Bilanz per 31. Dezember 2010 - Berner Reha Zentrum

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Bilanz per 31. Dezember 2010 - Berner Reha Zentrum

Externes Assessment in

Burgdorf

gemessen. Der Schweregrad der Erkrankung

wird mit dem sogenannten BODE-Index gemessen.

Dieser setzt sich zusammen aus Leistung

(6-Minuten-Gehstrecke), Schwere der

Atemnot, den ventilatorischen Reserven und

dem BodyMassIndex. Je höher die Punktezahl,

desto kränker der Patient und schlechter

seine Prognose.

Lebensqualität und Symptome wurden mit

einem Fragebogen erhoben, der speziell für

COPD-Patienten entwickelt wurde. Es zeigte

sich, dass sich die Lebensqualität in beiden

untersuchten Gruppen in allen Kategorien

(Atemnot, Müdigkeit, Lebensbewältigung,

Emotion) signifikant verbesserte. In der kränkeren

Gruppe konnte die Atemnot jedoch

nicht so stark reduziert werden wie in der etwas

«gesünderen» Gruppe.

Deutlicher Anstieg der

Pflege leistungen

Im «Pneumo Outcome Tool» werden die Pflegeleistungen

noch nicht erfasst. Deshalb ist

noch nicht genau bekannt, wie sich die Pflegeleistungen

zur Schwere der Lungenerkrankungen

verhalten. Unabhängig davon zeigen

jedoch die Daten aus der Leistungserfassung

der Pflege (LEP) erneut einen deutlichen Anstieg

der Pflegeleistungen im Pneumobereich.

Ohne Zweifel haben aber nicht nur die Patientenzahlen,

sondern auch die Schwere der Erkrankungen

zugenommen, wie das nachfolgende

Beispiel zu illustrieren versucht: Herr S.

ist 60-jährig und leidet an einer schwersten

obstruktiven Lungenerkrankung. Aufgrund

einer Lungenentzündung muss er in Burgdorf

hospitalisiert und längere Zeit auf der Intensivstation

beatmet werden. Seine minimalen

ventilatorischen Reserven verunmöglichen es,

ihn vom Beatmungsgerät zu «entwöhnen». Es

muss ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden,

und Herr S. wird über eine Atemkanüle

beatmet. Nach einem komplikationsreichen

Verlauf mit Infekten gelingt schliesslich die

Verlegung auf eine Normalabteilung und

Herr S. wird zur Rehabilitation im Berner

Reha Zentrum angemeldet.

Einen beatmeten Patienten zu rehabilitieren,

stellt eine grosse Herausforderung dar.

Da das Berner Reha Zentrum jedoch immer

öfter Patientinnen und Patienten mit einer

Atemunterstützung oder Heimventilation betreut,

gewinnt auch die Pflege im Umgang

mit diesen Patienten zunehmend an Erfahrung.

Herr S. wurde bereits in Burgdorf durch

eine in Schlaf- und Beatmungsmedizin engagierte

Pflegefachfrau aus unserem Hause beurteilt

(siehe Abbildung). Nach intensiven

Abklärungen konnte er in die Rehabilitation

des Berner Reha Zentrums aufgenommen

werden. Zu Beginn wird Herr S. unter Gebrauch

seines Beatmungsgerätes körperlich

trainiert. Einen genaueren Einblick erlaubt ein

Kurzfilm auf der Homepage des Berner Reha

Zentrums (www.rehalunge.ch). Allmählich

gelingt es, die Beatmung immer weiter wegzulassen

und letztendlich ganz zu sistieren.

Die Tracheal kanüle kann entfernt werden.

Nach einer siebenwöchigen, stationären

Rehabilitation ist es nun möglich, Herrn S.

ohne Beatmung und mit nur wenig zusätzlicher

Hilfe nach Hause zu entlassen. Selbstverständlich

sind eine fortsetzende ambulante

Rehabilitation und enge pneumologische

Kontrollen wichtig, damit die erreichten Verbesserungen

weiterhin erhalten werden können.

Das Beispiel von Herrn S. zeigt uns eindrücklich,

dass Reha-Erfolge immer Erfolge

eines Teams sind.

Weitere Informationen unter:

www.rehalunge.ch

Geschäftsbericht 2010 13

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