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Teil 1: Libanon – Modell oder Spiegel der Region? 23

Die SEK-Delegation beim libanesischen Informationsminister Tarek Mitri (Mitte)

Eine konfessionalisierte Gesellschaft –

oder vom Rechtspluralismus

Mit Erstaunen nahm die Delegation Kenntnis vom Rechtspluralismus

im Libanon (und später auch in Syrien). Was das Personenstandsrecht

anbelangt, richten sich Muslime nach der Sharia, Christen gehen zu ihren

jeweiligen kirchlichen Vertretern, um ihre Familienangelegenheiten und

Konflikte zu regeln. Es blieben Fragen offen, nachdem Reverend Habib

Badr den Vorstoss des Erzbischofs von Canterbury gelobt hatte, den Muslimen

in England bei personenstandsrechtlichen Fragen die Wahl zwischen

dem englischen und dem islamischen Recht zu lassen.

Rev. Badr erklärte der Delegation: «Wir schämen uns nicht dafür,

dass unser Land konfessionalistisch funktioniert. Im Libanon vermischten

sich Religion und Politik schon immer und in politischen Entscheidungen

reden die Kirchenoberhäupter mit.» Das Personenstandsrecht liege in den

Händen der Konfessionen, im Libanon gebe es keine Zivilehe; das Scheidungs-

und Erbrecht unterstehe der konfessionellen Rechtshoheit. «Das ist

besser als in anderen arabischen Ländern, wo es nur ein Recht gibt, nämlich

das islamische. Insofern kann der Libanon als Modell gelten.»

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