Diakonie Zeitung - Diakonie Dresden

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Diakonie Zeitung - Diakonie Dresden

Diakonie Zeitung

Informationen der Diakonie - Stadtmission Dresden

Ausgabe 1 | 2008

Stadtmission Dresden

100 Tage als Direktor

Seite 2

Altenhilfe

Kinder,

Kinder...

Die neue Kindertagesstätte fürs Hechtviertel

Seite 4

Mehr Licht, mehr

Raum

Seite 6

Kinder, Jugend, Familie

Rausch

im Jugendhaus

Seite 12

Sozialarbeit, Psychiatrie

und Behindertenhilfe

Ehrenamt tut gut

Seite 10

Besser mit Nächstenliebe


Im 1. Buch der Könige berichtet die

Bibel aus dem Leben des Propheten

Elia. Er war von Gott beauftragt

worden, Gottes Botschaft den Herrschenden

zu sagen. Und es war eine

kritische Rede, die keiner gerne hören

wollte. Dadurch machte sich der Prophet

Elia sehr unbeliebt. Es geht so

weit, dass er fliehen muss.

„Da sagte Gott zum Propheten Elia:

Bringe dich in Sicherheit! Geh nach

Osten über den Jordan und versteck

dich am Bach Krit. Ich habe den

Raben befohlen, dass sie dir zu Essen

bringen, und trinken kannst du aus

dem Bach. Elia hörte auf Gott, ging

an den Bach Krit und blieb dort. Morgens

und abends brachten ihm die

Raben Brot und Fleisch und Wasser

bekam er aus dem Bach.“

(1. Buch der Könige, Kapitel 17, Verse 2 -5)

Diese kleine Erzählung zeigt, dass Gott

gerade in der Notsituation auf seine

Weise hilft. Die Raben sind Gottes

Diener und Helfer. Sie bewahren das

Leben des Elia auf unerwartete Weise.

Für Elia ist es mehr als nur eine Notverpflegung.

Er spürt, dass Gott zu

ihm steht. Er erlebt, in einer schwierigen

Lebenssituation bewahrt zu sein.

Diese Erzählung steht hinter dem

Namen Rabe für das Kinderhaus der

AN(GE)DACHT

Abteilungsleiterin Frau Kultscher mit

dem Leiter der Kinderhauses RABE beim

Hausfest

Diakonie - Stadtmission Dresden in der

Radeberger Straße 53. Hier können 21

Kinder und Jugendliche bis zu ihrer Volljährigkeit

leben. Hier sind sie zu Hause, hier

können sie spielen, lernen und Freunde

finden. Der Rabe ist daher ein Zeichen, dass

uns Gott hilft, wenn wir Hilfe benötigen. Im

Kinderhaus Rabe sollen Kinder und Jugendliche

einen Ort finden, wo ihnen Menschen

im Auftrag Gottes helfen, sich geborgen,

sicher und angenommen zu fühlen.

Vielleicht haben Sie gedacht, dass der

Name Rabe für ein Kinderhaus nicht so

richtig passt. Es gibt ja auch den Ausdruck

„Rabeneltern“ und genau eine solche Erfahrung

sollen die Kinder nicht (mehr) machen.

Vielleicht kennen Sie aber auch die Kinderbücher

vom kleinen Raben Socke (der hat

wirklich immer eine bunte Socke an). Dieser

kleine Vogel ist wunderbar lebenslustig,

unbeschwert und fröhlich. Zu diesem passt

gut das Signet des Kinderhauses. Wir hoffen

dass die Kinder und Jugendlichen im Kinderhaus

Rabe, aber auch Sie, liebe Leserinnen

und Leser, immer wieder neu erfahren,

dass Gott Ihnen – auf seine Weise – beisteht.

Dann können auch Sie immer wieder

so fröhlich sein, wie der Rabe Socke.

Ihr Pfr. Christoph Stolte

Direktor der Stadtmission Dresden

100 Tage als

Direktor

Die Augen des 11-jährigen Jungen

strahlten, als er mir den Abenteuer-

Bauspielplatz neben dem Kinder- und

Jugendhaus Pixel in Dresden-Prohlis

zeigte. Jeder Winkel war ihm wichtig.

Schließlich kletterte ich mit ihm in sein

„Haus“. Innen hatte er es sich gemütlich

eingerichtet. Dass nur noch jede

dritte Sprosse an der Leiter vorhanden

war, störte ihn nicht. „Hier bin ich jeden

Tag. Hier macht es einfach Spaß“, ist

sein Fazit. Ich bin bei meinen Besuchen

in den Einrichtungen vielen Menschen

begegnet - Kolleginnen, Kollegen,

Besuchern, Klienten, Bewohnern - bei

denen ich spürte, dass sie mit ganzem

Herzen in der Diakonie arbeiten,

leben oder Angebote wahrnehmen. Oft

wurde versucht in kurzer Zeit mehr

zu sagen und zu zeigen, als möglich

war. Die Begeisterung der einzelnen

bewegt mich. Ich habe nicht nur

viel gesehen und gehört, sondern bin

immer wieder ermutigt weiter gefahren.

Dabei habe ich den besonderen

Reichtum der Diakonie – Stadtmission

Dresden erlebt: Kolleginnen und

Kollegen, die engagiert und verantwortlich

ihren Dienst tun, die voraus

denken, neue Ideen und konzeptionelle

Vorstellungen entwickeln. Natürlich

war in den ersten Wochen nicht jedes

Gespräch einfach. Mit den verschiedenen

Mitarbeitervertretungen war z. B.

die Umstellung zu den neuen AVR

auszuhandeln. Nicht alles Gewünschte

wurde von mir in der Verantwortung

für das Gesamtunternehmen akzeptiert.

Da haben sich die Ersten auch

über den neuen Direktor geärgert.

Erfahren habe ich auch, dass unsere

besondere Stärke in der Vielfalt der

Hilfsmöglichkeiten für die Menschen,

für die wir als Diakonie Verantwortung

übernehmen, liegt. Ich denke, dass

wir uns in Zukunft noch intensiver

über die Grenzen von Abteilungen und

Einrichtungen hinweg ergänzen und

unterstützen sollten. Immer einmal wieder

werde ich gefragt: „Macht Ihnen

der neue Dienst Freude?“

Die Antwort lautet: Ja! Ich fahre am

Morgen gerne zum Dienst. Und ich bin

nach den 100 Tagen fest davon überzeugt,

dass wir miteinander unserem

Auftrag für die da zu sein, die Hilfe

benötigen, auch in Zukunft gerecht

werden können.

Christoph Stolte

1. Ausgabe Juni 2008 2 3

Warum eine neue Zeitung der DIAKONIE?

Und was ist mit der Mitarbeiterzeitung?

Diese ist doch sehr beliebt und wird gerne

gelesen! Zudem wird sie immer von einem

großen und engagierten Redaktionsteam

vorbereitet. Diesem gehören Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ganz verschiedener

Einrichtungen an. Daran ändert sich auch

zukünftig nichts. Doch genau dieser Redaktionskreis

hat überlegt, dass die Themen

der bisherigen Mitarbeiterzeitung auch für

eine größere Leserschaft sehr interessant

sind und gar nicht so geheimnisvoll, dass

sie nur Mitarbeiter wissen dürften. So haben

wir die Mitarbeiter-Zeitung nicht aufgegeben,

sondern weiter entwickelt. Wir wollen

mit der nun zweimal pro Jahr erscheinenden

Diakonie-Zeitung in einer sehr viel höheren

Auflage eine erheblich größere und breitere

Leserschaft erreichen. Dazu gehören

die Mitglieder des Vereins, die Bewohner

und Besucher der Einrichtungen und deren

Angehörige, Freunde und Förderer der Diakonie

- Stadtmission und die vielen ehrenamtlichen

und angestellten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Sie alle wollen wir über die

Entwicklungen, Ereignisse und Angebote

der Diakonie - Stadtmission gut informieren.

Es ist uns wichtig aufzuzeigen, wie sich

die Angebote entwickeln, welche Tendenzen

und Veränderungen es gibt und welche

Arbeitsgebiete neu entstehen und erweitert

werden. Zudem wird es immer eine Übersicht

mit den aktuellen Terminen, Adressen

und Telefonnummern geben, die bisher

das Monatsblatt beinhaltete. Das Redaktionsteam

wünscht viel Freude beim Lesen!

Aus Vorstand und Geschäftsleitung

Der Vorstand der Diakonie - Stadtmission

Dresden lenkt, wenn auch oft verborgen,

den Weg des Vereins. Weil die Diakonie

immer stärker dem Markt der Anbieter

sozialer Leistungen unterworfen ist, die

Qualitätsanforderungen steigen, der Kostendruck

von Seiten der Kostenträger

höher wird und schnelle Veränderungen

im Hilfebedarf der einzelnen Menschen

erfolgen, überarbeitet der Vorstand zur

Zeit die Vereinssatzung.

Ziel ist es, in den Leitungsstrukturen

so qualitätsvoll, verlässlich und flexibel

handlungsfähig zu sein, wie es zur Erfüllung

der Aufgaben in der gegenwärtigen

und zukünftigen Zeit notwendig ist. Der

Vorstand wird der Mitgliederversammlung

im September Änderungsvorschläge zur

Satzung zur Beschlussfassung vorlegen.

Weil Pfarrer Lasch Anfang des Jahres

2009 eine andere Aufgabe in der sächsischen

Landeskirche übernehmen wird,

hat der Vorstand die Wiederbesetzung

der 2. Pfarrstelle mit einem neuen Profil

beschlossen. Ein neuer Pfarrer oder eine

Pfarrerin wird sich zukünftig insbesondere

der geistlichen Begleitung der Bewohnerinnen

und Bewohner der verschiedenen

Einrichtungen, der seelsorgerlichen

Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und der theologisch-diakonischen

Weiterbildung widmen. Daneben wird eine

neue Stelle eines Personalmanagers mit

dem besonderen Schwerpunkt der Personalentwicklung

eingerichtet werden.

Im Jahr 2007 hat Frau Kultscher die Abteilung

Kinder, Jugend und Familie, Herr

Silbe den Bereich Bau und Invest und

Einladung

zur

Christoph Stolte

Pfarrer Stolte den Dienst des Direktors

neu übernommen. Um sich untereinander

besser kennen zu lernen und die Zusammenarbeit

zu fördern sind im Februar

dieses Jahres die Abteilungsleiter Frau

Walter, Frau Kultscher und Herr Heinisch,

die Leiter des Rechnungswesens Herr

Techert und der Bau- und Investabteilung

Herr Silbe gemeinsam mit Pfr. Lasch,

Herrn Schwaiger und Pfr. Stolte zwei Tage

in Klausur gewesen. Im sehr intensiven

Gespräch standen die Ziele der Abteilungen

und der Geschäftsleitung und die

daraus folgenden Arbeitsschwerpunkte

des Jahres 2008 um Mittelpunkt.

Es waren sehr wertvolle Tage der Teambildung

auf der Leitungsebene der Diakonie - Stadtmission

Dresden.

Christoph Stolte

Mitgliederversammlung

des Diakonischen Werkes -

Stadtmission Dresden

Montag, 15. September 2008

18.00 Uhr

Hauptgeschäftsstelle

Glacisstraße 44 in 01099 Dresden

Inhalt:

AN(GE)DACHT 2

Die Frau für den Aufbau 4

Ganztagsangebote 5

Auszeichnung unserer

Pflegemanagerin 5

Mehr Licht, mehr Raum 6

„Die Nächstenliebe schwimmt

gegen den Strom“ 8

Manchmal muss ich mich

suchen gehen 11

Das Baby verstehen 12

Besser mit Nächstenliebe 13

Was bringt man mit aus Rumänien? 14

Angebote der Diakonie - Stadtmission

Dresden 17-20

Buchtipp 17

Bikes 4 Kids 19

genau.so. anders 20

Angebote und Termine 20


Die Frau für

den Aufbau

Dagmar Zimmermann wird Leiterin

einer Kindertagesstätte. Ich traue

meinen Ohren nicht. Diese Powerfrau

und Substanz gewordene Wohnungslosenhilfe

kann ich mir nur im Niklashof

vorstellen! Diesen Arbeitsbereich hat

sie seit 1994 aufgebaut und geprägt.

Sie lacht in mein fragendes Gesicht

und ich merke, dass ich wieder mal

der Versuchung aufgesessen bin,

jemanden in eine Schublade zu stecken.

Dabei ist ihr die Arbeit in Kindertagsstätten

durchaus nicht fremd. Zu

Beginn ihres Berufsweges arbeitete

sie in dem integrativen Kindergarten,

in dem auch eines ihrer (inzwischen

drei) Kinder ging. Privat engagierte

sie sich als Pflegemutter. Als wir über

die kinderlose Gesellschaft, über die

Gewohnheit der Bevormundung von

„Minderjährigen“ und über die fehlende

Kinderlobby diskutieren, blitzt

ihre Kämpfernatur auf. Sie möchte

einen geschützten Raum für Kinder

bereithalten, indem Kinder „für voll“

genommen werden. Das ist ihr eigener

Anspruch an den Umgang mit Kindern

und dies erwartet sie auch von den

Teamkolleginnen und Teamkollegen.

Ihr bisheriges Engagement in der

Diakonie - Stadtmission Dresden hat

es bewiesen: Ihrem Wollen folgen

Taten. So war ihrem Wechsel aus der

Wohnungslosenhilfe in den Bereich

Kindertagesbetreuung eine reifliche

Überlegung vorausgegangen. Ich

wünsche Dagmar Zimmermann einen

guten Start in das nächste Aufbauprojekt,

denn die Kindertagesstätte auf

der Eberswalder Straße 10, Dresden

Neustadt öffnet am 1. Juni 2008 ihre

Pforten.

Martin Lembcke

Mitarbeitereinführungsseminar

Ab September wird es mehrmals pro

Jahr Mitarbeitereinführungsseminare

geben. Zu dieser eintägigen Veranstaltung

werden die jeweils in den vorangegangenen

Monaten neu eingestellten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen.

Im Mittelpunkt wird das Leitbild

der Diakonie - Stadtmission Dresden, die

Inhalte des diakonischen Auftrages und

die Tradition der Stadtmission stehen.

Dazu kommt eine Einführung in die Strukturen

des Unternehmens, die Vorstellung

der einzelnen Abteilungen mit ihren ver-

Neuer Elterntreff im Hechtviertel

Am 11.03.2008 konnte der neue Elterntreff

der Diakonie in den Räumlichkeiten des

Hechthaus e.V. in der Hechtstr. 32 eröffnet

werden. Dabei nutzte Direktor Christoph

Stolte die Gelegenheit, im Pressegespräch

auf die Notwendigkeit von Kooperationen

und Vernetzung in einem der kinderreichsten

Stadtviertel Dresdens hinzuweisen.

Jeden Dienstag von 9.30 bis 12.00 Uhr

können Eltern, Großeltern und Kinder aus

dem Stadtteil in entspannter Atmosphäre

gemeinsam frühstücken, sich austauschen

und ihre Freizeit gestalten. Darüber hinaus

bieten die Mitarbeiter Beratung in Konflikten

und bei sozialen Problemen an.

„Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit

mit dem Hechthaus“, sagt Dirk

Lange, für den Elterntreff verantwortlicher

Sozialarbeiter der Diakonie - Stadtmission

Dresden. „Zusammen erreichen wir mehr

als jeder für sich allein.“

So soll es beim Welt-Kindertag und beim

Hechtviertel-Fest im Sommer gemeinsame

Aktionen von Diakonie - Stadtmission Dres-

schiedenen Arbeitsbereichen, der MAV

und weiterer grundlegender Themen.

Zudem lernen die neuen Kolleginnen und

Kollegen die Abteilungsleitungen und die

Geschäftsleitung persönlich kennen. Und

es begegnen sich Menschen ganz verschiedener

Arbeitsbereiche und Berufe,

die miteinander eine Dienstgemeinschaft

bilden.

Termine: 18. September 2008;

18. Dezember 2008; 9. April 2009

Christoph Stolte

den und Hechthaus geben.

Auch Heike Franke vom Hechthaus e.V.

begrüßt das neue Angebot: „Der Elterntreff

wird für unsere Stadtteilarbeit eine große

Bereicherung sein und wir freuen uns sehr,

dies in Zusammenarbeit mit der Diakonie

- Stadtmission Dresden realisieren zu

können“.

Dirk Lange

Das Erdgeschoss des Jugendhauses „E10“

hat sich nach umfangreichen Umbauarbeiten

zum neuen Kindergarten der Diakonie -

Stadtmission Dresden gemausert.

1. Ausgabe Juni 2008 4 5

Auszeichnung für unsere Pflegemanagerin

Die Pflegemanagerin der Diakonie - Stadtmission

Dresden Dr. Kathrin Engel wurde

am 25. Januar 2008 mit dem zum fünften

Mal verliehenen Pflegewissenschaftlichen

Förderpreis 2007 ausgezeichnet. Mit dieser

Auszeichnung der Marseille-Kliniken AG

werden Pflegewissenschaftler bedacht, die

mit ihren Arbeiten einen herausragenden

praxisrelevanten Beitrag zur Entwicklung

der Pflegeforschung geleistet haben.

Ihre Dissertationsarbeit „Qualität in stationären

Einrichtungen der vollstationären Langzeitpflege“

beschäftigte sich mit der Frage,

ob sich mit Hilfe eines strukturierten, einheitlichen

und systematischen Pflege-Assessments

die Pflegequalität verbessern lässt.

Dabei ging es besonders um eine genauere

Erhebung der Probleme und Potentiale der

Klienten und um eine verbesserte Pflegeplanung.

Als „Test“-Instrument diente das

international verwendete Resident Assessment

Instrument ( RAI 2.0 ). Die Ergebnisse

der Untersuchung haben gezeigt, dass sich

die Pflegequalität sowohl aus der Sicht der

Bewohner als auch der Mitarbeiter verbessern

lässt.

Inwieweit betrifft das nun die Diakonie

- Stadtmission Dresden?

Wegen der Entscheidung für die Fortführung

der in unseren Pflegeheimen seit

Jahren verwendeten Dokumentationssoft-

Ganztagsangebote

an der achten Grundschule in Pieschen

Seit dem zweiten Halbjahr 2007 bietet das

Team der mobilen Arbeit mit Kindern und

Familien die Ganztagesangebote „Entspannungsinseln“,

Pausenbetreuung und Bewegungstraining

an der achten Grundschule in

Dresden-Pieschen an.

Ein Wechsel von Anspannung und Entspannung

ist die Grundlage jeden Lernens.

Im Schulalltag zeigt sich die erforderliche

Rhythmisierung in Konzentrations- und Zerstreuungsphasen,

d. h. in Unterricht und

Pausen.

In den Pausen werden die Kinder in Bewegung

gebracht und mit einfachen Mitmach-

Spielen motiviert, ihre soziale Kompetenz

und ihre Freude am aktiven Spiel zu entwickeln.

Dabei werden ebenfalls die motorischen

Fähigkeiten und die Aufmerksamkeit

geschult.

Dem Drang der SchülerInnen nach Bewegung

ist dabei genauso gerecht zu werden

wie der Suche nach Rückzugsorten. Unser

sozialpädagogisches Angebot beinhaltet von

daher auch begleitete Entspannungseinheiten

ware kam eine Umstellung auf das RAI nicht

in Betracht.

In den letzten zwei Jahren wurden aber von

den Pflegedienstleitungen und unter Federführung

von Fr. Dr. Engel für die Pflegeheime

und ambulanten Dienste der Stadtmission

verschiedene Assessmentinstrumente

entwickelt und in ein ( gutes ! ) internes

Qualitätsmanagement eingebunden. Das

Qualitätsmanagement in der Altenpflege

orientiert sich eng an den Anforderungen,

die sich aus unserem Leitbild sowie den

gesetzlichen Anforderungen ergeben. Letztgenannte

werden zunehmend anspruchsvoller

und mit der Verabschiedung des

Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes wird

Qualität in der Pflege noch stärker gesetzlich

forciert werden. Bei unseren Qualitätsaktivitäten

achten wir auf eine sinnvolle Auswahl

der Qualitätsmaßnahmen. Unser Ziel ist es,

dass nicht immer nur zusätzliche Instrumente

zum Einsatz kommen, sondern dass

sich neue – zumeist gesetzlich geforderte

– Verfahren mit den vorhandenen Qualitätsinstrumenten

ergänzen und diese, wenn

möglich, ersetzen. Das hilft uns, in unseren

Häusern mit hoher Qualität, angemessenem

Kosten- und Personalaufwand und

zukunftsorientiert „Besser mit Nächstenliebe“

zu arbeiten. Deshalb werden wir den

eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen.

Dass wir mit unserem internen Qualitätsmanagement

sehr gute Ergebnisse erreichen,

„Entspannungsinseln“

in Kleingruppen bis zu vier Kindern.

Folgende Elemente stellen dabei

Eckpunkte unserer Arbeit dar:

• Rituale zu Beginn und Ende

(Wunschkerze, Ärgerball, Redezeit usw. )

• Kreatives Gestalten (z. B. Malen, Basteln)

• Körper- und Sinneswahrnehmung stärken

(z. B. Traumreisen, Igelball-Massagen, Atemübungen)

Unsere Methoden haben sich den Bedürf-

die auch anspruchsvollen externen

Kontrollen standhalten, haben uns die

zahl- und vor allem erfolgreichen Qualitätsprüfungen

durch den MDK in den

letzten beiden Jahren gezeigt.

Damit konnten wir Fr. Dr. Engels

Dissertations-Ergebnisse erfolgreich

und ganz praktisch in unsere tägliche

Arbeit umsetzen und sind so letztlich

alle Nutznießer dieser Forschungsarbeit.

Wir freuen uns deshalb mit

ihr über die Auszeichnung. Herzliche

Gratulation!

Tobias Hein

nissen der Kinder entsprechend stets

verändert. So stellten wir beispielsweise

einen erhöhten Mitteilungsbedarf

bei den Kindern fest, der zur

Einführung der Redezeit führte.

Mit den Entspannungsinseln schaffen

wir eine aggressions- und stressfreie

Zone, in der sich die Kinder bewusster

wahrnehmen und intensiver erleben.

Entlastete SchülerInnen gehen entspannter

in den Unterricht zurück,

was wiederum Auswirkungen auf die

Lernerfolge des Einzelnen und das

Klima in der gesamten Klasse hat.

Dadurch erhöht sich die Qualität von

Schule insgesamt, da auch die LehrerInnen

eine deutliche Entlastung

erfahren.

Betreut werden die Angebote von

jeweils einem pädagogischen Mitarbeiter

und einer Praktikantin.

Dirk Lange


Mehr Licht, mehr Raum

Umbauprojekt im Altenpflegeheim Dresden-Plauen

Unter diesen Schlagworten lässt sich

ein umfassendes Umbauprojekt im

Altenpflegeheim Dresden-Plauen

zusammenfassen. Im Frühjahr 2008

wurden zwei Wohnetagen des Hauses

zur Verbesserung der gerontopsychiatrischen

Betreuung baulich verändert

und neu eingerichtet. Nutznießer werden

42 vor allem demenziell veränderte

Bewohner sein.

Das Altenpflegeheim Dresden Plauen

wurde erst in den 90er Jahren neu

gebaut. Nach den „damaligen“ ( das

klingt schon so lange her ) Verhältnissen

war es ein modernes Haus, dass jeder

Anforderung gerecht wurde. Aber die

Anforderungen haben sich inzwischen

eben sehr gewandelt. Neben der steigenden

Zahl der Menschen, die in

unseren Einrichtungen auf Hilfsmittel

wie Rollstühle oder Rollatoren angewiesen

sind, ist auch die Zahl der

Demenzkranken sprunghaft angestiegen.

Es ist inzwischen deutlich, dass

unsere stationäre Altenpflege sich

bereits heute intensiv mit der Betreuung

dieser Personengruppen beschäftigen

muss, um diese Menschen auch in

Zukunft gut versorgen zu können. Die

Pflege und Betreuung von an Demenz

erkrankten Menschen wird in unseren

Altenpflegeheimen zunehmend

zu einen wichtigen Schwerpunkt der

Versorgung.

Bundesweit gelten ca. zwei Drittel

aller Pflegeheimbewohner als demenzerkrankt.

In einzelnen Einrichtungen

der Stadtmission Dresden liegt dieser

Anteil noch höher. Zusammen mit den

Menschen, die unter verschiedenen

anderen geistigen Einschränkungen

leiden, die aber ein ähnliches

Erscheinungsbild zur Folge haben,

kann der Anteil erfahrungsgemäß

80% und mehr erreichen.

Demenz braucht mehr

Demenzkranken Menschen fällt es im

Verlauf der Erkrankung zunehmend

schwerer, sich in einer unbekannten

Umgebung zu orientieren. Da sie

sich häufig nur sehr schlecht oder

gar nicht erinnern können, kann die

eigentlich gewohnte Umgebung jeden

Tag wieder fremd sein. Wir kennen

von uns selbst: Je unbekannter einem

eine Umgebung vorkommt, desto

schneller wird man unsicherer, ängstlicher,

vorsichtiger. Je übersichtlicher

die Umgebung ist, um so sicherer

fühlt man sich.

An Demenz erkrankte Menschen benötigen

ausreichend Licht, um sich besser zurechtzufinden

können. Je mehr sie erkennen

können, um so sicherer fühlen sie sich.

Demenzkranke brauchen auch Platz für ihren

krankheitsbedingten Bewegungsdrang,

ohne dabei an zu viele Grenzen zu stoßen.

Viele demenzkranke Menschen sind nicht

gern allein. Was und wer sie früher waren

oder heute sind, können sie immer schlechter

erinnern. Der Kontakt zu anderen

Menschen, die Rolle eines Gegenübers, die

Reaktionen des Umfeldes auf die eigene

Person hilft Demenzkranken, sie selbst zu

sein.

Gemeinschaft fördern

Die Veränderungen im Altenpflegeheim

Dresden-Plauen wurden bereits seit Anfang

2007 geplant. Ende Februar 2008 konnte

dann mit den Arbeiten begonnen werden. Im

Mittelbau zwischen den beiden Wohnflügeln

wurde ein geräumiger und lichtdurchfluteter

Gemeinschaftsbereich geschaffen, der viele

von den beschriebenen Notwendigkeiten

für Demenzkranke ermöglicht.

Die Wände und Türen des bisherigen

Speiseraumes zum Flur hin wurden herausgenommen.

Damit entstand ein großer

Raum. Der nun offene Gemeinschafts- und

Speisebereich ermöglicht Durchblick und

Bewegungsfreiheit. Auf einmal können die

Bewohner in diesem Bereich richtige Runden

drehen, ohne an Türen oder Wänden zu

scheitern. Ein bisheriger Nebenraum wurde

nach dem Entfernen der Wand zu einer

zusätzlichen Sitzecke umgebaut. Durch das

jetzt sichtbare Fenster kann nun zusätzliches

Licht in den Bereich hineinfallen.

Die Wände sind ansprechend farbig gestaltet.

Mit Kontrasten an den richtigen Stellen

wurden Hingucker geschaffen, die den

Raum angenehm strukturieren, ohne dabei

wieder zu begrenzen.

Durch eine tresenartige Schreibtischkombination

wurde der „Dienstzim-

merbereich“ aus der Enge der bisherigen

Dienstzimmer herausgeholt und erweitert.

Vor den Umbauten konnte man im

Dienstzimmer wegen der relativen Enge

eigentlich nur bei offener Tür angenehm

arbeiten. Durch die offene Tür wurden aber

die dementen Bewohner regelrecht angelockt,

was das Dienstzimmer nun wieder

noch enger machte und konzentriertes

Arbeiten erschwerte. Die Mitarbeitenden

sind jetzt auch bei den unvermeidlichen

Schreibarbeiten durch die Tresenform des

Schreibtisches räumlich ein wenig abgegrenzt.

Sie werden von den dementen

Bewohner/innen gesehen und als präsent

erlebt, bleiben aber ungestörter als im früheren

Dienstzimmer.

Inzwischen wird die räumliche Umgestaltung

von den Adressaten, den an Demenz

erkrankten Menschen, gut angenommen

und ganz selbstverständlich genau so

genutzt wie erhofft und geplant.

Mit den neuen Sitzbereichen im Mittelbau

1. Ausgabe Juni 2008 6 7

und den bereits vorhandenen Sitzecken in

den Flügeln werden die Möglichkeiten für

die notwendige Betreuung der dementen

BewohnerInnen in kleinen Gruppen gut

nutzbar gemacht.

Nun geht es daran, für die neuen Sitzecken

ein Raumkonzept zu erarbeiten. Diese

Aufgabe werden die Mitarbeitenden

gemeinsam gestalten. Welche Farben sollen

zum Einsatz kommen? Welche Art Bilder

wird aufgehängt? Mit welchen Formen soll

gestaltet werden? Welche Schilder sind für

die Orientierung der BewohnerIinnen noch

erforderlich? Dabei sollen für die einzelnen

Bereiche themenbezogene Gestaltungen

gefunden werden. Denkbar sind zum

Beispiel die Themen Blumen, Berge, Tiere

oder Ähnliches. Pflegedienstleiterin Gabriele

Keil ist voller Lob: „Die Teams wollen bald

ein umsetzbares Konzept erstellen. Sie sind

sehr motiviert und stehen schon richtig

ungeduldig in den Startlöchern.“

Heimisch bleiben

In den Bewohnerzimmern wurden ebenfalls

Veränderungen vorgenommen.

Das Wichtigste sind wohl die neuen

Pflegebetten. Diese Betten ermöglichen

es, die Liegefläche auf eine sehr niedrige

Höhe zu verstellen. Damit kann die Gefahr

schwerer Verletzungen bei einem Sturz

aus dem Bett verringert werden. Ist aber

diese Gefahr geringer geworden, kann

der manchmal notwendige, aber rechtlich

immer schwierige Einsatz der Seitengitter

eingeschränkt werden.

Blick in den Gemeinschaftsraum vor dem Umbau Blick in den umgestalteten Gemeinschaftsraum mit mehr Bewegungsspielraum

durch die geöffnete Front

Durch Verlegung des Abstellraumes und

Wegnahme der Wände erhält der Gemeinschaftsraum

mehr Licht und Weite

Ein neuer Einbauwäscheschrank wird

in den Zimmern für ein verbessertes

Wohngefühl sorgen. Ansonsten sind außer

dem Nachtschrank und einer Kommode

keine weiteren Möbel für die Zimmer vorgesehen.

Auch die Wände sind eigentlich leer.

Der Tresenbereich vor dem Dienstzimmer

vermittelt Präsenz und Übersicht

Hier soll jeder neue Bewohner seine

eigenen und vertrauten Möbel und

Einrichtungsgegenstände mitbringen.

Dadurch kann eine private Umgebung

mit hohem Wiedererkennungswert

geschaffen werden, die auch an

Demenz erkrankten Menschen ein

Zu-Hause-Fühlen ermöglicht.

Bereit sein ist alles

Im Altenpflegeheim Dresden-

Plauen haben sich mittlerweile drei

Pflegefachkräfte zu Fachkräften für

gerontopsychiatrische Pflege spezialisiert.

Alle anderen Mitarbeitenden wurden

darüber hinaus in einer Fortbildung

zum Thema Gerontopsychiatrie auf

die sich verändernden Aufgaben vorbereitet.

Auch die Angehörigen der

BewohnerInnen nehmen die

Neuerungen zunehmend positiv auf.

Nachdem viele von ihnen anfänglich

sehr skeptisch gegenüber den

geplanten Veränderungen waren,

mehren sich jetzt die zustimmenden

Meinungsäußerungen. Die Heimleiterin

Frau Klein ist sich sicher, dass die

Unterstützung der Angehörigen weiter

wachsen wird, wenn sie die positiven

Auswirkungen für ihre hier wohnenden

Verwandten bei ihren Besuchen

erleben und erkennen können. „Wir

wollen den Angehörigen deshalb gern

das Konzept und die Umsetzung

noch einmal näher bringen. Dazu

wird gegen Jahresende, wenn wir

mit den Gestaltungen richtig gut

vorangekommen sind, ein weiterer

Angehörigenabend zu den Umbauten

und Veränderungen angeboten.“

Mit dem Umbau im Altenpflegeheim

Dresden-Plauen hat die Diakonie -

Stadtmission Dresden das erste Mal

in einem der „neuen“ Heime einen

Umbau in diesen Größenordnungen

direkt für gerontopsychiatrisch veränderte

Menschen gestaltet. Wenn

sich das gut bewährt und angenommen

wird, wird auch in den anderen

Heimen überlegt werden, wie die

Anforderungen für die Betreuung von

Dementen noch besser umgesetzt

werden können. Damit können wir

auch künftig eine sehr gute Belegung

unserer Häuser sichern helfen.

Tobias Hein


„Die Nächstenliebe schwimmt gegen den Strom“

Wir sind bereits mitten drin

im Wichernjahr. Der eine

oder andere hört es vielleicht

zu erstenmal, dass

Johann Hinrich Wichern

das Jahr 2008 gewidmet

ist. Am 21. April jährte sich

sein 200. Geburtstag.

Wichern ist in der Diakonie - Stadtmission

Dresden zumindest kein ganz

unbekannter mehr, seit es die Wichern-

Werkstatt der Diakonie - Stadtmission

Dresden in Freital gibt. Wer war dieser

Mann.

Am 21.04.1808 wurde er in Hamburg

geboren. Die Familie lebt in einfachen

Verhältnissen. Sein Vater entwickelte

sich vom Fuhrmann zum Notar. Seine

Mutter als energisch, praktisch und

fromm beschrieben, hatte das Heft zu

Hause in der Hand.

Eingeschult wurde er in eine Privatschule,

pädagogische Konzeption nach

Pestalozzi.

1818 wechselte er auf das Johanneum,

ein altehrwürdiges Gymnasium.

1824 verstarb sein Vater, der Sechzehnjährige

musste für den Unterhalt seiner

Familie sorgen.

1826 Abbruch des Johanneums, er

wurde Erzieher an einer Internatsschule,

nebenbei holte er das Abitur nach.

1828 mit Hilfe eines Stipendiums beginnt

er Theologie zu studieren, zunächst in

Göttingen, dann in Berlin. Hier lernte er

die Arbeit christlicher Kreise schätzen,

die sich besonders um die Armen kümmerten.

1832 beginnt er als Oberlehrer einer

Sonntagsschule der ev. Kirchengemeinde

St. Georg vor den Toren Hamburgs.

Hier lernte er die Elendsquartiere der

Vorstadt kennen. Bei vielen Hausbesuchen

lernte er die himmelschreiende

Armut, Wohnungslosigkeit, Verwahrlosung

und Verrohung der am Rande

der Gesellschaft lebender Menschen

kennen. Vor allem die in diesem Umfeld

aufwachsenden Kinder ließen ihn

nicht mehr zur Ruhe kommen. Für sie

muss etwas getan werden. Wenn die

Leute nicht mehr in die Kirche kommen,

muss die Kirche zu den Leuten gehen.

Das war revolutionär. Damit hat er sich

in kirchlichen Kreisen nicht nur Freunde

gemacht.

Johann Hinrich Wichern

( * 21.04.1808, † 07.04.1881)

Wichern setzt neue Prioritäten: Vor der unverzichtbaren

Seelsorge ist die unverzügliche

Leibsorge geboten. Die Liebe Gottes soll

nicht nur gehört, sondern vor allem erfahren

werden.

1833. Auf der Jahresversammlung zweier

Schulvereine sprach der fünfundzwanzigjährige

Wichern vor ca. 100 Leuten das Schlusswort

in einer Stehgreifrede. Er konnte die

Zuhörer von seiner Idee begeistern. Dadurch

brachte er viele private Unterstützer und Förderer

hinter sich.

Am 12. September gründete er eine Anstalt

zur Rettung verwahrloster und schwer erziehbarer

Kinder im Hamburger Vorort Horn. Bereits

am 31. Oktober zog er mit seiner Mutter

und seiner Schwester in ein altes Bauernhaus,

das bald unter dem Namen „Rauhes Haus“

bekannt wurde.

Bis zum Jahresende haben 12 Kinder und Jugendliche

in einer neuen Familie Heimat gefunden.

Viele weitere Anfragen veranlassten

Wichern schon bald über Erweiterungsbauten

nachzudenken. Das Grundstück gab es her.

So entstanden weitere Rettungshäuser, Werkstätten

und ein Betsaal.

Hier lebten, lernten und arbeiteten die Kinder

und Jugendlichen gemeinsam mit einem Betreuer

in ihren Familien.

Das alte Rauhe Haus

1835 heiratet Wichern seine erste Mitarbeiterin

Amanda Böhme. Er hatte sie längst zur

Hausmutter ersehen. Gemeinsam hatten sie

sieben Kinder.

1839. Die gelegentliche Anleitung der Betreuer

bei der Erziehung der Kinder reichte

nicht aus. Wichern entschloss sich, eine

pädagogisch-theologische Ausbildung anzubieten.

Damit war der Grund einer Diakonenausbildung

gelegt.

Wichern gelangt durch sein Wirken zu hohem

Ansehen in Kirche und Gesellschaft.

1842 bat Friedrich Wilhelm IV Wichern bei

der Konzipierung eines Mustergefängnisses

in Berlin-Moabit mitzuwirken, welches 1849

als Preußisches Mustergefängnis eröffnet

wurde. Dank dieser guten Zusammenarbeit

wurde er 1851 durch die preußische Regierung

Beauftragter für die Reform des Gefängniswesens.

1848 wurde in vieler Hinsicht ein denkwürdiges

Jahr. Wichern hielt auf dem ersten

evangelischen Kirchentag in Wittenberg eine

programmatische Rede, welche die Kirche

verändern sollte. Sein Wahlspruch darin

hieß: „Die Liebe gehört mir wie der Glaube“.

Also, die Nächstenliebe gehört untrennbar

an den Glauben. Durch diesen Anstoß

gründete sich noch im gleichen Jahr der

„Centralausschuss für Innere Mission der

deutschen evangelischen Kirche“. Daraus

entwickelte sich das Diakonische Werk, wie

wir es heute kennen.

Was Wichern in Hamburg begonnen hat,

blieb nicht ohne Folgen für Sachsen. Die

beiden Städte Dresden und Hamburg verband

nicht nur die Elbe, sondern das Modell

der Nächstenliebe sollte sich bald stromaufwärts

auch in Dresden etablieren. Die Idee

der Rettungshäuser und die dazu gehörige

pädagogisch-theologische Ausbildung der

„Brüder“, so nannte man die Erzieher in den

Familien, nahm 1868 die „Hauptversammlung

für innere Mission im Königreich Sachsen“

auf. Bereits 1869 zur Generalversammlung

wurde beschlossen, einen geeigneten

Kandidaten des Predigtamtes nach Hamburg

zu entsenden.

1870 wurde Emil Höhne für ein Jahr von

Dresden ins Rauhe Haus nach Hamburg geschickt,

um dort die Arbeit der Rettungshäuser

und die Ausbildung der „Brüder“ kennen

zu lernen.

1872 konnte mit dieser Arbeit im Gartengrundstück

Obergorbitz begonnen werden.

Hier wurde das Fundament der Diakonenausbildung,

wie sie später in Moritzburg fortgeführt

wurde, gelegt.

1881 stirbt Johann Hinrich Wichern nach

mehren Schlaganfällen und längerem Siechtum

am 7. April in Hamburg-Hamm, wo er

auch beigesetzt wird.

Aus heutiger Perspektive hat Wichern si-

1. Ausgabe Juni 2008 8

9

cherlich manche gesellschaftspolitische

Entwicklung, die sich aus der Industrialisierung

ergab, nicht erkannt und sehr einseitige

Schlüsse gezogen. Damit hat auch die Kirche

Chancen vertan, sich in der Tat hinter

die Entrechteten und an vielen Stellen der

Würde beraubten Arbeiter zustellen.

Es sei an dieser Stelle die Frage erlaubt:

Hinter wem steht tatsächlich die Kirche von

heute? Und für wen engagieren wir uns als

Christen in unserer Gesellschaft, in der es

nicht weniger soziale Verwerfungen gibt als

zu Wicherns Zeiten?

Dennoch ist es Wichern gelungen, den Einzelnen,

die verwahrloste Kinder und Jugendlichen

seiner Umgebung zukunftsfähig zu

machen. In den Familien der Rettungshäu-

oben:Unterrichtung der Zöglinge im Rauhen Haus

unten: Arbeitsraum für Knaben im Rauhen Haus

ser erfuhren sie Liebe und Vergebung.

Die tragende Kraft ist für Wichern die Liebe,

die aus dem Glauben kommt. Jedes Kind bekam

es als Willkommenswort zugesprochen

und durfte es auch hernach erfahren: „Mein

Kind dir ist alles vergeben. Sieh um dich

her, in was für ein Haus du aufgenommen

bist. Hier ist keine Mauer, kein Graben, kein

Riegel; nur mit einer schweren Kette binden

wir dich hier, du magst wollen oder nicht; du

magst sie zerreißen, wenn du kannst; diese

heißt Liebe und ihr Maß ist Geduld“.

(Quellen: Internet Wikipedia / Gerhard Wehr, Herausforderung

der Liebe – Johann Hinrich Wichern, Linear-Verlag

Bad Wildbad / Geschichte und Geschichten, -Textsammlung-

aus Anlass des 125 jährigen Jubiläum des Ev.-Luth.

Diakonenhauses Moritzburg e. V.)

Michael Mäthger

Leiter auf

„Teilzeit“

Michael Schulz heißt der neue Leiter

der Wohnungslosenhilfe. Sie finden ihn

im Niklashof, Hechtstraße 73. Er kennt

die Einrichtung bestens. Schon im Jahr

2002 begann er als Anerkennungspraktikant

in der Wohnungslosenhilfe,

damals noch auf der Georgenstraße 3.

Mit der Unterbrechung durch ein Jahr

Elternzeit arbeitete er im Treffpunkt

„Schorsch“, dem Kontaktangebot des

Arbeitsbereiches.

Um Freiraum für die Leitungstätigkeit

zu haben, hat er seine pädagogische

Arbeit deutlich reduziert. Dies

ist für ihn jedoch keine Entscheidung

für immer. Er wird das neue

Amt zwei Jahre begleiten. Ein schon

jetzt geplanter Umzug in eine andere

Region Deutschlands wird wieder Veränderung

bringen.

Bis dahin hat sich der Sozialpädagoge

vorgenommen, den kontinuierlichen

Betrieb der Einrichtung auszubauen.

Das werden keine spektakulären Visionen

sondern, es wird eher die Ordnung

der vielen kleinen Alltagsprozesse

sein. Für diese Aufgaben hat er 20

Wochenstunden zur Verfügung. Dies

ist nicht viel, aber doch ein Fortschritt,

denn bisher waren die Leitungsaufgaben

neben der Beratungsarbeit zu

erledigen. Michael Schulz möchte

auch Zeit in seine Familie investieren.

Daher kann er mit der halben Stelle gut

leben. Wir wünschen Gottes Segen in

Form starker Nerven, um die vielen

Erwartungen erfüllen oder umlenken

zu können, je nach dem…

Martin Lembcke


Ehrenamt tut gut

Ein Jahr Freiwilligenzentrale

Schon seit vielen Jahren sind Ehrenamtliche

in den unterschiedlichen

sozialen Einrichtungen der Diakonie

- Stadtmission Dresden tätig und

bereichern mit ihren Talenten, Fähigkeiten,

Geduld, Ausdauer sowie ihren

Ideen die soziale Arbeit und haben so

manches Angebot der Diakonie erst

möglich gemacht. Dies bedeutet nicht

nur eine Entlastung der Einrichtungen,

Bikes 4 Kids

„Es sollte doch möglich sein, für S. ein

neues schickes Fahrrad aufzutreiben.

Das ihre ist nun wirklich viel zu klein“

sagte ich zu meinem Kollegen nach

einem unserer mobilen Einsätze in

der Leipziger Vorstadt. Der Gedanke

reifte ein paar Tage und beim Blick in

den Fahrradkeller meines Wohnhauses

fielen mir ein paar Kinderräder

auf, die schon länger nicht bewegt

worden waren, da die Kinder nun

1. Ausgabe Juni 2008

sondern auch eine Verbesserung der Qualität.

So wird zum Beispiel in einem Altenpflegeheim

Zeit für längere Gespräche und

Spaziergänge mit den Senioren erst durch

Ehrenamtliche möglich und wertet das

Leben der Heimbewohner deutlich auf.

Auch im Leitbild der Diakonie Deutschland

steht: „ Wir sind eine Dienstgemeinschaft

von Frauen und Männern im Haupt- und

Ehrenamt.“ Im Idealfall sollen Haupt- und

Ehrenamtliche ohne Konkurrenz und Zwietracht

zusammen arbeiten, was natürlich in

der Praxis nicht immer einfach zu koordinieren

ist und viel Fingerspitzengefühl seitens

der Leiter und Ansprechpartner voraussieht.

Seit Mai 2007 kommen an Ehrenamt Interessierte

in die Freiwilligenzentrale, um dort

über mögliche Einsatzgebiete informiert,

beraten und vermittelt zu werden. Zeit nach

einem Jahr einmal Resümee zu ziehen. Seit

der Eröffnung haben ca. 150 Menschen

die Freiwilligenzentrale aufgesucht. Deutlich

wurde dabei immer wieder, dass sich

Menschen gern einbringen wollen, sich

engagieren und oft auch einfach soziale

Kontakte finden möchten, da ihnen zum

Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit zu

Hause „die Decke zu Hause auf den Kopf

fällt“. Nach einem ausführlichen Gespräch

in der Freiwilligenzentrale wurde dann eine

passende Stelle z. B. in einer Kindertagesstätte

oder einem Altenheim gesucht und

vermittelt. Manchmal war es jedoch schwierig

das Geeignete zu finden – nicht zuletzt

durch das mangelnde Interesse und Mitarbeit

so mancher diakonischer Einrichtung.

Dabei hat Ehrenamt eine lange Tradition in

Diakonie und Kirche. Wie auch im Leitfaden

für Ehrenamtliche geschrieben steht:

„Freiwillige schaffen einen Mehrwert. Sie

fördern Identität, Kultur und Image, Qualität,

Effizienz und Menschlichkeit, Kompetenzen,

Ressourcen und Arbeitsplätze von

schon größer sind. So wird es sicher einigen

anderen DresdnerInnen auch gehen, dachten

wir uns und die Aktion „Bikes 4 Kids“ war

geboren.

Unserem Aufruf in der Presse „Diakonie sucht

gebrauchte Räder“ Anfang März folgte in den

kommenden Wochen eine wahre Flut an Angeboten,

auch an Jugend- und Erwachsenenrädern,

so dass wir bald gespendete Räder an

die Wohngruppen Radeberger Straße und des

Oberen Kreuzweges weitervermitteln konnten.

Trotz bescheidenen logistischen Know-Hows

haben wir es dennoch geschafft, alle Spenden

entgegenzunehmen bzw. in Dresden und

Umland einzusammeln.

diakonischen Einrichtungen und Diensten.“

In diesem Sinne gewinnt Freiwilligenarbeit

nicht nur aufgrund der Bereitschaft vieler

Menschen sich sozial zu engagieren, sondern

auch im Hinblick knapper finanzieller

Mittel der Einrichtungen an Bedeutung.

Es ist eine Chance, über Freiwilligenarbeit

Menschlichkeit und Qualität im Umgang

mit Klienten und Bewohnern zu bewahren.

Dabei muss sich jedoch die Anerkennungskultur

von Ehrenamt in der Gesellschaft

sowie auch in den diakonischen Einrichtungen

weiterhin verstärken und verbessern.

Eine Möglichkeit der Anerkennung und des

Dankes soll der Ehrenamtstag im Oktober

2008 werden.

Als Koordinatorin der Freiwilligenzentrale

wünsche ich der Zusammenarbeit zwischen

Haupt- und Ehrenamtlichen Mitarbeitern

ein fruchtbares gemeinsames „an einem

Strang ziehen“ und gegenseitige Achtung,

Anerkennung und Bereicherung! Über rege

Nachfrage seitens der Einrichtungen wie

auch der an Ehrenamt Interessierten freue

ich mich auch im zweiten Projektjahr und

danke für die bisherige Zusammenarbeit

mit einigen Einrichtungen in den vergangenen

Monaten! Dabei seien das Altenpflegeheim

Klotzsche und die Kindertagesstätten

besonders hervorgehoben. Ihnen weiterhin

viel Freude und Kreativität in der Freiwilligenarbeit

und einen bereichernden Sommer!

Astrid Lorenz,

Freiwilligenzentrale der Diakonie Dresden,

An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden,

Telefon: 0351/48 19 65 96,

E-Mail: freiwilligenzentrale.dresden@evlks.de

Jetzt ging es an das „Flottmachen“ und das

Verteilen der Räder. Während Mitarbeiter der

Sächsischen Bildungsakademie für Bauwesen

GmbH dabei halfen, das ein oder andere

Rad verkehrstauglich zu machen, starteten

wir zwei Verteilaktionen: am 8. April auf dem

„Hansahof“ und am 10.April im „Jägerpark“.

Insgesamt fanden so bisher 15 Räder einen

neuen Besitzer oder Besitzerin. Da der Pool

an gespendeten Fahrrädern damit noch

nicht erschöpft ist und wir weiterhin Räder

entgegen nehmen, wird die Aktion „Bikes 4

Kids“ bei uns und bei den beschenkten Kindern

sicherlich nicht so schnell verklingen.

Claudia Thees

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„Manchmal

muss ich

mich suchen

gehen ...“

Einladung zum Pilgern

Liebe KollegInnen, nachdem mehrere MitarbeiterInnen

aus verschiedenen Stadtmissionen

und Diakonischen Werken in den

letzten Jahren den Ökumenischen Pilgerweg

gegangen sind, möchten wir nun im Herbst

2008 einen neuen Pilgerweg angehen.

Das Pilgern als eine Form der geistlichen

Weiterbildung hatte für alle Beteiligten

zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Nun möchten wir den Kreis neu öffnen und

die Erfahrung mit anderen teilen.

Die Tage des gemeinsamen Pilgerns waren

immer geprägt von intensiven Erfahrungen

mit anderen und mit mir selbst.

Jede/r konnte für sich und mit anderen

zurückblicken, Lebens- und Arbeitszeit

reflektieren und verarbeiten.

Wir verbrachten Zeiten der Stille, Besinnung

und Meditation – meist in Kirchen am Weg,

aber auch unterwegs oder abends in geselliger

Runde.

Überhaupt bietet das gemeinsame Pilgern

viel Abwechslung und Unterhaltung – wir

haben Zeit füreinander – das tut sehr gut.

Auf der anderen Seite habe ich jederzeit die

Gelegenheit alleine zu sein, zu schweigen,

zu beten und mich selbst wahrzunehmen.

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KLEINES KIRCHENLEXIKON

KLEINES KIRCHENLEXIKON

Trinitatis (so heißt der Sonntag nach Pfingsten)

Nachdem die Gemeinde der ersten Christen

zu Pfingsten mit der Kraft des Heiligen Geistes

beschenkt worden ist, spricht man vom

dreieinigen Gott: dem Vater, dem Sohn und

dem heiligen Geist.

Doppelpunkt:

Ein Tisch mit 3 Beinen kippelt nicht. Er steht

stabil, sogar auf unebenem Gelände. So kann

der Glaube an den dreieinigen Gott für mich

zu einem stabilen Fundament werden, auch

in den Unwegsamkeiten meines Lebens.

Johannistag (der 24. Juni)

Dieser Tag geht auf den Täufer Johannes

zurück, den Elisabeth, die Tante der Maria,

ein halbes Jahr vor Jesus gebar (Lukasevangelium

1, 39 ff). Er war als junger Mann ebenfalls

in Palästina als Prediger unterwegs. Er

hat Jesus im Jordan getauft und bezeichnete

sich selbst als Boten, welcher auf Christus

hinweist. (Matthäusevangelium 3).

Doppelpunkt:

Ob ich Hinweise ernst nehme oder ignoriere,

die Konsequenzen trage ich in jedem Fall. So

kann ich dankbar sein für alle Hinweise auf

den lebendigen Herrn und gute Entscheidungen

fällen.

Die Teilnehmer gestalten die Inhalte selber –

jede/r bringt was mit:

Lieder, Texte, Geschichten, (Stunden-)

Gebete, Psalmen, Gesänge ...

Und so entwickelt sich mit den Tagen, mit

der Zeit, eine Gemeinschaft die trägt,

in der ich aber auch auf den anderen angewiesen

bin.

In der ich allein oder mit anderen nach vorne

blicken kann, Visionen und Ideen entwickeln

kann – nicht nur mit dem Kopf, sondern mit

dem ganzen Körper.

„Manchmal muss ich mich suchen gehen,

damit ich nicht ersticke

im Berg der Arbeit.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,

damit ich wieder glauben kann

in den Zweifeln meiner Nächte.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,

damit ich mich wieder höre

in der Wirrnis der Stimmen.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,

damit ich mich wieder öffne

für die Welt, für den anderen, für Gott.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,

damit ich wieder ich selber bin

und nicht nur ein Schatten.“

H. Neubauer

Wer Interesse am gemeinsamen Pilgern hat, meldet

sich bitte, bei:

Thomas Chwoika

Mobile Arbeit mit Kindern und Familien

Telefon: 0351/899 603 13

E-Mail: soja.kinder@diakonie-dresden.de

Diakonie (Sozialwerk der evangelischen

Kirche)

Das Wort kommt vom griechischen

diakonia und bedeutet so viel wie

Dienst. Nach der Auferstehung Jesu

zu Ostern fand die Freude der ersten

Christen darin ihren Ausdruck, dass sie

Gott lobten mit Gebeten und Gesängen

(leiturgia = Liturgie). Nach der Ausgießung

des Heiligen Geistes zu Pfingsten

bekamen sie den Mut und die Kraft,

das Erlebte weiterzusagen (martyria =

Zeugnis). Als sie dann voller Missionseifer

ihre Witwen und Waisen ungleich

behandelten, wählte man 7 Diakone

(diakonos), welche sich den sozialen

Aufgaben in der Gemeinde widmeten.

Doppelpunkt:

Diese drei Erscheinungsformen der

christlichen Gemeinde sind wie drei

Grundpfeiler des christlichen Lebens in

Kirche und Gemeinde, sowie im persönlichen

Leben (persönliches Gebet,

Verkündigung an andere, sozialer

Dienst). Auch wenn die Akzente zeitlich,

personell oder territorial unterschiedlich

gesetzt werden können,

gehören sie untrennbar zusammen.

Himmelfahrt (der Donnerstag 10 Tage vor dem

Pfingstfest)

Das Fest selbst, welches in der Kirche

erst ab dem 4. Jahrhundert als eigener

Feiertag gefeiert wird, geht zurück

auf die letzte Begegnung der Jünger

Jesu mit dem Auferstandenen. 40 Tage

nach Ostern versammelte dieser seine

Jünger auf einem Berg, wo er ihnen

sein Vermächtnis gab. Sie sollen seine

Botschaft in der ganzen Welt verbreiten

und die Menschen taufen „auf den

Namen des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes“ (Matthäusevangelium

28, 16-20). Er versprach

den Heiligen Geist als Tröster. Dieser

wird ihnen Lebenskraft und Mut zum

Zeugnis geben. Nachdem er versprochen

hatte, bei ihnen zu bleiben „alle

Tage bis an der Welt Ende“, wurde er

für die Umherstehenden unsichtbar. Er

wechselte von der Schwere des irdischen

Lebens in die Leichtigkeit der

himmlischen Welten. Im Glaubensbekenntnis

heißt es: „Er sitzt zur Rechten

Gottes“. Deshalb ist Himmelfahrt der

Tag des Herrn, der nun alle Macht hat

„im Himmel und auf Erden“.

Doppelpunkt:

Die Gestaltung dieses Tages lässt

sich optimieren mit dem Wissen, dass

dieser Tag ursprünglich der Nähe Jesu

Christi zu uns gilt. Ein Vater findet leicht

eine gute Alternative zu den zweifelhaften

Riten des sog. Vatertages.

Rolf Thielemann


An die Luft gesetzt

„Was soll der Scheiß hier? Ich will nach

Hause.“ „Kann ich auch länger bleiben?

Hier gefällt es mir.“ Je nach Zugang waren

das die Wahrnehmungen der Jungen,

als sie eine Stunde allein im Wald sein

sollten um zwei Fragen für sich zu beantworten:

„Was will ich zurücklassen? Was

will ich als nächstes erreichen?“

Das Leben in der Stadt ist rasant und

eindrucksvoll. Neue Wege, neue Lebensabschnitte

und neue Sichtweisen entstehen

oftmals nebenbei und unbewusst.

Der Einzug in den ersten eigenen

Wohnraum stellt im Leben eines jungen

Menschen einen gewaltigen Entwicklungssprung

dar. Für die Jungen und

die Pädagogen war dies das Thema des

diesjährigen Wintercamps. Der dreitägige

Rückzug in die Sächsische Schweiz

war der Versuch, diesen Schritt bewusst

zu setzen.

Für die Jungen ist der Auszug besetzt mit

einem Gewinn an Eigenständigkeit, Freiheit

und privatem Rückzugsraum. Aber

auch Unsicherheiten, Ängste und viele

Fragezeichen sind mit diesem behaftet.

Die drei Tage unter „Männern“ in einer

Bergsteigerhütte auf der Ostrauer

Scheibe sollte eine Brücke bauen zwischen

dem Gefühl der neuen Freiheit

und den Unsicherheiten, die ein neuer

Lebensabschnitt beinhaltet.

Sehr hilfreich war ein ritualisierter Ablauf

der Tage, wobei drauf geachtet wurde,

dass ein ausgeglichenes Verhältnis

zwischen notwendigem Tagesablauf,

Arbeit und Entspannung vorhanden

war. Je nach eigener Empfindung und

Verfassung definierte jeder die Tätigkeiten

individuell. Bei allen entstand ein

Gefühl des gegenseitigen Respekts und

der Achtung der Privatsphäre. Themen

der eigenen Ernährung, Freundschaften

oder Umgang mit Suchtmitteln wurden

angesprochen. Die Jungen hörten

voneinander wann „Mann“ mutig und

„Mann“ mutlos war. Gerade im Umgang

mit Mädchen und Frauen war dies ein

zentrales Thema. Konnten wir auch nicht

abschließend alle Fragen und Unsicherheiten

aus dem Weg räumen, die Jungen

haben für sich eine Idee bekommen, welchen

Gewinn der eigene Wohnraum für

sie bedeuten kann und an welchen Stellen

Stolpersteine liegen. Martin Lembcke

Das Baby verstehen

Ein beweglicher Elternkurs

Nach der umfangreichen Vorbereitungs- und

Konzeptionsphase, fand in der Ev. Beratungsstelle

Schneeberstraße der über „die-

Gesellschafter.de“ geförderte erste Teil des

Projektes Elternkurs: „Das Baby verstehen“

statt. 7 Frauen und 2 Männer fanden sich

an zwei Samstagen während der Schwangerschaft

zum Hören, Reden, Fühlen in

einer sehr heterogenen Gruppe zusammen.

Informationen z. B. über die Entwicklung

und die Fähigkeiten des Ungeborenen/

des Babys und die Bindungsentwicklung

wurden sehr interessiert aufgenommen

und diskutiert. Sehr berührend, aber auch

spannend waren die Reflexionsrunden zur

eigenen Bindungsgeschichte und den Veränderungen

innerhalb der Partnerschaft.

Zum nachgeburtlichen Kurstag wurden die

Babys vorgestellt und es gab eine lebendige

Runde zu ersten Erfahrungen. Wie die

Beruhigung eines Babys gelingen kann und

was beim Wickeln zu beachten ist, wurde

aus gegebenem Anlass von der Hebamme

gezeigt. Drei Mütter entschieden sich für

das Feinfühligkeitstraining, welches individuell

bei ihnen zu Hause stattfand. Mit Hilfe

von Videotechnik wurde das Miteinander

von Mutter und Kind aufgenommen und in

einem 2. Termin gemeinsam ressourcenorientiert

ausgewertet.

Im Rahmen der szenespezifischen Straßensozialarbeit

zur Suchtprävention

waren wir Anfang des Jahres in verschiedenen

Jugendhäusern der Stadt Dresden

unterwegs, um gemeinsam mit den

Jugendlichen vor Ort bei Spiel, Spaß und

Wissensvermittlung das Thema Drogen

und ihre Wirkungsweise hinsichtlich von

Suchtgefährdung sowie gesundheitlichen

Gefahren zu bearbeiten.

Im „Brainstorming“ neue Wege finden

Unser Anliegen, auch werdende Eltern aus

sogenannten Risikogruppen in den Kurs

zu integrieren, funktioniert(e) gut – gegenseitiges

Lernen und Profitieren von unterschiedlichen

Lebenserfahrungen wurde von

den Teilnehmenden als bereichernd empfunden.

Der größte Teil der Gruppe wird

sich weiterhin regelmäßig in unserer Beratungsstelle

treffen, um sich über Fragen,

Probleme, Erfahrungen auszutauschen. Der

nächste Elternkurs beginnt im Juni 2008.

Martina Kleppisch

Dabei gab es viel neues für die Jugendlichen:

• eine Rausch-Rallye mit sogenannten

Rausch-Brillen (diese simulieren einen

Alkoholrausch von 1,5 Promille)

• einen Erste-Hilfe-Kurs für den Drogennotfall

• Flyer und Infomaterial

• unsere Saftbar mit vielen verschiedenen

alkoholfreien Cocktails

• diverse Spiele zur Wissensvermittlung

und Einschätzung der eigenen Suchtgefährdung

Im Nachgang kann gesagt werden, dass

wir über 300 Jugendliche in diesen Wochen

erreicht haben und bei den Jugendlichen

den einen oder anderen Denkanstoß hinterließen.

Seit März sind wir mit diesem Angebot

wieder stadtweit auf den Straßen und

Plätzen unterwegs, also an Orten, an

denen sich die Jugendlichen in ihrer Freizeit

treffen.

Martin Lembcke

1. Ausgabe Juni 2008 12 13

Besser mit

Nächstenliebe

Gedanken zum Leitspruch -

5 Jahre danach.

Die Zeit vergeht – der Leitspruch bleibt.

Bleibt er auch gültig oder nur auf dem

Schlüsselanhänger?

Bleibt er von Bedeutung oder bleibt er nur

zurück – irgendwo?

Immerhin, eine Gruppe von ca. 20

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat über

viele Monate bis Ende 2003 viel Kraft und

Zeit investiert, um ein geeignetes Leitbild

für die Diakonie - Stadtmission Dresden

zu entwickeln. Zwischendurch wurde die

Belegschaft auf dem Laufenden gehalten und

um Rückmeldung gebeten. Am 18.12.2003

dann wurde das Leitbild im gottesdienstlichen

Rahmen offiziell für alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Diakonie - Stadtmission

Dresden eingeführt und der Leitspruch veröffentlicht.

„Besser mit Nächstenliebe“

Nun gab es von Anfang an 2 Grundrichtungen

im Verständnis des Leitspruches. Sie wurden

damals diskutiert, aber sie bleiben bis heute

beide erhalten.

Zum einen im Sinne von: Wir sind „Besser,

weil wir mit Nächstenliebe“ arbeiten,

Rausch im Jugendhaus „No Addiction“

... ich bin der Saftladen der

Szenespezifischen Straßensozialarbeit

zur Suchtprävention

und ich habe im

Mai meinen 1. Geburtstag.

Meine ErfinderInnen hatten sich vor meiner

Geburt gedacht, dass ich für die Jugendlichen

der Stadt Dresden da sein soll.

Gemeinsam im Gottesdienst am Gründonnerstag 2008 in der Dreikönigskirche

zum anderen im Sinne von: Wir sind „Besser,

wenn wir mit Nächstenliebe“ arbeiten.

Die Kritik, die wir nach dem Verständnis

der Variante 1 ernteten, ist logisch. Denn so

verstanden ist es eher ein Werbeslogan, der

Kunden bringen soll. Er könnte vorgaukeln,

als bestünde die ganze Stadtmission nur

aus Nächstenliebe. Dabei weiß jeder, dass

Aushängeschilder noch nicht das sind, was

drin ist.

Das Verständnis nach Variante 2 ist ganz

anders. Hier geht es um eine Zielvorstellung.

Ja nun ... wie jetzt ... für die Jugendlichen

der Stadt? Was habe ich denn für Möglichkeiten,

wenn ich ein Laden für Säfte bin???

Welcher Jugendliche interessiert sich für

gesunde, einfache Säfte? Die Leute sagen

doch alle, dass Jugendliche immer nur

Mixery und Alkopops trinken. Da kann ich

doch nicht mithalten.

Außer ... ich biete meine Säfte als leckere,

bunte und preiswerte Cocktails an ... natürlich

alkoholfrei, weil die ja schließlich für die

Jugendlichen sein sollen.

Dazu frisches Obst, Trinkhalm und ein fetziges

Schirmchen am Becherrand ... das

muss die Jugendlichen doch ansprechen.

Dazu stehen dann meine ErfinderInnen mit

mir herum, die mit den Jugendlichen über

Suchtgefahren und so`n Zeugs reden.

Das war die Idee!

Und jetzt habe ich schon einige Einsätze

innerhalb des letzten Jahres mitgemacht

und stelle fest – die Jugendlichen mögen

mich! Und besonders auf Festen, wo gerne

Alkohol getrunken wird, kam ich bisher

erstaunlich gut an. Und darauf bin ich

stolz!!!

Martin Lembcke

„So wollen wir arbeiten“. Der Vorteil

dieses Verständnisses ist, dass das

ganze Leitbild damit auch dann gültig

bleibt, wenn wir es nicht schaffen, ihm

gerecht zu werden. Es ist eben Leitbild,

ein Bild, was uns leiten soll.

Mit diesem Verständnis bleiben wir

herausgefordert, uns damit zu beschäftigen,

was Nächstenliebe ist, woher sie

kommt und wie sie erlebbar gemacht

werden kann.

Und dass die Erscheinungsformen

der Nächstenliebe in den unterschiedlichen

Bereichen wie Beratung,

Pädagogik, Pflege, Therapie, Begleitung,

Verwaltung oder Leitungsverantwortung

entsprechend anders

konkret werden müssen, ist, so glaube

ich, einleuchtend. Und dennoch,

Nächstenliebe ist nicht eine Frage der

Methode, sondern der persönlichen

Haltung. Sie lässt sich nicht einbauen,

einschalten oder verordnen. Sie kann

sogar missverstanden werden. Darum

bleibt der Leitspruch von Bedeutung,

zunächst im Sinne des Zieles, dass wir

Nächstenliebe praktizieren wollen, …in

Gedanken, Worten und Werken. Und

beginnen muss damit jeder selbst.

Erst dann, …wenn irgendwann…,

unsere Klienten sagen: „Eure Arbeit ist

besser. Da erlebe ich Nächstenliebe“,

dann wäre es kein Aushängeschild

ohne Inhalt mehr, sondern die beste

Form aller Werbung überhaupt. Auch

das Verständnis nach Variante 1 wäre

dann gerechtfertigt. Ich denke, nur

so funktioniert es und macht es Sinn.

Oder sollte alle Arbeit am Leitbild von

Anfang an so gedacht gewesen sein?

Ihr/Euer Rolf Thielemann

P.S. Wenn uns das Leitbild weiter

bewegen soll, dann ist die DIAKONIE

Zeitung die Chance, etwas zu schreiben,

natürlich nur, ...was uns bewegt.

Wir bitten um weitere Beiträge zum

Thema Leitbild.


Mitarbeiter-Chor

Liebe Sängerinnen und

Sänger!

Sicherlich haben Sie zu unserem

Gottesdienst am Gründonnerstag

unseren Chor vermisst. Mit dem zeitigen

Ostertermin waren wir in der

Vorbereitungsgruppe regelrecht überrascht

worden, so dass für den Chor

keine Zeit blieb. Das soll sich wieder

ändern. Wir haben für die Leitung einen

Kantorenruheständler aus Dresden,

Gottfried Schiffner, gewinnen können.

Mit ihm wollen wir uns auf das Singen

im Adventsgottesdienst am 18.12.08

vorbereiten. Lassen Sie sich einladen

mitzusingen. Bei der Vielzahl der

Mitarbeiter sollten wir uns zu einem

stattlichen Chor zusammen finden

Die erste Probe

Montag, 03.11.08 / 16:00 Uhr

Georgenstr. 3 (Saal 2. OG)

Weitere Proben werden wir dann verbindlich

vereinbaren.

Wir freuen uns auf Sie / Euch

Weitere Informationen und Rückmeldungen über

Michael Mäthger (Telefon: 0351-2066015)

Einladung

zur Mitarbeit

Die Gottesdienste für ehrenamtliche

und hauptamtliche Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Stadtmission

jeweils am Donnerstag vor Weihnachten

und vor Ostern werden von einer

offenen Gruppe von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern verschiedener

Arbeitsbereiche vorbereitet. Vor jedem

Gottesdienst trifft sich die Gruppe ca.

dreimal. Es macht Freude, miteinander

über das nachzudenken, was uns

in Leben und im Dienst trägt.

Wer Interesse hat, sich daran zu beteiligen,

melde sich bitte bei Gunther

Krause, Telefon: (0351) 206 60 14.

Nach dienstlichen Möglichkeiten

erfolgt eine Freistellung für die Vorbereitungstreffen.

Christoph Stolte

Was bringt man

mit aus Rumänien?

Der Gedanke wurde im Juni 2007 bei der

Nagelkreuzverleihung in Stein/Dacia geboren.

Wie wäre es für meine suchtkranken

Beschäftigten im INTHIS Projekt der Diakonie

- Stadtmission Dresden, wenn sie zu

einem Arbeitseinsatz nach Rumänien fahren

würden? Was würde es ihnen bringen? Wie

werden sie die lange Fahrt und die bescheidenen

Unterkunftsbedingungen überstehen?

Im August 2007 wurde für INTHIS von der

ARGE Dresden eine Maßnahme der besseren

Art bewilligt – 12 Menschen sollten für

ein Jahr bei uns beschäftigt werden. Wir

hatten Zeit, um ihnen helfen zu können auf

ihrem Weg, der sie immer weiter von Alkohol

oder Drogen führen sollte. Zum Adventsgottesdienst

waren 17 INTHIS Mitarbeiter

anwesend. Die Rumänienarbeit der Stadtmission

wurde vorgestellt und es wurde für

die Anschaffung einer Milchkuh zur Versorgung

einer Romafamilie gesammelt. Meine

Leute waren interessiert, beim nächsten

Gruppengespräch kamen wir auf Rumänien

zu sprechen. Sie wussten, dass ich aus

Rumänien komme und ich konnte manche

Antwort geben.

Der Gedanke, mit INTHIS Leuten nach Rumänien

zu gehen, wurde Wirklichkeit. Ab Ende

Januar begann ich die Vorbereitung mit der

Frage, wer mitkommen möchte und welche

Arbeiten dort von uns gemacht werden könnten.

Aus dem Dresdner Projekt wollten fünf

Beschäftigte in Arbeitsgelegenheiten und

unser handwerklicher Anleiter mitfahren. Der

Jüngste war 25 Jahre alt und drogenabhängig,

der Älteste 58 Jahre alt und zu schweren

Arbeiten nicht mehr in der Lage.

Ein Platz war frei geblieben. Damit war Freiraum

da, für die Verwirklichung der nächsten

Idee. Im Radebeuler Projekt beschäftigten

wir einen jungen alkoholkranken Mann, dem

die Abstinenz, der Verzicht auf den sein

Leben begleitenden Alkohol, sehr schwer

fiel. Die täglich gemessenen hohen Alkoholwerte

ließen eigentlich keinen Platz für

Hoffnung. Und wenn doch? Hatte er eine

Chance, nach Rumänien mitzukommen, um

anders zu lernen auf Alkohol zu verzichten,

als auf der Psychiatriestation des Radebeuler

Krankenhauses? Als er auf der direkten

Frage spontan zusagte mitzukommen,

waren wir alle bewegt.

Schwierigkeiten kündigten sich an, Geldmangel

stellte die Fahrt in Frage: Lebensmittel-

und Geldspenden machten die

Verpflegung in Rumänien möglich. Und

alle Teilnehmer nahmen dafür Urlaub und

verzichteten in diesen Tagen auf ihre Aufwandsentschädigung

von der ARGE.

Nach fast 24 Stunden Fahrt kamen wir

erschöpft in Stein an. Im Begegnungshaus

brannten alle Lichter und obwohl es Mitternacht

war, warteten auf uns mit einem breiten

Willkommenslächeln Frank Roth und die

fürs Haus zuständige Praktikantin Franziska

Wenzel. Am nächsten Tag dämpften Kälte

und Dauerregen, Doppelstockbetten, Trinkwasser

vom Brunnen sowie Holzfeuer zum

wärmen von Luft und Wasser erst einmal

die Begeisterung. Die Lagebesprechung

zur Planung der anstehenden Arbeiten, die

Ernennung des Wasserträgers, des Feuermachers

und ein bißchen Ruhe für alle füllten

den Samstag aus. Am Sonntag fuhren

wir in die Schwarze Kirche nach Kronstadt.

1. Ausgabe Juni 2008 14

15

Die größte evangelische Kirche zwischen

Wien und Konstantinopel empfing uns mit

dem Gottesdienst in weichem siebenbürger

Deutsch. Danach sagte mir einer der Teilnehmer,

er habe nach 18 Jahren das erste Mal

wieder an einem Gottesdienst teilgenommen.

Mit der neuen Woche begannen die Arbeiten:

eine Decke, die auf Schilfgeflecht geputzt

werden musste, selbstgemischter Kalk statt

Dispersionsfarbe für die Wände, klamme

USB-Platten für den Fußboden im Aufenthaltsraum,

Bootslack der auch nach vier

Tagen nicht trocknen wollte, Grabsteine zum

Aufrichten auf dem sächsischen Friedhof, die

eigentlich „maximal 25 kg“ wogen, aber nur

von sechs Männern bewegt werden konnten,

100 Jahre alte Fenster mit vielen Verzierungen,

die ewig nicht gestrichen worden waren.

Die Beschaffung von Baumaterial und Farbe

war abenteuerlich. Die bei allen beliebte Antwort

der Projektleiterin, die auf Grund der

Sprachkenntnisse und mangels Baubegabungen

für die Materialbeschaffung zuständig

war, lautete: „Das gibt es hier leider

nicht!“ Fazit: Viel Arbeit !

Die verschiedenen Arbeiten, die wir in den

zwei Wochen erledigten, waren eigentlich

nicht schwer. Aber die Umgebung und

Umstände machten sie für jeden zu einer

Herausforderung. Prinzipiell fehlte es an fast

allen Werkzeugen, die wir nicht mitgebracht

hatten. Das hatte zur Folge, dass Kreativität

und Erfindergeist den Tag bestimmten.

Das brachte natürlich unsere sehr deutsche

Zeitplanung vollkommen durcheinander,

am Schluss war jedoch alles geschafft. So

wurden oft Sachen doch noch erledigt, wo es

vorher hieß, das geht nicht. Gelernt haben wir

als Team, es gibt nur wenige Sachen auf der

Welt, die nicht gehen. Die Fensterfarbe, die

nicht trocknen und fest werden wollte, überlisteten

wir mit einem zweiten Anstrich einer

anderen Farbmarke und zum Guten Schluss

lernten wir, dass man auch mit Schraubenschlüssel

und Axt die Dielen eines alten Fußbodens

entfernen kann.

Nach ein paar Tagen fragte mich Frank Roth

beim gemeinsamen Abendbrot in aller Öffentlichkeit:

„Adriana, liebst du mich? Ich möchte

gerne mit dem INTHIS Transporter die Kuh

abholen.“ Bekanntlich hat eine Kuh an einem

Ende Hörner und am anderen Ende stinkt

sie. Eine Kuh im INTHIS Bus der Stadtmission?

Ich schluckte, ließ die Frage nach der

Liebe unbeantwortet und sagte ja zum Kuhtransport.

Schließlich hatte im Adventsgottesdienst

die halbe Stadtmission für die Kuh

Geld gesammelt. Da konnte der Transport

nicht am Gestank scheitern. Eva, so heißt die

Kuh, wurde geholt, kam mit ihren rehbraunen

Augen und langen samtenen Wimpern

in Stein gut an und bewohnt jetzt den Stall

am Pfarrhaus. Auf jeden Fall wird sie nach

dem Kalben, Elvira, die Romafrau aus dem

Wohngemeinschaftsprojekt und ihre fünf zum

Teil behinderten oder entwicklungsverzöger-

ten Kindern mit Milch beliefern und zu ihrer

Versorgung beitragen.

Das Begegnungshaus in Stein trägt seinen

Namen zu Recht. Wir begegneten dort

zwei jungen Mädchen aus der Schweiz und

aus Deutschland, einem müden Wanderer

aus Hannover, der Schutz für eine Nacht

suchte, einer Gruppe von Studentinnen

und Studenten aus Hof, der rumänischen

Dorfnachbarin, Herrn und Frau Konnerth,

dem Kirchenkuratorehepaar, die uns täglich

mit frischer Milch versorgten, den Praktikantinnen

und dem Praktikanten von Copiii

Europei, die täglich Nachrichten brachten

und mit uns lachten. Wir begegneten auch

einander in unserer Gruppe neu. Jeder

trug auch für den anderen Verantwortung,

keiner drückte sich vor der Arbeit, gemeinsame

Zeit brachte Gemeinschaft. Der

schönste Satz, den ich in Stein hörte, war:

“Frau Teuber, hier lachen Sie viel mehr als

zu Hause.“ Er hat mir viel zu denken gegeben.

Alle anderen Eindrücke bestehen aus Bilder:

der blühende Pfarrgarten in der Mittagswärme,

die Kirchenburg in Deutschweißkirch

geschmückt zum Pfingstgottesdienst,

die über 500 Jahre alte Steiner Kirche in der

aufgehenden Sonne, das Coventry Gebet

am Freitag um 12.00 Uhr, das rund um

den Erdball in über 300 Nagelkreuzzentren

gesprochen wird, selbstgebackene Brötchen

zum Frühstück, die traumhafte Hügellandschaft

auf der Straße nach Weißkirch in

der Morgensonne.

Was hat am Ende dieser Fahrt jeder für

sich mitgenommen? Rumänienfahrten

sind Pilgerfahrten ähnlich. Jeder Teilnehmer

war auf dem Weg zu sich selbst. Die

Hier in Deutschland als arm geltende

Menschen haben festgestellt, dass sie

etwas zu verschenken haben – den

Einsatz ihrer Arbeitskraft zum Wohle

anderer. Gleichzeitig erfuhren sie,

dass Armut auch andere Gesichter

haben kann, weit entfernt von Zentralheizung,

Warmwasser und der monatlichen

Zahlung der ARGE. Alkohol

war für alle Teilnehmer kein Thema.

Die Gemeinschaft half auch dem auf

Entzug befindlichen Menschen ohne

größere Schwierigkeiten durchzukommen.

Er lebt jetzt abstinent und will es

auch mit aller Kraft bleiben.

Ich selber habe einen sonnigen Tag

mit kristallblauem Himmel und einer

leuchtenden Kirchenburg für immer

mitgenommen und fühle mich reich

beschenkt.

Adriana Teuber, Projektleiterin


Einrichtungen der Diakonie − Stadtmission Dresden

Bezeichnung Strasse PLZ Ort Telefon E-Mail

Altenhilfe

Altenpflegeheim „Bodelschwingh“ Freital Leßkestraße 12 01705 Freital (03 51) 6 48 60-0 altenpflegeheim.freital@diakonie-dresden.de

Altenpflegeheim „Friedenshöhe“ Radeburg Hospitalstraße 16 01471 Radeburg (03 52 08) 8 20 altenpflegeheim.radeburg@diakonie-dresden.de

Altenpflegeheim „Neufriedstein“ Radebeul Prof.-Wilhelm-Ring 28 01445 Radebeul (03 51) 8 31 03 - 0 altenpflegeheim.radebeul@diakonie-dresden.de

Altenpflegeheim „Ruheheim“ Dresden-Bühlau Hegereiterstraße 4 01324 Dresden (03 51) 2 63 31-0 altenpflegeheim.ddbuehlau@diakonie-dresden.de

Altenpflegeheim Dresden-Klotzsche Königsbrücker Landstraße 6 b 01109 Dresden (03 51) 88 23 50 altenpflegeheim.ddklotzsche@diakonie-dresden.de

Altenpflegeheim Dresden-Plauen Coschützer Straße 58 a 01187 Dresden (03 51) 4 02 10 altenpflegeheim.ddplauen@diakonie-dresden.de

Altenpflegeheim Ottendorf-Okrilla Fried.-Walter-Straße 2 01458 Ottendorf-Okrilla (03 52 05) 6 43-0 altenpflegeheim.ottendorf-okrilla@diakonie-dresden.de

Diakonie-Sozialstation Dresden Königsbrücker Landstraße 6 a 01109 Dresden (03 51) 8 80 42 77 sozialstation.dresden@diakonie-dresden.de

Diakonie-Sozialstation Freital mit Tharandt Leßkestraße 12 01705 Freital (03 51) 6 49 50 10 sozialstation.freital@diakonie-dresden.de

Diakonie-Sozialstation Ottendorf-Okrilla Fried-Walter-Straße 2 01458 Ottendorf-Okrilla (03 52 05) 64 55 03 sozialstation.ottendorf-okrilla@diakonie-dresden.de

Diakonie-Sozialstation Radebeul Prof.-Wilhelm-Ring 28 01445 Radebeul (03 51) 83 10 50 10 sozialstation.radebeul@diakonie-dresden.de

Beratungsstelle für Senioren und Angehörige

Dresden-Neustadt Glacisstraße 44 01099 Dresden (03 51) 81 72-3 21 seniorenberatung@diakonie-dresden.de

Dresden-Klotzsche Königsbrücker Landstraße 6 01109 Dresden (03 51) 8 80 42 87 seniorenberatung@diakonie-dresden.de

Betreutes Wohnen für Senioren

Dresden-Plauen Coschützer Straße 58 01187 Dresden (03 51) 40 21 - 1 00 altenpflegeheim.ddplauen@diakonie-dresden.de

Sozialarbeit

Allgemeiner sozialer Beratungsdienst /

Kirchenbezirkssozialarbeit Georgenstraße 1 - 3 01097 Dresden (03 51) 2 06 60 15 sozialberatung.nord@diakonie-dresden.de

Kontakt- und Beratungsstelle für wohnungslose

und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen Hechtstraße 73 01097 Dresden (03 51) 8 03 87 28 wohnungslosenhilfe@diakonie-dresden.de

Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen

in besonderen sozialen Schwierigkeiten Hechtstraße 73 01097 Dresden (03 51) 8 03 87 32

Psychosoziale Betreuung für

langzeitarbeitslose Menschen Georgenstraße 1-3 01097 Dresden (03 51) 2 06 60 20 betreuungsprojekt@diakonie-dresden.de

Telefonseelsorge 0800/1110-111/-222

Freiwilligenzentrale Dresden An der Kreuzkirche 6 01067 Dresden (03 51) 48 19 65 96 freiwilligenzentrale.dresden@evlks.de

Projekt „p. Brücke“ Georg-Palitzsch-Straße 2 01239 Dresden (03 51) 27 04 98 76

Psychiatrie

Suchtberatungs- und Behandlungsstelle

Dresden-Neustadt Glacisstraße 42 01099 Dresden (03 51) 8 17 24 00 suchtberatung.ddneustadt@diakonie-dresden.de

Suchtberatungs- und Behandlungsstelle

Dresden-Mitte Fetscherstraße 10 01307 Dresden (03 51) 4 46 89 77 suchtberatung.ddmitte@diakonie-dresden.de

Suchtberatungsstelle in der JVA Dresden Hammerweg 01127 Dresden (03 51) 2 10 32 93 suchtberatung.jva@diakonie-dresden.de

Integrationshilfen für Suchtkranke (INTHIS) -

Diakoniewerkstatt Königsbrücker Landstraße 6 a 01109 Dresden (03 51) 8 88 19 33 inthis@diakonie-dresden.de

Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle Dresden Alaunstraße 84 (Hinterhaus) 01099 Dresden (03 51) 8 04 66 06 pskb.dresden@diakonie-dresden.de

Ambulant Betreutes Wohnen für chronisch

psychisch kranke Menschen Dresden-Nord Alaunstraße 84 (Hinterhaus) 01099 Dresden (03 51) 8 04 67 08 bewo.alaunstrasse@diakonie-dresden.de

Ambulant Betreutes Wohnen für chronisch

psychisch kranke Menschen in Freital Kantstraße 7 01705 Freital (03 51) 6 41 10 50 ambulanteswohnen.freital@diakonie-dresden.de

Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle Freital Kantstraße 7 01705 Freital (03 51) 6 41 10 50 pskb.freital@diakonie-dresden.de

Sozialherapeutische Wohnstätte Freital für

chronisch psychisch kranke Menschen Otto-Dix-Straße 7 01705 Freital (03 51) 6 41 75 - 0 sozialtherapeutische.wohnstaette@diakonie-dresden.de

Außenwohngruppe für psychisch kranke

Menschen in Freital Otto-Dix-Straße 7 01705 Freital (03 51) 6 41 75 - 0 sozialtherapeutische.wohnstaette@diakonie-dresden.de

Hilfe für Menschen mit Behinderung

Wohnheim für Menschen mit Behinderung „Mätzold“

Außenwohngruppe für Menschen mit Behinderung

Ludwig-Hartmann-Straße 25 01277 Dresden (03 51) 3 17 94 29 wohnheim.maetzold@diakonie-dresden.de

Dresden-Leuben

Fortsetzung auf Seite 18

Mockethaler Straße 20 01257 Dresden (03 51) 3 17 94 29 wohngruppe.ddleuben@diakonie-dresden.de

Buchtipp

Psychische Gewalt gegen Kinder

Bewusstsein und Sensibilität Professioneller der

Kinder- und Jugendhilfe für psychische Gewalt in der

familiären Erziehung

Kinder haben in Deutschland nach § 1631

Abs. II Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ein

Recht auf gewaltfreie Erziehung. Darunter

werden vom Gesetzgeber seit dem

Jahre 2000 auch seelische Verletzungen

gefasst. Doch ist dieses Verbot bekannt

bzw. was wird darunter verstanden? Was

lässt sich als Psychische Gewalt gegen

Kinder im familiären Kontext bestimmen

und inwieweit von vertretbaren

Erziehungsmaßnahmen abgrenzen?

In vorliegender Arbeit wird der

im Vergleich zu anderen Formen

der Kindesmisshandlung geringe

Erkenntnisstand über Psychische Gewalt

gegen Kinder in der familiären Erziehung

zusammengefasst. Dabei wird neben

der Diskussion über eine Definition und

über teils subtile Formen psychischer

Gewalt vor allem das Ausmaß dieser

Gewaltform deutlich. Außerdem beabsichtigt

der Autor anhand einer empirischen

Untersuchung einen Eindruck

speziell darüber zu bekommen, wie die

Einstellung und das Verständnis von

psychischer Gewalt bei Professionellen

der Kinder- und Jugendhilfe ausgeprägt

ist und welche Folgen damit verbunden

sind.

Xaver Herrmann, Dipl.

Sozialarbeiter/-pädagoge (FH):

Studium an der Kath. Hochschule

für Sozialwesen Berlin (KHSB) mit

Schwerpunkt Familie, Gewalt und

Jugendhilfe.

Zurzeit pädagogischer Mitarbeiter

des Kinder- und Jugendhauses

Pixel.

Die vorliegende Publikation richtet sich

nicht nur an professionelle Mitarbeiter

der Kinder- und Jugendhilfe, sondern

ebenso an Eltern oder andere

Personen, die mit der Erziehung von

Kindern und Jugendlichen betraut

sind, um ihre Aufmerksamkeit auf eine

bisher zu wenig beachtete und diffuse

Gewaltform zu richten.

Produktinformation

• Broschiert: 116 Seiten

• Verlag: Vdm Verlag Dr. Müller

(März 2008)

• ISBN: 978-3-8364-6679-0

1. Ausgabe Juni 2008 16 17

1. Ausgabe Juni 2008


Bezeichnung Strasse PLZ Ort Telefon E-Mail

Außenwohngruppe für Menschen mit

Behinderung Freital Richard-Wagner-Straße 9 01705 Freital (03 51) 6 41 73 58 wohngruppe.freital@diakonie-dresden.de

Außenwohngruppe für Menschen mit

Behinderung in Reinhardtsgrimma Zum Steinkreuz 5 01768 Reinhardtsgrimma (03 50 53) 4 86 28 wohngruppe.reinhardtsgrimma@diakonie-dresden.de

Ambulant betreutes Wohnen Im Ambulanten

BehindertenZentrum / Außenstelle Freital Kantstraße 7 01705 Freital (03 51) 6 49 50 12 abw.freital@diakonie-dresden.de

Wichern-Werkstätten für behinderte

Menschen in Freital Otto-Dix-Straße 5 01705 Freital (03 51) 6 48 85 31 wichern.werkstaetten@diakonie-dresden.de

Förder- und Betreuungsbereich Freital Otto-Dix-Straße 5 01705 Freital (03 51) 6 48 85 31 wichern.werkstaetten@diakonie-dresden.de

Ambulantes BehindertenZentrum ABZ in

der Dreikönigskirche Hauptstraße 23 01097 Dresden (03 51) 5 63 32 00 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Beratungsstelle Hauptstraße 23 01097 Dresden (03 51) 5 63 32 00 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Begegnungsstätte Hauptstraße 23 01097 Dresden (03 51) 5 63 32 01 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Bildungsstätte Hauptstraße 23 01097 Dresden (03 51) 8 10 44 95

(03 51) 5 63 32 02 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Ambulant betreutes Wohnen Hauptstraße 23 01097 Dresden (03 51) 81 19 13 37

(03 51) 81 19 13 44 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Assistenzdienst Hauptstraße 23 01097 Dresden (0351) 5 63 32 00 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Schulung in Orientierung & Mobilität Hauptstraße 23 01097 Dresden (03 51) 5 63 32 00

(03 51) 5 63 32 02 behindertenzentrum@diakonie-dresden.de

Kinder, Jugend und Familie

Evang. Ehe-, Lebens- und Familienberatung,

Erziehungs- und Schwangerschaftsberatung Dresden Schneebergstraße 27 01277 Dresden (03 51) 3 15 02 0

(03 51) 3 15 02 12 bstdresden.leitung@diakonie-dresden.de

Evang. Ehe-, Lebens- und Familienberatung,

Schwangerschaftsberatung Radebeul Hainstraße 2 01445 Radebeul (03 51) 8 30 87 50

(03 51) 8 30 69 25 bstradebeul.leitung@diakonie-dresden.de

Familienberatung der Diakonie Paul-Büttner-Straße 2 01705 Freital (03 51) 6 46 32 89

(03 51) 6 46 32 90 bstweisseritzkreis.leitung@diakonie-dresden.de

Pflegeelternberatung Georgenstraße 1-3 01097 Dresden (03 51) 2 06 60 10

(03 51) 2 06 60 12 bst.pflegeeltern@diakonie-dresden.de

Evangelische Kindertagesbetreuung

Evang. Kindertageseinrichtung „Dreikönigskinder“ Oberer Kreuzweg 1 01097 Dresden (03 51) 8 04 56 04

(03 51) 89 96 00 34 evkitaok1.leitung@diakonie-dresden.de

Evang. Kindertageseinrichtung „Eberswalder Str.“ Eberswalder Straße 10 01097 Dresden (03 51) 4 04 53 43

(03 51) 4 04 53 42 evkita.eberswalderstr.leitung@diakonie-dresden.de

Evang. Kindertageseinrichtung „Hasenkuhle“ Hutbergstraße 1 01326 Dresden (03 51) 2 63 09 71

(03 51) 2 63 09 72 evkitarochwitz.leitung@diakonie-dresden.de

Hort der 61. Grundschule „Heinrich Schütz“

Dresden-Rochwitz Hutbergstraße 2 01326 Dresden (03 51) 2 64 01 70

(03 51) 2 63 09 72 evkitarochwitz.leitung@diakonie-dresden.de

Evang. Kindertageseinrichtung „Himmelsblau“ Leisniger Straße 70 01127 Dresden (03 51) 8 43 53 94

(03 51) 8 43 53 96 evkitaleisnigerstr.leitung@diakonie-dresden.de

Evang. Kindertageseinrichtung „Senfkorn“ Georgenstraße 3 01097 Dresden (03 51) 7 96 63 33

(03 51) 7 96 63 34 evkitageorgenstr.leitung@diakonie-dresden.de

Evang. Kindertageseinrichtung Radebeul Riesestraße 3 01445 Radebeul (03 51) 8 30 63 80

(03 51) 6 56 31 26 evkitaradebeul.leitung@diakonie-dresden.de

Stationäre Kinder- und Jugendhilfe

Kinderhaus „RABE“ (Heilpädagogische

Wohngruppen und Intensivwohngruppen) Radeberger Straße 53 01097 Dresden (03 51) 2 81 66 32

(03 51) 2 81 60 03 stationaerekjh.leitung@diakonie-dresden.de

Wohngruppen Oberer Kreuzweg Oberer Kreuzweg 5 01097 Dresden (03 51) 8 02 64 51

(03 51) 8 02 64 52 stationaerekjh.leitung@diakonie-dresden.de

Ambulante Kinder- und Jugendhilfe

Mobile Jugendarbeit Dresden-Neustadt Eberswalder Straße 10 01097 Dresden (0351) 89 96 03 10 e10.koord.@diakonie-dresden.de

Mobile Jugendarbeit Dresden-Pieschen Eberswalder Straße 10 01097 Dresden (0351) 89 96 03 10 e10.koord.@diakonie-dresden.de

Mobile Arbeit mit Kindern und Familien Eberswalder Straße 10 01097 Dresden (0351) 89 96 03 10 e10.koord.@diakonie-dresden.de

Modellprojekt „Jungenarbeit“ Eberswalder Straße 10 01097 Dresden (0351) 89 96 03 10 www.soja-dresden.de

Fortsetzung auf Seite 19

(03 51) 8 10 53 59 jungenarbeit@diakonie-dresden.de

1. Ausgabe Juni 2008 18

19

Idee: D. Zimmermann, Illu: L. Wolff

Jugendhaus „PEP“

Rudolf-Bergander-Ring 5, 01219 Dresden

(0351) 2 02 84 93 oder (03 51) 2 70 58 01

www.soja-dresden.de

pep.koord@diakonie-dresden.de

Kinder- und Jugendhaus „Pixel“

Elsterwerdaer Straße 21, 01239 Dresden

(0351) 2 85 99 17 oder (03 51) 2 85 99 15

pixel.koord@diakonie-dresden.de

Abenteuer Bauspielplatz Prohlis

Elsterwerdaer Straße 21, 01239 Dresden

(0351) 2 85 99 18

(03 51) 2 85 99 15

asp.koord@diakonie-dresden.de

Szenspezifische Straßensozialarbeit

Eberswalder Straße 10, 1097 Dresden

(0351) 8 03 09 28

e10.koord.@diakonie-dresden.de

Flexible Hilfen

Elsterwerdaer Straße 21, 1239 Dresden

(0351) 2 85 99 20

flexiblehilfen.e21koord@diakonie-dresden.de

Sozialpädagogisch betreutes Familienwohnen

Auf der Höhe 4, 1326 Dresden

(0351) 26 66 99 15

familienwohnen.gdh@diakonie-dresden.de

Arbeitsweltbezogene Sozialarbeit

Königsbrücker Landstr. 6a - Haus 2

01109 Dresden

(03 51) 8 88 94 09 oder 8 88 72 46

arbeitswelt.leitung@diakonie-dresden.de

ZUGEZWINKERT

Arbeitsgelegenheiten mit Werkstattcharakter

( Jugendwerkstatt )

Königsbrücker Landstraße 6a - Haus2

01109 Dresden

(03 51) 8 88 96 17 oder 8 88 72 46

jugendwerkstatt@diakonie-dresden.de

Arbeitsgelegenheiten mit

Mehraufwandsentschädigung

Königsbrücker Landstraße 6a - Haus2

01109 Dresden

(03 51) 8 88 94 17

agh.koord@diakonie-dresden.de

Sozialer Trainingskurs / Betreuungsweisungen

Königsbrücker Landstraße 6a - Haus2

01109 Dresden

(03 51) 8 88 94 17 oder 8 88 72 46

soziales.training@diakonie-dresden.de

Rumänienhilfe

Königsbrücker Landstraße 6a - Haus 2

01109 Dresden

(03 51) 8 88 75 23

rumaenienhilfe@diakonie-dresden.de

Mitgliederarbeit

Glacisstraße 44

1099 Dresden

(0351) 81 72 330

stadtmission@diakonie-dresden.de

1. Ausgabe Juni 2008


genau.so.anders

Sind Menschen mit Behinderung „genau.

so“? Sind Menschen ohne Behinderung

„so.anders“?

Mit der Fotoausstellung soll den Betrachtern

vermittelt werden, dass es normal

ist, behindert zu sein. Andererseits ist

es noch normal, dass Menschen durch

andere Menschen oder bauliche Gegebenheiten

behindert werden.

In der Auseinandersetzung mit den Fotos,

soll sich der Betrachter in das Leben und

die Alltagssituation von Menschen mit

Behinderung hineinversetzten und zu

eigenem Umdenken angeregt werden.

Die Vernissage findet am Freitag, dem

22. August 2008 um 17 Uhr in der Dreikönigskirche

statt. Auch „Ein Sonntag der

Diakonie“ am 7. September 2008 wird in

der Dreikönigskirche unter dieser Thematik

stehen. Der Eröffnungsgottesdienst

mit Pfarrer Stolte findet 10.00 Uhr statt.

Mitwirkende für Fotoprojekt gesucht

Vom 20. August bis 20. September 2008

wird in der Dreikönigskirche eine Fotoausstellung

unter dem Thema: „genau.

so.anders“ zu sehen sein.

In Vorbereitung der Ausstellung werden

Mitwirkende gesucht, die mit ihren Ideen,

als Fotomodelle oder als Fotografen

mitwirken. Die geplante Ausstellung im

August soll das ganz normale Leben von

Suchtkrankenarbeit

Begegnungsgruppen für

Suchtkranke

Montag

16.45 Uhr Bergmannstraße 19

17.00 Uhr Brühlscher Garten 4

17.00 Uhr Homiliussstraße 15

17.00 Uhr Hechtstraße 78,

Eingang Hansastraße

Dienstag 17.30 Uhr Kirchgemeindezentrum

Prohlis, G.-Palitzsch-Str. 2

Mittwoch 16.30 Uhr und 18.00 Uhr

Katharinenstraße 17

Donnerstag 17.30 Uhr

Dresden-Cotta, Hühndorfer Straße 22

Gesprächsgruppen für Angehörige

Jeden letzten Mittwoch im Monat,

18.00 Uhr, Glacisstraße 42

Abend für Suchtkranke und Angehörige

„Glaubenshilfe als Lebenshilfe“

Jeden Freitag 19.00 Uhr Zionskirche,

Bayreuther Straße 28

Telefonseelsorge Dresden: durchgehend

24 Stunden erreichbar über

die kostenfreie Rufnummer: 0 800 /

111 0 111 oder 0 800 / 111 0 222

Menschen mit Behinderung darstellen. Aber

was ist normal? Die unüberwindlichen Stufen

oder der ebenerdige Eingang? Wie normal ist

es, dass Menschen mit Behinderung in einer

Partnerschaft leben oder allein Kinder großziehen?

In der Auseinandersetzung mit den Fotos, die

nicht nur Menschen mit Behinderung zeigen

(auch ein zugeparktes Auto ist behindert), soll

sich der Betrachter in das Leben und die Alltagssituation

von Menschen mit Behinderung

hineinversetzten und in der Auseinandersetzung

mit den Bildern und den wenigen Texten

angesprochen werden. Dabei geht es weder

um die Darstellung besonderer Fähigkeiten von

Menschen mit Behinderung noch um ihre Hilfsbedürftigkeit.

Sie sind Menschen wie du und

ich, mit Lust auf Leben und auf Verrücktheiten.

Das Tattoo auf einer Schulter lässt die Ent-

Angebote und Termine

Informationen / Termine aus der Stadtmission

scheidung für den Betrachter offen, ob es sich

um einen Menschen mit Behinderung handelt

oder nicht. Der eine darf es – warum nicht auch

der andere? So soll auch die Grenze zwischen

Menschen mit und ohne Behinderung verwischt

werden. Bilder, die gewöhnliche Alltagsbehinderungen

darstellen, sollen mit den Bildern von

Menschen mit Behinderung vermischt werden,

um deutlich zu machen, wie nah nichtbehinderten

Menschen Behinderung ist und es so dem

Menschen erleichtert, sich in die Lage behinderter

Menschen hineinzuversetzen. Das Erleben

eigener Behinderung schafft Verständnis

für Menschen mit Behinderung.

Ansprechpartner: Frank Krause, Telefon: (0351 - 56 33 201)

Interessenten, die als Modelle, Fotografen oder als Gruppe

eigenständig oder außerhalb arbeiten wollen, bitte ich um

Kontakt zwecks Koordination

19. Juni 2008 • 16.00 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim Ottendorf-Okrilla

20. Juni 2008 • 10.00 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim Dresden-Klotzsche

22. Juni 2008 • 15.00 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim „Neufriedstein“ Radebeul

26. Juni 2008 • 14.00 Uhr Tag der offenen Tür der Suchtberatungsstelle Dresden-Mitte

27. Juni 2008 • 15.30 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim „Friedenshöhe“ Radeburg

04. Juli 2008 • 14.00 Uhr 20 Jahre Altenpflegeheim „Bodelschwingh“ Freital

und • 14.00 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim „Bodelschwingh“ Freital

22. Juli 2008 • 16.00 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim Dresden-Plauen

24. Juli 2008 • 16.00 Uhr Sommerfest im Altenpflegeheim „Ruheheim“ Dresden-Bühlau

31. August 2008 • 15.00 Uhr Tag der Diakonie im Altenpflegeheim Neufriedstein Radebeul

07. September 2008 • 10.00 Uhr Gottesdienst in der Dreikönigskirche mit Pfarrer Stolte

• 11.00 Uhr Tag der Diakonie, Öffnung des Cafés „Ab und Zu“

• 14.00 Uhr Blindentheater „Königskinder“ in der Dreikönigskirche

18. Dezember 2008 • 15.00 Uhr Weihnachts-Gottesdienst der Stadtmission

in der Dreikönigskirche Dresden

Veranstaltungen Familienkreis der Stadtmission Dresden 2008

19.06.2008 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer

Jahresbericht über unsere Arbeit im Familienkreis

Sommerpause 03.07.2008 / 17.07.2008 / 07.08.2008 / 21.08.2008

04.09.2008 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über Jer. 12, 1 - 6

“Gottes Recht - Grund zum Anstoß ?”

15.-22.09.2008 Rüstzeit in Schmiedeberg „Martin-Luther-King-Heim“

Thema: “Jeremia - Prophet im Auftrag Gottes”

02.10.2008 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über Jer. 42, 1 - 22

“Weg von der Zukunft in Gottes Land ?”

16.10.2008 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über 2. Kor. 2, 1 - 11

“Paulus - ein Mahner zur Vergebung”

06.11.2008 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über 2. Kor. 10, 12 - 18

“Der Ruhm des Apostels Paulus”

20.11.2008 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über 2. Petr. 2, 12 - 22

“Harte Worte über falsche Apostel”

06.12.2008 • 14.00 Uhr Advents- und Weihnachtsfeier mit Pfr.i.R. Schäfer in der

Zionskirche Dresden-Südvorstadt Weihnachtsfreude in Musik, Wort und Bild

08.01.2009 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über die Jahreslosung 2009

“Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.” Luk. 18, 27

IMPRESSUM Herausgeber: Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V., Glacisstraße 44, 01099 Dresden,

Telefon 0351 - 81 72 - 300, Fax 0351 - 81 72 - 349, www.diakonie-dresden.de

Redaktion und Gestaltung: diakonie.zeitung@diakonie-dresden.de, www.lydiawolff.de

Druck: SchumacherGebler, Auflage: 5.000 Stück

Erscheint mehrmals jährlich in loser Folge. Eingesandte Manuskripte dürfen, ohne den Sinn zu entstellen, gekürzt werden. Namentlich

gezeichnete Artikel und Leserbriefe müssen nicht mit der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers übereinstimmen.

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