Systemische Architekturen und aktuelle Weiterentwickungen
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Martin Hillebrand, Ebrû Sonuc<br />
<strong>Systemische</strong> <strong>Architekturen</strong> <strong>und</strong> <strong>aktuelle</strong><br />
<strong>Weiterentwickungen</strong><br />
In: Tomaschek, N. (Hrsg.): <strong>Systemische</strong> Organisationsentwicklung <strong>und</strong> Beratung bei Veränderungsprozssen<br />
in Organisationen, erscheint 2006<br />
1. Einleitung<br />
Der Aufbau dieses Artikel orientiert sich an der systemischen Schleife (Königswieser /<br />
Hillebrand, 2004, S. 45 ff), dem Gr<strong>und</strong>modell unserer Beratungstätigkeit: Informationen<br />
sammeln / Hypothesen bilden / Interventionen planen / Intervenieren / Informationen<br />
sammeln / usf.<br />
Diesem Modell folgend möchten wir zunächst auf die notwendigen „Informationen“ zum<br />
Begriffe der Architektur im systemischen Beratungskontext hinweisen, illustriert an einem<br />
Beispiel aus unserer Praxis. Danach stellen wir unsere Hypothesen zum Thema vor (im<br />
Sinne von Cecchin: Flirte mit einer Hypothese, aber heirate sie nie.), um im dritten Teil<br />
aufzuzeigen, welche praktischen Vorschläge wir für die Weiterentwicklung von <strong>Architekturen</strong><br />
für zielführend halten. Vor der im Moment virulenten Diskussion über die Notwendigkeit der<br />
Integration von Fach- <strong>und</strong> Prozessberatung stellen wir dann die Frage, welche<br />
Anforderungen an Architekturelemente sich in der Zusammenarbeit von Fach- <strong>und</strong><br />
Prozessberatung ergeben. (Vgl.: Königswieser / Sonuç / Gebhardt, 2005).<br />
2. Gr<strong>und</strong>sätzliche Überlegungen<br />
Vergleichbar mit Architekten, die mit ihren Bauherren die Wohnbedürfnisse besprechen <strong>und</strong><br />
diese in Baupläne umsetzen, entwickeln wir Organisationsberater gemeinsam mit unseren<br />
Klienten zunächst einen Rahmenplan für die Prozesse eines Beratungsprojektes (Vgl.:<br />
Königswieser / Hillebrand, 2004)<br />
Schon bei den Erstgesprächen zur Auftragsklärung geht es darum, Rahmenbedingungen<br />
<strong>und</strong> mögliche Vorgehensweisen auszuloten für den „Bau oder Umbau des Hauses“<br />
entsprechend den Bedürfnissen, Wünschen, Möglichkeiten <strong>und</strong> Zielen des künftigen<br />
Auftraggebers. Hierbei handelt es sich um einen kreativen, schöpferischen Akt, der (wie bei
einem Bauprozess) auch die Möglichkeit einer fortlaufenden Anpassung <strong>und</strong> Änderung mit<br />
einbezieht. Es geht also um das planende Öffnen von Möglichkeiten.<br />
So wie Architekten Räume entwerfen <strong>und</strong> dadurch Rahmen schaffen, in denen sich<br />
Unterschiedliches ereignen kann, entwickeln wir als Berater soziale, zeitliche, räumliche,<br />
inhaltliche <strong>und</strong> symbolische Gestaltungselemente <strong>und</strong> Fixpunkte, die Prozesse<br />
vorstrukturieren. Weil aber „<strong>Architekturen</strong>“ selbst schon Interventionen sind, durch die<br />
Prozesse ausgelöst werden (z.B.: Klärung der Wünsche <strong>und</strong> Ziele, Bestimmung des<br />
Standortes <strong>und</strong> Überprüfung der Möglichkeiten), können sie etwas bewirken, was nicht<br />
wirklich genau vorhersehbar ist. Die Basis architektonischer Entwürfe sind daher, - wie bei<br />
allen unseren Interventionsentscheidungen, - immer Hypothesen, <strong>und</strong> daraus resultierend<br />
erfolgt erst eine Maßschneiderei der konkreten Interventionselemente.<br />
Architektonische Elemente haben eine paradoxe Funktion: Sie schaffen fixe Räume für<br />
Freiräume. Beratungsprozesse mit guter Architektur erleichtern neue Sichtweisen,<br />
ermöglichen vielfältige Perspektiven (z. B. durch heterogene Gruppenzusammensetzungen),<br />
führen neue Unterschiede ein (z. B. durch Interviews mit Lieferanten, K<strong>und</strong>en) <strong>und</strong> eröffnen<br />
neue Beobachtungs-, bzw. Reflexionsmöglichkeiten (z. B. durch Elemente wie das<br />
So<strong>und</strong>ing-board), erleichtern das Aufbrechen eingefahrener Denk- <strong>und</strong> Handlungsmuster,<br />
fördern das Lernen-lernen (Vgl.: Argyris, 1997) <strong>und</strong> die Selbststeuerung.<br />
Projektarchitekturen kann man auch als die höhere Schule von Projektplanung bezeichnen.<br />
Prozess-Know-how bildet dabei, wie die folgende Grafik veranschaulicht, die Basis für<br />
anspruchsvolle Entwicklungsprozesse in komplexen Aufgabenstellungen systemischer<br />
Beratung.<br />
Prozess Know-how<br />
einfache<br />
Projekte<br />
komplexere<br />
Projekte<br />
Komplexität<br />
umfassende<br />
Entwicklungsprojekt<br />
<strong>Systemische</strong><br />
Beratung<br />
Prozess<br />
Moderation<br />
Projekt<br />
Management<br />
Abbildung 1: Prozess-Know-how als Basis systemischer Beratung
Wir unterscheiden zwischen drei zentralen Interventionsebenen als Kernprozesse unserer<br />
Beratungsarbeit: <strong>Architekturen</strong>, Designs <strong>und</strong> Werkzeuge. Alle drei Interventionsebenen<br />
dienen dazu, Entwicklungsprozesse zu initiieren <strong>und</strong> zu steuern.<br />
Die Architektur legt fest, dass etwas stattfindet <strong>und</strong> was stattfindet, sozusagen die<br />
Überschriften, die Eckpfeiler, die Grobplanung. Mit dem Design wird entschieden, wie die<br />
inhaltliche, soziale, zeitliche, räumliche <strong>und</strong> symbolische Dimension im vorgegebenen<br />
Rahmen gestaltet wird. Das Design ist also mit der Raumgestaltung, der Inneneinrichtung<br />
eines Gebäudes vergleichbar. Allerdings müssen mögliche Inneneinrichtungen schon in der<br />
Architekturplanung Berücksichtigung finden <strong>und</strong> umgekehrt, - daher ist die Trennung<br />
zwischen Architektur <strong>und</strong> Design oft nur eine konzeptuelle.<br />
Architektur<br />
<br />
Design<br />
Abbildung 2: Architektur, Design, Werkzeuge<br />
Damit die beratende Begleitung eines Organisationsentwicklungsprojektes überhaupt<br />
Aussicht auf Erfolg haben <strong>und</strong> für den Klienten den erwünschten Nutzen bringen kann,<br />
müssen schon beim Erstgespräch <strong>und</strong> insbesondere bei der gemeinsamen Erarbeitung der<br />
Projektarchitektur die Rollen (<strong>und</strong> der damit verb<strong>und</strong>enen Erwartungen) aller Beteiligten<br />
möglichst genau festgelegt werden, im Sinne von Auftragsklärung. Diese Klärung der Rollen<br />
ist zwar selbst kein gesondertes Architekturelement, sie ist die Basis <strong>und</strong> Bedingung jeder<br />
Architektur, weil „Rollenfunktionen“ das gesamte Projekt mit all seinen Prozessen wesentlich<br />
bestimmen. Ohne Klärung der (<strong>und</strong> Einigung über die) Rollenfunktionen <strong>und</strong><br />
Rollenerwartungen <strong>und</strong> damit auch des Kontextes, ist jedes Beratungsprojekt zum Scheitern<br />
verurteilt (Vgl.: Königswieser, Sonuç, Gebhardt 2005).<br />
<br />
=<br />
Werkzeuge<br />
Interventionen<br />
Projektverlauf
Die Klärung der Projektrollen muss folgende Punkte umfassen:<br />
Funktion der Auftraggeber<br />
Sie initiieren das Projekt <strong>und</strong> geben strategische Ausrichtung <strong>und</strong> Ziel vor.<br />
Sie entscheiden über Umfang, Stellenwert <strong>und</strong> Ressourcen des Projekts<br />
Sie treffen die Entscheidungen, welche die Unterstützung durch externe Berater<br />
betreffen.<br />
Sie machen sich in regelmäßigen Abständen ein Bild von den Fortschritten <strong>und</strong><br />
Ergebnissen des Projekts.<br />
Sie beziehen sich selbst in ihren Führungs- <strong>und</strong> Vorbildfunktionen in das Projekt mit<br />
ein.<br />
Funktion der internen Projektleitung:<br />
Der internen Projektleitung obliegt die Führung der strategischen <strong>und</strong> operativen<br />
Prozesse der Projektmanagements. Sie muss nicht alle dabei anfallenden Aufgaben<br />
selbst übernehmen, steht aber kraft ihrer Funktion verantwortlich dafür ein, dass<br />
diese im gegebenen Zeitrahmen mit den dafür vorgesehenen Ressourcen <strong>und</strong> auf<br />
qualitativ hohem Niveau erledigt werden.<br />
Sie unterstützt die Beschlüsse der Steuergruppe (siehe unten) auf operativer Ebene<br />
<strong>und</strong> setzt die zur Umsetzung notwendigen Schritte <strong>und</strong> Initiativen, bringt kritische<br />
Themen ein <strong>und</strong> initiiert die Kommunikation über das Projekt.<br />
Ihre Zusammenarbeit mit den externen Beratern ist präzise formuliert <strong>und</strong> die Rollen<br />
sind klar definiert. Die interne Projektleitung bildet die Brücke zwischen dem<br />
Klientensystem insgesamt <strong>und</strong> dem Beratersystem.<br />
3. Wichtige Architekturelemente für Veränderungsprozesse<br />
a) Die Systemdiagnose des Unternehmens:<br />
Liefert Basisinformationen für Hypothesen <strong>und</strong> Interventionen;<br />
Dient dem Aufbauen persönlicher Vertrauensbeziehungen zwischen Berater- <strong>und</strong><br />
Klientensystem durch Gespräche, Einzel- <strong>und</strong> Gruppeninterviews, Beobachtungen<br />
usw.<br />
Ist Intervention als Anregung zur (Selbst)Reflexion des Klientensystems.
) Rückspiegelungs-Workshops:<br />
Herstellen der Anschlussfähigkeit an das Klientensystem, indem die Diagnose<br />
zurückgespiegelt <strong>und</strong> diskutiert wird;<br />
Vertiefung der Vertrauensbeziehung;<br />
Schaffung einer Basis für eine gemeinsame Entscheidung über das weitere<br />
Vorgehen, d. h. für die Projektarchitektur;<br />
In unserem Ansatz beinhaltet jede Systemdiagnose die Rückspiegelung an die<br />
Teilnehmer, um Offenheit <strong>und</strong> Transparenz zu gewährleisten.<br />
c) Kerngruppe/Steuergruppe:<br />
hat eine Reflexions-Funktion: um die Ereignisse laufend zu reflektieren, daraus zu<br />
lernen <strong>und</strong> Konsequenzen abzuleiten;<br />
hat eine Katalysatoren-Funktion: um neue Ideen anzustoßen, neue Initiativen zu<br />
starten, zur Mitarbeit anzuregen etc.;<br />
hat eine Adressaten-Funktion: um für alle Fragen, Entscheidungen <strong>und</strong><br />
Folgeprobleme in unternehmenskulturellen Belangen eine Anlaufstelle <strong>und</strong> einen<br />
Ansprechpartner zu haben;<br />
hat eine Monitor-Funktion: um kulturrelevante Diskussionen, Stimmungen,<br />
Handlungen <strong>und</strong> Entscheidungen im Unternehmen aufzufangen, abzubilden <strong>und</strong> im<br />
Hinblick auf notwendige Schritte zu diskutieren;<br />
hat eine Management-Funktion: um notwendige Entscheidungen vorzubereiten, zu<br />
treffen <strong>und</strong> für deren operative Umsetzung Sorge zu tragen;<br />
hat eine Controlling-Funktion: um Feedback-Schleifen ins Vorgehen einzubauen <strong>und</strong><br />
nachzuhalten, wie der laufende Veränderungsprozess läuft, wo er gut läuft, wo<br />
Probleme entstehen <strong>und</strong> wie nachzusteuern ist;<br />
hat eine Auftraggeber-Funktion: im Initiieren von Subprojekten;<br />
hat eine Informationsplattform-Funktion: („2-Weg-Kommunikation“);<br />
hat eine Entscheidungsvorbereitungs-Funktion;<br />
hat eine interne Marketing-Funktion.<br />
d) Subprojekte:<br />
Dienen der Erarbeitung von Konzepten, Entscheidungsgr<strong>und</strong>lagen <strong>und</strong> deren<br />
Umsetzung;<br />
Priorisierung von Themen, die wieder symbolische Wirkung haben;
Erweiterung der Mitarbeiterbeteiligung <strong>und</strong> dadurch Verbesserung der Qualität der<br />
Ergebnisse <strong>und</strong> Erhöhung der diesbezüglichen Akzeptanz.<br />
e) Dialoggruppe:<br />
Durch den Dialog zwischen Steuergruppe, Auftraggebern, Betriebsräten <strong>und</strong> anderen<br />
wichtigen Umwelten wird die Gefahr reduziert, dass die Steuergruppe „abhebt“, sich also von<br />
der Realität des Machbaren entfernt, <strong>und</strong> zwar durch:<br />
gegenseitige Abstimmung zentraler Akteure;<br />
Befriedigung des wechselseitiger Informations- <strong>und</strong> Kommunikationsbedarfs ;<br />
Abbau von Misstrauen, Missverständnissen, Fehlentwicklungen.<br />
f) So<strong>und</strong>ing-board:<br />
Das So<strong>und</strong>ing-board (Teilnehmer: Steuergruppe, Vorstände, evtl. Betriebsrat,<br />
Schlüsselpersonen) soll ein Resonanzkörper sein. Weil die Möglichkeiten oft sehr beschränkt<br />
sind, die relevanten Unterschiede <strong>und</strong> Gruppierungen des Unternehmens in der<br />
Zusammensetzung der Steuergruppe abzubilden, hat das So<strong>und</strong>ing-board die allgemeine<br />
Funktion, die Steuergruppe beratend zu unterstützen.<br />
Funktionen des So<strong>und</strong>ing-board sind:<br />
Rückmeldung der Wahrnehmungen bezüglich des Projekts aus der jeweiligen<br />
Perspektive;<br />
Resonanz auf die Arbeit der Steuergruppe <strong>und</strong> ihrer Subprojekte;<br />
Information über die Umsetzung <strong>und</strong> die Fortschritte des Projekts in Einzelbereichen;<br />
Hinweise auf bisherige Versäumnisse, zusätzlich notwendige Initiativen;<br />
Multiplikatorenfunktion.<br />
g) Großveranstaltungen:<br />
Schriftliche Information ist Einwegkommunikation, anonym <strong>und</strong> abstrakt. Da Menschen<br />
sinnliche Wesen sind, bieten Großveranstaltungen - neben vielen Gefahren - große Vorteile,<br />
wenn man die Herzen der Menschen erreichen will. (Vgl.: Königswieser / Keil, 2002). Eine<br />
gute Systemdiagnose <strong>und</strong> eine Vorbereitungsgruppe sind erfolgskritische Faktoren.<br />
Funktionen von Großveranstaltungen sind:<br />
direkte Kommunikation <strong>und</strong> daher Dialogmöglichkeit;<br />
Aufbau eines Wir-Gefühls;<br />
Sinnstiftung;
direkter Energieaufbau <strong>und</strong> -transport;<br />
die Möglichkeit, viele Menschen gleichzeitig zu erreichen.<br />
h) Arbeit mit der internen Projektleitung:<br />
Beratungsprojekte haben immer direkt oder indirekt mit Veränderung zu tun, also auch mit<br />
Verunsicherung, weshalb die Projektleitung oft unter großen Druck gerät. In komplexeren<br />
Projekten geht es um permanente Meta-Entscheidungen, Weichenstellungen,<br />
Gesamtreflexionen.<br />
Eine kontinuierliche Arbeit mit der Projektleitung<br />
stabilisiert das Projekt <strong>und</strong> den Prozess;<br />
trägt zur Verselbständigung des Klientensystems bei, weil diese Prozess-Know-how,<br />
Projektmanagement usw. aufzubauen hilft;<br />
entlastet die Steuergruppe;<br />
bildet eine wichtige Brücke zwischen Berater- <strong>und</strong> Klientensystem;<br />
beschleunigt Entscheidungen.<br />
i) Arbeit mit der Geschäftsleitung<br />
„Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken“ <strong>und</strong> „Die Stiege kehrt man von oben“, lauten zwei<br />
alte Sprichwörter. In unserem Zusammenhang heißt das, dass die Geschäftsleitung in die<br />
Veränderungsprozesse persönlich <strong>und</strong> emotional involviert <strong>und</strong> als Team motiviert <strong>und</strong><br />
gefordert sein muss, damit diese ein Erfolg werden können. Das nicht nur für<br />
Beratungsprojekte mit kulturellen Anliegen <strong>und</strong> Veränderungsansprüchen, sondern auch bei<br />
Cost-Cutting <strong>und</strong> Restrukturierungsprojekten. Wenn „die da oben“ zwar Veränderung<br />
predigen, aber selbst nichts lernen, bewegt sich wenig. Daher erfüllt dieses<br />
Architekturelement folgende Funktionen:<br />
Vorbildwirkung;<br />
Normsetzung, um rascher Bewegung ins System bringen zu können;<br />
Steigerung der Glaubwürdigkeit bezüglich des Projekts;<br />
Symbolische Aussagen: „Jeder muss bei sich selbst anfangen. Teamarbeit ist<br />
wichtig.“ etc.<br />
j) Multiplikatorenforen<br />
Funktionen:<br />
bzw. Schlüsselpersonentreffen haben folgende<br />
Verteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern;<br />
Beschleunigung der Wirkung des Selbstorganisationsferments;
Öffnen sozialer Energiebahnen;<br />
Nutzen der internen Ressourcen.<br />
k) Coaching:<br />
Je nach Kontext <strong>und</strong> Unternehmenskultur kann Coaching vorerst auf der persönlichen Ebene<br />
folgende Funktionen erfüllen:<br />
persönliche Entlastung, Unterstützung;<br />
Entlastung des Systems durch Stabilisierung einzelner Rollenbilder;<br />
Aufbauen kollektiver Ressourcen durch Qualifizierung einzelner Funktionsträger.<br />
l) „Train the trainer“-Module:<br />
Dieses Architekturelement ist besonders in der Umsetzungsphase wichtig, wenn sich die<br />
Berater schrittweise zurückziehen <strong>und</strong> dem Klientensystem allmählich die gesamte<br />
Prozessverantwortung übergeben. Es erfüllt folgende Funktionen:<br />
Aufbauen interner Beratungs- <strong>und</strong> Prozesskompetenz;<br />
Förderung der Eigenverantwortung;<br />
Multiplikatorenfunktion.<br />
m) Evaluierung:<br />
Unter Evaluierung verstehen wir das Mitverfolgen des Ablaufs bis zur Erreichung der<br />
Projektziele. Obwohl sich im Laufe eines längeren Prozesses die Bewertungen, Sichtweisen<br />
<strong>und</strong> Erfolgskriterien verändern, empfehlen wir immer, den Prozess zu evaluieren. Das<br />
geschieht vorzugsweise durch qualitative Methoden. Auch quantitative Methoden können<br />
funktional sein, spiegeln aber zumeist eine nicht erfüllbare Objektivität vor. Wir setzen mehr<br />
auf qualitative Methoden wie die Auswertung von Interviews, die zu Beginn <strong>und</strong> am Ende<br />
des Projekt durchgeführt werden, auf Begleitung <strong>und</strong> Dokumentation der Arbeit von Teams,<br />
auf systematische Reviews usw. Die Funktionen der Evaluierung sind:<br />
Erfolgskontrolle;<br />
Bewusstmachen der erreichten Veränderungen bzw. der Stolpersteine;<br />
Rechtfertigung gegenüber den Geldgebern bzw. Skeptikern.<br />
n) Moderierte Abteilungs- <strong>und</strong> Teamgespräche<br />
Eine SWOT-Analyse, eine Stärken-Schwächen-Analyse in konkreten Arbeitsbereichen<br />
ermöglicht Feedbackprozesse <strong>und</strong> damit Lernen. Gerade in Umsetzungsphasen gelingt es<br />
auf diese Weise, jedem Mitarbeiter den Bezug zwischen dem Gesamtprozess <strong>und</strong> der
eigenen täglichen Praxis, zu seinen konkreten Problemen klar zu machen. Wenn dann auch<br />
noch die Möglichkeit eingebaut wird, die Anliegen dieses Teams an die Steuergruppe<br />
heranzubringen, ist die Lernschleife geschlossen.<br />
Deren Funktionen für den Beratungsprozess sehen wir in folgenden Punkten:<br />
rasche Umsetzung, „Herunterbrechen“ auf die operative Ebene;<br />
Verbindung von Konzeptarbeit <strong>und</strong> Praxis;<br />
Herstellen eines Kommunikationsflusses zwischen Steuergruppe, Linie <strong>und</strong> Basis;<br />
Förderung von Feedback-Schleifen – quer über alle hierarchischen Ebenen, quer<br />
über Schnittstellen <strong>und</strong> verschiedene Bereiche.<br />
Die Beziehung zwischen den Subprojekten <strong>und</strong> den Teamentwicklungen ist als Matrix<br />
vorzustellen. Die Arbeit in den Teams bzw. Einheiten berühren alle für sie relevanten<br />
Themen an den konkreten Problemstellungen.<br />
o) Staffarbeit im Beratungssystem:<br />
Wir führen unsere Beraterarbeit meist in Paaren bzw. in Teams also „Staffs“ durch, bei<br />
größeren Projekten oft mit mehreren Beratern. Ohne ständige Koordinierung, Abstimmung,<br />
Interventionsplanung, Reflexion der eigenen Rolle, Beziehung, der Resonanzen <strong>und</strong> Spiele<br />
usw. ist unserer Meinung nach professionelle Arbeit nicht möglich. Daher erfüllt die<br />
Staffarbeit folgende Funktionen:<br />
Festigung <strong>und</strong> Orientierung im Beratersystem, um den immer auftretenden<br />
Irritationen gewachsen zu sein;<br />
Auffangen der unvermeidlichen Unsicherheiten;<br />
Reflexionsarbeit;<br />
Interventionsplanung <strong>und</strong> Gesamtsteuerung;<br />
Festigung des Teamcharakters.<br />
Teams (in den Architekturelementen)<br />
Die meisten der angeführten Architekturelemente basieren auf der Gr<strong>und</strong>annahme <strong>und</strong><br />
Erfahrung, dass heterogen zusammengesetzte Gruppen bzw. Teams die ideale Form der<br />
Bearbeitung komplexer, neuer Aufgabenstellungen sind. Für uns sind sie beinahe eine<br />
Zauberformel für Selbststeuerung <strong>und</strong> für Lernen in sich verändernden Systemen, weil sie<br />
die Komplexität der internen <strong>und</strong> externen Umwelten adäquat berücksichtigen <strong>und</strong><br />
verarbeiten können. Man kann es aber nicht deutlich genug sagen: Das gilt nur für<br />
sogenannte „reife Teams“, die Zeit hatten, arbeitsfähig zu werden. Solche Teams sind dann
„Hyperexperten“ des Komplexitätsmanagements <strong>und</strong> daher für komplexe Beratungsprozesse<br />
als zentrales Architekturelement bestens geeignet. (Vgl.: Heintel / Königswieser, 2002)<br />
Aber nicht nur die Reife, die Reflexions- <strong>und</strong> die Arbeitsfähigkeit der Gruppe spielen eine<br />
zentrale Rolle, sondern auch deren Zusammensetzung. Es haben sich folgende vier Kriterien<br />
bewährt:<br />
Abbildung3: Hauptkriterien der Zusammensetzung von Teams<br />
In ideal zusammengesetzten Teams gibt es nicht nur Mächtige, die dazu beitragen können,<br />
dass Konzepte auch klar <strong>und</strong> rasch entschieden werden (wenn möglich, sollte ein<br />
Vorstandsmitglied in der Steuergruppe sein), sondern es sollten auch Betroffene mitarbeiten,<br />
welche die relevanten Strömungen <strong>und</strong> Emotionen – je nach Schwerpunkt des Projekts – mit<br />
einbringen (z. B. Meister oder Skeptiker, Bewahrer oder Minderheitenvertreter).<br />
Wenn diese Personen auch noch in wichtigen Subsystemen Akzeptanz genießen, erleichtert<br />
das die Arbeit an sich <strong>und</strong> beschleunigt die Umsetzung. Know-how-Träger - inhaltlich, aber<br />
auch prozessbezogen - bringen Ressourcen des Systems ins Projekt.<br />
Beispiel: Deutsche Post<br />
Die Geschichte<br />
Betroffenheit Entscheidungs<br />
macht<br />
informeller Einfluss<br />
(Akzeptanz bei anderen)<br />
Know-how<br />
(inhaltlich, Prozess)<br />
Der Unternehmenssprecherausschuss der leitenden Angestellten befindet sich immer in<br />
einer sehr ambivalenten Rolle. Auf der einen Seite will er nicht der Betriebsrat des TOP-<br />
Managements sein, auf der anderen Seite kann er aber auch nicht alle Veränderungen, die<br />
Führungskräfte betreffen, kommentarlos hinnehmen. Die Interessenvertretung befindet sich<br />
damit in denselben Widerspruchsfeldern, wie ihre Mitglieder:
• Führungskräfte stehen an der Spitze des Wandels, sind aber selbst auch von<br />
Reorganisationsmaßnahmen betroffen <strong>und</strong> müssen sich neuen Herausforderungen<br />
stellen.<br />
• Ein Interesse der Führungskräfte an der Interessenvertretung besteht primär bei einer<br />
Verlustsituation (Ich werde nicht mehr in der Funktion sein, - ich werde freigesetzt.)<br />
Die Gewinner verhandeln alles selbst.<br />
Wir wurden von den Mitgliedern des Unternehmenssprecherausschusses eingeladen, zwei<br />
Großveranstaltungen zu begleiten.<br />
In einer ersten Systemdiagnose wurden die wichtigsten „Nervthemen“ erhoben. Allein schon<br />
die Maßnahme, Gespräche in den unterschiedlichen Regionen mit Mitgliedern<br />
unterschiedlicher Tochtergesellschaften aus unterschiedlichen Hierarchieebenen zu halten,<br />
war ein wichtiger Vorbereitungsschritt für die Großveranstaltung. Dabei wurde die<br />
Interessensvertretung immer eingeb<strong>und</strong>en.<br />
Der Vorsitzende trug die Ergebnisse der Gespräche auf einer halbtätigen Großveranstaltung<br />
vor. Langer Schlussapplaus war der Lohn für das offene <strong>und</strong> ehrliche Ansprechen von guten,<br />
aber auch verbesserungswürdigen Aspekten in der Führungskultur. In einer informellen<br />
Abendveranstaltung war viel Raum, das Gehörte zu diskutieren, aber auch um einfach mal<br />
nur zu feiern.<br />
In der zweiten Veranstaltung wurden die dialogischen Elemente weiter ausgebaut.<br />
Die Schlüsselintervention bestand aus Mini-Workshops mit dem Top-Management der<br />
deutschen Post zu kritischen Themenfeldern. Die 500 Teilnehmer konnten sich je zwei<br />
Workshops aus 20 Schwerpunktthemen aussuchen, in denen sie die Möglichkeit hatten, live<br />
<strong>und</strong> direkt mit ihrem Top-Management zu diskutieren.<br />
Der Unternehmenssprecherausschuss (Uspra) hat sich auch über diese zwei<br />
Veranstaltungen schließlich von einem „zahnlosen Tiger“ zu einem angesehenen<br />
Gesprächspartner entwickelt.<br />
Die Architektur
Abbildung 4: Die Funktion der Architekturelemente<br />
In diesem überschaubaren Prozess sind drei wesentliche Architekturelemente<br />
hervorzuheben.<br />
Die Systemdiagnose, die es ermöglichte, die latenten <strong>und</strong> schwierigen Themen an die<br />
Oberfläche zu bringen, auch die unangenehmen Nervthemen benennbar zu machen <strong>und</strong> ein<br />
Bild zu zeichnen von der Situation der Führungskräfte bei der Deutschen Post, aber auch die<br />
Erwartungshaltungen für die Großveranstaltungen zu adressieren. Ein weiterer Effekt war<br />
sicherlich auch, „Werbung“ für die Veranstaltung <strong>und</strong> den Uspra im Vorfeld zu betreiben <strong>und</strong><br />
natürlich auch zu symbolisieren, dass Beteiligung gewünscht ist.<br />
Die Vorbereitungsgruppe war zusammengesetzt aus Vertretern der wesentlichen<br />
Unterschiede des Systems (Zentral-dezentral, diverse Unternehmensbereiche, Männer –<br />
Frauen, Länge der Zugehörigkeit, jung-alt, unterschiedliche Hierarchieebenen). Mit den<br />
Ergebnissen der Systemdiagnose konnte die Vorbereitungsgruppe „maßschneidern“, wie<br />
das Design der Veranstaltung aussehen sollte. Sie war das Bindeglied zwischen den<br />
Erwartungen der Teilnehmer, des Uspra <strong>und</strong> der Konzernleitung. Das Entscheidergremium<br />
Uspra konnte die Vorschläge zur Gestaltung reflektieren <strong>und</strong> in Einklang mit der eigenen<br />
Strategie bringen.<br />
Das So<strong>und</strong>ing-Board, welches aus Vertretern der Mächtigen im System bestand,<br />
unterstützte die brückenbauende Verknüpfung zwischen den Interessen des Unternehmens<br />
<strong>und</strong> denen der Leitenden. Hier wurde auch ein wichtiges Designelement modifiziert, die<br />
Dialogforen. Die Gr<strong>und</strong>idee war, auch in kleineren Foren Dialoge zwischen den Leitenden zu
fördern. Die Mitglieder des So<strong>und</strong>ing-Boards übernahmen dabei eine wichtige Rolle in der<br />
Großveranstaltung.<br />
Selbstverständlich war auch hier die Kommunikation zwischen den Projektleitern im<br />
Beratungs- <strong>und</strong> Klientensystem ein erfolgskritischer Faktor.<br />
4. Hypothesen zur Funktion von <strong>Architekturen</strong><br />
a) Prozessarchitekturen machen einen Unterschied zur Aufbauorganisation<br />
Abbildung 5: Funktion von Architektur<br />
Durch die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen aus unterschiedlichen Hierarchieebenen<br />
(Vorstände, Bereichsleiter, Teamleiter, Mitarbeiter, Betriebsräte), unterschiedlichen<br />
Funktionen (z.B. Produktion, Verkauf, Personal), unterschiedlicher Zugehörigkeitsdauer in<br />
der Organisation, Unterschiede im Alter <strong>und</strong> Geschlecht, wird ein Mikrokosmos der<br />
Organisation abgebildet. Somit werden andere Feedbackprozesse, Dialoge <strong>und</strong><br />
Übersetzungen initiiert als in der „normal“ funktionierenden Organisation. Die Chancen <strong>und</strong><br />
Risiken der Veränderungen werden in einem kleinen Rahmen „verprobt“.<br />
Dass längst nicht mehr alle Organisationen dieser Weberschen Pyramide entsprechen <strong>und</strong><br />
die daraus resultierende Werte – <strong>und</strong> Verhaltensmodifikationen tragen sicherlich zur<br />
Steigerung der Komplexität bei (Vgl.: Sennett, 2005) <strong>und</strong> bedürfte auch noch einer<br />
getrennten Betrachtung.<br />
b) Feedbackprozesse / <strong>Architekturen</strong> pumpen Sauerstoff ins System<br />
Prozessarchitekturen ermöglichen neue Kommunikationswege, jenseits der Hierarchie <strong>und</strong><br />
der informellen Strukturen. Mitglieder von Arbeitsgruppen haben die Möglichkeit, direkt mit<br />
Vorständen <strong>und</strong> Mitarbeitern aus anderen Bereichen zu sprechen <strong>und</strong> vice versa.
Sachverhalte können aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden<br />
(Mehrbrillenprinzip) <strong>und</strong> die Vielfalt von Meinungen kann als Reichtum erlebbar gemacht<br />
werden. Es erfolgt eine andere Konstruktion von „Wirklichkeit“ <strong>und</strong> andere „Wahr-nehmens“-<br />
Dimensionen werden sichtbar. Dieses führt zu einer Erhöhung der Komplexität, Kreativität<br />
<strong>und</strong> Reflexivität. Die Kunst bei <strong>Architekturen</strong> ist insbesondere, in den letzten drei<br />
Dimensionen eine Balance zu halten, die Nachdenken ermöglicht, aber auch<br />
Handlungsfähigkeit erhöht (Entschleunigung zur Beschleunigung). Über die <strong>Architekturen</strong><br />
sollen Musterveränderungen ermöglicht <strong>und</strong> neue Problemlösungen gestaltet werden.<br />
Diese Themen sind aufregend, neu, vitalisierend <strong>und</strong> teilweise aber auch angsteinflößend.<br />
c) <strong>Architekturen</strong> brauchen Anschlussfähigkeit<br />
Da Projekte an sich, aber insbesondere systemische Beratungsprojekte jenseits der<br />
Hierarchie arbeiten <strong>und</strong> damit auch eine Bedrohung für diese darstellen, ist der<br />
Anschlussfähigkeit der Architektur <strong>und</strong> ihrer besonderen Bedeutung im Spannungsfeld von<br />
Sicherheit <strong>und</strong> konstruktiver Irritation ein besonderes Augenmerk zu schenken. Über<br />
Hypothesen, Projekt-Umfeld-Analysen, <strong>und</strong> Systemdiagnosen (Vgl.: Königswieser /<br />
Hillebrand, 2004) kann eine Maßschneiderei erfolgen. Teilweise ist auch Lobbying für die<br />
eine oder andere Intervention im Vorfeld sowohl im Berater-Klientensystem, als auch im<br />
Klientensystem notwendig.<br />
d) <strong>Architekturen</strong> geben Sicherheit <strong>und</strong> fördern Nachhaltigkeit<br />
Auf die paradoxe Funktion von <strong>Architekturen</strong>, fixe Räume zu definieren, die Freiräume<br />
eröffnen, haben wir bereits hingewiesen. Ein weiterer Aspekt ist uns wichtig. Sowohl<br />
Teilnehmer als auch Berater können überschauen, wohin die Reise geht. Es muss nicht von<br />
Workshop zu Workshop neu verhandelt werden, sondern auch irritierendere oder gewagtere<br />
Interventionen können initiiert werden, ohne Angst haben zu müssen, den Auftrag zu<br />
verlieren. Das BKS ist insgesamt damit stabiler <strong>und</strong> risikofreudiger.<br />
Durch die Gesamtarchitektur wird auf unterschiedlichen Dimensionen deutlich, dass es um<br />
eine nachhaltige Veränderung geht, die nicht mit einem einmaligen Event abgeschlossen ist.<br />
(Vgl.: Hillebrand, 2004, LIMAK)<br />
e) <strong>Architekturen</strong> benötigen Haltung<br />
Die wichtigste Gr<strong>und</strong>lage bei der Gestaltung von <strong>Architekturen</strong> ist die eigene Haltung<br />
(Vgl.: Königswieser / Hillebrand in diesem Band). Nur durch die eigene Distanz <strong>und</strong> ein<br />
professionelles reflektiertes Verhalten ist es möglich, den Grat zu beschreiten zwischen „was<br />
ist wirklich notwendig“ <strong>und</strong> „wann halte ich das Beratungsprojekt aufgr<strong>und</strong> von
Architekturmängeln für nicht erfolgsversprechend“ <strong>und</strong> nehme daher den Kontrakt nicht an.<br />
Dass diese schwierigen Situationen nicht nach einfachen Regeln zu bearbeiten sind, ist<br />
selbstredend (Vgl.: Königswieser / Hillebrand; 2004, S. 102 ff).<br />
5. Möglichkeiten einer Weiterentwicklungen<br />
Das Zusammenspiel von Fach- <strong>und</strong> Prozessberatung wird in Zukunft eine elementarere<br />
Rolle in Beratungskontexten spielen (Vgl.: Königswieser / Sonuc / Gebhardt, 2005). Hierbei<br />
werden neue Formen der Zusammenarbeit erprobt werden müssen, andere<br />
Architekturelemente <strong>und</strong> Gesamtarchitekturen sind notwendig. Wir möchten vorab anhand<br />
eines Falls eine komplexere Architektur aufzeigen, um dann anschließend einen Ausblick auf<br />
die Veränderungsmöglichkeiten bzw. -notwendigkeiten zu geben.<br />
Erfahrungen:<br />
Veränderungsprojekt „Fit für die Zukunft“ – Führungskompetenz <strong>und</strong> Lernfähigkeit<br />
Das Unternehmen, welches wir in einem Veränderungsprojekt beratend begleitet haben, galt<br />
<strong>und</strong> gilt im Bewusstsein der Belegschaft <strong>und</strong> auch in der Öffentlichkeit als „unsinkbares<br />
Flaggschiff der Nation“ mit sozialem Gewissen <strong>und</strong> Engagement. Es beschäftigt mehr als<br />
10.000 Mitarbeiter, davon ca. 1000 in der Teilorganisation, die verändert werden sollte.<br />
Auf Gr<strong>und</strong> der zu erwartenden Liberalisierung des Marktes <strong>und</strong> des zunehmenden<br />
internationalen Konkurrenzdrucks schien der Unternehmensführung ein frühzeitiges, proaktives<br />
Handeln sinnvoll, um das Unternehmen „fit für die Zukunft“ zu machen. Aus Sicht der<br />
<strong>aktuelle</strong>n Ertragslage gab es allerdings keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Die Aussage<br />
einer Führungskraft „Wir müssen uns verändern, damit es bleibt, wie es ist“ drückt klar aus,<br />
dass es nicht um das unmittelbare Überleben ging. Mit dieser Haltung bleibt allerdings der<br />
Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Veränderungsprozessen bei den Mitarbeitern: „Die da oben<br />
denken jetzt nur noch an Rentabilität <strong>und</strong> Profit, nicht an die Menschen!“<br />
Vor diesem Hintergr<strong>und</strong> war klar, dass der Erfolg des Projekts nicht oder nicht allein daran<br />
gemessen werden sollte <strong>und</strong> konnte, ob die betriebswirtschaftliche Vorgabe im Sinne von<br />
„Einsparung <strong>und</strong> Effizienz-Plus“ erreicht werden kann, sondern in wie weit es gelingt, dass<br />
alle Beteiligten ein neues positives Zukunftsbild entwickeln <strong>und</strong> ob die Eigenverantwortung<br />
für Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels gestärkt werden kann <strong>und</strong> somit nachhaltige<br />
Entwicklung erfolgt.<br />
Als konkrete Arbeitsschritte für das Veränderungsprojekt in der Teilorganisation waren<br />
vorgesehen: Klärung des Selbstverständnisses des Bereiches; Konzipieren <strong>und</strong>
Implementieren optimaler Organisationsstrukturen; Entwickeln der Fähigkeit der<br />
Organisation bzw. der handelnden Personen, diese neue Strukturen umzusetzen <strong>und</strong> mit<br />
Leben zu erfüllen; den erforderlichen Arbeitsplatzabbau entsprechend der<br />
Unternehmenskultur sozial verträglich <strong>und</strong> zukunftsorientiert zu gestalten.<br />
In der Projektarchitektur waren folgende Phasen, Schritte bzw. Interventionen vorgesehen.<br />
1.) Auftraggebergruppe<br />
2.) Steuergruppe<br />
(übergreifend)<br />
3.) Direktoren<br />
4.) Personalpanels<br />
5.) Simultane Umsetzungsprozesse<br />
6.) Subprojekt Führung,<br />
Konzeptentwicklung<br />
Qualifizierungsdurchführung<br />
7.) Subprojekt Veränderungsbegleitung<br />
8.) Subprojekt Kommunikation<br />
Großveranstaltung, Plattformen<br />
9.) Verzahnung mit relevanten Umwelten<br />
10.) Subprojekt „Zügler“<br />
11.) Subprojekt „K<strong>und</strong>en“<br />
12.) Systeme<br />
13.) Projektleitung <strong>und</strong><br />
Projektmanagement vor Ort<br />
14.) Stafftermine<br />
15.) Evaluation (Systemdiagnose)<br />
Pauschale<br />
x x x<br />
x x x x x<br />
x x x<br />
Jänner<br />
Architektur „Fit für die Zukunft“<br />
X X X X X X<br />
x x x x<br />
> > ><br />
x x x x x x x<br />
Abbildung 6: Projektarchitektur „Fit für die Zukunft“<br />
xxxx<br />
xxx<br />
Dezember<br />
Vor Projektbeginn war die Stimmung im Unternehmen geprägt von „Nicht hinschauen“ auf<br />
das Thema „Veränderung“, - was die im Raum stehenden Einschnitte für jeden Einzelnen<br />
bedeuten könnten. Erst nach längerer Arbeit in der Auftraggeber- <strong>und</strong> Steuergruppe wurde<br />
dann das Projekt „Veränderungsbegleitung“ (7.) beschlossen <strong>und</strong> umgesetzt. Das Kick-off<br />
war energiegeladen <strong>und</strong> die Teilnehmer waren mit Begeisterung bei der Sache, auch wenn<br />
das offene Aussprechen der geplanten Maßnahmen massive Betroffenheit auslöste, da sich<br />
nun konkret Personalabbau <strong>und</strong> auch der Verlust von Positionen ankündigte. Auch nicht alle<br />
Personen, die einen Aufstieg in der Hierarchie machen sollten, zeigten sich darüber erfreut.<br />
Im Wesentlichen ging es bei dem Veränderungsprojekt nicht darum, die zu erwartenden<br />
Einsparungen <strong>und</strong> Stellenreduktionen als „Mobilitätsmanagement“ durchzuziehen, sondern
die Lern- <strong>und</strong> Veränderungsfähigkeit der Organisation auf allen Ebenen zu stärken, diese zu<br />
einem zentralen Anliegen der Gesamtorganisation zu machen.<br />
Um dies zu erreichen, wurde in der Auftraggebergruppe (1.) über Systemdiagnose,<br />
Rückspiegelung <strong>und</strong> Reflexionsschleifen neues, gemeinsames Wissen über die Organisation<br />
generiert, Pro’s <strong>und</strong> Contra’s von geplanten Maßnahmen im Team erörtert, um den<br />
Gesamtprozess effektiv lenken <strong>und</strong> steuern zu können. In der Steuergruppe (2.) wurden<br />
kritischen Themen aufgegriffen <strong>und</strong> komplexe Zusammenhänge beleuchtet, um den<br />
Veränderungsprozess zügig voranzutreiben. Das Subprojekt „Identität“ (6.) erarbeitet einen<br />
gemeinsam getragenen Wertekanon, der umgesetzt werden kann in operationale,<br />
entscheidungsrelevante Kriterien für die Beurteilung <strong>und</strong> Qualifizierung von Führungskräften<br />
im Subprojekt „Führung“ (6.).<br />
Weil bevorstehende Veränderungen nur durch eine offene <strong>und</strong> klare Informationspolitik<br />
bewältigt <strong>und</strong> verarbeitet werden können, müssen alle Beteiligten <strong>und</strong> vor allem die<br />
Führungskräfte ihre Interessen, Erwartungen <strong>und</strong> auch Befürchtungen, Zweifel <strong>und</strong> Ängste<br />
anschlussfähig kommunizieren können. Um diese Kommunikationskompetenz <strong>und</strong> das<br />
gegenseitige Vertrauen weiter zu entwickeln, wurde ein eigenes Subprojekt „Kommunikation“<br />
(8.) eingerichtet.<br />
In den Subprojekten „Potentiale“ <strong>und</strong> „Strukturen“ wurde unternehmensübergreifend die<br />
Fähigkeit der Organisation, sich selbst eigenständig weiterzuentwickeln, ausgelotet <strong>und</strong> das<br />
Bewusstsein der Notwenigkeit <strong>und</strong> Möglichkeit vertieft, vorhandene Ressourcen effizient zu<br />
nutzen <strong>und</strong> bestehende Strukturen in allen Bereichen entweder zu optimieren oder aber<br />
neue zu installieren. Hier wurden die Entscheidungen vorbereitet, wie die Organisation<br />
aussehen kann <strong>und</strong> soll, <strong>und</strong> zwar nicht nur vom Top-Management, sondern unter<br />
Einbeziehung von Mitarbeitern unterschiedlicher Hierarchiestufen.<br />
Aufgr<strong>und</strong> einer veränderten Organisationsstruktur (Abläufe, Funktionen <strong>und</strong> Zuständigkeiten<br />
wurden neu definiert <strong>und</strong> dadurch auch zwei Hierarchieebenen entfernt) mussten in einem<br />
überschaubaren zeitlichen Rahmen angemessene Neubesetzungen durchgeführt werden.<br />
Nach längerer Diskussion in der Auftraggebergruppe <strong>und</strong> mit den Personalverantwortlichen<br />
wurde gegen eine Auswahl der Kandidaten alleine durch die direkten Vorgesetzen <strong>und</strong><br />
gegen eine offene Stellenausschreibung entschieden. Alle Stellen sollten durch Panel-<br />
Entscheidungen besetzt werden (Siehe weiter unten).<br />
Nach Erläuterung durch den Personalchef, wie die Besetzung für neue Funktionen konkret<br />
erfolgen sollte, herrschte Erleichterung. Ein Mitarbeiter sagte: „Wenn ich gewusst hätte, dass<br />
es so ist <strong>und</strong> es mir erklärt worden wäre, dann hätte ich mir keine Sorgen machen müssen.
Es ist doch gut so.“ In der folgenden Sitzung wurde dann auch eine offenere<br />
Informationspolitik von allen Führungskräften eingefordert.<br />
Im weiteren Verlauf des Projekts stellte sich schon bald heraus, dass das Thema<br />
„Führungskräftequalifikation“ eine wichtige Rolle einnehmen würde. Das Leadership-<br />
Programm sollte auch das Bewusstsein der Verantwortlichkeit bei der unteren<br />
Führungsebene vertiefen.<br />
6. Trends: Modifikationen in den Interventionsdimensionen<br />
Im Vergleich zur klassischen systemischen Beratung werden deutliche Unterschiede<br />
bezüglich der fünf Interventionsdimensionen sachlich, sozial, zeitlich, räumlich, symbolisch<br />
sichtbar.<br />
Auf der sachlichen Ebenen werden neue Themenfelder hinzukommen, wobei es auch ein<br />
gewisses fachliches Gr<strong>und</strong>-Know-How der Berater geben muss. So wird es immer wichtiger,<br />
z.B. bei finanziellen Planungsprozessen oder bei Neustrukturierungen von Abteilungen, auch<br />
ein f<strong>und</strong>iertes fachliches Know-How zu haben, nicht um die richtigen Antworten zu geben,<br />
aber um die richtigen Fragen stellen zu können. Auch ein f<strong>und</strong>iertes Gr<strong>und</strong>verständnis der<br />
Branche, ihrer spezifischen Geschichte, ihrer Kultur <strong>und</strong> ihrer Wahrnehmungsdimensionen<br />
ist wichtig. Dieses könnte eine Abkehr bedeuten von dem generellen Beratungsanspruch<br />
vieler systemischer Berater, alle Branchen <strong>und</strong> alle Bereiche begleiten zu können.<br />
Auf der sozialen Ebene wird es spannende Themenfelder geben, etwa wie Gruppen<br />
zusammengesetzt werden sollen, oder wie die richtige Balance zwischen Macht <strong>und</strong><br />
Beteiligung bei unangenehmen Entscheidungsvorbereitungen (z.B. Arbeitsplatzabbau)<br />
aussehen kann. Insbesondere bei kurzfristigeren Projektlaufzeiten <strong>und</strong> höherer<br />
Ergebniserwartung wird eine neue, erweiterte Kompetenz nötig sein, um Beteiligte zu<br />
integrieren <strong>und</strong> Führung nicht zu untergraben.<br />
Auch die zeitliche Dimension gewinnt auf diesem Hintergr<strong>und</strong> einen anderen Stellenwert.<br />
Nach unserer Erfahrung sind Treffen einer Steuergruppe im Abstand von vier Wochen<br />
hilfreich, weil sich auch zwischen den Workshops ein Menge Aktionen selbstgesteuert<br />
gestalten lassen. Der Druck auf Entscheidungen wird aber immer zeitkritischer, was<br />
gegebenenfalls auch ein Umdenken auf dieser Dimension zur Folge haben wird. Daher wird<br />
die Projektdauer oft eine andere sein <strong>und</strong> der Fokus wird eher auf einer kurzfristigen,<br />
massiven Steuerung als auf einer langfristigen, behutsamen liegen.<br />
Die räumliche Dimension ändert sich heute schon oft dergestalt, dass mehr Arbeit in den<br />
Räumlichkeiten der K<strong>und</strong>en stattfindet (teilweise auch aus Kostengesichtspunkten). Damit
wird aber die operative Hektik in den Workshops stärker spürbarer. Auf der Designebene<br />
entfallen somit wertvolle Abendeinheiten mit sensiblen Gruppenbildungsübungen.<br />
Die Symbolik wird an Wichtigkeit weiter zunehmen. Organisationen schauen bei<br />
Beratungsprojekten immer kritischer auf die Wirksamkeit <strong>und</strong> Funktionalität der Beratung,<br />
aber auch auf die versteckten Botschaften. Wie viel Zeit sind die Auftraggeber bereit zu<br />
investieren? Wer ist Projektleiter? Wie werden Ergebnisse kommuniziert <strong>und</strong> welchen<br />
Einfluss hat die Basis? Wie wird mit den Verlierern umgegangen <strong>und</strong> wie agieren die<br />
Gewinner? Hierbei geht es um die „gefühlte“ Wertschätzung für die Mitarbeiter der<br />
Organisation <strong>und</strong> ihre Erfolge. Es geht sehr oft um face to face Kommunikation, weniger<br />
darum, ob alle Informationen auf dem Internet verfügbar sind.<br />
Daraus resultieren neue Architekturelemente. Die Änderungen in den Architekturelementen<br />
werden sich hauptsächlich in den Subprojekten wiederfinden (unter dem Dach der<br />
Auftraggeberr<strong>und</strong>e <strong>und</strong> Steuergruppe).<br />
Exemplarisch möchten wir an drei Beispielen aufzeigen, welche Subprojekte uns in letzter<br />
Zeit hilfreich erschienen.<br />
Junge Wilde / Zukunftswerkstatt<br />
Eine Gruppe von „jungen“ Mitarbeitern (Alter, Betriebszugehörigkeit) denkt das Unternehmen<br />
neu. Ausgehend von der Situation „wenn ich der Vorstandsvorsitzende wäre“, wird überlegt,<br />
welche Maßnahmen, auf der „grünen Wiese“ geplant, für die Organisation hilfreich sein<br />
könnten. Die Innovationskraft der Organisation wird gestärkt, neue Ideen finden ihren Platz.<br />
Die Rückspiegelung der Ergebnisse an die Vorstände <strong>und</strong>/oder Geschäftsführer fördert die<br />
Umsetzung von Themen, die diese spezifische Organisation teilweise revolutionieren.<br />
Planungsprozesse (<strong>und</strong> Kommunikationskultur)<br />
Die Gestaltung von betriebswirtschaftlichen Planungsprozessen (operativ, Mifri) bedarf oft<br />
einer neuen Kommunikations- <strong>und</strong> Kooperationskultur. Insbesondere zwischen Mutter <strong>und</strong><br />
Töchter kristallisieren sich an diesem Thema alle vorhandenen latenten Themen heraus,<br />
insbesondere wer welche Macht wirklich hat. In einem Subprojekt das „Was“ <strong>und</strong> „Wie“<br />
gleichzeitig <strong>und</strong> gemeinsam mit Vertretern aller relevanten, an diesem Prozess beteiligen<br />
Umwelten zu entwickeln, bedeutet sehr oft nachhaltige Veränderung.<br />
Umgang mit Arbeitsplatzabbau<br />
Bei vielen Umstrukturierungsprojekten wird auch Personal abgebaut. Dass dieses passiert,<br />
steht (bedauerlicherweise) aufgr<strong>und</strong> wirtschaftlicher Umstände nicht zur Disposition. Wie
aber letztendlich mit dem Thema in der Organisation umgegangen wird, ist oft stärker<br />
kulturprägend, bzw. desillusionierend, als manches Motivations- oder Incentive-Programm.<br />
Ein Subprojekt zu diesem Themenbereich ermöglicht einen bewussten Umgang, eine<br />
Enttabuisierung <strong>und</strong> oft auch eine Neuorientierung (nicht nur für die, die entlassen werden)<br />
(Vgl.: Hillebrand et. al., 2005; Gessner, 2005). Eine Arbeitsgruppe mit Betroffenen<br />
(Survivors, Entlassene, Führungskräfte) kann eine andere Sicht auf die Dinge eröffnen <strong>und</strong><br />
auch neue Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.<br />
In diesem Problembereich wird es noch vieler Anstrengungen <strong>und</strong> einer gehörigen Portion<br />
Phantasie bedürfen, um Lösungen zu finden, die nicht nur auf Symptombehandlung<br />
ausgerichtet sind, sondern dazu beitragen, Geschäftsinteressen <strong>und</strong> Mitarbeiterbedürfnisse<br />
diskursiv aufeinander abzustimmen <strong>und</strong> Unternehmen vorausschauend <strong>und</strong> pro-aktiv für die<br />
Herausforderungen aber auch Chancen einer rapide sich verändernden Umwelt „fit“ zu<br />
machen.<br />
7. Zusammenfassung:<br />
Die Gr<strong>und</strong>logik von <strong>Architekturen</strong> als sicherheitsgebendes Gestaltungselement wird auch<br />
weiterhin Bestand haben. Die wichtige Funktion von fixen Räumen für Freiräumen wird an<br />
Bedeutung zunehmen. Die Beteiligung der Betroffenen wird weiterhin ein Herzstück der<br />
systemischen Beratungen bleiben. Entwicklungen erwarten wir insbesondere auf dem Feld<br />
der Themen der Subprojekte <strong>und</strong> der zeitlichen <strong>und</strong> inhaltlichen Dynamik, mit der Beratung<br />
in Zukunft konfrontiert sein wird. Dort werden auch weiterhin Berater ihre Kreativität<br />
einsetzen müssen, um zusammen mit ihren K<strong>und</strong>en maßgeschneiderte <strong>und</strong> funktional<br />
zielführende <strong>Architekturen</strong> zu entwickeln, die es ermöglichen, über Reflexion <strong>und</strong><br />
Musterveränderung erweiterte Handlungsfähigkeit zu erlangen.<br />
Literatur:<br />
Argyris, Ch. (1997): Wissen in Aktion. Stuttgart: Klett-Cotta<br />
Hillebrand, M. (2004): Was bleibt, wenn die Berater gehen? Nachhaltigkeit <strong>und</strong> Wert(e) in<br />
systemischen Beratungsprojekten. In: LIMAK Newsletter 1/2004, S. 9<br />
Königswieser, R. / Hillebrand, M. (2004): Einführung in die systemische<br />
Organisationsberatung. Heidelberg: Carl-Auer
Königswieser, R. / Heintel, P. (2002): Teams als Hyperexperten des<br />
Komplexitätsmanagement. In: Ahlemeyer, H. W. / Königswieser, R (Hrsg.): Komplexität<br />
managen.<br />
Königswieser, R. / Sonuç, E. / Gebhardt J. (2005): Integrierte Fach- <strong>und</strong> Prozessberatung.<br />
In: Mohe, M.: Sammelband „Innovative Beratungskonzepte. Rosenberger Fachverlag<br />
Königswieser, R. / Keil, M. (2. Auflage 2002): Das Feuer großer Gruppen. Konzepte,<br />
Designs, Praxisbeispiele für Großveranstaltungen. Stuttgart: Klett Cotta<br />
Sennett, Richard (2005). Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin Verlag.