Ausgedehnte Kortexnekrose der rechten Gehirnhemisphäre bei ...

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Ausgedehnte Kortexnekrose der rechten Gehirnhemisphäre bei ...

periventrikulären Bereich des Cerebrums sowie die basalen Nuklei, der Thalamus und der

Hirnstamm betroffen sind (KUWAMURA et al., 2002), ist bei unserem Patienten fast

ausschließlich die graue Substanz der rechten Hemisphäre betroffen. Das Großhirnmark sowie

Stammganglien und Hirnstamm zeigen sich unverändert.

Beim Menschen kann eine diffuse, hochgradige Vaskulitis zu multiplen Infarkten führen. Im

Rahmen der Vaskulitis kommt es zur Wandentzündung der kleinen und mittleren Arterien. Es

bilden sich Pseudoaneurysmata aus, die rupturieren und bluten, aber auch zu einer

Gefäßverengung oder –verschluss führen können und auf diese Weise einen ischämischen

Insult herbeiführen können. Dies führt zu einem Mischbild aus Mikroangiopathie,

hämodynamischen und territorialen Infarkten. (SARTOR, 2001). Wir konnten jedoch weder

in der Magnet-Resonanz-Tomografie, noch in der postmortalen Angiografie oder

histologischen Untersuchung Hinweise für eine Vaskulitis finden, so dass diese Genese

ausgeschlossen werden kann.

Bei dem in unserer Klinik vorgestellten Patienten konnte durch die Magnet-Resonanz-

Tomografie die Diagnose eines Hydrozephalus ex vacuo gestellt werden, der wahrscheinlich

durch Kolliquationsnekrose nach mehreren Infarkten entstanden ist. Auf Grund der streng

einseitigen Lokalisation liegt der Verdacht einer Abschwemmung multipler Emboli aus dem

Bereich der rechtsseitigen Arteria carotis interna nahe. Da jedoch eine Verbindung über den

Circulus arteriosus cerebri zur unauffälligen linken Hirnhemisphäre besteht, müsste die

Gefäßläsion nach dem rechtsseitigen Abgang des Circulus arteriosus cerebri aus der Arteria

carotis interna zu suchen sein. Neben der Möglichkeit der Abschwemmung mehrerer Emboli

ist jedoch auch eine pränatale Ischämie denkbar, die zu multiplen ischämischen Läsionen

geführt haben könnte. Auch hier wäre die streng rechtsseitige Verteilung erklärbar. Beide

Ätiologien konnten durch die Untersuchungen weder bestätigt, noch widerlegt werden.

Anschrift der Autoren:

Dr. Oliver Lautersack, Kleintierpraxis Ettlingen, Hertzstrasse 25, 76275 Ettlingen.

e-mail: lautersack@kleintierpraxis-ettlingen.de

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