Begleitheft - Gustav-Adolf-Werk eV

gustavadolfwerk

Begleitheft - Gustav-Adolf-Werk eV

Glauben verbindet –

miteinander wachsen

Arbeitsmaterialien

zur Kinder-, Konfirmanden- und Jugendgabe

2007

Impressum

Impressum

Gustav-Adolf-Werk e. V.

Diasporawerk Gustav-Adolf-Werk der Evangelischen e.V. Kirche in Deutschland

(GAW) Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland

Pistorisstraße 6, 04229 Leipzig

Tel.: 03 41-4 90 62-0, Fax: 03 41-4 90 62 66

E-Mail: jugendarbeit@gustav-adolf-werk.de

Internet: www.gustav-adolf-werk.de

Kinder-, Konfirmanden- und Jugendgabe 2007

Spendenkonto:

Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen eG-

LKG, Dresden

BLZ: 85095164

Konto-Nr.: 223344

Kennwort: »JUGA 2007«

Herausgeber: Gustav-Adolf-Werk

Verantwortlich: Pfarrer Hans Schmidt

Mitarbeiter: Thomas Ott

Gestaltung und Layout: Barbara Gomon, Leipzig

Druck: Druckerei Hennig, Wachau

Redaktionsschluss: 30.10.2006

Anmerkung

Wo immer in diesem Heft von Schülern, Lehrern, Pädagogen,

Betreuern, Ministern, Mitarbeitern, Präsidenten, Vertretern,

Pfarrern, Bischöfen, Pastoren, Kantoren, Kollegen

und Christen die Rede ist, sind immer auch Schülerinnen,

Lehrerinnen, Pädagoginnen, Betreuerinnen, Ministerinnen,

Mitarbeiterinnen, Präsidentinnen, Vertreterinnen,

Pfarrerinnen, Bischöfinnen, Pastorinnen, Kantorinnen,

Kolleginnen und Christinnen gemeint.

Die Verwendung der männlichen Form dient ausschließlich

der besseren Lesbarkeit Lesbarkeit.


Inhalt

Impressum 1

Anmerkung 1

Quellen 2

Vorwort 3

Projektinformationen aus Paraguay 4

Die Partnerkirche des GAW in Paraguay 5

Länderinformationen zu Paraguay

(Kopiervorlage) 9

Paraguayisches, bunt gemischt 10

Projektinformationen aus der Slowakei 15

Die slowakischen Partnerkirchen des GAW 16

Länderinformationen zur Slowakei

(Kopiervorlage) 19

Speziell Slowakisches 20

Bausteine, Gedanken und Lieder zum Leitwort 25

Thema 25

Lebensbaum (Kopiervorlage) 26

Konfirmandenstundenentwürfe 27

»Miteinander wachsen« 27

»Paraguay« 28

Kindergottesdienstentwurf 30

Lied: Wo ein Mensch Vertrauen gibt 31

Lied: Wir pflügen und wir streuen 32

Lied: Ich möcht’, daß einer mit mir geht 33

Spezieller Spendensammeltipp

für Konfirmanden 33

Gustav-Adolf-Jubiläumsrätsel (Kopiervorlage) 34

Diaserie zur JUGA 2007 36

Bestellschein (Kopiervorlage) 41

Aufruf zum Kreativwettbewerb 42

In eigener Sache 43

Aus der Chronik des Gustav-Adolf-Werks 44

2

Quellen

Fischer-Weltalmanach

Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland

Evangelische Kirche am La Plata

Reformierte Christliche Kirche in der Slowakei

Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

Slowakische Tourismusagentur

EineWelt Nr. 4/2006

Michaela Scharff

Anna-Silja Heitmann

Carola Scherf

Adolf Dietzsch

Doreen Just

Hans Schmidt

GAW-Archiv


Vorwort

»Glauben verbindet« steht als Motto über dem 175.Geburtstag

des GAW. Dabei soll es »rund gehen«, wie man

so sagt. Das ganze Jahr 2007 hindurch wird das Jubiläum

mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert werden.

Sie sollen erinnern an Anfänge und Geschichte des GAW,

aber auch anregen zu Situationsbeschreibungen und anleiten

zu Wegen für die zukünftige Arbeit der Haupt- und

Frauengruppen des GAW gemeinsam mit seinen Partnern

und Freunden.

Die aktuelle JUGA 2007 ist Teil des Festprogramms. Dass

es auch bei ihr »rund gehen« soll, zeigt das Bild auf dem

Titelblatt des Arbeitsheftes und auf dem Faltblatt. Wie in

einem Vexierbild schaue ich auf einen Kranz junger, fröhlicher

Gesichter über mir. Wer bin ich unter ihnen und wo

bin ich unter ihnen? Liege ich unter ihnen; bin ich ihnen

unterlegen? Das Bild mit den fröhlichen Gesichtern stellt

in Frage. Eine ungewöhnliche Perspektive, die Aufmerksamkeit

verlangt. Unsicherheit beim ersten Blick löst sich

beim zweiten auf in Zutrauen. Alle Gesichter sind mir

freundlich zugewandt, als wollten sie mich schützen wie

ein Dach über mir. Alle Augenpaare suchen nach Blickkontakt

mit mir, als wollten sie mich halten, meinen

Blick anziehen und mich hochziehen wie in einem Spiel.

Jeder und jede mit seiner Kraft und Art durch gemeinsame

Zuwendung. Das Bild lässt sich spielerisch nachstellen:

Jemand legt sich mit geschlossenen oder verbundenen

Augen rücklings auf den Boden. Andere stellen

sich zusammen und neigen ihre Köpfe mit freundlichen

Gesichtern nach unten. Dann darf der unten Liegende

seine Augen öffnen. Das anschließende Gespräch verdeut-

licht die Eindrücke. Variiert man das Mienenspiel der

Gesichter, wird man unterschiedliche Wirkungen erzielen

und auswerten können.

Wir haben das Bild mit dem Motto der JUGA 2007 verbunden:

»Glauben verbindet – miteinander wachsen«. Das

Motto beruht auf der jahrzehntelangen Erfahrung aus der

Diasporaarbeit des GAW. Der Glaube ist die Verbindung,

die Gott zu uns Menschen aufbaut und uns schenkt. Mit

unserem Glauben antworten wir. Dabei können wir uns

gegenseitig helfen, sprachfähiger, ideenreicher, mutiger

und fröhlicher zu antworten – Gott zur Ehre und uns

zur Gewissheit und zu gemeinschaftlichem Wachsen im

Glauben.

Das vorliegende Arbeitsheft enthält ausführliche Informationen

zu den Projekten, die natürlich jungen Menschen

zugutekommen. Der Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung.

In der Slowakei geht es um Jugendkonferenzen,

die unter Anleitung von den jungen Menschen selbstständig

vorbereitet und durchgeführt werden sollen, und um

einen Jugendclub, der von einer evangelisch-lutherischen

und einer reformierten Schule gemeinsam betrieben wird.

Das Besondere an diesen Projekten liegt in der Zusammenarbeit

der evangelischen und der reformierten Kirche

des Landes. Das Projekt in Paraguay wird drei Schulen in

ihren beruflichen Ausbildungsprogrammen unterstützen.

Junge Menschen, Mädchen und Jungen, können damit

ihre Chancen für eine berufliche Ausbildung verbessern.

Für die Vorstellung der Projekte und für die Werbung bietet

das Heft neben dem Faltblatt und den Dias Bausteine

für den Konfirmandenunterricht, für Gottesdienste und

für Aktionen. Zusätzlich für Paraguay weisen wir hin auf

den Kalender 2007 für junge Menschen, ein Länderkalender,

zu bestellen in der Zentrale des GAW.

Ein »Highlight«, ein Höhepunkt wäre natürlich, wenn aus

der Unterstützung der Projekte persönliche Kontakte erwachsen

oder gar gemeinsam Jugendgottesdienste gefeiert

würden. Bei der Planung und Durchführung von Kontaktaufnahmen,

Besuchen und gemeinsamen Feiern sind

wir gern behilflich.

Viel Freude, viel Lachen und großen Erfolg wünschen wir

allen, die sich an der JUGA 2007 beteiligen. Gott segne

jeden einzelnen Einsatz und alle gemeinsamen Anstrengungen!

Das wünscht

Hans Schmidt, Pfarrer und Generalsekretär,

mit Thomas Ott, Beauftragter für Kinder- und

Jugendarbeit im GAW

3


Projektinformationen aus Paraguay

Jugendliche erhalten durch das Projekt eine umweltorientierte

und praxisnahe Ausbildung in verschiedenen

landwirtschaftlichen Tätigkeitsbereichen. Dadurch sollen

sie später einmal leichter einen Ausbildungs- oder

Arbeitsplatz finden.

Träger des Projektes ist die Evangelische Kirche am La

Plata, Distrikt Paraguay. An drei unterschiedlichen Orten

wird es verwirklicht.

a) Vereinigung der Evangelischen Kirchen im Alto Paraná:

Evangelische Schule und Internat »La Fe« in Hohenau

Verantwortlich: Pastor Heinz Düllmann

Hier ist vorgesehen, einen Computerraum auszustatten,

um regelmäßig EDV-Kurse und Unterricht für ca.300 Schü-

ler durchführen zu können. So wird es möglich sein, den

Schülern die für fast jede Beschäftigung geforderten EDV-

Kenntnisse zu vermitteln und ihre Eingliederung in den

Arbeitsmarkt bzw. die Aufnahme einer Ausbildung zu erleichtern.

Es wird die Finanzierung zur Anschaffung von

Rechnern, Mobiliar, Büchern und einer Klimaanlage für

den Computerraum beantragt.

Die evangelische Kirche ...

... und die Internatsschule »La Fe« in Hohenau Ob das Gewicht stimmt, wird hier ermittelt

4

b) Deutsche Evangelische Gemeinde in Asunción:

Landwirtschaftshof Dömel-Metsch in Ypacarai

Verantwortlich: Pastor Ricardo Becker

Beabsichtigt ist hier die Einrichtung eines kleinen Zentrums

für die Vermittlung praktischer Grundlagen. Die Ausbildung

wird in den Bereichen Schlachterei und Fleisch-

verarbeitung sowie Gastronomie erfolgen. Damit wird es

möglich, eigene Erzeugnisse auch selbst zu verarbeiten

und zu vermarkten. Für die betriebswirtschaftlich notwendigen

Kenntnisse werden entsprechende EDV-Programme

vorgestellt und trainiert. Eine zweite Phase sieht später die

Bereiche Bau-, Zimmerer- und Mechanikerhandwerk vor.

c) Evangelische Gemeinde Katueté:

Evangelische Landwirtschaftsschule in Katueté

Verantwortlich: Pastor Julio Strauch

Hier sind Schulungen in den Bereichen Garten- und Gemüseanbau

vorgesehen. Dabei wird die Infrastruktur der

Schule genutzt und durch Anschaffung von Betriebsmitteln

und Werkzeugen unterstützt. Die Schulungen werden

als Wochenkurse einmal monatlich organisiert und ziehen

sich über vier Monate hin. Für die Durchführung der

Kurse werden Kursleiter benötigt, bevorzugt Ingenieure

oder Techniker aus der Forst- bzw. Landwirtschaft. Für die

Schulungen werden vorhandene Anbauflächen genutzt.

Schließlich ist noch ein Kurs in Vertrieb und Marketing

geplant, für den eine Fachkraft aus diesem Bereich als

Kursleiter gebraucht wird. Da fallen Fahrgelder und Kosten

für die Informationsaufarbeitung an. Parallel zu den

Schulungen werden Marktanalysen angestellt, auf deren

Grundlage dann mit dem Vertrieb der Produkte begonnen

wird.

Mit 25000 € aus der JUGA 2007 wollen wir die Projektarbeit

in Paraguay unterstützen.


Argentinien, Paraguay, Uruguay

Der Schulhof in Hohenau Gute Ergebnisse im Gewächshaus

Die Partnerkirche des GAW in Paraguay

ist die Evangelische Kirche am La Plata

[Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP)]

mit 25000 Gemeindegliedern in 42 Großgemeinden, unterteilt

in 149 Kirchen- und Filialgemeinden, mit 70 Pastoren

und Diakonen. Sie erstreckt sich über die Staatsgebiete

von Argentinien, Paraguay und Uruguay.

Kirchenleitung: Sucre 2855, 3° piso

C1428DVY Buenos Aires, Argentinien

Tel.: (0054 11) 47 87 03 35, Fax: (0054 11) 47 87 04 36

Internet: www.iglesiaevangelica.org

Sekretariat: Sibylle Albrecht (Außenkontakte)

E-Mail: ierp@ierp.org.ar

Diakoniesekretär: Pastor Jorge Gerhard

Tel.: (0054 11) 47 87 03 35, Fax: (0054 11) 46 12-74 02

E-Mail: diaconia@ierp.org.ar

Präsident: Pastor Federico H. Schäfer

Congreso 3972. B1653HEJ Villa Ballester

Buenos Aires, Argentinien

Tel. und Fax: (0054 11) 47 68-20 78

E-Mail: presidente@ierp.org.ar

Generalsekretär: Pastor Juan Abelardo Schvindt

Doctor Aleu 3639, B1653BRE Villa Ballester, Buenos

Aires, Argentinien

Tel. und Fax: (0054 11) 47 68-51 22

E-Mail: secretario@ierp.org.ar

Die sich jährlich versammelnde Synode ist die gesetzgebende

Versammlung der IERP. Sie wählt alle zwei Jahre

zur Hälfte die neue Kirchenleitung.

Die Gemeindegliederzahl hat in den letzten Jahren erheblich

abgenommen. Die Binnenwanderung zerreißt

5


Schwarze Schafe gibt es überall ... Am Eingang zum ökumenischen Hospital »Die Hoffnung« ...

oftmals die Gemeinschaft kirchlicher Gruppen und führt

in Gegenden, in denen die IERP nicht präsent ist, sodass

die bisherige kirchliche Bindung kaum neu aufgebaut

werden kann. Zusätzlich verliert die IERP durch ökume-

nische Eheschließungen Mitglieder, wenn sie in der anderen

Konfession aufgehen. Ein reges Gemeindeleben wird

durch große Entfernungen sehr erschwert.

Über große Gebiete Argentiniens, Paraguays und Uruguays

liegen die Gemeinden verstreut. Die nördlichsten

(Nueva Germania und Katueté in Paraguay) und die südlichste

(Rio Negro Neuquén in Argentinien) sind über

6

3000 km voneinander entfernt. In Ost-West-Richtung sind

Montevideo (Uruguay) und Mendoza (Westargentinien)

1500 km voneinander entfernt.

Die Evangelische Kirche am La Plata (IERP) ist in sieben

Distrikte aufgeteilt:

Distrikt Entre Ríos (Argentinien)

Pfarrsitze: Bovril, Viale, Paraná, Aldea Protestante,

Crespo, General Ramirez, Lucas González,

Basavilbaso, Urdinarrain, Gualeguaychú

Paraguay


... und zur Kirche in Nueva Germania

Distrikt Uruguay

Pfarrsitze: Montevideo, Nueva Helvecia, Paysandú,

Young

Distrikt Misiones (Argentinien)

Pfarrsitze: Puerto Esperanza, Eldorado, Montecarlo,

Ruiz de Montoya, 25 de Mayo, Colonia Alicia, Leandro N.

Alem, Jardín América

Distrikt Paraguay

Pfarrsitze: Asunción, Nueva Germania, Independencia,

Hernandarias, Santa Rosa, Coronel Toledo, Capitán

Meza, Obligado, Hohenau, Katueté, Naranjal, Raúl Peña

Distrikt Oeste (Argentinien)

Pfarrsitze: Mendoza, Córdoba, Villa General Belgrano,

Charata, Resistencia, Humboldt, Santo Domingo,

Esperanza, Rosario, San Nicolás

Distrikt Metropolitano (Argentinien)

Pfarrsitze: Buenos Aires (Baradero, Centro, Belgrano,

Florida, Martínez, Olivos, Castelar, Los Polvorines,

Villa Ballester), Quilmes, Florencio Varela, Temperley,

Villa Gesell

Distrikt Sur (Argentinien)

Pfarrsitze: Bahía Blanca, Carmen de Patagones, Allen

Die stärkste Gemeindedichte gibt es in den argentinischen

Provinzen Entre Ríos, Santa Fé, Misiones und im Gebiet

der Großstadt Buenos Aires.

In Paraguay leben die Gemeinden zwischen den Flüssen

Paraguay und Paraná.

Uruguay hat nur drei Gemeinden, eine in der Hauptstadt,

die zweite in einer Schweizer Kolonie im Südwesten

(Nueva Helvecia), die dritte im Nordwesten des Landes

(Paysandú).

Die weiteste Streuung der Gemeinden gibt es in den

argentinischen Provinzen Chaco, Tucumán, Córdoba,

San Juan, Mendoza, La Pampa, Rio Negro, Neuquén und

im Süden der Provinz Buenos Aires.

Die Evangelische Kirche am La Plata hat für ihre Arbeit

im Wesentlichen drei Einnahmequellen:

Staunen im Kindergottesdienst

– Beitrag ihrer Gemeinden in Höhe von 15 % der jeweiligen

Einnahmen

– Beihilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland

(EKD) und anderer Partnerkirchen

– Beihilfen von Hilfswerken für bestimmte Projekte

Die Beihilfe der EKD wird jährlich reduziert. Wegen der

allgemeinen Verarmung der Menschen nehmen auch die

Einnahmen der Gemeinden ab. Von den 25000 Gemeindegliedern

zahlen 12000 einen Kirchenbeitrag. 22 Gemeinden

erhalten von der Kirchenleitung eine Beihilfe zu

ihren Haushalten. Einige Gemeinden können gerade ihre

eigenen Ausgaben finanzieren, aber keine Beiträge mehr

an die Gesamtkirche leisten.

Die Kirchenzeitung »Vida Abundante« dient sowohl als

Verbindung der Gemeinden untereinander wie auch als

Informationsblatt nach außen. Die geistliche Verbindung

in den Gemeinden und als Kirche wird mitgetragen von

den »Lecturas Diarias«, einem Andachtsbuch mit täglicher

Bibellese. Es wird in ganz Lateinamerika angeboten.

(Es kann bei der Zentrale des Gustav-Adolf-Werks

angefragt werden.)

Die IERP engagiert sich stark in verschiedenen ökumenisch-diakonischen

Projekten. Mit anderen Kirchen und

kirchlichen Organisationen ist sie beteiligt an folgenden

Aktivitäten:

– Argentinischer Flüchtlingsausschuss (Comisión Ar-

gentina para los Refugiados)

– Ökumenische Menschenrechtsbewegung (Movimiento

Ecuménico por los Derechos Humanos)

– Gemeinsamer Missionsrat für Ureinwohner in Argentinien

(Junta Unida de Misiones)

– Ökumenischer Dienst für die Menschenwürde in

Uruguay (Servicio Ecuménico para la Dignidad

Humana)

– Kirchenkomitee für Notstandshilfe (Comité de Iglesias

para Ayudas de Emergencia)

– Freundschaftsmission in Paraguay (Misión de Amistad)

7


Soja – auf dem Feld ... Das Weltgebetstagskomittee bei Vorbereitungen für die Liturgie 2007

Die IERP ist Mitträger von ökumenischen Ausbildungsinstituten

wie

Theologische Hochschule (ISEDET)

Centro Emmanuel

Rat für Gemeinsame Mission

(Consejo para la Misión Conjunta)

Die IERP ist Mitglied des Lutherischen und des Reformierten

Weltbundes und des Ökumenischen Weltrates

der Kirchen, Mitglied im Rat der Lateinamerikanischen

Kirchen (CLAI), in der Vereinigung der presbyterianischen

und reformierten Kirchen in Lateinamerika, in

der argentinischen und uruguayischen Föderation der

Evangelischen Kirchen. Die IERP lebt in kirchlicher

Gemeinschaft mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen

Kirche, mit den Reformierten Kirchen in Argentinien

und mit der Evangelischen Kirche der Waldenser

am La Plata, in einem bilateralen Austausch mit der Evangelisch-Methodistischen

Kirche von Argentinien und in

einer gegenseitigen Anerkennung der geistlichen Ämter

mit der Presbyterianischen Kirche und der Kirche der

Jünger Christi. Die IERP hat die Leuenberger Konkordie

unterzeichnet.

8

Ausbildungsstätte:

Evangelische Hochschule für Theologische Studien

[Instituto Superior Evangélico de Estudios Teológicos

(ISEDET)]

Rektor: Professor Dr. René Krüger, Camacuá 282,

C1406DOF Buenos Aires, Argentinien

Tel.: (0054 11) 46 32 50 30 und 46 32 50 39,

Fax: (0054 11) 46 33 28 25

E-Mail: rectorado@isedet.edu.ar

E-Mail: renekruger@infovia.com.ar

Internet: www.isedet.edu.ar

... und Soja im Sack


Länderinformationen zu Paraguay

Botschaft der Republik Paraguay

Hardenbergstraße 12, 10623 Berlin

Tel.: 030-319 986 0, Fax: 030-319 986 17

E-Mail: embapyde@t-online.de

Paraguay, Republik Paraguay; República

Paraguay (Spanisch), Tetâ Paraguay (Guaraní),

Nationalitätenkennzeichen: PY

Einwohnerzahl (100. Welt) 6 159 680 = 14 je km² (Deutschland 82 047 000, 230 je km²)

Fläche (58. Welt) 406 752 km² (Deutschland: 357 021 km²)

Hauptstadt Asunción, dort auch Regierungssitz

Amtssprachen Spanisch, Guaraní

Staat Präsidialrepublik seit 1967, Verfassung von 1992, Parlament (Congreso

Nacional): Abgeordnetenhaus (Cámara de Diputados) mit 80 und

Senat (Senado) mit 45 Mitgliedern; Wahl alle 5 Jahre, Direktwahl des

Staatsoberhauptes alle 5 Jahre (keine Wiederwahl), Wahlpflicht ab 18 Jahre

Verwaltung 17 Departamentos (Verwaltungsbezirke) und die Hauptstadt

Unabhängigkeit 14.5.1811 (ehemals spanische Kolonie)

Nationalfeiertag 15.Mai (Unabhängigkeitstag)

Staats- und Regierungschef Oscar Nicanor Duarte Frutos, seit 15.8.2003

Vizepräsident: Luis Alberto Castiglioni

Bevölkerung Sie setzt sich aus ca. 90 % Mestizen, ca. 3 % Indianern (Guaraní) und

ca. 2 % Weißen und Kreolen zusammen.

Religion ca. 86 % sind Katholiken, ca. 3,3 % Protestanten

Die großen Städte Asunción 561 386 Einwohner

Ciudad del Este 233 350 »

San Lorenzo 202 745 »

Capiate 154 469 »

Lambaré 119 984 »

Fernando de la Mora 114 332 »

Währung Die geltende Währung ist der Guaraní (Gs); 1 Guaraní = 100 Céntimos

1 Euro = 7700 Guaraní

Arbeitslosigkeit ca. 8,1 % (2003), Bereiche der Erwerbstätigkeit: 35,2 % Landwirtschaft,

16 % Industrie, 48,8 % Dienstleistungen

Bruttonationaleinkommen 1 110 $ je Einwohner (2003)

9


Paraguayisches, bunt und gemischt

Wirtschaft: Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2003:

6,03 Mrd. $, realer Zuwachs: 2,6 %,

Anteil Landwirtschaft 27 %, Industrie 24 %, Dienstleistungen

49 %

Außenhandel 2004: Import: 2,594 Mrd. $; Güter: 18 %

Maschinen, Apparate und Motoren, 18 % Treibstoffe und

Schmiermittel, 12 % Chemikalien, 6 % Getränke und

Tabak, 5 % Transportausrüstung, 5 % Nahrungsmittel,

2 % KFZ, 1 % elektrische Ausrüstungen;

Länder: 33 % Brasilien, 22 % Argentinien, je 4 % USA

und Japan, 2 % Deutschland;

Export: 1,581 Mrd. $; Güter: 43 % ölhaltige Früchte,

11 % Rückstände der Lebensmittelindustrie, 8 % tierische

Fette und Öle, 7 % Getreide, je 5 % Baumwolle und

Fleisch, Länder: 34 % Brasilien, 20 % Uruguay,

8 % Schweiz, 5 % Argentinien, 4 % USA

Geografie: Der Binnenstaat Paraguay besitzt überwiegend

Flachlandcharakter. Der Fluss Paraguay teilt das

Land in zwei große Teile. Die größere Westregion umfasst

die nach Osten schwach geneigte Ebene (450–100 m ü.M.)

des Grand Chaco (Große Jagd). Die Ostregion (Oriente) ist

Teil des »Brasilianischen Schildes« und besteht aus einem

nach Osten bis 700 m ü.M. ansteigenden, teilweise plateauartigen

Bergland. Die Flussaue wird durch ihre erhebliche

Breite zu einem eigenen Naturraum.

Klima: Vorherrschend ist ein subtropisches Klima, wobei

die nördlichen Teile Paraguays bereits den wechselfeuchten

Tropen angehören. Die Sommer sind heiß (bis

max. 45 °C), die Winter kühl (–2 °C). Die mittleren Jahresniederschlagsmengen

nehmen von NO (2000 mm) nach

NW (500 mm) ständig ab.

Bevölkerung Etwa 43 % der Gesamtbevölkerung leben

auf dem Land. Dabei sind es etwas weniger Frauen als

Männer. Das liegt ursächlich an der Abwanderung vieler

Frauen in die Städte, wo sie als Haushilfen, Kindermädchen

oder Köchinnen arbeiten. Auch im Ausland besteht

diese Nachfrage, wobei Buenos Aires (Argentinien) schon

immer ein Ziel der weiblichen Migration war. Dazu kommen

neuerdings auch Städte in den USA und Spanien.

Hinsichtlich der Altersstruktur handelt es sich in Paraguay

um eine überwiegend junge Bevölkerung. Aber auch

hier ist in den letzten Jahren ein Rückgang der Geburten

zu verzeichnen. Ca. 37 % sind heute unter 15, ungefähr

64 % unter 30 Jahre alt.

85,5 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 5 bis

17 Jahren besuchen eine Schule. Aber es gibt Gefälle: Auf

dem Land sind es bei den 5- bis 9-Jährigen 84,3 % und bei

10

Wenn man Tomaten anbindet, können Ertrag und Qualität gesteigert werden

Die Staumauer des Itaipu-Staudamms

Lachen ist so gesund ...

Auf Praxis wird bei der Ausbildung viel Wert gelegt


Leben in einfachsten Verhältnissen 1610 entstand die »Jesuitenreduktion Trinidad«

den 15- bis 17-Jährigen nur 56,5 %. Die junge Erwerbsbevölkerung

widmet sich zu 53,2 % den Dienstleistungen,

30,3 % sind in der Landwirtschaft und nur 16,5 % in der

Industrie tätig. Darin spiegelt sich die geringe industrielle

Entwicklung in der Wirtschaft Paraguays wider.

5 bis 7 % der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer

deutscher Herkunft. In der Regierungszeit des

deutschstämmigen Staatspräsidenten Alfredo Stroessner

1954–1989 sind Zehntausende aus Brasilien stammende

Deutschbrasilianer eingewandert. Allein in den Jahren

1973/74 kamen 42000 nach Paraguay, vor allem in die

Departamente Alto Paraná, Caazapáy, Itapua, Canen-

diyú, Caaguazú, San Pedro. Allein in diesen Departamenten

leben heute weit über 100000 Deutschbrasilianer in

9 Groß- und 45 Randsiedlungen. Ein weiteres Zentrum

der Einwanderung liegt um Hohenau mit mindestens

30–35000 Deutschbrasilianern. Seit dem Sturz Stroessners

im Februar/März 1989 sind weitere 150000 Deutschstämmige

aus Südbrasilien eingewandert. An der Grenze

zu Argentinien wohnen auch viele Polnisch- und Ukrainischstämmige.

Die Guaraní sind ein indianisches Volk, das bereits in vorkolumbianischer

Zeit als Ackerbauern im mittleren Südamerika

siedelte und somit zu den indigenen Völkern Südamerikas

zählt. Ihre Siedlungsgebiete gehören heute zu

Paraguay, Bolivien, Argentinien, Brasilien und Uruguay.

In Paraguay stellen sie ca.3 % der Bevölkerung. Ihre Sprache

wird jedoch von über 80 % der Paraguayer gesprochen

und ist als zweite offizielle Sprache des Landes anerkannt.

Auch die Währung Paraguays heißt Guaraní.

Dass ihre Sprache heute noch zweite Landessprache Paraguays

ist, ist teilweise darauf zurückzuführen, dass bereits

der erste spanische Gouverneur Paraguays offiziell

die Vermischung der spanischen Kolonisten mit den Ureinwohnern

förderte, ein Anliegen, das auch von späteren

Herrschern immer wieder aufgenommen wurde. Viele Paraguayer

haben deshalb auch Guaraní als Vorfahren, obwohl

sie offiziell nicht diesem Volk zugerechnet werden.

Ebenso wichtig aber war wohl das Engagement des Jesuitenordens

zum Schutz der Guaraní vor der Ausbeutung

durch die weiße Oberschicht und vor Sklavenjägern. Mit

den »Jesuitenreduktionen« (Siedlungen für die indigene

Bevölkerung) seit dem Jahre 1610 schufen sie die ersten

»Indianerreservationen« Amerikas. Diese geschützten

Siedlungen durften nur durch Guaraní sowie von Jesuiten

und geladenen Gästen betreten werden; sie unterstanden

nicht der Rechtsprechung der Kolonialregierung, sondern

waren nur der spanischen Krone (formal) unterworfen.

Die Konflikte mit den Kolonialbehörden und Großgrundbesitzern

führten jedoch 1767 auf Befehl des spanischen

Königs Karl III. zur Vertreibung der Jesuiten aus den spanischen

Gebieten Lateinamerikas und zur Aufhebung der

Jesuitenreduktionen. In der Folge verfielen die Städte und

die Guaraní blieben ihrem Schicksal überlassen. Viele

wurden versklavt.

Es existiert eine gleichnamige klassische Oper (O

Guaraní), geschaffen von einem der bekanntesten

brasilianischen Komponisten klassischer Musik des

19. Jahrhunderts, Carlos Gomes, die die Guaraní und

ihren Überlebenskampf thematisiert. Die Vernichtung

der Jesuitenreduktionen durch die Spanier ist zudem

Thema des Films »Mission« aus dem Jahre 1986.

Geschichtlicher Überblick:

Vorkolumbianische Zeit:

Das heutige Paraguay gehört zum Siedlungsgebiet

der indigenen Stämme

der »Guaraní« (bedeutet »Krieger«) zwi-

schen dem Rio de la Plata und dem

Orinoco-Delta, dem Atlantik und den

Anden. Periodische Wanderungen in unterschiedliche

Richtungen auf der Suche

nach dem »Land ohne Übel«.

ca. 1513–1518 Wanderungsbewegung der »Guaraní«

nach Westen führt erneut zum Zusammenstoß

mit dem Inkareich. Verbreitung

der Gerüchte über Berge und Städte aus

Edelmetall im Westen.

1537 Gründung der heutigen Hauptstadt

Asunción durch die Spanier.

11


1610–1767 Jesuitenreduktionen zum Schutz, zur

Bekehrung und Ansiedlung der Guaraní-Indianer.

15.5.1811 Unabhängigkeitserklärung.

1813–1840 Diktator Dr. Rodríguez de Francia (Isolierung

von der Außenwelt).

1840–1862 Präsidentschaft von Carlos Antonio

López: Öffnung der Grenzen, wirtschaftliche

Blüte, größte Armee Lateinamerikas.

1864–1870 Tripleallianz-Krieg unter Diktator Francisco

Solano López gegen Brasilien,

Argentinien und Uruguay. Verlust von

drei Vierteln der Bevölkerung und Teilen

des Staatsgebietes.

1870–1954 40 Regierungswechsel, oft begleitet von

blutigen Unruhen.

1932–1935 Chaco-Krieg gegen Bolivien bringt u.a.

territoriale Verluste für Paraguay.

1954–1989 Diktatur von General Alfredo Stroessner.

3.2.1989 Umsturz; Absetzung Stroessners durch

General Andrés Rodríguez, dieser wird

als Staatspräsident durch Wahlen bestätigt,

Stroessner seitdem im brasilianischen

Exil, dort am 16. August 2006 ver-

storben.

20.6.1992 Verabschiedung der geltenden demokratischen

Verfassung.

15.8.1993 Amtsantritt des zivilen, am 10.5.1993

demokratisch gewählten Staatspräsidenten

Juan Carlos Wasmosy.

22.4.1996 Umsturzversuch von General Lino Oviedo

(1999–2004 im Exil in Brasilien, jetzt

wieder in Haft im Land).

15.8.1998 Amtsantritt von Staatspräsident Cubas

Grau.

23.3.1999 Ermordung von Vizepräsident Dr.Luis

Argána.

28.3.1999 Nach Unruhen Rücktritt von Präsident

Cubas Grau. Ernennung von Senatspräsident

Luis Angel Gonzáles zum Staatspräsidenten.

Die eindrucksvollen Ruinen der »Jesuitenreduktion Trinidad«

12

27.4.2003 Wahlsieg des Colorado-Präsidentschaftskandidaten

Nicanor Duarte Frutos.

15.8.2003 Amtsübernahme der Regierung Duarte

Frutos.

Politische Beziehungen: Die Beziehungen Deutschlands

zu Paraguay sind über viele Jahre und insbesondere auch

mit der neuen Regierung ab 2003 freundschaftlich und

problemlos. Das Deutschlandbild in Paraguay ist positiv.

Dazu trägt nicht zuletzt das starke deutsche Element im

Lande bei. Die Rolle Deutschlands in der Europäischen

Union wird allgemein anerkannt, insbesondere in den

Beziehungen zur Freihandelszone Mercosur*.

Wegen der relativ hohen Zahl deutscher Staatsangehöriger

und Deutschstämmiger im Lande ist die konsularische

Betreuungsarbeit besonders intensiv.

Der Staatsbesuch von Präsident Nicanor Duarte (erster

offizieller Staatsbesuch) in Deutschland vom 13. bis 17. Ok-

tober 2004 hat die Beziehungen weiter belebt.

* Mercosur (Mercado Común del Sur – Gemeinsamer Markt

des Südens):

Mit der Schaffung der Freihandelszone Mercosur zwischen

Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ab 1.1.1995

hat eine Entwicklung eingesetzt, die diese vier Staaten

sowohl wirtschaftlich wie in zunehmendem Maße auch

politisch miteinander verbindet. Die Zollunion soll entsprechend

dem Gründungsvertrag von Asunción vom 26.3.1991

in eine Wirtschaftsunion einmünden. Chile, Bolivien, Peru

und Venezuela sind dem Mercosur assoziiert. Als relativ

kleines Binnenland sieht Paraguay in diesem Rahmen die

besten Chancen, seinen wirtschaftlichen Rückstand gegenüber

den Nachbarn aufzuholen und sich international Gehör

zu verschaffen. Dies gilt sowohl für die Verhandlungen

mit der EU als auch für die mit den USA über eine gesamtamerikanische

Freihandelszone. Am 13.8.2004 nahm in

Asunción das ständige Schiedsgericht des Mercosur seine

Arbeit auf. Im ersten Halbjahr 2005 hatte Paraguay den

Mercosur-Vorsitz inne.


Wirtschaftliche Beziehungen: Es bestehen folgende bilaterale

Vereinbarungen zwischen Deutschland und Paraguay:

– Vereinbarung über Handels- und Zahlungsverkehr

(25.7.1955)

– Abkommen über Meistbegünstigung und gewerbliche

Schutzrechte (30.7.1955)

– Luftverkehrsabkommen (26.11.1974)

– Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung

der Einkünfte aus dem Betrieb internationaler Luftverkehrsdienste

(27.1.1982)

– Vertrag über die Förderung und den gegenseitigen

Schutz von Kapitalanlagen (11.8.1993, in Kraft getreten

3.7.1998)

Entwicklungszusammenarbeit: Die technische Zusammenarbeit

im Rahmen deutscher Entwicklungshilfe wird

durch das Rahmenabkommen vom 21.11.1967 in der ergänzten

Fassung vom 10.12.1971 geregelt. Gegenwärtig

sind drei entsandte Langzeitexperten der Deutschen Gesellschaft

für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und ein

Experte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und

Rohstoffe (BGR) in Paraguay tätig. Sie arbeiten in den

Bereichen Land- und Forstwirtschaft, ländliche Entwicklung,

Umwelt, Ressourcenschutz, geowissenschaftliche

Ressourcenerkundung sowie Modernisierung der staatlichen

Strukturen (Strafrechtsreform und Dezentralisierung).

Schwerpunkte der finanziellen Zusammenarbeit

waren: Elektrifizierung des Chaco-Gebiets (20,5 Mio.

Euro), Kreditprogramm zur Unterstützung von kleinen

und mittleren Unternehmen der Lebensmittelindustrie

(6,6 Mio. Euro), Wiederaufforstungsprogramm (11,8 Mio.

Euro). Es läuft ein Projekt im Bereich »Nachhaltige Bewirtschaftung

natürlicher Ressourcen« (11,7 Mio. Euro).

Außer den öffentlichen Vorhaben sind zahlreiche private

deutsche Träger und die Kirchen im Entwicklungsbereich

tätig.

Bildungspolitik: Die allgemeine Schulpflicht beträgt

seit 1998 neun Jahre, allerdings verlassen viele Schulpflichtige

die Schulen vorzeitig, da wirtschaftlich schlecht

Beim Dreikönigsfest in Pirayú ist ganz schön was los!

gestellte Teile der Bevölkerung auf den Broterwerb durch

ihre heranwachsenden Kinder angewiesen sind. Der

prozentuale Anteil derjenigen, die einen höherwertigen

Schulabschluss erreichen, ist vergleichsweise gering, insbesondere

in den ländlichen Gebieten. Es scheint jedoch

so, dass mittlerweile immer mehr Jugendliche selbst den

Zusammenhang zwischen Bildung und ihrer beruflichen

Zukunft erkennen. Abendschulen, in denen mit Schnellkursen

der Hauptschulabschluss oder das Abitur nachgeholt

werden können, verzeichnen regen Zulauf.

Die beiden offiziellen Landessprachen sind Spanisch und

Guaraní. 80 % der Bevölkerung sprechen Guaraní, 60 %

Spanisch. Im Geschäfts- und Verwaltungsleben ist Spanisch

dominierend. In verschiedenen Siedlungen und Kolonien

werden auch andere Sprachen als Verkehrssprache

gesprochen, z.B. Portugiesisch in Grenzgebieten zu Brasilien.

In den Mennonitenkolonien im Chaco-Gebiet ist

neben dem althergebrachten »Plattdeutsch« Hochdeutsch

Verkehrssprache.

Hauptfremdsprache an den weiterführenden Schulen ist

Englisch. Nach einer Reform ist es theoretisch möglich,

an staatlichen Sekundarschulen auch andere Sprachen zu

erlernen (z.B. Deutsch). In der Praxis fehlt es den Schulen

an den hierfür notwendigen Ressourcen, was dazu führt,

dass nur ein verschwindend geringer Teil der Paraguayer

die Möglichkeit hat, Deutsch, Französisch oder andere

Sprachen an einer staatlichen Schule zu lernen. Das Erlernen

weiterer Fremdsprachen bleibt somit bislang denjenigen

vorbehalten, die sich Privatschulen leisten können.

Die landestypischen Sekundarschulen führen zum

»Bachillerato« (Abitur nach zwölf Schuljahren). Dies berechtigt

nicht zum Studium an einer deutschen Universität.

Man muss vor dem Studium in Deutschland ein

Studienkolleg besuchen, eine gewisse Zeit in Paraguay

studiert haben oder das deutsche Abitur erwerben.

Neben der nationalen Universität (UNA) mit ca.21000

Studenten und der katholischen Universität gibt es zahlreiche

private Universitäten mit unterschiedlichem Ruf.

Es findet eine fallweise und keine automatische Anerkennung

der Abschlüsse statt.

13


Fußball: Fußball ist in Paraguay absoluter Nationalsport.

Für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

qualifizierte sich die Nationalmannschaft mit einem Sieg

über Venezuela, schied später allerdings bereits in der

Vorrunde aus. Ein 2:0-Sieg gegen Trinidad reichte nicht

zum Weiterkommen. Gegen England und Schweden wurde

jeweils 0:1 verloren.

Tortilla con verduras –

Kleine Eierkuchen mit Gemüse

(für drei Personen)

14

Na dann, guten Appetit!

Leckeres – ganz einfach

Zutaten: 2 Tassen Weizenmehl

2 Eier

Milch nach Bedarf

250 g Frischkäse

1 Teelöffel Salz

klein gehacktes Gemüse nach Wunsch

(Spinat, Zwiebeln, Tomate, Zucchini ...)

Das Mehl sieben und mit dem Salz und den Eiern verrühren.

Unter ständigem Rühren die Milch hinzugeben,

sodass eine dickflüssige, »zähe Masse« entsteht.

Das gehackte Gemüse und den zerbröselten Käse hinzugeben.

In einer Pfanne Öl erhitzen. Teigstücke formen,

10–15 cm Durchmesser, 0,5 cm dick, mit zwei großen Löffeln

die Teigstücke in das kochende Fett geben. Zum Wenden

und zum Entnehmen aus der Pfanne eine Schaumkelle

benutzen, damit das Fett gut abtropfen kann.

Die Tortilla heiß mit einer Suppe oder grünem Salat servieren.

Guten Appetit!

Wir kennen in Deutschland drei Fußballer aus Paraguay

gut, die in der 1. Bundesliga spielen. Es sind dies: Roque

Santa Cruz und Julio Dos Santos bei Bayern München

und Nelson Valdez bei Borussia Dortmund.

Geschichte und Weg der Zigarette: Tabak wurde zuerst

von mittelamerikanischen Indianern in Maispapier eingerollt

und geraucht. Spanische Eroberer brachten den

Tabak im 16.Jahrhundert nach Europa. In England wurde

das Rauchen des Tabaks ca. 1590 bekannt und breitete

sich in ganz Europa aus. Bis dahin wurde Tabak hauptsächlich

geschnupft.

Zigaretten wurden um 1850 erstmals in französischen

und südspanischen Zigarrenfabriken aus Tabakresten

hergestellt. Fabrikarbeiterinnen dort waren vor allem die

ersten Raucher. Die erste deutsche Zigarettenfabrik wurde

1862 in Dresden eröffnet (Orientalische Tabak- und

Cigarettenfabrik »Yenidze«). Noch heute beeindruckt das

Gebäude in der sächsischen Landeshauptstadt, das einer

Moschee nachempfunden ist.

Weltweit sterben heute jährlich 3 Millionen Menschen an

den Folgen der Sucht, Tabak zu rauchen. Vom Rauchen

loszukommen fällt einem Raucher sehr schwer. Das im

Rauch enthaltene Nikotin ist der Suchtstoff, der abhängig

macht. Viel schädlicher für den Körper sind die vielen

krebserregenden Zusatzstoffe, die in einer Zigarette enthalten

sind.

Leche asada –

Gebackene Milch oder gebratener Pudding

(für fünf Personen)

Zutaten: 1 Liter Milch

1 Tasse Zucker

1 Zitronenschale, gerieben

6 Eier

Die Milch, den Zucker und die geriebene Zitronenschale

ca. 5 Minuten kochen. Dann abkühlen lassen. Die Eier

in Eiweiß und Eigelb trennen. Das Eiweiß schlagen. In

der lauwarmen Milch nach und nach das Eigelb verrühren

und dann das geschlagene Eiweiß unterheben. Den

Teig in eine Auflaufform geben und bei etwa 120 °C in der

Röhre backen.


Projektinformationen aus der Slowakei

Aus der Slowakei wurden uns zwei ökumenische Projekte

benannt. Sie werden von den Partnerkirchen des Gustav-

Adolf-Werks gemeinsam getragen.

1. In Rimavská Sobota gibt es die Evangelisch-Lutherische

Grundschule und das Reformierte »Tompa-Mi

hály-Gymnasium«. Beide Schulen sind in dem gleichen

Gebäude untergebracht. Ein Jugendklub, der von Schülern

beider Schulen genutzt werden kann, soll eingerichtet

werden. So wird es möglich sein, eigene und gemeinsame

Programme und Projekte durchzuführen. Der Raum befindet

sich in direkter Nachbarschaft zur Turnhalle. Das

ermöglicht, ihn bei größeren Veranstaltungen mit dieser

zu kombinieren.

Beide Schulleiter tragen für das Projekt die Verantwortung.

2. Die Jugendorganisationen der Evangelischen Kirche

A.B. in der Slowakei und der Reformierten Christlichen

Kirche in der Slowakei wollen im Sommer 2008 zwei

Ökumenische Jugendkonferenzen veranstalten. Bedingt

durch die geografische Lage der Slowakei eine im Osten

und eine im Westen. Die Vorbereitungsarbeiten laufen

bereits.

Die Programme für diese Tage sollen denen eines kleinen

»Kirchentages« ähnlich sein, mit Morgenandachten, Vorträgen,

Gruppenarbeiten, Evangelisationsgottesdiensten

und Konzerten. Dabei werden sich Jugendliche beider

Kirchen treffen, besser als bisher kennenlernen und etwa

bestehende Vorurteile abbauen.

Für beide Projekte werden aus der JUGA 2007

25000 € zur Verfügung gestellt.

Im Internat des Reformierten Gymnasiums in Rimavská Sobota

Zwei Schulen in einem Haus

Das Gebäude, in dem beide Schulen untergebracht sind,

ist gemeinsames Eigentum der Evangelischen Kirchgemeinde

A.B. und der Reformierten Christlichen Kirchgemeinde

von Rimavská Sobota. Während das Reformierte

»Tompa-Mihály-Gymnasium« bereits 1999 gegründet

wurde, gibt es die Evangelisch-Lutherische Grundschule

erst seit 2005. Etwa 200 Schüler besuchen das Gymnasium.

In der Grundschule lernen zur Zeit ca.100 Kinder.

Diese stammen vorwiegend aus der Stadt, wohnen also

zu Hause. Im Gymnasium ist das anders. Etwa die Hälfte

aller Schüler kommt aus Orten rings um Rimavská Sobota.

Sie fahren täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum

Schulbesuch in die Stadt. Zum Gymnasium gehört auch

ein Internat, wo knapp 30 Schüler wohnen. Die erste Abiturientenklasse

beendete 2005 das Gymnasium.

Konfessionell gesehen sind es gemischte Schulen. Jeweils

knapp die Hälfte der Schüler ist reformiert bzw. katholisch,

nur einige wenige sind evangelisch. Alle drei Konfessionen

sind mit eigenem Religionsunterricht in den

Stundenplänen vertreten. Regelmäßig gibt es gemeinsame,

teilweise ökumenische Schulgottesdienste. So zu

Das Computerkabinett

15


den großen christlichen Festen Weihnachten, Ostern und

Pfingsten sowie zum Reformationstag.

Der Kreis Rimavská Sobota ist mit über 30 % Arbeitslosigkeit

trauriger Spitzenreiter in der gesamten Slowakei.

Viele Schüler stammen aus betroffenen Familien und

leben deshalb in sozialer Not. Ihnen durch die Projekte

zu helfen, ist ein Anliegen unserer Sammlung.

Zwei Ökumenische Jugendkonferenzen

Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Jugendorganisationen

beider Kirchen zu intensivieren. Dadurch soll das Zusammenleben

der Konfessionen und Nationen in der Slowakei

verbessert werden.

Alle beteiligten Jugendorganisationen haben langjährige

Erfahrungen im organisatorischen Bereich. Jährlich

werden parallel mehrere Kinder- und Jugendlager in verschiedenen

Regionen mit dem Ziel durchgeführt, zu missionieren

und christliches Bewusstsein zu vertiefen.

Die zwei Ökumenischen Jugendkonferenzen sollen Orte

sein, an denen sich jeweils 150–200 Jugendliche unterschiedlicher

Konfessionen und Nationalitäten treffen

und sich intensiv mit der Frage des Christseins und des

Zusammenlebens beschäftigen können. Diese Konferenzen

sind in der Form die ersten, die von den beiden

Kirchen verantwortet und getragen werden. Deshalb sind

die Erwartungen an die Ergebnisse besonders hoch und

könnten bestimmend für die weitere ökumenische Zusammenarbeit

der Kirchen werden.

Ökumene: griechisch, die gesamte bewohnte Erde betreffend;

Bestrebungen christlicher Kirchen und Konfessionen

zur Einigung in Fragen des Glaubens und der religiösen

Arbeit; ökumenische Bewegung: Bemühungen um

die Einheit der Christen.

Direkt neben der Turnhalle entsteht der Clubraum

16

Die slowakischen Partnerkirchen des GAW

Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

(Evanjelická cirkev a.v. na Slovensku)

mit 372858 Gemeindegliedern in 328 Gemeinden mit

86 Pfarrerinnen und 216 Pfarrern. (Neuwahl der Kirchenleitung

im November 2007)

Generalbischof: Miloš Klátik

Generalinspektor: Dipl.-Ing. Ján Holčík

Palisády 46, P. O. BOX 289,

810 00 Bratislava 1, SLOWAKEI

Tel.: (00421 2) 54 43 28 42, Fax: (00421 2) 54 43 29 40

E-Mail: biskup@ecav.sk und ecav@ecav.sk,

E-Mail (Presse): tlac@ecav.sk

Auslandsreferat: Dr.Daniela Žemlová

E-Mail: foreign@ecav.sk, Internet: www.ecav.sk

Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei besteht aus

14 Senioraten in zwei Distrikten:

Východný dištrikt (Ostdistrikt):

Bischof: Mag. Igor Mišina

Inspektor: Ing. Ján Paciga

Hlavná 137, P.O. BOX 119, 080 01 Prešov, SLOWAKEI

Tel.: (00421 51) 7 72 25 75, Fax: (00421 51) 7 72 25 15

E-Mail: buvd@buvd.sk, Internet: www.vdecav.sk

Západný dištrikt (Westdistrikt):

Bischof: Mag. Ivan Osuský

Inspektor: Ing. Bohuslav Beňuch

Námestie SNP 5, 960 66 Zvolen, SLOWAKEI

Tel.: (00421 45) 5 32 68 44, Fax: (00421 45) 32 14 83

E-Mail: buzd@zv.psg.sk


Nach der politischen Wende in Europa wurden die Aktivitäten

der Frauen- und Jugendarbeit wieder in Schulen und

der Diakonie aufgenommen. Zurzeit gibt es sechs evangelische

Mittelschulen, von denen drei zweisprachig sind,

drei Grundschulen und zwei Kindergärten. Diakonische

Einrichtungen sind: Tagungs- und Schulungszentrum

Agapé in Svätý Jur, Altenheime in Horné Saliby, Košená,

Kšinná, Trnava und das Kinderheim mit acht Ersatz-

familien, ein Resozialisationsheim für »beiseitegeschobene«

und vernachlässigte junge Menschen und die evangelische

Schule für taubblinde Kinder in Červenica. Am

1.Mai 1996 hat die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

als erste Kirche in den ehemals kommunistisch

regierten Ländern die Frauenarbeit neu aufgebaut und

organisiert. An der ersten Vollversammlung der »Gemeinschaft

der evangelischen Frauen« im Sitz des Bischofs

des Westdistrikts haben über 500 Frauen teilgenommen.

Zur ersten Präsidentin wurde Pfarrerin Daniela Horinková,

Bratislava [Radničné Námestie 2, 821 05 Bratislava,

SLOWAKEI, Tel.: (00421 7) 5 22 05 84] gewählt.

Partnerorganisation des GAW in der Evangelischen Kirche

A.B. in der Slowakei ist die Generalunterstützung der

Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei (Generálna podporoven

Evanjelickej cirkvi a.v. na Slovensku)

Vorsitzende: Ing. Anna Bočkayová und Mgr. Ján Kecer

ulica 1. mája 10, 962 23 Očova, SLOWAKEI

Tel. und Fax: (00421 45) 5 34 93 92

Reformierte Christliche Kirche in der Slowakei

(Reformovaná Krestanská cirkev na Slovensku/

Szlovákiai Református Keresztyén Egyház)

mit 111000 Gemeindegliedern in 327 Gemeinden, davon

28 slowakischsprachig, mit 200 Pfarrerinnen und Pfarrern,

davon 30 Vikarinnen und Vikare. Die Kirche gliedert

sich in neun Seniorate. Die Gemeindeveranstaltungen

und Gottesdienste werden auf Ungarisch gehalten,

außer in den 28 slowakischsprachigen Gemeinden, die

in der Ostslowakei die zwei Seniorate Michalovský und

Ondavsko-Hornádský bilden.

Bischof: Dr. Géza Erdélyi

Bischofsamt und Synodalkanzlei:

Hlavné námestie 23

979 01 Rimavská Sobota (Rimaszombat), SLOWAKEI

Tel.: (00421 47) 5 62 19 36, Fax: (00421 47) 5 63 30 90

E-Mail: office@reformata.sk

Stellvertreter: Pfarrer László Fazekas

Jókaiho 34, 945 01 Komárno (Komárom), SLOWAKEI

Tel. und Fax: (00421 35) 7 70 26 89 und

Pfarrer Ján Semjan jun. (Vertreter der slowakischsprachigen

Minderheit), Osloboditelov 37

044 14 Čaňa, SLOWAKEI, Tel. (00421 55) 6 99 92 30

Bis zum Ersten Weltkrieg war die Reformierte Christliche

Kirche in der Slowakei wie auch die Reformierte Kirche in

Transkarpatien (Ukraine) Teil der Reformierten Kirche in

Ungarn. Sie geht somit ebenfalls auf die reformatorische

Bewegung um 1520 zurück. Zu Beginn war der lutherische

Einfluss dominant, später jedoch der calvinistische, den

die Synode in Debrecen 1567 bestätigte. Nach der Zeit der

Gegenreformation und dem Toleranzedikt 1781 fand die

Kirche zu ihrer alten Identität zurück.

Ein Einschnitt war dann jedoch die Neuordnung Mittelosteuropas

nach dem Ersten Weltkrieg, als mit der Zuordnung

der ungarischsprachigen heutigen Südslowakei

und Transkarpatiens ca.235000 reformierte ungarischsprachige

Christen in den neuen Staat Tschechoslowakei

einbezogen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde

die Region Transkarpatien der sowjetischen Teilrepublik

Ukraine zugeordnet. 1951 gab sich die Reformierte Kirche

in der Slowakei eine neue Verfassung, die zuletzt

2002 neu gefasst wurde. Infolge der politischen Wende

wurde die Aktivität der Kirche wieder deutlich verstärkt.

Nach der Trennung von Tschechien hat die Kirche 1994

dann die Theologische Akademie [in Nachfolge des Theologischen

Seminars in Lučenec (Losonc), 1925–1938] in

Komárno (Komárom) eröffnet. Dazu gehören ein Katechetisches

Seminar in Komárno (Komárom) und eines in

Košice (Kassa).

Schulgottesdienst

17


Die Kirche hat zwei reformierte Gymnasien in Rimavská

Sobota (Rimaszombat) und in Levice (Léva), fünf Schulen

in Dolný Štál (Alistál), Ket’ (Érsekkéty), Martovce (Martos),

Rožňava (Rozsnyó) und in Vojany (Vaján). Einen reformierten

Kindergarten gibt es in Ket’ (Érsekkéty) und

ein Kinderheim in Jelka (Jóka). Eine starke Kinder- und

Jugendarbeit wird durch FIRESZ (Fiatal Reformátusok

Szövetsége – Bund Junger Reformierter) – gegründet 1992

in Lučenec (Losonc) – geleistet.

Am 10. Januar 2004 wurde die Synodalkanzlei der Reformierten

Kirche in Rimavská Sobota offiziell übergeben.

Die Lage der Stadt ermöglicht es, dass die Kanzlei nun

im Zentrum des Gebiets der Reformierten in der Slowakei

liegt.

Partnerorganisation des GAW in der Reformierten Christlichen

Kirche in der Slowakei ist der

Hilfsfonds der Reformierten Christlichen Kirche in der

Slowakei

(Podporný Fond Reformovanej Krest‘anskej cirkvi na

Slovensku)

Vorsitzender: Bischof Dr.Géza Erdélyi

Hlavné námestie 23, 979 01 Rimavská Sobota (Rimaszombat),

SLOWAKEI

Tel.: (00421 47) 5 62 19 36, Fax: (00421 47) 5 63 30 90

E-Mail: office@reformata.sk

Der Elisabeth-Dom in Kosˇice

18

In der Slowakei gibt es einen Ökumenischen Rat der Kirchen.

Sein Generalsekretär ist

Pfr. Mgr. Ondrej Prostrednik

Palisády 48, 811 06 Bratislava, SLOWAKEI

Tel.: (00421 2) 54 43 32 38, Fax: (00421 2) 54 43 32 35

E-Mail: erc@stonline.sk, Internet: www.ekumena.sk

Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates sind:

Evangelische Kirche A.B.

Reformierte Christliche Kirche

Orthodoxe Kirche

Hussitische Kirche

Evangelisch-Methodistische Kirche

Brüderunität der Baptisten

Altkatholische Kirche

Brüderkirche

Beobachterstatus beim Ökumenischen Rat haben:

Katholische Bischofskonferenz der Slowakei

Apostolische Kirche

Kirche der Siebentags-Adventisten


Länderinformationen zur Slowakei

Botschaft der Slowakischen Republik

Pariser Straße 44, 10707 Berlin

Tel.: 030-88 92 6-20, Fax: 030-88 92 6-222

www.botschaft-slowakei.de

Slowakei, Slowakische Republik,

Slovenská Republika,

Nationalitätenkennzeichen: SK

Fläche (126. Welt) 49 034 km² (Deutschland 357 021 km²)

Einwohner (105. Welt), 5 411 393 = 110 je km² (Deutschland 82 047 000, 230 je km²)

Hauptstadt Bratislava (Pressburg)

Amtssprache Slowakisch

Staat Republik seit 1993, Verfassung von 1993, zuletzt geändert 2001, Parlament

(Nationalrat) mit 150 Mitgliedern, Wahl alle 4 Jahre, Direktwahl des Staats-

oberhauptes alle 5 Jahre (einmalige Wiederwahl), Wahlrecht ab 18 Jahre

Verwaltung 8 Bezirke

Staatsoberhaupt Ivan Gasparović (Bewegung für Demokratie), seit 15.6.2004

Regierungschef Robert Fico, seit 5.7.2006

Unabhängigkeit Souveränitätserklärung vom 17.7.1992

Nationalfeiertag 1. Januar (1.1.1993 Gründung der Slowakei)

Bevölkerung Sie setzt sich aus 85,8 % Slowaken, 9,7 % Magyaren (Ungarn), 1,7 % Roma,

0,8 % Tschechen, 0,4 % Ruthenen sowie Minderheiten von Ukrainern,

Deutschen und Polen zusammen.

Sprachen Slowakisch; Ungarisch, Tschechisch u.a. Sprachen der Minderheiten

Religion 73,2 % römisch-katholisch, 9,3 % Protestanten, 4,1 % griechisch-katholisch,

0,9 % Orthodoxe, 0,6 % Sonstige

Die großen Städte Bratislava (Pressburg) 428 672 Einwohner

Košice (Kaschau) 236 093 »

Prešov (Preschau) 92 786 »

Nitra (Neutra) 87 285 »

Banská Bystrica (Neusohl) 83 056 »

Trnava (Trentschin) 70 286 »

Währung 1 Slowakische Krone (Sk) = 100 Heller

Kurs: 1 US-$ = 31,74 Sk; 1 € = 38,32 Sk (1.7.2005), Inflation Ø 2004: 7,4 %

Arbeitslosigkeit Ø 2004: 18,2 %

Bruttonationaleinkommen 4940 $ je Einwohner (2003)

19


Speziell Slowakisches

Wirtschaft: BIP (Bruttoinlandsprodukt) 2003:

32,519 Mrd. $; realer Zuwachs: 4,2 %;

Anteil Landwirtschaft 4 %, Industrie 30 %, Dienstleistungen

67 %

Außenhandel 2004: Import: 942,2 Mrd. Sk;

Güter: 26 % Maschinen, 14 % Transportmittel, 14 % mineralische

Erzeugnisse, 10 % unedle Metalle, 8 % chemische

Erzeugnisse, 7 % Kunststoff, Kautschuk,

3 % optische Messgeräte und medizinische Apparate;

Länder: 24 % Deutschland, 13 % Tschechien, 10 % Russland,

6 % Italien, 4 % Österreich, 4 % Polen, 4 % Frankreich

(EU gesamt: 74 %),

Export: 895,2 Mrd. Sk,

Güter: 25 % Transportmittel, 22 % Maschinen, 15 % unedle

Metalle, 7 % mineralische Erzeugnisse, 5 % Kunststoff,

Kautschuk, 4 % Papier und Pappe, 3 % chemische

Erzeugnisse;

Länder: 29 % Deutschland, 13 % Tschechien, 8 % Österreich,

6 % Italien, 6 % Polen, 5 % Ungarn, 5 % USA

(EU gesamt: 85 %)

Geografie: Die Slowakei grenzt auf einer Länge von insgesamt

1 355 km an Österreich (91 km), Polen (444 km),

Tschechien (215 km), Ungarn (515 km) und die Ukraine

(90 km).

Ihre Gesamtfläche beträgt 49 034 km². Die maximale Länge

von West nach Ost beträgt 428 km, die maximale Breite

von Nord nach Süd 195 km. Sie hat keine Verbindung

zu einem Meer.

Ihre höchste Erhebung ist mit 2654 m der Gerlach, auch

Gerlacher Spitze (Gerlachovský Štít) genannt, in der

Hohen Tatra. Neben dem Gerlach hat die Slowakei noch

einige weitere 2000er zu bieten, die vornehmlich in der

Hohen Tatra liegen. Die tiefste Stelle ist der Fluss Bodrog

bei Streda (94 m) an der Grenze zu Ungarn.

Der längste Fluss der Slowakei ist die Váh (Waag), die mit

rund 400 km Länge durch die halbe Slowakei fließt. Ge-

Bratislava, die Haupsstadt der Slovakei

20

speist wird die Váh von der Biely Váh (Weiße Waag), die

in der Nähe des Touristenortes Štrbske Pleso in der Hohen

Tatra entspringt, und von der Čierny Váh (Schwarze

Waag), deren Quelle am Berg Král´ova Hol´a in der Niederen

Tatra liegt. In der Nähe von Liptovský Hradok werden die

beiden Flüsse zur Váh, die anschließend an einigen der

größten slowakischen Städte wie Ružomberok, Martin,

Žilina, Považska Bystrica, Trenčín, Piešt´any und Komárno

vorbeifließt, wo sie letztlich an der Grenze zu Ungarn

in die Donau mündet.

Der bekannteste Fluss der Slowakei ist die Donau, die

größtenteils als Grenzfluss zu Ungarn auf einer Länge

von ca. 170 km die Slowakei durchfließt.

In der Slowakei befinden sich einige Stauseen. Der

größte ist der Orava, der nordöstlich von Martin an der

polnischen Grenze liegt. Er ist 35 km² groß und 38 m tief.

Vermutlich bekannter ist der Stausee Liptovská Mara

(Liptovsker Meer), der bei Liptovský Mikuláš unweit des

beliebten Urlaubsgebiets Hohe Tatra liegt.

Bekannt ist die Slowakei außerdem für ihre zahlreichen

Thermalquellen, von denen viele als Heilquellen genutzt

werden.

Klima: In der Slowakei herrscht binnenländisches Klima

mit trockenen, heißen Sommern und feuchten, kalten

Wintern. Der kälteste Monat ist der Januar, im Juli und

im August ist es am wärmsten. In höheren Lagen liegt

130 Tage im Jahr Schnee. Die durchschnittliche Temperatur

bewegt sich zwischen 0 °C im Januar und 21 °C im

Juli und im August. Die durchschnittliche Höchsttemperatur

liegt in den Sommermonaten bei ca. 25 °C.

Umwelt: Luftverschmutzung geht in erster Linie von

der Metallindustrie aus. Die Abgase bergen Gesundheitsrisiken.

Saurer Regen zerstört die Wälder ähnlich wie

in Deutschland. Das Atomkraftwerk Jaslovské Bohunice

(50 km nördlich von Bratislava) gilt als eines der unsichersten

in Europa. Die Slowakei hat sich verpflichtet, das Kraftwerk

bis 2008 abzuschalten. Immerhin nimmt man sich

der Probleme endlich an, auch wenn es zwischen den einzelnen

Betrieben erhebliche Unterschiede in der Einstel-


Sˇ trbske Pleso in der Hohen Tatra

In Z ˇ diar sind die Trachten besonders prächtig ...

... und die Holzhäuser ganz typisch für diese Gegend Eine der schönsten Eishöhlen der Welt ist die in Dobsˇina

lung zum Umweltschutz gibt. Insgesamt jedoch wurden

in der Slowakei Schwefeldioxid-Emissionen seit 1989 um

69 % reduziert. Auch dies ist ein Effekt der höheren Umweltstandards,

die mit dem EU-Beitritt der Slowakei einhergehen.

Geschichtlicher Überblick (Auszüge):

6.–8. Jh. Entstehung slawischer »Großreiche«.

9. Jh. Großmährisches Reich, Slowakei wird zur

ungarischen Provinz (Ober-Ungarn).

10. Jh. Entstehung der Przemysliden-Dynastie in

Böhmen, Teilung der Westslawen in Tschechen

und Slowaken.

1241 Nach Mongolenverwüstungen werden deutsche

Siedler in großer Zahl ins Land geholt.

14. Jh. Ein Viertel der Bewohner der Slowakei sind

Deutsche (Bergleute, Händler, Handwerker).

1437 Das Haus Habsburg erheiratet erstmals die

ungarische Königswürde.

16.–18. Jh. Ungarischer Adel erhebt sich in teilweiser

Kollaboration mit Türken, später auch mit

protestantischen (deutschen) Städten gegen

das Haus Habsburg. Gegenreformation,

Niedergang der Städte.

18. Jh. Reformen Maria Theresias und Josephs II.;

Liberalisierung bringt kulturellen und wirtschaftlichen

Aufschwung.

19. Jh. Wachsender ungarischer und slowakischer

Nationalismus. Entstehung der slowakischen

Schriftsprache.

1848 Slowakische Intellektuelle sprechen sich

in Liptau für eine Föderalverfassung der

K.u.k.-Monarchie aus.

1849 Ablehnung slowakischer nationaler Autonomie

durch Regierung Schwarzenberg führt

zur Hinwendung slowakischer Intelligenz

zum Panslawismus. Zunehmende Auswanderung

(vor allem nach Amerika) aus wirtschaftlichen

Gründen.

1867 Nach österreichisch-ungarischem Ausgleich

starke Magyarisierung.

21


1918–20 Die Slowakei wird durch die Pariser Vorverträge

Teil der neu gegründeten Tschechoslowakei.

Ungarn verliert durch den Vertrag

von Trianon Gebiete nördlich der Donau.

1920–38 Religiöse Gegensätze und tschechische Dominanz

in der ČSR führen zur Verstärkung

des slowakischen Nationalismus. Karpatendeutsche

(ca. 5 % der Bevölkerung) erhalten

Kulturautonomie.

30.9.1938 Münchner Abkommen; die ČSR wird gezwungen,

die Sudetengebiete an das Deutsche

Reich abzutreten.

15.3.1939 Der tschechische Parlamentspräsident

Hacha unterzeichnet unter Druck Hitlers

den Vertrag zur Errichtung eines »Protektorats

Böhmen und Mähren«.

1940 Beitritt der Slowakei zum Dreimächtepakt.

1941 Aktive Teilnahme am Krieg gegen die

UdSSR. Die Slowakei produziert Rüstungsgüter

für das Deutsche Reich (Hermann-

Göring-Werke).

29.8.1944 Slowakischer Nationalaufstand führt zum

De-facto-Austritt des Landes aus dem Dreimächtepakt

und zu verstärkten Aktivitäten

kommunistischer Partisanen.

1945 Wiedereingliederung der Slowakei in die

ČSR durch bürgerliche Regierung. Vertreibung

der Karpatendeutschen. Abtretung

der Karpato-Ukraine an die UdSSR.

1948 Machtübernahme der Kommunisten; slowakische

Rüstungsindustrie wird im Warschauer

Pakt verstärkt.

1968 »Prager Frühling« Alexander Dubčeks,

Teilautonomie der Slowakei. Einmarsch

der »sozialistischen Bruderstaaten« auf der

Grundlage der Breshnew-Doktrin.

1989 Offizieller Besuch Gorbatschows, »Sanfte

Revolution« unter Führung der »Bewegung

Öffentlichkeit gegen Gewalt« (hauptsächlich

Oppositionelle aus Kirche und Naturschutzbewegung).

22

Der Marktplatz in Banska Bystrica

Husak erklärt seinen Rücktritt als Staatspräsident.

Dubček wird zum Präsidenten

der Föderalen Versammlung gewählt.

1990 Erste freie Wahlen in der ČSFR.

1991 Beitritt der ČSFR zum Europarat, Unterzeichnung

des EG-Assoziierungsabkommens.

1992 Slowakisches Parlament verabschiedet die

Deklaration über die Souveränität der Slowakei.

Gesetz über die Auflösung der ČSFR

im Föderalparlament verabschiedet.

1.1.1993 Unabhängigkeit der Slowakischen Republik.

Schon in den ersten 15 Monaten der

Unabhängigkeit treten innerhalb der Regierungspartei

HZDS (Bewegung für eine

demokratische Slowakei) erhebliche Spannungen

auf.

1.10.1994 Die Regierung Meciar hat nach und nach

ihre parlamentarische Mehrheit verloren.

Nach einer Rede von Präsident Michal Kovac

im Parlament, in der er scharf mit der Regierung

abrechnet, stellt die Opposition einen

Misstrauensantrag gegen die Regierung. Bei

Neuwahlen wird die HZDS wieder stärkste

Partei. Meciar bildet eine Koalition mit der

SNS (Slowakische Nationalpartei) und der

linkspopulistischen ZRS. Staatspräsident

Kovac fordert die Regierung seit 1994 immer

wieder auf, Demokratiedefizite zu beseitigen.

15.2.2000 Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der

EU.

13.12.2002 Als eines von insgesamt zehn Beitrittsländern

wird die Slowakei beim Europäischen

Rat in Kopenhagen als künftiges Mitglied

bestätigt.

16.4.2003 In Athen werden die Beitrittsverträge zur

EU unterzeichnet.

29.3.2004 Beitritt der Slowakei zur NATO.

1.5.2004 Beitritt der Slowakei zur Europäischen

Union (EU).

1.1.2005: Slowakei übernimmt Präsidentschaft der

Zentraleuropäischen Initiative.


Bildungssystem:

Die allgemeine Schulpflicht beträgt 10 Jahre. Es gibt

Grundschulen (bis Klasse 9), an die sich eine Ausbildung

an Gymnasien (4 Jahre oder bei früherem Wechsel

8 Jahre) oder Berufsschulen (2–4 Jahre; z.T. mit der

Möglichkeit, das Abitur abzulegen) anschließt. Der Zugang

zum Gymnasium erfolgt nur über eine bestandene

Aufnahmeprüfung. Die Verantwortung für das Schulmanagement

tragen weitgehend die regionalen Selbstverwaltungsorgane

und die Kreisschulämter. Die Hochschulen

des Landes genießen ein relativ hohes Maß an

Autonomie. Die Regierung beabsichtigt die Einführung

von Studiengebühren. Voraussetzung für ein Studium ist

das Abitur (auch in Deutschland anerkannt) und bei manchen

Studiengängen auch das Bestehen einer Aufnahmeprüfung

der betreffenden Hochschule.

Politische Beziehungen zwischen Deutschland

und der Slowakei:

Die deutsch-slowakischen Beziehungen sind traditionell

freundlich. Das Zwischenspiel des ersten slowakischen

Staates 1939–44 unter Jozef Tiso, auf entsprechenden

Druck unter den »Schutz« Hitlers gestellt, hat keine erkennbaren

Narben hinterlassen. Wichtige Grundlage der

bilateralen Beziehungen ist weiterhin der deutsch-tschechoslowakische

Nachbarschaftsvertrag vom 27.2.1992,

den die Slowakische Republik als ein Nachfolgestaat der

ČSFR anerkannt hat.

Auf allen Ebenen – Bund, Länder und Gemeinden – gibt es

zahlreiche deutsch-slowakische Kontakte und einen regen

Besucheraustausch. Für wichtige Bereiche bestehen bilaterale

Abkommen, z.B. über die Sozialversicherung und

den Straßenverkehr. Abkommen über Werkvertragsarbeitnehmer,

Gastarbeiter, Kultur, Umwelt und Kriegsgräber

sind bereits in Kraft, eines über Doppelbesteuerung steht

vor der Unterzeichnung. Eine Brücke im deutsch-slowakischen

Verhältnis bilden die Karpatendeutschen in der

Slowakei sowie etwa 30000 slowakische Emigranten und

Flüchtlinge, die sich nach 1968 in Deutschland niedergelassen

haben.

Die Abiturzeugnisse machen stolz ...

... und nachdenklich zugleich

Die slowakische Regierung sieht in Deutschland einen

sehr engen Partner in der EU. Gegenseitige Besuche hochrangiger

Staats- und Regierungsvertreter finden oft statt.

Kulturelle Beziehungen zwischen Deutschland

und der Slowakei:

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und

der Slowakei sind eng und vielfältig. Den rechtlichen Rahmen

hierfür bildet das deutsch-slowakische Abkommen

über kulturelle Zusammenarbeit vom 1. Mai 1997.

Es gibt zahlreiche Universitätspartnerschaften, Forschungsförderungsprogramme

der Deutschen Forschungsgesellschaft

(DFG) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung,

Austausch- und Stipendienprogramme des

Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD),

der Robert-Bosch-Stiftung, des Pädagogischen Austauschdienstes

(PAD) sowie Kooperationen im Museums-, Theater-

und Musiksektor. In vielen TV-Kabelnetzen sind deutsche

Fernsehsender vertreten. Einen wichtigen Beitrag zu

den deutsch-slowakischen Kulturbeziehungen leistet eine

Reihe von Schul- und Städtepartnerschaften.

Das Goethe-Institut ist seit 1991 in Bratislava vertreten. Ein

Schwerpunkt der deutschen Kulturarbeit in der Slowakei

ist die Förderung von Deutsch als Fremdsprache und des

Deutschunterrichts. Deutsch ist in den Schulen nach Englisch

die zweite Fremdsprache. Etwa 37 % der Schüler, die

Fremdsprachenunterricht haben, lernen Deutsch. Auch

ist es möglich, an einer Reihe ausgewählter slowakischer

Gymnasien das sogenannte »Deutsche Sprachdiplom« abzulegen.

Damit können slowakische Gymnasiasten ohne

weitere Deutschprüfung an deutschen Universitäten oder

Fachschulen ein Studium beginnen.

Die Bundesregierung unterstützt außerdem die kulturpolitischen

und gemeinschaftsfördernden Aktivitäten der

laut Volkszählung ca. 5400 (geschätzt ca. 12000) Ange-

23


hörigen der deutschen Minderheit in der Slowakei (Karpatendeutsche).

Zwei uns in Deutschland bekannte Slowaken sind die

Fußballnationalspieler ihres Landes: Marek Mintál und

Róbert Vittek, die beide für den 1.FC Nürnberg in der

Bundesliga spielen. Aber eigentlich ist in der Slowakei

Eishockey der Nationalsport Nr.1, vergleichbar dem Fußball

bei uns. Auch andere Wintersportarten sind populär.

Kein Wunder, denn die Hoch- und Mittelgebirge des

Landes bieten ideale Möglichkeiten beispielsweise für das

Skispringen und Skilaufen. Deshalb herrscht auch abgesehen

vom Leistungssport gerade in den Wintermonaten

touristische Hochsaison in den Wintersportgebieten des

Landes. Besonders Wintersportler aus Deutschland und

Österreich schätzen die Regionen der Hohen und der Niederen

Tatra (beides Hochgebirge) als in jeder Beziehung

ausgesprochen günstig.

Besondere slowakische Persönlichkeiten:

Alexander Dubč ek (1921–1992) Slowakischer Politiker

und Vertreter der politischen Reformbewegung in den

60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Im Januar

1968 wurde er Vorsitzender der Kommunistischen Partei

der Tschechoslowakei und Hauptvertreter des sog. Prager

Frühlings, dessen Ziel ein »Sozialismus mit menschlichem

Antlitz« war, was jedoch auf den Unwillen der

UdSSR stieß. Nach der Invasion der Armeen der »Warschauer-Pakt-Staaten«

in die ČSSR im August 1968 wurde

Dubček nach und nach aller Funktionen enthoben und

1970 aus der Partei ausgeschlossen. Im November 1989

beteiligte er sich aktiv an der Sanften Revolution und

wurde im Dezember Abgeordneter der Volkskammer und

Vorsitzender der Föderationsversammlung. Er starb am

7. November 1992 nach einem schweren Autounfall. Er

wurde in Bratislava beerdigt.

Lucia Popp (1939–1993) Berühmte slowakische Sopranistin.

Nach dem Gesangsstudium in Bratislava erhielt sie

1963 ein ständiges Engagement in Wien. Sie hat mit zahlreichen

bedeutenden Dirigenten ihrer Zeit zusammengearbeitet,

zum Beispiel mit Leonard Bernstein, Herbert

von Karajan, Otto Klemperer und Yehudi Menuhin und

trat auf vielen großen Opernbühnen der Welt auf. Nach

1989 gelang es Lucia Popp dank ihrer Bemühungen und

ihrer Beziehungen, die künstlerische Kooperation zwischen

Bratislava und Wien in Gang zu bringen. 1993 erlag

sie einer schweren Krankheit.

Edita Gruberová (1946) Bedeutende slowakische Sopranistin,

gilt als ungekrönte Königin der Koloratur. Sie studierte

in Bratislava, Wien und Prag, debütierte im Jahr

1968. Sie erhielt viele Auszeichnungen und Anerkennungen

in der ganzen Welt. Sie ist die Ehrenvorsitzende der

Musikfestspiele von Bratislava.

24

Ondrej Nepela (1951–1989) Eiskunstläufer. Der bisher

einzige slowakische Sportler, der bei Olympischen Winterspielen

Gold gewann – 1972 in Sapporo (Japan). Er war

drei Mal Weltmeister (in den Jahren 1971 bis 1973) und

fünf Mal Europameister. Im Anschluss an seine Amateurzeit

trat er 13 Jahre bei der Eisrevue »Holiday on Ice«

auf. Er arbeitete nach seiner aktiven Zeit als Trainer in

Deutschland, wo er auch starb. Im Jahr 2000 erhielt er

posthum die Auszeichnung Slowakischer Sportler des

Jahrhunderts.

Miroslav Šatan (1974) Eishockeyspieler, Kapitän der

slowakischen Nationalmannschaft. Er war der Star bei

der Olympiade in Lillehammer 1994. In der Nationalen

(Eis-)Hockeyliga der USA (NHL) spielt er seit der Saison

1995/1996. 8 Jahre für die Buffalo Sabres. In den Jahren

2000 und 2002 spielte er in der Starauswahl der NHL.

2004/2005 spielte er eine Saison für Slovan Bratislava. Ergebnis:

slowakischer Meistertitel. Mit der slowakischen

Nationalmannschaft erkämpfte er alle drei Edelmetalle:

Silber 2000 in Sankt Petersburg, Gold 2002 in Göteborg

und Bronze 2003 in Helsinki.

Slowakisch essen

Das slowakische Nationalgericht ist Bryndzové Halusˇky

(Brimsennockerln). Hier das Rezept für 4 Personen:

Zutaten: ½ kg Kartoffeln

200 g Mehl

1 Ei

1 Teelöffel Salz

200 ml Milch

200 g Speck

200 g Brimsen

(Schaffrischkäse)

Die Kartoffeln schälen und fein reiben. Die Hälfte der

Milch, das Salz und das Ei dazugeben und alles zu einem

glatten Teig verarbeiten. Dann den Teig wie beim Spätzlemachen

portionsweise von einem befeuchteten Holzbrett

in einen Topf mit kochendem Salzwasser schaben.

Die Nockerln nur ganz kurz kochen. Die fertigen Nockerln

herausnehmen, abtropfen lassen und mit kaltem

Wasser übergießen. Den klein geschnittenen Speck in

einer Pfanne anbraten, die Nockerln und den Brimsenkäse

dazugeben, nach Belieben auch noch die restliche

Milch dazugießen. Die Brimsennockerln werden heiß

serviert. Dazu wird üblicherweise Sauermilch getrunken.


Bausteine, Gedanken und Lieder zum Leitwort

Thema: »Glauben verbindet – miteinander wachsen«

Das Thema der Kinder-, Konfirmanden- und Jugendgabe

2007 dreht sich, angelehnt an die Jahreslosung, rund um

die Möglichkeiten für Jugendliche aus Paraguay und der

Slowakei. Sie sollen die Chance haben, ihre Fähigkeiten

kennenzulernen und zu entwickeln. Auf diese Weise können

sie an ihren Aufgaben wachsen und aus ihrem Leben

etwas machen.

»Miteinander wachsen« bedeutet in diesem Fall, miteinander

und voneinander zu lernen, gemeinsame Erfahrungen

zu machen und so auch im Selbstbewusstsein

und in der Persönlichkeit zu reifen.

Jugendliche im Konfirmandenalter haben einen guten

Zugang zu diesem Thema über die eigene Biografie. Sie

haben in ihrem Leben die Erfahrung gemacht, dass sie

sich und ihre Fähigkeiten immer weiter entwickelt haben.

Nun stehen sie an der Schwelle vom Kindsein zum Jugendlichenalter.

Darüber hinaus machen sie sich Gedanken

über ihre Zukunft und entdecken für sich bestimmte

Ziele, die sie erreichen wollen. Dabei ist ihnen bewusst,

dass sie – wie das schon in der Vergangenheit der Fall

war – auch auf dem Weg in die Zukunft Familienangehörige

und Freunde brauchen, die sie unterstützen und

begleiten.

Im Leben wachsen, das geht nur miteinander. Das Vertrauen

auf Gott kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Fragt man Jugendliche, wo sie in ihrem Leben die Spuren

Gottes erfahren haben, nennen sie oft bemerkenswerte

und einschneidende Ereignisse in ihrem Leben. Die Nähe

Gottes ist für Jugendliche im eigenen Leben also ganz

natürlich, auch wenn Zweifel da sind.

Diese Seite des Themas »Miteinander wachsen« soll der

folgende Entwurf für eine Konfirmandenunterrichtsstunde

behandeln.

Der Aspekt »Glauben verbindet« kann u.a. mit dem vorliegenden

Materialheft beleuchtet werden.

Die Konfirmanden können sich in Kleingruppen die Informationen

über die betreffenden Länder, Kirchen und

Projekte erarbeiten und daraus eine Präsentation für die

Gesamtgruppe erstellen. Dabei kann der Schwerpunkt

besonders auf die Minderheitssituation gelegt und kön-

nen die Gemeinsamkeiten mit unseren evangelischen

Kirchen und unserem evangelischen Glauben herausgearbeitet

werden. Schön wäre es, wenn Jugendliche,

die ursprünglich aus Partnerkirchen stammen (z.B. aus

Russland oder Rumänien), oder Vertreter der GAW-Hauptgruppen

zum Austausch eingeladen werden könnten. Auf

diese Weise können die Jugendlichen dem Verbinden-

den unter den Protestanten ganz persönlich auf die Spur

kommen.

25


Konfirmandenstundenentwürfe

»Miteinander wachsen«

Vorbereitung: Die Konfirmanden sollen je ein Kleinkindfoto,

ein Foto aus dem Grundschulalter und ein aktuelles

Foto von sich mitbringen. Das aktuelle Foto kann auch mit

einer Digitalkamera gemeinsam vor Ort gemacht werden.

Einstieg

Material: Fotos, Arbeitsblatt, Scheren, Kleber, Stifte,

Papierbahn

Die Kinderfotos der Konfirmanden liegen in der Mitte des

Stuhlkreises. Reihum nimmt sich jede und jeder ein Foto

und versucht, es jemandem aus der Runde zuzuordnen.

Eventuell werden zwei Runden gemacht: die erste mit

den Kleinkindfotos, die zweite mit den Bildern aus dem

Grundschulalter.

Die Konfirmanden bekommen das Arbeitsblatt »Lebensbaum«

(auf A3 kopiert) und kleben die Fotos an der entsprechenden

Stelle der Zeitleiste ein.

Die Jugendlichen sind in ihrem Leben gewachsen, vom

Kleinkind zum Jugendlichen, so wie ein Baum vom

Spross an heranwächst.

Die Konfirmanden sollen an einigen Stationen der Zeitleiste

(ca. 4 Jahre, ca. 8 Jahre, ca. 12 Jahre) festhalten, was

ihnen an den jeweiligen Punkten in ihrem Leben wichtig

war: Erinnerungen, Ereignisse, Personen. Auch ihre Fähigkeiten,

die sie haben, sollen sie benennen. Schließlich

sollen sie aufschreiben, was ihre Ziele für die Zukunft

sind.

Anschließend tauschen sich die Konfirmanden in Zweiergruppen

über ihre Lebensbäume aus.

Die wichtigsten Lebensziele werden im Plenum auf einer

Papierbahn festgehalten. Die Konfirmanden überlegen

gemeinsam, was man zur Verwirklichung der einzelnen

Ziele braucht (z.B. Wurzeln = Familie, Freunde, Menschen,

die einem nahestehen, Gott und Glaube, Schulabschluss,

Arbeitsplatz, Geld ...) Auch diese Ergebnisse

werden auf der Papierbahn festgehalten.

Biblische Orientierung

Material: Senfkörner, Bibeln, Papierbahn, Stifte

Senfkörner/Pflanzensamen werden herumgegeben. Die

Konfirmanden raten, zu welcher Pflanze sie gehören.

Gemeinsam überlegen sie, was man damit machen

kann (z.B. essen, pflanzen). Wie groß wird wohl diese

Pflanze?

Das Gleichnis vom Senfkorn (Mt. 13,31–32) wird gelesen.

Die Konfirmanden erzählen es nach.

Impulsfrage: »Noch ist das Himmelreich, ist die Macht Gottes

ganz klein in unserer Welt und in unserem Leben. Aber

sie kann ganz groß werden. Wo soll eurer Meinung nach

die Macht Gottes wachsen?«

Die Antworten werden auf der Papierbahn gesammelt

(z.B. Die Macht Gottes soll größer werden, wenn es Krieg/

Naturkatastrophen gibt, wenn Menschen sich streiten/

ungerecht behandelt werden/in Armut leben müssen/für

sich keine Zukunft erkennen ...).

Die Konfirmanden überlegen gemeinsam, was es dazu

braucht, damit die Macht Gottes in unserer Welt größer

werden kann (z.B. Gemeinschaft, Menschen müssen aufeinander

zugehen ...). Auch diese Antworten werden auf

die Papierbahn geschrieben.

Abschluss

Material: weißer Blumentopf, Pflanzensamen

(z.B. Sonnenblume), Erde, Porzellanmalstift

Die Konfirmanden pflanzen ihren Lebensbaum. Dazu bekommen

sie einen Blumentopf, Pflanzensamen und Erde.

Auf den Blumentopf schreiben sie mit Porzellanmalstift

die Sätze: »Gott soll in meinem Leben ...« Und: »Die Herrschaft

Gottes soll wachsen ...« Diese Sätze sollen sie ergänzen.

Anschließend werden die Samen eingepflanzt. Das geschieht

in der Hoffnung, dass sie keimen und wachsen.

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Gebet

Gott, mein Leben soll wie ein Baum mit festen und tiefen

Wurzeln sein. Ich möchte mich in dir verwurzeln,

Gott, damit ich Halt finde für mein Leben.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit mein Leben nicht verkümmert.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit ich einen Standpunkt gewinne.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit mein Leben fruchtbar wird.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit ich meine Fähigkeiten zur Entfaltung bringen

kann.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit ich Erschöpften Schatten spenden kann.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit ich die Stürme des Lebens unbeschadet überstehe.

Ich möchte mich in dir verwurzeln,

damit mein Leben nicht oberflächlich bleibt.

Ich möchte mich in dir verwurzeln, Gott,

damit ich immer festen Boden unter den Füßen habe.

Gott, schenke du mir die Wurzeln, die ich brauche,

und mache mich stark und fest wie einen Baum,

der aus dir heraus lebt und blüht. Amen.

28

»Paraguay«

Dieser Entwurf ist für das 2. Drittel des Konfirmandenunterrichtsjahres

gedacht. Er setzt voraus, dass die jungen

Leute schon eine Weile den Gottesdienst besuchen.

Sie haben schon darüber nachgedacht, dass ziemlich viele

Erwachsene auf all das verzichten können, was ihnen in

diesen Stunden vorgestellt und bekannt gemacht wird.

Es ist hilfreich, wenn entweder die zehn Gebote oder der

erste Artikel oder beides schon besprochen wurden. Elemente

daraus könnten in einen Gottesdienst eingebracht

werden.

1. Der sonntägliche Weg in die Kirche

Manche wohnen fast neben der Kirche, wer hat eigentlich

den weitesten Weg?

In einen Stadtplan werden die »Kirchwege« eingetragen

und ermittelt, wer den weitesten Weg hat.

Der Kirchgang beginnt mit dem frühen Aufstehen, das ist

für manche etwas sehr Unerfreuliches. Vielleicht folgen

bessere Momente, jeder malt seinen Sonntagmorgen in

einer Kurve, mit Höhen und Tiefen.

Bessere Augenblicke könnten möglicherweise das Frühstück

sein (mit oder ohne Familie, was ist besser?).

Manche treffen unterwegs einen »Mitkonfi« oder man holt

einander ab und redet noch dies und das und sitzt dann

auch beieinander in der Kirche.

Manchmal gibt es Leute, die sich auf die Musik in der

Kirche freuen, manche mögen den anschließenden Kirchenkaffee

und manche haben bis jetzt dem Gottesdienst

noch keine guten Seiten abgewinnen können.

Man wird sich einigen können, dass Sonntage, bei denen

nur ein »Konfi« im Gottesdienst sitzt, nicht so gut sind.

In Paraguay gibt es nur ganz wenige evangelische Christen.

Sie wohnen weit verstreut im Land. Pedro hat es gut. Er

darf zum Gottesdienst mit dem Pferd reiten. Er hat aber am

Sonntag einen Ritt über mehr als 10 km vor sich.

Im Kalender steht, wann sonntags Kirche ist. Der Pfarrer

wird nämlich in 12 Kirchen erwartet, da kann er nicht

jeden Sonntag kommen.

Alle freuen sich auf die Sonntage mit Gottesdienst. Man

hört zuerst Gottes Wort und dann trifft Pedro seine

Freunde und erfährt, was es Neues gibt.

Dort und bei uns ist es wichtig, dass Menschen einander

treffen können.

Und dort wie hier ist es so, dass im Gottesdienst Gott auf

uns wartet, dass wir erwartet werden.

Idee für einen späteren Gottesdienst: Befragung der Gottesdienstbesucher,

warum sie in diesen Gottesdienst gekom-


men sind, und Vergleich mit Äußerungen aus der Gruppe

zum selben Thema.

Zusammenfassung, vielleicht auf Plakaten an die Wand

hängen: Wichtig am Gottesdienst: Menschen hören einander

zu. Alle werden von Gott erwartet.

2. Gott vermisst seine Menschen

Wir stellen jetzt Stühle wie für den Gottesdienst auf. Wer

sich viel Zeit für dieses Thema nimmt, kann über die bessere

Anordnung der Stühle nachdenken, Kreis oder Mittelgang

oder geschlossener Block.

So gut wie immer gehören zum Gottesdienst auch leere

Plätze, die erinnern an Leute, die nicht da sind. Wird

jemand vermisst?

Menschen von Gott, die in unserer Gemeinde so gut wie

immer im Gottesdienst nicht da sind.

In Paraguay, in dem Land, von dem wir schon gehört

haben, ist manches im Gottesdienst anders.

Wir haben zwei verschiedene Texte, wir machen zwei

Gruppen, jede wertet ihren Text aus und dann erzählt jeder

aus der einen Gruppe einem aus der anderen Gruppe,

was im Text steht.

a) Pedros Eltern betreiben eine kleine Landwirtschaft.

Davon wird man nicht reich, aber es reicht zum Leben. Auf

der anderen Seite der Straße wohnt eine Familie von Indigenas

(früher sagte man: Indianer). Immer wieder kommt

die Frau von dort und bittet um einen Laib Brot. Es gibt für

sie nur selten etwas zum Verdienen.

In der Gemeinde hat man schon überlegt, wie man ihnen

helfen könnte. Vielleicht kann Pedros Vater in der Erntezeit

einen Indigena zur Arbeit holen.

Aber das hilft nicht auf Dauer. Wenn es eine Schule gäbe,

dann könnten die Indigenakinder wenigstens später einen

Beruf erlernen. Eigentlich wäre das Sache der Regierung.

Die tut aber nichts.

Wenn das GAW das nötige Geld zusammenbekäme, dann

könnten Gemeindeglieder für die Kinder eine kleine Schule

aufmachen.

b) Asunción ist die Hauptstadt von Paraguay. Dort gibt es

sehr schöne Wohnviertel. Aber am Stadtrand wohnen die

Armen in Wellblechhütten, die sie sich selber gebaut haben.

Meist gibt es in den Hütten weder Strom noch Wasser.

Für eine warme Mahlzeit am Tag reicht das Geld der Eltern

oft nicht.

Am Hang, nicht weit vom einzigen Wasserhahn in der

Siedlung, lädt der Kinderhort der evangelischen Gemeinde

ein. Dort gibt es mittags etwas zu essen, der Arzt schaut

nach denen, die krank sind, und Erwachsene unterrichten

die Gruppe im Lesen und im Schreiben und in dem, was

sonst noch nützlich ist.

Juanita macht einen klugen Eindruck. Vielleicht bekommt

man vom GAW Geld, dass sie ein Stipendium für die

Schule erhalten kann. Wer eine Ausbildung hat, der muss

nicht mehr in einer Wellblechhütte hausen und am Wasserhahn

auf Wasser warten.

Man müsste den Müttern helfen, dass sie zu ein bisschen

Geld kommen. Gott wird sicher keine Goldstücke vom

Himmel fallen lassen. Dann müssen eben Leute aus der

Gemeinde etwas mit ihren Begabungen machen, die Gott

ihnen gegeben hat.

Ein paar Frauen gehen jeden Abend in den Kinderhort und

zeigen den Müttern, wie man wunderschöne Handarbeiten

anfertigen kann, die sich verkaufen lassen. Das Material

hat das GAW bezahlt.

Bezug zu den 10 Geboten: Wer seinen Nächsten lieben

will wie sich selber, der muss erst einmal seinen Nächsten

sehen lernen.

Bezug zum Credo: Wenn Gott alle Menschen geschaffen

hat, können dann nicht alle wie Geschwister leben

und auf das achten, was jeder dem anderen gerne sagen

möchte?

Baustein für den Gottesdienst, Forschungsauftrag: Wer

kommt mit seinen Sorgen im Fürbittengebet vor und wer

fehlt? Wer müsste eigentlich bei uns auch vorkommen?

Bericht an Gemeinde, eigene Fürbitten formulieren.

3. Gott mag es, wenn seine Menschen glücklich sind

Wer einen anderen Menschen glücklich macht, wird sich

selbst auch gut fühlen.

Man braucht eine Figur, meinetwegen »Fritz oder Frieda

Kirche«, die nimmt sich alle Nöte in der Welt zu Herzen,

die hilft vielen, ist aber nicht glücklich, weil die Sorge

für die ganze Welt einfach für einen einzelnen Menschen

zu schwer ist. Man kann die Figur unter entsprechenden

Lastpaketen komplett zusammenbrechen lassen oder ausprobieren,

ab wie vielen Paketen sie oder er in die Knie

geht. Das geht auch mit mehreren Gruppen, wenn man mehrere

Figuren und mehrere Sätze mit Sorgenpaketen hat.

Das Ganze lässt sich auch mit geringerem Aufwand mit

Papierschiffchen und einem Wasserbecken veranschaulichen.

Irgendwann geht das beste Boot bei zu hoher Belastung

unter.

Hinweis: Manche Leute sind belastungsfähiger als an-

dere, aber es geht nicht um den Rekord im Lastentragen,

sondern um das Glück von Gottes Menschen und darum,

dass manche Sorgen auch in Gottes Händen bleiben

dürfen.

Wir sortieren die Sorgenpakete von vorher so, dass jeder

sich eines sucht, das ihm im Augenblick am dringendsten

vorkommt. Erwünscht ist, dass sich die Gruppe auf einige

29


Probleme konzentriert und dass welche übrig bleiben, die

keinen so arg reizen.

Die gewählten »Pakete« sortieren: Probleme am Ort, Probleme

im Land, Probleme aus der weiteren Welt.

Eigentlich müssen alle drei Bereiche mit einem »Paket«

belegt sein, weil Jesus die ganze Welt im Blick hat.

Vielleicht hilft es weiter, wenn man den Text des Taufbefehls

gemeinsam sagt oder ihn auf einem Plakat im

Raum hat.

Nicht alle Leute wissen von den Problemen der Christen in

Paraguay. Aber die Gruppe weiß davon. Andere könnten

diese Christen vergessen.

Möglichkeiten, dem Vergessen zu wehren: Posterwand

im Gemeindehaus, Erzählen im Gottesdienst, wenn der

Weltgebetstag angekündigt wird, Zweckbestimmung der

Konfirmandengabe.

Weitere Infos:

Im Jugendkalender 2007 des GAW gibt es eine farbige

Landkarte von Paraguay, die sich kopieren und vergrößern

lässt. Im Kalender werden manche Probleme beschrieben

und ausführlich erörtert.

Zum Beispiel: In der Gemeinde denkt man über Umweltschutz

und alternative Landwirtschaft nach. Die Kirche

betreibt deshalb eine eigene Landwirtschaftsschule.

Damit wieder mehr Wald angepflanzt wird, gibt es eine

kirchliche Baumschule, in der einheimische Bäume gezüchtet

werden. Man möchte die Kommunen dazu anregen,

dass sie auf ihren Straßen und Plätzen einheimische

Bäume pflanzen.

Es gibt einige Internate, damit Kinder eine Schule besuchen

können. Für die Eltern und natürlich auch für die

Kinder ist es sehr wichtig, dass es gute Schulen gibt.

Der Entwurf »Paraguay« wurde uns aus der Hauptgruppe

Württemberg zugesandt.

30

Kindergottesdienstentwurf

Einstieg

Die Kinder machen die Erfahrung, dass sie selbst wachsen

und damit auch ihre Fähigkeiten immer größer werden.

Das können sie u.a. auch bei ihren Geschwisterkindern

beobachten.

Als Einstieg könnte man die Kinder messen und ihre

Größe (oder auch ihre Umrisse) auf einer Papierbahn an

der Wand festhalten. Die Kinder könnten die unterschiedlichen

Größen und Lebensalter miteinander vergleichen.

Die älteren Kinder sind schon etwas größer, die jüngeren

noch nicht so groß. Die Kinder können über kleinere Geschwisterkinder

erzählen und vergleichen, was sie alles

schon können, das Kleinere noch nicht können.

Einleitung der biblischen Geschichte: Gott lässt alle Menschen,

alle Tiere und Pflanzen wachsen. Darüber möchte

ich euch nun eine Geschichte erzählen.

Geschichte vom Senfkorn (Mt. 13,31–32)

Die Geschichte kann aus der Sicht eines Kindes erzählt

und eventuell mit der Geschichte von der Segnung der

Kinder (Mt. 19,13–15) verbunden werden. Während der

Erzählung können die Kinder einzelne Passagen nachstellen.

Rahmen: Jesus kommt in die Stadt, die Leute laufen herzu,

um seine Geschichten zu hören. Die Mütter wollen die

Kinder ganz nach vorne bringen, aber sie werden nicht

durchgelassen. Jesus holt die Kinder nach vorne (denn

Gott hat die Kinder am meisten lieb und ist ganz nah bei

ihnen) und segnet sie. Dann erzählt er die Geschichte

vom Senfkorn.

Die Leute waren zuerst ganz schön erstaunt. Aber dann

ließen sie die Kinder ganz bis nach vorne durchlaufen.

Als alle Kinder sich in die erste Reihe gesetzt hatten, sagte

Jesus: »Ich möchte euch heute die Geschichte vom Senfkorn

erzählen. Ein Senfkorn ist ein ganz kleiner Pflanzensame,

so klein, dass man ihn kaum sieht.« Und Jesus griff

in seinen Beutel und holte einige Senfkörner heraus.

(Erzähler greift auch in einen Beutel, holt Pflanzensamenkörner

heraus und gibt sie herum. Die Kinder können

überlegen, welche Pflanze wohl aus welchem Samen

wächst und wie groß sie wird.)

Solche ähnlichen Samenkörner hat Jesus den Menschen

auch gezeigt. »Jetzt ist dieser Same noch ganz klein«, sagte

Jesus, »aber er wird wachsen und wachsen, so lange, bis


er eine große und schöne Pflanze geworden ist. Die Pflanze,

die aus diesem winzigen Senfkorn wächst, wird so

groß, dass sogar die Vögel in seinen Zweigen sitzen

können.«

Esther sah sich die kleinen Samen ganz genau an. »Aus

etwas so Kleinem kann also etwas ganz Großes werden«,

staunte sie unsicher.

»Genau«, sagte Jesus. »Und genauso ist es auch mit Gott

in unserem Leben. Wir können ihn nicht sehen und wir

merken manchmal auch gar nicht, was er alles in unserem

Leben bewirkt. Aber er ist immer da und er lässt

unser Leben wachsen wie einen Baum. Er kümmert sich

um uns und er lässt auch seine Liebe in uns wachsen.«

»Gott lässt mich wachsen wie einen Baum?«, fragte

Esther. »Ja. Noch bin ich ganz klein und ich kann vielleicht

noch nicht so viel, was die Großen alles können.

Aber eines Tages, da bin ich auch groß. Gott sorgt dafür,

dass ich immer mehr tun kann. Und immer mehr hat Gott

mich lieb.«

Jesus kam zu Esther und sagte zu ihr: »Damit du nicht

vergisst, dass Gott dich immer größer werden lässt und

dass Gott auch in deinem Leben wächst, schenke ich dir

einen Samen. Pflanze ihn ein und immer, wenn du die

Pflanze siehst, dann denke an meine Worte.«

»Vielen Dank, Jesus«, sagte Esther.

Aktion

Die Kinder bekommen Pflanzensamen und stecken ihn

gemeinsam in einen Blumenkasten. Der wird im Kindergottesdienstraum

aufgestellt, sodass die Kinder das Auskeimen

und Wachsen sehen und erleben können.

Segen

Gott, du bist innen

Hände vor der Brust verschränken

und außen

Hände mit geraden Armen nach vorne strecken

und um mich herum.

Hände mit geraden Armen nach außen führen

Gieß über mich deinen Segen aus.

Hände über den Kopf nach oben strecken

Du sollst bei mir wohnen.

Hände zum Dach halten und langsam auf den Kopf

legen

Ich bin dein Haus.

Wo ein Mensch Vertrauen gibt

1. Wo ein Mensch Vertrauen gibt, / nicht nur an sich selber

denkt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus

Wüsten Gärten macht.

2. Wo ein Mensch den andern sieht, / nicht nur sich und

seine Welt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus

Wüsten Gärten macht.

3. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt / und den alten

Weg verlässt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus

Wüsten Gärten macht.

Text: Hans-Jürgen Netz 1975,

Melodie: Fritz Baltruweit 1977

Zum Lied

Vertrauen ist wie Wasser,

das Schiffe trägt,

das den Schmutz auflöst,

das Durstige erfrischt,

das Wüsten zu Oasen macht,

das Felsen aushöhlt,

das sich in Stauseen sammelt,

das Kraftwerke speist und Strom erzeugt,

das sich bewegt, vertrocknet

und wieder als Regen zurückkommt.

Josef Dirnbeck/Martin Gutl

31


Wir pflügen und wir streuen

Zum Lied

Denn gleichwie der Regen und Schnee

vom Himmel fällt und nicht wieder dahin

zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde

und macht sie fruchtbar und lässt wachsen,

dass sie gibt Samen, zu säen, und Brot,

zu essen, so soll das Wort,

das aus meinem Munde geht, auch sein:

Es wird nicht wieder leer zu mir

zurückkommen, sondern wird tun,

was mir gefällt, und ihm wird gelingen,

wozu ich es sende.

Jesaja 55,10.11

32

1. Wir pflügen, und wir streuen / den Samen auf das

Land, / doch Wachstum und Gedeihen / steht in des Himmels

Hand: / der tut mit leisem Wehen / sich mild und

heimlich auf / und träuft, wenn heim wir gehen, / Wuchs

und Gedeihen drauf.

(Kehrvers): Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,

/ drum dankt ihm, dankt, / drum dankt ihm, dankt und

hofft auf ihn!

2. Er sendet Tau und Regen / und Sonn- und Mondenschein,

/ er wickelt seinen Segen / gar zart und künstlich

ein / und bringt ihn dann behende / in unser Feld und

Brot: / es geht durch unsre Hände, / kommt aber her von

Gott.

(Kehrvers): Alle gute Gabe kommt her von Gott dem

Herrn, / drum dankt ihm, dankt, ...

3. Was nah ist und was ferne, / von Gott kommt alles her,

/ der Strohhalm und die Sterne, / der Sperling und das

Meer. / Von ihm sind Büsch und Blätter / und Korn und

Obst von ihm, / das schöne Frühlingswetter / und Schnee

und Ungestüm.

(Kehrvers): Alle gute Gabe kommt her von Gott dem

Herrn, / drum dankt ihm, dankt, ...

4. Er lässt die Sonn aufgehen, / er stellt des Mondes Lauf;

/ er lässt die Winde wehen / und tut den Himmel auf. / Er

schenkt uns so viel Freude, / er macht uns frisch und rot;

/ er gibt den Kühen Weide / und unsern Kindern Brot.

(Kehrvers): Alle gute Gabe kommt her von Gott dem

Herrn, / drum dankt ihm, dankt, ...

Text: nach Matthias Claudius 1782

Melodie: Hannover 1800


Ich möcht‘ daß einer mit mir geht

1. Ich möcht‘, daß einer mit mir geht, / der‘s Leben kennt,

der mich versteht, / der mich zu allen Zeiten / kann geleiten.

/ Ich möcht‘, daß einer mit mir geht.

2. Ich wart‘, daß einer mit mir geht, / der auch im

Schweren zu mir steht, / der in den dunklen Stunden /

mir verbunden. / Ich wart‘, daß einer mit mir geht.

3. Es heißt, daß einer mit mir geht, / der‘s Leben kennt,

der mich versteht, / der mich zu allen Zeiten / kann geleiten.

/ Es heißt, daß einer mit mir geht.

4. Sie nennen ihn den Herren Christ, / der durch den Tod

gegangen ist; / er will durch Leid und Freuden / mich geleiten.

/ Ich möcht‘, daß er auch mit mir geht.

Text und Melodie: Hanns Köbler 1964

Zum Lied

Gott ist dann am allernächsten,

wenn er am weitesten entfernt scheint.

Martin Luther

Spezieller Spendensammeltipp für Konfirmanden

Zur Konfirmation werden Gäste eingeladen: Verwandte,

die Großeltern und die Paten. Ein Fest wird an diesem Tag

gemeinsam gefeiert und dazu gehört nach dem gemeinsamen

Gottesdienstbesuch: gut zu essen, gut zu trinken,

sich zu unterhalten und miteinander fröhlich zu sein. Das

ist gut so und für die Hauptperson des Tages ist es schön

und wichtig, sich später gern an den Tag erinnern zu können.

Auch, weil die Eingeladenen natürlich Geschenke

mitbringen, die entweder so gewünscht waren oder über

die man sich ganz besonders freut, weil sie unbekannt

waren und eine echte Überraschung bedeuten.

Eine Möglichkeit für das private Spendensammeln wäre,

ein Gedeck an der Festtafel frei zu lassen. So, als würde

man noch einen Gast erwarten. Wenn man sich nun überlegt,

was ein Gast an der Tafel gegessen und getrunken

hätte, kommt man zu einer geschätzten Summe. Um die

solltet ihr eure Eltern bitten und sie für die JUGA 2007

spenden. Jeder Konfirmand könnte das machen. Denn

bei den Kosten für das gemeinsam gefeierte Konfirmationsfest

spielt das eine mehr bezahlte Gedeck doch wirklich

keine Rolle. Und wenn der eine Gast mehr gekom-

men wäre, hätte man dafür das Geld doch auch gern bezahlt.

Überlegt mal gemeinsam mit euren Eltern, ob das eine

Möglichkeit des persönlichen Spendensammelns sein

könnte, die ihr zu eurer ganz eigenen »Konfiaktion«

macht.

33


Gustav-Adolf-Jubiläumsrätsel

1. Das Gustav-Adolf-Werk begeht im Jahr 2007 sein 175-jähriges Jubiläum. 1832 wurde es durch den Aufruf eines

Leipziger Superintendenten gegründet. Wie hieß dieser Superintendent mit Familiennamen?

34

Adolf O

Großmann O

Kleinhans O

2. Im Jahr 2004 wurde der 100. Geburtstag der Kinder- und Jugendgabe in der Stadt begangen, von der aus sie

1904 von dem Pastor Paul Zauleck initiiert worden war. Um welche Stadt handelte es sich dabei?

Leipzig O

Bremen O

Darmstadt O

3. Ein Buch ist für die Arbeit des Gustav-Adolf-Werks ausgesprochen wichtig und wird manchmal im Spaß als

das Telefonbuch des GAW bezeichnet. Um welches regelmäßig erscheinende Buch handelt es sich dabei?

Bibel O

Projektkatalog O

EvDia (Die Evangelische Diaspora) O

4. Das Gustav-Adolf-Werk hat 2004 eine Praxishilfe zum Thema Evangelische Diaspora für Jugendliche in Gemeinde

und Schule herausgegeben. Welche drei der aufgeführten fünf Begriffe kommen in dem Titel dieses

Arbeitsheftes nicht vor?

Wasser O

Salz O

Brot O

Himmel O

Erde O

5. In dieser vom GAW veröffentlichten Praxishilfe ist von einem weiteren evangelischen Diasporawerk die Rede,

das seinen Sitz in Erlangen hat. Wie heißt es?

Bonifatiuswerk O

Martin-Luther-Bund O

Adveniat O

6. Seit dem Jahr 2000 arbeitet das Gustav-Adolf-Werk neben seinen langjährig traditionellen Arbeitsgebieten Europa,

Lateinamerika und Zentralasien auch wieder innerhalb Deutschlands, vor allem in der Hilfe für evangelische

Schulen. Wie wird dieser relativ junge Arbeitsbereich bezeichnet?

Pädagogische Diaspora O

Diasporische Pädagogik O

Innerdeutsche Diaspora O


7. Im Projektkatalog werden alle Projekte, die das GAW in seinen Partnerkirchen unterstützt, der besseren Übersicht

halber mit Piktogrammen versehen. Sie weisen auf den Charakter der einzelnen Projekte hin, z.B.

Bau oder Renovierung von Pfarr- und Gemeinderäumen,

Projekt aus dem Bereich der Frauenarbeit,

Studien- und Stipendienhilfe.

Welche Bedeutung mag wohl dieser kleine PKW haben?

Das GAW ist aus ökologischer Sicht grundsätzlich gegen

den Einsatz von Autos und befürwortet für die Diasporamitarbeiter

deswegen ausschließlich Fahrräder. O

Projekt der sog. Motorisierungshilfe des GAW O

Wenigstens ein Auto sollte jeder »Diasporaner« besitzen. O

8. Das Gustav-Adolf-Werk hat einen christlichen Wahlspruch, der über seiner

gesamten Arbeit steht. Er stammt aus der Bibel. In welchem Bibelteil steht er?

Brief des Paulus an die Galater O

Johannesevangelium O

Brief des Paulus an die Römer O

9. Während der Teilung Deutschlands war auch das Gustav-Adolf-Werk zeitweise geteilt.

Wo wurde es 1992 als Diasporawerk der EKD neu gegründet?

Kassel O

Herrnhut O

Leipzig O

10. Seitdem hat es als eines der wenigen in ganz Deutschland arbeitenden Unternehmen seinen Sitz in den neuen

Bundesländern. Wo befindet sich die Zentrale des Gustav-Adolf-Werks?

Lützen O

Berlin O

Leipzig O

Vorname, Name: ............................................................................................................................. Alter: .............

Straße, Hausnummer: ............................................................................................................................................

PLZ, Wohnort: ......................................................................................................................................................

Alle richtig beantworteten Fragebögen nehmen an einer Tombola mit interessanten Preisen teil.

Bitte die Adresse gut lesbar schreiben!

Einsendeschluss ist der 31. Juli 2007

35


Diaserie zur JUGA 2007 »Glauben verbindet – miteinander wachsen«

1. Die Projekte, die unsere Partner für die diesjährige JUGA benannt

haben, befinden sich in Paraguay und der Slowakei. Und obwohl die

beiden Länder ähnlich klingen (Slowakei – Paraguay), sind sie doch

ganz und gar unterschiedlich. Besonders deutlich ist der Unterschied

natürlich geografisch: Paraguay liegt in Südamerika, die Slowakei

(hellblau), eingerahmt von Tschechien, Polen, der Ukraine, Ungarn

und Österreich, mitten in Europa.

2. Das ist die Burg in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Sie ist das

Symbol für die Hauptstadt und das gesamte Land. Das drückt auch die

Nationalflagge aus, die oben auf dem Dach im Wind weht.

3. Bratislava liegt an der Donau, dem europäischsten aller europäischen

Flüsse. Wisst ihr eigentlich, wie viele Länder die Donau auf ihrem

2 845 km langen Weg von der Quelle in Deutschland bis zur Mündung

ins Schwarze Meer durchfließt bzw. berührt? Es sind insgesamt zehn.

Außer Deutschland noch Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien,

Serbien, Bulgarien, Moldawien, die Ukraine und Rumänien.

Oben auf dem großen Pfeiler der Donaubrücke in Bratislava befindet

sich übrigens ein Restaurant. Da kann man sehr gut essen und man hat

dazu eine tolle Aussicht.

4. Auf dem Hauptplatz von Bratislava, dem Markt, musiziert dieser stadtbekannte

Straßenmusikant, der Zigeuner Rudo. Er ist ein Original und

sein besonderes Markenzeichen ist es, seine Gitarre mit dem Kamm

spielen zu können. Dafür hofft er auf zahlungsfreudige Zuhörer, für

deren Großzügigkeit er schon mal die Pappschachtel vor sich hingestellt

hat.

5. Ein imposantes und attraktives Gebäude in der Altstadt Bratislavas ist

das Slowakische Nationaltheater. Seit 1920 werden hier Opern- und

Ballettvorstellungen gegeben. Hier begannen auch die künstlerischen

Karrieren von mehreren slowakischen Opernsängern, die später zum

Teil bedeutende Erfolge in der ganzen Welt feierten.

36


6. Dagegen wirkt die sogenannte »Große Kirche« der evangelischen Gemeinde

in Bratislava geradezu bescheiden. Sie hat nicht einmal einen

Turm.

7. Das stört aber diese Kinder überhaupt nicht, die hier vor der Kirche

auf den Beginn ihres Kindergottesdienstes warten. Der findet im Anschluss

an den Gottesdienst der »Großen« statt. Und wenn der lange

dauert, müssen die Kinder draußen auch lange warten, bis sie rein

dürfen. Bloß gut, dass es heute nicht regnet, sondern die Sonne

scheint.

8. Prešov ist die drittgrößte Stadt der Slowakei und sie hat knapp 100 000

Einwohner. Es war ursprünglich ein mittelalterliches Städtchen und

am historischen Hauptplatz, dem Markt, mit seinen spätgotischen

Bürgerhäusern, kann man das noch heute sehen. Eine geografische

Besonderheit ist es, dass der 49. Breitengrad mitten durch die Stadt

verläuft. Weiß denn jemand von euch, welche großen deutschen Städte

dieser Breitengrad berührt? (Karlsruhe und Regensburg)

Alle drei Städte liegen also auf gleicher, gemeinsamer Höhe der Erde.

9. Leider sehen nicht alle Häuser so schön aus wie die am Hauptplatz.

Manche sind so alt und verwahrlost, dass sie zusammenfallen. Das

rechte Haus hier wird mit Balken gestützt, damit es nicht auch einstürzt.

Da bringt dieses Grafitto richtig Farbe in die Straße. Und es

wirkt fast wie eine Theaterkulisse. Der Text unten lautet übrigens frei

übersetzt etwa: Es gibt Plätze, von denen man sich einfach nicht trennen

kann.

10. Trennen wollen die sich hier auch nicht. Sie wohnen gemeinsam im

Internat des Reformierten Gymnasiums in Rimavská Sobota, das hier

Kollégium heißt. Nur in den Ferien fahren sie nach Hause, weil sie

einen so weiten Schulweg haben, dass man ihn nicht täglich mit dem

Zug oder dem Bus zurücklegen kann. Das ist zwar anfangs traurig,

weil man die Eltern und Geschwister ja auch nur in den Ferien sieht.

Aber so nach und nach gewöhnt man sich daran und sie haben ja auch

nur so die Möglichkeit, das Reformierte Gymnasium zu besuchen.

37


11. Gemeinsam mit ungefähr 200 Schülern lernen sie in dieser Schule und

erarbeiten sich hier die Voraussetzungen für ein späteres Studium oder

eine Berufsausbildung. Die Slowakei ist EU-Mitgliedsland und eine

gute und umfassende Schulbildung ist auch für diese Jugendlichen die

allerwichtigste Grundlage für ihr späteres Berufsleben.

12. Bis zum Abitur sind sie hier zusammen. Dann allerdings kommt doch

ein Abschied. Doch heute ziehen sie erst einmal festlich gekleidet und

mit der Schulfahne vornweg durch die Stadt. Stolz zeigen sie damit

allen Leuten, die sie sehen: Wir haben das Abitur gemacht. Etwas traurig

sind sie natürlich trotzdem, denn damit endet ja ihre gemeinsame

Schulzeit. Aber daran denken sie an diesem Tage nicht oder sie geben

es jedenfalls nicht zu. Heute wird gefeiert und da wird es lustig!

13. Dieses Bild stammt vom ökumenischen Gottesdienst am letzten

Schultag vor den Osterferien 2006. Alle Schüler sind in die Turnhalle

gekommen. Das ist der größte Raum in der Schule, in den auch alle

Schüler reinpassen. Von überall her mussten vorher Stühle und Bänke

herangeschafft werden, damit alle einen Sitzplatz haben. Solche Schulgottesdienste

finden immer zu den christlichen Festen des Jahres statt.

Welches sind eurer Meinung nach christliche Feste?

(Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Reformationsfest)

Außerdem finden Schulgottesdienste am Beginn und am Ende eines

jeden Schuljahres statt.

14. Der evangelische und der reformierte Pfarrer halten gemeinsam diesen

Gottesdienst, in dem auch das heilige Abendmahl gefeiert wird. Damit

wird an das Abendmahl erinnert, das Jesus mit seinen Jüngern in

der Nacht feierte, bevor er verraten wurde. Einige Schüler haben sich

bereits im Religions- bzw. Konfirmandenunterricht über verschiedene

Abschnitte und die Gestaltung Gedanken gemacht und sind nun beim

Gottesdienst auch selbst mit beteiligt. – Direkt neben der Turnhalle

wird der Klubraum für die Schüler der Evangelischen Grundschule

und des Reformierten Gymnasiums entstehen, für den wir mit unserer

JUGA sammeln. Für vielerlei Veranstaltungen, natürlich auch für diese

großen Gottesdienste, wird er dann mit genutzt.

15. Jetzt machen wir einen riesigen Sprung, um die halbe Welt. Wir landen

in Paraguay (braun), umgeben von Bolivien, Brasilien und Argentinien,

in Südamerika. Hier treffen wir unsere Partner für das andere

JUGA-Projekt.

38


16. Dieses Bild zeigt in Hohenau die Evangelische Internatsschule

»La Fe«. 300 Schüler besuchen diese Schule. Außer klassischem Schulunterricht

werden sie künftig auch in einzelnen landwirtschaftlichen

Tätigkeitsbereichen praktisch unterrichtet. Das soll ihnen später den

Zugang zu einer Berufsausbildung oder einem Arbeitsplatz erleichtern.

17. Besonders notwendig ist zunächst die Einrichtung eines Computerkabinetts.

Denn jeder Schüler muss lernen, den Computer zu beherrschen.

Ohne ihn geht auch in Paraguay überhaupt nichts. Oder fällt

euch vielleicht ein Wirtschaftsbereich ein, in dem man keinen Computer

benötigt? Ich glaube es nicht. Spätestens bei der Abrechnung

braucht man ihn dringend.

18. Garten- und Gemüseanbau ist ein anderer Bereich, in dem unterrichtet

wird. Dabei werden Zusammenhänge von Temperatur und Feuchtigkeit

deutlich und erste Erfolge stellen sich ein, wenn alle Bedingungen

erfüllt sind. Manches kommt da wieder ins Gedächtnis, was aus dem

Biologieunterricht bekannt, aber längst vergessen war. Anderes macht

deutlich, dass das biologische Gleichgewicht nicht beschädigt werden

darf und wir Menschen vorsichtig mit unserer Erde umgehen müssen.

19. Bei der Arbeit im Gewächshaus kommt es für diese drei besonders

darauf an, nicht zu viel von den jungen Trieben abzuschneiden. Sonst

gehen die Pflanzen ein.

20. Aber auch einfache Schlosser- und Zimmererarbeiten gehören zu den

notwendigen Tätigkeiten, die Landwirte oft selbst ausführen. Für

alles, was man selbst machen kann, braucht man keinen anderen und

man muss vor allem nichts dafür bezahlen.

Dazu gehört natürlich auch eine kleine Werkstatt, in der man einige

der wichtigsten Maschinen und Werkzeuge zur Verfügung hat, um

Wartungs- und Reparaturarbeiten auszuführen.

39


21. Auch der Rasentraktor ist eine tolle und ausgesprochen beliebte

Maschine. Nur manchmal vergessen die Jungs, dass er eigentlich zum

Rasenmähen da ist und nicht, um damit Geschwindigkeitsrekorde

aufzustellen.

22. Neben der anstrengenden Arbeit, ohne die es aber in der Landwirtschaft

nicht geht und die manchmal auch überhaupt keinen Spaß

macht, passiert so ganz nebenbei noch etwas anderes: Mit der Zeit

wird für alle deutlich, dass man es ja mit etwas Lebendigem zu tun

hat, was auch reagiert. Tiere, denen man zu fressen und zu saufen

geben muss, wenn sie Hunger oder Durst haben. Oder Früchte, die

geerntet werden müssen, wenn sie reif sind. Und dafür ist man zuständig

und dafür trägt man die Verantwortung. Denn all das ist ja Gottes

Schöpfung. Sie ist uns Menschen anvertraut, damit wir sie benutzen

und gebrauchen. Aber wir sollen sie auch schonen und pflegen.

23. Wenn dann die selbst gebackenen Kekse verkauft werden und jeder

ihren guten Geschmack lobt und alle fragen, wann es endlich wieder

frische gibt, dann macht das stolz und die damit verbundenen Mühen

sind ganz schnell vergessen. Mit den Keksen können die Käufer

aber auch ein Stück frohe Botschaft des Evangeliums erfahren, die

unsere Freunde gern weitergeben. Denn sie ist ja auch unsere Motivation.

Deshalb sind wir zur Hilfe für unsere Partner bereit. Weil wir aus

unserem Glauben heraus dort helfen wollen, wo eine christliche Minderheit

in einem armen Umfeld unsere Hilfe benötigt. Und auch, weil

wir zu dieser Hilfe in der Lage sind!

24. Für unsere jungen Partner in Paraguay ist es wichtig, dass sie bei

ihrem Lernen Erfolge erleben, für die sie mit ihrer eigenen Arbeit

die Voraussetzung geschaffen haben. Das gibt ihnen die Gewissheit,

dass sie wertvoll sind, gebraucht werden und in einem späteren Beruf

bestehen können. Das verschafft ihnen Selbstvertrauen. Und wir

können ihnen dazu helfen, indem wir ihnen einen Teil von unserem

gesammelten JUGA-Geld zur Verfügung stellen, im Gebet an sie

denken und so letztlich

40

miteinander wachsen, weil Glauben verbindet!


Gustav-Adolf-Werk e.V.

Diasporawerk der EKD

Kennwort: JUGA 2007

Pistorisstraße 6

04229 Leipzig

Bestellschein

Hiermit bestelle ich von den Materialien zur Kinder-, Konfirmanden-, und Jugendgabe 2007

...... Expl. Faltblätter

...... Expl. Spendentüten

...... Expl. Plakate

...... Expl. Materialhefte

...... Stck. Diaserie – kostenlos leihweise von ........................ bis ........................

(bitte Termine einsetzen)

...... Stck. Diaserie – Kauf zum Preis von: € 10,–

...... Stck. Bildserie auf CD – Kauf zum Preis von: € 10,–

Für Fax: 0341-49062-66, Tel.: 0341-49062-19

Absender/ Versandanschrift:

41


In eigener Sache

Landkarten zu Protestanten in Europa, Lateinamerika und den GUS-

Staaten (siehe als Beispiele im Umschlag die Südamerika- und die Europakarte)

Diese drei Karten geben einen Überblick über den Anteil Evangelischer

in den einzelnen Staaten. Legenden fassen die Zugehörigkeit der Bevölkerung

zu christlichen Kirchen und anderen Religionen zusammen. Geeignet

für Konfirmanden- und Religionsunterricht.

Erhältlich in den Formaten A3 (je € 1,50) und A2 (je € 2,50),

3er Karten-Sets A3 (€ 4) und A2 (€ 7).

Dieter Reiher: Ihr seid das Salz der Erde – Diaspora: verstreut, verloren,

ausgebreitet

Eine Praxishilfe zum Thema »Diaspora« für die Arbeit mit Kindern und

Jugendlichen in Gemeinde und Schule, herausgegeben von der Kinder-

und Jugendarbeit im Gustav-Adolf-Werk e.V.

Systematisch ausgearbeitete Unterrichtsbausteine, Arbeitsmaterialien,

Kopiervorlagen sowie didaktische und methodische Hinweise erleichtern

es dem Pädagogen, das Thema Diaspora Kindern und Jugendlichen

verschiedener Altersgruppen näherzubringen.

ISBN: 3-87593-082-7, Verlag des Gustav-Adolf-Werks, Leipzig 2004, 36 S.,

Br., € 4,60

»kreuz & quer durch Paraguay« ist der Titel des Kalenders für junge

Leute 2007 aus dem GAW. Er kann in der Zentrale bestellt werden. Der

Einzelpreis beträgt € 2,50, ISBN: 3-87593-090-8.

Und im Jahr 2008 dreht sich dann im Kalender alles um Portugal.

Das Materialheft gibt es übrigens wieder als PDF-Datei auf der Homepage

des Gustav-Adolf-Werks.

In seiner Zentrale in Leipzig verfügt das Gustav-Adolf-Werk über ein

Medienarchiv, das von Gabriele Karfus betreut wird. Dort liegen vielfältige

Diaserien und Videos, aber auch großformatige Plakate und Ausstellungstafeln

zur Ausleihe bereit. Auch ausführliche Projektinformationen

sind da zu erfragen. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit und wenden Sie

sich zu diesem Zweck direkt an Frau Karfus, Tel.: 0341-4906217.

Spendenkirchen oder kleine Spendenhäuser zum Kollektesammeln

in Kindergottesdienst und Christenlehre gibt es in verschiedenen Versionen

und Farben. Sie werden für uns in den Diakonischen Werkstätten

Leipzig handgefertigt.

Anfragen und Bestellungen bitte an Frau Karfus, Tel.: 0341-4906217.

Inge Ojala: Löwenzahnkinder

Über die Betreuung von Straßenkindern in Tallinn und ihre Erlebnisse

dabei erzählt die Autorin in diesem Buch. »Der Löwenzahn ist ein Symbol

der Widerstandskraft, die ich auch meinen Kindern wünsche.«

Ein Gemeinschaftsprojekt vom Gustav-Adolf-Werk e.V. und vom Martin-

Luther-Bund, Broschur, 140 Seiten, € 9, ISBN 3-87593-088-6

43


Aus der Chronik des Gustav-Adolf-Werks

44

AM ANFANG EIN ZUSAMMENSCHLUSS

1832 Gründung der Gustav-Adolf-Stiftung in Leipzig/Sachsen

Anlässlich der Gedenkfeiern zum 200. Todestag des Schwedenkönigs

Gustav II. Adolf ruft der Leipziger Superintendent Prof. D.

Christian Großmann dazu auf, die Protestanten in der Diaspora

zu unterstützen. Gegründet werden soll »... eine Anstalt zu

brüderlicher Unterstützung bedrängter Glaubensgenossen und zur

Erleichterung der Not, in welche durch die Erschütterung der Zeit

und durch andere Umstände protestantische Gemeinden in und

außer Deutschlands mit ihrem kirchlichen Zustand geraten, wie

dies nicht selten bei neu entstehenden Gemeinden zu sein pflegt«.

1833 Das erste Projekt

Die lutherische Siedlungsgemeinde Karlshuld im Donaumoos bei

Ingolstadt erhält die erste von der Gustav-Adolf-Stiftung vergebene

finanzielle Hilfe.

1841 Gründung eines Diasporavereins in Darmstadt/Hessen

Der Darmstädter Hofprediger, Karl Zimmermann, richtet einen

»Aufruf an die protestantische Welt«: »Protestanten, Lutheraner,

Reformierte, Anglicaner, und welche Namen Ihr führen möget,

Glieder der protestantischen Kirche, welches auch Eure besondere

Glaubensansicht sei, ob Ihr Supranaturalisten oder Nationalisten

oder Vermittelnde seid, ob man Euch Altlutheraner oder

Neuevangelische, Pietisten oder Mystiker oder noch anders nennt,

Protestanten – ich fasse das Wort im weitesten Sinne – weihet

den heutigen Tag durch den Entschluß, einen Verein für die hülfsbedürftigen

protestantischen Gemeinden zu gründen.«

1842 Zusammenschluss

Die sächsische Gustav-Adolf-Stiftung und der hessische Diasporaverein

schließen sich unter dem Namen »Evangelischer Verein

der Gustav-Adolf-Stiftung« zusammen. Organisationsform: Gleichberechtigte

Haupt- und Zweigvereine »in den deutschen Landen«.

1843 Der erste Projektkatalog

Der erste Projektkatalog erscheint. Im Projektkatalog werden

seither jährlich alle Anträge protestantischer Diasporagemeinden

auf finanzielle Unterstützung zusammengefasst.

1844 Hilfe nach Übersee

Erste Kontakte nach Lateinamerika (Buenos Aires) werden

geknüpft.

ZWISCHEN RELIGIONEN UND KRIEGEN

1848 Beginn der Gustav-Adolf-Frauenarbeit

Zur Unterstützung des Gustav-Adolf-Vereins im Rheinland wird in

Rees der erste Gustav-Adolf-Frauenverein gegründet.

1886 Das erste Jahresprojekt der Frauenarbeit

Die »Gustav-Adolf-Frauen« unterstützen erstmals ein eigenes

Projekt. Diese erste, sogenannte Frauenliebesgabe (heute: Jahresprojekt

der Frauenarbeit) geht an die Waisenanstalt in Ostrowo/

Posen in Polen.

1904 Die erste Kinder- und Jugendgabe

Der Bremer Pastor Paul Zauleck ruft zu einer regelmäßigen Kindergabe

im Gustav-Adolf-Verein auf. Die Gemeinde St. Joachimsthal

in Böhmen erhält diese erste Kindergabe.

1930 Einweihung des Franz-Rendtorff-Hauses

In Leipzig wird das Franz-Rendtorff-Haus eingeweiht. Bis 1993

wohnen dort Theologiestudenten verschiedener evangelischer

Diasporakirchen. Benannt ist das Haus nach Franz Rendtorff

(1860–1937), Professor für Praktische Theologie an der Universität

Leipzig und Vorsitzender des Gustav-Adolf-Centralvereins

(1917–1934).

1943 Spuren des Krieges

Die Zentrale des Gustav-Adolf-Vereins in der Leipziger Innenstadt

wird während eines Bombenangriffs zerstört. Dabei wird die

bedeutende Diasporabibliothek vernichtet. Die Verwaltung des

Gustav-Adolf-Vereins zieht ins Franz-Rendtorff-Haus.

TRENNUNG UND WIEDERVEREINIGUNG

1946 Unter der Obhut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erklärt,

dass die Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins unter der offiziellen

Bezeichnung »Gustav-Adolf-Werk der Evangelischen Kirche in

Deutschland« fortgeführt werden soll. Der Rat zieht damit die Konsequenz

aus einem Jahrhundert enger Zusammenarbeit zwischen

den evangelischen Landeskirchen und dem Gustav-Adolf-Verein.

1947–65 Gemeinsame Arbeit im geteilten Deutschland

1947: Infolge der Teilung Deutschlands wird zusätzlich zur Zentrale des

Gustav-Adolf-Werks in Leipzig eine Geschäftsstelle für den Bereich

der westlichen Besatzungszonen eingerichtet: zunächst in Assenheim

– 1952 in Kassel.

1948: Die Hauptgruppen des Gustav-Adolf-Werks im Westen Deutschlands

schließen sich zur »Notgemeinschaft der Gustav-Adolf-

Stiftung« zusammen. Diese Notgemeinschaft wird als vorübergehendes

Provisorium verstanden. Die Diasporaarbeit wird

weiterhin von Leipzig aus geleitet.

1963: Die Arbeit des Gustav-Adolf-Werks im geteilten Deutschland

gestaltet sich zunehmend schwieriger. Das Überleben des GAW

ist gefährdet. Das Gustav-Adolf-Werk (West) wählt deshalb zum

ersten Mal einen eigenen Vorsitzenden. Die Hauptgruppen im

Osten Deutschlands gründen eine »Arbeitsgemeinschaft des

Gustav-Adolf-Werks in der Deutschen Demokratischen Republik«,

die elf Jahre später als Werk des Bundes der Evangelischen Kirchen

in der DDR anerkannt wird.

1966 Die »Berliner Vereinbarung«

In der sogenannten »Berliner Vereinbarung« wird das Verhältnis

zwischen Gustav-Adolf-Werk (West) und Gustav-Adolf-Werk (Ost)

geregelt. Beide Werke bekennen sich zum Auftrag des bisherigen

Gesamtwerks und geben sich gleichzeitig frei zum selbstständigen

Handeln in ihren Bereichen.

1992 Neugründung im vereinten Deutschland

In Herrnhut wird nach Auflösung der Gustav-Adolf-Werke Ost und

West das »Gustav-Adolf-Werk e.V. Diasporawerk der Evangelischen

Kirche in Deutschland« gegründet.

1994 Zentrale in Leipzig

Als erstes kirchliches Werk in Deutschland nimmt das Gustav-

Adolf-Werk seinen Sitz in einem der neuen Bundesländer: Die

Zentrale des neuen Werks zieht ins Franz-Rendtorff-Haus nach

Leipzig. Die Zentrale des ehemaligen Gustav-Adolf-Werks (West)

in Kassel wird geschlossen.

1997 Erweiterung des Stipendienfonds

Seit seiner Gründung ist es dem Gustav-Adolf-Werk ein besonderes

Anliegen, den theologischen Nachwuchs aus protestantischen

Diasporakirchen zu fördern. 1997 wird der bestehende Stipendienfonds

zu einem umfangreichen Studien- und Stipendienprogramm

erweitert.

2000 Innerdeutsche Diaspora

Protestantische Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen

in der innerdeutschen Diaspora werden seit 2000 wieder vom

Gustav-Adolf-Werk unterstützt.

2004 Jubiläum – 100 Jahre Kinder- und Jugendgabe

Seit 100 Jahren wird im Gustav-Adolf-Werk die Kinder- und

Jugendgabe gesammelt, wodurch Projekte der Arbeit mit Kindern

und Jugendlichen in den Partnerkirchen unterstützt werden.

2007 Jubiläum – das Gustav-Adolf-Werk feiert sein 175-jähriges Bestehen.

Zahlreiche Aktivitäten wie 175 Gottesdienste, ein Kreativwettbewerb

für Kinder und Jugendliche sowie Feierlichkeiten in

Lützen finden statt.

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