geht es zur Präsentation - Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg

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geht es zur Präsentation - Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg

Sport und Niere

Christoph Raschka

Praxis für Allgemeinmedizin Priv.-Doz. Dr. Dr. Dr. Raschka, praxis-raschka.de, Hünfeld


Der Harnapparat

Aufgaben des Harnapparats

Ausscheidung von Stoffwechselprodukten

-Ausscheidung von Harnstoff

(= Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels

-Ausscheidung von Harnsäure

(= Abbauuprodukt der Nukleinsäuren)

-Ausscheidung giftiger Substanzen

Regelung des Flüssigkeitshaushalts

-Wasserhaushalt

- Gleichgewicht des Salzhaushalts

- Regelung des osmotischen Druck

- Regelung des Säure-Basen-Gleichgewichts


Lage, Form und Grösse der Nieren

Lage in Lendengegend:

hinter der Bauchhöhle

= sog. retroperitoneale Lage

rechte Niere => unterhalb der Leber

linke Niere => unterhalb der Milz

meistens re. Niere etwas tiefer als li. Niere

Gewicht ca. 150 g

Länge ca. 12 cm

Breite ca. 6 cm

Dicke ca. 3 cm

Bohnenform

eingedellte Stelle: sog. Nierenhilus,

wo Arterien eintreten,

wo Venen, Lymphgefäße, Nierenbecken austreten


Merke:

Nierenmark

- enthält die geraden Anteile

der Nierenkanälchen u. Sammelrohre,

-besteht aus 10 – 20 Nierenpyramiden.

Die Spitze der Pyramide heißt Papille,

welche die Öffnungen der Sammelrohre

enthält.

Markstrahlen gehen von der Pyramide

Richtung Rinde aus.

Nierenrinde enthält die sog.

Nierenkörperchen (Glomeruli)

und die gewundenen Abschnitte der

Nierenkanälchen.


In Nierenrinde:

Nierenkörperchen

= Glomeruli

Blutgefäßversorgung:

Nierenarterie:

Circa 1/3 der Gesamtblutmenge

des großen Kreislaufs !

Speisung des Glomerulums:

zuführendes und abführendes

Gefäß


Wohin führt das venöse Blut der

Nieren?

=> in die untere Hohlvene


Hauptstück des

Nierenkanälchens

Mittelstück des

Nierenkanälchens

Henle-Schleife

Sammelrohr

Papille


In 24 h fließen 1500 l durch die Nieren.

Aus dem arteriellen Blut wird durch den

Blutdruck ein Teil der Flüssigkeit durch das

Glomerulus-Kapillarnetz ausgepreßt:

⇒ULTRAFILTRAT = 150 l Primärharn

(enthält Wasser, Harnstoff, Harnsäure,

Salze, Glukose, Aminosäuren, Vit. C)

⇒durch Rückresorption (Rückgewinnung)

und Absonderung (Sekretion) entsteht aus

Ultrafiltrat => URIN


Filtrationsdruck von 35 mm Hg:

Differenz von

Blutdruck im Glomerulum: 70 mm Hg

und

Summe von

Druck des Bluteiweißes

(= kolloidosmotischer Druck): 30 mm Hg

plus Druck der

Bowman-Kapsel: 5 mm Hg

=> 70 – (30 + 5) mm Hg = 35 mm Hg

Merke:

Ultrafiltration ist ein rein passiver Vorgang!

Merke: Blutkörperchen und große Eiweißmoleküle können nicht filtriert

werden => nur bei Schädigung (Nephritis)


Aktive Rückresorption

der Glukose:

99% in gewundenem

Hauptstückanteil

=0,9% in Sammelrohr

0,1 % geht in den Harn verloren!


Clearance

Clearance bedeutet Klärung / Reinigung

• Stoffmenge in mg pro 100 ml im Urin

• Clearance = ---------------------------------------------- x Minute

Stoffmenge in mg pro 100 ml Blutplasma


Rückresorption von Natrium und

Aminosäuren

Rückresorption von Natrium:

85 % im Anfangsteil

14,5 % im Endabschnitt

0,5 % Ausscheidung

Rückresorption von Jod: 97%

Harnstofftransport:

1. Wassermitreißeffekt

2. Diffusion

3. Aktiver Transport


Hormonelle Regulation

Mineralokortikoide

Regulieren Rückresorption von Natrium

Parathormon

reduziert Phosphat-Rückresorption

Adiuretin

diuresehemmend


• Farbe: hellgelb bis dunkelgelb

Harneigenschaften

(Die Farbe resultiert vom Urochrom, einem Proteinabbauprodukt)

Auch ein Abkömmling des Bilirubins (Urobilinogen) ist im Harn

enthalten (bei hohem Gehalt braune Farbe).

• Reaktion: leicht sauer, bei Planzenkost auch alkalisch

• Harnstoff: Ausscheidung 25 – 30 g pro Tag

• Harnsäure: Ausscheidung 0,5 – 1 g pro Tag

• Kreatinin: Ausscheidung 2 – 3 g pro Tag

• Kreatin ist nicht enthalten!

• Etwa 95% des Harns ist Wasser.


Wasserhaushalt eines 80 kg schweren Mannes

• Wasserabgabe

• Urin 1000 ml

• Haut 500 ml

• Atemluft 400 ml

• Kot 100 ml

• => 2000 ml / Tag

• Wasseraufnahme

• in festen Speisen 1000 ml

• Trinkmenge 700 ml

• Oxidationswasser 300 ml

• => 2000 ml / Tag


Flüssigkeitsräume im Körper


Kasuistik

Klinischer Fallbericht 1

Kasuistische Ausgangslage

(Raschka et al. 1993)

- 30jähriger mesomorpher Patient afroamerikanischer Abstammung

- spontaner Muskelschmerz im Bereich des M. biceps brachii linksbetont

- diskrete Schwellung ohne meßbare Umfangsdifferenz beider Seiten

- schmerzbedingte Streckunfähigkeit im Ellenbogengelenk

- sonst unauffällige somatische Untersuchung

- rötliche Urinverfärbung

Auftreten der Beschwerden 24 h nach Bodybuilding-Training

nach 8wöchiger Trainingspause (Urlaub)

Diagnose: Rhabdomyolyse = Auflösung quergestreifter Muskelfasern

Anabolikaeinnahme ? nein


Kasuistik

TRAININGSANAMNESE I:

Biceps-Curl mit Langhantel mit

engem und weitem Griff

jeweils 5 Sätze á 8 Wh.

Biceps-Maschine nach

Larry Scott

5 Sätze á 10 Wh.


Kasuistik

TRAININGSANAMNESE II:

Abwechselnder

Abwechselnder Biceps-Curl

Biceps-Curl

mit Handgelenksdrehung und

in Hammerhaltung

Heben des Ellenbeugens

5 Sätze á 8 Wh.

5 Sätze á 10 Wh.

Konzentrations-Curl

5 Sätze á 10 Wh.


Kasuistik

LABORBEFUNDE


Kasuistik


Kasuistik

Weitere Befunde: Labor inklusive E

Labor inklusive E´lyte, lyte, Krea, HH´stoff

stoff o.B.; CrCl 121 ml/min

Urin: Myoglobin < 30 ng/ml; pH 5; Sono, Echo, EKG o.B.

Therapie:

i.v. -Zufuhr Zufuhr 4 l / d

10 mval Bikarbonat/d

+

Kühlende Umschläge lokal

im Bicepsbereich


Rhabdomyolyseauslöser

Rhabdomyolyse

Rhabdomyolyse-Auslöser Auslöser im Bodybuilding

1. Wettkampfvorbereitung

- Energiezufuhr < 1000 kcal /d

- Massive Entwässerung (NaCl- u. Flüssigkeitsrestriktion + Einsatz potenter Diuretika

=> Hypokaliämie, Hypophosphatämie, Magnesiummangel

2. Neubeginn oder Wiederaufnahme eines Bodybuilding-Trainings

3. Anabolika-Einnahme

4. Kongenitale Disposition

- Anlage zur malignen Hyperthermie

(autosomal dominant, Prävalenz: 1 : 7000)

5. Muskulatur-Prädilektion

- seltener Beinmuskulatur

- häufiger Rumpf- und obere

Extremitäten-Muskulatur


CK- und Myoglobinverhalten

Serum Serum- CK und -Myoglobin Myoglobin nach

mittelgradiger exzentrischer

Oberschenkelbelastung bei

Untrainierten

(HORSTMANN et al. 1996) 1996) 1996) 1996)


Durchblutung (in ml/min) der Organe in Abhängigkeit von der

Belastungsintensität nach McARDLE (1986)

Gewebe leicht moderat maximal

GI-Trakt 1100 (12 %) 600 (3 %) 300 (1 %)

Niere 900 (10 %) 600 (3 %) 250 (1 %)

Gehirn 750 (8 %) 750 (4 %) 750 (3 %)

Koronarien 350 (4 %) 750 (4 %) 1000 (4 %)

Muskulatur 4500 (47 %) 12500 (71 %) 22000 (88 %)

Haut 1500 (15 %) 1900 (12 %) 600 (2 %)

andere 400 (4 %) 400 (3 %) 100 (1 %)


1. Kasuistik

z.B. Uromucoid

(BICHLER et al. 1997) 1997) 1997) 1997)

Urin Urin-Eiweiß Eiweiß-

Ausscheidung bei 12

Sportlern (20 – 25

Jahre) unter einer

Langlaufbelastung

(10.000 m)


BE und Bikarbonat

Veränderungen von Basen Basen-

Exzeß und Standard Standard-

Bikarbonat bei 12 Sportlern

(20 – 25 Jahre) unter einer

Langlaufbelastung (10.000 m)

(BICHLER et al. 1997)


Relation von Eiweißausscheidungsrate und vorangegangener

Belastungsintensität nach POORTMANS (1994)


Belastungsproteinurie nach BICHLER et al. (1997)

Pathogenese

Pathogenese-Modell Modell der Belastungsproteinurie


Serumkreatinin

und Kreatinin-

ausscheidung

unter

körperlicher

Belastung

PORZSOLT et al. (1973)


Hp Hp-Abfall Abfall und Hb-Anstieg Hb Anstieg während eines 10.000m 10.000m-Laufs Laufs

BICHLER et al. (1997)


Pathophysiologie der

Sporthämaturie

BICHLER et al. (1997)


Differentialdiagnose der „Rot-Braun-Verfärbung des Urins nach

sportlicher Belastung (nach BICHLER et al. 1997)

1 Sportbedingte Ursachen

1.1 Traumen („innere Schürfung der Harnblase beim Langstreckenlauf)

1.2 Permeabilitätsänderung der Glomerula bzw. Spiralgefäße der

Nierenpapillen (Diapedese der Erythrocyten nach Dauerbelastung)

1.3. Hämolyse, Myolyse (sportbedingt)

2 Allgemeine Ursachen (bzw. vorbestehende)

2.1 Entzündungen (Cystitis, Pyelonephritis, Glomerulonephritis)

2.2 Steinleiden (Nieren u. ableitende Harnwege)

2.3 Gefäßbefunde (Varicosis-Harnblase bzw. Nierenbecken; Kongestion der

Blasenschleimhautvenen infolge Prostataleiden bei älteren Sportlern)

2.4 Hämatologische Gründe (Hämolyse, Myolyse)

2.5 Fehlbildungen (Hufeisenniere, Markschwammniere u.a.)

2.6 Tumoren (Harnblasen- u. Nieren-Ca)


Sporttherapie mit Dialysepatienten

- kardiopulmonale und metabolische Effekte -

Christoph Raschka

Institut für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main


1 Grundlagen der Dialysetherapie

1.1 Ätiologie / Epidemiologie der chronischen Niereninsuffizienz

1.2 Prinzip der Hämodialyse

1.3 Prinzip der Peritonealdialyse

2 Fragestellung

3 Sporttherapie bei Dialysepatienten

3.1 Sportmedizinische Indikationen

3.2 Besondere Gefährdungen für den Dialysepatienten

3.3 Leistungsmindernde Faktoren

3.4 Organisationsformen und Elemente der Sporttherapie

3.5 Leistungsverbesserung durch die Sporttherapie

3.6 Ausgewählte Stoffwechsel- und Kreislaufparameter

3.7 Einfluß von Erythropoietin

4 Zusammenfassung und Ausblick


Epidemiologie des chronischen Nierenversagens

In Deutschland 1999

- ca. 70 000 Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz

- darunter ca. 82 % Hämodialyse

ca. 7 % Peritonealdialyse

ca. 9 % Hämodiafiltration

ca. 1 % Hämofiltration

- ca. 15 000 Patienten mit Zustand nach Nierentransplantation

=> 713 Patienten pro 1 Million Einwohner

156 Patienten pro 1 Million Einwohner jährlich neu

Weltweit 1999

- ca. 1 Million Patienten mit Nierenersatzverfahren

1.1. Ätiologie / Epidemiologie der chronischen Niereninsuffizienz

Samtleben,W. et al. Der Internist 40, 3-12 3 (1999)


Prozentuale Häufigkeit verschiedener Erkrankungen

als Ursache des endgültigen Nierenversagens

Chronische Glomerulonephritis

Nephrosklerose

Zystennieren

Interstitielle Nephritis

Diabetes mellitus

Immunologissche Systemerkrankungen

Amyloidniere

Kongenitale Veränderungen

Myelomniere

Sonstige Ursachen

Nach: Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996

0 5 10 15 20 25 30 35 40

1.1. Ätiologie / Epidemiologie der chronischen Niereninsuffizienz


Kreatininserumkonzentration und Glomeruläre Filtrationsrate

Memorix: Innere Medizin. 2002

Verhältnis

Serumkreatinin

zu Nierenfunktion

1.1. Ätiologie / Epidemiologie der chronischen Niereninsuffizienz


Indikation - grenzwertige Laborparameter

Harnstoff > 200 mg/dl

Kalium > 7 mml/l

Kreatinin > 10 mg/dl

Bikarbonat < 15 mmol/l

1.1. Ätiologie / Epidemiologie der chronischen Niereninsuffizienz


Blutflußschema Hämodialyse (Zwei-Nadeltechnik)

1.2 Prinzip der Hämodialyse


Praxis der Shuntpunktion

1.2 Prinzip der Hämodialyse

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Prinzip der

Peritonealdialyse

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996

1.3 Prinzip der Peritonealdialyse


Lage des TENCKHOFF- Katheters

1.3 Prinzip der Peritonealdialyse

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Dialysatwechsel bei der CAPD (Diskonnektsystem)

1.3 Prinzip der Peritonealdialyse

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Dialysatwechsel bei der CAPD (Diskonnektsystem)

1.3 Prinzip der Peritonealdialyse

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Praxis der Peritonealdialyse

1.3 Prinzip der Peritonealdialyse

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Fragestellungen zur Sporttherapie mit Dialysepatienten

Leistungsminimierende Faktoren

Stoffwechselreaktionen

Leistungsoptimierende Faktoren

SPORTTHERAPIE

Adjuvante Medikamente

Physisches Leistungsvermögen

des Dialysepatienten

Leistung ?

Kreislaufverhalten


Sportmedizinische Indikationen:

Sporttherapie bei Dialysepatienten

Reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit

• Verminderte Ausdauer

• Verringerte Flexibilität

• Koordinationsstörungen

• Verminderte muskuläre Kraft

• Renale Anämie

• Renale Osteopathie

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

• Arterielle Hypertonie

• Diabetes mellitus

• Lipidstoffwechselstörung

3.1 Sportmedizinische Indikationen bei Dialysepatienten


Problematik des Kaliumhaushalts

beim Dialysepatienten

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996

3.2 Besondere Gefährdungen für den Dialysepatienten


Konsequenzen einer Entgleisung des Kaliumhaushalts

3.2 Besondere Gefährdungen für den Dialysepatienten

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Hydrothorax

Reflux

Katheterprobleme:

Dislokation, Infekt

Genital-Ödeme

Atembeschwerden

Rückenschmerzen

Katheterprobleme:

Abknickung, Verstopfung

Hernien Peritonitis

Nach: Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996

3.2 Besondere Gefährdungen für den Dialysepatienten

Besondere Gefahren bei

der Peritonealdialyse


Allgemeine Leistungsmindernde Faktoren bei Dialysepatienten

• Körperliche Inaktivität

pro Jahr 600 - 1000 Behandlungsstunden,

d.h. 4 - 6 Wochen zusätzliche körperliche Inaktivität im Bett

• Renale Anämie

=> reduzierte Sauerstoffaufnahmekapazität:

bei Hb 8 g/dl => um 45 % ⇓

• Urämische Myopathie

=> besonders untere Extremität morphologische + funktionelle

Veränderungen:

Kraftverlust 50 - 70 %

3.3 Leistungsmindernde Faktoren


Urämische Polyneuropathie

betont untere Extremität,

Spätfolge: Muskelatrophie

Metabolische Azidose

=> insuffiziente Pufferkapazität

3.3 Leistungsmindernde Faktoren


Urämische Myopathie

- Sonderform der Muskelzelldegeneration

- Betrifft überwiegend anaerobe Typ 2-Muskelfasern

=> Faserquerschnittsfläche ⇓; Sarkolemmkerne ↑

- Zunahme der aeroben Typ 1-Fasern mit nachlassender Nierenfunktion

Hypothese: Folge der renalen Anämie => Transformation:

Typ 2b-Fasern →Typ 2a-Fasern → Typ 1-Fasern.

Clyne,N. et al.: Effects of renal failure on skeletal muscle. Nephron 63, 395-399 (1993)

3.3 Leistungsmindernde Faktoren

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Dialysebedingte orthopädische Probleme

am Bewegungsapparat

Weichteilverkalkung

bei sekundärem

Hyperparathyreoidismus

3.3 Leistungsmindernde Faktoren

Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996


Dialysebedingte neurologische Probleme am Bewegungsapparat

Amyloidosefolge

Schönweiß,G.: Schönweiß,G.: Dialysefibel. 1996

3.3 Leistungsmindernde Faktoren


Organisationsformen der Sporttherapie

mit Dialysepatienten

- Ergometer-Training während der Dialysezeiten,

ergänzt durch krankengymnastische Übungen

- Training im Intervall

2 mal pro Woche 90 min

- Kombination beider Trainingsformen

Vorsicht:

kontinuierliche Verschlechterung der Stoffwechsellage

bis zur nächsten Dialyse

3.4 Organisationsformen und Elemente der Sporttherapie


Elemente der Sporttherapie

während der Hämodialyse

• Ergometertraining (aktiv und/oder passiv)

• Gymnastische Übungen

• Mobilisierung der HWS, Kräftigung der Nackenmuskulatur

• Mobilisierung der LWS

• Kräftigung der Bauchmuskulatur

• Kräftigung der Beinmuskulatur

• Koordinations-und Flexibilitätsschulung

• Entspannungsübungen

3.4 Organisationsformen und Elemente der Sporttherapie


Bett-Ergometer

Daul, A.E. et al.: Sport- und Bewegungstherapie für chronisch Nierenkranke, 1997 1997

Training während der Hämodialyse

Kraftübung

Kraft / Koordination Koordination

3.4 Organisationsformen und Elemente der Sporttherapie


Veränderung der Fahrradergometer-Leistung

vor und nach einem Trainingsprogramm

Völker,K. et al. Therapiewoche 36, 1971-1975 (1986)

3.5 Leistungsverbesserung durch die Sporttherapie


Leistungsverbesserung von Hämodialyse-Patienten und

konservativ therapierten Nierenpatienten durch Sporttherapie

Maue,M. in: Med.u.Sport 23 (5), 155-157 (1983)

3.5 Leistungsverbesserung durch die Sporttherapie

Trainingsfrequenz

1 x / Woche

über 1 Jahr

an den

dialysefreien Tagen


Veränderung der VO 2max unter 30 min Ergometertraining

bei 75 - 85 % Intensität der maximalen Sauerstoffaufnahme

Zeitpunkt Parameter Trainingsgruppe Kontrollgruppe

Start VO 2max 19,6 + 4,1 ml/kg/min 19,6 + 7,6 ml/kg/min

3 Monate VO 2max 22,9 + 6,4* ml/kg/min 18,5 + 6,2 ml/kg/min

später

6 Monate

später

(* p < 0,05

im Vergleich zum Start)

VO 2max 25,0 + 6,1* ml/kg/min 15,6 + 6,7 ml/kg/min

Trainingsgruppe

n=14; Alter 42 + 10 J.

Dialyse seit 3,8 + 3 J.

3.5 Leistungsverbesserung durch die Sporttherapie

Kontrollgruppe

n=6; Alter 42 + 16 J.

Dialyse seit 3,8 + 3 J.

Painter,P.L. et al. Nephron 43, 87- 87 92 (1986)


Veränderung des Cholesterinspiegels unter 30 min

Ergometertraining bei 75 - 85 % Intensität der VO 2max

Zeitpunkt Parameter Trainingsgruppe Kontrollgruppe

Start Cholesterin 205 + 47 mg/dl 184 + 14 mg/dl

3 Monate Cholesterin 193 + 40 mg/dl 193 + 6 mg/dl

später

6 Monate

später

(* p < 0,05

im Vergleich zum Start)

Cholesterin 189 + 44 mg/dl 193 + 21 mg/dl

Trainingsgruppe

n=14; Alter 42 + 10 J.

Dialyse seit 3,8 + 3 J.

3.6 Ausgewählte Stoffwechsel- und Kreislaufparameter

Kontrollgruppe

n=6; Alter 42 + 16 J.

Dialyse seit 3,8 + 3 J.

Painter,P.L. et al. Nephron 43, 87- 87 92 (1986)


RR sys in Ruhe und unter Fahrradergometer-Belastung

vor und nach einem Trainingsprogramm

Völker,K. et al. Dt.Z.Sportmed. 39 (7), 265-270 (1988)

3.6 Ausgewählte Stoffwechsel- und Kreislaufparameter

Trainingsfrequenz

2 x / Woche

über 3 Monate

an den

dialysefreien Tagen


RR sys, RR dias und HF

während der HD bei

Fahrradergometrie

(sitzend)

über 5 min bei 25 W

Burke E.J. et al.

Physician and

Sportsmedicine 12 (6),

153-157 (1984)

3.6 Ausgewählte Stoffwechsel- und Kreislaufparameter


Verhalten des Kalium- und Insulinspiegels

unter Belastung auf dem Fahrradergometer

vor und nach einem Trainingsprogramm

3.6 Ausgewählte Stoffwechsel- und Kreislaufparameter

Völker,K. et al. Therapiewoche 36, 1971-1975 (1986)


Arterieller pH- und HCO 3 - - Wert während der HD

bei Fahrradergometrie (sitzend) 25 W über 5 min

3.6 Ausgewählte Stoffwechsel- und Kreislaufparameter

Burke E.J. et al. Physician and Sportsmedicine 12 (6), 153-157 153 (1984)


Prozentuale Veränderung der VO 2max durch Erythropoietin

als Funktion der prozentualen Hämatokritwertveränderung

3.7 Erythropoietin-Einfluß

Datenpool von


Pitetti,K.H. et al.; Sports

Med., Training and

Rehab. 3, 261-269

(1992)


Robertson, H.T. et al.;

Am.J.Kidney Dis. 25,

325-332 (1990)


Hypertonus Lipidstoffwechselstörung Diabetes

Polyneuropathie

renale Anämie

Osteopathie

Zusammenfassung und Ausblick

PD: Ventilationsstörungen

PD: Hernienbildung

Azidose-Neutralität

HF-Neutralität

RR-Senkung

Reduktion des Insulinspiegels

Dialysepatient

Training

Verbesserte kardiopulmonale

Leistungsfähigkeit

Verbesserte Lebensqualität

Karpaltunnelsyndrom

Shuntprobleme

Myopathie

PD: Katheterdislokationen

PD: Peritonitis

PD: Reflux

Keine Hyperkaliämie

Adjuvanter Effekt

von

Eythropoietin


Ausblick: Sporttherapie mit Dialysepatienten

Offene Fragen:

- Standardisierter Trainingsformen für Peritonealdialyse

- Vergleich der Trainingseffekte beider Dialyseformen

- Unterschiede bezüglich Lebenserwartung und

Lebensqualität von HD- bzw. PD-Patienten ?

Offenes Problem im Sport:

Peritonealdialysekatheter-Austrittsstelle

4 Zusammenfassung und Ausblick


Ausblick: Sporttherapie mit Dialysepatienten

Hauptziel jedes Dialyse-Patienten

⇒ FIT BLEIBEN FÜR DAS ZWEITE LEBEN

4 Zusammenfassung und Ausblick

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