plötzlicher natürlicher Tod mit SID - Institut für Rechtsmedizin ...
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<strong>Rechtsmedizin</strong><br />
<strong>plötzlicher</strong> pl tzlicher <strong>natürlicher</strong> nat rlicher <strong>Tod</strong><br />
Lehrinhalte nach<br />
Madea: Praxis <strong>Rechtsmedizin</strong>. Springer Verlag<br />
Keil: Basics. Urban Fischer Verlag<br />
<strong>Institut</strong> <strong>für</strong> f r <strong>Rechtsmedizin</strong> der Universität Universit t Rostock<br />
Direktor: Prof. Dr. med. A. Büttner B ttner
Plötzlicher Pl tzlicher <strong>natürlicher</strong> nat rlicher <strong>Tod</strong><br />
Definition der WHO:<br />
R 96.1 „<strong>Tod</strong>eseintritt <strong>Tod</strong>eseintritt innerhalb von<br />
weniger als 24 h nach Beginn der<br />
Krankheitssymptome“<br />
Krankheitssymptome
Plötzlicher Pl tzlicher <strong>natürlicher</strong> nat rlicher <strong>Tod</strong><br />
Für r die Beurteilung der pathologisch-<br />
anatomischen Befunde bei plötzlich pl tzlich<br />
und unerwartet Verstorbenen hat sich<br />
eine Einteilung des Befundmusters<br />
nach 3 Ausprägungsgraden<br />
Auspr gungsgraden<br />
(Fallgruppen) bewährt. bew hrt.
Fallgruppe 1<br />
Befunde bei der Obduktion, die aufgrund<br />
ihres Schweregrades und ihrer<br />
Lokalisation <strong>für</strong> f r sich allein ohne<br />
Einschränkung Einschr nkung den <strong>Tod</strong> eines Menschen<br />
erklären erkl ren<br />
z.B. - frische Koronarthrombose,<br />
- fulminante Lungenembolie,<br />
- ausgedehnte SAB etc.
Fallgruppe 2<br />
Organveränderungen<br />
Organver nderungen, , die zwar den <strong>Tod</strong><br />
prinzipiell erklären erkl ren können, k nnen, die aber eine<br />
Ursache <strong>für</strong> f r seinen plötzlichen pl tzlichen und<br />
unerwarteten Eintritt zu diesem Zeitpunkt<br />
und an diesem Ort nicht erkennen lassen<br />
z.B. - Herzinsuffizienz,<br />
- Hypertonie <strong>mit</strong> Myokard-<br />
hypertrophie,<br />
hypertrophie,<br />
- fortgeschr. fortgeschr.<br />
Tumorleiden etc.
Fallgruppe 3<br />
Plötzliche Pl tzliche <strong>Tod</strong>esfälle, <strong>Tod</strong>esf lle, bei denen trotz<br />
umfassender und sorgfältiger sorgf ltiger<br />
Untersuchungen einschließlich einschlie lich Histologie,<br />
Toxikologie, Mikrobiologie und<br />
postmortaler biochemischer Verfahren<br />
keine <strong>Tod</strong>esursache nachweisbar ist<br />
z.B. - Herzrhythmusstörungen Herzrhythmusst rungen durch<br />
Elektrolytverschiebungen,<br />
- Krampfleiden etc.
Plötzlicher Pl tzlicher und unerwarteter<br />
<strong>Tod</strong><br />
Die rechtsmedizinische Praxis zeigt, dass<br />
fast bei allen Erkrankungen der <strong>Tod</strong><br />
plötzlich pl tzlich und unerwartet eintreten kann.<br />
Eine erschöpfende ersch pfende Darstellung über ber<br />
sämtliche mtliche Ursachen <strong>plötzlicher</strong> pl tzlicher <strong>natürlicher</strong> nat rlicher<br />
<strong>Tod</strong>esfälle <strong>Tod</strong>esf lle ist nicht möglich. m glich.
Plötzlicher Pl tzlicher und unerwarteter <strong>Tod</strong><br />
Einteilungsprinzipien<br />
Organbezogen<br />
Phänomenologisch Ph nomenologisch als <strong>Tod</strong> am<br />
Arbeitsplatz, beim Sport, im<br />
Polizeigewahrsam etc.<br />
Ätiologisch tiologisch als Folge eines Tumorleidens,<br />
einer Infektion, einer degenerativen<br />
Erkrankung etc.
Definition „nat natürlich rlich“<br />
„Nat Natürlich rlich“ soll besagen, dass der <strong>Tod</strong> auf<br />
ein inneres, nicht von außen au en verursachtes,<br />
ausgelöstes ausgel stes oder beeinflusstes<br />
Geschehen zurückzuf zur ckzuführen hren ist.<br />
Auch wenn kalte Temperaturen „nat natürlich rlich“<br />
sind, so ist doch der Erfrierungstod (von<br />
außen au en kommend) eine nichtnatürliche<br />
nichtnat rliche<br />
<strong>Tod</strong>esart und muss den<br />
Er<strong>mit</strong>tlungsbehörden Er<strong>mit</strong>tlungsbeh rden gemeldet werden.
Definition des nichtnatürlichen<br />
nichtnat rlichen<br />
<strong>Tod</strong>es I<br />
§ 159 StPO<br />
„Nicht Nicht natürlich nat rlich ist der durch Selbstmord,<br />
Unfall, durch eine rechtswidrige Tat oder<br />
sonst durch Einwirkung von außen au en<br />
herbeigeführte herbeigef hrte <strong>Tod</strong>. Der <strong>Tod</strong> nach<br />
Operation fällt f llt nur unter § 159, wenn<br />
wenigstens entfernte konkrete<br />
Anhaltspunkte <strong>für</strong> f r einen Kunstfehler oder<br />
<strong>für</strong> r sonstiges Verschulden des<br />
behandelnden Personals vorliegen.“<br />
vorliegen.
Definition des nichtnatürlichen<br />
nichtnat rlichen<br />
<strong>Tod</strong>es II<br />
§ 159 StPO ff<br />
„Die Die Anhaltspunkte <strong>für</strong> f r einen unnatürlichen<br />
unnat rlichen<br />
<strong>Tod</strong> … können nnen sich auch aus dem Ort der<br />
Auffindung ergeben, bei jüngeren j ngeren<br />
Menschen sogar aus dem Fehlen von<br />
Anhaltspunkten <strong>für</strong> f r einen natürlichen nat rlichen <strong>Tod</strong>“<br />
<strong>Tod</strong>
Der plötzliche pl tzliche natürliche nat rliche <strong>Tod</strong><br />
organbezogen<br />
Kardiovaskuläres<br />
Kardiovaskul res System<br />
Respirationstrakt<br />
Gastrointestinaltrakt<br />
Zentrales Nervensystem (Prof. Büttner) B ttner)
Der plötzliche pl tzliche natürliche nat rliche <strong>Tod</strong><br />
organbezogen<br />
Kardiovaskuläres<br />
Kardiovaskul res System<br />
Respirationstrakt<br />
Gastrointestinaltrakt<br />
Zentrales Nervensystem (Prof. Büttner) B ttner)
Kardiovaskuläres<br />
Kardiovaskul res System<br />
häufige ufige <strong>Tod</strong>esursachen<br />
Koronare Herzkrankheit, Koronarsklerose,<br />
Koronarthrombose<br />
Akuter und alter Myokardinfarkt<br />
Hypertensive Herzerkrankung<br />
Endokarditis<br />
Myokarditis viral und eitrig<br />
Cor pulmonale<br />
Lungenthrombembolie<br />
Rhythmogener Herztod<br />
Gefäß Gefäßerkrankungen<br />
erkrankungen<br />
Medianekrose Erdheim Gsell<br />
Fibromuskuläre<br />
Fibromuskul re Dysplasie<br />
Aneurysmen
Der plötzliche pl tzliche natürliche nat rliche <strong>Tod</strong><br />
organbezogen<br />
Kardiovaskuläres<br />
Kardiovaskul res System<br />
Respirationstrakt<br />
Gastrointestinaltrakt<br />
Zentrales Nervensystem (Prof. Büttner) B ttner)
Respirationstrakt<br />
Pneumonie<br />
- Herdpneumonie/<br />
Herdpneumonie/<br />
Bronchopneumonie<br />
- Grippepneumonie<br />
- Aspirationspneumonie<br />
- Lobärpneumonie<br />
Lob rpneumonie<br />
Asthma bronchiale<br />
Bronchialkarzinom
Der plötzliche pl tzliche natürliche nat rliche <strong>Tod</strong><br />
organbezogen<br />
Kardiovaskuläres<br />
Kardiovaskul res System<br />
Respirationstrakt<br />
Gastrointestinaltrakt<br />
Zentrales Nervensystem (Prof. Büttner) B ttner)
Gastrointestinaltrakt<br />
Ösophagusvarizenblutung<br />
sophagusvarizenblutung (Leberzirrhose)<br />
Gastrointestinale Blutung (Ulcus ventriculi, ventriculi,<br />
Ulcus duodeni) duodeni<br />
Akute Pankreatitis<br />
Peritonitis
<strong>SID</strong> – SUDDEN INFANT DEATH = „COT COT<br />
DEATH“ DEATH =<strong>SID</strong>S= Sudden Infant Death<br />
Syndrome<br />
Der plötzliche pl tzliche unerwartete <strong>Tod</strong> im<br />
Säuglingsalter<br />
uglingsalter
Definition <strong>SID</strong><br />
<strong>Tod</strong> am 7. – 365. Lebenstag, aber auch im<br />
2. Lebensjahr noch möglich m glich<br />
<strong>Tod</strong> im Schlaf<br />
Unauffällige Unauff llige Anamnese<br />
Keine adäquate ad quate <strong>Tod</strong>esursache nach<br />
vollständig vollst ndig und sorgfältig sorgf ltig durchgeführter<br />
durchgef hrter<br />
Obduktion
<strong>SID</strong> - Epidemiologie<br />
Etwa 1-3 1 3 plötzliche pl tzliche Säuglingstodesf<br />
S uglingstodesfälle lle<br />
pro 1000 Lebendgeburten in Ländern L ndern <strong>mit</strong><br />
einem hohen Gesundheitsstandard<br />
(Inzidenz Inzidenz)<br />
Hongkong 0,3<br />
Neuseeland 6,3 (1979-1984)<br />
(1979 1984)<br />
Deutschland 1,42 – 0,43 (abnehmende<br />
Tendenz 1990-2008)<br />
1990 2008)
<strong>SID</strong> - Verteilungen<br />
2.-4. 2. 4. Lebensmonat am häufigsten h ufigsten<br />
betroffen<br />
Jungen: Mädchen M dchen = 6:4<br />
Häufung ufung im Winter, am Wochenende
<strong>SID</strong> - Risikofaktoren<br />
Rauchen in Schwangerschaft und nach der<br />
Entbindung!!!<br />
Bauchlage,<br />
Bauchlage,<br />
warmes Schlafzimmer,<br />
Kopfkissen!!!<br />
Schlafen im Bett der Eltern<br />
Mutter stillt nicht<br />
Niedriges Geburtsgewicht<br />
Junges Alter der Mutter<br />
Infekt/e vor dem <strong>Tod</strong>
<strong>SID</strong> - Äußere ere Umstände Umst nde<br />
Häufig ufig zwischen 6 und 12 Uhr<br />
Kind wird nach Schlafphase tot im Bett<br />
aufgefunden<br />
In 20-40% 20 40% der Fälle F lle Kopf durch Bettzeug<br />
bedeckt<br />
Erbrochenes
<strong>SID</strong> – Obduktionsbefunde<br />
(fakultativ)<br />
Zyanose Lippen, Nagelbetten<br />
40-60% 40 60% der Fälle F lle schaumiges Sekret vor<br />
Nase/Mund<br />
Punktblutungen unter Lungenfell,<br />
Rippenfell, Herzaußenhaut, Herzau enhaut, Thymus<br />
Agonale Speisebreieinatmung<br />
Mäß äßige ige Hirnüberw Hirn berwässerung sserung<br />
Sekundäre Sekund re Reanimationsbefunde
<strong>SID</strong> – Hilfen in der Akutsituation I<br />
(Arzt/Polizei)<br />
Eltern bei<br />
Reanimationsmaßnahmen/<strong>Tod</strong>esfeststellu<br />
Reanimationsma nahmen/<strong>Tod</strong>esfeststellu<br />
ng nicht ausgrenzen<br />
Den <strong>Tod</strong> des Kindes in eindeutigen<br />
Worten <strong>mit</strong>teilen<br />
<strong>Tod</strong>esart „ungekl ungeklärt rt“ erklären erkl ren<br />
Erste Informationen zum plötzlichen pl tzlichen<br />
Kindstod geben
<strong>SID</strong> – Hilfen in der Akutsituation II<br />
(Arzt/Polizei)<br />
Mit den Eltern über ber eine Obduktion<br />
sprechen<br />
Gespräch Gespr ch <strong>mit</strong> Obduzenten anbieten<br />
Einen Abschied vom Kind ermöglichen<br />
erm glichen<br />
Beratung beim Abstillen<br />
Auf Selbsthilfegruppen verweisen
<strong>SID</strong><br />
Führende hrende Hypothese:<br />
Sauerstoffmangel und CO 2-Anreicherung Anreicherung<br />
durch Rückatmung R ckatmung bei Bauchlage<br />
Zahlreiche andere Hypothesen wie z. B.<br />
giftige Gase durch Matratzen etc.
Empfehlungen zum gesunden<br />
Säuglingsschlaf<br />
uglingsschlaf<br />
Rückenlage ckenlage<br />
Rauchfrei<br />
Das eigene Bettchen im Elternschlafzimmer<br />
Säuglingsschlafsack<br />
uglingsschlafsack<br />
Kein Kopfkissen, kein Vorhang (kein Nestchen),<br />
kein Kuscheltier<br />
16-18 16 18 °C C Raumtemperatur (Schutz vor<br />
Überw berwärmung rmung )<br />
Stillen ist gesund