Lebensformen, Familie und Familienpolitik - Gymnasium Damme

gymnasiumdamme

Lebensformen, Familie und Familienpolitik - Gymnasium Damme

Zahlen und Fakten

Lebensformen, Familie und Familienpolitik

Einführung

Die Themen Lebensformen, Familie und Familienpolitik rücken zunehmend

in den Mittelpunkt der politischen Diskussion, da die

Lebensgestaltung nicht nur persönliche Folgen, sondern auch zentrale

Funktionen für die Systeme der sozialen Sicherung und damit

für die Ökonomie hat.

Auch wenn die Lebensform, in der zwei Partner verheiratet zusammen

leben, mit knapp 60 Prozent am häufigsten in Deutschland

zu finden ist und noch weitere sieben Prozent der Bevölkerung als

unverheiratete Paare zusammen leben, bestätigt insbesondere ein

Blick auf die Entwicklung der Geburtenziffer einen entscheidenden

Wandel der Lebensformen insgesamt.

Die Reproduktion einer Bevölkerung ist gewährleistet, wenn die

Geburtenziffer dauerhaft bei oder über dem Wert von „2“ liegt, ein

Paar im Laufe seines Lebens also zwei Kinder zur Welt bringt.

Seit über 20 Jahren schwankt die zusammengefasste Geburtenziffer

in West-Deutschland um die Werte 1,3 und 1,4.

In den Jahren nach der Wende hat sich die Geburtenziffer in Ost-

Deutschland auffallend stark verringert. Seit dem Tiefstand von 0,84

im Jahr 1995 ist die Geburtenziffer wieder kontinuierlich gestiegen

und liegt heute mit 1,2 nahe an dem west-deutschen Durchschnitt.

Neben dem allgemeinen Geburtenrückgang prägt das zunehmende

Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes die demographische

Entwicklung. Im Jahr 1985 waren Frauen in Ost-Deutschland

bei der Erstgeburt 21,8 und Frauen in West-Deutschland 26,2 Jahre

alt. Nach der Wiedervereinigung kam es zu einer Angleichung des

generativen Verhaltens. Im Jahr 2000 lag das Alter der Frauen bei

der Erstgeburt in West-Deutschland bei 29, in Ost-Deutschland bei

durchschnittlich 28,4 Jahren.

Parallel zu diesen generativen Veränderungen führen auch die

zunehmenden Scheidungsraten zu einem Rückgang kernfamilialer

Lebensformen. Wurden in den 70er Jahren rund 15 Prozent der

bestehenden Ehen in West-Deutschland geschieden, waren es 2003

bereits 43 Prozent.

In Ost-Deutschland war das Scheidungsrisiko vor der Wiedervereinigung

deutlich höher als in der Bundesrepublik. Zu Beginn der 90er

Jahre sank die Scheidungsrate erheblich. Auch wenn die Scheidungshäufigkeit

seit Mitte der 90er Jahre wieder angestiegen ist, lag

die Scheidungsrate in den neuen Bundesländern 2003 immer noch

rund sechs Prozent unter dem entsprechenden west-deutschen

Wert.

Drei Trends zeichnen sich in den Entwicklungen der letzten Jahre ab:

Erstens spielt sich das Leben mit Kindern in zunehmendem Maße

nicht nur im Zusammenhang mit verheirateten Paaren ab. Der Anteil

unverheirateter Paare mit Kindern und Alleinerziehenden steigt,

während der Anteil verheirateter Paare mit Kindern demgegenüber

zurückgeht.

Zweitens nimmt der Anteil der Bevölkerung zu, der in Paargemeinschaften

ohne Kinder lebt.

Drittens steigt die Bedeutung des Alleinlebens in der Verteilung

privater Lebensformen – was nicht zuletzt auf den zunehmenden

Anteil älterer Bevölkerungsgruppen zurückzuführen ist.


Zahlen und Fakten

Lebensformen, Familie und Familienpolitik

Inhalt

Geburten

Entwicklung der Geburtenziffer

Durchschnittliche Geburtenzahl je Frau von 15 - 45 Jahren,

West- und Ost-Deutschland 1960 bis 2000

Kinderhäufigkeit und Kinderlosigkeit

In Prozent der 1940 bis 1960 geborenen Frauen, West- und

Ost-Deutschland 2003

Durchschnittsalter der Mütter

In Jahren bei der Geburt des ersten Kindes, West- und

Ost-Deutschland 1975 bis 2000

Lebensformen und Haushalte

Lebensformen der Bevölkerung

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996 und 2003

Pluralisierung der Lebensformen

In Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren, Deutschland

1994 und 2003

Lebensformen nach Lebensalter

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2000

Entwicklung der Scheidungsrate

In Prozent der Ehen, West- und Ost-Deutschland 1970 bis 2003

01

04

07

10

13

16

19

Alleinerziehende ohne Lebenspartner

In Prozent und absoluten Zahlen nach Geschlecht und

Lebensform, Deutschland 2003

Bevölkerung und Haushalte

In absoluten Zahlen, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland

1991 und 2003

Bevölkerung nach Haushaltstypen

In Prozent der Bevölkerung, West- und Gesamt-Deutschland

1973 und 2003

Entwicklung der Haushaltstypen

In absoluten Zahlen und in Prozent, West-Deutschland 1972,

1995 und 2000

Mehrpersonenhaushalte nach Zusammensetzung

In Prozent und absoluten Zahlen, Deutschland 2003

Single-Haushalte nach Alter und Geschlecht

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2003

22

25

28

31

34

37


Zahlen und Fakten

Lebensformen, Familie und Familienpolitik

Inhalt

Kinder

Lebensformen mit Kindern

In absoluten Zahlen und in Prozent der Wohnbevölkerung,

Deutschland 2003

Kinder nach Geschwisterzahl im Haushalt

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, Deutschland 1991

und 2003

Kinder nach Familienstand der Eltern

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, West- und

Ost-Deutschland 1991, 1996 und 2000

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Erwerbstätigenquoten von Eltern

In Prozent nach Geschlecht und Anzahl der Kinder,

West- und Ost-Deutschland 2003

Erwerbstätigenquoten von Frauen mit und ohne Kind

In Prozent nach Lebensalter, Deutschland 2003

Elternzeit in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes

In Prozent der anspruchsberechtigten Haushalte,

West-, Ost-, Gesamt-Deutschland 2003

Kinderbetreuung nach Versorgungsform

Anzahl der Plätze je 100 Kinder, West-, Ost- und

Gesamt-Deutschland 2002

40

43

46

49

52

55

58

Einkommen von Familien

Monatliches Haushaltseinkommen pro Kopf nach

Haushaltstyp

Bedarfsgewichtete Einkommen in absoluten Zahlen,

Deutschland 2002

Armutsquoten nach ausgewählten Haushaltstypen

In Prozent, Deutschland 2002

Familienpolitik

Kindergeld und Kinderfreibetrag

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

Erziehungsgeld nach Empfängern

In Prozent der bewilligten Erstanträge, Deutschland 2001

Studierende mit BAföG-Förderung

Geförderte in absoluten Zahlen und Gefördertenquote in

Prozent, Deutschland 1975 bis 2001

61

64

67

71

74


Entwicklung der Geburtenziffer

Durchschnittl. Geburtenzahl je Frau von 15 - 45 Jahren, West- und Ost-Deutschland 1960 - 2000

Geburten

2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0

2,36

2,33

2,50

2,48

2,01

1,45 1,44

West-Deutschland

Ost-Deutschland

1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 Jahr

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

2,19

1,54

1,94

1,73

1,28

1,52

1,45

1,34

0,84

1,41

1,21

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 1


Entwicklung der Geburtenziffer

Durchschnittl. Geburtenzahl je Frau von 15 - 45 Jahren, West- und Ost-Deutschland 1960 - 2000

Fakten

Die Entwicklung der Geburtenziffer gibt an, inwieweit einer Bevölkerung

ihre eigene „Bestandserhaltung“ gelingt, sprich inwieweit sich

jede Generation zahlenmäßig durch Geburten selbst ersetzt. Die

Reproduktion einer Bevölkerung ist gewährleistet, wenn die Geburtenziffer

dauerhaft bei oder über dem Wert von „2“ liegt, ein Paar im

Laufe seines Lebens also zwei Kinder zur Welt bringt.

Diese aus Sicht der Bevölkerungsentwicklung günstige Bedingung

war zur Zeit des „Babybooms“ der 60er Jahre noch gegeben. Das

Niveau der Bestandserhaltung sank jedoch seit Anfang der 70er

Jahre. Seit über 25 Jahren schwankt die zusammengefasste Geburtenziffer

in West-Deutschland zwischen 1,3 und 1,4.

Während bis zur Mitte der 70er Jahre die Geburtenentwicklung in

der DDR noch den west-deutschen Verhältnissen entsprach, stieg -

entgegen dem west-deutschen Trend - die Geburtenziffer seit Ende

der 70er Jahre wieder an. Noch bis 1985 lag die Geburtenziffer in

Ost-Deutschland deutlich über der west-deutschen. Nach der Wiedervereinigung

sank die Geburtenziffer in Ost-Deutschland auf einen

Tiefststand von 0,84 im Jahr 1995. Seitdem steigt die Geburtenziffer

wieder und lag im Jahr 2000 mit 1,2 nahe am west-deutschen

Durchschnitt.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsstatistik

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die so genannte „zusammengefasste“ Geburtenziffer gibt an, wie

viele Kinder eine Frau im prinzipiell gebärfähigen Alter zwischen 15

und 45 Jahren durchschnittlich zur Welt bringt.

Ein anderer Indikator für das generative Verhalten der Bevölkerung

und damit für die Bevölkerungsentwicklung ist die „altersspezifische“

Geburtenziffer. Diese zeigt an, wie viele Kinder in verschiedenen

Altersgruppen bezogen auf jeweils 1.000 Frauen in einem Kalenderjahr

geboren werden.

Seite 2


Entwicklung der Geburtenziffer

Durchschnittl. Geburtenzahl je Frau von 15 - 45 Jahren, West- und Ost-Deutschland 1960 - 2000

West-Deutschland Ost-Deutschland

1960 2,36 2,33

1965 2,50 2,48

1970 2,01 2,19

1975 1,45 1,54

1980 1,44 1,94

1985 1,28 1,73

1990 1,45 1,52

1995 1,34 0,84

2000 1,41 1,21

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 3


Kinderhäufigkeit und Kinderlosigkeit

In Prozent der 1940 bis 1960 geborenen geborenen Frauen, West- und Ost-Deutschland Ost-Deutschland 2003

> 3 Kinder

-

17,8

17,8

18,5

20,4

27,0

2 Kinder

37,4

38,5

39,5

39,4

39,4

1 Kind

21,6

24,3

27,2

26,9

23,6

0 Kinder

23,3

West Jahrgang Ost

19,4

14,9

13,3

10,1

1960

1955

1950

1945

1940

0 Kinder 1 Kind 2 Kinder

10,6 20,7 54,0 14,8

6,0 25,7 53,7 14,6

8,0 29,3 49,6 13,1

8,5 33,0 47,7 10,8

8,9 33,2 47,4 10,5

% 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 %

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

> 3 Kinder

-

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 4


Kinderhäufigkeit und Kinderlosigkeit

In Prozent der 1940 bis 1960 geborenen Frauen, West- und Ost-Deutschland 2003

Fakten

Die Zahl der Kinder, die eine Frau im Laufe ihres Lebens gebärt,

unterscheidet sich erheblich zwischen den Generationen. Das generative

Verhalten ist kein konstanter Faktor in der Bevölkerungsentwicklung,

sondern von zeitspezifischen Bedingungen abhängig: Zum

Beispiel vom Wandel der familialen Lebensformen, von veränderten

Einstellungen zur Sexualität, Möglichkeiten der Empfängnisverhütung,

Erwerbsbeteiligung von Frauen und/oder von den finanziellen

Möglichkeiten für ein Leben mit Kindern. Welchen Faktoren hierbei

eine besondere Bedeutung zukommt, ist politisch aber auch wissenschaftlich

umstritten.

Ein sehr eindeutiger Trend in der Geburtentwicklung ist der Trend zur

dauerhaften Kinderlosigkeit. Unter den west-deutschen Frauen, die

über 45 Jahre alt sind und damit sehr wahrscheinlich keine Kinder

mehr gebären werden, nimmt der Anteil, der kinderlos geblieben

ist, stetig zu. Blieb von den Frauen, die 1940 geboren wurden, nur

jede zehnte ohne eigene Kinder, war es von den Frauen, die zwanzig

Jahre später geboren wurden, bereits knapp jede fünfte.

Allerdings lässt sich aus diesem Befund nicht unmittelbar schließen,

dass die Anzahl der Geburten insgesamt abnimmt. Zwar lag der

Anteil von Frauen, die mehr als drei Kinder zur Welt brachte, in der

ältesten Kohorte noch deutlich über den Nachfolgegenerationen von

Frauen. Jedoch blieben in den Kohorten der Frauen, die ab 1945

geboren wurden, der Anteil derjenigen relativ stabil, die zwei oder

mehr Kinder bekamen.

Diese Trends spiegeln sich in der Entwicklung der Geburtenverteilung

unter den Frauen in Ost-Deutschland unter etwas anderen

Vorzeichen wider. Zum einen ist die zunehmende Kinderlosigkeit ein

weitaus jüngeres Phänomen. Erst unter den 1960 geborenen Frauen

in Ost-Deutschland hat der Anteil kinderlos Gebliebener deutlich

zugenommen. Zum anderen sind die Anteile der Frauen, die mehr

als ein Kind zur Welt brachten, nicht nur konstant geblieben, sondern

von Kohorte zu Kohorte recht kontinuierlich gestiegen.

In West- wie auch in Ost-Deutschland zeigt sich seit einiger Zeit,

dass in der jüngeren Generation diejenigen, die überhaupt Kinder

bekommen, sich häufiger für mehr als ein Kind entscheiden – dies

besonders deutlich in Ost-Deutschland. Somit gibt es bislang weder

in West- noch in Ost-Deutschland den Trend zur Ein-Kind-Familie,

von dem so häufig in den Medien und der Politik gesprochen wird.

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Der Ausdruck „generatives Verhalten“ bezieht sich auf die geschlechtliche

Fortpflanzung. Der Begriff „Kohorte“ bezeichnet alle Angehörigen

eines Jahrgangs, das heißt die im gleichen Jahr Geborenen.

Seite 5


Kinderhäufigkeit und Kinderlosigkeit

In Prozent der 1940 bis 1960 geborenen Frauen, West- und Ost-Deutschland 2003

Jahrgang West 0 Kinder 1 Kind 2 Kinder > 3 Kinder

1940 10,1 23,6 39,4 27,0

1945 13,3 26,9 39,4 20,4

1950 14,9 27,2 39,5 18,5

1955 19,4 24,3 38,5 17,8

1960 23,3 21,6 37,4 17,8

Jahrgang Ost 0 Kinder 1 Kind 2 Kinder > 3 Kinder

1940 8,9 33,2 47,4 10,5

1945 8,5 33,0 47,7 10,8

1950 8,0 29,3 49,6 13,1

1955 6,0 25,7 53,7 14,6

1960 10,6 20,7 54,0 14,8

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

Seite 6


Durchschnittsalter der Mütter

In Jahren bei der Geburt des ersten Kindes, West- und Ost-Deutschland 1975 bis 2000

in Jahren

29

28

27

26

25

24

23

22

21

0

24,8

21,8

25,2

26,2

West-Deutschland

29,0

Ost-Deutschland

1975 1980 1985 1991 1995 2000 Jahr

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

21,6

21,8

27,1

24,9

28,2

26,9

28,4

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 7


Durchschnittsalter der Mütter

In Jahren bei der Geburt des ersten Kindes, West- und Ost-Deutschland 1975 bis 2000

Fakten

Neben dem allgemeinen Geburtenrückgang und dem steigenden

Anteil von Frauen, die kinderlos bleiben, hat sich eine weitere wesentliche

Veränderung in den generativen Verhaltensmustern vollzogen,

die die demografische Entwicklung deutlich prägt.

Das Alter der Mütter bei der Geburt des jeweils ersten Kindes nimmt

stetig zu. Die Familiengründung von Frauen und Männern findet im

Schnitt immer später im Lebenslauf statt.

Waren die jungen Mütter in West-Deutschland Mitte der 70er Jahre

noch durchschnittlich 25 Jahre alt, stieg das Lebensalter bei der

Erstgeburt in den folgenden Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2000

waren Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt 29

Jahre alt.

In der DDR waren vor der Wiedervereinigung Frauen, die Kinder

bekamen, deutlich jünger als Mütter in West-Deutschland. Im Jahr

1985 waren Frauen in Ost-Deutschland bei der Erstgeburt 21,8 und

Frauen in West-Deutschland 26,2 Jahre alt. Nach der Wiedervereinigung

kam es zu einer Angleichung des generativen Verhaltens an die

west-deutschen Strukturen. Im Jahr 2000 waren Frauen in West- und

Ost-Deutschland fast gleich alt.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsstatistik

Seite 8


Durchschnittsalter der Mütter

In Jahren bei der Geburt des ersten Kindes, West- und Ost-Deutschland 1975 bis 2000

West-Deutschland Ost-Deutschland

1975 24,8 21,8

1980 25,2 21,6

1985 26,2 21,8

1991 27,1 24,9

1995 28,2 26,9

2000 29,0 28,4

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 9


Lebensformen der Bevölkerung

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996 und 2003

in Mio.

80

70

60

50

40

30

20

10

0

1,5

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

81,1

12,7

21,0

45,9

1,5

81,8

13,8

22,8

43,6

sonstige Personen

Singles

in Partnerschaft Lebende

ohne Kinder

Eltern(-teile) und ihre Kinder

1996 2003 Jahr

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 10


Lebensformen der Bevölkerung

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996 und 2003

Fakten

Die meisten Menschen in Deutschland leben in familialen Lebensformen.

Während mit rund 43 Millionen über die Hälfte der Bevölkerung

als Eltern und Kinder in entsprechenden Zusammenhängen

leben, lebt die andere Hälfte der Bevölkerung in Lebensformen ohne

Kinder. Davon leben rund 23 Millionen Personen als Paare zusammen

und rund 14 Millionen als Singles.

Lebensformen ohne Kinder haben in den letzten Jahren an Bedeutung

gewonnen. Die Zahl von Singles und von Menschen, die in

kinderlosen Paargemeinschaften leben, steigt. Dagegen nimmt die

Bevölkerung ab, die in Lebensformen mit Kindern lebt.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 11


Lebensformen der Bevölkerung

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996 und 2003

1996 2003

in Mio.

sonstige Personen 1,5 1,5

Singles 12,7 13,8

in Partnerschaft Lebende ohne Kinder 21,0 22,8

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Eltern(-teile) und ihre Kinder 45,9 43,6

gesamt 81,1 81,8

Seite 12


Pluralisierung der Lebensformen

In Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren, Deutschland 1994 und 2003

Prozent

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

2,1

3,4

1,4

3,7

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

7,7

10,1

10,9

33,2

27,4

2,3 3,7

2,2

9,2

9,0

11,5

4,7

28,1

sonstige Personen

alleinerziehend

ledig, alleinlebend

ledig, bei Elternteil lebend

alleinlebend, verwitwet,

geschieden, getrennt

unverheiratet, mit Kindern

unverheiratet, ohne Kinder

verheiratet, mit Kindern

29,3 verheiratet, ohne Kinder

1994 2003 Jahr

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 13


Pluralisierung der Lebensformen

In Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren, Deutschland 1994 und 2003

Fakten

Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass mit der Modernisierung und

Individualisierung der Gesellschaft ein Trend weg von der „Normalfamilie“,

mit Vater, Mutter und zwei Kindern, eingesetzt hat, die noch

in den 50er und 60er Jahren die dominante private Lebensform war.

Zwar kann gezeigt werden, dass die Verbreitung kernfamilialer

Lebensformen eindeutig zurückgegangen ist. Allerdings kann aus

der Tatsache, dass eine Lebensform, nämlich Ehepaar mit Kindern,

an Bedeutung verloren hat, nicht unbedingt auf eine höhere Variabilität

der Lebensformen insgesamt geschlossen werden.

Die Lebensform, in der zwei Partner verheiratet zusammen leben, ist

weiterhin die überwiegende und deutlich dominierende Lebensform

der Bevölkerung in Deutschland mit knapp 60 Prozent. Unverheiratet

zusammen lebende Paare stellen weiterhin eine Minderheit von rund

7 Prozent dar. Gut 20 Prozent leben allein.

Drei Trends zeichnen sich in den Entwicklungen der letzten Jahre ab:

Erstens spielt sich das Leben mit Kindern in zunehmendem Maße

nicht nur im Zusammenhang mit verheirateten Paaren ab. Der Anteil

unverheirateter Paare mit Kindern und Alleinerziehenden steigt,

während der Anteil verheirateter Paare mit Kindern demgegenüber

zurückgeht. Zweitens nimmt der Anteil der Bevölkerung zu, der in

Paargemeinschaften ohne Kinder lebt. Drittens steigt die Bedeutung

des Alleinlebens in der Verteilung privater Lebensformen – was nicht

zuletzt auf den zunehmenden Anteil älterer Bevölkerungsgruppen

zurückzuführen ist, die mit zunehmenden Alter oft als Witwe beziehungsweise

Witwer allein leben.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 14


Pluralisierung der Lebensformen

In Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren, Deutschland 1994 und 2003

1994 2003

verheiratet, ohne Kinder 27,4 29,3

verheiratet, mit Kindern 33,2 28,1

unverheiratet, ohne Kinder 3,7 4,7

unverheiratet, mit Kindern 1,4 2,2

alleinlebend, verwitwet, geschieden, getrennt 10,9 11,5

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

ledig, bei Elternteil lebend 10,1 9,0

ledig, alleinlebend 7,7 9,2

alleinerziehend 3,4 3,7

sonstige Personen 2,1 2,3

Seite 15


Lebensformen nach Lebensalter

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Altersgruppe, Deutschland 2000

Prozent

70

60

50

40

30

20

10

0

14,3

4,4

3,5

0,3

64,8

ledig, bei Eltern

22,2

19,5

1,4

2,6

16,1

10,5 10,6 9,4

6,9

4,2

3,2

9,2

28,4

7,3

6,5

4,9 4,0 3,8

1,2 0,3 0,1

18 - 24 25 - 29 30 - 34 35 - 44 45 - 54 55 - 64 65 - 74 75 - 79 ≥ 80 Jahre

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

23,8

44,8

59,5

verheiratet, mit Kind

47,9

59,4

12,2

17,5

22,7

60,3

verheiratet, ohne Kind

40,1

2,5

43,7

nicht ledig, alleinstehend

5,0

56,6

24,4

ledig, alleinstehend

4,1

1,0

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 16


Lebensformen nach Lebensalter

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2000

Fakten

Im Verlauf des Lebens sind altersspezifische Lebensphasen mit

bestimmten Lebensformen verbunden. Die Lebensbiografien des

Großteils der Bevölkerung verlaufen weiterhin nach typischen Mustern

moderner Gesellschaften – trotz der Tendenzen zur Individualisierung

der Lebensgestaltung und zur Pluralisierung der Lebensformen.

In den jungen Altersjahren ist der überwiegende Teil der Bevölkerung

unverheiratet und lebt mit der Elterngeneration in einem gemeinsamen

Haushalt. Lediglich jeder siebte unter 25-Jährige lebt ledig

allein. Noch geringer ist der Anteil derjenigen, die verheiratet sind und

mit oder ohne Kinder nicht mehr im Elternhaus leben.

Ab dem 25. Lebensjahr differenzieren sich die Lebensformen der

Bevölkerung deutlich aus. Von großer Bedeutung für die folgenden

Lebensabschnitte ist die Ehe in Verbindung mit der Geburt und

Betreuung von Kindern. Den größten Anteil erreicht diese Lebensform

mit knapp 60 Prozent in der Altersspanne von 35 bis 44 Jahren.

Deutlich geringer sind die alternativen Lebensformen in diesem

Lebensabschnitt.

Die biografische Wende hinsichtlich der Lebensform tritt bei den

meisten Personen im Alter von 45 bis 54 Jahren ein. Von da an

dominiert die Lebensform, zwar verheiratet, aber nicht mit Kindern

zusammen zu leben, da diese sehr wahrscheinlich den Haushalt

verlassen.

Ab den höheren Lebensjahren nimmt die Bedeutung der Lebensform,

nicht mehr ledig, aber allein lebend zu sein, kontinuierlich zu. Mehr

als die Hälfte der über 80-Jährigen zählt hierzu, denn viele Menschen

verlieren durch Tod ihren Lebenspartner.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 17


Lebensformen nach Lebensalter

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2000

Altersgruppe ledig,

bei Eltern

ledig,

alleinstehend

nicht ledig,

alleinstehend

verheiratet,

ohne Kind

verheiratet,

mit Kind

18 – 24 64,8 14,3 0,3 3,5 4,4

25 – 29 19,5 22,2 1,4 10,5 23,8

30 – 34 6,9 16,1 2,6 10,6 44,8

35 – 44 3,2 9,2 4,2 9,4 59,5

45 – 54 1,2 4,9 7,3 28,4 47,9

55 – 64 0,3 4,0 12,2 59,4 17,5

65 – 74 0,1 3,8 22,7 60,3 6,5

75 – 79 5,0 40,1 43,7 2,5

> 80 4,1 56,6 24,4 1,0

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 18


Entwicklung der Scheidungsrate

In Prozent der Ehen, West- und Ost-Deutschland 1970 bis 2003

Prozent

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

20,7

15,1

21,5

29,2

1970 1980 1990 1995 2000 2001 2002 2003 Jahr

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

32,0

22,3

34,1

19,3

38,5

32,3

39,5

33,2

41,3

34,6

West-Deutschland

43,6

37,1

Ost-Deutschland

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 19


Entwicklung der Scheidungsrate

In Prozent der Ehen, West- und Ost-Deutschland 1970 bis 2003

Fakten

Seit drei Jahrzehnten hält der Trend zunehmender Scheidungshäufigkeit

in Deutschland an. Wurden in den 70er Jahren rund 15 von

100 bestehenden Ehen in West-Deutschland geschieden, waren es

zu Beginn der 90er Jahre mit 30 Scheidungen von 100 Ehen schon

doppelt so viele. Im Jahr 2003 wurden rund 43 Prozent der Ehen

geschieden.

In Ost-Deutschland war das Scheidungsrisiko vor der Wiedervereinigung

deutlich höher als in der Bundesrepublik. Zu Beginn der 90er

Jahre sank die Scheidungsrate erheblich. Ob dies, wie oft vermutet,

mit der zunächst großen Unsicherheit über die Entwicklung der wirtschaftlichen

Lage im Zuge der Wiedervereinigung zusammen hing,

lässt sich aufgrund fehlender empirischer Befunde nicht beantworten.

Obgleich das Scheidungsrisiko seit Mitte der 90er Jahre wieder

anstieg und sich parallel zur west-deutschen Rate entwickelte, lag

die Scheidungshäufigkeit in 2003 in den neuen Bundesländern rund

sechs Prozent unter dem entsprechenden westdeutschen Wert.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 20


Entwicklung der Scheidungsrate

In Prozent der Ehen, West- und Ost-Deutschland 1970 bis 2003

West-Deutschland Ost-Deutschland

1970 15,1 20,7

1980 21,5 32,0

1990 29,2 22,3

1995 34,1 19,3

2000 38,5 32,3

2001 39,5 33,2

2002 41,3 34,6

2003 43,6 37,1

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 21


Alleinerziehende ohne Lebenspartner

In Prozent und absoluten Zahlen nach Geschlecht und Lebensform, Deutschland 2003

ledige Väter

2,3 % (35 Tsd.)

verheiratet getrennt lebende Väter

3,0 % (46 Tsd.)

geschiedene Väter

5,9 % (90 Tsd.)

verwitwete Mütter

6,4 % (98 Tsd.)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

verwitwete Väter

1,7 % (26 Tsd.)

geschiedene Mütter

36,5 % (561 Tsd.)

verheiratet getrennt lebende Mütter

16,1 % (247 Tsd.)

Alleinerziehende

ohne Lebenspartner:

1,54 Mio.

ledige Mütter

28,2 % (434 Tsd.)

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 22


Alleinerziehende ohne Lebenspartner

In Prozent und absoluten Zahlen nach Geschlecht und Lebensform, Deutschland 2003

Fakten

Alleinerziehende und ihre Kinder stellten in Deutschland 2003 knapp

zehn Prozent der Bevölkerung. Alleinerziehend ist immer noch eine

vorwiegend weibliche Lebensform. Rund 87 Prozent der Alleinerziehenden

sind Frauen, rund 13 Prozent Männer.

Die meisten alleinerziehenden Mütter wie auch Väter sind geschieden

oder getrennt lebend. Der geringste Teil von ihnen ist verwitwet.

Hinsichtlich des Familienstandes unterscheiden sich allein erziehende

Frauen von allein erziehenden Männern allerdings dadurch, dass fast

jede Dritte nie verheiratet war – also ledig ist. Unter den Männern ist

lediglich jeder Fünfte allein erziehend und ledig.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 23


Alleinerziehende ohne Lebenspartner

In Prozent und absoluten Zahlen nach Geschlecht und Lebensform, Deutschland 2003

Prozent abs. Zahlen in Tsd.

geschiedene Mütter 36,5 561

ledige Mütter 28,2 434

verheiratet getrennt lebende Mütter 16,1 247

verwitwete Mütter 6,4 98

geschiedene Väter 5,9 90

verheiratet getrennt lebende Väter 3,0 46

ledige Väter 2,3 35

verwitwete Väter 1,7 26

Alleinerziehende ohne

Lebenspartner insgesamt

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

100,0 1537

Seite 24


Bevölkerung und Haushalte

In absoluten Zahlen, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland 1991 bis und2003 2003

80,2

82,9

68,0

64,2

1991

2003

15,9

14,9

in Mio. 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 in Mio.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Bevölkerung Haushalte

Ost

Gesamt

West

6,7

7,2

1991

2003

28,6

35,3

31,7

38,9

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 25


Bevölkerung und Haushalte

In absoluten Zahlen, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland 1991 bis 2003

Fakten

In Deutschland lebten 2003 rund 83 Millionen Menschen in rund 39

Millionen Haushalten. Hiervon lebten 68 Millionen Menschen in rund

32 Millionen Haushalten in West-Deutschland und fast 15 Millionen

Menschen in rund sieben Millionen Haushalten in Ost-Deutschland.

Damit lebten rund 80 Prozent der Bevölkerung in West-Deutschland.

Im Vergleich zu 1991 hat die Bevölkerung in Ost-Deutschland in 2003

abgenommen, in West-Deutschland hingegen zugenommen.

In Gesamtdeutschland wie auch in West- und Ost-Deutschland ist in

diesem Zeitraum die Anzahl der Haushalte stärker gestiegen als die

Bevölkerungszahl. Besonders deutlich klaffen die Entwicklungen in

Ost-Deutschland auseinander:

Die Zunahme der Haushalte ging sogar mit einem Bevölkerungsrückgang

einher, der sicherlich auf die starken Abwanderungen aus den

neuen Bundesländern während der 90er Jahre zurückzuführen ist.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 26


Bevölkerung und Haushalte

In absoluten Zahlen, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland 1991 bis 2003

1991 2003

in Mio.

Bevölkerung 15,9 14,9 Ost-Deutschland

Haushalte 6,7 7,2

Bevölkerung 80,2 82,9 Gesamt-Deutschland

Haushalte 35,3 38,9

Bevölkerung 64,2 68,0 West-Deutschland

Haushalte 28,6 31,7

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 27


Bevölkerung nach Haushaltstypen

In Prozent der Bevölkerung, West- und Gesamt-Deutschland 1973 und 2003

Prozent

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

25,1

22,6

21,4

21,1

9,8

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

1973

10,5 Haushalte mit 5 und mehr Personen

20,6

19,8

31,8

17,4

2003

Haushalte mit 4 Personen

Haushalte mit 3 Personen

Haushalte mit 2 Personen

Einpersonenhaushalte

Jahr

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 28


Bevölkerung nach Haushaltstypen

In Prozent der Bevölkerung, West- und Gesamt-Deutschland 1973 und 2003

Fakten

Die Zusammensetzung der Haushalte in Deutschland hat sich in den

letzten drei Jahrzehnten deutlich verändert. Die Anzahl der Haushalte

mit drei, vier oder fünf und mehr Personen ist seit den 70er Jahren

deutlich gesunken. Die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte

hat dagegen zugenommen. Lebte 1973 in jedem zehnten Haushalt

eine Person allein, so war im Jahr 2003 gut jeder sechste ein Einpersonenhaushalt.

Der Anteil der Mehrpersonenhaushalte, ab zwei

Personen, ist im Gegenzug von rund 90 Prozent auf rund 82 Prozent

zurückgegangen.

Die Entwicklungen spiegeln bekannte Aspekte des sozialen Wandels

moderner Industriegesellschaften wider, die sich nicht nur in Deutschland

vollziehen. Hierzu gehören insbesondere die Pluralisierung der

Lebensformen und die Zunahme individueller Lebensentwürfe.

Zu berücksichtigen ist bei der Interpretation von Haushaltstypen aber

auch, dass zum einen der Anteil der immer älter werdenden Bevölkerung

zunimmt, der nach dem Tod des (Ehe-)Partners alleine lebt.

Zum anderen leben in Einpersonenhaushalten häufig unter 30-Jährige,

deren Wohnform nicht ausschließt, dass sie in einer Partnerschaft

leben und die Wohnform eine „Vorstufe“ des Zusammenlebens oder

der Familiengründung darstellt.

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Seite 29


Bevölkerung nach Haushaltstypen

In Prozent der Bevölkerung, West- und Gesamt-Deutschland 1973 und 2003

1973 2003

Einpersonenhaushalte 9,8 17,4

Haushalte mit 2 Personen 21,1 31,8

Haushalte mit 3 Personen 21,4 19,8

Haushalte mit 4 Personen 22,6 20,6

Haushalte mit 5 und mehr Personen 25,1 10,5

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

Seite 30


Entwicklung der Haushaltstypen

In absoluten Zahlen und in inProzent, Prozent, West-Deutschland 1972, 1995 und 2000

Haushalte

in Mio.

20

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

26,2 %

6.014

1972

70,5 %

5.624

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

35,9 %

64,2 %

8.626

36,5 %

63,3 %

9.282

Anteil an

Gesamthaushalten

Mehrpersonenhaushalte

ohne Kinder

10.233

10.825

10.138

11.337

Einpersonenhaushalte

9.903

Mehrpersonenhaushalte

mit Kindern

1995 2000

Jahr

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 31


Entwicklung der Haushaltstypen

In absoluten Zahlen und in Prozent, West-Deutschland 1972, 1995 und 2000

Fakten

Seit den 70er Jahren hat sich die Struktur der Haushalte in Deutschland

bezüglich der Haushaltstypen deutlich gewandelt. Die Bedeutung

von Mehrpersonenhaushalten hat abgenommen, während

der Anteil von Einpersonenhaushalten zugenommen hat. Allerdings

bestehen weiterhin zwei Drittel der Privathaushalte aus Gemeinschaften

von zwei und mehr Personen. Diese große Bedeutung hat

sich auch in den letzten Jahren kaum verändert.

Deutlich gestiegen ist der Anteil der Haushalte, in denen keine Kinder

leben. 1972 gab es noch 5,6 Millionen Haushalte ohne Kinder, im

Jahr 2000 waren es 9,2 Millionen.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Haushalte wohnen in einem Drittel

Erwachsene mit Kindern unter 18 Jahren zusammen. In einem

weiteren Drittel leben keine Kinder, und das letzte Drittel stellen die

Einpersonenhaushalte.

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Seite 32


Entwicklung der Haushaltstypen

In absoluten Zahlen und in Prozent, West-Deutschland 1972, 1995 und 2000

1972 1995 2000

Einpersonenhaushalte 6.014 10.825 11.337 absolute Zahlen

in Mio.

Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder 5.624 8.626 9.282

Mehrpersonenhaushalte mit Kindern 10.233 10.138 9.903

Einpersonenhaushalte 26,2 35,9 36,5 Anteil an Gesamthaushalten

in Prozent

Mehrpersonenhaushalte 70,5 64,2 63,3

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

Seite 33


Mehrpersonenhaushalte nach Zusammensetzung

In Prozent und absoluten Zahlen, Deutschland 2003

Lebensgemeinschaften mit Kindern

3,1 % (0,75 Mio.)

Lebensgemeinschaften ohne Kinder

6,8 % (1,63 Mio.)

Alleinerziehende

10,2 % (2,45 Mio.)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Ehepaare ohne Kinder

40,8 % (9,79 Mio.)

Haushalte insgesamt:

24,02 Mio.

Ehepaare mit Kindern

39,1 % (9,40 Mio.)

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 34


Mehrpersonenhaushalte nach Zusammensetzung

In Prozent und absoluten Zahlen, Deutschland 2003

Fakten

Der zwar auf lange Sicht zurückgegangene, aber dennoch bedeutende

Anteil von Mehrpersonenhaushalten in Deutschland ist nicht

mehr überwiegend eine Haushaltsform von Familien mit Kindern.

Knapp die Hälfte der rund 24 Millionen Haushalte im Jahr 2003, in

denen mehr als eine Person lebte, waren Ehepaare oder Lebensgemeinschaften

ohne Kinder. Das Leben mit Kindern prägte rund 52

Prozent der Mehrpersonenhaushalte.

Der Großteil der Mehrpersonenhaushalte, rund 80 Prozent, war 2003

durch die Ehe geprägt. Die eine Hälfte davon lebte mit Kindern, die

andere ohne Kinder.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 35


Mehrpersonenhaushalte nach Zusammensetzung

In Prozent und absoluten Zahlen, Deutschland 2003

Prozent Haushalte in Mio.

Ehepaare ohne Kinder 40,8 9,79

Ehepaare mit Kindern 39,1 9,40

Alleinerziehende 10,2 2,45

Lebensgemeinschaften ohne Kinder 6,8 1,63

Lebensgemeinschaften mit Kindern 3,1 0,75

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Haushalte insgesamt 100 24,02

Seite 36


Single-Haushalte nach Alter und Geschlecht

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2003

Prozent

55

50

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

0,8

0,6

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

20,6

24,4 23,7

11,7

9,6

17,7

15,0

14,1

25,4

13,3

56,3 Frauen

20,0

Männer

< 20 20 - 29 30 - 39 40 - 49 50 - 59 60 - 69 ≥ 70 Alter

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 37


Single-Haushalte nach Alter und Geschlecht

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2003

Fakten

Fast jeder vierte Mann im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wohnt

allein. Unter den Frauen ist es zwischen 20 und 29 Jahren noch jede

fünfte, zwischen 30 und 39 Jahren lediglich jede zehnte, die einen

eigenständigen Haushalt führt. Frauen leben häufiger und früher als

Männer entweder in einer Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft in

einem gemeinsamen Haushalt.

Erst mit zunehmendem Alter kehren sich die Verhältnisse zwischen

den Geschlechtern und ihren Wohnformen um. In der Altersgruppe

der 50- bis 60-Jährigen leben Männer und Frauen noch zu ähnlichen

und geringen Anteilen von rund 15 Prozent allein in einem Haushalt.

Der Anteil von allein wohnenden Frauen steigt nicht zuletzt aufgrund

der höheren Lebenserwartung ab dem sechzigsten Lebensjahr rapide

an. Unter Frauen ab 70 Jahren und älter lebt sogar über die Hälfte

allein, während dies nur auf jeden fünften Mann in dieser Altersgruppe

zutrifft.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 38


Single-Haushalte nach Alter und Geschlecht

In Prozent der jeweiligen Altersgruppe, Deutschland 2003

Altersgruppe Männer Frauen

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

< 20 0,6 0,8

20 - 29 24,4 20,6

30 - 39 23,7 11,7

40 - 49 17,7 9,6

50 - 59 14,1 15,0

60 - 69 13,3 25,4

> 70 20,0 56,3

Seite 39


Lebensformen mit Kindern

In absoluten Zahlen und in Prozent der Wohnbevölkerung, Deutschland 2003

Kinder bei Alleinerziehenden

5,5 % (4,5 Mio.)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Alleinerziehende

3,9 % (3,2 Mio.)

Kinder bei Elternpaaren

19,7 % (16,3 Mio.)

nicht mit Kindern zusammenlebende Bevölkerung

48,2 % (40,0 Mio.)

Bevölkerung

in Privathaushalten:

82,8 Mio.

Elternpaare mit Kindern

22,7 % (18,8 Mio.)

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 40


Lebensformen mit Kindern

In absoluten Zahlen und in Prozent der Wohnbevölkerung, Deutschland 2003

Fakten

2003 übersteigt die mit Kindern zusammen lebende Bevölkerung mit

52 Prozent nur gering denjenigen Bevölkerungsanteil, der nicht mit

Kindern zusammen lebt von rund 48 Prozent.

In Familien mit zwei Erwachsenen und Kindern im Haushalt lebten

rund 42 Prozent der deutschen Bevölkerung. Jeder Fünfte ist ein

lediges Kind, das bei einem Elternpaar lebt, oder ein Erwachsener,

der mit einem Partner und einem oder mehreren Kindern im Haushalt

zusammen wohnt. Alleinerziehende und ihre Kinder stellten

in Deutschland 2003 knapp 10 Prozent der Bevölkerung. Jeder

Fünfundzwanzigste ist ein alleinerziehendes Elternteil und knapp

jeder Zwanzigste ein Kind, das bei einer alleinerziehenden Person

aufwächst.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 41


Lebensformen mit Kindern

In absoluten Zahlen und in Prozent der Wohnbevölkerung, Deutschland 2003

Prozent abs. Zahlen in Mio.

nicht mit Kindern zusammenlebende Bevölkerung 48,2 40,0

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Elternpaare mit Kindern 22,7 18,8

Kinder bei Elternpaaren 19,7 16,3

Kinder bei Alleinerziehenden 5,5 4,5

Alleinerziehende 3,9 3,2

Bevölkerung in Privathaushalten 100,0 82,8

Seite 42


Kinder nach Geschwisterzahl im Haushalt

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, Deutschland 1991 und 2003

Prozent

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

8,2

18,3

25,0

48,5

1991

8,6

19,2

24,9

47,3

2003

3 und mehr Geschwister

2 Geschwister

Einzelkind

1 Bruder oder Schwester

Jahr

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 43


Kinder nach Geschwisterzahl im Haushalt

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, Deutschland 1991 und 2003

Fakten

Die meisten Kinder in Deutschland wachsen mit mindestens einem

Bruder oder einer Schwester auf. Lediglich jedes vierte Kind lebte

2003 allein mit seinen Eltern oder einem Elternteil zusammen.

Zwei und ganz besonders drei und mehr Geschwister zu haben,

ist für Kinder in Deutschland eine seltene Familienkonstellation.

Gegenüber dem Beginn der 90er Jahre hat allerdings der Anteil der

Kinder, die in Familien mit zwei Geschwistern und mehr leben, leicht

zugenommen.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Seite 44


Kinder nach Geschwisterzahl im Haushalt

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, Deutschland 1991 und 2003

1991 2003

1 Bruder oder Schwester 48,5 47,3

Einzelkind 25,0 24,9

2 Geschwister 18,3 19,2

3 und mehr Geschwister 8,2 8,6

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 45


1991

1996

2000

Kinder nach Familienstand der Eltern

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, West- und Ost-Deutschland 1991, 1996 und 2000

88,6

86,1

83,9

9,8

11,6

13,5

1,6

2,3

2,6

% 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 %

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

West

zusammen

lebende

Ehepaare

alleinerziehende

Frauen

alleinerziehende

Männer

Ost

2,1

16,7

3,1

4,2

22,0

26,7

69,0

74,9

81,2

1991

1996

2000

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 46


Kinder nach Familienstand der Eltern

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, West- und Ost-Deutschland 1991, 1996 und 2000

Fakten

Die meisten Kinder unter 18 Jahren in West- wie in Ost-Deutschland

leben mit ihren verheirateten Eltern zusammen.

Im Jahr 2000 lebten in den alten Bundesländern mit knapp 84

Prozent deutlich mehr Kinder bei zusammen lebenden Ehepaaren

als in den neuen Bundesländern mit 69 Prozent. Im Vergleich zu den

90er Jahren hat vor allem in den neuen Bundesländern der Anteil

der Kinder, die mit einem zusammen lebenden Paar wohnen, abgenommen.

In den allermeisten Fällen wohnen Kinder von Alleinerziehenden bei

den Müttern. Die Zahl von Kindern, die bei allein erziehenden Vätern

lebt, hat zwar in den letzten Jahren zugenommen, liegt aber erheblich

unter der Zahl derjenigen, die bei einer allein erziehenden Mutter

wohnen.

Zu berücksichtigen ist, dass die Kinder von Alleinerziehenden weitere

erwachsene Bezugspersonen oder engeren Kontakt zum zweiten

Elternteil haben können.

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Seite 47


Kinder nach Familienstand der Eltern

In Prozent aller Kinder unter 18 Jahren, West- und Ost-Deutschland 1991, 1996 und 2000

zusammen lebende

Ehepaare

alleinerziehende

Frauen

alleinerziehende

Männer

1991 88,6 9,8 1,6 West

1996 86,1 11,6 2,3

2000 83,9 13,5 2,6

1991 81,2 16,7 2,1 Ost

1996 74,9 22,0 3,1

2000 69,0 26,7 4,2

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

Seite 48


Männer

Frauen

Erwerbstätigenquoten von Eltern

In Prozent nach Geschlecht und Anzahl der Kinder, West- und Ost-Deutschland 2003

2,5

2,7

87,8

3,5

83,4

Teilzeit Vollzeit

79,9

44,5

36,5

34,6

24,7

16,9

West

12,7

Teilzeit Vollzeit

Ost

Vollzeit

Vollzeit

30,7 20,9

Teilzeit

72,2

49,4 22,4

50,3 19,3

75,2

Männer

Frauen

% 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 %

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

3 und mehr

Kinder

2 Kinder

1 Kind

81,7

2,9

2,3

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 49


Erwerbstätigenquoten von Eltern

In Prozent nach Geschlecht und Anzahl der Kinder, West- und Ost-Deutschland 2003

Fakten

Die Elternschaft bedeutet für das Erwerbsleben von Männern etwas

grundlegend anderes als für Frauen. Dies betrifft zum einen das

Ausmaß der Erwerbsbeteiligung insgesamt sowie zum anderen den

Umfang der Erwerbstätigkeit in Abhängigkeit von der Anzahl der

Kinder.

Grundsätzlich ist die geschlechtsspezifische Erwerbsbeteiligung von

Eltern mit Kindern dadurch gekennzeichnet, dass Männer deutlich

häufiger erwerbstätig sind als Frauen.

Während Männer trotz Kind oder auch mehrerer Kinder überwiegend

Vollzeit erwerbstätig sind, werden Frauen im Umfang ihrer Erwerbsbeteiligung

deutlich eingeschränkt.

Im Gegensatz zur männlichen zeigt sich die weibliche Erwerbsbeteiligung

zudem deutlich abhängiger von der Anzahl der Kinder. Mit

zunehmender Kinderzahl sinkt der Anteil der Frauen, die Vollzeit

arbeiten. Bei bis zu zwei Kindern bleibt hierbei die weibliche Erwerbsbeteiligung

noch etwa konstant. Haben Frauen jedoch drei oder mehr

Kinder, so schränken sie ihre Erwerbsbeteiligung ein.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt

Seite 50


Erwerbstätigenquoten von Eltern

In Prozent nach Geschlecht und Anzahl der Kinder, West- und Ost-Deutschland 2003

Vollzeit West Teilzeit West Vollzeit Ost Teilzeit Ost

1 Kind Männer 79,9 3,5 75,2 2,3

Frauen 24,7 36,5 50,3 19,3

2 Kinder Männer 87,8 2,5 81,7 2,9

3 und mehr

Kinder

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Frauen 16,9 44,5 49,4 22,4

Männer 83,4 2,7 72,2 –

Frauen 12,7 34,6 30,7 20,9

Seite 51


Prozent

Erwerbstätigenquoten von Frauen mit und ohne Kind

In Prozent nach Lebensalter, Deutschland 2003

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

75,9

68,4

34,0

27,8

82,4

41,5

85,2

47,1

52,4

86,1 86,5 84,4 82,6 80,9 80,8 79,0 76,4 74,9 73,5

24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 64 Alter

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Frauen ohne Kind

57,7

62,7

Frauen mit Kind

66,1

71,6

72,5 73,2

72,7 73,1

70,7

67,5

66,8

60,7

63,6

54,0

56,3

45,3

48,6

29,6

32,8

13,9

15,4

12,1

7,6

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 52


Erwerbstätigenquoten von Frauen mit und ohne Kind

In Prozent nach Lebensalter, Deutschland 2003

Fakten

Die Erwerbstätigkeit von Frauen ist erheblich davon beeinflusst, ob

sie Kinder haben oder nicht. Besonders groß sind die Unterschiede

in der Erwerbsbeteiligung in den jungen Altersjahren. Die Erwerbstätigenquote

junger Frauen ohne Kinder bis zum Ende ihrer zwanziger

Jahre ist nahezu doppelt so hoch wie die Erwerbstätigenquoten

gleichaltriger Frauen mit Kindern.

Erst mit zunehmendem Alter gleichen sich die Erwerbsbeteiligung von

Müttern und Frauen ohne Kinder kontinuierlich an. Ab Ende 40 sind

Frauen mit Kindern fast in gleichem Maße erwerbstätig wie Frauen

ohne Kinder.

Die Angleichung der Erwerbstätigenquoten der Frauen mit und der

Frauen ohne Kinder ist nicht nur darin begründet, dass Mütter in

steigendem Maße am Erwerbsleben teilnehmen, sondern auch darin,

dass Frauen ohne Kinder mit zunehmenden Alter in geringerem Maße

erwerbstätig sind.

Dieser Befund dürfte allerdings nicht biografisch, sondern eher

generationsspezifisch interpretiert werden, da es sich bei den

zugrunde liegenden Daten um Querschnittsdaten, das heißt Momentaufnahmen

und nicht um Längsschnittdaten, das heißt Verläufe von

Erwerbsbiografien handelt. Des weiteren dürfte für den Umstand der

zurückgehenden Erwerbsbeteilung mit steigenden Alter von Bedeutung

sein, dass es auch Frauen, je älter sie sind, schwer fällt, eine

Arbeitsstelle zu bekommen.

Datenquelle

Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die Erwerbstätigenquote ist der Anteil der Erwerbstätigen an der

Gesamtbevölkerung. Um die Erwerbstätigenquote der Frauen zu

berechnen, wird die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen auf die weibliche

Bevölkerung des entsprechenden Alters prozentuiert.

Seite 53


Erwerbstätigenquoten von Frauen mit und ohne Kind

In Prozent nach Lebensalter, Deutschland 2003

Alter Frauen ohne Kinder Frauen mit mind. einem Kind

24 68,4 27,8

26 75,9 34,0

28 82,4 41,5

30 85,2 47,1

32 86,1 52,4

34 86,5 57,7

36 84,4 62,7

38 82,6 66,1

40 80,9 71,6

42 80,8 72,5

44 79,0 73,2

46 76,4 72,7

48 74,9 73,1

50 73,5 70,7

52 67,5 66,8

54 63,6 60,7

56 56,3 54,0

58 48,6 45,3

60 29,6 32,8

62 13,9 15,4

64 7,6 12,1

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stand: 11.2004

Seite 54


Elternzeit Elternzeit in in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes

In Prozent der anspruchsberechtigten Haushalte, West-, Ost-, Gesamt-Deutschland 2003

Mutter in Elternzeit,

nicht erwerbstätig

Mutter in Elternzeit,

erwerbstätig

Vater und Mutter in

Elternzeit, nicht erwerbstätig

Vater und Mutter

in Elternzeit, erwerbstätig

alleinerziehend,

nicht erwerbstätig

alleinerziehend,

erwerbstätig

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

2,4

0,3

0,0

5,5

4,7

0,2

1,2

1,1

0,8

1,5

1,7

2,4

29,2

32,2

40,5

54,0

0 10

20

30

40

50

60 Prozent

60,1

62,4

Ost

West

Gesamt

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 55


Elternzeit in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes

In Prozent der anspruchsberechtigten Haushalte, West-, Ost-, Gesamt-Deutschland 2003

Fakten

Erwerbstätige Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und erziehen,

haben Anspruch auf Elternzeit, ehemals Erziehungsurlaub, nach dem

Bundeserziehungsgeldgesetz. Von den Haushalten in Deutschland,

die nach dem 1.1.2001 ein Kind bekommen haben, haben 85,5

Prozent Anspruch auf Elternzeit. Von diesen Haushalten nehmen die

meisten die Elternzeit auch in Anspruch.

Das Gesetz ermöglicht, dass die anspruchsberechtigten Haushalte

die Elternzeit auf verschiedene Weise wahrnehmen können. Die

meisten Haushalte wählen ein Modell, das der „traditionellen“ familialen

Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entspricht.

In nahezu allen Fällen ist es die Frau, die ihren Arbeitsvertrag zumindest

zum Teil ruhen lässt und sich während der Elternzeit um das

Kind oder die Kinder kümmert. Bei fast zwei Drittel der Inanspruchnahmen

geht die Mutter in die Elternzeit und ist während dessen

nicht erwerbstätig, in einem weiteren Drittel ist die Mutter während

der Elternzeit teilweise erwerbstätig.

„Alternative“ Modelle der Arbeitsteilung spielen bei der Inanspruchnahme

der Elternzeit eine nur untergeordnete Rolle. In lediglich knapp

fünf Prozent der Haushalte teilen sich die Partner die Elternzeit. Der

Anteil von Haushalten, in denen der Vater die Elternzeit wahrnimmt

und keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist verschwindend gering.

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,

Repräsentativbefragung

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Seit dem 1. Januar 2001 haben erwerbstätige Eltern, die ihr Kind

selbst betreuen und erziehen, einen gesetzlichen Anspruch auf

Elternzeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz, zu dem eine

Zustimmung des Arbeitgebers nicht erforderlich ist.

Während der Elternzeit werden die Eltern von Ihrem Arbeitgeber

unbezahlt von der Arbeit freigestellt, damit sie ihr Kind oder ihre

Kinder betreuen können. Während der Elternzeit besteht das Arbeitsverhältnis

fort, es „ruht“ lediglich und steht unter einem besonderen

Kündigungsschutz. Allerdings können Eltern während der Elternzeit

auch ihre Erwerbstätigkeit nur einschränken und bis zu 30 Wochenstunden

arbeiten.

Seite 56


Elternzeit in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes

In Prozent der anspruchsberechtigten Haushalte, West-, Ost-, Gesamt-Deutschland 2003

West Ost Gesamt

Mutter ist in Elternzeit, nicht erwerbstätig 62,4 54,0 60,1

Mutter ist in Elternzeit, erwerbstätig 29,2 40,5 32,2

Vater und Mutter in Elternzeit, nicht erwerbstätig 5,5 2,4 4,7

Vater und Mutter in Elternzeit, erwerbstätig 0,3 0,0 0,2

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

alleinerziehend, nicht erwerbstätig 1,2 0,8 1,1

alleinerziehend, erwerbstätig 1,5 2,4 1,7

Seite 57


Kinderbetreuung nach Versorgungsform

Anzahl der Plätze je 100 Kinder, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland 2002

Kindergarten

Kinderkrippe

Kinderhort

5,8

8,5

2,7

3,1

22,4

37,0

90,0

88,0

105,0

Gesamt

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 Plätze

Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Stand: 11.2004

West

Ost

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 58


Kinderbetreuung nach Versorgungsform

Anzahl der Plätze je 100 Kinder, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland 2002

Fakten

Seit 1996 besteht in Deutschland für Kinder ab dem dritten Lebensjahr

ein formaler Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Auf

100 Kinder kamen 2002 in Deutschland 90 Kindergartenplätze. Der

Versorgungsgrad unterschied sich allerdings deutlich zwischen West-

und Ost-Deutschland.

Während allen Kindern in den neuen Bundesländern rein rechnerisch

ein Platz in einem Kindergarten angeboten wurde und sogar noch

prinzipiell Auswahlmöglichkeiten durch ein knappes Überangebot

bestanden, war der Versorgungsgrad in den alten Bundesländern

deutlich niedriger: Von 100 Kindern standen lediglich 88 entsprechende

Angebote offen.

Die Unterschiede zwischen West- und Ost-Deutschland sind im

Wesentlichen auf unterschiedliche Traditionen zurückzuführen. In der

DDR kam der Kinderbetreuung besondere Aufmerksamkeit zu und

es bestand eine entsprechende Infrastruktur. Nicht zuletzt stand das

Ziel dahinter, auch Müttern mit jungen Kindern die Aufnahme und

Aufrechterhaltung einer Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Auf diesen Umstand beruhen auch die Unterschiede im Angebot von

Krippen- und Hortplätzen zwischen West- und Ost-Deutschland.

Kamen 2002 auf 100 ost-deutsche Kinder 37 Krippen- bzw. knapp

22 Hortplätze, stand west-deutschen Kindern ein sehr knappes

Kontingent von knapp 3 Krippen- bzw. drei Hortplätzen gegenüber.

Da zudem der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz nicht

den allgemeinen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung umfasst,

hat sich an der Struktur und an dem Umfang des Angebotes von

Ganztagsplätzen sowie Betreuungsmöglichkeiten sehr junger Kinder

in West-Deutschland bislang wenig geändert.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe

Seite 59


Kinderbetreuung nach Versorgungsform

Anzahl der Plätze je 100 Kinder, West-, Ost- und Gesamt-Deutschland 2002

Kindergarten Kinderkrippe Kinderhort

Ost-Deutschland 105,0 37,0 22,4

Gesamt-Deutschland 90,0 8,5 5,8

West-Deutschland 88,0 2,7 3,1

Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Stand: 11.2004

Seite 60


Monatliches Monatliches Haushaltseinkommen pro Kopf nach Haushaltstypen

Haushaltstyp

Bedarfsgewichtete Einkommen in absoluten Zahlen, Deutschland 2002

Zweipersonenhaushalte

ohne Kinder

Einpersonenhaushalte

ohne Kinder

Haushalte mit Kindern

unter 18 Jahren

Paare mit jüngstem Kind

zwischen 6 und 12 Jahren

Paare mit jüngsten Kind

unter 6 Jahren

Alleinerziehender mit jüngstem

Kind zwischen 6 und 12 Jahren

Alleinerziehender mit

jüngstem Kind unter 6 Jahren

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Stand: 11.2004

798

1.002

964

1.130

1.229

1.339

1.582

Haushalte

insgesamt:

1.363

0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 Euro

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 61


Monatliches Haushaltseinkommen pro Kopf nach Haushaltstyp

Bedarfsgewichtete Einkommen in absoluten Zahlen, Deutschland 2002

Fakten

Die Haushaltstypen spiegeln nicht nur soziodemografische Merkmale

wider. Mit den unterschiedlichen Lebensformen gehen auch unterschiedliche

Möglichkeiten der Lebensgestaltung und insbesondere

der Erwerbsbeteiligung einher.

Das höchste bedarfsgewichtete Haushaltseinkommen mit rund

1.600 Euro wiesen im Jahr 2002 Zweipersonenhaushalte auf, in

denen keine Kinder lebten. Es folgten Haushalte, in denen nur eine

Person lebt und ebenfalls keine Kinder im Haushalt betreut werden.

Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren stehen an dritter Stelle der

Rangfolge nach der Höhe des Haushaltseinkommens und verfügen

über rund 1.200 Euro.

Allerdings unterscheidet sich das durchschnittliche Haushaltseinkommen

der familial geprägten Haushaltstypen erheblich, wenn

spezifische Zusammensetzungen gesondert betrachtet werden. Zwei

Besonderheiten kennzeichnen und bedingen die Höhe des Haushaltseinkommens

familialer Haushaltstypen:

Zum einen ist das Haushaltseinkommen desto höher, je älter die

Kinder sind. Dies verweist darauf, dass die Erwerbsmöglichkeiten

für beide Elternteile zunehmen, sobald der Betreuungsaufwand

abnimmt.

Zum anderen ist das Haushaltseinkommen in Haushalten niedriger,

in denen nur ein Erwachsener lebt und somit allein für die Erwirtschaftung

des Unterhaltsbedarfs verantwortlich ist. Ebenso wie bei

Paarhaushalten mit Kindern steigen aber auch in Haushalten

Alleinerziehender die Möglichkeiten eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen

und nachzugehen, sobald die Kinder älter werden und damit

der Betreuungsbedarf abnimmt.

Datenquelle

Sozio-Ökonomisches Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die Bedarfsgewichtung des durchschnittlichen Haushaltseinkommens

bedeutet, dass der nominale Durchschnittswert für das

Haushaltseinkommen der jeweiligen Haushaltstypen durch einen

Gewichtungsfaktor geteilt wird.

Dieser Gewichtungsfaktor liegt entsprechend der neuen OECD-Skala

für den Haupteinkommensbezieher bei 1,0, alle übrigen Haushaltsmitglieder

von 14 und älter erhalten den Gewichtungsfaktor 0,5 und

Personen unter 14 Jahren den Gewichtungsfaktor 0,3. Bei einer

Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde das Haushaltseinkommen

damit beispielsweise nicht durch 4 sondern durch 2,1

geteilt.

Die für die einzelnen Haushaltstypen errechneten Haushaltseinkommen

werden auf diese Weise „bedarfsgewichtet“, um sie zum

einen miteinander vergleichbar zu machen, das heißt zu standardisieren,

und zum anderen um die unterschiedlichen Bedarfe zu

berücksichtigen, die einzelnen Haushaltsmitglieder in Abhängigkeit

vor allem ihres Alters unterstellt werden.

Seite 62


Monatliches Haushaltseinkommen pro Kopf nach Haushaltstyp

Bedarfsgewichtete Einkommen in absoluten Zahlen, Deutschland 2002

abs. Zahlen in Euro

Haushalte insgesamt 1.363

Zweipersonenhaushalte ohne Kinder 1.582

Einpersonenhaushalte ohne Kinder 1.339

Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren 1.229

Paare mit jüngstem Kind zwischen 6 und 12 Jahren 1.130

Paare mit jüngstem Kind unter 6 Jahren 1.002

Alleinerziehender mit jüngstem Kind zwischen 6 und 12 Jahren 964

Alleinerziehender mit jüngstem Kind unter 6 Jahren 798

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Stand: 11.2004

Seite 63


Armutsquoten Armutsquoten nach ausgewählten Haushaltstypen

In Prozent, Deutschland 2002

Alleinerziehende

Alleinerziehende

mit 1 Kind

Alleinerziehende mit

2 und mehr Kindern

Alleinerziehende mit

erwachsenem Kind

Paarhaushalte

ohne Kind

Paarhaushalte

mit 1 Kind

Paarhaushalte

mit 2 Kindern

Paarhaushalte mit

3 und mehr Kindern

Paarhaushalte mit

minderjährigem Kind

Singlehaushalt

7,0

10,4

Quelle: Sozio-Ökonomisches Panel (SOEP)

Stand: 11.2004

0

12,3

12,7

11,8

10

14,7

insgesamt: 13,1

20

28,8

29,3

30

40,7

40

50

58,5

60 Prozent

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 64


Armutsquoten nach ausgewählten Haushaltstypen

In Prozent, Deutschland 2002

Fakten

In Deutschland ist rund jeder achte Haushalt arm. Die Armutsbetroffenheit

unterscheidet sich jedoch erheblich zwischen den verschiedenen

Haushaltsformen.

Mit 41 Prozent sind überproportional Haushalte betroffen, in denen

Alleinerziehende und ihre Kinder leben. Dagegen haben Single-Haushalte,

mit einer Armutsquote von rund 11 Prozent, und insbesondere

Paarhaushalte ohne Kinder, mit sieben Prozent, ein unterproportionales

Armutsrisiko. Mit einer Armutsquote von rund 14 Prozent sind

auch Paarhaushalte mit minderjährigen Kindern überdurchschnittlich

vertreten – jedoch deutlich weniger häufig als Alleinerziehende und

ihre Kinder.

Für Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren gilt, dass das Risiko, mit

dem erzielten Haushaltsnettoeinkommen unter die Armutsgrenze zu

geraten, mit der Anzahl der Kinder im Haushalt deutlich zunimmt.

Die Armutsquote für Paare mit drei Kindern und mehr liegt bei rund

30 Prozent. Bei Haushalten Alleinerziehender wird deutlich, dass mit

zunehmendem Alter der Kinder und insbesondere, wenn diese das

18. Lebensjahr vollenden, das Armutsrisiko gemindert wird. Sicherlich

ist dieser Umstand auf ein zusätzliches Einkommen zurückzuführen,

das dann die zweite erwachsene Person im Haushalt durch eine

Ausbildungsvergütung oder Beschäftigung zum Haushaltsbudget

beitragen kann.

Datenquelle

Sozio-Ökonomisches Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die Armutsrisikogrenze liegt in der Mitte der Rangfolge aller Haushaltsnettoeinkommen.

Der Median ist der Wert, der in der Mitte aller

Messwerte liegt, wenn diese in aufsteigender Reihenfolge sortiert

sind.

Haushalte, deren „bedarfsgewichtetes Nettoäquivalenzeinkommen“

weniger als 60 Prozent des Median beträgt, gelten als arm.

Seite 65


Armutsquoten nach ausgewählten Haushaltstypen

In Prozent, Deutschland 2002

Quelle: Sozio-Ökonomisches Panel (SOEP)

Stand: 11.2004

Quote in Prozent

Alleinerziehende 40,7

Alleinerziehende mit 1 Kind 28,8

Alleinerziehende mit 2 und mehr Kindern 58,5

Alleinerziehende mit erwachsenem Kind 12,3

Paarhaushalte ohne Kind 7,0

Paarhaushalte mit 1 Kind 10,4

Paarhaushalte mit 2 Kindern 12,7

Paarhaushalte mit 3 und mehr Kindern 29,3

Paarhaushalte mit minderjährigem Kind 14,7

Singlehaushalt 11,8

insgesamt 13,1

Seite 66


Kindergeld und Kinderfreibetrag

Kindergeld und und Kinderfreibetrag

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

Kinderfreibetrag

in Euro

Kinderfreibetrag

5.080

in Euro 5.000

5.000

5.080

4.000

4.000

3.000

3.203

3.203

2.540

3.000

2.540

2.000

1.601

2.000

1.601

1.000

1.000

Kindergeld

Kindergeld in Euro

in Euro

600

600

500

500

400 400

300 300

200 200

100 100

179

179

153 153

102 102

102

102

179

153

138

138

179

153

138

138

5.808

Verheiratete

2.904

Alleinstehende

179

154

154

154

179

4. und weitere Kinder

4. und weitere Kinder

154 3. Kind

154 2. Kind

154

1. Kind

0

0

1996

1996

2000

2000

2004

2004

Jahr

Jahr

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: Quelle: 11.2004 Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

© 2005 Bundeszentrale

für politische © 2005 Bildung Bundeszentrale

für politische Bildung

5.808

Verheiratete

2.904

Alleinstehende

3. Kind

2. Kind

1. Kind

Seite 67


Kindergeld und Kinderfreibetrag

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

Fakten

Familien mit Kindern können zur Minderung der mit dem Unterhalt

und der Erziehung von Kindern einhergehenden finanziellen Belastungen

wahlweise Kindergeld beziehen oder den Kinderfreibetrag im

Rahmen des Steuerrechts in Anspruch nehmen.

Allen Eltern steht unabhängig von ihrem Einkommen Kindergeld zu.

Die monatliche Höhe des Kindergeldes ist nach der Kinderzahl

gestaffelt und seit 1996 zweimal für das erste und das zweite Kind

erhöht worden. Das Kindergeld betrug 2004 für das erste, zweite

und dritte Kind jeweils 154 EURO und vom vierten Kind an für jedes

weitere Kind 179 EURO.

Der Kinderfreibetrag soll das Einkommen der Eltern in Höhe des Existenzminimums

eines Kindes von der Steuerzahlung frei stellen. Das

steuerrechtliche Existenzminimum eines Kindes wird in Orientierung

an den sozialhilferechtlichen Mindestbedarf alle zwei Jahre durch das

Bundesministerium für Finanzen über den Existenzminimumbericht

festgelegt. Der Freibetrag beträgt derzeit rund 6.000 EURO für Verheiratete

und rund 3.000 EURO für Alleinstehende.

Ob Eltern nun das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag in Anspruch

nehmen, entscheiden sie nicht selber, sondern wird im Rahmen

des jährlichen Lohn- oder Einkommenssteuerausgleichs nach dem

Prinzip der Günstigkeit bestimmt. Das Finanzamt prüft, ob das

gezahlte Kindergeld ausreicht, um das Einkommen der Eltern in

Höhe des Existenzminimums des Kindes steuerfrei zu stellen. Ist

das nicht der Fall, werden der Kinderfreibetrag und der Freibetrag

für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung abgezogen und das

gezahlte Kindergeld verrechnet. Die allermeisten Eltern erhalten das

Kindergeld, nämlich rund 95 Prozent.

Problematisiert werden diese Regelungen und Effekte des „Kinderlastenausgleichs“

in zweierlei Hinsicht. Zum einen wird bezweifelt,

dass das steuerfrei zu stellende Existenzminimum dem tatsächlichen

Existenzminimum gemessen am Sozialhilfemaßstab entspricht. Zum

anderen und von größerer Bedeutung ist allerdings der Einwand,

dass das Kindergeld nur einen Teil der Mindestunterhaltskosten für

Kinder abdeckt.

Je älter die Kinder werden, umso höher wird der Anteil, der durch die

Zahlungen nicht ausgeglichen wird. Mit der zunehmenden Höhe bei

steigender Kinderzahl wurde zwar erreicht, dass diese Abweichungen

gemindert werden. Allerdings steigt mit der Zahl der Kinder auch die

finanzielle Belastung der Eltern, die insbesondere im unteren Einkommensbereich

nicht mehr allein vom Haushaltseinkommen getragen

werden können.

Auf diesen unzureichenden Wirkungen des Familienlastenausgleichs

wird auch die überproportionale Armutsbetroffenheit von Familien

zurückgeführt, die mehrere Kinder zu versorgen haben. Viele Familien

mit Kindern müssen deshalb Sozialleistungen beziehen, weil die kindbezogenen

Kosten nicht durch die kindbezogenen Ausgleichsleist-

ungen abgefedert werden, was eigentlich im Rahmen des Familienlastenausgleichs

erreicht werden soll.

Seite 68


Kindergeld und Kinderfreibetrag

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind als „Kinderlastenausgleich“

Teil des „Familienlastenausgleichs“, zu dem zum Beispiel auch das

Erziehungsgeld, die Elternzeit sowie die Kindererziehungszeiten in der

gesetzlichen Rentenversicherung gerechnet werden. Für Elternteile,

die ihre Kinder als Getrenntlebende oder Geschiedene allein erziehen,

kommt es zu einer grundsätzlichen Halbteilung des Kinderfreibetrags,

wobei der andere Teil dem nicht betreuenden, aber unterhaltspflichtigen

Elternteil zugesprochen wird.

Seit Januar 2005 erhalten Eltern mit niedrigem Einkommen zusätzlich

zum Kindergeld einen Kinderzuschlag in Höhe von bis zu 140 EURO

je Kind und Monat. Der Kinderzuschlag wird dann gezahlt, wenn

allein wegen der Bedürftigkeit des Kindes ein Anspruch auf Arbeitslosengeld

II/Sozialgeld für den Haushalt entstehen würde.

Im Gegensatz zum Kindergeld erhalten Eltern, die aufgrund eines

eigenen Anspruchs Arbeitslosengeld II und/oder Sozialgeld beziehen,

keinen Kinderzuschlag. Allerdings wird Beziehenden von Arbeitslosengeld

II/Sozialgeld das Kindergeld fast vollständig auf ihre Leistungen

angerechnet.

Zu welchen Teilen Familien den Kinderzuschlag erhalten und ob die

Leistung zur Verhinderung der Armut von Familien führt, kann noch

nicht eingeschätzt werden, da zu diesem Leistungsbereich noch

keine Daten vorliegen.

Seite 69


Kindergeld und Kinderfreibetrag

In absoluten Zahlen, Deutschland 1996, 2000 und 2004

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

1996 2000 2004

1. Kind 102 138 154 Kindergeld

in Euro

2. Kind 102 138 154

3. Kind 153 153 154

4. und weitere Kinder 179 179 179

Alleinstehende 1.601 2.540 2.904 Kinderfreibetrag

in Euro

Verheiratete 3.203 5.080 5.808

Seite 70


Erziehungsgeld nach Empfängern

In Prozent der bewilligten Erstanträge, Deutschland 2001

Geschlecht

Nationalität

Familienstatus

Erwerbsstatus

Frauen Männer

97,9 2,1

Deutsche Ausländer

85,4

verheiratet, zusammenlebend eheähnliche Gem. Alleinstehende

75,1 13,0 11,9

abhängig Beschäftigte Nichterwerbstätige

Selbstständige

56,3 42,2 1,5

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Prozent

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

14,6

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 71


Erziehungsgeld nach Empfängern

In Prozent der bewilligten Erstanträge, Deutschland 2001

Fakten

Das Erziehungsgeld ist eine aus Steuern finanzierte einkommensabhängige

Familienleistung für erwerbstätige oder nicht erwerbstätige

Eltern, die es ihnen erleichtern soll, sich um ihr Kind oder ihre Kinder

in den ersten Lebensmonaten oder Lebensjahren besonders zu

kümmern.

Zwar wird Erziehungsgeld grundsätzlich sowohl Müttern als auch

Vätern gezahlt, wobei sich auch beide abwechseln können.

In Anspruch genommen wird die Leistung aber in fast allen Fällen

von Frauen.

Über die Hälfte der Erziehungsgeld Empfangenden stehen in einem

abhängigen Beschäftigungsverhältnis, die andere Hälfte geht überwiegend

keiner Erwerbstätigkeit nach. Die Beschäftigungsverhältnisse

der Erwerbstätigen beruhen überwiegend auf einer Vollzeittätigkeit.

Rund 75 Prozent der Eltern, die Erziehungsgeld beziehen, leben in

einer Ehepartnerschaft. Nur etwa jeder zehnte Empfänger lebt in einer

eheähnlichen Lebensgemeinschaft oder ist alleinstehend.

Auch in Deutschland lebende Ausländer haben Anspruch auf Erziehungsgeld.

Sie stellen rund 14 Prozent der Empfänger.

Das monatliche Erziehungsgeld wird in Höhe von maximal 307 Euro

bei einer Laufzeit von 24 Monaten bzw. von 460 Euro bei einer kürzeren

Laufzeit von bis zu höchstens einem Jahr, der sogenannten „Budget-Variante“,

gezahlt. Bis Ende 2002 betrug das ungekürzte Erzie-

hungsgeld in den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes 307 Euro.

Ebenso wie bei der Budget-Variante werden anschließend bis auf

wenige Ausnahmen einkommensabhängige Anrechnungen vorgenommen.

Fast alle Empfänger haben die Langzeit-Variante gewählt,

die Budget-Variante traf nur auf jeden elften Empfänger zu.

Datenquelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Seite 72


Erziehungsgeld nach Empfängern

In Prozent der bewilligten Erstanträge, Deutschland 2001

Quelle: Bundesministerium für Familie

Stand: 11.2004

Frauen Männer

Geschlecht 97,9 2,1

Deutsche Ausländer

Nationalität 85,4 14,6

verheiratet, zusammenlebend eheähnliche Gemeinschaft Alleinstehende

Familienstatus 75,1 13,0 11,9

abhängig Beschäftigte Nichterwerbstätige Selbstständige

Erwerbsstatus 56,3 42,2 1,5

Seite 73


Studierende mit BAföG-Förderung

Geförderte in absoluten Zahlen und Gefördertenquote in Prozent, Deutschland 1975 bis 2001

Geförderte

in Tsd.

450

400

350

300

250

200

150

100

50

0

42,0

Gefördertenquote

334

291

23,1

442 442

26,0 25,2

408

22,6

355

19,3

311

17,0

274

15,1

237

13,2

225 226

12,6 12,9

Geförderte

232

265

13,3 14,9

0

1975 1985 1991 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 Jahr

Quelle: Bundesministerium für Bildung von Forschung

Stand: 11.2004

Quote in

Prozent

45

40

35

30

25

20

15

10

5

© 2005 Bundeszentrale

für politische Bildung

Seite 74


Studierende mit BAföG-Förderung

Geförderte in absoluten Zahlen und Gefördertenquote in Prozent, Deutschland 1975 bis 2001

Fakten

Nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) können

Studierende an (Fach-)Hochschulen und Schüler an berufsbildenden

Schulen einen steuerfinanzierten Zuschuss bzw. ein Darlehen zur

Bestreitung ihres Lebensunterhalts bekommen. Die Leistung wird

einkommensabhängig gewährt. Sowohl das eigene als auch das Einkommen

und Vermögen der Eltern wird bei der Antragstellung geprüft

und gegebenenfalls bei der Leistungsberechnung berücksichtigt.

Seit Mitte der 70er Jahre ist die Gefördertenquote unter den Studierenden

an deutschen Hochschulen stetig zurückgegangen. Erhielten

1975 noch 42 Prozent aller Studierenden eine Unterstützung nach

dem BAföG, traf das in 2001 lediglich auf knapp 15 Prozent zu.

Der Rückgang der Förderquoten wird zum einen darauf zurückgeführt,

dass die Freibeträge nur in unzureichendem Maße an die

allgemeine Preis- und Einkommensentwicklung angepasst wurden.

Die Begrenzung des Kreises der Förderberechtigten hat zum anderen

dazu beigetragen, dass die Anzahl bewilligter Anträge kontinuierlich

gesunken und immer weniger Studierende auf diese öffentliche Hilfestellung

zurück greifen können.

Datenquelle

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Seite 75


Studierende mit BAföG-Förderung

Geförderte in absoluten Zahlen und Gefördertenquote in Prozent, Deutschland 1975 bis 2001

Geförderte in Tsd. Gefördertenquote in Prozent

1975 334 42,0

1985 291 23,1

1991 442 26,0

1992 442 25,2

1993 408 22,6

1994 355 19,3

1995 311 17,0

1996 274 15,1

1997 237 13,2

1998 225 12,6

1999 226 12,9

2000 232 13,3

2001 265 14,9

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Stand: 11.2004

Seite 76

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine