als PDF - Gustav-Adolf-Werk eV

gustavadolfwerk

als PDF - Gustav-Adolf-Werk eV

Gustav-Adolf-Werk 175 – Aktion 175 Gottesdienste

3. S. n. Ep. Joh. 4, 5-14

20.1.2007, Kaiserslautern-Erlenbach, Protestantische Kirche, 18 Uhr, und

Kaiserslautern-Morlautern, Protestantische Kirche, 19 Uhr: Glauben verbindet:

Das GAW und die Region

Johannes 4, 5-14 (Friedhelm Hans)

Liebe Gemeinde!

Kirchenbezirk und Stadt haben sich beim pfälzischen Gustav-Adolf-Hauptfest

im September von der besten Seite gezeigt. Der verflixte Terminplaner hat

Ihre Gemeinde um einen Gottesdienst gebracht. Mit Ihrem Pfarrer habe ich

zum Ausgleich vereinbart, heute „Ihre“ Gustav-Adolf-Predigt nachzuholen.

Sie haben nun den Vorzug, den ersten einer Reihe von Gottesdiensten zu

erleben, die dem Motto des 175jährigen Jubiläums des GAW folgen:

„Glauben verbindet“. Dieses schöne Wort spricht Pfälzer Protestanten aus

der Seele. Es reimt sich auf unser pfälzisches Glaubensleben:

Da war die „Kirchenunion“, die 1818in Kaiserslautern Lutheraner und

Reformierte in einer Kirche verbunden hat: „Glauben verbindet“ die

Protestanten auf Grundlage der Heiligen Schrift. Ich nenne den Reformator

Philipp Melanchthon. Der in der Kurpfalz Geborene folgte der

reformatorischen Erkenntnis und hat doch für die Verbundenheit aller

Christen geworben. Ich nenne die Toleranz, die in der Pfalz zur Aufnahme

der Wallonen, Waldenser, Hugenotten und anderer Glaubensflüchtlinge

geführt hat. In der Gegenreformation haben unsere Vorfahren in Erinnerung

an die Toleranz wie im Staccato die Glaubens- und Gewissensfreiheit

eingefordert. In den letzten Jahrzehnten sehe ich Spuren von „Glauben

verbindet“ in der Aufnahme der Flüchtlinge, in Aktionen wie Brot für die Welt

und Pakete für die Ostzone; ferner die Hilfen bei der großen Hamburger

Sturmflut, dem Elbhochwasser, dem Tsunami usw.

Seit 175 Jahren praktiziert das Gustav-Adolf-Werk Dasein für andere. Zwar

haben anfangs der bayerische König Ludwig II. und das reaktionäre

Ministerium Abel der Gustav-Adolf-Arbeit mit Verboten Schwierigkeiten

gemacht. Das hat aber der Idee, bedrängten Freunden beizustehen, nur

Auftrieb gegeben. Weil „glauben verbindet“, hat die Gemeinde Morlautern

beim Kirchenbau vor 80 Jahren Hilfe aus nah und fern erhalten. Heute

aktiviert das GAW Partner weltweit über das gesamte kirchliche Spektrum.

1


Gustav-Adolf-Werk 175 – Aktion 175 Gottesdienste

Nach wie vor gilt: „Wir bauen die Straße, über die alle hinterher fahren.“

Gustav Adolf verbindet im Geiste Christi, niemals als Einbahnstraße. Wir

sprechen, reden, tauschen uns aus. Stipendiaten lernen in Deutschland.

Noch ein Beispiel: Die Gemeinde St.-Ingbert-Rohrbach hat den Luxemburger

Pfarrer im Zuge des Jubiläums eingeladen. 14 Tage später geht es zum

Gegenbesuch nach Luxemburg. Der gemeinsame Glaube schlägt die

Brücke. Der Kurort Dahn braucht sein Gemeindehaus für die Begegnung von

Gemeinde und Gästen im Zeichen des Glaubens. Im Grunde ist Ihre

Gemeindearbeit nicht anders angelegt als einladen, zusammenführen,

Menschen ins Gespräch bringen. Sie trösten, wo es notwendig ist, Sie

richten auf, schaffen Freude: Das wollen Sie, das wollen wir alle: Liebe üben,

Evangelium leben mit allen Generationen.

Text: Johannes 4, 5-14

Jesus kam in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe dem Feld,

das Jakob seinen Sohn Josef gab.

4:6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der

Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde.

4:7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht

zu ihr: Gib mir zu trinken!

4:8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen.

4:9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um

etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische

Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. -

4:10 Jesus antwortete und sprach zu ihr; Wenn du erkennst die Gabe Gottes

und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn,

und der gäbe dir lebendiges Wasser.

4:11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du

schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser?

4:12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben

hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.

4:13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den

wird wieder dürsten;

4:14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich gebe, den wird in

Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde,

das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Liebe Gemeinde, das Gute tun, wie das Motto des GAW sagt, die Straße

bauen oder die Verbindungswege nutzen: Kirchliches Engagement kann uns

mitunter ermüden. Hier ist Jesus müde vom langen Weg, dieser menschliche

Zug macht unseren Herrn sympathisch. An einem Brunnen in Samarien

verblüfft Jesus eine einzige Frau damit, dass er sie als der Fremde um einen

Gefallen bittet. Im Kleinen beginnt etwas Großartiges, Weltbewegendes: Wie

ein Stein, der ins Wasser fällt und seine Kreise zieht, geht das Evangelium

2


Gustav-Adolf-Werk 175 – Aktion 175 Gottesdienste

von Jerusalem aus, erfasst Judäa, die Glaubensnachbarn in Samaria, zuletzt

alle Völker bis ans Ende der Welt.

Heute müssen wir gestehen, dass, so fleißig Kirchenleute und Gemeinden

sind, soviel sie einladen und feiern, trösten und arbeiten, einige müde

werden. Wo bleibt die Resonanz? Wo bleiben die Jungen? Sie kennen das.

Hinzu kommt in der Tat eine Furcht vor dem mächtigen Auftreten anderer

Religionen. Die anderen sind immer im Fernsehen zu sehen, wo bleibt nur

unsere Kirche mit Bischof Dr. Wolfgang Huber in Berlin? Mit diesem Mann

und vielen anderen brauchen wir uns in der Qualität ihrer Aussagen als

evangelische Kirche nicht zu verstecken!

Die Geschichte zeigt, dass das Atemholen notwendig ist. Letztlich leben wir

aber von der Erfrischung. Sie mag aus einem Brunnen kommen und von

einer Frau gereicht werden. Sie mag herrühren von schwungvollen Kirchen in

Südeuropa oder Südamerika – nur ein Beispiel: Eine Gemeinde im

Amazonas will nach Jahren im Mehrzweckraum endlich eine Kirche bauen,

die nur der Andacht gewidmet ist. Tun sie nicht recht? Der Heidelberger

Theologieprofessor Möller schreibt uns ins Stammbuch, dass die Kirche in

einer Gemeinde wie die gute Stube in einem Haus sein soll. Erfrischung für

die Seele vom Alltagslärm und Trott – irgendwann kommen die Menschen

darauf, wie wichtig diese Quelle für ihr Leben ist.

Für das Aufblühen steht nicht allein unser Fleiß, nicht viele Aktionen, auch

nicht das GAW, letztlich heißt die sprudelnde Quelle Christus. Damit sein

Wort ausgebreitet und vertieft wird, dazu will unser Werk beitragen. Die

Alternative wäre, wie die Frau aus Samaria sagt: „Wir haben keine

Gemeinschaft“, sagt sie, „wir sind hier, ihr seid dort.“ Jesus kehrt dieses

Denken um. Er führt zusammen, die an ihn glauben. Er verbindet Menschen

und Völker. Die Frau merkt, wie in der Person Jesu aller Durst nach Frieden,

Gemeinschaft, Anerkennung und Sicherheit gestillt wird. Nur vordergründig

ist sie die Gebende. Viel mehr ist sie die Beschenkte. Jesus gibt ihr mehr als

der Ahnherr Jakob. Jesus bringt Erquickung für’s Leben.

3


Gustav-Adolf-Werk 175 – Aktion 175 Gottesdienste

Der Lebensstrom Jesu sprudelt weiter. Was wir in seinem Namen tun, wird

gesegnet. In der Diaspora draußen hören wir immer wieder, dieses große

Zutrauen zu unserer Kirchenfamilie, sichtbar im GAW noch einmal anders,

persönlicher als im Ökumenischen Rat, wir pflegen eine Familienstruktur und

sind keine Behörde: „Danke, dass es euch gibt, die größere Gemeinde! Wir

gehören doch zusammen. Was wir glauben, verbindet uns. Danke, dass ihr

immer wieder Zeichen der Verbundenheit setzt. Ihr betet und singt und

sammelt für uns und vergesst die Kleinen nicht. Das gibt uns Ausdauer und

Mut. Was wir glauben, dass allein Christus und sein Wort und seine Gnade

uns selig machen, hält uns zusammen.“ Der auf Blick auf Christus verbindet.

Ihm schenken wir unser Vertrauen. Sein gutes Wort zieht Kreise, hier und in

der Diaspora, heute und in aller Zukunft. Amen.

EG 648, 1-3 Ins Wasser

Gebet:

Vaterunser

Abk.: Kerzenaktion

Dank für bisherige Unterstützung, bitte um weitere.

OG

EG

Segen

Orgel

4

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine