Sonderausstellung FILM NOIR! - Deutsches Filminstitut

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Sonderausstellung FILM NOIR! - Deutsches Filminstitut

Sonderausstellung Sonderausstellung FILM FILM FILM NOIR! NOIR! – 22. Juni bis bis 14. Oktober 2012

Ablauf Ablauf Pressekonferenz Pressekonferenz Pressekonferenz Donnerstag, Donnerstag, 21. 21. Juni, Juni, 12 12 Uhr

Uhr

12.00 Uhr Beginn der Pressekonferenz im dritten Stock des Deutschen

Filmmuseums

Begrüßung durch Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen

Filmmuseums

Daran anschließend Redebeiträge von:

Prof. Prof. Felix Felix Felix Semmelroth

Semmelroth, Semmelroth Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am

Main und Verwaltungsratsvorsitzender des Deutschen Filminstituts

Claudia Claudia Dillmann Dillmann, Dillmann Direktorin des Deutschen Filmmuseums

Ju Jule Ju le Murmann Murmann, Murmann Kuratorin

Stefanie Stefanie Plappert Plappert, Plappert Kuratorin

12.45 Uhr Rundgang durch die Ausstellung

Gelegenheit zu Nachfragen und Interviews

14 Uhr Ende der Veranstaltung

Pressefotos Pressefotos finden Sie unter:

http://deutsches-filminstitut.de/blog/pressefotos-film-noir/


Pressemitteilung

Sonderausstellung Sonderausstellung FILM FILM NOIR! NOIR! – 22. 22. Juni bis 14. Oktober 2012

Pressekonferenz Pressekonferenz am am Donnerstag, Donnerstag, 21. 21. Juni, Juni, Juni, um um 12 12 Uhr

Uhr

Sie waren zynisch, pessimistisch und dunkel: Düsterer als alles, was zuvor

aus Hollywood bekannt war. Sie brachen thematisch und visuell mit den

Konventionen des klassischen Erzählkinos: Die Filme, die heute als Film noir

Kultstatus erreicht haben, wurden im Hollywood der 40er und 50er Jahre

zunächst als B-Pictures zu den großen und teuren Hollywoodproduktionen

gedreht. Dabei wurden außergewöhnlich viele von europäischen Emigranten

geprägt, die auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus Europa verlassen

hatten: von Regisseuren (etwa: Fritz Lang, Robert Siodmak), Schauspielern

(Peter Lorre, Hedy Lamarr) oder Kameraleuten (Rudolf Maté, Eugen Schüfftan,

Curt Courant). Sie brachten ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit, den Stil

des Kinos der Weimarer Republik ebenso wie des französischen poetischen

Realismus der 30er Jahre. Sie beeinflussten Lichtsetzung, Kameraarbeit und

Bildgestaltung dieser Filme und trugen so zur Ausprägung des Film-noir-Stils

bei.

FILM NOIR!, die europaweit erste Ausstellung zum Stil des Film noir, eröffnet

das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main am Donnerstag abend. Die

Schau rückt den Film ins Zentrum, er ist ihr wichtigstes Exponat: Dutzende

Ausschnitte auf sechs Leinwänden verdeutlichen die prägenden Elemente

des Film noir. Von dessen Look ist auch das grafische Erscheinungsbild der

Schau getragen. So haben sich die Gestalter von chezweitz & partner, Berlin,

etwa entschieden, die Ausstellungstexte auf angedeutete Jalousien zu setzen,

deren streifiger Schatten in vielen Film noirs das Bild prägt. Objekte, die den

Noir-Stil verdeutlichen, ergänzen die Filmkompilationen: Plakate, Aushangfotos,

Produktionsunterlagen, Drehbücher oder Skizzen zum Bildaufbau.

„Film noir“, „schwarzer Film“, taufte der französische Filmkritiker Nino Frank

1946 diese Gruppe von Filmen, darunter Klassiker wie John Hustons THE

MALTESE FALCON (USA 1941), Otto Premingers LAURA (USA 1944), Billy

Wilders DOUBLE INDEMNITY (USA 1944) und Fritz Langs THE WOMAN IN

THE WINDOW (USA 1944). Die neue Stilrichtung bildete sich im Hollywood

der frühen 1940er Jahre heraus, mitten im Zweiten Weltkrieg, in den die Vereinigten

Staaten 1941 eingetreten waren. Der Krieg veränderte die amerikanische

Gesellschaft maßgeblich, Einschränkungen und Sorgen prägten den

Alltag. Frauen waren gezwungen, allein das Geld für ganze Familien zu verdienen

und die Männer in den Fabriken zu ersetzen. Sie traten zunehmend ins

öffentliche Leben, definierten ihre Rolle in der Welt neu – was sich in der

Femme fatale vieler Noirs widerspiegelt.

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Frankfurt am Main

20.06.2012

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Leitung: Frauke Haß

Tel. 069 961 220-222

Fax 069 961 220-579

presse@deutsches-filminstitut.de

Deutsches Filminstitut

Deutsches Filmmuseum

Schaumainkai 41

60596 Frankfurt am Main

info@deutsches-filminstitut.de

www.deutsches-filminstitut.de

www.deutsches-filmmuseum.de

Öffnungszeiten der Ausstellung:

22. Juni bis 14. Oktober 2012

Di 10 – 18 Uhr

Mi 10 – 20 Uhr

Do – So 10 – 18 Uhr

Mo geschlossen

Eintrittspreise:

7 Euro / ermäßigt 5 Euro


Auch die Geschichten des Film noir dokumentieren die veränderte gesellschaftliche

Situation: In düsteren Hinterhöfen, im schummrigen Hafen, in

Hinterzimmern und halblegalen Spielcasinos gehen windige Geschäfte über

die Bühne. Die zweifelhaften Figuren scheuen das Licht des Tages, und haben

meist auch allen Grund dazu: Sie haben Dreck am Stecken, sind Pechvögel,

Verlierer, Gangster, Frauen mit Vergangenheit. Viele Filme gehen auf die Bücher

heute längst legendärer Autoren wie Raymond Chandler, Dashiell Hammett

oder James M. Cain zurück.

„Bezwingend“ nannte Kulturdezernent Felix Semmelroth die prägnanten Dialoge

der ausgebufften Detektive, der zynischen Kriminellen – oft mit schlagfertigen,

vom Leben gestählten Frauen. „Die Geschichten“, so Semmelroth,

„werfen ein Schlaglicht auf die düstere Seite der US-Gesellschaft: Städte wirken

bedrohlich, durchdrungen von Korruption und organisierter Kriminalität.“

Der von außen hinzu stoßende Detektiv habe keine Chance, als strahlender

Held herauszukommen. Und doch stünden diese Männer für eine Erfolgsgeschichte:

Chandlers Philip Marlowe wurde zum Prototypen des amerikanischen

Detektivs. Hammetts Contintental Op gilt als der erste wirklich glaubhafte

Detektiv in der US-Literatur. „Vielleicht am beeindruckendsten: Sie sind

Männer, die gelernt haben, im Großstadtdschungel zu bestehen, und treffen

auf Frauen, die ihnen ebenbürtig sind“, urteilte Semmelroth.

„Film noir“, das betonte die Direktorin des Deutschen Filmmuseums, Claudia

Dillmann, „war vor allem aber auch ein Experimentierfeld für Filmemacher.“

Düsternis und Nachdenklichkeit, Fatalismus und Subjektivität zeichnen den

Film noir aus und setzen ihn in unmittelbare Opposition zum klassischen Hollywood-Erzählkino:

Anders als damals im Unterhaltungskino üblich, werden

die Bilder nicht gleichmäßig ausgeleuchtet, die Gesichter der Schauspieler

bleiben im Halbdunkel, Schatten verdrängen das Licht, schaffen eine bedrohliche

Atmosphäre. „Harte Kontraste sind stilbildend für die schwarzweiße

Ästhetik dieser Bilder“, erläuterte Dillmann. „Die Kamera suggeriert nicht

mehr – wie in vielen Filmen der Zeit – Objektivität und Überblick. Die Bilder

sind eingeengt durch Rahmen und Gitter, Gesichter verbergen sich hinter

Fensterrahmen oder Jalousien.“

Mit dem Ende der Ära nach Orson Welles’ TOUCH OF EVIL (USA 1958) begann

der Einfluss des Film noir auf die spätere Filmproduktion: Seine Merkmale

wurden weltweit bis heute aufgenommen und abgewandelt. So unterschiedliche

Regisseure wie Robert Altman, Jean-Luc Godard, Aki Kaurismäki

und Quentin Tarantino bedienen sich seiner Elemente und greifen zurück auf

seine Figuren, seine Strukturen und seine visuellen Charakteristika.

Noir-Perspektiven, Noir-Typen und Noir-Geschichten haben außerdem in den

vergangenen 20 Jahren einen Mediensprung vollzogen: im japanischen Anime,

in den gezeichneten Graphic Novels von Sin City bis Renaissance und in

einigen Computerspielen finden sie ihren Niederschlag.

„Wenn wir heute Film noirs sehen, diese düsteren Filme aus den Nachkriegsjahren,

dann sind wir überrascht von ihrer ästhetischen Feinheit und ihrer

thematischen Aktualität, von ihrem Humor, großartigen Dialogen und spannenden

Geschichten“, schloss Dillmann.

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Förderer der Ausstellung:

Mit Unterstützung von:


Presseinformation

Sonderausstellung Sonderausstellung Sonderausstellung FILM FILM NOIR! NOIR! – 22. Juni bis 14. Oktober 2012

Gestaltung Gestaltung und und Konzept Konzept Konzept / / Filmreihe

Filmreihe

Ausstellungseröffnung Ausstellungseröffnung am am Donnerstag, Donnerstag, 21. 21. Juni, Juni, um um 19 19 Uhr Uhr für

für

gel geladene gel dene Gäste; musikalische Begleitung: Stefanie Hoevel

Gedreht wurden sie zunächst als B-Pictures zu den großen und teuren Hollywoodproduktionen:

Als billige Filme, die die Studiobosse den Kinos zusammen

mit Blockbustern als Double Feature aufnötigten. Doch die düsteren US-

Kriminalfilme der 40er und 50er Jahre haben als „Film noir“ längst Kultstatus

erreicht. Nach einer Bogart-Euphorie in den 80er Jahren, hat die Noir-Serie

derzeit wieder Aufwind: In Großbritannien kam soeben eine aufwendig restaurierte

Fassung von LAURA (USA 1944, R: Otto Preminger) in die Kinos, Arte

legte kürzlich eine ausführliche Film-noir-Reihe auf, italienische Film noirs

zeigt aktuell die Cinémathèque francaise und die Cinémathèque in Luxemburg

präsentiert Noirs von Fritz Lang. Sogar das Fernsehen spielt in vielen

Krimiserien mit den Stilmitteln des Noir.

Film noir lebt: Immer wieder in der Filmgeschichte haben sich Regisseure,

von Roman Polanski über David Lynch bis Quentin Tarantino beim Stil der

schwarzen Serie bedient und ihm neues Leben eingehaucht. Was diesen Stil

ausmacht, ist Thema der neuen Sonderausstellung im Deutschen Filmmuseum,

FILM NOIR! (22. Juni bis 14. Oktober 2012).

Visuell bedient sich der Film noir aus einer Fülle ganz eigener Stilmittel: extreme

Licht-Schatten-Kontraste, ungewöhnliche Kamerapositionen und

klaustrophobisch enge Räume illustrieren die ausweglose Situation seiner

Anti-Helden. Gitter und Linien, düstere Schauplätze und schräge Einstellungen,

in denen die Welt aus den Angeln gehoben scheint, prägen dabei den

Look des Film noir.

Die Ausstellung rückt den Film ins Zentrum, er ist ihr wichtigstes Exponat.

FILM NOIR! wird europaweit zum ersten Mal in einer Ausstellung die wichtigsten

Elemente der Bildsprache und Inszenierung des Film noir thematisieren.

Keine Frage, dass der Stil des Film noir auch beim Design der Ausstellung die

Richtung vorgab: Sie ist gegliedert in vier Teile, gestaltet nach Settings, die

für den Film noir typisch sind: Bar, Stadt, Büro, Salon. In der Lounge im dritten

Stock empfängt ein Nachtlokal à la 40er Jahre die Besucher: Hier sind

Veranstaltungen mit Barbetrieb geplant. Im Ausstellungsraum selbst trennt

eine Wand aus Schnüren die „Stadt“ ab, in der die Kuratorinnen Fenster zur

Vergangenheit und in die Gegenwart öffnen: Hier können Besucher anhand

mehrerer Filmkompilationen filmische Einflüsse und Wirkungen studieren

und sehen am Beispiel einiger literarischer Ersterscheinungen, auf welchen

Romanen viele Noir-Filme beruhen. Originalplakate von aktuelleren Noir-

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Frankfurt am Main

20.06.2012

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Leitung: Frauke Haß

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Deutsches Filmmuseum

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www.deutsches-filminstitut.de

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Öffnungszeiten der Ausstellung:

22. Juni bis 14. Oktober 2012

Di 10 – 18 Uhr

Mi 10 – 20 Uhr

Do – So 10 – 18 Uhr

Mo geschlossen

Eintrittspreise:

7 Euro / ermäßigt 5 Euro


Werken ergänzen die „Stadt“. „Büro“ und „Salon“ sind mit stilisierten 40er-

Jahre Möbeln ausgestattet und zeigen auf je drei Leinwänden Filmausschnitte

zu verschiedenen Themen, von der Lichtsetzung über die Kameraführung

bis zum Bildaufbau im „Büro“; von Figuren (Femme fatale und Detektiv) über

Schauplätze bis zu Erzählformen (Rückblenden, Voice over) im „Salon“.

Selbstverständlich ist auch das grafische Erscheinungsbild der Schau getragen

vom Stil des Film noir. So haben sich die Gestalter von chezweitz & partner,

Berlin, entschieden, die Ausstellungstexte auf angedeutete Jalousien zu

setzen, deren streifiger Schatten in vielen Film noirs das Bild prägt. Die virtuellen

„Türen“ zwischen den „Räumen“ werfen ebenso wie die Objekte Lichtkegel

oder Schlagschatten. In der Ausstellung dominiert nicht nur eine Farbe:

Angelehnt an die schrillen Filmplakate der Noirs verwendeten die Gestalter

grelles Grün, Orange, Gelb und dunkles Blau – eine knallbunte Palette.

Objekte, die den Noir-Stil verdeutlichen, ergänzen die Filmkompilationen, die

das Herzstück der Ausstellung sind: Neben Plakaten sind das etwa auch Werbematerialien

wie Aushangfotos, die dokumentieren, dass der spezifische Stil

der schwarzen Krimis genutzt wurde, um Appetit auf die Filme zu machen.

Etwa, wenn auf den Szenenfotos ein Jalousien-Schatten auf den Anzug eines

Protagonisten fällt oder das Gesicht einer schönen Frau zur Hälfte im Dunkeln

liegt. Produktionsunterlagen, darunter auch Drehbücher oder Skizzen zum

Bildaufbau, runden die Schau ab. Wie stark schon im Vorfeld der Filmproduktion

das düstere Setting (Nacht, Regen, unbeleuchtete Straße) sowie von Linien

und Schattenrissen dominierte Bilder definiert wurden, erfahren Besucher

hier beim Stöbern.

Filmreihe Filmreihe

Filmreihe

Eine Filmreihe zur Sonderausstellung FILM NOIR! spannt den Bogen von den

ästhetischen Vorläufern über die klassischen Noirs wie THE POSTMAN ALWAYS

RINGS TWICE (Im Netz der Leidenschaft, USA 1946, R: Tay Garnett) und THE BIG

SLEEP (Tote schlafen fest, USA 1946, R: Howard Hawks) bis zu aktuelleren

Produktionen. Noch immer nimmt die Filmproduktion weltweit zahlreiche

Anleihen beim Film noir. Prominente Beispiele sind etwa BASIC INSTINCT (USA

1992, R: Paul Verhoeven) und MULHOLLAND DR. (Mulholland Drive – Straße der

Finsternis, USA 2001, R: David Lynch).

Im Juli sind zu sehen:

THIS GUN FOR HIRE (Die Narbenhand, USA 1942, R: Frank Tuttle) OF

Sonntag, 1. Juli, 20:30 Uhr; Mittwoch, 4. Juli, 20:30 Uhr

THE POSTMAN ALWAYS RINGS TWICE (Im Netz der Leidenschaften, USA

1946, R: Tay Garnett) OF. Freitag, 6. Juli, 18:30 Uhr; Sonntag, 8. Juli, 18 Uhr

DEAD RECKONING (Späte Sühne, USA 1947, R: John Cromwell) OF

Samstag, 7. Juli, 22:30 Uhr; Freitag, 13. Juli, 22:30 Uhr

DARK PASSAGE (Die schwarze Natter, USA 1947, R: Delmer Daves) OF

Sonntag, 8. Juli, 20:30 Uhr; Mittwoch, 11. Juli, 20:30 Uhr

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Förderer der Ausstellung:

Mit freundlicher Unterstützung von


THE LADY FROM SHANGHAI (Die Lady von Shanghai, USA 1947, R: Orson

Welles) OF. Freitag, 13. Juli, 18 Uhr; Samstag, 14. Juli, 20:30 Uhr

THE BIG SLEEP (Tote schlafen fest, USA 1946, R: Howard Hawks) OF

Sonntag, 15. Juli, 20:30 Uhr; Mittwoch, 18. Juli, 20:30 Uhr

SCARLET STREET (Straße der Versuchung, USA 1945, R: Fritz Lang) OF

Freitag, 20. Juli, 18 Uhr; Samstag, 21. Juli, 20:30 Uhr

MULHOLLAND DR (Mulholland Drive – Straße der Finsternis, USA/FR 2001, R:

David Lynch) OF. Freitag, 20. Juli, 22:30 Uhr; Samstag, 28. Juli, 22:30 Uhr

BASIC INSTINCT (USA/FR 1992, R: Paul Verhoeven) OF

Samstag, 21. Juli, 22:45 Uhr; Freitag, 27. Juli, 22:30 Uhr

BERLIN EXPRESS (USA 1948, R: Jacques Tourneur) OF

Mittwoch, 25. Juli, 20:30 Uhr; Donnerstag, 26. Juli, 20:30 Uhr

THE NAKED CITY (Die nackte Stadt, USA 1948, R: Jules Dassin) OF

Freitag, 27. Juli, 18 Uhr

THE SPIRAL STAIRCASE (Die Wendeltreppe, USA 1948, R: Robert Siodmak)

OF. Samstag, 28. Juli, 20:30 Uhr; Sonntag, 29. Juli, 20:30 Uhr

Kuratorinnen: Kuratorinnen: Jule Jule Murmann Murmann und und Stefani Stefanie Stefani e Plappert

Plappert

Gestaltung: Gestaltung: chezweitz chezweitz & & partner, partner, Berlin

Berlin

Zur Zur Ausstellungseröffnung Ausstellungseröffnung um 19 Uhr spricht neben Claudia Dillmann auch

Kulturamtsleiterin Carolina Romahn. Die Frankfurter Pianistin Stefanie Hoevel

begleitet die Feier mit neu interpretierten Jazzstandards.

Pressefotos Pressefotos finden Sie unter:

http://deutsches-filminstitut.de/blog/pressefotos-film-noir/

ACHTUNG: Das Museum schließt am Tag der Ausstellungseröffnung, am

Donnerstag, 21. Juni, bereits um 16 Uhr

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Presseinformation

Sonderausstellung Sonderausstellung Sonderausstellung FILM FILM NOIR! NOIR! – 22. Juni bis 14. Oktober 2012

Was Was ist ist Film Film noir? noir?

noir?

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Film noir war vor allem ein Stil. Er verband Realis-

mus und Expressionismus, die Verwendung realer

Schauplätze und kunstvolle Schattenspiele.

(Martin Scorsese, 1995)

Glücksspiel, Schmuggel, Prostitution. Zwielichtige Ermittler im Kampf gegen

brutale Gangster. An deren Seite: gefährlich schöne Frauen. Im Hollywood

der 40er und 50er Jahre entstanden Filme über die „Mean Streets“ der nächtlichen

Großstadt – eine bis dahin wenig bekannte Seite der USamerikanischen

Gesellschaft. Prominente Beispiele sind THE MALTESE FALCON

(Die Spur des Falken, USA 1941, R: John Huston), SUNSET BLVD. (Boulevard

der Dämmerung, USA 1950, R: Billy Wilder) oder TOUCH OF EVIL (Im Zeichen

des Bösen, USA 1958, R: Orson Welles). Die Filme setzten bildlich und atmosphärisch

um, wie sich die Gesellschaft durch den Krieg verändert hatte,

machten den Bruch mit den alten Idealen ebenso deutlich wie die Gier nach

Geld und ungebremster Freiheit. Dafür suchte der Film noir, wie die „schwarzen

Filme“ bereits 1946 von dem französischen Filmkritiker Nino Frank getauft

wurden, neue künstlerische Lösungen.

Visuell bedient sich der Film noir aus einer Fülle ganz eigener Stilmittel: extreme

Licht-Schatten-Kontraste, ungewöhnliche Kamerapositionen und

klaustrophobisch enge Räume illustrieren die ausweglose Situation der Anti-

Helden des Genres. Das Bild optisch verkleinernde Gitter und Linien, düstere

Schauplätze und schräge Einstellungen, in denen die Welt aus den Angeln

gehoben scheint, prägen dabei den Look des Film noir. Raymond Chandler,

prominenter Vertreter der US-amerikanischen „hardboiled-fiction“-Schule,

deren Texte den Plot für viele Film noirs vorgaben, beschrieb diese Grundstimmung

konstanter Bedrohung und Unsicherheit 1944 so: “The streets were

dark with something more than night.“ (etwa: „In den Straßen war es dunkel,

und das lag nicht nur an der Nacht.“)

Die Ausstellung rückt den Film ins Zentrum, er ist ihr wichtigstes Exponat.

FILM NOIR! wird europaweit zum ersten Mal in einer Ausstellung die wichtigsten

Elemente der Bildsprache und Inszenierung des Film noir thematisieren.

Filmbeispiele veranschaulichen auf mehreren Leinwänden die Stilelemente

Lichtsetzung, Kameraführung, Bildaufbau, Erzählformen, Figuren und

Schauplätze. Wie der Schatten der Jalousie ein noir-affines Dämmer-Interieur

schafft, veranschaulichen unter anderem Ausschnitte aus den Filmen THE

LADY FROM SHANGHAI (Die Lady von Shanghai, USA 1947, R: Orson Welles)

und THIS GUN FOR HIRE (Die Narbenhand, USA 1942, R: Frank Tuttle); die

Femme fatale als tragende Figur zahlreicher Noir-Filme wird etwa am Beispiel

von Rita Hayworths Rolle in GILDA (USA 1946, R: Charles Vidor) und Barbara

Stanwyck in DOUBLE INDEMNITY (Frau ohne Gewissen, USA 1944, R: Billy Wil-

Frankfurt am Main

20.06.2012

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Öffnungszeiten der Ausstellung:

22. Juni bis 14. Oktober 2012

Di 10 – 18 Uhr

Mi 10 – 20 Uhr

Do – So 10 – 18 Uhr

Mo geschlossen

Eintrittspreise:

7 Euro / ermäßigt 5 Euro


der) deutlich – insgesamt knapp 60 Minuten Filmausschnitte, anhand derer

die Besucher den Stil des Film noir studieren können.

Ergänzend zu den Filmkompilationen präsentiert die Ausstellung historische

Filmplakate und Produktionsunterlagen, darunter Original-Drehbücher. Viele

Exponate machen deutlich, wie die expressiven Filmbilder die grafischen

Gestalter zur Entwicklung eines besonderen Stils inspirierten. Eine klassische

Bar im Stil der 40er Jahre dient als Entree der Ausstellung und führt atmosphärisch

in eine Welt ein, die wie kaum eine andere von selbstbewussten,

rauchenden Frauen und desillusionierten, Whisky trinkenden Männern geprägt

ist. So bietet FILM NOIR! eine Reise in die bisweilen düsteren Bildwelten

der 40er- und 50er-Jahre. Angelegt als Stilanalyse in bewegten Bildern,

verdeutlicht die Schau gleichzeitig die Grundlagen filmischen Gestaltens.

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Mit Unterstützung von:


In In der der Ausstellung Ausstellung sind sind Ausschnitte Ausschnitte aus aus folgenden folgenden Filmen Filmen zu zu sehen:

sehen:

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (F. W. Murnau, D 1922)

Das Cabinet des Dr. Caligari (Robert Wiene, D 1920)

Asphalt (Joe May, D 1929)

The Black Cat/Die schwarze Katze (Edgar G. Ulmer, USA 1934)

The Naked City/Stadt ohne Maske (Jules Dassin, USA 1948)

Murder, My Sweet/Mord, mein Liebling (Edward Dmytryk, USA 1949)

Black Angel/Schwarzer Engel (Roy W. Neill, USA 1946)

Phantom Lady/Zeuge gesucht (Robert Siodmak, USA 1943)

This Gun for Hire/Die Narbenhand (Frank Tuttle, USA 1942)

Double Indemnity/Frau ohne Gewissen (Billy Wilder, USA 1944)

The Blue Dahlia/Die blaue Dahlie (George Marshall, USA 1946)

The Big Clock/Spiel mit dem Tode (John Farrow, USA 1948)

Scarface/Narbengesicht (Howard Hawks/Richard Rossen, USA 1932)

The Big Heat/Heißes Eisen (Fritz Lang, USA 1953)

The Killers/Die Killer (Robert Siodmak, USA 1946)

Gilda (Charles Vidor, USA 1946)

The Lady from Shanghai/Die Lady von Shanghai (Orson Welles, USA 1947)

Touch of Evil/Im Zeichen des Bösen (Orson Welles, USA 1958)

Fatal Attraction/Eine verhängnisvolle Affäre (Adrian Lyne, USA 1987)

Chinatown (Roman Polanski, USA 1974)

Sunset Boulevard/Boulevard der Dämmerung (Billy Wilder, USA 1950)

I Hired a Contract Killer/Vertrag mit meinem Killer (Aki Kaurismäki, FIN/GB/D/S/F 1990)

Seven/Sieben (David Fincher, USA 1997)

The Matrix/Matrix (Andy & Lana Wachowski, USA 1999)

Body Heat/Eine heisskalte Frau (Lawrence Kasdan, USA 1981)

Get Carter/Jack rechnet ab (Mike Hodges, GB 1971)

Gaslight/Das Haus der Lady Alquist (George Cukor, USA 1944)

Mildred Pierce/Solange ein Herz schlägt (Michael Curtiz, USA 1945)

Dark Passage/Die schwarze Natter (Delmer Daves, USA 1947)

The Postman Always Rings Twice/Im Netz der Leidenschaft (Tay Garnett, USA 1946)

The Big Sleep/Tote schlafen fest (Howard Hawks, USA 1946)

The Asphalt Jungle/Asphalt-Dschungel (John Huston, USA 1950)

Key Largo/Gangster in Key Largo (John Huston, USA 1948)

The Maltese Falcon/Die Spur des Falken (John Huston, USA 1941)

Gun Crazy/Gefährliche Leidenschaft (Joseph H. Lewis, USA 1949)

The Lady in the Lake/Die Dame im See (Robert Montgomery, USA 1947)

The Window/Das unheimliche Fenster (Ted Tetzlaff, USA 1949)

Berlin Express (Jacques Tourneur, USA 1948)

The Stranger/Der Fremde (Orson Welles, USA 1946)

Point Blank/Point Blank – Keiner darf überleben (John Boorman, USA 1967)

The Woman in the Window/Gefährliche Begegnung (Fritz Lang, USA 1944)

Kiss Me Deadly/Rattennest (Robert Aldrich, USA 1955)

Dead Reckoning/Späte Sühne (John Cromwell, USA 1947)

Taxi Driver (Martin Scorsese, USA 1976)

Mulholland Dr./Mulholland Drive (David Lynch, F/USA 2001)

The Lodger – A Story of the London Fog/Der Mieter (A. Hitchcock, GB 1927)

Les Diaboliques/Die Teuflischen (Henri-Georges Clouzot, F 1955)

Shutter Island (Martin Scorsese, USA 2010)

M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Fritz Lang, D 1931)

Sin City (Frank Miller/Robert Rodriguez, USA 2005)

Citizen Kane (Orson Welles, USA 1941)

Europa (Lars von Trier, E/DK/S/F/D/CH 1991)

The Big Combo/Geheimring 99 (Joseph H. Lewis, USA 1955)

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