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STUDIENGANG COACHING

JANUS

IM JULI 2008


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INHALT

Inhalt .............................................................................................................................................................2

Vorwort.........................................................................................................................................................3

Was ist „Coaching“?........................................................................................................................3

Mein persönlicher Werdegang als Coach ................................................................................................7

Woher ich komme...........................................................................................................................7

Meine Geschichte als Coach..........................................................................................................7

Meine Standortbestimmung als Coach.......................................................................................23

Wie es weiter geht..........................................................................................................................24

Theorieteil...................................................................................................................................................26

Grundlagen.....................................................................................................................................26

Die Entstehung der Antreiber.....................................................................................................29

Kategorien von Antreibern..........................................................................................................31

Verwendung von Antreibern im Coaching ...............................................................................35

Fallbeispiel..................................................................................................................................................36

Epilog ..........................................................................................................................................................38

Literaturverzeichnis...................................................................................................................................39

Anhang A – Antreibertest........................................................................................................................40

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VORWORT

Wenn ich heute auf mein bisheriges Leben zurückblicke und die Dinge anschaue,

die ich alle gelernt habe, so war die Coaching Ausbildung bei JANUS mit weitem

Abstand das wichtigste und gleichzeitig erstaunlichste von allem. Wenn ich mich dann

frage: „Was hat denn diese Coaching Ausbildung so außergewöhnlich gemacht?“, dann

lautet die Antwort: „Drei Dinge: Erstens die überraschenden, tief greifenden,

nachhaltigen, schmerzhaften, lustigen, aber immer Gewinn bringenden Veränderungen,

die ich in mir selbst machen konnte, zweitens die Art und Weise wie diese Ausbildung

mein Verständnis von Coaching verändert hat und drittens die wunderbaren Menschen,

die ich während meiner Ausbildung kennen lernen durfte.“.

Mit meinen eigenen Lernschritten wird sich das kommende Kapitel ausführlich

beschäftigen und auch einige von den wunderbaren Menschen kommen darin vor. Zu

meinem Verständnis von Coaching möchte ich gerne in dieser Einleitung noch einige

Worte sagen.

Leider wird der Begriff „Coaching“ heutzutage genauso inflationär wie vielseitig

verwendet, sodass er aus meiner Sicht schon fast zu einer leeren Worthülse geworden

ist. Wenn ich heute von Coaching spreche, so hat dieses Wort so unglaublich viele

Bedeutungen und Facetten, dass ich fast sicher sein kann falsch verstanden zu werden.

Es ist mir daher wichtig an dieser Stelle sowohl für mich selbst als auch für die Leser

dieser Abschlussarbeit mein heutiges Verständnis von Coaching darzustellen.

WAS IST „COACHING“?

Heute würde ich Coaching folgendermaßen definieren:

„Coaching“ ist die personenzentrierte, ziel- und ressourcenorientierte Beratung des

Klienten bei seinem Anliegen im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“. Anliegen und

Ziel werden dabei allein und ausschließlich durch den Klienten vorgegeben.

Die folgenden Regeln würde ich dabei als grundlegend erachten, um den schützenden

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Rahmen (auch genannt positiv affektive Rahmung) zu schaffen, der ein wirkungsvolles

Coaching erst möglich macht:

Verschwiegenheit: Alles, was besprochen wird, ist vertraulich und verbleibt

zwischen den Coachingpartnern, es sei denn, der Klient will es anders.

Freiwilligkeit: Sie sollte auf beiden Seiten gegeben sein, also auch beim Coach, der

sich z.B. auch nicht von einem bestimmten Coachingauftrag ökonomisch abhängig

machen sollte.

Unabhängigkeit: Der Coach sollte sich nicht von einem Dritten dazu verpflichten

lassen, den Klienten zu bewerten, Ergebnisse aus den Sitzungen weiter zu geben oder

geheime Aufträge dieses Dritten (häufig der Geldgeber) zu akzeptieren, wie z.B.

bestimmte inhaltliche Ergebnisse gegen den Willen des Klienten zu forcieren. Das

Wissen oder die Befürchtung des Klienten, dass der Coach heimliche Abhängigkeiten

vom Geldgeber akzeptiert, belastet die Coachingbeziehung – bis hin zu Totalverlust der

Arbeitsgrundlage. Da natürlich der Geldgeber in der Regel trotzdem ein berechtigtes

Interesse an den Ergebnissen des Coachings hat, ist eine eindeutige und finale Klärung

dieser Dreiecksbeziehung zwischen Coach, Klient und Geldgeber vor jedem Coaching

Prozess essenziell und die zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit.

Selbstverantwortlichkeit: Der Klient wird nicht mit Lösungen „bedient“, sondern

nutzt selbstverantwortlich den zur Verfügung stehenden Raum, die vorhandene Zeit

und die Möglichkeiten der Beziehung zum Coach.

Der Inhalt des Coachinggesprächs ist für den Klienten frei wählbar und wird nicht

vom Coach oder dritten bestimmt.

Der Coach ist nicht der „Besserwisser mit den Patentlösungen in der Tasche“,

sondern er hilft zu „sortieren“ – er ist Begleiter und eventuell auch Führer in

wichtigen geistig-emotionalen Prozessen.

Der methodische Rahmen wird bewusst offen gehalten (z.B.

Entspannungsübungen, Videotraining, NLP, Gestalttherapie, …) und ermöglicht es,

weg von vorschnellen und isolierten Sachlösungen und hin zu nachhaltigen

persönlichkeits- und systemorientierten Lösungen zu kommen.

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Der Coach regt an „vom Weg abzukommen und die Gegend kennen zu lernen“,

manchmal auch auf etwas unkonventionelle Art (z.B. kann zehn Minuten Schweigen

eine phantastische Intervention zur Erforschung der „inneren Gegend“ sein).

Coaching ist eine professionelle Beziehung, d.h. eine bezahlte Dienstleistung und

keine private Freundschaft. Während der professionellen Coachingbeziehung gehören

private Einladungen (aller Art) nicht dazu.

Coach und Klient benötigen einen geschützten, klar abgegrenzten Zeitrahmen

und eine störungsfreie Umgebung. Beides stellt sicher, dass im Coaching alle

Möglichkeiten genutzt werden können und auch unkonventionelle Vorgehensweisen

offen stehen.

Coachings am Arbeitsplatz des Klienten sollten nur bei Consulting oder

Teachingbedarf durchgeführt werden. Für „richtiges“ Coaching bedarf es einer anderen

Umgebung, die so etwas wie „Veränderungen wagen“, „Neues probieren“, „Über-den-

Tellerrand-blicken“ und „die eigene Komfortzone verlassen“ unterstützt. Coachings am

Arbeitsplatz behindern durch vielfältige Störfaktoren, d.h. Personen oder Elemente des

Arbeitskontextes, die nötige alternative, frische Sichtweise und den Mut, gewünschte

Veränderungen zu realisieren.

Last but not least sind mir seit ich mich intensiver mit Coaching befasse immer

wieder Vorbehalte gegen diese Form der Beratung begegnet, die in der Regel schlicht

auf Gerüchten beruhen und mit denen ich mich hier gerne ebenfalls noch klärend

auseinandersetzen möchte.

„Coaching ist eine andere Art von Psychotherapie.“

Richtig ist, dass viele Coaches eine psychologische Grundausbildung haben und

viele der Methoden und Modelle, die im Coaching zum Einsatz kommen aus der

Psychologie stammen. Dies ist auch leicht nachvollziehbar, da es im Coaching immer

um den Klienten, sein Denken, Fühlen und Handeln geht. Der Unterschied zu einer

Psychotherapie besteht in der Art der im Coaching bearbeiteten Fragestellungen.

Während diese in der Psychotherapie in der Regel pathologischer Natur sind, werden im

Coaching eher „alltägliche“ Problemstellungen bearbeitet. In einem Bild könnte man

sagen im Coaching geht es darum wie man den Tango elegant und mitreißend tanzt

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während es in der Psychotherapie eher darum geht überhaupt erst einmal laufen zu

lernen.

„Der Coach bringt mich vielleicht irgendwo hin, wo ich gar nicht hin möchte.“

Diese Angst rührt wahrscheinlich häufig daher, dass die Fragestellungen, an denen

im Coaching gearbeitet wird nicht aus eigener Kraft gelöst werden können weil sie die

Überwindung größerer Denkhürden oder innerer Widerstände bedeuten. Diese

Selbstüberwindung bedeutet fremdes Terrain zu betreten und davor hat jeder Mensch

mehr oder weniger Angst. Jeder professionelle Coach weiß das und wird durch den

Aufbau einer vertrauensvollen, verantwortungsbewussten und wertschätzenden

Atmosphäre mit dem Klienten versuchen, den Klienten bei der „Erforschung“ dieses

Neulands abzusichern. Diese vertrauensvolle Atmosphäre würde sofort zerstört, sobald

der Coach versuchen würde den Klienten irgendwo hin zu drängen wohin er nicht

möchte. Die Entscheidungskompetenz was im Coaching bearbeitet wird und was nicht

liegt daher einzig und allein beim Klienten.

„Coaching entlarvt meine Schwächen und Fehler.“

Dies ist natürlich in gewisser weise richtig, aber auch hier gilt wieder: Ein

professioneller Coach wird immer und ausschließlich respektvoll und wertschätzend mit

seinem Klienten umgehen, damit dieser sich konstruktiv und ohne Angst „entlarvt“ zu

werden mit seinen Schwächen und Fehlern auseinander setzen kann.

„Coaching ist so eine Laberveranstaltung für Leute, die Ausreden für ihre Probleme

suchen.“

Die Königsdisziplin des Coachings ist das Fragen stellen. Ein Klient, der nicht

ernsthaft bereit ist, an seinem Anliegen zu arbeiten und entweder eine Bestätigung

sucht, dass ihm sowieso nicht zu helfen ist oder Ratschläge und Patentrezepte erwartet

wird bei einem professionellen Coach nicht weit kommen. Entweder er wird sehr

schnell im Beratungsprozess mit dieser Haltung konfrontiert oder der Coach lehnt die

weitere Beratung sehr bald ab. Für einen Klienten, der sich auf den Coaching Prozess

einlässt ist dies immer sehr harte Arbeit.

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MEIN PERSÖNLICHER WERDEGANG AL S COACH

WOHER ICH KOMME

Wir schreiben das Jahr 2001. Ich bin ein 30 jähriger Informatiker, der aktuell – nur 4

Jahre nach Ende seines Informatik Studiums – eine Abteilung mit 5 Mitarbeitern führt.

Diese ersten Jahre nach dem Studium waren extrem turbulent mit sehr vielen

spannenden, neuen Themen – und durchschnittlich 60 Stunden Arbeit in der Woche.

Ich bin stolz auf das Erreichte und fühle mich sehr erschöpft – nur merke ich das leider

nicht. Da mein damaliger Vorgesetzter der Meinung ist, dass mir mal ein Seminar zum

Thema „Konfliktmanagement“ gut tun würde, meldet mich unsere Personalabteilung zu

meinem ersten JANUS Seminar an. Und hier nimmt meine Geschichte als Coach ihren

Anfang…

KONFLIKTMANAGEMENT, 2001, INZELL

MEINE GESCHICHTE ALS COACH

So zufällig ich zu diesem Seminar gekommen bin so unstrukturiert und vage sind

meine Erwartungen. Eine unserer ersten Aufgaben ist, das Ziel zu beschreiben, welches

wir am Ende der Woche erreicht haben möchten. Ja warum bin ich eigentlich hier?

Einerseits weil mein Chef meinte es wäre gut für mich, da ich in Konfliktsituationen zu

„nett“ wäre, andererseits weil ich selbst das Gefühl habe, mich in manchen

Konfliktsituationen zu „nett“ zu verhalten, da ich anschließend ein schlechtes Gefühl

habe.

Als Ziel definiere ich daher „Ich möchte mich in Konfliktsituationen besser

behaupten können“, was mir den Auftrag einbringt, mir doch noch mal ein etwas

konkreteres Ziel zu überlegen. Außerdem bekomme ich von Anna eine „Hausaufgabe“

für die Pausen und Abende: Ich soll mich mindestens zweimal pro Tag bei jemandem

unbeliebt machen! Wie bitte? Was zunächst sehr komisch klingt, zeigt bei näherem

Hinsehen eine geradezu geniale Tiefe. Mein Problem ist tatsächlich, dass ich mir bei

jedem Konflikt die Frage stelle „Lohnt es sich zu kämpfen?“ und in geschätzten 99%

der Fälle entscheide „Nein, es lohnt sich nicht“. Das ist ja zunächst einmal objektiv

betrachtet ein sinnvolles Programm (nur zu kämpfen, wenn es sich auch lohnt). Es zeigt

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sich jedoch bei genauerer Untersuchung, dass viel zu häufig eben nicht der objektiv

fehlende Mehrwert, sondern schlichtweg Bequemlichkeit bzw. Angst sich unbeliebt zu

machen dazu führt, dass ich einen Konflikt vermeide. Insofern ist die Hausaufgabe

perfekt geeignet, genau daran zu arbeiten. In Wirklichkeit finden sich sogar mehr als

zwei Gelegenheiten sich unbeliebt zu machen und siehe da: Es tut weder weh noch ist

anschließend jemand ernsthaft verstimmt. Ich beschließe in Zukunft nicht auf mein

Lohnt-Sich-Das-Programm zu verzichten, sondern diesem eine Sicherheitsprüfung

hinzuzufügen, die bei einem „lohnt-sich-nicht“ noch mal prüft, ob nicht Bequemlichkeit

bzw. die Angst, sich unbeliebt zu machen den Ausschlag gegeben haben. Jetzt im

Nachhinein kann ich sagen, dass sich dieses neue Programm in der Praxis sehr gut

bewährt hat.

Eine weitere Begegnung mit meinem Lohnt-Sich-Das-Programm habe ich während

unserer Lernpartnerwahl. Es geht darum, sich unter den anderen Teilnehmern einen

Lernpartner zu suchen, mit dem im weiteren Verlauf enger zusammengearbeitet werden

soll. Dabei ergeben sich natürlich Konflikte, da der eine nicht mit dem anderen will und

dafür zwei andere mit demselben. Ich gehe den Konflikten mit meinem Lohnt-Sich-

Das-Programm aus dem Weg, indem ich einfach denjenigen zum Lernpartner „wähle“,

der übrig bleibt. Und ich schaffe es doch tatsächlich anschließend auch noch, mir

einzureden, dass das schon in Ordnung ist. Tatsächlich klappt die Zusammenarbeit mit

meinem Lernpartner auch sehr gut, aber es hätte halt auch anders kommen können.

Am Abend lerne ich Peter kennen. Peter ist während des Seminars für den

körperlichen Ausgleich zu der intensiven Kopfarbeit zuständig. Die Begegnung mit ihm

gehört zu den besonderen Highlights meiner Coaching Ausbildung bei JANUS. Vom

ersten Moment an bin ich fasziniert von seiner Ausstrahlung. Er atmet Gelassenheit. Sie

strahlt bei ihm aus allen Poren und löst bei mir den tiefen Wunsch aus, ebenfalls so im

Gleichgewicht zu sein. Denn Gleichgewicht ist genau das, was mir fehlt. Ich habe

ständig das Gefühl, dass scheinbar etwas an mir zieht und ich dadurch quasi immer

schneller laufen muss, um nicht umzukippen.

Das Seminar bewegt sich nunmehr langsam dem Höhepunkt entgegen und es

finden die ersten Einzelcoachings mit Anna statt. Ich bin sehr überrascht welche

„Wendung“ diese Einzelcoachings zum großen Teil nehmen. Auch bei mir stellt sich

heraus, dass ich mich in dem Einzelcoaching nicht mit meinem ursprünglichen Thema

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auseinandersetze (da ich mich hier auch schon auf einem guten Weg sehe). Urplötzlich

ist mir klar, dass der Konflikt, der mich im Moment am meisten bewegt, ein innerer

Konflikt mit mir selbst ist: Ich leide zu der Zeit furchtbar darunter, dass meine Frau

offenbar sehr unglücklich ist und ich einfach nicht weiß, was ich dagegen tun kann. Das

sehr intensive und tränenreiche Coaching zeigt mir zum einen, dass ich bisher offenbar

der romantischen Vorstellung verfallen war, für das Glück meiner Frau verantwortlich

zu sein. Die Erkenntnis, dass dem nicht so ist trifft mich wie ein Schlag und ich fühle

mich von einem tonnenschweren Gewicht befreit. Ich erkenne, dass nicht nur hier,

sondern auch in anderen Bereichen meines Lebens dieses merkwürdige und nicht

erklärbare Gefühl für andere verantwortlich zu sein, mich mit Ketten gefesselt hat.

Plötzlich verstehe ich auch den Spruch „Du kannst nur dann etwas wirklich besitzen,

wenn Du bereit bist es aufzugeben“. Zum anderen war die Intensität des Coachings aus

heutiger Sicht ein eindeutiges Zeichen wie weit mein Burn-Out bereits fortgeschritten

war, nur leider war ich damals noch nicht in der Lage das zu erkennen. Sicherlich war

dies auch ein Grund für Anna mir am Ende des Seminars das Selbstmanagement

Seminar ans Herz zu legen.

Zu hause gelingt es mir nur bedingt in Worte zu fassen, was in dieser Woche in

Inzell passiert ist, aber ich schaffe es immerhin meiner Frau die wichtigsten

Erkenntnisse für mich so zu vermitteln, dass sie nicht gleich die Scheidung einreicht.

Erstaunlicher Weise bewirkte das scheinbare Auseinanderrücken in unserer Beziehung

eine wesentlich größere und reifere Nähe und war vielleicht sogar ausschlaggebend

dafür, dass wir heute eine glückliche Familie sind.

Das nehme ich mit:

- Ich darf mich auch mal unbeliebt machen.

- Ich muss sehr genau aufpassen, dass ich Konflikte nicht nur aus Bequemlichkeit

oder aus der Angst mich unbeliebt zu machen vermeide.

- Ich bin nicht dafür verantwortlich dass andere Menschen glücklich sind.

- Ich will innere Balance (und bin weit davon entfernt).

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SELBSTMANAGEMENT, FEBRUAR 2004, FRAUENINSEL

Die tief eingeschneite, im Winter erstarrte, zauberhafte Fraueninsel wird für mich

für immer mit den wunderbaren Dingen verbunden sein, die während dieser Woche

passiert sind. Noch heute versetzt mich der Anblick einer eingeschneiten Landschaft

sofort in Gedanken an jenen magischen Ort. Dieses Seminar war, wenn ich heute

zurück schaue, mit Sicherheit das wichtigste für mich.

Zur Vorstellung sind wir aufgefordert, unseren Energietopf zu malen. Mein

Energietopf ist vollkommen ausgetrocknet. Das vergangene Jahr war gezeichnet von

meiner Krebserkrankung. Am 3.2.2003 wird bei mir Hodenkrebs diagnostiziert und der

Tumor umgehend herausoperiert. Obwohl sich keine Metastasen finden lassen, raten die

Ärzte mir zu einer Chemotherapie, die mich völlig fertig macht. Die anschließende Kur

richtet mich dann körperlich und seelisch wieder auf und gibt mir Zeit, mich mit einigen

wesentlichen Fragen meines Lebens auseinanderzusetzen. Im Seminar erkenne ich, dass

ich zu dem Zeitpunkt die Burn-Out-Uhr einmal komplett durchlaufen hatte – und mich

nach der Kur gleich wieder hineingestürzt habe.

Doch von Anfang: Diesmal läuft die Lernpartnerwahl völlig anders. Mir ist von

Anfang an klar, dass ich einen ganz bestimmten Lernpartner haben möchte, zu dem ich

auf Anhieb eine Seelenverwandtschaft gespürt habe. Ich mache mich daher unbeliebt,

kämpfe um meinen Lernpartner und bekomme ihn auch – ein gutes Gefühl.

Die Burn-Out-Uhr ist für mich höchst aufschlussreich, da ich mich in allen Phasen

wieder finde. Am Ende ist mir klar, dass ich die Burn-Out-Uhr bereits zweimal komplett

durchlaufen habe und aktuell schon wieder auf dem besten Weg dahin bin. Das erste

Mal passierte gegen Ende meiner ersten Anstellung nach dem Studium. Ich hatte dort

als Softwareentwickler angefangen, wurde sehr schnell Projektleiter und gegen Ende

Teamleiter Entwicklung. Im Nachhinein betrachtet sind in dieser Zeit mein Streng-

Dich-An-Programm und die unglaublich vielfältigen Herausforderungen während des

.com-Booms in einer sehr ungünstigen Konstellation aufeinander getroffen. Im

Endeffekt hat es dazu geführt, dass ich zum Schluss das Gefühl hatte, mehr oder

weniger alle wichtigen Projekte der Firma seien allein von mir abhängig und ich sei der

einzige, der sozusagen die Welt noch retten kann. Zu meinem Glück kam rechtzeitig ein

Headhunter und warb mich für meinen zweiten (und immer noch aktuellen) Job ab,

sodass ich in der neuen Firma wieder von vorne anfangen konnte.

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Natürlich hat mich meine Grunddisposition auch in der neuen Firma wieder in

hohem Tempo durch die Phasen der Burn-Out-Uhr getrieben. Ich war extrem

erfolgreich aber nie zufrieden und mit meiner Energie in kürzester Zeit am Ende. Den

Abschluss dieses Burn-Out-Zykluses bildete dann meine Krebserkrankung. Nachdem

ich das einmal erkannt hatte, war auch meine Fragestellung für das Selbstmanagement

Seminar klar: Woher kommt es, dass ich objektiv betrachtet sehr erfolgreich bin und viel

Anerkennung bekomme, aber trotzdem immer unzufrieden bin bzw. mit ganzer Kraft

nach noch mehr Anerkennung strebe?

Die Frage wird mir zu einem guten Teil beantwortet, als wir uns mit dem

Bedürfniskreislauf beschäftigen. Wir lernen, dass jedes Bedürfnis einen immer

wiederkehrenden Prozess durchläuft (von der Wahrnehmung bis zur Erfüllung) und

dass es an vielen Stellen in diesem Prozess Störungen geben kann, die dazu führen, dass

das Bedürfnis nicht befriedigt wird. Ich analysiere also anhand dieses Modells mein

Bedürfnis nach Anerkennung und stelle verblüfft fest, dass eigentlich alles normal

verläuft, ich mir aber zum Ende des Prozesses nicht erlaube, die Erfüllung des

Bedürfnisses (d.h. das Gefühl anerkannt und wertgeschätzt zu werden) auch

auszukosten bzw. überhaupt wahrzunehmen. Stattdessen denke ich automatisch „Ja –

ganz nett, aber das geht noch besser / da geht noch mehr / ich bin noch nicht gut

genug“. Offenbar eine weitere Stelle, an der mein Streng-Dich-An-Programm zuschlägt.

Den zweiten Teil der Antwort auf meine Frage liefert mir dann erstaunlicher Weise

ein Einzelcoaching von Anna mit meinem Lernpartner. Er führt unter ihrer Anleitung

einen imaginären Dialog mit seinem verstorbenen Vater, der mich sehr berührt. Die

Form dieses imaginären Dialogs entwickelt bei mir eine ungeheure Kraft – obwohl mein

Vater ja noch lebt. Anscheinend gibt es da trotzdem einige Dinge, die ich mich nicht

getraut habe mit ihm zu besprechen. Allerdings war ich mir dieser Dinge auch nie

bewusst! Als Anna mich dann fragt, was ich denn meinem Vater gerne sagen möchte, ist

es mir plötzlich glasklar:

ES REICHT!!!

Auf die Frage, was denn „reicht“ habe ich auch sofort die Antwort: Der Druck!

Plötzlich ist mir klar, woher dieses Gefühl kommt, ständig nach vorne gezogen zu

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werden, woher mein Streng-Dich-An-Programm stammt, warum ich meine

Anerkennung nicht genießen kann, wieso ich ständig in diesen Burn-Out-Kreislauf

getrieben werde, weshalb es mir nicht gelingt, meine innere Balance zu finden. All das

hängt mit meinem Vater zusammen. Noch wenige Minuten vorher hätte ich diese Idee

vehement abgestritten und jetzt ist es mir vollkommen klar – erstaunlich wie erfolgreich

man sich doch selbst täuschen kann.

Einmal erkannt lässt sich nun auch das Problem mit dem Verstand bearbeiten und

ich glaube es nun zu begreifen. Eine Szene von früher kommt mir dabei komischer

Weise immer wieder sehr plastisch in den Sinn, obwohl ich ansonsten nur sehr

verschwommene Erinnerungen an meine Kindheit habe: Mein Vater und ich tapezieren

das elterliche Schlafzimmer. Es ist Frühling, ich bin 18 und frisch verliebt. Natürlich

versäume ich es mehrfach, meinem Vater rechtzeitig (und das heißt bei ihm noch bevor

er selbst weiß, dass er es braucht) das richtige Werkzeug anzureichen. Ich weiß nicht

mehr was er genau getan oder gesagt hat, aber ich erinnere mich noch genau an mein

Gefühl, das ich sehr gut kannte (wahrscheinlich hatte er wieder von seinem beißenden

Zynismus Gebrauch gemacht). Ich fühlte mich verletzt, abgelehnt, völlig alleine auf der

Welt, war traurig, ängstlich und wütend zur gleichen Zeit.

Als Anna am Ende des Tages die Gruppe fragt, ob jemand noch etwas braucht oder

sagen möchte, riskiere ich schon wieder, mich unbeliebt zu machen und sage, dass ich es

schade finde, dass ich nicht dazu gekommen bin meine Geschichte vorzulesen. Eine der

Übungen war nämlich, einen zufällig ausgewählten Geschichtsanfang weiter zu

schreiben. Ich war die Sache zunächst sehr strukturiert angegangen, indem ich Themen

gesammelt habe, die ich gerne in meiner Geschichte unterbringen wollte, diese dann

versuchte in eine Reihenfolge zu bringen und schließlich in eine Geschichte zu gießen.

Nach ungefähr 30 Minuten habe ich diese Versuche dann frustriert aufgegeben, meine

Notizen alle weggeschmissen und mich einfach hingesetzt und drauf los geschrieben.

Siehe da – kaum stehen die ersten Worte da, beginnt die Geschichte wie von Selbst zu

fließen und ich kann kaum noch so schnell schreiben wie die Gedanken kommen. In

meiner Geschichte geht es um ein unentdecktes Land und einen Entdecker, der davon

berichtet. Schon nach den ersten vorgelesenen Worten beginnen bei mir schon wieder

die Tränen zu fließen. Die Geschichte ist eigentlich gar nicht so traurig. Im Nachhinein

betrachtet ist mir dann klar warum sie mich so berührt hat: Ich konnte jedes einzelne

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Detail dieser Geschichte auf mich beziehen. Sie hält mir einen Spiegel vor, der

schonungslos die ganze Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit meiner eigenen

Geschichte darstellt. Als ich an die Stelle komme, wo die Hauptfigur darüber berichtet,

wie sie nur mit knapper Not noch das rettende Ufer erreicht hatte bevor ihre Vorräte

gänzlich aufgebraucht waren, kann ich kaum noch weiter lesen. Das bin ich! Ich sehe

mich als wäre ich da gewesen. Ich liege halb verhungert und fast verdurstet in einem

offenen Ruderboot und treibe auf den Wellen. Ich spüre ganz real die Verzweiflung und

Hoffnungslosigkeit angesichts des sicheren Todes. Es ist eine dermaßen erschütternde

Erfahrung, dass ich sie mit Sicherheit mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde.

Ich habe dieses Bild seitdem ständig als Mahnmal vor Augen, damit ich nie mehr

vergesse was passiert, wenn ich meine Energiereserven verschwende. Jetzt setze ich

meine Reserven sehr bewusst und dosiert nur für die Dinge ein, die mir wirklich wichtig

sind und sorge anschließend sofort für einen angemessenen Ausgleich, um sie wieder

aufzufüllen.

Zu guter letzt gibt es dann noch eine sehr hilfreiche Übung zur eigenen

Wertehierarchie. Wir sind aufgefordert uns eine Liste der 10 wichtigsten Dinge in

unserem Leben zu machen und diese dann nach Gefühl in eine Reihenfolge zu bringen.

Anschließend wird diese Wertehierarchie durch einen Paarweisen Vergleich in die

richtige Reihenfolge gebracht. Für mich überraschend: Der Wert Gesundheit war

gefühlt auf einem der letzten Ränge, landet aber nach der Überprüfung auf Rang drei.

Das führt mir wieder sehr deutlich vor Augen wie wichtig meine Gesundheit tatsächlich

für mich ist und wie wenig wichtig ich sie nehme.

Das nehme ich mit:

- Ich werde in Zukunft sehr genau darauf achten, wofür ich meine Energiereserven

einsetze.

- Ich werde in Zukunft jeden noch so kleinen Erfolg ausgiebig genießen.

- Ich kenne jetzt mein Streng-Dich-An-Programm und kann mir erlauben mein

eigenes Tempo zu finden – und das ist deutlich langsamer als bisher.

- Ich weiß jetzt wie wichtig mir Gesundheit ist und werde ab sofort besser darauf

achten.

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- Ich werde sehr kritisch überprüfen, ob ich da wo ich im Moment bin überhaupt

sein möchte oder ob es nicht richtiger wäre, in einer anderen Richtung weiter zu

gehen.

METHODIK DES EINZELCOACHINGS, SEPTEMBER 2005, HÖHENRIED

Das Seminar beginnt sehr schön, da ich einige „alte Bekannte“ aus früheren JANUS

Seminaren wieder treffe, mit denen ich einige schöne Erinnerungen teile. Die

Vorstellungsrunde ist dieses Mal allerdings für mich alles andere als angenehm. Dieses

Mal wählt Anna die Variante, dass jeder Teilnehmer einmal kurz auf dem „heißen Stuhl“

sitzt und die anderen sie oder ihn mit Fragen „löchern“ dürfen, da es beim Coaching ja

vor allem auch darauf ankommt gute Fragen zu stellen. Mir wird nach „Woher kommst

du?“ und „Was machst Du so?“ die Frage gestellt „Was ist Dein größter Wunsch?“. Ich

überrasche mich selbst mit der sehr offenen Antwort „Dass meine Frau Ihr Leben

wieder in den Griff bekommt.“. Dabei gelingt es mir trotz der Tragik der Tatsache

nicht, mein so oft vorhandenes Lächeln aus meinem Gesicht zu verbannen, was sehr

seltsam ausgesehen haben muss, da mir natürlich eigentlich überhaupt nicht nach

Lächeln zu Mute war.

Ich weiß nicht wie oft Anna mich schon mit meinem Lächeln konfrontiert hat, aber

ich komme einfach nicht dahinter. „Du lächelst immer so schön“, „Ich mag Dein

Lächeln“ das sind Sätze, die ich sehr oft höre. Ja! Stimmt! Ich lächele sehr oft. Eigentlich

immer wenn ich einem anderen Menschen begegne und manchmal auch einfach nur so

für mich. Dabei kommt das Lächeln fast immer auch wirklich von Herzen, weil ich

überzeugt bin, dass einzig und allein die Tatsache, dass ich mein Leben mit anderen

Menschen teile, diesem einen Sinn verleiht. Hinzu kommt, dass ich grundsätzlich in den

Menschen erst einmal das Gute sehe und damit auch in den meisten Fällen Recht habe.

Deshalb beginnt für mich eigentlich jede Kommunikation immer erst einmal mit

meinem Lächeln. Dummerweise passt aber leider das Lächeln nicht immer auch zum

Inhalt der Kommunikation und in solchen Fällen wird es dann zu einem Problem –

denn irgendwie fällt es mir unheimlich schwer, damit aufzuhören. So als ob ich einfach

nicht weiß, wie man eine andere Mine aufsetzt.

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Der Rest des Seminars ist voll gepackt mit Methoden zum Thema Coaching.

Besonders interessant ist dabei das Riemann-Thomann-Modell. Als Anna zum ersten

Mal die beiden Dimensionen (Nähe/Distanz und Dauer/Wechsel) vorstellt und

charakterisiert ordne ich mich spontan als extremer Distanz-Typ ein. Schließlich bin ich

Naturwissenschaftler und sehr durch die Ratio bestimmt – dachte ich jedenfalls immer.

Je mehr ich dann jedoch darüber nachdenke und mir die Charakterisierungen noch mal

durch den Kopf gehen lasse, finde ich immer mehr Nähe-Eigenschaften bei mir. Am

Ende habe ich mich dann auf der Nähe/Distanz Achse in der Mitte angeordnet, da ich

nicht entscheiden mag, welche Eigenschaften bei mir stärker ausgeprägt sind.

Wahrscheinlich bin ich aber eher ein Nähe-Typ mit Distanzeigenschaften, der nur seine

emotionale Seite und seine Intuition bisher immer ignoriert hat. In der anderen

Dimension bin ich allerdings eindeutig ein ausgeprägter Wechsel-Typ und das ist auch

gut so. Zum Glück habe ich ja meine Frau, die als extremer Dauer-Typ dafür sorgt, dass

ich keinen ernsthaften Schaden anrichte. ☺

Eine weitere für mich sehr wichtige Erkenntnis erhielt ich dann, als es darum ging

Sinnierkarten zu ziehen, um zu erfahren, welcher Genius uns bei den anstehenden

Coaching Sitzungen unterstützen wird. Ich ziehe die Karte „Atmosphäre schaffen“.

Zunächst bin ich überrascht und dann bekomme ich eine Gänsehaut. Genau! Das ist es!

Das ist mein Genius. Das ist das, was ich besser kann als alle anderen Menschen auf

dieser Welt. Was für ein Geschenk!

Als es um das Thema „Stühle“ ging, stelle ich fest, dass der Stuhl, der mir am

wenigsten liegt derjenige des Beobachters ist. Als am Ende der Coaching Sitzungen

noch 3 Personen übrig bleiben schlägt Anna vor, dass wir eine Kaskade versuchen. Das

heißt, dass ein Coach und ein Coachee eine Sitzung durchführen, ich das Coaching

beobachte, anschließend den Coach supervidiere und danach von Anna eine

Supervision für meine Supervision erhalte. Das heißt ich darf auf meinem

unbequemsten Stuhl platz nehmen. Während meiner Supervision konfrontiert mich

Anna mit meinen Schwierigkeiten negatives Feedback zu geben. Ich habe sehr gut

beobachtet, aber es ist mir nicht gelungen, die negativen Dinge auch als solche

anzusprechen. Andererseits habe ich das positive Feedback sehr begeisternd

weitergegeben. Anna wünscht sich von mir, dass es mir besser gelingt, auch negativem

Feedback Gewicht zu verleihen.

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Das nehme ich mit:

ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

- Ich werde bewusst darauf achten, dass meine Mine zu meiner Stimmung passt.

- Einen vollen Methodenkoffer.

- Meinen Platz im Riemann-Thomann-Modell.

- Den Vorsatz künftig auch meinem negativem Feedback Gewicht zu verleihen.

- Die Erkenntnis, dass ich viel Intuition besitze und viel öfter darauf hören sollte.

- Das Wissen, dass die Übungen, die ich angeleitet habe (Qi Gong und Jonglieren)

allen viel Spaß gemacht haben und ich dazu offenbar Talent habe.

- Den Hunger nach „Mehr“.

SUPERVISION, MÄRZ 2006, HÖHENRIED

Meine erste Supervision. Ich bin extrem aufgeregt, weil ich nicht genau weiß, was

mich erwartet und das Einzelcoaching Seminar erst so kurze Zeit zurück liegt. Ich hatte

noch gar keine Gelegenheit, das dort gelernte wirklich zu verinnerlichen. Allerdings

lenkt mich der Seminarort ab, da das Schloss in Höhenried sensationell schön ist und

der Park am See unglaubliche Ruhe ausstrahlt.

Die Gruppe in dieser Supervision ist auf einem sehr hohen Niveau und ich habe das

Gefühl hier überhaupt nicht hinzugehören. Mein Klient kommt mit der Frage in mein

Coaching, was denn die beste Coaching Ausbildung für ihn sei. Es gelingt mir

erfolgreich diese Einladung, die Arbeit für ihn zu übernehmen, auszuschlagen und

versuche ihm klar zu machen, dass er sich da von seiner Intuition leiten lassen muss, da

ihn nicht irgendein Zertifikat zu einem Coach macht, sondern er dann ein Coach ist,

wenn er sich selbst erlaubt einer zu sein. Die Ausbildung an sich ist letztendlich nie

wirklich beendet. Allerdings habe ich dazu keinen Auftrag von meinem Klienten und so

kommen wir leider in dem 20-minütigen Coaching zu keinem wirklichen Ergebnis, was

mich etwas enttäuscht. Umso überraschter bin ich über das viele positive Feedback zu

meinem Coaching, das mich sehr darin bestärkt auf dem richtigen Weg zu sein.

Das nehme ich mit:

- Der Klient muss mindestens 80% der Arbeit selbst leisten.

- Ich muss noch stärker auf meine Intuition hören.

- Ich muss noch konsequenter am Vertrag arbeiten.

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

- Ich bin auf dem richtigen Weg, auf dem ich aber noch ein Stück zu gehen habe.

- Eine neue Meditationsform (Sahaja Joga), die mir sehr liegt und viel gibt.

METHODIK DES TEAMCOACHINGS, NOVEMBER 2006, INZELL

Wieder in Inzell wo alles begonnen hat – gleichzeitig ein schönes und doch auch

verwirrendes Gefühl. Schließlich war hier so viel passiert. Ich freue mich allerdings sehr

auf das Seminar, da ich sehr viel Lust verspüre Neues zu entdecken und ich mich

gleichzeitig schon viel sicherer fühle als während der ersten Supervision, da ich keine

Gelegenheit ausgelassen habe meinen Methodenkoffer auch anzuwenden und ich ihn

außerdem noch durch etliche Bücher erweitert habe.

Die Vorstellungsrunde liegt mir diesmal besonders gut, da ich meine Kreativität voll

ausleben kann. Wir sind aufgefordert ein Tier zu malen, welches uns in Teamsituationen

am besten charakterisiert. Meine Intuition sagt mir: Du bist ein Affe. Ich denke spontan,

dass das ganz gut zu meinem Genius passt (Atmosphäre schaffen), da ich Atmosphäre

häufig durch humorvolle Beiträge schaffe. So stelle ich mich dann auch mit den Worten

vor: „Ich bin ein Affe, weil ich mich gerne mal zu demselben mache.“. Natürlich war

mir schon vorher klar, dass dies eine sehr ungünstige Art der Vorstellung in dieser

Situation war, in der es ja darum ging, einen ersten Eindruck zu hinterlassen und eine

Basis für eine gute Zusammenarbeit im Seminar zu legen. Im Nachhinein wird mir klar,

dass ich diese Art der Vorstellung nicht trotz sondern wegen ihres schädlichen Effekts für

meinen Start im Seminar gewählt hatte.

Ich erkenne, dass dies nicht das erste Mal war, dass ich mir das Leben mit Absicht

schwerer mache als eigentlich notwendig. Warum sollte man so etwas tun? Ganz

einfach: Dann ist hinterher die Anerkennung größer (nur leider muss man sich dafür

vorher umso mehr anstrengen). Ich beschließe, dass ich solche falschen Eitelkeiten nicht

nötig habe und es in Zukunft unterlassen werde, mir selbst Steine in den Weg zu legen

nur damit ich sie danach wegräumen kann.

Unsere erste Aufgabe im Seminar ist, uns in kleinen Teams eine Methode zu

überlegen, wie die anderen Seminarteilnehmer in möglichst kurzer Zeit möglichst viel

über uns erfahren können, damit wir als Team möglichst schnell arbeitsfähig werden

und unserer eigentlichen Aufgabe als Coaches der anderen Seminargruppe (die eine live

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

Simulation zum Thema Gruppendynamik „durchlebt“) nachkommen können. Ein

Mitglied unseres kleinen Teams fällt dabei besonders auf, weil er sich extrem dominant

verhält und so ein vernünftiges Arbeiten total verhindert. Der Rest des Miniteams

reagiert mit Boykott („Wenn Du sowieso alles besser weißt mach es doch allein.“). Ich

bin verärgert und irgendwie steht dieser „Zwischenfall“ während des ganzen Seminars

zwischen uns und ich bleibe die ganze Zeit auf Distanz. In einem späteren Seminar

treffe ich die betreffende Person wieder und erfahre, dass ihm diese Situation hinterher

furchtbar peinlich war. Wir lernen uns besser kennen und ich stelle fest, dass er ein sehr

sympathischer und interessanter Mensch ist. Ein weiterer Beweis dafür, dass man

Verhalten und Person immer trennen muss und ein Beispiel wie leicht man sich in

anderen Menschen täuschen kann.

Zum ersten Mal wird es ernst, als die andere Gruppe uns herüberbittet, da sie

Unterstützung von uns haben möchten. Ich gehe zusammen mit zwei anderen Coaches

zu ihnen, um unseren Auftrag abzuholen. Einer von uns soll den Auftrag in Empfang

nehmen und die anderen beiden (dazu gehöre ich) sollen lediglich beobachten. Als wir

den Raum betreten schlägt uns eisige Luft entgegen. Die Atmosphäre in dem Raum ist

mit 10.000 Volt geladen und kurz davor zu explodieren. Leider scheint unser

Botschafter davon nichts mitzubekommen, da er freudestrahlend vor die Gruppe tritt

und sich erst einmal ausschweifend dafür bedankt, dass wir kommen durften und dann

auch noch versucht mit einem kleinen Witz für Stimmung zu sorgen. Als wir dann den

Auftrag präsentiert bekommen und er beginnt diesen in Frage zu stellen, spüre ich, dass

die Situation wirklich außer Kontrolle zu geraten droht. Ich ergreife daher die Initiative,

unterbreche unseren Sprecher, sage dass wir uns für den Auftrag bedanken und in 20

Minuten mit einem Vorschlag zurückkommen werden und manövriere meine beiden

Kollegen aus dem Raum. Später erfahre ich von Anna, dass ich die Situation tatsächlich

gerettet und richtig gehandelt habe, was mich sehr freut und mir wieder zeigt, dass ich

mich auf meine Intuition verlassen kann.

Der Auftrag war sinngemäß „Helft uns als Team arbeitsfähig zu werden“. Wir

diskutieren verschiedene Alternativen, wie wir auf den Auftrag reagieren sollen. Da die

Zeit aber sehr knapp ist, übernimmt Gernot das Ruder und erklärt uns, dass seiner

Meinung nach die richtige Antwort wäre, die andere Gruppe mit der Frage zu

konfrontieren „Was vermeidet ihr, indem ihr uns an dieser Stelle um Hilfe bittet?“. Sein

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

Kommentar: „Man muss als Coach auch mal nicht funktionieren.“. Ich versuche mir

vorzustellen wie dieser Hexenkessel auf so eine Intervention wohl reagieren wird und

mir ist natürlich nicht wohl bei der Sache. Ich erinnere mich aber an eine Lektion aus

dem Konfliktmanagement, in der es darum ging, dass Konflikte nur bei einer mittleren

Temperatur zu lösen sind. Ich denke, dass es hier darum geht, etwas Öl ins Feuer zu

gießen, um die Temperatur der Konflikte in der anderen Gruppe so anzuheben, dass

diese sichtbar und lösbar werden. Auf Teamprozesse bezogen anders ausgedrückt geht

es darum, die andere Gruppe in die Storming Phase zu bringen. Eine Vorstellung, die

mir als harmoniesüchtigen Menschen natürlich nicht behagt. Ich beginne aber zu

begreifen, dass solche Sturmphasen zum einen manchmal einfach unumgänglich und

notwendig sind und dass nach solch einem Sturm nicht notwendiger Weise alles in

Trümmern liegt sondern man sich trotzdem noch akzeptieren und auch mögen kann.

Nach vielen weiteren interessanten Eindrücken in diesem Seminar bekommen wir

zum Schluss die Aufgabe, innerhalb von 90 Minuten eine Präsentation des Seminars aus

unserer Sicht für die andere Gruppe zu erstellen. Weiter gibt es keine Vorgaben und

Gernot verabschiedet sich. Mit so einer ungenauen Aufgabenstellung und ohne Führung

gestalten sich die nächsten 45 Minuten extrem zäh. Ideen werden gesammelt, diskutiert,

bewertet, priorisiert, wieder verworfen, erneut diskutiert und so weiter. Schließlich

schaffen wir es, uns darauf zu verständigen kleine Teams zu bilden, wobei jedes Team

die Präsentation eines Teils des Seminars übernimmt. Insgesamt soll es nachher eine Art

Theaterstück werden. Danach läuft es wie am Schnürchen. Ich habe einen nicht

unwesentlichen Teil zu dieser positiven Entwicklung beigetragen, da ich diesmal

bewusst darauf geachtet habe, mich nicht beleidigt zurückzuziehen wenn ich mit einem

Argument kein Gehör gefunden habe, sondern versucht habe, es eben auf andere Weise

besser zu verkaufen. Das Endergebnis unserer Teamarbeit ist sensationell. Wir haben es

in den verbleibenden 45 Minuten geschafft, ein Theaterstück in 4 Akten inklusive

Requisite und einer gedichteten Erzählung mit unglaublich vielen kreativen Details auf

die Beine zu stellen. Mein Beitrag ist die Szene, in der wir die andere Gruppe mit der

Frage „Was vermeidet ihr…“ konfrontieren. Wir zeigen wie das Flipchart mit der Frage

in die andere Gruppe gebracht wird. Als unser Botschafter nach getaner Arbeit

wiederkommt und der Rest unserer Gruppe ihn gespannt anschaut kommt nach einer

dramatischen Pause mein Satz: „Die hassen uns!“ – In einer explosionsartigen Lachorgie

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

der gesamten Mannschaft entlädt sich die ganze Anspannung der letzten 4 Tage in

Freudentränen und ich fühle mich großartig.

Das nehme ich mit:

- Ich muss mir das Leben nicht schwerer machen als nötig.

- Ich will anderen Menschen auch dann mit Wertschätzung begegnen, wenn sie sich

ungünstig verhalten.

- Man muss als Coach auch mal nicht funktionieren.

- Ich achte darauf nicht Teil des Systems zu sein.

- Wenn ich mit meinen Argumenten nicht überzeugen kann, ist das kein Grund

beleidigt zu sein – ich habe sie halt nicht gut genug verkauft.

- Feedback – gerade negatives – ist ein Geschenk.

- Es ist wichtig sein Auftreten bewusst der Situation anzupassen (Gernot’s

Egometer).

- Ohne Storming kein Performing.

SUPERVISION, NOVEMBER 2007, BEILNGRIES

Mein Energietopf fühlt sich an als müsse er bald überlaufen. Mir geht es super, ich

bin zufrieden und entspannt. Als ich dies in der Vorstellungsrunde allen mitteile und

gleichzeitig von der Zeit seit meinem letzten JANUS Seminar berichte (Haus gebaut,

„wirksam führen“ wegen Problemen in einem Projekt nicht besuchen können, Job von

meiner Chefin übernommen) ist Annas erste Intervention „Das klingt aber ganz schön

anstrengend! Na ja Du merkst das halt immer erst später als andere.“. Recht hat sie,

mich an meinen Energiehaushalt zu erinnern, aber das muss sie nicht mehr, da ich seit

meinem Selbstmanagement Seminar ständig selbst darauf achte und mein Energiepegel

seitdem konstant auf einem hohen Niveau ist. Die Lektion habe ich gelernt.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, kann ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen,

dass es jemals anders war. Heute spüre ich den Ladezustand meines Akkus ständig und

achte peinlich genau darauf, wofür ich meine Reserven einsetze und sorge sofort für

einen Ausgleich. Ich bin richtig wütend auf mich, wenn ich daran denke wie unglaublich

schlecht ich früher mit mir umgegangen bin! Aber das ist ja jetzt glücklicher Weise

Geschichte und ich kann das gut begraben.

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

Ich entscheide mich in dieser Supervision dafür lediglich Beratung zu geben und

keine in Anspruch zu nehmen. Natürlich meldet sich gleich wieder mein schlechtes

Gewissen weil ich mich offenbar nicht genug anstrenge, aber da ich dieses Programm

inzwischen gut kenne und erkenne, kann ich entspannt sagen „Grüß Dich, Streng-Dich-

An-Programm – heute nicht.“. Innerlich beglückwünsche ich mich zu einem weiteren

gewonnenen Kampf.

Ich habe natürlich vorher lange darüber nachgedacht, warum meine Intuition mir

von Anfang an gesagt hat, dass ich keine Beratung nehmen möchte. Natürlich begegnen

mir aktuell auch Herausforderungen, denen ich mich stelle. Der Punkt ist der, dass ich

auch nach gründlicher Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen, keinen

Punkt finden kann, an dem ich nicht alleine weiter komme und wo ich auf die

Unterstützung eines Beraters angewiesen wäre. Es wäre nach meinem Empfinden

falsch, sich mit einem Fall an einen Berater zu wenden, den man auch alleine lösen kann

– eine Tatsache, die Anna unmittelbar danach auch im Seminar bestätigt. Ich registriere

mit viel Freude, dass ich mich immer noch auf meine Intuition verlassen kann.

Während des Mittagessens fragt mich ein anderer Teilnehmer nach der kleinen

Steinschildkröte, die ich immer an einem Lederband um den Hals trage, um mich daran

zu erinnern die Dinge langsam anzugehen. Spontan fällt mir eine Metapher ein, die das

schön beschreibt: Ich bin eigentlich eine Schildkröte, die sich dummerweise gelegentlich

für einen Geparden hält. Die Steinschildkröte soll mich daran erinnern, dass ich nicht

einfach der nächsten Antilope hinterher stürze, sondern daran denke, dass ich eigentlich

viel lieber Salat esse. Dieses Bild beschreibt wunderbar, wie ich früher immer von

meinem Streng-Dich-An- und Sei-Schnell-Programm in Situationen getrieben wurde,

die eigentlich gar nichts für mich waren. Später im Seminar bringt Anna noch in einem

anderen Coaching Fall eine sehr schöne Metapher, die etwas Ähnliches beschreibt: Du

bist in viel zu großen Schuhen unterwegs! Zuerst musst Du Dir klar werden welche

Schuhe zu Dir passen [=was für ein Tier Du bist] und dann musst Du gut darauf

aufpassen, dass Dir niemand irgendwann wieder falsche Schuhe unterjubelt [=Antilope].

Dann kommt mein coaching an die Reihe. Meine Klientin möchte von mir einen

Rat, wie sie ihren Mitarbeitern am kommenden Montag am besten mitteilt, dass sie in

diesem Jahr kein Weihnachtsgeld erhalten werden, da die Geschäfte schlecht gelaufen

sind. Während der Befragung stellt sich heraus, dass die Klientin gar nicht so sicher ist,

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

dass die Geschäfte so schlecht waren, dass sie gemäß Tarifvertrag dazu berechtigt wäre,

das Weihnachtsgeld einzubehalten. Es ist einfach aktuell nicht genug Geld in der Kasse,

wofür die Klientin sich die Schuld gibt, da sie größere Privatentnahmen getätigt hatte.

Auf mein Vertragsangebot, das es meiner Ansicht nach wichtig wäre, sich zunächst mit

diesen Schuldgefühlen zu beschäftigen anstatt mit der Art und Weise der

Kommunikation reagiert Sie so, dass ihr schon klar sei, dass das auch ein Thema sei,

dass sie dies aber hier nicht besprechen möchte und bittet mich darum, dass ich mich

darauf konzentriere ihr zu helfen, wie sie das Ausbleiben des Weihnachtsgeldes ihren

Mitarbeitern am besten verkaufen kann. Einerseits möchte ich natürlich nur zu gern

darauf eingehen, da sie mich ziemlich unter Druck setzt, andererseits sagt mir meine

Intuition, dass es erstens unmoralisch wäre, den Mitarbeitern in diesem Fall etwas

vorzumachen und ihr dieses zweitens gar nicht gelingen wird, da sie ihr innerer Konflikt

daran hindern wird, authentisch zu sein. Ich erkläre ihr meine Gedanken, die sie auch

versteht, sie kann sich aber trotzdem nicht dazu durchringen, ihren inneren Konflikt

zum Thema zu machen, sodass mein coaching, ohne dass überhaupt ein Vertrag zu

Stande gekommen ist, endet.

Nach der coaching Sitzung fühle ich mich seltsamer weise nicht nur sehr erleichtert,

sondern freue mich überschäumend darüber, dass es mir gelungen ist, einerseits den

Druck meiner Klientin auszuhalten (d.h. zu riskieren, dass sie mich vielleicht

anschließend nicht mehr mag) und andererseits den inneren Druck auszuhalten, dass ich

doch in den 20 Minuten meiner coaching Sitzung mal wenigstens einen Vertrag

zustande bekommen sollte (mein Streng-Dich-An-Programm). Was für ein Triumph!

Ich fühle mich als hätte ich gerade einen Berg versetzt und kann es rückblickend immer

noch nicht glauben, dass ich tatsächlich diesen Mut aufgebracht habe. Irgendwie

erinnere ich mich an diese 20 Minuten wie an einen Traum – ich habe mich ganz von

meiner Intuition leiten lassen und es hat funktioniert. Am Ende stelle ich überrascht

fest, dass ich unbewusst genau eine der Erkenntnisse aus dem Teamcoaching Seminar

umgesetzt habe: Ein coach muss auch mal nicht funktionieren.

In der Supervision erklärt Anna mir, dass ich genau richtig gehandelt habe, indem

ich den von der Klientin angebotenen Vertrag aus moralischen Gründen abgelehnt

habe, was mich sehr erleichtert, da ich natürlich schon ein wenig ein schlechtes

Gewissen hatte. Außerdem stellt sie noch meine Intervention „vor diesen Karren

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

möchte ich mich von Dir nicht spannen lassen“ auf das nachdrückliche Vertragsangebot

meiner Klientin als „mega super genial“ heraus, was mich natürlich sehr stolz macht.

Last but not least macht mich Anna – wie in jedem Seminar, das ich bei ihr besucht

habe – mal wieder auf mein Lächeln aufmerksam und schlägt mir vor, mich genau zu

beobachten wann ich einen Impuls spüre zu lächeln und wann nicht. Leider habe ich

immer noch nicht herausgefunden, warum ich manchmal an unpassenden Stellen den

Impuls verspüre zu lächeln (und das dann natürlich auch tue), spüre aber, dass das ein

wichtiges Thema ist und nehme mir daher vor, in nächster Zeit meine Aufmerksamkeit

darauf zu richten.

Das nehme ich mit:

- Eine tolle Metapher für meine Steinschildkröte.

- Etliche Siege über meine Streng-Dich-An- und Sei-Schnell-Programme.

- Ich muss nicht unbedingt mit Ablehnung rechnen, wenn ich mal nicht

funktioniere.

- Es kann richtig und wichtig sein, einen Vertrag auch mal abzulehnen.

- Es ist nicht mein Fehler, wenn ein Klient ein Vertragsangebot nicht annimmt.

- Häufig verrät die Wortwahl des Klienten sehr viel über das eigentliche Problem.

- Mein Lächeln erscheint immer noch in unpassenden Situationen.

- Gleichzeitig ist meine freundliche und zugewandte Art eine meiner großen

Stärken.

- Häufig liegt das eigentliche Problem auf einer anderen Ebene im

Kommunikationsmodell, als der vom Klienten angebotene Vertrag.

- Ich kann mich auf meine Intuition verlassen.

MEINE STANDORTBESTIMMUNG ALS COACH

„Die Führungskraft als Coach“ – das war der Ausgangspunkt meiner Ausbildung bei

JANUS. Angekommen bin ich ganz woanders. Das Leben ist komisch. Aber fangen wir

vorne an:

Wenn ich mich frage, in welchen Situationen ich aktuell (als Führungskraft) als

Coach aktiv sein kann, dann lautet die Antwort: Nirgends. Ist das schlimm? Nein! Der

Punkt ist, dass ich heute etwas ganz anderes unter dem Begriff „Coach“ verstehe, als

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

damals und als in dem Satz „Die Führungskraft als Coach“. Ich bin heute überzeugt,

dass ein echtes „Coaching“ im engeren Sinne bei einer Führungskraft und ihren

Mitarbeitern überhaupt nicht möglich ist.

Natürlich kann ich in meiner Funktion als Führungskraft alle Methoden, die ich bei

JANUS gelernt habe mehr als gut gebrauchen und täglich anwenden. Aber ein

Coaching-Gespräch nach den Regeln des Einzelcoachings ist nicht durchführbar. Nach

meiner Überzeugung liegt das darin begründet, dass ein Mitarbeiter nie den „ganzen

Weg“ gehen wird und sich niemals in Gegenwart seines Vorgesetzten vollkommen

offen mit seinen Problemen auseinandersetzen wird. Das sind zumindest meine

Erfahrungen mit meinen Mitarbeitern (und das obwohl wir ein sehr offenes und

vertrauensvolles Verhältnis haben) und der Grund dafür, dass ich die Versuche in dieser

Richtung eingestellt habe. Meine Lösung ist daher, die Methoden und Erfahrungen aus

meiner JANUS Ausbildung zu nutzen, um den täglichen Herausforderungen und

Beratungssituationen in meiner Führungsarbeit zu begegnen und die Methodik des

Einzelcoachings – zumindest für meine Mitarbeiter – externen Coaches zu überlassen.

WIE ES WEITER GEHT

Wie geht es weiter? Auf jeden Fall mit weiteren Supervisionen, da ich diese für

meine Weiterentwicklung als coach für wesentlich erachte und ich coaching als meine

Leidenschaft entdeckt habe. Da ich – wie eben erläutert – in meiner Führungsarbeit

keine Gelegenheit habe, „echte“ coachings durchzuführen, werde ich mich in meinem

beruflichen und privaten Umfeld verstärkt um Gelegenheiten dazu bemühen. In der

Firma habe ich der Personalabteilung angeboten auf mich als Coach bei Bedarf

zurückzugreifen, um Kollegen oder Mitarbeiter aus anderen Bereichen – mit denen ich

nicht direkt zu tun habe – zu coachen.

Außerhalb der Firma werde ich versuchen, durch das Anmelden eines Gewerbes als

Coach, dem Ganzen eine professionellere und offiziellere Basis zu geben. Ich bin

überzeugt, dass es möglich sein sollte Coaching in einem gewissen Umfang auch

nebenberuflich, professionell anbieten zu können.

Darüber hinaus hat das Schreiben dieser Abschlussarbeit mir dermaßen viel Freude

gemacht und ich finde das Ergebnis recht gelungen, sodass ich mich mit dem Gedanken

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

trage vielleicht einmal einen Artikel oder vielleicht sogar ein Buch zu veröffentlichen.

Dieser Gedanke muss allerdings noch einiges reifen.

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

THEORIET EIL

In diesem Kapitel möchte ich ein Modell der Transaktionsanalyse vorstellen, das

sehr gut dazu geeignet ist, unangemessene Verhaltensweisen zu erklären und dem

Klienten Möglichkeiten bietet, die Ursache dieser unangemessenen Verhaltensweisen zu

erkennen und so Handlungsalternativen zu entwickeln: Das Konzept der Antreiber. Das

Konzept wurde von Eric Berne in den 60er Jahren im Rahmen seiner

Transaktionsanalyse entwickelt.

GRUNDLAGEN

Bevor wir uns näher mit dem Konzept der Antreiber befassen können ist es wichtig,

einige Grundlagen der Transaktionsanalyse zu kennen.

DIE ICH-ZUSTÄNDE

Berne interessierte sich sehr für die Bedeutung der Intuition im diagnostischen

Prozess. Während seiner Arbeit als Armee-Psychiater gestaltete er seine etwas

monotone Arbeit dadurch interessanter, dass er seinen Patienten die Fragen stellte „Sind

Sie nervös?“ und „Waren Sie schon einmal bei einem Psychiater?“, um dann aufgrund der

Antworten und mittels seiner Intuition den Beruf der Person zu erraten. Durch die

Einbeziehung seiner Intuition in die therapeutische Arbeit stellte er schließlich fest, dass

er dadurch, dass er sich ganz auf den Patienten einstellte und eine enge Verbindung zu

dessen Emotionen aufbaute, ein wesentlich ganzheitlicheres und detaillierteres Bild des

Patienten erhielt und dieses sehr hilfreich in der Beratung war. Er stellte schließlich fest,

dass in jedem von uns ein „Ich-Zustand“ (Ego-Image) existiert, der aus der Kindheit

stammt und der häufig noch im hohen Alter sehr großen Einfluss auf unser Verhalten

hat.

Er unterschied somit den Ich-Zustand aus der Kindheit von dem des Erwachsenen,

den die betreffende Person nach außen hin zeigt. In der Folge differenzierte er dann

noch den Ich-Zustand des Erwachsenen in das Erwachsenen-Ich, das er als rational

beschrieb und den des Eltern-Ich, den er als von den Eltern übernommen auffasste.

[Wiki 1 ]

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

Dieses Grundkonzept der Ich-Zustände (Abbildung 1- Die Ich-Zustände) möchte ich

im Folgenden kurz erläutern [Wiki 2 ]. Dabei halte ich es für wesentlich sich stets bewusst

zu machen, dass es sich hierbei um ein Modell handelt, das helfen kann gewisse Aspekte

der Wirklichkeit zu erklären, das aber selbst nicht wirklich ist. Die Wirklichkeit ist

unendlich viel komplexer. So konnte bisher zum Beispiel nicht bewiesen werden, dass

es so etwas wie ein „Kind-Ich“ wirklich gibt (obwohl Berne der Meinung war, dass die

Exteropsyche

Neopsyche

Archeopsyche

verschiedenen Ich-Zustände entsprechenden Regionen im Gehirn assoziiert sein

müssten). Nicht unerwähnt lassen möchte ich außerdem, dass es Diskussionen gibt, in

denen ein 2-Zustands-Modell vorgeschlagen wird, in dem der El den Er Zustand mit

enthält. Hintergrund dieser Diskussion ist, dass all unser Denken und Handeln wie auch

unsere Moral und Werte letztlich von den einflussreichen Personen in unserem Leben

geprägt werden und es keine absolute Wahrheit (sprich Objektivität) jenseits unserer

eigenen Überzeugungen gibt [White].

Das Kind-Ich (K)

El

Er

K

Ob ein Mensch so fühlt, denkt oder handelt, wie er es als Kind auf Grund seiner

damaligen Lebenssituation unbewusst tat oder bewusst selbst beschlossen hat zu tun.

Eric Berne nannte dies die Archeopsyche.

Das Eltern-Ich

Von den Eltern, anderen Bezugspersonen

oder der Gesellschaft übernommene

Ansichten.

Das Erwachsenen-Ich

Beherbergt Objektivität und Vernunft. Ist

die ausgleichende Kraft zwischen El und

K, Regisseur und Kontrollinstanz.

Das Kind-Ich

Hier sind Emotionen, Kreativität und

vor allem die Intuition zu hause.

Abbildung 1- Die Ich-Zustände

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

Das K beherbergt unsere Emotionen, die Kreativität und die Intuition. Dies ist der

archaische Ich-Zustand, den wir in früher Kindheit (bzw. bereits im Mutterleib) bilden

oder vererbt bekommen und den wir später nicht mehr bewusst beeinflussen können.

Funktional drückt sich dieser Ich-Zustand durch ein natürliches / spontanes,

angepasstes oder rebellisches Verhalten aus.

Das Eltern-Ich (El)

Ob ein Mensch so fühlt, denkt oder handelt, wie er es von anderen

Autoritätspersonen früher (Eltern) oder gegenwärtig übernommen hat. Eric Berne

nannte dies die Exteropsyche.

Die Ausprägung des El beginnt wenn das Kind beginnt seine Umgebung bewusst

wahrzunehmen und zu entdecken. Von da an bilden wir uns unser Bild von der Welt

anhand der Regeln und Vorstellungen, die unsere Umgebung uns vermittelt. Diese

können sowohl explizit als auch implizit von uns wahrgenommen werden. Die implizit

übernommenen Regeln und Vorstellungen bergen besonders viel Problempotenzial, da

sie allein durch unsere Wahrnehmung bestimmt werden und nicht durch andere

überprüft sind. Das besondere an diesen Regeln und Vorstellungen über die Welt ist,

dass wir sie unreflektiert und automatisch in unser El internalisieren.

Funktional drückt sich dieser Ich-Zustand durch fürsorgliches oder kritisierendes

Verhalten aus, das rational betrachtet der Situation nicht angemessen ist.

Das Erwachsenen-Ich (Er)

Ob ein Mensch so fühlt, denkt oder handelt, wie er es in der Gegenwart nach den

Gesichtspunkten der Situation und der Realität selbst bewusst entschieden hat. Eric

Berne nannte dies die Neopsyche.

Das Er bildet sich in unserer Entwicklung als letzter der Ich-Zustände heraus. Er

beherbergt Objektivität, Logik und Vernunft und bildet die ausgleichende Kraft

zwischen K und El. Das Er ist die Instanz, die die Regeln und Vorstellungen über die

Welt aus dem El auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüfen und als hilfreich integrieren oder

als hinderlich oder falsch verwerfen kann. Außerdem kann sie die Impulse und

Emotionen aus dem K analysieren und ebenfalls als nützlich und sinnvoll integrieren

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

oder als unangemessen oder falsch verarbeiten. Ziel eines jeden Menschen sollte es sein,

dass das Er stets handlungsleitend ist.

Funktional zeigt sich dieser Ich-Zustand durch ein der Situation angemessenes und

logisches Verhalten.

DIE ENTSTEHUNG DER ANTREIBER

Antreiber sind nach Kahler [Kahler] erzieherisch gemeinte elterliche

Aufforderungen, die einem Kind bestimmte Verhaltensweisen vorschreiben, die es zu

erfüllen trachtet und in sein El übernimmt. Nach Kahler werden die Antreiber vom

negativ fürsorglichen El des Vaters oder der Mutter dem Kind vermittelt, das sie in

seinem El verinnerlicht. Nach Kahler werden sie dabei mit der Vorgabe vermittelt „Du

bist nur O.K., wenn du…“ (z.B. „… perfekt bist!“). Schlegel [Schlegel] schlägt daher

vor, dem Antreiber konsequenter weise ein „immer“ voranzustellen („Sei immer

perfekt!“). Es gibt darüber hinaus gibt es eine reihe von Transaktionsanalytikern, die die

Meinung vertreten, dass eine Ursache für die Bildung eines Antreibers auch sein kann,

dass der Mensch versucht sich dadurch der Wirkung einer Einschärfung zu entziehen

[Schlegel].

Während der ganzen Zeit unserer Kindheit, wenn unser El und unser K quasi ohne

den Schutz des Er der Welt ausgesetzt sind, wirken verschiedene Einflüsse auf uns ein.

Auf Grund dieser Einflüsse bildet sich der Mensch gewisse Überzeugungen wie er ist,

oder wie er glaubt sein zu sollen. Hierbei sind vor allem die nonverbalen Einflüsse

prägend. Diese Überzeugungen können fördernd oder hemmend sein. Diejenigen

Einflüsse, die der Mensch als Verbote erlebt und speichert, werden als Einschärfungen

oder destruktive Grundbotschaften oder -annahmen bezeichnet. Charakteristisch

für diese Einschärfungen ist, dass Sie sehr machtvolle Überzeugungen sind, da die wir

sie als Kind als existenziell erleben. Hierbei werden häufig zwölf typische Kategorien

von Einschärfungen unterschieden [Goulding]:

Du hast nur das Recht zu existieren, wenn du…

… keine Gefühle zeigst.

… nicht denkst.

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… nicht wichtig bist.

… nichts tust.

… niemandem nah bist.

… nicht dazu gehörst.

… es nicht schaffst.

… nicht erwachsen wirst.

… kein Kind (mehr) bist.

… nicht du selbst bist.

… nicht gesund bist.

… nicht bist.

ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

So war zum Beispiel in der Familie des Kindes mit einer „Sei nicht wichtig“

Einschärfung ein reibungsloses Zusammenleben nur möglich, wenn das Kind seine

eigenen Bedürfnisse nicht wichtig nahm bzw. überhaupt nicht wahrnahm. Im späteren

Leben wird solch ein Mensch möglicherweise sein Selbstwertgefühl nur daraus

beziehen, sich um andere Menschen kümmern zu können. In der Familie des Kindes

mit einer „fühle nicht“ Einschärfung waren vielleicht Gefühle nur unnötiger Ballast und

Gefühlsäußerungen wurden Sanktioniert. Diesem Menschen wird es später

wahrscheinlich schwer fallen die eigenen Gefühle zu zeigen oder auch nur

wahrzunehmen. Als letztes Beispiel herrschte oft in der Familie eines Kindes mit einer

„denke nicht“ Einschärfung eine chaotische Atmosphäre oder dem Kind wurde ständig

gesagt, dass es ein Dummkopf und zu nichts fähig sei. Im späteren Leben wird dieser

Mensch vermutlich wenig Vertrauen in die eigenen geistigen Fähigkeiten haben.

Hierbei ist es wichtig sich im Klaren zu sein, dass die Vereinfachung dieser

Einteilung zwar in der Praxis hilfreich ist, im Einzelfall aber immer die exakte

Formulierung und individuelle Bedeutung herausgefunden werden muss.

Da nach Schlegel das nicht befolgen der Antreiber sehr schnell die dahinter

stehenden destruktiven Grundbotschaften wirksam werden lassen kann, haben diese

Antreiber auch im späteren Leben noch sehr großen Einfluss auf unser Verhalten und

wir spüren einen oft unerklärbar großen psychischen Druck diesen Strategien zu folgen.

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

Hierbei erscheint es mir sehr wichtig sich bewusst zu machen, dass solch ein

Antreiber nicht grundsätzlich etwas Schlechtes ist, sondern ganz im Gegenteil auch

immer sehr nützliche Seiten hat. Im engeren Sinne handelt es sich dann aber nicht mehr

um einen Antreiber, da für diese ein charakteristisches Merkmal ist, dass sie verbindliche

Maximalforderungen sind. Das heißt die negative Wirkung der Antreiber besteht darin,

dass die dahinter stehende Forderung praktisch immer wirksam ist, aber natürlich nicht

in allen Situationen auch erfüllt werden kann bzw. sollte. Ein solches „Versagen“ führt

dann zu Unbehagen, trotziger Auflehnung oder einem Verfall an die destruktiven

Grundbotschaften [Schlegel]. Dabei gilt: Je machtvoller der Antreiber, desto schädlicher

die Wirkung. Ist ein Mensch dieser Wirkung über einen längeren Zeitraum ausgesetzt,

so kann dies zu einem Burn-Out führen oder zumindest dazu beitragen.

KATEGORIEN VON ANTREIBERN

Heute werden die Antreiber in der Regel in fünf Kategorien eingeteilt [Kahler],

wobei auch andere Kategorisierungen diskutiert wurden und werden (eine vor allem im

Deutschen Kulturkreis häufig anzutreffende Kategorie von Antreibern könnte z.B. der

„Sei-bescheiden!“ Antreiber sein). Diese Kategorien erhielten, wie in der TA üblich, sehr

sprechende Namen, die das Konzept der Antreiber sehr leicht verständlich und gut

anwendbar machen.

DER „STRENG-DICH-AN!“ ANTREIBER

Ist häufig erkennbar an:

Sprache: Zwei Fragen unmittelbar nacheinander stellen ohne Antworten

abzuwarten; Fragen wiederholen, die verstanden wurden; „kann nicht“, „weiß nicht“,

„versuchen“

Stimme: Vorwurfsvoll, ungeduldig

Gestik: Drängend, ungestüm, vorgebeugt, steife Schultern

Ausdruck: Verwirrter Blick, zu viel Mimik und Pantomimik

Ein Mensch mit dem „Streng-dich-an!“ Antreiber braucht eine Grenze, wann es

genug ist mit der Arbeit und Anstrengung und die Erfahrung, dass er, auch ohne Mühe

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ABSCHLUSSARBEIT STUDIENGANG COACHING

genügend Anerkennung bekommen kann. Mögliche „Erlauber“ für den „Streng-dich-

an!“ Antreiber können daher sein:

• Du darfst auch einmal „fünfe gerade sein lassen“.

• Du darfst die Dinge ruhig und mit klarem Blick für das Nötige angehen.

• Du darfst deine Dinge entspannt vorausplanen.

• Du darfst bei deinen Dingen erfolgreich sein und dies auch genießen.

• Du darfst die Dinge nach deinen eigenen Kräften tun oder lassen.

• Du darfst auch Pausen genießen.

DER „MACH-ES-ALLEN-RECHT!“ ANTREIBER

Ist häufig erkennbar an:

Sprache: „Könntest du?“; „Meinst du?“; „Wirklich?“; „Richtig?“; „Ist es recht?“

Stimme: Bittend, leise, hoch, weinerlich, verführerisch

Gestik: Bittend; ausgestreckte Hände

Ausdruck: Ausweichend, unterwürfig, Blick nach oben

Menschen mit einem „Mach-es-allen-recht!“ Antreiber übersehen ihre eigenen

Bedürfnisse. Sie müssen also lernen, es sich selbst recht zu machen und auch von

anderen unterstützt und anerkannt zu werden. Mögliche „Erlauber“ für den „Mach-es-

allen-recht!“ Antreiber können deshalb sein:

• Du darfst deine eigenen Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle wichtig

nehmen.

• Du bist auch dann OK, wenn andere mit dir nicht zufrieden sind.

• Du darfst die Dinge auch so anpacken, wie sie dir liegen.

• Du darfst auch gut für Dich selbst sorgen.

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DER „SEI-SCHNELL!“ ANTREIBER

Ist häufig erkennbar an:

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Sprache: Halbsätze, Wortschwall, „Wir müssen“, „Fangen wir an“, „Keine Zeit“

Stimme: Sehr schnell, ungeduldig, bewegt, angespannt

Gestik: Hektisch, sich winden, aufgeregt, zappelig

Ausdruck: Schnelle Bewegungen, unruhiger Blick, verkniffene Augenbrauen

Der „Sei-schnell!“ Antreiber kennt nur ein Tempo: Vollgas. Dieser Mensch muss

daher das Gefühl für den eigenen Rhythmus wiedererlangen. Mögliche „Erlauber“ für

den „Sei-schnell!“ Antreiber können sein:

• Du darfst dir die Zeit nehmen, die du brauchst.

• Du darfst deinen eigenen Rhythmus beachten.

• Du darfst deine eigene Lage und Kondition berücksichtigen.

• Du darfst Muße genießen.

DER „SEI-PERFEKT!“ ANTREIBER

Ist häufig erkennbar an:

Sprache: Nummerieren, Schachtelsätze, exakte Ausdrucksweise, gestelzte Sprache,

„vielleicht“, „wahrscheinlich“

Stimme: Abgehackt, fordernd, gut moduliert, verhalten, akzentuiert

Gestik: Zeigefinger betont, angespannte Handgelenke, abgezirkelte Gestik, an den

Fingern abzählen

Ausdruck: Streng, ernst, gerötet vor Anspannung, aufrecht, herabschauend

Ein Mensch mit dem „Sei-perfekt!“ Antreiber braucht die Erfahrung, dass Fehler

menschlich sind, sowohl bei anderen als auch bei sich selbst zum Leben dazu gehören

und zumindest bis zu einem gewissen Maß nicht zu einem weniger an Anerkennung

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oder gar Sanktionen führen. Mögliche „Erlauber“ für den „Sei-perfekt!“ Antreiber

können daher sein:

• Du bist gut genug so wie du bist.

• 80% sind oft mehr als genug.

• Details sind nicht immer wichtig.

• Du darfst Fehler machen.

• Du darfst mit anderen bei Fehlern nachsichtig sein.

• Du brauchst dich nicht stets zu rechtfertigen.

DER „SEI STARK!“ ANTREIBER

Ist häufig erkennbar an:

Sprache: „Es macht mir nichts“, „Du musst damit fertig werden“, „Ist mir egal“

Stimme: Barsch, hart, monoton, tief, laut

Gestik: Arme verschränkt, fester Stand, starre Haltung

Ausdruck: Verhärtet, kalt, bewegungslos, maskenhaft, versteinert

Der „Sei-stark!“ Antreiber führt häufig zu der Überzeugung, dass Gefühle zu zeigen,

Verständnis oder gar Mitgefühl zu haben ein Zeichen von Schwäche ist und da nur

starke Menschen überleben muss das unbedingt vermieden werden. Die korrigierende

Erfahrung ist in diesem Fall also die, dass man sich solche „Schwächen“ durchaus

„leisten“ kann und trotzdem anerkannt zu werden und erfolgreich zu sein. Mögliche

„Erlauber“ für den „Sei-stark!“ Antreiber können daher sein:

• Du darfst dir Hilfe holen.

• Du darfst deine Gefühle haben, darfst sie ausdrücken oder für dich behalten.

• Du darfst empfänglich sein für Zuwendungen und Konfrontationen.

• Nicht jeder nutzt Dich aus oder will Dir schaden.

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VERWENDUNG VON ANTREIBERN IM COACHING

Grundvoraussetzung für die Arbeit an und mit den Antreibern ist meiner Ansicht

nach zum einen, dass der Klient das Konzept wenigstens im Grundsatz versteht und

sich darauf einlässt, und zum anderen, dass der Klient eine Vorstellung davon

entwickelt, welches die bei ihm oder ihr besonders oft handlungsleitenden Antreiber

sind. Hierbei kann einerseits die detaillierte Analyse problematischer Situationen auf

Anzeichen von Antreibern helfen, andererseits kann ein leichter (da niedrig-schwelliger)

Einstieg in die Thematik der Antreibertest sein (S. 40 Anhang A – Antreibertest).

Der erste Ansatzpunkt kann sein, dem Antreiber eine Erlaubnis gegenüber zu stellen

[Henning,Pelz]. Wenn es gelingt diesen „Erlauber“ wirklich zu verinnerlichen und ins El

zu integrieren, so kann er den Antreiber auf- und den Klienten davon er-lösen. Hierzu

ist es erforderlich, dass einerseits positive Erinnerungen aus dem K und andererseits

korrigierende Erfahrungen durch neues Verhalten in der Gegenwart aktiviert werden,

um die destruktiven Grundbotschaften wirkungslos werden zu lassen.

Bei starken Antreibern ist es zusätzlich hierzu allerdings noch erforderlich auch

Veränderungen im El und im K herbeizuführen (vgl. zum Beispiel das

Behandlungskonzept der Neuentscheidung [Goulding]).

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FALLBEISPIEL

In meinem Fallbeispiel möchte ich eine Coaching Sitzung beschreiben, die ich im

privaten Umfeld durchgeführt habe. Meine Klientin kommt mit der Fragestellung in das

Coaching „Wie schaffe ich es, im Alltag ruhig und gelassen bzw. souverän zu bleiben,

wenn mal nicht alles nach Plan verläuft?“. Im Rahmen der Befragung stellt sich heraus,

dass es eigentlich weniger darum geht, dass „…nicht alles nach Plan läuft“, sondern dass

sie eigentlich immer dann nicht „ruhig und gelassen“ ist, wenn sie unter Zeitdruck gerät

– aus welchem Grund auch immer (und da ist natürlich „ungeplante Störungen“ einer

von vielen). Sie beschreibt die Auswirkungen von „nicht ruhig und gelassen“ mit hohem

Puls, allgemeiner Unruhe und Gereiztheit / „Dünnhäutigkeit“, die teilweise sehr

ausgeprägt seien.

Als Ursachen für den Zeitdruck nennt sie sehr schnell ihren Hang zum

Perfektionismus und die Tatsache, dass sie nicht „Nein“ sagen kann (ein sehr

eindeutiger Hinweis auf die Antreiber „Sei Perfekt“ und „Mach es allen recht“).

Den Rest der Sitzung nutze ich dazu, meiner Klientin eine kurze Einführung in das

Ich-Zustands-Modell zu geben und etwas ausführlicher die Antreiber zu erläutern.

Nachdem ich die Antreiber Kategorien erklärt habe, bestimmt sie sehr spontan und

sicher „Sei Perfekt“ und „Mach es allen Recht“ als ihre stärksten Antreiber.

Sei stark!

Mach es allen recht!

Streng Dich an!

Mach schnell!

Sei perfekt!

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50

Abbildung 2 - Antreibertest im Fallbeispiel

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Als Abschluss und als zusätzlichen Input beantwortet sie dann noch den

Antreibertest. Das Ergebnis (Abbildung 2 - Antreibertest im Fallbeispiel) zeigt kein

besonders ausgeprägtes Bild, obwohl der „Sei Perfekt“ Antreiber schon auch nach

diesem Test eine Hauptrolle einnimmt. Ich habe den Eindruck, dass sie den Test

ebenfalls perfekt beantworten wollte, und daher insgesamt bei den Fragen zu viele

Punkte vergeben hat. Für mich zeigt sich hier, dass der Test zwar als einfacher Zugang

und Einstieg in die Materie der Antreiber dienen kann, in der Anwendung aber immer

auch das Gesamtbild eine große Rolle spielt.

Im Ergebnis erscheint mir eindeutig der „Sei Perfekt“ Antreiber hier derjenige zu

sein, auf den man sich im weiteren Coaching Prozess konzentrieren sollte. Da der

Antreiber sowohl in der Beschreibung der Klientin als auch im Test den Eindruck

macht sehr stark zu sein, würde ich hier zunächst versuchen im El anzusetzen, und

versuchen herauszufinden, wann und wo in der Kindheit der Klientin Perfektion

besonders wichtig war bzw. Fehler zu machen absolut verboten war und ggf. von

welcher Person dies ausging. Ich würde dann gemeinsam mit der Klientin überlegen,

welcher Grad an Perfektion heute in welchen Situationen angemessen wäre und an

welchen Stellen auch mal Fehler erlaubt wären. Dies könnte man dann gegenüberstellen

und vielleicht mit einer Stuhl-Übung an den auslösenden Elternteil bzw. die

Bezugsperson zurückspiegeln lassen. Das könnte dann damit abschließen, dass die

Klientin sich selbst die Erlaubnis gibt, auch mal Fehler machen zu dürfen.

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EPIL OG

„Abschließen“ ist ein Grundbedürfnis aller Menschen – dies habe ich im Rahmen

der Ausbildung und auch beim Schreiben dieser Abschlussarbeit in vielerlei Hinsicht

erfahren. In den verschiedenen Modulen hatte das „Abschließen“ und „Abschied

nehmen“ am letzten Tag immer sehr viel Raum und das war auch gut und richtig so.

Das schreiben dieser Abschlussarbeit war dann eine ganz andere, sehr ausführliche

Form des Abschließens, die nicht minder wichtig und wertvoll war und die ich sehr

genossen habe.

An dieser Stelle – dem Schluss des Abschlusses – ist jetzt wirklich alles gesagt und

mir bleibt nur noch das Bedürfnis mich zu bedanken; eigentlich bei allen Menschen, die

dieses Leben mit mir teilen aber in diesem Fall besonders bei den Menschen, die im

Rahmen dieser Ausbildung und dieser Abschlussarbeit eine Rolle gespielt haben.

Ich danke euch für die viele Wertschätzung und Zuneigung, das Lernen und sich

entwickeln, die unglaublich vielfältigen, lustigen, traurigen, erschütternden, belebenden,

wertvollen und lebhaften Erinnerungen, eure Freundschaft, die Unterstützung und

Hilfestellungen, die Geduld, das Verständnis und euer Mitgefühl.

Ihr werdet für immer in meinem Herzen sein.

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LITERATURVERZEICHNIS

[Goulding] Goulding, M. M. u. Goulding, R. L. 1975, Injunctions, decisions and

redecisions. TAJ 6,1,41

[Henning,Pelz] Gudrun Henning & Georg Pelz, Transaktionsanalyse, Lehrbuch für

Therapie und Beratung, Junfermann Verlag, Paderborn, 2007

[Kahler] Kahler, T. u. Caspers, H. 1974, The miniscript. TAJ 4,1,26-42

[Schlegel] Schlegel, Leonhard (2002): Handwörterbuch der

Transaktionsanalyse. Sämtliche Begriffe der TA praxisnah erklärt 2.

Auflage, www.DSGTA.ch

[White] Tony White: Graffiti : Two ego state model

Tony White’s Weblog » Blog Archive » THE TWO EGO STATE

MODEL

[Wiki 1 ] Artikel Eric Berne. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

Bearbeitungsstand: 24. Mai 2008, 08:51 UTC. URL:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Eric_Berne&oldid=464

27846 (Abgerufen: 12. Juli 2008, 10:44 UTC)

[Wiki 2 ] Artikel Transaktionsanalyse. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

Bearbeitungsstand: 7. Mai 2008, 14:14 UTC. URL:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Transaktionsanalyse&ol

did=45754739 (Abgerufen: 12. Juli 2008, 10:47 UTC)

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ANHANG A – ANT REIBERTEST

Beantworten Sie bitte diese Aussagen mit Hilfe der Bewertungsskala (1-5), so wie Sie

sich im Moment in ihrer Berufswelt selber sehen. Schreiben Sie den entsprechenden

Zahlenwert in die Spalte "Punkte".

Die Aussage trifft auf mich in meiner Berufswelt zu:

5 - voll und ganz; 4 - gut; 3 - etwas; 2 - kaum; 1 - gar nicht

Nr. Frage Punkte

1 Wann immer ich eine Arbeit mache, mache ich sie gründlich.

2 Ich fühle mich verantwortlich dafür, dass diejenigen, die mit mir zu tun haben, sich

wohlfühlen.

3 Ich bin ständig auf Trab.

4 Anderen gegenüber zeige ich meine Schwächen nicht gerne.

5 Wenn ich raste, dann roste ich.

6 Häufig gebrauche ich den Satz: "Es ist schwierig, etwas so genau zu sagen."

7 Ich sage oft mehr, als eigentlich nötig wäre.

8 Ich habe Mühe, Leute zu akzeptieren, die nicht genau sind.

9 Es fällt mir schwer, Gefühle zu zeigen.

10 Nur nicht locker lassen ist meine Devise.

11 Wenn ich eine Meinung äußere, begründe ich sie auch.

12 Wenn ich einen Wunsch habe, erfülle ich ihn mir schnell.

13 Ich liefere einen Bericht erst ab, wenn ich ihn mehrere Male überarbeitet habe.

14 Leute, die "herumtrödeln", regen mich auf.

15 Es ist für mich wichtig, von den anderen akzeptiert zu werden.

16 Ich habe eher eine harte Schale, aber einen weichen Kern.

17 Ich versuche oft herauszufinden, was andere von mir erwarten, um mich danach zu

richten.

18 Leute, die unbekümmert in den Tag hinein leben, kann ich nur schwer verstehen.

19 Bei Diskussionen unterbreche ich die anderen oft.

20 Ich löse meine Probleme selber.

21 Aufgaben erledige ich möglichst rasch.

22 Im Umgang mit anderen bin ich auf Distanz bedacht.

23 Ich sollte viele Aufgaben noch besser erledigen.

24 Ich kümmere mich persönlich um nebensächliche Dinge.

25 Erfolge fallen nicht vom Himmel; ich muss sie hart erarbeiten.

26 Für dumme Fehler habe ich wenig Verständnis.

27 Ich schätze es, wenn andere auf meine Fragen rasch und bündig antworten.

28 Es ist mir wichtig, von anderen zu erfahren, ob ich meine Sache gut gemacht habe.

29 Wenn ich eine Aufgabe erst einmal begonnen habe, führe ich sie auch zu Ende.

30 Ich stelle meine Wünsche und Bedürfnisse zugunsten derjenigen anderer Personen

zurück.

31 Ich bin anderen gegenüber oft hart, um von ihnen nicht verletzt zu werden.

32 Ich trommle oft ungeduldig mit den Fingern auf den Tisch.

33 Beim Erklären von Sachverhalten verwende ich gerne die klare Aufzählung: erstens,

zweitens, drittens.

34 Ich glaube, dass die meisten Dinge nicht so einfach sind, wie viele Menschen meinen.

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35 Es ist mir unangenehm, andere Leute zu kritisieren.

36 Bei Diskussionen nicke ich häufig mit dem Kopf.

37 Ich strenge mich an, um meine Ziele zu erreichen.

38 Mein Gesichtsausdruck ist eher ernst.

39 Ich bin nervös.

40 So schnell kann mich nichts erschüttern.

41 Meine Probleme gehen die anderen nichts an.

42 Ich sage oft: "Nun mach mal vorwärts."

43 Ich sage oft: "genau", "klar", "logisch".

44 Ich sage oft: "Das verstehe ich nicht."

45 Ich sage eher: "Könnten Sie es nicht mal anders versuchen" als "Versuchen Sie es

einmal anders."

46 Ich bin diplomatisch.

47 Ich versuche, die an mich gestellten Erwartungen zu übertreffen.

48 Beim Telefonieren bearbeite ich nebenbei oft noch Akten.

49 Auf die Zähne beißen heißt meine Devise.

50 Trotz enormer Anstrengung will mir vieles einfach nicht Gelingen.

Zur Auswertung addieren sie die Punktezahlen der folgenden Fragen zusammen:

„Sei-perfekt!“ = 1 + 8 + 11 + 13 + 23 + 24 + 33 + 38 + 43 + 47

„Sei-schnell!“ = 3 + 12 + 14 + 19 + 21 + 27 + 32 + 39 + 42 + 48

„Streng-dich-an!“ = 5 + 6 + 10 + 18 + 25 + 29 + 34 + 37 + 44 + 50

„Mach-es-allen-recht!“ = 2 + 7 + 15 + 17 + 28 + 30 + 35 + 36 + 45 + 46

„Sei-stark!“ = 4 + 9 + 16 + 20 + 22 + 26 + 31 + 40 + 41 + 49

Wenn bei einem Antreiber der Skalenwert 40 überstiegen wird, darf mit großer

Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass dieser bei einem Gespräch schon binnen

weniger Minuten im Verhalten beobachtet werden kann [Schlegel].

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