06_Rohstoffe Öl_Metalle_05_2009

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06_Rohstoffe Öl_Metalle_05_2009

Palladium

Palladium wird hauptsächlich zur Herstellung von Katalysatoren verwendet. Weiters wird das

Edelmetall in der Elektrotechnik, der Zahntechnik und der chemischen Industrie eingesetzt. Mehr als 10

Prozent der Nachfrage kommen aus der Schmuckindustrie.

Platin und Palladium verfügen in Bezug auf Leitfähigkeit, Verarbeitung und Wirkung mit anderen

chemischen Substanzen über ähnliche Eigenschaften. Die Industrie kann deshalb Platin bei steigenden

Preisen in einem nicht unbedeutenden Umfang durch Palladium substituieren. Selbst bei Diesel-

Katalysatoren kann Platin mittlerweile zum Teil durch Palladium ersetzt werden.

Die größten Abbaugebiete von Palladium befinden sich in Russland und Südafrika. Auf sie entfällt ein

Weltmarktanteil von jeweils etwa 40 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Kanada und die USA.

Palladium wird vor allem als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Platin oder Nickel

gewonnen. Deshalb ist die Palladiumförderung relativ preisunelastisch, was in der Vergangenheit

immer wieder zu Überkapazitäten und einem Verfall des Preises geführt hat.

Eine Quelle für das Angebot an Palladium und Platin bildet in den nächsten Jahren zunehmend die

Rückgewinnung aus Katalysatorenschrott, da die Autos, die in den 90er Jahren bereits in hoher Zahl

mit Katalysatoren bestückt wurden, nach und nach verschrottet werden.

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Jän.06

Apr.06

Jul.06

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Quelle: Bloomberg

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Palladium je Unze

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USD EUR

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NYMEX-Lagerbestand Palladium (Unzen)

Jul.06

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Jän.07

Apr.07

Jul.07

Okt.07

Jän.08

Apr.08

Quelle: New York Mercantile Exchange (NYMEX)

Jul.08

Okt.08

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Jän.09

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Apr.09

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Palladium (Spot) 14.05.2009

Akt. Preis (USD/Unze) 220,5

52 Wo Hoch (USD/Unze) (19.06.2008) 478,5

52 Wo Tief (USD/Unze) (05.12.2008) 160,8

Performance seit 31.12.2008 (%) 17,9

1-Jahres Performance (%) -49,3

3-Jahres Performance (%) -43,4

5-Jahres Performance (%) -7,9

Quelle: Bloomberg

Obwohl fast 40 Prozent des Palladiums aus

Südafrika kommen und die Stromprobleme des

Landes ein Risiko für das weltweite Palladiumangebot

darstellen, erscheint das Angebotsrisiko

hier etwas geringer als bei Platin. Bei Palladium

wurde jahrelang mehr produziert als nachgefragt.

Die weltweiten Lagerbestände des Metalls sind

damit über Jahre hinweg gestiegen. Vor allem in

Russland dürften die Lagebestände, trotzt eines

stetigen Abverkaufs, nach wie vor auf einem

relativ hohen Niveau sein. Die genauen

Lagerbestandszahlen Russlands werden jedoch

nicht veröffentlicht.

Nach einem Anstieg bis auf USD 595/Unze im März 2008 ist auch der Palladiumpreis stark

zurückgegangen. Wie bei Platin war auch hier vor allem eine schwache Nachfrageentwicklung nach

Katalysatoren für den Rückgang verantwortlich. Zusätzlich belasteten ein stärkerer US-Dollar sowie

eine geringere spekulative Nachfrage nach dem Edelmetall (ETFs etc.). Auch bei Palladium rechnen

wir auf Sicht von 12 Monaten mit einem Preisrückgang.

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