Fortschritte in unserem regionalen ... - World Vision Schweiz

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Fortschritte in unserem regionalen ... - World Vision Schweiz

Rumänien

Fortschritte in unserem

regionalen Entwicklungsprojekt

Liebe Patinnen und Paten

Ein eisig kalter Wind bläst der Bevölkerung

im ländlichen Rumänien ins

Gesicht. Die Hoffnungen auf bessere

Lebensbedingungen nach erfolgtem

EU Beitritt schwinden. Die sich ausbreitende

Arbeitslosigkeit trifft Familien

auf dem Lande besonders hart.

Minderheiten wie die Roma haben

oft keine Bildung und damit auch

keine Chance auf eine Anstellung mit

regelmässigem Einkommen. Diskriminierung

versperrt ihnen die Wege zur

staatlichen Schule, zu Gesundheitsdienst

und Sozialhilfe. 12-köpfige Familien

wohnen in kleinen Lehmhütten

ohne die Gewissheit, wo das Essen

für den nächsten Tag herkommt. Auch

das Wasser muss von einem Ziehbrunnen

beschafft werden und eignet

sich nicht immer zum Trinken.

Dieser Art von Armut im heutigen

Europa zu begegnen spornt mich an,

die Entwicklungszusammenarbeit weiterzuführen,

um Rumänien neue Perspektiven

zu geben. Ein kompetentes

und engagiertes World Vision-Team

bietet Hilfe zur Selbshilfe an, und mobilisiert

das Potenzial der lokalen Bevölkerung.

Dank Ihrer Unterstützung

kann so die Situation für die Kinder

und die Familien verbessert werden.

Roland Diethelm

Programmverantwortlicher Rumänien

World Vision Schweiz

November 2011


Lernen fürs Leben

Theaterspielen

hilft, schwierige

Themen wie

Menschenhandel

anzugehen.

Bildung ist der Schlüssel zu einem Leben ohne Armut. World Vision setzt sich dafür ein, den

Kindern, auch den Benachteiligten wie Kinder mit Behinderungen oder Kinder von Roma-

Familien, eine gute Bildung zu ermöglichen.

Rumänien gehört zu den ärmsten

Ländern Europas. Besonders sichtbar

ist die Armut auf dem Land. Eltern

ziehen in der Hoffnung auf

Geld ins Ausland, viele Familien

zerbrechen, Kriminalität und häusliche

Gewalt nehmen zu. Viele Kinder

brechen die Schule vorzeitig ab

oder können sie gar nicht erst besuchen.

Viele Menschen, vor allem Kinder,

sind schlecht ernährt.

Voller Bauch lernt besser

World Vision setzt auf verschiedenen

Ebenen an, um die Menschen

im ländlichen Gebiet rund um Constanta

zu unterstützen. Einmal ganz

praktisch mit Mittagstischen für 178

Kinder aus sehr bedürftigen Familien,

damit sie regelmässig zur Schule

kommen und leistungsfähiger wer-

World Vision Schweiz führt seit 2001

das regionale Entwicklungsprojekt Constanta

durch. Rund 24 000 Menschen,

darunter 1040 Patenkinder, profitieren

von den Aktivitäten in den Bereichen

Schule, Gesundheit, Einkommensförderung

und soziale Entwicklung. Im durch

Patenschaften finanzierten Projekt wurde

2011 u. a. Folgendes gemacht:

Gesundheit und Hygiene:

• Gesundheitsschulungen für Kinder,

Eltern und die gesamte Bevölkerung

zu Themen wie Aidsprävention, ge-

den. Diese Mittagstische betreibt

World Vision in Zusammenarbeit

mit den lokalen Kirchen.

Nachhilfe wirkt

Um Kindern mit Lernschwierigkeiten

zu ermöglichen, in der Schule

gut voranzukommen, hilft World

Vision mit geeignetem ausserschulischen

Unterricht. Primarlehrer

können Kurse über moderne Unterrichtsmethoden

besuchen.

Grenzen überwinden

Die rumänische Bevölkerung tut sich

schwer mit Andersartigen. Gerade

Kinder mit Behinderungen werden

schnell in Heime abgeschoben

und erhalten kaum die nötige Versorgung

und Förderung. Die Schulen

sind nicht auf die Bedürfnisse behinderter

Kinder eingestellt. World Vision

mobilisiert die Eltern, sich über

die Rechte der Kinder zu informieren

und ihre Kinder angemessen zu

fördern. so dass sie besser in die Gesellschaft

integriert werden können.

Eine weitere Herausforderung

ist, die Ausgrenzung der Roma

zu überwinden, damit sie aus der

grössten Armut herauskommen und

ihre Kinder bessere Bildungschan-

Fortschritte im regionalen Entwicklungsprojekt Constanta in Rumänien

sunde Ernährung, etc.

• Spezielle Schulungen für Roma-Familien

über Hygiene und Gesundheit

sowie Instandhalten des Trinkwasserbrunnens.

Einkommensförderung

• Gründen einer Gemüsebaugenossenschaft

und Bau von Gewächshäusern.

Rechte der Kinder

• Sensibilisierung von Lehrern, Eltern,

Kindern und Verantwortungsträgern

für Kinderrechte.

Förderungsprogramm für Kinder mit

Behinderungen

cen haben. Eine Gruppe von Frauen

aus ärmsten Verhältnissen trifft sich

wöchtentlich zum Gesundheits-, Hygiene-

und Erziehungsworkshop, der

von World Vision angeboten wird.

Diese Begegnungen fördern das Gespräch

und den sozialen Austausch

mit dem Ziel, ihren Kindern den Anschluss

in eine öffentliche Schule zu

ermöglichen.

Horizonterweiterung

Verschiedene Freizeitaktivitäten

wie kreative Benützung der Bibliothek,

Basteln zugunsten Minderbemittelten,

Umweltschutzprojekte,

Sport, etc. fördern die Kinder und

ihre Begabungen. Sie setzen sich mit

Themen wie Menschenhandel oder

Aids-Prävention auseinander, lernen

Projekte zu planen und ihre Meinung

einzubringen. �

• Sensibilisierung für die Problematik

des Menschenhandels, dem viele

Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen

zu Opfer fallen.

Eigenverantwortung fördern

World Vision ermutigt die Bevölkerung,

Interessengruppen, Vereine

und Verbände zu gründen, die die

Entwicklung der Region selbständig

weiterführen, wenn World Vision

sich in absehbarer Zeit aus der Region

zurückziehen wird.


Es grünt

so grün

Gewächshäuser tragen zur

besseren Versorgung der

Familien und auch der Schul-

Mittagstische bei.

«Mein Einkommen reichte kaum für

das Nötigste. Im Winter konnten wir

uns nicht einmal Gemüse leisten»,

erzählt Elena Marin, die alleine für

ihre schwer behinderte Schwester,

ihre Mutter und ihre beiden Kinder

sorgt. Sie besuchte einen World Vision-Kurs

über Gemüsebau, um ein

Zusatzein kommen erwirtschaften

zu können.

Weil sie pflichtbewusst ist, keine

Schulden hat und ihren Haushalt

gut organisiert hat, bekam sie im

Rahmen einer Genossenschaft von

World Vision ein Gewächshaus. Dafür

musste sie sich verpflichten, während

zwei Jahren Gemüse an die

Schulküchen zu liefern, die Mittagstische

für Kinder aus sehr armen Familienverhältnissen

betreiben.

Elena setzte sorgfältig um, was sie

im Kurs gelernt hatte, und konnte

schon bald das erste Gemüse ernten.

«Im Winter pflanze ich Knoblauch

und Zwiebeln an, die kann ich

im Frühling gut verkaufen,» meint sie

geschäftstüchtig. �

Elena Marin mit ihrer Tochter Adelina im neuen Gewächshaus.

Brückenbauerin zwischen Paten und Patenkindern

Malina Penciu (35), alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, arbeitet

seit sieben Jahren bei World Vision Rumänien im Kundendienst. Sie

ist selber ein Waisenkind und im Waisenhaus unter schwierigen Bedinungen

aufgewachsen. Ein Höhepunkt war für sie, dass sie als Jugendliche

von einer britischen Polizistengruppe unterstützt worden ist.

Frau Penciu, was umfasst Ihre Arbeit?

Ich bin für die Datenbank mit den Informationen aller

Patenkinder im Regionalen Entwicklungsprojekt Constanta

zuständig. Ich verarbeite die Informationen, die

die Sozialarbeiter bei ihren halbjährlichen Besuchen

bei den Kindern erfassen. Ich übersetze Briefe von Paten

auf Rumänisch und die Antwortbriefe und Jahresberichte

der Patenkinder auf Englisch.

Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Freude?

Wenn ich sehe, wie zwischen Paten und Patenkinder

etwas Besonderes entsteht, berührt mich das. Ich

freue mich jedesmal, wenn ein Kind ein Päckli aus der

Schweiz bekommt. Ich bin wohl fast so begeistert wie

das Kind selber.

Was sind Herausforderungen in Ihrer Arbeit?

Wir haben uns vorgenommen, dass wir Briefe und Anfragen von Paten

möglichst innerhalb einer Woche beantworten. Doch manchmal ist das

gar nicht so einfach. Eine andere Herausforderung ist, wenn einzelne

Kinder enttäuscht sind, dass sie keine Post aus der Schweiz erhalten, ihre

Freunde aber schon.

Haben Sie in Ihrer Arbeit etwas erreicht, worauf Sie stolz sind?

Ja, dass ich erfolgreich ein automatisches Scansystem für Formulare einführen

konnte. Früher war ich 90 Tage mit dem Erfassen der Daten der

Sozialarbeiter beschäftigt. Wenn es in einer Familie ein Problem gab, sah

ich das darum oft erst viel später. Manchmal zu spät, um wirklich reagieren

zu können. Mit dem neuen Scansystem können wir die Daten viel

schneller erfassen und Probleme schneller erkennen. Die Einführung des

Systems brauchte viel Zeit, bis alles lief. Doch jetzt bin ich wirklich froh

darüber.

Malina Penciu

mit ihren beiden

Kindern

Entwicklungsprojekt

Constanta


Von Tenniken nach Constanta

Ein Besuch beim Patenkind

Erika und Ernst

Tüscher mit ihrem

Patenkind

Andreea und

ihrem Bruder

Daniel im frisch

renovierten

Schulhaus

Ein Ehepaar aus dem Baselbiet besucht sein rumänisches

Patenkind und bekommt Einblick in die Arbeit an der Schule.

Die Türe ging auf, und zwei Kinder

kamen herein. Das Mädchen

strahlte, rannte auf Erika Tüscher zu

und umarmte sie herzlich. Der Junge

folgte etwas schüchterner nach.

Erika Tüscher aus Tenniken BL hatte

sich schon lange auf diesen Moment

gefreut, ihr Patenkind Andreea

persönlich kennenzulernen.

Andreea und ihr jüngerer Bruder

Daniel leben bei ihrer Grossmutter

in einem Dorf in der Nähe

von Constanta im Osten Rumänien.

Erika und Ernst Tüscher haben 2006

die Patenschaft für die jetzt 12-jährige

Andreea übernommen. Diesen

Sommer reisten Tüschers nach

Rumänien, um ihr Patenkind und

das Regionale Entwicklungsprojekt

Constanta zu besuchen. Zuerst besuchten

sie das World Vision-Büro

in Constanta und lernten die Mitarbeiter

kennen. Ernst Tüscher sagte

dazu: „Das Büro ist einfach, aber ordentlich.

Man arbeitet professionell

dort, und sie haben gute Computerkenntnisse.“

Seine Frau ergänzte:

„Die Mitarbeiter sind sehr engagiert.

Man sieht ihnen an, dass ihnen die

Arbeit Freude macht.“

Die renovierte Schule

Anschliessend fuhren sie mit zwei

World Vision-Mitarbeiterinnen in

das Dorf, wo Andreea wohnt, und

besichtigten die Schule, die dank

World Vision renoviert worden war.

Vorher war das Gebäude in einem

sehr schlechten Zustand mit Rissen

in den Mauern. „Wir haben Fotos

gesehen, wie es früher aussah. Die

Schule war halb am Zerfallen. Doch

jetzt sieht alles freundlich aus, so

dass die Kinder sich dort wohlfühlen

können“, erzählte Erika Tüscher.

Da schon Ferien waren, konnten

sie keine Schulstunde besuchen.

Aber dafür bekamen sie Einblick in

ein Ferienprojekt, wo Kinder, die

sonst einfach auf der Strasse rumhängen

würden, gemeinsam basteln.

Die gebastelten Gegenstände werden

dann verkauft, und das Geld

kommt in einen Fond der Schule

für unvorhergesehene Ausgaben

wie Zahnarztrechnungen der ärmeren

Kinder.

Der Mittagstisch

World Vision unterstützt in Andreeas

Dorf eine lokale Kirchgemeinde,

die einen Mittagstisch für

30 Kinder aus ärmsten Verhältnissen

betreibt, mit frischem Gemüse. Tüschers

konnten dort mit den Patenkindern,

ihrer Grossmutter und den

World Vision-Mitarbeiterinnen das

Mittagessen einnehmen. Anschliessend

durften die Kinder die mitgebrachten

Geschenke auspacken.

Mittagstisch für Kinder aus armen Familien

Die Grossmutter freute sich über

einen Skipulli, denn im Winter sei es

bei ihnen sehr kalt und sie hätten

nur kleine Öfen in den Zimmern.

Dann war schon Zeit, Abschied

zu nehmen. Erika Tüscher ist dankbar

für diese Zeit mit ihrem Patenkind.

„Wir unterstützen Andreea jetzt

schon fünf Jahre und haben auch

regemässig Weihnachtsgeschenke

und Fotos geschickt. Es war wirklich

schön, sie jetzt persönlich kennenzulernen

und ihr Dorf zu sehen.“ �

Aktuelles

Infos zu Ihrem Patenkind, mehr

über das Projekt oder Ihre

Spenden übersicht – das alles gibt

es unter MyWorldVision. Hier

können Sie Ihrem Patenkind auch

einen E-Letter schreiben.

www.myworldvision.ch

Impressum

Herausgeber: World Vision Schweiz,

Kriesbachstr. 30, 8600 Dübendorf

Redaktion: Monika Lukas

www.worldvision.ch, Tel. 044 510 12 12

World Vision Schweiz ist ein christlichhumanitäres

Hilfswerk. Im Mittelpunkt

der Arbeit steht die Unterstützung von

Kindern, Familien und ihrem Umfeld

im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit.

World Vision leistet langfristige

Entwicklungszusammenarbeit, Not- und

Katastrophenhilfe sowie entwicklungspolitische

Aufklärungsarbeit.

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