Mitteilungen - Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland

rsszo

Mitteilungen - Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland

Winter 2010

Mitteilungen

Selbstverwaltung


Die Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland

wurde 1976 als politisch und konfessionell unabhängige Schule begründet

und steht als solche allen Bevölkerungskreisen offen. Das

Lehrerkollegium, als im pädagogischen Bereich autonomes Gremium,

orientiert sich in seinen erzieherischen Zielsetzungen an der geisteswissenschaftlichen

Welt- und Menschenerkenntnis Rudolf Steiners

– an der Anthroposophie. Die Aufnahme von Kindern erfolgt nach

pä da go gischen Gesichtspunkten und liegt in der Verantwortung des

Lehrer kollegiums.

Die Freie Schulvereinigung Zürcher Oberland

ist der rechtliche und wirtschaftliche Träger der Schule. Mitglied kann

werden, wer den Bestand und weiteren Ausbau einer Rudolf Steiner

Schule im Zürcher Oberland in freier Trägerschaft mitunterstützen will.

Die Statuten der Vereinigung sowie eine Beitrittserklärung sendet Ihnen

gerne der

Vorstand der Freien Schulvereinigung

Usterstrasse 141, 8620 Wetzikon

Die Mitteilungen

erscheinen viermal im Jahr und wollen der Bildung eines gemeinsamen

Bewusstseins aller an der Schule Beteiligten sowie dem für das

Leben unserer Schule unerlässlichen Informationsfluss dienen. Sie

werden auch an Interessenten abgegeben. Beiträge zur Deckung der

Druck- und Versandkosten erbitten wir auf das

Postcheckkonto 87-3246-9.

Nr. 148 / 34. Jahrgang Erscheint 4x jährlich

Inhalt

Redaktionelles 2

Berührungspunkte

Selbstverwaltung – Tradition oder

Peter Urbscheit 4

Fundament der Steiner Schulen?

«Die Selbstverwaltung braucht

Peter Lüthi 6

Geistesgegenwart»

Selbstverwaltung an der

Gespräch mit Reinhold Salgo 9

Rudolf Steiner Schule Birseck Thomas Didden 16

Selbstverwaltung? Selbstverwaltung! Peter Lange 20

Einer für alle – alle für einen Heidi Schmid 24

Drei Arten von Geld Hanspeter Liechti 27

Freie Schulwahl ab der 4. Klasse Sigrun Lück 31

Ehemalige berichten Sina Streiff Bänziger 33

Aus dem Kollegium Ralf Henken 35

Aus dem Vorstand 38

Gelesen… Erwin Kolb 41

Nawala, die weltweit erste Barbara Stauffer

Oshivambo Waldorf-Klassenlehrerin und Erich Meier 42

Mitteilungen der Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland

Herausgeber Lehrerkollegium der Rudolf Steiner Schule und

Vorstand der Freien Schulvereinigung Zürcher Oberland

Usterstrasse 141, CH-8620 Wetzikon

Tel. 044 933 06 20, Fax 044 933 06 24

E-Mail: info@rsszo.ch, www.rsszo.ch

Redaktion Basil Bachmann, Christian Labhart,

Peter Lüthi, Renata Merz

Lektorat Peter Urbscheit

Layout Alinéa AG, Wetzikon

Druck Offset Express AG, Wetzikon

Redaktionsschluss Frühling 2011: 2. März 2011

Inhaltliche Verantwortung für die Beiträge und alle Rechte bei den Autoren


Redaktionelles

Liebe Leser,

Hand aufs Herz – fühlen Sie sich, falls Sie eine Leserin sind, einen Augenblick lang

übergangen? Dann möchte ich mich natürlich bei allen Leserinnen entschuldigen.

Oder bei allen weiblichen Lesern? Fühlen Sie sich eventuell doch ganz anders ernst

genommen, wenn ich Sie mitmeine, indem ich Sie an den eigentlichen Leser noch

anhänge und als «Liebe LeserInnen» auch zum Lesen einlade, wobei das grosse I

doch eine besondere, aufrechte Würde ausstrahlt?

Unser treuer Lektor und Korrektor Peter Urbscheit hat für diese Nummer sein vehementes

Plädoyer in dieser Sache verfasst und uns in der Redaktion herausgefordert,

denn wir müssen ja durch unsere Schreibgewohnheiten immer wieder ganz

praktisch Stellung beziehen. Das Hinzufügen der weiblichen Form entstand in

den 70er Jahren im Zuge der Frauenbewegung. Es entsprang dem Bedürfnis, das

Bewusstsein für männlich geprägte Strukturen auch in der Sprache zu schärfen,

selbst wenn darunter Sprachfluss und Leserlichkeit eines Textes leiden. Vielleicht

wollen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu Stellung nehmen.

Das Thema Selbstverwaltung schien uns in der Redaktion reizvoll für die Mitteilungen.

In der heutigen Zeit, geprägt von Effizienz, Tempo und Spezialisierung, ist es

durchaus eine berechtigte Frage, ob eine Institution durch seine Mitglieder basisdemokratisch

geführt werden kann, ohne Chef, ohne Hierarchien… Für eine Schule

mag das noch denkbar sein. Aber für ein Unternehmen oder sogar für den Staat?

Wer diese Frage so stellt, setzt sich dem Verdacht aus, zu den Ewiggestrigen zu gehören,

die die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben. Und doch leben irgendwo

in uns Utopien, von denen die «praktische» Welt im Moment meilenweit entfernt

zu sein scheint. Die Volksbewegungen in Deutschland gegen das Bahnhofprojekt

Stuttgart 21 und gegen die Atommülltransporte nach Gorleben bestärken mich in

der Annahme, dass derartige Formen von Widerstand viele Menschen in ihren Herzen

ansprechen und hinter dem Ofen hervorlocken. Weil da eben diese Utopie einer

anderen Welt durchscheint.

Zu den Bildern aus dem technischen Zeichnen der 9. Klasse

Die Pubertätszeit ist Inkarnationszeit, Inkarnation in den eigenen Organismus,

aber auch Inkarnation in unsere produzierende Arbeitswelt. Das Bedürfnis erwacht,

sich in der äusseren Welt zu betätigen. Dies erfordert allerdings auch, dass

man Regeln dieser Welt kennt, dass man mit diesen Regeln und Gebräuchen umgehen

kann. Mit dem persönlichen Inkarnationsprozess entsteht auch naturgemäss,

dass man Mühe hat mit den Regeln der Welt. Die eigenen Bedürfnisse sind so stark

im Vordergrund, dass man am liebsten nur den eigenen Neigungen folgen möchte,

das heisst nur «subjektive Regeln» gelten lassen möchte.

An dieser Stelle möchten wir Renata Merz als Mitglied der Redaktion für ihre wert-

Beim technischen Zeichnen hat man sich unbeugsamen Normen zu unterwerfen,

volle Mitarbeit danken;sie koordinierte vom Dreh- und Angelpunkt Sekretariat aus

persönliche Neigungen haben absolut keinen Platz, werden nicht toleriert. Zudem

die verschiedensten Arbeiten im Dienste der Mitteilungen. Christa Hunziker wird

ist eine hohe Anforderung an Exaktheit und Sauberkeit gestellt, vor allem wenn

ihren Platz in der Redaktion einnehmen.

man mit Tusche zeichnen muss. Diese Tätigkeit ordnet, organisiert, gibt Klarheit

Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit – am, auf oder hinter dem Ofen…

und Richtung. Zudem ist sie durch und durch logisch und fördert das praktische

Denken und Vorstellen.

Für die Redaktion

Christian Labhart

Felix Zimmermann

2 3


Berührungspunkte

… «der/des KlientIn/Kindes» – Lehrer des Deutschen, schafft Klarheit!

Eine heikle Angelegenheit ist der Punkt, den ich berühre und der ein Fachanliegen

ist; ich vertrete nicht willkürlich einen Standpunkt. Ich berühre ihn, wissend, dass

ich ein Er bin und allein das mich in den Augen vor allem mancher Damen unter den

Lesern disqualifiziert. Aber ich versichere, dass mir fast alle denkbaren Einwände,

Gegenargumente, Anwürfe, Ich-wolle-ja-nur-Recht-haben-Vorwürfe bestens bekannt

sind; kurz, derlei bedenke man still bei sich. – Nun aber sachlich nüchtern,

also wirklich ohne jeden spöttischen Unterton. Und um ein Dogma geht es natürlich

auch nicht:

Es geht um die -In- oder -Innen-Form und entsprechende Bemühungen bei der

schriftlichen Anrede oder Benennung von Gruppen oder Gesamtheiten, gelegentlich

auch von Einzelnen: Seien es Freunde, Lehrer, Schweizer, Franzosen, Studenten,

Musikanten oder Musiker, Maurer, Besucher, Mitarbeiter und so weiter und

so fort. Dann, eben als Gesamtheit, benötigen sie nicht auch noch die und Freundinnen-,

und Besucherinnen-…Form oder die zusammenziehende FreundInnen…-

Endung. Denn bei den männlichen -e, -er beziehungsweise -en-Endungen haben

wir es mit dem grammatischen Geschlecht zu tun. Damit ist überhaupt gar nicht,

oder nur selten, berührt, ob nun beide, weibliche und männliche Angehörige (mit)

gemeint sind.

Vielmehr meint das grammatische Geschlecht ausschliesslich die Funktion – wie

bei jedem anderen Hauptwort auch. Es geht um: Zugehörigkeiten zu einem Land

(Inder), Ort (Zürcher), Beruf (Kellner, Ärzte), zu einer Institution (Schüler), um Tätigkeiten

(Musikanten), Stellungen oder Beziehungen/Relationen (Freunde, Brüder,

Feinde, Mitarbeiter) und so weiter. Darum: Ein Lehrerseminar bildet Frauen und

Männer zu Lehrern aus – das ist einfach richtig so und hat nichts mit Männerwelt,

herkömmlichem Patriarchat oder Frauendiskriminierung zu tun. Friedrich Schillers

«Alle Menschen werden Brüder» ist völlig in Ordnung; Mit Angela Soundso wurde

zum ersten Mal eine Frau zur Präsidentin gewählt ist gruusiges Deutsch, weil falsch.

Es gibt Ausnahmen, aber die berühren nicht den Berührungspunkt.

Allerdings, wenn eine Einzelperson gemeint ist, dann muss man sich eben entscheiden,

worauf die Betonung liegen soll: auf der Funktion – Sie ist wirklich ein

guter Freund; Frau A. ist ein geschäftstüchtiger Kunde, oder auf der Tatsache, ob

Frau oder Mann – Sie ist eine nette Mitarbeiterin. Oder dann geht es um den Hinweis

auf eine ganz konkrete Person – Diese Lehrerin hat heute frei.

Vor allem aber: Die schriftliche Form der -Innen-Endung und Ähnliches ist eine

sehr hässlich aussehende Un-Lösung des Benennungsproblems; siehe das reale

Beispiel im Titel …«der/des KlientIn/Kindes» – das ist unsprachliche Zwängerei.

Grössere Höflichkeit oder Rücksichtnahme kommt mit -In/-Innen gewiss nicht zum

Ausdruck, eher gleichgültiges Sich-Entledigen der lästigen Pflicht sogenannter political

correctness.

Kurz: Um mehr Konkretes für die, sehr wohl nötige, Gleichberechtigung von Frauen

im Sprachlichen, schriftlich und mündlich, hinzukriegen, dazu bedarf es in jeder

konkreten Situation neu der höflichen Fantasie und ehrlichen Bemühung um liebevolle

Formulierungen. Solches zu exemplifizieren ist, liebe Leser, hier nicht mehr

meine Aufgabe.

Peter Urbscheit

PS. Schon seit Jahren berührt mich dieser Punkt. Nun entdecke ich in diesen Tagen

Ausführlicheres dazu unter www.bruehlmeier.info – mit dem Titel Sprachfeminismus

in der Sackgasse (unter «Sprachzerstörung aus Konzilianz») – ganz heiß!

4 5


Selbstverwaltung – Tradition oder

Fundament der Steiner Schulen?

Selbstverwaltung ist ein Menschenrecht, seit die Aufklärung im 18. Jahrhundert

den mündigen Menschen proklamierte. Immanuel Kant definierte als aufgeklärt

denjenigen, der aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit aufbricht. Allerdings

fasste er erst das Recht des Einzelnen auf die eigene «Verwaltung» seines Verstandes

ins Auge, sowie das Recht der Gebildeten auf die ungelenkte Verwaltung ihrer

öffentlichen Diskussion. Dabei sprach Kant ein solches Recht nur demjenigen zu,

der den Mut hat zu eigenem Erkenntnisstreben.

Bei der Verwaltung der Gedanken konnte es natürlich nicht bleiben. Es galt, auch

die Taten in die Selbstverwaltung von zuständigen Individuen und Gemeinschaften

zu stellen. So wurden im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts der Begriff und

das Recht immer weiter ausgedehnt: Im klassischen Anarchismus der Neuenburger

Uhrenhandwerker oder der spanischen Bauern bezog sich Selbstverwaltung vor

allem auf die Gemeinde, in der US-Propaganda des Ersten Weltkriegs war dann von

«Selfgovernment of Nations» die Rede, und in der 68er-Bewegung betraf der Begriff

z.B. Arbeitskollektive und Universitäten. Immer deutlicher gab sich die Forderung

schliesslich als das Recht jedes Menschen (allmählich sogar: jeder Frau!) auf

«Selbstverwirklichung» zu erkennen.

Auch die erste Waldorfschule von 1919 sowie die später daran anknüpfenden Schulen

beanspruchen ein solches Recht und versuchen die eigene Initiative zu schützen

gegen die Lenkungsvorgaben und Weisungskompetenzen von Unbeteiligten.

Aber die Waldorfschule erhebt den Anspruch auf Selbstverwaltung nicht aus einem

Recht auf Selbstverwirklichung, sondern aus einer Pflicht. Diese ergibt sich aus

einem Auftrag, den jeder einzelne Mitarbeitende sich in freiem Entscheid zu eigen

macht.

Wenn heute von «Aufträgen» an Lehrpersonen die Rede ist, denkt man unwillkürlich

an Bildungsdirektionen und Wirtschaftsverbände; bei Privatschulen wohl an

Eltern, die als Kunden eine Dienstleistung in Auftrag geben, da sie diese schliesslich

auch bezahlen.

Rudolf Steiner stellte 1919 dem ersten Lehrerkollegium am Vorabend der Einführung

in seine Aufgabe einen andern Auftraggeber vor: das geheimnisvolle Menschenwesen,

das sich in jedem einzelnen Kind immer wieder einmalig konkretisiert, «auf die

Welt kommt». Ein solcher Auftraggeber verpflichtet die Schule zu Selbstverwaltung

in doppeltem Sinn: als Schutz gegen aussen vor gesellschaftlicher Macht, und als

Schutz vor Einengung des Einzelnen durch hierarchische Strukturen im Innern. Beide

Verpflichtungen führen zu spezifischen Schwierigkeiten und Gefahren.

Nach aussen: Manche Beurteiler von Steinerschulen wittern sogleich die Gefahr,

dass autonome Schulen mit idealistischen Lehrern der Gesellschaft lebensfremde

Menschen übergeben, die womöglich an den Realitäten scheitern. Deshalb sei es

doch klüger – so etwa das neuste SVP-Papier zum Lehrplan –, Economiesuisse

und Gewerbeverband würden dem ganzen Schulwesen die Ziele vorgeben. Ein so

verstandener Idealismus wäre allerdings das Gegenteil des in der Steinerschule

erforderlichen Idealismus. Der Auftrag, wie Rudolf Steiner ihn den ersten Lehrern

schilderte, besteht darin, Kinder zu begleiten, die auf diese Welt, in diese Gesellschaft

geboren werden wollten, um gerade unter diesen irdischen Bedingungen die

Möglichkeiten des Menschseins zu erkunden und zu verwirklichen. Sie erahnen

den Sinn des Menschseins insbesondere darin, mit den Begabungen, die sie mitbringen,

und dem, was sie in der Schulzeit gelernt haben, tätig zu werden für andere.

Also liegt im Idealismus der Waldorflehrer selber der Impuls, die Schüler zu

einer zeitgemässen Lebenstüchtigkeit zu führen – nicht weil der Wirtschaftsstandort

nach seinen kurzfristigen Interessenlagen das in Auftrag gibt, sondern weil der

Pädagoge sich als Anwalt des «Geburtswillens» versteht und seine persönlichen

Utopien zurückstellt.

Was ist also von den (hoffentlich idealistischen) Lehrern einer autonomen Schule

gefordert? In der oben erwähnten Ansprache vor dem ersten Einführungskurs wird

die Konsequenz gezogen: «Wir müssen lebendiges Interesse haben für alles, was

heute in der Welt vor sich geht, sonst sind wir für diese Schule schlechte Lehrer.

Durch das Interesse für die Welt müssen wir erst den Enthusiasmus gewinnen.» Ein

solches Interesse soll geerdet sein gerade dadurch, dass die Erziehenden und Unterrichtenden

nicht vollständig freigestellt werden für die pädagogische Aufgabe

– so edel und verlockend das auch klingen würde. Durch Beteiligung an der Selbstverwaltung

erwerben sie sich auch wirtschaftliche und rechtliche Kompetenzen

oder mindestens ein konkretes Verständnis davon.

Nach innen: Immer wieder kann man bewegt, ja erschüttert sein, wenn man dem

tiefen Vertrauen eines Kindes in die Erwachsenen «ins Auge schaut» – schon beim

Säugling, der unverwandt das Augenpaar des sich zuneigenden Menschen sucht

und im Erkennen das Lächeln ausbildet; dann beim Jugendlichen, wo sich das Vertrauen

zunehmend im Mut zur Konfrontation äussert. Eine innige Hoffnung auf ein

Gegenüber, das sich als DU erweist, weil es ein ICH ist, richtet sich besonders darauf,

dass der Erwachsene sein Tun voll verantwortet. Dass er nichts mit mir, dem

Schüler-Ich, unternimmt, was zwar sinnlos oder gar schädlich ist, aber nun einmal

in einem Reglement steht oder von einem Rektorat so verfügt wurde. – Weil der

einzelne Lehrer die Verantwortung nicht abgeben darf, muss er Autonomie für sich

6 7


selbst verlangen dürfen, nicht weil es ihm nicht passt, dass ihm jemand «dreinredet».

Rudolf Steiner formulierte es an jenem Abend so: «In einer wirklichen Lehrer-

Republik werden wir nicht hinter uns haben Ruhekissen, Verordnungen, die vom

Rektorat kommen, sondern wir müssen dasjenige hineintragen, was jedem von uns

die volle Verantwortung gibt für das, was wir zu tun haben.»

Aber auch hier gilt es nüchtern, Gefahren und Missbräuche ins Auge zu fassen. Das

reale Kind steht nicht einem «Einzelkämpfer»-Pädagogen gegenüber, wie es sich

der einsame Phantast Rousseau erträumte. Es erlebt das Zusammenwirken vieler

Erwachsener, im Schulhaus, im Elternhaus und zwischen den beiden. Einfach aus

seinen Lebensnotwendigkeiten als werdendes Menschenwesen heraus fordert es,

dass die Erwachsenen mit diesem doppelten Auftrag zurechtkommen: Jeder hat

seine individuelle Initiative zu entfalten und zu verantworten – und jeder hat dafür

Sorge zu tragen, dass dies in Harmonie mit dem Ganzen geschieht. Die Kinder stellen

uns da eine Aufgabe, die man durch (erdachte) Strukturen und Organigramme

nicht dauerhaft lösen kann. Kinder interessieren sich nicht für Strukturen, sondern

für das ganz persönliche Gegenüber und für das herzliche Verhältnis zwischen den

Persönlichkeiten. Allerdings können Strukturen den Auftrag hindern oder fördern.

Die Rudolf Steiner Schule in Wetzikon versucht weiterhin, auf die Ruhekissen einer

Schulleitung zu verzichten und durch wechselnde Delegierung der Selbstverwaltungsaufgaben

an eine Vielfalt von Mandatsgruppen dem Anspruch gerecht zu

werden.

Rudolf Steiner hat damals die Lösung auch nicht in ganz bestimmten und zeitlos

«richtigen» Strukturen gesucht. Vielmehr heisst es unmittelbar nach seinem Hinweis

auf die volle Verantwortung des Einzelnen in der «Lehrer-Republik» konsequent:

«Ersatz für eine Rektoratsleitung wird geschaffen werden können dadurch,

dass wir diesen Vorbereitungskurs einrichten und hier dasjenige arbeitend aufnehmen,

was die Schule zu einer Einheit macht.» Es wäre also fahrlässig, die Institution

der Schulleitung abzuschaffen, ohne dass die Einzelnen für sich und das

Kollegium gemeinsam am Verständnis des geheimnisvollen «Auftraggebers» und

«Schulleiters» arbeiten: am Verständnis des «Menschen», der geboren werden will

und bewusster Begleitung bedarf. In diesem Sinne ist das Kollegium wieder jeden

Donnerstag an der von Rudolf Steiner angeregten Menschenkunde tätig.

Peter Lüthi

«Die Selbstverwaltung braucht

Geistesgegenwart»

Ein Gespräch mit Reinhold Salgo

War die Selbstverwaltung bei der Gründung unserer Schule ein Thema?

Ja, aber nicht so konzis gestellt. Wir waren alle Anfänger, als diese Schule gegründet

wurde, wir hatten alle noch nie eine Schule gegründet. Ich bin mit dieser

Schule gewachsen, bin dreissig Jahre älter geworden und habe mir viele Gedanken

zur Schulführung gemacht. Meine letzten Gedanken liess ich gar nicht mehr einfliessen,

aber heute wüsste ich, wie (lacht).

8 9


Am Anfang haben wir einfach miteinander geredet, bis jemand eine gute Idee hatte,

oder jemand hatte schon am Anfang eine gute Idee, die man dann verfolgte. Aber

die Frage von informeller oder formeller Führerschaft hatte sich dort nie gestellt.

Wir waren viel zu wenige Personen.

Was verstehst du unter informeller und formeller Führerschaft?

Ich war ja nie bei den Konferenzen dabei, aber ich nehme mal an, in der Konferenz

gab es solche Leute, die immer sprachen, auf die man hörte, und es gab andere,

die nie etwas sagten, und auf diese hörte man nicht. Kunststück, sie sagten nie

etwas. Es gibt in jedem Gremium solche, die nie etwas sagen, und dann hat man

keinen Grund, auf sie zu hören, und solche, auf die man eher hört oder immer, und

das sind die informell Führenden.

Offenbar hältst du dies für eine ganz natürliche Sache, dass die einen eben mehr

Kompetenzen, mehr Initiative haben?

Ich halte es nicht für einen Fehler, solange man es hinterfragt. Auch diejenigen,

die nie etwas sagen, sollten einmal die Frage stellen: Wieso redest du eigentlich

immer, zu allen Themen?

Das ist ja ein Argument, das die Gegner der Selbstverwaltung ins Spiel bringen: Die

informellen Autoritäten bestimmen. Daraus fordern sie dann zum Beispiel Schulleitungen.

Diskussionen um die Schulführung gab es ganz am Anfang einmal mit den Lehrern

zusammen, und wir entschieden uns gegen die Schulleitung. Wir vom Vorstand

stellten die Infrastruktur zur Verfügung, wir kümmerten uns um neue Lehrer, als

eine Dienstleistung. Die Schule mussten die Lehrkräfte führen.

Weil wir uns ja auf die Dreigliederung berufen, sollten wir unterscheiden, worum

es eigentlich geht. Wenn es um ein Problem des Geisteslebens geht, gelten ganz

andere Regeln als bei der Diskussion über ein wirtschaftliches Problem, das alle

betrifft. Ein Rechtsproblem erfordert nochmals andere Regeln. In diesem Punkt

waren wir zu wenig wach, als ich noch im Schulverein präsent war. Wir waren bei

der Gründung dieser Schule unter Zeitdruck, das heisst, wir haben uns selber unter

Druck gesetzt. Dreieinhalb Jahre vor der Eröffnung der Schule bestimmten wir,

wann sie eröffnet werden sollte. Wir setzten damals schon bestimmte Fristen, und

es hat funktioniert (lacht).

Welches sind die wichtigsten Regeln der Selbstverwaltung?

Ich beginne mit dem Geistesleben, weil in diesem Bereich jeder Mensch in seiner

geistigen Individualität gegriffen wird. Die Konferenz ist ein Organ des Geisteslebens,

wenn sie über das Unterrichten spricht. In diesem Gebiet hat der eine mehr

Einsicht als ein anderer, der eine bemüht sich stärker als ein anderer. Wenn man

darüber redet, ist das gültig, was das Individuum erkennt. Dies darf nicht zu einem

Einheitsentscheid führen.

Ein Beispiel: Wie machen wir das,

wenn wir über die Pausenzeiten

reden? Da sollte man sich ja einigen,

da man in einem Schulorga-

nismus nicht sieben verschie-

dene Pausenzeiten machen kann.

Aber warum eigentlich nicht?

Vielleicht hat eine Lehrperson

die Erfahrung gemacht, eineinhalb

Stunden am Stück seien zu

viel für die Kinder. Oder vielleicht

findet eine andere gerade das

Gegenteil, sie möchte mindestens

zwei Stunden an einem Thema

arbeiten. In diesem Fall gibt

es bereits keinen Konsens mehr.

Muss dieser Konsenszwang sein? Die Lehrkräfte kennen ja ihre eigenen Klassen

am besten. Sie haben Erfahrungen mit diesen Kindern und wissen, dass sie nach

zwanzig Minuten eine neue Steigerung brauchen und die Epoche mit diesem neuen

Impuls zwei Stunden dauert. Wenn es vorher eine Pause gibt, bricht etwas ab, also

braucht die Klasse nach zwei Stunden eine Pause. Wenn die Eurythmielehrerin,

die natürlich Klasse um Klasse hat, dies anders machen möchte, beurteilt sie es

von der Eurythmie aus. Das würde bedeuten, dass die Pausenglocke ausgeschaltet

werden muss. Man muss in diesen Bereichen einen Konsens finden, wo er für die

Gemeinschaft notwendig ist, das muss aber nicht die Pausenglocke sein.

Würdest du eine Abstimmung machen, wenn der Konsens nach zehn Stunden noch

nicht gefunden wurde?

Ich würde keine Abstimmung machen, sondern ich würde diejenigen bitten, die

sich noch dagegen sträuben, zunächst einmal zuzustimmen. Mit einer Abmachung,

dies in einem halben Jahr wieder zu besprechen, wenn‘s nicht geht. Es gibt Beispiele,

wo Leitungsgremien grosser Wirtschaftsunternehmen nur im Konsens folgenschwere

Entscheidungen oder auch Missentscheide treffen. Die Deutsche Bank

zum Beispiel.

In jeder Konferenz werden verschiedene Bereiche gestreift. Man müsste wach sein

und merken, jetzt sprechen wir über eine Rechtsfrage, wo sich jeder seine eigene

Meinung bilden und dann als mündiger Mensch abstimmen kann, da braucht es

10 11


keine Einweihungsstufen. Es geht

um die Geistesgegenwart zu merken,

dass man in einer Frage um

die Individualität nicht versucht,

die anderen zu überstimmen.

Es geht auch in Wirtschaftsfragen

nicht darum, die anderen zu

überstimmen, sondern man sollte

versuchen, zu einem Konsens

zu gelangen. Bei Rechtsfragen

geht es um das Stimmen, nicht

das Überstimmen. Es ist auch

eine pädagogische Aufgabe, einen

selbstverwalteten Betrieb zu

führen.

Ein Argument ist die Entlastung der Lehrkräfte durch eine Schulleitung. Diese leitet

die Schule administrativ, so hätten die Lehrkräfte mehr Zeit für ihr Kerngeschäft,

nämlich die Arbeit mit den Kindern.

Es gibt viele Leute an unserer Schule, die sich beruflich mit der Existenz dieser

Schule beschäftigen. Es ist ihr Unternehmen, und ich hätte es nicht gerne gesehen,

wenn man da Hierarchien schaffen und eine Schulleitung wählen würde. Ich glaube

eben nicht, dass das Argument, die Lehrer zu entlasten, wirklich ein ehrliches Argument

ist. Ich habe das Gefühl, es sei einerseits ein vorgeschobenes Argument von

denen, die keine Lust haben, sich um alles zu kümmern, und andererseits ein Argument

von denen, die gerne mehr Macht ausüben würden. Das ist ein Instinkt. Dies

ist die Gefahr einer Schulleitung, dass sie hinter den Kulissen ein bisschen etwas

mischt und dann mit gemischten Karten in die nächste Versammlung kommt und

dort ihre Vorschläge präsentiert. Ich glaube, dass dieser Ruf nach Schulleitung,

auch wenn er aus einem ehrlichen Bedürfnis nach Entlastung entsteht, aus einem

Mangel an Geistesgegenwart entspringt. In jeder Schule gibt es einige Lehrkräfte

die während den Konferenzen gerne nichts sagen, vielleicht gelegentlich einmal

auf die Uhr schauen und denken: «Wäre das nur schon zu Ende.» Das ist ein Mangel

an Geistesgegenwart, ein Mangel an gutem Willen.

Was denkst du über die Idee, gewisse Arbeitsbereiche an Mandatsgruppen zu

delegieren?

Das ist ein berechtigter Wunsch, gewisse Bereiche an eine kleine Mandatsgruppe

abzugeben. Aber diese Mandatsgruppen müssen rotieren. Wenn diese Arbeit zehn

Jahre von denselben Personen gemacht wird, besteht die Gefahr, dass dabei nicht

erklärte Machtzirkel entstehen. Steiner hat einmal über das «Sekretieren» gespro-

chen, das heisst, sich abzutrennen von der übrigen Gesellschaft. Und da hat er

ganz deutlich gesagt: «Sekretierung schafft Macht, und Öffnung schafft Freiheit,»

Als ich das gelesen habe, hat es mich «tschuderet», und ich dachte, das sei genau

das, was hinter allem steckt.

Gibt es bei Rudolf Steiner konkrete Hinweise auf die Art und Weise, wie sich eine

Schule organisieren soll?

Steiner machte nie viele Vorschläge zur Dreigliederung, weil er diese wachsen

sehen wollte. Er sagte immer: «Realisiert einmal irgendetwas aus meinen Vorschlägen.

Beginnt irgendwo und schaut dann, wie sich diese Idee der Dreigliederung des

Sozialorganismus einfügt, probiert es aus!»

Woher kommt es, dass generell die Tendenz herrscht, von einer nicht-hierarchischen

Selbstverwaltung wegzukommen? Ist es eine Überforderung?

Ich habe das Gefühl, es habe mit einem gewissen Widerwillen der Menschen zu

tun, sich mit ihren persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Grundlagen

zu befassen, kurz mit den Grundlagen des Zusammenlebens. Sie wollen, dass

man ihnen sagt, wie sie es machen sollen.

Ich habe die Schule bis 1997 begleitet und habe gemerkt, dass der Herdentrieb,

nämlich die Tendenz, sich einem Hütehund zu unterwerfen, stärker wurde. Ich

weiss nicht, ob dies generell eine Tendenz ist beim Übergang von einer Pionierphase

in eine Plateauphase. Alles läuft in geregelten Bahnen, man beginnt, Details zu

regeln, die vielleicht nicht nötig sind. Diese Entwicklung hat sicher auch mit dem

strukturellen Alter einer Schule zu tun.

Man will keine Genies, sondern mittelmässige Leute! Diese kann man führen, Genies

nicht. Es hat zu wenige originelle Persönlichkeiten, die den Mut haben, sich

bemerkbar zu machen. Deshalb bin ich begeistert von diesem Oberstufenprojekt,

wo die Schülerinnen und Schüler regelmässig auswärts in einem Betrieb arbeiten,

ich finde das etwas Originelles.

Bist du ein Anarchist? Weder Gott noch Staat?

Ich bin ein Anarchist im Sinne des individualistischen Anarchismus, wie ihn Rudolf

Steiner in der «Philosophie der Freiheit» beschreibt. Ich hatte mein eigenes Geschäft

gegründet, als ich aus Amerika zurückkam, ich wollte nie mehr einen Chef,

der mir zudem noch die Forschungsresultate vorgibt! Dann sass ich viele Jahre

allein im Büro, ohne Chef und nur mit meiner Schreibhilfe.

Gibt es in unserer Schule Entwicklungen, die du nicht gut findest?

Das Berechtigungswesen, das heisst Abschlüsse für die Zeit nach der Schule zu

schaffen, finde ich problematisch. Dies hat sich bei uns auch eingeschlichen in die-

12 13


sem vielgerühmten IMS-Abschluss. Vielleicht ist heute die Zeit so weit, dass man

dies haben muss, aber mir war nie ganz wohl dabei. Damit verabschieden wir uns

von der Idee der freien Schule. IMS F berechtigt, prüfungsfrei in die Kantonsschule

einzutreten. Und was machen sie nachher? Eine Schülerin von mir machte die Matur,

hat dann ihr Architekturstudium begonnen und wieder abgebrochen. Was wurde

sie nachher? Zimmerfrau, also weiblicher Zimmermann. Sie gründete eine eigene

Zimmerei, dazu hätte sie nicht an die Mittelschule gehen müssen. Lebensläufe machen

Schlangenlinien und Kurven, sie verlaufen nicht gerade. Ich frage mich, ob

man Kinder wirklich so ausbilden muss, dass sie geeignet sind für einen bestimmten

Beruf, oder ob man sie nicht viel allgemeiner ausbilden müsste, für das Leben.

Eine handwerkliche, intellektuelle und künstlerische Grundausbildung. Was die

Schülerinnen und Schüler dann daraus machen, liegt in ihrer Verantwortung.

Worauf müsste unsere Schule in Zukunft achten?

Man müsste sensibel für entstehende Machtstrukturen sein. Es hatte in letzter Zeit

im Tages Anzeiger-online Wolkenbilder im Zeitraffer. Ich fragte mich, ob dies überhaupt

eine zulässige Naturbetrachtung sei, da das Tempo in der Natur so ist, dass

man es als solches erfassen kann. In Savognin sehe ich über dem Piz Arlos immer

wieder ein weisses Wölkchen. Drei Stunden später sehe ich immer noch das gleiche

Wölkchen, aber es ist natürlich ganz andere Luft, die dort durchgeht. Die Luft

durchdringt die Struktur, kondensiert und das Kondensat löst sich danach wieder

auf. Aber so entstehen Strukturen, das Wölkchen ist eine Struktur, eine momentane

Manifestation der feuchten Luft. Nicht immer von der gleichen, die fliesst immer

wieder hindurch…

Ich würde aufpassen auf solche Manifestationen und empfehlen, Übungen zur

Geistesgegenwart zu machen. Bilder erkennen, die in einem Gespräch ganz schnell

vorbeigehen; dann zugreifen und nachfragen.

Herzlichen Dank für das Gespräch

Das Gespräch führten Peter Lüthi und Christian Labhart

Reinhold Salgo,

besuchte die Steiner-Schule Zürich, anschliessend das Seminar Küsnacht. Er studierte

an der Universität Zürich Physik und schloss 1968 mit dem Doktorat ab.

Er war ab 1972 massgeblich an der Gründung und Eröffnung unserer Schule beteiligt

und bis 1997 im Vorstand des Schulvereins. Zudem war er während vieler Jahre

Schulvater.

14 15


Selbstverwaltung an der

Rudolf Steiner Schule Birseck

Eine der Besonderheiten der Rudolf Steiner Schulen weltweit ist die sogenannte

«Selbstverwaltung». Am 20. August 1919, am Abend vor dem Beginn des Begründungskurses

der ersten Waldorfschule, wies Rudolf Steiner auf das Grundprinzip

der Einrichtung dieser neuen Schule hin:

«Wir werden die Schule nicht regierungsgemäss, sondern verwaltungsgemäss einrichten

und sie republikanisch verwalten. In einer wirklichen Lehrerrepublik werden

wir nicht hinter uns haben Ruhekissen, Verordnungen, die vom Rektorat kommen,

sondern wir müssen hinein tragen (in uns tragen?) dasjenige, was uns die Möglichkeit

gibt, was jedem von uns die volle Verantwortung gibt für das, was wir zu tun

haben. Jeder muss selbst voll verantwortlich sein.

Ersatz für eine Rektoratsleitung wird geschaffen werden können dadurch, dass wir

diesen Vorbereitungskurs einrichten und hier dasjenige arbeitend aufnehmen, was

die Schule zur Einheit macht. Wir werden uns das einheitliche erarbeiten durch den

Kurs, wenn wir recht ernstlich arbeiten.» 1

Zwei Wochen vor Rudolf Steiners Tod, als er, der bis zu diesem Zeitpunkt die Schulleitung

ausgeübt hatte, diese Aufgabe dem Kollegium übertrug, formulierte er dies

so, dass nun die Schulführungskonferenz in Entscheidungssituationen einen Ratschluss

zu finden habe, den er «Eigenrat» nannte. Welche Bewandtnis es mit diesem

«Eigenrat» haben kann beschreibt Johannes Tautz:

«Der Kreis der Konferenzteilnehmer, gruppiert um einen Mittelpunkt, lässt sich als

Abbild einer übersinnlichen Wirklichkeit verstehen. Die Mitte kann als der Einstrahlungsort

des ‚Schulgeistes’ erlebt werden, der den im Schulzusammenhang Vereinigten

zugehört. (…) Nun kann im Erkenntnisringen um die Lösung des Problemes

aus denen, die für den ‚Schulgeist’ lenksam sind, der ‚Eigenrat’ zu sprechen beginnen.

Dieser Ratschluss folgt nicht aus der Summierung des bereits Gewussten oder

nur einer Steigerung dieser Summe, sondern stellt sich als ein qualitativ anderes

dar: als eine Manifestation des ‚Schulgeistes’. (…) Voraussetzung dafür sind die individuelle

Erkenntnisarbeit und das soziale Vertrauen.» 2

Diese Hinweise auf die zu findende Form der Schulführung deuten für uns an der

Rudolf Steiner Schule Birseck darauf hin, dass alle Fragen, die die Schule in ihrem

Kern, ihrer Ausgestaltung, ihrem Duktus betreffen, solche sind, die im eigentlichen

Sinne so getroffen werden sollten, dass die Schulführungskonferenz diesen «Eigenrat»

versucht zu erfassen. Dies gelingt aber nur dann, wenn die individuelle

Auseinandersetzung mit der zu behandelnden Frage wirklich von allen geleistet

wird. Andererseits ist aber auch das soziale Vertrauen in den anderen und in seine

Fähigkeiten und Bemühungen von existentieller Bedeutung. Wenn diese «geistige

Versuch» gelingt, bemerken wir, dass Entscheide einstimmig gefällt werden können.

Kollegen, die sich dann sogenannt «der Stimme enthalten» haben sich selbst

meist für eine Zeit aus verschiedensten oft verständlichen Gründen aus diesem

Prozess herausgenommen.

Nun gibt es innerhalb der Schulführungskonferenz bezüglich der verschiedensten

Lebens- und Fachgebiete Kolleginnen und Kollegen, die kompetenter, fähiger oder

weniger kompetent sind. Gilt es nun Fragen vorzubereiten und auszuarbeiten, so

tun dies bei uns solche Kolleginnen und Kollegen, die dafür besonders befähigt

sind. Die so entstehenden Mandate sind durchaus auch mit einer weitgehenden

Entscheidungskompetenz verbunden. Und diese Entscheidungen müssen auch

von den anderen Kollegen akzeptiert werden. Wann jedoch in der Behandlung einer

Fragestellung eine solche Mandatgruppe die Schulführungskonferenz einbezieht

und um Rat für ihre Entscheidungsfindung fragt, ist ganz ihrem inneren Gespür

und ihrer Anbindung an die soziale Gemeinschaft überlassen. In diesem Grundsatz

kommt das gegenseitige soziale Vertrauen für uns zum Ausdruck.

So haben wir drei Leitungsgremien gebildet:

• Die Geschäftsleitung (drei Personen), deren Aufgabe die Gesamt-Führung aller

Schulgeschäfte ist. Sie ist auch verantwortlich für die Führung der Finanzen und

muss über dementsprechende Fachkenntnisse verfügen.

• Die Personalleitung (drei Personen) hat die Verantwortung für alle Mitarbeiterfragen

(Bewerbungen, Kündigungen, Mitarbeiterbegleitung, Coaching, Hospitationen

etc.). Einstellungs- und Kündigungsentscheide werden jeweils von der

Schulführungskonferenz bestätigt.

• Die Oberstufenleitung (zwei Personen) verantwortet die organisatorische und

inhaltliche Führung der Oberstufe. Unterstützt wird sie von der Oberstufenkonferenz.

Zwischen diesen drei Leitungsgremien müssen nun immer wieder Verabredungen

getroffen werden; eine intensive Kommunikation ist die Grundlage für die Vertrauensbildung.

Ein Koordinationskreis aus diesen drei Gremien, der sich bei Bedarf

trifft, gewährleistet dies.

Die drei Leitungsgremien werden jeweils für einen verabredeten Zeitraum (drei

Jahre) gewählt. Eine neuerliche Wahl ist danach ebenfalls möglich. Sie legen der

Schulführungskonferenz gegenüber Rechenschaft ab. Entscheidungen dieser Gremien

gelten ohne wenn und aber. Im Sinne der von Rudolf Steiner gepflegten Praxis

16 17


an der ersten Waldorfschule, kann die Schulführungskonferenz das Mandat und

den Auftrag für die Mitwirkung in einem solchen Gremium entziehen, nicht aber

sich in die Entscheidung des Gremiums einmischen.

Neben diesen Leitungsgremien gibt es selbstverständlich eine Vielzahl kleinerer

Mandate:

Pädagogische Konferenz, Unterstufenkonferenz, Verwaltungskonferenz, Religionslehrerkonferenz,

Therapiekonferenz, Fremdsprachlehrerkonferenz, Kindergarten-

und Spielgruppenkonferenz, sowie Kommissionen für Veranstaltungen/Feste,

Quartalsfeiern, Haus und Hof etc. Unser «Birslexikon» führt sie alle auf.

Immer aber gilt das oben angeführte Grundprinzip:

Bei allen Fragen, bei allen Problemlösungen versuchen wir innerlich damit umzugehen,

was zu unserer Schule passt. Denn der «Schulgeist» kommt nicht nur im

«Was» sondern vielmehr im «Wie» zum Ausdruck. Wir müssen also jeweils Antworten

auf die uns gestellten Herausforderungen finden, die «typisch Birseck»

sind. Erfahrungen anderer Schulen können uns helfen, entbinden uns aber in keiner

Weise von der eigenen Entscheidungsfindung. Je intensiver die fachliche Auseinandersetzung

derjenigen Menschen, die Entscheidungen zu treffen haben, mit dem

jeweiligen Thema ist und je stärker diese Menschen in die inhaltliche und spirituell

gestalterische Arbeit der Schulführungskonferenz eingebunden sind, desto

eher wird eine Entscheidung aus «Eigenrat» gefällt, desto eher wird sie gemeinsam

getragen und desto stärker ist das gegenseitige soziale Vertrauen.

Thomas Didden

1 Zitiert nach: «Zur Vertiefung der Waldorfpädagogik»; Manuskriptdruck herausgegeben

von der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaften,

Goetheanum, Dornach, von Johannes Tautz, 1990, S. 69

2 «Zur Vertiefung der Waldorfpädagogik», aaO., S. 22

18 19


Selbstverwaltung?

Selbstverwaltung!

Zuerst möchte ich von den Erlebnissen und Erfahrungen berichten, die ich im Laufe

der Jahre an unserer Schule machen konnte. Ich begann meine Tätigkeit als Gartenbaulehrer

drei Jahre nach der Gründung der Schule. Ich traf Menschen, die voller

Begeisterung waren, eine Rudolf Steiner Schule aufbauen zu können. Ein Impuls

sollte verwirklicht werden, der nicht nur eine menschengerechte Pädagogik, sondern

auch eine andere soziale und wirtschaftliche Struktur beinhaltet. Ein Kreis

von Menschen arbeitete bereits vor der Schulgründung intensiv an der Sozialen

Dreigliederung. Diese ist der Impuls Rudolf Steiners für eine Neugestaltung der

Gesellschaft. Wirtschaftsleben, Rechtsleben und Geistesleben stehen unabhängig

nebeneinander und keines beeinflusst das andere; natürlich, an vielen im

Leben entstehenden Berührungspunkten werden Abmachungen getroffen. Das

Wirtschaftsleben ist für die Versorgung der Menschen mit Waren zuständig, das

Rechtsleben regelt zum Beispiel das Arbeitsrecht, und im Geistesleben drückt sich

das aus, was an persönlichen, individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten der

Menschen in die Gemeinschaft einfliesst. Die Lebensbedingungen der drei Gebiete

verlangen aus der Sache heraus für das Geistesleben Freiheit, für das Rechtsleben

Gleichheit und für die Wirtschaft Brüderlichkeit.

Das Bildungswesen gehört dem Geistesleben an, da mit individuellen Fähigkeiten

der Lehrkräfte junge Menschen mit unterschiedlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten

und Schicksalen unterrichtet werden. Hier bildet die Freiheit die Grundlage für die

pädagogische Arbeit. So kann Erziehung und Bildung nie erzeugbare Ware sein

und so behandelt werden. Dass auch hier die Ergebnisse der Geisteswissenschaft

Rudolf Steiners aktuell sind, zeigt der Blick in unsere heutige Gesellschaft, in der

diese drei Bereiche vermischt werden und dementsprechend Unheil entsteht (Banken

und Staat, Wirtschaft und Recht, Pädagogik und Wirtschaft usw.).

Dass die Schule selbstverwaltet war und die Lehrerschaft grössten Freiraum hatte,

war für mich sehr anziehend. Tief beeindruckt war ich von dem Vertrauen, das mir

beim Einrichten eines neuen Unterrichtsgebietes geschenkt wurde, und nie fühlte

ich mich in irgendeiner Weise eingeschränkt, meine Ideen zu verwirklichen.

Gleich von der ersten Schulwoche an war ich an der Schulführung beteiligt, wobei

es gerade eine heftige Krise zu bewältigen galt. Alle Lehrkräfte waren an allen Entscheidungen

beteiligt. Das hatte zur Folge, dass sehr viel Zeit gebraucht wurde…

Konferenzen bis Mitternacht waren nicht selten und konnten wohl nur dank der

Begeisterung für die Sache verkraftet werden.

Mit dem Wachstum der Schule zeigte sich bald, dass die basisdemokratischen

Formen nicht mehr genügten, um einen guten Schulbetrieb zu gewährleisten. Es

wurde eine Sekretariatsstelle eingerichtet, die den Lehrkräften einiges an Büroarbeit

abnahm und Ordnung in die Dinge brachte. Aber auch die Konferenz war

mit Verwaltungsangelegenheiten stark belastet, pädagogische Aufgaben kamen

zu kurz. Ein Kollege aus Holland brachte uns den Impuls der Mandatsorganisation.

Dieser wurde von uns aufgegriffen und für schweizerische Verhältnisse weiterentwickelt.

Die anstehenden Aufgaben der Schulführung fassten wir in Mandate wie

Konferenzleitung, Mitarbeiter, Kinderaufnahmen usw. (die genaue Liste mit den

Besetzungen wird jeweils zu Schuljahresbeginn bekanntgegeben). Einzelne oder

mehrere Lehrkräfte übernehmen ein solches Mandat und arbeiten dann längere

Zeit miteinander – eine «Amtsdauer» von drei Jahren hat sich als günstig erwiesen.

Jede Gruppe hat ein Pflichtenheft, in dem die Aufgaben und Kompetenzen festgelegt

sind. Es besteht aber auch ein grosser Gestaltungsfreiraum.

Mit der Einführung der Mandatsgruppen gelang es uns, die Schule wesentlich

besser zu führen. Die persönliche Übernahme von Verantwortung und die enge

Zusammenarbeit unter der Lehrerschaft ist sehr bereichernd und ein intensiver

Schulungsprozess für fachliche und persönliche Kompetenz. Fehler, notwendige

Änderungen und Vereinfachungen können unkompliziert angegangen werden.

Rückblickend kann die Selbstverwaltung mit Mandaten als erfolgreiches Modell

gelten. Das wurde uns auch von aussen mit der Zertifizierung durch Wege zur Qualität

bestätigt.

Das Gute, aber auch das (manchmal) Mühsame daran ist, dass ein solches offenes

und lebendiges System immer wieder Aktualisierung und Anpassung an geänderte

Umstände, auftauchende Fragen oder vergessene Aspekte fordert. Darum haben

wir im Kollegium immer wieder Zeiten, in denen wir uns intensiver mit Verwaltungs-

und Strukturfragen beschäftigen müssen. So ist es uns zum Beispiel erst kürzlich

gelungen, nützliche Formen für Rückblick, Rechenschaft und Entlastung der Mandatinhaber

zu finden. Einige zu bearbeitende kritische Bereiche haben wir durchaus

noch auf Lager. So zum Beispiel:

• Wie viel Entscheidungskompetenz haben die Mandate wirklich? Vertrauensmangel

und basisdemokratische Rückfälle mit mehr Meinungen als Lehrkräften

behindern die Konferenzarbeit und Entscheidungsfindung.

• Wie offen sind wir für Innovationen oder Initiativen, ohne dass sie zerredet werden,

bis nur noch Lähmung übrigbleibt?

• Wie können wir blosse «Meinungen» vermeiden und die persönliche Urteilskompetenz

richtig einschätzen, entwickeln und erst dann in den sozialen Prozess

einbringen?

20 21


Im alltäglichen Erleben einer solchen Organisation frage ich durchaus, ob es nicht

bessere, effektivere, professionellere und ökonomischere Lösungen gibt. Vermutlich

ist das so. Betrachte ich aber unsere Schule über einen längeren Zeitraum,

so erscheint mir das Bild eines wachsenden und sich stetig ausgestaltenden und

formenden Organismus. Diese Gestaltung erfolgt durch die an der Schule beteiligten

Menschen und ist dadurch sehr nahe an dem, was sich durch das unmittelbare

Leben ergibt und gefordert wird. Dieser freie Raum gehört zu den charakteristischen

Elementen unserer Schule. Trotz gegenläufiger gesellschaftlicher Tendenzen

(staatliche Vorschriften, Kontrollen, die Schule als Wirtschaftsunternehmen und

Pädagogik als Ware, Anpassung und Gleichmacherei) gilt es, diesen zu erhalten

und zu verteidigen.

Wer selber unterrichtet, kann bemerken, dass man als Lehrer eine gewisse Neigung

hat, weltfremd bis abgehoben zu werden. Dadurch, dass ich verantwortlich an der

Schulführung beteiligt bin, werde ich immer wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt,

muss mich damit auseinandersetzen und werde so immer wieder selber zum

Lernenden (und das ohne teure Weiterbildungen für «lebenslanges Lernen»…). Hier

wird der wesentlich wichtige Zusammenhang von Pädagogik und Selbstverwaltung

sichtbar: Ich bin dann ein guter Lehrer, wenn ich im Leben stehe. Ganz banal alltäglich

im Gartenbauunterricht heisst das: Wenn ich will, dass die Schüler Werkzeug

und Stiefel richtig aufräumen, muss ich das selber wollen und auch konsequent

tun. Die Kinder und Jugendlichen haben hier ein fein ausgebildetes Gefühl!

Mit diesem nehmen sie auch wahr, wie die Schule von allen Beteiligten geführt

wird, welche Ideen und Intentionen dahinterstehen und wie sie ins Leben umgesetzt

werden. Diese Wahrnehmung nehmen sie in ihre persönlichen Lebensgestaltung

und an ihre späteren Tätigkeitsorte mit. Die Schule ist so nicht nur eine Wissensvermittlungseinrichtung,

sondern ein Impulsgeber für die stete Verwandlung

der sozialen Zusammenhänge.

Diesen Beitrag schliesse ich mit dem Motto der Gründer unserer Schule. Als jungen

Lehrer hat es mich nachhaltig beeindruckt, und auch heute noch charakterisiert es

unseren Schulgeist:

«Wir machen es nicht, weil es einfach ist!»

Peter Lange

22 23


Einer für alle – alle für einen

Der Solidaritätsfonds ist der Zusammenschluss der zurzeit 17 Rudolf Steiner Schulen

in der Schweiz, deren Kollegien den Status der Selbstständigkeit gewählt haben und

die ihre Altersvorsorge nicht über die staatlich reglementierte 2. Säule (Pensionskassen)

organisieren. Das Kollegium einer Schule bildet eine einfache Gesellschaft, die

die Schule führt und gegenüber Eltern und Behörden vertritt und verantwortet. Die

Schulen schlossen sich 1993 mit einer Vereinbarung zu einer Vertragsgemeinschaft

mit der Bezeichnung «Solidaritätsfonds Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz» für

die Altersvorsorge zusammen. Oberstes Organ ist die Delegiertenversammlung. Die

Delegierten entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen über alle Geschäfte der

Delegiertenversammlung. So kann sich der Solidaritätsfonds den schulischen und

zeitlichen Gegebenheiten bedürfnisgerecht anpassen. Ursprünglich ging er wie die

AHV vom Umlageverfahren aus. Angesichts Stagnation und Schrumpfung der Bewegung

wurde 2003 festgestellt, dass der Solidaritätsfonds ohne Kapitalbildung nicht

auskommt. In der Folge wurde ihm das Sparelement eingefügt.

Ebenso wie die grossen «Schwestern» AHV und Pensionskassen kümmert sich der

Solidaritätsfonds auch um Einkommensfolgen von Krankheit, Unfall und Tod.

Der Solidaritätsfonds ist bestrebt im Rahmen seiner Möglichkeiten bedürfnisgerecht

mit dem Geld umzugehen. Einerseits durch geregelte Solidarität von oben

nach unten, andererseits durch freiwillige Verzichte erreichen wir gemeinsam das

Ziel, allen ein minimales Alterseinkommen zu sichern, welches sich richtet nach

dem durchschnittlichen Honorar eines Steinerschullehrers vor Pensionierung. Zurzeit

brauchen wir 15 Prozent der Honorarsumme für die Altersvorsorge der selbständigen

Lehrkräfte.

In den 70er und 80er Jahren der vielen Schulgründungen waren Idealisten am Werk,

welche sich nicht um die Altersvorsorge kümmerten. 1993, bei der Gründung des

Solidaritätsfonds, nahm man alle alten noch aktiven Lehrkräfte in den Bund auf

– ein riesiger solidarischer Akt der aktiven Generation gegenüber den Gründerlehrern.

Dies fordert die Schulen und jede Einzelperson heute und noch lange! Sorgfältiges

Abwägen der eigenen Bedürfnisse im Vergleich zu den andern ist da genauso

notwendig wie bei den Lehrerhonoraren und Elternbeitragsversprechen. Nur mit

gelebter Solidarität wird unsere Schule überhaupt ermöglicht. Genauso ist es für

die Altersvorsorge. Alles, was jemand erübrigen kann, kommt denjenigen zugute,

die weniger haben. Diese Kultur lebt noch immer in unserer Gemeinschaft. Steinerschulen

sind nicht nur Bildungsstätten mit einer anderen Pädagogik, sondern auch

Orte mit einem ausgeprägten Sozial- und Kulturimpuls.

Die gesellschaftliche Entwicklung zu immer grösserer Individualisierung und zum

Egoismus steht dem gegenüber. Früher haben die Kinder für ihre Eltern gesorgt. Die

Einführung der AHV 1948 war eine grosse soziale Errungenschaft, ein Generationenvertrag,

in dem die junge Generation in einem Umlageverfahren für die finanziellen

Bedürfnisse der Alten sorgt. Das Bewusstsein dafür hat sich inzwischen verändert.

Menschen, welche ein Erwerbsleben lang AHV bezahlt haben, fühlen sich berechtigt,

das einbezahlte Geld zurück zu bekommen. Diese Vorstellung wird noch verstärkt

bei den Pensionskassen mit einem Kapitaldeckungsverfahren, das 1985 eingeführt

wurde. Da braucht es möglichst viel List, ertragreiche und sichere Anlagen zu

suchen für ganze Gruppen von Versicherten.

Aber diese Vorstellungen stimmen volkswirtschaftlich nicht.

Zitat von Volkswirtschaftler Matthias Wiesmann:

«Versuchen Sie einmal sich die Situation vorzustellen, dass die Lebensgrundlagen

in der Schweiz weitgehend zerstört würden. Eine Eiszeit würde Alpen und Mittelland

weitgehend bedecken. Alle Altersheime würden zwar noch stehen, auch alle Tresore

der Banken. Die Wirtschaft würde aber weitgehend zum Erliegen kommen. Würde

die Altersvorsorge noch funktionieren?»

Alles Ersparte nützt den Alten nichts, wenn nicht eine erwerbstätige Generation

und eine funktionierende Wirtschaft da ist.

«Volkswirtschaftlich gesehen ist auch die 2. Säule mit Kapitaldeckungsverfahren

ein Umlageverfahren: die aktuelle Wirtschaft erbringt die Leistungen für die gegenwärtige

Rentnergeneration.»

«Was geschieht, wenn hier im Saal fünf Laib Brot zum Verkauf stehen, aber 60 Leute,

die hungrig sind und genügend Geld habenbereit sind, auch ein Mehrfaches des

üblichen Brotpreises zu bezahlen? Der Brotpreis wird massiv steigen.

Dasselbe passiert im Kapitalmarkt: Immer mehr Staaten führen ein Rentensystem

ein, das auf Kapitaldeckung basiert. Die Kapitalmenge dehnt sich viel mehr aus als

die Realwirtschaft. … Weil es nicht genügend Anlagemöglichkeiten gibt, werden

neue Finanzprodukte erfunden, deren realer Wert fraglich ist… die Aktienkurse steigen…

bis aus einem allenfalls unbedeutenden Anlass das Vertrauen in die Werthaltigkeit

verloren geht und die Preise einbrechen.»

Wie schnell die Pensionskassen und die gesamte Wirtschaft aus dem Lot geraten

können, zeigen die jüngsten Finanzkrisen deutlich! Welche Probleme uns in Zukunft

daraus erwachsen, können wir nur erahnen.

Der AHV gibt Wiesmann die nachhaltigeren Zukunftschancen, wenn wir sie nicht

nur mit den Lohnprozenten speisen. Die Mehrwertsteuer wird inzwischen ja ebenfalls

herangezogen.

24 25


In einer Arbeitsgruppe «Zukunftsträchtige Altersvorsorge» haben Exponenten der

Schulbewegung im und ausserhalb des Solidaritätsfonds sich seit sechs Jahren heftige

Debatten geliefert. Die Frage, wie viel Anpassung ist nötig und die Frage, ob wir

eine übliche Pensionskasse einrichten oder unserer Kultur und Identität treu bleiben

wollen, hat Schulen und Einzelpersonen weit auseinander gebracht, obwohl mittlerweile

durch gründliche Untersuchungen klar geworden ist, dass der Solidaritätsfonds

je länger, je besser funktioniert (allerdings leider auch nur mit einem Anteil an

Sparkapital!)

Vertrauen wir unserer Gemeinschaft oder lieber den Wirtschaftsbossen, den Banken

und Pensionskassen? Was ist nachhaltig, zukunftsträchtig? Ist Solidarität noch zeitgemäss?

Für die Zukunft wollen einige Schulen nun eine ordentliche Pensionskasse einrichten,

andere wollen den Solidaritätsfonds weiterführen.

In Wetzikon sind wir uns einig, dass der soziale Impuls von Rudolf Steiner auch die

Organisation und die Altersvorsorge der Lehrkräfte umfassen muss. Nur wenn unser

Handeln auch im Sozialen auf dem gleichen Boden steht wie die Pädagogik, sind wir

glaubwürdig. Wir versuchen unsere Identität zu bewahren und sind mit einigen andern

Schulen der Überzeugung, dass sich dies auszahlen wird.

Wenn wir als Steinerschulen bestehen wollen, müssen wir den Mut haben, unsere

Ideale auch zu leben und uns dafür die nötigen Freiräume zu schaffen. Die Schulen

gewinnen nicht an Attraktivität für die Lehrkräfte, weil die Altersvorsorge mit

einer gesellschaftskonformen Pensionskasse abgedeckt ist, sondern durch ihre

Ausstrahlung.

Zitat von Rudolf Steiner ( aus Kernpunkt der sozialen Frage):

«Innerhalb des Staatsgefüges ist das Geistesleben zur Freiheit herangewachsen; es

kann in dieser Freiheit nicht leben, wenn ihm nicht die volle Selbstverwaltung gegeben

wird. ... Das Erziehungs- und Unterrichtswesen, aus dem ja doch alles geistige

Leben herauswächst, muss in die Verwaltung derer gestellt werden, die erziehen

und unterrichten. In diese Verwaltung soll nichts hineinreden oder hineinregieren,

was im Staate oder in der Wirtschaft tätig ist. ... Niemand gibt Vorschriften, der nicht

gleichzeitig im lebendigen Unterrichten und Erziehen drinnen steht».

Heidi Schmid, Delegierte des Solidaritätsfonds

Quellen:

www.solidarfonds.ch

M. Wiesmann, coopera PUK, Vortrag 6.09 : «Nachhaltige Altersvorsorge als Gesellschaftsvertrag»

Drei Arten von Geld 1

Wofür ist Geld gemacht? – Zum Ausgeben, zum Weggeben!

Geld kann ich zwar bei mir behalten, im Portemonnaie oder unter der Matratze,

aber erst, wenn ich es weitergebe, wird es aktiv, kann es seine Kraft entfalten.

Mit Geld kann ich etwas kaufen (Kaufgeld);

ich kann es verschenken (Schenkgeld);

oder ich kann es ausleihen (Leihgeld).

Das Kaufgeld

Ich gehe in ein Geschäft und kaufe etwas Feines. Ein durchaus alltäglicher Vorgang.

Ich gebe das Geld und bekomme die Ware. Ich lasse das Geld dort und nehme die

Ware mit. Normalerweise ist nun meine Aufmerksamkeit bei dem, was ich gekauft

habe, nicht bei dem Geld, das ich weggegeben habe.

Heute richte ich meinen Blick aber einmal darauf, was mit meinem Geld passiert. Es

ist jetzt bei jemand anderem, und dieser andere kann es seinerseits wieder weitergeben.

Es kommt darauf an, wer der andere ist. Wenn ich Biomilch kaufe, bekommt mein

Geld ein Bauer, der seinen Hof und sein Land biologisch pflegt. Kaufe ich konventionelle

Milch, erhält es ein Bauer, der seinen Hof konventionell bewirtschaftet.

Das Schenkgeld

Hand aufs Herz: Wem von Ihnen kommt beim Stichwort «Geld» in den Sinn, dass

man es verschenken kann? Mir nicht! Schenken ist in meinem Bewusstsein nicht an

vorderster Stelle. Darum habe ich heute wieder bei Rudolf Steiner nachgelesen: 2

Was ist beim Schenkgeld das Besondere? – Ich bekomme keine Gegenleistung, der

Beschenkte ist frei. 3 Er kann damit machen, was er will. Schenken ermöglicht Zukunft

in ihrer offenen, freien Form. Man kann darum auch sagen, es schaffe so den grössten

Mehrwert, es sei die produktivste Form der «Geldanlage».

Ich schenke dem Menschen oder der Organisation, zu der ich Vertrauen habe.

Das Leihgeld

Wenn ich Geld im Moment gerade nicht gebrauche, dann kann ich es verleihen.

Auch dieses Geld gebe ich weiter, vielleicht der Bank, in Form eines Sparkontos

oder in Form von Wertpapieren.

Es bleibt gleich, wie vorhin beschrieben: Ich gebe das Geld weiter, jemand anders

hat es nun, kann damit arbeiten.

Es kommt drauf an, wem ich es gebe. Wird es gebraucht, um eine Firma für erneu-

26 27


erbare Energien zu gründen, oder hilft mein Geld bei einem grossen Staudammprojekt

in der Dritten Welt?

Interessiert es mich, was mit meinem Geld passiert, oder bin ich mehr daran interessiert,

wie gross die Zinsen, die Rendite ist, die mir mein Geld einbringt? 4

Stellen Sie sich vor, wie viel Geld gespart oder angelegt wird! Nur schon die Menschen

einer Stadt wie Wetzikon leihen Unmengen von Geld aus. Und wenn nun die

Bevölkerung von Wetzikon sich nicht dafür interessiert, was mit ihrem Geld passiert,

gibt es Berge von Geld, die sozusagen herrenlos und ziellos weitergegeben

werden, die in den anonymen Fluss der Geldmärkte gelangen und dort zu einer

riesigen Macht werden, von der man nicht mehr weiss, was damit gemacht wird.

Vielleicht wird mit solchem Geld unsere Erde geplündert oder es werden Menschenrechte

verletzt.

Wenn wir uns dafür interessieren, was mit unserem Geld passiert und wem wir

es geben, dann helfen wir gezielt. Dann gestalten wir mit. Wir leihen dort, wo wir

Vertrauen haben, wo es uns wichtig ist, dass etwas gefördert wird: vielleicht wird

damit ein Spital in Afrika gebaut, vielleicht werden gesunde Apfelsorten gezüchtet,

vielleicht wird eine Schule unterstützt, die die Kinder zu verantwortlichen Menschen

bilden möchte.

Ja, und jetzt spreche ich in eigener Sache – in der eigenen Sache von uns Eltern,

Lehrkräften und Freunden dieser Schule:

Man kann sein Geld auch der Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland leihen.

Ein Darlehen an unserer Schule

Seit der Gründung unserer Schule haben immer wieder Menschen Darlehen gewährt.

Zu Beginn, in der Pionierphase, sogar noch mehr. Und gerade im letzten

Jahr wurden wieder Darlehen zurückgezahlt, die der Schule jetzt fehlen. Mit vielen

Darlehen wird unsere Schule besser finanzierbar.

Und so gelange ich mit der Bitte an Sie: Sollten Sie Geld haben, das Sie anlegen

wollen, denken Sie auch an unsere Schule. Es ist eine gute Geldanlage, weil Sie wissen,

was Ihr Geld bewirkt. Es «rentiert» sich, das Geld an einen Ort weiterzugeben,

wo man damit einverstanden ist, was gemacht wird. Somit ist es eine Geldanlage

mit einer guten Rendite.

Was die Zinsen angeht: Die Schule ist froh um zinslose Darlehen. Es sind aber individuelle

Lösungen möglich. Vorstellbar sind auch grosse Zinsen, die bis in die

Grössenordnung der ZKB-Hypotheken gehen.

Beachten Sie den Talon auf der nächsten Seite. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Im persönlichen Gespräch können die individuellen Lösungen gefunden werden. 5

� Ich überlege mir, ob für mich ein Darlehen

� Ich überlege mir, ob für mich ein Darlehen

(oder eine Schenkung) an die Schule in

(oder eine Schenkung) an die Schule in

Frage kommt.

Frage kommt.

Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

� Ich möchte der Schule ein Darlehen von

� Ich möchte der Schule ein Darlehen von

Fr. __________________________ gewähren.

Fr. __________________________ gewähren.

Ich bitte um ein Gespräch, um

Ich bitte um ein Gespräch, um

Kündigungsfristen, Zinsen und allfällige

Kündigungsfristen, Zinsen und allfällige

Zweckbindungen zu besprechen.

Zweckbindungen zu besprechen.

� ___________________________________

� ___________________________________

___________________________________

___________________________________

__________________________

__________________________

Meine Anschrift, evtl. inkl. Telefon und Mail:

Meine Anschrift, evtl. inkl. Telefon und Mail:

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

_______________________________________

___________________

___________________

Hanspeter Liechti, Elternfinanzgruppe

28 29

Quellen:

An das

An das

Sekretariat der

Sekretariat der

Rudolf Steiner Schule

Rudolf Steiner Schule

Zürcher Oberland

Zürcher Oberland

Usterstrasse 141

Usterstrasse 141

8620 Wetzikon

8620 Wetzikon

1 Am Finanzelternabend vom 20. September 2010 war dieser Text in leicht abgeänderter

Form mein Begrüssungsreferat.

2 Zusammengefasst z.B. unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Schenkgeld

3 Schenkungen, die eine unausgesprochene Gegenleistung beinhalten, sind eigentlich

versteckte Käufe: der «Beschenkte» wird gekauft. Dies ist hier nicht gemeint.

4 Wenn ich Geld ausleihe, damit ich dafür Zins erhalte, wird aus dem Leihgeld eigentlich

Kaufgeld: ich kaufe damit Geld. Allerdings ohne dafür richtig zu bezahlen.

5 Kontaktpersonen:

• Markus Dürr-Martinelli, 044 950 04 54, markus.duerr@rsszo.ch

• Verena Schaltegger Ott, 055 210 60 66, verena.schaltegger@rsszo.ch

• Erich Pliessnig, 044 932 31 56, erich.pliessing@rsszo.ch

• oder das Schulsekretariat 044 933 06 20, info@rsszo.ch


Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse

Am 14. Juli 2010 hat die elternlobby zürich die Initiative «Ja, freie Schulwahl für

alle ab der 4. Klasse und staatliche Unterstützung der Freien Schulen, die wie die

staatlichen Schulen alle Kinder aufnehmen und kein Schulgeld verlangen» nach

fünf Monaten Sammelzeit mit gegen 8000 Unterschriften eingereicht. Inzwischen

ist sie geprüft und für rechtens befunden worden. Nun wird der Kantonsrat über die

Initiative verhandeln und gegebenenfalls einen Gegenvorschlag formulieren. Die

Initiative der elternlobby zürich wird in etwa zwei Jahren zur Abstimmung vor das

Volk kommen.

Wieso macht ihr weiter?

Diese Fragen bekommen wir nach den enttäuschenden Abstimmungsresultaten

in Basel Land und Thurgau immer wieder zu hören. Zum einen sind wir nach wie

vor davon überzeugt, dass es verschiedene pädagogische Modelle geben muss,

die von allen Familien gewählt werden können und nicht wie heute nur von (meist)

finanziell Privilegierten. Wir sind uns bewusst, dass wir mit der Initiative an den

Grundfesten des schweizerischen Schulsystems rütteln. Ein grosser Teil der ablehnenden

Haltung gegenüber unserer Initiative beruht aber auf Vorurteilen. Erfahrungen

in anderen Ländern mit der freien Schulwahl zeigen, dass nirgends Chaos

entstand und die Schulqualität verbessert werden konnte.

Wir wissen, dass wir wie bei der Erlangung des Frauenstimmrechts einen langen

Atem benötigen (damals brauchte es vier Anläufe). Wir erfahren immer wieder, dass

das Thema Schule, sobald die Kinder die obligatorische Zeit durchlaufen haben,

für viele Familien unwiderruflich «vom Tisch ist» – man will sich nicht mehr damit

befassen.

In den Kantonen St. Gallen und Zürich haben wir daher die Initiative abgeschwächt

und hoffen mit einem ersten Teilschritt mehr Erfolg zu haben als unsere beiden

Vorgängerkantone. St. Gallen fordert die freie Schulwahl ab der Oberstufe, Zürich

ab der vierten Klasse. Beide Einschränkungen haben Vor- und Nachteile, dessen ist

sich der Vorstand der elternlobby schweiz bewusst.

In Solothurn wurde kürzlich die Initiative für freie Schulwahl ab der 1. Klasse zurückgezogen,

da eine politische Unterstützung fehlt und die Initianten ein mögliches

Wahlkampfdesaster vermeiden wollen.

Macht ein Rückzug mehr Sinn?

Die elternlobby schweiz, in der die einzelnen kantonalen elternlobby-Sektionen

30 31


vertreten sind, ist davon überzeugt, dass die Zeit klar für die Initiativen arbeitet.

Durch die vielen Schulreformen bleiben eine Menge Kinder auf der Strecke, Familien

und Lehrkräfte geraten an die Grenzen des Erträglichen. In St. Gallen wird man

demnächst über die freie Schulwahl abstimmen. In Fribourg ist eine Petition eingereicht

worden. Das Zürcher Initiativkomitee wird sich bis zum Schluss die Entscheidung

vorbehalten, ob es einen Abstimmungswahlkampf durchführt oder nicht. Ein

frühzeitiger Rückzug käme einer Kapitulation gleich; möglich wäre bei weiteren

schlechten Abstimmungsergebnissen ein Rückzug in letzter Minute, um die Initiative

so lange wie möglich im Gespräch zu belassen.

Unterstützungen erwünscht und erhofft

Die elternlobby ist ein reiner Elternverein, wir finanzieren uns lediglich durch Mitgliederbeiträge

(50 Franken pro Jahr) und durch Sponsoren. Die Bildungsdirektionen

und Lehrerverbände sind staatlich unterstützt, sie haben ein dickes Budget für

die Abstimmungskämpfe. Um ebenfalls die Wählerinnen und Wähler zu erreichen,

müssen wir zumindest eine Schmalvariante an Wahlkampf betreiben. Um diese

finanzieren zu können, sind wir dringend auf Unterstützung angewiesen.

Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert oder uns mit Spenden unterstützen

möchte, wende sich bitte an Sigrun Lück, Co-Präsidentin elternlobby zürich,

043 399 01 79 oder slueck@tele2.ch.

Herzlichen Dank schon vorab für Ihr Engagement!

Sigrun Lück

Ehemalige berichten

Als ich vor gut elf Jahren das letzte Mal auf der grossen Bühne im Saalbau an der

RSSZO stand und mit meinen Klassenkameraden das Lied vom Segelschiff sang, das

mit dem Wind davonbraust, da war ich wirklich untröstlich, und anstatt zu neuen

Ufern aufzubrechen, wäre ich lieber noch eine bisschen im Hafen geblieben. Doch

nach der 12. Klasse gab’s, abgesehen von der Mars (und dafür hatte ich in Mathe,

Franz, Chemie, Physik... zu schlecht aufgepasst) kein Angebot mehr innerhalb des

vertrauten Rahmens. So wagte ich dann den Schritt an die Zürcher Filmschauspielschule

EFAS. Ich dachte, das wäre vielleicht noch gut für mich, da ich eher der musische

Typ bin und mir das Theaterspielen immer viel Freude bereitet hat. Retrospektiv

kann ich sagen, dass ich ein sehr vielseitiges und lustiges Leben während den vier

EFAS-Jahren hatte. Die Ausbildung an sich entsprach allerdings so gar nicht dem,

was ich vom Theater her kannte und schätzte. Wir hatten wohl zwei, drei gute Kurse,

doch die meiste Zeit (wenigstens wenn’s ums Filmen ging) verbrachten wir mit Warten

– warten, bis das Licht stimmt, der Ton, die Kamera, die Kleber am Boden (welche

genau anzeigen, wo du stehen darfst; und wehe, du stehst einen Millimeter daneben,

dann stimmen das Licht, der Ton und die Kamera nicht mehr, und du fängst noch

mal von vorne an). Auf jeden Fall weiss ich jetzt, weshalb die meisten Schauspieler

rauchen. Neben dem Studium hielt ich mich mit verschiedenen Nebenjobs finanziell

über Wasser. So arbeitete ich bei McDonald’s im Niederdorf, machte Führungen im

Zoologischen Museum an der Uni Zürich oder verteilte im Globus, als Schmetterling

verkleidet, den neuen Sommerduft von Joop. Als ich dann 2003 das Diplom im Sack

hatte, wusste ich erst mal nicht, wohin es mit mir gehen sollte. Ich verbrachte viel Zeit

in den Bergen und machte weite Reisen in ferne Länder. Mit Seil, Kletterschuh und

Magnesiumsack ausgerüstet, ging ich für zwei Monate nach Thailand, weitere zwei

Monate verbrachte ich in Peru, einen Monat in Marokko, drei Monate in Australien

und sechs Wochen in Madagaskar. Dazwischen blieb mir jeweils noch ein bisschen

Zeit zum Geldverdienen. Für Castings und Schauspielerpartys (wäre wichtig für’s

Vitamin B) hat es dann aber leider nicht mehr gereicht. Nach zwei Jahren sah meine

Schauspielbilanz drum eher mager aus. Abgesehen von zwei Werbespots und drei

Splattermovies hatte ich nicht viel vorzuweisen. Für die Leute, die sich im Filmgenre

nicht so gut auskennen (und davon gibt es an der Steinerschule ja einige), möchte ich

hier noch kurz erklären, worum es sich beim Splattermovie handelt. Splattermovies

sind die hochkonzentrierte Form vom aktuellen CH-Kinofilm «Sennentuntschi» von

Michael Steiner. Es wird da reichlich gemordet, gehackt und verstümmelt, und meine

Rollen fanden über kurz oder lang jedes Mal ein blutiges Ende. Als ewige Vegetarierin

und jemand, der jegliche Gewalt ablehnt, kam ich mir ab und an schon ein bisschen

komisch vor, wenn ich mit aufgeschlitztem Bauch inmitten von blutenden Innerei-

32 33


en am Boden lag. Vielleicht war das dann auch der Grund, weshalb ich beschloss,

in Zukunft etwas Nettes und Sinnvolles zu machen. Ich bewarb mich dann um eine

Praktikumsstelle im Kinder- und Jugendheim Heizenholz in Zürich. Nach einem Jahr

auf der Kindergruppe wechselte ich auf die Jugendgruppe, und 2006 fing ich in Basel

mit dem berufsbegleitenden Studium zur Sozialpädagogin an. Gerade hatte ich mir

mein Leben mit Job, Studium und einer tollen WG (mit alten Klassenkameraden aus

der Steinsgi) richtig gemütlich eingerichtet – da wurde ich schwanger. Ich kündete

also meine Stelle, packte meine Sachen und zog von Zürich nach Glarus, wo der werdende

Papa als chirurgischer Assistenzarzt am Kantonsspital arbeitete. Am 12. März

2007 kam dann unser Sohn Elijah in Richterswil zur Welt. Seither hat sich mein Leben

sehr verändert. Die ersten sechs Monate nach der Geburt verbrachte ich hauptsächlich,

gemeinsam mit Elijah, in den Glarner Alpen. Wir genossen den Frühling und die

Ruhe. Im Herbstsemester 2007 nahm ich mein Studium an der FHNW in Teilzeit wieder

auf. Im Februar dieses Jahres kamen wir dann von Glarus nach Uster, weil mein

Mann eine Anstellung am Stadtspital Triemli hat und ich für mein Studium noch ein

Praktikum absolvieren muss. Aktuell arbeite ich zu 60 Prozent auf einer Wohngruppe

im Wagerenhof, studiere zu 20 Prozent in Basel, und nebenbei renoviere ich das alte

Haus, in dem wir wohnen, und versuche den Garten in Schuss zu halten (ja, leider

hab ich auch im Gartenbau nicht besonders gut aufgepasst). Wenn alles gut läuft,

sollte ich im Sommer 2011 mit meinem Bachelor fertig sein. Danach möchte ich erst

mal eine Familienzeit einschieben, in der es noch gut Platz hätte für ein zweites Kind,

und wer weiß, vielleicht bin ich ab nächstem Jahr auch wieder des öfteren an der

RSSZO anzutreffen – diesmal nicht als Schülerin, sondern als Schulmami. Darauf

freue ich mich ehrlich gesagt schon seit dem Tag, als mein Segelschiff zu neuen

Ufern musste und ich mir krampfhaft überlegte, welches Schiff mich wieder zurück

bringen könnte an die Schule, die mir vor allem auch ein bisschen Heimat war!

An dieser Stelle möchte ich mich bedanken für die Geduld und die liebevolle Begleitung,

die ich an der Steinerschule Zürcher Oberland erfahren durfte.

Sina Streiff Bänziger

Aus dem Kollegium

In den letzten Mitteilungen berichtete ich Ihnen, dass wir das neue Quartal jeweils

mit einer Konferenz am letzten Ferienwochenende beginnen, an der wir uns nicht

Alltagsgeschäften widmen, sondern an grundlegenden Fragen arbeiten. Am Ende

dieser Herbstferien verlegten wir unsere Konferenz ins Goetheanum nach Dornach,

wo wir an einer Wochenendtagung zur Willensfrage in der Erziehung teilnahmen.

Dr. Wolfgang Schad, Biologe und erfahrener ehemaliger Waldorflehrer, und Ernst

Wiechert, Leiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum, gaben uns zahlreiche

interessante Anregungen in ihren Vorträgen über den Willen im Erziehungsvorgang,

die Biochemie des Willens, die Embryologie des Willens, die Pädagogik

des Willens. So sind wir be-«geistert» und sehr bereichert in das Herbstquartal

eingestiegen. In unserer Konferenzarbeit an der Allgemeinen Menschenkunde von

Rudolf Steiner leben jene Anregungen weiter, wenn wir gemeinsam versuchen, den

hier entwickelten Begriff des Willens zu erfassen. –

Im Schulsekretariat hat es Anfang Dezember einen Wechsel gegeben: Frau Renata

Merz musste sich wegen grosser privater Belastung zu unserem ausserordentlichen

Bedauern zurückziehen – sie hat sehr viel für unsere Schule getan; ihren Einsatz,

ihr Wirkungsfeld wird kaum jemand auch nur annähernd ermessen können.

Vielen Dank, Renata, für Deine so wertvolle, riesige Arbeit, Dein ordnendes und

strukturierendes Wirken! Diese tolle Aufgabe hat nun Frau Astrid Furger übernommen

– wir freuen uns, dass sie zu uns gestossen ist und so viel Mut zeigt, und

wünschen ihr viel Glück!

Schon sehr früh in diesem Schuljahr mussten wir leider zwei Kündigungen entgegennehmen:

unsere Französischkollegin Frau Ingrid Sonnleitner wird uns aus privaten

Gründen im Sommer verlassen, und den Klassenlehrer der 7. Klasse, Herrn

Andreas Tielcke, zieht es in norddeutsche Gefilde; er geht mit seiner grossen Familie

nach Cuxhaven und arbeitet künftig dort an der Waldorfschule. Wir bedauern

diese Schritte, wünschen allen Beteiligten gleichzeitig von Herzen, dass es für sie

die richtige Entscheidung sein möge. Das gerade erst begonnene Schuljahr wollen

beide Kollegen weiterhin mit vollem Einsatz und viel Schwung mitgestalten. Wegen

der frühzeitigen Bekanntgabe haben wir jetzt hoffentlich genug Zeit, guten Ersatz

für die beiden zu finden.

Erwähnenswert sind zwei Projekte, die durch den riesigen Regie-Einsatz von Herrn

Tielcke ermöglicht werden: nach vielen Jahren wird wieder einmal das Oberuferer

Paradeisspiel einstudiert, und zwar zu unserer grossen Freude von einer Gruppe

von sechs Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse! Zudem laufen die Proben zum

34 35


Oberuferer Dreikönigsspiel, in dem je drei Jugendliche der 9. und 10. Klasse mit

Eltern, Lehrerinnen, Lehrern und Freunden der Schule am 9. und 10. Januar 2011

auftreten werden.

In den verschiedenen Konferenzen beschäftigen wir uns sehr intensiv mit Fragen

der Zusammenarbeit unter Kollegen. In den nächsten Mitteilungen werde ich Ihnen

dazu Näheres berichten können.

Die Mittel- und Oberstufenkonferenz diskutiert im Moment die Frage, wie Berufspraktika

in den oberen Klassen zukünftig gestaltet werden sollen; dabei versuchen

wir uns zuerst einmal von dem Gedanken leiten zu lassen, was für die Entwicklung

des 17-/18-jährigen Menschen richtig und wichtig und nötig ist – und nicht, wie wir

die jungen Leute der Wirtschaft möglichst mundgerecht zubereiten könnten! Was

dabei herauskommt, ob es eventuell einmal Änderungen geben wird, zeichnet sich

noch nicht konkreter ab.

Im Adventsgärtlein durften die Kinder bereits ihre Lichter entzünden und damit den

dunklen Raum erhellen. An Fenstern und Türen der Schulhäuser hängen die schon

lange liebgewonnenen Transparente und künden die nahe Weihnachtszeit.

Mögen Ihnen viele Lichter leuchten durch die dunklen Tage dieser Jahreszeit, möge

Ihnen warm werden durch alte, liebe Traditionen! Ich wünsche Ihnen im Namen des

Kollegiums eine frohe Adventszeit und lichtvolle, besinnliche Weihnachten.

Neues Mitglied aus dem Kollegium stellt sich vor:

Astrid Furger Naef, Sekretariat

Ralf Henken

Als fünftes von sieben Kindern wuchs ich in Langnau am Albis auf, wo ich die Primarschule

besuchte und meine ersten musikalischen Erfahrungen machen durfte.

Das Aufwachsen in einer Grossfamilie bedeutete für mich Geborgenheit, aber

manchmal auch zu grosse räumliche Nähe. Ausgleich zu dieser Nähe fand ich bald

einmal im Flötenspiel und im Sport (Orientierungslauf im Sommer und Langlauf im

Winter).

Nach sechs Jahren Primarschule besuchte ich die Mittelschule in Zürich, die ich mit

der Matura Typ B (mit Latein) beendete. Ich hatte das grosse Glück, an der Mittelschule

eine tolle Flötenlehrerin zu haben. Mit ihrer Unterstützung bestand ich die

Aufnahmeprüfung an das (damalige) Konservatorium Zürich. Nun durfte ich mich

während zweier Jahre intensiv dem Flötenspiel sowie Fächern wie Musikgeschichte

und Harmonielehre widmen. Musik begleitet mich durch mein Leben und ist heute

noch mein liebstes Hobby.

Nach einem kurzen und lehrreichen Abstecher

in die Bankenwelt am Paradeplatz studierte

ich an der Universität Zürich Volkswirtschaft.

Dieses Studium schloss ich 1993 mit dem

Lizentiat ab.

In den folgenden Jahren bis zur Geburt unserer

Erstgeborenen im Jahre 2002 war ich in einer

grossen Versicherungsgesellschaft tätig und

konnte in verschiedenen Abteilungen vielfältige

Erfahrungen sammeln; so im Bereich

Unfall- und Krankentaggeld, im Marketing für

das Unternehmungsgeschäft (mit einer Zusatzausbildung

in St. Gallen) und zum Schluss

als Unternehmensberaterin in der Beruflichen

Vorsorge.

Die wohl grösste Herausforderung in meinem Leben ist die (Selbst-) Erziehung und

das Zusammenleben mit unseren beiden wundervollen Kindern. Dankbar bin ich

dabei für die grosse Unterstützung durch meinen wunderbaren Mann, der sich in

Zukunft vermehrt unseren Kindern und unserm Haus mit grossem Garten widmen

wird.

Ich freue mich sehr, als Nachfolgerin von Renata Merz meine bisherigen beruflichen

und persönlichen Erfahrungen auf dem Sekretariat und im Kollegium einzubringen.

Gerne leiste ich meinen Beitrag zum weiteren Gedeihen unserer Schule. Ich freue

mich auf einen regen und lebendigen Austausch mit den Schülerinnen und Schülern,

den Lehrkräften, Eltern und allen andern Menschen hier an der Schule.

Astrid Furger Naef

36 37


Aus dem Vorstand

Abschied Bernhard Schneebeli

Vor genau zehn Jahren, wurde Bernhard Schneebeli an der Mitgliederversammlung

der Freien Schulvereinigung Zürcher Oberland als Buchhalter gewählt. Als ausgebildeter

Handwerker bewies er grossen Mut, als er die komplexe Buchführung unserer

Schule übernahm.

In den vergangenen Jahren haben wir Vorstandsmitglieder, die Eltern und auch die

Lehrer Bernhards ruhige und stets hilfsbereite Art zu schätzen gelernt.

An unseren wöchentlichen Vorstandssitzungen hat er Diskussionen oft ruhig mitverfolgt,

dann aber vor allem bei ausufernden und endlosen Gesprächen seine Meinung

auch energisch eingebracht und uns damit oft auf den Kern des Traktandums

zurückgebracht.

Neben der Buchführung arbeitete er in diversen Arbeitsgruppen mit, hat bei manchem

grossen Versand die Damen im Sekretariat unterstützt und war auch während

des Herbstbazars oft im Rechnungsbüro anzutreffen.

Bernhard ist jemand, der seine schöpferische Kraft über zehn Jahre der Buchhaltung

so zur Verfügung gestellt hat, dass alle Fäden zu einem nahtlosen Gewebe

wurden, das für uns alle die Basis bildete um jedes Jahr neu und hoffnungsvoll zu

starten.

Wir vom Vorstand wünschen Dir alles Gute für den nächsten Lebensabschnitt und

danken Dir für Deine Vorstandstätigkeit, für die unzähligen Buchhalterstunden die

Du unentgeltlich geleistet hast und für alles, was Du sonst für die Schule getan

hast.

Neue Mitglieder aus dem Vorstand stellen sich vor :

Tatjana Müller

Der Vorstand

Ich heisse Tatjana Müller, bin in Tann aufgewachsen und wohne mit meiner Familie

in Dürnten, also eine eingefleischte Zürcher Oberländerin. Ich bin 36 Jahre alt, mit

Marc Müller verheiratet und Mutter von Andri (1. Klasse) und Ronja (3 Jahre jung).

Nach einem Schnupperjahr im Vorstand der Freien Schulvereinigung habe ich mich

diesen Sommer entschieden, als gewähltes Mitglied den ganzen Vorstand in seiner

Arbeit zu unterstützen. Gerne

setze ich mich für unsere

Schule ein, wo immer es meine

Zeit erlaubt, und ge niesse

parallel dazu die kreativen

Stunden in der Bazargruppe

«Blütenkraft».

Als gelernte Damenschneiderin

arbeitete ich neun Jahre im

eigenen Atelier und habe mich

parallel dazu zur Personalfachfrau

ausgebildet. Beide

Tätigkeiten sind, seit wir Kinder

haben, auf Eis gelegt, und

ich geniesse es sehr, mich voll und ganz meiner Familie widmen zu dürfen.

Wir gehen sehr gerne in die Bündner Berge, fahren gerne mit unseren Rädern

durchs Zürcher Oberland oder mit unserem VW-Camper da- und dorthin.

In unserem alten Haus und drum herum gibt’s immer was zu werkeln, so dass es

uns nie langweilig wird. Wenn dies doch mal der Fall ist, setzt sich bestimmt ein

unterernährter, mamiloser Igel vor unsere Tür, einer unserer Hasen reisst aus oder

die Kinder stehen mit Säge, Hammer und Nägeln vor uns und sagen: Kommt, Mami

und Papi, wir könnten der Baumhütte doch noch eine Veranda bauen und dem Vogelhaus

ein neues Dach und und und... Wenn dann mal ein ruhiges Momentchen

eintritt, leg ich mich gern mit einem spannenden Reisebericht in die Hängematte

und träume mich weg, in ferne Länder und Kulturen.

Thomas Warburton, Buchhaltung

Tatjana Müller

Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in der ländlichen Gegend des Pfannenstiels.

Dort verbrachte ich die gesamte Schulzeit bis zum Erwerb der kaufmännischen

Berufsmaturität. Während meiner Ausbildung zum Treuhänder lernte ich

meine Frau kennen und bin von Zürich weggezogen.

Ein knappes Jahr nach der Geburt unserer Tochter musste ich aus beruflichen Gründen

wieder zurück in die Region Zürich ziehen, und so kam es, dass wir erstmals

das Zürcher Oberland wählten, um die Kombination von angemessenem Arbeitsweg

und Wohnen in einer ländlichen Region zu haben.

Diese Umstände führten dazu, dass wir das erste Mal mit der Rudolf Steiner Schule

38 39


in Kontakt kamen und von Beginn an sehr begeistert

waren. Da meine Frau und ich die gesamte

Schulzeit an einer öffentlichen Schule absolviert

hatten, durchlebten wir eine Entdeckungsreise voller

neuer Eindrücke und Erfahrungen.

Als von der Schule die Anfrage kam, den langjährigen

Buchhalter Bernhard Schneebeli abzulösen,

war es für mich selbstverständlich, diese Aufgabe

zu übernehmen, um die Schule mit meinem Wissen

zu unterstützen; und ich freue mich auf diese Herausforderung.

Thomas Warburton

Gelesen…

Jean-Henri Fabre

«Erinnerungen eines Insektenforschers»

Ein knappes Jahrhundert musste der deutschsprachige Leser auf die Gesamtaus-

gabe der Werke des berühmten französischen Insektenforschers warten. Endlich ist

es so weit. Die ersten zwei Bände der zehnbändigen Gesamtausgabe sind erschienen;

vorzüglich übersetzt und mit überzeugenden Federzeichnungen von Christian

Thanhäuser versehen.

Ein Leben lang widmete sich Jean-Henri Fabre der Beobachtung und Beschreibung

von Insekten in ihrem Lebensraum: von der Grabwespe, dem Mistkäfer und der Gottesanbeterin

über die Spinne bis hin zum Nachtpfauenauge. Dabei gelingen ihm literarische

Gattungsbiographien, die zu den schönsten und einfühlsamsten, aber auch

genauesten Tierbeobachtungen zählen, die je geschrieben wurden.

Fabre vermittelt kein scheinüberlegenes Wissen, sondern erzählt uns von seiner tastenden

Enträtselung der Natur. Lebendigkeit ist das Stichwort, das sein Schreiben

auszeichnet. Fabre schrieb so mitreissend, dass er auch heute noch mühelos den

Leser mit seinen anschaulichen, feinfühlig und nicht ohne Witz erzählten Beobachtungen

begeistert.

Erinnerungen eines Insektenforschers

Jean-Henri Fabre

Band 1 und Band 2, Verlag Matthes und Seitz, Berlin

Erwin Kolb

40 41


Nawala, die weltweit erste

Oshivambo Waldorf-Klassenlehrerin

Gestern stand Nawala Weber-Trianus am Elternabend zum ersten Mal vor ihren zukünftigen

Erstklasseltern. Morgen wird sie das staatliche Diplom als Primarlehrerin

entgegen nehmen.

Heute erzählt sie uns ihre Geschichte:

Nawala, das heisst in etwa: da ist nichts! Eigentlich heisst sie Nangula, was mit

dem Morgen zu tun hat. Sie wurde 1977 in Angola geboren als Tochter einer Namibierin

und eines Angolaners, beide vom Volk der Ovambos. Das war zur Zeit des

bewaffneten Befreiungskampfes Namibias gegen die südafrikanischen Besetzer.

Ihre Mutter war aktive Widerstandkämpferin. Zusammen lebten sie im Flüchtlingslager

Kassinga in Angola. Am 4. April 1978 wurde Kassinga von südafrikanischen

Truppen angegriffen und bombardiert. Nawala – noch nicht ein Jahr alt – war auf

dem Rücken ihrer Mutter in ein Tuch gebunden. Durch einen Schuss wurde die

Mutter getötet. Die Kugel durchschlug sie und traf Nawala am Hals. Noch heute ist

die Narbe zu sehen.

Eine fremde Frau nahm das weinende Kind mit und rettete ihm das Leben. In einem

anderen Flüchtlingslager traf Nawala auf eine ihrer Tanten, die einige Zeit für sie

sorgte, bis sie selber einen Auftrag im Widerstand übernahm. Auch ihr Vater war

mittlerweile verschollen.

1982 kam sie mit etwa einem Dutzend gleichaltriger Kinder in die damalige Deutsche

Demokratische Republik. Die DDR hatte ab 1979 namibische Waisen aufgenommen,

insgesamt mehr als 400 Kinder.

Das Kinderheim Bellin war in einem alten Schloss in Zehna. Auf unsere Frage, ob sie

sich an die Ankunft erinnern könne, sagt sie:

«Nein, ich habe keine Erinnerung daran. Aber mit etwa acht Jahren hatte ich einen

Traum, den ich nie vergessen werde: Ich träumte die Geschichte vom Tod meiner

Mutter und meiner Rettung. Viele Jahre später habe ich meine Retterin wieder getroffen,

und sie hat mir meinen Traum exakt bestätigt!»

Nachdem 1989 die Mauer gefallen war, waren diese DDR-Kinder als kommunistische

Propaganda nutzlos geworden und dem wiedervereinigten Deutschland eher

lästig. Im Herbst des folgenden Jahres – mittlerweile hatte auch Namibia die Unabhängigkeit

erlangt und die ersten freien Wahlen durchgeführt – wurden sie in ihr

Heimatland abgeschoben. Abgeschoben?

Nawala Weber-Trianus zukünftige Waldorf-Klassenlehrerin

42 43


«Ja, man hat uns gesagt, es ginge nach Namibia in die Ferien. Wir nahmen deshalb

nicht alles mit. Auf dem Flughafen in Windhoek mussten wir als Erstes die Pässe

abgeben. Man brachte uns in ein Kinderheim in Katutura («der Ort, wo wir nicht

sein wollen»). Familienmitglieder kamen und nahmen gegen Bezahlung Kinder

mit, für 50 Rand (heute etwa 7 Franken). Ich hatte Glück und kam zu einer Tante,

die ebenfalls in Katutura wohnte. Der deutsche Staat bezahlte in der Folge unsere

Schulung. Ich besuchte mit einigen anderen Kindern die Deutsche Schule Windhoek

(heute Delta Schule), wo wir die ersten schwarzen Kinder waren. Unter der

Woche lebte ich im Schülerheim, am Wochenende bei der Tante.»

Bei der Einschulung in Namibia wurden alle DDR-Kinder um ein Jahr zurück versetzt,

weil sie kein Englisch sprechen konnten und auch ihrer Muttersprache Oshivambo

nicht mehr mächtig waren.

1997 schloss Nawala mit einem Diplom ab, das den Zugang zur Universität ermöglichte.

Gerne wäre sie Hebamme geworden. Geld jedoch war keines vorhanden,

und so musste sie zuerst arbeiten. Einige Jahre später war sie am Politechnikum

und studierte «Business Administration». Das bedeutete, zwei Jahre lang am Morgen

arbeiten, am Nachmittag studieren.

Von Waldorfpädagogik hatte Nawala keine Ahnung, als sie sich 2006 auf ein Inserat

meldete, in dem eine mehrsprachige Arbeitskraft für das Sekretariat gesucht

wurde. Sie bekam den Job – in einem Land mit etwa 50% Prozent Arbeitslosen

– und war fasziniert von den Trimesterfeiern; von dem, was die Klassen zeigten

und wie Kinder und Erwachsene miteinander umgingen. Irgendwann durfte sie bei

Tekla Tschukwe, einer inzwischen verstorbenen Lehrerin, hospitieren. Das war der

«turning point»!

Dann ging es schnell: Ab 2008 internes «teachers training seminar», parallel dazu

staatliche Lehrerausbildung für die Primarschule, das alles am Nachmittag, am

Morgen bereits Handarbeitsunterricht in verschiedenen Klassen und dazwischen

immer wieder Ehemann und Sohn.

Gestern, vor dem ersten Elternabend ihrer zukünftigen Klasse, war Nawala sehr

nervös. Wie würden die mehrheitlich farbigen Eltern reagieren auf die erste farbige

Klassenlehrerin an der Schule? Aber alles ging gut.

«Nur vier Kinder haben bereits Geschwister in der Waldorfschule, und Eltern mit

«Waldorf-Hintergrund» sind eher die Ausnahme. Sechs Kinder kommen vom Waldorf

Kindergarten in meine Klasse (insgesamt werden acht Kinder vom Waldorfkindergarten

eingeschult). Da wird mir viel Elternarbeit bevor stehen. Ich freue mich

sehr auf meine neue Arbeit, aber ich habe auch grossen Respekt vor der Aufgabe».

20 Kinder sind angemeldet: 7 Hereros, 4 Ovambos, 1 Damara, 2 Englisch, 2 Afrikaans

und vier weitere gemischtsprachige. Deutsch wird ihre gemeinsame Unterrichtssprache

sein, später Englisch. Afrikaans können ohnehin die meisten.

Wir fragen Nawala, was sie persönlich an der Waldorfpädagogik anspreche.

«Zuerst einmal hat mich einfach die Art des Unterrichtens fasziniert. Dann aber

empfinde ich stark, dass das alles wohl so gedacht ist für mich. Aber ich habe noch

viel zu lernen!»

Morgen wird sie für ihren grossen Einsatz belohnt. Sie wird das Diplom als Primarlehrerin

mit dem landesweit besten Abschluss von gegen 600 Studenten entgegen

nehmen.

Herzliche Gratulation!

Dank an die Schulgemeinschaft in Wetzikon

Wir danken der Schulgemeinschaft in Wetzikon von Herzen für den unerwarteten

finanziellen Zustupf. Die Waldorfschule in Windhoek freut sich, dass sie endlich

ein elektrisches Klavier, das den extremen Temperaturschwankungen standhält,

kaufen konnte. Wir sind dabei, die Zauberflöte einzustudieren, die am letzten

Schultag vor Weihnachten aufgeführt wird.

Buchtipp :

Kind Nr. 95: meine deutsch-afrikanische Odyssee,

Lucia Engombe

Verlag Ullstein, broschiert

Barbara Stauffer, Erich Meier

und die Waldorfschule Windhoek

meierich@bluewin.ch

Das Buch gibt die Geschehnisse um die Kinder aus Namibia in der DDR wieder,

authentisch aus der Sicht einer Betroffenen.

44 45


I N S E R T I O N S - B E S T I M M U N G E N

Insertions-Bestimmungen

1/1 Seite 118 x 173 mm Fr. 220.–

1/2 Seite 118 x 84 mm Fr. 120.–

1/4 Seite 57 x 84 mm Fr. 60.–

1/4 Seite 118 x 40 mm Fr. 60.–

1/3 Seite 118 x 53 mm Fr. 80.–

Preise exkl. 7,6% MWSt, Platzierung auf der Umschlagseite + 25 %

Anzeigenschluss Frühling: 2. März 2011

Inseratvorlagen: Daten nach Möglichkeit in Erscheinungsgrösse,

können als PDF direkt an info@alinea.ch gesendet werden.

Bearbeitungen wie Neusatz, Gestaltung oder PDF-Erstellung werden

separat nach Aufwand verrechnet.

Inseratenverwaltung:

Alinéa AG, Schönaustrasse 13, 8620 Wetzikon

Telefon 044 932 75 79, Fax 932 75 80

info@alinea.ch

Offene Stellen an der Rudolf Steiner Schule Wetzikon

Wir suchen:

• ab sofort oder nach Vereinbahrung eine Handarbeitslehrerin

für das neue Schuljahr 2011/2012 suchen wir:

• eine Französisch-Lehrerin oder Lehrer, 100%

• und für unsere neue Sekundar-Mittelstufe eine vielseitige und engagierte

Klassen-Lehrerpersönlichkeit, 100%

Wenn Sie an einer ganzheitlichen Pädagogik interessiert sind, wenden Sie sich

bitte an die Mitarbeitergruppe (Zdenek Koula), oder an das Sekretariat der

Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland, Usterstrasse 141, CH-8620 Wetzikon

Tel. 044 933 06 20, info@rsszo.ch

GEBR. BACHMANN

ZÜRCHERSTRASSE 90 - 8620 WETZIKON

TEL. 044 932 50 00 - FAX 044 932 50 10

INFO@URSBACHMANN-PIANOS.CH

WWW.URSBACHMANN-PIANOS.CH

FLÜGEL - KLAVIERE - CEMBALI - HAMMERFLÜGEL - CELESTEN

VERMIETUNG - VERKAUF - STIMMUNGEN - REPARATUREN

46 47


Damit Sie wissen, was an

unserer Schule läuft:

Abonnieren Sie unseren news letter!

Tragen Sie einfach Ihre Mailadresse auf www.rsszo.ch ein.

FR E I R A U M

G E S T A L T U N G V O N M Ö B E L N U N D K Ü C H E N

• A L L G E M E I N E S C H R E I N E R A R B E I T E N

• K Ü C H E N B A U U N D - G E S T A L T U N G

• V E R K A U F + A U S T A U S C H V O N

K Ü C H E N G E R Ä T E N A L L E R M A R K E N

• V E R K A U F V O N W A S C H M A S C H I N E N

U N D T U M B L E R N

P E T E R U N D S I B Y L L E F R E I

K E M P T N E R S T R A S S E 3 8

8 3 4 5 A D E T S W I L

T E L . / F A X 0 4 4 9 3 9 2 7 2 2

I N F O @ F R E I R A U M - M O E B E L . C H

W W W . F R E I R A U M - M O E B E L . C H

Ihre Treuhandadresse im

Zürcher Oberland für

Unternehmensberatung

Kundenbuchführung

Steuerberatung

Nachfolgeplanung:

Eheverträge, Testamente, Erbvorbezüge

Erbteilungen/Willensvollstreckungen

Immobilien:

Vermittlung und Rechtsberatung

Ihre Ansprechpartner:

Heinrich Frei Zürcher Notarpatent

Osvaldo Birolini Fachmann für Finanz- und

Rechnungswesen mit eidg.

Fachausweis

Bruno Möri Dipl. Experte in Rechnungslegung

und Controlling

Bahnhofstr. 15 CH-8620 Wetzikon info@freitreuhandag.ch

Tel 044 934 33 41 Fax 044 934 33 50 www.freitreuhandag.ch

Buchhandlung

und Antiquariat

Erwin Kolb

Usterstrasse 95

8620 Wetzikon

Tel./Fax 044 932 72 73

E-Mail:

Kolb.Wetzikon

@edi.begasoft.ch

Öffnungszeiten

Di–Fr 9.00–12.00

1 4.00–18.30

Sa 9.00–16.00

Praxis

für Für Heileurythmie

Um dem Besonderen eine

Enten schnatternd am Weiher.

Still Chance plätscherndes zu geben, Wasser.

Ein strahlender Blick.

die Nachreifung der Kinder

Um „dem Besonderen“ eine Chance zu

und Jugendlichen zu unterstützen.

geben.

Die Nachreifung Die besondere der Kinder Bewegungskunst

und Jugendlichen zu

Individuelle gewährleisten. Förderung durch

Die künstlerische besondere Bewegungskunst- Therapie

Individuelle Förderung

Durch künstlerische Therapie.

Herbert Langmair

Herbert Langmair

Tel. 044 954 37 34

Tel: 019543734

Praxisraum Praxisraum an der Rudolf Steiner an Schule der Wetzikon

Rudolf Steiner EMR Anerkennung Schule Wetzikon

Krankenkassenanerkennung

Klassische und Moderne Literatur

Kinder- und Jugendbücher

Kunst und Anthroposophie

Literarisches Antiquariat

Auserlesene Musik auf CD

Was ich nicht am Lager führe, besorge

ich Ihnen umgehend.

(Übrigens: Vergriffenes lässt sich häufig

antiquarisch beschaffen.)

48 49


SteinAnz_Baeder_A5_dfi 30.6.2008 15:42 Uhr Seite 1

Weleda Badezusätze:

Die Schule des

natürlichen Badens.

Edeltannen Erholungsbad und Rosmarin Aktivierungsbad

von Weleda sind eine Wohltat für Körper und Geist. Natürliche

Bäder haben eine jahrtausendealte Tradition. Schon Griechen,

Römern und den Menschen asiatischer Hochkulturen gaben

Bäder Auftrieb. Wie uns heute die Bäder von Weleda.

INS_SS_2 20.6.2006 13:52 Uhr Seite 1

p • s u l s e r architekturbüro für baubiologie sib,

schallschutz und energie-effiziente sanierung

Neubau, Umbau

& Renovation

nach Minergie-

Standard

P. Sulser GmbH

Birchstrasse 2

8340 Hadlikon-Hinwil

Telefon 044 977 29 89

Natel 079 270 58 10

www.p-sulser-gmbh.ch

Baubiologische Beratungsstelle SIB

50 51


NEUE WEGE

MÖGLICHKEITEN

LÖSUNGEN UND

LEBENSFREUDE FINDEN

Psychotherapeutische Praxis

und Maltherapie

-Naturheilmittel -Naturheilmittel Öffungszeiten: Öffungszeiten:

für Einzelne, Paare und Familien

Mo. bis Fr. Mo. bis Fr.

-Homöopathie -Homöopathie 8:00-12:30 13:30-18:30 8:00-12:30 13:30-18:30

-Vitalstofftherapie -Vitalstofftherapie Sa. 7:30 - 16:00 Sa. 7:30 - 16:00

- Ceres / von - Ceres Arburg/

von Tel: Arburg (044) 940 Tel: 16 (044) 86 940 16 86

Marianne Speissegger Dipl. Psychologin FH

Maltherapeutin IAC

Kastellstrasse 6

8620 Wetzikon-Kempten

Mobile 078 827 47 71

speissegger@beziehungstherapeuten.ch

www.beziehungstherapeuten.ch

Krankenkassenbeitrag mit Zusatzversicherung möglich

Gesucht

Suchen Sie jemanden der ihre Wohnung/ihr Haus schätzt und

sorg-fältig damit umgeht?

Dann melden Sie sich bitte bei mir.

Denn ich suche eine Wohnung/ein Haus mit 4.5 lieber noch

5.5 Zimmern in Uster oder Wetzikon.

So kommen wir beide zum Ziel:

Gefunden

-Naturheilmittel

-Homöopathie

-Vitalstofftherapie

- Ceres / von Arburg

Öffungszeiten:

Mo. bis Fr.

8:00-12:30 13:30-18:30

Sa. 7:30 - 16:00

Tel: (044) 940 16 86

www.drogeriebrunnehof.ch

Marion Lohrer-Gubser, 076 477 81 59, lohrer@omdmedia.ch

www.drogeriebrunnehof.ch www.drogeriebrunnehof.ch

52 53


Schnupperabo

Gerne bestelle ich ein Schnupperabo

für zwei Monate für nur Fr. 30.–.

Name

Vorname

Strasse

PLZ/Ort

Telefon

E-Mail

� Ich hätte gerne den ZO

Zürcher Oberländer, Abonnentendienst,

Postfach, 8620 Wetzikon, einsenden

oder per Fax 044 933 32 57

www.zo-online.ch

� Ich hätte gerne den AvU

Anzeiger von Uster, Abonnentendienst,

Postfach, 8610 Uster, einsenden oder

per Fax 044 905 79 80

www.zo-online.ch

8320 Fehraltorf, Telefon 044 955 23 18

www.naef-natursauna.ch

OEW_Ins_135x55 16.8.2008 9:35 Uhr Seite 1

Die Druckerei

in Ihrer Nähe.

54 55


Massivholz- Küchen, Betten, Tische

Schlafzimmermöbel Küchen, vollmassiv Möbelrestaurationen

Naturbettinhalt artisana Einbauschränke Wiegen-Vermietung

Naturbettinhalt Prolana Tische, Stühle Bio- Bettwäsche

Naturbettinhalt TRINATURA Kinderbetten + Möbel Duvet + Kissen aus

Naturbettinhalt Relax Gesundes Sitzen Hirse,Dinkel, Wolle, Latex

Möbel zum verlieben im Naturbett-Center Jona

Viel Zeit verbringen wir zu unserer Erholung im Bett. Es ist daher einleuchtend, wie wichtig

es ist, diese Zeit in einer heimeligen, gift - und störungsfreien Umgebung zu verbringen.

Der schlafende Körper kann sich ja nicht wehren.

Im Naturbett-Center Jona gibt’s eine riesige Auswahl an wunderschönen Betten und Matratzen.

Und alles aus natürlichen Materialien, ohne Schrauben, Spanplatten, Lack, Plastik,

Motoren…, einfach Natur pur. Holz aus der Region, behandelt mit natürlichen Ölen und

Wachsen. Dank der eigenen Möbelschreinerei kann auf individuelle Wünsche eingegangen

werden. Selbstverständlich fertigen wir auch andere Möbel und Küchen aus Massivholz.

Mindestens 4 verschiedene Bettsysteme

stehen zum Probeliegen bereit: Trinatura,

artisana, Relax, und neu Prolana. Prolana

bietet ein riesiges Sortiment an Bettwaren

und Kinderartikeln wie Schlafsäcke, Kissen,

Duvets, Bettwäsche usw., und alles aus

kbA- Baumwolle und Schurwolle aus kontr.

Biol. Tierhaltung. Mit einem solchen Bett tun

Sie sich etwas zuliebe und schonen auch

noch die Umwelt dabei.

Willkommen in unserer

schönen Ausstellung.

www.Naturbett-Center.ch

Bettsysteme: Artisana - TRINATURA - Prolana - Relax / Massivholz-Möbel und -Küchen

8645 Jona

Buechstr.2

055 212 20 27

Willkommen

bei der ZKB

in Wetzikon.

56 57


dESIGN & PRINT

FLYER | PLakaTE | PROSPEkTE | PROGRaMME

CRANIOSACRAL–THERAPIE

Craniosacral-Therapie ist eine sanfte, ganzheitliche Körperarbeit.

Durch feinste Zug- und Druckbehandlung an Kopf und Wirbelsäule

wird Einfluss auf das craniosacrale System genommen,

das wie Blutkreislauf oder Atem lebenslang pulsiert. Dadurch wird die SELBST-

HEILUNG eingeleitet und das individuelle GLEICHGEWICHT wieder hergestellt.

HILFREICH BEI:

Kindern

• HYPERAKTIVITÄT

• KONZENTRATIONSSCHWÄCHE

• VERDAUUNGSPROBLEMEN

• ALLERGIEN

• KIEFERPROBLEMEN

• BABYS MIT SAUGGLOCKENGEBURT

Hat meine Biografie einen Sinn?

Biografiearbeit auf anthroposophischer Grundlage geht davon aus, dass jeder

Mensch diese Welt mit einer selbst bestimmten Aufgabe betritt. Eine erfolgreiche

Biografiearbeit hilft Ihnen, Ihre Selbstbestimmung zu erkennen. Sie legen den

roten Faden frei, der sich durch Ihr Leben zieht, damit Sie ihn fortan selbstbewusst

weiterspinnen können.

B I O G R A F I E A R B E I T

Erwachsenen

• KOPFSCHMERZEN, MIGRÄNE

• STRESSBED. BESCHWERDEN

• ERSCHÖPFUNGSZUSTÄNDEN

• DEPRESSION

• SCHLEUDER- OD. STURZTRAUMA

• RÜCKENSCHMERZEN

Franziska Studer dipl. Craniosacral Therapeutin Cranio Suisse

Rücken-und Wirbelsäulen Therapie

Dorfstrasse 23 • 8620 Wetzikon • Tel. 079 353 01 73 • Krankenkassenanerkannt

Mehr Infos unter: www.cranio-wetzikon.ch • Mutter von vier Kindern an der RSS

Praxis für Biografiearbeit, Zentralstrasse 4, 8623 Wetzikon, www.praxisbiografiearbeit.ch

Veronika Strassmann, Telefon 079 405 33 91, strassmann@praxisbiografiearbeit.ch

Philip E. Jacobsen, Telefon 043 495 26 42, jacobsen@praxisbiografiearbeit.ch

58 59


B Ä C K E R E I B I O L A D E N B L U M E N G E S C H E N K E TA K E AWAY

Offen: Mo/Sa 7–13 Uhr, Di/Mi/Fr 7–18.30 Uhr, Do 7–17 Uhr

Hochstrasse 31–33, 8330 Pfäffikon ZH

Tel. 044 953 31 13, Fax 044 953 31 05, www.palme.ch

� Steuerberatung

� Finanzbuchhaltung / Lohnadministration

� Unternehmensberatung

� Treuhandleistungen

Ausrüstung

für Trails

VELOPLUS

Besuchen Sie unsere Velowelten. Finden Sie 8000

ausgewählte Velo-, Bike- und Outdoorartikel, auf die

Sie sich verlassen können! Alles von unserem Team

minuziös getestet. Dazu eigene Neuentwicklungen

für mehr Spass am Biken – designed by veloplus.

Gratis

Veloplus-Kunde Claude Balsiger unterwegs im West-Himalaya auf 5000 m ü. M.

Wert Fr. 8.–

8000 Artikel

Tipps · Tests

Infos

www.veloplus.ch

Katalog gratis bestellen!

Wir freuen uns, Sie persönlich kennen zu lernen:

Shop · Bikebörse · Aktionen · Insidertipps

Wett bewerb · Kurse · Events

SMS: Text velo, Name und Adresse

an 9889 (20 Rp./SMS)

Telefon: 0840 444 777

Thomas & Cornelia Warburton

Läden & Velowelten

Mail: katalog@veloplus.ch

Basel Leimenstrasse 78

iPhone: i.veloplus.ch

60

Emmenbrücke beim Emmen Center

Ostermundigen Bernstrasse 65

Wetzikon beim Bahnhof

oder Coupon mit Absender an:

Veloplus · Postfach · 8620 Wetzikon 61


62

H o f l a d e n O b e r d o r f

H o f l a d e n O b e r d o r f

Wintersalate, Lagergemüse, Früchte, Alpkäse, Käse und Joghurt von

der Sennerei Bachtel, Würste und Fleisch von «Hans und Wurst».

Frische Rohmilch, Wintergemüse, Früchte, Süssmost, Alpkäse.

Käse und und vieles Joghurt mehr... von der `Bachtel Sennerei`.

Fleisch und Würste von `Hans und Wurst`.

Samstags gibt`s Brot und Zopf von der Holzofenbäckerei `Vier Linden`.

Unsere Öffnungszeiten:

Montag 09.00 – 19.00

Öffnungszeiten:

Mittwoch 09.00 – 19.00

Freitag Montag 09.00 09.00 – 19.00 – 19.00 über Weihnachten + Neujahr

Mittwoch 09.00 – 19.00 zusätzlich

Samstag Freitag 08.00 08.00 – 15.00 – 19.00 jeweils Donnerstags 24./31. Dez.

Samstag 08.00 – 15.00 08.00 – 15.00

Selbstbedienungs-Hofladen Oberdorf

Schönaustrasse 22, 8344 Bäretswil, Tel. + Fax 044 939 16 90

Besuchen Sie unseren neuen schönen Hof laden an der

Schönaustr. 22 in Bäretswil.

Tel. + Fax. O44 939 16 90

Stephan Sierts

Naturnaher Gartenbau

[Der Garten ist die Seele des Hauses]

Rietli 1

8497 Fischenthal

Telefon 055 245 19 50

Mobile 079 602 30 17

vorkurs zürcher oberland

an der kunstschule wetzikon

das gestalterische praxisjahr

informationsabend:

montag 17. januar 11 19uhr

weitere daten für infoabende:

7.03.11 / 11.04.11 / 16.05.11 / 27.06.11

www.kunstschule-wetzikon.ch

tel. 044 932 52 01

morgentalweg 39/41

8620 wetzikon


����������������

����������������

������������

������������

�������������������������������������������������������������������

�������������������

����������������������������������������������������������������������������

������������������������������������������������������������������������

�������������������������������������

�������������������������������������������������������������������������

����������������������������������������������������������������������������

��������������������


��������������������

��������������������������

��������������������������������

����


����

����

64 65


66

Felix & Nica Geisser

Bahnhofstrasse 294

8623 Wetzikon-Kempten

Telefon 044 / 930 30 83

www.kornladen-kempten.ch

Hauslieferdienst im

ganzen Zürcher Oberland!

Das Biofachgeschäft - seit über 25 Jahren

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine