Rede Jürg Stüssi-Lauterburg - Schweizerisches Rotes Kreuz

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Rede Jürg Stüssi-Lauterburg - Schweizerisches Rotes Kreuz

à la postérité, tout ce que la génération présente doit transmettre aux générations

futures pour consacrer l'audace et la fermeté qu'elles firent briller au travers de notre

molle et indigne foiblesse!"

Das hat auch Aussenwirkung gezeitigt. In Middletown, Connecticut, erschien 1807

ein Buch über das Europa Bonapartes und darin folgende Passage:

"Of the party was an amiable young lady about twenty-four, who at the battle of

Frauenbrun … was wounded in seven places, in fighting against the French. She was

our guide and showed us the spot…"

Heute steht dort auf dem Tafelefeld ein Denkmal, ein anderes, Denkmal hat Jeremias

Gotthelf in seiner "Elsi, die seltsame Magd" hinterlassen, ein ebenso kurzes wie

gutes und essentielles Stück Schweizer Literatur.

Die Waffentaten von Frauen leben auch in der Tradition weiter. Ich habe selber noch

Leute gekannt, die mir erzählt haben, wie in Scuol im Engadin oder an der Lenk im

Berner Oberland die Frauen, in Anerkennung ihrer militärischen Leistungen, im

Kirchenschiff rechts sitzen durften. Für das Wett- und Wyberschiessen der Stadtschützengesellschaft

Burgdorf und der Schützengesellschaften von Sumiswald und

Langnau ist im Reglement vom 7. Mai 1865 klar niedergelegt:

"… jeder Teilnehmer ist streng verpflichtet, den Fall der Unmöglichkeit

ausgenommen, am Feste in weiblicher Begleitung zu erscheinen."

Das hat nicht unbedingt bedeutet, dass die Frauen auch geschossen hätten, aber

immerhin waren und sind sie an den Wettschiessen und im Entlebuch, das dieselbe

Tradition kennt, schiessen sie ja seit 1880 auch wirklich selber.

Nun hat die wehrhafte Frau nicht so recht zum Frauenideal der Belle Epoque

gepasst, wenn auch die Schweizer Realität schon eine etwas andere war, als Stefan

Zweig sie in Die Welt von Gestern für Österreich beschreibt.

Aktiv aber wurden die Frauen in der Eidgenossenschaft im höchsten Mass im

Zeichen des Roten Kreuzes.

Der 1866 gegründete Hülfsverein für schweizerische Wehrmänner und deren

Familien kam im Zeichen der Internierung der über die Grenze tretenden

Angehörigen der französischen Armee de l'est im Jahre 1871 im grossen Stil zum

Einsatz. Der verantwortliche Kommissär, Sanitätsmajor Heinrich Schnyder, hatte eine

klare Vorstellung vom Wert des Einsatzes von Frauen:

"Es ist … zu berücksichtigen, dass die Pflege durch Frauenhand die beste ist."

Nun, der eingeschlafene Hülfsverein wurde 1882 durch Pfarrer Walther Kempin zu

neuem Leben erweckt. Kempin, der eigentliche Gründer des SRK, schrieb damals in

seinem Blatt Philantrop:

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