herum, sein Punch verfehlt aber sein Ziel! Alistair bekommt ihn zu fassen! Reverse Mat Slam!<br />

Pavus ist am Boden, aber Alistair bleibt ebenfalls liegen und hält sein sein linkes Bein, welches<br />

anscheinend angeschlagen ist!<br />

"PAVUS! PAVUS! PAVUS!"<br />

Während Alistair noch mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden ist, kommt Bewegung in den<br />

Hamburger! Das scheint Alistair doch etwas Angst zu machen. In Windeseile kommt er hoch.<br />

Er schüttelt sich noch kurz das linke Bein und tänzelt nun zufrieden auf beiden Beinen. Er<br />

scheint es wieder problemlos belasten zu können und geht nun auf Pavus zu, der sich langsam<br />

wieder aufrichtet! Er greift zu ihm herunter...<br />

Vincent Craven: „ER KRIEGT ABER EINEN SCHLAG IN DIE SEITE! EUROPEAN UPPERCUT und<br />

ALISTAIR torkelt zurück!!“<br />

Mike Garland: „OPEN HAND CHOP und ALISTAIR wird ins Seil geschickt!“<br />

Vincent Craven: „PAVUS will ihn abfangen, aber Alistair mit einem Tritt gegen das Knie!“<br />

Pavus in gebückter Haltung und Alistair reißt ihn am Haar fast um 180° zurück auf die Matte.<br />

Alistair springt über Pavus hinweg und gewinnt nun an Geschwindigkeit, geht ins Seil und<br />

Pavus erwartet ihn mit einem School Boy... Alistair springt einfach auf ihn, dreht sich zur Seite<br />

und Kracht mit einem Seatet Senton auf den überstreckten Rücken von Pavus! Alistair greift<br />

sich ein Bein von Pavus, legt es über seine Schulter und setzt einen Over-the-shoulder Half


Boston Crab an! Das soll den Rücken von Pavus wohl weiter schwächen! K<strong>im</strong> Feyerbach fragt<br />

Pavus, ob er aufgegeben möchte. Der bekommt aber nur ein wütendes NEIN als Antwort.<br />

Pavus stemmt sich von der Matte hoch und versucht so den Druck auf seinen Rücken zu<br />

verringern.<br />

Mike Garland: „JETZT VERSUCHT ER ZUM SEIL ZU ROBBEN, ABER ALISTAIR HÄLT FEST<br />

UND ZIEHT PAVUS NOCH WEITER IN DIE RINGMITTE UND DARÜBER HINAUS!“<br />

Vincent Craven: „Pavus atmet kurz durch... er schüttelt schon den Kopf, bevor der Ringrichter<br />

überhaupt fragen kann und versucht es erneut!“<br />

Mike Garland: „ALISTAIR MUSS EINIGE SCHRITTE NACHGEBEN, PAVUS KOMMT IMMER<br />

NÄHER ANS SEIL! ABER JETZT KANN IHN ALISTAIR HALTEN!“<br />

Vincent Craven: „PAVUS SINKT AUF DIE MATTE UND BLEIBT LIEGEN!“<br />

"PAVUS! PAVUS! PAVUS!"<br />

Eingeölte Schlampen: „ALISTAIR! ALISTAIR! ALISTAIR!“<br />

Alistair: „ICH! ICH! ICH!“<br />

Mike Garland: „Alistair blickt zum Hamburger Jung hinunter und grinst zufrieden! Er zieht die<br />

Aktion noch fester, da kommt Pavus nicht mehr r...“<br />

Vincent Craven: „NEIN!! PAVUS STEMMT SICH PLÖTZLICH HOCH UND REISST ALISTAIR EIN<br />

BEIN WEG!! ER SETZT EINEN ANKLE LOCK AN! ALISTAIR MUSS LÖSEN UND STÜRZT AUF<br />

DIE MATTE!“<br />

Mike Garland: „Der ANKLE LOCK sitzt am linken Bein, das eh schon angeschlagen war. UND<br />

JETZT WIRD ES IHM WOHL ZUM VERHÄNGNIS, DASS ER SO WEIT VOM SEIL ENTFERNT IST!<br />

Vincent Craven: „DAS MATCH IST VORBEI, ICH SAG’S DIR!“<br />

Mike Garland: „Nicht ganz! Pavus scheint selbst unter Schmerzen zu stehen, er windet sich<br />

ständig in eine andere Position, sein Rücken bereitet ihm Probleme... ALISTAIR KANN DAS<br />

NUTZEN UND SICH AUF DEN RÜCKEN DREHEN. PAVUS HAT DEN ANKLE LOCK ABER NOCH<br />

ANGESETZT UND VERSUCHT ALISTAIR WIEDER AUF DEN BAUCH ZU ZWINGEN...<br />

Vincent Craven: „ABER DA IST IHM ALISTAIR SCHON ENTWISCHT!“<br />

Alistair umklammert das rettende Seil, während Pavus nun in der Ringecke hängt. Sein Körper<br />

ist vornüber gebeugt und er holt tief Luft. <strong>Die</strong> Fans beginnen aufmunternd zu klatschen und zu<br />

stampfen. Sie werden <strong>im</strong>mer lauter.<br />

"PAVUS! PAVUS! PAVUS!"<br />

Pavus hangelt sich am Seil entlang auf Alistair zu, wird jetzt schneller und steht er nun über<br />

ihn! Er bearbeitet den Tribune Champion nun mit Tritten während sich beide am Seil festhalten!<br />

Das sieht der Referee natürlich gar nicht so gerne und Pavus wird angezählt! Pavus würgt<br />

Alistair nun mit dem Schuh und steigt regelrecht auf seinen Hals! K<strong>im</strong> Feyerbach zieht den<br />

Hamburger nun von Alistair weg, während dieser eine Unschuldsmiene macht. Der Ringrichter<br />

hält Pavus weiter zurück und will nun anscheinend, dass Pavus wartet, bis Alistair sich<br />

erhoben hat. Er protestiert, aber will hier natürlich auch keine Disqualifikation riskieren, dafür<br />

ist der Sieg und der Tribune Title zu wertvoll. Alistair ist auf den Beinen, Pavus sofort bei ihm!<br />

Schlagabtausch an den Seilen. Alistair mit dem sprichwörtlichen glücklicheren Händchen hält<br />

den Hamburger überraschend gut in Schach.


Mike Garland: „ALISTAIR BEKOMMT DAS KNIE IN DEN MAGEN. PAVUS HEBT IHN AUS,<br />

INVERTED ATOMIC DROP!!“<br />

Vincent Craven: „<strong>Die</strong> Fans sind begeistert und Pavus setzt mit einem HANGMANS<br />

NECKBREAKER nach!“<br />

Mike Garland: „DAS IST EIN COVER! PAVUS MAXIMUS WIRFT SICH AUF DEN<br />

SELBSTERNANNTEN SUPERSTAR!“<br />

1<br />

.<br />

.<br />

.<br />

2<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Kick Out!<br />

Vincent Craven: „DAS WAR IM LETZTEN MOMENT!“<br />

Pavus richtet sich auf und Alistair muss mit ihm. Er hat ihn am Arm gepackt und setzt nun<br />

einen Hammerlock an. Alistair ist aber zu nahe am Seil, er kann es jederzeit erreichen. Pavus<br />

denkt um und hakt sich blitzartig zum Back Slide ein. Alistair hat da keine Chance, <strong>im</strong><br />

Gegenteil, er federt ihn die Seile und holt sich damit Schwung! Pavus kann nicht kontern!<br />

Alistair springt schnell auf und… Dropkick gegen Pavus Max<strong>im</strong>us! Aber der trifft ihn nicht<br />

richtig! Pavus wirbelt herum und will Alistair greifen… aber ein Spinning Kick von Alistair und<br />

der Nordmann liegt auf der Matte! Alistair zieht Pavus einen Meter in Richtung Ringecke und<br />

klettert eilig dort hoch. Wackelig sucht er den Stand, sein Knie offensichtlich noch von den<br />

vorangegangenen Aktionen beeinträchtigt. Er stößt sich ab... Swandive from Heaven vom<br />

obersten Ringseil!<br />

Mike Garland: „Das muss es gewesen sein!“<br />

1<br />

.<br />

.<br />

.<br />

2<br />

.<br />

.<br />

.


3!<br />

Vincent Craven: „DER THREECOUNT! ALISTAIR GEWINNT DIESEN KAMPF UND VERTEIDIGT<br />

DAMIT SEINEN…“<br />

Mike Garland: „NEIN! PAVUS HATTE DAS BEIN AUF DEM SEIL!“<br />

Vincent Craven: „TATSÄCHLICH! KIM FEYERBACH LÄSST DEN KAMPF WEITER LAUFEN!<br />

ALISTAIR KANN ES NICHT FASSEN! Er trommelt wütend mit den flachen Händen auf die<br />

Ringmatte!“<br />

Mike Garland: „Auch die Schlam… äh… Damen können es nicht fassen!“<br />

Eingeölte Schlampen: „SCHIEBER! SCHIEBER! SCHIEBER!“<br />

Alistair holt kurz Luft und entscheidet sich lieber seine Wut an Pavus auszulassen. Ein ganze<br />

Salve von Fists hageln auf den Hamburger ein, der <strong>im</strong>mer noch sein Bein <strong>im</strong> Seil hat! K<strong>im</strong><br />

Feyerbach will ihn zurückhalten, aber Alistair stößt ihn einfach zur Seite! Der Tribune<br />

Champion will es nun unbedingt wissen. Energisch reißt er Pavus nach oben. <strong>Die</strong>ser kann ein<br />

paar Schläge anbringen, aber Alistair kann abblocken.<br />

Vincent Craven: „WHIP IN! NEIN, REVERSAL... ABER ALISTAIR KOMMT MIT EINEM<br />

WAISTLOCK ZURÜCK.... GERMAN SUPLEX! ER GEHT IN DIE BRÜCKE!“<br />

Mike Garland: „ABER PAVUS KANN SICH BEFREIEN, BEVOR KIM FEYERBACH ÜBERHAUPT<br />

ZUR STELLE IST!<br />

Pavus Max<strong>im</strong>us ist schon wieder auf den Beinen. Er läuft Alistair direkt in die Arme. Ansatz<br />

zum Northern Lights Suplex von Alistair, aber Pavus blockt ab. Erneuter Versuch... Pavus<br />

packt Alistair an der Hose... Inverted Face-first Suplex! Er dreht Alistair auf den Rücken... das<br />

Cover!<br />

1<br />

.<br />

.<br />

.<br />

2<br />

.<br />

.<br />

.<br />

Kick Out!<br />

Beide müssen sich schwerfällig auf die Beine kämpfen. <strong>Die</strong>ses Match verlangt ihnen alles ab!<br />

Schon stehen beide wieder und stürzen aufeinander zu! Lock Up! Pavus drängt Alistair in<br />

Richtung Seile und schickt ihn nun in selbige... aber Alistair springt auf das zweite Seil…<br />

Springboard Elbow! Er trifft seinen Gegner aber nicht ideal, sondern streift den Hünen nur! Der<br />

ist sofort zur Stelle. Wird er diesen Fehler nutzen können? Er hat Alistair am Haar und geht mit


ihm in die Ringecke...und rammt ihm den Kopf auf den Turnbuckle! Nochmal! <strong>Die</strong> Fans zählen<br />

mit!!<br />

"..3....4....5..."<br />

Vincent Craven: „… und Nummer Sieben... ABER DA! ALISTAIR STEMMT SICH MIT DEM KNIE<br />

GEGEN DEN RINGPFOSTEN! PAVUS SETZT NOCHMAL AN, WIEDER GEBLOCKT! JETZT<br />

HÄMMERT ALISTAIR IHN AUF DAS TURNBUCKLE, ZWEIMAL, DREIMAL!“<br />

Mike Garland: „ER ERKLIMMT DEN TURNBUCKLE SITZT DORT UND TRITT PAVUS MIT EINEM<br />

HARTEN KICK VON SICH WEG!! DER IST BENOMMEN! ALISTAIR DREHT SICH UM!! PAVUS<br />

TORKELT VOR DER RINGECKE, DREHT SICH JETZT UM...“<br />

Vincent Craven: „UND ALISTAIR PACKT IHN… SIT-DOWN POWERBOMB! DAS IST DIE<br />

‚DEDICATION‘!“<br />

Mike Garland: „NEIN! PAVUS KONTERT UND KANN SICH BEFREIEN!“<br />

Vincent Craven: „Wo n<strong>im</strong>mt dieser Hüne jetzt noch diese Kraft her? ALISTAIR jetzt <strong>im</strong><br />

FIREMANS CARRY, er sieht das Ende nahen!! DOCH DA, ALISTAIR kann seinen Kopf befreien,<br />

ABER BACKBREAKER VON PAVUS MAXIMUS!<br />

Mike Garland: „DAS COVER!“<br />

1<br />

.<br />

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2<br />

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.<br />

Kick Out!<br />

Vincent Craven: „KICK OUT! KICK OUT IN LETZTER SEKUNDE!“<br />

Pavus bleibt ungläubig auf der Matte liegen. <strong>Die</strong> Fans feuern ihn aber noch einmal frenetisch<br />

an.<br />

"PAVUS! PAVUS! PAVUS!"<br />

Der Hamburger stemmt sich unter den Aufforderungsrufen der Fans hoch, bleibt aber nun aber<br />

in der Hocke und sieht zu Alistair rüber. Der liegt noch und pumpt sich langsam auf. Pavus<br />

quält sich zu ihm und „hilft“ ihm hoch. <strong>Die</strong> Arme baumeln nur so von ihm herab. Kaum noch<br />

Kraft in ihm übrig! Headbutt vom Hamburger Jung und er muss ins Seil, aber der Tribune<br />

Champion klammert sich dort unter Zuhilfenahme einer seiner Begleiterinnen fest. Er schafft<br />

es, seine Bewegung zu kontrollieren und läuft nun auf Pavus zu! Dem schwant schon etwas!


Mike Garland: „PAVUS VERSUCHT IHN ABZUFANGEN, ABER ALISTAIR BEKOMMT SEINEN<br />

KOPF ZU FASSEN. DRIVING KNEE LIFT, PAVUS FÄLLT, WIRD ABER VON ALISTAIR<br />

ABGEFANGEN!“<br />

Vincent Craven: „ER SETZT ZUM IMPALER DDT AN!“<br />

Mike Garland: „DAS SOLL DIE MODERN DISEASE WERDEN, ABER PAVUS KENNT DIESEN<br />

MOVE! ER UMKLAMMERT DIE BEINE VON ALISTAIR!“<br />

Vincent Craven: „PAVUS VERSUCHT SICH AUFZURICHTEN! JETZT MUSS ALISTAIR SICH<br />

WEHREN!“<br />

Mike Garland: „UNGLAUBLICH! DER HAMBURGER SCHAFFT ES SICH AUFZURICHTEN, MIT<br />

ALISTAIR AUF SEINEN SCHULTERN SITZEND!! ALISTAIR RUDERT MIT DEN ARMEN, UM<br />

NICHT UMZUKIPPEN!“<br />

Vincent Craven: „PAVUS STEHT!!!! BACKDROP FALL-AWAY SLAM!!! YES!!! YES!!!!“<br />

Mike Garland: „NEIN! NEIN! NEIN! ER SCHLEUDERT ALISTAIR BRUNSWICK VON SICH,<br />

TRIFFT DABEI ABER REFEREE KIM FEYERBACH! DER RINGRICHTER GEHT BENOMMEN ZU<br />

BODEN!“<br />

Vincent Craven: „ICH KANN ES NICHT FASSEN! PAVUS WIRFT SICH AUF ALISTAIR, ABER<br />

NIEMAND ZÄHLT DAS COVER AN!“<br />

Mike Garland: „Irritiert bemerkt Pavus Max<strong>im</strong>us das Dilemma. Fluchend richtet er sich wieder<br />

auf und versucht, K<strong>im</strong> Feyerbach zu wecken…“<br />

K<strong>im</strong> Feyerbach liegt, langsam zu sich kommend, am Ringboden. Auch der Hamburger ist etwas<br />

perplex und genau das will Alistair jetzt zu seinem Vorteil ausnutzen. Im Rücken des Hünen<br />

rappelt er sich wieder auf. Er slidet aus dem Ring hinaus, gibt einer der Bikinischönheiten<br />

einen flüchtigen Kuss…<br />

Eingeölte Schlampen: „OHHH… WIR AUCH! WIR AUCH!“<br />

… und hält auf einmal etwas großes und hartes in der Hand. Seine Gitarre, die unter dem Ring<br />

versteckt war. Lautes Buhen der Fans, doch das interessiert den selbsternannten Superstar<br />

nicht <strong>im</strong> geringsten, sofort begibt er sich wieder in den Ring und wartet nur darauf, dass der<br />

Hüne sich endlich umdreht.<br />

Vincent Craven: „PAVUS DREHT SICH UND ALISTAIR SCHLÄGT ZU!“<br />

Mit voller Wucht zerschmettert Alistair die Gitarre auf dem Schädel seines Gegners, der kurz<br />

die Orientierung verliert und Alistair so die Chance gibt hier das Überraschungsmoment zu<br />

nutzen. Alistair schnappt sich den Hünen und hebt ihn hoch, er stemmt ihn regelrecht nach<br />

oben.<br />

Vincent Craven: „Was für eine enorme Kraftdemonstration von Alistair!“<br />

Mike Garland: „Senkrecht hält er Pavus in der Luft und hämmert ihn auf die Ringmatte!“<br />

Alistair verpasst dem Hamburger seinen Finisher, lässt Pavus mit dem Modern Disease keine<br />

Chance und setzt auch sofort das Cover an.<br />

1<br />

.


Vincent Craven: „DAS IST DIE TITELVERTEIDIGUNG! ALISTAIR BRUNSWICK GEWINNT<br />

DIESES MATCH UND BLEIBT DAMIT TRIBUNE CHAMPION!“<br />

.<br />

.<br />

2<br />

.<br />

.<br />

.<br />

3!!!!<br />

Sofort lässt sich der Champion seinen Titel reichen und seine Begleitung stürmt sofort in den<br />

Ring um ihn zu feiern. Ausgelassen posiert er mit den Damen und bemerkt so nicht, dass sich<br />

Pavus in seinem Rücken langsam wieder aufrichtet und man ihm die Abneigung förmlich aus<br />

den Augen tropfen sieht.<br />

Mike Garland: „Das kann nicht wahr sein?!“<br />

Vincent Craven: „Doch, er macht es wirklich!!!“<br />

Ein schneller Griff in die Hosentasche, den Schlagring übergestülpt und diesen irren,<br />

enttäuschten Blick in den Augen, packt Pavus Alistair an die Schulter, schleudert ihn<br />

regelrecht zu sich herum und holt aus.<br />

Vincent Craven: „Ach… Du… Scheiße!“<br />

Der Schlag sitzt punktgenau, das Metall prägt sich ins Gesicht des Champion und dieser geht<br />

sofort, weggetreten zu Boden, bleibt regungslos liegen.<br />

Mike Garland: „Pavus stellt sich direkt über den Superstar, während die mitgebrachten Frauen<br />

schnell das Weite suchen.“<br />

Schwer atmend, steht der Hamburger über dem siegreichen Alistair, stemmt die Faust mitsamt<br />

Schlagring in die Luft und verlässt dann sichtlich angefressen die Halle – wird trotzdem von<br />

seinen Fans frenetisch bejubelt. Er hat hier heute alles gegeben, die Enttäuschung ist nur all zu<br />

gut zu verstehen, auch wenn sie es nicht unbedingt gut heißen, wie er Alistair hier und jetzt zu<br />

Boden gebracht hat. Während Alistair sich geschlagen und blutend inmitten seiner<br />

Begleiterinnen aufrichtet, beginnt eine kleine Gruppe von Fans seinen Namen zu brüllen. Erst<br />

nur wenige, dann <strong>im</strong>mer mehr.<br />

"ALISTAIR! ALISTAIR! ALISTAIR!"<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Sehr oft <strong>im</strong> Leben muss ein Mensch Entscheidungen treffen. Manchmal Wichtige, manchmal<br />

nicht so Wichtige, doch täglich wird man vor die Wahl gestellt, und jede Entscheidung, die man<br />

trifft, beeinflusst den weiteren Verlauf des Lebens, in welch geringem Maße auch <strong>im</strong>mer.<br />

Deswegen muss man Entscheidungen sorgfältig abwägen, denn wer weiß, vielleicht kann ja<br />

auch eine kleine, scheinbar unwichtige Entscheidung aufgrund einer falschen Wahl furchtbare


Konsequenzen haben? Das ist ein Problem für viele. Deswegen wägen sie ihre Entscheidungen<br />

sorgfältig ab, denken lange darüber nach und entschließen sich schließlich, das Eine zu tun<br />

und nicht das Andere.<br />

Breads wirft wütend seinen halb aufgegessenen Muffin in den Mülle<strong>im</strong>er. Er hatte sich für den<br />

Muffin und gegen das Stück Kuchen entschieden. Ein folgenschwerer Entschluss, denn der<br />

Muffin schmeckte nicht und nun war er hungrig. Eine schlechte Entscheidung seitens des<br />

Kanadiers. Aber <strong>im</strong>merhin tut er so der weißen Katze etwas Gutes, die hinter einer Ecke<br />

auftaucht, wohl vom Geruch des Muffins angelockt, und in der Mülltonne wühlt.<br />

Seufzend schlurft Breads weiter. Neben dem Halten von zu langen Monologen und dem Reißen<br />

von schlechten Witzen war das Essen mit weitem Abstand seine Lieblingsbeschäftigung,<br />

dementsprechend ist seine Laune <strong>im</strong> Keller. Okay, das ist sie <strong>im</strong>mer, st<strong>im</strong>mt. Aber ihr wisst,<br />

was gemeint ist, oder?<br />

Auf jeden Fall trifft „Canada's Own“ in diesem Moment eine weitere, wichtige Entscheidung.<br />

Denn er bleibt vor einer Tür stehen, auf der der Name „Wiley Cuts“ steht. Nachdem er kurz<br />

vorsichtshalber checkt, ob nicht doch unter der Tür Blut in den Flur läuft oder man das<br />

Geräusch von klingenden Messern hört, entschließt er sich, anzuklopfen.<br />

Einen recht langen Moment lang passiert nichts. Breads will schon nochmal die Faust an die<br />

Tür schlagen, als sie sich doch öffnet und der <strong>PCWA</strong>-Neuling sich <strong>im</strong> Türrahmen blicken lässt.<br />

Zuerst scheint er ein wenig skeptisch, schließlich kann in der <strong>PCWA</strong> auch gut und gerne<br />

einmal der Sensenmann an die Tür schlagen, doch als er „Canada's Own“ erblickt, fällt<br />

zumindest ein Großteil des Misstrauens von ihm ab.<br />

Wiley Cuts: „Robert Breads. Mir kommt es so vor, als ob wir zwei aus neue Gesichter in der<br />

<strong>PCWA</strong> doch öfter miteinander zu tun haben. Soll mir recht sein, bei dir muss ich<br />

wahrscheinlich keine Angst haben, dass du bereits den Verstand verloren hast oder<br />

desillusioniert durch die Liga wankst wie manch ein Veteran...“<br />

Er vergräbt seine Hände in den Hosentaschen seiner Jeans und blickt den Kanadier dann<br />

fragend an.<br />

Wiley Cuts: „Doch was führt dich zu mir?“<br />

Eine Hand holt er wieder aus seiner Hosentasche hervor und öffnet die Tür vollständig,<br />

wonach er eine Geste zeigt, die Breads offenbar symbolisieren soll, dass er durchaus auch in<br />

die Kabine kommen kann. Doch der geht erstmal nicht drauf ein.<br />

Robert Breads: „Nun, das ist relativ s<strong>im</strong>pel. Ich habe mir die Show angesehen, und habe so<br />

auch unter anderem dich...“<br />

Zur Verdeutlichung seiner Aussage deutet er mit dem Zeigefinger auf seinen Gegenüber.<br />

Robert Breads: „...gesehen. Und, was soll ich sagen... Es sieht doch jeder noch so blinde<br />

Trottel, nicht wahr? Du und ich, wir haben sehr ähnliche Meinungen von der... „Ausrichtung“...<br />

dieser Liga. Wir beide sind nicht begeistert von dem, was hier Monat für Monat geschieht. Wir<br />

beide sind keine Fans von Schlachtungen und Überfällen aus dem Hinterhalt. Und vor allem<br />

sind wir beide nicht nur dieser Meinung, nein, wir sprechen sie vor allem auch noch aus.“<br />

Cuts ist nun offenbar doch recht interessiert an dem, was der Kanadier zu sagen hat, weshalb<br />

er nun aus dem Türrahmen heraus tritt und damit einen Schritt auf den Kanadier zugeht.<br />

Wiley Cuts: „Ja, das fällt uns ja nicht zum ersten Mal auf. Und ich freue mich, dass es der Zufall<br />

so wollte, dass du genau zu dem Zeitpunkt in die Liga kamst, an dem auch Wiley Cuts seinen<br />

Schritt hierher machte. Denn wenn man ganz alleine mit seine Mut da steht, ist die Chance zum<br />

Erfolg sicherlich geringer.


Und mir scheint so, als ob du in diese Richtung auf was hinaus willst.“<br />

Der selbsternannte „Freiheitskämpfer“ lächelt.<br />

Robert Breads: „Zufällig will ich genau das, Mr. Wiley Cuts. Ich bin nicht völlig realitätsfremd.<br />

Es bringt nichts, wenn sich einzelne Leute <strong>im</strong>mer wieder darüber beschweren, was hier vor<br />

sich geht. <strong>Die</strong> Firma, die dahinter steht, wird nichts ändern, solange es nur einzelnen Leuten<br />

nicht passt, was hier passiert. Warum sollten sie auch? Offenbar funktioniert es ja. <strong>Die</strong> Fans<br />

lieben es doch, zu sehen, wie Leute verstümmelt werden. Warum auf <strong>Wrestling</strong> setzen, wenn<br />

rohe Gewalt doch so viel mehr bringt? Warum soll man aufhören, massenweise Geld zu<br />

machen, wenn man es nicht muss? Und hey, offenbar haben die <strong>PCWA</strong>... ich schäme mich ja<br />

schon fast, sie „Wrestler“ zu nennen... „Performer“ diese Geschäftsphilosophie ja bereits<br />

veröffentlicht. Offenbar wissen sie, auf was sie sich hier einlassen – und nicht nur das, sie<br />

machen auch gleich noch mit und fügen sich nahtlos in die Riege der restlichen <strong>PCWA</strong>'ler ein.<br />

Und nur weil ein Einzelner sich dagegen auflehnt, wird sich nichts ändern... Aber es ist nicht<br />

nur Einer. Nicht wahr?“<br />

Breads' Mundwinkel zucken ein wenig nach oben, selbstverständlich ist diese Frage<br />

rhetorisch.<br />

Robert Breads: „Wir sind nicht allein, keiner von uns beiden. Wir beide sind auf der selben<br />

Seite. Wir beide sind nicht damit einverstanden mit der Art und Weise, wie man hier vorgeht.<br />

Und ich weiß nicht, wie es mit dir steht, aber ich habe keine Lust, auf dem Hintern zu sitzen<br />

und zu hoffen, dass sich während meines <strong>PCWA</strong>-Aufenthalts alles zum Guten wendet. Es wird<br />

sich nichts zum Guten wendet, wenn man nicht etwas untern<strong>im</strong>mt. Man muss etwas gegen die<br />

<strong>PCWA</strong>-Mentalität tun, wenn man Wandel will. Man muss dagegen ankämpfen, um diesen Ort zu<br />

dem zu machen, was er eigentlich sein sollte. Man muss etwas tun... gegen die <strong>PCWA</strong> - für die<br />

<strong>PCWA</strong>.“<br />

Offenbar ist Wiley mehr als nur zufrieden und glücklich mit den Aussagen Breads. Nach<br />

seinem „Fiasko“ mit Godd ist er über jemanden, dessen Meinung der seinen gleicht, natürlich<br />

umso mehr erfreut.<br />

Wiley Cuts: „Der Spruch passt perfekt...“<br />

Er wiederholt „gegen die <strong>PCWA</strong> – für die <strong>PCWA</strong>“ leise und ist offenbar wirklich von dieser<br />

Formulierung begeistert.<br />

Wiley Cuts: „Ich nehme an, dass wir uns unter diesem Motto auf eine Zusammenarbeit einigen.<br />

Nicht nur für die nächsten Wochen, nicht nur für den Brawlin Rumble...sondern bis wir Großes<br />

erreicht haben. Und das werden wir...“<br />

Er hält Breads die Hand hin. Ohne das geringste Zögern n<strong>im</strong>mt „Canada's Own“ an, das war<br />

ohnehin das, woraufhin er von Anfang an aus war.<br />

Wiley Cuts: „<strong>Die</strong>s ist doch der perfekte Zeitpunkt für den Einstieg in unseren Kampf gegen das<br />

festgefahrene. Durch den Ausfall Schmidtkes ist die Firma geschwächt, ein zweiter Schlächter<br />

kann vielleicht auch den letzter Skeptiker von der Schrecklichkeit der Taten überzeugen...“<br />

Stumm nickt er dem Kanadier zu.<br />

Robert Breads: „Sehr schön. Nun, da das geklärt wäre, könnten wir...“<br />

Weiter kommt Breads nicht, denn in diesem Moment hört man Schritte und der Kanadier hält<br />

inne, was uns einen weiteren, vermutlich unendlich langen Monolog erspart. Stattdessen<br />

wenden sich sowohl Cuts als auch Breads zur Seite, wo nun jemand aufgetaucht ist, mit dem<br />

sie so nichts gerechnet haben.


Jamie Hudson: „Was haben wir denn hier, da haben sich zwei gefunden was, ist ja fast schon<br />

süß.<br />

So wie Orangensaft nach dem Zähneputzen.“<br />

<strong>Die</strong> beiden Neu-<strong>PCWA</strong>'ler starren Hudson an, der sich selbstsicher vor ihnen aufgebaut hat.<br />

Breads fasst sich als erstes wieder und verarbeitet die Überraschung dieses plötzlichen<br />

Auftauchens mit einem gr<strong>im</strong>migen Lächeln. Doch dann hört man zunächst die St<strong>im</strong>me Wiley<br />

Cuts'<br />

Wiley Cuts: „Sieh mal einer an. Kaum, dass sich eine ernstzunehmende Gegenbewegung<br />

formiert hat, taucht auch schon die Firma auf. Ist das schon die 'Flucht nach vorne' einer<br />

aussterbenden Spezies?“<br />

Der Kanadier mustert seinen Gegenüber ebenfalls.<br />

Robert Breads: „Jamie Hudson...achja...“<br />

<strong>Die</strong> St<strong>im</strong>mlage des Kanadiers ändert sich innerhalb einer Sekunde von milde interessiert in<br />

Richtung abweisend und desinteressiert.<br />

Robert Breads: „...Jamie Hudson... Der Typ, den man nur kennt, weil Elroy Schmidtke sich<br />

verletzt hat.“<br />

Er spricht die Worte langsam, aber best<strong>im</strong>mt, aus und grinst Hudson dann herablassend ins<br />

Gesicht.<br />

Jamie Hudson: „Mit einer Sache hast du Recht, Ich bin Hudson,ich bin die Firma und ich bin<br />

bekannt hier in der <strong>PCWA</strong>. Ich hab Elroy damals aus dem Rumble geschmissen, ich habe<br />

Lucifer in den Ring getrieben. Was hast du erreicht Breads? In irgendeiner Holzliga Champion<br />

of the Woods geworden?“<br />

Hudson bleibt gelassen, Sticheleien wie diese haben mittlerweile an Wirkung verloren schon zu<br />

oft hat er sie gehört, oder sogar Schl<strong>im</strong>meres erlebt.<br />

Robert Breads: „Oh ja, Jamie Hudson, ich erinnere mich. Du warst auch be<strong>im</strong> letzten Brawlin'<br />

Rumble, oder? Du kamst als Nummer 30 herein, hattest also den besten Platz... Und ich war<br />

trotzdem vor dir, nicht wahr? Tut mir Leid, dass ich dich vergessen habe. Du warst ja nur eine<br />

Minute <strong>im</strong> Ring, es war gar nicht so einfach, deinen Auftritt damals zu bemerken.“<br />

Auf diese Provokation seines Partner geht Cuts natürlich ein und sticht weiter in die Wunde.<br />

Wiley Cuts: „Wahrlich keine Glanzleistung, Stanley. Doch irgendwie ist deine jetzige Rolle in<br />

Hinblick deines häufigen Versagens auch bezeichnend.“<br />

Kurz verstummt er, ehe er seine Aussage weiterführend erklärt.<br />

Wiley Cuts: „Du bist eigentlich ein Nichts. Kaum mehr als ein solides Talent, was unter<br />

normalen Umständen untergehen würde! Und weil du genau weißt, dass du es <strong>im</strong> Ring ehrlich<br />

zu nichts bringen wirst, hast du dir andere Wege gesucht, auf denen du nun erfolgreich sein<br />

willst...“<br />

Seine Mundwinkel verziehen sich wütend, als er Hudson erstaunlich ungerührte Miene erblickt.<br />

Wiley Cuts: „Und es wäre fast glatt gegangen, denn durch das Nichtstun der <strong>PCWA</strong> kamst du<br />

mit Backstagepolitik besser durch als je zuvor. Doch leider tun sich nun Widerstände auf. Ich<br />

glaube kaum, dass der Brawlin Rumble Versager Jamie Hudson sich gegen sie behaupten<br />

kann. Egal, wer hinter seinem Rücken steht.“


Hudson: „Gutes Argument, es wäre sogar noch wirkungsvoller wenn es von jemanden<br />

kommen würde der schon Erfolge in dieser Liga gesammelt. Nach jetzigen Stand bin ich <strong>im</strong><br />

Gegensatz zu dir ja ein wahrer Veteran der <strong>PCWA</strong>. Aber irgendwie sehe ich mich in dich<br />

wiedergespiegelt, es ist fast so als würde ich ein jüngeres Ich von mir sehen.“<br />

Er betrachtet Wiley von oben bis unten während er die beiden umkreist.<br />

Hudson: „Nur war ich schon vor langer Zeit schon breiter gebaut als du. Aber Robert, Wiley ihr<br />

Beide seid nicht vollkommen hoffnungslos. Allerdings würde ich euch raten aufzupassen,<br />

<strong>im</strong>merhin laufen hier so einige kranke Typen rum und sogar welche die versuchen krank zu<br />

sein.“<br />

Hudson tippt sich mit den Finger an den Kopf.<br />

Hudson: „Tut mir einen Gefallen, Jungs, egal was ihr macht, nehmt keine Drogen, Klebstoff<br />

oder Katerpisse. Wir haben genug bunte Vögel hier in der <strong>PCWA</strong>. Aber wisst ihr was ich denke<br />

ich habe euch genug genervt.“<br />

Wie es sich für ein Aushängeschild gehört hält er den beiden seine Hand entgegen.<br />

Ohne das einer von beiden darauf eingeht.<br />

Wiley Cuts: „Sieh dich vor, Jamie. <strong>Die</strong> Rollen beginnen, sich auszutauschen. Deine Illusion<br />

einer Dominanz durch die Firma löst sich durch unsere Verbündung nun in heiße Luft auf.“<br />

Cuts macht leise das Geräusch einer Explosion, womit er auf das eben Gesagte anspielt, ehe<br />

er Robert Breads kameradschaftlich auf die Schulter klopft und ihn so zum Gehen bewegt.<br />

Hudson blickt beiden mit einem Lächeln nach, während er aus seiner Tasche die Socke holt.<br />

Hudson beginnt die Socke anguckend zu Reden.<br />

Hudson: „Weißt du was, solche Jungs könnten wir ganz gut bei der Firma gebrauchen was?“<br />

Hudson beißt die Zähne zusammen und versucht zu Bauchrednern, allerdings hört er sich eher<br />

wie Boris Yeltsin nach 5 Litern Wodka an als nach einem Menschen.<br />

Hudson: „Dad, du dummes Mistvieh als wenn diese beiden schwul wären. Ich meine keiner von<br />

den Beiden ist ein Riese und keiner ist ein emotionales Wrack. Weißt du was, ich hab Hunger,<br />

vielleicht haben die ja heute Traubensaft be<strong>im</strong> Imbiss um die Ecke.“<br />

Hudson steckt sich die Socke in die Tasche und läuft Richtung Ausgang.<br />

Mike Garland: „Eine Gegenbewegung? Cuts und Breads gönnen sich keine<br />

Eingewöhnungszeit, gehen gleich aufs Ganze - und sie haben eine Schwäche der Firma<br />

erkannt!"<br />

Vincent Craven: „Gegen die <strong>PCWA</strong> - Für die <strong>PCWA</strong> - das ist ihr Leitspruch...und Jamie Hudson<br />

gefällt das nur bedingt. Er hätte sie anscheinend gern auf seiner Seite."<br />

Mike Garland: „Stattdessen redet er lieber mit einer Socke! Der Typ ist doch irre!"<br />

Vincent Craven: „Als Aushängeschild wird das nicht gerade Imagefördernd für Kerry & Gaelic<br />

sein - und ich dachte <strong>im</strong>mer Elroy wäre schon peinlich!"


---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Wer wissen will, was sich abseits der Show abspielt, nachdem sich drei Männer vorhin dazu<br />

entschlossen hatten, das Einkaufszentrum auf dem <strong>PCWA</strong>-Gelände unsicher zu machen, sollte<br />

eben den Kanal wechseln, denn ein kleiner, lokaler Sender in Berlin hat einen Anruf<br />

bekommen, einen Kameramann hingeschickt und exklusive Bilder. Für die faulen Leute ein<br />

direkter Link zum Online-Stream des Senders:<br />

http://pcwa.pcwa-entertainment.de/jis/szenenwechsel.pdf<br />

Alle anderen können hier weiterschauen.<br />

„Flossen hoch, du räudiger Straßenköter!“<br />

Es dauert eine Weile, bis sich Mad Dogs Augen an die Dunkelheit in seiner Kabine gewöhnt<br />

haben. Das leise Klicken vom Durchladen einer Waffe, die schemenhafte Gestalt und die<br />

durchdringende St<strong>im</strong>me zeigen ihm allerdings deutlich, in was für einer Lage er sich befindet.<br />

Er kennt die St<strong>im</strong>me. Sie gehört niemand anderem als dem ‚Living Dead Girl‘ Patricia Selladore.<br />

In diesem Moment flammt die Beleuchtung auf. Der ‚Night Fighter‘ hält sich kurz die Hand vor<br />

die geblendeten Augen, dann erkennt er Patricia. Sie steht ein paar Schritt von ihm entfernt<br />

und richtet eine Waffe direkt auf ihn.<br />

Patricia: „Keine Mätzchen. Du wirst mir jetzt ein paar Fragen beantworten.“<br />

Sie deutet mit der Waffe kurz auf einen in der Ecke stehenden Stuhl.<br />

Patricia: „Und schön die Tür hinter dir zumachen. Wir wollen ja nicht, dass uns jemand stört.<br />

Wenn die in der Zentrale wenigstens halbwegs kompetent sind, dann sollte ihnen der Ausfall<br />

dieser Kamera dort nicht lange entgehen.“<br />

Sie deutet auf eine mit Sprühfarbe unbrauchbar gemachte Überwachungskamera an der Decke.<br />

Auch die Kabel des Richtmikrofons sind durchtrennt.<br />

Patricia: „Wir haben also keine Zeit zu verschenken.“<br />

Da ist es wieder, dieses gestört-übertriebene Grinsen. Mad Dog beschließt, ihren Anweisungen<br />

erst einmal zu folgen. Wenn eine Waffe auf dich gerichtet ist, dann hast du auch nicht viele<br />

andere Optionen. Er schließt die Tür und setzt sich auf den Stuhl. Patricia zieht sich ebenfalls<br />

eine Sitzgelegenheit heran und setzt sich so darauf, dass die Lehne zu Mad Dog zeigt und sie<br />

ihn gleichzeitig ansieht. Patricia legt den Kopf schief und betrachtet ihr Gegenüber, ohne ein<br />

Wort zu sagen. Stattdessen streicht sie mit ihrer linken Hand über das kalte Metall der Pistole<br />

in ihrer Hand.<br />

Patricia: „Du weißt, was das hier ist?“<br />

Der Night Fighter zuckt mit den Schultern. Dabei weiß er genau, was Patricia dort in der Hand<br />

hält. Er hat die Waffe sofort erkannt.<br />

Plötzlich beugt Patricia sich blitzartig nach vorne, so dass der Stuhl zu Boden poltert. Nun<br />

steht sie direkt vor dem verrückten Hund. So dicht, dass sie ihn mit der Waffe berühren kann.


Und genau das tut sie auch. Mad Dog spürt die Mündung direkt auf seiner Stirn, spürt, wie<br />

Patricia mit der Waffe seine Wange hinunter fährt und sie schließlich an seine Lippen setzt.<br />

Patricia: „Aufmachen.“<br />

MD starrt in die Augen der durchtriebenen Selladore und erinnert sich dabei an die<br />

Verstümmelungen, die er durch sie erleiden musste. Aber der rechte Arm ist wieder genesen<br />

und einsatzbereit. Heute ist keine Zeit für solchen Unfug. Der Night Fighter ballt die Faust.<br />

Mad Dog: „Wa…“<br />

Er kann gar nicht aussprechen, denn Patricia unterbricht ihn rüde mit einem energischen<br />

Schrei.<br />

Patricia: „Aufmachen oder ich puste dich sofort weg!“<br />

Langsam öffnet Mad Dog seinen Mund und schon einige Augenblicke später spürt er den<br />

metallischen Geschmack der Waffe in seinem Mund.<br />

Patricia kichert.<br />

Patricia: „Das schmeckt dir nicht, oder? Ja, das ist das süße Gefühl der Angst. Und nun<br />

beantworte meine Frage, Hündchen. Aber überlege dir die Antwort gut, denn wenn sie mir nicht<br />

gefällt, dann wird deine Hirnmasse in Kürze an der Wand hinter dir kleben. Lügst du mich an –<br />

bääm. Bekomme ich von dir irgendetwas anderes als ein Nicken oder ein Kopfschütteln, nur<br />

irgendeinen dummen Erklärungsversuch – bääm. Hast du die Regeln verstanden?“<br />

Ein Nicken.<br />

Patricia: „Warst du am Ende der letzten Show mit meinem Vater auf dem Dach des <strong>PCWA</strong><br />

Domes?“<br />

Immer noch fixiert der Fighter die Pupillen des Living Dead Girls, will ihre Emotionen lesen…<br />

Eigentlich hatte er die Sache am Ende von Vendetta 84 gut verdrängt, auf Seite gekehrt. <strong>Die</strong><br />

ersten Tage war es ein ernsthafter Gedankenkrieg, aber mittlerweile hatte er seine<br />

Schlussfolgerungen gezogen. Abgeschlossen.<br />

Endlich löst MD den bohrenden Blick und schaut zum Boden. Er überlegt, ob er der Frau, die<br />

ihn in der letzten Season fast zur Weißglut trieb, die Wahrheit sagen soll oder nicht. Während<br />

sich der metallische Geschmack in das Wangenfleisch beißt, trocknet sein Mund völlig aus.<br />

Würgreflex. <strong>Die</strong> nackte Wahrheit ist wohl <strong>im</strong>mer am interessantesten.<br />

Mad Dog: „Örghkk… Ja… das war ich!“<br />

Patricia atmet laut hörbar ein. Sie ist scheinbar auf der richtigen Fährte. Langsam zieht sie die<br />

Waffe aus Mad Dogs Mund.<br />

Patricia: „Gut. Willkommen <strong>im</strong> Kreis des Vertrauens. Zumindest in diesem Punkt lügst du mich<br />

nicht an. Ja, wir haben dein dummes Schachspiel gefunden.“<br />

Und mit einem heftigen Wurf landet das Spiel vor Mad Dogs Füßen, springt auf und einige<br />

Figuren purzeln heraus. Des Fighters Blick erstarrt. Steinern schaut er zu Patricia.<br />

Jetzt erst, als er erkennt, beginnt er zu zittern, jetzt jagt es die Schweißperlen auf MDs Stirn.<br />

Patricia scheint an der Angst des Hundes ihre sichtbare Freude zu haben, der Night Fighter<br />

aber beißt geschlagen auf seine Zähne. Macht. Macht. Macht. Da ke<strong>im</strong>t sie… Kein Wille mehr.<br />

Kein Gedanke mehr. Das Herz pocht. Es pocht und brennt. Pocht und brennt. Immer fort.


Der Atem wird schwer. <strong>Die</strong> Augen nass. Er schluckt. Verzweifelt fährt die zitternde Hand durchs<br />

nasse Haar. Da ist sie. Ergreift ihn. Packt ihn. Keine Gegenwehr. Angst! Mächtige Angst.<br />

Mad Dog: „…was… was willst du? Was… was… noch?“<br />

Das Living Dead Girl richtet die Waffe nun wieder direkt auf Mad Dogs Stirn.<br />

Patricia: „Das hier ist die Waffe meines Vaters. Er hatte sie <strong>im</strong>mer bei sich. Eine kleine…<br />

Lebensversicherung, es gibt viel zu viele Verrückte auf dieser Welt. Ich habe sie auf dem Dach<br />

gefunden, in der Nähe deines Schachspiels. Das heißt, dass ihr beide dort gewesen seid. Seit<br />

der Show ist mein Vater verschwunden. Was ist dort oben passiert, Mad Dog? Welche<br />

schmutzige Geschichte hast du mir zu erzählen?“<br />

Mad Dog bemerkt, dass ihre Hand zittert. Er ist sich sicher, dass er sie jetzt mit einem<br />

schnellen Angriff sicherlich überraschen könnte, aber er spielt dieses Spiel noch mit. Patricias<br />

Unsicherheit und Sorge saugt er auf. Wie ähnlich er sich doch gerade fühlt…<br />

Fast gleichzeitig atmen die beiden zur gedrückten St<strong>im</strong>mung aus.<br />

Mad Dog: „Was soll schon passiert sein?“<br />

Jault der Hund heraus. Doch die lapidare Antwort scheint beide Gesprächspartner nicht zu<br />

erfreuen, sodass sich der Fighter gleich korrigiert.<br />

Mad Dog: „Jetzt ist es vermutlich so oder so egal! Ja, ich weiß, was mit Adam geschehen ist.<br />

Wobei, nicht ganz… aber zumindest weiß ich, was an diesem Abend passiert ist. Ich war mit<br />

deinem Vater auf dem Dach. Wir sprachen miteinander, weil er in Sorge um…“<br />

MD stockt und schluckt. Krampfend fasst er sich mit seiner Hand ans Herz. Krallt sich am Pulli<br />

fest. Gräbt sich ins eigene Fleisch. Keucht. Dreht sich. Schüttelt sich.<br />

Patricia wird ungeduldig.<br />

Patricia: „REDE! Ich will wissen, was du Dreckskerl mit meinem Vater angestellt hast! REDE<br />

UND DU WIRST WENIGSTENS MIT EINEM RUHIGEN GEWISSEN VON DIESER WELT GEHEN!“<br />

In ihren Augen lodert der Zorn. Mad Dog merkt, wie ihm mehr und mehr Schweiß auf die Stirn<br />

tritt. Mit einer solchen Wildheit hat er nicht gerechnet, auch wenn er es von Patricia eigentlich<br />

mittlerweile gewohnt sein müsste. Aber genau diese Emotionen der Tochter des Reynolds<br />

stoßen ihn noch mehr in den Abgrund. Schneiden ihm die Luft ab. Blass sieht er aus.<br />

Mad Dog: „Mir ist schlecht!“<br />

Schnell. Unaufhaltsam schießt es von unten heraus. Mit einem Mal. Alles. Der ganze Argwohn.<br />

<strong>Die</strong> ganze Sorge. <strong>Die</strong> ganze… ANGST. Auf dem Fußboden. In kleinen Bröckchen und orangener<br />

Suppe. Ein wenig befreit atmet MD durch. Eklig liegt die Magensäure <strong>im</strong> Mund und brennt.<br />

Patricia sieht den Fighter angeekelt an.<br />

Mad Dog: „Ich war es nicht, Patricia… Irgendwie ist es aus den Fugen geraten, ich… Adam hat<br />

einfach die Waffe gezogen. Aber die Waffe wurde ihm aus der Hand geschlagen… nicht von<br />

mir. Von dem dritten. Und der hat ihn auch vom Dach… er hat ihn vom Dach geschmissen.<br />

Valkos. Valkos hat ihn einfach vom Dach geschmissen!“<br />

Patricia zuckt für einen kurzen Moment zusammen. Valkos Heritage? Ist er tatsächlich so<br />

abgebrüht? Zwar hatte sie sich bereits mit dem Gedanken angefreundet, dass ihr Vater tot war,<br />

aber nun schießen ihr doch Tränen in die Augen. MD wischt sich den Mund ab und schaut<br />

fasziniert zu Patricia.


Patricia: „Ihr… ihr… verdammten Mistkerle. Es ist ein Mörder unter uns und du deckst ihn auch<br />

noch?“<br />

Auf einmal hält sie inne. Giftig blickt sie Mad Dog an.<br />

Patricia: „Aber wer sagt mir, dass du mir hier keine Lügenmärchen auftischst?“<br />

Immer noch atmet MD schwer. Für einen Moment wundert es ihn, dass er Patricia einfach so<br />

den Namen von Valkos genannt hat. Dann aber wiederum fixiert er ihre Augen und erkennt dort<br />

sich selbst. Oder viel mehr… seine Tochter. In Patricias Augen, in Patricias Emotionen, in<br />

Patricias Sorge um ihren Vater…<br />

Überall seine Tochter. MDs Tochter, die ihren Vater verloren hat. Nicht weil er tot wäre, nein,<br />

weil Mad Dog selbst die Trennung heraufbeschwor.<br />

Mad Dog: „Lass uns einen Deal machen!“<br />

Kurz ke<strong>im</strong>t Hoffnung auf. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vielleicht war nicht alles umsonst.<br />

Mad Dog: „Ich gib dir einen Beweis! Und danach gibst du mir etwas…“<br />

Selladore schaut fragend zu MD.<br />

Mad Dog: „Dort hinten <strong>im</strong> Parker ist mein Handy… ich hatte schon kurz vorher ein ungutes<br />

Gefühl. Ich hab’s aufgenommen… ich hab… die Szene auf dem Handy. Hör es dir an.“<br />

MD quält sich ein Lächeln raus. Patricia zögert kurz, aber dann zieht sie tatsächlich das Handy<br />

heraus. Sie drückt ein paar Tasten und tatsächlich findet sie schnell eine relativ große<br />

Audiodatei. Sekunden später hören wir die St<strong>im</strong>men von Valkos Heritage, Mad Dog und Adam<br />

Reynolds.<br />

+++ Flashback: Vendetta 84 +++<br />

Valkos Heritage: „Das hätte ich schon viel früher machen sollen. Dann hätte ich mir das Betteln<br />

um einen Kampf ersparen könne. Es wird Zeit zu handeln…“<br />

Adam: „Glaube mir, ich habe diesen Schritt nicht gewollt, niemals. Dass die Situation zwischen<br />

zwei großartigen Männern wie uns eskalieren muss…“<br />

Mad Dog: „ER HAT EINE WAFFE!“<br />

Ein Rumpeln und Ächzen ist zu hören, scheinbar ein Gerangel. Dann ein laut gellender Schrei,<br />

gefolgt von einigen Sekunden der Stille.<br />

Mad Dog: „Was hast du getan?“<br />

Valkos Heritage: „Es ging nicht anders. Es musste enden… hier und jetzt… Ich hatte keine<br />

Wahl…“<br />

Mad Dog: „Keine Wahl? Man hat <strong>im</strong>mer eine Wahl. Aber du… Du hast ihn vom Dach<br />

geschmissen!“<br />

Mad Dog: „Ich bin nicht hier gewesen!“<br />

+++ Flashback: Ende +++


Das reicht Patricia. Mit einem Schrei schleudert sie das Handy zu Boden, wo es in seine<br />

Einzelteile zerspringt. Sie bückt sich kurz, um die SIM-Karte an sich zu nehmen. Valkos<br />

Heritage. Sie hatte es geahnt, aber nun hatte sie einen Beweis. Soeben war das Todesurteil<br />

über den Freakanite gesprochen worden.<br />

Mit weit aufgerissenen Augen wendet sie sich wieder Mad Dog zu.<br />

Patricia: „Und nun… Zeit für deinen Judaslohn.“<br />

Sie hält ihm die Waffe direkt an die Stirn. Langsam krümmt sich ihr Zeigefinger.<br />

Mad Dog dagegen bleibt vollkommen ruhig, was Patricia noch wütender macht. Schließlich hat<br />

er eben noch vor Angst auf den Fußboden gekotzt.<br />

Patricia: „Was ist los mit dir, du Freak? Fürchtest du den Tod nicht?“<br />

Mad Dog: „<strong>Die</strong> Waffe ist nicht geladen…“<br />

Verwundert schaut Patricia MD an.<br />

Mad Dog: „Ich hab es von Beginn an gesehen… willst du mir also nun damit drohen einen<br />

dämlichen Abdruck auf meine Stirn zu machen oder willst du den Deal erfüllen, huh!? Du bist<br />

vielleicht wahnsinnig, aber so verrückt, mich umzubringen, bist du nicht! Eigentlich hatte ich<br />

das auch von Valkos Heritage gedacht…“<br />

Patricia kann nicht anders, als zu kichern beginnen. Tränen laufen ihr über das Gesicht, aber<br />

wir wissen nicht, ob es Tränen der Trauer über den Tod ihres Vaters oder Tränen der<br />

Belustigung über Mad Dogs abgebrühtes Schauspiel sind.<br />

Patricia: „Wir wären damit quitt. Keine albernen Spielchen mehr. Ich habe nun etwas zu<br />

erledigen, vielleicht sehen wir uns nie wieder. Also sage ich jetzt schon einmal: Lebe wohl,<br />

Mad Dog. War nicht persönlich, okay?“<br />

Der Fighter hält sie am Arm fest. Spürt kurz die junge zarte Haut in seiner Pranke.<br />

Mad Dog: „Gib es mir zurück!“<br />

Patricia: „Was verdammt?“<br />

Irritiert schaut MD sie an.<br />

Mad Dog: „Na… das, was noch <strong>im</strong> Schachbrett war! Das war der Deal… ich gib dir den Beweis<br />

und du gibst mir das fehlende Stück wieder.“<br />

Patricia schaut auf das Schachbrett, was neben MDs Mageninhalt auf dem Boden liegt.<br />

Patricia: „Da war nichts weiter.“<br />

Patricia nickt nur knapp. Dann dreht sie sich schnell weg, um den Raum zu verlassen.<br />

Vielleicht auch, um die Tränen zu verbergen, die sie in diesem Moment überkommen.<br />

Valkos Heritage.<br />

Sie würde Rache für ihren Vater üben.


Als sie den Flur hinunter läuft, greift sie in eine ihrer Hosentaschen und zieht etwas hervor.<br />

Patronen, mit denen sie die Pistole lädt. <strong>Die</strong> an ihr vorbei stürmenden Securities, die in<br />

Richtung von Mad Dogs Kabine hetzten, ignoriert sie dagegen völlig.<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Das sind sie. <strong>Die</strong>se Schilder hängen seit neuestem <strong>im</strong> <strong>PCWA</strong> Dome. Den ganzen Abend schon<br />

nervten sie den Regenläufer. Schnaufend wirft er scheppernd circa 30 Stück von diesen<br />

Plastik- und Blechschildern vor dem Überwachungsraum der Security ab. Nach seinem<br />

Gespräch mit Mad Dog, draußen zum Rauchen, hatte Rage beschlossen diese elenden Schilder<br />

zu entfernen. Eine Aufgabe hilft <strong>im</strong>mer, wenn man nervös ist…<br />

<strong>Die</strong> Tür steht offen und Blake Milton betrachtet emotionslos den Haufen Blech, bevor er sich<br />

eine Zigarette in den Mundwinkel schiebt und mit einem Sturmfeuerzeug anzündet. Er muss<br />

husten und krümmt sich vor Schmerzen. Noch nie hat er sich so sehr das Ende einer Show<br />

herbeigesehnt.<br />

<strong>Die</strong> Porzellanmaske von Rage blickt das ganze genau an, entdeckt neben dem blauen Auge<br />

auch die Würgemale am Hals. Ein Gürtel muss es wohl gewesen sein. Der Abdruck ist deutlich<br />

zu erkennen. War es die ANGST? Oder doch der Kampf gegen Lucifer? Der Regenläufer<br />

versucht nur vorsichtig nach der Ursache zu fragen. Blake wird es ihm erzählen, falls er das<br />

möchte…<br />

Azrael Rage: „Harte Nacht gehabt?“<br />

Keine Reaktion von Blake, bis auf ein weiteres Husten.<br />

Azrael Rage: „Mein Kampf gegen die Gesundheitsauflagen der <strong>PCWA</strong> scheint nicht ganz so<br />

hart gewesen zu sein.“


Mit einem leisen Lachen blickt die Porzellanmaske zu Boden auf die vielen Schilder, die dort<br />

liegen. Dann blickt er wieder auf, blickt zu Milton, der sich mit seiner Zigarette in der Hand an<br />

seinem Überwachungspult abstützt.<br />

Azrael Rage: „Ich wollte Dir danken, Blake.“<br />

<strong>Die</strong> rechte Hand zeigt die Funktion flink laufender kleiner Beinchen an.<br />

Azrael Rage: „Ohne Deine Herolde hätte ich das letzte Vendetta nicht organisieren können.“<br />

Blake Milton: „Schon okay.“<br />

Mit schmerzverzerrtem Gesicht hustet Blake wieder und hält sich die Seite. Just in diesem<br />

Moment hebt Rage eines der Schilder auf und zeigt es dem Jungen.<br />

Azrael Rage: „Irgendwas sagt mir, dass Du gerade nicht rauchen solltest.“<br />

Nur ein kurzer, undefinierbarer Blick von „Lucifers Schützling“ und das Schild der <strong>PCWA</strong> wirft<br />

das Schild des Rauchverbots wieder über seine Schulter.<br />

Azrael Rage: „Kann ich Dir irgendwie helfen, Blake?“<br />

Blake Milton: „Kannst du… mich ein Stück begleiten… zu Mad Dogs Kabine?“<br />

Ein Nicken von Rage.<br />

Wackelig wendet sich Milton von seinem Arbeitsplatz ab und geht langsam zu Azrael herüber,<br />

der sogleich beginnen will ihn zu stützen, doch Blake zischt ihn sofort an: „Fass mich nicht<br />

an!“<br />

Rage mustert ihn kurz, nickt abermals und geht über die Schilder, die unter seinen Sohlen<br />

knarren, hinweg. Der Junge hingegen, bleibt hinter ihm zurück.<br />

Azrael Rage: „Blake?“<br />

Er hebt die Sicherheitsschilder auf. Völlig egal, ob Blaze, Rage, Mad Dog oder der Rest – sie<br />

alle lassen Dinge irgendwann fallen, sobald sie stören. Ausgetrunkene Wasserflaschen,<br />

einschränkende Verbotsschilder, nervende Erinnerungen, verbrauchte Mythen.<br />

Der Regenläufer wartet geduldig, bis sich sein Gegenüber wieder erhebt und endlich in<br />

Bewegung setzt.<br />

Azrael Rage: „Ich mache mir ehrlich gesagt ziemliche Sorgen um Dich.“<br />

Der Sicherheitschef n<strong>im</strong>mt einen irritierten Zug von seiner Zigarette und klammert sich an die<br />

Warnhinweise.<br />

Azrael Rage: „Weißt Du, wenn ich Dich sehe, sehe ich die Zukunft… Lass mich etwas weiter<br />

ausholen. Vollkommen gleich, wie erfolgreich die Guten kämpfen… das Böse kommt <strong>im</strong>mer<br />

zurück. Wir können nur einen Sieg auf Zeit erringen. Soll heißen, vollkommen gleich, wie<br />

erfolgreich ich gegen die ANGST vorgehe und gegen alles was danach diesen schönen Ort<br />

bedrohen mag…“<br />

Rage unterbricht sich selber, denn er sieht wie Blake ihm klar den Erfolg gegen die ANGST<br />

abspricht. Er macht sich zu viele Sorgen, denn wenn Azrael heute verliert, verliert auch die<br />

<strong>PCWA</strong> – wiederholt. Und dafür wurde Blake nicht eingestellt. Dafür trägt er nicht den Titel<br />

„Leitender Sicherheitsbeauftragter der <strong>PCWA</strong>“.


Er allein ist verantwortlich. Kein Blaze, kein Rage, kein Lucifer, kein Hudson. Er allein muss<br />

sich in jedem Bericht an die Firma rechtfertigen. Er allein wird dafür verantwortlich gemacht,<br />

wenn sich ein Wrestler aufgrund fehlender Warnhinweise verletzt. Und nur er allein weiß, wie<br />

wichtig Gabriel Lucifer für diese Liga ist. Der Regenläufer hat das schon oft von ihm gehört.<br />

Direkt und in Videos. <strong>Die</strong>ses Mal braucht es aber keine Worte, damit Rage es <strong>im</strong> Gesicht des<br />

jungen Mannes lesen kann… das macht ihm Sorgen.<br />

Azrael Rage: „Also, ich meine, selbst wenn ich heute den Undisputed Gerasy gewinne und ihn<br />

vielleicht sogar länger halten kann, als ein Elroy Schmidtke, dann werde ich ihn auch<br />

irgendwann wieder verlieren. Das ist der Lauf der Dinge hier in der <strong>PCWA</strong>. <strong>Die</strong>ser inzwischen<br />

genarbte Körper wandert seit 38 Jahren über diese Erde. Noch bin ich <strong>im</strong> besten Alter, um<br />

diesen Kampf zu führen, aber irgendwann werde ich mich auf gewisse Gebrechen einstellen<br />

müssen und kann nicht mehr ein Teil der <strong>PCWA</strong> sein…“<br />

„…außer ich lüge, betrüge, intrigiere und schaffe um mich einen Mythos, den es eigentlich nie<br />

gab, wie Gabriel Lucifer.“, denkt sich Rage, aber sagt es nicht.<br />

Azrael Rage: „Wie dem auch sei, spätestens dann wird es Deine <strong>PCWA</strong> sein, Blake. Das heißt<br />

aber auch, dass Du Dich dann entschlossen haben musst, wo Du stehst. Verstehe mich nicht<br />

falsch, aber ich würde mich freuen, wenn ich Dir diesen Weg in die Zukunft ebnen könnte…<br />

Aber das ist schlussendlich natürlich Deine Entscheidung. Schließlich liegt es an jedem alleine<br />

in der <strong>PCWA</strong> Großes zu leisten. Nur ob dieses Große einst gut oder schlecht sein wird… das ist<br />

unsere Wahl… und mich beunruhigt, welche Wahl Du treffen könntest.“<br />

Kurz stützt sich Blake Milton an der Wand ab und dadurch machen die Beiden eine Pause. Nur<br />

wenige Sekunden später kommt eine Security an ihnen vorbei, die Blake prompt zurückpfeift.<br />

Blake Milton: „Sag der Verwaltung Bescheid, dass die hier“, er übergibt die Schilder, „morgen<br />

wieder an ihrem Platz hängen.“<br />

Man kann erkennen, wie Rage genervt die Augen verdreht unter der Maske. Was man aber<br />

nicht sehen kann, ist das er auch darunter lächelt. Blake Milton - überaus pflichtbewusst...<br />

Der Sicherheitskollege nickt verwundert und geht weiter, während Blake monoton mit dem<br />

eigentlichen Thema fortfährt.<br />

Blake Milton: „Ich glaube nicht, dass du gegen Robert ankommst…“<br />

Blick nach unten von Rage.<br />

Azrael Rage: „Ich weiß.“<br />

Blick nach oben von Milton.<br />

Blake Milton: „Ich hätte es nicht so weit kommen lassen dürfen...“<br />

Azrael Rage: „Du bist jung, Blake. Du hast noch viel Zeit Deine Visionen zu verwirklichen. Ich<br />

weiß, Du willst es nicht sehen, aber noch bist Du einfach nicht soweit. Es ist alles noch viel zu<br />

früh für Dich. Anstatt so auf Deinen Moment zu pochen, solltest Du von daher lieber den<br />

jetzigen Moment begutachten und es genießen, dass die Zeit Dein Verbündeter ist. Von mir<br />

aus, brauchst Du nicht an mich zu glauben, aber ich kämpfe dafür, dass junge Krieger wie<br />

Pavus und Du vor Barker geschützt sind und das Jetzt genießen können.“<br />

Blake schüttelt energisch den Kopf…<br />

Blake Milton: „Nein, du verstehst das nicht!“<br />

…und krümmt sich vor Schmerzen.


Blake Milton: „Ich bin die Sicherheit der <strong>PCWA</strong>! Ich muss euch schützen! Dich, Pavus, Caleb,<br />

Gabriel…“<br />

Mit eiligen Schritten versucht Blake weiter zu gehen, schneller als Rage. Er hat genug von<br />

diesem Gespräch. Natürlich geht der Regenläufer hinterher.<br />

Azrael Rage: „Niemand muss Gabriel Lucifer beschützen. Er ist ein selbstsüchtiger,<br />

narzisstischer, parasitärer Psychopath, der nur für sich lebt.“<br />

Im gekränkten Tonfall zischt Blake, während er weiter versucht schneller als Rage zu laufen,<br />

zurück: „Ist er nicht!“<br />

Tatsächlich kommt „Lucifers Schützling“ jetzt bei der Kabine an, auf welcher in goldenen<br />

Lettern steht, wen sie beherbergt – Night Fighter Mad Dog. Sofort blickt der Junge sich um.<br />

Der Mann <strong>im</strong> Regen ist <strong>im</strong>mer noch da. Er bleibt nur wenige Zent<strong>im</strong>eter vor Blake stehen.<br />

Langsam gleitet seine Hand zu seiner Maske, unterfasst sie und n<strong>im</strong>mt sie dann ab. Während<br />

Rage das tut, denkt er noch einmal an die ungeglätteten Kanten… Entführung, Tochter,<br />

Gerasy… heute muss ein Anfang sein… obwohl sich gerade Blake Milton zu einer weiteren<br />

Kante entwickelt… <strong>Die</strong>ser Junge!<br />

Azrael Rage: „Siehst Du das, Blake? Siehst Du das? <strong>Die</strong>se Narben könnten Dein junges<br />

Gesicht zieren. Mein ganzer Körper trägt so viele Narben, dass man es für eine Landkarte<br />

halten könnte. DAS HIER WILL ICH EUCH ERSPAREN! Es ist meine Bürde jetzt. Also selbst,<br />

wenn ich scheitern sollte, werde ich dafür kämpfen, dass er niemanden mehr so etwas antun<br />

kann. Aber ich scheitere nicht! Heute nehme ich ihm den Erfolg. Morgen? Morgen werde ich<br />

dann die ANGST aufhalten… aber Übermorgen kann schon Deine Zeit sein und bis dahin<br />

solltest Du Deine Augen mal geöffnet haben. Sonst wird es ein bitteres Erwachen geben.“<br />

So schickt er sich an zu gehen, aber eins hat er vergessen. Das war eigentlich der zweite<br />

Grund, warum er zu Blake Milton kam. Er wollte ihn danken und hatte gehofft… nun ja,<br />

überlassen wir Azrael diese Worte.<br />

Azrael Rage: „Weißt Du wo meine Tochter ist? Ich würde sie gerne noch sehen vor dem<br />

Kampf.“<br />

Milton schüttelt nur den Kopf und kann es ehrlich gesagt gar nicht erwarten, dass Rage geht<br />

und der Regenläufer geht. Dennoch erkundigt sich die Security beinahe schon kindlich<br />

verhalten nach seinem Befinden.<br />

Blake Milton: „Azrael?“<br />

Tatsächlich stoppt das Schild und hört nach hinten.<br />

Blake Milton: „Wie fühlst du dich?“<br />

Warum fragt ihn das heute jeder? Einerlei…<br />

Azrael Rage: „Wie ein Sicherheitsmann.“<br />

Ein leises Lachen und eine kurze tanzende Bewegung mit einem leisen Lied auf den Lippen.<br />

Azrael Rage: „Oh it won't rain all the t<strong>im</strong>e. The sky won't fall forever… my undisputed<br />

Gerasy…”<br />

So geht er, denn er hat noch einen Termin zu einem Interview und zurück bleibt vor der Tür von<br />

Mad Dog nur ein Junge, der seine großen, hellen Augen schon längst geöffnet hat.


Vincent Craven: „Rage hat Recht, wenn er sich um Milton Sorgen macht. Man hat einfach das<br />

Gefühl, dass der Junge von mal zu mal mehr abdriftet.“<br />

Mike Garland: „Im Gegenteil zu Rage ist Milton einfach nur realistisch. Rage kann die ANGST<br />

nicht stoppen. Sie ist zu mächtig.“<br />

Vincent Craven: „Rage ist auch mächtig und wenigstens versucht er die ANGST zu stoppen.<br />

Milton erzählte viel bisher, aber außer ein paar Worten und ein paar Siegen, wovon einer<br />

eingefahren wurde, weil Yuma freiwillig den Ring verließ, ist da nicht viel.“<br />

Mike Garland: „Und was macht Rage? Ein Sieg gegen Smith, ein Battle-Royal Sieg, ein Sieg<br />

gegen Milton und eine Schlachtung. Das waren die Kämpfe von Rage in diesem Jahr. Nicht<br />

viel… und vor allem nicht genug, dass ich an einem Sieg des Regenläufers glauben kann.“<br />

Vincent Craven: „Gegenfrage: Was willst du noch?“<br />

Mike Garland: „Was ich will… eine realistische Einschätzung der Situation.“<br />

Vincent Craven: „Und die besagt, dass Blake Milton die <strong>PCWA</strong> retten kann? Milton ist zu jung<br />

und muss sich erst noch beweisen. Zudem ist aktuell wirklich Zweifel angebracht auf wessen<br />

Seite Blake Milton steht.“<br />

Mike Garland: „Milton hat Recht! Ende der Diskussion!“<br />

Vincent Craven: „Rage hat Recht! Weiter gehts!“<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

Auf einmal schiebt sich wieder eine Videoeinblendung in die Liveausstrahlung des Core PPVs.<br />

Der Übergang der Bilder ist fließend. Hustend und röchelnd liegt Blaze erneut auf dem harzigen<br />

Schlamm des Waldbodens. Sein ganzer Körper ist verziert von Furchen, seine Kleidung hat<br />

Risse, gezeichnet durch rötliches Braun aus Blut und Erde. Der Regen scheint kein Ende<br />

nehmen zu wollen, der Wind pfeift bösartig durch Blätter und Äste. Über allem steht jetzt der<br />

Sturm, blickt missgünstig wie ein Despot auf seine Sklaven herab. <strong>Die</strong> Angst herrscht und<br />

Blaze ist allein. <strong>Die</strong> Kraft noch zu sprechen fehlt ihm, er kann sich kaum noch bewegen, kriecht<br />

verbittert vorwärts, kämpft um jeden Mill<strong>im</strong>eter. In seinen Augen liegt Frust. Das Feuer darin<br />

wird mit jedem Moment schwächer, das Leben in seinen Pupillen droht zu erlöschen. Soll es so<br />

enden, fragt er sich. Das Ende des Sturms so nah wären es nur noch wenige Schritte, würde es<br />

er nur schaffen aufzustehen. Mit schlotternden Armen und zitternden Händen drückt er sich<br />

mit aller Gewalt vom Boden ab. Als würde die Natur ihn auslachen wollen, schlägt in diesem<br />

Moment in seiner Nähe ein Blitz ein. Kurz darauf donnert es und ihr boshaftes Lachen dringt an<br />

seine Ohren.<br />

Noch während dem Donnerschlag gleitet das Bild hinüber in den <strong>PCWA</strong> Dome, genauer gesagt<br />

unter ihn, in seinen Keller. Dort <strong>im</strong> Parkhaus rettete Blaze Gabriel Lucifer einst vor einem Feuer<br />

und genau dort treffen sie sich jetzt wieder. Schicksal oder doch nur Willkür? Gibt es in<br />

Zusammenhang mit dem Mythos überhaupt sowas wie Zufall? Es wird für <strong>im</strong>mer ein Gehe<strong>im</strong>nis<br />

bleiben. Genau so wird es ein Gehe<strong>im</strong>nis bleiben, wie die beiden sich hier gefunden haben.<br />

Wichtig ist nur, dass die Kameras sie jetzt gefunden haben, scheinbar schon in der Mitte eines<br />

Gesprächs.<br />

Blaze: „Du willst nun also einfacher Wrestler sein? Den Quest 4 The Best um des <strong>Wrestling</strong>s<br />

willen gewinnen? Du brauchst nicht mehr Motiv dazu, ganz <strong>im</strong> Gegenteil zu uns? Weißt du,<br />

Gabriel, das müsste mich eigentlich freuen, denn genau mit <strong>Wrestling</strong> ist es dir nie gelungen<br />

mich zu besiegen. MIR jedoch ist es gelungen bei dir. Ohne Eingriffe, ohne Mauscheleien. Du<br />

erinnerst dich?“


Gespielt nachdenklich <strong>im</strong>itiert der eherne Mythos sowas wie einen greisen Mann, der<br />

mitleidserregend irgendwas aus seinem Gedächtnis zu kramen versucht, das weit hinten<br />

verloren gegangen zu sein scheint.<br />

Gabriel Lucifer: „Entschuldige bitte, ich bin geistig nicht mehr ganz auf der Höhe. Deshalb<br />

erinnere ich mich vermutlich nur an das vorletzte Quest 4 the Best Halbfinale und strafe mich<br />

Lügen, was natürlich einer Majestätsbeleidigung gleich käme, aber mir ist so als hätte dich dort<br />

mitten in dem Ring besiegt. Gut, irgendwann später warst du es, der mich schlug – vielleicht<br />

war das schon sowas wie unbewusste Rache, aber es würde sicherlich zu weit gehen, wenn<br />

ich behaupten würde dieses Rache-Gedöns wäre auf meinen Mist gewachsen. Es wäre auch<br />

unglaubwürdig, naja, das hat mich allerdings noch nie sonderlich gestört, da ich mir stets<br />

meine eigene Wahrheit erschaffe. Wie dem auch sei, richtig ist, dass Du Mich bereits<br />

geschlagen hast, zwar erinnere ich mich nicht mehr, weil es vermutlich unwichtig war,<br />

dennoch ist es passiert – Ja, Blaze hat den großen Gabriel Lucifer geschlagen!“<br />

Nun ist es wieder das einsame Feuer, welches spricht, nachdem er den Worten Gabriels ruhig<br />

gelauscht hat.<br />

Blaze: „Ich erinnere mich jedenfalls sehr gut an das vorletzte Quest 4 The Best Halbfinale. So<br />

wie an den Leibwächter Al Issas, der dir erst zum Sieg verholfen hat. Allein mit <strong>Wrestling</strong><br />

nämlich gelingen dir keine Siege, Gabriel. Und weißt du, warum das so ist?“<br />

<strong>Die</strong> Frage rhetorisch, die Antwort s<strong>im</strong>pel. Der Adressat der Worte zuckt dennoch<br />

leidenschaftslos mit den Schultern, wendet sogar desinteressiert seinen Blick ab.<br />

Blaze: „Weil du kein guter Wrestler bist, deswegen!“<br />

Ruckartig dreht sich das Haupt des ehemaligen Principals zu Blaze und die pechschwarzen<br />

Pupillen fokussieren seine einstige exekutive Gewalt. Eine Reaktion Gabriels unterbindet der<br />

Kubaner sofort, indem er einfach weiter spricht.<br />

Blaze: „Also könnte es mir gefallen, wenn du jetzt den Wrestler m<strong>im</strong>st... Jedoch, nein, ich<br />

weigere mich! Gerade du? Gerade du willst jetzt vorgeben, das Motiv des Core PPVs zu<br />

vertreten. Du, der mehr Matches mit Giftspritzen, Mindgames, Stühlen, Waffen und Eingriffen<br />

gewonnen hat als jeder andere. Hör auf die Fans zu belügen, hör auf dich selbst zu belügen!<br />

Gesteh dir ein, dass du unfaire Mittel brauchst. Gesteh dir ein, dass du mit ihnen groß bist –<br />

das gestehe ich dir unumwunden zu. Und jetzt gesteh dir ein, dass du Angst hast. Ich kann sie<br />

dir nachfühlen. Du suchst nach deiner neuen Rolle. Ich selbst war schon oft genug an diesem<br />

Ort. Schließlich ist es grausam den eigenen Platz zu verlieren, die eigene Rolle nicht mehr zu<br />

kennen. Und dann geschieht es genau dir, dem Master of Mindgames, dem Mann, der <strong>im</strong>mer<br />

einen Plan hatte. Doch nun hat er diese Rolle abgeben müssen, er ist nicht länger der Mythos,<br />

er weiß nicht mehr, wer er ist oder sein soll.“<br />

Auch Blaze kennt diese Seite der Angst. Es ist die Angst davor, sich verloren zu fühlen<br />

inmitten von anderen, die scheinbar alle ganz genau wissen, was sie tun, wofür sie einstehen<br />

und wohin ihr Weg sie führt. Doch auch diese Angst hat der Rächer inzwischen besiegt. Er will<br />

die <strong>PCWA</strong> in die Zukunft führen, er will ihnen ein Leuchtbild sein, dass sie führt und er will<br />

ihrer Angst seine Sicherheit entgegensetzen. Ihr Vertrauen in ihn verleiht ihm die Kraft dazu,<br />

tötet seine Angst, an diesem hohen Streben zu versagen. Jetzt wird es dem ehernen Mythos in<br />

den Schatten zu bunt. Mit einem kurzen Stampfen bringt er den Kubaner vorerst zum<br />

Schweigen. Dann lächelt er friedlich und winkt besänftigend ab.<br />

Gabriel Lucifer: „Oh, ich denke wirklich, du sprichst da für die aktuelle Wahrnehmung meiner<br />

Person durch eine nicht unerhebliche Masse von Zuschauern und auch von den werten<br />

Kollegen. All diese normalen Menschen und Wrestler. Und ich bin einer von ihnen, erstmalig.<br />

Nur, keiner will das akzeptieren. Warum nur? Es ist s<strong>im</strong>pel und kompliziert zugleich, wie<br />

<strong>im</strong>mer. Lass es mich in einer Frage formulieren. Ist es nicht eher so, dass Ihr Alle nicht wisst,<br />

welche Rolle ich spiele? Fragt ihr euch nicht, wo mein Platz ist? Auf ewig be<strong>im</strong><br />

Schlächter…oder nur vorrübergehend? Gibt es irgendeinen hintergründigen Plan, der Mich<br />

zurück katapultiert…ja, wohin bloß? An die Spitze dieses Sports? Auf den Chefsessel? In die


Geschichtsbücher? Ach, ist doch langweilig, kenne ich alles schon – ich bin bescheiden<br />

geworden, Blaze. Mir genügt der ganz normale Wahnsinn, das Drumherum ist zu<br />

ermüdend…“<br />

Ein gequältes Lächeln, dann hüpft er plötzlich und schüttelt sich freudig erregt.<br />

Gabriel Lucifer: „…Weißt du, Blaze. Wenn man solange an ein Bett gefesselt war wie ich, dann<br />

reicht es einem einfach nur sich zu bewegen, ein bisschen mit euch <strong>im</strong> Ring rumtollen zu<br />

dürfen. Der Zahn der Zeit nagt an mir. Jedes Match könnte mein Letztes sein. Drum genieße ich<br />

es in die Arena zu treten, die Reaktionen der Fans, egal ob sie negativ oder positiv ausfallen,<br />

aufzusaugen…und meinen Gegnern in die Eier zu treten. Tja, und was lässt mein Herz dann<br />

noch höher schlagen als zu gewinnen. Ist das nicht das, weshalb wir alle hier sind? Kämpfe<br />

gewinnen. Einen nach dem anderen…und am Ende dieser kleinen Odyssee dürfen wir uns<br />

dann vielleicht Quest 4 the Best-Sieger sch<strong>im</strong>pfen oder später mal Undisputed Gerasy<br />

Champion – doch das führt doch schon viel zu weit...darüber kann man sich später Gedanken<br />

machen, ein bisschen Spannung muss doch bleiben, oder? <strong>Die</strong>ses klitzekleine Quäntchen<br />

Mysterium der Normalität!“<br />

Jetzt lächelt Blaze. <strong>Die</strong>ses eigene Lächeln, dass nur er lächeln kann – zwischen den Welten des<br />

Wahnsinns und des Verführers.<br />

Blaze: „Ja, wir alle wollen siegen und der, der weiß, wo seine Stärken liegen, der wird es auch!<br />

Weißt du, wenn die Fans mich sehen, dann wissen sie, woran sie sind, sie haben es <strong>im</strong>mer<br />

gewusst. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht. Ich bin kein Mysterium, ich war nie ein<br />

Mythos…. Nur ein einfacher Mann, aufgewachsen auf den Straßen Havannas, ein Waise in<br />

einer kalten Welt. Doch der Junge gab nicht auf, bekämpfte die Kälte mit Feuer! Selbst als sie<br />

mich gehasst haben, wussten sie warum! Sie mochten es nicht, aber tief in sich begriffen sie.<br />

Erstmalig war ich als exekutive Gewalt – sogar von dir berufen – in einer Machtposition und<br />

nachdem mich diese fehlende Macht und Verrat vorher ins Gefängnis brachten, konnten sie<br />

verstehen, woher diese Intrigen, diese politischen Spielchen, kamen! Verstanden, dass mir<br />

mein Herz diesen Weg befahl!“<br />

Mit Hohn in der St<strong>im</strong>me und den Zeigefinger auf Gabriel gerichtet, fährt Blaze fort.<br />

Blaze: „Nein, Gabriel, wir fragen uns nicht, ob du doch einen Plan hast. Wenn du den Wrestler<br />

spielen willst, dann tu es, es sei so. Jedoch bin ich das pure <strong>Wrestling</strong> in Core, ich bin der<br />

Wrestler von uns beiden! Ich bin nicht nur Blaze, der Pyromane, sondern auch José Cayetano<br />

Gômez. Ich bin der durchschaubare, der echte, der begreifbare, das Idol! Ich bin menschlich,<br />

so wie Rachgier menschlich ist. Ich bin einer von ihnen! In mir schlägt das Herz des<br />

<strong>Wrestling</strong>s, fließt das Blut des Kriegers, schreibt sich die Melodie des Tanzes <strong>im</strong> Ring auf das<br />

Notenblatt. Und genau deswegen lieben sie mich – ich bin echt und gehe konsequent meinen<br />

Weg – ein Weg, der mich unweigerlich zurück an die Spitze bringen wird!“<br />

Gespielt betroffen senkt Gabriel sein Haupt und wischt sich mit den Händen etwas aus dem<br />

Gesicht. Als er wieder hochblickt sieht man, dass es seine zwei schwarzen Tränen unter dem<br />

linken Auge waren, die nur noch schemenhaft verwischt hervor scheinen.<br />

Gabriel Lucifer: „Deine erbärmliche Geschichte hat mich schon <strong>im</strong>mer zu Tränen gerührt.<br />

Vielleicht habe mich deshalb von Beginn deiner Karriere an deiner angenommen. Oder aber ich<br />

brauchte dich einfach nur für irgendwas. Vergessen wir es. Schnee von gestern. Wir haben<br />

längst Frühling! <strong>Die</strong> Blumen beginnen zu sprießen, die Vögel zwitschern, die Mädchen tragen<br />

knappere Klamotten, alles wirkt so herrlich normal, wenn man wieder in der Lage ist draußen<br />

spazieren zu gehen…nicht wie <strong>im</strong> vergangenen Jahr…und…und…“<br />

Auf einmal wird der Blick des ehemaligen Undisputed Gerasy Champions tot ernst. Er<br />

schleicht um den Kubaner herum, bleibt dann direkt vor ihm stehen.<br />

Gabriel Lucifer: „…Und Ich habe Mich noch gar nicht richtig dafür bei Dir bedankt. Ohne deine<br />

Abkehr von mir, wäre ich vermutlich nie aus meinem Bewegungskoma erwacht. Längst hatte


ich mich doch aufgegeben, damit abgefunden für <strong>im</strong>mer sabbernd dahinzusiechen. Tatsächlich<br />

hätte ich es gar verdient gehabt. Es war die gerechte Strafe für all meine abscheulichen Taten.<br />

Aber dein Verhalten hat mich zurück ins wahre Leben geholt. Ohne Dich stünde Ich nicht hier,<br />

ohne Dich wäre mir so vieles verwehrt geblieben…und…ohne Dich wäre Robert Barker nicht<br />

der Undisputed Gerasy Champion! Wenn es wirklich dein Herz war, das dir diesen Weg befahl,<br />

dann ist von wahrhaftiger Güte…Ich hoffe es ist dennoch auch ein bisschen weise – oft<br />

schließen sich Güte und Weisheit nämlich aus – denn es sollte dir rechtzeitig Bescheid geben,<br />

wenn es an der Zeit ist seine Träume aufzugeben!“<br />

Entschlossenheit veredelt die St<strong>im</strong>me des einsamen Feuers nun.<br />

Blaze: „Genau deswegen bin ich hier. Für mich gibt es keine einfache Aufgabe, ich bin selbst<br />

der Wegweiser und das Symbol dafür. Bin das pure Streben, das pure vorwärts Schreiten<br />

entgegen jeden Sturms! <strong>Die</strong> Rache! Sie endet erst am Ziel ihrer Gier und dieses Ziel ist nie<br />

erreicht! Ich habe nicht so viel in meinem Leben überwunden und erlebt, um aufzugeben! Es<br />

mag sein, dass mein Weg an die Spitze noch Talfahrten erlebt, doch ich bin mittlerweile oft<br />

genug am Boden gelegen, um zu wissen, dass ich wieder aufstehen kann. Ich lebe für meinen<br />

Traum, lebe für <strong>Wrestling</strong>, den Ring, den nächsten Kampf, für den Traum vom Undisputed<br />

Gerasy Title, für den Traum vom Sieg <strong>im</strong> Quest 4 The Best! <strong>Die</strong> <strong>PCWA</strong> ist meine He<strong>im</strong>at<br />

geworden und sie werde ich formen und versuchen zu führen, bis mein letzter Atemzug mich<br />

verlässt. So werde ich leben und atmen bis zu meinem Verfall. Der Beste zu sein, das ist nicht<br />

nur mein Wunsch, es ist genauso ihrer jetzt! Hör ihnen zu, hör wie sie für mich jubeln.“<br />

Kaum ausgesprochen hört man <strong>im</strong> Hintergrund Kinder, Männer, Frauen – alte und junge<br />

gleichermaßen – wie sie sich die Kehle aus dem Hals schreien für ihren Rächer. <strong>Die</strong> Fans<br />

stehen hinter dem Kubaner. Bedingungslos. Während Blaze wartet, bis er endlich<br />

weitersprechen kann und ihren Zuspruch lächelnd aufn<strong>im</strong>mt, blickt Gabriel Lucifer ihnen<br />

hochmütig durch die Kamera entgegen.<br />

Blaze: „So lang ich noch kämpfen kann wissen sie, dass es noch Hoffnung gibt! Ich gebe ihnen<br />

Wärme, das Gefühl, dass bei aller angst, jemand hier ist, der für sie kämpft! Ich nehme ihnen<br />

die Angst und durch ihr Vertrauen in mich nehmen sie mir meine.“<br />

Ein zust<strong>im</strong>mendes Schmunzeln macht sich auf den Lippen Lucifers breit. Er klopft dem<br />

Kubaner stolz auf die Schulter.<br />

Gabriel Lucifer: „Du bist wirklich weit gekommen in all den Jahren. Und es spielt absolut keine<br />

Rolle mehr, welchen Anteil ich letztlich daran hatte. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute,<br />

Blaze. Sollte sich dein Traum seines Tages erfüllen, werde ich, egal, wo ich dann sein sollte,<br />

tosenden Applaus spenden. Dein Weg war nämlich steinig. Einfach hat es dir nie jemand<br />

gemacht. Nicht <strong>im</strong> Leben, nicht in der <strong>PCWA</strong>. Ich gönne dir dein persönliches Happy End<br />

wirklich. Er ist schön…dein Traum.“<br />

Undurchsichtig starrt Blaze sein sich wegdrehendes Gegenüber an. Gabriel setzt sich in Gang,<br />

bleibt aber nach einigen Schritten stehen. Er fasst sich an den Hinterkopf, macht auf dem<br />

Absatz kehrt und lächelt den Rächer verschmitzt an.<br />

Gabriel Lucifer: „Ah, gerade noch rechtzeitig fällt es mir wieder ein. Ich erinnere mich jetzt<br />

wieder, was es war, warum ich mich dir von Anfang an nicht entziehen konnte. Es war dieser<br />

Traum. Dein Traum jede Sekunde für diesen Sport leben zu können. Dafür konnte ich mich<br />

nicht begeistern. Ekelhaft normal erschien es mir. Aber der Reiz überkam mich trotzdem.<br />

Erklären konnte ich es mir nicht. Nur, wer kann schon erklären, was er liebt, huh? Mir gefiel<br />

Dein Traum irgendwie, er faszinierte mich <strong>im</strong>mer mehr, je länger ich mit dir zusammen war, ja,<br />

sogar so sehr, dass er irgendwann zu meinem eigenen Traum geworden ist. Vermutlich ist das<br />

meine Rolle, Blaze. Ich nehme den Menschen hier ihre Träume, einfach so, ohne besonderen<br />

Grund, ohne eine Erklärung. Das hält mich am Leben, weißt du. Das ist einfach…normal für<br />

Mich geworden!“<br />

Unerklärlich, ob es ein Weinen oder ein Lachen ist, was da aus Gabriels Rachen dringt,<br />

verneigt der eherne Mythos sich vor Blaze und begibt sich schnellen Schrittes hinfort. Zwei


letzte Sätze muss er sich jedoch noch anhören, bevor auch Blaze sich umdreht und mit<br />

brennendem Eifer weiterschreitet.<br />

Blaze: „Den Traum erfüllen wird sich jedoch nur der, der ihn ehrlich lebt, in dessen Kern er<br />

brennt! Das ist Core, das bin ich, das ist die Zukunft! <strong>Die</strong> Zukunft, auf die sie warten und die<br />

unweigerlich kommt. Der Sturm zieht herauf und trägt den Besten an die Spitze zurück. MICH!“<br />

Mike Garland: „Erinnern wir uns zurück - be<strong>im</strong> vorletzten Quest 4 the Best bestritten die beiden<br />

ein Halbfinale, doch be<strong>im</strong> letzten Quest konnte Blaze dann triumphieren. Bei den beiden haben<br />

wir einen Wandel erlebt, der seines Gleichen sucht. Insbesondere Blaze hat sich enorm<br />

weiterentwickelt...und Gabriel zollt ihm gar Respekt für seinen Willen...seinen Traum..."<br />

Vincent Craven: „...Und da ist der Haken! Er will den Traum von Blaze zerstören und zu seinem<br />

machen aber Blaze zweifelt deutlich an der Wahrhaftigkeit des Mythos!"<br />

Mike Garland: „Ich weißt nicht wie es dir geht, aber die zwei können doch einander irgendwie<br />

nicht loslassen, oder?"<br />

Vincent Craven: „Es wirkt so, jedoch sind sie auf einer anderen Ebene, es ist keine<br />

Feindschaft, keine Freundschaft...es ist eine Art von antisymphatischem Respekt!"<br />

---------------- K&G/<strong>PCWA</strong> ----------------<br />

„Einer gegen Alle“ von Samsas Traum – ein Song, an den sich die <strong>PCWA</strong>-Fans in der Zukunft<br />

wohl gewöhnen müssen, denn es kann durchaus sein, dass sie ihn in Zukunft öfter hören als<br />

ihnen vielleicht lieb ist. Denn er gehört zu Robert Breads, seines Zeichens die St<strong>im</strong>me des<br />

<strong>Wrestling</strong> und dem Mann, der sich nun auf den Weg in die Halle zu machen scheint, zumindest<br />

spricht die Musik eindeutig dafür.<br />

Und dann taucht der Kanadier auch auf der Rampe auf, ein T-Shirt mit der Aufschrift „I HATE<br />

HORSES“ tragend (aber das ist eine andere Geschichte) und bleibt dort erst einmal stehen,<br />

blickt sich in den Fanreihen um, nur um anschließend die Augenbrauen hoch zu ziehen und<br />

den Kopf zu schütteln – manchmal versteht man einfach nicht, was genau er will. Aber er hat ja<br />

(glücklicherweise oder leider?) ein Mikrofon dabei, um sich zu erklären. Er macht sich nicht<br />

einmal die Mühe, bis in den Ring zu gehen, sondern bleibt auf der Rampe stehen.<br />

Robert Breads: „Hallo.“<br />

Eine coole Begrüßungsphrase sollte er sich wirklich noch mal überlegen. Irgendwie ist dieses<br />

„Hallo“ nicht so das Wahre, um ein Publikum zu fesseln, damit sie an seinen Lippen hängen.<br />

Robert Breads: „Wisst ihr, ich muss nun ein wenig <strong>im</strong>provisieren. Eigentlich wollte ich meine<br />

Promo wie <strong>im</strong>mer anfangen, nämlich damit mich über Rebel called Hate lustig zu machen, aber<br />

das wäre wohl nun sehr geschmacklos nachdem der kleine Seifentrinker bei der letzten Show<br />

zum ersten Mal von jemand anderem als sich selbst geschnitten wurde. Lasst uns eine<br />

Schweigesekunde abhalten.“<br />

Breads wartet eine Sekunde. Dann fährt er fort.<br />

Robert Breads: „Nun, da wir das hinter uns haben möchte ich mich dazu äußern warum ich<br />

mich nun entschieden habe, hier auf zu tauchen. Viele von euch blutsüchtigen Pseudo-<br />

<strong>Wrestling</strong>fans...“<br />

Buhrufe von der Crowd, so wollen sie sich nun doch nicht bezeichnen lassen.


Robert Breads: „Ach, kommt schon. Würdet ihr bloß <strong>Wrestling</strong> sehen wollen, würdet ihr keine<br />

<strong>PCWA</strong>-Show besuchen. Ehrlich gesagt wundere ich mich sowieso, warum überhaupt Fans in<br />

der Halle sind, alles, was wichtig ist, spielt sich doch sowieso hier...“<br />

Mit dem Zeigefinger deutet der Kanadier hinter sich, dort, wo er herkam und wo sich der<br />

Backstage-Bereich befindet.<br />

Robert Breads: „...ab. Aber lassen wir das, es hat glaube ich wenig Sinn, nun nochmal das<br />

Gleiche zu erzählen wie vorhin. Ich bin nämlich nicht hier, um mich zu beschweren. Nein, ich<br />

bin hier um etwas zu erbitten. Ja, ich habe ein Bitte, und zwar an niemand Geringeren als... „die<br />

Firma“... oder wer auch <strong>im</strong>mer hier nun wirklich der Chef ist.“<br />

„Canada's Own“ fuchtelt mit der Hand in der Luft herum, um deutlich zu machen, dass er<br />

selbst nicht so genau weiß, wen er jetzt gerade anspricht.<br />

Robert Breads: „Nun, einige von euch mögen sich nun wundern, ob es nicht ein wenig dumm<br />

ist erst über die <strong>PCWA</strong> und deren Führung her zu ziehen und dann um etwas von den gleichen<br />

Leuten zu wollen. Nun, normalerweise hätte der gemeine Fan damit natürlich recht, aber es gibt<br />

zwei Dinge...“<br />

Er hebt Zeigefinger und Mittelfinger.<br />

Robert Breads: „... die mich recht sicher machen, dass ich bekomme, was ich haben möchte.<br />

Nummer eins: Mein Status. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, werden Leute wie Caleb Yuma<br />

suspendiert, und zwar für deutlich weniger als für das, was ich hier tue. Okay, Wiley ist auch<br />

noch da, aber wer kennt Wiley Cuts? Wiley Cuts ist ein Neuling, dem kaum Beachtung<br />

geschenkt wird. Ich hingegen genieße zwar innerhlab der <strong>PCWA</strong> keinen großartigen Status,<br />

aber außerhalb der Liga bin ich einigen Leuten doch durchaus ein Begriff.<br />

Und nun kommt es zu einem Problem seitens der <strong>PCWA</strong>: Man versucht natürlich ständig neue<br />

Fans anzuziehen. Immerhin hat man auch lange genug versucht, Chris McFly Jr. an sich zu<br />

binden, vielleicht DER Name <strong>im</strong> <strong>Wrestling</strong> außerhalb der <strong>PCWA</strong> <strong>im</strong> Moment. Aber wie ihr wohl<br />

alle bemerkt habt hat das nicht wirklich funktioniert, was bedeutet, dass der Magnet für die<br />

„Nicht-<strong>PCWA</strong>-Fans“ fehlt... Und wer taucht zufällig in dieser Zeit auf und bringt einiges an<br />

Vorschusslorbeeren und Anhänger mit? Richtig, Robert Breads. Und nun, da McFly sich<br />

verabschieden wird – wofür ich ihm absolut keinen Vorwurf machen kann – brauch man<br />

jemanden wie... mich. Eine Suspendierung meinerseits, bloß dafür, dass ich meine Meinung<br />

ausspreche, dürfte bei meinen „mitgebrachten“ Fans wohl nicht so gut ankommen, und das<br />

könnte mehr negative Publicity auslösen als der <strong>PCWA</strong> lieb sein kann, wohl mehr als die Kritik<br />

die ich bloß verbal übe. Während ich also damit rechne, dass man mir Steine in den Weg legen<br />

wird, gehe ich nicht davon aus, dass man mich aus dem Roster entfernen wird.“<br />

Selbstgefällig blickt wirft Breads einen Blick über die Schulter, als könne er durch den<br />

Entrance-Bereich mit seinen Bossen sprechen.<br />

Robert Breads: „Nummer zwei ist sehr s<strong>im</strong>pel. Ich glaube einfach, dass mein Vorschlag schon<br />

fast auf Begeisterung bei den Oberen der <strong>PCWA</strong> stoßen wird. Beide Seiten werden bekommen,<br />

was sie wollen.“<br />

Ein wissendes Lächeln legt sich auf die Lippen des Kanadiers, er legt den Kopf ein wenig<br />

schief, ehe er fort fährt.<br />

Robert Breads: „Gleich werden die letzten Weichen für den Brawlin' Rumble gestellt. Der<br />

Champion und sein Herausforderer werden best<strong>im</strong>mt. Es geht also auf die Zielgerade, und das<br />

gilt auch für mich. Auch ich will die Weichen stellen. Der Brawlin' Rumble ist schließlich der<br />

Grund, warum ich nun vor euch in dieser Arena in dieser Liga stehe. Und deswegen will ich<br />

sicher stellen, dass alles perfekt ist, wenn es letztlich zu meinem großen Moment kommt, wenn<br />

ich endlich beweisen kann, dass ich das bin, was ich von mir selbst behaupte, nämlich der<br />

beste Wrestler...“


Das letzte Wort betont er ganz besonders, er will definitiv noch einmal den Unterschied<br />

zwischen sich selbst (dem „Wrestler“) und den anderen <strong>PCWA</strong>'lern dar stellen.<br />

Robert Breads: „...den man finden kann, egal, wo man sucht. Schließlich will ich das aber nicht<br />

nur jedem Zuschauer beweisen, der sich den Brawlin' Rumble ansieht, und jedem meiner<br />

Gegner... nein, ich will es auch mir selbst beweisen. Ich will jeden Gegner besiegen, ich will<br />

jeden Einzelnen besiegen – und zwar buchstäblich.“<br />

<strong>Die</strong> ersten Fans scheinen zu wissen, worauf Breads hinaus will, zumindest scheint es fast, als<br />

würde ein wenig Getuschel auf den Rängen beginnen. Wird er wirklich...?<br />

Robert Breads: „Ein einfacher Sieg reicht mir nicht. Ich will den Brawlin' Rumble gewinnen,<br />

weil ich besser war als jeder andere Wrestler in diesem Match. Nicht nur besser als jeder, der<br />

in diesem Moment noch <strong>im</strong> Ring ist, sondern besser als JEDER. Und es gibt nur einen Weg für<br />

mich, jeden Einzelnen zu besiegen. Es gibt nur einen Weg, sicher zu stellen, dass ich selbst mit<br />

meinem Sieg zufrieden sein kann. Und das bringt mich zu meiner Bitte.“<br />

Kunstpause. Ein Gefühl für Dramatik hat Breads also schonmal. Aber was will er nun? Was ist<br />

nun seine Bitte?<br />

Der ehemalige GFCW-Champion wendet sich nun um, den Rücken zum Publikum gewandt und<br />

mit dem Gesicht zum Entrance-Bereich, wo er sich nun direkt an das <strong>PCWA</strong>-Management<br />

wendet.<br />

Robert Breads: „Ihr habt es gehört, jeder einzelne Zushauer in diese