Download Programmheft (pdf | 1,80 MB) - Internationale ...
Download Programmheft (pdf | 1,80 MB) - Internationale ...
Download Programmheft (pdf | 1,80 MB) - Internationale ...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
AKADEMIEKONZERT<br />
EDWARD ELGAR<br />
Scenes from the Saga of King Olaf<br />
29. & 30. JANUAR 2011<br />
LIEDERHALLEBEETHOVENSAAL
A K A D E M I E K O N Z E R T 4<br />
Saison 2010-2011<br />
Samstag, 29. Januar 2011 19:00<br />
Sonntag, 30. Januar 2011 18:00<br />
L I E D E R H A L L E S T U T T G A R T ,<br />
B E E T H O V E N - S A A L<br />
Einführung 18:15 ■ 17:15 Dr. Michael Gassmann<br />
Konzertdauer etwa zwei Stunden, Pause nach Nr. 5<br />
Stuttgarter Erstaufführung
E D WA R D E L G A R (1857-1934)<br />
Scenes from the Saga of King Olaf op. 30<br />
für Sopran, Tenor und Bass solo, Chor und Orchester<br />
Text von H. W. Longfellow und H. A. Acworth<br />
I N T R O D U C T I O N ■ E I N L E I T U N G<br />
Soli und Chor: »There is a wondrous book«<br />
1. Rezitativ (Bass): »Summon now the God of Thunder«<br />
P R O G R A M M<br />
T H E C H A L L E N G E O F T H O R ■ D I E H E R A U S F O R D E R U N G<br />
D U R C H T H O R<br />
2. Chor: »I am the God Thor«<br />
K I N G O L A F ’ S R E T U R N ■ K Ö N I G O L A F S R Ü C K K E H R<br />
3. Solo (Tenor): »And King Olaf heard the cry«<br />
4. Rezitativ (Bass): »Tell how Olaf bore the cross«<br />
T H E C O N V E R S I O N ■ D I E B E K E H R U N G<br />
5. Soli (Tenor, Bass) und Chor: »King Olaf’s prows at Nidaros«<br />
P A U S E<br />
6. Rezitativ (Bass): »Now the child of Ironbeard dead«<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F ■ ■ ■ 1
G U D R U N<br />
7. Soli (Sopran, Tenor) und Chor: »On King Olaf’s bridal night«<br />
8. Rezitativ (Bass): »How the Wraith of Odin old«<br />
T H E W R A I T H O F O D I N ■ D E R G E I S T O D I N S<br />
9. Chor (Ballade): »The guests were loud«<br />
10. Rezitativ (Bass): »Sisters, sing ye now the Song«<br />
S I G R I D<br />
11. Soli (Sopran, Tenor) und Chor: »Sigrid sits in her high abode«<br />
12. Rezitativ (Bass): »Hark! she flies from Wendland forth«<br />
T H Y R I<br />
13. Chor (Ballade): »A little bird in the air«<br />
14. Duett (Sopran und Tenor): »The gray land breaks to lively green«<br />
15. Chor-Rezitativ: »After Queen Gunhild’s death«<br />
T H E D E A T H O F O L A F ■ D E R T O D O L A F S<br />
16. Chor: »King Olaf’s dragons take the sea«<br />
E P I L O G U E ■ E P I L O G<br />
Soli und Chor: »In the Convent of Drontheim«<br />
A L E X A N D R A C O K U Sopran (Gudrun, Sigrid, Thyri)<br />
L O T H A R O D I N I U S Tenor (Olaf)<br />
R E U B E N W I L L C O X Bass (A Skald, Ironbeard)<br />
G Ä C H I N G E R K A N T O R E I S T U T T G A R T<br />
S T U T T G A R T E R P H I L H A R M O N I K E R<br />
H A N S - C H R I S T O P H R A D E M A N N Leitung<br />
P R O G R A M M<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F ■ ■ ■ 3
Edward Elgar 1911<br />
I N H A L T<br />
I N T R O D U C T I O N ■ E I N L E I T U N G<br />
S O L I U N D C H O R : »There is a wondrous book«<br />
Eine Versammlung von Skalden [höfische Dichter im mittelalterlichen Skandinavien] kündigt<br />
eine Geschichte aus »Heimskringla«, dem norwegischen Königsbuch, an.<br />
1 . R E Z I T A T I V ( B A S S ) : »Summon now the God of Thunder«<br />
Einer aus der Runde schlägt vor, vom Donnergott Thor und seiner Kriegserklärung an die<br />
ganze Welt zu berichten.<br />
T H E C H A L L E N G E O F T H O R ■ D I E H E R A U S F O R D E R U N G<br />
D U R C H T H O R<br />
2 . C H O R : »I am the God Thor«<br />
Thor prahlt mit seiner Unbesiegbarkeit, die er der Zauberkraft von Hammer, Handschuh und<br />
Gürtel verdankt. Er genießt es, wie ein furchtbares Naturereignis als Schrecken der Völker zu<br />
gelten, vergleicht sich mit dem römischen Jupiter und verkündet die ewige Herrschaft von<br />
Krieg und Gewalt auf Erden. Den sanften christlichen Gott aus Galiläa verspottet er und fordert<br />
ihn zum Zweikampf heraus.<br />
K I N G O L A F ’ S R E T U R N ■ K Ö N I G O L A F S R Ü C K K E H R<br />
N R . 3 S O L O ( T E N O R ) : »And King Olaf heard the cry«<br />
Die Ungeheuerlichkeit dringt an das Ohr des christlichen Königssohns Olaf, der mit einem<br />
isländischen Drachenschiff auf dem Weg in sein Vaterland ist, dessen Thron er rechtmäßig<br />
beansprucht. Während der langen Nachtfahrt erinnert er sich an die Einzelheiten seines abenteuerlichen<br />
Schicksals, und bei der Landung in Norwegen nimmt er entschlossen die Herausforderung<br />
Thors an.<br />
■ ■ ■ 4 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
N R . 4 R E Z I T A T I V ( B A S S ) : »Tell how Olaf bore the cross«<br />
Ein Skalde ermuntert die Runde, Olafs Vorgehen bei der Christianisierung seines Landes zu<br />
beschreiben.<br />
T H E C O N V E R S I O N ■ D I E B E K E H R U N G<br />
N R . 5 S O L I ( T E N O R , B A S S ) U N D C H O R : »King Olaf’s prows at Nidaros«<br />
Der König besetzt mit seinen Kriegern und Schiffsleuten das Heiligtum des Thor. Im Morgengrauen<br />
rücken die bewaffneten Bauern von Trondheim an, geführt von dem hünenhaften Eisenbart.<br />
Olaf will wissen, ob die Untertanen seinem Gebot, den neuen Glauben anzunehmen,<br />
folgen wollen. Sie weigern sich, ihre üblichen Rituale aufzugeben. Olaf geht zum Schein darauf<br />
ein und bestimmt, dass zu Ehren der alten Götter besonders wertvolle Menschenopfer gebracht<br />
werden sollen: Eisenbart und seine schöne Tochter Gudrun. Vergeblich versucht Eisenbart,<br />
einen Krieger aus Olafs Mannschaft als besser geeignet vorzuschlagen. Der König beendet den<br />
Disput, indem er das Götzenbild selbst mit der Axt zertrümmert. Eisenbart will seinen Abgott<br />
verteidigen, wird von einem Bogenschützen Olafs niedergestreckt und beharrt sterbend auf<br />
seinem alten Glauben. Doch seine Anhänger bekehren sich, da Thors Rache ausbleibt, zum<br />
Christentum. Olaf verkündet den Anbruch einer Friedensherrschaft.<br />
P A U S E<br />
N R . 6 R E Z I T A T I V ( B A S S ) : »Now the child of Ironbeard dead«<br />
In Sühnebereitschaft für Eisenbarts Tod wirbt Olaf nun um dessen Tochter.<br />
G U D R U N<br />
N R . 7 S O L I ( S O P R A N , T E N O R ) U N D C H O R : »On King Olaf’s bridal night«<br />
Gudrun ist durch diese Versöhnungsgeste nicht zu besänftigen. In der Hochzeitsnacht versucht<br />
sie Olaf zu erdolchen. Der Anschlag gelingt nicht, aber der König weiß, dass sein Leben in<br />
Gudruns Nähe nicht sicher ist. Das Paar trennt sich für immer.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 5
N R . 8 R E Z I T A T I V ( B A S S ) : »How the Wraith of Odin old«<br />
Ein Skalde erinnert an die Legende, dass in Olafs Halle einst der Geist<br />
des besiegten Odin erschienen sei.<br />
T H E W R A I T H O F O D I N ■ D E R G E I S T O D I N S<br />
N R . 9 C H O R ( B A L L A D E ) : »The guests were loud«<br />
In einer wilden Winternacht wurde bei Olaf mit Bier und Liedern gewaltig gefeiert. Plötzlich<br />
flog die große Tür krachend auf, Frosthauch fuhr in die Halle, and draußen stand ein seltsamer<br />
Gast, der die Gesellschaft bis in die Nacht mit wundersamen Erzählungen unterhielt.<br />
Olaf konnte nicht genug davon hören, schlief aber schließlich ein. Am anderen Morgen war<br />
der Fremde spurlos verschwunden. Es blieb nur die Erklärung, es müsse sich um den Geist des<br />
überwundenen Odin gehandelt haben, der auf diese Weise dem Sieg des neuen Glaubens Tribut<br />
zollte.<br />
N R . 1 0 R E Z I T A T I V ( B A S S ) : »Sisters, sing ye now the Song«<br />
Ein Skalde bittet die Frauen, von Olafs unheilbringender Werbung um Sigrid die Stolze zu<br />
singen.<br />
S I G R I D<br />
N R . 1 1 S O L I ( S O P R A N , T E N O R ) U N D C H O R : »Sigrid sits in her high abode«<br />
Olaf hat der langjährigen Königin des Nachbarreiches Schweden einen goldenen Ring aus<br />
dem heidnischen Heiligtum der Stadt Lade geschickt – in Verbindung mit einem Heiratsantrag.<br />
Sigrid, berüchtigt für ihren Hochmut gegenüber Bewerbern, akzeptiert diesen schönen,<br />
berühmten, viel jüngeren Mann. Doch Olaf erwartet, dass Sigrid mit der Heirat Christin<br />
wird. Ohne seine Überzeugung antasten zu wollen, sieht sie für sich selbst allerdings keinen<br />
Grund zur Konversion. Der sanfte Christus scheint ihr nur ein Gott für Sklaven. Aufs Äußerste<br />
gereizt, beschimpft Olaf sie als alt und hässlich, wirft ihr seinen Handschuh ins Gesicht und<br />
verlässt sie im Zorn. Sigrid leistet in eiserner Beherrschung den furchtbaren Schwur, dereinst<br />
Olafs Tod ins Werk zu setzen.<br />
■ ■ ■ 6 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
N R . 1 2 R E Z I T A T I V ( B A S S ) : »Hark! she flies from Wendland forth«<br />
Mit der aus dem Wendenland geflohenen Thyri wird an eine weitere unglücksselige Olaf-<br />
Braut erinnert.<br />
T H Y R I<br />
N R . 1 3 C H O R ( B A L L A D E ) : »A little bird in the air«<br />
Alle Welt preist die Schönheit von Thyri, der Schwester des Dänenkönigs Svend. Sie sollte mit<br />
dem alten Burislav verheiratet werden, dem Herrscher der noch heidnischen Wenden. Die<br />
Christin Thyri hielt es ganze acht Tage bei ihm aus, dann floh sie übers Meer nach Schweden<br />
und weiter über Land. Als das Gerücht ihrer Ankunft Nidaros [Trondheim] erreicht, fürchten<br />
Olafs Untertanen, der König könne sich von Thyris Reizen bestricken lassen und sie bei sich<br />
behalten. Sie wissen, das heißt Krieg mit Svend und Burislav. Alle Hoffnungen, dass die Wege<br />
der beiden sich nicht kreuzen mögen, sind vergebens: Olaf nimmt Thyri zur Frau.<br />
N R . 1 4 D U E T T ( S O P R A N U N D T E N O R ) : »The gray land breaks to lively green«<br />
Thyri kann den norwegischen Frühling nicht genießen, da sie sich als Königin ohne Mitgift<br />
wertlos und verachtet vorkommt. Als Olaf ihr in zärtlicher Liebe die ersten Blumen bringt,<br />
weist sie das Geschenk zurück. Sie möchte, dass er den Landstrich jenseits des Meeres für sie<br />
erobert, den Burislav als Mitgift bekam. Olaf verspricht Thyri den Feldzug.<br />
N R . 1 5 C H O R - R E Z I T A T I V : »Aer Queen Gunhild’s death«<br />
Als Svend von Dänemark (Thyris Bruder) Witwer wird, kommt es zur dynastischen Verbindung<br />
mit der Schwedenkönigin. Sigrid sieht die Gelegenheit zur Rache und fordert, die ihr<br />
von Olaf zugefügte Schmach zu tilgen. Svend geht auf den Wunsch seiner Frau ein und rüstet<br />
zum Krieg.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 7
T H E D E A T H O F O L A F ■ D E R T O D O L A F S<br />
N R . 1 6 C H O R : »King Olaf’s dragons take the sea«<br />
Schon auf der Heimfahrt vom gelungenen Wendland-Zug sieht sich Olafs Flotte plötzlich der<br />
vereinten Seemacht von Dänemark und Schweden gegenüber. Trotz tapferster Gegenwehr erliegen<br />
die Norweger dem zahlenmäßig weit überlegenen Feind. Olafs Geschwader wird auseinandergetrieben,<br />
auf dem Königsschiff, dem bekannten »Langen Drachen«, kämpft Olaf als<br />
Letzter auf verlorenem Posten. Er findet den Tod in den Wogen des Meeres.<br />
E P I L O G U E ■ E P I L O G<br />
S O L I U N D C H O R : »In the Convent of Drontheim«<br />
Olafs Mutter Astrid, nunmehr Äbtissin im Konvent von Trondheim, betet um Mitternacht in<br />
ihrer Kirche und wird durch ein mystisches Erlebnis getröstet. Eine Stimme versichert ihr, dass<br />
Olaf die Herausforderung bestanden, den Glaubenskampf siegreich beendet hat. Der Einsatz<br />
seines Lebens war nicht vergeblich: Nicht wer mit Waffengewalt die Oberhand behält, wird<br />
auf Dauer bestehen, sondern wer die christlichen Werte Liebe und Demut verteidigt. Aus dem<br />
unbeirrbaren Streben Einzelner wird mit Gottvertrauen ein mächtiger Strom. Die Runde der<br />
Skalden beschließt die Schilderung mit einer rituellen Trauerformel.<br />
■ ■ ■ 8 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Heidemarie Förster-Stahl
B E S E T Z U N G<br />
Sopran, Tenor, Bass solo, gemischter Chor (auch Frauenchor)<br />
Violinen I/II, Bratschen, Violoncelli und Kontrabässe (alle Streicher sollen, schreibt Elgar im<br />
Vorwort zur Partitur, zahlreich vertreten sein).<br />
2 Flöten (zweite auch Piccolo), 2 Oboen (zweite auch Englischhorn), 2 Klarinetten, Bassklarinette,<br />
2 Fagotte.<br />
4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba.<br />
3 Pauken, Gran Cassa, Piatti, Triangel, Tamburo piccolo, Tam-tam und Glocke.<br />
Harfe, Orgel.<br />
C H A R A K T E R E<br />
Gudrun Sopran<br />
Sigrid Sopran<br />
Thyri Sopran<br />
Olaf Tenor<br />
Ein Skalde Bass<br />
Ironbeard Bass<br />
Elgar schreibt über das dramatische Konzept und die Rollenverteilung im Vorwort der Partitur:<br />
»In den folgenden Szenen möge man die Ausführenden als eine Versammlung von Skalden<br />
(Barden) betrachten; alle haben der Reihe nach an der Erzählung der Sage Anteil und personifizieren<br />
gelegentlich, an den dramatischeren Stellen, für den Augenblick einen wichtigen<br />
Charakter … Die Partien der Gudrun, Sigrid und Thyri können von derselben Sängerin<br />
gesungen werden, ebenso können jene des Skalden und des Eisenbart vom selben Sänger dargestellt<br />
werden … Die Namen der Personen und Orte sollen wie im Deutschen ausgesprochen<br />
werden.«<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
D A T E N & F A K T E N<br />
■ ■ ■ 9
L I B R E T T O<br />
Grundlage des Librettos ist das Gedicht »The Musician’s Tale: The Saga of King Olaf« aus<br />
der Sammlung »Tales of a Wayside Inn« des US-amerikanischen Schriftstellers, Lyrikers,<br />
Übersetzers und Dramatikers Henry Wadsworth Longfellow (1<strong>80</strong>7-1882), das wiederum auf<br />
die Lebensbeschreibung des historischen Königs Olaf Tryggvason ( um 968-1000) zurückgeht,<br />
welche sich in der »Heimskringla« des Snorri Sturluson (1179-1241) findet, dem bedeutendsten<br />
mittelalterlichen Geschichtswerk Skandinaviens. Elgar zog für die Erstellung des Librettos<br />
seinen Nachbarn Harry Arbuthnot Acworth hinzu, einen Kolonialbeamten, der sich mit<br />
der Reimübertragung indischer Balladen (»Ballads of the Marathas«, 1894) einen Namen gemacht<br />
hatte. Gemeinsam kürzten sie die Longfellowsche Vorlage erheblich; Acworth ergänzte<br />
bestimmte Abschnitte mit eigenen Versen (vergleiche das Libretto in diesem <strong>Programmheft</strong>).<br />
E N T S T E H U N G U N D U R A U F F Ü H R U N G , D E U T S C H E E R S T A U F F Ü H R U N G<br />
Eine erste Skizze zu King Olaf ist auf den 11. April 1894 datiert. Elgar beginnt mit der eigentlichen<br />
Kompositionsarbeit aber erst im Herbst 1895, nachdem er vom Leiter des North Staffordshire<br />
Music Festivals, Charles Swinnerton Heap, den Auftrag zu einem großen Oratorium<br />
erhalten hatte. Am 21. März 1896 beendet Elgar die Komposition, am 31. März 1896 sagt der<br />
Verlag Novello die Publikation des King Olaf zu. Allerdings kürzt Elgar das Werk im April<br />
1896 noch einmal auf Wunsch des Direktors von Novello, Berthold Tours. Die Uraufführung<br />
findet am 30. Oktober 1896 im Rahmen des North Staffordshire Music Festivals unter Leitung<br />
des Komponisten statt. Erst 105 Jahre später, am 13. und 14. Oktober 2001, kommt es zur (in<br />
deutscher Sprache gesungenen) deutschen Erstaufführung in Bad Kissingen und Rudolstadt<br />
unter Leitung von Stefan Kagl. Beim heutigen Konzert handelt es sich um die Stuttgarter Erstaufführung<br />
und womöglich die erste Aufführung in englischer Sprache auf deutschem Boden.<br />
■ ■ ■ 10 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
Edward Elgar 1902 in Düsseldorf<br />
V O N D E R A X T Z U M K R E U Z<br />
Edward Elgars »Scenes from the Saga of King Olaf«<br />
■ V O N M I C H A E L G A S S M A N N<br />
Dieses Libretto hat wahrhaftig eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt um das Jahr 968<br />
in der wirklichen Welt, als der spätere norwegische Missionarskönig O L A F I .<br />
T R Y G G V A S O N von seiner Mutter Astrid auf einer kleinen Insel zur Welt gebracht<br />
wird. Die Quellenlage über ihn ist dünn, aber da er als der erste christliche Herrscher Norwegens<br />
gilt, bleibt er im kollektiven Gedächtnis Skandinaviens lebendig, das nach und nach Legenden<br />
um sein Leben bildet. Viele Jahre lang, so sagt man, unternimmt er als Wikinger zahlreiche<br />
Raubzüge, unter anderem auf die britischen Inseln und nach Frankreich. Irgendwann<br />
wird er dann – möglicherweise in England – bekehrt und getauft. Bevor er 995 nach Norwegen<br />
zurückkehrt, christianisiert er offenbar die Orkney-Inseln. In Norwegen verschafft er<br />
seinem Thronanspruch Geltung, bringt nach und nach das ganze Land unter seine Herrschaft<br />
und christianisiert auch hier die Bevölkerung. Seine Methoden sind dabei durchaus rustikal:<br />
Taufe oder Tod. Er heiratet zunächst eine Gudrun, die ihn aber in der Hochzeitsnacht umzubringen<br />
versucht, weil Olaf zuvor ihren Vater getötet hat. Sigrid die Stolze – eine Person, die<br />
in mehreren nordischen Sagen und Chroniken auftaucht, von der man aber nicht weiß, ob ihre<br />
Vita aus den Viten mehrerer realer Personen zusammengesetzt ist – bekundet angeblich Interesse<br />
an Olaf, weigert sich aber, Christin zu werden. Später heiratet Olaf die Schwester des Dänenkönigs<br />
Svend, Tyra (oder Thyri). In der Seeschlacht bei Svolder gegen eine schwedisch-dänische<br />
Flotte kommt er im Jahr 1000 schließlich um.<br />
Etwa 230 Jahre später macht sich der isländische Dichter, Geschichtsschreiber und Staatsmann<br />
S N O R R I S T U R L U S O N (geboren 1178 oder 1179, ermordet am 22. September 1241)<br />
daran, die Geschichte der norwegischen Könige von den Anfängen bis ins Jahr 1177 aufzuschreiben.<br />
Die »Heimskringla« (zu deutsch »Weltkreis«) gilt als das bedeutendste Geschichts-<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
E I N F Ü H R U N G<br />
■ ■ ■ 11
werk der altisländischen Literatur und ist zugleich eine der wichtigsten Quellen zum Leben des<br />
Olaf I. Tryggvason.<br />
Wiederum 150 Jahre später schreibt der mittelenglische Dichter G E O F F R E Y C H A U C E R<br />
(um 1340 bis 1400) Literaturgeschichte. Er beginnt im Jahr 1387 mit der Abfassung der berühmten<br />
»Canterbury Tales«. In dieser Erzählung verabredet eine aus dreißig Vertretern unterschiedlichster<br />
Stände zusammengesetzte Pilgerschar, die von London aus eine Wallfahrt zum<br />
Grab des heiligen Thomas Beckett in Canterbury unternimmt, dass jeder reihum auf der Hinund<br />
Rückreise je zwei Geschichten zum Zeitvertreib erzählen möge. Das Meisterwerk bleibt<br />
unvollendet – dreiundzwanzig dieser Geschichten stellt Chaucer fertig –, ist aber mit seinen<br />
Ritterromanzen, Schwankerzählungen und Heiligenlegenden eine der brillantesten Sammlungen<br />
literarischer Erzählformen des Spätmittelalters.<br />
Noch einmal 470 Jahre später: Der amerikanische Schriftsteller, Lyriker,<br />
Übersetzer und Dramatiker H E N R Y W A D S W O R T H L O N G -<br />
F E L L O W (geboren 1<strong>80</strong>7 in Portland, Massachusetts, gestorben<br />
1882 in Cambridge, Massachusetts) kennt die Sage von König Olaf,<br />
so wie sie Snorri Sturluson in der »Heimskringla« überliefert hat,<br />
und natürlich kennt er Chaucers »Canterbury Tales«. Außerdem<br />
macht er die Bekanntschaft des norwegischen »Teufelsgeigers« Ole<br />
Bull (1810 bis 18<strong>80</strong>), der ihn im Dezember 1855 zweimal zum Abendessen<br />
besucht. Bull ist hochgewachsen, er ist ein ungewöhnlicher,<br />
charismatischer Künstlertyp, und er betört alle Welt mit norwegischen<br />
Weisen auf seiner Violine, die er sich so umgebaut hat, dass er<br />
auf ihr vierstimmig spielen kann. Berlioz, Schumann und Liszt bewundern ihn.<br />
Seit etwa 1850 trägt sich Longfellow mit dem Gedanken, die Sage von König Olaf literarisch zu<br />
verarbeiten. Am Ende findet sie Eingang in eine seiner umfangreichsten Versdichtungen, die<br />
»Tales of a Wayside Inn« (übersetzt: »Geschichten aus einer Herberge am Wegesrand«), die<br />
1863 im Druck erscheint. Und nicht nur König Olaf findet Eingang dieses Werk, sondern auch<br />
Geoffrey Chaucer und Ole Bull, jeder auf seine Art. Longfellows »Tales« folgen Chaucers<br />
»Tales« formal: In jener Herberge am Wegesrand sitzen der Herbergsbesitzer, ein Student, ein<br />
junger Sizilianer, ein spanischer Jude, ein Theologe, ein Dichter und ein Musiker an einem<br />
■ ■ ■ 12 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Henry Wadsworth<br />
Longfellow 1868
Longfellow's Wayside Inn,<br />
Sudbury<br />
Ole Bull<br />
Herbstabend am Feuer beieinander und erzählen sich Geschichten<br />
zum Zeitvertreib, so wie sich schon die Pilger bei Chaucer mit Geschichten<br />
unterhielten. Die sieben Geschichten werden von einem<br />
»Prelude« eröffnet, von »Interludes« unterbrochen und mit einem<br />
»Finale« beschlossen. Die Herberge gibt es übrigens wirklich – bis<br />
heute. Sie ist, so heißt es, die älteste Amerikas, liegt in Sudbury,<br />
Massachusetts, hieß früher »Howe Tavern« und beherbergte im<br />
Oktober 1862 Henry Longfellow. Heute firmiert sie unter dem Namen<br />
»Longfellow’s Wayside Inn« und kann für Hochzeiten gemietet<br />
werden. Ursprünglich wollte Longfellow seine Vers-Erzählung<br />
»Sudbury Tales« nennen, aber ein solcher Titel schien ihm wohl<br />
allzu deutlich auf sein literarisches Vorbild Chaucer zu verweisen.<br />
Aber immerhin: die Ortsbezeichnung Sudbury erwähnt Longfellow gleich im ersten Vers.<br />
Fast ebenso klar tritt hervor, dass Ole Bull das Vorbild des Musikers aus »Tales of a Wayside<br />
Inn« ist, in denen er folgendermaßen beschrieben wird: »Fair-haired, blue-eyed, his aspect<br />
blithe, / His figure straight and tall and lithe, / and every feature of his face / Revealing his<br />
Norwegian race.« Die Geschichte, die er seinen Freunden am Feuer zu erzählen hat (»The<br />
Musician’s Tale«), ist keine geringere als die Sage von König Olaf. Und um seine Zuhörer in<br />
die richtige Stimmung zu versetzen, spielt er zwischen den einzelnen Abschnitten seiner Erzählung<br />
alte norwegische Weisen auf seiner Geige – eben jene Weisen, mit denen der echte Ole<br />
Bull so populär geworden war: »And in each pause the story made / Upon his violin he<br />
played, / As an appropiate interlude, / fragments of old Norwegian tunes.« Seine Story ist die<br />
umfangreichste in Longfellows »Tales«: Das Leben des Königs Olaf I. Tryggvason wird hier in<br />
nicht weniger als zweiundzwanzig Szenen ausgebreitet.<br />
Henry Wadsworth Longfellow gehört zu den Lieblingsdichtern des englischen Komponisten<br />
E D W A R D E L G A R (1857 bis 1934), schon Elgars Mutter verehrte diesen Schriftsteller und<br />
machte ihren Sohn mit dessen Werken bekannt. Anfang der neunziger Jahre des neunzehnten<br />
Jahrhunderts beginnt der seit 1889 mit Alice Roberts verheiratete Elgar, sich einen Namen als<br />
Komponist auf den Festivals der englischen Provinz zu machen. Ein Stück Salonmusik aus seiner<br />
Feder, »Salut d’amour« für Violine und Klavier (1889), wird zu einem Überraschungserfolg.<br />
Die Konzertouvertüre »Froissart« (1890) weist ihn als Komponisten mit eigenständiger<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 13
Handschrift und großem Instrumentationsgeschick aus. Mit »The Black Knight«, einem 1893<br />
auf dem Three Choirs Festival in Worcester uraufgeführten Werk, wagt Elgar ein formales Experiment:<br />
Er konzipiert eine viersätzige Symphonie von etwa fünfunddreißig Minuten Länge<br />
auf der Grundlage von Ludwig Uhlands Ballade »Der schwarze Ritter«, die durchgängig für<br />
Orchester und Chor geschrieben ist. Die Premiere wird zum Erfolg, Elgars kraftvolle und<br />
phantasievolle Tonsprache ragt aus dem Durchschnitt der englischen Festivalproduktion jener<br />
Zeit turmhoch hinaus, auch wenn das noch Unfertige des »Black Knight« ins Auge sticht.<br />
Trotz dieser Erfolge kann Elgar aber noch lange nicht vom Komponieren leben, sondern gibt<br />
Violin-Unterricht.<br />
Durch den »Schwarzen Ritter« (der übrigens von Longfellow ins Englische übertragen worden<br />
war), wird der Chordirigent Charles Swinnerton Heap (1847 bis 1900) auf Elgar aufmerksam.<br />
Er leitet das North Staffordshire Music Festival und ist auf der Suche nach einem abendfüllenden<br />
Werk für Soli, Chor und Orchester. Am 30. November 1894 besucht er Elgar und ermuntert<br />
ihn, ein ebensolches für eine Aufführung im Herbst 1896 zu komponieren. Nie zuvor hat<br />
Elgar ein Werk von solchem Umfang und Anspruch in Angriff genommen. Aber er sagt zu.<br />
Den Stoff für das Oratorium hat er bereits gefunden: Die »Saga of King Olaf« aus Longfellows<br />
»Tales of a Wayside Inn«. Schon vom 11. April 1894 datiert eine erste Skizze zu einer Vertonung<br />
des »Olaf«; Elgar steht zu dieser Zeit unter dem starken Eindruck der Wagnerschen<br />
Opern, hat im Sommer 1893 in München den »Ring«, »Tristan«, die »Meistersinger«, »Die<br />
Feen« und »Tannhäuser« gesehen, im Sommer 1894 wiederum in München die »Götterdämmerung«<br />
und die »Meistersinger«. So liegt ein Sagenstoff als Sujet für ein eigenes Werk gewissermaßen<br />
in der Luft; aber es wird nichts aus diesem Plan, bis Charles Swinnerton Heap sein<br />
Angebot unterbreitet. Ein weiteres Jahr vergeht, das mit der Arbeit an dem Chorlieder-Zyklus<br />
»From the Bavarian Highlands« und der maßstabsetzenden Orgelsonate G-Dur angefüllt ist.<br />
Im Herbst 1895 nimmt Elgar dann »King Olaf« endgültig in Angriff und vollendet die Komposition<br />
am 21. März 1896, wie Alice Elgars Tagebuch vermerkt. Der Chef des Verlagshauses<br />
Novello, bei dem das Werk publiziert werden soll, rät zu Kürzungen, die Elgar im April vornimmt.<br />
So gewinnt das neue Werk seine endgültige Form. Die Orchestrierung beendet Elgar<br />
am 5. September.<br />
Bemerkenswert ist, welche Verwandlung der König-Olaf-Stoff bei der Umwandlung durch<br />
Elgar in ein chorsymphonisches Werk erlebt. Elgar – offenbar unsicher, wie mit der umfang -<br />
■ ■ ■ 14 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
Edward Elgar, King Olaf.<br />
Geplante Einleitung zu Nr. 3,<br />
später verworfen<br />
reichen Vorlage Longfellows zu verfahren sei – zieht einen Nachbarn zu Rate: Harry Arbuthnot<br />
Acworth (1848 bis 1943) ist ein ehemaliger Kolonialbeamter, der zuletzt Leiter der Stadtverwaltung<br />
von Bombay gewesen war und sich mit der Reimübertragung indischer Balladen (»Ballads<br />
of the Marathas«, 1894) einen Namen gemacht hatte (sie sind übrigens heute noch im Buchhandel<br />
erhältlich). Gemeinsam kürzen sie Longfellows Vorlage erheblich: Von den zweiundzwanzig<br />
Szenen der Vorlage bleiben acht nebst Introduktion und Epilog übrig. Acworth schreibt einige<br />
Abschnitte um und ergänzt eigene Verse. Die Rahmenhandlung des erzählenden Musikers – die<br />
Elgar, selbst Geiger, womöglich zur Vertonung des Stoffes inspiriert hat – entfällt, stattdessen<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 15
Edward Elgar 1911<br />
raunen sich nun Skalden (altnordische Barden) die Erzählung zu. Im Zentrum stehen bei Elgar<br />
und Acworth die drei Frauen Gudrun, Sigrid und Thyri, die hier je eine Grundhaltung gegen -<br />
über den Christianisierungsbemühungen Olafs repräsentieren: Gudrun ist unverbesserlich heidnisch,<br />
Sigrid hat nichts gegen Olafs Christentum einzuwenden, will aber Heidin bleiben; Thyri<br />
schließlich ist Christin, die dementsprechend Olafs Herz gewinnt. Auf dem Weg von Longfellow<br />
zu Elgar macht Thyris Charakter eine bezeichnende Wandlung durch: Bei Longfellow hat<br />
man es mit einer hochmütigen und undankbaren Frau zu tun, die Olaf bezichtigt, zur Rückeroberung<br />
der ihr einstmals gehörenden Ländereien nicht genug Mumm zu besitzen; Olaf lässt<br />
sich das nicht zweimal sagen und holt das Land zurück – mit einem flotten Spruch über die<br />
Macht der Frauen auf den Lippen. Bei Elgar/Acworth liest sich das anders: Aus Liebe zu Thyri<br />
begibt sich Olaf in eine aussichtslose Schlacht, in der er den Tod findet und zu einer Art Märtyrer<br />
wird.<br />
■ ■ ■ 16 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
BACH, gezeichnet vom neunjährigen<br />
Elgar am 24. März 1866<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Damit ist bereits angedeutet, dass sich der Charakter Olafs grund -<br />
legend ändert. Longfellow hatte den König mit viel Lust an allen<br />
Klischees geschildert, die man gemeinhin über die Wikinger pflegt: Der<br />
König liebt die Frauen, ist von äußerst derben Sitten, trinkfest, allzeit<br />
kriegsbereit und scheut sich nicht, das Christentum mit der Axt zu<br />
verbreiten. Sprüche wie »Be baptized, or thou shalt die!« gehören zu<br />
seiner Grundausstattung. Elgar und Acworth betonen hingegen den<br />
Missionar im König, den Kämpfer für die gute Sache; Olaf ist nun der<br />
Anwalt des wehrlosen, friedfertigen Christengottes, der den größtmöglichen<br />
Gegensatz zum gewalttätigen Gott Thor bildet. All dies ist bei<br />
Longfellow durchaus angelegt, aber weit weniger prominent als in Elgars<br />
Werk. Umgekehrt verschwinden die grobschlächtigen Züge Olafs<br />
bei Elgar/Acworth nicht völlig, werden aber geglättet. Aus der gewalttätigen<br />
Sage wird so beinahe ein geistliches Oratorium.<br />
Elgar nennt sein Werk jedoch nicht Oratorium, sondern »dramatische<br />
Kantate«; damit trägt er vor allem dem Umstand Rechnung, dass das<br />
Werk formal einige experimentelle Züge besitzt, die auch im vollständigen<br />
Werktitel zum Ausdruck kommen: »Scenes from the Saga of<br />
King Olaf«. Der Titel erinnert natürlich an Robert Schumanns »Szenen aus Goethes Faust«,<br />
und in der Tat ähneln sich beide Werke insofern, als die behandelte Geschichte nicht linear und<br />
vollständig erzählt wird, sondern in frei gewählten Ausschnitten – Szenen – präsentiert wird.<br />
Schumanns Hauptwerk war rund dreißig Jahre zuvor, im Januar 1862, postum uraufgeführt<br />
worden. Obwohl Elgar ein großer Bewunderer Schumanns war (er nannte ihn einmal »my<br />
ideal!«), dürfte er die Faust-Szenen nicht gekannt haben, deren Rezeption bekanntlich schleppend<br />
verlief. Eher mag die Parallelität der Formgebung einer Geistesverwandtschaft – oder dem<br />
Zufall – zu verdanken sein.<br />
Die musikalische Form des »King Olaf« vereint traditionelle und avancierte Elemente. Noch ist<br />
Elgar von der wagnerisch durchkomponierten Großform des »Dream of Gerontius« (1900) ein<br />
Stück entfernt. Andererseits gelingt es ihm, mit prägnanten Leitmotiven den Nummern des<br />
Werks ein übergeordnetes Ordnungsprinzip zu geben. Als Beispiel sei nur das magisch raunen-<br />
■ ■ ■ 17
Edward Elgar mit seinem Fahrrad<br />
»Mr. Phoebus« um 1900<br />
■ ■ ■ 18 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
de, in Schritten absteigende Eröffnungsthema<br />
in g-Moll genannt, das den Sagencharakter<br />
der Erzählung beschreibt:<br />
ein musikalisches »Es war einmal in alter<br />
Zeit…«.<br />
Ein eher konservatives Element stellen<br />
die Rezitative dar, mit denen Elgar und<br />
Acworth die einzelnen Szenen verbinden.<br />
In den Szenen selbst erreicht Elgar<br />
eine Ausdruckskraft, die die seiner vorangegangenen<br />
Werke weit übersteigt.<br />
Die thematische Charakterisierungskunst<br />
und ungeheuer einfallsreiche Instrumentierung<br />
(man achte nur einmal<br />
auf den sparsamen, aber effektvollen<br />
Einsatz der Orgel) ließen schon die Zuhörer<br />
der Uraufführung aufhorchen:<br />
Die Gewalttätigkeit des Thor, die zwiespältigen<br />
Erinnerungen des Königs bei seiner Rückkehr, die geisterhafte Stimmung während Sigrids<br />
nächtlichem Mordversuch, die zarten Empfindungen bei der Begegnung mit Thyri und<br />
schließlich die durch einen eindrücklichen a-cappella-Satz ausgesprochene Glaubensgewissheit<br />
– dies alles hat Elgar markant in ausgedehnte musikalische Strukturen, darunter zwei Chorballaden<br />
(Nr. 9 und Nr. 13), gefasst.<br />
Nach der Uraufführung wird Elgar vom Publikum gefeiert und von der Presse mit Lob überschüttet.<br />
Die örtliche Zeitung, der »Staffordshire Sentinel«, geht so weit zu sagen, das Elgar<br />
sich als das »größte englische Genie seit Henry Purcell« erwiesen habe. Der Musikkritiker Joseph<br />
Bennett schreibt im »Daily Telegraph«, hinter Elgars Werk stehe »die Kraft einer lebendigen<br />
Begabung, der Charme künstlerischer Individualität und das Pathos eines Mannes, der, in<br />
aller Einfachheit, das sagt, was er sagen muss, und dann die Sache dem Schicksal überlässt«.<br />
(Bennett spielt damit wohl auch auf einige allzu ostentative Passagen der Partitur an). Harry<br />
Acworth kommentiert den Erfolg einfühlsam in einem Brief an Elgar: »In einer Hinsicht tun Sie
mir leid. Sie haben nun die Verpflichtung, Ihrer großen Reputation gerecht zu werden – einer<br />
Reputation, die sie, wenn ich die Kritiken richtig lese, an die Spitze der lebenden Komponisten<br />
setzt.«<br />
Schon wenige Jahre später wird Elgar mit den »Enigma-Variationen« (1899) und dem »Dream<br />
of Gerontius« (1900) zwei seiner wichtigsten und bis heute bekanntesten Werke verfassen. Die<br />
bemerkenswerten »Scenes from the Saga of King Olaf« stehen seither, etwas zu Unrecht, in<br />
deren Schatten.<br />
B E N U T Z T E L I T E R A T U R :<br />
Robert Anderson, Elgar in Manuscript. The British Library 1990<br />
Ders., Elgar and Chivalry. Rickmansworth 2002<br />
Ders., Vorwort zu Band 4 der Elgar Complete Edition (Scenes from the Saga of King Olaf), Rickmansworth 2007<br />
Jerrold Northrop Moore, Edward Elgar. A Creative Life. Oxford 1984<br />
The Poetical Works of Longfellow. Oxford 1925<br />
Snorri Sturluson, »Heimskringla«. Sagen der nordischen Könige. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von<br />
Hans-Jürgen Hube. Wiesbaden 2006<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 19
G E S A N G S T E X T E<br />
I N T R O D U C T I O N<br />
S O L I U N D C H O R<br />
There is a wondrous book<br />
Of Legends in the old Norse tongue,<br />
Of the dead kings of Norroway,<br />
Legends that once were told or sung<br />
In many a smoky fireside nook<br />
Of Iceland, in the ancient day,<br />
By wandering Saga-man or Skald;<br />
Heimskringla is the volume called;<br />
And he who looks may find therein<br />
The story that we now begin.<br />
(Longfellow)<br />
1 . R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
A S K A L D<br />
Summon now the God of Thunder,<br />
Him who rives the heavens asunder,<br />
Sing the words of mighty Thor<br />
Challenging the world to war!<br />
(Acworth)<br />
T H E C H A L L E N G E O F T H O R<br />
2 . C H O R U S<br />
I am the God Thor,<br />
I am the War God,<br />
■ ■ ■ 20 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
E I N L E I T U N G<br />
S O L I U N D C H O R<br />
Dies hochberühmte Buch<br />
In altnordischer Sprache Klang<br />
Raunt von Norwegens Königtum.<br />
Einstens bewahrt in Wort und Lied,<br />
Verbreitet an Herd und Lagerstatt<br />
In Island in der alten Zeit<br />
Von weisem Wandersmann und Skald:<br />
Heimskringla heißt das ganze Werk;<br />
Und wer hineinschaut, findet drin<br />
Beschrieben, was man nun besingt.<br />
N R . 1 R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
E I N S K A L D E<br />
Lasst uns nun den Gott beschwören,<br />
Ihn, dem Land und Himmel gehören,<br />
Singt das Lied vom starken Thor;<br />
Kampf steht alter Welt bevor!<br />
D I E H E R A U S F O R D E R U N G D U R C H T H O R<br />
N R . 2 C H O R<br />
Ich bin der Gott Thor,<br />
Ich bin der Kriegsgott,
I am the Thunderer!<br />
Here in my Northland,<br />
My fastness and fortress,<br />
Reign I for ever!<br />
Here amid icebergs<br />
Rule I the nations;<br />
This is my hammer,<br />
Mjölnir the mighty:<br />
Giants and sorcerers<br />
Cannot withstand it!<br />
These are my gauntlets<br />
Wherewith I wield it,<br />
And hurl it afar off.<br />
This is my girdle;<br />
Whenever I brace it,<br />
Strength is redoubled!<br />
The light thou beholdest<br />
Stream through the heavens<br />
In flashes of crimson,<br />
Is but my red beard<br />
Blown by the night-wind,<br />
Affrighting the nations!<br />
Jove is my brother;<br />
Mine eyes are the lightning;<br />
The wheels of my chariot<br />
Roll in the thunder.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Ich bin der Donnergott!<br />
Mein ist das Nordland,<br />
Unnahbar, unschlagbar<br />
Herrsch’ ich auf ewig!<br />
Hier im Eis thronend<br />
Lenk’ ich die Völker!<br />
Dies ist mein Hammer,<br />
Mjölnir geheißen;<br />
Riesen und Zauberer<br />
Wirft er zu Boden!<br />
Dies ist mein Handschuh,<br />
Mit ihm erheb ich den Hammer<br />
Und werf’ ihn ins Weite!<br />
Dies ist mein Gürtel,<br />
Für mich vermag er<br />
Kraft zu verdoppeln,<br />
wenn ich ihn mir umleg’!<br />
Und sieht man ein Nordlicht<br />
Drohend am Himmel<br />
In purpurnen Fluten -<br />
Mein wilder Bart weht<br />
Blutrot im Nachtwind<br />
Als Schrecken der Völker!<br />
Jupiter gleicht mir;<br />
Mein Blick schickt den Blitzstrahl;<br />
Man hört meinen Wagen<br />
Rollen im Donner.<br />
■ ■ ■ 21
The blows of my hammer<br />
Ring in the earthquake!<br />
Force rules the world still,<br />
Has ruled it, shall rule it;<br />
Meekness is weakness,<br />
Strength is triumphant,<br />
Over the whole earth<br />
Still is it Thor’s Day!<br />
Thou art a God, too,<br />
O Galilean!<br />
And thus single-handed<br />
Unto the combat,<br />
Gauntlet or Gospel,<br />
Here I defy thee!<br />
(Longfellow)<br />
K I N G O L A F ’ S R E T U R N<br />
3 . S O L O ( T E N O R )<br />
And King Olaf heard the cry,<br />
Saw the red light in the sky,<br />
Laid his hand upon his sword,<br />
As he leaned upon the railing,<br />
And his ship went sailing, sailing<br />
Northward into Drontheim fiord.<br />
There he stood as one who dreamed;<br />
And the red light glanced and gleamed<br />
On the armour that he wore;<br />
And he shouted, as the rifted<br />
■ ■ ■ 22 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Der Schlag meines Hammers<br />
Macht, dass die Erde bebt!<br />
Kraft lenkt das Weltall,<br />
So war es, so bleibt es.<br />
Sanftmut ist Schwachheit,<br />
Kampfgeist ist siegreich,<br />
Überall auf Erden<br />
Gilt nur, was Thor sagt!<br />
Du willst ein Gott sein,<br />
oh Galiläer!<br />
Allein zwischen beidem<br />
Fallt die Entscheidung:<br />
Krieg oder Predigt.<br />
Stell dich zum Zweikampf!<br />
K Ö N I G O L A F S R Ü C K K E H R<br />
N R . 3 S O L O ( T E N O R )<br />
König Olaf hört den Hohn,<br />
Rotes Nordlicht sieht er droh’n,<br />
Hin zum Schwert fährt die Hand.<br />
Aufrecht steht er an der Reling<br />
Auf dem Schiff, das segelt, segelt<br />
Nordwärts hin zu Trondheims Strand.<br />
Steht wie einer, der nur träumt;<br />
Von dem roten Glanz umschäumt<br />
Sticht die Waffenpracht hervor;<br />
Seine laute Antwort in die Weiten
Streamers o’er him shook and shifted,<br />
»I accept thy challenge, Thor!«<br />
To avenge his father slain,<br />
And reconquer realm and reign,<br />
Came the youthful Olaf home,<br />
Through the midnight sailing, sailing,<br />
Listening to the wild wind’s wailing,<br />
And the dashing of the foam.<br />
To his thoughts the sacred name<br />
Of his mother Astrid came,<br />
And the tale she oft had told<br />
Of her flight by secret passes<br />
Through the mountains and morasses,<br />
To the home of Hakon old.<br />
Then strange memories crowded back<br />
Of Queen Gunhild’s wrath and wrack<br />
And a hurried flight by sea;<br />
Of grim Vikings, and their rapture<br />
In the sea-fight, and the capture,<br />
And the life of slavery.<br />
Then his cruisings o’er the seas,<br />
Westward to the Hebrides,<br />
And to Scilly’s rocky shore;<br />
And the hermit’s cavern dismal,<br />
Christ’s great Name and rites baptismal,<br />
In the ocean’s rush and roar.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Lässt er auf den Winden reiten:<br />
»Ich bin hier zum Zweikampf, Thor!«<br />
Als der rechte Königssohn<br />
Rückerobern Land und Thron,<br />
Heißt des jungen Olaf Ziel;<br />
Durch das Nachtmeer rauschend,<br />
Wachsam allen Stürmen lauschend,<br />
Und den Wogen unterm Kiel.<br />
Nicht des Vaters Los allein,<br />
Auch die Mutter fällt ihm ein;<br />
Hat sie ihm doch oft erzählt,<br />
Wie sie heimlich Pläne fasste,<br />
Über Berge, durch Moraste<br />
Floh in Hakons sichre Welt.<br />
Weiter denkt er nun zurück:<br />
Feindin Gunhilds böser Blick<br />
Wies ihm, was sein Schicksal sei:<br />
Keiner Grausamkeit entgangen<br />
Jener Seeschlacht, dann gefangen<br />
Für die Qual der Sklaverei.<br />
Denkt der Kreuzfahrt übers Meer,<br />
Tollkühn zog man von Hebriden her<br />
Hin zu Scillys Felsengrab;<br />
In des Eremiten Höhle<br />
Weihte Christus er die Seele<br />
Im Orkan, der ihn umgab.<br />
■ ■ ■ 23
Norway never yet had seen<br />
One so beautiful of mien,<br />
One so royal in attire,<br />
When in arms completely furnished,<br />
Harness gold-inlaid and burnished,<br />
Mantle like a flame of fire.<br />
Thus came Olaf to his own,<br />
When upon the night-wind blown<br />
Passed that cry along the shore;<br />
And he answered, while the rifted<br />
Streamers o’er him shook and shifted,<br />
»I accept thy challenge, Thor!«<br />
(Longfellow)<br />
4 . R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
A S K A L D<br />
Tell how Olaf bore the Cross<br />
To the folk at Nidaros,<br />
Norland, Iceland, lands and seas<br />
Winning to the God of Peace.<br />
(Acworth)<br />
■ ■ ■ 24 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Solchen Heiden, stark und schön,<br />
Hat Norwegen nie gesehn,<br />
So in hoheitsvollem Glanz.<br />
Waffenstarrend sprühen Funken<br />
Aus der Rüstung goldnem Prunken,<br />
Weh’n um ihn als Flammentanz.<br />
So kam Olaf in sein Land,<br />
Wohin auch der Nachtwind fand,<br />
Und der Schrei drang ihm ans Ohr.<br />
Seine Antwort ließ nicht warten<br />
Unter flatternden Standarten, seinen Standarten:<br />
»Ich bin hier zum Zweikampf, Thor!«<br />
N R . 4 R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
E I N S K A L D E<br />
Sagt, wie Olaf dies gelang,<br />
Dass das Kreuz nach Norden drang,<br />
Alles Land, das ihm gehört,<br />
Sich zum Friedensgott bekehrt!
T H E C O N V E R S I O N<br />
5 . S C E N E<br />
( T E N O R A N D B A S S S O L I A N D C H O R U S )<br />
C H O R U S<br />
King Olaf’s prows at Nidaros<br />
Furrowed the golden shore,<br />
His axemen and his bowmen<br />
Lay around the shrine of Thor.<br />
Round the stately fane at Merin<br />
King Olaf’s housecarles lay,<br />
And watched the men of Drontheim<br />
Gather at break of day.<br />
Clad in mail they came, and sworded,<br />
Corslet and buckler ring<br />
As they throng behind the Ironbeard<br />
Who leads them to the King.<br />
The shipmen grave of Iceland<br />
Retired to give them room,<br />
Their ringed mail was rusted<br />
And gray with salt sea-spume.<br />
All halted, all were silent,<br />
When, shiv’ring through the blue,<br />
Smiting the walls of Asgard,<br />
King Olaf’s bugle blew.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
D I E B E K E H R U N G<br />
N R . 5 S Z E N E<br />
( T E N O R , B A S S U N D C H O R )<br />
C H O R<br />
Der König streift um Nidaros,<br />
Das ihn gelandet weiß.<br />
Die Krieger lässt er lagern<br />
Rings um Thors Altar im Kreis.<br />
Weit vom höchsten Hort der Heiden<br />
Die Leute Olafs schaun,<br />
Sie seh’n die Männer Trondheims<br />
Nahen im Morgengrau’n.<br />
Kamen alle eisenklirrend,<br />
Schwerter- und Schilderklang<br />
War der Stolz der Schar um Eisenbart,<br />
Der drohend mit ihr zum König drang.<br />
Das Schiffervolk von Island<br />
Gab diesem Hünen Raum,<br />
Sein Harnisch war verrostet<br />
Und grau von Salzseeschaum.<br />
Da plötzlich - eine Stille -<br />
Aufschreckend als Fanal<br />
Tönt bis zu Höhen Asgards<br />
Des Königs Hornsignal.<br />
■ ■ ■ 25
O L A F ( T E N O R )<br />
Behold me, my people, answer and say<br />
If the gods of your fathers ye worship today,<br />
Or bend ye your wills to the word of your King,<br />
To the waters of Christ and the cross that I bring?<br />
Answer and say.<br />
I R O N B E A R D ( B A S S )<br />
By my beard called of Iron,<br />
O King shalt thou know,<br />
In the name of thy people,<br />
I answer thee, No!<br />
C H O R U S<br />
No! No! No!<br />
I R O N B E A R D A N D C H O R U S<br />
Shall thy cross and thy waters purge out the gods’ ban,<br />
Who feed on the flesh and the life-blood of man?<br />
No! No! No!<br />
O L A F<br />
Shall Thor and shall Odin be high gods agen?<br />
C H O R U S<br />
Yea, yea, Thor and Odin!<br />
O L A F<br />
Then give to their altars their guerdon of men!<br />
C H O R U S<br />
Then give to their altars their guerdon of men!<br />
■ ■ ■ 26 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
Gib Achtung, mein Landvolk, antwortet mir,<br />
Ob den Göttern eurer Väter noch Ehre gebührt,<br />
Oder jetzt euer König den Gehorsam erzwingt,<br />
Der die Taufe der Christen und das Kreuz zu euch bringt?<br />
Antwortet mir!<br />
E I S E N B A R T ( B A S S )<br />
Bei dem Bart, der von Eisen,<br />
Oh König, soll sein,<br />
Hör die Meinung deines Volkes,<br />
Die Antwort heißt »Nein«.<br />
C H O R<br />
Nein! Nein! Nein!<br />
E I S E N B A R T U N D C H O R<br />
Ob dein Kreuz und dein Wasser wohl Göttern wehtut,<br />
Die Menschen verschlingen und waten in Blut?<br />
Nein! Nein! Nein!<br />
O L A F<br />
Soll Thor und soll Odin behalten die Macht?<br />
C H O R<br />
Ja, ja, Thor und Odin!<br />
O L A F<br />
So sei den Altaren ihr Opfer gebracht!<br />
C H O R<br />
Ja, sei den Altaren ihr Opfer gebracht!
O L A F<br />
But shall blood of base losels and felons restore<br />
The glow to the altars of Odin and Thor?<br />
Nay, a sacrifice rich to their shrine will I yield,<br />
My fairest in bower and best under shield,<br />
My mightiest dies there by sun and by moon,<br />
Ironbeard and my fairest, his daughter, Gudrun!<br />
C H O R U S<br />
A sacrifice rich,<br />
The best undershield,<br />
His mightiest dies there! Ironbeard!<br />
Ironbeard, and the fairest,<br />
his daughter Gudrun!<br />
I R O N B E A R D<br />
Not the fair or the mighty, Gudrun or her sire,<br />
Shall pass by thy mandate, O King, through the fire.<br />
See above in the sun gleams the image of gold,<br />
Of Thor with the battle-maul gripp’d in his hold.<br />
C H O R U S<br />
Of Thor with the battle-maul gripp’d in his hold.<br />
I R O N B E A R D<br />
If he seeks for a hero, his hest thou shalt do,<br />
Call the best of thine axemen and offer thereto.<br />
O L A F<br />
O hearken, my people, behold me once more,<br />
And may Christ lift my axe ‘gainst the hammer of Thor.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
O L A F<br />
Doch ehrt Blut, das ein Niedriggeborner verlor<br />
Die Glut der Altäre von Odin und Thor?<br />
Nur ein Opfer von Wert vor den Gottheiten gilt:<br />
Mein herrlichster Bogen, mein haltbarster Schild,<br />
Mein Mächtigster stirbt hier als Trumpf für mein Tun,<br />
Eisenbart – und mein Schönstes, seine Tochter Gudrun!<br />
C H O R<br />
Ein reiches Opfer,<br />
Nur der beste Schild,<br />
Sein Mächtigster stirbt hier: Eisenbart,<br />
Eisenbart, und die Schönste, die Schönste,<br />
die Tochter Gudrun!<br />
E I S E N B A R T<br />
Gar so schön und so mächtig sind beide wir nicht,<br />
Wie dies deinem Vorsatz, oh König, entspricht.<br />
Sieh das goldene Standbild in schimmernder Pracht,<br />
Wie Thor mit der Kriegeraxt wahrt seine Macht.<br />
C H O R<br />
Thor mit der Kriegeraxt wahrt seine Macht!<br />
E I S E N B A R T<br />
Nur mit Heldenblut wär’ ihm Genüge getan,<br />
Nimm den Besten deines Heeres, und den biet’ ihm an.<br />
O L A F<br />
So schaut, was zum Werkzeug die Macht sich auserkor:<br />
Ob mein christliches Beil, ob den Hammer von Thor!<br />
■ ■ ■ 27
C H O R U S<br />
As leap the lights of winter<br />
Athwart the northern sky,<br />
Against the golden image<br />
Flash’d Olaf’s axe on high.<br />
As falls a berg in springtime,<br />
Far shiver’d on the floe,<br />
The golden shards of godhead<br />
Crash’d on the ground below.<br />
Fierce Ironbeard sprang forward.<br />
A housecarle drew his bow,<br />
And o’er the shatter’d image<br />
Its champion lay low.<br />
I R O N B E A R D<br />
All-Father, I come! True to honour and troth,<br />
To the faith of my fathers and Odin the Goth.<br />
O wide should the doors of Valhalla unroll<br />
For a hero who gives for it body and soul.<br />
King Olaf the Norseman! perchance it may be<br />
That thy Peace-God shall rule o’er the Norlander free;<br />
But with axe in his hand, with sword upon thigh,<br />
And his face to the slayer doth Ironbeard die.<br />
■ ■ ■ 28 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
C H O R<br />
So jäh wie Schein des Nordlichts,<br />
Als brach’ ein Blitz hervor,<br />
Genau zum goldnen Standbild<br />
Fährt Olafs Axt empor.<br />
So wie das Eis im Frühling<br />
In mürbe Schollen bricht,<br />
In Scherben fällt der Abgott,<br />
Kracht hart aufs Angesicht.<br />
Wild Eisenbart springt vorwärts,<br />
Ein Bogenschütz legt an,<br />
Und auf des Götzen Trümmer<br />
Stürzt sein getreuer Mann.<br />
E I S E N B A R T<br />
Allvater, ich komm’! Ungebeugt noch im Tod,<br />
Treu dem Glauben der Väter und Odin, dem Gott!<br />
Oh, öffne das Tor von Wahlhalla nun weit<br />
Einem Recken, der Seele und Leib dafür zu geben bereit.<br />
Ach König, Norwegen mag’s einst wohl geschehn,<br />
Sich deinem friedlichen Gott unterworfen zu sehn;<br />
Doch die Axt in der Hand, das Schwert nahebei,<br />
Mit dem Blick auf den Mörder stirbt Eisenbart frei!
C H O R U S<br />
Then o’er the blood-stained Horgstone<br />
The Cross of Christ was seen,<br />
The holy priests were praying,<br />
The singers sang between.<br />
King Olaf’s axe was lower’d,<br />
His bright blue eyes were dim,<br />
As swung the golden censer,<br />
As swelled the solemn hymn.<br />
The men of Drontheim trembled,<br />
They marvell’d as they knelt,<br />
Their helpless God was broken,<br />
The power of Christ was felt.<br />
O L A F<br />
O brothers of Iceland, behold them, they kneel!<br />
Of my Lord and His conquest, come, be you the seal.<br />
Pass the gods of the Gothland, your serfdom shall cease,<br />
For the sacrifice bloody I offer you peace:<br />
The peace of the Christian, O, join in the prayer<br />
That swells to the Lord of the earth and the air.<br />
C H O R U S<br />
Receive us, King, we kneel to Him<br />
Who fell’d by thee the War-God grim;<br />
Water bring, our brows to lave.<br />
And on our shields the Cross engrave.<br />
Blood and battle, let them cease,<br />
Knit us to the God of peace.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
C H O R<br />
Den Opferstein von Horgstone<br />
Das Kreuz nun überstrahlt,<br />
Es beten dort die Priester,<br />
Gesang zum Himmel hallt.<br />
Die Waffen streckt der König,<br />
Sein Blick in Dämmer sinkt,<br />
Wenn rings aus Wolken Weihrauchs<br />
Die heil’ge Hymne klingt.<br />
Die Männer Trondheims zittern,<br />
Ihr Stolz im Staube liegt,<br />
Ihr Glaube ist zerbrochen,<br />
Die Kraft von Christus siegt.<br />
O L A F<br />
Oh Brüder von Island, ihr seht sie hier knien<br />
Vor dem Herrn, dessen Sieg als Zeugnis ihnen dien’,<br />
Dass die Götter von Gotland ihr Hausrecht verließ;<br />
Statt der blutigen Opfer empfehle ich dies:<br />
Den Frieden des Christentums, vereint im Gebet<br />
Zu ihm, durch den Himmel und Erde besteht.<br />
C H O R<br />
Oh König, sieh, wir knien vor ihm,<br />
Der schlug durch dich den Gott des Kriegs;<br />
Taufe uns, wir sind bereit,<br />
Daß jeder Schild dem Kreuz geweiht.<br />
Blut und Schlachten sei’n fortan verdammt,<br />
Will es so das Gotteslamm, dein Gott, das Gotteslamm.<br />
■ ■ ■ 29
O L A F ( W I T H C H O R U S )<br />
Lord, receive them! King divine,<br />
Breathe a blessing; they are Thine!<br />
(Acworth)<br />
6 . R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
A S K A L D<br />
Now the child of Ironhead dead,<br />
Fair Gudrun doth Olaf wed,<br />
Hoping thus his wergild paying,<br />
To redeem him from the slaying.<br />
(Acworth)<br />
G U D R U N<br />
7 . S C E N E<br />
( S O P R A N O A N D T E N O R S O L I A N D C H O R U S )<br />
S O P R A N O<br />
On King Olaf’s bridal night<br />
Shines the moon with tender light,<br />
And across the chamber streams<br />
Its tide of dreams.<br />
At the fatal midnight hour,<br />
When all evil things have power,<br />
In the glimmer of the moon<br />
Stands Gudrun.<br />
Close against her heaving breast<br />
Something in her hand is pressed;<br />
Like an icicle. its sheen<br />
Is cold and keen.<br />
■ ■ ■ 30 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
O L A F U N D C H O R<br />
Herr, erhöre sie! Du allein<br />
Hauchest Segen ihnen ein.<br />
N R . 6 R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
E I N S K A L D E<br />
Sühnepreis für Eisenbarts Tod<br />
Olaf nun der Tochter bot,<br />
Daß sie voll gerächt sich sehe,<br />
Reicht’ er ihr die Hand zur Ehe.<br />
G U D R U N<br />
N R . 7 S Z E N E<br />
( S O P R A N , T E N O R U N D C H O R )<br />
S O P R A N<br />
König Olafs Hochzeitsnacht<br />
War von mondbeglänzter Pracht,<br />
Und es strömte durch den Raum<br />
Ein lichter Traum.<br />
Aber da Mitternachtszeit<br />
Allem Bösen Kraft verleiht,<br />
Stand im Schein des Mondes nun<br />
starr Gudrun.<br />
Gut verborgen hielt sie fest<br />
Etwas an ihr Herz gepresst,<br />
Kalt wie Eis und spitz zumal,<br />
Den schärfsten Stahl.
On the cairn are fixed her eyes<br />
Where her murdered father lies,<br />
And a voice remote and drear<br />
She seems to hear.<br />
C H O R U S<br />
What a bridal night is this!<br />
Cold will be the dagger’s kiss;<br />
Laden with the chill of death<br />
Is its breath.<br />
Like the drifting snow she sweeps<br />
To the couch where Olaf sleeps;<br />
Suddenly he wakes and stirs,<br />
His eyes meet hers.<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
What is that King Olaf said<br />
That gleams so bright above thy head?<br />
Wherefore standest thou so white<br />
In pale moonlight?<br />
G U D R U N ( S O P R A N O )<br />
‘Tis the bodkin that I wear<br />
When at night I bind my hair;<br />
It woke me falling on the floor;<br />
‘Tis nothing more.<br />
O L A F<br />
Ah! Forests have ears and fields have eves;<br />
Often treachery lurking lies<br />
Underneath the fairest hair!<br />
Gudrun, beware!<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Sah zum Steingrab, wo besiegt<br />
Jetzt ihr toter Vater liegt,<br />
Und ihr schien, sie könne hör’n<br />
Ein Rufen von fern.<br />
C H O R<br />
Wie die Brautnacht enden muss!<br />
Kalt ist dieses Dolches Kuss.<br />
Grauen haucht er aus und droht<br />
Mit dem Tod.<br />
Wie im Schnee so lautlos lief<br />
Gudrun hin, wo Olaf schlief.<br />
Er erwacht, weiß kaum noch wie,<br />
Sein Blick trifft sie.<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
Was ist das, was ist das, was blitzt da<br />
Über deinem blonden Haar?<br />
Wie von Eis scheint dein Gesicht<br />
In bleichem Licht?<br />
G U D R U N ( S O P R A N )<br />
Nur die Nadel, die mir dient,<br />
Wenn zur Nacht mein Haar ich bind.<br />
Sie fiel zu Boden. Ich wachte auf vom Klang des Falles,<br />
das war schon alles.<br />
O L A F<br />
Ringsum belauern mich Lug und Trug,<br />
Hochverrat birgt sich oft genug<br />
Unter schönster Lockenpracht!<br />
Gudrun, gib acht!<br />
■ ■ ■ 31
G U D R U N<br />
‘Tis the bodkin, ‘Tis nothing more,<br />
It woke me falling on the floor;<br />
‘Tis nothing more!<br />
C H O R U S<br />
Ere the earliest peep of morn<br />
Blew King Olaf’s bugle-horn;<br />
And for ever sundered ride<br />
Bridegroom and bride!<br />
(Longfellow)<br />
N R . 8 R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
A S K A L D<br />
How the Wraith of Odin old<br />
Song and tale and Saga told;<br />
Coming as unbidden guest<br />
To the hall, to Olaf’s feast:<br />
Sing ye now and with the strain<br />
Ancient mem’ries wake again.<br />
(Acworth)<br />
■ ■ ■ 32 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
G U D R U N<br />
Nur die Nadel, das war schon alles,<br />
Ich wachte auf vom Klang des Falles,<br />
Gib nicht drauf acht!<br />
C H O R<br />
Eh’ der früheste Morgen graut,<br />
Hört man Olafs Jagdhorn laut.<br />
Reitet fort, für immerdar<br />
Trennt sich das Paar.<br />
N R . 8 R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
E I N S K A L D E<br />
Wisst ihr, wie von Odins Welt<br />
Manches alte Lied erzählt,<br />
Als ein ungeladner Gast<br />
Machte einst bei Olaf Rast?<br />
Lauscht den Spukgeschichten nach,<br />
Und Legenden werden wach!
T H E W R A I T H O F O D I N<br />
9 . C H O R U S ( B A L L A D )<br />
The guests were loud, the ale was strong,<br />
King Olaf feasted late and long;<br />
The hoary Skalds together sang;<br />
O’erhead the smoky rafters rang.<br />
(Dead rides Sir Morten of Fogelsang.)<br />
The door swung wide, with creak and din,<br />
A blast of cold night-air came in,<br />
And on the threshold shivering stood<br />
A one-eyed guest with cloak and hood.<br />
(Dead rides Sir Morten of Fogelsang.)<br />
The King exclaimed: `O graybeard pale!<br />
Come warm thee with this cup of ale,’<br />
The foaming draught the old man quaffed<br />
The noisy guests looked on and laughed.<br />
(Dead rides Sir Morten of Fogelsang.)<br />
Then spake the King: `Be not afraid;<br />
Sit here by me.’ The guest obeyed,<br />
And, seated at the table, told<br />
Tales of the sea, and Sagas old.<br />
He spake of heroes and their deeds,<br />
Of lands and cities he had seen,<br />
And stormy gulfs that tossed between.<br />
Then from his lips in music rolled<br />
The Havamal of Odin old,<br />
With sounds mysterious as the roar<br />
Of billows on a distant shore.<br />
(Dead rides Sir Morten of Fogelsang.)<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
D E R G E I S T O D I N S<br />
N R . 9 B A L L A D E ( C H O R )<br />
Die Gäste war’n vom Bier schon schwer,<br />
Wenn Olaf feiert, geht’s hoch her!<br />
Der bärt’gen Skalden wilder Sang<br />
Aus rauchgeschwärztem Dunkel klang.<br />
(Tot reitet Morton von Fogelsang.)<br />
Die Hallentür flog auf allein,<br />
Es blies ein kalter Wind herein,<br />
Und draußen in der Frostnacht stand<br />
Ein einäugiger alter Wandersmann.<br />
(Tot reitet Morton von Fogelsang.)<br />
Der König rief »Herein mit dir,<br />
Komm, wärm’ dich auf am Humpen Bier!«<br />
Der Alte trank auf einen Zug.<br />
Man staunte, wie er dies vertrug.<br />
(Tot reitet Morton von Fogelsang.)<br />
Drauf sprach der König »Nur gemach,<br />
Setz dich zu mir.« Der Gast entsprach<br />
Dem Wink und hielt bei Tisch bereit<br />
Mythen aus längst vergangner Zeit.<br />
Er sprach von Recken, Heldenruhm und Tod,<br />
Von fernen Ländern, die ihn sah’n,<br />
Vom sturmgepeitschten Ozean.<br />
Dann sang er in der Barden Ton<br />
Höchst rätselhaft von Odins Thron.<br />
Magie und auch Zauberei enthält<br />
Die Botschaft aus der fremden Welt.<br />
(Tot reitet Morton von Fogelsang)<br />
■ ■ ■ 33
Then slept the King, and when he woke<br />
The guest was gone, the morning broke.<br />
They found the doors securely barred,<br />
They found the watch-clog in the yard.<br />
There was no foot-print in the grass,<br />
And none had seen the stranger pass.<br />
(Dead rides Sir Morten of Fogelsang.)<br />
King Olaf crossed himself and said:<br />
`I know that Odin the Great is dead;<br />
Sure is the triumph of our Faith,<br />
The one-eyed stranger was his wraith.’<br />
(Dead rides Sir Morten of Fogelsang.)<br />
(Longfellow)<br />
1 0 . R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
A S K A L D<br />
Sisters, sing ye now the song<br />
How since Olaf came a-wooing,<br />
Sigrid wrought for his undoing,<br />
Of the insult and the wrong.<br />
(Acworth)<br />
■ ■ ■ 34 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Es schlief der König… Und erwacht<br />
Am Morgen früh, der Gast war fort.<br />
Man fand die Türen gut verwahrt<br />
Und still die Hunde aller Art,<br />
Hat keine Fußspur wo gesehn<br />
Und niemand sah den Fremden gehn.<br />
(Tot reitet Morton von Fogelsang.)<br />
Ein Kreuz schlug Olaf und gebot:<br />
»Ich sage Odin den Großen tot.<br />
Was uns’res Glaubens Sieg beweist:<br />
Der einäugige Fremde war sein Geist.«<br />
(Tot reitet Morton von Fogelsang.)<br />
N R . 1 0 R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
E I N S K A L D E<br />
Schwestern, singt uns nun das Lied,<br />
Wie um Sigrid kam zu werben<br />
Olaf einst, und sein Verderben<br />
Ihr Begegnen nach sich zieht.
S I G R I D<br />
1 1 . S C E N E ( S O P R A N O A N D T E N O R S O L I<br />
A N D C H O R U S O F M A I D E N S )<br />
C H O R U S<br />
Sigrid sits in her high abode,<br />
The haughty Queen of Svithiod,<br />
And to the west looks she<br />
For Norroway’s King, whose suit is told<br />
By the ring from Lade’s temple old,<br />
Which lies upon her knee.<br />
Lady, lady, lances gleam<br />
On the further side of the border stream;<br />
The horses ford the flood,<br />
They cross the meadow and pass the wood.<br />
You may hear the iron hoof-stroke beat<br />
On the ringing stones of the village street;<br />
Rank on rank come spearmen tall,<br />
But the crest of Olaf is over them all,<br />
And the peace strings bind his sword;<br />
See, he alights and mounts the stair,<br />
The Norroway King with the golden hair.<br />
Queen Sigrid, greet thy lord.<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
Sigrid, hail! With royal hand<br />
Knot to thee Norroway’s King and land,<br />
And the ring of Ladè upon thy knee<br />
We will change to a cross for thee and me.<br />
S I G R I D<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
N R . 1 1 S Z E N E ( S O P R A N , T E N O R<br />
U N D F R A U E N C H O R )<br />
F R A U E N C H O R<br />
Sigrid hat ihren Rang im Sinn,<br />
Die stolze Schwedenkönigin;<br />
Sie schaut nach Westen weit.<br />
Ob Norwegens König zu ihr kommt. Sein Plan ist klar<br />
Dank des Rings, der einst im Tempel war,<br />
Mit dem er um sie freit.<br />
Herrin, Herrin, weithin glänzt<br />
Wie mit Lanzenspitzen die Furt bekränzt,<br />
Die Pferde gehn schon bald<br />
An unser Ufer, durch unsern Wald.<br />
Näher kommt der Eisenhufe Schlag,<br />
Laut erklingt der steinerne Wegbelag.<br />
Dicht an dicht der Reiter Speer,<br />
Doch der Helm von Olaf ragt über sein Heer,<br />
Und sein Schwert zeigt Frieden an.<br />
Sieh, wie gewandt vom Pferd er war,<br />
Der Norwegerkönig mit gold’nem Haar.<br />
Königin Sigrid grüßt den Mann.<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
Sigrid, Heil! Des Königs Hand<br />
Bietet dir Norwegens Thron und Land,<br />
Und den Ring, der uraltem Brauchtum glich,<br />
Will ich tauschen jetzt gegen ein Kreuz für dich und mich.<br />
■ ■ ■ 35
S I G R I D ( S O P R A N O )<br />
Olaf, hail! My hand is thine,<br />
But the gods of old I will not resign;<br />
Bow thou to thy Cross for woe or weal,<br />
But where I have knelt, I still must kneel.<br />
O L A F<br />
Queen of Svithiod! Hearken well,<br />
The gods are mute on fiord and fell,<br />
Nor ever shall their voice again<br />
Be heard where Christ has risen to reign.<br />
S I G R I D A N D C H O R U S<br />
I hear them speak! from pole to pole<br />
The Norland gods their thunder roll!<br />
S I G R I D<br />
For Norland folk the sword, the rod<br />
For slaves who own the Southland god!<br />
C H O R U S<br />
For Norland folk the sword, the rod<br />
For slaves who own the Southland god!<br />
O L A F<br />
I will give my body and soul to flame<br />
Ere I take to my heart a heathen dame.<br />
Thou hast not beauty, thou hast not youth.<br />
Shall I buy thy land at the cost of truth?<br />
■ ■ ■ 36 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
S I G R I D ( S O P R A N )<br />
Olaf, Heil! Meine Hand ist dein,<br />
Doch die alten Götter will ich nicht entweihn.<br />
Neig’ dich vor dem Kreuz in Freud und Leid,<br />
Doch ich bleibe fest für alle Zeit!<br />
O L A F<br />
Schwedenkönigin! Habe acht,<br />
Die Götter sind stumm und längst zu Fall gebracht.<br />
Ein rechter Herrscher überlebt<br />
Nur dort, wo Christus ihn segnend erhebt!<br />
S I G R I D<br />
Was du nicht sagst! Von Pol zu Pol<br />
Ertont der Götter Donnergroll!<br />
S I G R I D<br />
Für Nordlands, Nordlands Volk das Schwert,<br />
Die Knute dem, der fremdem Gott gehört!<br />
F R A U E N C H O r<br />
Für Nordlands, Nordlands Volk das Schwert,<br />
Die Knute dem, der fremdem, fremdem Gott gehört!<br />
O L A F<br />
Lieber geb’ dem Feuer ich Seel’ und Leib,<br />
Eh’ ich opfer’ mein Herz dem Heidenweib!<br />
Du bist nicht jung mehr, du warst nie schön,<br />
Willst als Preis für dein Land du mich heucheln sehn?
C H O R U S<br />
King Olaf rises; sisters, say<br />
Why does he thrust the Queen away,<br />
Why dash his glove on the oaken floor,<br />
And turn and stride towards the door?<br />
The gods protect the wronged and weak,<br />
The glove has struck Queen Sigrid’s cheek,<br />
Haste thee, O haste, King Olaf, fly!<br />
S I G R I D<br />
Thou art gone! Nay, spur not through the gate;<br />
I am one that can watch and wait;<br />
By yonder glove on the oaken floor,<br />
By my father’s head and the Soul of Thor,<br />
By the hand she offered, Sigrid saith,<br />
Sigrid yet shall be Olaf’s death!<br />
(Acworth)<br />
1 2 . R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
A S K A L D<br />
Hark! she flies from Wendland forth,<br />
Slighted Thyri to the North;<br />
There, as Olaf’s wedded dame,<br />
Will she set the North aflame!<br />
(Acworth)<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
F R A U E N C H O R<br />
Der Gast erhebt sich; Schwestern, sagt,<br />
Was er vor Zorn im Fortgehn wagt:<br />
Wirft seinen Handschuh zur Fehde hin<br />
Halb abgekehrt der Königin!<br />
Die Götter schützen Sigrid nicht,<br />
Der Handschuh fliegt ihr ins Gesicht.<br />
Eil dich, eil dich, König Olaf, flieh, flieh!<br />
S I G R I D<br />
Du magst gehn! Nichts hindert dich daran.<br />
Ich bin jemand, der warten kann.<br />
Bei deinem Handschuh, der mir Fehde schwor,<br />
Meines Vaters Haupt und beim großen Thor,<br />
Bei der Hand, die arglos Sigrid bot,<br />
Sigrid selbst sorgt für Olafs Tod!<br />
N R . 1 2 R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
E I N S K A L D E<br />
Hört! Es floh aus Wendenland<br />
Thyri, die gekränkt sich fand.<br />
Schenkt ihr Olaf Herz und Hand,<br />
Setzt sie Nordland ganz in Brand!<br />
■ ■ ■ 37
T H Y R I<br />
1 3 . C H O R U S ( B A L L A D )<br />
A little bird in the air<br />
Is singing of Thyri the fair,<br />
The sister of Svend the Dane;<br />
And the song of the garrulous bird<br />
In the streets of the town is heard,<br />
And repeated again and again.<br />
(Hoist up your sails of silk,<br />
And flee away from each other.)<br />
To King Burislaf, it is said,<br />
Was the beautiful Thyri wed,<br />
And a sorrowful bride went she;<br />
And after a week and a day,<br />
She has fled away and away,<br />
From his town by the stormy sea.<br />
(Hoist up your sails of silk,<br />
And flee away from each other.)<br />
They say that through heat and through cold,<br />
Through Weald, they say, and through wold,<br />
By day and by night, they say.<br />
She has fled; and the gossips report<br />
She has come to King Olaf’s court,<br />
And the town is all in dismay.<br />
(Hoist up your sails of silk,<br />
And flee away from each other)<br />
It is whispered King Olaf has seen,<br />
Has talked with the beautiful Queen;<br />
And they wonder how it will end;<br />
■ ■ ■ 38 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
T H Y R I<br />
N R . 1 3 B A L L A D E ( C H O R )<br />
Ein kleiner Vogel beschwingt<br />
Die Schönheit von Thyri besingt,<br />
Der Schwester des Dänen Svend.<br />
Und das schmeichelnde Lied wird betört<br />
In den Straßen der Stadt gehört,<br />
Wiederholt, bis ein jeder es kennt.<br />
(All eure Segel setzt<br />
Und flieht, flieht weit fort voneinander.)<br />
Der König Burislaw, so wird erzählt,<br />
Hatte Anspruch auf Thyris Hand,<br />
Doch das Herz dieser Braut war schwer.<br />
Kaum acht Tage hielt sie es aus,<br />
Dann verließ sie Burislaws Haus,<br />
Floh bei Seesturm aufs off’ne Meer.<br />
(All eure Segel setzt<br />
Und flieht, flieht weit fort voneinander.)<br />
Es hieß, ob nun heiß oder kalt,<br />
Durch Moor, es hieß, und durch Wald,<br />
Bei Tag und bei Nacht gehetzt.<br />
Sie verschwand. Ein Gerücht sagt, sie sei<br />
Unterm Dach König Olafs frei,<br />
Und die ganze Stadt ist entsetzt.<br />
(All eure Segel setzt<br />
Und flieht, flieht weit fort voneinander.)<br />
Alles flüstert: »Er hat sie geseh’n,<br />
Er fand sie bewundernswert schön,<br />
Und man ahnt schon, wie das zu enden scheint.
For surely, if here she remain,<br />
It is war with King Svend the Dane,<br />
And King Burislaf the Vend!<br />
O, greatest wonder of all!<br />
It is published in hamlet and hall.<br />
It roars like a flame that is fanned.<br />
The King - yes, Olaf the King -<br />
Has wedded her with his ring,<br />
And Thyri is Queen in the land!<br />
(Hoist up your sails of silk,<br />
And flee away from each other.)<br />
(Longfellow)<br />
1 4 . D U E T ( S O P R A N O A N D T E N O R )<br />
T H Y R I ( S O P R A N O )<br />
The gray land breaks to lively green,<br />
Bespangled all with flowers;<br />
The throstles sing to greet the Spring<br />
Through lengthening sunlit hours.<br />
But what care I for flower on sward,<br />
Or bursting bud on tree?<br />
My lands restored from Wendland’s lord<br />
Were better cheer to me.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Wenn Zuflucht auf Dauer sie fänd,<br />
Gibt es Krieg mit dem König Svend<br />
Und mit Burislaw vereint.<br />
Als wär’ die Neuigkeit groß,<br />
Ward verkündet, was Olaf beschloss.<br />
Kein Rauch ohne Brand, der Brand ward geschürt.<br />
Der König Olaf – genau!<br />
Nahm Thyri richtig zur Frau,<br />
Und Thyri regiert nun im Land!<br />
(All eure Segel setzt<br />
Und flieht, flieht weit fort von einander.)<br />
N R . 1 4 D U E T T ( S O P R A N U N D T E N O R )<br />
T H Y R I ( S O P R A N )<br />
Von neuem sprießt das frische Grün,<br />
Es blüht in Hain und Hag;<br />
Die Drosseln schmettern hell ihr Frühlingslied<br />
Den lieben langen Tag,<br />
Doch was soll mir der Blumenschmuck,<br />
Was nützt der Bäume Pracht?<br />
Zurück will ich mein Hab und Gut,<br />
Das hätt’ mich froh gemacht.<br />
■ ■ ■ 39
A landless, dowerless bride am I,<br />
The bride of Norroway’s King,<br />
What boots it while I sit and sigh,<br />
The coming of the Spring?<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
Thyri, my beloved,<br />
Hither come I bearing<br />
Angelicas uprooted,<br />
Sweet and fair as thou.<br />
Earliest boon of Springtime,<br />
Sign of snow departing;<br />
In their welcoming fragrance<br />
Bathe thy snowy brow.<br />
T H Y R I<br />
Sweet are thy words, but O! meseems,<br />
A sweeter gift would be<br />
The boon that haunts Queen.Thyri’s dreams,<br />
Her dowry over sea.<br />
Wide spread they from the Wendland shore,<br />
And rich with fruit and flower,<br />
The land I weep for evermore.<br />
O! give me back my dower.<br />
O L A F<br />
Fear not, doubt not, weep not;<br />
As a Queen triumphant<br />
To the happy sunlight<br />
Lift thy radiant eyes;<br />
To the strife of favours<br />
For thy love I gird me,<br />
■ ■ ■ 40 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Denn ohne Land, ohn Mitgift bin ich,<br />
Dergleichen arme Königsbraut<br />
Gab’s bisher in Norwegen nicht.<br />
Was hilft es, dass ich sitz’ und wein’,<br />
Was hilft des neuen Frühlings Licht?<br />
O L A F ( T E N O R )<br />
Thyri, meine Liebste,<br />
Lass dir etwas schenken,<br />
Angelikas sind Blüten,<br />
Süß und schön wie du.<br />
Erster Gruß des Frühlings,<br />
Da der Schnee geschmolzen,<br />
Ihrem zarten Dufthauch<br />
Neig’ dein Antlitz zu.<br />
T H Y R I<br />
Süß klingt, was du da sagst, allein<br />
Mir scheint, noch süßer wär’,<br />
Du brachtest mir zurück, was mein,<br />
Die Mitgift über’m Meer.<br />
An Wendlands Küste liegt sie breit,<br />
Mit Korn und Frucht beglückt.<br />
Dies Land bewein’ ich allezeit,<br />
Ach, hol es mir zurück!<br />
O L A F<br />
Sorg nicht, zag nicht, wein nicht,<br />
Als gekrönte Herrin<br />
Heb’ zur hellen Sonne<br />
Deinen Strahlenblick;<br />
Zu den Waffen greif ich,<br />
Nur für dich, für deine Liebe,
And the lands of Thyri<br />
Shall I win for prize.<br />
T H Y R I<br />
I fear not, doubt not, weep not;<br />
As a Queen triumphant I lift once more mine eyes<br />
To the happy sunlight<br />
For my love, O gird thee,<br />
And my lands, my dowry,<br />
Win again for prize.<br />
B O T H<br />
Comes the Spring unchaining<br />
Sunshine on his pinions,<br />
All the world imprisoned<br />
In the Ice-King’s hall;<br />
So the golden promise<br />
Passed from lord to lady,<br />
Warm with words of loving,<br />
Lifts the heart from thrall.<br />
(Acworth)<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Und den Kampf um Thyri<br />
Lohne mir das Glück!<br />
T H Y R I<br />
Ich sorg nicht, zag nicht, wein nicht,<br />
Als gekrönte Herrin zu der hellen Sonne<br />
Erheb ich meinen Blick.<br />
Mirzuliebe kämpfe,<br />
All mein Land, die Mitgift<br />
siegeln dir dein Glück.<br />
B E I D E<br />
Gleich der Frühlingsquelle<br />
Sonnenlichtbeflügelt<br />
Entfesselt ist die Welt,<br />
die eh’mals fast im Eis erfror:<br />
So ein glanzvolles Versprechen,<br />
Eines Königs würdig,<br />
Heiß durchpulst von Liebe,<br />
Hebt aus Knechtschaft das Herz empor!<br />
■ ■ ■ 41
1 5 . C H O R A L R E C I T A T I V E<br />
After Queen Cunhild’s death,<br />
So the old Saga saith,<br />
Plighted King Svend his faith<br />
To Sigrid the Haughty.<br />
Still on her scornful face,<br />
Blushing with deep disgrace,<br />
Bore she the crimson trace<br />
Of Olaf’s gauntlet.<br />
Oft to King Svend she spake,<br />
For thine own honour’s sake<br />
Shalt thou swift vengeance take<br />
On the vile coward!’<br />
And to avenge his bride,<br />
Soothing her wounded pride,<br />
Over the waters wide<br />
King Olaf sought he.<br />
(Longfellow)<br />
T H E D E A T H O F O L A F<br />
1 6 . C H O R U S<br />
King Olaf’s dragons take the sea,<br />
The piping south-wind drives them fast,<br />
The shields dip deep upon the lee,<br />
The white sails strain on every mast.<br />
Leaping from wave to wave they round<br />
The cape that bars the stormy sound,<br />
And where the ocean opens wide,<br />
■ ■ ■ 42 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
N R . 1 5 C H O R - R E Z I T A T I V<br />
Unheil auch bald entstand,<br />
Aus Legenden bekannt,<br />
Weil König Svend verband<br />
Sich Sigrid der Stolzen.<br />
Noch im Gesicht fatal<br />
Trug sie zu ihrer Qual<br />
Deutlich das rote Mal<br />
Von Olafs Handschuh.<br />
Drang auf den König ein:<br />
»Dies muss vergolten sein.<br />
Zahl es ihm endlich heim,<br />
Diesem Halunken!«<br />
Svend, von ihr aufgereizt,<br />
Zeigt sich zur Fahrt bereit.<br />
Über die Meere weit,<br />
Und Olaf sucht er.<br />
D E R T O D O L A F S<br />
N R . 1 6 C H O R<br />
Auch Olafs Flotte sticht in See,<br />
Der scharfe Südwind treibt sie, treibt voll Hast.<br />
Die Schilde tauchen tief an Lee,<br />
Das Segel spannt an jedem Mast.<br />
Fliegend auf Wogenkamm und -saum<br />
Vorbei am Kap, gewinnt man Raum.<br />
Da zeigen sich am Horizont
They see far stretched on either side<br />
The Danish ships and Svithiod’s ride;<br />
High on his deck King Olaf stands<br />
With war-axe grasped in both his hands,<br />
With helm of gold and jerkin red<br />
And fair curls blowing around his head.<br />
First of his fleet, he leads the van<br />
And seeks the battle man to man.<br />
But seaward, landward, cape and bay<br />
Cast forth their foes on Norroway;<br />
Ten thousand shaven oar-blades sweep<br />
The bosom of the troubled deep;<br />
As crash the prows, ring hill and shield<br />
And arm meets arm that will not yield,<br />
Still where the foemen thickest throng<br />
King Olaf’s galley sweeps along,<br />
And still her lofty sides to scale<br />
Ply the fierce foemen oar and sail<br />
And pour their heroes bright in mail.<br />
Woe, woe for Norroway!<br />
O’erwhelmed her stout seadragons fly,<br />
Or, scattered, powerless, scarcely try<br />
To join once more the fray:<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Die Dänenschiffe, kampfgewohnt,<br />
Mit Schwedens Macht in breiter Front.<br />
Olaf ragt vorn am Drachenbug,<br />
Er packt die Kriegsaxt stark genug;<br />
Im Helm von Gold, im Mantel rot<br />
Ein höchst verwegenes Bild er bot.<br />
Ihm folgt die Schar, er führt sie an<br />
Und heißt sie kämpfen Mann für Mann.<br />
Doch meerwärts, landwärts, Kap und Bucht<br />
Scheinen vom Feind schon heimgesucht.<br />
Zehntausend Ruder pflügen jäh<br />
Das Schlachtfeld auf der wilden See.<br />
Es kracht, wo Erz die Planken brach,<br />
1m Einzelkampf gibt keiner nach,<br />
Doch in der Gegner stärkste Reih’n<br />
Braust Olafs eignes Schiff hinein.<br />
So schreckerregend hochgetürmt,<br />
Dass es Angreifer rasend stürmt,<br />
Und heldenmütig kämpft die Mannschaft, die es schirmt.<br />
Weh, weh, Norwegen weh!<br />
Bedrängt, bedrängt, bedrängt<br />
Weicht dein Geschwader und wendet sich zur Flucht,<br />
Ganz ohne Hoffnung keiner gegenseitig Beistand sucht.<br />
■ ■ ■ 43
Yet still, like sunbeam through a cloud,<br />
Glimmers the helm of Olaf proud,<br />
Faint and more faint to see:<br />
Around it close the dark’ning spears,<br />
It sinks, it sparkles disappears,<br />
King Olaf, woe to thee’<br />
Thy latest fight is fought in vain,<br />
No more the axe of Olaf slain,<br />
No more the glittering crest<br />
Shall victory pluck from ruin’s verge,<br />
Or to the chase the spearmen urge;<br />
Above him rolls the sullen surge,<br />
That stormy heart hath rest.<br />
(Acworth)<br />
E P I L O G U E<br />
R E C I T A T I V E ( B A S S )<br />
In the convent of Drontheim<br />
Knelt Astrid, the Abbess,<br />
At midnight, adoring.<br />
She heard in the silence<br />
The voice of one speaking<br />
Without in the darkness,<br />
Now louder, now nearer,<br />
Now lost in the distance.<br />
S O L I A N D C H O R U S<br />
It is accepted,<br />
The angry defiance,<br />
But not with the weapons<br />
Of war that thou wieldest!<br />
Cross against corslet,<br />
■ ■ ■ 44 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Doch wie ein Strahl aus Wolken bricht,<br />
Glänzt Olafs Helm als letztes Licht,<br />
Schwach und bald schwächer zu sehn;<br />
Ein Kreis von Speeren ihn umringt,<br />
Er wankt, er taumelt, er versinkt,<br />
Um König Olaf ist’s geschehn!<br />
Sein letzter Kampf blieb ohne Sieg,<br />
Nie mehr schmeckt seine Axt den Krieg,<br />
Nie mehr zieht er hinaus<br />
Zu retten, wo es möglich wär’,<br />
Den Sturm befehlend seinem Heer.<br />
Ihn überrollt das graue öde Meer.<br />
Sein heißes Herz ruht aus.<br />
E P I L O G<br />
R E Z I T A T I V ( B A S S )<br />
Als Äbtissin von Trondheim<br />
Kniet Astrid, die Mutter<br />
Von Olaf, und betet.<br />
Da spricht in der lautlosen<br />
Mitternacht etwas.<br />
Draußen in der Dunkelheit,<br />
Nun lauter, nun näher,<br />
Nun hört sie’s im Innern.<br />
S O L I U N D C H O R<br />
Er hat bestanden<br />
Den furchtbaren Zweikampf,<br />
Doch nicht wegen Schlagkraft<br />
Und Ruhm seiner Waffen.<br />
Da er das Kreuz hob
Love against hatred,<br />
Peacecry for warcry!<br />
Patience is powerful;<br />
He that o’ercorneth<br />
Hath power o’er the nations!<br />
S O L I<br />
Hath power o'er the nations!<br />
C H O R U S ( U N A C C O M P A N I E D )<br />
As torrents in summer,<br />
Half-dried in their channels,<br />
Suddenly rise, though the<br />
Sky is still cloudless,<br />
For rain has been falling<br />
Far off at their fountains;<br />
So hearts that are fainting<br />
Grow full to o’erflowing,<br />
And they that behold it<br />
Marvel, and know not<br />
That God at their fountains<br />
Far off has been raining!<br />
S O L I<br />
Stronger than steel<br />
Is the sword of the Spirit;<br />
Swifter than arrows<br />
The light of the truth is;<br />
Greater than anger<br />
Is love, and subdueth!<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
Über die Kriegsaxt,<br />
Pries er die Sanftmut.<br />
Demut setzt Kräfte frei,<br />
Sich überwindend<br />
Beherrscht man die Volker.<br />
S O L I<br />
Beherrscht man die Völker.<br />
C H O R ( A C A P P E L L A )<br />
Wie Ströme im Sommer,<br />
Die fast schon vertrocknen,<br />
Plötzlich belebt, plötzlich belebt,<br />
Ob der Himmel auch klar ist,<br />
Von Regen, der niederfiel<br />
Fern an den Quellen;<br />
So wächst auch den Schwachen<br />
Die Kraft ihrer Seele,<br />
Und sie seh’n es staunend,<br />
Es ist für sie ein Wunder,<br />
Dass Gott in der Höhe mit himmlischem Tau<br />
Begießt ihre Quellen.<br />
S O L I<br />
Härter als Stahl<br />
ist das Schwert seines Geistes;<br />
Schneller als Pfeilschuss<br />
Das Licht seiner Wahrheit;<br />
Größer als Zorn sind<br />
Liebe und Demut.<br />
■ ■ ■ 45
C H O R U S A N D S O L I<br />
The dawn is not distant,<br />
Nor is the night starless;<br />
Love is eternal!<br />
God is still God, and<br />
His faith shall not fail us; Christ is eternal!<br />
C H O R U S<br />
Christ is eternal!<br />
S O L I<br />
Christ is eternal, is eternal!<br />
C H O R U S<br />
A strain of music ends the tale,<br />
A low, monotonous, funeral wail,<br />
That with its cadence, wild and sweet,<br />
Makes the Saga more complete.<br />
(Longfellow)<br />
Henry Wadsworth Longfellow (1<strong>80</strong>7-1882)<br />
Harry Arbuthnot Acworth (1848-1933)<br />
■ ■ ■ 46 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
C H O R U N D S O L I<br />
Der Tag ist nicht ferne,<br />
Die Nacht ist nicht sternlos;<br />
Liebe ist ewig;<br />
Gott bleibt stehts Gott,<br />
Daran werden wir glauben!<br />
C H O R<br />
Christus ist ewig!<br />
S O L I<br />
Christus ist ewig, ist ewig!<br />
C H O R<br />
Als Abschluss dient dem Heldensang<br />
Ein dumpf und eintönig trauriger Kiang.<br />
So eine Weise, hold und wild,<br />
Rahmt der Sage ganzes Bild.<br />
Deutsche Übertragung: Heidemarie Förster-Stahl
A L E X A N D R A C O K U Sopran<br />
Nachdem Alexandra Coku an der Stanford University einen Bachelor<br />
in englischer Literatur gemacht hatte, widmete sie sich dem<br />
Gesangsstudium an der Indiana University, wo Professor Margaret<br />
Harshaw ihre Lehrerin war. Darüber hinaus studierte sie seit 1999 mit Klesie<br />
Kelly-Moog in Köln. Mit ihrem britischen Debüt am Royal Opera House<br />
Covent Garden begann ihre internationale Karriere, die sie in viele<br />
bedeutende Opernhäuser und Konzertsäle ganz Europas und der USA<br />
führte. Beispielhaft genannt seien die Nederlandse Opera, die Wiener<br />
Staatsoper, die Bayerische Staatsoper München, das Opernhaus Zürich, das<br />
Concertgebouw Amsterdam, das Berliner Konzerthaus, die Deutsche Oper<br />
am Rhein sowie Auftritte in Frankfurt, Köln, Bonn, Monte Carlo, Genf,<br />
Lyon, Nancy, Toulouse, Marseille, Houston, Chicago, Sao Paolo, beim<br />
Glimmerglass Festival, dem Risör Festival und dem Spoleto Festival. Zu den<br />
Dirigenten, unter deren Leitung Alexandra Coku sang, gehören Sylvain<br />
Cambreling, Rafael Frühbeck de Burgos, John Eliot Gardiner, Michael<br />
Gielen, Ludwig Güttler, Philippe Herreweghe, René Jacobs, Hartmut<br />
Haenchen, Christopher Hogwood, Vassili Sinaiski und Steven Sloane. Für<br />
Deutsche Grammophon, Laserlight und Arte Nova nahm sie Schumanns<br />
»Das Paradies und die Peri« unter Sir John Eliot Gardiner, Mahlers vierte<br />
Sinfonie unter Sylvain Cambreling und Mendelssohns »Elias« unter<br />
Hartmut Haenchen auf. In der Spielzeit 2008/09 gab Alexandra Coku<br />
neben Auftritten in Nürnberg als Fiordiligi (»Cosi fan tutte«) auch ihr Debüt als Marschallin im<br />
»Rosenkavalier« in Bern und war als Agrippina in Lissabon und Zürich zu hören. Daneben war sie<br />
in Konzerten in Amsterdam, Sao Paolo und Wien unter der Leitung von Hartmuth Haenchen,<br />
John Neschling und Bertrand de Billy zu hören. Im Sommer 2009 war sie unter der Leitung von<br />
Jeremie Rhorer als Fiordiligi in »Così fan tutte« auf Tournee durch Frankreich und Deutschland.<br />
In der laufenden Saison führen die Sopranistin Opernengagements nach Lissabon als Niobe und<br />
als Donna Elvira in Don Giovanni nach Zürich. Für Konzerte wurde sie u.a. nach Amsterdam und<br />
Leipzig eingeladen.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 47
L O T H A R O D I N I U S Tenor<br />
Lothar Odinius studierte Gesang bei Anke Eggers in Berlin; in<br />
Meisterkursen bei Ingrid Bjoner, Alfredo Kraus und mehrfach bei<br />
Dietrich Fischer-Dieskau erhielt er weitere Anregungen für seine<br />
Arbeit. Zurzeit wird er gesanglich von Gundula Hintz und Neil Semer<br />
betreut. Er debütierte im Herbst 2008 in Glyndebourne als Tamino in<br />
der »Zauberflöte«, nachdem er als Lucio Silla bei den Mannheimer<br />
Mozartwochen und als Tiberino in »Niobe« bei den Schwetzinger<br />
Festspielen aufgetreten war. In den letzten Jahren interpretierte er die<br />
bedeutenden Partien seines Faches wie Titus und Don Ottavio in<br />
Potsdam, Ferrando in Salzburg und Wiesbaden, Arbace in Mannheim<br />
und Tamino in Bonn. Bei den Haydn-Festspielen Eisenstadt war er unter<br />
Adam Fischer in der Oper »La vera costanza« zu hören, am Opernhaus<br />
Zürich begeisterte er in der Titelpartie von Schuberts »Alfonso und<br />
Estrella« unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt, darüber hinaus<br />
trat er in Kopenhagen und bei den Schwetzinger Festspielen auf. 1995 bis<br />
1997 war er als lyrischer Tenor am Staatstheater Braunschweig engagiert. Besondere<br />
Aufmerksamkeit widmet Lothar Odinius dem Konzertgesang. Als Evangelist der Oratorien von<br />
Bach, als Interpret mit einem Repertoire vom Barock bis in die Gegenwart hat sich der Tenor<br />
international einen Namen gemacht. Engagements der jüngeren Vergangenheit führten ihn u.a.<br />
zum Oregon Bach Festival, auf Tourneen durch Italien mit Bachs Johannes-Passion, nach<br />
Frankreich und Spanien mit Emmanuelle Haim und mit der Academy of St. Martin in the Fields<br />
unter der Leitung von Sir Neville Marriner (Mozart: Requiem) durch Deutschland. Er sang als<br />
Evangelist u.a. in Toronto, Madrid und Budapest und trat beim Rheingau-Musikfestival und beim<br />
Musikfest Stuttgart auf. Eine enge Zusammenarbeit verbindet den Sänger mit Dirigenten wie<br />
Thomas Hengelbrock, Adam Fischer, András Schiff und Helmuth Rilling. Aktuelle und<br />
zukünftige Engagements beinhalten seine Operndebüts an der Canadian Opera Company und<br />
dem Royal Opera House Covent Garden sowie der Opéra National de Paris. Konzertengagements<br />
in den USA führen ihn nach San Francisco und Nashville. Seine Tätigkeit ist auf zahlreichen CD-<br />
Einspielungen dokumentiert.<br />
■ ■ ■ 48 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
R E U B E N W I L L C O X Bass<br />
Reuben Willcox wurde im englischen Devon ge -<br />
boren. Er studierte an der Guildhall School of<br />
Music in London, an der Juilliard School in<br />
New York und bei Rudolf Piernay an der Opernschule<br />
der Musikhochschule Mannheim. Der Stipendiat des<br />
Richard Wagner-Verbandes war 1999 Preisträger beim<br />
<strong>Internationale</strong>n Gesangswettbewerb »Neue Stimmen«.<br />
1998 trat Reuben Willcox sein erstes Festengagement am<br />
Landestheater Coburg an, 2000-05 war er Ensemblemitglied<br />
der Oper Bonn. Zu seinen bisher wichtigsten Partien<br />
zählen Mozarts Don Giovanni, Papageno und Guglielmo,<br />
Dandini (Rossini, »La Cenerentola«), Figaro<br />
(Rossini, »Il barbiere di Siviglia«), Malatesta (Donizetti,<br />
»Don Pasquale«), Marcello (Puccini, »La Bohème«) und<br />
Danilo (Lehár, »Die lustige Witwe«). Neben Gastengagements<br />
u.a. in Köln, Darmstadt, Wiesbaden und Baden-Baden (Festspielhaus) sang er 2005<br />
den Aeneas (Purcell, »Dido und Aeneas«) mit der Akademie für Alte Musik Berlin an der<br />
Berliner Staatsoper, dem Théâtre National du Luxembourg und der Opéra de Montpellier. Es<br />
folgten weitere Aufführungen in Berlin, Ferrara und Amsterdam. 2006 sang er mit dem Collegium<br />
Vocale Gent Jephtha (Händel) in Antwerpen und Paris und die Titelrolle in »Ludovicus<br />
Pius« (Schürmann) im Konzerthaus Berlin mit der Akademie für Alte Musik. Seine Konzert -<br />
tätigkeit umfasst Konzerte u.a. mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Malmö<br />
Symphony Orchestra (Schweden), beim <strong>Internationale</strong>n Beethovenfest Bonn, beim Granada<br />
Festival (Spanien) 2005, sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen u.a. beim SWR, WDR,<br />
ZDF und ARTE. Zu seinen kommenden Projekten zählen Aufführungen von »Dido und<br />
Aeneas«, u.a. in London (Saddler s Wells) und Brüssel (La Monnaie) und, in der Originalproduktion<br />
des Festivals in Aix-en-Provence, Brittens »Curlew River« in New York.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
■ ■ ■ 49
G Ä C H I N G E R K A N T O R E I S T U T T G A RT<br />
Die Gächinger Kantorei Stuttgart wurde 1954 von Helmuth Rilling gegründet und ist<br />
nach einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb benannt. Die Gächinger Kantorei<br />
ist ein Profichor mit einer festen Stammbesetzung, die projektweise zusammentritt. Seit<br />
1981 ist die Gächinger Kantorei organisatorisch in die <strong>Internationale</strong> Bachakademie Stuttgart<br />
eingegliedert, die auch Trägerin des ebenfalls von Helmuth Rilling ins Leben gerufenen Bach-<br />
Collegiums Stuttgart ist. Mit dem Bach-Collegium pflegt die Gächinger Kantorei naturgemäß<br />
die engste Verbindung, aber sie arbeitet weltweit auch mit anderen Orchestern zusammen, z.B.<br />
mit den Wiener Philharmonikern, dem New York Philharmonic Orchestra und dem Israel<br />
Philharmonic Orchestra. Im März 2009 feierten die Gächinger im Rahmen ihrer zehnten Israel-<br />
Tournee das 100. gemeinsame Konzert mit den Musikern aus Tel Aviv. Eine besonders enge<br />
Zusammenarbeit gibt es mit dem Radio-Sinfonie orchester Stuttgart des SWR. In Stuttgart<br />
unterhält die Bachaka demie mit der Gächinger Kantorei eine große Konzertreihe mit Oratorien<br />
aller Jahrhunderte: die Akademiekonzerte. Der Chor pflegt neben den Eigenveranstal tungen eine<br />
umfangreiche Gast spieltätigkeit: Helmuth Rilling und die Gächinger Kantorei traten auf bei den<br />
Festspielen in Salzburg, Wien, Berlin, Luzern und Prag, bei zahlreichen Bachfesten in London,<br />
Berlin, Leipzig, Straßburg, Seoul und anderen Städten sowie beim Oregon Bach Festival, dem<br />
amerikanischen Partner der Bachakademie. Von der großen künstlerischen Vielfalt des Chores<br />
zeugen zahlreiche Tonträger beim Label hänsslerCLASSIC. Neben der Einspielung des gesamten<br />
Vokalwerks Johann Sebastian Bachs in der EDITION BACHAKADEMIE liegen die Schwer -<br />
punkte auf vokalsymphonischen Raritäten des 18. bis 20. Jahrhunderts sowie neuer Musik,<br />
darunter etliche Uraufführungen, z.B. »Litany« von Arvo Pärt (1994), »Requiem der Ver -<br />
söhnung« (1995) oder »Deus Passus« von Wolfgang Rihm (2000). Einen besonderen Akzent<br />
setzte 2004 die Erstein spielung von Felix Mendelssohn Bartholdys Oper »Der Onkel aus<br />
Boston«. Helmuth Rilling ist noch immer künstlerischer Leiter der Gächinger Kantorei – der<br />
Chor arbeitet aber in zunehmen dem Maße auch mit Gastdirigenten; darunter Masaaki Suzuki,<br />
Krzysztof Penderecki, Sir Roger Norrington, Ton Koopman, Martin Haselböck, Alexander<br />
Liebreich, Morten Schuldt-Jensen, Stefan Parkman, Dennis Russell Davies, Hans-Christoph<br />
Rademann, Matthew Halls und Olari Elts.<br />
■ ■ ■ 50 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
S O P R A N<br />
Amarilis Bilbeny<br />
Miriam Burkhardt<br />
Sabine Claußnitzer<br />
Christine Eisenschmid<br />
Florence Günther<br />
Beate Heitzmann<br />
Anne Hellmann<br />
Lara Langguth<br />
Eleonore Majer<br />
Elfriede Michel-Gebauer<br />
Christiane Opfermann<br />
Alevtina Prokhorenko<br />
Elisa Rabanus<br />
Marnie Reckenberg<br />
Johanna Rosskopp<br />
Fereniki Runde<br />
Uta Scheirle<br />
Anja Scherg<br />
Birgit Schneider<br />
Susanne Vogelmann<br />
A L T<br />
Susanne Bandlow<br />
Claudia Burkhardt<br />
Brigitte Ferdinand<br />
Katrin Frühauf<br />
Tanja Hassler<br />
Susanne Hermann<br />
Verena Kortmann<br />
Sandra Marks<br />
Theresia Matthies<br />
Angela Müller<br />
Rebekka Neetz<br />
Gerda Neunhoeffer<br />
Katrin Rüsse<br />
Miranda Schielein<br />
Bärbel Schmid-Krempel<br />
Lilo Walter<br />
T E N O R<br />
Jörg Deutschewitz<br />
Ansgar Eimann<br />
Martin Frobeen<br />
Manfred Gnädig<br />
Christoph Hassler<br />
Mark Heines<br />
Jens Krekeler<br />
Joachim Linke<br />
Martin Möller<br />
Jean-Pierre Ouellet<br />
Richard Resch<br />
Hermann Schatz<br />
Michael Schröck<br />
Vladimir Tarasov<br />
Hartmut Wahlandt<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
B A S S<br />
Klaus Breuninger<br />
Ralf Ellinger<br />
Marek Fras<br />
Martin Hermann<br />
Philipp Kaven<br />
Ben Königes<br />
Stefan Müller-Ruppert<br />
Christian Palm<br />
Jens Paulus<br />
Hanns Pommerien<br />
Frank Schlichter<br />
Florian Schmitt-Bohn<br />
Felix Schuler-Meybier<br />
Gerold Spingler<br />
Stefan Weiler (mit Chorassistenz)<br />
Änderungen vorbehalten<br />
■ ■ ■ 51
S T U T T G A RT E R P H I L H A R M O N I K E R<br />
Die Stuttgarter Philharmoniker wurden im September 1924 gegründet. Ein rascher<br />
künstlerischer Aufstieg ermöglichte bald das Engagement großer Dirigenten und<br />
Solisten wie Leo Blech, Carl Flesch, Hans Knappertsbusch, Hermann Abendroth,<br />
Fritz Kreisler, Carl Schuricht oder Felix Weingartner, ehe es 1933 zur Teilung des Orchesters<br />
kam. Die jüdischen und der größte Teil der ausländischen Musiker wurden entlassen. Ein Teil<br />
der Musiker kam zum Orchester des Reichssenders Stuttgart. Ein weiterer Teil arbeitete als<br />
Landesorchester Gau Württemberg-Hohenzollern weiter. Nach Kriegsende fanden sich hauptsächlich<br />
Mitglieder des ehemaligen Landesorchesters als Stuttgarter Philharmoniker wieder<br />
zusammen. Hermann Hildebrandt, Willem van Hoogstraten, Hans Hörner, Antonio de<br />
Almeida und Alexander Paulmüller waren die Chefdirigenten von 1949 bis 1972. Unter Hans<br />
Zanotelli, künstlerischer Leiter von 1972 bis 1985, entwickelten sich die Philharmoniker zu<br />
einem leistungsfähigen und renommierten Klangkörper. Folgerichtig war daher, dass im Jahre<br />
1976 die Baden-Württembergische Landeshauptstadt Stuttgart das Orchester in ihre Trägerschaft<br />
übernahm. Mit Wolf-Dieter Hauschild, Chefdirigent von 1985 bis 1991, gewannen die<br />
Philharmoniker im In- und Ausland hohe Anerkennung. Carlos Kalmar setzte 1991 bis 1995<br />
die Tradition seiner Vorgänger fort. Von 1995 bis 2002 stand Generalmusikdirektor Jörg-Peter<br />
Weigle dem Orchester als Chefdirigent vor. Walter Weller, der dem Orchester seit Jahren eng<br />
verbunden ist, wurde im Oktober 2003 zum Ehrendirigenten ernannt. Seit September 2004 ist<br />
Gabriel Feltz Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker und Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt<br />
Stuttgart. Für Management und Geschäftsführung zeichnet seit September 2001<br />
Dr. Michael Stille als Intendant verantwortlich. Seit 1994 steht mit der Philharmonie Gustav-<br />
Siegle-Haus auch ein eigenes Gebäude zur Verfügung, das als Probenort und Konzerthaus<br />
dient. Neben den vielfältigen Aufgaben in mehreren Konzertreihen in Stuttgart spielt das<br />
Orchester regelmäßig in verschiedenen Städten des südwestdeutschen Raumes und gibt jedes<br />
Jahr Gastspiele im In- und Ausland. In den letzten Jahren unternahmen die Stuttgarter Philharmoniker<br />
Tourneen in die USA, nach Japan, Südamerika, in die Volksrepublik China und<br />
im Oktober 2005 eine bejubelte Konzertreise nach Mexiko. Die künstlerische Arbeit des<br />
Orchesters ist durch Schallplatten-, Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentiert. Eine lange<br />
Tradition hat das musikpädagogische Engagement des Orchesters.<br />
■ ■ ■ 52 W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
1 . V I O L I N E<br />
Aureli Blaszczok<br />
Christina Bolze<br />
Ramin Trümpelmann<br />
Liliana Kavaldjieva<br />
Maciej Janiszewski<br />
Claudia Wille<br />
Radvan Kubelik<br />
Maria Halder-Kohn<br />
Keiko Waldner<br />
Stefan Balle<br />
Johannes Krause<br />
Frederica Steffens<br />
Petra Cristina Varlan<br />
Ralf Brösamle<br />
2 . V I O L I N E<br />
Lucian Klein<br />
Lionel Michéléna<br />
Boris Alexander Jusa<br />
Patricia Rehlinghaus<br />
Isbert Goldenberg<br />
Svetlana Shopinska<br />
Sung-Hsin Helbig Huang<br />
Margarete Zeuner-Schwarz<br />
Julius Calvelli-Adorno<br />
Brenda Fraisier<br />
Judith Pfeiffer<br />
Valeryia Narushyna<br />
V I O L A<br />
Lonn Akahoshi<br />
Markus Oertel<br />
Steffen Goerke<br />
Natalia Wächter<br />
Cornelie Kuhlmann<br />
Karin Rost<br />
Marlene Svoboda<br />
Bo Youn Kim<br />
Alba Gonzalez i Becerra<br />
Sabine Ehlscheidt<br />
V I O L O N C E L L O<br />
Matthias Neupert<br />
Martin Dörfler<br />
Krassimira Krasteva<br />
Wolfgang Schulz<br />
Hans-Joachim Tscheber<br />
Joseph Steinkühler<br />
Semiramis Cavalcanti da Silva Costa<br />
Ulrike Simon-Weidner<br />
K O N T R A B A S S<br />
Reinald Schwarz<br />
Folkert Weitzel<br />
Helmut Simmeth<br />
Albert Michael Locher<br />
Markus Gähler<br />
Maya Valcheva<br />
F L Ö T E<br />
Robert Lovasich<br />
Caroline Kocak<br />
O B O E<br />
Luca Mariani<br />
Heike Wahl<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F<br />
K L A R I N E T T E<br />
Ute Münch<br />
Constanze Rothmaler-Frücht<br />
Balthasar Hens<br />
F A G O T T<br />
Michael Roser<br />
Stephen Rex<br />
H O R N<br />
Hanna Dippon<br />
Alexander Cazzanelli<br />
Pierre Azzuro<br />
Klaus Eisenblätter<br />
T R O M P E T E<br />
Sebastian Zech<br />
Andreas Pößl<br />
Lukas Reiß<br />
P O S A U N E<br />
Matthias Nassauer<br />
Lars Winter<br />
Andreas Richter<br />
T U B A<br />
Herbert Waldner<br />
H A R F E<br />
Emilie Jaulmes<br />
P A U K E N / S C H L A G W E R K<br />
Martin Ruda<br />
Markus Fischer<br />
Timo Stegmüller<br />
Jacob Eschenburg<br />
O R G E L<br />
Peter Kranefoed<br />
■ ■ ■ 53
■ ■ ■ 54<br />
W W W . B A C H A K A D E M I E . D E
H A N S - C H R I S T O P H R A D E M A N N Leitung<br />
Hans-Christoph Rademann, geboren 1965, studierte an der Musikhochschule in Dresden<br />
Chor- und Orchesterdirigieren. Er gründete den Dresdner Kammerchor, mit dem<br />
er sich bald einen hervorragenden Namen im In- und Ausland erarbeitete und dem er<br />
noch heute vorsteht. Bis 1999 war er musikalischer Leiter der Singakademie Dresden, einem der<br />
traditionsreichsten Chöre Sachsens. 1994 erhielt Hans-Christoph Rademann, auf dessen Initiative<br />
hin das Fest Alter Musik im Erzgebirge ins Leben gerufen wurde, den Förderpreis der Landeshauptstadt<br />
für seine Verdienste um das Dresdner Musikleben. 2000 wurde Hans-Christoph<br />
Rademann als Professor für Chorleitung an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber<br />
in Dresden berufen. 2008 wurde ihm die Sächsische Verfassungsmedaille verliehen. Als Chef -<br />
dirigent des NDR Chores (1999-2004) arbeitete Hans-Christoph Rademann mit Dirigenten wie<br />
Semion Bychkov, Sir Roger Norrington oder Christoph Eschenbach zusammen. Seit 2007 ist<br />
Hans-Christoph Rademann Chefdirigent des RIAS-Kammerchores. Gastspiele führten ihn an<br />
die Pulte anderer führender Chöre und Orchester, u.a. der Ensembles des Bayerischen, des<br />
Mitteldeutschen und des Südwestrundfunks, des Rundfunkchores Berlin, Collegium Vocale<br />
Gent, der Staatskapelle Dresden, der Dresdner Philharmonie, der Radiophilharmonie Hannover,<br />
der Rotterdamer Philharmoniker, Concerto Köln, des Freiburger Barockorchester und der<br />
Akademie für Alte Musik Berlin. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Alte Musik, insbesondere<br />
die Erschließung bislang unbekannter Schätze der Dresdner Musikgeschichte. Hans-<br />
Christoph Rademann leitete zahlreiche Erstaufführungen von Werken Zelenkas, Hasses und<br />
Heinichens – epochale Wiederentdeckungen, die auch als CD-Produktionen zahlreiche Preise<br />
erhielten. An Neuer Musik bestimmt sein Interesse das Ausloten immer neuer, interessanter<br />
Perspektiven zur Weiterentwicklung vokalen Komponierens. Nur folgerichtig war daher ein<br />
von ihm initiierter international ausgeschriebener Kompositionswettbewerb im Jahre 2006.<br />
Als Ideengeber und Mitinitiator des Chordirigentenforums des Deutschen Musikrates widmet<br />
er sich mit Jörg-Peter Weigle, Rektor der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«, seit 2008<br />
verstärkt der Nachwuchsförderung junger Chordirigenten. Im heutigen Konzert leitet Hans-<br />
Christoph Rademann erstmals ein Konzert der <strong>Internationale</strong>n Bachakademie Stuttgart.<br />
E D W A R D E L G A R ■ K I N G O L A F ■ ■ ■ 55
H E R Z L I C H E N<br />
D A N K!<br />
Z U S C H U S S G E B E R<br />
H A U P T S P O N S O R E N<br />
W W W . B A C H A K A D E M I E . D E<br />
Die Akademiekonzerte und die ganze Arbeit<br />
der <strong>Internationale</strong>n Bachakademie Stuttgart ist nur durch die Treue<br />
und großzügige Unterstützung vieler Partner möglich.<br />
S T I F T E R ■ F Ö R D E R E R ■<br />
S P O N S O R E N ■ P A R T N E R<br />
Allianz Deutschland AG<br />
Bansbach Schübel Brösztl & Partner<br />
GmbH<br />
Dr. Christine Bechtle-Kobarg<br />
Gisela von Behr †<br />
Adalbert † und Hilla Bohle<br />
Robert Bosch GmbH<br />
Robert Bosch Stiftung GmbH<br />
CMS Hasche Sigle<br />
Daimler AG<br />
Dekra AG / e.V.<br />
Deutsche Bank Stiftung<br />
DSZ - Deutsches Stiftungszentrum<br />
Deutscher Sparkassen- und<br />
Giroverband e.V.<br />
J. Eberspächer GmbH & Co KG<br />
Ernst & Young AG<br />
Evangelische Landeskirche in<br />
Württemberg<br />
fischerwerke GmbH & Co.KG<br />
Dr. Wolfram Freudenberg<br />
Dr. Manfred und Ingrid Gentz<br />
Anne Liese Henle †<br />
Dieter von Holtzbrinck Stiftung GmbH<br />
IBM Deutschland GmbH<br />
Johannes Kärcher<br />
Roland Klett †<br />
Ernst Klett Aktiengesellschaft<br />
Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen<br />
Emil Kriegbaum GmbH & Co. KG<br />
Baden-Württemberg Stiftung<br />
L-Bank Musikstiftung<br />
Berthold Leibinger Stiftung GmbH<br />
Familie Dr. Leibinger-Kammüller<br />
Elisabeth † und Ludwig Lehmann-Binz<br />
Friedhelm Loh<br />
MAHLE GmbH<br />
Stiftung van Meeteren<br />
Helmut Nanz Stiftung<br />
Hugo Rupf Stiftung<br />
Renate Pilz<br />
SKS Erwin Russ GmbH<br />
Andreas Stihl AG & Co. KG<br />
HSBC Trinkaus & Burkhardt AG<br />
Voith AG<br />
Senator E.h. Horst Weitzmann<br />
Siegfried Weishaupt<br />
Wieland-Werke AG<br />
Joseph Wohlwend Treuhand AG<br />
Adolf Würth GmbH & Co. KG<br />
Wüstenrot & Württembergische AG<br />
F Ö R D E R K R E I S<br />
I N T E RNAT I O N A L E<br />
B A C H A K A D E M I E<br />
S T U T T G A R T e . V .
I M P R E S S U M<br />
V O R S C H A U<br />
Herausgeber ■ I N T E R N A T I O N A L E B A C H A K A D E M I E<br />
S T U T T G A R T<br />
Künstlerischer Leiter ■ KMD Prof. D. Dr. h. c. mult. Helmuth Rilling<br />
Vorsitzender des Vorstands ■ Prof. Dr.-Ing. E.h. Berthold Leibinger<br />
Intendant ■ Christian Lorenz<br />
Text ■ Dr. Michael Gassmann (Originalbeitrag)<br />
Redaktion ■ Dr. Michael Gassmann, Jürgen Hartmann<br />
Abbildungen ■ Ruth Sigardadottir (Odinius), Matthias Heyde<br />
(Rademann), Holger Schneider (Gächinger Kantorei Stuttgart),<br />
Künstleragenturen / privat, Stuttgarter Philharmoniker,<br />
Archiv Bachakademie, Wikimedia Commons.<br />
Umschlag & Gestaltung ■ vjp i-arts.net<br />
Satz & Druck ■ Werner Böttler GrafikSatzBildDruck<br />
12. bis 20. März 2011<br />
B A C H W O C H E S T U T T G A R T ■ J O H A N N E S - P A S S I O N<br />
Die <strong>Internationale</strong> Bachakademie Stuttgart verbindet in besonderer Weise das<br />
»Nachdenken über Musik« mit der Praxis. Die Bachwoche ist dafür ein Paradebeispiel<br />
in ihrer Kombination von Meisterkursen und Podiumsgesprächen mit<br />
Studium Generale, Gottesdiensten, Gesprächskonzerten und Konzerten. Erstmals<br />
wird 2011 zur Bachwoche ein internationales Jugendensemble (Chor und<br />
Orchester) zusammengestellt und der Akademiearbeit und ihrer Ausstrahlung<br />
in alle Welt damit ein weiterer wertvoller Aspekt hinzugefügt. Einzelheiten<br />
sowie genaue Veranstaltungstermine und -orte entnehmen Sie bitte dem Faltblatt<br />
zur Bachwoche Stuttgart 2011.<br />
Montag ■ 21. März 2011 | 19 Uhr<br />
Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Mozart-Saal<br />
J S B 3 2 6 G E B U R T S T A G S K O N Z E R T<br />
J O H A N N S E B A S T I A N B A C H (*21. März 1685)<br />
Orchestersuite Nr. 1 C-Dur BWV 1066<br />
Violinkonzert Nr. 1 g-Moll BWV 1056a<br />
Klavierkonzert Nr. 7 g-Moll BWV 1058<br />
Klavierkonzert Nr. 4 A-Dur BWV 1055<br />
Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052<br />
E V G E N I K O R O L I O V ■ Klavier<br />
B A C H - C O L L E G I U M S T U T T G A R T<br />
G E R N O T S Ü S S M U T H ■ Violine und Leitung<br />
5 . A K A D E M I E K O N Z E R T<br />
Samstag | 2. April 2011 | 19 Uhr | ABO A<br />
Sonntag | 3. April 2011 | 18 Uhr | ABO B<br />
Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Beethoven-Saal<br />
Einführung: eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn mit Holger Schneider<br />
Musikalischer Salon in der Bachakademie am Donnerstag, 31. März, 19 Uhr<br />
A R T H U R H O N E G G E R Jeanne d’Arc au bûcher<br />
S Y L V I E R O H R E R ■ Sprecherin, Jeanne d’Arc<br />
Ö R S K I S F A L U D Y ■ Sprecher, Frère Dominique<br />
K A R E N W I E R Z B A ■ Sopran, La Vierge<br />
L E T I Z I A S C H E R R E R ■ Sopran, Marguerite<br />
K I S M A R A P E S S A T T I ■ Alt, Catherine<br />
J E A N - N O Ë L B R I E N D ■ Tenor<br />
F R A N C O I S L E R O U X ■ Bass<br />
G Ä C H I N G E R K A N T O R E I S T U T T G A R T<br />
R A D I O - S I N F O N I E O R C H E S T E R Stuttgart des SWR<br />
H E L M U T H R I L L I N G ■ Leitung