Zwischen Lebensraum und Wirtschaftsfläche Unser ... - Wild und Hund

wildundhund.de

Zwischen Lebensraum und Wirtschaftsfläche Unser ... - Wild und Hund

REVIER- UND JAGDPRAXIS

Wald bedeutet für nicht wenige

Mitbürger noch immer Natur

pur oder zumindest naturnahes

Erleben. Doch abgesehen von einigen wenigen

Kleinstreservaten hat der heute existierende

deutsche Wald nur noch wenig

Gemeinsamkeiten mit dem ursprünglichen

und natürlichen Lebensraum vieler

Tier- und Pflanzenarten, dem (Nat-)Urwald.

Denn dort findet man weder ausgefluchtete

Schneisen oder Holzabfuhrwege,

noch gibt es in ihm Altersklassenwälder,

Zielstärkennutzung, Erstdurchforstungen,

Kahlschläge, Gatter oder rechteckige Wirtschaftsabteilungen.

Stichwort Wirtschaft – waren es in Urzeiten

vor allem klimatische Veränderungen,

die das Gesicht des Waldes und seiner

Vegetation prägten, gefolgt von Rodungen

zur Landgewinnung, Waldweide, Streuund

Brennholznutzung (Verhüttung und

so weiter), ist es heute in erster Linie ge-

18

JUNGJÄGERINFO 3/2004

Zwischen Lebensraum und Wirtschaftsfläche

Unser Wald

„Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“, lautet ein altes Sprichwort. Auch wenn der Charakter

eines Waldes primär durch die bestandsbildenden Bäume bestimmt wird, ist Wald, gleich welcher Art,

wesentlich mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen. Andreas David erklärt, welche

Wald-Nutzungsformen es gibt und welche Bedeutung sie für das Wild haben.Außerdem haben wir die

verschiedenen Baumarten in Steckbriefform für Sie zusammengefasst.

ordnete Forstwirtschaft (privat oder staatlich),

die für das Antlitz unserer Wälder verantwortlich

zeichnet. Genauso wie die

vielgescholtene Landwirtschaft die heutige

Agrarsteppe in der offenen Landschaft

prägt, zeichnet die Forstwirtschaft vielerorts

für nicht minder erbärmlich aussehende,

artenarme und monotone Waldbilder

verantwortlich.

Der Unterschied zwischen diesen „Wirtschaftszweigen“

besteht oder bestand lediglich

darin, dass der eine Mais, Kartoffeln

oder Raps, und der andere Holz ernten will

oder wollte. Dass sich hinter beiden Nutzungsformen

existentielle Zwänge verbergen,

muss berücksichtigt werden. Schließlich

geht es nicht darum, einen Buhmann

für den oft bedauernswürdigen Zustand

des deutschen Waldes zu finden. Holz wurde

und wird benötigt! Und letztlich tun die

neuartigen Waldschäden ein übriges.

Mit dem zuvor Geschriebenen soll lediglich

völlig wertfrei deutlich gemacht wer-

den, dass es sich auch bei unseren Wäldern,

zumindest was die Bäume betrifft, um eine

nicht selten am Reißbrett geplante und auf

Ertrag ausgerichtete Nutzungsform handelt,

also um eine Art „Kulturlandschaft“.

Apropos Ertrag – die Folgen der forstwirtschaftlichen

Reinertragslehre, in deren

„Vollzug“ jede Konkurrenz der gewollten

und gepflanzten Nutzholzarten herausgeschlagen

wurden, prägen noch heute vielerorts

das Waldbild. Festzuhalten sei an

dieser Stelle, dass es nicht überhöhte Schalenwildbestände

waren, die durch „Entmischung“

kalamitätsanfällige, forstliche

Monokulturen begründeten. Doch die

„Ökologisierung“ unserer Gesellschaft

machte gottlob auch vor der Forstwirtschaft

nicht Halt.

Was schon vor mehr als einem halben

Jahrhundert findige Waldbauern propa-

BURKHARD

gierten, jedoch aus verschiedenen, auch

zwingenden Gründen nicht umgesetzt FOTOS: WINSMANN-STEINS


wurde, ist heute Inhalt diverser Schlagworte im Kontext moderner,

zeitgemäßer staatlicher wie auch teilweise privater Forstwirtschaft.

Dauerwald, ökologischer oder naturgemäßer Waldbau sollen

die Eckpfosten zukünftiger Forstwirtschaft sein. Es gilt also die

Wälder „umzubauen“; aus eintönigen Holzwirtschaftsgestängen,

dort wo es der Standort zulässt, vielfältige und reich strukturierte

Mischwälder im Sinne verschiedenster Biozönosen sowie einer

möglichst gesunden Umwelt des Menschen zu formen.

Überaus heterogen sind die Schutz-, Natur- und Erholungsfunktionen,

die unsere Wälder heute und in Zukunft erfüllen sollen.

Aus faunistischer Sicht bedeute Wald vor allem Wind-, Kälteund

Sichtschutz, Äsung beziehungsweise Nahrung, Deckung, Brutraum

und Kinderstube sowie Schutz vor Räubern (auch vor dem

Menschen) – kurzum Lebensraum. Aus den natürlichen Lebensraumansprüchen

verschiedener Tierarten, insbesondere der wiederkäuenden

Schalenwildarten an ihre Äsung, ergeben sich bekanntermaßen

Probleme für die „Walderneuerungsprogramme“.

Dort, wo über Jahrzehnte hinweg (auch von Forstleuten!) definitiv

unnatürlich hohe Schalenwildbestände „herangehegt“

wurden, ist die im Sinne unserer Umwelt so begrüßenswerte,

waldbauliche Umorientierung ohne die oft zitierten Wildschutzgatter

zum Scheitern verurteilt. Diese Gatter jedoch kosten Geld

– viel Geld, was gerade von privaten Waldbesitzern oftmals nicht

aufgebracht werden kann. Doch ob Privatwald oder Staatsforstverwaltung

– es gilt hier, gemeinsam mit der privaten Jägerschaft

Abhilfe zu schaffen, und dort wo nötig, die Wildbestände auf ein

erträgliches Maß zu reduzieren, wie es das Bundesjagdgesetz fordert.

Hier darf die private Jägerschaft die Forstpartie nicht aus oftmals

egoistischen Beweggründen „im Sauren Regen“ stehen lassen.

Denn letztlich ist Wald ein überlebensnotwendiger Bestandteil

auch des menschlichen Lebensraums.

Doch um nicht auch das natürliche Sozialgefüge oder die

artspezifische Altersstruktur verschiedener Wildarten „zur

Strecke zu legen“ und im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel

hinauszuschießen, sind Sachkenntnisse und Fingerspitzengefühl

auch seitens der Förster gefragt – denn zum Wald gehört auch

Wild. Und dort, wo etwas höhere Wildbestände aus Sicht des Waldes

objektiv tragbar sind, sollen sie auch bleiben, denn dort

gehören sie hin. Der Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky

formulierte es einmal so: „Löschen, wo es brennt, nicht wo

gerade Wasser ist.“

In manchen Regionen erschweren überhöhte Schalenwildbestände

die „Walderneuerungsprogramme“. Nichtdestotrotz gehört in

tragbaren Dichten beispielsweise auch das Rehwild zum Wald – genauso

wie unzählige andere (nicht verbeißende oder schälende)

Tier- und Pflanzenarten

Suzuki

Geländewagen

KFZ-KRAFT, Pfalzfeld

Telefon

06746/730071

0171/2139725

Neu- und Gebrauchtwaffen

Liste anfordern oder unter

www.waffen-reitmann.de aufrufen.

Schafthölzer, Schäftungen, Maßschäfterei

Reitmann, Hauptstr. 31a, 38173

Hötzum, Tel. 0 53 05 / 15 48, Fax 32 93

Gebrauchtwaffen-Markt www.knappworst.com

Ständig ca. 150 Lang- und Kurzwaffen am Lager

Großer Neuwaffen-Markt

BLASER Doppelbüchsen + Repetierbüchsen R93

Drillinge und kombinierte Bockwaffen

KRIEGHOFF Stützpunkt-Händler

Größte Auswahl!

38100 Braunschweig Fallerslebener Straße 12/13

Telefon (05 31)4 51 82 Fax (05 31)1 34 04 www.knappworst.com

P auf dem Hof

Aigle ISO Parcour

Nie mehr kalte und nasse Füße!

Superbequemer Naturkautschukstiefel mit verstellbarer Schaftweite und

doppelt gedämmter Spezialsohle mit Greif- und Bremsprofil. Neoprenfütterung

für maximalen Kälteschutz! In Gr. 36 bis 47 ab Lager lieferbar.

statt 149,- nur 125,inkl.

Pflegespray oder versandfrei!

ab 2 Paar 115,-; ab 3 Paar 110,-;

Als Aigle Parcour, ungefüttert nur 78,-

Parcour VARIO nur 85,- Pflegespray nur 8,50

DEERHUNTER „Montana 5 in 1 Jacke“ nur 199,-, Hose nur 98,-

DEERHUNTER Rusky Jacke 232,-, Hose 138,-

MINOX BD 10x58 BR-ED statt 1049,- nur 749,- solange der Vorrat reicht!

CEMA Büchsenpatronen, alle gängigen Kaliber, 100 St. ab 39,- bis 49,- d

CEMA-Fachhandel, Königsberger Str. 85

47574 Goch-Nierswalde, Tel. 0 28 23 / 41 84 24, Fax 2 99 33

Alle Angebote im Internet: www.optikdiscount.de


REVIER- UND JAGDPRAXIS

Allgemeine Merkmale: Bis 50 Meter hoher,

sommergrüner Nadelbaum. Nadeln einzeln

oder in „Büscheln“, weich, hellgrün; in der

Herbstverfärbung zum Abwerfen goldgelb

gefärbt. Früchte klein ( bis 40 Millimeter),

anfangs hellbraun, später graubraun; an

Trieben aufrecht sitzende Zapfen. Rinde im

Jugendstadium gelblich beziehungsweise

grüngelb, später als graubraune tiefrissige

Schuppenborke. Triebe hängend, tiefere

Äste abwärtsgerichtet.

Allgemeine Merkmale: Bis 60 Meter hoher,

weit verbreiteter,immergrüner Nadelbaum

mit kegelförmiger Krone; geradstämmig.

Nadeln einzeln stehend, gerade oder leicht

gebogen, derb stechend (etwa zehn bis 30

Millimeter lang). Frucht als einjährige bis

20 Zentimeter lange Zapfen zunächst grün,

später braun; hängend. Rinde im Jugendstadium

glatt und rotbraun, später braun

oder graubraun mit dünnschuppiger Borke.

20

JUNGJÄGERINFO 3/2004

Europäische Lärche, Lärche

(Larix decidua, syn. Larix europaea)

Standort: Tiefgründige, frische Böden bis

2 400 Meter Höhe (Alpen). Nicht auf armen

Sanden oder staunassen Böden. Überaus

lichtbedürftig. Kontinentale Klimaansprüche.

Besonderheiten: Hochgebirgsbaum (Baumgrenze)

und Pionierbaumart; durch den

jährlichen Abwurf der Nadeln im Herbst

sehr frosthart. Forstwirtschaftlich wichtige

Holzart. Aufgrund ihrer Bedeutung als

Nutzholz ist die Lärche heute weitab ihres

Gemeine Fichte

(Picea abies)

Standort: Relativ anspruchslose flachwurzelnde

Halbschattenholzart. Frische Lehmböden

und niederschlagsreiche Gebirgslagen

werden bevorzugt; in den Alpen bis etwa

2 000 Meter.

Besonderheiten: Durch ihre Leistungsfähigkeit

und kurze Umtriebszeit wurde die

Fichte zu einer der wichtigsten Wirtschaftsholzarten.

Triebe vom Schalenwild

verbissen, Rinde in erster Linie vom Rotwild

geschält (Bild Mitte). Die Zapfen (Sa-

eigentlichen Vorkommens gepflanzt worden.

Rascher Wuchs im Jugendstadium. Bei

der Reviergestaltung spielt die Lärche eine

untergeordnete Rolle, wird aber verbissen

beziehungsweise gern verfegt.

men) werden von verschiedenen Vogelarten

und Kleinsäugern genutzt. Je nach Boden

sehr windwurfgefährdet. Sollte bei der Reviergestaltung,wenn

überhaupt,gut geplant

und sehr sparsam eingesetzt werden.


Allgemeine Merkmale: Bis etwa 40 Meter

hoher immergrüner Nadelbaum. Nadeln

(bis 80 Millimeter lang) stehen paarweise

zusammen;Farbe variiert je nach Rasse von

gelbgrün bis blaugrün. Rinde im Jugendstadium

grau gefurcht, später als Schuppenborke

braun bis rotbraun. Früchte im

ersten Jahr grüne,im zweiten braune (gelbbraune)

Zapfen. Wuchs ist zunächst kegelförmig,

später flachkronig.

Allgemeine Merkmale: Rasch wachsender,

auf geeignetem Standort oft mächtiger

Baum bis 35 Meter Höhe. Meist geradschaftig

mit starkastiger, breiter Kronenbildung

(dicht belaubt), Blattform sehr variabel;

rundlich (eiförmig) bis gelappt (Langtriebe).

Rand stumpf gezähnt (vier bis zehn Zentimeter);

unterseits weißfilzig hell (Weißpappel).

Rinde erst grauweiß, später derbe und

tief längsrissige dunkelgraue Borken. Blüten

als Kätzchen; männlich leicht rötlich, weiblich

gelbgrün (März/April).

Gemeine Kiefer, Waldkiefer, Föhre

(Pinus sylvestris)

Standort: Weit verbreitete Pionierbaumart

mit außerordentlich großer Standorttoleranz!

Bevorzugt sandige Lehme; auch

auf Dünensanden, verschiedenartigsten

Trockenstandorten (Heide) sowie Mooren.

Lichtbaumart der Ebenen und Mittelgebirgen;

in den Alpen bis etwa 2 000 Meter.

Besonderheiten: Wichtige Wirtschaftsholzart;

liefert Nutzholz aller Art (Bau, Möbel,

Verkleidung und so weiter). Durch hohe

Anpassungsfähigkeit zur Begrünung

oder Rekultivierung auch ärmster Stand-

Silberpappel, Weißpappel

(Populus alba)

Standort: Bevorzugt basen- und nährstoffreiche

Auböden (bis etwa 550/600 Meter).

In Flussniederungen, direkt an Flussufern

und Feuchtwiesen sowie anderen Feuchtstandorten;

ansonsten anspruchslos; auch

auf Sand- und Moorböden.

Besonderheiten: Extrem raschwüchsiger

Baum; mit etwa 35 bis 40 Jahren nicht selten

schon 30 Meter hoch. Früher Laubabwurf.

Außerordentlich hitze- und kälteresistent;

als Pionierholz zur Dünenbefes-

orte gut geeignet. Vom Schalenwild teilweise

stark verbissen; speziell vom Rotwild

geschält. Wo nicht ohnehin Hauptbaumart

(Standort) als Mischbaumart im Rahmen

der Reviergestaltung von eher geringem

Wert.

tigung geeignet. Reichlich Wurzelbrut

(Stecklingsvermehrung). Leicht zu verwechseln

mit der Graupappel (Populus x

canescens), einer Kreuzung aus Silber- und

Zitterpappel.

JUNGJÄGERINFO 3/2004 21


REVIER- UND JAGDPRAXIS

Allgemeine Merkmale: Bis maximal etwa

35 Meter hoher, sommergrüner, breitkroniger

Baum. Blätter (drei bis acht Zentimeter)

eiförmig oder rundlich und stumpf

gezähnt; an langen, seitlich abgeflachten

Stielen. Triebe gelbbraun, Rinde glatt, später

mit Rindenwarzen durchsetzt und allmählich

in dunkelgraue längsrissige Borke

übergehend. Blütenkätzchen (März/April –

vor Laubaustrieb) mit roten Staubbeuteln

und Narben.

Allgemeine Merkmale: Nur bis maximal 15

Meter hoher,sommergrüner,kleiner Baum

(oft strauchartig). Blätter (bis zehn Zentimeter)

wechselständig, breit elliptisch

und leicht gerunzelt; Oberseite dunkelgrün

und kahl, Unterseite blaugrün und

filzig-weich behaart. Blattspitze meistens

etwas gekrümmt;Rand glatt oder schwach

gekerbt. Blüten (Kätzchen) zunächst silbrig

behaart, später leuchtend gelb; Blütezeit

März bis Mai vor dem Laubaustrieb.

Triebe zunächst grau und behaart, später

22

JUNGJÄGERINFO 3/2004

Zitterpappel, Aspe, Espe

(Populus tremula)

Standort: Wenig anspruchsvolle Art; bevorzugt

lehmige, nährstoffreiche Sande, jedoch

auch auf trockenen Sanden bis hin zu

extremen Nass-Standorten (temporär

überflutete Auwälder). Im Gebirge bis maximal

2 000 Meter. Häufig mit Salweide

(Salix caprea) und Hängebirke (Betula pendula)

vergesellschaftet.

Besonderheiten: Durch die seitlich abgeflachten

Blattstiele bringen selbst leichte

Luftströme die Blätter in Bewegung – daher

„Zittern wie Espenlaub“. Wichtige

Salweide, Palmweide

(Salix caprea)

kahl und rotbraun. Rinde anfangs gräulich

mit Korkwarzen, dann feinrissig und allmählich

in breite, längsrissige Borke übergehend.

Standort: Relativ anspruchslos, bevorzugt

frische, lehmige und nährstoffreiche Böden

(lichtbedürftig). An Kiesgruben, Böschungen,

Wald- und Wegerändern, Uferstreifen

sowie in Auwäldern, Feldgehölzen und auf

Lichtungen. Im Gebirge bis etwa 2 000 Meter.

Baumart für die Reviergestaltung; Aspen

werden sowohl von Nagetieren als auch

vom Schalenwild bevorzugt verbissen.Auch

zur Anlage von Fasanengehölzen gut geeignet.

Forstwirtschaftlich von geringer Bedeutung.

Besonderheiten: Häufigste „Waldweide“

Mitteleuropas; variiert stark hinsichtlich

Gestalt und Größe. Bedeutende Bienenweide

(Kätzchen). Raschwüchsig mit reichlichem

Stammausschlag. Daher häufig mit

auffallender Mehrstämmigkeit. Als Pionier

wichtig für Neubegrünung und Reviergestaltung.

Zur Anlage von Verbissgärten

(Prossholzflächen) eignet sich die Salweide

durch ihre Schnellwüchsigkeit außerordentlich

gut.


Allgemeine Merkmale: Sommergrüner, bis

maximal etwa 30 Meter hoher, weitverbreiteter

Baum. Blätter dreieckig, kahl

und lang zugespitzt, Rand doppelt gesägt.

Blüten (März bis Mai) allein bis maximal

drei schlanke grüne (weiblich) oder braune

(männlich) Kätzchen. Samen klein, beidseitig

geflügelt. Rinde drüsig, braunrot

glänzend; später weiß mit horizontal

stehenden dunklen Lentizellen sowie Bildung

einer tiefgefurchten schwärzlichen

Borke.

Allgemeine Merkmale: Bis 35 Meter, meist

jedoch nur zehn bis 25 Meter hohe und relativ

kurzlebige (150 Jahre) Laubholzart.

Blätter rundlich bis verkehrt eiförmig, an

der Spitze eingebuchtet oder rund, oben

dunkelgrün,unterseits heller.Blattrand etwas

gewellt und flach gezähnt. Zäpfchen

grün, später braun bis schwarz und gestielt;

bleiben nach der Samenreife oft den

Winter über am Baum. Rinde grünbraun,

glatt und glänzend, später braunschwarze

oder dunkelgraue rissige Borke.

Hängebirke, Weißbirke, Sandbirke

(Betula pendula)

Standort: Anspruchsloser und überaus

standorttoleranter, aber lichtbedürftiger

„Allerweltsbaum“ (Ubiquist). Mischbaumart

lichter Laub- und Nadelwälder sowie an

Weg- und Waldrändern, prägende Baumart

der Moore, Heiden und Ödlandflächen (bis

1 800 Meter).

Besonderheiten: Wertvolle Schutz- und

Pionierbaumart, weil: extrem Hitze- und

Frostresistent. Ausbreitung durch alljährlich

überreiche Fruktifikation.Knospen und

Schwarzerle

(Alnus glutinosa)

Standort: Staunasse, temporär überschwemmte,

nährstoffreiche Böden (kalkarm).

Feuchte Laubwälder, Auwälder,

Feuchtwiesen, Bach- und Flussufer sowie

Verlandungsbereiche von Gewässern.

Besonderheiten: Laubblätter fallen im

Herbst (Oktober/November) grün zu Boden,

keine Herbstfärbung (!). Interessante

und wichtige Pflanze zur Biotop- beziehungsweise

Reviergestaltung. Sehr gutes

Stockausschlagvermögen, aus diesem

Samen für Federwild- und andere Vogelarten

Äsung beziehungsweise Nahrung (Hasel-

und Birkwild). Als Verbisspflanze kaum

von Bedeutung. Gutes Brennholz, auch für

Drechslerarbeiten und Möbelbau genutzt.

Grund oft mehrstämmig. Optimal zur Uferbefestigung,

zur Begrünung offengelassener

Tagebau- und Kiesgruben. Ferner in

Hecken und Feldgehölzen. Holz vielseitig

verwendbar.

JUNGJÄGERINFO 3/2004 23


REVIER- UND JAGDPRAXIS

Allgemeine Merkmale: Bis etwa 25 Meter

hoher, sommergrüner Laubbaum. Blätter

(bis elf Zentimeter) länglich oval und zugespitzt,

zweizeilig, Rand doppel gesägt

(Herbstfärbung braun). Männliche Blüten

zahlreich als hängende Kätzchen hellgrün

bis rötlich, weibliche als lockere Kätzchen,

endständig mit fadenförmigen roten Narben

(März bis Mai). Frucht: Nuss an einem

dreilappigen Deckblatt. Rinde der Zweige

grau bis dunkelbraun,Stamm hellgrau oder

grau mit wenig Borkenbildung.

Allgemeine Merkmale: Bis etwa 40 Meter

hoher, breitkroniger, sommergrüner Laubbaum.

Blätter eiförmig bis elliptisch, weich

behaart,später verkahlend;Rand leicht gewellt,

glatt oder schwach gezähnt. Früchte

als dreikantige Bucheckern glänzend

braun, in stacheligem Fruchtbecher. Rinde

glatt und graubraun, später weißgrau; nur

selten schwach rissige Borke.

Standort: Nährstoffreiche, frische und

lockere Lehmböden, Kalkstandorte. Mög-

24

JUNGJÄGERINFO 3/2004

Hainbuche, Weißbuche

(Carpinus betulus)

Standort: Frische, feuchte und nährstoffsowie

basenreiche Böden. In Eichen-/Hainbuchenwäldern,

Hartholzauen, Hecken und

Feldgehölzen, wärmeliebend (in den Alpen

bis etwa 1100 Meter). Halb-, auf besten

Standorten, auch Schattholzart.

Besonderheiten: Name irreführend; gehört

systematisch nicht zu den Buchen (Fagaceae),

sondern zu den Birkengewächsen

(Betulaceae). Hohes Stockausschlagvermögen!

Hält die herbstlich braunen Blätter

Rotbuche

(Fagus sylvatica)

lichst dauerfeuchtes Klima. Die Rotbuche

meidet niederschlagsarme, trockene Gebiete.

Spätfrost-, dürre- und hitzeempfindlich.

Besonderheiten: „Mutter des Waldes“; in

Mitteleuropa unter natürlichen Verhältnissen

am weitesten verbreitete und durch

Schattenverträglichkeit wohl konkurrenzstärkste

Laubholzart, in Deutschland

durch Fichten- und Kiefernwirtschaft

(forstwirtschaftlich höhere Massen- und

bis in den Winter hinein (Deckung!). Bodenschutzgehölz

in Hanglagen.Triebe (viele

andere Stockausschlag) werden gern verbissen,

die Hainbuche verfügt allerdings

über ein gutes „Heilungsvermögen“. Waldbaulich

wertvoll; Holz besonders hart und

fest. Ideale Mischbaumart zum Unterbau

von Eiche, Kiefer und Esche.

Wertleistung) teilweise zurückgedrängt.

Verbiss der Triebe und Blätter durch Schalenwild

und Hasen.Schäle durch Rotwild in

Stangen- und Baumhölzern. Bucheckern

besitzen als Äsung bzw. Nahrung gerade in

Mastjahren für viele Vogel-, Kleinsäugerund

Wildarten (Schwarzwild!) höchste Attraktivität.

Holz als wertvolles Nutzholz

schwer und hart, bei Trocknung rötlichgelb

(bestes Brennholz), mit vielseitiger

Verwendung als Bau-, Möbel-, Furnierholz

und so weiter.


Allgemeine Merkmale: 20 bis 35 Meter

(selten bis 50 Meter) hoher, breitkroniger

Baum. Rinde zunächst graugrün, glänzend

glatt; später graubraune, tief längsrissige

Borke. Sommergrüne Blätter kurzgestielt

und wechselständig; mit vier bis fünf ganzrandigen

Lappen. Früchte länglich eiförmige

Eicheln-, zunächst grün, später braun; in

napfartigem Becher. Eine oder mehrere

Früchte an mind. 1,5 Zentimeter langem

Stiel.

Allgemeine Merkmale: Nur bis etwa 20 Meter

hoher sommergrüner Laubbaum. Blätter

mit bis zu 19 Fiederblättern, diese lang

lanzettlich und deutlich gesägt; dunkelgrün,

in der Herbstfärbung dunkelrot. Blüten

(Mai/Juni) weiß,in Doldenrispen.Früchte

rundlich, leuchtend rot; bis in den Winter

am Baum. Rinde anfangs graugelb und

leicht glänzend, später längsrissige,

schwarzgraue Borke.

Stieleiche, Sommereiche

(Quercus robur)

Standort: Baum des Flachlandes und der

Mittelgebirge (bis etwa 1 000 Meter) mit

relativ hohem Lichtbedarf; und auf geeigneten

Standorten mit raschem Jugendwachstum.

Bevorzugt bei großer ökologischer

„Flexibilität“ tiefgründige,nährstoffreiche

Ton- und Lehmböden mit guter Wasserversorgung

(spätfrostempfindlich).

Besonderheiten: Schweres, hartes

Wertholz mit besten Fertigungseigenschaften.

In der Jugend raschwüchsig; Pfahl-

Eberesche, Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Standort: Bevorzugt frische nährstoffreiche

Böden, ist jedoch eigentlich anspruchslos

und sowohl auf trockenen armen

als auch auf staunassen Standorten zu

finden. In den Alpen bis etwa 2 300 Meter.

Feldhecken, Waldränder und andere Mantelzonen.

wurzler. Verbiss der Triebe durch wiederkäuendes

Schalenwild, Hase und Kaninchen.

Die stärke- und ölhaltigen Früchte

bieten beste Äsung für alles Schalenwild,

Wildtauben und -enten, zahlreiche Vogelund

Kleinsäugerarten.

Besonderheiten: Wichtige Pflanze der

Biotopgestaltung.Verbreitung durch Vogelsaat

auf vielerlei Standorten. Triebe und

Blätter als attraktive Schalenwildäsung,

Früchte für zahllose Vogel- und Federwildarten

als auch für Säuger als Nahrung

und Äsung von großer Bedeutung. Die vitaminreichen

Früchte der Eberesche finden

ebenfalls Verwendung bei der Gelee- und Likörherstellung.

In hohem Maße stockausschlagfähig

(Wurzelbrut).

JUNGJÄGERINFO 3/2004 25

FOTOS: BURKHARD WINSMANN-STEINS, BURKHARD STÖCKER (1), BURKHARD FISCHER (1)


REVIER- UND JAGDPRAXIS

Allgemeine Merkmale: Etwa um 1600 in

Europa, aus dem Osten der USA stammender

eingebürgerter, bis 30 Meter hoher,

sommergrüner Laubbaum. Blätter in bis zu

21 ganzrandige, elliptische Blättchen

(dunkelgrün) gefiedert; in der Herbstfärbung

hellgelb.Am Blattgrund jeweils zwei

stabile Dornen (Nebenblätter). Blüte (April

bis Juni) als weißgelbe Schmetterlingsblüten.

Früchte flache, langgestreckte Hülsen

mit bis zu acht nierenförmigen Samen.

Allgemeine Merkmale: Bis etwa 30 Meter

hoher Baum mit dünnschuppiger, graubrauner

Borke; in große schmale Platten

geteilt. Blätter gegenständig, fünf- bis siebenfach

handförmig als große Rispen (nach

Laubaustrieb, Mai/Juni). Knospen groß, rotbraun

glänzend und klebrig. Früchte kugelig,

grün und bestachelt mit ein bis drei

großen Samen.Selten älter als 200 Jahre alt.

Krone hoch gewölbt, in der Vegetationszeit

reich belaubt. Herbstfärbung gelb.

26

JUNGJÄGERINFO 3/2004

Robinie, Scheinakazie

(Robinia pseudoacacia)

Rinde glatt, später mit grau- bis schwarzbrauner,

tief längsrissiger Borke.

Standort: Lockere, nährstoffreiche, auch

trockene Böden (meidet Staunässe);

spätfrostempfindlich und lichtbedürftig.

Abraumhalden, Dünen, Feldgehölze und

Waldränder bis etwa 1000 Meter Höhe.

Besonderheiten: Die überaus nektarreichen

Blüten stellen eine bedeutende Bie-

Gemeine Rosskastanie

(Aesculus hippocastanum)

Standort: Tiefgründige, nährstoffreiche

Lehm- und Sandböden.Die Rosskastanie ist

spätfrostempfindlich, licht- und wärmeliebend.

Meist einzeln gepflanzt in Parks und

Gärten oder als Alleebaum im Wald.

Besonderheiten: In Mittel- und Westeuropa

ursprünglich als Zierbaum eingebürgert

(etwa 1600); forstwirtschaftlich unbedeutend.

Blüht und fruchtet fast in jedem Jahr

reichlich. Kastanien (stärke- und gerbstoffhaltig)

als Wildäsung in erster Linie von

nenweide dar („Akazienhonig“!). Intensive

Vermehrung durch Wurzelbrut (hohes

Stockausschlagvermögen) raschwüchsige,

hitze- und dürreresistente Pionierbaumart.

Durch Stickstoffbindung mittels Wurzelknöllchen

wirkt die Robinie bodenverbessernd.

Rot-, Dam- und Rehwild angenommen. Junge

Pflanzen sind überaus raschwüchsig. Bei

Pflanzungen im Revier sollte die spätere,

immens hohe Beschattung kritisch berücksichtigt

werden.


Allgemeine Merkmale: Kurzschäftiger, nur

bis etwa 15 Meter hoher sommergrüner

Baum. Blätter klein, langgestielt mit fünf

(drei) stumpfen,dunkelgrünen Lappen (unterseits

heller); in der Herbstfärbung rot

oder gelb. Blattstiel und -rippen mit Milchsaft.Knospen

rotbraun mit behaarter Spitze.

Blüten hellgrün (April/Mai); aufrechte

und später überhängende Rispen. Früchte

als flache, „geflügelte“ Nüsschen, die paarweise

waagerecht oder im überstumpfen

Winkel miteinander verwachsen sind. Rin-

Allgemeine Merkmale: Bis etwa 35 Meter

hoher, sommergrüner Laubbaum. Blätter

(bis zehn Zentimeter) wechselständig, gestielt,

herzförmig spitz zulaufend; Rand gesägt.

Unterseits in den Winkeln der Blattadern

rotbraun behaart. Blüten spät (Juni/

Juli) als gelbliche Trugdolden; intensiv duftend.

Früchte leicht birnenförmige, kleine

(fünf bis acht Millimeter) Nüsschen; bis zu

sieben in einem Fruchtstand. Rinde zwischen

braun und grau, glatt; Borke dunkler

und eng längsrissig (eichenähnlich).

Feldahorn, Maßholder

(Acer campestre)

de glatt und braun, später mit braungrauer,

längs- und querrissiger Borke.

Standort: Trockene, frische Mineralböden;

schattenertragend. In Feldgehölzen,

Hecken und Waldrändern bis etwa 800 Meter

über N.N. Selten auch in Laubwälder

eingesprengt.

Besonderheiten: Holzart der offenen Landschaft

und Waldränder. Einige Jahre „auf

den Stock gesetzt“, bildet der Feldahorn

Winterlinde, Steinlinde

(Tilia cordata)

Standort: Auf nicht zu trockenen, basenreichen

Löß- oder Lehmböden; allerdings

wenig anspruchsvoll. Als Mischbaumart in

Laub- und Laub-Nadelmischwäldern. Auch

als solitär (s. u.) oder Alleebaum (bis 1 500

Meter über N.N.).

Besonderheiten: Lindenblüten sind eine

hervorragende Bienenweide („Lindenblütenhonig“)

und werden offizinal u.a.als Tee

eingesetzt.Als „Dorflinden“ seit langer Zeit

„geschichtsträchtige“ Bäume. Waldbaulich

durch reichen Stockausschlag einen dichten

Strauch (Hecken!).Von Schalenwild und

Haustieren (Schafe, Ziegen, Rinder) gern

verbissen. Früher im Mittel- und Niederwaldbetrieb

(Brennholz).Holz fest und zäh;

geeignet für Drechslerarbeiten, Werkzeugstiele

und Musikinstrumente.

wertvolle, bodenverbessernde Holzart (rasche

Laubzersetzung) mit hohem Stockausschlagvermögen,

gern vom wiederkäuenden

Schalenwild verbissen.

JUNGJÄGERINFO 3/2004 27

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine