6. Philharmonisches Konzert - Die Duisburger Philharmoniker

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6. Philharmonisches Konzert - Die Duisburger Philharmoniker

Programm

6.

Philharmonisches Konzert

Mi 2. / Do 3. Februar 2011, 20.00 Uhr

Axel Kober Dirigent

Julian Bliss Klarinette

Ottorino Respighi

Die Pinien von Rom

Magnus Lindberg

Konzert für Klarinette und Orchester

Johannes Brahms

Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Generalmusikdirektor Jonathan Darlington


6. Philharmonisches Konzert

Mittwoch, 2. Februar 2011, 20.00 Uhr

Donnerstag, 3. Februar 2011, 20.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle Duisburg

Julian Bliss Klarinette

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober

Leitung

Programm

Ottorino Respighi (1879-1936)

Die Pinien von Rom (1924)

I. Die Pinien der Villa Borghese. Allegretto vivace

II. Pinien bei einer Katakombe. Lento

III. Die Pinien auf dem Janiculum. Lento

IV. Die Pinien der Via Appia. Tempo di Marcia

Magnus Lindberg (geb. 1958)

Konzert für Klarinette und Orchester (2001/02)

Pause

Johannes Brahms (1833-1897)

Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (1877)

I. Allegro non troppo

II. Adagio non troppo

III. Allegretto grazioso (Quasi Andantino)

– Presto ma non assai

IV. Allegro con spirito

Konzertführer live“ mit Astrid Kordak um 19.15 Uhr

im „Tagungsraum 4+5“ des Kongresszentrums im CityPalais

Das Konzert endet um ca. 22.00 Uhr.

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Sinfonische Dichtung, Konzert

und Sinfonie

Ottorino Respighis Sinfonische Dichtung „Die Pinien von Rom“,

das Konzert für Klarinette und Orchester von Magnus Lindberg

und die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms stehen

auf dem Programm des sechsten Philharmonischen Konzerts. Es

ist ein wahrhaft kosmopolitisches Programm mit Werken eines

Italieners, eines Finnen und eines deutschen Komponisten, der

seinen Wohnsitz von Hamburg nach Wien verlegte. Doch das Programm

durchmisst nicht nur das Gebiet von Nord- bis Südeuropa

bzw. von Skandinavien bis zur Apenninenhalbinsel, denn auch die

verschiedenen Entstehungszeiten bringen unverwechselbare Eigenheiten

mit sich.

Als akustisches Monumentalfresko beeindruckt die Sinfonische

Dichtung „Die Pinien von Rom“ von Ottorino Respighi. Tatsächlich

überwältigt die Orchestrierungskunst des italienischen Komponisten,

doch bezaubern die stilleren Impressionen nicht weniger.

Überhaupt ging Respighi als Komponist von Sinfonischen Dichtungen

einen Sonderweg: Statt ein Thema aus der Weltliteratur zu

wählen, legte er seinem vierteiligen Orchesterstück meisterhaft

eingefangene Impressionen aus einer Weltmetropole zugrunde.

Und die perfekte Dramaturgie der Komposition ließ ihn mit Leichtigkeit

auf motivische Verklammerungen verzichten. Diese finden

sich reichlich in der zweiten Sinfonie von Johannes Brahms. In der

Nachfolge Ludwig van Beethovens sah Brahms sich zu besonders

gewissenhafter Verarbeitung gezwungen. Doch obwohl das

pathetische Ringen der ersten Sinfonie überwunden ist, hier sogar

eine pastorale Heiterkeit und Gelassenheit hervortritt, wollen

die gelegentlichen Schatten der zweiten Sinfonie nicht überhört

werden. Eine überzeugende Dramaturgie weist schließlich auch

das Klarinettenkonzert von Magnus Lindberg auf. Feiert der finnische

Gegenwartskomponist vor allem mit kraftvoll-energischen

Orchesterstücken Erfolge, so beweist er mit seinem Klarinettenkonzert,

wie effektvoll er für Soloinstrument und Orchester zu

schreiben versteht. Mit äußerst anspruchsvollem Klarinettenpart

und vielfältig schillernden Orchesterfarben finden Aufführungen

dieser Komposition begeisterte Resonanz. Mit Nachdruck setzen

sich nun auch die Duisburger Philharmoniker, der Dirigent Axel

Kober und der junge Klarinettenvirtuose Julian Bliss für diese

effektvoll-dankbare Gegenwartskomposition ein.

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Ottorino Respighi

Die Pinien von Rom

Der Komponist Ottorino Respighi

Die italienische Musik des 19. Jahrhunderts stand fast ausschließlich

im Zeichen der Oper, die Instrumentalmusik spielte nur eine

untergeordnete Rolle. An der Wende zum 20. Jahrhundert, als

Giuseppe Verdi seine späten Meisterwerke vorlegte und Giacomo

Puccini mit Nachdruck auf sich aufmerksam zu machen begann,

scheute die veristische Oper selbst vor grellen realistischen Effekten

nicht zurück. Erst die Generation der um 1880 geborenen

italienischen Komponisten begann ihre Position grundsätzlich

neu zu überdenken. Zu ihnen gehörte neben Ildebrando Pizzetti,

Gian Francesco Malipiero und Alfredo Casella auch Ottorino

Respighi. Seine große Leistung bestand darin, das musikalische

Erbe der italienischen Vergangenheit aufgearbeitet und hieraus

einen eigenen Stil zu entwickelt zu haben. Diese Aufarbeitung berücksichtigte

die italienische Musik der verschiedensten Epochen.

Einige Werke lassen dies deutlich erkennen. In seinem Ballett „La

Boutique fantastique“ beschäftigte sich Ottorino Respighi mit der

Musik Gioacchino Rossinis. Besonders beliebt wurden die drei

Folgen der „Antiche danze ed arie per liuto“ auf der Grundlage

von Lautenstücken des 16. und des 17. Jahrhunderts. Respighi

bearbeitete auch Werke Claudio Monteverdis und machte etwa

das „Lamento d’Arianna“ und die Oper „L’Orfeo“ wieder zugänglich.

Aber Werke wie das „Concerto gregoriano“ für Violine und

Orchester zeigen, dass seine Beschäftigung mit der Musik der

Vergangenheit viel weiter zurückführte als bei den Zeitgenossen.

Seinen Nachruhm begründete Ottorino Respighi vor allem mit

seinem „Römischen Trittico“. Das sind drei glänzend instrumentierte

Orchesterstücke. „Man könnte diese Werke mit einem

vielflächig strahlenden Brillanten

vergleichen: Respighi hat

die tausendfältige Seele Roms,

so wie er sie empfand, in den

tönenden Kosmos von zwölf Visionen

eingefangen, die sich zu

drei Tondichtungen zusammenfügen“,

schrieb Elsa Respighi

als Ehefrau des Komponisten

in ihren Erinnerungen. Die drei

Sinfonischen Dichtungen wer-

Ottorino Respighi

den meist als Einheit betrachtet

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oder doch zumindest in einem Atemzug genannt, aber sie wurden

keineswegs zusammengehörend entworfen. Als erstes wurden

die „Römischen Brunnen“ („Fontane di Roma“) komponiert und

im März 1917 uraufgeführt. Es folgten 1924 die sich seit jeher

besonderer Popularität erfreuenden „Pinien von Rom“ („Pini di

Roma“). Der Dirigent Arturo Toscanini, der bereits zu den ersten

Interpreten der älteren Stücke gehört hatte, brachte schließlich

am 21. Februar 1929 in der New Yorker Carnegie Hall die „Römischen

Feste“ („Feste Romane“) heraus. Es versteht sich beinahe

von selbst, dass diese mit größter Brillanz orchestrierten Werke

schließlich keine Steigerung mehr zuließen, der Komponist fortan

nach anderen Ausdrucksmöglichkeiten suchen musste und sich

erst einmal wieder kleiner besetzten Werken zuwandte. Vielleicht

mag es auch überraschen, dass Ottorino Respighi keineswegs ein

gebürtiger Römer war, sondern erst mit 34 Jahren seinen Hauptwohnsitz

in der italienischen Hauptstadt nahm.

Zweifellos war der am 9. Juli 1879

in Bologna geborene Ottorino

Respighi ein überaus reich begabter

Künstler. Als Geiger, Bratscher

und Pianist brachte er es zur

Meisterschaft, er wurde als Dirigent

umjubelt, und seine umfassenden

Sprachkenntnisse weckten

Bewunderung. Im Jahr 1900

vertauschte Respighi den Dienst

im Orchester der Stadt Bologna

für eine Saison zugunsten einer

Orchestertätigkeit im kaiserlichen

Ottorino Respighis Lehrer

Nikolai Rimsky-Korsakow

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Theater von St. Petersburg. Bei

dieser Gelegenheit ergab sich

der Kontakt zu Nikolai Rimsky-

Korsakow. Zwar erhielt Respighi

nicht sehr viel Unterricht in Petersburg, doch sprach er auch später

noch mit Hochachtung von den prägenden Eindrücken, die

er bei dem angesehenen russischen Komponisten erhielt. Das

verwundert nicht, mochten doch Respighi und Rimsky-Korsakow

als wesensverwandte Instrumentationskünstler gelten. Das unter

Rimsky-Korsakows Augen entstandene dreiteilige Orchesterwerk

„Preludio, Corale e Fuga“ legte Respighi 1901 in Bologna als Prüfungsarbeit

vor, und hierfür erhielt er sein Kompositionsdiplom.

Ottorino Respighi darf als Kosmopolit gelten. In den Jahren

1908/09 hielt er sich in Berlin auf, wo er sich als Klavierbegleiter

in einer Gesangsklasse betätigte. Allerdings machte der Unterricht,

den er zu dieser Zeit bei Max Bruch erhielt, keinen größeren

Eindruck auf ihn. 1913 verlegte Respighi seinen Wohnsitz nach

Rom. Er wurde Lehrer für Komposition am Liceo musicale Santa


Cecilia. 1924 wurde er sogar zum Direktor dieses Instituts ernannt,

doch wurde dieses Amt schließlich wieder aufgegeben, um

ausgedehnte Konzertreisen unternehmen zu können. Gemeinsam

mit seiner Frau Elsa unternahm Ottorino Respighi mehrere Konzertreisen

nach Nord- und Südamerika, in den Niederlanden traf

er mit Igor Strawinsky zusammen, in Finnland begegnete er Jean

Sibelius. Der Komponist erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

Ottorino Respighi wurde Mitglied der Akademie der schönen

Künste in Berlin und Honorarprofessor an der Musikakademie

„Franz Liszt“ in Budapest. Am 18. April 1936 starb er in Rom an

einer Herzinnenhautentzündung.

Die Sinfonische Dichtung „Die Pinien von Rom“

Wie schon die acht Jahre zuvor entstandene Sinfonische Dichtung

„Römische Brunnen“ bestehen auch Ottorino Respighis „Pinien

von Rom“ aus dem Jahr 1924 aus vier pausenlos miteinander verbundenen

Sätzen. Der Partitur hat der Komponist Anmerkungen

zum Programm vorangestellt:

I. Die Pinien der Villa Borghese

Zwischen den Pinien der Villa Borghese spielen die

Kinder. Sie tanzen Ringelreihen, führen Militärmärsche

und Schlachten auf und berauschen sich an ihrem eigenen

Geschrei wie Schwalben am Abend; dann laufen

sie davon. Unvermutet wechselt die Szene...

II. Pinien bei einer Katakombe

... im Schatten der Pinien rings um den Eingang einer

Katakombe, aus deren Tiefe ein wehmütiger Gesang

zu uns dringt. Er erhebt sich zu feierlicher Hymne und

verklingt dann wieder.

III. Die Pinien auf dem Janiculum

Ein Zittern geht durch die Luft: in klarer Vollmondnacht

wiegen sanft ihre Wipfel die Pinien des Janiculums. In

den Zweigen singt eine Nachtigall.

IV. Die Pinien der Via Appia

Morgennebel über der Via Appia: einsame Pinien stehen

Wacht in der tragischen Landschaft der römischen

Campagna. Undeutlich, aber immer wieder, glaubt

man den Rhythmus zahlloser Schritte zu hören. Der

Dichter sieht im Geist uralten Ruhm wieder aufleben:

unter dem Geschmetter der Buccinen naht ein Konsul

mit seinem Heer, um im Glanze der neuen Sonne zur

Via Sacra und zum Triumph aufs Kapitol zu ziehen.

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Der Minervatempel der

Villa Borghese, Schauplatz der

„Pinien von Rom“

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Musikalisch weisen die vier Teile

bemerkenswerte Eigenarten auf.

Im ersten Teil, „Die Pinien der Villa

Borghese“, ist das ausgelassene

Spiel der Kinder sehr realistisch

und anschaulich nachgezeichnet,

und das Durcheinander wird durch

stärkere klangliche Reibungen eingefangen.

Überraschend kommt

der unmittelbare Szenenwechsel,

der zur Szene bei einer Katakombe

führt. Dieser Satz beginnt mit

den gedämpften Klängen der

Bratschen, der Violoncelli und der

Kontrabässe. Weitere Instrumente

treten hinzu, und aus der Ferne erklingt

die Melodie einer Trompete.

Zweifellos gehört dies zu Respighis gelungensten lyrischen Eingebungen.

Die Fortsetzung des Satzes wird bestimmt von einem

religiösen Gesang, der nach murmelnden Andeutungen gewaltige

Steigerungen erfährt. Der dritte Satz, eine poetische Nachtszene,

beginnt mit zarten Arpeggien des Klaviers. Nach kurzer Zeit tritt

ein sanft intoniertes Thema der Klarinette hinzu. Aus den Andeutungen

des Vogelgesangs wird schließlich Gewissheit, denn von

einem Tonband wird der Gesang einer Nachtigall hineingespielt.

Das Finale beginnt mit undeutlichen Anspielungen und steigert

sich zu einer geballten Marschvision, in der Buccinen als alte römische

Blasinstrumente hineinklingen. Aber auch das Klavier, die

Orgel und die Schlaginstrumente haben wesentlichen Anteil an

der Wirkung dieses Satzes.

Analog zur Sinfonie bestehen die drei Teile von Ottorino Respighis

„Römischem Trittico“ aus jeweils vier Sätzen, jedoch verzichtet

der Komponist auf motivische Verklammerungen. Dennoch weist

ein Werk wie „Die Pinien von Rom“ eine grandiose dramaturgische

Geschlossenheit auf. Der Kopfsatz hat noch keine dominierende

Hauptsatzfunktion, besitzt aber klangliche Schärfungen,

wie man sie aus den Balletten Igor Strawinskys kennt. Der unvermittelte

Übergang zum zweiten Satz macht einen geradezu

beklemmenden Eindruck. Sehr schön korrespondieren die melodischen

Themen der beiden aufeinanderfolgenden langsamen

Sätze miteinander, und auch die Steigerungen des zweiten und

des abschließenden vierten Satzes ergänzen sich vortrefflich, führen

sogar einen Schluss herbei, der an Grandiosität nicht mehr zu

übertreffen scheint.

Zwei Vorwürfe wurden Ottorino Respighi für seine „Pinien von

Rom“ gemacht: Die Hineinnahme einer Tonbandaufzeichnung mit

der Stimme einer Nachtigall wurde gelegentlich als geschmack-


lose Entgleisung getadelt, und Alfeo Toni glaubte erstmals aus

dem Marsch des antiken römischen Heeres den Zug der italienischen

Faschisten um Benito Mussolini herauszuhören. Jedoch

waren sowohl realistische klangliche Annäherungen (Nachtigall!)

nicht überall verpönt, etwa in der „Musique concrète“, und zum

Faschismus-Vorwurf ist andererseits zu sagen, dass Respighi trotz

Sympathien für Mussolini als unpolitischer Künstler zu gelten hat,

der im Finale der „Pinien von Rom“ wohl tatsächlich nur die Vision

der Vergangenheit heraufbeschwören wollte.

Über die ersten Aufführungen

der Sinfonischen Dichtung „Die

Pinien von Rom“ sind wird durch

die Frau des Komponisten bestens

informiert. Elsa Respighi

hielt in ihren Erinnerungen an

ihren Mann fest: „Am 14. De-

Elsa und Ottorino Respighi

zember 1924 leitete Bernardino

Molinari in einer vorbildlichen

Interpretation im Augusteo in

Rom die Erstaufführung der ‚Pini’ (Pinien). Das Publikum applaudierte

stürmisch. Die Atmosphäre war mit Spannung geladen.

Nach dem Schluß des ersten Satzes setzte Pfeifen und Gezische

ein. Die Zuhörerschaft war begeistert vom II. und III. Satz. Die letzten

Takte der Komposition wurden von enthusiastischen Beifallsbezeugungen

verschlungen, wie man sie in einer derartigen Stärke

im Augusteo noch nie vernommen hatte. Am Tag vorher, nach

der Generalprobe, Vertraute mir Respighi an, das Crescendo im

letzten Satz habe einen so starken Eindruck auf ihn ausgeübt,

daß ‚es ihm durch Kopf und Magen’ gegangen sei. Die Komposition

betrachte er als gut gelungen, so wie er es erwartet habe.

(...) Die zweite Aufführung am 28.12. war eine Enttäuschung. Am

Schluß des ersten Satzes wurde stärker gepfiffen. Der Ruf: ‚Aufhören,

aufhören!’ war unüberhörbar. Offensichtlich wußten die

Widersacher, daß Respighi bei den folgenden Sätzen zu seinem

Recht kommen werde. Der Erfolg der ‚Pini’ fand in der ganzen

Welt sofort Widerhall. Ich glaube allerdings, daß die ‚Pini’ zu jenen

Werken gehören, die Ottorino die größte Aufregung gebracht haben.

Während der letzten zehn Jahre seines Lebens hatte Respighi

oft Gelegenheit, in allen Erdteilen diese Tondichtung im

Rahmen von Konzerten, die seinen eigenen Werken gewidmet

waren, zu dirigieren. Dabei war es für mich sehr interessant zu

beobachten, wie das verschiedene Publikum aller Breitengrade

stets mit gleichem Enthusiasmus reagierte.“

Am 14. Januar 1926 stellte Arturo Toscanini die „Pinien von

Rom“ in Amerika vor. Die Aufführung in der New Yorker Carnegie

Hall war ein enormer Erfolg und ging nur um wenige Tage einem

Konzert Ottorino Respighis mit dem Philadelphia Orchestra

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voran. Elsa Respighi erinnerte

sich: „Die Zusammenarbeit Respighis

mit dem Orchester Stokowskis,

das damals auf dem

Gipfel seines Ruhms stand, war

für Respighi nicht einfach. Das

Mißtrauen einiger Musiker versetzte

die Italiener, die im Orchester

mitspielten, anfangs in

Arturo Toscanini

Unruhe. Mit ‚olympischer’ Ruhe

wandte sich Respighi während

der Proben mit seinen Anregungen an jeden einzelnen Musiker

in dessen Muttersprache, und bald waren alle von seiner Persönlichkeit

eingenommen. Die verschiedensten Nationalitäten waren

im Orchester vertreten: Russen, Deutsche, Franzosen, Italiener

etc. Das Philadelphia Orchestra war fast vollzählig nach New York

gekommen , um die ‚Pini’ von Toscanini dirigiert zu hören. Alle

diese Musiker waren begeistert. Sie beschlossen jedoch, wenn

möglich eine noch bessere Aufführung zu bieten. Das erste Konzert

Respighis mit dem Philadelphia-Orchester fand am 19. Januar

statt. Mit demselben Orchester und dem gleichen Programm

folgten noch Konzerte in Washington, Cleveland und Baltimore,

die von Publikum und Presse als großer Erfolg begeistert aufgenommen

wurden (...) Vom 20. bis 30. Januar dirigierte Respighi

das Chicago-Orchester, das damals zu den besten Orchestern

gerechnet wurde. Am 6. Februar dirigierte Respighi in Cincinnati.“

Danach ging es weiter nach Norddeutschland und in die Niederlande,

wo es in Amsterdam zu einer kurzen Begegnung mit Igor

Strawinsky kam.

Duisburger Philharmoniker

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Magnus Lindberg

Konzert für Klarinette und Orchester

Magnus Lindberg, ein führender Vertreter

der finnischen Avantgarde

Selbst ein Magazin wie die „Financial

Times“ kam 1997 nicht umhin,

Magnus Lindberg als einen der

„aufregendsten Komponisten seiner

Generation“ zu feiern: Mit Orchesterwerken

in großer Besetzung kann

der Finne internationale Erfolge

vorweisen, denn mit der Dramatik

seiner Kompositionen fasziniert er

die Konzertbesucher vieler Länder.

Lindberg und seine Kollegen be-

Magnus Lindberg als Dirigent

stätigen, dass sich in dem dünn besiedelten

Finnland musikalisch eine

Menge tut: Avantgarde-Komponisten machen an breiter Front auf

sich aufmerksam, und es ist wohl der mit Lindberg gleichaltrige

als Komponist und Dirigent tätige Esa-Pekka Salonen, der augenblicklich

die größte Popularität genießt.

Magnus Lindberg, der am 27. Juni 1958 in Helsinki geboren wurde,

wuchs in einem Klima der Offenheit auf. Seine Studien bei

Einojuhani Rautavaara, Paavo Heininen und Osmo Lindeman an

der Sibelius Akademie in Helsinki ergänzte er durch Mitarbeit am

Studio für elektronische Musik in Stockholm. Das Studium an der

Sibelius Akademie in Helsinki schloss der ausgebildete Pianist

und Komponist 1981 mit dem Diplom ab. Da war er 23 Jahre

alt, und schon vorher hatte er Kurse bei Brian Ferneyhough in

Darmstadt besucht. Ferner lernte er in Siena, Rom und Berlin,

doch sein längster Auslandsaufenthalt führte ihn nach Paris, wo er

bei Vinko Globokar und Gérard Grisey Unterricht nahm. Anfangs

war Lindberg vor allem von Stockhausen und dem Serialismus

beeinflusst, doch allmählich bezog er auch Anregungen aus der

Musik von Luciano Berio, Bernd Alois Zimmermann und Edgar

Varèse. Er beschäftigte sich mit älteren Komponisten wie Igor

Strawinsky, natürlich mit Jean Sibelius und sogar mit dem englischen

Barockmeister Henry Purcell, und heute macht er ganz

selbstverständlich Anleihen beim Minimalismus und im Free Jazz,

in der Rockmusik und in der traditionellen Musik Ostasiens: Magnus

Lindberg ist ein Komponist mit weitem Horizont.

Der Durchbruch gelang 1985 mit dem Orchesterstück „Kraft“, in

dem er ungeheure Klangmassen entfaltete. Ab den späten 80er

11


Jahren erschloss er sich allmählich eine subtilere Klangsprache,

doch stehen die Orchesterkompositionen weiterhin an bevorzugter

Stelle in seinem Gesamtwerk. Magnus Lindberg vermag

für das traditionelle Instrumentarium zu schreiben, doch ist er

auch der Verwendung von Computer und Live-Elektronik nicht

abgeneigt. Für „Kraft“ hat er außerdem ein gewaltiges Arsenal

an Schlaginstrumenten auf den Schrottplätzen der finnischen

Hauptstadt zusammengetragen. Er beweist ein außerordentliches

Gespür, wenn es um neuartige Formen der Klangerzeugung geht,

doch bald darauf legt der streng rational operierende Musiker seinen

Stücken wieder mathematische Strukturen zugrunde.

„In seinen neuesten Werken, insbesondere den Konzerten für

Klarinette (2002) und Violine (2006), ist ein klares melodisches

Element erkennbar, wie es in Lindbergs früheren Werken eher

im Hintergrund stand“, umreißt Risto Nieminen die jüngsten Tendenzen

im Schaffen von Magnus Lindberg. Die Kompositionen

von Magnus Lindberg finden internationale Anerkennung, seine

Komposition „Kinetics“ wurde im Februar 2002 auch in den Philharmonischen

Konzerten der Stadt Duisburg aufgeführt. 2003

wurde Magnus Lindberg mit dem hochdotierten Sibelius-Preis der

renommierten Wihuri-Stiftung ausgezeichnet.

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Wir wissen,

wer spielt...

...und mit der Rheinischen Post

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Ob Oper, Kunstwerk, Straßenmusik,

Drama oder Schulaufführung,

in der Rheinischen Post werden Sie

darüber lesen.

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Das Klarinettenkonzert von Magnus Lindberg

Kari Kriikku, Uraufführungsinterpret

des Klarinettenkonzerts von

Magnus Lindberg

Das im Jahr 2002 vollendete

Klarinettenkonzert ist das

bisher letzte Werk, das der

Komponist Magnus Lindberg

für den finnischen Klarinettisten

Kari Kriikku schrieb. Die

Zusammenarbeit mit diesem

neuen Spieltechniken aufgeschlossenenInstrumentalisten

begann 1979 mit einem

Klarinettenquintett und setzte

sich fort über Werke mit Titeln

wie „Linea d’ombra“ (1981),

„Ablauf“ (1983/88), „Ur“ (1986), „Steamboat Bill Jr.“ (1990), einem

„Duo concertante“ (1990/92) und dem Minikonzert „Away“

(1994). Diese wiederholte Zusammenarbeit führte bereits zu

Vergleichen mit Komponisten und Interpreten im 18. und 19.

Jahrhundert. Außerdem kam es in verschiedenen Ensembles für

moderne Musik bereits zur Zusammenarbeit von Lindberg und

Kriikku. Auch das Klarinettenkonzert entstand in einem engen

Austausch. Es wird berichtet, wie instrumentale Probleme telefonisch

besprochen wurden, auch wurde dem Instrumentalisten

neues Notenmaterial gelegentlich mit dem Ruderboot zugestellt.

Das Klarinettenkonzert von Magnus Lindberg entstand als Auftragswerks

des Finnischen Rundfunks anlässlich des 75-jährigen

Bestehens. Die Uraufführung fand am 14. September 2002 in

der Finlandia Hall in Helsinki statt. Bei dieser Gelegenheit leitete

Jukka-Pekka Saraste das Finnische Radio-Sinfonieorchester.

Kari Kriikku spielte den Solopart, und er hat das Konzert seitdem

noch über sechzig Mal vorgetragen.

Magnus Lindberg schrieb bereits mehrere Konzerte für Soloinstrument

und Orchester. Dem Klavierkonzert von 1990/94 folgte

das Violoncellokonzert von 1997/99, und dem Klarinettenkonzert

von 2002 ist 2006 inzwischen ein Violinkonzert gefolgt. Es

scheint, als habe sich Magnus Lindberg mit dem Schreiben von

Konzerten anfangs schwer getan, doch scheint er eigentlich besonders

prädestiniert zu dieser Art des Komponierens. Immerhin

zeichnen sich viele seiner Kompositionen durch eine starke Dramatik

aus, er versteht es, das konzertante Element bis zum Theatralischen

zu steigern, und außerdem liegen Lindbergs Konzerten

bemerkenswerte originelle Formmodelle zugrunde.

Das gilt auch für das 2002 vollende Klarinettenkonzert, das zunächst

von dem Solisten unbegleitet eröffnet wird. Sofort treten

die melodischen Elemente von Lindbergs gewandelter neuer

Schreibart hervor, das Klarinettenkonzert fasziniert in der Vielfalt

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der Anlage und verschreckt nicht. Der Solopart kennt die strömende

melodische Kantilene ebenso wie den Effekt moderner

Spieltechniken. Indem ein regelrechter Kosmos durchmessen

wird, stellen sich höchst vielfältige Anforderungen an den Solisten.

Irgendwie findet sich in dem Konzert etwas stark Gestisches,

wobei die Orchesterbegleitung sich teils dezent unterordnet, andererseits

aber auch ungeahnte grandiose Steigerungen herbeiführt.

Der einheitliche Ton vieler Solokonzerte der Vergangenheit

wird damit aufgegeben.

Das Klarinettenkonzert von Magnus Lindberg ist einsätzig durchkomponiert,

doch lässt sich eine Gliederung in fünf Abschnitte

erkennen. Dennoch wird die Einheit der Komposition nicht aufgegeben,

wenn etwa eine fallende Tonfolge ständig wiederkehrt,

dabei jedoch zahlreiche Ausdrucks- und Stimmungsnuancen

durchmisst. Antti Häyrynen schreibt im CD-Booklet zu Kari

Kriikkus Einspielung des Klarinettenkonzerts von Magnus Lindberg:

„Der erste Abschnitt ist einführend und stellt Farbpalette

und Typen der Texturen vor, acht Kerncharaktere, die sich im

Verlauf der Komposition entsprechend zur dramaturgischen Situation

verhalten. Als Charaktere erinnern sie mehr an Personen

denn an Themen. Oder man betrachtet sie als unterschiedliche

Masken oder Rollen einer Figur. Ausgangspunkt ist der Klarinettenklang,

gespiegelt vom Orchester mit kammermusikalisch noblen

oder massiv üppigen Texturen.

Die schwebende Stimmung am Beginn mag auf Debussys Klarinettenrhapsodie

verweisen, aber Lindbergs Komposition zielt

auf eine dynamische Entwicklung, eine unablässige Bewegung,

mittels der die Intensität gleichmäßig gesteigert wird. Auch die

im Grundtempo langsameren zweiten und dritten Abschnitte

werden von einem aktiven Flimmern dominiert, das eine musikalische

Dramatik provoziert, Kollisionen zwischen weichen und

eckigen Klangwelten. Die Metamorphose des gemeinsamen

Materials und der Charaktere deckt in der Musik ständig neue,

überraschende Dimensionen auf.

Der vierte Satz kulminiert in einer Kadenz der Klarinette, wobei

sich idyllische und dramatische sowie humoristische und aggressive

Elemente begegnen. Hieran anschließend öffnet sich

die Zielgerade mit einem gewaltigen ‚drive’, dessen Pulsation im

Geist des Jazz durch die unbefangenen Glissandi der Klarinette

und die leidenschaftliche Wiederholung des Eröffnungsthemas

hervorgehoben wird. Das Werk glättet sich auf den letzten Takten,

wobei sich Musiker wie Publikum auf einer neuen Ebene

wiederfinden.“

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Die Programmhefte der Philharmonischen Konzerte

finden Sie bereits fünf Tage vor dem Konzert unter

www.duisburger-philharmoniker.de im Internet


Johannes Brahms

Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Das Erscheinungsbild des Komponisten Johannes Brahms

Wer sich mit dem Bild des Komponisten

Johannes Brahms beschäftigt,

hat es scheinbar mit zwei verschiedenen

Gesichtern zu tun. Da ist einmal

ein jungenhaft mildes Aussehen,

da ist andererseits der strenge Kopf

mit dem üppigen Vollbart. Lange Zeit

hat Johannes Brahms sein jugendliches

Aussehen behalten. Annähernd

siebzig Werke wurden vorgelegt, bis

er sich die mächtige Barttracht zu-

Johannes Brahms, 1874

legte. Das wäre zwar an sich nicht

weiter bemerkenswert, doch erfolgte

die Veränderung des optischen Erscheinungsbildes gerade im

Zuge mit der Präsentation der zweiten Sinfonie. Hieran lassen

sich nun doch einige Überlegungen anknüpfen. Nach der Wiener

Uraufführung im Dezember 1877 präsentierte Johannes Brahms

dieses Orchesterwerk sogleich auch in Leipzig, Amsterdam und

Den Haag. Am 28. September dirigierte er seine „Zweite“ im

Rahmen 50. Stiftungsfestes der Philharmonischen Gesellschaft

in Hamburg. Bekannte aus früheren Tagen glaubten Brahms nun

nicht mehr wiederzuerkennen! „Mit rasiertem Kinn wird man entweder

für einen Schauspieler oder für einen Pfaffen gehalten“,

hatte Brahms einmal gesagt, und nun trat er selbstbewusst und

vollbärtig in seiner Geburtsstadt auf, die er eigentlich gar nicht

mehr betreten wollte. Er war nun ein selbstbewusster Künstler

geworden, den man nicht mehr übergehen durfte. Er wurde als

führender Musiker seiner Zeit gefeiert, man ehrte ihn mit Kränzen

und unternahm ihm zu Ehren eine Bootsfahrt auf der Elbe, die

Universität Breslau verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Brahms

hatte es nun nicht mehr nötig, auf ein Stellenangebot zu warten,

denn er hat sich längst in Wien als Künstler etablieren können. Johannes

Brahms überrascht nun mit gesteigertem Selbstbewusstsein.

Um seine erste Sinfonie hat er noch mindestens anderthalb

Jahrzehnte ringen müssen, doch die zweite Sinfonie lag in kürzester

Zeit vollendet vor. Man hat sie als heiteres Gegenstück zum

dramatischen Erstling sehen wollen und nannte sie zumindest

seine „Pastorale“. Aber auch das ist nicht wirklich angemessen,

handelt es sich doch um ein wirklich eigenständiges Werk, über

dessen freundliche Oberfläche sich manche Schatten legen.

15


Die zweite Sinfonie

Johannes Brahms in den 1880er

Jahren

16

Zweifellos ist die zweite Sinfonie

D-Dur op. 73 von Johannes

Brahms Gegenstück und

Gegenentwurf zum Vorgängerwerk.

Beinahe fünfzehn Jahre,

von 1862 bis 1876 hatte der

Komponist um seinen sinfonischen

Erstling gerungen, und

dieses Ringen, bisweilen ins

Titanische gesteigert, hört man

dem Werk auch an. Die Zweite

entstand dagegen allein im

Sommer des darauffolgenden Jahres während des Urlaubs in

Pörtschach am Wörthersee. „Wörther See ist ein jungfräulicher

Boden, da fliegen die Melodien, daß man sich hüten muß, keine

zu treten“, teilte Brahms dem Kritiker Eduard Hanslick mit,

und mit seinem Verleger Fritz Simrock sprach er über sein „liebliches

Ungeheuer.“ Man hat die zweite Sinfonie von Johannes

Brahms seine „Pastorale“ genannt. Wie aus den Schriften Clara

Schumanns hervorgeht, komponierte Brahms zunächst den ersten

Satz, anschließend das Finale und zuletzt die beiden Mittelsätze.

Der Schaffensprozess wurde für die Verhältnisse dieses

Komponisten unvergleichlich schnell abgeschlossen. Dass die

Uraufführung schließlich um zwei Wochen auf den 30. Dezember

1877 verschoben werden musste, hatte nichts mit der Fertigstellung

zu tun. Das Orchester war einfach zu beschäftigt mit

Adalbert von Goldschmidts Oratorium „Die sieben Todsünden“

und mit Richard Wagners „Rheingold“. Die Uraufführung leitete

schließlich Hans Richter im Wiener Musikvereinssaal. Hans Richter

(1843-1916) hat sich sowohl um die Verbreitung der Werke von

Johannes Brahms und Richard Wagner verdient gemacht, später

übernahm er die Leitung des Hallé-

Orchesters in Manchester. Die Uraufführung

der zweiten Sinfonie von

Johannes Brahms war ein großer

Erfolg, und auch der Komponist äußerte

sich zufrieden: „Das Orchester

hier hat mit einer Wollust geübt und

gespielt und mich gelobt, wie es mir

noch nicht passiert ist.“ Weitere Aufführungen

der Komposition schlossen

sich sogleich an, wobei neben

Brahms auch Hans von Bülow, Franz

Wüllner und Joseph Joachim die

musikalische Leitung übernahmen.

Der Dirigent Hans Richter


Mit Trauerrand?

Brahms liebte es, mit seinen Äußerungen seine Freunde hinters

Licht zu führen, und im Zusammenhang mit der zweiten Sinfonie

gibt es besonders zahlreiche irreführende Kommentare. Noch am

Tage vor der Uraufführung schrieb er Elisabet von Herzogenberg

(1847-1892), die neben Clara Schumann eine seiner wichtigen

Ratgeberinnen war: „Hier spielen die Musiker meine Neue mit

Flor um den Arm, weil’s gar so lamentabel klingt; sie wird auch

mit Trauerrand gedruckt.“ Ganz ähnlich heißt es in einem zeitgleich

geschriebenen Brief an den Verleger Simrock: „Das Orchester

hier hat mit einer Wollust geübt und gespielt und mich

gelobt, wie es mir noch nicht passiert ist! Aber sie müssen an die

Partitur einen Trauerrand wenden, daß sich auch äußerlich ihre

Melancholie zeigt.“ Aber während Brahms noch an der Sinfonie

arbeitete, informierte Clara Schumann schon den Dirigenten Hermann

Levi: „Brahms ist in guter Stimmung, sehr entzückt von

seinem Sommeraufenthalt, und hat, im Kopf wenigstens, eine

neue Symphonie in D-Dur fertig – den ersten Satz hat er aufgeschrieben

– ganz elegischen Charakters.“ So ernst kann und

will man die zweite Sinfonie von Johannes Brahms natürlich nicht

wahrnehmen, aber wer hier nur Klarheit und Schönheit erwartet,

wird der Komposition nicht gerecht. In einen Wink in diese Richtung

gibt folgender Hinweis, den Johannes Brahms am 9. Dezember

1877 seinem Verleger Fritz Simrock gab: „Sie wird jedenfalls

gehörig durchfallen, und die Leute werden meinen, diesmal hätte

ich mir’s leicht gemacht. Aber Ihnen rate ich, vorsichtig zu sein.“

Das weist eher in die richtige Richtung, denn die vorherrschend

heitere Stimmung soll nicht den Blick auf die Feinheiten der Partitur

verstellen. Mit der Äußerung „Wie wär’s, wenn Sie vom Wiegenlied

auch Ausgaben in Moll machten, für artige oder kränkliche

Kinder?“ spielte Brahms wahrscheinlich auf das kantable

Seitenthema im ersten Satz der Sinfonie an. Vincenz Lachner

wiederum, der die Sinfonie 1879 in Mannheim dirigierte, fragte:

„Warum werfen Sie in die idyllische heitere Stimmung, mit der

sich der 1. Satz einführt, die grollende Pauke, die düstern lugubren

Töne der Posaunen und Tuba?“ Tatsächlich ist die heiter-pastorale

Stimmung der zweiten Sinfonie an vielen Stellen getrübt.

Selbst bei einem unerhörten Melodiereichtum – mindestens fünf

thematische Gebilde werden im Kopfsatz exponiert – flogen

Brahms die Themen nicht einfach zu. Keimzelle ist ein unscheinbares

Kernmotiv, ein simples Wechselnotenmotiv d-cis-d, das

zunächst in den Bässen erscheint und sich in ständigen Umbildungen

und Umrhythmisierungen durch alle thematischen Gebilde

zieht. Der tatsächlich zu bemerkende pastorale Charakter

des Hauptthemas – er tritt auch am Beginn des Violinkonzerts

hervor – bleibt deshalb nicht durchweg erhalten. Die Mittelsätze

17


haben bei Johannes Brahms gewöhnlich Intermezzocharakter.

Sie sind nicht nur kürzer als die Ecksätze, sondern reduzieren

auch die Bläserbesetzung. Allerdings gewinnt das „Adagio non

troppo“ durch die Sonatenform besonderes Gewicht, und hier

kann von vorherrschender Heiterkeit keine Rede sein, denn es

legen sich melancholische Schatten über den Satz, dem eine

Vielzahl thematischer Einfälle zugrunde gelegt sind. Der dritte

Satz mit dem Wechsel von gemächlichen und schnellen Teilen

ist formal einzigartig im Gesamtwerk von Johannes Brahms. Die

„Allegretto grazioso“-Abschnitte lassen sehr schön die Holzbläser

hervortreten, während der Scherzo-Charakter sich vor allem in

den Presto-Abschnitten bemerkbar macht. Die motivische Zelle

des Anfangs strahlt schließlich bis in das Finale aus und führt

zu ungeahnten Ausdrucksqualitäten. Allerdings wird die kunstvolle

Verarbeitung nicht zum Selbstzweck. Alles erscheint so unaufdringlich

in den Gesamtzusammenhang integriert, dass der

Brahms-Freund Theodor Billroth sagen konnte: „Ich wüßte nicht

zu sagen, welcher Satz mir der liebste ist, ich finde jeden in seiner

Art herrlich. Eine glückliche wonnige Stimmung geht durch das

Ganze, und alles trägt so den Stempel der Vollendung und des

mühelosen Ausströmens.“

Michael Tegethoff

18


Axel Kober dirigiert

PETER GRiMES

__

Mit seiner ersten Oper „Peter Grimes“ schaffte

Benjamin Britten 1945 einen Sensationserfolg.

Schauplatz ist der kleine englische Küstenort

Borough. Hier gerät der raubeinige Fischer

Grimes unter Verdacht, seinen Lehrjungen

fahrlässig getötet zu haben. Vergebens kämpft

er gegen das Misstrauen der Kleinstädter an,

die ihn zum Außenseiter stempeln und mit

Hass verfolgen. Am Ende wird der alte Kapitän

Balstrode ihm raten, sich selbst zu richten, um

der drohenden Lynchjustiz zu entgehen.

Die musikalische Leitung des Abends, dessen

Bühnenbild für den deutschen Theaterpreis

DER FAUST 2010 nominiert war, liegt bei

Generalmusikdirektor Axel Kober.

Peter Grimes

Benjamin Britten

Inszenierung: Immo Karaman

THEATER DUiSBURG

Mi 09.02. | So 13.02. | Do 17.02. | So 20.02.2011

Karten erhältlich im Opernshop:

Düsseldorfer Str. 5–7, 47051 Duisburg

Tel. 0203.940 77 77 | www.operamrhein.de

Foto: Hans Jörg Michel


Die Mitwirkenden des Konzerts

Julian Bliss (Klarinette) hat sich bereits fest in der internationalen

Konzertszene etabliert. Als Solist musizierte er mit zahlreichen

bedeutenden Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra,

dem BBC Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra,

dem Orchestre National de France, dem City of Birmingham

Symphony Orchestra, dem Seattle Symphony Orchestra,

dem BBC Philharmonic Orchestra, dem BBC National Orchestra

of Wales, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Münchner

Kammerorchester, Gulbenkian-Orchester Lissabon, dem Philharmonischen

Orchester von Malaysia, dem Schwedischen Radio-

Sinfonieorchester und dem Philharmonischen Orchester Bergen.

Soloabende führten den Klarinettisten Julian Bliss zu so angesehenen

Veranstaltungsorten wie der Londoner Wigmore Hall und

in die neue Londoner Cadogan Hall, in den Pariser Louvre, zum

20

Foto: Thomas Rabsch


Montpellier Festival, zum Jerusalem Music Festival, zum Festival

Kissinger Sommer, zum Rheingau Musik Festival und zu den

Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, wo er nach dem Gewinn

des Publikumspreises nun regelmäßig zu Gast ist. Vor kurzem

debütierte er sehr erfolgreich im New Yorker Lincoln Center. Als

engagierter Kammermusiker arbeitete Julian Bliss mit Künstlern

wie den Geigern Joshua Bell und Julian Rachlin, den Cellisten Steven

Isserlis und Misha Maisky sowie den Pianisten Stephen Kovacevich,

Elena Bashkirova, Simon Trpceski und Helen Grimaud

zusammen.

Die Aufnahmen, die Julian Bliss für das Label EMI machte, fanden

den Beifall der Kritik, und über die jüngste Aufnahme, die

der Klarinettist mit der Aufnahmepartnerin Sabine Meyer vorlegte,

schrieb das CD-Magazin „Gramophone“: „Spohrs zweites

Klarinettenkonzert c-Moll, hier farbenreich gespielt von Julian

Bliss, ist voller instrumentaler Fantasie, verlangt der Klarinette einige

äußerst originelle Effekte ab und beansprucht so viel Sorgfalt

bei der Balance und der Fingerfertigkeit.“

Bei zahlreichen Gelegenheiten war Julian Bliss im britischen Fernsehen

zu sehen. Anlässlich des achtzigsten Geburtstags der englischen

Königin spielte er im Rahmen der BBC Proms, wobei das

von einem großen Publikum verfolgte Konzert vom Fernsehen in

vierzig Länder um die ganze Welt übertragen wurde. Unter dem

Titel „Gifted“ („Hochbegabt“) wurde der Klarinettist im Fernsehen

in einer dreiteiligen Dokumentation vorgestellt, und er gehörte zu

den ausgezeichneten Künstlern, die am 1. Juni 2002 anlässlich

des fünfzigjährigen Thronjubiläums der Queen im Buckingham

Palace spielten.

Im Jahr 2007 wurde Julian Bliss von dem Instrumentenbauer

Conn Selmer eingeladen, eine Auswahl von erschwinglichen Klarinetten

zu planen, die seinen Namen tragen sollten. Die BLISS-

Klarinetten wurden kürzlich auf den Markt gebracht und haben

viel Lob erhalten.

Uhr Uhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhr 17 11111111111111111111111111111111111117

Sonntag, 20.2.2011

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Händel

Feuerwerksmusik

Krönungsmusiken

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Four ou o Four ou Cor Co Cor Coronat onat onat onat onat onat onat nat at onat onat nat on ion io ion o ion Anth Ant Anth nth Anth Anthems ems ems ems

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St. Ludger

Duisburg-Neudorf

Mitglieder der

Duisburger Philharmoniker

Infos unter:

www.philchor-du.de

21


Axel Kober (Dirigent) ist seit der Spielzeit 2009/2010 Generalmusikdirektor

der Deutschen Oper am Rhein. An dem Doppelinstitut

in den Städten Düsseldorf und Duisburg startete er

mit Benjamin Brittens Oper „Peter Grimes“ und widmete sich in

seiner ersten Spielzeit vor allem den Neuproduktionen von Franz

Lehárs „Lustiger Witwe“, von Gustave Charpentiers „Louise“, Richard

Wagners „Tristan und Isolde“ sowie Jörg Widmanns Oper

„Das Gesicht im Spiegel“.

Der aus Kronach stammende Axel Kober absolvierte sein Dirigierstudium

bei Professor Peter Falk und Professor Günther Wich an

der Hochschule für Musik in Würzburg. Außerdem nahm er an

einer zweijährigen Meisterklasse für Liedbegleitung bei Irvin Gage

an der Züricher Musikhochschule teil. Nach dem Studium kam

der Dirigent 1994 an das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin.

Von 1998 bis 2003 arbeitete er am Theater Dortmund, zuletzt

als Erster Kapellmeister und Stellvertreter des Generalmusikdirektors.

2003 wechselte er an das Nationaltheater Mannheim, wo

er in der Spielzeit 2005/2006 zum stellvertretenden Generalmusikdirektor

und ein Jahr später zum kommissarischen Generalmusikdirektor

ernannt wurde. In dieser Zeit erarbeitete er sich ein

22

Foto: Hans Jörg Michel


i, Wojciech Kilar und anderen.

kau geborene Antoni Wit studierte Dirigieren bei

yz . , Komposition bei Krzysztof Penderecki und

r Krakauer Jagiellonen-Universität. Seine musisbildung

schloss er bei Nadia Boulanger in Paris

kten Anschluss an sein Studium war er bis 1969

Assistent von Witold Rowicki an der Warschauer

nie tätig.

zweiten Preis des Internationalen Herbert-vonrigierwettbewerbs

in Berlin begann 1971 Antoni

ationale Karriere. Der Dirigent leitetet führende

wie die Berliner Philharmoniker, die Staatskaden,

das Tonhalle Orchester Zürich, das Royal

nic Orchestra, das Philharmonia Orchestra, das

hony Orchestra London, das Montreal Symphony

nd das NHK Symphony Orchestra Tokyo. Der Di-

Konzerte in den großen Musikzentren Europas, in

nd in Südamerika, im Nahen und Fernen Osten.

gierte er unter anderem das Orchestre Philharmotrasbourg,

das Orchestre de la Suisse Romande,

apelle Weimar und das Japan Philharmonic Oryo.

einer mehr als einhundert Aufnahmen bei Labels

MV, CBS, Naxos, NVS Arts, Pony Canyon, Polskie

rhielt der Dirigent Preise. Seine Interpretation von

skis Stabat Mater (EMI) wurde von englischen

einer der besten Einspielungen des Jahres 1985

oni Wits gemeinsam mit Kun Woo Paik vorgelegte

g aller Klavierkonzerte von Sergej Prokofjew ge-

3 den „Diapason d’Or“ und den „Grand Prix du

breites Opernrepertoire, das Werke von Wolfgang Amadeus Mozart,

Richard Wagner, Giuseppe Verdi und Richard Strauss ebenso

enthielt wie Alban Bergs „Wozzeck“. 2007 kam Axel Kober als

Musikdirektor nach Leipzig und übernahm an der Seite von Riccardo

Chailly die musikalische Leitung des dortigen Opernhauses.

In Leipzig debütierte er mit Carl Maria von Webers „Freischütz“

und dirigierte anschließend in zahlreichen Aufführungen Premieren

und Wiederaufnahmen von Giacomo Puccinis „La Bohème“,

von Giuseppe Verdis „Aida“, Georges Bizets „Carmen“, „Tannhäuser“,

„Rienzi“, „Lohengrin“, „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“ von

Richard Wagner, „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss sowie

Leos Janáceks „Jenufa“ und eine Schönberg-Trilogie. Im Januar

2007 debütierte er beim Großen Konzert des Gewandhausorchesters.

Dies führte zu jährlichen Folgeeinladungen.

Auch zu den Opernhäusern, an denen er bereits früher gewirkt

hatte, hält der Dirigent Kontakt. So leitete er im September 2010

in Leipzig „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner.

Außerdem erhielt er eine Einladung, „Tristan und Isolde“ zu dirigieren.

Hiermit wird die Leipziger Oper beim Hongkong Arts Festival

gastieren. Gastspiele führten Axel Kober auch an die Königliche

Oper Kopenhagen und an die Wiener Volksoper. Dort leitete er zunächst

„Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss, und „Der König

Kandaules“ von Alexander Zemlinsky wird ab Mai 2011 folgen. In

Hamburg gastierte er beim NDR Sinfonieorchester, ferner wurde

er wiederholt an die Hamburgische Staatsoper eingeladen. 2009

debütierte er mit „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss

an der Deutschen Oper Berlin. Diese Strauss-Oper leitet er auch

an der Deutschen Oper am Rhein. An der Rheinoper steht er

in der Spielzeit 2010/2011 bei den Neuproduktionen von „Dialogues

des Carmélites“ von Francis Poulenc, von Wolfgang Amadeus

Mozarts „Così fan tutte“ und bei den Wiederaufnahmen von

Benjamin Brittens „Peter Grimes“, von Richard Wagners „Parsifal“

und Giuseppe Verdis „Falstaff“ am Pult. Auch die Zusammenarbeit

mit Martin Schläpfer und dem Ballett am Rhein findet seine

Fortsetzung. So dirigiert er bei „b.09“ „Ein deutsches Requiem“

von Johannes Brahms. Konzertverpflichtungen führen den Dirigenten

nicht nur zu den Duisburger Philharmonikern, sondern

auch zu den Düsseldorfer Symphonikern.

n von: Herausgegeben von:

Stadt Duisburg · Der Oberbürgermeister Adolf Sauerland

g · Der Oberbürgermeister Adolf Sauerland

Dezernat für Familie, Bildung und Kultur ·

amilie, Dezernent Bildung der und Stadt Kultur Duisburg · Karl Janssen

Stadt Duisburg Karl Janssen

Duisburger Philharmoniker · Intendant Dr. Alfred Wendel

Neckarstraße 1 · 47051 Duisburg

ilharmoniker philharmoniker@stadt-duisburg.de · Intendant Dr. Alfred · www.duisburger-philharmoniker.de

Wendel

47051 Druck: Duisburg Basis-Druck GmbH · www.basis-druck.de

r@stadt-duisburg.de · www.duisburger-philharmoniker.de

e Druck + Verlag GmbH & Co. KG

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Die nächsten Konzerte

Mittwoch, 23. Februar 2011, 20.00 Uhr

Donnerstag, 24. Februar 2011, 20.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle Duisburg

7. Philharmonisches Konzert

2010/2011

Simon Gaudenz Dirigent

Iveta Apkalna Orgel

Béla Bartók

Tanzsuite Sz 77

Joseph Jongen

Symphonie Concertante für Orgel und Orchester op. 81

Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Konzertführer live“ mit Astrid Kordak um 19.15 Uhr

im „Tagungsraum 4 + 5“ des Kongresszentrums im CityPalais

Sonntag, 27. Februar 2011, 19.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle Duisburg

6. Kammerkonzert 2010/2011

Quatuor Ebène:

Pierre Colomet Violine

Gabriel Le Magadure Violine

Mathieu Herzog Viola

Raphael Merlin Violoncello

Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquartett d-Moll KV 421

Alexander Borodin

Streichquartett Nr. 2 D-Dur

Ludwig van Beethoven

Streichquartett cis-Moll op. 131

Konzertführer live“ mit Sebastian Rakow um 18.15 Uhr

im „Tagungsraum 4 + 5“ des Kongresszentrums im CityPalais


City Vinum „Treff für Weinfreunde“

Eine große Weinauswahl, attraktive Preise und Freude am

Weingenuss. Das ist unsere Philosophie.

City Vinum steht für den kompetenten aber unkomplizierten

Umgang mit dem Thema Wein.

Wir führen über 300 Weine aus aller Welt. Davon sind wechselnd

ca. 50 im Ausschank erhältlich. Ob Italien, Deutschland,

Frankreich, Spanien oder Übersee: Bei uns findet der Genießer

und jeder Weinfreund den passenden Tropfen.

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Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag 12.30 – 22.00 Uhr

Sonn- und Feiertags 16.00 – 21.00 Uhr

Bei Veranstaltungen Open End

Telefon: 0203/39377950

E-Mail: j.zyta@city-vinum24.de


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Freitag, 4. Februar 2011, 20.30 Uhr

Kulturzentrale HundertMeister

PlayList 4.3

unruhig

Martinu, Mahler, Tango

Albhia Quartett:

Susanne Schael Geige

Meike Beyer Geige

Tom Verbeke Cello

Desar Sulejmani Klavier

Das Albhia Klavierquartett ist eigentlich ein ganz normales

Klavierquartett. Neben Mahler und Martinu spielen sie an

diesem Abend das Klavierquartett von Joaquín Turina. Aber

da ist noch etwas, das sie interessiert: die Tangos von Piazzolla

und einige Klavierstücke des spanischen Komponisten

Albéniz. Diese gewitzten Stücke haben sie extra für diesen

Abend bearbeitet, um ihnen den Klavierquartettsound mitzugeben.

Das klingt unüblich? Einfach vorbeikommen und

selber entdecken.

Samstag, 19. Februar 2011, 16.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle

Toccata 3

(Änderung! Neues Programm und neuer Interpret)

Colin Walsh (Orgel)

(Organist Laureate)

Lincoln Cathedral (UK)

Werke von Charles Villiers Stanford, Dr. George Bennett,

Johann Sebastian Bach, Norman Cocker,

Charles Marie Widor, Herbert Howells und

Gaston Litaize

Colin Walsh gehört zu den gefragtesten Organisten seiner

Generation in England. Im Jahr 2006 wurde er zu dem Organisten

des international hoch geschätzten Organist’s Congress

gewählt. Er gab Konzerte in Neuseeland, im Moskauer

Svetlanov-Saal, im Kölner Dom sowie in den Pariser Kirchen

Notre Dame und Saint Sulpice.


Freitag, 22. April 2011, 19.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle

Matthäus-Passion

Johann Sebastian Bach

Matthäus-Passion BWV 244

in der Fassung von Felix Mendelssohn Bartholdy

Solisten

Chorus Musicus Köln

Das Neue Orchester

Christoph Spering Dirigent

Fast ein Jahrhundert lang hatte Bachs Matthäus-Passion im Archiv

geschlummert, als der junge Felix Mendelssohn Bartholdy

das Werk im Jahre 1829 in Berlin einer staunenden Öffentlichkeit

präsentierte. Nicht in der Originalgestalt freilich: deren

Länge glaubte er seinem Publikum nicht zumuten zu können;

und auch Bachs originale Instrumentierung passte Mendelssohn

behutsam dem Klangideal seiner Zeit an. Lange Zeit galt

diese Fassung als anmaßende Verfälschung eines alle Epochen

überstrahlenden Meisterwerks. In den letzten Jahren wurde ihre

Bedeutung neu definiert: als faszinierendes historisches Dokument,

in dem die Perspektive einer musikalischen Epoche auf

eine andere greifbar wird.

(Konzerteinführung durch Dr. Norbert Bolin um 18.00 Uhr)

Einzelkarten 9,00 / 15,00 / 19,00 / 25,00 /30,00 / 36,00 €

ermäßigt 5,00 / 8,00 / 10,00 / 13,00 / 15,50 / 18,50 €

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