Konrad-M ax-K unz-Tage 2013 - Stadt Schwandorf

gcHC068qtx

Konrad-M ax-K unz-Tage 2013 - Stadt Schwandorf

Konrad-Max-Kunz-Tage 2013

Das Musik- und Kulturfestival der Stadt Schwandorf


Grußwort

Liebe Freunde der

Konrad-Max-Kunz Tage,

sehr geehrte Gäste,

in nur vier Jahren haben sich die Konrad-Max-Kunz-Tage zu

einem Kultur- und Musikfestival entwickelt, das mit Konzerten,

Lesungen und Theateraufführungen das kulturelle Leben in unserer

Stadt bereichert und zu den Höhepunkten in unserer Region

zählt.

In diesem Jahr dreht sich der Veranstaltungsreigen um zwei

große Jubiläen – den 200. Geburtstag des Komponisten Richard

Wagner und den 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig,

die beide einen historischen Bezug zum Leben und Schaffen

von Konrad Max Kunz haben. Ich denke, es ist uns auch bei der

vierten Auflage der Konrad-Max-Kunz-Tage wieder hervorragend

gelungen, nicht nur ein attraktives Programm zusammenzustellen,

sondern auch ausgezeichnete Musiker und Künstler für unser

Festival zu gewinnen. Lauschen Sie den musikalischen Klängen

des Oratorienchors der Schwandorfer Musikakademie und des

weltbekannten Pianisten Stefan Mickisch, lassen Sie sich von der

„Dreigroschenoper“ des „SADTheaters“ der Konrad-Max-Kunz-

Fördervereinigung unterhalten, tanzen Sie bei unserer thematischen

Stadtführung einen „Zwiefachen“ mit – kurz, genießen Sie

die unterschiedlichsten Veranstaltungen zu Ehren von Konrad

Max Kunz, dem berühmten Sohn unserer Stadt.

Allen, die diese künstlerisch so hochkarätigen Veranstaltungen

vorbereitet haben und daran so engagiert mitwirken, gilt mein

herzlicher Dank.

Ich wünsche den Konrad-Max-Kunz-Tagen 2013 einen harmonischen

Verlauf, allen Mitwirkenden viel Erfolg und den Zuhörern

und Zuschauern viel Freude bei unserem Festival und hoffe, dass

sie sich lange und gerne daran erinnern.

Ihr

Helmut Hey

Oberbürgermeister


Konrad-Max-Kunz-Tage 2013

Kunz, Wagner und das Politische in der Musik

Zwei Jubiläen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Konrad-

Max-Kunz-Tage und finden sich im Programm unseres Festivals

wieder:

Da ist zum einen der 200. Geburtstag des genialen Komponisten

Richard Wagner, der am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren wurde.

Was viele nicht wissen: Konrad Max Kunz hatte in seiner Funktion

als Chordirektor an der Münchener Hofoper in den 1860er Jahren

aktiv mit Wagner zu tun. Er war an den Uraufführungen etwa

von „Tristan und Isolde“ oder „Die Meistersinger von Nürnberg“

beteiligt. Mehr noch: Wagner bezeichnete Kunz‘ Opernchor als

einen der besten, wenn nicht gar den besten unter den Opern–

chören Europas. Und schlussendlich war es ausgerechnet ein

enger Freund von Kunz aus Amberger Schulzeiten, Franz Seraph

von Pfistermeister nämlich, der für König Ludwig II. den auf der

Flucht befindlichen Wagner ausfindig gemacht und nach

München geholt hat.

Kunz lehnte Wagners Musik freilich vehement ab und war sich

darin mit seinem Mentor, dem Münchener Generalmusikdirektor

Franz Lachner, einig. Beide befürchteten nichts weniger als das

Ende der überkommenen westeuropäischen Musiktradition.

Kunz machte sich 1866 deshalb auch die Mühe, die Musik Wagners

gehörig durch den Kakao zu ziehen.

In seiner Festschrift „Die Stiftung der Moosgau-Sängergenossenschaft

Moosgrillia“, einer fulminanten Satire, die sich heute noch

liest, als wäre da ein früher Gerhard Polt am Werk gewesen, geht

es zwar in erster Linie um die etwas turbulente Gründung eines

Männergesangsvereins, doch hat Kunz darin zahlreiche Anspielungen

auf Richard Wagner und nicht zuletzt auch eine kluge

Analyse dessen Musik eingebaut.

Heuer jährt sich zudem die Völkerschlacht bei Leipzig und damit

der Anfang vom Ende der napoleonischen Herrschaft zum 200.

Mal. In Deutschland begann sich daraufhin eine liberale Bewegung

zu formieren, die auf (demokratische) Reformen drängte

und in der sich 40 Jahre später auch Konrad Max Kunz mit seinen

Männerchören engagieren sollte.

Das politisch aufgeladene Lied spielte in dieser Bewegung eine

nicht zu unterschätzende Rolle, wie überhaupt das Singen in

einem Chor per se als demokratisch galt – unser zweiter Schwerpunkt

im Programm der Kunz-Tage 2013.


Chorkonzert am 14. April 2013, 17 Uhr

Stadtpfarrkirche Sankt Jakob

Antonin Dvoˇrák: „Messe in D-Dur op. 86“

Als Antonin Dvoˇrák im Frühling 1887 seine große „Messe in

D-Dur“ schrieb, war Konrad Max Kunz bereits viele Jahre tot.

Dennoch lässt sich eine Beziehung zwischen diesem „in seiner Art

einmaligen Meisterwerk der Spätromantik“, wie die Messe immer

mal wieder genannt wurde, und Kunz‘ eigenen Kirchenkompositionen

herstellen. Nicht, dass der Schöpfer der Bayernhymne

Dvoˇrák vorausgenommen hätte. Es ist eher das Fehlen aller vordergründigen

Effekte in der D-Dur-Messe, die Konzentration auf

das Lyrische, Meditative und vor allem die Verarbeitung volkstümlicher

bzw. volksliedhafter Melodien, die Parallelen erkennen

lassen.

Dvoˇrák sprach in einem Brief an seinen Auftraggeber, den musikbegeisterten

Prager Architekten Josef Hlávka, von der Messe als

seinem ganz persönlichen Zeugnis. Er schrieb: „Ich denke, es ist

ein Werk, das seinen Zweck erfüllen wird. Es könnte heißen:

Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott dem Allmächtigen und Dank

für die große Gabe, die mir gestattete, dieses Werk zum Preis des

Allerhöchsten und zur Ehre unserer Kunst glücklich zu beenden.

Wundern Sie sich nicht, dass ich so gläubig bin - aber ein Künstler,

der es nicht ist, bringt nichts solches zustande.“


Und auch das hätte Kunz so unterschreiben können.

Einerseits handelt es sich bei der Messe um ein durchaus groß

angelegtes Werk, das jeden liturgischen Rahmen zu sprengen

droht. Andererseits musste sich Dvoˇrák erheblich beschränken.

In dem Brief an Hlávka heißt es dazu: „Schließlich danke ich auch

Ihnen, dass Sie mir die Anregung gaben, ein Werk in dieser Form

zu schreiben, denn sonst hätte ich kaum je daran gedacht; bisher

schrieb ich Werke dieser Art nur in großem Ausmaße und mit

großen Mitteln. Diesmal aber schrieb ich nur mit bescheidenen

Hilfsmitteln, und doch wage ich zu behaupten, dass mir die Arbeit

gelungen ist.“ Bescheidene Hilfsmittel? Dvoˇrák war gezwungen

auf ein Orchester zu verzichten, weshalb der Chor lediglich von

der Orgel begleitet wird. Erst 1892 schuf er eine Version für

Orchester, die alsbald ihren Siegeszug um die Welt antrat und

vor allem in den USA großen Anklang fand.

Der „Oratorienchor Schwandorf“ und sein Leiter Marek Vorliček

setzen bei ihrem Konzert am 14. April in der Stadtpfarrkirche

Sankt Jakob freilich ganz auf die Originalfassung und alleine auf

die Orgelbegleitung – nicht zuletzt, weil Konrad Max Kunz in

dieser Kirche das Orgelspiel erlernt hat.


Lesung am 18. April 2013, 20 Uhr

Oberpfälzer Künstlerhaus

Die „Moosgrillia“ von Kunz

Im Jahr 1866 mutierte Konrad Max Kunz

urplötzlich zum Schriftsteller. Zumindest für

ein Werk. Mit „Die Stiftung der Moosgau- Foto: Juliane Zitzelsperger

Sängergenossenschaft ‚Moosgrillia‘“ verfasste er eine bitterböse

Satire, die sich noch heute liest, als wäre da ein früher Gerhard

Polt am Werk gewesen. Das Büchlein muss ihm sehr am Herzen

gelegen haben. Immer wieder erkundigte er sich beim Verlag nach

den Verkaufszahlen, die offenbar alles andere als berauschend

waren. Kunz hatte die „Moosgrillia“ auch mit reichlich Herzblut

geschrieben. Kein Wunder: Sein Spott richtete sich gegen Auswüchse

der Männerchorbewegung, zu deren führenden Protagonisten

er fast 40 Jahre lang gehörte – und gegen die Musik

Richard Wagners, die er aus tiefster Überzeugung ablehnte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht denn auch die Gründung

eines Männergesangsvereins, eben der „Moosgrillia“. Der Verein

verfügt zwar über so gut wie keine Sänger, weiß sich dafür aber

im Besitz der bahnbrechenden Erkenntnis, dass Sänger auch nicht

das Wichtigste an einem Gesangsverein sind. In einer zweiten

Ebene analysiert Kunz dann die Wagner’sche Musik und zieht sie

gehörig durch den Kakao.

Für Kunz dürfte der Text bei allem Spaß, den er offenbar beim

Verfassen hatte, auch das Eingeständnis des eigenen Scheiterns

gewesen sein. Die hehren philosophischen und politischen Ideale,

die er mit dem Männergesang in Verbindung brachte, waren nicht

mehr gefragt und einer tumben Vereinsmeierei gewichen.

Gleichzeitig stellte der Siegeszug Richard Wagners Kunz‘ musikästhetische

Überzeugungen in Frage, von denen er dennoch

partout nicht abrücken wollte.

Der Regensburger Schauspieler Michael Heuberger wird die

„Moosgrillia“ am 18. April auf seine ganz eigene Art lesen und

lebendig werden lassen – witzig, mitunter bayerisch derb, manchmal

auch eindringlich, immer aber mit großem Respekt vor dem

Autor. Begleitet wird er dabei von

den beiden Musikern Norbert Vollath

und Michael Reisinger, die auf

ganz unterschiedlichen Instrumenten

den „Soundtrack“ zu dieser Lesung

kreieren und dabei auch auf

Original-Kompositionen von Konrad

Max Kunz zurückgreifen. Foto: Hubert Lankes


Konzert am 26. April 2013, 20 Uhr

Felsenkeller, Fronberger Straße

„Songs gegen den Tritt“

Nein, das hätte sich Eddy Gabler auch nicht träumen lassen, dass

er mal deutsch singt. Altes deutsches Liedgut sogar. Und doch

lässt sich der Schwandorf Sänger und Gitarrist zusammen mit

seinem Mitstreiter Reinhard Ehrenreich

genau darauf ein. Politische

Lieder aus den letzten 200 Jahren,

von 1813 bis in die Gegenwart, werden

sie zum Besten geben und damit

Konrad Max Kunz ihre Referenz

erweisen, dessen Chorkompositionen

bis hin zur Bayernhymne nicht

selten politisch aufgeladen waren.

Kunz war ein höchst politisch denkender Mensch. Als eine der

führenden Persönlichkeiten der Chor- und Sängerbewegung des

19. Jahrhunderts teilte er natürlich auch die Ideale dieser Bewegung

und stritt für grundlegende Freiheits- und Bürgerrechte.

Nicht umsonst bestanden zwischen den Chören und der Verfassungsbewegung

in Deutschland enge Verbindungen. Mehr noch:

Gerade die Männerchöre dienten nicht selten als Ersatz für die

verbotenen politischen Parteien. Die regelmäßig stattfindenden

Sängerfeste in Bayern gerieten da leicht zu „Protestveranstaltungen“

gegen eine Obrigkeit, die von demokratischen Reformen

nichts wissen wollte.

Genau da setzt dieses außergewöhnliche Konzert an. Ausgehend

von der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, mit der die freiheitliche

Bewegung in Deutschland Fahrt aufnahm, über die Restauration,

den Vormärz und die Revolution von 1848 spannt es den Bogen

bis hin zu Arbeiter- und Protestliedern des 20. Jahrhunderts –

Klassiker der 1960er und 1970er Jahre inklusive.

Gabler und Ehrenreich werden dabei von der Sängerin, Schauspielerin

und Kabarettistin Christina Fink-Rester unterstützt, die den

Abend moderieren wird. Auf unterhaltsame Weise erläutert sie

jeweils die Hintergründe, vor denen Lieder wie „Die Gedanken sind

frei“, „Bibel und Flinte“, „Trotz alledem“, „Der Revoluzzer“ oder

„Die Moorsoldaten“ entstanden sind. Und alle Drei zusammen

dürften schließlich auch deutlich machen, wie ungemein aktuell

mitunter selbst ein 200 Jahre alter Song auch noch zu Beginn

des 21. Jahrhunderts sein kann.


Theater im Sperlstadel in Fronberg

Do. 16./ Fr. 17./ Fr. 24./ Sa. 25. Mai 2013,

jeweils 20 Uhr

„Die Dreigroschenoper“

„Was ist der Einbruch in eine Bank gegen

die Gründung einer Bank?“ Es ist der

zweifelsfrei berühmteste Satz aus

Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“, ein

Satz, der heute noch genau so funktioniert

wie 1928, als er niedergeschrieben

wurde. Brechts Stück um den Banditen

Mackie Messer und den Bettlerkönig

Jonathan Jeremiah Peachum ist auch im

„SADTheater“ der Konrad-Max-

Kunz-Fördervereinigung e. V.

Jahr fünf nach der bislang letzten großen Finanzkrise beklemmend

aktuell – jedenfalls dann, wenn man Brechts Grundthese,

dass soziale Ungerechtigkeit in einer Gesellschaft Menschen

korrumpiert, teilt.

Kein Wunder also, dass die „Dreigroschenoper“ zu den meist

gespielten Stücken überhaupt gehört. Das liegt natürlich auch an

der kongenialen Musik von Kurt Weill, einer wilden Mischung aus

Jazz, Tango, Blues und Jahrmarktstönen. Nummern wie „Die Moritat

von Mackie Messer“, der „Kanonensong“ oder „Die Ballade von

der sexuellen Hörigkeit“ sind längst zum musikalischen Allgemeingut

geworden, Songs, mit denen selbst jemand etwas anfangen

kann, der noch nie von Bertolt Brecht gehört hat.

Nicht umsonst wird die „Dreigroschenoper“ auch das „einzige

deutsche Musical“ genannt.

Das Ensemble des „SADTheaters“ in der „Konrad Max Kunz

Fördervereinigung e. V.“ wird das Stück zusammen mit Musikern

der „Konrad Max Kunz Musikakademie“ auf die Bühne im Sperlstadel

bringen. Und der ist genau der richtige Ort für eine Oper,

die „so prunkvoll gedacht war, wie nur Bettler sie erträumen und

so billig sein sollte, dass Bettler sie bezahlen können“.

Regie führt die Regensburger Schauspielerin und Regisseurin

Christine Elsa Wagner, die 2010 für die Kunz-Tage bereits überaus

erfolgreich die Revue „Kennen Sie Kunz!?“ realisiert hat.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Vlastimil

Konrády. Und ganz wichtig noch: Weil für eine „Bettleroper“ das

Beste gerade gut genug ist, wird es erstmals im Sperlstadel auch

eine Tribüne geben, um allen Besuchern eine optimale Sicht auf

die Bühne zu ermöglichen.


Konzert am 22. Mai 2013, 20 Uhr

Oberpfalzhalle Schwandorf

Stefan Mickisch spielt Wagner

Eigene Transkriptionen von „Lohengrin“ bis

„Parsifal“

Moderiertes Klavierkonzert zu Richard Wagners 200. Geburtstag

Der in Schwandorf geborene

Pianist Stefan Mickisch gehört

zu den profiliertesten Künstlern

Deutschlands.

Nach 10 ersten Preisen im Wettbewerb

„Jugend musiziert“ entwickelte

sich eine internationale

Karriere, die ab 1998 in seiner

konzertanten Vortragstätigkeit

bei den Bayreuther Festspielen

kulminierte, aber auch andere

Erste Adressen der Musikwelt

umfasst (Wiener Staats- und

Volksoper, Wiener Konzerthaus,

Gasteig München, Richard-

Strauss-Festspiele Garmisch-

Partenkirchen und Bozen, Beethovenfest

Bonn, Festspiele

Baden-Baden, Tourneen nach

USA, Japan, Russland u.a. m).

Der gefragte Klaviervirtuose und Musikwissenschaftler aus

Schwandorf gilt weltweit als einer der überzeugendsten Interpreten

und profundesten Kenner der Werke Richard Wagners.

Pünktlich zum 200. Geburtstag von Richard Wagner am 22. Mai

wird Mickisch in der Oberpfalz halle nun eigene Transkriptionen

der Musik des genialen Kompo nisten spielen und erklären.

Der Bogen spannt sich dabei von den Frühwerken „Die Feen“

(Wagners erste vollendete Oper) und „Rienzi“ über die hochromantischen

Musikdramen „Tannhäuser“ und „Lohengrin“ bis hin

zum berühmten „Walkürenritt“, dem „Siegfried-Idyll“, dem Schluß

der „Götterdämmerung“ und dem „Karfreitagszauber“ aus

„Parsifal“, dem grandiosen Schlussstein seines Schaffens.


Stefan Mickisch schreibt über Richard Wagner

„richard wagner kommt aus dem raum sachsen/thüringen wie

viele andere große komponisten (bach, händel, telemann,

schumann) und hat durch seine musikdramen die geschichte der

musik revolutioniert und entscheidend mitgeprägt. außerdem ist

er mit seiner partitur „tristan und isolde“ zum vater der modernen

musik geworden (…)“

„(…) wagner war ein im politisch-gesellschaftlichen sinne revolutionärer,

umtriebiger, vielseitigst interessierter geist, (…) ein

kritiker des damals herrschenden adels und der unfreien gesellschaftlichen

verhältnisse. an der revolution 1848/49 hat er in

dresden aktiv teilgenommen und entzog sich einer mehrjährigen

gefängnisstrafe durch flucht nach zürich. er war und blieb mit

„aufsässigen“, aufgeklärten, religionskritischen und demokratisch

gesinnten köpfen befreundet und/oder wurde durch sie geprägt.

(…) wagner war nie ein reaktionär oder „angepasster bürgerlicher“,

sondern behielt seine avantgardistische grundeinstellung

inklusive „grüner“ thesen wie tier- und naturschutz und vegetarismus

bis zum tode bei (vgl. schutz der tiere im „parsifal“, naturverherrlichung

im „ring“ und im „parsifal“).“

„(…) wagner war ungeheuer fleißig und belesen. er war wohl der

gebildetste aller komponisten (…), ja, man muß ihn als philosophen

bezeichnen. und er war ein dichter und schriftsteller größten

formats, schrieb zu allen seinen opern die texte selbst, hinterließ

10 bände von prosa-schriften zu den themen kunst,

politik, religion und gesellschaft, sowie eine ungeheure zahl von

briefen und mitteilungen (…).“

„(…) richard wagner war ein hervorragender dirigent und orchestererzieher,

bildete sänger heran, organisierte zahllose konzerte

und proben, besaß alle eigenschaften eines top-managers, und

- man glaubt es kaum - baute auch noch ein eigenes theater zur

aufführung seiner musikdramen, das bayreuther festspielhaus,

das in ungebrochener ausstrahlungskraft seine werke aufführt.

(…) in dieser bündelung von genialen eigenschaften stehe ich

nicht an, richard wagner als den erfolgreichsten und ungewöhnlichsten

komponisten der gesamten musikgeschichte zu bezeichnen.

(…)“

Den ausführlichen Text lesen Sie im Internet: www.mickisch.de


Volkmusik am 30. Mai 2013, 14 Uhr

Lesegarten der Stadtbibliothek

„Jessas, is‘s im Wirtshaus schoi“

Schwandorfer Wirtshauslieder und

Wirtshausgeschichten

Konrad Max Kunz war ein sehr geselliger

Mensch. Fast täglich, so wird

überliefert, fand man ihn an seinem

Stammplatz in einem renommierten

Münchner Weinhaus, wo er sich mit

seinen Freunden traf. Man darf davon ausgehen, dass dabei zu

Zeiten gemeinsam gesungen wurde.

Als Türmerssohn hat Konrad Max Kunz in den Wirtshäusern von

Schwandorf Tanzmusik gemacht. In seiner Sammlung von zwölf

oberpfälzischen Zwiefachen, die im Jahre 1848 in der Zeitschrift

„Caecilila“ abgedruckt wurden, gibt er an, er habe diese alten

„Oberpfälzer Nationaltänze“, „vor den Bauern auf deren Hochzeiten

und Kirchweihfesten oft als Knabe mitgegeigt, später als

fideler Student auch mitgetanzt“.

Konrad Max Kunz hat uns zwar als erster die Zwiefachen, diese

„närrischen Dinger“, überliefert. Die vermutlich wenig feinen

Texte aber leider nicht, denn diese Texte würden sich wenig für

den Druck eignen, so Kunz. Als gewiefter Musikant hat Kunz in

den Wirtshäusern von Schwandorf und Umgebung sicher nicht

nur Zwiefache gesungen, sondern sicher auch die üblichen Wirtshauslieder.

Dr. Adolf Eichenseer, der ehemalige Bezirksheimatpfleger der

Oberpfalz, hat Hunderte jener Lieder gesammelt, die früher in den

Wirtshäusern und bei anderen geselligen Zusammenkünften

gemeinsam gesungen wurden. Die Melodien und Texte sind in der

Regel sehr einfach zu singen und nicht selten mit erotischen

Anspielungen versehen.

Inzwischen hat Adolf Eichenseer mit „Gigl, geigl, no a Seidl“ sein

viertes Buch mit Wirtshausliedern vorgestellt. Eine Auswahl von

„geschammigen und ausgeschaamten“ Liedern wird Dr. Eichenseer

zusammen mit den Zuhörern singen. Dazu präsentieren Franz

Sichler und Alfred Wolfsteiner ebenso informative wie unterhaltsame

Geschichten und Anekdoten über das Schwandorfer Bier,

seine Wirtshäuser und deren originellen Gäste.

Veranstaltung der Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein

für Oberpfalz und Regensburg. Gefördert durch die Schlossbrauerei Naabeck.


Malworkshop am 9. und 16. April 2013,

jeweils 15 - 18 Uhr

Jugendtreff Schwandorf

Wir malen Konrad Max Kunz -

Die Kunst des Portraitmalens

Malworkshop für Kinder ab 8 Jahren

Unter der Leitung des bildenden Künstlers Michael Hottner werden

die Teilnehmer in die Kunst des Portraitmalens eingeführt.

Vorlage wird eine Büste von Konrad Max Kunz sein.

Allen Mitwirkenden winkt ein Gutschein über die Teilnahme an

der allseits beliebten Malaktion „Malen im Park“ des Oberpfälzer

Künstlerhauses. Priorität soll an diesen Tagen der Spaß am Malen

haben.


Konrad Max Kunz

Themenführung in Schwandorf

Die thematische Stadtführung

durch Schwandorf

beleuchtet Leben und

Wirken des Komponisten

der Bayernhymne und

Sohnes der Stadt, Konrad

Max Kunz.

Highlights:

Besuch des Blasturmes

inklusive Türmertrunk,

Vorführung eines

„Zwiefachen“ auf dem

Tanzboden-Denkmal neben dem historischen Pfleghof,

musikalische Überraschung in der Stadtpfarrkirche Sankt Jakob,

Drei-Gänge-Menü im Restaurant Hufschmiede.

Führungstermine jeweils Sonntag ab 09:45 Uhr:

7., 21. und 28. April, 12. Mai, 2. Juni, 7. Juli, 6. Oktober,

10. November

Kosten: 30 Euro/Person

Information und Anmeldung beim Tourismusbüro,

Tel. 09431 45-550


Highlight im Herbst:

ZWICKL - Schwandorfer Dokumentarfilmtage

1. - 6. Oktober 2013

Union Kino und Jugendtreff Schwandorf

Das ZWICKL - ein einwöchiges Dokumentarfilmfestival mit Unterhaltung

und bildender Tiefe hätte wohl auch Konrad Max Kunz

gefallen. Nicht nur weil der Eintritt für jeden Besucher pro Film

zwei Euro kostet, sondern weil auch dieses Jahr jede Menge ganz

besondere Dokumentarfilme auf dem Programm stehen.

Dazu gehören nicht nur Klassiker des Dokumentarfilms, sondern

auch aktuelle Filme über die bayerische Kultur oder zu gesellschaftskritischen

Themen.

Impressum

Herausgeber: Stadt Schwandorf, Amt für Kultur und Tourismus,

Spitalgarten 1, 92421 Schwandorf, Telefon 09431 45-176

Redaktion: Thomas Göttinger, Alfred Wolfsteiner, Susanne Lehnfeld

Gestaltung: Atelier Bürger, Schwandorf

Druck: Krempl Druck, Schwandorf

Informationen zu den Konrad-Max-Kunz-Tagen finden Sie

auch im Internet:

www.schwandorf.de

www.konrad-max-kunz-tage.de

Das Projekt „Konrad-Max-Kunz-Tage“ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium

für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die

Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Auch aus dem Kulturfonds des Bayerischen Staatsministeriums

für Wissenschaft, Forschung und Kunst werden Mittel zur Verfügung gestellt.

Präsentiert von

Schwandorfer Dokumentarfilmtage

2wickl


Kartenvorverkauf

Chorkonzert des Schwandorfer Oratorienchors

Sonntag, 14. April, 17 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Jakob

Eintritt: 15 Euro / 12 Euro erm.

Kartenvorverkauf:

Tourismusbüro, Kirchengasse 1 (Pfleghof), Tel. 09431 45-550

Konrad Max Kunz Musikakademie, Spitzwegstr. 22, Tel. 09431 2109230

Die Satire von der „Moosgrillia“ Lesung mit Michael Heuberger

Donnerstag, 18. April, 20 Uhr im Oberpfälzer Künstlerhaus

Eintritt: 12 Euro / 10 Euro erm.

Kartenvorverkauf:

Tourismusbüro, Kirchengasse 1 (Pfleghof), Tel. 09431 45-550

Konrad Max Kunz Musikakademie, Spitzwegstr. 22, Tel. 09431 2109230

Wir malen Konrad Max Kunz - Die Kunst des Portraitmalens

Malworkshop für Kinder ab 8 Jahren, Leitung: Michael Hottner

Dienstag, 9. und 16. April, jeweils 15 - 18 Uhr im Jugendtreff

Schwandorf

Anmeldung erforderlich beim Jugendtreff, Tel. 09431 43336

„Songs gegen den Tritt“ - Protestlieder vom 19. Jh. bis heute

Freitag, 26. April, 20 Uhr im Felsenkeller, Fronberger Straße

Eintritt: 12 Euro / 10 Euro erm.

Kartenvorverkauf:

Tourismusbüro, Kirchengasse 1 (Pfleghof), Tel. 09431 45-550

Konrad Max Kunz Musikakademie, Spitzwegstr. 22, Tel. 09431 2109230

„Die Dreigroschenoper“ Bertolt Brecht / Musik: Kurt Weill

16./ 17./ 24./ 25. Mai, jeweils 20 Uhr im Sperlstadel Fronberg

Eintritt: 15 Euro / 12 Euro erm.

Kartenvorverkauf:

Tourismusbüro, Kirchengasse 1 (Pfleghof), Tel. 09431 45-550

Konrad Max Kunz Musikakademie, Spitzwegstr. 22, Tel. 09431 2109230

Stefan Mickisch spielt Wagner

Mittwoch, 22. Mai, 20 Uhr in der Oberpfalzhalle Schwandorf

Eintritt: 19 Euro / 12 Euro erm.

Kartenvorverkauf:

Tourismusbüro, Kirchengasse 1 (Pfleghof), Tel. 09431 45-550

Konrad Max Kunz Musikakademie, Spitzwegstr. 22, Tel. 09431 2109230

Bücherwelt Schwandorf, Bahnhofstr. 20, Tel. 09431 754750

„Jessas, is‘s im Wirtshaus schoi“

Schwandorfer Wirtshauslieder und Wirtshausgeschichten

Donnerstag, 30. Mai, 14 Uhr im Lesegarten der Stadtbibliothek

Eintritt frei!

Ähnliche Magazine