Life zum Download - CVJM-Landesverband Bayern

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Life zum Download - CVJM-Landesverband Bayern

42010

Juli/August

Hans-Günther Schmidts

Hat Gott den Sport erschaffen

Bernd Popp

Sport und Verkündigung

Volker Kamin

Der Wert der Sportarbeit

Bewegend – Sport

und Verkündigung

Foto:real-enrico / photocase.com


G R U N D S A T Z

Es ist interessant, dass die Frage,

ob Glaube und Sport im Widerspruch

stehen oder ob Glaube und Sport überhaupt

zusammen passen, immer wieder

gestellt wird.

In anderen Bereichen unseres Lebens

ist es für uns selbstverständlich, dass

z.B. der Beruf, die Familie, die Erziehung,

unsere Werte natürlich etwas mit unserem

Glauben zu tun haben. Beim Sport

ist dies jedoch immer noch nicht oder

noch lange nicht so.

Dabei ist der Sport einer der größten

und bedeutsamsten Bereiche unseres

gesellschaftlichen Lebens überhaupt.

Von den ca. 63 Millionen Bundesbürgern

über 14 Jahre sind 65 % nach eigenen

Angaben aktiv Sporttreibende, d.h. sie

machen mindestens einmal pro Woche

aktiv Sport. 202 von 239 Nationen waren

bei Olympia vertreten, 1,6 Milliarden Zuschauer

bei der letzten Fußball WM, fünf

der TOP 10 TV Sendungen der letzten

Jahre sind Sportübertragungen.

Hat Gott den Sport

Und doch scheint es für Christen immer

wieder eine Frage zu sein: Was hat

mein Glaube eigentlich konkret mit Sport

zu tun? Ist Gott für oder gegen Sport?

Oder hat er gar den Sport geschaffen?

Diese Frage kann man so oder so

beantworten. Natürlich hat Gott nicht

einzelne Sportarten geschaffen, Regeln

aufgestellt oder Wettkämpfe organisiert.

Doch Gott hat den Menschen mit seinen

Gaben und seinen Fähigkeiten geschaffen,

auch den sportlichen. Und er

hat dem Menschen den Auftrag gegeben,

das in ihm liegende Talent und Vermögen

nicht nur zu verwalten, sondern zu

entfalten, zu fördern und einzusetzen.

Leider sind wir Christen in Deutschland

geprägt von zwei falschen Ansichten

über den Sport:

Seit dem 16.Jahrhundert haben

Christen immer wieder davon abgeraten,

mit Sport in Berührung zu kommen.

Entweder weil sie dachten, dass Sport

4 selbst Sünde ist oder weil Sünde oft im

Zusammenhang mit Sport gesehen wurde.

Das Umfeld, in dem Sport stattfand,

war hauptsächlich »weltlich« geprägt.

Alkohol, Glücksspiel und aggressiver

Wettkampfgeist waren für viele Christen

Grund, sich möglichst vom Sport fern zu

halten. Die andere Seite, auf der manche

Christen gedanklich vom Pferd fallen, ist

die Ansicht, dass Sport nur als Medium

und Plattform für den christlichen Glauben

funktioniere. Es ist okay für einen

Christen Sport zu treiben, aber nur, um

zu evangelisieren. Der Sport selbst hat

keinen eigenen Wert.

Natürlich gibt es hier, wie in allen anderen

Lebensbereichen auch Auswüchse,

Fehlverhalten, Fehlentwicklungen,

Skandale und natürlich das, was die Bibel

als Sünde bezeichnet. Doch um in

dieser Diskussion die Balance zu wahren,

müssen wir in der Bibel schon ein bisschen

tiefer graben.

Wenn es stimmt, dass Gott in seiner

Souveränität, Allmacht und Perfektion

den Menschen geschaffen hat, dann

hat er ihm auch das anvertraut, was ihm

ermöglicht, sportliche Leistung zu bringen.

Also müssen wir uns fragen: Wie

hat Gott sich das denn wohl gedacht? In

der Schöpfungsgeschichte von Genesis 1

finde ich drei wichtige Anhaltspunkte, die

für den Sport und den Sportler entscheidend

wichtig sind:

ER S TENS Die wunderbare und

geniale Schöpfung Gottes verlangt

nach Anbetung Gottes. (Vergleiche

Kol. 1, 15 – 17) Es heißt expressis ver-

bis: »Und es war sehr gut.« Wenn wir die

Schöpfung Gottes betrachten, können

wir nicht anders, als zum Staunen und

zur Anbetung zu kommen. Das gilt auch

für den Menschen und sein Leistungsvermögen.

Daher ist jede Spitzenleistung,

die wir bestaunen und bejubeln, unabhängig

von Kreisklasse oder Bundesliga,

nicht eine Sache des Geschöpfes, sondern

auch des Schöpfers. In einem Bereich,

wo es allerdings so sehr um Ehre,

Status, Anerkennung, Ruhm und Bedeutung

geht wie im Sport, kommt dies viel

zu kurz. Warum gehen wir eigentlich in

unserem Land nur dann in die Kirchen,

wenn es Tragödien und Katastrophen

gibt und nicht aus Dankbarkeit, wenn wir

etwas zu feiern haben? Ich denke an die

Leichtathleten aus Kenia, die im Hotel

bei der Leichathletik WM 2009 abends in

der Hotellobby Loblieder sangen. Auf die


geschaffen?

Frage nach dem »Warum?« kam die erstaunte

Antwort: »Wir haben doch heute

eine Goldmedaille gewonnen, dafür

wollen wir Gott loben und ihm danken.«

ZWEI TENS Kreativität und Talent

sind von Gott gegeben, um was

daraus zu machen. Gott hat uns etwas

anvertraut und sagt: »Seid kreativ!« Ich

vertraue euch und vertraue euch etwas

an! Sein Talent zur Ehre Gottes einzusetzen,

ist etwas Wunderbares. Es befreit

von den Zwängen und Erwartungen anderer.

Es macht Sport zu dem, wie Gott

es sich gedacht hat. Wenn ich einem

Fußballer wie Lionel Messi zuschaue und

sehe, wozu er mit einem Ball in der Lage

ist, dann komme ich zum Staunen und

freue mich über Gottes Schöpfung und

seine Geschöpfe. Sein Talent zu formen,

zu gestalten, weiterzuentwickeln, zu

trainieren, hart zu trainieren, muss also

nicht verschwendete Zeit oder Pflegen

des Egotrips sein, sondern kann etwas

sein, worüber sich Gott zutiefst freut.

Es liegt an uns. (Vergleiche Kol 3,23.24)

Hier liegt auch der Grund für so

manche Fehlentwicklung im Sport. Der

Mensch besteht eben nicht nur aus

einem Körper, den es zu trainieren und

zu pflegen gilt, sondern auch aus Seele

und Geist. Sind inzwischen Sportpsychologen

anerkannt und ihre Arbeit

von hohem Wert, so ist es für die Felder

Sportseelsorge, geistliche Betreuung,

Sportmentoring noch lange nicht der Fall.

Gottes Schöpfung ist ganzheitlich. Und

Leistung ist dann möglich, wenn alle

Bereiche des Menschen gesund sind.

Wird das ausgeblendet, verkommt der

Mensch zu einer Maschine, die zu funktionieren

hat – für Vereine, Verbände,

Fans, Sponsoren oder manchmal auch

für die eigene Familie.

DR I T TENS Gottes Schöpfung

ist auf Beziehung angelegt. »Es ist

nicht gut, dass der Mensch allein ist.«

Die Schöpfung, wie Gott sie sich gedacht

hat, zeigt sich gerade in der Beziehung

zu anderen. Das gilt auch für den Sport.

Wir lieben Gott und sind in »seinem Bilde«,

wenn wir andere lieben. Das ist das

höchste Gebot. Doch geht das überhaupt,

wenn ich den anderen in demselben

Moment besiegen möchte? Oh

ja, und zwar sehr gut. Sport funktioniert

nach Regeln. Die Grundregel ist, dass

jeder Sportler, der im Wettkampf steht,

ein ehrliches Messen der Leistung möchte.

Wer ist der bessere? Meine Bestleistung

zu bringen, in der Motivation, Gott

die Ehre zu geben und dem andern zu

helfen, sich sportlich weiterzuentwickeln

und selbst noch besser zu werden, das

ist »Gottes Gebote halten« pur. (Vergleiche

Römer 13,10 und 15,2)

Eine Motivation aus Liebe zu Gott

und Liebe zu anderen ist weit tragender,

als eine Motivation aus bösen

Gedanken oder sogar Hass. Das gilt auch

im Sport. Spitzensportler, die mit Christus

leben, zeigen dies immer wieder,

genauso, wie Millionen von Christen in

unterschiedlichsten Sportarten, Ländern

und Leistungsklassen.

Wenn ich in diesem Dreieck von Anbetung-Talent-Beziehung

meinen Sport

ausübe, dann beinhaltet dies das missionarische

Element ganz automatisch.

Dann rede ich von dem, der meinem

Leben Sinn und Halt gibt, ohne dass es

aufgesetzt oder anbiedernd wirkt. Dann

wird eine weitergegebene Bibel zum persönlichen

wertvollen Geschenk, ein missionarisches

Gespräch zur Vertiefung der

freundschaftlichen Beziehung und das

Bezeugen von Jesus Christus zu einem

Rat, der wertvolle Orientierung gibt.

Gleichzeitig passiert etwas ganz Wesentliches.

Der Sport heute im 21. Jahrhundert

ist weltweit davon geprägt, dass

der Wert des Sportlers durch seine Ergebnisse

definiert wird. Selbst die per- 5

sönliche Bestleistung ist dann nichts

wert, wenn sie im Vergleich zu anderen

nicht den Sieg bedeutet. Doping ist eine

der logischen Konsequenzen aus dieser

falschen Wertvorstellung. Jeder Mensch

und jeder Sportler ist wertvoll, weil Gott

ihn liebt – ohne jegliche Bedingung und

ohne jeglichen Leistungsnachweis.

Wenn ich im Bewusstsein dieser Wertschätzung

meinen Sport betreiben kann,

dann bin ich frei – frei von Zwängen, frei

von unmenschlichen Erwartungen und

frei für andere. Dann ist der Sport so,

wie Gott ihn sich wohl wünscht.

Hans-Günter Schmidts

Sportler ruft Sportler (SRS)

G R U N D S A T Z


I M P U L S

CVJM-Sport

Sport und Verkündigung

Ein schöner Abend in fröhlicher

Runde. Leckeres, kostbares Essen

steht auf dem Tisch. Und er, der immer

dagegen war, hat sich tatsächlich einladen

lassen. Sie hatten seine Leidenschaft

erkannt.

Durch dieses »legendäre« Austernessen

wurde ein junger Mann bewegt und

öffnete sein Leben für Jesus. Er sieht

diese jungen Leute auf einmal aus einem

ganz anderen Licht und ist wenig später

sogar dabei, als unter der Führung

von George Williams der erste CVJM gegründet

wird.

George Williams war meines Wissens

6 nicht der große Sportler. Aber er war immer

auf der Suche nach Möglichkeiten,

zum Glauben an Jesus Christus einzuladen.

Er sah die Menschen »ganzheitlich«,

mit Leib, Seele und Geist.

Mittlerweile schreiben sich viele diese

Sicht auf die Fahne, im CVJM war das

schon immer der ureigenste Gedanke.

Das CVJM-Dreieck soll das Gleichgewicht

von Leib, Seele und Geist symbolisieren.

Entwickelt wurde dieses Zeichen Ende

des 19. Jahrhunderts am YMCA-College

in Springfield/USA. An dieser Ausbildungsstätte

für hauptamtliche CVJM-Sekretäre

spielte die Sportarbeit eine große

Rolle und es wurde dort u.a. das Basketballspiel

erfunden und entwickelt und

wenig später auch das Volleyballspiel.

Schon allein daran kann man die lange

Tradition der Sportarbeit im CVJM erkennen.

Aber kein CVJM sollte ein reiner

Sportverein sein, genauso wenig eine

(Austern-) Gaststätte, ein Posaunenchor-Verein,

eine Tanzschule oder ein

Kicker- und Dart-Zentrum.

Der Vereinszweck muss immer klar

sein: Die christlichen Vereine Junger

Männer haben den Zweck, solche jungen

Männer miteinander zu verbinden,

welche Jesus Christus nach der Heiligen

Schrift als ihren Gott und Heiland

anerkennen, in ihrem Glauben und Leben

seine Jünger sein und gemeinsam

danach trachten wollen, das Reich ihres

Meisters unter jungen Männern auszubreiten.

So wurde die »Pariser Basis«

1855 formuliert, was mittlerweile natürlich

für Menschen jeglichen Alters und

Geschlechts gilt.

Im CVJM wird eine christliche Gemeinschaft

geboten, die über die sportliche

Gemeinschaft hinaus reicht. Das

Reich unseres Meisters soll ausgebreitet

werden. Auf unterschiedliche Art und

Weise. Eine Möglichkeit dazu ist eben

CVJM-Sport.

Sport bewegt Menschen. Aktiv

und passiv. Nicht nur zur Fußball-

Weltmeisterschaft ist Sport ein Thema.

Viele Menschen betätigen sich sportlich.

Und durch gemeinsame Aktionen kann

man ins Gespräch kommen. Man trifft

Gleichgesinnte und auch wenn es meist

nicht gleich um die tiefen Sinnfragen im

Leben geht, werden viele Menschen offener,

auch mal über den bisherigen Horizont

hinaus zu denken. Da können wir

ansetzen mit dem Evangelium.

Und das Evangelium passt in diese

Lebenswelt. Schon Paulus hat immer

wieder Beispiele aus dem Sportbereich

benutzt. Er verwendet beispielsweise

ein Bild vom Wettkampf der Isthmischen

Spiele in Korinth und fordert die

Leser zum Einsatz auf (1. Korinther 9,

24ff). Und an seinen Freund Timotheus

schreibt er, dass der den »guten Kampf

des Glaubens« kämpfen und das ewige

Leben ergreifen soll (1. Timotheus 6, 12)

Das sind doch wahre und mehr als

sportliche Ziele. Dafür lohnt sich jeder

Einsatz im Leistungs- wie im Funsport-

Bereich. Lasst uns kreativ sein bei allen

alten und neuen Methoden.

Ein sportliches Austernessen wird

wahrscheinlich selten bei den Sportaktionen

und den Sport-Treffs dabei sein.

Dafür aber der, wegen dem und für den

wir uns bewegen: Jesus Christus! Damit

viele von ihm bewegt werden! Darum

gibt es CVJM-Sport!

Bernd Popp, Sportevangelist

CVJM Bayern


Streiflicht EINS Wo sonst Dressurreiter

mir ihren Pferden ausgebildet

werden, steht eine junge Frau vor einer

kleinen Leiter. Nach gutem Zuspruch

der Umstehenden besteigt sie mühsam

die Leiter. Vor ihr steht eine gefleckte

Stute mit einem Gurt statt einem Sattel.

Langsam greift die junge Frau nach

den Haltegriffen des Gurtes. Mit einiger

Hilfe schafft sie es schließlich, ganz langsam

ihren Fuß über den Pferderücken zu

schieben und zum Sitzen zu kommen.

Das Aufsitzen war anstrengend, doch sie

strahlt. Jeder, der die Szene beobachtet,

merkt: Die junge Frau ist körperlich

und geistig behindert. Ohne Hilfe könnte

sie keinen Sport betreiben. Viele Sportarten

sind aufgrund ihrer Einschränkungen

ausgeschlossen. Doch Reiten

ist ihr Sport. Die Bewegung, die Wärme

des Pferdes, das alles tut ihr sehr gut.

Eine Mitarbeiterin führt das Pferd.

Langsam setzt es sich in Bewegung. Die

junge Frau beginnt sich ganz langsam

zu entspannen. Ihre Muskeln werden lockerer.

Mit der Zeit traut sie sich, den

Gurt mit einer Hand loszulassen und das

Pferd am Hals zu kraulen. – Szenen einer

CVJM- Reiterfreizeit.

Sportler einmal anders

Streiflicht ZWEI Auch Angela arbeitet

mit Menschen mit geistigen Behinderungen.

Durch ihre Arbeit als Heilerziehungspflegerin

lernte sie die Bedeutung

von Sport für diese Menschen kennen.

In der Zwischenzeit bietet sie Basketball,

Schwimmen und Hip Hop tanzen in

integrativen Gruppen an. Das christliche

Menschenbild ist hierbei Hintergrund der

Arbeit. Gott hat auch Menschen mit geistigen

Behinderungen geschaffen. Auch

sie sind seine Kinder.

Das Besondere der Arbeit von Angela

ist das Miteinander von Menschen

mit und ohne geistige Behinderungen.

Viele Menschen ohne geistige Behinderungen

haben Berührungsängste und

wissen nicht, wie sie mit Menschen mit

geistigen Behinderungen umgehen sollen.

Beim Sport werden diese Berührungsängste

schnell abgebaut. So berichtet Angela

von Sportbegegnungen im Basketball

zwischen Konfigruppen und Menschen mit

geistigen Behinderungen. »Zuerst kommen

die Konfis ganz groß rein – ‚die machen

wir platt’, – dann stehen sie in der

Turnhalle, sehen die behinderten Sportler

spielen und sagen ‚da haben wir ja gar

keine Chance’ und nach dem Spiel sind sie

Feuer und Flamme und es gibt immer wieder

Anfragen, ob es nicht die Möglichkeit

gibt, ehrenamtlich mitzuspielen.«

Streiflicht DREI Für Herbert spielt

Sport eine große Rolle. »Schon mein

ganzes Leben lang habe ich Sport gemacht«

– erzählt er. »Das hat mir im-

mer sehr gut getan, körperlich und seelisch.«

Das Miteinander der christlichen

Sportler im Training und bei Wettkämpfen

war ihm wichtig. So baute er im Orts-CVJM

eine Leichtathletik- Gruppe mit auf.

Am Anfang war es recht

schwierig. »Es gab nicht

mal eine Weitsprunggrube.

Die mussten wir selber machen«

berichtet er.

Den Unterschied zwischen

christlichen und nichtchristlichen

Sportlern sieht Herbert

vor allem in der Gemeinschaft.

Das Siegen bei Wettkämpfen

spielte keine so große Rolle.

Wichtiger war das Miteinander

der christlichen

Sportler. »Und es ging

wohl fairer bei uns zu.«

Heute mit 71 Jahren

und nach einem

Herzinfarkt kann

Herbert keine

Leicht athletik mehr

machen. »Bewegen

soll ich mich

aber trotzdem«

– deshalb hat er

nun seine Laufschuhe mit dem Fahrrad

getauscht. Auf Leistung kommt es nicht

an, Bewegung ist ihm aber weiterhin

sehr wichtig.

Streiflicht VIER Als gelernte Physiotherapeutin

engagiert sich Christine

ehrenamtlich in ihrer Kirchengemeinde

im Sportbereich. Ihre Gymnastikgruppe

wird hauptsächlich von älteren Menschen

besucht. Die ältesten sind etwas

über 80. »Gerade im Alter ist es wichtig,

dass Menschen Sport treiben. Dies

fördert die Beweglichkeit und Mobilität

und es kommt seltener zu Stürzen«

weiß Christine. Aber nicht nur die körperliche,

sondern ebenfalls die geistige

Fitness wird gefördert. Dies geschieht

vor allem durch verschiedene Koordina-

tionsübungen und Übungsreihenfolgen, 7

die behalten werden müssen. Auch die

Seele darf in dieser Gymnastikgruppe

nicht zu kurz kommen. Zu Beginn jedes

Treffens wird eine Andacht gehalten.

»Dies gehört für mich unbedingt dazu.«

sagt Christine.

In dieser und in vielen weiteren christlichen

Sportgruppen wird der Mensch

in seiner Ganzheit gesehen – mit Seele,

Geist und Leib. Auf die jeweiligen Besonderheiten

der Sportler, sei es ein fortgeschrittenes

Alter, seien es bestimmte

Behinderungen, wird dabei Rücksicht genommen.

So wird CVJM-Arbeit in ihrer

Ganzheit gelebt.

Katrin Winter, CVJM Bayern

Foto: soulstormer/photocase.com

I M P U L S


G L O S S E

as soll der ältliche, leicht gebeugte

und vollschlanke, Zigarren rauchende

britische Premier Winston Churchill

gesagt haben. Und er meinte: Wenn du

alt werden willst, dann verzichte auf

Sport. Treib Sport – oder bleib gesund!

Manchmal ist es mir tatsächlich nach

Lachen zumute, wenn ich ältliche Herren

in Tour-de-France-Outfit mit Überhängen

in Höhe der Gürtellinie auf einem Rennrad

durch die Gegend strampeln sehe.

Es ist ja nichts dagegen zu sagen, dass

man Fahrrad fährt. Ich sollte es viel öfter

tun, sagt mein Arzt. Aber bei solchem

Anblick beschleicht mich immer der Verdacht:

Hier will jemand seine Jugend festhalten.

Hier werden unerfüllte Jugend

träume offenbart.

Foto: fabsn/photocase.com D

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No sports.

No sports!

Manchmal ist mir aber gar nicht nach

Lachen zumute. Da habe ich mich in ein

Bundesligastadion zu einem Punktspiel

verirrt. Um mich herum stehen lauter

biedere Menschen im besten Alter. Man

kann mit ihnen normal über das Wetter,

die Saison und Kindererziehung reden.

Doch wenn der Anpfiff ertönt, werden

die gleichen Leute zum Elch. Im Stadion

geht ein religiöser Ritus ab. »Kyrie eleison«

wird gesungen, Herr, erbarme dich.

Wenn die eigene Mannschaft unterliegt.

Das höre ich häufig in Nürnberg. »Halleluja«

wird angestimmt, wenn die eigene

Mannschaft gewinnt. Das möchte ich eigentlich

viel öfter beim Club hören.

Und ein »Anathema«, ein »Verflucht«,

wird dem Schiedsrichter zugerufen,

wenn er die andere Mannschaft – unberechtigter

Weise – bevorzugt und die

eigene – ebenfalls unberechtigter Weise

– benachteiligt hat.

Es ist wie im alten, heidnischen Griechenland.

Dort wurden die Sportspiele

auch zu Ehren der Götter gefeiert und

die Sportsheroen als Halbgötter verehrt.

Auch da kannte man schon Doping, um

die Leistungsfähigkeit zu steigern. Und

ich kann verstehen, dass die ersten

Christen zu dieser Art Sport ein gebrochenes

Verhältnis hatten.

No sports.

Warum gelingt es uns nicht, einfach

aus Freude an der Bewegung, aus Freude

daran, unsere Leistungsfähigkeit auszutesten,

aus Freude an unserem Körper

und seinen Möglichkeiten, Sport zu

treiben? Warum treibt es immer so seltsame

Blüten? Weil auch der Sport kein

sündenfreier Raum ist. Weil auch da sich

Römer 1 Vers 25 zeigt: »Die Menschen

haben Gottes Wahrheit in Lüge verwandelt

und haben geehrt und gedient dem

Geschöpf statt dem Schöpfer.«

Gebt doch dem Sport den Stellenwert,

der ihm zusteht: Eine schöne Möglichkeit,

Gott zu danken und ihn zu ehren.

Wie hatte doch der alte Sportreporter

Heinz Mägerlein vom Sport geredet?

»Die schönste Nebensache der Welt«.

Also, dann mal ran: Frisch, fromm,

fröhlich, frei!

Rainer Dick, Schwabach


Sport und Bewegung im CVJM

Über den Wert der Sportarbeit

CVJM bewegt – eine Kampagne

des deutschen CVJM und seiner

Mitglieder soll im Jahr 2011 die CVJMer in

Deutschland in Bewegung bringen (www.

cvjm-bewegt.de). So die Theorie. »Was

aber bringt’s?«, werden einige Vereinsvorsitzende

und Mitarbeitende fragen.

»Da ist doch noch die Bibellesekampagne

und unser Sommerfest und wir haben zu

wenig Leute für die Jungschar. Jetzt auch

noch eine Sportgruppe aufmachen?«

In den folgenden Abschnitten soll verdeutlicht

werden, welchen Wert Sport

und Bewegung für Kinder, Jugendliche

und Erwachsene haben und was der

CVJM damit zu tun hat.

Zu Beginn eine Binsen -

weis heit: Bewe gung dient

der Gesundheit

An dieser Stelle muss sicher nicht ausführlich

auf die Vorteile von Sport und

Bewegung für die Gesundheit eingegangen

werden. Nur ein paar Schlaglichter

sollen die Situation besonders der Kinder

und Jugendlichen in Erinnerung rufen:

Vielen Kindern fehlen heute Bewegungsräume;

sie werden falsch ernährt,

leiden unter Krankheiten, die früher erst

im Erwachsenenalter vorkamen und haben

Unfälle, deren Schwere auf mangelnde

Bewegungserfahrungen zurückzuführen

sind. Dazu kommt häufig noch der

Mangel an Sportstunden in der Schule.

Jugendliche leiden heute vermehrt an

Bewegungsmangelerkrankungen wie Rückenschmerzen

und Übergewicht.

Auf ausführliche Statistiken kann hier

verzichtet werden. Deutlich ist, dass

die Sorge um unsere Gesundheit in unserer

Gesellschaft einen immer bedeutenderen

Raum, auch finanziell gesehen,

beansprucht.

Wer sich bewegt, bildet sich

Wer beim Joggen seine Leistungsgrenze

erweitert, wer Freude, Erschöpfung

und die Natur erfährt, bildet sich. Wer

neue Techniken beim Skifahren lernt,

sich im unbekannten Gelände orientieren

kann und die verschiedenen Arten

des Schnees kennen lernt, bildet sich.

Wer beim Volleyball das Zusammenspiel

eines Teams lernt, wer Taktiken verinnerlicht,

den Willen zum Siegen aufbringt

und die bittere Niederlage verdaut, bildet

sich. Wer sich bewegt, bildet also nicht

nur seinen Bizeps aus, er tut etwas für

seine persönliche Entwicklung.

Sport ist allerdings nur ein Werkzeug

und Bildung im Sport geschieht in den

wenigsten Fällen von allein. Es werden

Menschen benötigt, die anleiten, trainieren

und motivieren. Ein schlechter Trainer

oder Gruppenleiter kann die Bildungsmöglichkeiten

im Sport zunichte machen.

Sport als Teil eines ganzheitlichen

Bildungsangebots

im CVJM

Im Bildungspapier des CVJM-Gesamtverbandes

(2004) steht: »Bildung ist der

Prozess, durch den Menschen fähig werden,

das Leben und die Welt zu verstehen

und zu gestalten.« Weiter heißt es:

» Sie (die jungen Menschen) lernen ihre

körperlichen, geistigen und seelischen

Fähigkeiten zu entdecken, Kreativität zu

entwickeln, Fertigkeiten zu trainieren und

Spannungen auszuhalten. Das geschieht

z.B. im Sport …«

Sport und Bewegung gehören folglich

genauso wie die Jungschararbeit,

die Teeniekreise oder die Posaunenchöre

zum Repertoire einer umfassenden

CVJM-Arbeit, zumal der CVJM schon lange

einen ganzheitlichen Ansatz in seiner

Arbeit mit jungen Menschen verfolgt.

Seinen Ursprung hat dies im Jahr 1887

als Luther Halsey Gulick am Springfield

College/USA, ein Schulungsprogramm für

Sportgruppenleiter entwickelte. Das Ergebnis

war ein Konzept für eine ganzheitliche

Leibeserziehung, damit verbunden

das CVJM-Dreieck als neues Symbol, das

die dreifache Natur des Menschen (body –

mind – spirit) symbolisieren sollte.

Gute Gründe gegen eine

Sportarbeit im CVJM

gibt es kaum! Im Gegenteil: Gulicks

CVJM-Dreieck schuf die Grundlage für

die ganzheitliche Ausrichtung der CVJM-

Arbeit. Wenn wir heute diese Sichtweise

des Menschen in seiner Ganzheitlichkeit

von Körper, Seele und Geist für unsere

CVJM-Arbeit akzeptieren, kommen wir

an der Sportarbeit als Arbeitsform in unseren

Vereinen nicht mehr vorbei. Die

Frage: Warum Sportarbeit? muss daher

ersetzt werden durch die Frage: Welche

schwerwiegenden Gründe gibt es, keine

Sportarbeit anzubieten?

Ein bewegter CVJM ist

ein CVJM mit Mehrwert!

Wir haben als CVJMer die Verantwortung

uns um den ganzen Menschen zu

kümmern. Ein regelmäßiges Bewegungsangebot

in der Jungschar kann den Kindern

Selbstvertrauen, Mut, Beweglichkeit

und vor allem Freude an der Bewegung

vermitteln. Die Konfi-Hockeygruppe

kann Teamfähigkeit, regelmäßiges

Engagement, taktisches Denken

und den Umgang mit Sieg und Niederlage

lernen, usw.

»CVJM bewegt« gilt daher nicht nur

für die Aktionswoche 2011. Es ist eine

Verpflichtung für alle CVJM-Vereine,

denn Bewegung hat (Bildungs-)Wert.

Volker Kamin, Sportreferent

CVJM-Gesamtverband

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O R I E N T I E R U N G


P R A X I S

Foto: froodmat/photocase.com

Warum neue Bewegungsideen

im CVJM wichtig sind

Weil Bewegung Spaß macht. Das Wort

»Sport« kommt vom Mittellateinischen

»deportare«. Das bedeutet so viel wie:

»sich betragen, sich vergnügen« – also

Spaß und Freude haben.

Wir leben im CVJM Beziehungen und

diese drücken sich auch in unserem Lebensgefühl

aus. Miteinander die Bibel

lesen, in Lebensfragen weiterkommen

und miteinander schwitzen in gemeinsamen

Bewegungsangeboten, von der

Gymnastik-Gruppe bis zum CVJM-Hockey.

Der Bewegungssport im CVJM hat

ganz großartige missionarische Chancen

in unserer Gesellschaft, da wir lernen,

alle drei Lebensbereiche, Geist, Leib

und Seele mit den Menschen in unserem

CVJM zu gestalten. Wir sind beauftragt

von einem Leben mit Jesus Christus

nicht nur zu predigen, sondern es auch

in das Leben zu bringen. Weil Jesus uns

immer in ein Team und in die Bewegung

beruft, halte ich die folgenden Ausführungen

für elementar wichtig für den

CVJM in der Zukunft:

Ausbalanciert Leben in einer

unausbalancierten Welt

In unserer Zeit wird es spürbar

schwerer für Sportarten, die ein großes

Team und gemeinsames Training verlangen.

Das liegt an den oft höheren

Anforderungen im Berufsalltag und den

immer vielfältiger werdenden Freizeitangeboten.

Wir werden in unserem Sport-Team

immer häufiger in Vereine eingeladen,

um miteinander herauszufinden, welche

Breiten-Sportart für den jeweiligen

CVJM die richtige ist. Dabei begegnen

uns noch weitere sportliche Angebote

die auch in Vereinen entwickelt oder sogar

erfunden werden. Ich spreche des-

10 18 wegen in den letzten Jahren stärker von

gemeinsamen Bewegungsangeboten im

CVJM. Es ist meiner Meinung nach sehr

wichtig sich als CVJM zu entscheiden,

wie das Programm für Geist, Leib und

Seele gestaltet wird. Bewegung ist dabei

immer gemeinschaftsfördernd.

Eine grundsätzliche Frage muss jedoch

unbedingt geklärt werden: Welche

Werte vermitteln und vertiefen wir im

CVJM durch Bewegungsangebote?

Ziele der Bewegungsangebote

im deutschen

CVJM Sport sind:

●• Förderung und Stärkung sozialer

Kompetenzen (Hilfsbereitschaft,

Fairness usw.)

●• Ich-Stärkung durch Verbesserung

des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins

●• Fördern der emotionalen Fähigkeiten

und Empathie (Wertevermittlung)

●• Weiterentwicklung der kognitiven

Fähigkeiten (planen und Strategien

erkennen)

●• Erlernen verbaler Konfliktlösungsstrategien

●• Integration und Vermeidung von

Ausgrenzung (alle spielen mit)

Auf Grund dieser Impulse, auch durch

andere Arbeitsfelder in der Kinder- und

Jugendarbeit sind wir im CVJM-Westbund

seit mehreren Jahren auf der Suche

nach Bewegungsspielen, die helfen,

diese Ziele im CVJM zu erreichen. In unseren

Camps und in der Sportlehrgangsarbeit

probieren wir einfach Spiele aus

und erleben immer wieder unsere Wunder,

was alles so geht bei Jugendlichen.

CVJM setzt selber Trends!

Alle Spiele, die in der Tabelle aufgeführt

sind haben folgendes gemeinsam:

●• Sie fördern und fordern Teamfähigkeit

und Sozialkompetenz. ●• Sie

werden mit fairem Körpereinsatz mit

dem Gegner gespielt. ●• Sie sind im

Regelwerk international und können

doch sehr variabel angepasst werden.

Neue Sportarten im CVJM für Teamfähigkeit

Vom Einzelkämpfer

●• Erlernen verschiedener kreativer

Formen der Selbstbehauptung

●• Verbesserung der motorischen

Fähigkeiten (Selbsterfahrung)

●• Sie sind nicht mit Alter und durch

Geschlecht begrenzt. ●• Sie können

mit kleinen, wie mit großen Teams gespielt

werden.


und Sozialkompetenz

zur Mannschaft

Literaturhinweis und Fundgruben

für Bewegungsideen:

Das Ballsport Lexikon -

Ball-und Kugelspiele der Welt

Von Marcus Rosenstein;

Weinmann Verlag-Berlin

Spiele rund um die Welt

Unicef/Mediathek

Neue Ballspiele

Heidelberger Ballschule

Hinweis: CVJM-bewegt 2011

– Bewegungskampagne im

deutschen CVJM | Aktionswoche

in ganz Deutschland

vom 14. bis 22. Mai 2011 | Infos

unter: www.cvjm-bewegt.de

Sportart Grundgedanke des Spiels

Ultimate Ein Frisbee wird über ein Spielfeld in das gegnerische

www.discsport.net Ausfeld geworfen und dort direkt in der Luft gefangen.

Tamburello Ein Ball wird mit Hilfe eines Tamburellos über ein Feld

www.tamburello.com geschlagen. Es ist ein Team-Rückschlagspiel. Verband

wurde im Februar 2010 in Hannover gegründet.

CVJM-Hockey Ein Kunstoff-Lochball wird mit speziellen Schlägern

www.cvjm-hockey.de in das gegnerische Tor gespielt. Das Spiel ist mit oder

ohne Torwart im Regelwerk vorgesehen.

Tchoukball Ein Handball wird durch geschicktes Passspiel im Torab-

www.tchoukball.org schluss auf ein Trampolintor geworfen. Der Gegner darf

den Angriff nicht stören und greift erst ein, wenn der Ball

das Trampolin verlassen hat. Kommt der Ball im Spielfeld

auf den Boden, ist es ein Tor für die werfende Mannschaft.

Jokeiba Hat den Namen von seinem Erfinder bekommen.

www.manureiter.de Ein Rugby wird sich in einem Team zugeworfen. Jede

Mannschaft hat ein Feldtor, das wie eine viereckige Dartscheibe

auf dem Rasen markiert wurde.

Der Rugby muss in der Luft innerhalb der Punktescheibe

gefangen werden. Je näher der Fänger zum Zentrum landet

umso höher die Punktzahl für sein Team.

Futsal Es heißt übersetzt Saalball. Gespielt wird mit einem Fußwww.futsal.de

ball Größe 4 (der Ball ist weich aufgeblasen und darf nicht

www.futsal5.de hoch springen) in der Halle auf einem Handballfeld mit

Handballtoren. Es gibt ein Seiten- und Toraus und der Ball

wird flach eingekickt. Das Spiel hat im YMCA Urugay seine

historischen Wurzeln.

Weitere sportive Ideen, die im Internet/YouTube zu finden sind:

●• Cross-Boccia ●• Bumball ●• Flumpy ●• Pylonbattle

●• Sporthockern ●• Y-Golf

Ich wünsche euch viel »Fun« beim

Ausprobieren und Experimentieren und

bin gespannt, wo ihr in euren eigenen

Vereinen in Bewegung kommt, daran

Freude gewinnt und neue Freunde findet.

Und letzter Tipp: Behaltet gute Ideen

nicht für euch, erfindet in eurem CVJM

selber gute Bewegungsspiele und gebt

sie weiter an andere. Gott hat uns einen

großartigen Schatz an Bewegungskreativität

gegeben, um damit an die Hecken

und Zäune unserer Dörfer und Städte

zu gehen.

Markus Rapsch, Wuppertal

Foto Schnicker/photocase.com

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er Sportlehrer des YMCA-College

in Springfield Dr. James Naismith

(1861 – 1939) wurde beauftragt, nach Alternativen

zu den bisher gelehrten, rauen

Sportspielen und dem bestehenden System

des Drills und der Perfektion zu suchen.

In der Folge entstand aus der Kombination

von Fußball und Lacrosse 1891

die erste Version des Basketballspiels.

Zweimal neun junge Männer traten

im Springfield College gegeneinander an.

Sie spielten mit einem Fußball auf einen

Korb, der an einer Leiter befestigt war,

damit man ihn nach einem erfolgreichen

Wurf wieder aus dem Korb ins Spiel geben

konnte. Naismith experimentierte

lange, bis er einen geeigneten Ball fand.

Zuerst musste ein Fußball herhalten.

Auch die Höhe der Körbe variierte von

Mal zu Mal. Schließlich setzten sich bodenlose

Pfirsichkörbe, die an einer Stange

befestigt waren, durch.

Das erste offizielle Basketballspiel

fand im Januar 1892 in Springfield statt.

In den CVJM des Landes wurde das Spiel

belächelt. Von einem »old mens game«

war in den Monatsanzeigen die Rede.

In New York gab es sogar ein Basketballverbot

im YMCA, weil es die traditionellen

Sportarten verdränge.

Foto: goenz (oben), luki5 (unten) / photocase.com D

Weil aber die Spieler des College gut

trainierte Sportler waren und sich für

das neue Spiel begeisterten, interessierten

sich auch immer mehr Zuschauer

für den Sport. Mit der Zeit verfeinerten

sich die Regeln. Basketball trat seinen

Siegeszug an und eroberte vor allen Dingen

die YMCA in den asiatischen Ländern.

Nach Europa kam Basketball über den

CVJM Paris. In der Halle des CVJM in

der rue de trèvise fand 1893 das erste

Basketballspiel auf europäischem Boden

zwischen einer Mannschaft des französischen

und amerikanischen CVJM statt.

Im Jahre 1936 wurde Basketball in

das Olympische Programm aufgenommen.

Es spielten da auf einem Aschenplatz

ausschließlich CVJM-Mannschaften

aus wenigen Länden.

In Deutschland dauerte es noch eine

ganze Weile, bis sich Basketball etablierten

konnte. Auch hier waren es in

den 50er Jahren hauptsächlich Jugendmannschaften

des CVJM, die es populär

machten und eine gewisse Spieldichte

garantierten.

Ein Schüler Naismiths, der Sportlehrer

William Morgan, suchte am Springfield

College ein Spiel, das älter werdenden

Basketballspielern erlaubte, mit

Gleichgesinnten weiter am Mannschaftssport

teilzunehmen. Er entwickelte aus

dem aus Indien stammenden Minton ein

Spiel, bei dem statt mit einem Schläger,

ein Ball mit der Hand zwischen zwei

Mannschaften über ein Netz gespielt

wurde. Hier war es noch schwieriger einen

geeigneten Ball zu finden. Auch ein

Versuch mit einer Schweinsblase wurde

unternommen.

Nach mehreren Regelentwürfen fand

1896 das erste Volleyballspiel mit neun

Spielern auf jeder Seite statt. Dem Volleyball

blieb aber der Erfolg des Basketballs

vorerst versagt. Es war damals zu

wenig herausfordernd und nicht athletisch

genug.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg eroberte

Volleyball nach und nach die Länder

in Asien, Südamerika und Nah-Ost.

Deutschland blieb bis Anfang der 50er

Jahre ein weißer Fleck auf der Volleyball-

Landkarte.

Der Sportlehrer der CVJM-Sekretärschule

Johannes Zeigert brachte das

Spiel, das er bei französischen Soldaten

CVJM-Sportarten

Basketball und Volleyball

Wie sie entstanden und sich ausbreiteten

in der Pfalz kennengelernt hatte, nach

Kassel. Er wurde nicht müde, in den CVJM

für das neue Spiel zu werben. Er organisierte

Volleyballturniere, führte 1953

die ersten »deutschen Volleyballmeisterschaften«

durch, an denen ausschließlich

CVJM-Mannschaften teilnahmen.

Im Jahre 1955 gründete er mit CVJM-

Sekretären den Deutschen Volleyball-

Verband. Lange Zeit waren es die CVJM-

Mannschaften, die die Mehrheit im Deutschen

Volleyballverband stellten. Aber

mit steigendem Spielniveau und der immer

stärker werdenden Professionalisierung,

sowohl des Basketball- als auch

des Volleyballspiels, wurde es für CVJM-

Mannschaften immer schwieriger, mitzuhalten

und den Anforderungen gerecht

zu werden. Zumal sich ein verstärktes

Engagement in den Verbänden negativ

auf die Verankerung in den CVJM auswirkte

und es immer schwieriger wurde,

dem christlich-missionarischen Anspruch

gerecht zu werden.

Rolf Müller, Kassel


Unterstützt von

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O R I E N T I E R U N G

SRS

Sportmissionarische

Arbeit in Deutschland

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Höchstleistungen sind im Sport

kein Zufall. Der persönliche Mentor

oder Coach hat sich im Sport bewährt.

Deswegen betreut SRS seit vielen Jahren

Sportlerinnen und Sportler in allen

Leistungsklassen und schult Kinder, Jugendliche,

Erwachsene und Trainer nicht

nur in Deutschland, sondern weltweit.

SRS fördert Athleten

SRS fördert Athleten mit Hilfe von

500 ehrenamtlichen und 30 hauptamtlichen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der Mensch mit Körper, Psyche und

Geist steht im Mittelpunkt der Arbeit.

Die Grundlage dafür sind das biblische

Menschenbild und der christliche Glaube.

Damit sind biblische Werte die Grundlage

für diese sportmissionarische Arbeit.

Sportler suchen Erfolg

Sportler suchen den Erfolg, sie wollen

gewinnen und sind bereit, dafür Opfer

zu bringen. Dies gilt für den Kreisligaspieler

wie für den Profisportler. Erfolg

hängt mit vielen Faktoren (Talent,

Disziplin, mentaler und Charakterstärke)

zusammen. In der SRS-Akademie

liegt genau hier ein Schwerpunkt. Das

Zusammenspiel zwischen Körper, Psyche

und Geist. In diesen Zusammenhängen

und Abhängigkeiten hängt ein

Schlüssel für erfolgreichen Sport und

für erfolgreiche Persönlichkeitsbildung.

SRS bringt biblische Werte in den Sport

und Sport in die christlichen Gemeinden.

Dazu werden unter anderem die vielfältigen

Ressourcen des eigenen Sport- und

Seminarzentrums in Altenkirchen genutzt.

International

Wer sich heute für den Leistungssport

entscheidet, der entscheidet sich

auch für ein internationales Leben. Auf

internationaler Ebene ist SRS Mitglied

in der European Christian Sports Union

und der International Sports Coalition.

Dazu hilft SRS ausländischen Sportlern

in Deutschland und deutschen Sportlern

im Ausland. Gemeinsam mit den Kirchen

übernimmt SRS die Verantwortung für

Seelsorge bei großen Sportveranstaltungen,

z.B. bei Europa- und Weltmeisterschaften

sowie Olympischen Spielen.

Sportteams & Mitarbeit

SRS sucht weiter nach Menschen, die

Interesse am Sport haben, die selbst

Sport treiben, die ein Herz für Sportler

haben und sich von Gott in diese Aufgabe

stellen lassen. Es gibt viele Teams,

bei denen man mitarbeiten kann, wie

zum Beispiel: SRSkindersport, SRSjugendsport,

SRSbaseball, SRSgolf, SRSfussball,

SRShandball, SRSmotorrad,

SRSpferdesport, SRSphysio, SRSradsport,

SRSsegeln, SRStanzsport, SRSteamextreme,

SRStennis, SRStischtennis,

SRStrial, SRStriathlon, SRSturnenundtanzen,

SRSvolleyball, SRSprofisport,

SRSmasterssport …

Finanzierung

Die Arbeit von SRS wird ausschließlich

von Spenden getragen, die die

Freunde unserer Arbeit aufbringen.

CVJM & SRS

Von Anfang an gibt es auf den unterschiedlichsten

Ebenen gute Kontakte

und eine Zusammenarbeit zwischen SRS

und CVJM. Ein sehr positives Beispiel auf

Bundesebene war die Zusammenarbeit

im christlichen Netzwerk zur Fußball-

Weltmeisterschaft in Deutschland mit

Kickoff2006. SRS entwickelt genauso

gerne vor Ort mit christlichen Gemeinden,

Verbänden und Organisationen sportmissionarische

Aktionen und Konzepte.

Warum gehöre ich

persönlich zu SRS?

Aufgewachsen in einem christlichen

Elternhaus, einer christlichen Gemeinde

und als Leistungssportler in einem Turnverein

hat mich das Konzept von SRS

schon früh angesprochen. Die Welt des

Sports und des christlichen Glaubens

konnte ich auf einmal durch den Kontakt

zu SRS zusammenbringen. Meine Frau

Maike habe ich bei SRS kennengelernt.

Sie ist genauso vom Sport geprägt und

hat im EJW/CVJM als Jugendliche eine

geistliche Heimat gefunden. Gemeinsam

haben wir gelernt, ehrenamtlich und

missionarisch im Sport zu leben. Und

genauso als Sportler in der christlichen

Gemeinde.

Den Bereich Turnen und Tanzen konnten

wir gemeinsam bei SRS aufbauen.

Seit vielen Jahren leitet Maike das Team

SRSturnenundtanzen. Dass ich einmal

Golf spiele und das neue Team SRSgolf

aufbaue, hat mit einem persönlichen

Entwicklungsprozess vom Leistungssportler

zum Gesundheitssportler zu tun.

Neben meinem beruflichen Engagement,

ehrenamtlich in der Welt des Sports etwas

zu tun, war und ist für mich als

Christ und Sportler selbstverständlich.

Matthias Ruf, CVJM-Gesamtverband

In Deutschland

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