Fortschritte in unseren Regionalen ... - World Vision Schweiz

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Fortschritte in unseren Regionalen ... - World Vision Schweiz

Mosambik

Fortschritte in unseren

Regionalen Entwicklungsprojekten

Liebe Patinnen und Paten

Kindergelächter, Rutschen, Schaukeln,

Klettern, Schubsen und Drängeln, weil

jeder im Zentrum meines Fotos sein

möchte. Ein kurzer, glücklicher Moment

im Leben dieser Kinder im ländlichen

Gebiet von Muecate. Ihre Hacken

zum Bestellen des Familienackers

haben sie zur Seite gelegt. Das Spielen

auf dem von World Vision Mosambik

errichteten Spielplatz ist ein Glück für

jene Kinder, die auf dem Weg von der

Feldarbeit nach Hause die Last der täglich

geforderten Leistung ablegen und

vergessen können.

Der Spielplatz ist nur ein kleines

Beispiel für Veränderungen, die mit der

Hilfe von World Vision in den Dörfern

sichtbar werden. Mit der Ausstattung

von neuen Schulgebäuden, der Bibliothek

oder eines Gesundheitspostens

fördern wir die Entwicklung der Kinder

und Dorfgemeinschaften. Durch den

Brunnenbau nahe bei Schulen bekommen

die Kinder direkten Zugang zu

Trinkwasser. Sie kommen darum regelmässiger

zur Schule. Auch die Frauen

sind dankbar für die neuen Brunnen,

die sichtbare Zeichen des Fortschrittes

in ihren Dörfern sind.

Mit dem Ziel nachhaltiger Entwicklung

wollen wir besonders den Kindern

neue Chancen eröffnen. Ich freue

mich, mit Ihnen diesen Weg zu gehen.

Roland Diethelm

Programmverantwortlicher Mosambik

World Vision Schweiz

Juli 2011


Sauberes Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser

in der

Nähe des Hauses

bringt den

Frauen grosse

Erleichterung.

In Mosambik haben viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

World Vision baut in den Regionalen Entwicklungsprojekten zusammen mit der

einheimischen Bevölkerung Brunnen in der Nähe von Schulen, Gesundheits- und

Dorfzentren, um die Trinkwasserversorgung zu verbessern.

In ländlichen Gebieten in Mosambik

haben nur etwa 29 Prozent der

Bevölkerung Zugang zu sauberem

Trinkwasser. Oft ist die nächste funktionierende

Wasserstelle sehr weit

weg. Darum holen die Frauen Wasser

von Teichen oder Wasserlöchern.

Dieses Wasser ist allerdings nicht unbedenklich,

und viele Menschen, vor

allem Kinder, erkranken an Durchfall

und anderen Krankheiten. Gerade

World Vision Schweiz führt seit 1999

resp. 2002 die Regionalen Entwicklungsprojekte

Chiden guele und Ukane

durch. Rund 48 000 Menschen, darunter

4800 Patenkinder, profitieren von

den Aktivitäten in den Bereichen Schule,

Gesundheit, Landwirtschaft und soziale

Entwicklung.

2002 startete World Vision Schweiz

das Entwicklungsprojekt Muecate im

Norden von Mosambik. Im Projektgebiet

leben 15 000 Menschen, davon

2600 Patenkinder. 2010 wurde in den

drei durch Patenschaften finanzierten

Projekten u. a. Folgendes gemacht:

Chidenguele

l Die Gesundheitsstation Manjacaze

impfte 2010 in ihrem Einzugsge-

bei kleinen Kindern kann Durchfall

leicht zum Tod führen.

Neue Brunnen

World Vision hat darum defekte

Brunnen repariert und neue Brunnen

an strategischen Stellen in der

Nähe von Schulen, Gesundheits-

und Dorfzentren bohren lassen, an

manchen Stellen bis zu 100 Meter

tief. Einheimische Wasserkomitees

sind für die Brunnen verantwortlich.

Sie erhielten eine Ausbildung, damit

sie die Brunnen gut verwalten und

unterhalten können. Als die Behörden

die Wasserqualität geprüft und

die Brunnen als Trinkwasserquelle

freigegeben hatten, konnten diese

der einheimischen Bevölkerung

übergeben werden.

Danke!

Kürzlich besuchte der Schweizer

Projektverantwortliche Roland

Diethelm das Regionale Entwicklungsprojekt

Ukane. Als Rosa Sil-

Fortschritte in den Regionalen Entwicklungsprojekten in Mosambik

biet 10 182 Kinder unter fünf. WV

brachte das Impfteam in abgelegene

Re gionen zu Familien mit Neugeborenen.

l Jugendliche haben in einem Kinderparlament

gelernt, sich aktiv an der

Entwicklung ihres Dorfes zu beteiligen,

und gehen Themen an wie

Missbrauch, Kinderehen etc.

Ukane

l 2010 wurden sechs neue Brunnen

gebohrt und zwölf renoviert. Damit

reduzierte sich für die Frauen

die Distanz zum Brunnen von 8 auf

1,5 km. Nun hat rund die Hälfte der

Bevölkerung in Ukane Zugang zu

sauberem Trinkwasser. Vorher war

es nur ein Viertel.

Maiskolben als Zeichen des Dankes.

vestre Mapundo ihn in ihrem Dorf

sah, kam sie mit ein paar eilends

gepflückten Maiskolben auf ihn zu.

«Die Maiskolben sind ein Zeichen

dafür, wie dankbar ich für den Brunnen

bin,» rief sie fröhlich. «Vorher

musste ich über eine Stunde bis

zum Fluss gehen, und das Wasser

war oft recht schmutzig. Jetzt kann

ich hier in der Nähe meines Hauses

sauberes Wasser holen, das auch

viel besser schmeckt. Ich habe jetzt

viel mehr Zeit, um für meine Kinder

zu sorgen, und auch, um Gemüse

anzubauen.» n

l Dank Schulung in Hygiene, Bereitstellung

von sauberem Wasser und Bau

von Latrinen ist die Zahl der an Durchfall

Erkrankten auf die Hälfte gesunken.

Muecate

l WV half den Bauern in Mademo,

eine Genossenschaft zu gründen,

um eine Motorpumpe zur Bewässerung

zu installieren und unterstützte

sie in Fachfragen. Jetzt kann

die Genossenschaft das ganze Jahr

hindurch selber gezogenes Gemüse

auf dem Markt verkaufen, und die

Mitglieder sind in der Lage, ihre Kinder

besser zu ernähren.

l Um den Unterricht zu verbessern,

erhielten 60 Lehrer eine Weiter bildung

in Lehrmethodik.


Patenbesuch

Zwei Familien begegnen

sich über Sprach- und Kulturgrenzen

hinweg.

Familie Weber aus Herrliberg hat

2006 eine Patenschaft für den jetzt

13-jährigen Dercio aus dem Regionalen

Entwicklungsprojekt Ukane

in Mosambik übernommen. Letzten

Sommer reisten Webers nach

Mosambik, um Dercio und das Projekt

zu besuchen. Im lokalen World

Vision-Büro erhielten sie eine Einführung

in die Projektarbeit und

lernten die Mitarbeiter kennen.

Dann waren sie bei Dercios

Familie zum Mittagessen eingeladen.

Das ganze Dorf erwartete sie

und hiess sie herzlich willkommen.

Ein World Vision-Mitarbeiter übersetzte,

und so unterhielten sich die

beiden Familien, lachten, sangen und

spielten zusammen.

Dercios Mutter zeigte stolz Dercios

Schularbeiten, denn er ist ein

guter Schüler. Anschliessend zeigte

sie den Besuchern ihren Gemüsegarten

und ihren kleinen Acker.

Bettina Weber sagt rückblickend:

«Wir genossen die einmalige Gelegenheit,

mit einer afrikanischen

Familie so nahe in Kontakt zu kommen.

Wir werden die Arbeit von

World Vision noch lange, so gut wir

können, unterstützen.» n

Ein Mann bringt Wasser in die Dörfer

Bonifacio Mucapera ist Beauftragter für Wasser, Sanitäranlagen und

Hygiene im Distrikt Muecate.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Freude?

Es ist ein schöner Moment, wenn sich die Dorfbewohner über das gute

Trinkwasser aus einem neu erstellten Brunnen freuen.

Wie sieht Ihre Arbeit aus?

Ich besuche am frühen Morgen die neu gebauten Brunnen,

damit ich dort bin, wenn die Frauen zum Wasserholen kommen.

Ich rede mit ihnen über Wasser und Hygiene, und ich

zeige ihnen, wie sie mit dem Wasser umgehen sollen.

Was sind Probleme bei dieser Arbeit?

Es gibt immer wieder Konflikte und Streitereien beim Wasserholen,

weil jede als erste drankommen und nicht warten

will. Manchmal muss der Dorfchef eingreifen und den Streit

schlichten.

Bettina Weber aus Herrliberg besichtigt den Gemüseacker, den Dercios Mutter

nach einem Kurs von World Vision angelegt hatte. Frau Weber versucht

sich gleich selbst daran, eine Cassavawurzel aus dem Boden zu ziehen, die als

Grundnahrungsmittel dient. «Das braucht viel Kraft», sagt sie dazu.

Was war die grösste Herausforderung für Sie?

Als ich zum ersten Mal in das Dorf Napai kam und das Brunnenprojekt

vorstellte, drohte man mir, mich zu Tode zu prügeln. Denn es ist ihnen

schon öfter ein Brunnen versprochen worden, der dann nicht kam. Ich

erklärte ihnen, wie ein Brunnenprojekt abläuft, und dass es Zeit für Abklärungen

und Probebohrungen braucht. So erlaubten sie mir widerwillig,

das Projekt anzufangen. Gross war ihre Überraschung, als kurz darauf

tatsächlich eine Firma mit grossen Maschinen für die Probebohrungen

ins Dorf kam, und ich war sehr erleichtert, dass sie schon bei der ersten

Bohrung auf Wasser stiessen.

Was ist Ihr grösster Wunsch?

Ich liebe es, mit Wasser zu arbeiten, und ich möchte die Trinkwasserversorgung

verbessern. Darum möchte ich ein Fernstudium über Wasser

und Hygiene machen.

Entwicklungsprojekt

Muecate

Entwicklungsprojekte

Chidenguele, Ukane

Bonifacio

Mucapera setzt

sich dafür ein,

dass mehr Menschen

Zugang

zu Trinkwasser

bekommen.


Schule und Bildung

Die Dorfgemeinschaft

in

Mepeto erstellt

selbständig den

Rohbau für neue

Schulzimmer.

World Vision

hilft mit Fachwissen

und bei der

Finanzierung.

In ländlichen Gebieten in Mosambik gehen nur wenige Kinder

zur Schule. Word Vision setzt sich in den Regionalen Entwicklungsprojekten

dafür ein, dass mehr Kinder Zugang zu

Bildung bekommen.

In Mosambik können nur 46 Prozent

der Erwachsenen lesen und

schreiben. 55 Prozent der Kinder im

schulpflichtigen Alter gehen in die

Schule. Viele Schulzimmer sind massiv

übernutzt, bis zu 80 Kinder drängen

sich in einem Raum. Für viele

Kinder ist der Schulweg schlicht zu

weit. Mädchen müssen im Haushalt

helfen und können darum die Schule

nur zeitweise oder gar nicht besuchen.

Neue Schulhäuser

World Vision hilft den Dorfgemeinschaften,

neue Schulräume zu bauen

und einzurichten. Die Dorfgemeinschaft

entscheidet, wie die Schule

aussehen soll, und hilft beim Bau

und bei der Finanzierung aktiv mit.

Das Dorf Mepeto im Distrikt

Mue cate hat schon eine Primarschule

für die 1. bis 5. Klasse. Es

fehlen ihnen aber Räume für die

6. und 7. Klasse. Nun erstellen sie

mit lokalen Materialien den Rohbau.

World Vision finanziert das Wellblechdach,

die Türen, Fenster und

die Farbe. Schon bald können die

Kinder hier die ganze Primarschule

besuchen. Wenn sie die 7. Klasse

erfolgreich abgeschlossen haben,

können sie die Sekundarschule im

Distrikthauptort besuchen.

In der Ortschaft Marsone gibt

es ein altes Schulgebäude. Hier entschied

die Dorfgemeinschaft, das

alte Gebäude zu renovieren und einen

Neubau mit Ziegelsteinen und

Beton zu erstellen. Das ist zwar

teurer als die traditionelle Bauweise

mit Holzstäben und Lehmfüllung,

hält aber auch länger. Auch hier arbeiten

die Dorfbewohner am Bau

mit. World Vision kauft und liefert

das Baumaterial.

Lernen fürs Leben

World Vision engagiert sich in den

Regionalen Entwicklungsprojekten

durch Sensibilisierungskampagnen,

dass Menschen verstehen, wie wichtig

der Schulbesuch für die Zukunft

ihrer Kinder ist, gerade auch für ihre

Töchter. Das Schulprogramm umfasst

neben den üblichen Fächern

auch landwirtschaftliche Themen,

so dass die Kinder Praktisches lernen

wie Gemüseanbau, Pflege von

Baumsetzlingen und Tierhaltung. In

Zusammenarbeit mit der Erziehungsdirektion

des Distriktes bietet

World Vision Schulungen für junge

Lehrer an, in denen sie lernen, ihren

Unterricht kindgerechter zu gestalten

und damit die Lernziele besser

zu erreichen. n

Die Schüler erarbeiten gemein sam,

was sie in ihrem Dorf ändern möchten.

Aktuelles

Durch das Spiel Amanzi vision

wur den schon vier neue Brunnen

finanziert.

Das Spiel gibt es online und als

App unter www.amanzivision.ch

Infos zu Ihrem Patenkind, mehr

über das Projekt oder Ihre

Spenden übersicht – das alles gibt

es unter MyWorldVision.

www.myworldvision.ch

Impressum

Herausgeber: World Vision Schweiz,

Kriesbachstr. 30, 8600 Dübendorf

Redaktion: Monika Lukas

www.worldvision.ch, Tel. 044 510 12 12

World Vision Schweiz ist ein christlichhumanitäres

Hilfswerk. Im Mittelpunkt

der Arbeit steht die Unterstützung von

Kindern, Familien und ihrem Umfeld

im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit.

World Vision leistet langfristige

Entwicklungszusammenarbeit, Not- und

Katastrophenhilfe sowie entwicklungspolitische

Aufklärungsarbeit.

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