CIRCE Magazin n°15

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circe ist ein exklusives Fashion und Lifestyle Magazin im Großformat. Es zeigt die neuesten Trends in Sachen Mode, Schönheit und Wohnen. Außerdem findet man hier außergewöhnliche Geschenk- und Dekoideen. Das anspruchsvolle Magazin ist eine Plattform für ausgesuchte Geschäfte. Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie die geschmackvollen Fotostrecken

GERHARD MANGOLD

MEINE LIEBE, DAS AQUARELL

Der Beginn des künstlerischen Schaffens von Gerhard Mangold lag in

der puren Lust am Zeichnen und in der Freude an den Ergebnissen. Bis

dahin wanderte der gebürtige Bregenzer mit offenen Augen durch die

Welt und erkannte, dass besonders Aquarelle ihn faszinierten. So begann

er als Autodidakt zu malen und fand erste Hilfe in dem Buch: „Wie

entsteht ein Aquarell“. Auch sein durch jahrelanges Zeichnen ge übter

Blick erwies sich als hilfreich, da das Aquarell erst mit einer festen

Bildidee im Kopf entstehen kann. „Rückblickend bin ich froh darüber, dass

ich mir das Aquarellieren auf diese Weise beigebracht habe. Nur so konnte

ich meinen eigenen Stil entwickeln“, erinnert sich der Maler. „Meine

heutige Erfahrung als Dozent zeigt, dass sich viele Malschüler zu sehr

an ihre Professoren anlehnen und dabei ihre eigenen Ideen vergessen.“

Trotzdem will das Aquarellieren gelernt sein. Zehn Jahre lang besuchte Gerhard Mangold

die Sommerakademie Bruneck. In dieser Zeit beschäftigte er sich in den Kursen Aquarell,

Druckgrafik und Aktzeichnen mit Theorien über Motivwahl, Bildaufbau, Farbenlehre und

Gestaltungselemente. Dabei erfuhr er, dass das kreative Bewusstsein trainiert werden kann.

„Sobald die üblichen Motivideen wie Kirchturm, Haus am See oder Blumenstrauß beiseite

geschoben werden und man sich auf Begriffe konzentriert, die mit „motivisch“ nichts zu tun

haben, wie zum Beispiel Dominanz, Verdichtung, Freiraum oder Farbakzente, wird unser

Spaziergang am See nicht mehr ein Suchen, sondern ein spannendes Finden.“

Nach Jahren der Maltätigkeit als Aquarell-Purist hat Mangold nun abermals seine Leidenschaft

für das Zeichnen entdeckt. „Das Zeichnen hat in meinem gesamten Schaffen erneut einen

großen Stellenwert erhalten. Plötzlich entstehen interessante Mischtechniken, für die während

des Malens grafische Elementen in die Arbeit eingebracht werden.“ Da Mangold dabei Kohle,

Wachs, Pastellkreide und Farbstifte verwendet, die in Verbindung mit Wasser unterschiedlich

reagieren, erhöht sich die Arbeitsspannung, die er beim Malen so liebt. „Wichtig ist für mich

auch, dass ich bei dieser Technik meine Tagesstimmung und meine Euphorie für ein bestimmtes

Motiv in die Arbeit einbringen kann. Die Aggregatszustände von Farben, Wasser, Papier und

Luft beim Trocknungsprozess zu beobachten und zu steuern ist jedes Mal ein Abenteuer.“ Das

Ergebnis sind neue Bilder, die einerseits zart wirken und doch erst durch einen strengen Strich

an Halt gewinnen.

Im Jahre 2011 gewann Gerhard Mangold mit seinem Bild „Canale Grande“ den österreichweit

ausgeschriebenen Aquarell Wettbewerb des Leopold Museums. Ausschlaggebend waren Kreativität,

Originalität und Individualität. Das Gemälde gefiel dem Kurator des Museums so gut,

dass er es gleich kaufte. Gleichemaßen beindruckt sein erstes Buch „Vom Suchen und Finden“.

Gerhard Mangold

6912 Hörbranz, Giggelstein 43, T +43 664 4237856, www.gerhard-mangold.at

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