August 09 - Vereinigung Cerebral

vereinigungcerebral

August 09 - Vereinigung Cerebral

2August 2009


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Allgemeine Infos Schweiz

Vereinigung Cerebral

Geschäftsstelle

Zuchwilerstrasse 43

Postfach 810

4501 Solothurn

Tel. 032/622 22 21

Pflegeartikel und Pflegehilfen

Schweiz. Stiftung für das cerebral

gelähmte Kind

Erlachstrasse 14

Postfach 8262, 3001 Bern

Tel. 031/308 15 15

Pflegeartikel: 031/308 15 23

Allgemeine Infos Region BS+BL/Elternbetreuerin/Kontakte

Vereinigung Cerebral Basel

Therese Portugal / Theres Hauser

Bachlettenstrasse 12

4054 Basel

Tel. 061/271 45 66

Fax 061/271 45 68

Med. Beratung und Behandlung

Neuroorthopädie

Kinderorthopädische Universitätsklinik

UKBB

4101 Bruderholz

Tel. 061/685 53 45

Sozialberatung/Finanzierungen BL

Stiftung Mosaik

Geschäftsleitung und Beratungsstelle

Liestal

Wiedenhubstr. 57 / Postfach

4410 Liestal

Tel. 061/926 89 00, Fax 061/926 89 01

Beratungsstelle Laufen

Bahnhofstr. 30, 4242 Laufen

Tel. und Fax 061/761 75 91

Behindertentransport beider Basel

BTB

Jägerstrasse 5

4058 Basel

Tel. 061/666 66 66 (06 – 22 Uhr)

Sozialberatung/Finanzierungen BS

Pro Infirmis Basel-Stadt

Bachlettenstrasse 12

4054 Basel

Tel. 061/225 98 60

Fax 061/225 98 65

Entlastungsdienst

Vereinigung Cerebral Basel

Theres Hauser, Tel. 061/271 45 66

theres.hauser@cerebral-basel.ch

BS: Schweizerisches Rotes Kreuz,

Basel, Zentrale Tel. 061/319 56 56

Entlastungsdienst Tel. 061/319 56 53

BL: Schweizerisches Rotes Kreuz,

Liestal, Entlastung: 061/905 82 01

Behinderten-Ferntransport

BFT Behinderten-Ferntransport

Schweiz

Postfach 260, 4028 Basel

Tel. 061/331 34 34


Behindertenpolitik in Bewegung –

bewegen wir mit!

In der Behindertenpolitik ist einiges

in Bewegung, und zwar auf eidgenössischer

wie auf kantonaler Ebene. Zunächst

zu den Kantonen: Hier werden

nach und nach die kantonalen Behindertenkonzepte

erstellt und in die Vernehmlassung

geschickt. So auch in Basel-

Stadt und Baselland. Das gemeinsame

Konzept liest sich gut ... Dennoch sind

noch einige Fragen offen, und erst die

Umsetzung wird letztlich dessen wahren

Wert offenbaren. Lesen Sie dazu

die Stellungnahme unserer Elterngruppe

auf Seite 4f. Bestimmt lohnt es sich,

an den Elternabend im September zu

kommen (der Termin steht leider noch

nicht fest). Dann werden sich Vertreter

der Kantone Ihren Fragen stellen.

Medienkonferenz vom 27. Februar 2009

Keine offenen Fragen gibt es – zumindest

aus unserer Sicht – im Zusammenhang

mit der eidgenössischen Abstimmung

vom kommenden 27. September.

Wenn sich hier nichts bewegt,

gerät einiges ins Rutschen. Die Zusatzfinanzierung

der IV über eine befristete

Mehrwertsteuererhöhung muss einfach

angenommen werden. Alles andere

wäre eine Katastrophe für die Betroffenen

und ihre Angehörigen – und für

die Schweiz und ihr Sozialsystem als

Ganzes. Zwar herrscht politisch weitgehend

Konsens über die Notwendigkeit

der vorgesehenen Zusatzfinanzierung.

Doch wir leben nicht in Zeiten,

in denen vieles selbstverständlich ist.

Und wie ein Damoklesschwert hängt

die Finanzkrise über dem Ausgang der

Abstimmung. Die Sicherung der IV kostet

uns alle etwas. Das birgt gegenwärtig

die Gefahr von reflexartigen, panischen

Reaktionen. Doch es gibt viele

gute Gründe gegen einen Sparschnellschuss.

Informieren Sie sich über diese

Gründe (siehe Seite 5)! Und vor allem:

Informieren Sie darüber Ihre Nächsten,

Ihre MitarbeiterInnen, NachbarInnen! Es

braucht das Engagement von uns allen,

damit ein klares Ja zur IV-Zusatzfinanzierung

zustande kommt.

Walter Beutler

Medienkonferenz vom 27. Februar 2009

Für das Notwendige gibt es keinen «falschen

Für das Notwendige gibt es keinen «fal

Zeitpunkt»!

Der Bundesrat hat die Abstimmung über die IV-Zusatzfinanzierung vom 17

voraussichtlich auf den 27. September. Dieser Entscheid verbessert wede

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SOZIALPOLITIK

Behindertenkonzept BS – BL

Nachdem der Neue Finanzausgleich

(NFA) vom Volk an der Urne angenommen

wurde und so nun unter anderem

der Bereich «Behindertenhilfe und Sonderschulung»

vom Bund zum Kanton gewechselt

hat, müssen die Kantone dem

Bund ein Behindertenkonzept vorlegen.

Die Kantone Basel-Stadt und Basellandschaft

haben einen gemeinsamen Entwurf

zur Vernehmlassung unterbreitet.

Dieser kann unter www.nfa-bs-bl.ch

eingesehen werden. Wichtigste Veränderung

ist der Wechsel von der Objekt-

zur Subjektfinanzierung, d.h. Menschen

mit Behinderung stehen in Mittelpunkt,

nicht Institutionen. Dies soll die Teilhabe

und Selbstbestimmung der Betroffenen

fördern, darf jedoch nicht mehr kosten.

Unsere Elterngruppe hat den Entwurf

zum Behindertenkonzept am 24.4.09

diskutiert und folgende Stellungnahme

zu Handen des Kantons formuliert:

Unsere Elterngruppe hat sich am

23.4.09 getroffen und über den «Entwurf

des Konzeptes zur Förderung der

Eingliederung von invaliden Personen»

diskutiert. Hier unsere Überlegungen

dazu:

- Der Titel sollte geändert werden:

Konzept zur Förderung der Eingliederung

von Personen mit Behinderung»

gemäss IVG. Wenn dieser Titel klarstellt,

dass es sich um Personen handelt, die IVberechtigt

sind, sollte man im anschliessenden

Text auch nicht mehr das Unwort

«invalid» benützen.

- Dem Paradigmawechsel stehen wir

prinzipiell positiv gegenüber, haben aber

grosse Fragezeichen zur Umsetzung.

Wegen der Komplexität der Behinderungsarten

finden wir es schwierig, allgemein

gültige Aussagen zu machen.

Eltern fanden den Ausdruck «Selbsbestimmung»

fast zynisch, wenn man von

den Möglichkeiten einer Person mit einer

schwersten Mehrfachbehinderung

ausgeht. Ebenfalls werden die «Wahlmöglichkeiten»

der Wohnform in Zweifel

gezogen, da keine freien Wohnplätze

existieren und neue Wohnformen erst

noch angedacht bzw. initiiert werden

müssen. Eine grosse Lücke an Angeboten

wird geortet, wenn bis 2011 nichts

realisiert wird.

Die anwesenden Eltern waren auch

beunruhigt über Themen wie: «Wie weiter,

wenn die Eltern nicht mehr da sind

oder nicht mehr können?» und «Pflege,

Betreuung im Krankheitsfall» sowie

Segregation nach Behinderungsart

bzw. Schweregrad. Es wird bezweifelt,

dass Personen mit einer schwersten

Mehrfachbehinderung im neuen System

dann wirklich besser gestellt werden

und evt. von Institutionen bevorzugt

werden, da mehr finanzielle Mittel zur

Verfügung stehen.

- Abrechnungssysteme sollten vereinfacht

und transparent gemacht werden.

Vorabankündigung von Änderungen

müsste stattfinden.

- Fachstellen, die den Bedarf von Personen

mit einer Behinderung ermitteln

werden, sollten von einer Kommissi-


on kontrolliert werden, in der auch Betroffene

bzw. deren Angehörige vertreten

sind.

- Der Wunsch besteht, dass die Kantone

Druck ausüben, damit in neuen

Überbauungen Wohnmöglichkeiten für

Behinderte eingeplant werden.

- Trotz aller Vorbehalten begrüssen

wir den Paradigmawechsel. Wichtig ist

dann die Gestaltung der Umsetzung des

Behindertenkonzeptes.

- Wir fragen uns, was passiert mit

jungen Behinderten, die aus der Schule

kommen? Wie sollen sie wohnen und

vor allem, wo finden sie eine sinnvolle

Tagesstruktur, wenn eine Ausbildung

nicht möglich ist?

Wir hoffen, dass unsere Fragen und

Anregungen in die Ausgestaltung des

Behindertenkonzeptes einfliessen werden,

und würden diese gerne mit Vertretern

der Kantone diskutieren. Wir freuen

uns auf Datumsvorschläge für ein Treffen

mit unserer Elterngruppe.

Abstimmung vom 27. September 2009:

Medienkonferenz vom 27. Februar 2009

10 Punkte für ein JA zur IV-Zusatzfinanzierung

Mit einem JA zur IV-Zusatzfinanzie-

Zeitpunkt»!

rung wollen wir...

• die weitere Verschuldung der IV

stoppen;

• die AHV sichern;

• die eingeleitete Sanierung vorantreiben;

• das bei der 5. IV-Revision abgegebene

Versprechen einlösen;

• die IV leistungsfähig erhalten.

Voranzeige:

Elternabend zum Thema NFA:

Chancen und Fragezeichen.

Vertreter der Kantone stellen

sich unseren Fragen. September

2009, genaues Datum folgt!

Wir sagen JA zur IV-Zusatzfinanzierung,

weil bei einem NEIN...

• die Verschuldung unvermindert weiter

steigt;

• die AHV in den Abgrund gerissen

wird;

• ein Scherbenhaufen entsteht;

• es auch jene trifft, die auf die IV

dringend angewiesen sind;

• das ganze System der sozialen Sicherheit

(AHV/IV) gefährdet wird.

Für das Notwendige gibt es keinen «falschen

Der Bundesrat hat die Abstimmung über die IV-Zusatzfinanzierung vom 17. Mai verschoben,

voraussichtlich auf den 27. September. Dieser Entscheid verbessert weder die finanzielle

Situation der IV, noch erhöht er das Vertrauen der Stimmberechtigten in die IV-

Zusatzfinanzierung. Der Verein «pro IV» bezieht Stellung für die angeschlagene Sozialversicherung

und die berechtigten Anliegen der Behinderten.

Die IV ist mit über 13 Milliarden Franken verschuldet, das Defizit wächst jährlich um weitere 1,5

Milliarden. Als die Stimmbürgerinnen und -bürger im Juni 2007 über die 5. IV-Revision abstimmten,

wurden ihnen Massnahmen zur Sanierung der IV versprochen. Am 17. Mai 2009 hätten sie über

eine sorgfältig ausgearbeitete und ausgewogene Vorlage, mit der die IV keine neuen Schulden

mehr machen würde, abstimmen sollen. Doch wegen der Wirtschaftskrise hat der Bundesrat einen

unerwarteten – und in der Schweizer Geschichte einmaligen – Rückzieher gemacht: Er verschob

die Abstimmung weil er den Zeitpunkt für die Abstimmung für «falsch» hält. Tatsächlich war es

aber nie wichtiger, die IV zu sanieren, als jetzt.

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Spastizität – Erfolg versprechende

Behandlungsmethoden

Die häufigste Bewegungsstörung im Kindesalter ist die so genannte spastische

Zerebralparese. Durchschnittlich leidet eines von 1000 Kindern an dieser Krankheit.

Das UKBB bietet eine breite Palette an Behandlungsmethoden, darunter

auch ein neues operatives Verfahren.

Die spastische Zerebralparese wird

durch eine Schädigung des Gehirns hervorgerufen,

durch welche die Nervenbahnen

zwischen Gehirn und Rückenmark

gestört werden. Die Nerven im

Rückenmark reagieren in einem Regelkreis

mit der Muskulatur überaktiv. Dadurch

kommt es zu einer vermehrten

Anspannung im Muskel, einer so genannten

Tonuserhöhung, sowie zu einem

Widerstand gegen Bewegungen, einer

Spastik.

Bewegungsabläufe verhindert

Die Spastik verhindert reguläre Bewegungsabläufe

beim Sitzen, Stehen,

Gehen und Greifen oft so stark, dass Patienten

bei ausgeprägter Spastik nicht in

der Lage sind, diese Bewegungen auszuführen.

Zudem führt die Spastik aufgrund

einer veränderten Kraftentwicklung

der Muskulatur auf die Gelenke

zu Deformitäten, Kontrakturen, Skoliose,

Hüftluxationen oder Fussdeformitäten.

Eine schwere Spastik erschwert

die Pflege der Patienten und kann infolge

einschiessender Spasmen auch

starke Schmerzen verursachen. Dies

erhöht den Leidensdruck der Patienten

zusätzlich.

Medikamentöse Behandlung mit

Grenzen

Mit der medikamentösen Behandlung

wird versucht, die Aktivität der Nervenzellen

im Rückenmark zu reduzieren,

beispielsweise mit Benzodiazepinen

wie Valium ® , mit Baclofen wie Lioresal

® oder mit Tizanidin wie Sirdalud ® .

Das Medikament Dantrolen wirkt direkt

auf die Muskulatur, indem es die Kontraktion

des Muskels bremst. Nachteile

der medikamentösen Behandlung sind

ihre oft unzureichende Wirkung sowie

bei hohen Dosen ihre systemischen Nebenwirkungen.

Muskelgift kann helfen

Eine andere Methode ist die Injektion

von Botulinumtoxin in die spastische

Muskulatur. Dieses therapeutisch eingesetzte

Muskelgift blockiert die Verbindung

zwischen Nerv und Muskel – der

Muskel wird schwächer. Die Wirkung

hält in der Regel drei bis sechs Monate

an und kann wiederholt werden. Diese

Behandlung ist vor allem zur Therapie

des Spitzfusses durch Injektion in

die Wadenmuskulatur verbreitet. Auch

andere Muskeln wie zum Beispiel die

Adduktoren oder Hüftbeuger können

mit dieser Methode erfolgreich vorübergehend

therapeutisch geschwächt

werden.


Neuere Behandlungsverfahren

Die intrathekale Baclofenbehandlung

und die selektive dorsale Rhizotomie

sind alternative und neuere Verfahren

zur Behandlung der Spastik.

Bei der intrathekalen Baclofenbehandlung

wird das spinal hemmend wirkende

Medikament Baclofen direkt in den Nervenwasserrraum

appliziert. Damit erreicht

man die erwünschte Wirkung bereits

mit deutlich geringeren Dosen und

vermeidet einen erhöhten Medikamentenspiegel

im Gehirn. Beträgt die übliche

Dosierung zur Behandlung der Spastik

mit Baclofen in Tablettenform mindestens

30`000 µg/Tag, liegt die meist effektivere

Dosis bei direkter Injektion in

den Liquorraum durchschnittlich lediglich

bei 300 µg/Tag.

Zusammenarbeit mit Eltern und

Physiotherapeuten

Ist eine kontinuierliche Abgabe des

Medikaments in den Spinalkanal erwünscht,

wird eine von aussen programmierbare

Pumpe (Abb.S. 7) unter

die Haut des Patienten implantiert. Von

dieser Pumpe führt ein Katheter in den

Spinalkanal. Vor der Implantation wird

die Wirkung und Effektivität dieser Massnahme

mit Hilfe einer externen Pumpe

evaluiert. So lässt sich prüfen, welche

Dosis der Patient benötigt und welche

positiven Auswirkungen auf die Spastik,

die Schmerzen, die pflegerische Situation

und die Bewegungsmöglichkeiten

durch diese Methode erreicht werden

können. Der Entscheid, ob eine Pumpe

implantiert wird, erfolgt in intensiver Zu-

sammenarbeit mit dem Patienten und

seinen Eltern sowie den Physiotherapeuten.

Nach der Implantation muss die

Pumpe alle drei bis vier Monate nachgefüllt

werden. Ihre Lebensdauer beträgt

rund sieben Jahre, danach muss

sie ausgewechselt werden.

UKBB bietet neue operative Methode

an

Das UKBB ist das erste Spital, welches

die selektive dorsale Rhizotomie (SDR),

eine neue Methode zur Reduktion der

Spastik, speziell der Beinmuskulatur, anbietet.

Dieses operative Verfahren basiert

auf der Erkenntnis, dass die sensiblen

Impulse aus den Muskeln an das

Rückenmark weitergemeldet werden und

7


8

hier zu einer Verstärkung der neuronalen

Aktivierung führen. Deshalb werden bei

der SDR einzelne sensible Nervenfasern

im Bereich der hinteren Rückenmarkswurzel

chirurgisch durchtrennt.

Da dieses Verfahren zu einer bleibenden

Veränderung führt, muss man sorgfältig

prüfen, ob es für den Patienten angebracht

ist. Besonders geeignet ist

dieses Verfahren für Patienten mit einer

spastischen Diplegie.

Neurophysiologische Überwachung

erforderlich

Um die von der Spastik am stärksten

betroffenen Muskeln und sensiblen Fasern

während der Operation identifizieren

zu können, erfolgt eine neurophysiologische

Überwachung. Der Neurochirurg

präpariert und stimuliert die motorischen

und sensiblen Fasern. Die dadurch provozierbare

Reaktion wird neurophysiologisch

mittels in den Beinmuskeln positionierten

Elektroden gemessen.

Während der gesamten Operation ist

zudem eine Physiotherapeutin anwesend,

welche die Reaktion des Muskels

klinisch beurteilt (Abb. S. 8). So lassen

sich diejenigen sensiblen Fasern identifizieren,

die besonders stark zur Aufrechterhaltung

der Spastik beitragen.

Insgesamt werden zwischen 30 bis

50 Prozent der sensiblen Fasern durchtrennt.

Um sich auf die veränderte Empfindung

beim Laufen einstellen zu können,

bedarf der Patient nach der Operation

einer intensiven Rehabilitation.

Die für eine moderne Behandlung der

Spastik notwendige intensive Zusammenarbeit

zwischen Neuroorthopädie,

-chirurgie, -pädiatrie sowie Anästhesie

und Physiotherapie ist am UKBB optimal

realisiert.

Dr. Peter Weber, Leitender Arzt

Neuropädiatrie

Dr. Heidrun Bächli, Neurochirurgin

Prof. Dr. Reinald Brunner, Leitender

Arzt Neuroorthopädie


Projekt Wochenendkurs

für junge Erwachsene: erste Erfahrungen

Um ein Wochenendangebot zu schaffen für junge Erwachsene mit einer Behinderung,

wurde an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom 30.

Januar 2009 eine Startfinanzierung gesprochen.

Ausgangslage: Während der obligatorischen

Schulzeit besteht eine Entlastungsmöglichkeit

in der WG Münchenstein.

Nach Beendigung der Schulpflicht

stehen für junge Erwachsene, die tagsüber

eine Beschäftigungs- oder Förderstätte

besuchen, nur vereinzelte temporäre

Heimplätze zur Entlastung bzw. Ablösung

vom Elternhaus zur Verfügung. Es

ist aber wichtig, dass junge Menschen

mit einer Behinderung ihrem Alter entsprechende

Erfahrungen machen können.

Häufig sind Personen mit einer Behinderung

auch stark auf ihre Eltern fixiert

und lernen nur sehr eingeschränkt

altersgemässe Aktivitäten kennen. Auf

Grund dieser Überlegungen haben wir

das Pilotprojekt «Wochenendkurs für

junge Erwachsene» geschaffen.

Ziele: Ermöglichung alters- und behinderungsangepassterFreizeitaktivi-

täten, zusammen mit ebenfalls jungen

BetreuerInnen. Ablösung vom Elternhaus

üben, da Menschen mit einer Behinderung

häufig stark auf ihre Eltern fixiert

sind und andererseits die Eltern Mühe

haben, ihre behinderten Kinder loszulassen.

Die Eltern müssen die Gewissheit

haben, dass eine optimale Betreuung

gewährleistet ist und sie so ihre Freizeit

geniessen und Kräfte tanken können.

Umsetzung: Wie geplant, fand das erste

«Wochenende» bereits im April 2009

statt. Um erste Erfahrungen sammeln

zu können, wurde mit drei jungen Leuten

mit Behinderung gestartet, später

können dann maximal fünf Personen betreut

werden (1:1-Betreuung).Die Lokalitäten

der Förderstätte am Schlosspark

in Binningen wurden für das Wochenende

entsprechend unseren Bedürfnissen

eingerichtet, die Küche erkundet

und erste Unternehmungen gestartet.

Mit jedem weiteren Wochenende kamen

neue Erkenntnisse dazu, und entsprechende

Anpassungen wurden vorgenommen,

z.B. permanente Nachtwache,

Ausbau der Vorbereitungen.

Das Wichtigste aber ist, dass alle Beteiligten,

Betreute wie BetreuerInnen,

nach dem Wochenende zufrieden sind

und sich aufs nächste Wochenende freuen.

Allen, die in der Anfangsphase mit

Enthusiasmus dabei sind, gehört eine

riesige Anerkennung, denn es ist nicht

9


10

selbsverständlich, dass in so kurzer Zeit

ein tolles Angebot geschaffen werden

konnte. Die Nachfrage ist gross und das

Angebot auf ein Wochenende pro Monat

für maximal fünf Personen beschränkt.

Das Wochenende findet jeweils am 1.

Weekend des Monats statt, von Freitagabend

bis Sonntagabend. Die Kostenbeteiligung

beträgt Fr. 150.--.

Weitere Informationen unter Tel.

061 271 45 66 oder info@cerebralbasel.ch.

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Politische Selbstvertretung von Menschen

mit Behinderung

Die Weiterbildung initiiert von AGILE

Behinderten-Selbsthilfe Schweiz in Zusammenarbeit

mit der Fachhochschule

Nordwestschweiz (HSA-FHNW) richtet

sich an Menschen mit Behinderung, die

sich für Politik interessieren und sich engagieren

wollen. Art und Schwere der

Behinderung spielen keine Rolle. Voraussetzung

für eine Teilnahme sind Interesse

und Bereitschaft, sich mit den Zielen der

Selbstbestimmung und Gleichstellung

von Menschen mit Behinderungen auseinanderzusetzen.

Diese Weiterbildung

ist in ihrer Art in der Schweiz einzigartig.

Unterricht und Betreuung erfolgen durch

DozentInnen mit Behinderung.

Die Weiterbildung soll das Selbstbewusstsein

der Teilnehmenden stärken.

Sie unterstützt die Entwicklung der Fähigkeit,

sich für die eigenen Rechte einzusetzen.

Parallel dazu arbeiten die Teilnehmenden

je an einem konkreten Projekt

in Zusammenhang mit Behindertengleichstellung.

Damit erproben sie die

erlernten Inhalte in der Praxis.

In der Weiterbildung «Politische

Selbstvertretung von Menschen mit

Behinderung» entwickeln die Teilneh-


merInnen unter anderem ein individuelles

Stärkeprofil und setzen sich mit

Sichtweisen von Behinderung und Diskriminierung

und deren Auswirkungen

auseinander. Themen sind beispielsweise

Selbstbestimmung, Hindernisfreiheit,

persönliche Assistenz und Integration

am Arbeitsplatz. Dazu lernen sie

Werkzeuge für politische Selbstvertretung

kennen und anwenden, etwa aus

den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und

Netzwerkbildung.

Die Weiterbildung wird mittels Computer

über das Internet durchgeführt

(E-Learning).

Die Weiterbildung dauert von Oktober

2009 bis März 2011.

Kosten:

für Verdienende CHF 2500.–, für Nicht-

Verdienende CHF 1500.–

Anmeldefrist:

18. September 2009

Kontakt:

AGILE Behinderten-Selbsthilfe

Schweiz, Catherine Corbaz, Projektleiterin

Effingerstrasse 55, 3008 Bern,

Tel. 031 390 39 39, catherine.corbaz@

agile.ch

Neu: Familienwochenende in Sumiswald

Leider konnte im Frühling 2009 kein

Familienwochenende durchgeführt werden,

da das Feriendorf Twannberg geschlossen

wurde. Die Suche nach einer

Ersatzlösung war nicht einfach. Jetzt

sind wir aber fündig geworden: das Forum

Sumiswald im Emmental (www.

forum-sumiswald.ch) bietet ideale Verhältnisse,

die unser beliebtes Familienwochenende

zu einer neuen Erfahrung

machen werden. Familienzimmer,

Hallenbad, Kegelbahn und gutes Essen

sowie Betreuung und Ausflüge garantieren

einen erholsamen Aufenthalt. Das

Wochenende vom 11.–13. Juni 2010

haben wir reserviert. Bitte vormerken,

Einladung folgt.

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Skikurse mit paralleler Skiführung

für CP-Skifahrer

Anne-Marie Ducommun freut sich, Ihnen die Skikurse für den kommenden Winter anzukündigen,

und informiert, dass Karoline Steinemann die Kursleitung in Kandersteg übernimmt.

Unsere Skimethode ermöglicht Skifahren ohne Stemmbogen. Diese haben wir in intensiver

Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten und Skilehrern aus dem Wallis und

dem Bündnerland entwickelt. Jeder CP-Skifahrer erhält individuelle, therapeutische Unterstützung,

unter Berücksichtigung der Prinzipien des NDT-Konzeptes, um den Skisport. mit

Freude und Erfolg ausüben zu können. (NDT = neuro developmental traitement)

Kurs für Therapeuten und Skilehrer

Kurs I Haute-Nendaz

10. – 12. November 2009

Grundkurs und Weiterbildungskurs

Carvingskurs für CP-Skifahrer

Kurs II Haute-Nendaz

11. – 13. Dezember 2009

Erwachsene, Jugendliche, Kinder

Skilager für CP-Kinder und CP-Jugendliche

Kurs III Veysonnaz

19. – 23. Dezember 2009

Ab 7 Jahrer ohne Eltern

Kurs für CP-Kinder mit einem Elternteil

Kurs IV Montana

8. – 10. Januar 2010

Ab 4 Jahren

KURSLEITUNG

Anne-Marie DUCOMMUN

NDT - Therapeutin

Skiinstruktorin für CP-Skifahren

Rue Mathurin Cordier 3

1005 Lausanne

aducommun@hotmail.com

Tél. 021/312 19 96

INFORMATIONEN WALLIS

Yves GENOUD

Anc. rte de Sierre 21, 3972 Miège

Tél. 027/456 31 55

yves.genoud@gmail.com

INFORMATIONEN KANDERSTEG

Karoline STEINEMANN

NDT - Therapeutin

Rte de l’Union 17, 1723 Marly

Tél. 026/436 17 62

ka.steinemann@bluewin.ch

ANMELDUNGEN UND SEKRETARIAT

WALLIS UND KANDERSTEG

Stéphanie CLIVAZ

Vissigen 82, 1950 Sion

Tél. 078/730 42 86

stephanie.clivaz@netplus.ch

Kurs V Kandersteg

15. – 17. Januar 2010

Ab 4 Jahren bis 12 Jahren

Die Kurse werden ab 7 Teilnehmern (maximal 12) durchgeführt.

Bei Bedarf wird ein weiterer Kurs vom 15. – 17. Januar 2009 in Montana organisiert.


Unser ganzjähriges Angebot

für betreute Ferien

Ferien, in denen sich die ganze

Familie erholen kann

Die Pflege eines behinderten Kindes

ist für die nächsten Angehörigen sehr

aufwendig und intensiv. Die Eltern stossen

oftmals an ihre Grenzen. Hier ist

es sehr wichtig, dass die Eltern auch

einmal zum Ausspannen kommen und

neue Kraft tanken können.

Mit unserem neuen Ferienangebot

wird den betroffenen Familien ermöglicht,

gemeinsam mit der ganzen Familie

Urlaub zu machen. Wir haben fünf

Hotels ausgewählt, und vier unserer

Familien haben dieses Angebot für Sie

getestet. Der Test fiel für alle Beteiligten

sehr positiv aus. Das behinderte

Kind wird in den Ferien zwei bis drei

Mal pro Woche von Fachpersonen betreut,

so dass die Eltern entlastet werden

und die Möglichkeit erhalten, auch

einmal für sich etwas zu unternehmen

oder sich voll und ganz den gesunden

Kindern zu widmen.

Falls Sie sich diese Art Entlastung für

Ihre Familie vorstellen können, wagen

Sie den Schritt.

Rufen Sie uns an! Wir sind für Sie da.

Stiftung Cerebral

Erlachstrasse 14

Postfach 8262

3001 Bern

Tel. 031 308 15 15

Fax 031 301 36 85

E-Mail: cerebral@cerebral.ch

www.cerebral.ch

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Veranstaltungskalender

Jan.– Dez. Aquafit-Kurs, Schwimmhalle Bruderholzspital,

jeweils Mittwoch Morgen 9.00 – 9.50 Uhr

Jan.– Dez. Schwimmabende für die ganze Familie, 2 x pro Monat,

Dienstag, 18.15 – 19.45 Uhr, TSM Münchenstein

20.08.2009 Elterngruppe-Treffen, 20 Uhr, Terrasse Restaurant Grün 80,

Münchenstein

29.08.2009 Zolli-Patentag

06.09.2009 Grill-Plausch, ab 11.45 Uhr, Clubhaus Ruderclub Blauweiss,

auf der Kraftwerkhalbinsel Birsfelden

12.09.2009 DISCO, QUBA, Bachlettenstrasse 12, Basel

17.09.2009 Elterngruppe-Treffen, 20 Uhr, Geschäftsstelle Basel

22.10.2009 Elterngruppe-Treffen, 20 Uhr, Geschäftsstelle Basel

Kleinere Verschiebungen der Daten sind möglich, separate Einladungen werden

jeweils ca. vier Wochen im Voraus noch versendet.

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Die dynamische

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beruht darauf, dass Kinder mit

Bewegungsstörungen stehen und

gehen können und mit der neu

gewonnenen Arm- und Handfreiheit

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Ringstrasse 15, 4123 Allschwil, Tel. 061 487 99 11, Fax 061 487 99 10, www.rehatec.ch

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Auskünfte und Reservationen:

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Veranstaltungskalender

Sommerfest BWH Dychrain Münchenstein

Samstag, 15. August 09

13 – 18 Uhr

Grill-Plausch

6. September 09

ab 11.45 Uhr, Clubhaus Ruderclub Blauweiss,

auf der Kraftwerkhalbinsel Birsfelden


Regionalgruppe Basel

Vereinigung Cerebral Basel

Bachlettenstrasse 12

CH-4054 Basel

Geschäftsstelle

Spenden

Vereinigung Cerebral Basel

Bachlettenstrasse 12

CH-4054 Basel

Tel. 061 271 45 66, Fax 061 271 45 68

Jeden Morgen 8.30–11.30 Uhr

Therese Portugal, info@cerebral-basel.ch

Theres Hauser, theres.hauser@cerebral-basel.ch

www.cerebral-basel.ch

Präsident

Walter Beutler

Obere Gasse 6

4144 Arlesheim

Tel. 061 703 88 10

Stiftung Region BS

Stiftung für cerebral Gelähmte

Mathis Büttiker (Präsident)

Rittergasse 25

4001 Basel

Stiftungszweck:

Individuelle finanzielle Hilfe und

Überbrückungskredite für cerebral

Gelähmte der Region Basel

Vereinigung Cerebral Basel

Regionalgruppe Basel

Postcheckkonto 40-11903-0

Kassier

Thomas Starck

c/o Leimen Treuhand

Leimenstrasse 51

4009 Basel

Tel. 061 206 94 00

Impressum

Redaktion:

Vereinigung Cerebral Basel

Cebbi-Redaktionsteam

Bachlettenstrasse 12, CH-4054 Basel

Layout/Druck:

Wohn- und Büro zentrum für

Körperbehinderte, Reinach

Auflage: 1500 Ex.

Inhaltsvorschläge und Artikel an

Redaktion senden.

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P.P.

4054 Basel

Adressänderungen und

Retouren an:

BLKB_Anz_Hypo_128x190_4c_Land:Layout 1 29.11.2007 14:17 Uhr Seite 1

Vereinigung Cerebral

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Schneider, Berthoud

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