Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV)

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Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV)

der Waffenbesitzkartenpflicht und bedürfen daher keiner

Mitnahmeerlaubnis. An Bord des Schiffes ist darüber hinaus

kein Kleiner Waffenschein erforderlich, da hier nicht

von einem Führen der Waffe auszugehen ist (Anlage 1 Abschnitt

2 Nummer 4) oder aber dieses über § 12 Absatz 3

Nummer 1 erlaubnisfrei ist.

– Inhaber von Bescheinigungen nach § 56 (z. B. Staatsgäste

aus anderen Staaten).

Abgesehen von den Fällen des § 56 sind Waffen und Munition

sowie die Berechtigungen für eine Mitnahme nach

Deutschland nach § 33 Absatz 1 und 2 den zuständigen

Überwachungsbehörden bei der Einreise aus einem Drittstaat

auch vorzuführen bzw. nachzuweisen und auszuhändigen,

wenn eine Erlaubnis zu der Mitnahme nicht erforderlich

ist.

Der Waffenschein (§ 10 Absatz 4 Satz 1) berechtigt nicht

zur Einfuhr von Munition.

32.4 Die Ausstellung eines Europäischen Feuerwaffenpasses

nach § 32 Absatz 6 erfolgt nach den Maßgaben des § 33

AWaffV. Hinsichtlich des Vordrucks „Europäischer Feuerwaffenpass“

ist zu beachten, dass entsprechend der Empfehlung

der Kommission vom 28. Dezember 2004 in Ergänzung

zur Empfehlung 96/129/EG zum Europäischen Feuerwaffenpass

(2005/1 1/EG) der entsprechende Vordruck nach der

WaffVwV 1979 ab dem 1. Mai 2006 nicht mehr verwendet

werden soll. Der Antragsteller hat dafür die Angaben nach

§ 30 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 bis 3 AWaffV zu machen.

Der Europäische Feuerwaffenpass ist ein für den grenzüberschreitenden

Verkehr zwischen den EU-Mitgliedstaaten bestimmtes

Dokument zum Nachweis der nationalen Berechtigungen

des Inhabers zum Waffenbesitz. Der Europäische

Feuerwaffenpass berechtigt zur Mitnahme der dort eingetragenen

Schusswaffen und für diese bestimmte Munition in einen

anderen EU-Mitgliedstaat grundsätzlich nur, wenn dieser

Staat zuvor zugestimmt hat (Artikel 12 Absatz 1 der EG-Waffenrichtlinie).

Der Antragsteller ist bei der Übergabe des Europäischen Feuerwaffenpasses

darauf hinzuweisen, dass er im eigenen Interesse

die jeweils gültige Rechtslage des zu bereisenden Staates

selbst erfragen sollte.

Im Einzelfall können in den Europäischen Feuerwaffenpass

auch Waffen eingetragen werden, die nicht in Anlage 1 Abschnitt

3 genannt sind, sofern dies von dem anderen Mitgliedstaat

verlangt wird. Voraussetzung hierfür ist, dass die Waffen

berechtigt besessen werden (z. B. Druckluft-, Schreckschuss-,

Reizstoff- oder Signalwaffen).

Zu § 33: Anmelde- und Nachweispflicht bei Verbringen

oder Mitnahme von Waffen oder Munition in

den oder durch den Geltungsbereich des

Gesetzes

33.1 Die in § 33 Absatz 1 geregelte Verpflichtung, die in der

Vorschrift genannten Waffen oder Munition bei einem Verbringen

oder bei einer Mitnahme nach Deutschland aus einem

Drittstaat bei der zuständigen Überwachungsbehörde (Zolldienststellen

und BPoL) anzumelden und auf Verlangen vorzuführen,

gilt auch in den Fällen des § 32 Absatz 5 sowie in

den Fällen, in denen der Umgang mit solchen Waffen oder

Munition verboten ist. Die Anmeldepflicht umfasst neben zum

Verbleib im Inland bestimmter Waffen und solcher Munition,

auch Waffen und Munition, die z. B. zur Durchfuhr im Rahmen

eines Versandverfahrens, zur Ausbesserung im Rahmen

der aktiven Veredelung, zur vorübergehenden Verwendung,

oder zur Lagerung in einem Zolllager bzw. in einem Freilager

oder einer Freizone bestimmt sind. Sie gilt unabhängig von

der beabsichtigten zollrechtlichen Bestimmung. Weitergehende

zollrechtliche Vorschriften insbesondere über die Gestellung

von Waren, sowie beschussrechtliche Vorschriften

über Waren, die dem BeschG unterliegen, bleiben unberührt.

– 39 –

Die Anmeldepflicht beim Verbringen oder der Mitnahme aus

Drittstaaten (§ 33 Absatz 1) gilt unabhängig von zollrechtlichen

Gestellungs- und Anmeldepflichten. Die Überwachung

des Verbringens oder der Mitnahme von Waffen oder Munition

im Sinne von § 29 Absatz 1 aus einem Drittstaat in den

oder durch den Geltungsbereich des Gesetzes (§ 33 Absatz 1)

ist Aufgabe der Zollverwaltung, die BPoL wirkt lediglich mit.

Als Berechtigung zur Verbringung oder Mitnahme ist, außer in

den Fällen des § 32 Absatz 5, der nach bundeseinheitlichem

Vordruck ausgestellte Erlaubnisschein vorzulegen.

Bei verbotenen Waffen und Munition, für die das BKA eine

Ausnahmegenehmigung nach § 40 Absatz 4 erteilt hat, ist neben

dieser Ausnahmegenehmigung ggf. die darin zusätzlich

geforderte Erlaubnis zum Verbringen oder zur Mitnahme (vgl.

Nummer 40.2.3) vorzulegen.

Personen, die bei der Einreise eine ihnen erteilte Erlaubnis zur

Mitnahme oder zum Verbringen nicht mit sich führen, werden

an die waffenrechtlich allgemein zuständige Behörde verwiesen

(Bezirk des gewöhnlichen Aufenthalts oder die nach § 49

Absatz 1 Nummer 1 zuständige Behörde). Die Waffen und die

Munition bleiben bis zur Vorlage der Berechtigung im Gewahrsam

der Zoll- bzw. Grenzdienststelle. Dem Einreisenden

ist eine angemessene Frist zu setzen, innerhalb derer die Erlaubnis

vorzulegen ist.

33.2 Die ergänzenden Angaben nach § 29 Absatz 3 Satz 3 und

§ 30 Absatz 3 Satz 2 AWaffV sind der Überwachungsstelle

vom Erlaubnisinhaber in jedem Fall mitzuteilen, auch wenn

eine Abfertigung zum freien Verkehr nicht beabsichtigt ist,

weil die Gegenstände beispielsweise zur Durchfuhr bestimmt

sind.

33.3 Die Mitteilungen über ergänzende Angaben zum Erlaubnisschein

nach § 32 Absatz 3 AWaffV sind denjenigen Behörden

zuzuleiten, die die dem Verbringen oder der Mitnahme zugrunde

liegende Erlaubnis – ggf. als Zustimmung – erteilt

haben.

Dazu lässt die Genehmigungsbehörde die Felder des Erlaubnisscheins,

die erst durch die Überwachungsstelle ausgefüllt

werden sollen, frei und versieht den Erlaubnisschein mit dem

Hinweis: „Die Felder Nummer 6 und 7 sind durch die Überwachungsbehörde

nach § 33 Absatz 3 zu ergänzen. Eine Kopie

des vervollständigten Erlaubnisscheins ist zu senden an das

Bundeskriminalamt, 65173 Wiesbaden“.

Zu § 34: Überlassen von Waffen und Munition, Prüfung

der Erwerbsberechtigung, Anzeigepflicht

34.1 § 34 Absatz 1 Satz 1 regelt die grundlegende Verpflichtung

aller Waffenbesitzer, Waffen und Munition nur berechtigten

Personen zu überlassen; auf die verschiedenen Sanktionen

im Fall einer Zuwiderhandlung wird hingewiesen (siehe

insbesondere § 52 Absatz 3 Nummer 7 und § 53 Absatz 1

Nummer 16). Erfasst werden alle Waffen (einschließlich Munition)

unabhängig davon, ob diese allgemein oder im Einzelfall

ohne behördliche Erlaubnis erworben werden dürfen oder

ob waffenrechtliche Erlaubnisvorbehalte und/oder Verbote

oder sonstige Erwerbsvoraussetzungen zu beachten sind.

Waffen oder Munition dürfen nur überlassen werden, wenn die

ausreichende Berechtigung des Empfängers entweder offensichtlich

oder aber gegenüber dem Überlassenden nachgewiesen

worden ist. Die Zulässigkeit des Überlassens ist festzustellen,

unabhängig von der zivilrechtlichen Ausgestaltung der

berührten Rechtsverhältnisse, vom Bestehen von Aufsichtsverhältnissen

oder von der Dauer des beabsichtigten Erwerbs

für jede Person, die die tatsächliche Gewalt über die Waffe

oder Munition erlangen will. Die Sonderregelung des § 34 Absatz

1 Satz 5 für die Fälle der gewerbsmäßigen Beförderung

durch einen anderen an einen Dritten erweitert die Prüfpflichten

des Überlassenden. Dieser ist sowohl für die Auswahl

einer berechtigten Transportperson als auch für die Prü-

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