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Sicher in die Luft

Rhenus ist bei der Luftfrachtsicherheit immer auf dem neuesten Stand

Seit dem 11. September 2001 gelten zivile Flugzeuge nicht nur als schnelle Transportmittel, sondern auch als mögliche Ziele terroristischer

Angriffe. Infolgedessen haben die zuständigen Behörden weltweit immer wieder neue Sicherheitsvorschriften erlassen. Die Unternehmen der

Luftfrachtindustrie müssen schnell und flexibel sein, um sich an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

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Jeder Flugreisende kennt die lästige Prozedur am Flughafen:

Ausweispapiere vorzeigen, Flüssigkeiten in einen Plastik -

beutel stecken und dann noch Handgepäck- und Passagierkontrolle.

Was bei Passagierflügen öffentlich abläuft, findet

auch im Luftfrachtbereich statt. Alle an der Lieferkette

Beteiligten – Versender, Abfertigungs- und Lagereinrichtungen

von Spediteuren sowie Airlines – sehen sich regelmäßig

mit neuen Sicherheitsvorschriften konfrontiert. „Jede neue

Sicherheitsanforderung hat Einfluss auf unsere Prozesse“,

sagt Paul Parramore, bei Rhenus verantwortlich für das Airfreight-Geschäft.

„Diese haben wir einzuhalten, wir müssen

unsere IT-Systeme und Software regelmäßig anpassen.“

Kein anderer Verkehrsträger hat in den letzten 40 Jahren so

hohe Zuwachsraten bei Transportleistungen erzielt wie das

Flugzeug. Einer der Gründe dafür ist, dass die Arbeitsteilung

in der Weltwirtschaft weiter zunimmt und der Anteil hochwertiger

Güter am Außenhandel stetig steigt. Allein auf deutschen

Flughäfen wurden im Jahr 2008 3,8 Millionen Tonnen

Luftfracht umgeschlagen. Der Transport mit dem Flugzeug

ist schnell, sicher und zuverlässig. Daher werden bei Rhenus

hochwertige Maschinen, Wert gegenstände, Textilien oder

auch Pharmaprodukte und Schnittblumen auf dem Luftweg

befördert. Um sicherzugehen, dass auch im Frachtbereich

niemand explosive Stoffe an Bord der Flugzeuge schmuggeln

kann, hält sich Rhenus strikt an die Verordnung über die Sicherheit

in der Zivilluftfahrt Nr. 300/2008 des Europäischen

Parlaments. Sie legt unter anderem Grundstandards, Zugangskontrollen

sowie Sicherheitskontrollen für Fracht und

Kriterien für die Einstellung und Schulung von Personal fest.

Sicherheitstrainings für alle

Rhenus in den Niederlanden unterscheidet bei der Schulung

seiner Mitarbeiter zum Beispiel drei Sicherheitslevel: allgemeines

Sicherheitsbewusstsein, Sicherheitsbeauftragter und

Sicherheitsberater. Während die Schulung für das Sicherheitsbewusstsein

für alle Mitarbeiter obligatorisch ist, gelten

für die Sicherheitsbeauftragten besondere Regeln. Jeder

Reglementierte Beauftragte muss mindestens einen Sicherheitsinspektor

benennen und ausbilden lassen. Der ist fachlich

der Geschäftsleitung unterstellt, berät die Geschäftsleitung

und Führungskräfte und sorgt für die Einweisungen des Personals.

Er unterstützt im täglichen operativen Geschäft bei

unklaren Sachverhalten und sorgt für die lückenlose Dokumentation.

Er dringt auf Einhaltung der Sicherheitsauflagen

und veranlasst Verbesserungen oder Aktualisierungen von Dokumenten

oder Trainings. „In der Rhenus-Gruppe haben wir

in den Niederlanden 30 zugelassene Inspektoren, obwohl pro

Unternehmen nur einer vorgeschrieben ist“, so Parramore.

„So können wir höchste Qualität und Sicherheit gewährleisten.“

Die Luftfracht-Sicherheitsberater verfügen über das umfangreichste

Wissen, sie sind auch die Kontaktpersonen für

die örtlichen Behörden. Vier Mitarbeiter von Rhenus in den

Niederlanden haben diesen Status erlangt.

Aber erhöhte Sicherheitsmaßnahmen erfordern auch zusätzliche

Investitionen: in Personal, Flächen, Schulungen der

Mitarbeiter, Aktualisierung des Informationsstands und technische

Ausstattung. Während die Luftfrachtprozesse weltweit

vernetzt sind, sind die Zuständigkeiten für Sicherheit und

deren Finanzierung in den verschienen Staaten und Flug -

häfen oft sehr unterschiedlich geregelt.

Sicherheitstechnik und Zertifikate

Cargologic, eines der führenden Dienstleistungsunternehmen

für Luftfrachthandling, -logistik, -sicherheit und -transport in

Europa, hat sich zum Beispiel an einigen seiner Standorte

eigene Röntgen- und Screeninggeräte angeschafft. So kann

das Unternehmen den über 50 Airlines, die zu seinen Kunden

gehören, Scanning und Security-Checks mit eigener

Technik anbieten. Die Kosten für die Sicherheitstechnik muss

das Unternehmen auf die Fracht aufschlagen.

Um ihren Kunden zu belegen, dass Rhenus den eigenen

hohen Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen sowie den

aktuellen Vorschriften genügt, lassen sich die Unternehmen

zertifizieren. „Cargologic verfügt über die ISO-9001:2000-

Zertifizierung und lässt regelmäßige Audits durch die

Behörden der Luftverkehrsämter, Fluggesellschaften und

Zertifizierungsstellen durchführen“, berichtet Peter Widmer

Mitglied des Vorstands bei Rhenus und Verwaltungsratspräsident

von Cargologic. Darüber hinaus beteiligt sich Cargologic

regelmäßig an Audits für Zugelassene Versender und

Reglementierte Beauftragte.

Indem Unternehmen den Status des Reglementierten Beauftragten

erlangen, können Sie eine einfachere Abwicklung

ihrer Fracht am Flughafen erreichen. Auch Rhenus Air B.V.

am Flughafen Schiphol verfügt über das Zertifikat, das „Good

and Secure Aircargo Practices“ bescheinigt. Rhenus Logistics

Limited in Irland bekam im März 2009 vom irischen

Transportministerium den Status des „Regulated Agent“ verliehen.

Gleichzeitig ließ sich das Unternehmen durch die

International Air Transport Association (IATA) zertifizieren,

was auch Sicherheitsstandards beinhaltet.

Alle diese Zertifizierungen bedeuten für die Unternehmen zusätzlichen

Aufwand in der vorgelagerten Prozesskette sowie

abgestimmte Standards und Verfahren. Paul Parramore geht

davon aus, dass bei den Sicherheitsvorschriften das Ende der

Fahnenstange noch nicht erreicht ist: „Es wird sicher noch

mehr neue Gesetze geben, besonders aus den USA. Und wir

werden weiter in Sicherheitsmaßnahmen investieren. Doch

genau dieses schnelle Reagieren auf veränderte Sicher heits -

vorschriften zeichnet meiner Ansicht nach den professionellen

Logistikdienstleister aus.“

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