Spiegel der Modernisierung - Landeskrankenhaus

landeskrankenhaus

Spiegel der Modernisierung - Landeskrankenhaus

1997 – 2007

Spiegel der Modernisierung

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)


1997 – 2007

Spiegel der Modernisierung

Festschrift zum 10-jährigen Bestehen des Landeskrankenhauses (AöR)


4 |

1997

1998

1999

2000

2001

Inhalt

Vorwort

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR) 6

Grußworte

Malu Dreyer, Staatsministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit,

Familie und Frauen Rheinland-Pfalz 8

Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär im Ministerium für

Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz,

Aufsichtsratsvorsitzender Landeskrankenhaus (AöR) 9

Andreas Wörner, Vorsitzender des

Gesamtpersonalrates Landeskrankenhaus (AöR) 10

Die Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR) 12

Chronik des Landeskrankenhauses (AöR)

Weiterentwicklung der Leistungs-

und Versorgungsformen 14

Strukturelle Verbesserungen

im medizin-technischen Bereich 26

Gemeinsames Leitbild für

das Landeskrankenhaus (AöR) und seine Einrichtungen 38

Drei neue Einrichtungen unter dem Dach

des Landeskrankenhauses (AöR) 48

Anpassung der Leistungsangebote

an zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen 68


2002

2003

2004

2005

2006

Fort- und Weiterbildungsinstitut gegründet 86

Einrichtungsverbund nochmals erweitert 98

Effektive Leistungsprozesse

führen zu wirtschaftlicher Stabilität 110

Positive Auswirkungen der

vorgenommenen Strukturveränderungen 128

Wichtige Weichenstellungen zur Zukunftssicherung 142

Beiträge der Mitglieder der Geschäftsleitung

des Landeskrankenhauses (AöR)

Werner Schmitt 18

Alexander Schneider 34

Dr. Wolfgang Guth 46

Rita Lorse 66

Karlheinz Saage 84

Wolfram Schumacher-Wandersleb 126

Antrittsrede des Geschäftsführers Norbert Finke

im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und

Gesundheit Rheinland-Pfalz vom 10. Januar 1997 156

Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsleitung

des Landeskrankenhauses (AöR) 160

Leistungsspektrum der Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR) 162

Impressum

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

| 5


Norbert Finke

6 |

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit dem am 1. Januar 1996 in Kraft getretenen Landesgesetz zur

Neuordnung des öffentlichen Gesundheitsdienstes hat das Land Rheinland-Pfalz

die Zielsetzung verfolgt, das dem öffentlichen Gesundheitsdienst

bis dahin zugrunde liegende vorkonstitutionelle Landesrecht zu

reformieren, da es den Anforderungen an eine moderne Gesundheitsverwaltung

nicht mehr entsprach.

Mit der Modernisierung der Träger- und Klinikstrukturen sollten die

Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der als unselbständige, landeseigene

Betriebe geführten Krankenhäuser optimiert werden. Hierzu wurden

die Landesnervenkliniken in Alzey und Andernach sowie das Neurologische

Landeskrankenhaus Meisenheim zum 1. Januar 1997 unter der

Trägerschaft des neu gegründeten Landeskrankenhauses als rechtsfähige

und gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts zusammengefasst.

Durch die Errichtung des Landeskrankenhauses (AöR) sollte ein

flexibles, eigenverantwortliches und nach modernen Unternehmensgrundsätzen

arbeitendes Krankenhausmanagement für die drei Landesbetriebe

ermöglicht werden.

Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzungen wurde das neue Trägerunternehmen

mit lediglich zwei Organen, dem Aufsichtsrat und dem

Geschäftsführer, ausgestattet. Durch diese Führungsstruktur wurden kurze

Entscheidungswege bei klaren Zuständigkeiten ermöglicht. Insbesondere

wurde durch die Zusammenführung von Entscheidungszuständigkeit

und Resultatsverantwortung die Grundlage dafür geschaffen, dass

die Betriebsführung sachgerecht und erfolgsorientiert arbeitet.

Das Landeskrankenhaus (AöR) hat sich von Anfang an zum bereits

existierenden Wettbewerb in seinen Aufgabenfeldern und Versorgungsregionen

bekannt. Dabei wurden für das neue Trägerunternehmen Landeskrankenhaus

(AöR) zwei Maximen zugrunde gelegt: zum einen kurzfristig

eine wirtschaftliche Konsolidierung aller drei Einrichtungen zu erreichen

und zum anderen die Entwicklung des Landeskrankenhauses (AöR)

und seiner Einrichtungen zu modernen Dienstleistungsunternehmen

im Gesundheits- und Sozialwesen mit vielfältigen ambulanten, teilstationären,

stationären, komplementären Leistungsangeboten und außerklinischen

Versorgungsaufgaben.

Die Erfahrungen der ersten Jahre ermutigten die Landesregierung,

zum 1. Januar 2000 mit dem Kinderneurologischen Zentrum in Mainz,

dem Sprachheilzentrum in Meisenheim sowie der Reha-Klinik Rheingrafenstein

in Bad Münster am Stein-Ebernburg drei weitere Einrichtungen

dem Landeskrankenhaus (AöR) anzugliedern. Zum 1. Januar 2003

kam das Krankenhaus Hinter der Hofstadt in Meisenheim hinzu.

Inklusive der angeschlossenen Tageskliniken, Institutsambulanzen,

Heimen für psychisch Kranke und Behinderte mit mehreren Außen-


wohngruppen und Tagesstätten erbringt das Landeskrankenhaus (AöR)

heute Behandlungs- und Pflegeleistungen an insgesamt 12 Standorten

und ist mit mehr als 2.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein bedeutender

Leistungserbringer im Gesundheits- und Sozialwesen in Rheinland-Pfalz.

Zum 1. Januar 2007 kann das Landeskrankenhaus – Anstalt des

öffentlichen Rechts – auf sein 10-jähriges Bestehen zurückblicken. In

diesem Zeitraum haben sich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen

mit enormer Dynamik verändert. So wie das generelle Ziel des

Gesundheitswesens darauf ausgerichtet ist, die Gesundheitsverbesserung

der Bevölkerung bei zunehmender Lebenserwartung und verbesserter

Lebensqualität zu erreichen, setzt sich das Landeskrankenhaus (AöR)

mit seinen Einrichtungen dafür ein, den Behandlungs- und Betreuungsnutzen

der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten zu vergrößern.

Dies ist in den verschiedenen Versorgungssegmenten des Landeskrankenhauses

(AöR) in den vergangenen zehn Jahren deshalb gut gelungen,

weil sich Qualität und Effizienz über den Weg der kontinuierlichen

Selbstverbesserung haben steigern lassen. Trotz der bekannten schwierigen

Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen konnten die bereits

etablierten Angebotsstrukturen gesichert bzw. ausgebaut sowie zahlreiche

neue Leistungsakzente in den jeweiligen Versorgungsregionen der

Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR) gesetzt werden.

Die wesentlichen Daten und Fakten der Entwicklung des neuen

Trägerunternehmens Landeskrankenhaus (AöR) von 1997 bis 2007 sind

in der vorliegenden Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum zusammengefasst.

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mich bei allen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die in den zurückliegenden zehn

Jahren erbrachten Arbeitsleistungen zu bedanken. Die Mitarbeiterschaft

der Einrichtungen hat von Beginn an ihre Fachkompetenz in die notwendigen

Veränderungen eingebracht und damit die mit hoher Intensität

betriebenen Entwicklungsschritte auf ein solides fachliches Fundament

gestellt.

Bei unverändert großem Engagement und unter Beachtung von Innovationschancen

innerhalb der Geschäfts- und Leistungsbereiche wird

sich dieser Weg auch zukünftig erfolgreich fortsetzen lassen und eine

positive Unternehmensentwicklung für das Landeskrankenhaus (AöR)

und seine Einrichtungen erreichbar sein.

Norbert Finke

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

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Malu Dreyer, Staatsministerin für Arbeit, Soziales,

Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Sehr geehrter Herr Finke,

liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

zehn Jahre Landeskrankenhaus (AöR) sind ein guter Anlass, Ihnen

für Ihre erfolgreiche Arbeit Dank und Anerkennung auszusprechen.

Die Landesregierung hatte sich im Jahr 1996 entschieden, die landeseigenen

Kliniken zu verselbstständigen. In den letzten zehn Jahren hat

das Landeskrankenhaus (AöR) mit seiner Arbeit deutlich gemacht, dass

diese Entscheidung richtig war: Die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen

Rechts hat den drei Kliniken neue Möglichkeiten verschafft,

gleichzeitig blieb aber der öffentlich-rechtliche Charakter bewahrt, der

nach meiner Auffassung auch notwendig ist, wenn es um Eingriffe in

Persönlichkeitsrechte wie im Maßregelvollzug geht. Denn gerade der

Maßregelvollzug ist ein hochsensibler Bereich und daher freue ich mich,

dass in den letzten Jahren durch wirksame Therapieangebote das negative

Image in ein positives gewandelt werden konnte.

Die Vergrößerung im Jahre 2000 durch die Eingliederung des Kinder-

Malu Dreyer

neurologischen Zentrums in Mainz, des Sprachheilzentrums in Meisenheim

und der Rehabilitationsklinik Rheingrafenstein hat das Landeskrankenhaus

(AöR) in seiner Bedeutung weiter gestärkt.

Heute ist das Landeskrankenhaus (AöR) ein unverzichtbarer Bestandteil in der psychiatrischen Versorgung

in Rheinland-Pfalz. Auch im Sozialbereich hat das Landeskrankenhaus (AöR) zwischenzeitlich zahlreiche

stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote geschaffen und gestaltet erfolgreich verschiedene gemeindepsychiatrische

Verbünde mit.

Als Gesundheits- und Sozialministerin habe ich ein großes Interesse daran, dass eine Einrichtung wie die

Ihre exzellente Arbeit für psychisch kranke und behinderte Menschen leistet. Für das Land Rheinland-Pfalz,

das die Gewährsträgerschaft im Jahr 1997 übernommen hat, besteht mein Interesse aber auch an der Wirtschaftlichkeit

der Einrichtungen.

Das Landeskrankenhaus (AöR) hat sich durch die hervorragende Arbeit der Geschäftsführung, der einzelnen

Betriebsteile und damit aller Beschäftigten zu einem Wirtschaftsunternehmen entwickelt, das sich in den

letzten zehn Jahren am Gesundheitsmarkt fest etablieren konnte. Nicht zuletzt dem Engagement von Herrn

Norbert Finke und der gesamten Geschäftsführung in enger und kooperativer Zusammenarbeit mit den Beschäftigten

ist es zu verdanken, dass das Landeskrankenhaus (AöR) heute auf einer wirtschaftlich gesunden

Grundlage steht.

Ich gratuliere Ihnen allen zum 10-jährigen Bestehen und wünsche Ihnen weiterhin gutes Gelingen, damit

der begonnene Prozess so erfolgreich wie bisher fortgesetzt wird.

Malu Dreyer

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Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,

Familie und Frauen Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender

des Landeskrankenhauses (AöR)

Sehr geehrter Herr Finke,

liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

das 10-jährige Bestehen des Landeskrankenhauses (AöR) möchte ich

gerne nutzen, um Ihnen für Ihr erfolgreiches Engagement zu danken

und meine Anerkennung auszusprechen.

Das Landeskrankenhaus (AöR) wurde am 1. Januar 1997 unter Eingliederung

der – jetzt so bezeichneten – Rheinhessen-Fachklinik Alzey, Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach und der Neurologischen Klinik Meisenheim

errichtet. Zum 1. Januar 2000 folgten das Kinderneurologische Zentrum

Mainz, das Landessprachheilzentrum Meisenheim und die Rehaklinik

Rheingrafenstein nach.

Seither ist zu beobachten, dass sich die wirtschaftliche Lage der drei

ursprünglich auf das Landeskrankenhaus (AöR) übergegangenen Einrichtungen

insgesamt deutlich verbesserte und diese Entwicklung auch

nach 2000 weiter angehalten hat. Trotz einer enormen finanziellen

Belastung durch die Übernahme der drei weiteren Kliniken im Jahr

2000 ist es gelungen, die Finanzsituation zu konsolidieren, so dass für Dr. Richard Auernheimer

das letzte Jahr wieder ein positives Gesamtergebnis ausgewiesen werden

konnte. Dies alles war nur möglich, weil sich die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter gemeinsam mit der Geschäftsführung den Herausforderungen erfolgreich gestellt haben.

Weiterhin hat sich das Landeskrankenhaus (AöR) erfolgreich den Anforderungen des sich verändernden

Gesundheits- und Sozialwesens gestellt. Beispielhaft erwähnen möchte ich Ihr Engagement beim Aufbau der

Gemeindepsychiatrie in Rheinland-Pfalz. Diese Entwicklung, die tendenziell zu einer Verkleinerung und Dezentralisierung

der psychiatrischen Leistungen des Landeskrankenhauses (AöR) geführt hat, wurde von

Beschäftigten und Geschäftsführung gemeinsam umgesetzt. Positiv zu erwähnen ist auch die schrittweise

Umgestaltung der Reha-Klinik Rheingrafenstein, die mittlerweile beispielhaft im Ausbau der geriatrischen

Rehabilitation ist.

Die im Rahmen der bisherigen Entwicklung erzielte Wettbewerbsfähigkeit und die stabile Position am

Markt gilt es nun weiter auszubauen und zu festigen.

Insbesondere aufgrund des hohen Ausbildungs- und Wissensstandes der Mitarbeiter, des umfassenden

Leistungsspektrums, der fachlich innovativen Maßnahmen sowie der verbesserten Strukturen sind beste

Chancen auf einen dauerhaften Erfolg und damit wirtschaftliche Sicherheit gegeben.

Ich bin stolz darauf, als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Landeskrankenhauses (AöR) mit Ihnen gemeinsam

das 10-jährige Bestehen zu feiern, und freue mich auf eine weitere gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Dr. Richard Auernheimer

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

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Andreas Wörner

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Andreas Wörner, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates

Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

10 Jahre besteht das Landeskrankenhaus, die Anstalt des öffentlichen

Rechts. Dieses Jubiläum rechtfertigt den Blick zurück.

Am 21. April 1990 rüttelte die Schlagzeile des Lokalteils der Rhein-

Zeitung, Beschäftigte, Patientinnen und Patienten gleichermaßen auf:

»Patient ist die Landesnervenklinik längst selbst«.

Die damaligen Regierungsparteien CDU und FDP kritisierten in

erster Linie, dass die psychiatrischen Kliniken des Landes Rheinland Pfalz

wie Behörden geführt würden und äußerten sich unumwunden bezüglich

der von ihr vorgeschlagenen Lösung: Die Umwandlung in eine GmbH,

zunächst mit überwiegender Anteilseignerschaft des Landes Rheinland-

Pfalz, schien die rechte Lösung im Sinne einer Privatisierung.

Das Personal, Gewerkschaften und etliche Politiker des Landes Rheinland-Pfalz

waren anderer Meinung: In Personalversammlungen, Demonstrationen,

Resolutionen, Unterschriftsammlungen und gewerkschaftlichen

Aktivitäten, erteilte man den Plänen der CDU/FDP-Landesregierung

eine Absage.

Es kam zum Regierungswechsel, Ministerpräsident Scharping legte

sich klar fest: Keine Privatisierung der psychiatrischen Landeskliniken

in Rheinland-Pfalz.

In der Folgezeit wurde intensiv über Rechtsformänderungen nachgedacht,

am Ende der Diskussion, in die sich engagiertes Personal immer

wieder einmischte, stand die Anstalt des öffentlichen Rechts mit Gründung

zum 1. Januar 1997.

In vielen Diskussionen mit den verantwortlichen Politikern gelang

es, den Bundesangestelltentarif, die Gültigkeit der VBL, die Beteiligung

von Beschäftigten im Aufsichtsrat und die weitere Anwendung des Landespersonalvertretungsgesetzes

Rheinland-Pfalz, durchzusetzen.

Danach begann eine Erfolgsgeschichte: Die Anstalt des öffentlichen

Rechts mit ihren Kerneinrichtungen in Andernach, Alzey und der Neurologischen

Klinik in Meisenheim, bekam schnell ein unverwechselbares

Profil, die Mitarbeiterschaft nahm zu, gleichzeitig wurden viele neue

Aufgabenfelder wahrgenommen: Es entstanden Versorgungsnetzwerke

im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich, die enge Kooperation

mit den Kommunen erwies sich als ein Baustein zur Reform des

Gesundheitswesens in Rheinland-Pfalz.

Während in anderen Bundesländern immer noch verschärft eine

Privatisierungsdebatte geführt wurde, um letztlich die Länder aus ihrer

Verantwortung zu entlassen, wurde im Land Rheinland-Pfalz der Kurs

unbeirrbar gehalten: Tarifgerechte Bezahlung, eine Absage an outsourcing

und die für jeden sichtbare Sanierung der Gebäude, verbunden mit

etlichen Neubauten machte deutlich, dass der eingeschlagene Weg der


eigenständigen Anstalt des öffentlichen Rechts zurecht als Beispiel für

Verwaltungsmodernisierung bundesweit bekannt wurde.

Heute gilt der Dank der Mitglieder des Gesamtpersonalrates, der

Geschäftsführung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichermaßen.

Ohne die engagierte Arbeit der Beschäftigten hätten die zukunftsweisenden

Pläne des Geschäftsführers Herrn Finke nicht realisiert werden

können.

Natürlich verkennen wir nicht, dass dies alles seinen Preis hat: Kürzere

Verweildauern der Patienten, Verdichtung der Arbeitsleistung und hohe

Anforderungen bezüglich der Qualifikation des Personals, haben die

Arbeit im Landeskrankenhaus (AöR) seit 1997 grundlegend verändert.

Viele neue Aktionsfelder sind entstanden, beispielhaft sei hier nur das

Qualitätsmanagement genannt, mit dem erklärten Ziel eine Zertifizierung

zu erlangen. All diese Aktivitäten dienen der Wettbewerbsbefähigung

des Landeskrankenhauses (AöR), die Mitglieder des Gesamtpersonalrates

sind sicher, dass wir den Vergleich mit anderen Einrichtungen

nicht scheuen müssen.

Es fällt auf, dass ein hohes Maß an Betriebstreue der Beschäftigten

kontinuierliche Arbeit sichert. Die Identifikation mit der eigenen Einrichtung

ist hoch, wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, dass dies so

bleibt: Von daher sind die neuen Aufgaben der Gesundheitsförderung,

des alternsgerechten Arbeitens und der Fort- und Weiterbildungsangebote

der Rhein-Mosel-Akademie, letztlich das Pfand für eine erfolgreiche

Zukunft des Landeskrankenhauses, der Anstalt des öffentlichen Rechts.

Der Gesamtpersonalrat, wie auch die örtlichen Personalräte der Einrichtungen,

werden weiterhin aktiv im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten

an der Weiterentwicklung des Landeskrankenhauses (AöR) mitarbeiten

und letztlich so auch ihren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer

Einrichtungen leisten.

Allen Beschäftigten, wie auch den Mitgliedern der Geschäftsführung,

wünschen wir bei den zukünftigen Aufgaben viel Erfolg!

Andreas Wörner

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

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12 |

Die Einrichtungen des Landeskrankenhauses

– Anstalt des öffentlichen Rechts –

1997

Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie

Neurologische Klinik Meisenheim

Zentrum für neurologische Diagnostik und Therapie

Gesamtzahl der Beschäftigten

1.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


2007

Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie

Kinderneurologisches Zentrum Mainz

Zentrum für Sozialpädiatrie, Frühförderung und

Spina bifida-Ambulanz

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie

Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Reha-Klinik Rheingrafenstein

Zentrum für Geriatrie, Orthopädie und Rehabilitation

Krankenhaus Meisenheim *

Zentrum für Diagnostik und Therapie

- Betriebsteil I, Liebfrauenberg (Neurologische Klinik)

- Betriebsteil II, Krankenhaus Hinter der Hofstadt

Sprachheilzentrum Meisenheim *

Zentrum zur Behandlung von Kommunikationsstörungen

Rhein-Mosel-Akademie

Institut für Fach- und Führungskräfte

im Gesundheits- und Sozialwesen

Gesamtzahl der Beschäftigten

2.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

* Zum 1. Januar 2007 wurden die Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR)

in Meisenheim unter dem gemeinsamen Namen Glantal-Klinik Meisenheim – Zentrum für

Krankenhausbehandlung, Neurologische Rehabilitation und Therapie von Kommunikationsstörungen

– zusammengefasst (siehe Seite 162).

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

www.landeskrankenhaus.de

www.rheinhessen-fachklinik-alzey.de

www.kinzmainz.de

www.rhein-mosel-fachklinik-andernach.de

www.klinik-nette-gut.de

www.glantal-klinik-meisenheim.de

www.reha-klinik-rheingrafenstein.de

www.rhein-mosel-akademie.de

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Weiterentwicklung der Leistungs- und Versorgungsformen

14 |


1997

Das Landeskrankenhaus (AöR) erfüllt im Startjahr

1997 seinen im Landesgesetz über die Errichtung

des Landeskrankenhauses – Anstalt des öffentlichen

Rechts – und dem in der Satzung fixierten gemeinnützigen

Versorgungsauftrag.

Die zunehmende Wahrnehmung der Pflichtversorgungsaufträge

der in den bisherigen Versorgungsregionen

angesiedelten psychiatrischen Fachabteilungen

an allgemeinen Krankenhäusern führt zu einer

Verringerung der Berechnungstage in Bezug auf die

Hauptleistungssparte Psychiatrie der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey und der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach. Dies steht im Einklang mit dem in Rheinland-Pfalz

begonnenen Psychiatriereformprozess, dessen

Ziel eine ausgeprägtere stationäre wohnortnahe

psychiatrische Versorgungssituation ist. Vor diesem

Hintergrund müssen die psychiatrischen Einrichtungen

des Landeskrankenhauses weiterhin ihre Leistungszahlen

(Berechnungstage) reduzieren.

Dennoch setzt sich das Landeskrankenhaus (AöR)

für seine Rheinhessen-Fachklinik Alzey und Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach zum Ziel, beide Einrichtungen

in den jeweils verbleibenden Kernversorgungsregionen

zu Zentren im System der gemeindenahen

psychiatrischen Versorgung auszugestalten. Das bedeutet,

dass vielfältige Leistungs- und Versorgungsformen

im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich

entwickelt und vorgehalten werden.

Hierzu werden jeweils die Antragsverfahren und

die Inbetriebnahmen der Psychiatrischen Institutsambulanzen

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey und Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach abgeschlossen. Eine vollständige

Integration der ambulanten, teilstationären

und stationären psychiatrischen Versorgung wird damit

in den Kernversorgungsregionen der beiden großen

psychiatrischen Einrichtungen schon im ersten Jahr

der Existenz des Landeskrankenhauses (AöR) erreicht.

Im bereits gut ausgebauten Netz der teilstationären

Versorgung soll 1998/1999 die noch fehlende Tagesklinik

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach im Landkreis

Cochem-Zell folgen.

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Die Enthospitalisierung der Patientinnen und Patienten

aus den Langzeitbereichen der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey und Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

wird individuell personenbezogen fortgesetzt.

Zur weiteren Umsetzung ist es erforderlich, dass beide

Einrichtungen zu den bereits bestehenden weitere

komplementäre Hilfeangebote entwickeln. Bereits im

ersten Halbjahr 1997 legt das Landeskrankenhaus

(AöR) den Landkreisen Mayen-Koblenz, Bad Kreuznach

und Cochem-Zell Konzeptionen zum Aufbau

eines gemeindepsychiatrischen Verbundes vor. Diese

Konzeptionen stehen im Einklang mit den bestehenden

Angeboten anderer Träger. Das Landeskrankenhaus

(AöR) erhält für den Landkreis Cochem-Zell die

grundsätzliche Zustimmung der Konzeptumsetzung

durch den Kreistag, mit den Gremien der beiden

übrigen Landkreise werden weiterhin im Konsens

stehende Abstimmungsgespräche geführt.

Die Weiterentwicklung der unterschiedlichen Leistungs-

und Versorgungsformen der Einrichtungen wird

durch einen integrierten kontinuierlichen Verbesserungsprozess

in Bezug auf die innerbetrieblichen

Abläufe gestützt. π

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Bedeutsame Daten des Jahres 1997

1. Januar 1997

Gründung des Trägerunternehmens Landeskrankenhaus

– Anstalt des öffentlichen Rechts –

Übergang der Landesbetriebe (Landesnervenklinik

Alzey, Landesnervenklinik Andernach, Neurologisches

Landeskrankenhaus Meisenheim) unter die Trägerschaft

des Landeskrankenhauses (AöR)

Inkrafttreten der Satzung des Landeskrankenhauses

– Anstalt des öffentlichen Rechts –

Ω LNK: Neuer Name – und weiter? 20

Ω Das Ende der Landesnervenklinik 21

14. Februar 1997

Geschäftsordnung für die Leitungen der Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR)

16 |

April 1997

Einrichtung der Direktionsabteilung des Landeskrankenhauses

(AöR) und Besetzung mit der Position des

Leiters (gleichzeitig stv. Geschäftsführer)

Mai 1997

Ermächtigung der Rheinhessen-Fachklinik Alzey zur

Teilnahme an der vertragsärztlichen psychiatrischen

Versorgung (Psychiatrische Institutsambulanz)

Einrichtung der Abteilung Datenverarbeitung des Landeskrankenhauses

(AöR) und Besetzung der Position

des Abteilungsleiters

Juni 1997

Abschluss der Sanierungsarbeiten am Haus Alsenztal,

Gerontopsychiatrische Abteilung der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey

Ω Komfortabel und angenehm 21


Juli 1997

Einrichtung des Referats Betriebswirtschaft des Landeskrankenhauses

(AöR) und Besetzung der Position

mit einer Leiterin

Juli 1997

Inbetriebnahme des generalsanierten Gebäudes Haus

Rheintal, Heimbereich der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach

Ω Raus aus der Station … 23

Oktober 1997

Abschluss der ersten Stufe der Entwicklung des Corporate

Design mit neuen Krankenhaus-Logo

Ω Positive Zeichen nach innen und außen … 24

1997

Die Neurologische Klinik Meisenheim feiert ihr

50-jähriges Jubliäum

Beginn von Gesprächen mit dem Saarländischen

Schwesternverband zur Schaffung eines Krankenhausverbundes

am Standort Meisenheim

Beantragung einer 20 Betten umfassenden Station zur

qualifizierten Entgiftung drogenabhängiger Patientinnen

und Patienten in der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach

November 1997

Ermächtigung der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

zur Teilnahme an der vertragsärztlichen psychiatrischen

Versorgung (Psychiatrische Institutsambulanz)

Dezember 1997

Einführung der internen Sektorisierung in der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach

| 17


Werner Schmitt

18 |

Werner Schmitt, Stv. Geschäftsführer und Regionaldirektor Nord,

Mitglied der Geschäftsleitung Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

bei der Lektüre dieser Festschrift werden Sie feststellen, dass das Landeskrankenhaus

(AöR) als Unternehmen und die unter seinem Dach geführten

Einrichtungen eine dynamische Entwicklung genommen haben.

Dieser Modernisierungsprozess bezieht sich auf die unterschiedlichsten

Unternehmensbereiche in der innerbetrieblichen Betrachtung ebenso

wie in den Infrastrukturen, den Abläufen und besonders in den Leistungsspektren

der Einrichtungen.

Da ich von Anfang an in unterschiedlichen Funktionen an diesen

Entwicklungs- und Veränderungsprozessen teilhaben und mitwirken

durfte, ist es mir eine besondere Freude, nach 10 Jahren feststellen zu

dürfen, dass die mit der Gründung des Landeskrankenhauses (AöR) beabsichtigten

Ziele umgesetzt werden konnten.

Es ist gelungen, ein modernes Unternehmensmanagement zu etablieren,

das in der betrieblichen Führung und Steuerung des Unternehmens

in der Lage ist, schnell auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren

und entsprechende unternehmerische Entscheidungen zeitnah zu

treffen.

Ich persönlich freue mich besonders darüber, dass es mit dem Landeskrankenhaus

(AöR) gelungen ist, in den unterschiedlichen Leistungsfeldern

der Einrichtungen bestehende Behandlungs- und Betreuungsbedarfe

durch neue Angebote gerade auch im ambulanten und teilstationären

Sektor zu decken oder, wie z.B. in der Schlaganfallbehandlung, Spezialangebote

in der Form von regionalen Schlaganfalleinheiten zu etablieren.

Die Leistungsfähigkeit der Einrichtungen des Landeskrankenhauses

(AöR) wurde in den unterschiedlichen Leistungsfeldern und -sparten deutlich

gesteigert, was insbesondere von den Patientinnen und Patienten

und Bewohnerinnen und Bewohnern sowie deren Angehörigen in positiver

Weise rückvermittelt wird.

Für die Leistungsfinanzierer ist das Landeskrankenhaus (AöR) mit

seinen Einrichtungen zu einem verlässlichen, kompetenten und leistungsstarken

Partner geworden, was als Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung

des Unternehmens und seiner einzelnen Einrichtungen anzusehen

ist.

Wie wir in unserem Leitbild feststellen, ist die Mitarbeiterschaft in

der Vergangenheit Basis und Motor für diese Entwicklung gewesen und

wird es auch in Zukunft sein.

Hierfür ist der Mitarbeiterschaft und ausdrücklich eingeschlossen auch

der Personalvertretung zu danken.


»wir sind ein kompetentes dienstleistungsunternehmen im sozialund

gesundheitsbereich mit vornehmlich psychiatrisch-psychotherapeutischen

und neurologischen zentren. zentrum zu sein,

hat für uns einen doppelten sinn: zum einen in der räumlichen

bedeutung als zentrum eines gemeindenahen versorgungsverbundes,

zum anderen mit der inhaltlichen maxime: wir stehen mit

unseren angeboten im zentrum einer zukunftsweisenden versorgung!«

Erster der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

Bedanken möchte ich mich auch bei den zahlreichen Personen, die

in den zurückliegenden 10 Jahren intern und extern die Entwicklung

des Landeskrankenhauses (AöR) und seiner Einrichtungen begleitet und

mitgestaltet haben.

Das Landeskrankenhaus (AöR) als leistungsstarkes, flexibles und wirtschaftlich

arbeitendes Dienstleistungsunternehmen wird sich in Zukunft

vielen Herausforderungen stellen müssen. Beispielhaft sei nur die ungebrochen

steigende Nachfrage an Behandlungs- und Betreuungsleistungen

einerseits und die dieser Nachfrage nicht schritt haltenden Finanzierungsmöglichkeiten

der Gesundheits- und Sozialwirtschaft andererseits

genannt.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen 10 Jahre bin

ich jedoch davon überzeugt, dass mit der vorhandenen Geschäftsführungs-

und Managementkompetenz, dem Engagement der Mitarbeiterschaft

und der Unterstützung der externen Partnerinnen und Partner

die Herausforderungen gemeistert werden können.

Ich freue mich darauf, an der Weiterentwicklung des Landeskrankenhauses

(AöR) und seiner Einrichtungen mitzuarbeiten, um letztlich die

Behandlungs- und Betreuungsangebote marktgerecht mit hoher Qualität

anzubieten.

Werner Schmitt

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LNK: Neuer Name – und weiter?

»Rheinhessen-Fachklinik Alzey – Zentrum für Psychiatrie

und Neurologie«, heißt seit 1. Januar dieses Jahres,

was bisher die Landesnervenklinik (LNK) war.

Zusammen mit der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

und der Neurologischen Klinik Meisenheim arbeitet

sie nach dem Rechtsformwechsel zur Anstalt des

öffentlichen Rechts (AöR) unter dem Dach des Landeskrankenhauses

mit Dienstsitz in Andernach. Über

weitere mögliche Veränderungen sprachen wir mit

dem neuen Geschäftsführer Norbert Finke.

Neu ist zunächst einmal der Name der früheren

LNK. Der soll den Bezug zur Versorgungsregion verdeutlichen

und die Verbindung zwischen ambulanter

und gemeindenaher Versorgung psychisch Kranker

unterstreichen. Denn Ziel der 1995 in Rheinland-Pfalz

eingeleiteten Psychiatriereform ist, dass

die Patienten ein normalisiertes Leben außerhalb der

Klinik leben können, ebenso in der Gemeinde. Unterstützend

wirken in Alzey dabei bereits die betreuten

Wohngemeinschaften, die Tagesstätte »Oase« und

die Tagesklinik Stadtweingut. Zu dieser Hilfe vor Ort

gehört auch die Institutsambulanz, die Norbert Finke

für unsere Region beantragt hat. Dabei werden chronisch

psychisch Kranke nach dem stationären Aufenthalt

von Klinikärzten betreut.

Neu ist auch, dass das Landeskrankenhaus nach

dem Rechtsformwechsel zur AöR unternehmerische

Eigenverantwortung gewonnen hat und nun als – so

Finke – »soziales, wirtschaftlich geführtes, medizinisches

Dienstleistungsunternehmen« arbeitet, um sich

im Wettbewerbsdruck im Gesundheitswesen besser

behaupten zu können. Dennoch sollen in der Rheinhessen-Fachklinik

die Angebote im psychiatrischen

und neurologischen Behandlungsfeld weiter im glei-

20 |

chen Umfang wie bisher bestehen. Und die Ausgestaltung

im gemeindenahen Prozess soll fortgesetzt

werden. »Die Versorgung der Bevölkerung steht im

Vordergrund«, versichert Finke. Dennoch »müssen

die Erlöse die Kosten decken«. Das sei das Ziel – »ohne

die qualitativen Versorgungsleistungen zu verringern«.

Kostendeckend hat die LNK nicht gearbeitet. 5,3 Millionen

Mark Altlasten muss die AöR allein von der

LNK Alzey übernehmen. Zu Einsparungen führen sollen

nun u.a. Kooperationen zwischen den Kliniken:

so beliefert die Krankenhausapotheke der Alzeyer bereits

die Meisenheimer Klinik.

Aber viele Mitarbeiter befürchten, dass weitere Umstrukturierungen

zum Stellenabbau führen könnten.

So wird ihm Rahmen der Psychiatriereform langsam

der Langzeitbereich umstrukturiert: 1995 standen 185

Betten im Plan, 1996 nur noch 110. Finke sagt, dass

er Wert legt auf Offenheit und Mitarbeiterinformation.

Daraus erhofft er sich Vertrauen in die Geschäftsführung.

Und er will, dass jeder einzelne Mitarbeiter

ein Kostenbewusstsein entwickelt, dass Kostentransparenz

geschaffen wird. Denn das trage dazu bei,

die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen.

In den nächsten Wochen will er sich seine »Zielsetzungen

schaffen«, sich orientieren, eine Geschäftsordnung

erlassen für die Direktorien, die weiter vor Ort

verantwortlich bleiben, aber an die Weisungen des

Geschäftsführers gebunden sind. | Alzeyer Wochenblatt,

3. Januar 1997 π


Das Ende der Landesnervenklinik

Umbenennung in Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Im Zeichen der Umstrukturierung der rheinlandpfälzischen

Sozialverwaltung traten mit dem Beginn

des neuen Jahres Reformen an der psychiatrischen

Fachklinik in Andernach in Kraft. Die »Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach, Zentrum für Psychiatrie und

Neurologie« ist nun mit den vorher eigenständigen

Kliniken Alzey und Meisenheim zu einem Landeskrankenhaus

(AöR) zusammengefasst. Neben der Vereinfachung

der Verwaltung bedeutet diese Neuordnung,

dass die neue Institution gemäß dem Errichtungsgesetz

für Landeskrankenhäuser eine Anstalt des

öffentlichen Rechts ist.

Zusammenschluss der Kliniken

Andernach, Alzey und Meisenheim

Der Sitz der Geschäftsführung ist in Andernach

und der neue Geschäftsführer, der 41-jährige Betriebswirt

Norbert Finke, trat seinen Posten an der LNK

schon im Oktober letzten Jahres an, um die Geschäfte

schon im Prozess der Zusammenführung der Kliniken

zu leiten.

In den sieben vorhergegangenen Jahren war Norbert

Finke beim KfH Kuratorium in Neu-Isenburg

beschäftigt, wo er zuletzt als Hauptabteilungsleiter

für Finanzen und Controlling und als Mitglied der

Geschäftsführung arbeitete. Er knüpfte Kontakte zu

Behörden und Versicherungen und war verantwortlich

für die Vertrags- und Preisverhandlungen mit den

Krankenkassen. Alles Erfahrungen, die ihn für die

Mitgestaltung der neuen Landesklinik prädestiniert

erscheinen lassen. Im Januar wurde Norbert Finke

1997 1997

dann auch durch Gesundheitsminister Florian Gerster

offiziell in sein Amt an der Landesklinik eingeführt.

Die Rhein-Mosel-Fachklinik bietet auch weiterhin

die gewohnten Leistungen in psychiatrischer Behandlung

und Rehabilitation, und im Rahmen der Reform

der Psychiatrie im Land Rheinland-Pfalz werden zusätzliche

Hilfsformen erprobt.

Erweiterte Formen der ambulanten Betreuung

Unter anderem werden die Betreuung von Patienten

in Tageskliniken und durch betreutes Wohnen

gefördert, die den Abstand vom Alltagsleben verringern

helfen. Ebenso arbeite man an tagesstrukturierenden

Einrichtungen und geschützten Werkstätten.

Norbert Finke gibt sich zuversichtlich, dass sich »auch

nach Rechtsform- und Namenswechsel ... eine qualitativ

hoch stehende und medizinisch leistungsgerechte

Versorgung der Patienten« erreichen lässt.

Durch die Änderung der Rechtsform bietet sich

dem Landeskrankenhaus die Chance, weiterhin wirtschaftlich

erfolgreich geführt, seine psychiatrischen

und medizinischen Dienstleistungen anzubieten – was

im Zeichen der momentanen finanziellen Misere im

Gesundheitswesen sehr positiv für die Versorgung

der Patienten im Raum Andernach zu bewerten ist.

| Andernacher Stadtzeitung, 29. Januar 1997 π

| 21


Komfortabel und angenehm

Renoviertes Haus Alsenztal wurde der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey übergeben

Auf der Terrasse von Haus Alsenztal, Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Die Rheinhessen-Fachklinik Alzey wurde vergangene

Woche wieder »Besitzer« des Hauses Alsenztal.

Das Gebäude befand sich in der Zeit davor in der

Sanierung und wurde nun, sauber und modern, wieder

an die Fachklinik übergeben.

Dipl.-Ing. Christof Lang, der Projektbereichsleiter

vom Staatsbauamt Mainz, übergab den symbolischen

Schlüssel an Norbert Finke, den Geschäftsführer des

Landeskrankenhauses (AöR), zu dem auch die Rheinhessen-Fachklinik

gehört. Das Haus Alsenztal hatte

nach mehr als 30 Jahren eine Sanierung dringend

nötig. Es stammt aus der Mitte der 60er Jahre und

22 |

war trotz guter Pflege »verwohnt« und »abgenutzt«.

Angesichts der häufig oft längeren Verweildauer der

hier untergebrachten geriatrischen Patienten, d.h. ältere

Menschen, die physisch und psychisch behandlungsbedürftig

sind, war eine Überarbeitung schon lange

nötig. Weil viele Patienten aufgrund ihrer langen Behandlung

hier regelrecht »wohnen«, ist es besonders

wichtig, dass sie sich hier möglichst wohl fühlen. Daher

befinden sich in den Zimmern nun nicht mehr sechs,

sondern nur noch ein bis vier Betten. Saniert wurden

auch die sanitären Einrichtungen und die anderen

Räumlichkeiten, die damit komfortabler und angenehmer

geworden sind.

Durch diese zeitgemäße Gestaltung der Räume

erfährt die Behandlung der Patienten eindeutig eine

qualitative Verbesserung, was auch die Arbeit der

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleichtert.

In dem Gebäude befinden sich außerdem neben

den Pflegeräumen der Patienten auch das Labor, die

Krankenpflegeschule und die Apotheke der gesamten

Klinik.

»Die bauliche Veränderung macht die Klinik wieder

ein Stück attraktiver, was auch einen weiteren Beitrag

zur Sicherung des Standortes bedeutet«, hofft der

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Norbert

Finke. Mit der Investition von insgesamt 13,3 Millionen

Mark leistete das Land Rheinland-Pfalz einen

großen Beitrag zur Verbesserung der Strukturqualität

dieser Klinik. | Alzeyer Wochenblatt, 15. Mai

1997 π


Raus aus der Station – rein in das neue Wohnheim

39 Schwerstbehinderte ziehen in saniertes Gebäude der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach um

Eingangsbereich Haus Rheintal, Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

5,5 Millionen Mark kostete die Generalsanierung

des Gebäudes »Frauen II« der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach (RMF). Künftig finden hier 39 geistig Behinderte

ein neues Zuhause.

Das sanierte Gebäude stammt noch aus der Gründerzeit

der 1872 gegründeten »Irrenanstalt bei Andernach«.

»Es ist beeindruckend, was die Bauleute aus

einem vormals desolaten Gebäude gezaubert haben«,

erklärte Dr. Fritz Hilgenstock bei der Feierstunde zur

Übergabe des neuen Wohnheims. Der Ärztliche Direktor

der RMF ist sich sicher, dass das ehemalige

Gebäude »Frauen II«, jetzt »Haus Rheintal«, eine

»grundlegende Verbesserung« der Betreuung von

geistig und schwerstbehinderten Menschen bedeutet.

Der Patient stehe wieder im Vordergrund, nicht

1997

der Gesundheitsapparat. Das in die RMF integrierte

neue Wohnheim soll die Lebensbedingungen der bislang

in den Langzeitbereichen der Klinik untergebrachten

geistig behinderten Menschen verbessern. Raus

aus der Klinik – rein in die »enthospitalisierte Betreuung«

– brachte es Geschäftsführer Norbert Finke auf

den Punkt.

Haus Rheintal bietet 39 Schwerstbehinderten eine

neue Qualität der Versorgung. Sie werden in jeweils

vier abgegrenzten Wohngruppen mit eigenen Sanitärbereichen,

Küchen und Aufenthaltsräumen leben

und betreut. Eine entspanntere Atmosphäre der Heimbewohner

untereinander führt zu neuen individuellen

Entwicklungschancen, hofft Finke.

Trotz leerer Kassen gibt das Land in diesem Jahr

850 Millionen Mark für Behinderte aus, bemerkte

der Landesbehindertenbeauftragte Klaus Jensen. Der

Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales

und Gesundheit wehrte sich gegen Behauptungen in

der Bevölkerung, Behinderte seien bereits gut genug

versorgt: »Die Verbesserungen der Lebensumstände

behinderter Menschen sind ein Gradmesser für den

Sozialstaat.«

Ziel der modernen Psychiatrie ist es, geistig behinderte

Menschen dezentral und heimatnah unterzubringen,

stellte Jensen klar. Das Wohnheim Haus

Rheintal sei ein Bestandteil dieses Konzepts, auch

wenn es für einzelne Bewohner zunächst nur eine

Durchgangsstation sein mag. | Rhein-Zeitung, 23.

Juli 1997 π

| 23


Positive Zeichen nach innen und außen setzen

Einheitlichkeit der drei Kliniken unter dem Dach des

Landeskrankenhauses durch Logo hervorheben – Andernach

gehört dazu

Das Logo: Basis des neuen Erscheinungsbildes

»Positive Zeichen nach innen und außen« will das

Landeskrankenhaus (AöR) nach den Worten seines

Geschäftsführers Norbert Finke »durch ein in sich

geschlossenes Erscheinungsbild setzen«. Dem Prinzip

der Einheitlichkeit soll auch das künftige »Corporate

Design« in Form eines Logos dienen.

Seit Anfang dieses Jahres sind die Kliniken in Alzey

und Meisenheim sowie die Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach unter dem Dach des Landeskrankenhauses

– Anstalt des öffentlichen Rechts – zusammengefasst.

Mit einem in sich geschlossenen, visuellen

Erscheinungsbild sollen die drei Kliniken eine einheitliche

Prägung erhalten. Die Kommunikation zu den

Beziehungsgruppen wie Patienten und Angehörigen,

Mitarbeiter, Krankenkassen und anderen mehr soll

hierdurch gefördert werden. Das Landeskrankenhaus

24 |

habe sich bei der grafischen Umsetzung

für ein kleineres, durch stufenförmig

angeordnete Trapeze unterbrochenes

blaues Quadrat auf einer

quadratischen Grundstruktur entschieden.

»Aus beiden Strukturen wird erkennbar,

dass wir zum einen die uns

anvertrauten Patienten in den Mittelpunkt

unseres Tuns und Handels stellen.

Diese Grundzielsetzung kommt

durch die erkennbare Gesichtskontur

zum Ausdruck. Es steht hier die

Emotionalität im Vordergrund, die auf

das Vertrauen in die medizinisch-therapeutische

und pflegerische Dienstleistung

hinweist. Das farblich unterlegte

Quadrat soll insbesondere durch die

blaue Farbe die medizinisch-therapeutische

und pflegerische Kompetenz, die Zuverlässigkeit

und auch die Sorgfalt unterstreichen. Die hierin

eingebundenen schwarzfarbenen, stufenförmig angeordneten

Trapeze sollen die Entwicklungsschritte innerhalb

der Behandlung zu einer für die Patienten besseren

Befindlichkeit hervorheben«, so Geschäftsführer

Finke. Ein stilisiertes »L« soll die Einbindung der

drei Einrichtungen in das Landeskrankenhaus als Krankenhausträger

unterstreichen.

Das Logo werde die Einrichtung auf ihrem Weg in

die gemeinsame Krankenhauszukunft als Behandlungszentren

mit vielfältigen Leistungs- und Versorgungsformen

begleiten. Mit seiner dynamischen

Wirkung soll es ein Symbol der täglichen Arbeit und

Leistung in den Kliniken sein. | Rhein-Zeitung, 21.

Oktober 1997 π


Wilhelm-Griesinger-Haus, Rheinhessen-Fachklinik Alzey

c Laufbandtherapie, Neurologische Klinik Meisenheim

j Pfortenbereich, Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

| 25


Strukturelle Verbesserungen im medizin-technischen Bereich

26 |


1998

Angesichts der Startvoraussetzungen und der unterschiedlichen

Ausgangssituation in den Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR) sind die bisher

erreichten wirtschaftlichen und fachlich-inhaltlichen

Ergebnisse in Bezug auf die geplanten Zielsetzungen

als grundlegend positiv zu bezeichnen.

Das Landeskrankenhaus (AöR) erzielt 1998 einen

Jahresüberschuss in Höhe von DM 659.000,— und

kräftigt damit weiter seine Eigenmittelsituation.

Wichtige Investitionen zur strukturellen Verbesserung

im medizin-technischen Bereich werden zu Beginn

des Jahres durchgeführt: die Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach und die Neurologische Klinik Meisenheim

erhalten neue Computer-Tomographen, jeweils

neue Farb-Triplex-Dopplergeräte und neue EMG-Geräte

werden für die Rheinhessen-Fachklinik Alzey und

die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach angeschafft.

Mit der Inbetriebnahme von Haus Nette auf dem

Gelände der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach stehen

neue Stationen für die forensische Psychiatrie zur Verfügung,

darunter erstmalig ein zentrales Behandlungsangebot

für forensische Frauen. Weiterhin wird in

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach eine Methadon-Ambulanz

eröffnet. Im September kann das Richtfest

für den Neubau der Zentralküche der Klinik gefeiert

werden. Der Mietvertrag zur Einrichtung einer

Tagesklinik der Rhein-Mosel-Fachklinik in Cochem

wird ebenso unterzeichnet wie der Mietvertrag zum

Betrieb einer Außenwohngruppe und einer Tagesstätte

mit Kontaktstellenfunktion der Rheinhessen-Fachklinik

in Bad Kreuznach.

Für die Rheinhessen-Fachklinik Alzey wird außerdem

die Einrichtung einer Abteilung für Kinder- und

Jugendpsychiatrie und -psychotherapie beantragt, deren

Umsetzung in zwei Teilschritten zu je 20 Betten erfolgen

soll. Die Inbetriebnahme des ersten Bettenkontingentes

mit 20 Plätzen ist für Juni 1999 vorgesehen.

Das ehemalige Küchengebäude der Klinik

wird nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen als

modernes Sozialzentrum in Betrieb genommen.

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Mit dem Saarländischen Schwesternverband als

Träger des Krankenhauses Hinter der Hofstadt in

Meisenheim werden Kooperationsverträge in Bezug

auf die Erbringung krankengymnastischer Leistungen

und auf die Speisenversorgung für das Krankenhaus

Hinter der Hofstadt abgeschlossen.

Im Juni 1998 beginnt der Leitbild-Prozess für die

Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR), um

aus der Mitarbeiterschaft heraus ein gemeinsames

Leitbild zu entwickeln, das allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern einen gemeinsamen Orientierungsrahmen

bietet.

Die beiden Grundmaximen des Landeskrankenhauses

(AöR) – die bereits stattgefundene wirtschaftliche

Konsolidierung aller drei Einrichtungen kontinuierlich

zu stärken und die Entwicklung der Einrichtungen

zu modernen Dienstleistungsunternehmen im

Gesundheits- und Sozialwesen – werden auch im

Jahr 1998 weiter verfolgt und ausgestaltet. π

| 27


Bedeutsame Daten des Jahres 1998

April 1998

Anschaffung eines Ganzkörper-Computer-Tomographen

für die Neurologische Klinik Meisenheim

Ω Norbert Finke: Zentrale Investition in den

Klinikstandort Meisenheim 30

Juni 1998

Start des Leitbild-Prozesses zur Schaffung einer einheitlichen

Unternehmenskultur

28 |

Juli 1998

Inbetriebnahme des Hauses Nette in der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach, Einrichtung von zwei Stationen

für Patienten der Klinik Nette-Gut für Forensische

Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

August 1998

Start der Netzwerkmontage in den Einrichtungen des

Landeskrankenhauses (AöR)

3. September 1998

Richtfest für das neue Küchengebäude der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach

Ω Anforderungen an moderne Küche

wurde entsprochen 31


September 1998

Einrichtung eines zentralen Behandlungsangebotes

für forensische Frauen im Haus Nette der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

Oktober 1998

Beantragung der Einrichtung einer Abteilung für

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey (Umsetzung in

zwei Teilschritten zu jeweils 20 Betten)

Abschluss der Hardware-Beschaffung im Rahmen

des Generalunternehmervertrages des Krankenhausinformationssystems

1998

1. Dezember 1998

Eröffnung der Methadon-Ambulanz in der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach

Ω Süchtige suchen Hilfe

in der Methadon-Ambulanz 32

4. Dezember 1998

Einweihung des voll umfänglich sanierten ehemaligen

Küchengebäudes der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

als Sozialzentrum

Ω Cafeteria ist das Sahnehäubchen 33

| 29


Norbert Finke: Zentrale Investition in

den Klinikstandort Meisenheim

Ganzkörper-Computer-Tomograph für 750 000 Mark

auf Liebfrauenberg

Computer-Tomographie in der Neurologischen Klinik Meisenheim

Ein Ganzkörper-Computer-Tomograph steht nun in

der Neurologischen Klinik Meisenheim auf dem Liebfrauenberg.

Untersuchungen, die bisher 20 Minuten

dauerten, bewältigt das neue Gerät in drei bis fünf

Minuten. Die Strahlenbelastungen verringern sich entsprechend.

Auch kann das Gerät Gefäßdarstellungen

liefern und das seit Jahren bewährte Ultraschallgerät

ergänzen. Das alte Gerät hatte seine Lebensdauer bereits

überschritten und wurde unrentabel. Klinik-

Geschäftsführer Norbert Finke: »Es ist für die Klinik

ein unverzichtbares medizintechnisches Gerät, das die

neurologische Diagnostik auf hohem Niveau sichert.«

Zugleich sei es eine zentrale Investition in den Krankenhausstandort

Meisenheim und in eine hochwertige

akutneurologische Versorgung der Bevölkerung

der Region. Klinikchef Dr. Wilhelmi: »Wir führen jährlich

etwa 2.500 Untersuchungen mit dem Tomographen

durch. Mit dem neuen Gerät können wir die

hohe Zahl schneller und leichter bewältigen«. | Öffentlicher

Anzeiger, 14. April 1998 π

30 |

Psychisch Kranke zu Hause behandeln

Institutsambulanz der Rhein-Mosel-Fachklinik in

Andernach wurde vorgestellt – Versorgungslücke

konnte geschlossen werden

Die Räumlichkeiten der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) im

Haus am Rennweg, Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Viele psychisch kranke Menschen können wegen

ihres Leidens keine Klinik oder Praxis aufsuchen.

Deshalb hat die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

jetzt eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) eingerichtet.

Ein Betreuerteam behandelt die Patienten

in den eigenen vier Wänden.

Der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), Norbert Finke, machte deutlich, dass sich nach

längerer Phase der Antragstellung nun endlich eine


Versorgungslücke für die psychisch kranken Patienten

geschlossen habe, die krankheitsbedingt nicht

den Weg in die Praxis der niedergelassenen Gebietsoder

Allgemeinärzte finden.

Aus langjähriger Erfahrung sei bekannt, dass es

chronisch psychisch kranke Menschen gebe, die durch

fehlende Krankheitseinsicht oder durch mangelnde

Koordination nicht in der Lage sind, ihre erforderliche

Behandlung selbst zu organisieren. Diese Personen

sind deswegen auch nicht in der Lage, so Norbert

Finke, die vorhandenen ambulanten Behandlungsangebote

von sich aus wahrzunehmen.

Aus dieser Erfahrung heraus wurde das Instrumentarium

der Psychiatrischen Institutsambulanz in die

Sozialgesetzgebung aufgenommen. Den psychiatrischen

Fachkrankenhäusern mit regionalem Pflichtversorgungsauftrag

wird hierdurch die Möglichkeit

gegeben, mit einem multiprofessionell besetzten

Behandlungsteam solche Menschen zu Hause aufzusuchen,

um über diese kontinuierliche Betreuung eine

regelmäßige Behandlung aufzubauen.

Zum Andernacher »PIA-Team« gehören zwei Fachärzte,

fachkundige Pfleger und Schwestern, Sozialarbeiter

und Psychologen, die durch ihre persönlichen

Besuche Kontakte schaffen und Vertrauen aufbauen

wollen. Auf diesem Weg soll die soziale Situation der

psychisch kranken Menschen schrittweise verbessert

werden.

Die Psychiatrische Institutsambulanz kann sowohl

Menschen betreuen, die an einer chronischen Psychose

erkrankt sind, als auch solche Menschen, die an einer

schweren chronischen Suchterkrankung leiden.

Darüber hinaus wird im Rahmen der Psychiatrischen

Institutsambulanz in den nächsten Wochen

die Möglichkeit der Substitutionstherapie mit Methadon

eingerichtet werden. Diese Erweiterung stellt für

drogenabhängige Menschen ein zusätzliches Behandlungsangebot

dar. | Rhein-Zeitung, 8. Mai 1998 π

1998

Anforderungen an moderne Küche

wurde entsprochen

Richtfest für den Küchenneubau der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

»Was lange währt, wird endlich gut« – mit diesen

Worten begrüßte der rheinland-pfälzische Finanzminister

Gernod Mittler kürzlich die Festgäste zum

Richtfest für den Küchenneubau der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach. Ende September bis Anfang

Oktober soll das rund sechs Millionen Mark teure

Projekt fertig gestellt sein, etwa 600 Mahlzeiten werden

dann in der Küche zubereitet.

Erste Überlegungen, die Küche neu zu gestalten,

hatte es bereits vor zwanzig Jahren gegeben. Seitdem

seien die entsprechenden Vorstellungen immer

wieder an den mehrmals fortgeschriebenen Bedarf

angepasst worden, erklärte der Minister, der sich mit

der Entwicklung der im Bau befindlichen Küche zufrieden

zeigte: »er ist kostengünstig, ansprechend

gestaltet und entspricht den Anforderungen an eine

moderne, leistungsfähige Küche«, meinte Mittler.

Positiv äußerte sich der Minister zu den Fortschritten

am Bau: »Wir sind genau im Plan«. Besonderen

Dank stattete der Minister den Bauleuten ab,

die hier eine qualitativ hochwertige Arbeit geleistet

hätten. Es freue ihn, dass ausschließlich mittelständische

Firmen und Handwerksbetriebe aus der Region

am Bau beteiligt gewesen seien. Dies sei ein Beweis

für die Leistungsfähigkeit des Mittelstandes; eine

Einschätzung, die von Oberbürgermeister Achim

Hütten geteilt wurde. Der Bau sei ein Zeichen für

die Richtigkeit Andernacher Strukturpolitik, so der

Stadtchef.

Die Mitarbeiter der Küche bat der Minister um

Geduld: »In einem Jahr werden Sie umziehen können

und dann sind alle Unannehmlichkeiten und Provisorien,

mit denen Sie jetzt noch leben müssen, schnell

vergessen.« | Andernacher Lokalanzeiger, 16. September

1998 π

| 31


In den Standort Meisenheim wird

investiert

Neurologische Klinik steht vor der Sanierung

Neurologische Klinik Meisenheim, Ansicht vom Herbst 1998

Kürzere Wege für Patienten und Mitarbeiter erhofft

sich der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), Norbert Finke, durch die anstehenden Sanierungsvorhaben.

1,7 Millionen Mark investiert das Land in den ersten

Bauabschnitt zur Modernisierung der Neurologischen

Klinik Meisenheim. Ein zweiter Bettenaufzug im Mitteltrakt

wird geschaffen und das Hallenbad steht vor

der notwendigen Sanierung. Die Baugenehmigung für

beide Projekte liegt vor. Im Laufe des ersten Quartals

1999 sollen die Arbeiten beginnen.

Die jahrzehntealte Neurologische Klinik muss dringend

modernisiert werden. Darin sind sich alle Verantwortlichen

einig. Attraktivitätssteigerung und Standortsicherung

nennt Norbert Finke als Hintergrund

für die umfangreichen Pläne, die nun umgesetzt

werden sollen. Über die Art und Weise der Generalsanierung

fällt im kommenden Jahr die Entscheidung.

Zur Sicherung des Krankenhausstandortes Meisenheim

trage auch die Kooperation der beiden Kliniken

in der Stadt entscheidend bei, ist sich Geschäftsführer

Finke sicher. »In sehr direkten Gesprächen« würden

gute Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt. Die Kooperation

soll weiter vorangetrieben werden. | Rhein-

Zeitung, 19. November 1998 π

32 |

Süchtige suchen Hilfe

in der Methadon-Ambulanz

Neue Einrichtung in RMF Andernach – Drei Ärzte

speziell ausgebildet

Abhängigen illegaler Drogen bietet jetzt die Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach in einer speziell eingerichteten

Methadon-Ambulanz Hilfen an, von ihrer

Sucht loszukommen.

Die Einrichtung der Methadon-Ambulanz in der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (Träger ist das

Landeskrankenhaus als AöR) geht auf eine Ermächtigung

durch die Kassenärztliche Vereinigung Koblenz

zurück. Das erklärte Werner Schmitt als stellvertretender

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses auf

Anfrage der RZ. Grundsätzlich sei diese Behandlung

von niedergelassenen Ärzten durchzuführen. Schmitt:

»Diese können aber den derzeit sehr großen Bedarf

in der Region nicht abdecken, so dass die ›Kassenärztliche

Vereinigung‹ die RMF ermächtigt und beauftragt

hat, bestimmte ambulante Maßnahmen auf

diesem Gebiet durchzuführen. Drei unserer Ärzte

haben sich daher für die Methadon-Substitution zusätzlich

qualifiziert.«

Neben der medizinischen Behandlung durch Methadon

(synthetische Substanz mit opiatähnlicher Wirkung)

werden die Drogenkonsumenten psychosozial

und psychotherapeutisch betreut und begleitet, damit

sie einen Ausweg aus ihrer Sucht und zurück in die

Gesellschaft finden. | Rhein-Zeitung, 2. Dezember

1998 π


Cafeteria ist das Sahnehäubchen

Neues Sozialzentrum der Rheinhessen-Fachklinik

eingeweiht/Baukosten: 5,1 Millionen Mark

Cafeteria im neuen Sozialzentrum der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Die Prominenz staunte nicht schlecht: »Ich bin

überrascht, wie schön dieses Haus geworden ist«,

jubelte Landrat Hans-Jochen Schrader, und Sozialminister

Florian Gerster sprach gar von einem »architektonischen

Juwel«. Die Ovationen galten dem nagelneuen

Sozialzentrum der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

(RFK). Was die Politiker noch fröhlicher stimmte:

Das Projekt war auf 6,1 Millionen Mark veranschlagt

worden, kostete unterm Strich aber eine runde Million

weniger.

Genau genommen hat das Gründerzeitgebäude exakt

83 Jahre auf dem Buckel. Lange Zeit war hier die

Zentralküche der Klinik untergebracht, bis 1995 die

ersten Umbaumaßnahmen begannen. Seitdem ist viel

passiert: Außen- und Innenwände wurden in frisches

Weiß getränkt, historisierende Fenster eingebaut, der

Fußboden mit Granit und Holzparkett aufgemöbelt

und mächtige Leuchter aufgehängt. Auch der gesamte

Außenbereich wurde neu gestaltet. All dies erzeugt

das passende Ambiente für ein gründerzeitliches Café,

in dem Patienten, deren Angehörige und auswärtige

Gäste sich bei Kaffee und Kuchen zum Plausch tref-

1998

fen können. Das neue Kommunikationszentrum soll

die »Patienten positiv beeinflussen und therapieunterstützend

wirken«, erhofft sich die Klinikleitung.

»Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur

Öffnung der Psychiatrie gegenüber der Stadt und

der Bevölkerung«, sieht Sozialminister Gerster die

Cafeteria als potentiellen Besuchermagneten. Überhaupt

sei es beeindruckend, was aus der einst ummauerten

Klinik geworden sei. Sie präsentiere sich heute

offen, einladend und sei in der Stadt fest verwurzelt.

Das mit Mitteln des Landes renovierte Gebäude hält

nicht nur Kalorienhaltiges bereit. Im Erdgeschoss befinden

sich zudem Begegnungs- und Ausstellungsräume.

Zudem finden Seelsorger, die Patientenfürsprecherin

und eine Bücherei eine feste Bleibe. Im Obergeschoss

sind Büroräume der Institutsambulanz. Außerdem

soll dort bald eine Tagesstätte für alte, psychisch behinderte

Menschen eingerichtet werden. In dieser Sache

laufen gegenwärtig noch Verhandlungen zwischen

Klinik und Kreis. Mit der Umsetzung der Pläne wird

für das Frühjahr gerechnet. | Allgemeine Zeitung, 7.

Dezember 1998 π

| 33


Alexander Schneider

34 |

Alexander Schneider, Regionaldirektor Süd,

Mitglied der Geschäftsleitung Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit der Gründung des Landeskrankenhauses (AöR) vor nunmehr 10

Jahren sollte für anfänglich drei Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens

in Rheinland-Pfalz eine übergreifende Struktur geschaffen

werden, die eine Neuausrichtung der bisherigen Landesbetriebe ermöglichte.

Während der Versorgungsauftrag der jeweiligen Kliniken weiterhin

gegeben war, galt es jedoch neben der Sicherung einer zeitgemäßen

Diagnostik, Therapie und Pflege auch die Grundsätze einer modernen

Unternehmensführung bereitzustellen.

Das heutige Gesundheitswesen stellt an alle Akteure gewaltige Anforderungen.

Dabei stehen an erster Stelle unsere Nutzerinnen und Nutzer

im Krankenhausbehandlungsbereich und den angegliederten psychiatrischen

und heilpädagogischen Heimen. Aber auch die Kostenträger, zuweisende

Ärzte und Kliniken sowie die Kommunen und das Land Rheinland-Pfalz

als unsere Partner spielen dabei eine bedeutsame Rolle.

Neben dem ständigen Nachweis für einen hohen Qualitätsstandard aller

erbrachten Leistungen müssen die innerbetrieblichen Abläufe überprüft

und angepasst sowie wichtige gesundheitspolitische Strömungen erkannt

und beachtet werden.

Hierfür benötigen die Einrichtungen entsprechende Generalisten vor

Ort, aber auch Spezialisten, die innerhalb ihrer Fachgebiete übergreifend

zur Verfügung stehen. Qualitätsmanagement, Controlling, Öffentlichkeitsarbeit

sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung sind Bereiche, die

hohe Fachkenntnisse und personelle Ressourcen erfordern. Krankenhäuser,

oft als kleine Einheiten, die sich alleine diesen Anforderungen

stellen müssen, können solche Aufgaben kaum bewältigen. Als Mitglied

in einem Verbund kann ein einzelnes Unternehmen bedarfsorientiert

auf übergreifend organisierte Dienste Zugriff nehmen.

Hierin liegt eine Stärke des Landeskrankenhauses (AöR). Die Trägerstruktur

um den Geschäftsführer stellt für derzeit sechs Einrichtungen

in Rheinland-Pfalz übergreifende Dienste zur Verfügung. Die Referate

Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement und Betriebliche Kommunikation,

noch ergänzt durch die Zentrale Beauftragtenfunktion und Rechtsabteilung,

begleiten und unterstützen die Leitungen der Einzelunternehmen.

Durch sie werden wichtige Entscheidungen, sowohl auf Trägerebene

für den Geschäftsführer als auch für die Direktorien der Einrichtungen,

vorbereitet. Darüber hinaus befinden sich in einigen Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR) weitere spezialisierte Abteilungen,

die zentral Leistungen für weitere dem Träger angehörige Kliniken

erbringen. Hier wäre unter anderem die Abteilung für Datenverarbeitung

zu nennen.


»als innovatives unternehmen entwickeln wir – neben dem

bewährten – ergänzende und neue leistungsangebote nach

dem jeweils aktuellen bedarf im sozial- und gesundheitswesen.«

Zweiter der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

Diese Struktur bietet allerdings neben den genannten übergreifenden

Diensten noch einen weiteren Vorteil. Innerhalb der Trägerschaft des

Landeskrankenhauses (AöR) besteht zwischen den Einrichtungen ein

vernetztes Kommunikationssystem. Dieses System bietet die Möglichkeit

des Austausches zwischen den Fachrichtungen und Berufsgruppen,

hierarchieübergreifend. Hierbei spannt sich der Bogen von der strukturierten

quartalsweise stattfindenden Besprechung zwischen den Mitgliedern

der Direktorien und dem Geschäftsführer bis zur Arbeitsgruppensitzung

von Experten aus den Einrichtungen zu festgelegten Einzelthemen.

Im Bereich der Fort- und Weiterbildung stellt die gemeinsame Rhein-

Mosel-Akademie mit Sitz in Andernach einen wichtigen Bestandteil des

Landeskrankenhauses (AöR) dar. Sie ist Garant für die Qualifikation

unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch unserer Führungskräfte.

In ihr verschmelzen die Vermittlung fachlicher Inhalte an die

Expertinnen und Experten für die Behandlung, Pflege und Betreuung

unserer Patientinnen und Patienten mit den Erfordernissen einer gemeinsamen

Unternehmenskultur, die trefflich in den 10 zentralen Leitbildsätzen

des Landeskrankenhauses (AöR) nachzulesen ist. Durch sie ist

ein wichtiges Bindeglied zwischen den Einrichtungen, den Berufsgruppen

und den Hierarchien entstanden.

Mit den dargestellten Strukturen ist somit eine notwendige Differenzierung

in den Aufgabenfeldern einzelner Abteilungen und ebenso eine

sinnvolle Bündelung im organisatorischen und regionalen Bereich entstanden,

mit dem sich das Landeskrankenhaus (AöR) den Herausforderungen

der Zukunft stellt.

Alexander Schneider

| 35


36 |

π Winterimpressionen

x Skulptur »Blauer Kopf« im Parkgelände der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach, gefertigt vom Künstlerehepaar Karin

Meiners und Manfred Hammes. Im Hintergrund ist das

Klinische Zentrum zu erkennen.


Wilhelm-Griesinger-Haus, Rheinhessen-Fachklinik Alzey

c Tiergehege im Parkgelände der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

j Haus Eifel, Psychiatrische und heilpädagogische Heime

Andernach

l Teichanlage im Parkgelände der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach

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Gemeinsames Leitbild für das Landeskrankenhaus (AöR) und seine Einrichtungen

38 |


1999

Die bisher erreichten Innovationen in den Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR), insbesondere

strukturell bauliche Veränderungen sowie neue

bedarfsgerechte und nachgefragte, zum Teil spezialisierte

und überregional ausgerichtete Versorgungsangebote,

haben die Einrichtungen bereits deutlich

zukunftssicherer gemacht. Wirtschaftliche Stabilität

erzeugende Faktoren beziehen sich u.a. auf

- das Informationsmanagement als Grundlage

und Schwungrad für eine individuelle und

landeskrankenhausweite Steuerung von Qualität

und Wirtschaftlichkeit bei der Leistungserbringung

(Krankenhausinformationssystem)

- das Finanzmanagement mit Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsanreizen

bis zur Übernahme des

vollständigen oder anteiligen Budget- und Ergebnisrisikos

durch die verantwortlichen Führungskräfte

(bereichsgruppenübergreifende Budgetverantwortung)

- ein einzurichtendes Qualitätsmanagement mit

einem Schwerpunkt auf Prozess- und Ergebnisorientierung

- ein Fallmanagement, das mit patienten- und

krankheitsorientierter Prozesssteuerung die

Voraussetzungen für neue Vergütungssysteme

(DRG’s Neurologie) schafft.

Die beiden großen psychiatrischen Fachkliniken in

Andernach und Alzey sind in ihren jeweiligen Versorgungsregionen

auf dem Weg, Zentren eines gemeindepsychiatrischen

Verbundsystems zu werden. Zu

Beginn des Jahres wird in Bad Kreuznach eine Tagesstätte

mit Kontaktstellenfunktion und angeschlossener

Außenwohngruppe der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey eröffnet. Auf dem Gelände der Rheinhessen-

Fachklinik in Alzey wird das Leistungsangebot der

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

mit 20 Betten im generalsanierten Haus Hunsrück

neu etabliert. Auf der Neurologischen Abteilung der

Klinik werden die medizinisch-technischen Grundlagen

zur Erfüllung der Bedingungen einer Stroke unit

II. Ordnung geschaffen.

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Im Juli nimmt die Tagesklinik Cochem der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach ihren Betrieb auf. In

der Neurologischen Klinik Meisenheim wird mit den

Bauarbeiten des ersten Bauabschnittes im Rahmen

der Generalsanierung des Klinikgebäudes begonnen.

Der Leitbild-Entwicklungsprozess kann im Frühjahr

1999 abgeschlossen werden.

Nachdem das Landeskrankenhaus (AöR) mit seinen

Einrichtungen in den vergangenen drei Jahren einen

positiven fachlichen und wirtschaftlichen Entwicklungsweg

genommen hat, hat sich das Land Rheinland-Pfalz

entschlossen, das Kinderneurologische Zentrum

in Mainz, das Landessprachheilzentrum in Meisenheim

und die Reha-Klinik Rheingrafenstein in

Bad Münster am Stein Ebernburg zum 1. Januar 2000

dem Landeskrankenhaus (AöR) als Einrichtungsträger

anzugliedern. Das Land Rheinland-Pfalz setzt damit

die begonnene Verwaltungsmodernisierung seiner

Gesundheitseinrichtungen in konsequenter Weise fort.

Damit der Übergang dieser drei Einrichtungen gut

vorbereitet stattfinden kann, schließen das Landeskrankenhaus

(AöR) und das Land Rheinland-Pfalz eine

Geschäftsbesorgungsvereinbarung mit Wirkung zum

15. Juli 1999 ab, aufgrund derer die Geschäftsführung

des Landeskrankenhauses (AöR) für die drei

neu anzugliedernden Einrichtungen bereits im zweiten

Halbjahr 1999 Koordinations- und Managementleistungen

vornehmen kann.

Seitens des Landeskrankenhauses (AöR) wird für

die Reha-Klinik Rheingrafenstein mit den Landesverbänden

der Krankenkassen ein Versorgungsvertrag

nach § III SGB V für eine sukzessiv vorzunehmende

Umwandlung der Einrichtung in eine geriatrische

Rehabilitationsklinik mit teil- und vollstationären Rehabilitationsleistungen

vereinbart. Gleichzeitig kann

für dieses neue Leistungsangebot mit den Krankenkassen

eine Vergütungsvereinbarung einvernehmlich

verhandelt werden. π

| 39


Bedeutsame Daten des Jahres 1999

1. Januar 1999

Zentralisierung der Wäscheversorgung der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey und der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach

Februar 1999

Beginn der Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten

auf den Stationen Haus am Rennweg 1 und

2 sowie im Klinischen Zentrum und im Verwaltungsgebäude

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Beginn der Arbeiten zum Einbau eines modernen

Stationszimmers zur Verbindung zweier Stationen

in der Neurologischen Klinik Meisenheim

Beginn der Bauarbeiten mit dem 1. Bauabschnitt im

Rahmen der Generalsanierung in der Neurologischen

Klinik Meisenheim

1. April 1999

Einrichtung des Referats Betriebliche Kommunikation

mit Schwerpunkt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

beim Landeskrankenhaus (AöR) und Besetzung der

Position des Leiters

40 |

7. April 1999

Vorlage einer kurz-, mittel- und langfristigen Zielplanung

für die Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

16. April 1999

Das Leitbild des Landeskrankenhauses (AöR) und

seiner Einrichtungen wird im Rahmen einer Feierstunde

in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey offiziell

vorgestellt und an Geschäftsführer Norbert Finke übergeben

Mai 1999

Abschluss der Grundsanierungsarbeiten des Hauses

Hunsrück in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey (Abteilung

für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie)


18. Mai 1999

Eröffnung der Tagesstätte mit Kontaktstellenfunktion

und einer Außenwohngruppe mit sechs Plätzen der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey in Bad Kreuznach

Ω Schritt zu selbstständigem Leben 42

1. Juni 1999

Eröffnung der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie

in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

(1. Kontingent mit 20 Betten)

Ω Schon jetzt Notbetten 44

Juni 1999

Abschluss der Modernisierungsarbeiten auf der Station

I der Neurologischen Klinik Meisenheim

1. Juli 1999

Eröffnung der Tagesklinik Cochem der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach mit 15 Plätzen

Ω Neues Angebot für psychisch Kranke 45

1999

15. Juli 1999

Abschluss einer Geschäftsbesorgungsvereinbarung

zwischen dem Landeskrankenhaus (AöR) und dem

Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in

Bezug auf das Kinderneurologische Zentrum Mainz,

das Landessprachheilzentrum Meisenheim und die

Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster am Stein-

Ebernburg

September 1999

Schaffung von medizinisch-technischen Grundlagen

zur Erfüllung der Bedingungen einer Stroke Unit II.

Ordnung in der neurologischen Abteilung der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey

Oktober 1999

Die Umbau- und Modernisierungsarbeiten im Foyer

des Klinischen Zentrums und auf der Station Haus

am Rennweg 1 der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

sind abgeschlossen

| 41


Schritt zu selbstständigem Leben

Neue Außenwohngruppe und Tagesstätte für psychisch

kranke Menschen wurde gestern eröffnet

Eingangsbereich der Tagesstätte Bad Kreuznach der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey.

Als wichtigen Baustein für die gemeindenahe Versorgung

psychisch Kranker hat der Leitende Ministerialrat

im Sozialministerium, Anton Miesen, die neue

Außenwohngruppe und Tagesstätte der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey bezeichnet. Sie wurde jetzt in der

Salinenstraße 133 eröffnet.

Mit der Tagesstätte und der Außenwohngruppe

sei man auf dem Weg, den betroffenen Menschen

ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen,

wieder ein gutes Stück vorangekommen, erklärte der

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), Norbert

Finke. Damit setze man den Enthospitalisierungsprozess

ehemaliger Langzeitpatienten fort. Die Erfahrungen

mit chronisch psychisch kranken Menschen

42 |

zeigten, dass diese nur in den seltensten Fällen auf

Dauer in stationären Einrichtungen leben müssten.

In der Außenwohngruppe finden sechs Patienten,

die zum Teil 20 Jahre und mehr in der Fachklinik

behandelt wurden, ein neues Zuhause. Die Tagesförderstätte

mit Kontaktstellenfunktion verfügt über

zwölf Plätze. Dort werden auch sechs Menschen, die

in Bad Kreuznach wohnen, von vier Sozialarbeitern

betreut.

Ziel der Psychiatrie-Reform sei, die Versorgung zu

den Menschen zu bringen – mit stationären, ambulanten

und komplementären Angeboten. Durch die

dezentrale, wohnortnahe Versorgung »entfällt auch

die Stigmatisierung«, sagte Miesen. Dieses System soll

weiter ausgebaut werden.

Oberbürgermeister Rolf Ebbeke nannte das neue

Angebot einen »wichtigen Mosaikstein« für die soziale

Infrastruktur der Stadt. Der Slogan »Behindert

ist man nicht, behindert wird man«, mahne gerade

die Stadtpolitik, den Bedürfnissen dieser Menschen

Rechnung zu tragen. Die neue Einrichtung sei ein

»Paradebeispiel« für die Richtung, in die die Reform

gehen müsse.

»Die Umsetzung der Psychiatrie-Reform ist mühevoll,

macht aber auch Spaß«, sagte der Ärztliche Direktor

Dr. Wolfgang Guth. Die neue Einrichtung sei da

»ein Sahnehäubchen«. »Es ist wichtig, die Alternativen

zum Langzeitbereich der Kliniken weiter auszubauen.«

90.000 Mark hat die Einrichtung gekostet:

Die Hälfte zahlt das Land, 20.000 Mark kamen

vom Verein zur Unterstützung gemeindenaher Psychiatrie

in Rheinland-Pfalz. | Öffentlicher Anzeiger,

19. Mai 1999 π


In der Apotheke der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

c Klinisches Zentrum der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

j Stationszimmer KM 3, Abteilung Allgemeinpsychiatrie und

Psychotherapie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

l Räumlichkeiten der Physiotherapie, Rheinhessen-Fachklinik Alzey

| 43


Schon jetzt Notbetten

Jugendpsychiatrische Abteilung in der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey eingeweiht

Die neue Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie

und -psychotherapie in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey (RFK) ist gestern offiziell eröffnet worden.

Kinderstation im Haus Hunsrück, Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Im Haus Hunsrück stehen derzeit 20 Betten zur

stationären Behandlung von psychisch kranken

Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Trotzdem

herrscht schon jetzt Platzmangel: »Wir mussten«, sagte

Dr. Andreas Stein, Leiter der Abteilung, »schon Notbetten

aufstellen.«

Seit April dieses Jahres wurden bereits 52 junge

Patienten im Alter von fünf bis achtzehn Jahren behandelt,

weitere stehen auf einer Warteliste. In den

kommenden Monaten wird die Abteilung vergrößert.

Damit ist die RFK dann für die kinder- und jugendpsychiatrische

Versorgung der Städte Mainz und

Worms sowie der Landkreise Alzey-Worms, Mainz-

44 |

Bingen, Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück zuständig.

Vier Millionen Mark hat der Umbau des Hauses

Hunsrück gekostet. Aus dem schmucken Altbau ist

eine moderne Kinderklinik geworden, die so gar nicht

wie ein Krankenhaus aussieht. Der Boden ist lindgrün,

die Türrahmen sind bunt angemalt. In den

Kinderbetten warten Stofftiere auf ihre Besitzer. Im

Garten des Hauses wurde ein Spielplatz angelegt.

Der Umbau des Hauses Petersberg mit weiteren 20

Betten soll ebenfalls vier Millionen Mark kosten, erklärte

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), dem Träger der RFK.

Das Konzept der neuen Abteilung wurde speziell

auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgestimmt.

Für die Kinder gibt es Möglichkeiten zum

Spielen, Toben und Lernen; eine Lehrerin unterrichtet

die schulpflichtigen Patienten. Die Jungen und

Mädchen, die in der Station aufgenommen werden,

leiden unter anderem an emotionalen Störungen,

Angstzuständen, psychosomatischen Krankheitsbildern

oder an Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit.

Vor allem bei den Älteren kommen depressive

oder Suchterkrankungen sowie Störungen des

Realitätsbezuges hinzu.

Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen erfolgt

in kleinen Gruppen von vier bis fünf Patienten, denen

jeweils eine feste Bezugsperson aus dem Pflege- und

Erziehungsdienst zugeordnet wird. Diese arbeitet eng

mit den Ärzten und Therapeuten zusammen, auch

die Eltern werden stark in die Behandlung mit eingebunden.

Sozialminister Florian Gerster und Bürgermeister

Knut Benkert begrüßten die Einrichtung der neuen

Abteilung, die die Versorgung in der Jugendpsychiatrie

sicherstellt. | Allgemeine Zeitung, 2. Juni 1999 π


Neues Angebot für psychisch Kranke

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach eröffnet

Tagesklinik in Cochem

Am 1. Juli wird die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

in der Avallonstraße 30 in unmittelbarer Nachbarschaft

des Marienkrankenhauses in Cochem eine Tagesklinik

für psychisch kranke Menschen eröffnen. Damit

wird das Behandlungsangebot für psychisch Kranke

im Landkreis Cochem-Zell deutlich verbessert.

Im Aufenthaltsraum der Tagesklinik Cochem der Rhein-Mosel-

Fachlinik Andernach

»Die Eröffnung der Cochemer Tagesklinik ist neben

den bereits bestehenden tagesklinischen Angeboten

in Andernach, Koblenz und Mayen ein weiterer wichtiger

Schritt im Rahmen der Psychiatrie-Reform in

Rheinland-Pfalz«, erläutert Dr. Stefan Elsner, stellvertretender

Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik

und Leitender Arzt der Tagesklinik Cochem.

»Psychisch Kranke soweit wie möglich ambulant oder

teilstationär in der Nähe ihres jeweiligen Wohnortes

zu behandeln, ist ein ausdrückliches Ziel des Reformprozesses.

Dieser Prozess wird von der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach als Zentrum für Psychiatrie,

Psychotherapie und Neurologie im Interesse der psy-

1999

chisch kranken Menschen konsequent vorangebracht.«

Die Tagesklinik verfügt über 15 Therapieplätze und

bietet Menschen mit unterschiedlichen psychischen

Störungen die Möglichkeit zu einer wohnortnahen,

teilstationären Behandlung. Geöffnet ist die Tagesklinik

montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 16.30

Uhr. In dieser Zeit nehmen die Patientinnen und

Patienten an einem strukturierten, individuell abgestimmten

Behandlungsprogramm teil, die Abende

und Wochenenden verbringen sie in ihrer gewohnten

häuslichen Umgebung.

Übergang in Alltag leichter

Durch dieses Therapiekonzept können vollstationäre

Aufenthalte oftmals vermieden oder der Übergang

vom Krankenhaus in den häuslichen und beruflichen

Alltag erleichtert werden.

Das tagesklinische Angebot richtet sich an Menschen,

die an Psychosen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen

oder organischen Psychosyndromen leiden.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel sechs

Wochen, je nach Absprache sind aber auch kürzere

oder längere Behandlungszeiten möglich. Das therapeutische

Team setzt sich zusammen aus einem Facharzt

für Psychiatrie, einer Diplom-Psychologin, einer

Sozialpädagogin, einem Ergotherapeuten und zweieinhalb

Krankenpflegekräften.

Da die neue Tagesklinik sich in unmittelbarer Nachbarschaft

des Marienkrankenhauses befindet, ist die

Nähe zur somatischen Medizin gewährleistet. »Damit

wird nicht nur das Versorgungsspektrum unserer

Patienten erweitert, sondern durch die Aufhebung

der traditionellen Trennung von psychisch und körperlich

Kranken auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen

Integration psychisch kranker Menschen geleistet«,

betont Dr. Elsner. | Rhein-Zeitung, 27. Juni 1999 π

| 45


Dr. Wolfgang Guth

46 |

Dr. Wolfgang Guth, Ärztlicher Direktor Landeskrankenhaus (AöR),

Mitglied der Geschäftsleitung Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit der Einrichtung des Landeskrankenhauses – Anstalt des öffentlichen

Rechts – als Umsetzung des Landeskrankenhausgesetzes von 1996

wurde die Umwandlung der vorherigen Landeskliniken in zeitgemäße

moderne Unternehmensstrukturen durchgeführt. Der nicht unbedingt

innovative Name Landeskrankenhaus wird der Bedeutung dieses Schrittes

sicherlich nicht ganz gerecht, macht aber auf der anderen Seite

deutlich, dass das Land Rheinland-Pfalz im Gegensatz zu anderen Beispielen

sich weiterhin der Verantwortung für seine bisherigen Einrichtungen

bewusst ist. Dies zeigt sich unter anderem auch in der konsequenten

Fortführung und Stabilisierung der am Standort Alzey schon weitgehend

verwirklichten sozialpsychiatrischen gemeindenahen Strategien

und dem verstärkten Aufbau dieser Strategien am Standort Andernach.

Dass wir diese Philosophie von Anfang an kontinuierlich weiter fortsetzen

konnten, war für mich sehr beruhigend.

Für die großen Standorte Alzey und Andernach zeichnet sich sinnvoller

Weise ein Paradigmenwechsel ab, weg von der Nervenklinik hin

zu »Gesundheitszentren« mit verschiedenen Fachabteilungen, – u.a. auch

psychiatrische – und Verbundlösungen im stationären, teilstationären

und ambulanten Bereich. In diesem Sinne ist die Eingliederung des

Kinderneurologischen Zentrums Mainz als Abteilung der Rheinhessen-

Fachklinik zu sehen, mit dem Aufbau eines stationären Angebotes der

Kinderneurologie in Alzey, weiterhin die Erweiterung der Kinder- und

Jugendpsychiatrie sowie die Errichtung einer berufsintegrierenden Maßnahme

in Trägerschaft der Klinik. Dazu gehört auch zum Beispiel die

Ansiedlung von Facharztpraxen verschiedenster Fachrichtungen auf dem

Klinikgelände mit dem Vorteil der synergistischen Nutzung der bereits

vorhandenen Infrastruktur.

Die neurologischen Abteilungen an den beiden Zentren sowie im Krankenhaus

Meisenheim haben sich weiter spezialisiert. An allen 3 Kliniken

existieren ausgewiesene Stroke Units. Neben der Frührehabilitation

ent-wickelt sich in Alzey eine Spezialisierung im Bereich Schmerztherapie.

Die Neurologische Abteilung in Andernach wird als MS-Zentrum

anerkannt. In Meisenheim entsteht eine Abteilung für Neurologische

Rehabilitation im Rahmen des Modellprojektes »Neurologische Akutbehandlung

und Rehabilitation unter einem Dach«. Mit der Übernahme des

Krankenhauses Hinter der Hofstadt Meisenheim gibt es nun in der Trägerschaft

des Landeskrankenhauses auch die Fachrichtung Innere Medizin

und Chirurgie. Nach Sanierung der Neurologischen Klinik Meisenheim

wird mit Ziel 2010 auf dem Liebfrauenberg ein Krankenhaus mit den Fachrichtungen

Neurologie, Innere Medizin und Chirurgie errichtet sein.


»unser unternehmen ist ein lernfähiges und veränderungsbereites

system. jede einzelne mitarbeiterin trägt durch ihre

leistung zur erfüllung unserer gemeinsamen aufgabe bei.

wir qualifizieren uns systematisch weiter und verbessern ständig

die qualität unserer leistungen.«

Dritter der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

Die Klinik Rheingrafenstein wird dem wachsenden Bedarf entsprechend

schrittweise in eine geriatrische Rehabilitationsklinik umgewandelt.

Eine transparente und stringente Unternehmensstrategie mit all den

dazugehörigen Insignien wie Logo, Leitbild, Akademie für Fort- und

Weiterbildung führt zu einer vorher nicht gekannten, über den Tellerrand

der einzelnen Einrichtungen hinausgehenden Sichtweise sowohl in

fachlicher als auch organisatorischer Hinsicht. Vereinheitlichungen im

Bereich der Labore, der Apotheke, aber auch im Einsatz von diagnostischen

und therapeutischen Maßnahmen sind hierfür Beispiele.

Das Sozial- und Gesundheitswesen in Deutschland steht, wie jedermann

bekannt, weiterhin in einem Spannungsfeld. Das Landeskrankenhaus

(AöR) und seine Einrichtungen, und dies ist das Ergebnis der Umwandlungsprozesse

der vergangenen 10 Jahre, kann sich diesen Herausforderungen

stellen.

Dr. Wolfgang Guth

| 47


Drei neue Einrichtungen unter dem Dach des Landeskrankenhauses (AöR)

48 |


2000

Das Jahr 2000 ist insbesondere durch die Angliederung

und Integration von drei rechtlich unselbstständigen

Landesbetrieben in die unternehmerische

Betriebsführungsorganisation des Landeskrankenhauses

(AöR) geprägt. Ab dem 1. Januar werden auf der

Grundlage der 1. Landesverordnung zur Übertragung

von Einrichtungen auf das Landeskrankenhaus (AöR)

vom 16. September 1999 das Kinderneurologische

Zentrum in Mainz, das Sprachheilzentrum in Meisenheim

und die Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad

Münster am Stein-Ebernburg dem Landeskrankenhaus

(AöR) als Einrichtungsträger angegliedert.

Der fachliche, organisatorische und wirtschaftliche

Eingliederungsprozess muss vom Landeskrankenhaus

(AöR) bei gleichzeitiger Umsetzung der Generalsanierung

der Reha-Klinik Rheingrafenstein bewältigt

werden. Fachliche und wirtschaftliche Eigendynamik

in den Einrichtungen des Landeskrankenhauses

(AöR) führen, gekoppelt mit auch im Jahr 2000

andauernder Innovationsfähigkeit und hoher Investitionstätigkeit,

zu einer Zukunftschancen wahrenden

Stabilität.

Der bereits über Jahre erkennbare Trend, dass von

den Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen

in Deutschland eine wachsende Nachfrage (Fallzahlsteigerung)

zu bewältigen ist, hält mit Sicht auf

den Krankenhausbehandlungsbereich an. Gleichzeitig

führt ein weiterer Kapazitätsabbau an Krankenhausbetten

zu sinkenden Verweildauern. Angesichts der

weiter restriktiv wirkenden Gesundheitspolitik bleibt

es für die Krankenhäuser eine schwierige Aufgabe,

innerhalb eines modernen Krankenhauswesens alle

notwendigen stationären Leistungen für die BürgerInnen

auf einem hohen Qualitätsniveau zu erbringen.

Die bereits realisierte Ausrichtung des Landeskrankenhauses

(AöR), im psychiatrischen Krankenhausbehandlungsbereich

eine Versorgungsintegration

von der ambulanten über die teilstationäre bis zur

stationären Versorgung entwickelt zu haben, wird auch

im Hinblick auf die außerklinischen Betreuungsaufgaben

ausgedehnt. So wird unter diesem Aspekt neben

dem bereits seit 1999 realisierten Konzept der Ein-

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

richtung von Tagesstätten mit Kontaktstellenfunktion

für externe und interne Besucher im Bereich der ambulanten

Eingliederungshilfe im Jahr 2000 neu über

die Einrichtung einer gerontopsychiatrisch-geriatrischen

Tagesstätte mit 15 Plätzen am Standort in Alzey

erstmalig ein teilstationäres Pflegeangebot (SGB XI)

geschaffen. Diese Betreuungsaktivitäten zielen insbesondere

auf die teilstationäre fachgerechte Betreuung

und Pflege von demenziell Erkrankten ab.

Die ehemaligen Langzeitbereiche der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey sowie der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach werden zu Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heimen umgewandelt, um den Enthospitalisierungsprozess

der BewohnerInnen noch

konsequenter betreiben zu können. Die bisherige

verantwortliche Führung durch Ltd. Abteilungsärzte

wird zum 1. Januar 2000 durch den Direktor Heime

als Heimleiter abgelöst.

Zur notwendigen Kapazitätserweiterung der Klinik

Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach wird der Neubau Haus L

mit 40 Betten eröffnet.

Im März beginnen die Generalsanierungsmaßnahmen

am Gebäude der Reha-Klinik Rheingrafenstein,

die bis zum Abschluss der Baumaßnahmen

den Kurbetrieb in angemieteten Gebäuden in Bad

Münster am Stein-Ebernburg fortsetzt.

Die zentrale Aufgabe, die drei neuen Einrichtungen,

die bis zum Ende des Jahres 1999 behördlichkameral

geführt wurden, in den Geschäftsbetrieb

des Landeskrankenhauses (AöR) organisatorisch, DVtechnisch,

personell und wirtschaftlich zu integrieren,

wird bis zum Ende des Jahres 2000 erreicht.

Durch die Einrichtungsangliederung hat sich die

Anzahl der MitarbeiterInnen im Landeskrankenhaus

(AöR) auf über 2.100 erhöht. π

| 49


Bedeutsame Daten des Jahres 2000

1. Januar 2000

Dem Landeskrankenhaus (AöR) werden mit dem

Kinderneurologischen Zentrum Mainz, dem Sprachheilzentrum

Meisenheim sowie der Reha-Klinik Rheingrafenstein

in Bad Münster am Stein-Ebernburg drei

neue Einrichtungen angegliedert

Ω Durch Kliniken weht Unternehmerwind 52

Umstrukturierung der ehemaligen Langzeitbereiche

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey und der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach zu Psychiatrischen und

heilpädagogischen Heimen, Besetzung der Führungsposition

mit einem neuen Direktor Heime

Februar 2000

Beginn der Baumaßnahmen des Gebäudes Haus L in

der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach zur Erweiterung

der Aufnahmekapazität um 40 Betten

50 |

1. März 2000

Beginn der Generalsanierungsmaßnahmen in der

Reha-Klinik Rheingrafenstein

23. März 2000

Eröffnung des neu errichteten Küchengebäudes

der Zentralküche der RMF

Ω Die neue Zentralküche … 56

Mai 2000

Kooperationsvertrag mit der Maria-Hilf-GmbH bezüglich

der Tagesklinik Dernbach

17. Juni 2000

Die Tagesklinik Andernach feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Im Jahre 1975 wurde die Tagesklinik der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach als erste Tagesklinik in

Rheinland-Pfalz eröffnet

Ω 25 Jahre Tagesklinik in Andernach 57


Juni 2000

Eröffnung des vollständig sanierten Freibades auf dem

Gelände der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

19. September 2000

Neueröffnung der modernisierten Station I, des Bewegungsbades

und des Aufzugsanbaues in der Neurologischen

Klinik Meisenheim

Ω Moderne Klinik hat Zukunft 58

1. Oktober 2000

Eröffnung einer Außenwohngruppe mit 5 Plätzen

der Psychiatrischen und heilpädagogischen Heime

Andernach in Cochem

2. Oktober 2000

Offizielle Eröffnung des Neubaus Haus L in der Klinik

Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach

Ω Bautempo sparte viel Geld 59

2000

4. Oktober 2000

Offizielle Eröffnung der gerontopsychiatrisch- /geriatrischen

Tagesstätte der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Ω Verbesserung der Lebensqualität 63

1. Dezember 2000

Einrichtung des Referats »Zentrale Beauftragtenfunktion«

im Landeskrankenhaus (AöR) mit der Zuständigkeit

für die Bereiche Datenschutz, Gesundheitsförderung

und Innerbetriebliches Vorschlagswesen

und Besetzung der Position des Leiters

Dezember 2000

Abschluss der Bauarbeiten am Gebäude der Reha-

Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster am Stein-

Ebernburg

Ω Ältere Menschen wieder fit machen 64

| 51


Durch Kliniken weht Unternehmerwind

Das Landeskrankenhaus mit Sitz der Geschäftsführung

in Andernach ist um drei weitere Fachkrankenhäuser

aufgestockt worden – 2.100 Mitarbeiter

Zufahrt zum Sitz der Geschäftsführung des Landeskrankenhauses

(AöR) in Andernach

Aufgaben und Kompetenzen im Gesundheits- und

Sozialwesen auch auf Landesebene zu bündeln, bewährt

sich seit Januar 1997 mit der Gründung des

Landeskrankenhauses (AöR). Drei weitere Kliniken gehören

seit Jahresbeginn dazu. Die Geschäftsführung

hat ihren Sitz in Andernach.

Zum Landeskrankenhaus gehören seit Anfang ’97

die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (früher LNK),

die Rheinhessen-Fachklinik Alzey und die Neurologische

Klinik Meisenheim. Jetzt sind dem Landeskrankenhaus

(Anstalt des öffentlichen Rechts) weiterhin

das Kinderneurologische Zentrum Mainz (Zentrum

für Sozialpädiatrie, Frühförderung und Spina

bifida-Ambulanz), das Sprachheilzentrum Meisen-

52 |

Eingangsbereich des Kinderneurologischen Zentrums (KiNZ) Mainz

heim (Zentrum zur Behandlung von Kommunikationsstörungen)

und die Reha-Klinik Rheingrafenstein in

Bad Münster am Stein-Ebernburg (Zentrum für Geriatrie,

Orthopädie und Rehabilitation) angegliedert

worden.

Nach den Worten von Gesundheitsminister Florian

Gerster, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des

Landeskrankenhauses ist, setzt das Land Rheinland-

Pfalz damit die begonnene Verwaltungsmodernisierung

seiner Gesundheitseinrichtungen in konsequenter

Weise fort. Durch den rechtlichen und organisatorischen

Zusammenschluss würden die Zukunftschancen

für die Einrichtungen wesentlich verbessert.

Nach Auffassung von Geschäftsführer Norbert Finke


Vor dem Gebäude des Sprachheilzentrums Meisenheim Gebäude der Reha-Klinik-Rheingrafenstein, Bad Münster am Stein-

Ebernburg

haben die Belegschaften der drei bisherigen Kliniken

»längst die Notwendigkeit erkannt und die Herausforderung

angenommen, dem verschärften Wettbewerb

im Gesundheitswesen gerecht zu werden«. Die

bisher behördlich geführten und strukturierten Landesbetriebe

werden laut Finke – ebenfalls wie die drei

Kliniken vorher schon – mit den Mitarbeitern in moderne,

dynamische und sozial verpflichtete Unternehmen

des Gesundheits- und Sozialwesens umgewandelt.

Das Landeskrankenhaus sei bereits zugeschnitten

auf die Unternehmenskonzeption: »Weg von

Landesbetrieben und hin zu modernen Dienstleistungsunternehmen

im Gesundheits- und Sozialwesen.«

2000

Ab dem 1. Januar betreibt das Landeskrankenhaus

damit im psychiatrischen und neurologischen Leistungsfeld

drei Fachkrankenhäuser, fünf Tageskliniken,

zwei Institutsambulanzen, zwei psychiatrische Pflegeheime

mit mehreren Außenwohngruppen, eine Rehabilitationsklinik,

ein Kinderneurologisches Zentrum

und ein Sprachheilzentrum an insgesamt zehn Standorten

in Rheinland-Pfalz. Das Landeskrankenhaus

(AöR) beschäftigt jetzt insgesamt 2.100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Ziel sei einzig und allein, Patienten

und Heimbewohnern medizinisch und pflegerisch

hochwertige Versorgungs- und Betreuungsleistungen

anzubieten, so Norbert Finke. | Rhein-Zeitung, 5. Januar

2000 π

| 53


Frauenschutzbereich neu eingerichtet

Psychiatrische Aufnahmestation Haus am Rennweg 2

in Andernach wurde mit einer Feierstunde eröffnet

Am Mittwoch, 9. Februar, wurde in der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach die Station Haus am Rennweg

2 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten neu eröffnet.

In einer Feierstunde freute sich Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), zahlreiche

externe Gäste und Mitarbeiter der Rhein-Mosel-

Fachklinik begrüßen zu dürfen.

Die Station Haus am Rennweg 2 ist eine psychiatrische

Aufnahmestation der RMF. Hier werden Menschen

mit akuten psychischen Erkrankungen wie schizophrenen

Psychosen, manisch-depressiven Erkrankungen

oder seelischen Störungen nach Gehirnverletzungen

behandelt. Die nunmehr zeitgemäß ausgestattete

Station verfügt über modern konzipierte Patientenzimmer

mit eigener Nasszelle. Außerdem entstanden

ein funktionell ausgerüstetes Behindertenbad, eine

nach modernsten Erkenntnissen eingerichtete Küche

sowie helle und freundlich gestaltete Aufenthaltsund

Besucherräume. Auch wurden die Funktionsräumlichkeiten

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derart

umgestaltet, dass diese nun in zentraler Lage die gesamte

Station überblicken können.

Die Architekten Gerharz & Frank aus Bad Kreuznach,

die mit der baufachlichen Planung der Modernisierungsarbeiten

beauftragt waren, legten bereits im

Herbst 1998 die ersten Pläne vor. Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter hatten die Möglichkeit, hinsichtlich

der Gestaltung ihrer Station mitzuwirken. Sie

konnten in Bezug auf die Farbkonzeption, die Beleuchtung,

die Verwendung bestimmter Materialien, die

Gestaltung der Aufenthaltsräume sowie die Konzeption

der Sanitäreinrichtungen ihre Erfahrungen und

Kenntnisse einbringen.

Wie Norbert Finke in seiner Begrüßungsansprache

erklärte, wurde insgesamt eine Summe in Höhe

von 2.170.000 Mark aus den zur Verfügung stehenden

pauschalen Fördermitteln investiert. »Das bedeutet,

dass bei 40 Betten ein Renovierungsaufwand in

Höhe von je 54.000 Mark zu leisten war. Auf diesem

Wege werden wir fortfahren, die Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach zu einer Vorzeigeeinrichtung für die

psychiatrische und neurologische Krankenhausbehand-

54 |

lung im nördlichen Rheinland-Pfalz zu gestalten.«

Dr. Stefan Elsner, leitender Abteilungsarzt der Allgemeinpsychiatrie

und Psychotherapie, zeigte sich

besonders erfreut über die gelungenen Renovierungsarbeiten

und die hierdurch verbesserten Behandlungsvoraussetzungen,

die hervorragend auf die Bedürfnisse

einer psychiatrischen Aufnahmestation ausgelegt

sind. Dr. Elsner wies insbesondere auf einen

neu eingerichteten Frauenschutzbereich innerhalb der

Station hin, wo künftig maximal sechs Patientinnen

untergebracht werden können und von männlichen

Kranken unbehelligt bleiben, da diese keinen Zutritt

zu dem Frauenschutzbereich haben werden. Warum

es zu dieser Einrichtung kam, erklärte Dr. Elsner mit

den Worten: »Als wir Ende 1997 durch die damalige

Umstrukturierung in der Allgemeinpsychiatrie die letzten

geschlechtsgetrennten Stationen aufgehoben bzw.

durchmischt haben, war dies ein notwendiger und

überfälliger Schritt hin zu mehr Normalisierung, wovon

ich auch heute noch überzeugt bin. Nach anfänglicher

Unruhe unter allen Beteiligten, die nicht überraschend

war, ist diese Normalisierung inzwischen

längst eingetreten. Doch in Einzelfällen gab es Probleme

zwischen akut erkrankten Frauen und Männern,

vor denen wir nicht die Augen verschließen können,

und es gibt immer wieder einmal die Wünsche von

Frauen, sich zumindest zeitweilig von Männern separieren

zu können, wobei in der Regel traumatische

lebensgeschichtliche Erfahrungen motivierend sind.

Das bedeutet, dass wir diese Bedürfnisse und Ereignisse

in allem Ernst wahrnehmen und der Individualität

dieser Frauen gerecht werden. Wie überhaupt

die Einrichtung des Frauenschutzbereiches unsere

Sensibilität dafür gestärkt hat, die Frage aufzuwerfen,

ob es weitere frauenspezifische Angebote in unserer

Klinik geben sollte, die bisher fehlen, und ob

unsere jetzigen therapeutischen wie organisatorischen

Gewohnheiten möglicherweise Frauenbedürfnisse

missachten, ohne dass es uns bewusst ist. Wir wollen

uns dieser Problematik auf jeden Fall stellen und für

notwendige Veränderungen sorgen.« | Andernacher

Stadtzeitung, 16. Februar 2000 π


Eingangsbereich der Spina bifida-Ambulanz, Kinderneurologisches

Zentrum Mainz

c Ergotherapie in der Reha-Klinik Rheingrafenstein

j Lauftraining in Begleitung der Eltern im Kinderneurologischen

Zentrum Mainz

l Im Snoezelenraum des Sprachheilzentrums Meisenheim

| 55


Die neue Zentralküche der RMF wurde offiziell eröffnet

Neubau ist für 600 Essensportionen ausgelegt:

Weiterer Schritt zum modernen Dienstleister

Symbolische Schlüsselübergabe des neuen Küchengebäudes,

v.l.n.r.: Walter Schäfer, Küchenleiter Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach,

Helmut Flöck, Ltd. Baudirektor Staatsbauamt Koblenz,

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR)

Nach Abschluss der umfangreichen Baumaßnahmen

konnte Norbert Finke, Geschäftsführer des

Landeskrankenhauses (AöR), zahlreiche externe Gäste

und Mitarbeiter der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

(RMF) zur offiziellen Eröffnung des Neubaues

der Zentralküche der RMF begrüßen.

Nach den Baumaßnahmen im vergangenen Jahr

im Foyer des Klinischen Zentrums sowie auf den

Stationen 1 und 2 im Haus am Rennweg ist mit der

jetzt erfolgten Inbetriebnahme der neuen Zentralküche

ein weiterer Teil der umfassenden Modernisierungsmaßnahmen

in der Rhein-Mosel-Fachklinik

abgeschlossen. Das Land Rheinland-Pfalz hat für die

Errichtung des Neubaues 6,2 Millionen Mark bereitgestellt.

Erforderliche Ausrüstungsgegenstände im

Gesamtwert von 450.000 Mark wurden von der Rhein-

Mosel-Fachklinik aus ihr zur Verfügung stehenden

pauschalen Fördermitteln finanziert.

Der jetzt fertig gestellte Neubau erfüllt alle Anforderungen,

die heutzutage an einen modernen Küchenbetrieb

gestellt werden. So ist beispielsweise der

gesamte Küchenbereich mit einer Lüftungsdecke versehen,

die Dämpfe und Gerüche großflächig absaugt.

56 |

Modernste Elektronik sorgt dafür, dass der Küchenleiter

alle Kühlhäuser über seinen PC steuern kann.

Alle Küchengeräte, bis hin zu den Kühlräumen, verfügen

über jeweils separate Wärmerückgewinnungsanlagen,

deren Energie zur Erwärmung von Wasser

und zur Unterstützung der Heizung genutzt wird,

so dass sich die Küche auch unter Umweltschutzaspekten

auf dem neusten Stand der Technik befindet.

In dem modernen Küchengebäude werden zukünftig

rund 600 Essensportionen täglich hergerichtet

werden können.

»Ein qualitativ hochwertiger Küchenbetrieb ist ein

wichtiger Faktor für ein modernes Dienstleistungsunternehmen

im Gesundheits- und Sozialwesen«,

erläuterte Geschäftsführer Norbert Finke. »Insofern

passt der jetzt fertiggestellte Küchenneubau sehr gut

zum Modernisierungsprozess der Klinik hin zu einer

differenzierten, zeitgemäßen Fachklinik im psychiatrischen

und neurologischen Arbeitsfeld.«

Gäste und Mitarbeiter der RMF zeigten sich bei

der Besichtigung beeindruckt von der durchdachten

und gelungenen Konzeption des Neubaus und erhielten

beim anschließenden Imbiss einen ersten Vorgeschmack

der Leistungsfähigkeit der neuen Küche.

| Andernacher Lokalanzeiger, 29. März 2000 π


25 Jahre Tagesklinik in Andernach

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum Gartenfest

Gebäude der Tagesklinik auf dem Gelände der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

Zahlreiche Gäste, Mitarbeiter, Angehörige und »Ehemalige«

folgten der Einladung zum Gartenfest der

Tagesklinik Andernach der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach (RMF) anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens.

Bei sommerlichen Temperaturen begrüßte sie

Dr. Stefan Elsner, leitender Arzt der Tagesklinik und

Stv. Ärztlicher Direktor der RMF, der in seiner Rede

an die Historie und an die anfänglichen Schwierigkeiten

erinnerte. »Die Andernacher Tagesklinik hat deshalb

eine besondere Bedeutung für die psychiatrische

Versorgung, weil sie 1975 die erste Tagesklinik in

Rheinland-Pfalz war und damit ein Meilenstein in

der Psychiatriegeschichte unseres Landes.«

Heute unterhält die RMF weitere Tagesklinken in

Koblenz, Mayen und Cochem. Auch Dr. Joachim Katscher,

damaliger Ärztlicher Direktor der Klinik, dessen

Name eng mit der Eröffnung der Tagesklinik verbunden

ist und der als Initiator gilt, wurde in der Festrede

gewürdigt. »Er war es, der so manchen Wider-

2000

Zahlreiche Gäste nahmen am Gartenfest anlässlich des 25-jährigen

Bestehens der Tagesklinik Andernach teil.

stand überwinden musste, bevor sein Projekt die

notwendige Unterstützung fand«, so Dr. Elsner.

Die Tagesklinik der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

ist mit ihren 15 Plätzen eine teilstationäre Einrichtung

zur Behandlung von Menschen mit psychischen

Erkrankungen. Zum Abend, an den Wochenenden

und an den Feiertagen kehren die Patientinnen

und Patienten in ihre gewohnte häusliche und

soziale Umgebung zurück.

Ein neunköpfiges Team sorgt mit einem breiten

Spektrum an Therapiemöglichkeiten in einer therapeutischen

Gemeinschaft für Heilung oder Linderung

von Krankheitsbeschwerden. Aber die Mitarbeiter

sind nicht nur Experten auf diesem Gebiet, sondern

auch exzellente Gastgeber. Grillsteaks, Kaffee und

selbstgebackener Kuchen, dazu ein Schuss Jazzmusik

von der Gruppe »Mixed Pickels«, sorgten für

einen harmonischen Nachmittag. | Andernach Aktuell,

28. Juni 2000 π

| 57


Moderne Klinik hat Zukunft

Davon ist Geschäftsführer Norbert Finke überzeugt –

Schon mehr als eine Million Mark investiert

Modernisiertes Bewegungsbad der Neurologischen Klinik Meisenheim

Auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg wird kräftig

investiert. Die Neurologische Klinik Meisenheim

präsentiert sich nach umfangreichen Baumaßnahmen

moderner und leistungsfähiger.

Die Frage des Krankenhausstandorts Meisenheim

ist zumindest mittelfristig entschieden und das organisatorische

Zusammenwachsen von Neurologischer

Klinik und Hofstadt-Krankenhaus macht Fortschritte.

»Die Neurologische Klinik Meisenheim hat Zukunft«,

heißt die Losung des Trägers.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(Anstalt des öffentlichen Rechts) als Träger

der Klinik, begrüßte interessierte Besucher bei der

Einweihungsfeier nach Abschluss des ersten Bauabschnitts

zur Modernisierung des Hauses. Finke nannte

die Modernisierung der Station I und des Bewegungsbades

sowie den Bau eines Aufzug-Anbaues

einen wichtigen Fortschritt in der Entwicklung der

Klinik. Finke betonte: »Wir sind auf einem guten Wege

zu einem Verbund mit dem Hofstadt-Krankenhaus.

58 |

Die Kosten betrugen 428.000 Mark für die

Modernisierung der Station I mit Einrichtung

von vier Intensiv-Überwachungseinheiten

und 1,6 Millionen Mark für die weiteren

Sanierungsarbeiten.«

Dr. Andreas Hachgenei, Chefarzt der Neurologischen

Klinik, ging auf die medizinische

Seite der Verbesserungen ein. Besonders

der Behandlung von Schlaganfällen gilt

große Aufmerksamkeit. Die Meisenheimer

Klinik ist seit jeher als Akut-Neurologie

mit 24-Stunden-Notaufnahme-Bereitschaft

für einen großen Teil des Landkreises und

für die Stadt Bad Kreuznach sowie Teile

des Kreises Kusel präsent. Die Klinik war

eine der ersten in Rheinland-Pfalz, die bereits

1977 mit einem Computer-Tomographen

Erfahrungen sammeln konnte. Die

neue Station I hat jetzt vier Intensiv-Überwachungsbetten,

in denen alle lebenswichtigen

Funktionen des Patienten registriert und

überwacht werden. Auf dem Zentral-Bildschirm im

Stationszimmer können diese Daten überwacht und

bis zu 96 Stunden später ausgewertet und ausgedruckt

werden.

Dr. Hachgenei erklärte: »Die Neurologische Klinik

besitzt alle Voraussetzungen zur Akut-Behandlung von

Schlaganfall-Patienten und ist durch ministeriellen

Positivbescheid zur Akut-Schlaganfall-Behandlung

gemäß den Richtlinien einer Schlaganfall-Einheit

(Stroke Unit) zweiter Ordnung ermächtigt.«

Bei einem Rundgang konnten sich die Gäste, unter

ihnen Ministerialrat Bernhard Schumann vom rheinland-pfälzischen

Gesundheitsministerium, von der

Modernisierung des Hauses überzeugen. Im Bewegungsbad

war Physiotherapeutin Christine Drumm

mit ihren Patienten beschäftigt. Die Größe des Bewegungsbades

unterstreicht die Bedeutung, die in der

Klinik der aktiven Bewegungstherapie zukommt.

| Rhein-Zeitung, 21. September 2000 π


Bautempo sparte viel Geld

Das neue Haus L im Nette-Gut entstand in Raumparzellenbauweise

in nur sechs Monaten

40 zusätzliche Behandlungsplätze entstanden im neuen Gebäude Haus L, Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

Weil das Haus L in der forensischen Abteilung Nette-

Gut der Rhein-Mosel-Fachklinik wegen des Zeitdrucks

in Raumparzellenbauweise in nur sechs Monaten

errichtet wurde, konnten vier Millionen Mark gespart

werden. Denn ständig stieß die forensisch-psychiatrischen

Abteilung Nette-Gut, bedingt durch die steigenden

Maßregelvollzugsbehandlungszahlen an ihre

Kapazitätsgrenze. Deshalb wurde jetzt das neue

Gebäude in Betrieb genommen.

1999 startete das Landeskrankenhaus (AöR) seine

Vorplanungen für den Neubau. Dann wurde das Haus

L in nur sechs Monaten Bauzeit statt der üblichen 18

Monate aus dem Boden gestampft. »Dies ist ein furchtbar

kurzer Zeitraum für ein Investment von 7,4 Millionen

Mark«, meinte Norbert Finke, Geschäftsführer

des Landeskrankenhauses. Dieses Tempo sparte dem

Land Haushaltmittel in Millionenhöhe.

Die Patienten werden im neuen 40-Betten-Haus

in geräumigen Zweibettzimmern mit eigener Nass-

2000

zelle untergebracht. Außerdem stehen ihnen eine Fülle

von zusätzlichen Räumen zum Aufenthalt und für

therapeutische Maßnahmen zur Verfügung. »Die

Räume für Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Schulungsräume,

Gruppen- und Therapeutenräume erscheinen

– auch im Vergleich zu anderen forensisch-psychiatrischen

Neubauten – sehr großzügig. Wir haben

diese beiden Stationen für die Arbeit mit den Patienten

vorgesehen, die einen geringeren Sicherungsbedarf

innerhalb des umzäunten Geländes haben«, erklärte

Dr. Rainer Gliemann, leitender Arzt der forensischen

Abteilung.

Im Parterre werden die Nachbehandlungs- und

Rehabilitationsstationen für Patienten mit Drogenproblemen

untergebracht. In den ersten Stock wird bereits

in den nächsten Tagen die Psychotherapiestation einziehen,

die einen Schwerpunkt auf die Behandlung

von persönlichkeitsgestörten normal intelligenten Sexualstraftätern

legt. | Rhein-Zeitung, 5. Oktober 2000 π

| 59


Vom Landesbetrieb zum modernen

Dienstleistungsunternehmen

Veränderungsdruck eröffnet neue Chancen

Viele Krankenhausverwalter kennen das Übel:

Modernes Management scheitert an tradierten Verwaltungsstrukturen,

behäbige Entscheidungsabläufe behindern

rasches unternehmerisches Handeln. Das Bemühen,

das eigene Haus in die Wirtschaftlichkeit zu führen,

kommt mitunter einer Sisyphusarbeit gleich.

Besonders schwerfällig und resistent sind dabei oft

die landeseigenen Betriebe. Gebunden an Gesetzesvorgaben

und Landeshaushalte haben es Verwaltungschefs

hier mit besonders hartnäckigen Fällen zu tun.

Ein Übel, das man in Rheinland-Pfalz erkannt hat.

Daher hat die Landesregierung den Weg frei gemacht

für neues Management. Die Idee: Behördlich geführte

Landesbetriebe werden moderne, dynamische Dienstleistungsunternehmen

im Gesundheits- und Sozialwesen.

Möglich macht dies das hierfür extra erarbeitete

und 1996 in Kraft getretene Landeskrankenhauserrichtungsgesetz.

Am 1. Januar 1997 wurde dann

das Landeskrankenhaus als Anstalt des öffentlichen

Rechts gegründet. Die Landesregierung verselbständigte

zum Auftakt drei eigene Betriebe und überführte

sie in das neue Landeskrankenhaus – Anstalt des

öffentlichen Rechts – als neuem Rechtsträger. Durch

den rechtlichen und organisatorischen Zusammenschluss

sollen die ehemaligen Landesbetriebe bessere

Zukunftschancen haben.

Das Konzept scheint aufzugehen: Erste Erfolge

sind sichtbar, das Unternehmen Landeskrankenhaus

schreibt drei Jahre nach seiner Gründung nicht nur

schwarze Zahlen, sondern expandiert auch.

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Florian

Gerster (SPD) ist denn auch voll des Lobes. Das

Modell funktioniere sehr gut und es zeige, dass nicht

nur die Privatwirtschaft in der Lage ist, Innovationen

erfolgreich umzusetzen, freut sich der Minister, der

zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Landeskrankenhauses

ist. »Auch ein Bundesland kann im Gesundheitssektor

durchaus erfolgreich unternehmerisch tätig

werden«, fügt er hinzu. Insgesamt ist das Landeskran-

60 |

kenhaus, das seinen Sitz in der Rhein-Mosel-Fachklinik

in Andernach hat, an zehn Standorten in Rheinland-Pfalz

präsent. Das Trägerunternehmen beschäftigt

rund 2.100 Mitarbeiter und macht einen Umsatz,

der in diesem Jahr bei rund 200 Millionen DM liegen

wird.

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR)

Innovation durch »Konfrontation mit der

Wirklichkeit«

Klar ist allen Beteiligten aber auch: Ohne Geschäftsführer

Norbert Finke wäre das neue Unternehmen

nicht so erfolgreich durchgestartet. Den 44-jährigen

Diplom-Betriebswirt und Diplom-Geograph, der das

Landeskrankenhaus seit seiner Gründung vor drei

Jahren leitet, loben sowohl Minister Gerster als auch

Klinikmitarbeiter »als Glücksfall«. Mit unerbittlicher

Freundlichkeit und knallhartem unternehmerischem

Handeln setzt er sich ein und überzeugt die Mitarbeiter,

die neu eingeschlagenen Wege mit ihm zu

gehen. »Ziele setzen und sie stetig verfolgen«, ist

Finkes Motto. Und: »Innovative Prozesse entstehen

durch Konfrontation mit der Wirklichkeit.« Vorausschauendes

Handeln sei überlebenswichtig, fügt er

hinzu.


Finke selbst kommt aus der metallverarbeitenden

Industrie, doch seit über elf Jahren ist er im Gesundheitswesen

tätig – zuletzt beim Kuratorium für Dialyse

und Nierentransplantation. Sorgen und Nöte der Patientenversorgung

sind ihm daher nicht fremd. Landesweit

werden derzeit Krankenhausbetten abgebaut. Dies

trifft auch die Häuser im Landeskrankenhaus. Daher

müsse man neue Leistungsangebote entwickeln und

sich auch um sie bewerben – und zwar soweit wie möglich

kosten- und bettenneutral. Finke: »Entweder ich

biete eine neue Leistung frühzeitig an oder ich habe

das Nachsehen, wenn später der Zuschlag erteilt wird.«

Beispiel: Institutsermächtigung und damit die Möglichkeit,

mit ambulanten, aufsuchenden ärztlichen Diensten

Honorare zu verdienen. Bereits 1997 hat Finke

für die beiden psychiatrischen Fachkliniken in Andernach

und Alzey bei den Zulassungsausschüssen in

den Kassenärztlichen Vereinigungen Rheinhessen und

Koblenz Anträge für Psychiatrische Institutsambulanzen

gestellt. Gleichzeitig führt er Gespräche mit

den Vertragsärzten vor Ort, um ihnen die Angst zu

nehmen, das Landeskrankenhaus könne ihnen die

ambulante Versorgung streitig machen. »Davon kann

gar keine Rede sein«, meint Finke, »das Gegenteil

ist eher richtig. Wir machen unsere psychiatrischen

Patienten sozusagen wartezimmerfähig, damit sie

bei den Kassenärzten später gut weiter betreut werden

können.« Mittlerweile klappe diese Verzahnung von

ambulant und stationär sehr gut. Es gebe keine Kollisionen,

sondern viele ergänzende Unterstützungsformen.

Hinzu kommen soll in diesem Jahr eine dritte

Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie

in Alzey.

Chancen in der teilstationären Versorgung und im

Maßregelvollzug

Weitere Finanzierungsquelle: die teilstationäre

Versorgung. Hier spürt das Landeskrankenhaus die

Umsetzung der Psychiatriereform hautnah, die in

Rheinland-Pfalz seit Anfang der 90er Jahre in Gang

ist. Das Ziel: wohnortnahe, nicht-stationäre psychia-

2000

trische Versorgung. Für die psychiatrischen Kliniken

im neuen Landeskrankenhausverbund heißt das erst

einmal: Bettenabbau und Entwicklung neuer außerklinischer

Versorgungsformen, aus denen eine Versorgungskette

mit Institutsambulanzen und psychiatrischen

Tagesstätten entstanden ist.

Die psychiatrischen Krankenhäuser bilden die Zentren

gemeindepsychiatrischer Verbundsysteme. Hinzu

kommen Heime für psychisch Kranke und Behinderte

und komplementäre, gemeindepsychiatrische Betreuungsleistungen

mit Tagesstätten und Außenwohnungen.

Auch Vorsorge- und Reha-Leistungen bietet

das Landeskrankenhaus vor Ort an.

Hinzu kommt ein weiteres Standbein: der Maßregelvollzug.

Für knapp 260 Betten ist das Landeskrankenhaus

in zwei Maßregelvollzugseinrichtungen

zuständig. Eine wichtige Spezialaufgabe, die nicht nur

den Betroffenen Hilfe bietet, sondern über die das

Haus auch den allgemeinen Bettenabbau teilweise

kompensieren kann.

Doch Geschäftsführer Norbert Finke wirkt nicht nur

nach außen, um sein Haus in die Wirtschaftlichkeit

zu führen. Genauso wichtig ist es ihm, dass alle Mitarbeiter

mit am Strang ziehen. »Natürlich hat es anfangs

Vorbehalte gegeben«, berichtet er. Schließlich sei das

Landeskrankenhaus anfangs ein »total abstraktes Konstrukt

gewesen, das erst einmal mit Leben erfüllt

werden musste«. Unzählige Mitarbeiterversammlungen

und -gespräche habe er geführt, um die Vorbehalte

zu zerstreuen. Betriebsbedingte Kündigungen

habe es nicht gegeben und auch Führungskräfte habe

er nicht einfach ausgetauscht. Denn Finke wollte die

neuen Strukturen nicht einfach verordnen, sondern

gemeinsam mit allen erarbeiten. »Kommunikation

spielt hierbei eine wahnsinnig wichtige Rolle«, fügt

er hinzu. Regelmäßige Besprechungen zählen hier

genauso dazu wie Info-Tafeln und Mitarbeiter-Zeitung.

»Transparenz ist nicht nur betriebswirtschaftlich gesehen

das A und O.« Auch die EDV-Vernetzung nach

innen und außen wird derzeit realisiert.

| 61


Gelände der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach. Im Vordergrund verläuft die Aktienstraße und die Einfahrt zum Verwaltungsgebäude der

Klinik mit Sitz der Geschäftsführung des Landeskrankenhauses (AöR).

Hinzu kommt, dass nicht nur die neue Technik

Geld kostet. Die meisten der Einrichtungen im Landeskrankenhaus

müssen überholt werden, einige Klinikgebäude

sind über 100 Jahre alt. Es fehlt eigentlich

an allen Ecken und Enden: Sanierungen und Modernisierungen

sind dringend erforderlich. Doch bei den

Anträgen auf Fördermittel muss sich das Landeskrankenhaus

genauso einreihen wie alle anderen Kliniken

im Lande auch. »Wir genießen hierbei absolut

keine Exklusivbehandlung«, sagt Finke, »im Gegenteil:

Wir werden fast noch kritischer betrachtet als

alle anderen.«

Klassische Betriebswirtschaft

Bei der Neustrukturierung dürfen natürlich auch

die sogenannten klassischen betriebswirtschaftlichen

Erfordernisse nicht fehlen: Controlling, regelmäßiges

monatliches Berichtswesen, Ertrags-, Kosten- und

Ergebnistransparenz, jährliche Zielpläne sowie ein gut

entwickeltes und gepflegtes innerbetriebliches Fortund

Weiterbildungssystem. Finke: »Wir handeln in

und mit einer Orientierung.« Und das zeigt das Landeskrankenhaus

mittlerweile auch nach außen: Einheitliche

Farben, Logos und Schrifttypen sorgen für den

Wiedererkennungseffekt.

62 |

Das alles klappt natürlich nicht von heute auf

morgen und ist auch nicht mit einem Acht- bis Zehn-

Stunden-Tag zu schaffen. »Ich muss ständig präsent

sein – und zwar in allen Einrichtungen«, erklärt Finke.

In einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz gar keine

leichte Aufgabe, pro Jahr kommen da schnell über

50.000 gefahrene Kilometer zusammen. Natürlich

stößt man irgendwann an die eigenen physischen

Grenzen. »Richtig frei von der Arbeit ist man eigentlich

nie. Doch schöpfe ich auch wieder Kraft und Bestätigung,

wenn ich merke, dass es funktioniert.«

Das Landeskrankenhaus ist auf gutem Weg. »Wir

haben es geschafft, trotz allgemeinen Sparzwangs neue

Leistungsakzente zu setzen«, fasst Finke nicht ohne

Stolz zusammen. »Bettenabbau und Leistungserweiterung

sind nämlich kein Anachronismus.« Und er

fügt hinzu: »Wir liegen mit unseren Vorgaben gut in

der Zeit, doch wir haben keinen Tag zu verlieren.«

Die nächsten Projekte sind schon längst in Planung:

beispielsweise eine Station in Andernach zur Entzugsbehandlung

Drogenabhängiger oder die Einrichtung

einer geriatrischen Rehabilitationsklinik in Bad Münster

am Stein-Ebernburg. | Klinikmanagement Aktuell,

4/2000 π


Verbesserung der Lebensqualität

Tagesstätte für altersverwirrte Menschen in der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Feierliche Eröffnung der Tagesstätte.

Schon vor einem halben Jahr wurde die gerontopsychiatrisch-/geriatrische

Tagesstätte der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey in Betrieb genommen, erklärte

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR). Nun fand die offizielle Eröffnung der

Tagesstätte im Beisein von Staatssekretär Dr. Richard

Auernheimer vom Ministerium für Arbeit, Soziales

und Gesundheit statt.

Er begrüßte die Einrichtung und erklärte, die Rheinhessen-Fachklinik

Alzey sei mit der Einrichtung einer

Tagesstätte für altersverwirrte Menschen anderen

Einrichtungen weit voraus. Die Psychiatrie-Reform

in Rheinland-Pfalz hebe den ambulanten Aspekt hervor;

stationäre Aufenthalte würden verringert oder

ganz vermieden. Für Angehörige bringe die Tagesstätte

eine Entlastung von der schwierigen Betreuungsarbeit.

Wichtig sei ein intensives Zusammenwirken

von Psychiatrie und Altershilfe, um altersverwirrten

Menschen eine noch bessere Versorgung zu

gewährleisten.

Die gerontopsychiatrisch-/geriatrische Tagesstätte

ist eine teilstationäre Abteilung mit 15 Plätzen für

bedürftige Senioren und altersverwirrte Menschen, die

einen geregelten Tagesablauf wünschen. Sie gehört

organisatorisch zum Heimbereich der Klinik. Bislang

kommen regelmäßig zehn bis zwölf Gäste, je nach

Bedarf die ganze Woche über oder nur an bestimmten

Tagen. In der Tagesstätte arbeiten ausgebildete

2000

Fachkräfte aus dem Bereich Altenhilfe; eine Sozialpädagogin,

vier Pflegekräfte und eine Ergotherapeutin.

Der Bedarf an Tagesstättenplätzen werde mit Sicherheit

in der nächsten Zeit zunehmen, sagte Norbert

Finke, denn mit steigender Zahl älterer Menschen

nehmen auch die Alterserkrankungen zu. Unterstützt

wird die Tagesstätte von der Pflegekasse; das wirke

sich kostenentlastend für die Krankenkassen aus. Zuschüsse

über 17.000 Mark wurden außerdem vom

Land Rheinland-Pfalz gewährt. Die restlichen 82.000

Mark finanziert die RFK aus eigenen Mitteln.

Die Einrichtung der Tagesstätte ist auf die Bedürfnisse älterer

Menschen ausgerichtet.

Karlheinz Jürging, 1. Kreisbeigeordneter, sprach

im Auftrag von Landrat Hans-Jochen Schrader. Er

betonte, wie gut es für die Betroffenen im Landkreis

sei, hier eine kompetente Betreuung vorzufinden,

die auch den Angehörigen Zeit und Entlastung bieten

könne.

Auch Dr. Wolfgang Guth, der Ärztliche Direktor der

Rheinhessen-Fachklinik, erklärte sich erfreut über

die Einrichtung der Tagesstätte, die er selbst mit initiiert

hat. Es sei ein eigenes Konzept entwickelt worden,

das ein breit gefächertes Angebot für ältere Menschen

biete. Wichtig sei eine intensive Tagesstrukturierung,

um humane Betreuung praktisch umzusetzen.

| Alzeyer Wochenblatt, 12. Oktober 2000 π

| 63


Ältere Menschen wieder fit machen

Umfassend modernisierte und umgebaute Reha-Klinik

Rheingrafenstein startet mit einem neuen Konzept ins

neue Jahr

Im Foyer des generalsanierten Gebäudes der Reha-Klinik Rheingrafenstein

in Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Nach gut einem Jahr der Totalsanierung mit einem

Aufwand von 11,5 Millionen Mark nimmt die Reha-

Klinik Rheingrafenstein zum 2. Januar wieder den Betrieb

in ihrem Gebäude in der Berliner Straße auf.

Aber nicht nur das Gebäude hat sich in den vergangenen

zwölf Monaten verändert, sondern auch das

Konzept der Klinik: Deren Schwerpunkt liegt künftig

auf geriatrischer Rehabilitation.

»Auf Grund der fortschreitenden Zeit hatten wir

immer weniger Kriegs- und Zivildienstopfer zu versorgen«,

erklärte Michael Kloos, Verwaltungsdirektor

der Reha-Klinik, die Neuorientierung. Allein durch die

Versorgung dieser Patientenklientel hätte die Klinik

keine Überlebenschance mehr gehabt. So hat man

sich frühzeitig mit den Krankenkassen zusammengesetzt

und ein neues Konzept erarbeitet.

64 |

Künftig wird sich die Klinik verstärkt der geriatrischen

Rehabilitation widmen. Dieser Begriff bedeutet,

dass vorwiegend ältere Patienten behandelt werden,

bei denen in der Regel mehrere Krankheiten

zusammen kommen. In erster Linie sind Patienten

nach Schlaganfällen oder Oberschenkelhalsbrüchen

zu erwarten. Diese Patienten sind nur durch intensive

Pflege rehabilitationsfähig.

»Wir starten anfangs mit 40 Betten in der geriatrischen

Rehabilitation. Darüber hinaus stellen wir

vorerst unserem Auftrag gemäß 60 Betten für Kriegsund

Zivildienstopfer zur Verfügung und betreiben

noch eine Tagesklinik. Da wir mit den Krankenkassen

80 Betten für die geriatrische Rehabilitation ausgehandelt

haben, werden wir nach und nach unser

Bettenkontigent hochfahren«, erläutert Kloos.

Mit vorerst 74 Beschäftigten wird der Klinikbtrieb

in dem sanierten Gebäude wieder aufgenommen.

Zukünftig wird man jedoch weit mehr Personal benötigen,

da mit Erhöhung der Bettenzahl für den

geriatrischen Bereich der Pflegeaufwand steigen wird,

informierte Kloos.

Natürlich bietet die Klinik auch künftig ambulante

therapeutische Maßnahmen an. »Jeder, der mit einem

Rezept zu uns kommt, erhält unsere Angebote, mit

Ausnahme des Radons«, verspricht der Verwaltungsdirektor,

bei dem sich viele besorgte Anrufer in den

letzten Tagen meldeten, weil sie befürchteten, die Reha-

Klinik würde künftig diesen Service nicht mehr bieten.

| Öffentlicher Anzeiger, 31. Dezember 2000 π


Im Gymnastikraum

Hilfestellung beim Gehtraining

»im mittelpunkt unserer

tätigkeit steht die wertschätzende

und respektvolle

gestaltung der individuellen

beziehungen zu unseren

patientinnen, bewohnerinnen

und sonstigen nutzerinnen

unserer angebote. unsere

beziehungsaufnahme und -

pflege zeichnet sich durch

kontinuität, empathie und

professionalität aus.«

Vierter der zehn zentralen Leitbildsätze des

Landeskrankenhauses (AöR)

| 65


Rita Lorse

66 |

Rita Lorse, Pflegedirektorin Landeskrankenhaus (AöR),

Mitglied der Geschäftsleitung Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

zum 10-jährigen Bestehen des Landeskrankenhauses (AöR), sollten

wir uns die Zeit nehmen, einen Blick zurückzuwerfen. Mit der Gründung

des Landeskrankenhauses als Anstalt des öffentlichen Rechts zum

1. Januar 1997 wurde es möglich, den ehemaligen Einrichtungen des

Landes, die aufgrund der vorhandenen Strukturen nicht mehr ausreichend

handlungsfähig waren, den Weg in eine eigenverantwortliche

und flexible Struktur zu eröffnen. Zum damaligen Zeitpunkt fehlte es

den drei ersten Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR) nicht

nur an wirtschaftlichem Erfolg, auch fehlte in einigen Bereichen eine

klare fachlich-inhaltliche Ausrichtung, um dem wachsenden Wettbewerb

standhalten zu können.

Die im Rahmen des Regionalisierungsprozesses neu angesiedelten

psychiatrischen Fachabteilungen übernahmen sukzessive ihren Pflichtversorgungsauftrag.

Damit änderte sich in unseren Einrichtungen das

Einweiserverhalten. Die Patienten wählten »ihre Klinik« selbst aus, dies

führte zu einem Rückgang der Belegung und damit der Berechnungstage.

Dieser Problematik wurde einerseits mit dem fachlichen Ausbau

im Versorgungsgebiet, der Installierung von Institutsambulanzen, Eröffnung

zusätzlicher Tageskliniken und Tagesstätten, aber auch dem Leistungsrückgang

entsprechender Personalanpassungen begegnet. Nur so

war es möglich, die wirtschaftliche Lage unserer Einrichtungen zu sichern.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegedienst der Einrichtungen

begegneten diesen geänderten Bedingungen und personellen Notwendigkeiten

zunächst mit Sorge, aber auch mit Offenheit und Kooperation.

So konnten die notwendigen strukturellen und organisatorischen

Veränderungen durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren wurde

die Abteilungsleitungsebene durch Bündelung der Aufgabenfelder und

Kompetenzen verkleinert, im weiteren wurden Stationen zu einer Stationseinheit

zusammengefasst. Die Abläufe der pflegerisch-therapeutischen

Angebote wurden auf ein gemeinsames Niveau standardisiert sowie die

Organisation zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengeführt. Dadurch

freigewordene Ressourcen wurden nicht eingespart, sondern zur Qualitätsverbesserung

dem Stationsdienst zugeordnet. So wurden parallel zu

den notwendigen Reorganisationsprozessen von der Rhein-Mosel-Akademie

vielfältige Qualifizierungsprogramme entwickelt und von den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern rege in Anspruch genommen.

Die Verkürzung der Verweildauer und die gestiegenen Fallzahlen

führten zur Arbeitsverdichtung. Es bestätigte sich dabei unsere Vermutung,

dass die Mitarbeiter des Pflegedienstes mit der Organisation der

Stationsabläufe und der Übernahme pflegefremder sowie patientenferner

Tätigkeiten sehr belastet waren. Die Kernaufgabe – die Behandlung

und Pflege kranker Menschen – trat in manchen Situationen in den


Hintergrund. Grundvoraussetzung zur gezielten Aufgabenerfüllung jedoch

ist es, dass sich die Mitarbeiter des Pflegedienstes auf ihre Kernkompetenzen

und -aufgaben konzentrieren können. Nur so können

langfristig die berechtigten »Kundenansprüche« und Qualitätsanforderungen

erfüllt werden. Zur Unterstützung und Entlastung im Pflegedienst

wurde deshalb eine neue Mitarbeitergruppe, der »Servicedienst

Pflege«, erfolgreich eingeführt. Mit der Einführung des elektronischen

Krankenhausinformationssystems hat sich die Dokumentationssystematik

bereits jetzt verändert, parallel dazu arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen

an der Ableitung von Pflegestandards und der Einführung des

DV-gestützten Pflegeprozesses.

Die Rolle des Pflegepersonals ist geprägt durch ein Selbstverständnis

der Berufsgruppe der Pflegenden. Sie müssen sich für die Arbeit in

einer modernen Fachklinik in den entsprechenden Spezialisierungszweigen

vorbereiten bzw. ständig weiterqualifizieren. Die »ärztlichen Hilfskräfte«

von gestern entwickeln sich zu Pflegedienstmitarbeitern mit autonomen

pflegerischen Aufgaben, die auch therapeutisch wirksam sind.

Diese Rollenveränderung verlangt es, dass sie sich mit der notwendigen

Kompetenz und Qualifikation ausstatten, um »auf gleicher Augenhöhe«

mit den Kollegen der übrigen Berufsgruppen zusammenzuarbeiten und

sich auseinanderzusetzen.

Der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR) hat bereits bei

der Gründung des Landeskrankenhauses (AöR) mit der Erstellung der

Geschäftsordnung die Grundlage dafür gelegt, dass die für die Arbeit in

einem Krankenhaus wichtigen Berufsgruppen gleichberechtigt in der

Krankenhausleitung vertreten sind. Dies bedeutet, dass die Mitglieder

der Direktorien gemeinsam für die Patientenversorgung, die Mitarbeiterorientierung,

die Sicherheit, die Budgeterstellung und -einhaltung und

das Qualitätsmanagement verantwortlich sind.

Dieser Verantwortung stellen sich heute alle Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in den Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR). Dafür

möchte ich Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich danken. Sie haben gezeigt,

dass Sie mit fachlicher Kompetenz Ihren Spezialisten- und Generalistenaufgaben

nachkommen. Seien Sie stolz auf das bisher Erreichte. Ich

möchte Sie aber gleichzeitig bitten, in Ihren Anstrengungen nicht nachzulassen

und mit uns gemeinsam unsere Zukunft zu gestalten.

Rita Lorse

| 67


Anpassung der Leistungsangebote an zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen

68 |


2001

Wie in den vergangenen Jahren auch werden in

deutschen Krankenhäusern immer mehr Patienten

in immer kürzerer Zeit behandelt, so dass auch künftig

davon auszugehen ist, dass der Abbau weiterer

Bettenkapazitäten zu immer weiter verkürzten Verweildauern

führen wird. Neben der Tendenz, einen Teil

der bisherigen Krankenhausbehandlungsleistungen

verstärkt ambulant zu erbringen, werden in den nächsten

Jahren insbesondere die demografische Veränderung

in der Bundesrepublik, weitere technische

Entwicklungen, aber auch neue Aufgabenteilungen

zwischen den Leistungssektoren im Gesundheitswesen

einen bedeutsamen Einfluss auf die Entwicklung

der Krankenhäuser haben. Wettbewerbs- und Konkurrenzprinzip

werden mit Einführung der fallpauschalierten

Entgeltsystematik im Bereich der Krankenhausbehandlung

in den Vordergrund treten. Die Einrichtungen

im Gesundheitswesen müssen sich diesen

Markt- und Wettbewerbsbedingungen stellen.

Zu Beginn des Jahres nimmt die Reha-Klinik Rheingrafenstein

den Kurbetrieb im generalsanierten Gebäude

in Bad Münster am Stein-Ebernburg wieder

auf. Das neue Leistungsangebot der Geriatrischen

Rehabilitation wird in der Klinik etabliert.

In Oppenheim nimmt eine weitere Tagesstätte mit

Kontaktstellenfunktion und angeschlossener Außenwohngruppe

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey ihre

Arbeit auf. Im April wird mit der Eröffnung von

Haus Petersberg die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie

und -psychotherapie der Rheinhessen-Fachklinik

um 20 Betten erweitert.

In der Akutpsychiatrie der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach startet das neue Behandlungsangebot der

»Mutter-Kind-Behandlung«. Psychisch kranke Frauen,

die stationär behandelt werden, können bei Bedarf

gemeinsam mit ihren Säuglingen und Kleinkindern

aufgenommen werden. Im Mai wird mit der Eröffnung

von Haus Martinsberg in der Rhein-Mosel-

Fachklinik das für Rheinland-Pfalz neue Behandlungsangebot

zur qualifizierten Entzugsbehandlung drogenabhängiger

Patientinnen und Patienten etabliert.

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Mit einer Reihe von Veranstaltungen feiert die

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach in diesem Jahr

ihr 125-jähriges Bestehen. Am offiziellen Festakt anlässlich

dieses Jubiläums nehmen am 27. September

neben den MitarbeiterInnen der Klinik zahlreiche

Gäste aus Politik und Gesellschaft teil.

Veränderungen in der Führungsstruktur des Landeskrankenhauses

(AöR) werden zum 1. April mit der Einrichtung

von zwei administrativen Regionaldirektionen

Nord und Süd und der Besetzung der Regionaldirektorenpositionen

vorgenommen. Die Klinik Nette-

Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach als größte Maßregelvollzugseinrichtung

in Rheinland-Pfalz erfährt mit der Einsetzung

eines eigenen Direktoriums eine weitgehende

organisatorische Verselbständigung.

Im Landeskrankenhaus (AöR) und seinen Einrichtungen

wird das Betriebliche Vorschlagswesen eingeführt.

Am Erfolg von Verbesserungsvorschlägen werden

MitarbeiterInnen in Form einer einmaligen Prämie

beteiligt. π

| 69


Bedeutsame Daten des Jahres 2001

1. Januar 2001

Die Reha-Klinik Rheingrafenstein nimmt den Kurbetrieb

im generalsanierten Gebäude in der Berliner

Straße in Bad Münster am Stein-Ebernburg wieder

auf

Organisatorische Verselbständigung der Klinik Nette-

Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach und Besetzung der ärztlichen

und pflegerischen Direktion sowie der Position eines

Administrators als assoziative Mitglieder des Direktoriums

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach im

Rahmen der Führungs- und Organisationsstruktur des

Landeskrankenhauses (AöR)

Januar 2001

Eröffnung der Tagesstätte mit Kontaktstellenfunktion

und Außenwohngruppe der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey in Oppenheim

Ω Ins Leben zurück 72

70 |

Im Landeskrankenhaus (AöR) und seinen Einrichtungen

wird das »Betriebliche Vorschlagswesen« eingeführt.

Am Erfolg von Verbesserungsvorschlägen werden

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form einer einmaligen

Prämie beteiligt.

1. März 2001

Start des neuen Leistungsangebotes »Geriatrische Rehabilitation«

in der Reha-Klinik Rheingrafenstein in

Bad Münster am Stein-Ebernburg

Ω Weil’s immer mehr Betagte gibt 72

Start der »Mutter-Kind-Behandlung«, eines neuen

Behandlungsangebotes in der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach: Psychisch kranke Frauen, die stationär

behandelt werden, können gemeinsam mit ihren Säuglingen

und Kleinkindern aufgenommen werden

Ω Psychisch kranke Mütter … 73

1. April 2001

Einrichtung von zwei administrativen Regionaldirektionen

Nord und Süd des Landeskrankenhauses (AöR)

und Besetzung der Regionaldirektoren-Positionen


4. April 2001

Eröffnung von Haus Petersberg mit weiteren 20 Betten

für die Abteilung Kinder- und Jugend-psychiatrie und

-psychotherapie der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Ω Jetzt kommt Leben ins Haus Petersberg 74

23. Mai 2001

Offizielle Eröffnung von Haus Martinsberg, Station

zur qualifizierten Entzugsbehandlung drogenabhängiger

Patientinnen und Patienten, in der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

Ω Die Drogensucht besiegen 75

9. Juni 2001

Eröffnung der Ausstellung »Wahnsinnsreformen« als

Beginn einer Veranstaltungsreihe zum 125-jährigen

Jubiläum der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Ω Rheinische Psychiatriegeschichte 77

2001

8. September 2001

Das Kinderneurologische Zentrum Mainz feiert sein

30-jähriges Bestehen

Ω Kinderneurologisches Zentrum feiert … 79

27. September 2001

Festakt anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach mit Gästen aus Politik

und Gesellschaft sowie zahlreichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern

Ω Rhein-Mosel-Fachklinik – 125 Jahre Zukunft 80

1. Oktober 2001

Einrichtung des Referats Qualitätsmanagement im

Landeskrankenhaus (AöR) und Besetzung der Position

des Leiters

15. Oktober 2001

Die renovierte Station A2 der Klinik Nette-Gut für

Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach wird wieder in Betrieb genommen

| 71


Ins Leben zurück

Wo einst Feuerwehrautos standen und Architekten

ihre Pläne machten, finden nun chronisch psychisch

kranke Menschen ein Zuhause.

Gebäude der Tagesstätte Oppenheim, Psychiatrische und heilpädagogische

Heime Alzey

Wohngruppe und Tagesstätte am Postplatz in Oppenheim

wurden offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Die von vier Fachkräften betreute Außenstelle der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey bietet zwölf Plätze in

der Tagesstätte, wo die Kranken u.a. lebenspraktische

Tätigkeiten wie Einkaufen gehen oder kochen

trainieren. Sechs Plätze werden durch die Mitglieder

der Wohngruppe im ersten Stock besetzt. 150.000

Mark kostete der Umbau, wovon das Land 45.000

Mark und die Fachklinik den Rest getragen hat.

Dass mit dieser Einrichtung den psychisch kranken

Menschen wieder die Gelegenheit gegeben wird,

in ein selbstbestimmtes Leben nach eigenen Vorstellungen

zurückzukehren, unterstrich Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR). Die

Erfahrungen zeigten, dass chronisch psychisch kranke

Menschen nur in den seltensten Fällen auf Dauer in

Heimen leben müssten.

Als »beispielhaft für die Psychiatrie-Reform in Rheinland-Pfalz«

bezeichnete Bernhard Scholten, Psychiatriereferent

der Landesregierung, die neue Tagesstätte

und Wohngruppe, auf die Oppenheim stolz

sein könne. Das meinte auch Landrat Claus Schick:

»Zum humanen Leben gehört eine Einrichtung wie

diese.«

72 |

Im Aufenthaltsraum der Tagesstätte Oppenheim

VG-Chef Klaus Penzer stellte fest, dass sich die

Versorgungs- und Angebotsstruktur im Südkreis stark

verbessert habe. Es gelte, die Außenstelle der Fachklinik

positiv zu begleiten. | Allgemeine Zeitung, 26.

April 2001 π

Weil’s immer mehr Betagte gibt

In der Reha-Klinik Rheingrafenstein nun auch

geriatrische Abteilung

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), begrüßte im Rahmen einer kleinen Feier

neue Mitarbeiter, darunter auch den neuen Chefarzt

der Abteilung Geriatrische Rehabilitation, Diplom Theologe

Dr. Jochen Heckmann (40), in der Reha-Klinik

Rheingrafenstein.

Der Bereich der geriatrischen Rehabilitation in der

Klinik umfasst vierzig stationäre Betten sowie fünf

tagesklinische Plätze und wird in den nächsten Jahren

sukzessive auf insgesamt achtzig Betten ausgebaut

werden.

Finke betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung

des neuen Leistungsangebotes angesichts der demografischen

Entwicklung der Bevölkerung: Der Anteil

alter und hochbetagter Menschen werde in den

kommenden Jahren überproportional ansteigen. »Für

diese Menschen ein ihren individuellen Bedürfnissen

entsprechendes medizinisches und pflegerisches

Behandlungs- und Betreuungsangebot vorzuhalten, ist


eine Aufgabe, die heute umgesetzt werden muss, um

künftige Versorgungslücken zu vermeiden.«

Die Medizin werde die vielfältigen Krankheiten und

Behinderungen des alternden Menschen nicht heilen

können, sie könne aber mithelfen, im Alter mit den

Krankheiten und ihren funktionellen Einschränkungen

ein möglichst selbständiges, beschwerdearmes

Leben zu führen, stellte der neue Chefarzt fest. Patienten

seien Menschen nach einem Schlaganfall mit

Hemiparese, Sprach- und Sprechstörungen und Einschränkungen

in den Aktivitäten des täglichen Lebens,

Menschen nach Operationen am Skelettsystem, wie

nach Hüftfrakturen, Bandscheiben-Operationen oder

Amputationen, Menschen mit Parkinson-Syndrom und

anderen neurologisch bedingten Einschränkungen.

Dr. Jochen Heckmann absolvierte nach seinem

Abitur 1979 zunächst ein Studium der katholischen

Theologie und begann 1984 ein Medizinstudium an

der Universität Mainz. Nach der Promotion 1991 arbeitete

er als Arzt im Praktikum am Stadtkrankenhaus

Rüsselsheim in der Fachabteilung Gastroentero-

Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geriatrischen

Rehabilitation, in der Mitte (hintere Reihe) Chefarzt Dipl.-Theol.

Dr. med. Jochen Hechmann

logie und erhielt am 1. Juli 1993 seine Approbation

als Arzt. Von 1993 bis 1998 war Heckmann als Assistenzarzt

in der Gastroenterologie und als Funktionsoberarzt

der Abteilung Geriatrie am Stadtkrankenhaus

Rüsselsheim tätig. Im Februar 1998 legte er die Facharztprüfung

im Fach »Innere Medizin« ab und absolvierte

von April 1998 bis April 2000 die Weiterbildung

»Klinische Geriatrie« an der Asklepios Paulinenklinik

Wiesbaden. Dort arbeitete er bis jetzt als Oberarzt

der Abteilung für Geriatrie und Rehabilitation.

| Allgemeine Zeitung, 2. März 2001 π

2001

Psychisch kranke Mütter brauchen

die Nähe zum Kind

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach hat jetzt

Bedarfslücke geschlossen

Angebot der Mutter-Kind-Behandlung auf der Station Haus am

Rennweg 6, Abteilung Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Seit kurzem können psychisch kranke Frauen, die

stationär behandelt werden müssen, gemeinsam mit

ihren Säuglingen und Kleinkindern in der Rhein-

Mosel-Fachklinik (RMF) aufgenommen werden.

»Gerade für Mütter mit psychischen Störungen

besteht ein Versorgungsbedarf, der bisher von den

psychiatrischen Kliniken im nördlichen Rheinland-

Pfalz nicht gedeckt wurde. Manche Frau kann sich

nicht angemessen behandeln lassen, weil die Betreuung

ihres Kindes nicht gewährleistet ist oder weil sie

die Trennung von ihrem Kind scheut«, sagt Dr. Stefan

Elsner, Stv. Ärztlicher Direktor der RMF.

In der Andernacher Fachklinik steht nun auf zwei

offenen Stationen der Abteilung Allgemeinpsychiatrie

und Psychotherapie je ein Zimmer zur Verfügung,

in dem jeweils eine Mutter mit einem Kind wohnen

kann. Die Kinder sollten nicht älter als fünf Jahre sein.

Die notwendige Einrichtung, insbesondere für die

Säuglingspflege, sei vorhanden. Kinder im Alter von

drei bis fünf Jahren würden bei Bedarf tagsüber in

einem benachbarten Kindergarten betreut, so dass

die Mütter sich verstärkt auf ihre Therapien konzentrieren

könnten, heißt es. Besondere Aufmerksamkeit

werde den Frauen gewidmet, die kurz nach der

| 73


Geburt eines Kindes eine akute psychische Störung,

eine so genannte Wochenbettpsychose, entwickelt hätten.

Jahrzehntelange Erfahrungen in englischen Kliniken

hätten gezeigt, dass die Behandlung dieser Frauen

günstiger verlaufe, wenn ihre Säuglinge bei ihnen

seien. Mit der Unterstützung des psychiatrischen Fachpersonals

entwickle sich die Mutter-Kind-Beziehung

positiver als nach einer unter Umständen monatelangen

Trennung durch den Krankenhausaufenthalt

der Mutter.

Günstig sei in der Regel auch die Veränderung

der Atmosphäre auf einer psychiatrischen Krankenstation,

wenn ein kleines Kind mitversorgt werde. Das

Sozialverhalten der anderen Patienten werde mobilisiert,

und vor allem depressive Menschen spürten häufig

eine therapeutisch nutzbare Belebung, wenn sie

das Kind im Stationsalltag wahrnehmen oder sich

gar an dessen Betreuung beteiligen würden. | Rhein-

Zeitung, 5. April 2001 π

Jetzt kommt Leben

ins Haus Petersberg

Station eingeweiht: Kinder- und jugendpsychiatrische

Abteilung verfügt nun über 40 Betten.

Die kinder- und jugendpsychiatrische Abteilung der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey (RFK), die im Juni 1999

eröffnet wurde, ist jetzt komplett ausgebaut: Gestern

wurde das Haus Petersberg, das über zwei Stationen

mit insgesamt 20 Betten verfügt, offiziell eingeweiht.

»Immer abschließen!« Der rote Riesenzettel, der an

der Tür im zweiten Stock hängt, ist nicht zu übersehen.

Stationsleiterin Kirsten Satorius zückt den

74 |

Haus Petersberg mit großzügig angelegter Terrasse und Grünanlage

Schlüssel und gibt den Weg frei in die schließbare

Station für Jugendliche. Auch wenn das Haus Petersberg

heute erst eingeweiht wird – die ersten jungen

Patienten kamen bereits Anfang des Jahres.

Zwei junge Mädchen sitzen im freundlichen lichten

Aufenthaltsraum, drücken sich ins blaue Kunstleder

des Sofas. Die eine ist erst seit einem Tag in

der Klinik, die andere schon seit zwei Wochen. Wie

in einer WG sei es hier, »nur eben größer«, sagt sie

und lächelt ein schüchternes Zahnspangenlächeln.

Freundschaften schließt man schnell hier auf der

Station. »Aber natürlich gibt’s auch Streit, wie überall.«

Schließbare Station – das bedeutet, die Eingangstür

ist immer abgeschlossen. »Wir prüfen aber jeden

Tag, ob wir sie öffnen können«, sagt Stationsleiterin

Satorius. Vorgekommen sei das aber noch nicht – oft

hängt es nur an einem Jugendlichen, der sich oder


andere gefährden könnte und deshalb unter ständiger

Aufsicht stehen muss. »Die anderen Jugendlichen

dürfen die Station aber verlassen«, betont Kirsten Satorius.

Ein kleiner Junge hat den Ärzten die Grenzen der

Sicherung schnell gezeigt. Er war einer der ersten

Patienten im Haus Petersberg; nachdem er drei Tage

lang nach seiner Mutter geweint hatte, kletterte er

im zweiten Stock aus einem Fenster, fiel – und landete

unbeschadet im Matsch. Mittlerweile sind die

Fenster auch mit Gewalt nicht mehr zu öffnen.

Im ersten Stock befindet sich die Kinderstation

des Hauses Petersberg. Voll eingerichtet, aber noch

nicht bezogen – es fehlt noch Personal. »Es wird angestrebt,

die Station noch in diesem Jahr in Betrieb zu

nehmen«, so Kirsten Satorius.

Als die kinder- und jugendpsychiatrische Abteilung

vor knapp zwei Jahren eröffnet wurde, standen

im Haus Hunsrück nur 20 Betten zur Verfügung –

zu wenig, um den Bedarf abzudecken. Denn die Abteilung

hat einen Versorgungsauftrag für die Landkreise

Alzey-Worms, Mainz-Bingen, Rhein-Hunsrück

und Bad Kreuznach sowie für die Städte Mainz und

Worms. Für rund 4,6 Mio. Mark wurde das Haus

Petersberg generalsaniert und jugendgerecht ausgebaut.

Durch die Erweiterung der jugendpsychiatrischen

Abteilung werde der Standort Alzey aufgewertet,

betonte Sozialminister Florian Gerster gestern bei

seiner Eröffnungsrede. Mit 40 Betten sei die Versorgungslücke

bei der Kinderpsychiatrie geschlossen,

sagte Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR). Leiter der Kinderpsychiatrie ist

Dr. Andreas Stein. Mehr als 200 jugendliche Patienten

seien in der Abteilung seit Mitte 1999 stationär

behandelt worden; dazu kämen 350 Kinder, die ambulant

betreut wurden. | Allgemeine Zeitung, 5. April

2001 π

2001

Die Drogensucht besiegen

Separate Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung

Abhängiger wurde in der RMF eingerichtet

Bislang fehlten in Rheinland-Pfalz stationäre Einrichtungen

zur qualifizierten Entzugsbehandlung Drogenabhängiger.

Die Lücke hat das Land geschlossen. 20

von 40 Betten stehen jetzt dafür in der Rhein-Mosel-

Fachklinik bereit. Zur qualifizierten Entzugsbehandlung

drogenabhängiger Patienten ist im Haus Martinsberg

eine separate Station eröffnet worden.

Haus Martinsberg, Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), verwies im Rahmen einer Feierstunde

darauf, dass es in Rheinland-Pfalz bislang keine speziell

auf die Bedürfnisse drogenabhängiger Patienten abgestimmten

Angebote zur qualifizierten Entzugsbehandlung

gegeben habe.

»Die bisherigen Belegungszahlen zeigen, dass mit

dem neuen Angebot eine Versorgungslücke geschlos-

| 75


sen wurde«, betonte Norbert Finke. »Die Bilanz der

ersten Monate zeigt mir auch, dass es den Mitarbeitern

gelungen ist, das Behandlungsangebot konzeptionell

auf ein solides Fundament zu stellen.« Dies

sei auch darauf zurückzuführen, dass innerhalb der

Psychiatrischen Institutsambulanz der Rhein-Mosel-

Fachklinik bereits seit 1998 eine Methadon-Ambulanz

bestehe und in der Abteilung Sucht und Sozialpsychiatrie

seit langem acht Betten zur Entgiftung Drogenabhängiger

vorgehalten worden seien. Diese klinischen

Erfahrungen könnten bei der Konzeption des neuen

Angebotes genutzt werden. Das Land förderte die

Einrichtung in der Klinik mit einer Million Mark.

Dr. Albrecht Quast, der die Abteilung Sucht- und

Sozialpsychiatrie leitet, stellte das Therapiekonzept vor:

»Die Station Haus Martinsberg bietet 20 Behandlungsplätze

für Drogenabhängige ab dem 18. Lebensjahr an.

Das Angebot ist darauf ausgerichtet, den Patienten

einen tragfähigen Einstieg in den Ausstieg zu ermöglichen,

eine Abstinenzbereitschaft zu verfestigen, gezielt

vorbereitet zu werden auf eine nachfolgende Behandlung

oder sich einem nachgeschalteten psychosozialen

Rahmen anzuvertrauen. Dabei wird eine medikamentengestützte

Entzugsbehandlung angeboten.« |

Rhein-Zeitung, 26. Mai 2001 π

Zu vier Fünftel belegt

Geriatrische Rehabilitation der

Reha-Klinik Rheingrafenstein erfolgreich

Die Geriatrische Rehabilitation in der Reha-Klinik

Rheingrafenstein ist am 1. März an den Start gegangen.

Gestern trafen sich Vertreter des Ministeriums,

des Landeskrankenhauses (AöR) und Kommunalpolitiker,

um in einer Feierstunde mit dem Direktorium der

Reha-Klinik das neue Segment im Gesundheitsangebot

des Hauses zu würdigen.

Vorraussetzung für das neue Klinikkonzept im 100-

Betten-Haus, das nun neben Kriegsopferversehrten

dem immer größer werdenden Anteil älterer Menschen

gerecht wird, war eine Generalsanierung. 11,8 Mio.

Mark hat das Land in dieses Projekt investiert. In einer

Rekordzeit von neun Monaten konnten die gravierenden

Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt

werden.

76 |

Empfang der Geschäftsführung des Landeskrankenhauses (AöR)

anlässlich der abgeschlossenen Generalsanierung des Gebäudes der

Reha-Klinik Rheingrafenstein und Etablierung des neuen Leistungsangebotes

der Geriatrischen Rehabilitation.

Und es hat sich gelohnt, wie die aktuellen Zahlen

zeigen. Durch die routinierte Arbeit des Klinik-Teams

um Chefarzt Dr. Jochen Heckmann sei es gelungen,

die für die geriatrische Reha reservierten 40 Betten

zu 80 Prozent zu belegen, betonte Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), unter

dessen Dach die Reha-Klinik Rheingrafenstein seit

Januar 2000 agiert.

Bei Krankenkassen und Kliniken hat das neue Angebot

schnell Anklang gefunden. Zu den 40 stationä-

Anschließender Rundgang über die Stationen, Chefarzt Dr. med.

Jochen Heckmann (li.) erläutert Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer

(2.v.l.) die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

ren Betten, die bedarfsgerecht und schrittweise auf

80 erhöht werden sollen, kommen noch fünf tagesklinische

Plätze. Finke vertrat die Meinung: Dies

lasse nicht nur einen Blick auf die Zukunftssicherung

der Klinik zu, sondern sei auch ein Beitrag zur

wirtschaftlichen Stabilisierung der Kurstadt.


In seinem Grußwort hob Staatssekretär Dr. Richard

Auernheimer hervor, dass geriatrische Reha flächendeckend

im Land ausgebaut werde solle. Nach seiner

Einschätzung bereitet das Angebot ältere Patienten,

beispielsweise nach einem Schlaganfall, auf die Rückkehr

in das gewohnte soziale Umfeld vor. Dies entlaste

gleichzeitig die akutstationäre Behandlung bei Langzeitpatienten

und chronisch Kranken.

Die Erweiterung des Angebots in der Reha-Klinik

Rheingrafenstein mit der geriatrischen Reha hat aber

auch einen arbeitspolitischen Aspekt, denn die Belegschaft

ist auf 100 Köpfe aufgestockt worden. Fast 30

neue Arbeitsplätze sind hinzugekommen. | Allgemeine

Zeitung, 7. Juni. 2001 π

Rheinische Psychiatriegeschichte

Ausstellung und Sommerfest in der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

Mit einem Blick in die Geschichte begann die Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach (RMF) ihre Veranstaltung

zum 125-jährigen Jubiläum der Klinik. Sommerfest

und der Tag der Psychiatrie waren zudem Auftakt

für die »Tage der seelischen Gesundheit« im Kreis

Mayen-Koblenz.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), eröffnete die Ausstellung »Wahnsinnsreformen

– rheinische Psychiatriegeschichte um die

Jahrhundertwende« in der RMF. Der Blick zurück liegt

nahe, so Finke. »Je mehr wir über historische Entwicklungen

wissen, umso deutlicher können wir unser

heutiges Handeln in Zusammenhänge einordnen und

Perspektiven entwickeln.« Der Umstand, dass die Klinik

heute nicht mehr am Stadtrand von Andernach, sondern

mitten in der Stadt liegt, passe sehr gut in das

Konzept der gemeindenahen Psychiatrie und drücke

auch ein Stück Normalität aus. Heute ist die RMF

dabei, zu modernisieren, die letzten noch verbliebenden

Mauern zu entfernen und so ein freundliches und

offenes Gesicht der Psychiatrie zu gestalten.

Die Öffnung der Klink sei erfreulich weit fortgeschritten,

bemerkte Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher

Direktor der RMF. Das zeige auch die Anzahl der

Gäste. Die Ausstellungseröffnung war gleichzeitig

Auftakt für die vom Landkreis initiierten »Tage der

seelischen Gesundheit«.

2001

Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten

sagte, dass die RMF die Geschichte der deutschen Psychiatrie

eindrucksvoll widerspiegele. Er ist stolz auf

die Toleranz der Andernacher gegenüber der Klinik

und den Patienten. Landrat Albert Berg-Winters zeigte

sich betroffen bei der genaueren Betrachtung der

Ausstellung. »Es ist erschreckend zu sehen, wie Menschen

vor 125 Jahren behandelt worden sind«, so der

Landrat. Dass der Umgang mit Patienten so schlimm

aber gar nicht gewesen sein muss, wusste Dr. Wolfgang

Werner, Landesarchivdirektor des Rheinischen

Archiv- und Museumsamtes. Er erklärte die Ausstellung,

die einen Überblick über die rheinische Psychiatriegeschichte

um die Jahrhundertwende bis zum

Zahlreiche Gäste und Mitarbeiter nahmen an der Auftaktveranstaltung

zum 125-jährigen Jubiläum der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

teil. Dr. Wolfgang Werner (re.), Landesarchivdirektor des

Rheinischen Archiv- und Museumsamtes, führte die Teilnehmer im

Foyer des Klinischen Zentrums durch die Ausstellung »Wahnsinnsreformen«,

die einen Überblick über die Geschichte der Psychiatrie

im Rheinland vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute vermittelte.

ersten Weltkrieg gibt. Bereits 1897 habe es ein Konzept

für eine Klinik ohne Gitter und Mauern gegeben.

Die Idee würde heute wieder aufgegriffen.

Im Anschluss wurde das Sommerfest und der Tag

der Psychiatrie in der RMF eröffnet. Für Spaß und

Unterhaltung sorgten Clowns und Stelzenläufer. Die

Klinik präsentierte sich und ihre Einrichtung. Im

Psychologischen Labor des Klinischen Zentrums konnten

unter anderem Leistungstests und Reaktionstests

absolviert werden. Sporttherapie und Musiktherapie

der RMF demonstrierten therapeutische Übungen zum

Mitmachen. Kinderflohmarkt, Tombola, Musik und

Spiele rundeten das Programm ab. | Andernach Aktuell,

20. Juni 2001 π

| 77


Die Vergangenheit wach halten

Rhein-Mosel-Fachklinik gedachte der Opfer

der Euthanasie

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten wirkte

sich in der Psychiatrie unmittelbar und einschneidend

aus. Bereits im Juli 1933 erfolgte das »Gesetz zur

Verhütung erbkranken Nachwuchses«, durch das bis

1945 mehr als 400.000 Menschen zwangssterilisiert

wurden.

Im Oktober 1939 unterzeichnete Adolf Hitler einen

auf den 1. September zurückdatierten fünfzeiligen Text,

durch den Reichsleiter Bouhler und sein Leibarzt Dr.

Brandt »unter Verantwortung beauftragt sind, die Befugnisse

namentlich zu bestimmender Ärzte so zu

Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Euthanasie in der Andernacher

Innenstadt.

erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar

Kranken bei kritischster Beurteilung ihres

Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden

kann.« Dieser handschriftliche Text war die Grundlage

für das sogenannte »Euthanasie«-Programm, in

dessen Verlauf mehr als 20.000 seelisch kranke und

geistig behinderte Menschen im damaligen Reichs-

78 |

gebiet ermordet wurden. Im Rahmen der Veranstaltungen

zum 125-jährigen Bestehen der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach wurde dem dunkelsten Kapitel

in der Geschichte der Klinik gedacht: den Opfern

der Euthanasie, die in der Zeit des Nationalsozialismus

in der Psychiatrie zu Tode gekommen sind.

Wie viele andere psychiatrische Krankenhäuser

war auch die Andernacher Klinik während der Zeit

des Dritten Reiches in das »Euthanasie«-Programm

der Nationalsozialisten eingebunden. Als sogenannte

»Zwischenanstalt« diente sie der Weiterverlegung

von Patientinnen und Patienten in die damalige

Tötungsanstalt in Hadamar.

Aufarbeitung der Vergangenheit

Mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließenden

Vorträgen zu den historischen Abläufen gedachte

die Rhein-Mosel-Fachklinik der

Verbrechen

in der Psychiatrie des Dritten Reiches.

Die Schatten dieser unheilvollen

Vergangenheit haben über viele Jahre

die Entwicklung der Psychiatrie im

Nachkriegs-Deutschland beeinflusst.

Erst Ende der 70er Jahre wurde in

der Psychiatrie der unmittelbar nach

Kriegsende einsetzende Verdrängungsprozess

durchbrochen und mit

der Aufarbeitung begonnen. Im Mai

1996 wurde auf Initiative von Schülern

und Lehrern des Bertha-von-Sutt-

ner-Gymnasiums das Euthanasie-

Mahnmal in der Andernacher Innenstadt

der Öffentlichkeit übergeben.

Norbert Finke, Geschäftsführer des

Landeskrankenhauses (AöR), ging in seiner Ansprache

sehr nachdenklich auf den geschichtlichen Aufarbeitungsprozess

der Rhein-Mosel-Fachklinik ein. »Auch

unsere Klinik hier in Andernach hat sich lange Zeit

außerordentlich schwer damit getan, die Geschehnisse

der Euthanasie-Aktion hier am Standort aufzuarbeiten

und ihrer Opfer zu gedenken.«


Die anschließende Kranzniederlegung am Euthanasie-Mahnmal

wurde von der Rhein-Mosel-Fachklinik

gemeinsam mit Bürgermeister Franz Breil als

Repräsentant der Stadt Andernach vorgenommen.

Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung sagte

Norbert Finke: »Das Erinnern und Bewusstmachen

der historischen Tatsachen bereitet uns auch heute

noch Beklemmungen. Die Vergangenheit wach zu

halten ist aber notwendig, um mit der Gegenwart so

umzugehen, dass sich die Psychiatrie mit ihrer Identität

als ein Teil des Gemeinwesens weiter entwickeln

kann. Die heute in der Rhein-Mosel-Fachklinik tätigen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sich

dafür einsetzen, dass solche Verbrechen sich niemals

wiederholen können.« | Andernacher Stadtzeitung, 22.

August 2001 π

Kinderneurologisches Zentrum feiert

30. Geburtstag

Seit mittlerweile 30 Jahren ist es Vorbild für viele

sozialpädiatrische Zentren in Deutschland: das

Kinderneurologische Zentrum (KiNZ) in Mainz, das

nun Jubiläum gefeiert hat.

Das KiNZ steht beispielhaft für eine interdisziplinäre

Versorgung von Kindern mit neurologischen

Erkrankungen wie Anfallsleiden, Cerebralparesen,

Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen, Kindesmisshandlungen,

sexuellen Missbrauch. Nach seinem

Vorbild wurden über 100 weitere Zentren in Deutschland

errichtet.

Das KiNZ, das 1971 als zweites sozialpädiatrisches

Zentrum Deutschlands gegründet worden ist, ist

Ambulanz und Klinik. Die Ambulanz besteht aus

einem sozialpädiatrischen Zentrum für Kinder und

einer Spina bifida-Spezialambulanz für Kinder und

Erwachsene. Angeschlossen ist eine Frühfördereinrichtung

mit Integrativem Kindergarten.

2001

In der Integrativen Montessori Kindertagesstätte des KiNZ

Snoezelenraum im Kinderneurologischen Zentrum Mainz

Seit Januar 2000 gehört das KiNZ zum Einrichtungsverbund

des Landeskrankenhauses (AöR). Somit

hat sich zwischen dem Kinderneurologischen Zentrum

in Mainz und der kinder- und jugendpsychiatrischen

Abteilung der Rheinhessen-Fachklinik Alzey, die ebenfalls

zum Verbund des Landeskrankenhauses (AöR)

gehört, eine enge Zusammenarbeit entwickelt. Nach

Angaben des Landeskrankenhauses (AöR) soll diese

Kooperation noch weiter ausgebaut werden. Vorgesehen

sei es, eine Tagesklinik mit 15 Plätzen und einen

aufsuchenden Ambulanzbetrieb für Kinder- und

Jugendpsychiatrie in den Räumen des Mainzer KiNZ

zu etablieren. Der Leiter des KiNZ ist Dr. Helmut

Peters, Vizepräsident der Landesärztekammer. | Ärzteblatt

Rheinland-Pfalz, Oktober 2001 π

| 79


Rhein-Mosel-Fachklinik – 125 Jahre Zukunft

Festakt zum Jubiläum der Andernacher Klinik

Mit einem Festakt feierte die Rhein-Mosel-Fachklinik

(RMF) jetzt ihr 125-jähriges Bestehen in der Mittelrheinhalle

Andernach. Die Vergangenheit und der

Wandel der Einrichtung wurden aufgezeigt und gleichzeitig

warfen die zahlreichen Gäste einen Blick in

die Zukunft der Klinik.

Mit einer Veranstaltungsreihe feiert die Rhein-Mosel-

Fachklinik in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

Begonnen wurde das Festjahr am 9. Juni mit der Eröffnung

der Ausstellung »Wahnsinnsreformen – Geschichte

der Psychiatrie um die Jahrhundertwende«

und dem Sommerfest der Klinik. Es folgten ein Benefizfußballspiel

der Krankenhausmannschaft gegen die

Traditionself des 1. FC Köln, ein ökumenischer Gottesdienst

und Fachvorträge zum Thema Euthanasie,

eine Podiumsdiskussion zum Thema »Drogenproblematik

in der Region«, eine Fotoausstellung mit dem

Namen »Gesichter einer Klinik« und die Fachtagung

des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener in Rheinland-Pfalz.

Zahlreiche Gäste und MitarbeiterInnen nahmen am Festakt in der

Andernacher Mittelrheinhalle teil.

Jetzt bildete ein Festakt in der Mittelrheinhalle,

moderiert von Wolfgang Willenberg, Referent für

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landeskrankenhauses

(AöR), den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Der

Gospelchor »The Union« unterhielt die rund 300 Gäste.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), blickte in seiner Eröffnungsrede zurück

in die Klinikgeschichte, um »die Vergangenheit zu

80 |

Florian Gerster, Staatsminister für Arbeit, Soziales, Familie und

Gesundheit Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender des

Landeskrankenhauses (AöR), bei der Festrede anlässlich des

125-jährigen Bestehens der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

verstehen, die Gegenwart zu klären und die Zukunft

planen zu können.«

Die Andernacher Klinik gehörte im Rheinland zu

den fünf Anstalten, die 1865 durch Beschluss des

Provinzial-Landtages genehmigt und deren Bau 1876

abgeschlossen wurde. »In 125 Jahren hat die Klinik

eine wechselvolle Geschichte erlebt mit allen Höhen

und Tiefen, die die Psychiatrie in Deutschland in

diesem Zeitraum geprägt haben«, sagte Norbert Finke.

Zur Zeit ihrer Eröffnung am 15. Oktober 1876 als

rheinische Provinzial-Irrenanstalt war die Klinik für

200 Patienten geplant. Diese Plätze waren bereits im

folgenden Jahr vollständig belegt und innerhalb von

zehn Jahren hatte sich die Patientenzahl mit über

400 mehr als verdoppelt. Bis 1881 war Dr. Werner

Nasse als erster Ärztlicher Direktor in Andernach tätig.

Zu dieser Zeit war der Leitende Arzt alleiniger Direktor

der Anstalt. Unterstützt wurde er von einem zweiten

Arzt, einem Assistenzarzt, einem Volontärarzt und

28 Pflegekräften. Die Verwaltung bestand aus einem

Verwalter, einem Rendanten und zwei Schreibern.

»Alle Klinikmitarbeiter lebten auch innerhalb der Klinik

und durften diese auch nur mit Genehmigung verlassen«,

erklärte Dr. Wolfgang Werner, Landesarchivdirektor

des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, in

seinem Vortrag »Der Klinikalltag in Andernach um

die Jahrhundertwende«.


»Aus diesen Anfängen heraus hat sich die Andernacher

Klinik bis heute zu einem hochspezialisierten

Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie

entwickelt«, erklärte Norbert Finke. Aus der einstigen

Landesnervenklinik wurde mit dem Übergang

in die Trägerschaft des Landeskrankenhauses (AöR)

am 1. Januar 1997 die heutige Rhein-Mosel-Fachklinik.

Die Klinik betreibt 829 Betten und beschäftigt

mehr als 1.000 Mitarbeiter.

Auf der Grundlage eines 1998/99 entwickelten Leitbildes,

das für alle Einrichtungen des Landeskrankenhauses

(AöR) Gültigkeit besitzt, will die Klinik auch

in Zukunft den Psychiatrieprozess in Rheinland-Pfalz

weiter entwickeln. Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher

Direktor der RMF, betonte das Bemühen der Klinik,

ihrer Zeit voraus zu sein. Er unterstrich die kontinuierliche

Weiterentwicklung der Klinik und war mit

Norbert Finke einer Meinung: »Wir sind auf gutem

Weg.«

Roswitha Beck, Kuratoriumsvorsitzende des Vereins zur Unterstützung

Gemeindenaher Psychiatrie e.V., im Gespräch mit Moderator

Ullrich Stelter.

Florian Gerster, rheinland-pfälzischer Staatsminister

für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, erklärte

in seiner Festrede, dass es für die Errichtung

der Kliniken früher nicht nur humanitäre Gründe

gegeben habe, sie seien auch »Beruhigungspillen«

für die Bevölkerung gewesen. »Denn Mauern schützen

zu beiden Seiten, die Patienten im Innern, aber

auch die Bevölkerung auf der anderen Seite«, so Florian

2001

Das Konzert der Gruppe Rennquintett bildete den Abschluss des

Festaktes.

Gerster. Er begrüßte jedoch, dass die Klinik nun seit

geraumer Zeit dabei sei, die Mauern einzureißen

und sich zu öffnen. Der Staatsminister sprach außerdem

von einem Paradigmenwechsel: Weg von starren

Einrichtungen, die sich passende Patienten aussuchen,

hin zu individuell zugeschnittener Hilfe für

psychisch Kranke.

Landrat Albert Berg-Winters forderte mehr Anerkennung

für kranke Menschen. Oberbürgermeister

Achim Hütten sagte: »Die heutige RMF ist auch in

der Stadtgeschichte kein wegzudenkendes Kapitel. Die

Klinik ist heute mittendrin, mitten im städtischen

Leben. Ich bin stolz auf die Toleranz der Andernacher

gegenüber psychisch kranken Patienten. Die Stadt

identifiziert sich mit der RMF.«

Am Abend wurde über die Zukunft der Psychiatrie

diskutiert. Moderiert von Hans-Ulrich Stelter,

Sonderkorrespondent des SWR, beteiligten sich unter

anderem Roswitha Beck, Gattin des Ministerpräsidenten

des Landes Rheinland-Pfalz und Vorsitzende

des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie,

Franz-Josef Koggel, Erster Beigeordneter des

Landkreises, Walter Bockemühl, Vorstandsvorsitzender

der AOK-Direktion in Rheinland-Pfalz, Bernhard

Scholten, Ministerialrat und Psychiatriereferent des

Landes Rheinland-Pfalz, sowie Franz-Josef Wagner,

Vorsitzender des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener

Rheinland-Pfalz, an der Gesprächrunde. | Andernach

Aktuell, 11. Oktober 2001 π

| 81


Standort Meisenheim hat Zukunft

Planungen für Verbundkrankenhaus nehmen Form an –

Wohnortnahe medizinische Versorgung zu günstigen

Preisen bleibt Ziel

Das vom Land gewünschte Verbundkrankenhaus

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim hat eine realistische

Zukunftschance. Davon sind das Mainzer

Gesundheitsministerium und der Geschäftsführer des

Landeskrankenhauses (AöR), Norbert Finke, überzeugt.

Auf dem Liebfrauenberg sollen das Krankenhaus

Hinter der Hofstadt, Neurologische Klinik und Sprachheilzentrum

zusammengefasst werden. Das sieht der

Landeskrankenhausplan vor. Gestern bekräftigte die

Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums,

Beate Fassbender-Döring, gegenüber

unserer Zeitung: »Die Förderzusagen stehen, und die

Planungsfreigabe gibt es. Die Mittel sind in den Investitionsplan

des Landes eingestellt.« Die Pressesprecherin

hofft, damit die Sorgen der Mitarbeiter zerstreuen

zu können.

Geschäftsführer optimistisch

Optimistisch gibt sich auch der Geschäftsführer des

Landeskrankenhauses (AöR), Norbert Finke. Seit Oktober

hätten sich drei Mal Vertreter des Krankenhauses

Hinter der Hofstadt (Träger: Saarländischer Schwesternverband),

der Neurologischen Klinik und des

Sprachheilzentrums (Träger jeweils: Landeskrankenhaus)

zu Gesprächen getroffen, um eine baufachliche

Zielplanung für den neuen Komplex auf dem Liebfrauenberg

zu erstellen.

Die erforderlichen finanziellen Mittel seien vorhanden.

Deshalb steht das millionenschwere Vorhaben

»unter einem guten Stern«. Die Frage der Trägerschaft

für das Verbundkrankenhaus sei noch nicht gelöst.

Im ersten Quartal des nächsten Jahres wollen Norbert

Finke und der Vorstandsvorsitzende des Schwestern-

82 |

verbandes, Paul Dörr, über die Trägerschaft beraten.

Das Gesundheitsministerium in Mainz hat signalisiert,

dass die Federführung durch das Landeskrankenhaus

(AöR) gewünscht wird.

Priorität genieße derzeit die Erstellung des Raumund

Funktionsprogramms für den neuen Gebäudekomplex

auf dem Liebfrauenberg, so Norbert Finke.

Nach der Zielplanung für »ein sinnvolles Ganzes«

erfolge die Freigabe für das Teilprojekt Sprachheilzentrum.

Am 16. Januar ist ein weiteres Vorbereitungstreffen

in Meisenheim anberaumt.

Zeitgemäße Räume

Das Verbundkrankenhaus sieht Norbert Finke »prinzipiell

als gut haltbar« an. Es müsse einer »differenzierten

Aufgabenstellung« gerecht werden. Der Standort

Meisenheim mache »sehr großen Sinn als Belegkrankenhaus«.

Die in Meisenheim vorhandenen Fachabteilungen

Gynäkologie, Innere Medizin, Chirurgie

und Neurologie sind weiterhin vorgesehen. Das Verbundkrankenhaus

eröffne die Chance, »überalterte

Räumlichkeiten durch zeitgemäße zu ersetzen«, betonte

gestern Norbert Finke. Er ließ keinen Zweifel

an der Ernsthaftigkeit seines Einsatzes: »Wir stehen

zum Standort!« Alle Beteiligten müssten »in eine Richtung

denken«. Wer eine ländliche, wohnortnahe medizinische

Versorgung möchte, müsse am Krankenhausstandort

Meisenheim festhalten.

Im übrigen käme die Behandlung von Patienten

aus dem Raum Meisenheim in anderen Krankenhäusern

der Umgebung teurer, weil dort höhere Fallpauschalen

von den Kassen zu zahlen seien. | Öffentlicher

Anzeiger, 12. Dezember 2001 π


»wir sehen unsere patientinnen,

bewohnerinnen und

alle weiteren nutzerinnen

unserer angebote als

menschen mit individueller

persönlichkeit und unveräusserlicher

würde. sie

zeigen unterschiedliche

erscheinungsformen von

seelischen, psychosozialen

und körperlich-neurologischen

beeinträchtigungen

und verfügen über verschiedene

ressourcen. wir begreifen

sie als trägerinnen

sozialer rollen, weil sie in

verschiedenen sozialen

systemen leben. diese überzeugung

beziehen wir in

unsere arbeit aktiv mit ein.«

Fünfter der zehn zentralen Leitbildsätze des

Landeskrankenhauses (AöR)

x Das Team der Beruflichen Integrationsmaßnahme (BIMA) in der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey.

x Besucherraum in der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach.

x Stationszimmer der Gerontopsychiatrischen Abteilung im

Klinischen Zentrum der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach.

| 83


Karlheinz Saage

84 |

Karlheinz Saage, Direktor Heime Landeskrankenhaus (AöR),

Mitglied der Geschäftsleitung Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR) sind auch aus Sicht der Heime

ein Zeitraum rasanter Entwicklungen und Veränderungen. An den beiden

Kernstandorten Andernach und Alzey hatten die Heime jahrzehntelange

Tradition als Langzeitpflegebereiche der jeweiligen Landesnervenklinik

und doch war für sie die Gründung des Landeskrankenhauses

(AöR) ein Neuanfang in vielerlei Hinsicht.

Ab Januar 1996 galten für beide Einrichtungen die umfassenden Regularien

des Heimgesetzes. Ein formaler Akt zunächst, aber mit weitreichenden

Konsequenzen: Als Einrichtungen der Behindertenhilfe mit dem

formulierten Auftrag der Eingliederungshilfe galt es klinische Strukturen

und Abläufe in den Einrichtungen neu zu gestalten, Verantwortlichkeiten

neu zu regeln, inhaltliche Zielsetzungen neu zu formulieren,

aber auch bauliche Veränderungen zu planen und umzusetzen.

Die Heime standen mit einem Mal im Wettbewerb zu anderen Einrichtungen

der Behindertenhilfe. Die sozialpsychiatrischen Prinzipien, bislang

aus der klinischen Perspektive der Behandlung und Versorgung gesehen,

mussten jetzt umgesetzt werden aus der Sicht der (Re-)Integration

und der Hilfe zur Selbsthilfe.

Enthospitalisierung war bereits zuvor eine Zielsetzung der Einrichtungen,

doch kam jetzt die Aufgabe hinzu, die Hilfeangebote in Form

gemeindenaher, auf die Bedarfe der Klienten ausgerichteter Strukturen

entstehen zu lassen.

Die Zielrichtung des Landeskrankenhauses (AöR), die Schaffung moderner

Dienstleistungsunternehmen mit vielfältigen ambulanten, teilstationären,

stationären Angeboten in der Behindertenhilfe wurden und sind

noch immer auch die Zielstellung der Heime. Die Vorgabe der Landesregierung

zum Aufbau gemeindenaher Betreuungs- und Versorgungsstrukturen

für Menschen mit Behinderung und dem möglichst weitgehenden

Erhalt der Selbstbestimmtheit des Behinderten ergänzen die

Vorgaben.

Erste Ansätze dieser Entwicklung, die Außenwohngruppen der Heime

in Alzey und das in den 1980iger Jahren gleichfalls in Alzey entwickelte

teilstationäre Modell der ambulanten Eingliederungshilfe waren Ausgangspunkt

für eine Differenzierung der Angebote.

In Bad Kreuznach konnte 1999 eine erste Tagesstätte für Menschen

mit psychischer Behinderung eröffnet werden. Ihr angeschlossen ist

eine Wohngruppe mit sechs Plätzen. In Kombination bieten Tagesstätte

und Wohngruppe seither Heimbewohnern die Möglichkeit, die vollstationäre

Betreuung des Heimes zu verlassen bzw. Menschen mit psychischer

Behinderung gemeindenah ein intensiv betreuendes Hilfeangebot

zu finden.


In 2001 folgte in Oppenheim und in 2002 in Bingen ein gleiches

Angebot für diese Regionen. Im Jahr 2003 schließlich konnte auch in

Andernach eine Tagesstätte mit angeschlossener Wohngruppe ihren Betrieb

aufnehmen.

Alle Tagesstätten arbeiten zusätzlich in der Funktion der Kontaktund

Informationsstelle und bieten damit auf niederschwelliger Basis,

d.h. ohne zuvor zu bewältigende bürokratische Hürden, einen ersten

Zugang zu psychiatrischen Hilfen für Betroffene und deren Angehörige.

Mittlerweile sind sowohl alle vier Tagesstätten als auch die beiden

Kerneinrichtungen Anbieter ambulanter Hilfen im Rahmen des sog.

persönlichen Budget.

Auch für ältere Menschen mit hohem Pflegebedarf und psychischer

Erkrankung wurde in 2003 in Alzey mit der gerontopsychiatrischen/geriatrischen

Tagesstätte ein erfolgreiches Angebot geschaffen. Für den Standort

Andernach ist eine entsprechende Einrichtung aktuell in der Planung.

Alle Hilfeangebote der Heime sind in einer Netzwerkstruktur miteinander

verknüpft, die es den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Klientinnen

und Klienten ermöglichen, das jeweils für sie notwendige Maß

der Unterstützung zu finden und gleichzeitig ein Höchstmaß an Eigenständigkeit

und Selbstbestimmung zu erhalten.

Diese Netzwerkstruktur ist dabei nicht nur einrichtungsintern umgesetzt,

sondern auch in der Kooperation mit anderen Leistungsanbietern.

Die Heime arbeiten heute aktiv und initiativ im Gemeindepsychiatrischen

Verbund im Landkreis Alzey-Worms und dem gemeinsamen Verbund

des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz mit. In den

Landkreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen befinden sich die Verbünde

im Aufbau.

In einem ersten Fazit denke ich, das vor zehn Jahren gesetzte Ziel ist

erreicht. Die angestrebten Veränderungen sind erfolgreich umgesetzt und

mehr denn je werden sie von den Nutzern, den Bewohnerinnen und

Bewohnern, den Klientinnen und Klienten, aber auch den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der Einrichtungen angenommen. Der auf dem

Banner des Landeskrankenhauses (AöR) und seinen Einrichtungen nachzulesende

Leitsatz »Kompetenz schafft Vertrauen« ist in der Tat verwirklicht.

Hier haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen

mit ihrer Fachkompetenz, ihrem hohen Engagement und ihrem

Leistungswillen eine große Wegstrecke erfolgreich zurückgelegt.

Wenngleich damit der Weg nicht zu Ende ist. Das Ziel, moderner

Anbieter zeitgemäßer Hilfeangebote für Menschen mit Behinderung sein

zu wollen, gilt weiter. Die Initiativen und Planungen zur weiteren Differenzierung

der Angebote, aber auch zur Schaffung neuer Leistungsformen

sind bereits in der Umsetzung.

Karlheinz Saage

| 85


Fort- und Weiterbildungsinstitut gegründet

86 |


2002

Die sich weiter verschärfenden wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen erfordern vom Landeskrankenhaus

(AöR) eine Dynamik, die darauf abhebt, Chancen

und Risiken in den einzelnen Geschäftsfeldern

zu erkennen und zu beurteilen. Das landeskrankenhausweite

Reportingsystem erzeugt monatlich eine

sachgerechte Informationslage für die Entscheidungsträger.

Das Berichtswesen stellt zeitnah und permanent

den Erfüllungsgrad im Hinblick auf die geplanten

Ziele dar und weist mitlaufend Abweichungen

als Frühwarnindikator für Steuerungsaktivitäten (Gegenmaßnahmen)

aus. Benchmarkingsysteme mit Krankenhäusern

vergleichbarer Struktur sollen künftig

Kennzahlen und kritische Erfolgsfaktoren miteinander

vergleichend im Zeitablauf darstellen.

Die Ausrichtung auf eine effizientere Gestaltung

der betrieblichen Abläufe in den Einrichtungen bleibt

weiterhin notwendig, um die Qualität der angebotenen

Leistungen auch zukünftig erhalten zu können.

Zum 1. März wird die Rhein-Mosel-Akademie –

Institut für Fach- und Führungskräfte im Gesundheitsund

Sozialwesen – als neues Fort- und Weiterbildungsinstitut

des Landeskrankenhauses (AöR) und seiner

Einrichtungen gegründet. Über die Rhein-Mosel-Akademie

werden Bildungsangebote entwickelt, die die MitarbeiterInnen

in die Lage versetzen, sich berufsübergreifend

den fachlichen und wirtschaftlichen Unternehmenszielen

verpflichtet zu fühlen und ihr Handeln

danach auszurichten. In Verbindung mit einer hohen

Dienstleistungsbereitschaft sollen durch kontinuierliche

Weiterbildung die Qualität der Leistungen gesichert,

motivierte MitarbeiterInnen gehalten und qualifizierte

neue MitarbeiterInnen gewonnen werden.

Das Foyer des Kinderneurologischen Zentrums

Mainz wird in einer kinder- und jugendgerechten

Weise modernisiert und umgestaltet. In Bingen nimmt

die dritte Tagesstätte mit Kontaktstellenfunktion und

Außenwohngruppe der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

ihre Arbeit auf.

In der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach werden

für die Psychiatrischen und heilpädagogischen Heime

neun Trainingsappartements und ein neuer Förder-

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

bereich für die BewohnerInnen von Haus Rheintal

eröffnet. Die Station I der Neurologischen Abteilung

wird modernisiert und vier Betten als Überwachungseinheit

mit zeitgemäßem Monitoring eingerichtet. Am

13. November werden die Verträge zur Gründung des

Gemeindepsychiatrischen Verbundes für den Landkreis

Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz in der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach unterzeichnet.

Die Gespräche zwischen dem Landeskrankenhaus

(AöR) und dem Saarländischen Schwesternverband

als Träger des Krankenhauses Hinter der Hofstadt in

Meisenheim können im August mit dem Ergebnis

abgeschlossen werden, dass das Krankenhaus Hinter

der Hofstadt zum 1. Januar 2003 in die Trägerschaft

des Landeskrankenhauses (AöR) übergehen wird. Die

Realisierung eines unter einem Dach arbeitenden

Verbundkrankenhauses auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg

nimmt damit deutlichere Konturen an.

Die Einsatzbereitschaft einer motivierten Mitarbeiterschaft

in den Einrichtungen des Landeskrankenhauses

(AöR) hat in den vergangenen Jahren dafür

gesorgt, dass auch in der derzeit schwierigen Situation

des Gesundheitswesens die Einrichtungen ihre

Position fachlich und wirtschaftlich sichern und

ausbauen konnten. π

| 87


Bedeutsame Daten des Jahres 2002

Februar 2002

Das Foyer des Kinderneurologischen Zentrums Mainz

wird in einer kinder- und jugendgerechten Weise

modernisiert und umgestaltet

1. März 2002

Gründung der Rhein-Mosel-Akademie – Institut für

Fach- und Führungskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen

– als neues Fort- und Weiterbildungsinstitut

des Landeskrankenhauses (AöR) und seiner Einrichtungen

27. März 2002

Eröffnung des neuen Förderbereiches im Haus Rheintal

der Psychiatrischen und heilpädagogischen Heime

Andernach

Ω Gezielte Förderung … 91

88 |

2. Mai 2002

Antrittsbesuch von Malu Dreyer, neue Staatsministerin

für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz,

im Landeskrankenhaus (AöR)

Ω Abbild der Modernisierung 92

16. Mai 2002

Eröffnung der Tagesstätte mit Kontaktstellenfunktion

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey in Bingen

1. Juni 2002

Einrichtung von 9 Trainingsappartements für HeimbewohnerInnen

der Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heime Andernach

10. Juli 2002

Präsentation der modernisierten Station I der Neurologischen

Abteilung der Rhein-Mosel-Fachklinik


Andernach mit Einrichtung von vier Betten als Überwachungseinheit

mit zeitgemäßem Monitoring

Ω Neue Monitoreinheit … 92

26. Juli 2002

Zulassung/Beginn der ambulanten Sprachheiltherapie

im Sprachheilzentrum Meisenheim

28. August 2002

Offizielle Bekanntgabe zum Abschluss der Gespräche

zwischen dem Landeskrankenhaus (AöR) und dem

Saarländischen Schwesternverband zur Schaffung eines

Krankenhausverbundes am Standort Meisenheim. Das

Krankenhaus Meisenheim wird in die Trägerschaft des

Landeskrankenhauses (AöR) übergehen.

Ω Der Krankenhausstandort Meisenheim

ist nun gesichert 93

2002

1. Oktober 2002

Das neu (mobil) errichtete Gebäude Haus P als Interims-Mietobjekt

in der Klinik Nette-Gut für Forensische

Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

wird in Betrieb genommen

Ω Aufbruchstimmung im Nette-Gut 94

23. Oktober 2002

Die Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach begeht ihr

30-jähriges Jubiläum

Ω Fest für die Mitarbeiter … 95

13. November 2002

In der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach werden

die Verträge zur Gründung des Gemeindepsychiatrischen

Verbundes für den Landkreis Mayen-Koblenz

und die Stadt Koblenz unterzeichnet

| 89


Wiedereingliederung in

normales Leben als Ziel

Wohngruppe und Tagesstätte für psychisch Kranke

am Fruchtmarkt

Großzügig angelegte Gemeinschaftsküche der Tagesstätte Bingen

Neue Anlaufstelle für chronisch psychisch Kranke

in Bingen: Anfang Januar hat die Rheinhessen Fachklinik

Alzey eine Wohngruppe und eine Tagesstätte

für Menschen mit seelischen Problemen am Fruchtmarkt

6 eröffnet.

Sie leiden seit Jahren an Depressionen oder Psychosen,

sind ohne Antrieb, der normale Tagesablauf ist

eine Qual. Bislang konnte Menschen mit solch psychischen

Einschränkungen nur stationär in einem Heim

geholfen werden. Im Zuge der rheinland-pfälzischen

Psychiatrie-Reform sollen die Hilfsangebote individuell

auf die Betroffenen zugeschnitten werden können.

Fünf Mitarbeiter werden in dem blau getünchten

Haus am Fruchtmarkt auf drei Geschossen sechs

Betroffene in einer Wohngruppe und weitere sechs

von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr in einer Tagesstätte

betreuen. Eine Ergotherapeutin versucht die Tagesgäste

und Bewohner mit handwerklichen Arbeiten

an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. Sie

90 |

gehen gemeinsam einkaufen und kochen, putzen

ihre Zimmer, üben Lebenspraxis nach manchmal jahrelangen

Heimaufenthalten wieder neu ein. »Ziel ist

die Wiedereingliederung in ein normales Leben«, stellt

Diplom-Pädagoge Alf Pollak heraus. Stabilisierung der

Psyche als Leitmotiv. Auch nachts und am Wochenende

steht bei seelischen Krisen und Konflikten Hilfestellung

der Fachkräfte bereit.

Rund 400 Quadratmeter hat die Fachklinik am

Fruchtmarkt für das neben Oppenheim einzigartige

Projekt angemietet. Die Einzel- und Doppelzimmer

unter dem historischen Giebel strahlen Wärme und

Geborgenheit aus. Drei Betroffene haben ihre Zimmer

bereits bezogen, zwei Interessenten für die Tagesbetreuung

sind angemeldet.

»In den vergangenen fünf Jahren haben sich die

Fallzahlen in der Psychiatrie verdoppelt«, verweist Karlheinz

Saage als Heimleiter auf den enorm gestiegenen

Bedarf an individuellen psychischen Hilfen. Die

Binger Einrichtung versteht sich als Kontaktstelle für

Menschen mit psychischen Problemen. »Im Gespräch

können wir feststellen, ob wir zum Arztbesuch motivieren

müssen oder an eine andere Beratungsstelle

verweisen oder ambulante Hilfen vermitteln«, so

Diplom-Pädagogin Bettina Vogel-Guth.

Die Betroffenen sollen möglichst nicht ihre Sozialkontakte

aufgeben müssen, nicht entwurzelt werden.

»Wegen der guten Bus- und Bahnverbindungen ist

das innenstadtnahe Haus für Binger und Menschen

aus dem nahen Umland bestens geeignet«, führt

Bettina Vogel-Guth aus. Vorbei die Zeit der abgeschiedenen

Häuser mit Menschen, deren Leiden man

nicht sehen kann. Für den April planen die Mitarbeiter

einen »Tag der offenen Tür«. Offene Kaffeerunden

und die Einladung zum Gespräch sollen folgen. | Allgemeine

Zeitung, 12. Januar 2002 π


Gezielte Förderung für

geistig behinderte Menschen

Rhein-Mosel-Fachklinik eröffnet neuen Förderbereich

In den Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heimen der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach leben

38 Menschen mit geistiger Behinderung. Um diesem

Personenkreis adäquate Fördermaßnahmen anbieten

zu können, wurde im Haus Rheintal ein spezieller

Förderbereich eingerichtet.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde, zu der sich

zahlreiche Bewohner, Mitarbeiter, Angehörige und

Betreuer im Haus Rheintal eingefunden hatten, stellte

Heimdirektor Karlheinz Saage die Ziele der Einrichtung

vor. Die Arbeit der Mitarbeiter des Heimbereiches

ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, den Bewohnern

ein so weit als möglich selbstbestimmtes Leben

zu ermöglichen. Hierzu werden die vorhandenen Fähigkeiten

der Bewohner gefestigt und mit ihnen gemein-

2002

Karlheinz Saage, Direktor Heime Landeskrankenhaus (AöR), konnte zahlreiche MitarbeiterInnen

und BewohnerInnen zur feierlichen Eröffnungsveranstaltung des neuen Förderbereiches

begrüßen.

sam weiterentwickelt.

Wie dies im einzelnen geschieht,

erläuterten Yvonne Becker, Erzieherin,

und Thorsten Dietrich, Heilerziehungspfleger,

die den geistig behinderten

Menschen ein breites Spektrum

gezielter Fördermaßnahmen anbieten:

Elementare Sinneswahrnehmung

im Snoezelenraum, durch basale

Stimulation, Musik und Bewegung

gehören ebenso zum Programm

wie die Entwicklung motorischer

Fähigkeiten durch Holzarbeiten oder

den Umgang mit Farben.

»Die Maßnahmen des Förderbereiches

sind eng verbunden mit den

weiterführenden Angeboten der Psychiatrischen

und heilpädagogischen

Heime, die auf die Entwicklung von

lebenspraktischen Aktivitäten und den

Aufbau von sozialen Kompetenzen

gerichtet sind«, so Karlheinz Saage in seiner Begrüßungsansprache.

»Verwirklicht wurde diese Zielsetzung

z.B. mit der Einrichtung einer Wohngruppe im

Personalwohnheim der Klinik, in der seit Dezember

vergangenen Jahres fünf geistig behinderte Menschen

aus dem Heimbereich der RMF ein weitgehend selbstständiges

Leben führen und von den Mitarbeitern in

einem ihren Bedürfnissen angemessenen Rahmen

betreut werden.«

Zum Abschluss der Feierstunde nutzten die Gäste

die Gelegenheit, bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten

im Haus Rheintal mit Bewohnern und Mitarbeitern

ins Gespräch zu kommen und sich über die

vielfältigen Fördermöglichkeiten eingehend zu informieren.

| Andernach Aktuell, 3. April 2002 π

| 91


Abbild der Modernisierung

Mainzer Sozialministerin Malu Dreyer besuchte

Landeskrankenhaus in Andernach

Staatsministerin Malu Dreyer wird von Geschäftsführer Norbert

Finke herzlich willkommen geheißen.

Zu einem Antrittsbesuch kam Malu Dreyer, die neue

rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales,

Familie und Gesundheit, am 2. Mai nach Andernach.

Sie besuchte das Landeskrankenhaus (AöR) als Träger

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, um sich über

die Entwicklung seit der Gründung 1997 zu informieren.

Nachdem ihr einzelne Bereiche vorgestellt worden

waren, machte sie einen Rundgang durch eine akutpsychiatrische

Station der Rhein-Mosel-Fachklinik.

Anschließend wurden in der Klinik Nette-Gut zwei

weitere Stationen besucht. Besonders positiv war den

Begleitern nach eigenen Angaben aufgefallen, dass

Malu Dreyer sich die Zeit nahm, mit einzelnen Patienten

der Klinik zu sprechen. Sie zeigte sich beeindruckt

vom gesamten Leistungsspektrum der Andernacher

Kliniken und sicherte ihre Unterstützung, soweit sie

möglich sei, zu.

Das Landeskrankenhaus (AöR) sei ein sichtbares

Zeichen dafür, dass die Modernisierung der Sozialverwaltung

in Rheinland-Pfalz auf einem sehr guten

Weg sei. Insgesamt sei die Sozialverwaltung im Land

nach sechs Jahren des Modernisierungsprozesses

bürgerfreundlicher und leistungsfähiger geworden, so

die Ministerin.

Gegründet worden sei das Landeskrankenhaus

(AöR), um für die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach,

die Rheinhessen-Fachklinik Alzey und das Neurologische

Krankenhaus in Meisenheim ein flexibles und

92 |

modernes Krankenhausmanagement zu schaffen. Im

Mittelpunkt dieser Neuorganisation stehe das Ziel,

die Dienstleistungen für die Patientinnen und Patienten

zu optimieren und mit modernen Managementmethoden

die betrieblichen Ergebnisse zu verbessern.

Darüber hinaus sei das Landeskrankenhaus (AöR)

ein wichtiger Partner der Landesregierung bei der

Umsetzung der Psychiatrie-Reform in Rheinland-Pfalz.

Die drei psychiatrischen Kliniken in Andernach, Alzey

und Klingenmünster würden parallel zum Aufbau

dezentraler Angebote schrittweise verkleinert. Das

Landeskrankenhaus trage und gestalte diesen Reformprozess

mit, so Malu Dreyer. Bei diesem Reformprozess

handelt es sich allerdings nicht um eine Reduzierung

aus Kostengründen. Grundlage ist ein psychiatrisches

Konzept im Interesse der Patienten. | Andernach

Aktuell, 8. Mai 2002 π

Neue Monitoreinheit in

der Rhein-Mosel-Fachklinik

Moderner Überwachungsbereich

in Neurologischer Abteilung

Im Rahmen einer Feierstunde wurde am 10. Juli

die neue Monitor-Überwachungsanlage der renovierten

Station Neurologie 1 der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach präsentiert.

Die Neurologische Abteilung der RMF, in der Erkrankungen

des zentralen und peripheren Nervensystems

sowie der Muskulatur behandelt werden,

leistet mit rund 1.700 Aufnahmen jährlich die neurologische

Akutversorgung im Einzugsbereich der

Klinik. 1980 wurden im damals neu eröffneten Klinischen

Zentrum drei akutneurologische Stationen mit

insgesamt 54 stationären Betten eingerichtet. Seit März

dieses Jahres verfügt die Station Neurologie 1 über

einen Überwachungsbereich mit moderner Monitoreinheit.

Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen

insbesondere nach einem Schlaganfall, einer Hirnblutung

oder mit Status epilepticus (gehäuftes Auftreten

schwerer Epilepsieanfälle) werden mit moderner

Technik engmaschig überwacht. Die Monitoreinheit

misst kontinuierlich Herzfrequenz, Sauerstoffsätti-


gung, Blutdruck, Puls, Temperatur und ist zudem

mit einem elektrischen Warnsystem ausgestattet, das

eine Verschlechterung des Zustandes der Patienten

automatisch anzeigt.

»Die verbesserten Behandlungsvoraussetzungen

sind hervorragend auf die Bedürfnisse einer neurologischen

Akutstation ausgelegt«, so Dr. Fritz Hilgenstock,

Leitender Abteilungsarzt der Neurologie und

Ärztlicher Direktor der RMF. Die hohe fachliche

Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spiegele

sich damit auch immer mehr in der apparativen

Ausstattung und in der äußeren Gestaltung der Abteilung

wieder. »Wir sind heute in der Lage, Schlaganfallpatienten

in allen Stadien des Krankheitsbildes

zu behandeln und zu versorgen.«

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), schilderte in seiner Begrüßung die ersten

Planungen bis hin zum Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen.

In der ersten Hälfte des Jahres

Die neu eingerichtete moderne Monitoreinheit auf der Neurologischen

Abteilung der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach.

2001 wurde die Station Neurologie 1 modernisiert und

vier Betten als Überwachungseinheit eingerichtet.

Im Dezember des gleichen Jahres wurde schließlich

die apparative Ausstattung der Überwachungseinheit

mit einer zeitgemäßen Monitoranlage vervollständigt.

Damit hat das Landeskrankenhaus rund 240.000

Euro in die Modernisierung der neurologischen Abteilung

investiert und »die Voraussetzungen für eine

optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten

noch einmal verbessert«. Zusätzlich wurde das Stationszimmer

verlegt und vergrößert, eine Klimaanlage installiert

und neues Mobiliar angeschafft. Die Überwachungseinheit

wurde mit neuen, behindertengerechten

dern ausgestattet. | Andernach Aktuell, 17.

Juli 2002 π

2002

Der Krankenhausstandort Meisenheim

ist nun gesichert

Ministerin Malu Dreyer: Zum 1. Januar 2003 greift

die Fusion beider Häuser

v.l.n.r.: Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR),

Malu Dreyer, Staatsministerin für Arbeit, Soziales, Familie und

Gesundheit Rheinland-Pfalz, Paul Dörr, Vorstandsvorsitzender Saarländischer

Schwesternverband e.V., nach der Pressekonferenz anlässlich

der Übernahme der Trägerschaft des Krankenhauses Hinter

der Hofstadt in Meisenheim durch das Landeskrankenhaus (AöR).

Die Übernahme des Krankenhauses Hinter der

Hofstadt in Meisenheim durch das Landeskrankenhaus

– Anstalt des öffentlichen Rechts – bezeichnete

Gesundheitsministerin Malu Dreyer gestern auf einer

Pressekonferenz als »Meilenstein« für die Krankenhausversorgung

in Meisenheim.

Dreyer machte deutlich, dass die Zuschüsse des

Landes für die Kosten, nach ersten Schätzungen belaufen

sich diese auf rund 20 Millionen Euro, in den

nächsten Jahren bereitgestellt werden. Mit dem Trägerwechsel

zum 1. Januar 2003 sei keine Änderung der

Krankenhausangebote verbunden, betonte die Ministerin

ausdrücklich, die definitiv betriebsbedingte Kündigungen

ausschloss. Vorerst soll das Krankenhaus

Hinter der Hofstadt seinen Versorgungsauftrag auch

weiterhin erfüllen, äußerte sich Dreyer. Langfristig

betrachtet die Ministerin den Betrieb eines Krankenhauses

an zwei örtlich voneinander getrennten Betriebsstätten

aber als nicht zweckmäßig. Daher sei vorgesehen,

die beiden Betriebsstätten der Krankenhäuser

auch baulich auf dem Gelände der Neurologischen

Klinik (Liebfrauenberg) zusammenzuführen und später

auch mit dem Sprachheilzentrum zu vereinen. Bereits

im nächsten Jahr rechnet die Ministerin mit dem ersten

Spatenstich im Bereich des Sprachheilzentrums.

| Allgemeine Zeitung, 29. August 2002 π

| 93


Aufbruchstimmung im Nette-Gut

Neue Plätze für drogenabhängige Straftäter in der Klinik

für Forensische Psychiatrie geschaffen – Therapeuten eingestellt

Auf der Terrasse von Haus P, Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach

Noch im Sommer erschwerten Überbelegung und

Personalmangel die Arbeit auf der Station für drogenabhängige

Straftäter in der Klinik Nette-Gut für Forensische

Psychiatrie. Mittlerweile wurde die heikle Situation

entschärft. Mit Blick auf neu geschaffene Raumkapazitäten

und Personalaufstockung spricht die Leitung

der Klinik Nette-Gut nicht nur von einem Schritt

nach vorn, sondern sogar von »Aufbruchstimmung«.

Seit Anfang Oktober leben im Haus P 22 Patienten

im gelockerten Maßregelvollzug. Grund: Durch ihren

Einzug wurde gleichzeitig eine ganze Station in einem

benachbarten Gebäude frei, Platz für Patienten der

ehemals überfüllten Drogenstation, worüber die RZ

berichtete. Denn 16 dieser insgesamt 40 Insassen

zogen jetzt in die leer stehende Etage ein. Die Zeiten

von Platzmangel und Enge sind also vorbei.

Wolfram Schumacher-Wandersleb ist erleichtert.

Der kommissarische Ärztliche Direktor: »Wir haben

das räumliche und vor allem auch das personelle

Problem auf dieser Station in den Griff bekommen.

Seit dem ersten Oktober arbeiten nämlich fünf neue

Therapeuten im Suchtbereich. Die Gruppen- und

94 |

Einzelgespräche mit den Patienten

können also wieder im normalen

Umfang angeboten werden.« Zusätzlich

wurden in den vergangenen drei

Monaten 15 Pflegekräfte eingestellt, 13

weitere sollen im November ihren

Dienst in der Klinik antreten.

Auch bei den Patienten im provisorischen

Haus P ist nach anfänglichem

Unmut stimmungsmäßig alles im Lot.

Bei einem Rundgang wird schnell klar,

warum die Klinikleitung den Aus

druck »Containerbau« unpassend findet.

Abstriche müssen die Bewohner

nämlich nur bei den Nasszellen

machen. Denn die sechs Duschen

befinden sich in Gemeinschaftsräumen

und nicht in den Zweibettzimmern.

»Es ist hier zwar etwas enger, aber wir kommen

gut zurecht«, meinte einer der Patienten mit Blick

auf seine neue Unterkunft.

Die 22 Patienten werden voraussichtlich noch bis

zum Frühjahr 2003 dort leben. Dann soll das erste

von zwei neuen Gebäuden fertig sein. Wenn beide

Häuser stehen, verfügt die Klinik über 60 zusätzliche

Plätze. Die sind auch dringend nötig, denn mit

derzeit 310 Patienten ist die Klinik Nette-Gut noch

immer überfüllt. Trotzdem, Wolfram Schumacher-

Wandersleb ist zuversichtlich, vor allem im Hinblick

auf das leidige Thema Personalmangel: »Es sind jetzt

wieder genügend therapeutische Ansprechpartner da.

Am Monatsende steht noch eine Bewerberrunde mit

leitenden Ärzten an. Wir sind auf einem guten Weg

und haben einen bedeutenden Schritt nach vorne

gemacht.«

Pflegedirektor Werner Stuckmann bestätigt: »Mittlerweile

hat sich die Zahl der offenen Stellen erheblich

reduziert. Deswegen bin ich optimistisch, dass bis

Mitte 2003 weitere Arbeitsplätze besetzt werden.«

| Rhein-Zeitung, 4. November 2002 π


Fest für die Mitarbeiter der Klinik Nette-Gut

Entwicklung zur modernen Maßregelvollzugseinrichtung

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens

der Klinik Nette-Gut für Forensische

Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach fand in der Mittelrheinhalle

ein Jubiläumsfest für die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

Einrichtung statt. Der Einladung waren

nicht nur die heutigen, sondern

auch zahlreiche ehemalige Mitarbeiter

der Klinik Nette-Gut gefolgt. Werner

Schmitt, Regionaldirektor des Landeskrankenhauses

(AöR), wertete dies in

seiner Begrüßungsansprache als ein

ausgesprochen positives Zeichen für

die Arbeitsatmosphäre in der Klinik

und ging auf die Anfänge der Einrichtung

vor 30 Jahren ein. Eröffnet

wurde die Klinik Nette-Gut im Oktober

1972 mit 118 Plätzen, heue sind es 250, mehr als

doppelt so viele. Die Mitarbeiterzahl hat sich allein

in den vergangenen zwölf Jahren mehr als verdreifacht.

Die Behandlung in der Klinik Nette-Gut dient der

Sicherung und Besserung der Patienten auf der Grundlage

des Maßregelvollzugsgesetzes des Landes Rheinland-Pfalz.

Alle Therapiemaßnahmen sind darauf

ausgerichtet, die Resozialisierung der Patienten mit

der größtmöglichen Sicherheit für die Bevölkerung

zu verbinden.

»Die Arbeit mit psychisch kranken Rechtsbrechern

gehört zu den anspruchvollsten und schwierigsten,

gleichzeitig aber auch zu den reizvollsten Aufgaben

innerhalb der psychiatrischen Versorgung«, so Werner

Schmitt weiter. »Keine andere medizinische Disziplin

steht so sehr im Spannungsfeld zwischen Behandlungsauftrag

und juristischer Legitimation. Diese Gratwanderung

zwischen Resozialisierungsmaßnahmen

für die Patienten und den berechtigten Sicherheitsinteressen

der Bevölkerung macht die Schwierigkeit

der forensisch-psychiatrischen Arbeit aus.«

2002

Die 30-jährige Entwicklung der Klinik Nette-Gut wurde den zahlreichen Gästen im

Rahmen einer Talk-Runde dargestellt, im Vordergrund Werner Weinand, einer der ersten

Mitarbeiter der 1972 eröffneten Maßregelvollzugseinrichtung.

Wolfram Schumacher-Wandersleb, kommissarischer

Ärztlicher Direktor, und Pflegedirektor Werner Stuckmann

würdigten ebenfalls die qualifizierte Arbeit in

der Klinik Nette-Gut und begrüßten ausdrücklich Mitarbeiter

der »ersten Stunde«, die vor 30 Jahren unter

völlig anderen Rahmenbedingungen Aufbauarbeit in

der Einrichtung geleistet haben.

Nach dem Auftritt von Klaus Mäurer und Ana

Alarcon mit Flamencomusik und -tanz kamen auch

Mitarbeiter der ersten Stunde im Rahmen einer von

Michael Krupp moderierten Talk-Runde zu Wort. Sie

konnten den Gästen aus ihrer Zeit interessante und

teilweise auch amüsante Erlebnisse berichten. Die

Entwicklung der Klinik Nette-Gut zu einer modernen

Maßregelvollzugseinrichtung wurde so in lockerer

Art und Weise den heutigen Mitarbeitern nahe

gebracht.

Nach dem Büfett sorgte der Kabarettist Harald Funke

für gute Unterhaltung und im Anschluss daran lud

die Musik der Gruppe »Lucky Duck & the Local

Heroes« zum Tanz ein. | Andernach Aktuell, 6. November

2002 π

| 95


Zwei Krankenhäuser haben einen Träger

Mit dem Jahreswechsel tritt ein Überleitungs-Tarifvertrag

in Kraft

Trotz aller wirtschaftlicher Turbulenzen auch im

Bereich des Gesundheitswesens richtet sich das Landeskrankenhaus

(AöR) gemäß dem Wunsch der Mainzer

Landesregierung in Meisenheim »auf Dauerhaftigkeit

aus«.

Am 1. Januar 2003 wechselt im Hofstadt-Krankenhaus

in Meisenheim der Arbeitgeber. Das Landeskran-

Gebäude des Krankenhauses Hinter der Hofstadt in Meisenheim.

kenhaus (AöR) mit Sitz in Andernach übernimmt zu

dem Stichtag die Trägerschaft für das Hofstadt-Krankenhaus.

Damit wird formell die Voraussetzung für

den Verbund mit der Neurologischen Klinik in Meisenheim,

dessen Träger das Landeskrankenhaus (AöR)

ist, geschaffen. Ein Überleitungs-Tarifvertrag ist inzwischen

unter Dach und Fach.

Mit hoher Zeitintensität verfolge das Landeskran-

96 |

kenhaus (AöR) die Bauplanung für den neuen Gesamtkomplex

auf dem Liebfrauenberg, wo Neurologische

Klinik, Hofstadt-Krankenhaus und Sprachheilzentrum

zusammengefasst werden sollen, erklärte gestern Geschäftsführer

Norbert Finke gegenüber unserer Zeitung.

Für die gynäkologische Abteilung des Hofstadt-

Krankenhauses sucht das Landeskrankenhaus (AöR)

dringend einen Belegarzt. Nach der Absage zweier

Ärztinnen sei ein Interessent übrig geblieben, sagte

Norbert Finke. In der Neurologischen Klinik traf er

eine »Optimierungsentscheidung«: Schließung der

Station 3 und Vergrößerung der anderen Stationen.

Der vereinbarte Leistungsumfang bleibe insgesamt

erhalten, so Finke. | Öffentlicher Anzeiger, 30. November

2002 π


Visite auf der Abteilung Neurologie und Neurologische

Frührehabilitation der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

c Therapiemaßnahme aus dem Bereich Logopädie, Abteilung

Neurologie und Neurologische Frührehabilitation der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey

j Auf der Station Neurologie 1, Abteilung Neurologie und Klinische

Neurophysiologie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

l Auf der Station J 1 im Haus Jakobsberg, Abteilung für Akutpsychiatrie

und Psychotherapie der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

»die beziehung zu unseren partnerinnen gestalten wir ebenfalls

wertschätzend und respektvoll. wir arbeiten mit ihnen sachorientiert,

konstruktiv, kooperativ und verantwortungsbewusst.«

Sechster der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

| 97


Einrichtungsverbund nochmals erweitert

98 |


2003

Das Jahr 2003 ist durch die Eingliederung des

zum 1. Januar übernommenen Krankenhauses Meisenheim

in den Einrichtungsverbund des Landeskrankenhauses

(AöR) ebenso geprägt wie durch den Umzug

der Station des Kinderneurologischen Zentrums von

Mainz in die Rheinhessen-Fachklinik Alzey. Ab September

kann der stationäre kinderneurologische Versorgungsauftrag

in vollem Umfang in der neu ausgestatteten

und kindgerecht gestalteten Station in der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey fortgesetzt werden.

Für das seit Jahren überproportional ansteigende

Versorgungssegment des Maßregelvollzuges werden

im Laufe des Jahres mit der Eröffnung von Haus H

und Haus P insgesamt 60 neue Planbetten in der

Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach geschaffen. Hierdurch

kann der Überbelegungsgrad im Maßregelvollzug

bei knapp über 20% gehalten werden. Darüber

hinaus ist mittelfristig eine weitere Kapazitätserhöhung

um 90 Betten geplant.

Der Antrag des Landeskrankenhauses (AöR) auf

Erweiterung der Bettenkapazität für die Geriatrische

Rehabilitation in der Reha-Klinik Rheingrafenstein von

60 auf 80 Betten wird von den Krankenkassen positiv

beschieden. Die über den abgeschlossenen Versorgungsvertrag

entwickelbaren 80 Betten für die Geriatrische

Rehabilitation werden damit innerhalb von nur

drei Jahren erreicht.

Zu Beginn des Jahres können die Sanierungsarbeiten

im Haus Jakobsberg, Abteilung für Akutpsychiatrie

und Psychotherapie der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey, abgeschlossen werden. Im September

wird in der Stadt Andernach die Tagesstätte mit

Kontaktstellenfunktion der Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heime Andernach eröffnet. Die Bauarbeiten

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim werden

schrittweise umgesetzt, begonnen wird im November

mit der Neuanlage des Spielplatzes für die jungen

PatientInnen des Sprachheilzentrums Meisenheim.

Im Laufe des Jahres 2003 startet ein umfangreiches

Projekt zur Beurteilung der Risiken im Landeskrankenhaus

(AöR) und seinen Einrichtungen mit dem

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Ziel, ein Risiko-Management-System zu etablieren,

dass sowohl auf wirtschaftliche als auch auf fachliche

und organisatorische Risikofelder ausgerichtet

ist. Ein intensiver fachlicher Diskurs bezieht sich auf

den Themenkomplex der Arbeitszeitflexibilisierung

aufgrund der sich unterjährig in Vorbereitung befindlichen

Änderung des Arbeitszeitgesetzes unter Beachtung

der EuGH-Rechtsprechung zum Bereitschaftsdienst.

In den relevanten Leistungsbereichen der Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR) werden aufgrund

der gesetzlichen Abrechnungssystemänderung

die fachlichen und materiellen Bedingungen für ein

diagnoseorientiertes Fallpauschalensystem (DRG-System)

hergestellt. Die Arbeiten des Referates Qualitätsmanagement

zur Erstellung eines erstmals im Jahr

2005 zu veröffentlichenden Qualitätsberichtes finden

in der Vorlage eines ersten teilgefertigten Qualitätsberichtes

ihren Ausdruck. Nach der im Jahr 2000 vollzogenen

Integration der drei neuen Einrichtungen

erzielt das Landeskrankenhaus (AöR) im Jahr 2003

erstmals eine ausgeglichene Ertragssituation. π

| 99


Bedeutsame Daten des Jahres 2003

1. Januar 2003

Das Krankenhaus Hinter der Hofstadt in Meisenheim

geht in die Trägerschaft des Landeskrankenhauses

(AöR) über

Erweiterung der Geriatrischen Rehabilitation in der

Reha-Klinik Rheingrafenstein von 40 auf 60 Betten

Februar 2003

Beginn der Bauarbeiten zur Errichtung von Haus H

in der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach zur Kapazitätserweiterung

um 40 Betten

Abschluss der Sanierungsarbeiten im Haus Jakobsberg,

Abteilung für Akutpsychiatrie und Psychotherapie

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

100 |

1. März 2003

Einrichtung des Referats Medizincontrolling im Landeskrankenhaus

(AöR) und Besetzung der Position des

Leiters

1. April 2003

Einrichtung der Bereichsleitung Wirtschaft, Technische

Dienste/Bau und Besetzung der Position des

Leiters

Juni 2003

Umzug des stationären Bereiches des Kinderneurologischen

Zentrums Mainz auf die kindgerecht renovierte

Station G 6 im Griesinger Haus der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey

Ω Mit 20 Betten von Mainz nach Alzey 103


8. Juli 2003

Eröffnung des Neubaus Haus H in der Klinik Nette-

Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach

Ω Mehr Platz für Therapie und Sicherheit 105

1. September 2003

Eröffnung der Tagesstätte und Kontaktstelle Andernach

der Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heime Andernach

Ω Psychiatrie näher am Menschen 106

4. September 2003

Offizielle Eröffnung der Kinderneurologischen Abteilung

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Ω Oase für Kinder in der RFK 107

2003

15. September 2003

Beschaffung einer digitalen Röntgenanlage für das

Krankenhaus Meisenheim, Betriebsteil I, Liebfrauenberg

4. November 2003

Die Bauarbeiten auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim

werden schrittweise umgesetzt, begonnen wird

mit der Neuanlage des Spielplatzes des Sprachheilzentrums

Meisenheim

Ω Ein guter Tag für Meisenheim 108

Dezember 2003

Fertigstellung von Haus P in der Klinik Nette-Gut

für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach mit 20 Betten für das zunächst als

Interimslösung errichtete Gebäude

| 101


Eine Heilung ist oft möglich

Nun »Kompetenznetz Depression«

Liegt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit

ihrer Schätzung richtig, wird die Gruppe der Depressionen

im Jahr 2010 weltweit die häufigste Erkrankung

sein.

Dr. Wolfgang Guth, Ärztlicher Direktor der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey, präzisiert die Zahlen: »Allein

in der Bundesrepublik sind dann vier bis fünfzehn

Millionen Menschen betroffen.« Grund genug für

Dr. Guth und seine Mitstreiter, das »Kompetenznetz

Depression« im Landkreis Alzey-Worms zu knüpfen.

Mitglieder des Kompetenznetzes Depression bei einem ihrer Treffen in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey.

Bereits im Dezember fand die Auftaktveranstaltung

in Alzey statt, ein Sprecherkreis formierte sich, um

die Ziele dieser in Rheinland-Pfalz einmaligen Initiative

zu verwirklichen. Vorbild war das Kompetenznetz

Depression in Nürnberg, das bis zu diesem Tag

in Deutschland einmalig war. Auch im Landkreis soll

die »Volkskrankheit« Depression bekannter gemacht

werden, um die Menschen für Angsterkrankungen

zu sensibilisieren, formuliert Dr. Guth das Anliegen

des Netzwerks. Denn: »Geht man von einer Zahl von

nur vier Millionen Erkrankungen aus, hat die Statistik

gezeigt, dass gerade einmal zehn Prozent der Betroffenen

adäquat behandelt werden.« Ein Problem sei

zudem, dass nur 30 bis 35 Prozent der Kranken richtig

diagnostiziert werden, was zur Folge habe, dass

nur eine Minderheit um ihr Leiden wisse. Das Aktions-

102 |

programm des Kompetenznetzes Depression sieht vor,

die Kooperation mit den Hausärzten zu intensivieren.

Zudem sollen Fortbildungsangebote für die Allgemeinmediziner

geschaffen werden, denn: »Die

Betroffenen leiden nicht selten unter körperlichen

Beschwerden, ohne sich darüber bewusst zu werden,

dass ihre Schmerzen womöglich mit ihrer Depression

zusammen hängen«, erklärt Dr. Friedel Rohr

(Framersheim), Mitglied des Sprecherkreises. Ein weiteres

Ziel ist es, die Krankheit Depression aus der

Tabuzone zu rücken, um deutlich zu machen, dass

diese Krankheit durchaus heilbar ist. Aufklärungsarbeit

hat einen hohen Stellenwert im Konzept des Netzwerks,

auch mit Blick auf die helfenden Medikamente,

von denen Sprecherin Heike Elspaß, Fachärztin für

Psychiatrie, sagt: »Moderne Antidepressiva machen

nicht süchtig.« Und weiter: »Depression ist nichts

Schicksalhaftes. Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung,

die mit Medikamenten und einer

Psychotherapie in den Griff zu bekommen ist.«

Gabriele Schmich-Gehbauer, Sprecherin der Psychosozialen

Arbeitsgruppe im Landkreis, weiß, wie wichtig

die Zusammenarbeit mit Multiplikatoren – Pfarrer,

Lehrer, Altenpflegekräfte – ist. Eine Kooperation,

von der sich das Kompetenznetz Depression Erfolge

verspricht. | Allgemeine Zeitung, 29. Januar 2003 π


Mit 20 Betten von Mainz nach Alzey

Stationäre Abteilung des Kinderneurologischen

Zentrums zieht um – »Gute Infrastruktur«

Ein Leben am Boden. Das bedeutete die Diagnose

Spina bifida (offener Rücken) früher. Die Kranken,

unfähig, sich auf ihren Beinen zu halten, krochen

durch ihre Kindheit; das Erwachsenenalter erreichten

sie so gut wie nie. Vorbei. In Einrichtungen wie

dem Kinderneurologischen Zentrum Mainz (KiNZ)

kann den Patienten heute geholfen werden. Wie diesem

Vierjährigen, den der Ärztliche Direktor

Dr. Helmut Peters so schnell nicht

vergessen wird. Als das Kind, die

untere Körperhälfte fest in Schienen

gezwängt, zum ersten Mal alleine

stand, strahlte es seinen Arzt an: »Ich

kann fliegen.«

Es sind bewegende Momente, die

sich in den Räumen des Zentrums

abspielen, immer wieder. Zigtausende

von Kindern fanden und finden hier

ärztliche Hilfe. 1971 wurde das KiNZ

in Mainz als zweite Einrichtung dieser

Art in der Bundesrepublik eröffnet.

Die Kinder, die im KiNZ aufgenommen

werden, leiden alle an Störungen

des zentralen Nervensystems.

Ursachen und Auswirkungen der

Krankheiten sind vielfältig. Chronische

Krankheiten, Schädigungen des

Erbguts, Geburtsschäden, Verhaltensstörungen

werden diagnostiziert und behandelt. Der

kleine Patient, oft mehrfach behindert, wird jedoch

nicht auf seine Krankheit reduziert. Wichtig ist es dem

Team aus Ärzten, Psychologen und Therapeuten, das

ganze Kind und sein Umfeld zu erfassen – die Betreuung

und Beratung der Eltern zum Beispiel gehört

unbedingt zur Behandlung.

Seit über 31 Jahren funktioniert das Konzept: Alles

unter einem Dach. Stationäre und ambulante Behandlung,

der integrative Kindergarten, die Spina bifida-

Ambulanz, alle Abteilungen sind am Hartmühlenweg

untergebracht. Jedoch nicht mehr lange: Am

1. Juni dieses Jahres wird die stationäre Abteilung

mit ihren 20 Betten verlegt, und zwar in die Rhein-

2003

hessen-Fachklinik (RFK) ins dreißig Kilometer entfernte

Alzey.

Träger beider Einrichtungen – sowohl des Kinderneurologischen

Zentrums als auch der RFK – ist das

Landeskrankenhaus (AöR). Bis vor drei Jahren befand

sich das KiNZ in Trägerschaft des Landes – und schrieb

tiefrote Zahlen. Dennoch stünden Kostengründe für

Foyer der neu eingerichteten Station G 6 im Wilhelm-Griesinger-Haus der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey.

den Umzug nicht im Vordergrund, betonte Norbert

Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR). »Und selbstredend bleibt das KiNZ mit seinen

Ambulanzen für die Eltern junger behinderter Kinder

als Anlaufstelle zur ambulanten Diagnostik und

Behandlung in Mainz bestehen.«

Doch wenn es nicht vorrangig ums Geld geht –

was spricht nach Ansicht des Landeskrankenhauses

(AöR) für den Umzug der Station nach Alzey? »Wir

versprechen uns Synergieeffekte – natürlich auf der

kaufmännischen, der administrativen, aber vor allem

auch auf der medizinischen Seite«, betont Regionaldirektor

Alexander Schneider. »Wir wollen eine adäquate

Versorgung gewährleisten.«

| 103


Im Griesinger-Haus der Rheinhessen-Fachklinik,

der künftigen Heimat der KiNZ-Station, ist die renommierte

Neurologie untergebracht. Außerdem gibt es

in der RFK die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie

niedergelassene Radiologen, die über Geräte wie zum

Beispiel Kernspintomographen verfügten. »Das erleichtert

den Austausch zwischen Fachärzten, und wir

finden eine gute Infrastruktur vor«, ist sich auch

Pflegedirektor Frank Müller sicher.

Noch ein Punkt spreche für Alzey: Hier sei es

eventuell möglich, eine Station für Frührehabilitation

für Kinder einzurichten, betont Schneider. »Eine

solche gibt es noch nicht in Rheinland-Pfalz, wir

würden dieses Feld gerne abdecken.«

Bald beginnen die Bauarbeiten im Griesinger-Haus.

Im ersten Stock wird die kindgerechte Station mit

20 Betten eingerichtet, inklusive einer Eltern-Kind-

Station und einer Gartenanlage. »Wir haben dort

Auf der kinderneurologischen Station der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey.

bessere Unterbringungsbedingungen für Kinder als

in Mainz«, betont Müller. Rund 500.000 Euro steckt

das Landeskrankenhaus (AöR) in den Umbau. Eine

Summe, die auch in die Renovierung der Station im

KiNZ Mainz hätte investiert werden müssen, sagt

Regionaldirektor Schneider. Die frei werdende Station

im Hartmühlenweg soll nicht lange leer stehen.

Geplant ist, dort zwei Tageskliniken einzurichten: eine

für die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinhessen-Fachklinik

und eine für die Geriatrische Rehabilitation

der Reha-Klinik Rheingrafenstein. | Allgemeine

Zeitung, 3. Februar 2003 π

104 |

Hohe Auslastung ist wichtig

Meisenheim bleibt Krankenhausstandort

mindestens bis zum Jahr 2007

So sieht es der neue Landeskrankenhausplan vor,

der zur Zeit vorbereitet wird. Der Umzug des Hofstadt-

Krankenhauses in den Neubau (»Verbundlösung«) auf

dem Liebfrauenberg ist darin ebenfalls verankert.

»Dieses Jahr wollen wir noch einen Spaten in die

Liebfrauenberg-Erde bekommen«, betonte der Geschäftsführer

des Landeskrankenhauses, Norbert Finke,

in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins

Krankenhaus Meisenheim. Er bestätigte, dass das

Gebäude, in dem sich das Sprachheilzentrum befindet,

abgerissen wird. Eine Architektengruppe habe das

vergangene Jahr genutzt und Pläne für den Liebfrauenberg-Neubau

erarbeitet. Ende Mai solle nach derzeitigem

Stand eine »Feinplanung« alle übrigen Details

beachten, informierte Norbert Finke. 1,5 Millionen

Euro stünden für das Projekt Liebfrauenberg bisher

bereit. Das Geld wird größtenteils für die Planung

verwendet.

Finke erläuterte weiter: »Im Landeskrankenhausplan

ist Meisenheim vertreten. Das ist positiv.« Doch

könne sich der Standort »selbst infrage stellen, wenn

sich die Patientennachfrage weiterhin in andere Richtungen

zerstreut«. Es sei wichtiger denn je, dass ein

Krankenhaus eine hohe Auslastung aufweise (Soll:

85 Prozent aller Betten). Dies sei in Meisenheim

nicht der Fall. Der Kirner Landtagsabgeordnete Peter

Wilhelm Dröscher (SPD) erklärte: »Das Signal aus

Mainz ist: Das Krankenhaus hat Zukunft.« Jedoch

dürfe man sich darauf allein nicht berufen und müsse

alle nächsten Entwicklungen ganz genau im Auge

behalten. VG-Bürgermeister Alfons Schneider (CDU),

ebenfalls Fördervereinsmitglied, spornte die rund

300 Förderer an, präsent zu sein und dem Verein

Impulse zu geben. | Öffentlicher Anzeiger, 30. April

2003 π


Mehr Platz für Therapie und Sicherheit

Neubau in der Forensischen Klinik eingeweiht –

40 zusätzliche Betten in der Klinik Nette-Gut

Mitglieder der Geschäftsführung Landeskrankenhaus (AöR) und des

Direktoriums Klinik Nette-Gut freuen sich gemeinsam mit MinRat

Bernhard Scholten (3.v.l.), Psychiatrie-Referent des Landes Rheinland-Pfalz,

und Josef Nonn (2.v.l.), Bürgermeister Stadt Andernach,

über die Fertigstellung des Neubaus Haus H.

Zur Eröffnung des neuen Gebäudes Haus H der

Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach konnte Norbert

Finke, der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), zahlreiche Gäste begrüßen.

Der Neubau war notwendig geworden durch eine

weitere Steigerung der Belegungszahlen. Wie in der

gesamten Bundesrepublik nehmen auch in der Klinik

Nette-Gut vor allem die Einweisungen drogenabhängiger

Patienten, die im Zusammenhang mit ihrer

Erkrankung Straftaten begangen haben, kontinuierlich

zu. Als Konsequenz daraus hat das Landeskrankenhaus

(AöR) dem Ministerium für Arbeit, Soziales,

Familie und Gesundheit eine Zielplanung für die Klinik

Nette-Gut vorgeschlagen, die unter anderem den

Neubau des Hauses H mit 40 Betten im gesicherten

Gelände der Klinik enthält. Mit der verbesserten Unter-

2003

bringungssituation wird in der Klinik Nette-Gut eine

weitere Differenzierung der unterschiedlichen Patientengruppen

ermöglicht, was zu einer Verbesserung

der therapeutischen Rahmenbedingungen führen soll.

Und die Intensivierung der Therapie diene auch

besonders der Verbesserung der Sicherheit, der im

Bereich der forensischen Psychiatrie eine herausragende

Bedeutung zukomme.

Geschäftsführer Norbert Finke ging deshalb auch

auf die hohen Qualitätsstandards in der Klinik Nette-

Gut ein: »Die größtmögliche Sicherheit für die Bevölkerung

ergibt sich immer aus einer erfolgreichen

Therapie. Wir werden die Klinik Nette-Gut weiter zu

einer immer moderneren Maßregelvollzugseinrichtung

gestalten.«

Norbert Finke würdigte ebenso wie Klaus Peter

Lohest, Leiter der Abteilung Soziales beim Ministe-

Haus H, Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach.

rium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, die

professionelle Arbeit der Mitarbeiter der Klinik Nette-

Gut, die in häufig kleinen und mühsamen Schritten

die schwierige Gratwanderung zwischen Sicherung

und Resozialisierung der Patienten zu bewältigen

haben.

Wolfram Schumacher-Wandersleb, Ärztlicher Direktor

der Klinik Nette-Gut, erläuterte die Behandlungskonzepte

im Maßregelvollzug und betonte, dass mit

der Eröffnung des Neubaus auch für die forensische

Psychiatrie ein hohes Maß an Transparenz hergestellt

werde. »Das ist für die weitere Arbeit der Klinik

nur förderlich.« | Rhein-Zeitung, 9. Juli 2003 π

| 105


Psychiatrie näher am Menschen

Tagesstätte der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach

offiziell eröffnet – Angebote für Kranke als Baustein

der Landesreform

v.l.n.r.: Rudi Zenz, Kreisbeigeordneter Mayen-Koblenz, Achim Hütten,

Oberbürgermeister Stadt Andernach, Norbert Finke, Geschäftsführer

Landeskrankenhaus (AöR), Walter Krupp, Stv. Personalratsvorsitzender

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, Karlheinz Saage, Direktor

Heime Landeskrankenhaus (AöR), Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär

Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit

Rheinland-Pfalz.

Gemeindenah soll die Psychiatrie in Rheinland-

Pfalz arbeiten. Das ist das Ziel der Psychiatrie-Reform

im Land. Dieser Strukturwandel sei kein leichtes Unterfangen,

aber mit der Eröffnung der Tages- und Kontaktstelle

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach sei ein

wichtiger Schritt in diese Richtung getan. Das sagte

Kreisbeigeordneter Rudi Zenz bei der offiziellen Eröffnung

der Tagesstätte in der Andernacher Güntherstraße,

die schon im September ihre Arbeit aufgenommen

hat. Dort ist eine Einrichtung entstanden, die

Menschen mit psychischer Erkrankung Hilfestellung

für einen möglichst normalen Alltag geben soll.

Die Tagesstätte, die den Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heimen Andernach angegliedert ist,

verfügt über zwölf Plätze. Die Menschen, die hierher

kommen, werden bei ihrer Tagesgestaltung unterstützt,

bekommen Hilfestellung bei sozialen Problemen und

Angebote zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

»Im kurzen Zeitraum, seitdem diese Einrichtung

besteht, haben uns schon viele Anfragen anderer

sozialer Einrichtungen aus der Region erreicht, welche

die Tagesstätte gerne nutzen möchten«, freute sich

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR). Auch Staatssekretär Dr. Richard Auern-

106 |

Eingangsbereich der neuen Tagesstätte, Psychiatrische und heilpädagogische

Heime Andernach

heimer zeigte sich glücklich darüber, dass mit der

Eröffnung ein solches Angebot näher an die Menschen

kommt.

In der integrierten Kontaktstelle stehen Fachleute

für eine Beratung bereit. Sie wollen auf die psychisch

Kranken zugehen, ihnen Rat und Hilfe bei Konflikten

im familiären und beruflichen Umfeld anbieten,

aber auch bei sozialrechtlichen Fragen oder der Vermittlung

an andere Einrichtungen zur Seite stehen. Darüber

hinaus üben und festigen sie mit den kranken

Menschen lebenspraktische Fähigkeiten, etwa Einkaufen

oder Geldverwaltung.

»Eine solche Einrichtung in der Innenstadt anzusiedeln,

halte ich für eine gute Sache«, so Achim

Hütten. »Ich nehme für die Stadt in Anspruch, festzustellen,

dass es in Andernach weniger Vorbehalte

psychisch Kranken gegenüber gibt als in anderen Städten.«

In die Modernisierung der Räumlichkeiten hat

das Landeskrankenhaus mit seiner Rhein-Mosel-Fachklinik

rund 50.000 Euro investiert. Der Personalratsvorsitzende

der RMF, Walter Krupp, hob hervor, dass

mit der Tagesstätte nicht nur Arbeitsplätze gesichert,

sondern auch neue geschaffen werden konnten. In

der Einrichtung arbeiten eine Fachkrankenschwester

für Psychiatrie, eine Diplom-Sozialarbeiterin, eine Ergotherapeutin

sowie eine Mitarbeiterin, die dort ihr

freiwilliges soziales Jahr leistet. | Rhein-Zeitung, 20.

November 2003 π


Oase für Kinder in der RFK

Stationäre Abteilung des Kinderneurologischen

Zentrums Mainz (KiNZ) in Alzey eröffnet

Die Rheinhessen-Fachklinik Alzey (RFK) ist um eine

Station erweitert worden. Bereits im Juli zog die klinische

Abteilung des Kinderneurologischen Zentrums

von Mainz nach Alzey um. Nun wurde die Abteilung

im Beisein der rheinland-pfälzischen Sozialministerin

Malu Dreyer offiziell eröffnet.

Staatsministerin Malu Dreyer und Geschäftsführer Norbert Finke im

Gespräch mit Dr. Helmut Peters, Ltd. Abteilungsarzt der Kinderneurologie,

Rheinhessen-Fachklinik Alzey.

Die Politikerin sah sich während der Stationsbesichtigung

im umgebauten Wilhelm-Griesinger-Haus

kindlicher Kritik ausgesetzt. »Du bist gar kein Minister«,

meinte ein etwa achtjähriger Steppke skeptisch

und war erst durch den Hinweis auf den kreisenden

Polizeihubschrauber zu überzeugen. Dann allerdings

wollte er gleich ein Bild als Erinnerung.

Von den hellen, freundlichen und bunt gestalteten

Räumen, in denen er und die anderen kleinen Patienten

behandelt werden, zeigten sich die Besucher sehr

angetan. Mit den 580.000 Euro Landeszuschuss wurde

nicht nur »eine Oase für die Kleinen« geschaffen. Man

verspreche sich auch Synergieeffekte, wie Dreyer in

ihrer Ansprache betonte. Als der Plan diskutiert wurde,

das Zentrum von Mainz nach Alzey zu verlegen,

habe sie »auch erstmal die Nase gerümpft«, sagte

2003

Dreyer. »Aber wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.«

An die Beteiligten richtete sie die Bitte, das

gute Arbeitsklima weiter zu entwickeln, »damit die

Kritiker nicht Recht behalten«. Dreyer stellte klar,

dass es für das KiNZ um das finanzielle Überleben

ging.

Auch Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), wies auf die defizitäre Wirtschaftslage

des Zweiges hin. Es sei jedoch gelungen,

»die 20 Betten der neuen Abteilung in den Krankenhausplan

aufnehmen zu lassen. Dadurch ist eine Kontinuität

erreicht worden«. Jetzt seien nicht nur Radiologie,

Diagnostik und Apotheke auf einem Gelände

veeeint, sondern die Kinder könnten zur Alltagsgestaltung

auch die vorhandenen Einrichtungen wie Spielplatz,

Minigolfbahn, Hallen- und Freibad sowie die

institutseigene Schule mit zwei Lehrern nutzen.

Außer den Betten für ihre Patienten hält die Rheinhessen-Fachklinik

Alzey auch noch Mutter- bzw. Vater-

Kind-Zimmer vor, alle modern und ansprechend eingerichtet.

Mit den Ängsten und Integrationsproblemen der

mehr als 25 Mitarbeiter, die von Mainz neu hinzugekommen

sind, befasste sich Marion Lawall-Adam. »Wir

wollen beiden Seiten gerecht werden«, sagte die Vorsitzende

des Personalrats. Verwaltungsdirektor Alexander

Schneider berichtete über die Bauphase, während

der ärztliche Direktor Dr. Wolfgang Guth sich über

die »erheblichen räumlichen Verbesserungen gegenüber

Mainz« freute. »Dass nun alle Altersstufen vom

Säugling bis zum Greis hier behandelt werden, ist

für uns Mitarbeiter eine spannende Sache«, bekannte

er. Im Namen der Stadt hieß der Beigeordnete Wolfgang

Dörrhöfer die Mitarbeiter und Patienten willkommen.

Pflegedirektor Frank Müller erfreute die Zuhörer

durch den launigen Abriss eines fiktiven Treppenhausgespräches

über »die neuen Nachbarn«. Dr. Helmut

Peters, Chef der neuen Abteilung, lobte abschließend

die wunderschöne Umgebung, die das Gelände der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey biete. | Allgemeine

Zeitung, 6. September 2003 π

| 107


Ein guter Tag für Meisenheim

Die Bauarbeiten für den Neubau des Sprachheilzentrums

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim

haben begonnen

Reinhold Marx (li.), Direktor des Sprachheilzentrums Meisenheim, und Verwaltungsdirektor Michael

Kloos auf der Baustelle zur Neuanlage des Spielplatzes für die jungen Patienten des Sprachheilzentrums.

Die Planungen zur Errichtung eines modernen Verbundkrankenhauses

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim

werden schrittweise umgesetzt. »Wir befinden

uns im Zeitplan. Wir haben keinerlei Zeit verloren«,

betonte gestern der Regionaldirektor des Landeskrankenhauses

(AöR), Werner Schmitt, gegenüber

unserer Zeitung.

Das Land Rheinland-Pfalz und das Landeskrankenhaus

(AöR) als Träger der Neurologischen Klinik,

des Hofstadt-Krankenhauses und des Sprachheilzentrums

halten am Neubau auf dem Liebfrauenberg fest.

Als erster Schritt wird ein zeitgemäßer Neubau für

das Sprachheilzentrum entstehen. »Dazu ist es zunächst

notwendig, den Spielplatz des Sprachheilzentrums

neu anzulegen«, erläuterte Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), »um

im Anschluss daran am Standort des alten Spielplatzes

mit dem Neubau beginnen zu können.« Daraus

ergibt sich ein besonderer Vorteil für die jungen Patienten

des Sprachheilzentrums: Sie müssen zu keiner

Zeit auf ihren Spielplatz verzichten.

Am 4. November ist mit den Bauarbeiten begon-

108 |

nen worden. »Damit haben

wir den ersten Schritt zum

neuen Gebäudekomplex auf

dem Liebfrauenberg, jetzt

auch sichtbar, umgesetzt«, so

Norbert Finke weiter: »Im

kommenden Frühjahr planen

wir mit dem Neubau des

Sprachheilzentrums zu beginnen.«

Der Neubau des Sprachheilzentrums

sieht im Untergeschoss

die Therapie- und

Unterrichtsebene für Kinder

und Jugendliche vor. Im Erdgeschoss

wird die Wohnebene,

im ersten Obergeschoss

die Schlafebene für

die jungen Patienten entstehen. Das zweite Obergeschoss

dient als Therapie-, Wohn- und Schlafebene

für erwachsene Patienten. Insgesamt werden wie bisher

53 Plätze zur Behandlung von Patienten mit

Kommunikationsstörungen vorgehalten.

Der Neubau soll durch einen Trakt mit dem

Schwimmbad der Neurologischen Klinik verbunden

sein, damit die Patienten des Sprachheilzentrums über

einen direkten Zugang zum Gebäudekomplex der

Neurologischen Klinik verfügen.

Reinhold Marx, Direktor des Sprachheilzentrums,

ist überzeugt, dass die in den vergangenen Jahren vollzogenen

Weichenstellungen den Krankenhausstandort

Meisenheim nachhaltig sichern: »Für die betroffenen

Patienten wird das Versorgungsangebot in der

Region auf hohem Niveau erhalten und damit zum

Erhalt der Arbeitsplätze für die Mitarbeiter aller drei

Meisenheimer Einrichtungen beigetragen. Durch den

Beginn der Baumaßnahmen wurde bei uns allen ein

zusätzlicher Motivationsschub ausgelöst. Der 4. November

2003 war ein guter Tag für Meisenheim.« | Öffentlicher

Anzeiger, 15. November 2003 π


»die mitarbeiterinnen sind basis und motor unseres unternehmens.

wir schätzen sie für ihren einsatz und als garanten für

die ständig gesicherte qualität unserer dienstleistung.«

Siebter der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

π Krankenhaus Meisenheim, Betriebsteil II – Hinter der Hofstadt

b Minimalinvasive Operationstechnik

c Vorbereitungen im OP

j Behandlung auf der Abteilung für Unfallchirurgie

l Eintragungen in die Patientenakte

| 109


Effektive Leistungsprozesse führen zu wirtschaftlicher Stabilität

110 |


2004

Nachdem die vorangegangenen Geschäftsjahre

durch Einrichtungsangliederungen geprägt waren,

kann das Landeskrankenhaus (AöR) im Jahr 2004 den

Unternehmensentwicklungsweg mit einem unveränderten

Einrichtungsbestand fortsetzen. Ungeachtet

eines Jahresfehlbetrages von T1 76 (Vorjahr T1 +5)

weist die Gewinn- und Verlustrechnung des Landeskrankenhauses

(AöR) erstmals ein kräftiges positives

Betriebsergebnis in Höhe von T1 801 aus. In diesem

positiven Betriebsergebnis zeigt sich das betriebliche

Generalziel des Landeskrankenhauses (AöR) bestätigt,

über den Weg der wirtschaftlichen und fachlichen

Konsolidierung, die Leistungsprozesse in den Einrichtungen

produktiver und effizienter zu gestalten. Hinter

dieser positiven betriebswirtschaftlichen Entwicklung

steht eine engagierte und motivierte Mitarbeiterschaft

in den Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR),

die über ihren Einsatzwillen dokumentiert, den

nunmehr seit Jahren eingeschlagenen Veränderungsweg

gestaltend mitzugehen, damit wirtschaftliche Stabilität

entstehen kann.

Neben der Realisierung der dritten Ausbaustufe auf

80 Betten in der Abteilung Geriatrische Rehabilitation

der Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster

am Stein-Ebernburg, kann für das Krankenhaus

Meisenheim, Betriebsteil I (Neurologische Klinik) nach

erfolgreichen Vereinbarungen mit den Krankenkassen

der Strukturschritt erreicht werden, eine 30 Betten

umfassende Abteilung für Neurologische Rehabilitation

ab dem 1. Oktober 2004 einzurichten und zu

eröffnen; die akutneurologischen Krankenhausbehandlungsbetten

werden auf 65 reduziert. Ebenfalls können

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim im April 2004

die Bauarbeiten zur Errichtung des Neubaus des

Sprachheilzentrums mit einem Investitionsvolumen

über T1 6.200 begonnen werden. Weitere wichtige

Projektrealisierungen sind der Abschluss der Entwicklung

des Risikomanagementsystems sowie die Einführung

einer elektronischen Zeiterfassung zur zukünftigen

Realisierung flexibler Arbeitszeitmodelle.

Insgesamt steigen die Patientenfallzahlen landeskrankenhausweit

im Bereich der Krankenhausbehand-

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

lung und der Rehabilitation um 1,0% auf 16.545 Patienten

an. Ein kräftiges Patientenfallzahlwachstum verzeichnet

die Rheinhessen-Fachklinik Alzey mit 6,0%;

ein überdurchschnittliches Anwachsen der Fallzahlen

verzeichnen ebenfalls das Krankenhaus Meisenheim,

Betriebsteil I (Neurologische Klinik) sowie die

Reha-Klinik Rheingrafenstein mit + 3,6%. Der Nutzungsgrad

in den Einrichtungen des Landeskrankenhauses

(AöR) bleibt über alle Leistungsbereiche hinweg

mit 91% in etwa auf dem Vorjahresniveau und damit

deutlich oberhalb der angenommenen Regelauslastung

mit 85%.

Die insgesamt erkennbare Versorgungs- und Betreuungsvielfalt

ist hauptsächlich auf den psychiatrischneurologischen

Sektor ausgerichtet und zeigt auf, dass

aufgrund der durchschnittlichen Auslastung aller

Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR) mit

über 90% seit Jahren eine Nachfrage nach vom Landeskrankenhaus

(AöR) angebotenen Versorgungs- und

Betreuungsleistungen besteht, die als solche die Voraussetzung

für die betriebswirtschaftliche Absicherung

der Einrichtungen bietet.

Unter Zugrundelegung des Berichtes der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) ist davon auszugehen,

dass psychische Erkrankungen zukünftig an der Spitze

derjenigen Leiden liegen, die die meisten Fälle von

Invalidität, Behinderung und Beeinträchtigung verursachen.

Unter den im WHO-Bericht genannten 10

häufigsten Indikationen steht die Depressionserkrankung

an erster Stelle, durch Alkohol ausgelöste Erkrankungen

an fünfter Position, an siebter Stelle die Schizophrenieerkrankung,

an 9. Stelle liegen die manischdepressiven

Erkrankungen und an 13. Stelle folgen

die Alzheimer-Demenz-Erkrankungen. Diese Erkrankungen

gehören sämtlich zum psychiatrisch-neurologischen

Leistungsspektrum der Einrichtungen des

Landeskrankenhauses (AöR). π

| 111


Bedeutsame Daten des Jahres 2004

März 2004

Zusammenlegung von Verwaltungsdirektion und Pflegedirektion

des Krankenhauses Meisenheim, Betriebsteil

I und II

April 2004

Erweiterung der Bettenzahl der Abteilung Geria-trische

Rehabilitation in der Reha-Klinik Rheingrafenstein von

60 auf 80 stationäre Betten

Ω Angebot der Geriatrischen

Rehabilitation erweitert 114

19. Mai 2004

Erster Spatenstich für den Neubau des Sprachheilzentrums

Meisenheim

Ω Ein Symbol für die Zukunft 116

112 |

1. Juli 2004

Beginn der Testphase zur Einführung einer automatisierten

Zeiterfassung im Landeskrankenhaus(AöR)

und seinen Einrichtungen

20. Juli 2004

Einrichtung des Referats Rechtliche Angelegenheiten

im Landeskrankenhaus (AöR) und Besetzung der Position

der Leiterin

19. August 2004

Vertragsunterzeichnung zwischen dem Landeskrankenhaus

(AöR) und der Fa. Micom zur Einführung

eines neuen Klinikinformationssystems (KIS) in den

Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR)

Ω Wettbewerbsvorteile durch

neues KIS erwartet 119


8. September 2004

Kick-Off-Veranstaltung in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey zur Vorstellung der Projektzielsetzung und

-struktur bezüglich der Einführung des neuen Klinikinformationssystems

(KIS)

1. Oktober 2004

Etablierung der neuen Abteilung für Neurologische

Rehabilitation mit 30 stationären Betten im

Krankenhaus Meisenheim, Betriebsteil I, Liebfrauenberg

(Neurologische Klinik)

Ω Jetzt ist alles unter einem Dach 120

29. Oktober 2004

Richtfest für den Neubau des Sprachheilzentrums

Meisenheim

Ω Der gute Geist soll auch

in den Neubau einziehen 122

2004

15. Dezember 2004

Empfang anlässlich der offiziellen Eröffnung der Abteilung

für Neurologische Rehabilitation im Krankenhaus

Meisenheim, Betriebsteil I, Liebfrauenberg (Neurologische

Klinik)

Ω Den Standort Meisenheim sichern 124

30. Dezember 2004

Start des neuen Angebotes der Beruflichen Integrationsmaßnahme

(BIMA) für Menschen mit psychischer

Beeinträchtigung in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey

| 113


Angebot der Geriatrischen Rehabilitation erweitert

Die Abteilung Geriatrische Rehabilitation der Reha-

Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster am St.-Ebg.

erweitert ihr Angebot auf 80 stationäre Betten.

Ausblick von der Terrasse der Reha-Klinik, im Hintergrund der

Rheingrafenstein-Felsen

Nachdem das Landeskrankenhaus (AöR) mit Sitz

in Andernach zum 1. Januar 2000 die Trägerschaft

der Reha-Klinik Rheingrafenstein übernommen hatte,

wurde das Gebäude der Reha-Klinik in der Berliner

Straße bis zum Ende des Jahres 2000 generalsaniert

und zum 1. März 2001 das für die Region Mainz –

Bingen – Bad Kreuznach neue Angebot der Geriatrischen

Rehabilitation in der Einrichtung etabliert.

Begonnen wurde damals mit 40 stationären Betten

und fünf tagesklinischen Plätzen.

Der sukzessive Ausbau der Geriatrischen Rehabilitation

in der Reha-Klinik war bereits zu diesem

Zeitpunkt vorgesehen. Norbert Finke, Geschäftsführer

des Landeskrankenhauses (AöR), betonte bei der

Eröffnung, dass angesichts der demografischen Entwicklung

die Behandlung und Betreuung alter und

hochbetagter Menschen in den kommenden Jahren

114 |

Besprechungsrunde im multiprofessionellen Team

weiter an Bedeutung gewinnen werde.

»Für diese Patientinnen und Patienten ein ihren

individuellen Bedürfnissen entsprechendes medizinisches

und pflegerisches Betreuungsangebot vorzuhalten,

ist eine Aufgabe, die heute umgesetzt werden

muss, um zukünftige Versorgungslücken zu vermeiden,«

stellte Norbert Finke zum damaligen Zeitpunkt

fest.

Der Bedarf geriatrischer Rehabilitationsmaßnahmen

ist seitdem kontinuierlich gestiegen und diese

Entwicklung zeigt, wie berechtigt die damalige Einschätzung

und Planung war. Heute führt der Geschäftsführer

aus: »Es freut uns, dass wir in der Lage waren,

dem steigenden Bedarf nach geriatrischen Rehabilitationsbehandlungsleistungen

zu folgen und innerhalb

von drei Jahren die mit den Krankenkassen vereinbarte

80-Betten-Kapazität erreicht haben.«


Das großzügig angelegte Schwimmbad der Reha-Klinik Rheingrafenstein

Unter der Leitung des Chefarztes Dipl.-Theol. Dr.

Jochen Heckmann ist es in kurzer Zeit gelungen,

das Angebot der Geriatrischen Rehabilitation an der

Reha-Klinik Rheingrafenstein als eine gute Adresse

in der Versorgungsregion zu etablieren. Die geriatrischen

Behandlungsmaßnahmen umfassen das gesamte

Spektrum der Interventionsmöglichkeiten mit

Prävention, Kurativer Therapie und Rehabilitation.

Schwerpunkte der vollstationären wie teilstationären

Rehabilitation sind u.a.: Krankengymnastik, physikalische

Therapie, aktivierende Pflege, Ergotherapie,

Logopädie, Hilfsmittelversorgung und Angehörigenberatung.

Aufgenommen werden z.B. Patienten nach

Schlaganfall mit Hemiparese, Sprach- und Sprechstörungen

und Einschränkungen bei den Aktivitäten

des täglichen Lebens. Weiterhin Patienten nach operativen

Eingriffen, mit Parkinsonsyndrom oder nach

2004

Förderung der manuellen Fähigkeiten

schweren akuten Krankheitsphasen.

Das tagesklinische Angebot richtet sich an Patienten,

die noch Therapien in hoher zeitlicher Frequenz

benötigen, aber nicht mehr einer 24-Stunden-Betreuung

in der Klinik bedürfen und somit die Abende

und Wochenenden in ihrer gewohnten häuslichen

Umgebung verbringen können.

»Krankheiten und Behinderungen sind im Alter

nicht immer heilbar«, erläutert Dr. Jochen Heckmann,

»um so wichtiger sind Maßnahmen der geriatrischen

Rehabilitation, die Patientinnen und Patienten dazu

befähigen, mit den Krankheiten und ihren Folgen

ein möglichst selbständiges und würdevolles Leben

zu führen. Geriatrische Rehabilitation leistet so einen

Beitrag, die Pflegebedürftigkeit der Patienten zu reduzieren

und damit ihre Lebensqualität deutlich zu

verbessern.« | Allgemeine Zeitung, 20. April 2004 π

| 115


Ein Symbol für die Zukunft

Erster Spatenstich für das neue Sprachheilzentrum

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim

6,5 Millionen Euro teuer, 18 Monate Bauzeit: Das

Sprachheilzentrum in Meisenheim wird neu gebaut.

Der erste Spatenstich für den Neubau erfolgte gestern

Nachmittag. Das Klinik-Großprojekt auf dem Liebfrauenberg,

verbunden mit dem Neubau des Sprachheilzentrums,

ist ein großer Schritt für Meisenheim,

betonten gestern alle Redner beim ersten Spatenstich

für das neue Sprachheilzentrum. Stadtbürgermeister

Volkhard Waelder meinte, »eine neue Epoche«

habe begonnen.

Ein »echter Freudentag für alle« sei der Mittwoch,

sagte die Mainzer Gesundheitsministerin Malu Dreyer

(SPD) und betonte, die Zukunft des Krankenhausstandortes

Meisenheim liege für alle drei Häuser

(Hofstadt-Krankenhaus, Neurologische Klinik, Sprachheilzentrum)

auf dem Liebfrauenberg als eine große

Einheit unter dem Dach des Landeskrankenhauses

(AöR) als Trägerunternehmen.

Repräsentanten des Landes Rheinland-Pfalz, der Stadt und Verbandsgemeinde

Meisenheim führten gemeinsam mit den Verantwortlichen

des Landeskrankenhauses (AöR) und des Sprachheilzentrums

Meisenheim den symbolischen ersten Spatenstich aus.

3.600 Quadratmeter Nutzfläche werde das Sprachheilzentrum

auf vier Geschossen bekommen. Bis zu

6,5 Millionen Euro Landesgeld werden verbaut. Die

Architektur gehe auf die Bedürfnisse der jungen Bewohner

ein, gab der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), Norbert Finke, bekannt.

116 |

Das Sprachheilzentrum war 1967 in der Eifel gegründet

worden, zog bereits ein Jahr später nach

Meisenheim um. In den vergangenen knapp 40 Jahren

habe sich die Einrichtung einen »hervorragenden

Ruf über die Landesgrenzen hinaus« erworben, so

Finke weiter. Zum 1. Januar 2000 wechselte die Trägerschaft

zum Landeskrankenhaus (AöR). Drei Jahre später

übernahm das Landeskrankenhaus (AöR) auch das

Hofstadt-Krankenhaus. Somit sei es keine Frage mehr

gewesen, dass die drei Kliniken auf dem Liebfrauenberg

zusammengefasst würden. In diesem Zusammenhang

dankte Norbert Finke der Gesundheitsministerin

für die Finanzierung des Neubaus. Auf einen

konkreten Termin, wann der Umzug des Hofstadt-

Krankenhauses folge, ließ Finke sich nicht festnageln:

2008 wäre begrüßenswert, 2010 realistischer.

Meisenheims VG-Bürgermeister Alfons Schneider

sprach von einem »Tag der Aufbruchstimmung«. »Eine

neue Epoche beginnt«, befand Meisenheims Stadtbürgermeister

Volkhard Waelder in seinem Grußwort

zufrieden über den Neubau, während SPHZ-Direktor

Reinhold Marx zunächst über die Arbeit der Sprachheilpädagogen

informierte, dann zwölf Jahre weit

zurückblickte: »Damals gab es hier die erste große

Planer-Runde. Doch erst mit dem Trägerwechsel zum

Landeskrankenhaus gab es einen neuen Ruck, neuen

Schwung.«

Verwaltungsdirektor Michael Kloos informierte über

den Planungsverlauf von der ersten Besprechung am

11. September 2001 über die Planungsgenehmigung

Anfang 2002 und die Mittelbewilligung 2003 bis hin

zum voraussichtlichen Umzug in die neuen Räumlichkeiten

Ende 2005. Stellvertretend für die Mitarbeiter

des SPHZ kam die Personalratsvorsitzende

Margit Glitsch zu Wort: »Für die Mitarbeiter ist dieser

Neubau ein Symbol für die Zukunft.«

Zwischendurch unterhielten Kinder und Jugendliche

des SPHZ die Gäste mit Liedern und lustigen

Geschichten, SPD-Landtagsabgeordneter Peter-Wilhelm

Dröscher war unter den Ehrengästen. | Öffentlicher

Anzeiger, 21. Mai 2004 π


KiNZ-Station ist voll

in Großklinik eingegliedert

Kinderneurologie seit 14 Monaten in Alzey

– Ambulanz bleibt in Mainz

Das Gelände der Rheinhessen-Fachklinik im 30 Kilometer

entfernten Alzey ist ein riesiger Park. Mit alten

Bäumen, Damwild-Gehegen, wunderschönen Backsteingebäuden

aus der Jahrhundertwende; Lichtjahre

entfernt von den Vorstellungen und Vorurteilen, die

viele Menschen von einer »Nervenklinik« haben. Mitten

in der Anlage steht das Griesinger-Haus, ein architektonisches

Werk neueren Datums. Hier, im ersten

Stock, ist seit 14 Monaten die stationäre Abteilung

des Kinderneurologischen Zentrums Mainz (KiNZ)

beheimatet. Die Ambulanz ist in Mainz geblieben.

Die Teilung des KiNZ auf zwei Standorte war nicht

unumstritten; schärfster Kritiker war der Kinderarzt

und Kinderpsychiater Prof. Dr. Pechstein, der die Einrichtung

seit ihrer Gründung 1971 bis ins Jahr 1994

geleitet hat. Die Verlegung der stationären Abteilung

nach Alzey bezeichnete er als »gefährliche Entwicklung«

für die Zukunft des Zentrums, das über 31 Jahre

Teambesprechung auf der Station G6

lang nach dem Konzept »Alles unter einem Dach«

funktioniert hatte. Doch das Landeskrankenhaus (AöR),

Träger sowohl des KiNZ als auch der RFK, hielt an

seiner Entscheidung fest: Im Juni 2003 zog die Station

mit 20 Betten in das für 500.000 Euro umgebaute

Griesinger-Haus, in dem zudem die renommierte

Neurologie für Erwachsene untergebracht ist.

»Es war eine Umstellung für alle Beteiligten«, sagt

2004

Die jungen Patienten fühlen sich wohl auf der kinderneurologischen

Abteilung.

Dr. Helmut Peters, Ärztlicher Leiter des KiNZ, heute.

Mindestens einmal in der Woche fährt er nach Alzey,

»jeden Dienstag, und natürlich zusätzlich nach Bedarf.«

Ansonsten ist Peters in seinem KiNZ in Mainz anzutreffen.

Dort, am Hartmühlenweg, sind nach wie vor

die Ambulanzen für behinderte Kinder als Anlaufstelle

zur ambulanten Diagnostik und Behandlung

angesiedelt. Daran wird auch nicht gerüttelt, sagt Peters.

»Es ist nicht angedacht, die hier verbliebenen Abteilungen

in die Rheinhessen-Fachklinik zu verlagern«,

betont der Ärztliche Leiter. »Der Standort Mainz läuft

nach wie vor gut.« Das Angebot soll sogar noch verbessert

werden: »Wir werden die Wartelisten zwar leider

nicht abbauen können – aber die Wartezeiten wollen

wir verkürzen.«

Doch zurück nach Alzey ins Griesinger-Haus. Zwanzig

Betten stehen hier zur Verfügung für Kinder, die

ambulant nicht behandelt werden können. Viele der

kleinen Patienten sind schwer und mehrfach behindert,

sagt der Stationsarzt Dr. Klaus Macke. Oft kommen

Verhaltensauffälligkeiten hinzu. »Man muss das

ganze Kind sehen, seine Krankheiten, aber auch, welche

Auswirkungen diese auf das Kind haben«, sagt Peters.

Die Problematik sei oft vielfältig. Peters berichtet von

einem Jungen, der eine neurologische Schädigung hat,

Verhaltensstörungen zeigt, sexuellen Missbrauch erlebt

| 117


Aufnahmegespräch Im Physiotherapieraum

hat und eine körperliche Behinderung aufweist.

Gerade für solche Kinder ist eine freundliche Umgebung

wichtig. Die 20-Betten-Station kann sich sehen

lassen, sie ist hell, bunt, freundlich; ein Designer hat

sie kindgerecht gestaltet und angemalt. Außerdem gibt

es einen großen Garten, ein Freibad ist ebenfalls auf

dem Gelände vorhanden. »Wir haben einen schönen

Standort hier,« freut sich Peters. »Kinder und Eltern

kommen gerne her.« Das gelte auch für seine Mitarbeiter.

»Das Team hier hat ein richtiges Wir-Gefühl.«

In den Betten liegen die Kinder in der Regel nur

nachts; tagsüber haben sie Programm. Sie werden von

Therapeuten betreut oder gehen in die KiNZ-Schule.

»Das ist wichtig für uns, die Sonderpädagogin gibt

den Ärzten wertvolle Rückmeldungen über das Verhalten

der Patienten«, betont Peters. Der Ärztliche Leiter

hat die Vorteile der Einbindung des KiNZ in die

Großklinik mittlerweile zu schätzen gelernt. Die räum-

118 |

liche Nähe zur Neurologie für Erwachsene, zur Kinderund

Jugendpsychiatrie und zu radiologischen Praxen

auf dem Gelände der RFK erleichtere die Zusammenarbeit.

Und Peters hat schon Pläne, die KiNZ-Station

in Alzey weiter auszubauen. »Hier ist es möglich, eine

Frührehabilitation für Kinder – es wäre die erste in

Rheinland-Pfalz – einzurichten«, betont der Ärztliche

Leiter. Ein Krankenzimmer dafür ist schon mit

modernster Technik ausgestattet. Außerdem will er

ein »kleines, ambulantes Angebot« auch in Alzey schaffen.

Das freut Dr. Wolfgang Guth, den Ärztlichen Direktor

der RFK. »Die Kinderneurologie ist ein Gewinn

für unsere Klinik, eine Erweiterung unseres Spektrums«,

betont Guth. »Wir decken jetzt das Gesamtlebensalter

von Null bis Hundert ab. Und zudem ist

das KiNZ schon voll eingebunden.« | Allgemeine

Zeitung Mainz, 10. August 2004 π


Wettbewerbsvorteile

durch neues KIS erwartet

Landeskrankenhaus (AöR) Rheinland-Pfalz

beauftragt micom

Das Landeskrankenhaus (AöR) mit seinen sechs

Kerneinrichtungen vergibt den Auftrag für ein neues

Informationssystem zur Unterstützung der medizinisch-pflegerischen

Geschäftsprozesse an die micom

GmbH.

Mit der Auftragsvergabe für die Installation eines

neuen Informationssystems signalisiert die Geschäftsführung

des Landeskrankenhauses den Start in eine

neue Ära der Kommunikation und Prozessoptimierung

in ihren Kliniken. »Wir wollen einen Partner,

der uns auf lange Sicht zur Verfügung steht und unsere

Prozesse workfloworientiert abbildet«, so Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, in seiner

Eröffnungsrede zur Vertragsunterzeichnung. Gewinner

der Ausschreibung und damit zukünftiger IT-Partner

ist die micom GmbH, München.

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR) und Ralf

Heilig, Geschäftsführer NEXUS.IT, bei der Vertragsunterzeichnung

am 19. August 2004.

Sechs Kliniken, unter ihnen die Rhein-Mosel-Fachklinik

in Andernach, die Rheinhessen-Fachklinik Alzey

und das Krankenhaus Meisenheim sowie die Reha-

Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster, sollen mit

dem Patienten- und Behandlungsmanagement micom

mediCare.plus ihre Kommunikationsprozesse straffen

und dadurch Ressourcen gewinnen. »Unsere 800 DV-

Arbeitsplätze müssen jederzeit entsprechend der nutzbaren

Funktionalitäten für die Mitarbeiter verfügbar

sein«, so Norbert Finke weiter. »Es ist uns ein großes

Anliegen, unseren Mitarbeitern ständige Betriebsbe-

2004

reitschaft zu garantieren.« Innerhalb des Krankenhausbehandlungsbereiches

erbringen die Einrichtungen

ca. 17.200 Fälle pro Jahr.

micom bedient mit seiner Software-Lösung medi-

Care.plus eine Reihe großer Kliniken wie den Landschaftsverband

Rheinland, Westfalen-Lippe oder die

Zentren für Psychiatrie Bad Schüssenried, Weissenau

und Zwiefalten. Die Erfahrungen in der Welt der

Psychiatrie war für das Landeskrankenhaus mit ein

wichtiger Aspekt in der Entscheidungsfindung für den

neuen IT-Partner. Die Geschäftsführung verspricht sich

vom neuen KIS Wettbewerbsvorteile durch eine höhere

IT-Sicherheit und verbesserte Ressourcenausnutzung.

Gleichzeitig soll das Qualitätsniveau gesichert werden.

Mit der definierten Lösung sieht sich das Landeskrankenhaus

in der Lage, dem Kostendruck des Gesundheitswesens

professionell zu begegnen.

Train-the-trainer-Konzept unterstützt

Wissensmanagement

Insgesamt werden ca. 60 Mitarbeiter drei Jahre lang

für die Projektarbeit eingesetzt. Key user werden qualifiziert,

um das Wissen weiter zu geben und interaktiv

mit micom zu arbeiten. »Die Lücken, die sich im

Tagesgeschäft durch die Projektarbeit ergeben, haben

wir organisatorisch bereits berücksichtigt«, kommentiert

Gabriele Döhn, Projektleiterin KIS, ihre Projekteinführungsstrategie.

Begleitet wird das KIS-Projekt

von der Umstellung auf eine komplett neue Hardware-Plattform.

Eine Citrix-Serverarchitektur wird ab

1. Januar 2005 eine hohe Betriebssicherheit bieten.

Es wird lediglich ein Serverstandort für alle Kliniken

in Andernach eingerichtet. Ebenfalls erneuert wird das

elektronische Archiv mit der Lösung Nexus.MedFolio.

Auch die Financials werden durch ein neues

Konzept ersetzt. Die Zielsetzung ist dabei, auf Kostenträgerrechnung

umzusteigen und betriebswirtschaftliche

Prozesse innerhalb des Controllings durchgängig

zu gestalten und abzubilden.

Mit Blick auf die Zukunft unterstreicht Norbert

Finke seine Intention, integrierte Versorgungsformen

zu realisieren. Dazu gehören die Vernetzung

mit zuweisenden Ärzten, die Anbindung von RIS-

/PACS-Systemen und die Möglichkeit, den einweisenden

und nachbehandelnden niedergelassenen Ärzten

Einsicht in die Patientendokumentation zu geben.

Finke resümiert: »Für die Zukunft hoffen wir auf die

Innovationskraft von micom und Nexus.« | Management

& Krankenhaus, November 2004 π

| 119


Jetzt ist alles unter einem Dach

Die neue Reha-Station der Neurologischen Klinik

auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim hat ihre Arbeit

aufgenommen

Das Team der Abteilung für Neurologische Rehabilitation um den

Ärztlicher Direktor Dr. Andreas Hachgenei (2.v.r.) begrüßte die

Wormserin Wilma Bachmann als erste Patientin mit einem

Blumenstrauß.

Es riecht nach frischer Farbe und an den Wänden

im dritten Obergeschoss hängen lustig-bunte Leinendrachen.

Auf der neuen Reha-Station in der Neurologischen

Klinik auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg

kehrt Leben ein.

Offiziell begrüßten nun der Ärztliche Direktor der

Neurologischen Klinik, Dr. Andreas Hachgenei, und

Oberarzt Carsten Blumenröther mit ihrem Team die

erste Patientin der neuen Reha-Station mit einem

Blumenstrauß. Über die Kreisgrenze hinweg hat sich

die Neurologische Klinik Meisenheim einen guten Ruf

erworben, deckt mit ihrem Behandlungsangebot das

gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen ab,

verfügt insbesondere in der Diagnostik und Behandlung

von Patienten mit einem akuten Schlaganfall über

langjährige Erfahrung und ist im Landeskrankenhausplan

fest verankert.

»Mittlerweile ist der Schlaganfall mit seinen Folgen

die dritthäufigste Todesursache, und wegen der Altersstruktur

aufgrund der demografischen Entwicklung

wird die Zahl derer, die vom Schlaganfall betroffen

sind, zunehmen«, erläuterte der aus Alzey stammende

120 |

Auf der Abteilung für Neurologische Rehabilitation.

Ärztliche Leiter der neuen Reha-Abteilung, Carsten

Blumenröther, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Im Anschluss an die Akutbehandlung benötigen

viele Patienten medizinische Rehabilitationsleistungen.

Für die häufig noch immobilen Patienten war

bisher die Verlegung in eine Rehabilitationseinrichtung,

beispielsweise nach Bernkastel, Wiesbaden oder

Vallendar, notwendig und mit erheblichen Erschwernissen

verbunden. Jetzt kann »zeit- und wohnortnah

der Übergang von der Akut- in die Rehabilitationsbehandlung

unter einem Dach erfolgen und bringt

deutliche Erleichterungen mit sich.«

Zusätzlich stehen den Patienten der Neurologischen

Rehabilitation alle diagnostischen Möglichkeiten des

Akutkrankenhauses zur Verfügung. Einer Verschlechterung

des Krankheitsbildes kann unmittelbar ohne

Reha-Unterbrechung begegnet werden.

»Höchstes Ziel der Neurologischen Rehabilitation

ist die Verminderung oder Beseitigung von körperlichen

Beeinträchtigungen und der hierdurch bedingten

Pflegebedürftigkeit der Patienten und so weit als

möglich die Eingliederung in das gewohnte Alltagsund

Berufsleben.«


Bewegungsbad der Neurologischen Klinik Meisenheim Balneophysikalische Abteilung

In der Reha-Abteilung arbeitet ein therapeutisches

Team aus den Bereichen Medizin, Rehabilitative Krankenpflege,

physikalische Therapie und Krankengymnastik,

Neuropsychologie, Ergotherapie und Sozialdienst«,

ergänzt der Ärztliche Direktor Dr. Andreas Hachgenei.

»Ein weiterer Pluspunkt für uns ist die seit Jahren

optimale Zusammenarbeit mit dem benachbarten

Sprachheilzentrum auf den Gebieten Sprachtherapie,

neuropsychologische Testung und Hirnleistungstraining.«

Die Abteilung für Neurologische Rehabilitation

verfügt über 30 Betten in modern eingerichteten Patientenzimmern

mit Balkon, Selbstwahltelefon und Sat-

TV-Anschluss. Nahezu alle Therapie- und Arbeitsräume

befinden sich einheitlich im 3. Obergeschoss

der Klinik. Ganz wichtig: »Rooming in« ist möglich.

Für die Dauer der Behandlung ist die Möglichkeit

gegeben, dass Angehörige oder Lebensgefährten untergebracht

und aktiv in die Heilbehandlung eingebunden

werden können.

Die Zukunft des Standortes nimmt Konturen an

Als einen weiteren wichtigen Schritt zur Zukunfts-

2004

sicherung des Krankenhausstandortes Meisenheim

bezeichnet Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), die Etablierung des neuen Leistungsangebotes

und lobte das ganzheitliche Angebot

von der akutmedizinischen Krankenhausversorgung

bis zur umfassenden Reha-Behandlung für Schlaganfallpatienten.

Die neue Leistungsstruktur der Neurologischen

Klinik sei ein Bestandteil des Gesamtkonzeptes auf

dem Liebfrauenberg insgesamt. Dazu gehört der

Neubau des Sprachheilzentrums ebenso wie die darauf

folgenden Baumaßnahmen zur Errichtung des Gebäudekomplexes

für das moderne Verbundkrankenhaus,

das nach Fertigstellung auch für das Leistungsangebot

des Krankenhauses Hinter der Hofstadt vorgesehen

sei. Schon am 29. Oktober wird Richtfest am

Sprachheilzentrum gefeiert: »Unsere gesamten Vorstellungen

für den Krankenhausstandort Meisenheim

liegen derzeit genau im Zeitplan und werden weiterhin

sukzessive umgesetzt. Die Zukunft des Standortes

nimmt damit immer deutlichere Konturen an«, so

der Geschäftsführer. | Öffentlicher Anzeiger, 15. Oktober

2004 π

| 121


Der gute Geist soll auch in den Neubau einziehen

Gestern Richtfest am Neubau des Sprachheilzentrums

in Meisenheim

v.l.n.r.: Reinhold Marx, Direktor Sprachheilzentrum Meisenheim, Zimmermann

Mattias Kämpf, Astrid Lang, Referentin für Eingliederungshilfe im Ministerium für

Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz, Norbert Finke, Geschäftsführer

Landeskrankenhaus (AöR), Michael Kloos, Verwaltungsdirektor Sprachheilzentrum

Meisenheim, und MdL Peter-Wilhelm Dröscher vor dem Neubau des Sprachheilzentrums.

Über dem Neubau des Sprachheilzentrums weht

nun der Richtkranz. In Anwesenheit von zahlreichen

Offiziellen und Gästen sprach gestern Zimmermeister

Matthias Kämpf aus Eisenach den Richtspruch und

ließ Bauherren, Arbeiter und das neue Haus hochleben.

»Wir wollen gratulieren, gerichtet ist das Haus

und sieht schon stattlich aus,« begann Kämpf seine

Rede zum Richtfest, ehe er das Glas leerte und es

anschließend in der Tiefe zerschellen ließ.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), freute sich, dass nach einer Bauzeit

von rund fünf Monaten nach dem Spatenstich der

Neubau des Sprachheilzentrums stattliche Konturen

angenommen hat. »Wir brauchen diesen Neubau, da

das Haus dank der guten Arbeit des Teams Sprachheilzentrum

ausgelastet ist,« sagte Norbert Finke,

der allen Beteiligten herzlich für ihre Mitarbeit dankte.

Den ersten Schritt, den der Standortsicherung, habe

122 |

man hinter sich und vor sich nun eine

gute Zukunft, wie Finke anmerkte. »In

einigen Jahren werden wir hier alles

konzentriert haben und damit einem

ländlichen Standort eine gute Zukunft

im Gesundheits- und Sozialwesen verschafft

haben«, sagte Finke.

Eröffnet werden soll das Haus Ende

2005, Anfang 2006, wie der Geschäftsführer

informierte. Dann steht dem

Sprachheilzentrum ein Gebäude zur

Verfügung, das 60 Meter lang und 30

Meter tief ist und eine Fläche von 3.600

Quadratmetern aufweist.

Astrid Lang, Referentin für Eingliederungshilfe

im Ministerium für

Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit,

dankte im Namen der Landesregierung

den beteiligten Unternehmen,

die in Rekordzeit das Haus errichtet

hätten. MdL Peter-Wilhelm Dröscher

(SPD) erinnerte an die Zeit, als die Meisenheimer

um den Verbleib der Krankenhäuser kämpften und

demonstrierten. »Wir hatten damals zwei Verbündete

um die Standortsicherung: Die Bevölkerung wollte

das so und dann war da die Qualität der Arbeit, die

hier in den Krankenhäusern erbracht wurde,« sagte

Dröscher, der den Neubau als »Schritt in die gute

Zukunft« bezeichnete.

Reinhold Marx vom Sprachheilzentrum wünschte

der neuen Einrichtung, »dass sie den guten Geist

des Hauses mit in den Neubau nehmen möge.« Sven,

Markus und Dennis, sie sind Patienten des Sprachheilzentrums,

beleuchteten in Versform den Neubau

und wünschten Glück. In Vertretung von Stadtbürgermeister

Volkhard Waelder überbrachte Erster

Beigeordneter Engelbert Lenz die guten Wünsche

der Stadt: »Dieser Neubau ist eine Bereicherung für

die Stadt und die Region.« | Allgemeine Zeitung, 30.

Oktober 2004 π


Malu Dreyer, Staatsministerin für Arbeit, Soziales, Familie und

Gesundheit Rheinland-Pfalz, erhielt anlässlich des Baubeginns

von einem Kind des Sprachheilzentrums symbolisch einen Spaten

überreicht.

c Kindgerecht gestaltetes Foyer des neuen Sprachheilzentrums

Meisenheim.

j Das Richtfest für den Neubau des Sprachheilzentrums konnte im

Oktober 2004 gefeiert werden.

l In der Turnhalle des neuen Sprachheilzentrums Meisenheim.

| 123


Den Standort Meisenheim sichern

Neurologische Klinik ist um ein Angebot reicher:

Neurologische Rehabilitation ergänzt bisheriges

Programm der Einrichtung

Bereits seit Anfang Oktober ist die Abteilung für

Neurologische Rehabilitation in der Neurologischen

Klinik Meisenheim in Betrieb. 28 Patienten wurden

bisher aufgenommen. Zur offiziellen Eröffnung konnte

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), zahlreiche Mitarbeiter und Gäste begrüßen.

Die Neurologische Klinik Meisenheim deckt mit

ihrem Behandlungsangebot das gesamte Spektrum

neurologischer Erkrankungen ab und verfügt insbesondere

über langjährige Erfahrung in der Diagnostik

und Behandlung von Patienten mit dem Krankheitsbild

eines akuten Schlaganfalls. Für die anschließenden

medizinischen Rehabilitationsleistungen

mussten Patienten in der Vergangenheit in weit entfernte

Einrichtungen überwiesen werden.

Mit der neuen Abteilung für Neurologische Rehabilitation

bietet die Klinik auf dem Liebfrauenberg

Akut- und Rehabilitationsbehandlung unter einem

Dach an. Teure Transporte in auswärtige Einrichtungen

entfallen. Der zeit- und wohnortnahe Übergang

bringt für die betroffenen Patienten und deren Angehörige

deutliche Erleichterungen. Die neue Einheit im

dritten Obergeschoss des Hauses verfügt über 30 Betten

in Doppelzimmern mit Balkon, Selbstwahltelefon und

Sat-TV-Anschluss.

Die Einweihung des neuen Versorgungsangebotes

sei nicht nur für die Neurologische Klinik, sondern

ebenso wie der Neubau des Sprachheilzentrums für

die Sicherung des Krankenhausstandortes Meisenheim

insgesamt ein wichtiges Element, erklärte Norbert

Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR)

124 |

v.l.n.r.: Stationsärztin Marion Hilgert, Geschäftsführer Norbert

Finke, Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer und Armin Lang,

Leiter der Landesvertretung VdAK, bei ihrem Rundgang über die

neue Abteilung für Neurologische Rehabilitation.

in seiner Begrüßungsrede. Bis Ende 2005, Anfang

2006 hoffe man, das neue Domizil des Sprachheilzentrums

beziehen zu können. Es sei vorgesehen bis

2008, spätestens 2009, das Sprachheilzentrum, die

Neurologische Klinik und das Krankenhaus Hinter der

Hofstadt in Form eines modernen Verbundkrankenhauses

am Standort Liebfrauenberg zusammenzufassen,

so Norbert Finke.

Auch Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer vom

rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales,

Familie und Gesundheit brachte seine Zuversicht

über die Zukunft des Krankenhausstandortes Meisenheim

zum Ausdruck. Das neue Angebot sei ein erheblicher

Zugewinn an Sicherheit für alle Beteiligten

und vor allem ein großer Vorteil für die Patienten.


»wirtschaftliches denken und handeln ist uns selbstverständlich.«

Achter der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

Ein weiterer Mosaikstein

Stadtbürgermeister Volkhard Waelder sagte: »Die

Abteilung, die heute hier eröffnet wird, soll dabei

helfen, dass Menschen schneller gesunden und sich

besser fühlen. Auch wir als Stadt fühlen uns heute

besser. Die Abteilung ist ein weiterer Mosaikstein

zur Erhaltung des Gesamtstandortes Meisenheim.

Ich begrüße es sehr, dass das Land Rheinland-Pfalz

sich für den Klinikstandort Meisenheim entschieden

hat.« Der Leiter der Landesvertretung, Verband der

Angestellten-Krankenkassen Rheinland-Pfalz und Saarland,

Armin Lang sah vor allem die Nachhaltigkeit

als bedeutungsvollen Bestandteil der medizinischen

Versorgung und Pflege. Es sei eine wichtige Aufgabe,

die Patienten so nachhaltig zu gesunden, dass wiederkehrende

Behandlungen nicht erforderlich seien.

»Mit Einrichtung der Abteilung für Neurologische

Rehabilitation haben wir hier in Meisenheim für unsere

Klinik modellhaft die zeitgemäße Antwort gefunden,

mit der nicht nur eine grundsolide neurologische

Diagnostik, sondern eben auch eine ausreichend intensive

und ausreichend lange stationäre Therapie der

neurologischen Krankheitsbilder möglich bleibt«,

führte der Ärztliche Direktor der Neurologischen Klinik,

Dr. Andreas Hachgenei, aus.

Konzept wurde verwirklicht

Dr. Hachgenei ging auch auf die monatliche regionale

Selbsthilfegruppe Schlaganfall Meisenheim ein,

die einen wichtigen Baustein in der Nachsorge der

Schlaganfall-Patienten und deren Angehörigen darstellt:

»Sie sehen, dass wir ein umfassendes integratives

Behandlungskonzept verwirklicht haben, das nicht nur

die Akutbehandlung und die direkte Rehabilitation des

Schlaganfall-Patienten beinhaltet, sondern auch die

Gesundheitsvorsorge sowie die Weiterbetreuung in der

regionalen Schlaganfallgruppe.«

Nachdem der Ärztliche Leiter der Neurologischen

Abteilung Carsten Blumenröther sehr ausführlich über

neue Erkenntnisse in der Schlaganfalldiagnostik und

Zahlreiche Gäste und Mitarbeiter nahmen an der offiziellen

Eröffnungsveranstaltung am 15. Dezember 2004 teil.

Schlaganfallbehandlung informiert und Marion Hilgert

vom Personalrat den hoch motivierten Mitarbeitern

und allen Beteiligten Lob und Dank ausgesprochen

hatte, konnten die Gäste bei einem ausgiebigen Rundgang

durch die neue Abteilung Therapie- und Arbeitsräume

besichtigen. | Öffentlicher Anzeiger, 17. Dezember

2004 π

| 125


Wolfram Schumacher-Wandersleb

126 |

Wolfram Schumacher-Wandersleb, Ärztlicher Direktor Forensische

Psychiatrie Landeskrankenhaus (AöR), Mitglied der Geschäftsleitung

Landeskrankenhaus (AöR)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach hat dank der Trägerschaft durch das Landeskrankenhaus

(AöR) in den letzten 10 Jahren eine fulminante Entwicklung

durchlaufen, welche aus damaliger Sicht wohl für die Wenigsten vorhersehbar

war.

Schnell wurde trägerseitig erkannt, dass bei ständig steigender Überbelegung,

daraus resultierender räumlicher Enge und personeller Unterbesetzung

die Erfüllung des Behandlungs- und Sicherungsauftrages schon

mittelfristig nicht mehr leistbar sein würde.

Aus einer – nicht nur räumlich abseits liegenden – Abteilung der früheren

Landesnervenklinik Andernach wurde bei vorausschauender Planung,

ständiger Abstimmung und zügiger, aufgrund weiter wachsender Belegungszahlen

wiederholter Umstrukturierungen eine moderne, fachlich

eigenständige Klinik mit derzeit 300 Planbetten, untergliedert in 3 Abteilungen.

Entscheidender Schritt bei dieser Entwicklung war in erste Linie die

Verselbstständigung der Klinik in den fachlichen Bereichen und die daraufhin

folgende Abteilungsstrukturierung. Dies brachte die gewünschte Übernahme

von mehr Eigenverantwortung in allen Bereichen und Ebenen

mit sich, aufgrund derer dann nach deutlicher Aufstockung des Personals

aller Berufsgruppen ab 1998 und der sich daran anschließenden

fachlichen Qualifikation innovative Organisations- und Behandlungsstrukturen

initialisiert werden konnten.

Begleitet wurde diese umfassende inhaltliche Neuausrichtung durch

permanente, multilaterale Planung und Umsetzung dringend notwendiger

Baumaßnahmen in mannigfacher Ausprägung. Es wurden mit wohlbedachter

Schrittigkeit große, vom Land Rheinland-Pfalz finanziell getragene

Neubauten (Haus L, Haus H, Haus P) dank innovativer Bauweise

in Rekordzeit errichtet und in Betrieb genommen. Auch renovierungsbedürftige

Bereiche wie das Haus Nette, das A-Haus inklusive dem Atrium,

die Küche und das K-Haus konnten – zum Teil aus Eigenmitteln finanziert

– modernisiert werden. Weitere, unzählige kleinere Umbauten

und Renovierungsmaßnahmen waren in das ständige Baugeschehen

eingestreut.

Das jetzt Erreichte war stets auch mit facettenreichen Problemstellungen

verbunden. So brannte z.B. schon in der Silvesternacht 1996/1997

ein Teilbereich einer der damals 6 Stationen aus. Der Geschäftsführer

verschaffte sich schon an seinem ersten offiziellen Arbeitstag einen

Überblick über die Schäden und leitete nicht nur die notwendigen Schritte

zur raschen Renovierung dieser Station ein sondern legte insbesondere


dar, dass die Versorgung der Patienten unter dieser Situation nicht

leiden dürfe.

Die besondere Aufmerksamkeit des Trägers für die Klinik Nette-Gut

ließ in den zurückliegenden 10 Jahren nie nach und so konnte sich in

eigener Verantwortlichkeit eine moderne, qualitätsorientierte Einrichtung

des Landeskrankenhauses (AöR) entwickeln, welche inzwischen

über insgesamt 14 Stationen und 3 Außenwohngruppen verfügt, mit

über 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ca. 345 Patientinnen und

Patienten behandelt und bei Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheitsinteressen

die Zahl der Beurlaubungen/Entlassungen kontinuierlich

steigern konnte.

Der positive Entwicklungsprozess wird auch in den nächsten Jahren

voranschreiten. In 2007 wird ein weiterer großer Neubau, das Haus M

mit 90 Planbetten sowie ein erheblich erweitertes, gesichertes Freigelände

zur Verfügung stehen und die seit über einem Jahrzehnt bestehende

räumliche Enge der Klinik Nette-Gut für Patienten und Personal

beenden. Damit werden wieder fachlich-inhaltliche Neustrukturierungen

erforderlich werden, welche bei jetzt darauf ausgerichteter, vorbereitender

Planung mit engagierter Hilfe aller Beteiligten ebenfalls zu schultern

sein dürften.

Die zurückliegenden 10 Jahre in der Trägerschaft des Landeskrankenhauses

(AöR) waren sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeiterschaft

der Klinik Nette-Gut von einer stetig spürbaren organisatorischen,

räumlichen und insbesondere fachlichen Verbesserung geprägt.

Die Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach möchte es an dieser Stelle nicht versäumen, dem

Landeskrankenhaus (AöR) für den Freiraum zur Verwirklichung der umfassenden

Verbesserungen vielen Dank zu sagen. Der Weg der kontinuierlichen

Selbstverbesserung ist beschritten und wird uns bei Beibehaltung

der bisherigen Unterstützung in die Lage versetzen auch die zukünftigen

Aufgaben des Maßregelvollzuges unter zunehmend schwierigen wirtschaftlichen

Verhältnissen zu meistern.

Wolfram Schumacher-Wandersleb

| 127


Positive Auswirkungen der vorgenommenen Strukturveränderungen

128 |


2005

Nachdem im Jahr 2004 insbesondere Strukturveränderungen

an den Standorten in Bad Münster

(Ausbau der Geriatrischen Rehabilitation von 60 auf

80 Betten) und die Aufteilung der bisherigen neurologischen

Akutkrankenversorgung in der Neurologischen

Klinik Meisenheim (Betriebsteil I) in eine Abteilung

für Neurologische Rehabilitation (30 Betten) sowie

einer 65 Betten umfassenden akutneurologischen Krankenhausbehandlungsabteilung

umgesetzt wurden, wird

unter Einschluss dieser umstrukturierten Bereiche

eine hohe Auslastung des Landeskrankenhauses (AöR)

mit 93% erreicht.

Für die Psychiatrischen und heilpädagogischen

Heime Alzey kann im März 2005 ein Kooperationsvertrag

mit weiteren Leistungsträgern im Landkreis

Alzey-Worms im Rahmen der Gestaltung des Gemeindepsychiatrischen

Verbundes realisiert werden.

Im Januar 2005 wird der Reha-Klinik Rheingrafenstein

in Bad Münster am Stein-Ebernburg von

der Akkreditierungsstelle des Medizinischen Dienstes

der Krankenversicherung (MDK) Rheinland-Pfalz

das Qualitätssiegel Geriatrische Rehabilitation verliehen.

In Bezug auf die Reha-Klinik gelingt es außerdem,

gemeinsam mit der Universitätsklinik Mainz

und der Deutschen Angestellten Krankenkasse einen

Abschluss zur Integrierten Versorgung von Schlaganfallpatienten

herbeizuführen.

Wichtige Kooperationsverträge können am Standort

Andernach vom Landeskrankenhaus (AöR) für seine

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach mit dem St. Nikolaus-Stiftshospital

Andernach zur Verbesserung der

Schlaganfallversorgung in der Andernacher Region

wie auch zur Verbesserung der gemeinsamen psychosomatischen

Versorgung abgeschlossen werden.

Nach rd. 1 1/2 Jahren Bauzeit wird auf dem Gelände

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach im August das

neue Konferenzzentrum eröffnet mit einem Bürokomplex,

einem zeitgemäßen Betriebsrestaurant für die

MitarbeiterInnen der Klinik sowie den mit moderner

Technik ausgestatteten Seminarräumen für die Fortund

Weiterbildungsangebote der Rhein-Mosel-Akademie.

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Weiterhin werden im Jahr 2005 wichtige, für die

jeweilige Einrichtungszukunft erforderliche Personalwechsel

auf der ärztlichen direktorialen Leitungsebene

vollzogen. So übernimmt Diplom-Theologe Dr.

Jochen Heckmann, Chefarzt der Abteilung Geriatrische

Rehabilitation, ab Januar 2005 das Amt des

Ärztlichen Direktors der Reha-Klinik Rheingrafenstein.

Nach der Verabschiedung des Ärztlichen Direktors

und Chefarztes der Abteilung Neurologie der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach, Dr. Fritz Hilgenstock,

in den Ruhestand werden Dr. Stefan Elsner als neuer

Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Allgemeinpsychiatrie

und Psychotherapie wie auch Dr.

Christian Bamberg als neuer Chefarzt der Abteilung

für Neurologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor

in ihre Ämter eingeführt.

Anlässlich des bundesweiten Gedenktages für die

Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar finden

sowohl in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey als auch

in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach Veranstaltungen

zum Gedenken an die Opfer der Euthanasie

statt. In Anwesenheit zahlreicher MitarbeiterInnen

legen die Direktoriumsmitglieder der beiden großen

psychiatrischen Kliniken gemeinsam mit Repräsentanten

der Städte Kränze am Euthanasie-Mahnmal

in Alzey und Andernach nieder. π

| 129


Bedeutsame Daten des Jahres 2005

1. Januar 2005

Ernennung von Dipl.-Theologe Dr. Jochen Heckmann,

Chefarzt Geriatrische Rehabilitation, zum Ärztlichen

Direktor der Reha-Klinik Rheingrafenstein

27. Januar 2005

Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Euthanasie

in der Zeit des Nationalsozialismus in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey und in der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach

Ω Zum 60. Jahrestag der Auschwitzbefreiung 130

28. Januar 2005

Übergabe des Qualitätssiegels Geriatrische Rehabilitation

an die Reha-Klinik Rheingrafenstein

Ω Bestätigung für Klinik-Arbeit 132

130 |

7. März 2005

Abschluss eines Kooperationsvertrages für die Rheinhessen-Fachklinik

Alzey und weiterer Leistungsträger

im Rahmen des Gemeindepsychiatrischen Verbundes

Alzey-Worms

Ω Psychisch Kranke noch besser versorgen 133

15. Juli 2005

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen

dem Landeskrankenhaus (AöR) als Träger der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach und dem St. Nikolaus-

Stiftshospital Andernach zur Schlaganfallversorgung

in Andernach und der Region

Ω Bessere Hilfe bei Schlaganfall 134


26. August 2005

Offizielle Eröffnung des neuen Konferenzzentrums

auf dem Gelände der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Ω Fort- und Weiterbildung

steht im Vordergrund 135

2. September 2005

Verabschiedung von Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher

Direktor und Chefarzt der Neurologischen Abteilung

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, in den Ruhestand

– Einführung von Dr. Stefan Elsner als neuer

Ärztlicher Direktor – Einführung von Dr. Christian

Bamberg als neuer Chefarzt der Abteilung für Neurologie

und Klinische Neurophysiologie und Stv. Ärztlicher

Direktor

2005

14. Dezember 2005

Pressekonferenz der Uni-Klinik Mainz anlässlich der

Vereinbarung zur Integrierten Versorgung von Schlaganfallpatienten

zwischen der Deutschen Angestellten

Krankenkasse (DAK), der Klinik und Poliklinik für

Neurologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz,

des Neurologischen Reha-Zentrums Wiesbaden und

der Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster

am Stein-Ebernburg

Ω Von der Klinik geht`s künftig

direkt in die Reha 137

| 131


Zum 60. Jahrestag

der Auschwitzbefreiung

Einweihung eines Mahnmals in der

Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Es besteht eine merkwürdige Diskrepanz zwischen

den idyllisch im winterlichen Park gelegenen Gebäuden

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey (RFK) und deren

schrecklicher Vergangenheit, der am 27. Januar, dem

60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationsla-

Gottesdienst in der Klinik-Kapelle zum Gedenken an die Opfer.

gers Auschwitz, hier von vielen Menschen gedacht

wird. In Schweigen vereint stehen sie vor einem Mahnmal,

das genau an diesem Tag zum Gedenken an die

Opfer des Nationalsozialismus der Klinik eingeweiht

wird.

Fast 450 Namen sind darauf verzeichnet. Namen

von Menschen, die in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt

Hilfe und ärztlichen Beistand suchten.

Menschen, die mit geistigen oder psychischen Erkrankungen

zu kämpfen hatten. Menschen, die von den

Nazis verdammt, vernachlässigt, vergast wurden. Viele

132 |

stammten aus Mainz, Alzey oder Worms, sehr viele

aus den rheinhessischen Dörfern wie beispielsweise

Freimersheim, Gau-Odernheim, Schornsheim oder

Lonsheim. Das jüngste Opfer war elf, das älteste 90

Jahre alt.

Mit der Niederlegung von Kränzen am Mahnmal fand die Gedenkveranstaltung

ihren Abschluss.

Anlässlich der offiziellen Einweihung des Mahnmals,

das im vergangenen Jahr errichtet wurde, gedachten

Vertreter der Rheinhessen-Fachklinik Alzey und

ihres Trägers, des Landeskrankenhauses (AöR), des

Landkreises Alzey-Worms und der Stadt Alzey mit

einem musikalisch begleiteten ökumenischen Gottesdienst

der vielen unschuldigen Opfer. Zahlreiche Mitarbeiter

und Patienten der RFK waren ebenfalls dabei.

»Mit dem Mahnmal ist die Erinnerung an die Opfer

des Krankenmordes nach Alzey und in die Region

zurückgekehrt«, sagten Vertreter der Arbeitsgruppe


»Psychiatrie im Nationalsozialismus in Alzey«. Seit

zehn Jahren recherchieren die Aktiven um Renate

Rosenau die Geschichte der Klinik in der Zeit des

Nationalsozialismus und der »staatlich verordneten

Ermordung« von Menschen.

Mehr als 450 Namen sind auf dem Mahnmal eingraviert.

Der katholische Klinikpfarrer Peter Schreiber

bezeichnete das Mahnmal als »steinigen Aufschrei

zum Himmel«, sein evangelischer Kollege Gerald

Schwallbach als Gedenken an die »etwas anderen«

Menschen, die im Rahmen der Euthanasieprogramme

aus vielen Orten der Region und der Heil- und Pflegeanstalt

plötzlich verschwanden. »Das Mahnmal

erinnert uns, dass »anders sein« zu uns Menschen

gehört«, sagte er.

Dr. Wolfgang Guth, Ärztlicher Direktor der Rheinhessen-Fachklinik,

erinnerte an den unfassbaren »Euthansie«-Erlass

Adolf Hitlers, der vom 1. September

2005

1939 bis zum 24. August 1941 Gültigkeit hatte, wie

an die Rechtfertigung desselben durch viele der damaligen

Psychiater und Ärzte. Landrat Ernst-Walter

Görisch forderte angesichts des Mahnmals, seiner

Geschichte und der jüngsten Entgleisungen von NPDlern

im sächsischen Landtag zur Auseinandersetzung

mit rechtem Gedankengut und zur Bekämpfung von

Geschichtsverzerrern auf. »Wer sich der Unmenschlichkeit

nicht erinnert, wird anfällig«, ermahnte der

städtische Beigeordnete Wolfgang Dörrhöfer zum nachhaltigen

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR) erklärte, dass mehr als 200.000 Menschen

im Dritten Reich dem »Euthanasie«-Programm

Hitlers sowie der darüber hinaus reichenden Tötung

»unwerten Lebens« zum Opfer fielen. Sein Dank galt

der Arbeitsgruppe »Psychiatrie im Nationalsozialismus

in Alzey«, die sich der Rekonstruktion der Leidenswege

der Opfer der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt

gewidmet hat und die maßgeblich an der Errichtung

des neuen Mahnmals beteiligt war. Dessen Realisierung

sei auch durch die Unterstützung vieler Firmen

und Institutionen möglich geworden.

Norbert Finke erklärte, dass künftig jedes Jahr am

27. Januar eine Gedenkveranstaltung für die »Euthanasie«-Opfer

in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey stattfinden

wird, um die Vergangenheit anzunehmen und

die Erinnerung an die Opfer wach zu halten. Mit der

Niederlegung von Kränzen am Mahnmal fand die

Gedenkfeier zu Ehren der Klinikopfer ihren Abschluss.

| Alzeyer Wochenblatt, 3. Februar 2005 π

| 133


Bestätigung für Klinik-Arbeit

Reha-Klinik Rheingrafenstein erhält Qualitätssiegel:

Stetige Prüfung

Gestern erhielt die

Reha-Klinik Rheingrafenstein

offiziell das

Qualitätssiegel Geriatrische

Rehabilitation verliehen.

Stellvertretend

für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter nahm

der Ärztliche Direktor Dr. Jochen Heckmann diesen

»Meilenstein mit Freude und Stolz entgegen«.

Die Zertifizierung sei »eine herausragende Bestätigung

der Klinik, und gleichzeitig eine Verpflichtung

für die Zukunft«, betonte Norbert Finke. Der

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR) dankte

für den Arbeitseinsatz des Personals. Qualitätsmanagement

sei ein Anspruch für alle Einrichtungen

des Landeskrankenhauses (AöR), aber die Reha-

Klinik Rheingrafenstein sei die erste Klinik des Trägers,

die zertifiziert wurde.« Das Siegel ist das »Produkt«

einer Vereinbarung der Landesarbeitsgemeinschaft der

klinisch-geriatrischen Einrichtungen Rheinland-Pfalz,

der Rehabilitationsträger (Landesverbände der Krankenkassen)

und des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen

Rheinland-Pfalz (MDK), ließ Dr. Thomas

Schneider eine erfolgreiche Partnerschaft Revue passieren.

Schneider ist Leiter der Akkreditierungsstelle,

die schon seit Jahren Standards mit ihren Mitarbeitern

vereinbart hat. Um das Qualitätssiegel in Empfang

nehmen zu können, müssen in einem Handbuch

alle wesentlichen Prozesse von der Aufnahme der

Patienten über ihre Betreuung bis zur Entlassung überprüft

werden. Das habe die Reha-Klinik überzeugend

getan.« Mit der Verleihung des Zertifikats, das drei

Jahre lang gültig ist, sei noch lange nicht Endstation.

Jährlich werde überprüft, wie weitere kontinuierliche

Verbesserungsprozesse Profil und Angebot der Klinik

noch mehr stärken können. Schneider war zuversichtlich,

dass dies auf die Reha-Klinik in Bad Münster

zutrifft, zumal sie eine Einrichtung sei, die bestens

auf Geriatrie zugeschnitten ist. Diese Sparte der Medi-

134 |

zin werde wachsen. Bereits drei Jahre, nachdem die

Reha-Klinik nach der Generalsanierung des Gebäudes

in der Berliner Straße 2001 die Voraussetzungen

für geriatrische Rehabilitation geschaffen habe, hat sie

sich dem Prozess einer strukturierten Qualitätsprüfung

unterzogen, so Dr. Jochen Heckmann. Der intensive

Dialog mit allen Partnern sei ein »optimaler Weg«

gewesen. Der Anspruch ging dabei über die Erfüllung

von Normen hinaus. Im Fokus standen eine

»aktive Gestaltung und interdisziplinäres Arbeiten«,

Dipl.-Theol. Dr. med. Jochen Heckmann (re.), Ärztlicher Direktor

der Reha-Klinik Rheingrafenstein, konnte das Qualitätssiegel

Geriatrische Rehabilitation aus den Händen von Dr. Thomas

Schneider, Leiter der Akkreditierungsstelle des Medizinischen

Dienstes der Krankenkassen Rheinland-Pfalz, entgegennehmen.

das alle Berufsgruppen innerhalb der Klinik einbindet.

Die Reha-Klinik Rheingrafenstein sei zu einer

»guten Adresse« für einweisende Krankenhäuser, Ärzte

und Patienten geworden, unterstrich Norbert Finke.«

| Allgemeine Zeitung, 29. Januar 2005 π


Psychisch Kranke noch besser versorgen

Die wichtigsten Leistungsträger schlossen einen

Kooperationsvertrag für den Landkreis Alzey-Worms

Eine übergreifende Zusammenarbeit, gemeinsame

Planung und die Einhaltung von Qualitätsstandards

bei den verschiedenen Leistungsträgern eines Landkreises

könnte die Versorgung psychisch beeinträchtigter

oder behinderter Menschen nur verbessern, hatte

Gaby Brehm, Mitarbeiterin des Hilfsvereins Rheinhessen

e.V., bereits aus anderen Bezirken erfahren und

beschloss, eine solche Kooperation auch im Landkreis

Alzey-Worms anzuregen und zu organisieren.

Auf ihr Anschreiben hin antworteten der Caritasverband,

das Deutsche Rote Kreuz (Landesverband

Mainz), das Diakoniewerk Zoar, die Rheinhessen-Fachklinik

Alzey, die Lebenshilfe Worms und V.I.V.A. e.V.

Albisheim (Verein zur Integration von Suchtkranken)

und erklärten sich zur Zusammenarbeit bereit.

Gemeinsam wurde ein Kooperationsvertrag entwickelt,

in dem sich die Vertragspartner verpflichten,

psychisch beeinträchtigte Menschen entsprechend der

im Anhang benannten Qualitätsstandards zu betreuen

– abgestimmt auf ihre individuelle Hilfsbedürftigkeit.

Regelmäßige Hilfeplankonferenzen sollen verhindern,

dass doppelte Leistungsangebote entstehen,

Strukturen noch besser koordiniert werden und fehlende

ambulante oder stationäre Angebote geschaffen

werden können. Ziel bleibt dabei, eine größtmögliche

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Betroffenen

in ihrer Lebenssituation zu erhalten bzw.

zu entwickeln sowie ihre soziale Integration zu unterstützen.

Im Rahmen einer speziellen Hilfeplanung für

jeden Einzelnen soll festgestellt werden, welche Leistungen

in welchem Umfang zu erbringen und mit

welchem Leistungsträger zu vereinbaren sind. Je zwei

Vertreter eines jeden Trägers bilden eine Arbeitsgemeinschaft

und treffen sich regelmäßig (mindestens

einmal pro Quartal), um notwendige Beschlüsse, Änderungen

im Leistungsangebot u.ä. zu beraten und zu

verabschieden.

Um den Kooperationsvertrag zu unterschreiben

trafen sich die Vertreter der Organisationen im Alzeyer

2005

Gebäude der Zoar-Werkstätten, wo Direktor Helmut

Eckert zudem den Beigeordneten Heribert Erbes als

Vertreter von Landrat Ernst Walter Görisch begrüßen

konnte. Dieser Vertrag sei ein wichtiger Schritt

im Rahmen eines gemeindepsychiatrischen Verbundes,

erklärte er den Zuhörern, dem eine Kooperation

mit den Leistungserbringern wie Kreis oder Stadt

folgen soll. Mit dem Vertrag und seinen Qualitätsanforderungen

könne man dem Kostenträger auch

Die Repräsentanten des Gemeindepsychiatrischen Verbundes Alzey-

Worms nach der Vertragsunterzeichnung am 7. März 2005.

etwas bieten. Weitere Leistungsträger könnten auf

Wunsch hinzustoßen, wenn sie die Selbstverpflichtungen

erfüllten und einhalten, doch seien die wichtigsten

regionalen Vertreter eingebunden.

Die Rheinhessen-Fachklinik Alzey freue sich, dieses

fortschrittliche Konzept mit zu gestalten und hoffe,

dass sich ein gemeindenaher Psychiatrieverband herauskristallisieren

werde, bestätigte Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR) als

Träger der Rheinhessen-Fachklinik. Zur ersten Vorsitzenden

wählten die Anwesenden Gaby Brehm, die

ihr Amt vertragsgemäß nach einem Jahr an ihren Stellvertreter

Frank Müller, Pflegedirektor der Rheinhessen-Fachklinik,

weitergeben wird. | Alzeyer Wochenblatt,

10. März 2005 π

| 135


Bessere Hilfe bei Schlaganfall

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach und Stiftshospital

haben eine Kooperation beschlossen – Kompetenzen

beider Häuser gebündelt

v.l.n.r.: Bernhard Schneider, Kreisgeschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes

Mayen-Koblenz, Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus

(AöR), Dr. Horst Ludes, Geschäftsführer St.-Nikolaus-

Stiftshospital, Dr. Ulrike Lange, Oberärztin der Abteilung Neurologie

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, Peter Ries, Kaufmännischer

Direktor St.-Nikolaus-Stiftshospital, Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher

Direktor und Chefarzt der Neurologischen Abteilung Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach, Dr. Heinrich Degen, Oberarzt der Abteilung

Innere Medizin St.-Nikolaus-Stiftshospital, Prof. Dr. Peter Bülau,

Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe, Werner Schmitt, Verwaltungsdirektor

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, nach der Unterzeichnung

des Kooperationsvertrages am 15. Juli 2005.

Mehr als 15.000 Menschen erleiden jährlich in

Rheinland-Pfalz einen Schlaganfall. Eine optimale und

schnelle Behandlung kann die Patienten vor Tod oder

bleibenden Schäden bewahren. Um die Versorgung

der Menschen im Raum Andernach zu verbessern,

haben die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach und das

St.-Nikolaus-Stiftshospital eine Kooperation beschlossen.

Die Häuser bilden gemeinsam eine »regionale

Schlaganfalleinheit«. Dafür wurden jetzt die Verträge

unterzeichnet.

Die ersten drei Stunden nach einem Schlaganfall

sind entscheidend für die Heilungschancen der Patienten.

»Time is brain« (Zeit ist Gehirn) erklärte so auch

Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher Direktor und Chefarzt

der Neurologie der Rhein-Mosel-Fachklinik während

der Vertragsunterzeichnung zur Kooperation

seiner Klinik mit dem Andernacher Krankenhaus.

Deshalb sei es außerordentlich wichtig, dass sich

Patienten sofort kompetent behandeln lassen.

136 |

Um eine solche kompetente Behandlung zu gewährleisten,

betreiben die beiden Krankenhäuser eine regionale

Schlaganfalleinheit. Beide Häuser haben hier ihre

Stärken gebündelt. Die Rhein-Mosel-Fachklinik betreibt

die Schlaganfalleinheit mit vier Plätzen und übernimmt

primär die Diagnostik und Behandlung der

Patienten. Da ein Schlaganfall zu einem Drittel vom

Herzen ausgehe, wie Dr. Heinrich Degen, Oberarzt

der Abteilung Innere Medizin am Stiftshospital erklärte,

seien sehr oft die Kardiologen gefragt. Hier biete das

Stiftshospital die entsprechenden Kompetenzen und

Ressourcen.

Auch Schlaganfallpatienten, die zusätzlich einen

Herzinfarkt, Kreislaufprobleme oder Atmungsschwierigkeiten

haben, würden im Stiftshospital versorgt.

Unterstützung gibt es von den Neurologen der Rhein-

Mosel-Fachklinik. Die Mediziner erklärten, dass ein

Schlaganfall sehr oft ein überlappendes Krankheitsbild

aufweise. Umso wichtiger sei es, dass Internisten

und Neurologen zusammenwirkten. Die Schlaganfalleinheit

steht mit entsprechendem Personal und

Geräten 24 Stunden bereit.

Eine große Bedeutung haben die Rettungsdienste.

Die gut ausgebildeten Rettungskräfte könnten oft schon

während der Fahrt in die Klinik erkennen, ob ein

Schlaganfallpatient zunächst internistisch oder sofort

neurologisch behandelt werden müsse. »Deshalb ist

es wichtig, dass sich Patienten sofort bei uns melden,

damit sie ohne Zeitverzögerung in die entsprechende

Klinik kommen«, sagte Bernhard Schneider, Kreisgeschäftsführer

des Mayen-Koblenzer DRK-Rettungsdienstes.

Unter der Rufnummer 19 222 erreiche man

sofort den Rettungsdienst.

Professor Peter Bülau von der Deutschen Schlaganfallhilfe

betonte, dass das Konzept der Schlaganfalleinheit

auch im Ausland kopiert würde. Anschließend

unterzeichneten die Geschäftsführer beider Häuser,

Norbert Finke (Landeskrankenhaus als Träger der RMF)

und Dr. Horst Ludes (St.-Nikolaus-Stiftshospital) den

Vertrag. | Rhein-Zeitung, 20. Juli 2005 π


Fort- und Weiterbildung steht

im Vordergrund

Neues Konferenzzentrum für die Rhein-Mosel-Fachklinik

In der vergangenen Woche wurde in der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach ein neues und modern

ausgestattetes Konferenzzentrum auf dem Gelände

der Klinik durch die Geschäftsführung des Landeskrankenhauses

(AöR) eröffnet. Das Gebäude, das sich

inmitten des Klinikkomplexes befindet, wurde zuvor

als Zentralküche genutzt. Als deren Standort im Jahr

2000 verlegt wurde, entschied man sich für die

Nutzung des Gebäudes als Konferenzzentrum, das

nun seiner Bestimmung zugeführt werden konnte.

Die Bauzeit für das Konferenzzentrum belief sich

auf rund 1,5 Jahre. Da das Gebäude unter Denkmalschutz

steht, arbeitete man eng mit

dem Landesamt für Denkmalpflege

zusammen, um die Bausubstanz zu

erhalten und eine Einfügung des

Gebäudes in den historisch wertvollen

Komplex der Klinik im neoromanischen

Stil zu ermöglichen.

Bei dem Konferenzzentrum handelt

es sich um einen Nutzungskomplex,

der einen Begegnungs- und Foyerbereich,

einen Bürokomplex für acht

Mitarbeiter der Rhein-Mosel-Fachklinik

und der Rhein-Mosel-Akademie,

einen Restaurantbereich sowie einen

Tagungsbereich mit 1.200 Quadrat-

metern umfasst. Die Seminarräume

im Obergeschoss sind mit modernster

Technik ausgestattet, Besprechungen,

Konferenzen und Tagungen

können fortan hier abgehalten werden. Vorrangig

dienen diese Räumlichkeiten jedoch der Fort- und

Weiterbildung der Belegschaft. Nach entsprechender

Anmeldung können sie auch von externen Interessenten

genutzt werden. Eine Nutzung in Form von Ausstellungen

und Kulturveranstaltungen ist dabei ebenso

denkbar.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), begrüßte die Gäste, darunter viele Mitar-

2005

beiterinnen und Mitarbeiter, in den neuen Räumlichkeiten.

In seiner Ansprache betonte er die besondere

Relevanz der Fort- und Weiterbildung innerhalb

der Klinik. Im Jahr 2004 fanden 281 Veranstaltungen

statt, die diesem Zwecke dienten. »Trotz der

allgemein schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen

haben wir gerne in die Fort- und Weiterbildung

investiert und so 3,2 Mio. Euro aus Eigenmitteln

aufgewendet,« erklärte Finke. »Ein erkennbarer

Patientennutzen soll entstehen und unsere Ansprüche

sollen durch die heutige Inbetriebnahme des Konferenzzentrums

unterstrichen werden.« Die Verbesse-

Zahlreiche Festredner richteten das Wort an Gäste und Mitarbeiter, darunter die beauftragten

Architekten Jörg Fischer und Michael Summerer (li.) sowie Achim Hütten (Mitte)

Oberbürgermeister der Stadt Andernach.

rung der Fach- und Führungsarbeit wird angestrebt.

Abschließend wünschte sich der Geschäftsführer, dass

die Belegschaft die gegebenen, vielfältigen Angebote

rege nutzen möge. »Ich wünsche der Rhein-Mosel-

Akademie, dass sie die Herausforderung der betrieblichen

Fort- und Weiterbildung annimmt und dass

zu erreichende Ziele gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern entwickelt werden.«

Auch Oberbürgermeister Achim Hütten richtete ein

| 137


»um erfolgreich zu sein,

handeln wir auch intern

nach prinzipien der

dienstleistung.«

Neunter der zehn zentralen Leitbildsätze

des Landeskrankenhauses (AöR)

138 |

Mehr als 120 Gäste und Mitarbeiter hatten sich zu der Eröffnungsveranstaltung

eingefunden.

Grußwort an alle Anwesenden und unterstrich die

Bedeutung des Konferenzzentrums. Zudem begrüßte

er die Öffnung der Klinik nach außen: »Ich freue mich

über die am Rennweg geschaffene Transparenz«,

erklärte er und wünschte der Leitung sowie der Mitarbeiterschaft,

dass sich alle selbstgesetzten Zielsetzungen

zukünftig auch erfüllen mögen.

Werner Schmitt, Verwaltungsdirektor der Rhein-

Mosel-Fachklinik, begrüßte die Errichtung des Konferenzzentrums

ebenso wie Maria Heuvelmann, Leiterin

der Rhein-Mosel-Akademie. Sie betonte, dass »eine

große Chance darin liegt, dass wir diese neuen Räume

nun gemeinsam erobern dürfen«, und dankte den

Initiatoren und Akteuren.

Gaby Hillesheim, Stv. Personalratsvorsitzende, dankte

im Namen der Personalvertretung und bezeichnete

das Zentrum als »Bereicherung für das Personal

und das gesamte Haus«. Sie wünschte abschließend,

dass »in diesen modernen Räumen auch ein

moderner Geist« herrschen möge. | Andernach Aktuell,

30. August 2005 π


h Foyer des neuen Konferenzzentrums auf dem Gelände der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach

x Seminarraum der Rhein-Mosel-Akademie

2005

h Sitzecke im Obergeschoss

x Zeitgemäßes Betriebsrestaurant im Erdgeschoss

| 139


Wiedereingliederung ist das erste Ziel

Verein zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie

feiert 10-jähriges Bestehen in Alzey

Sein zehnjähriges Bestehen feierte der »Verein zur

Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz

e.V.« im Tagungszentrum der Rheinhessen-

Fachklinik Alzey. Der Festakt wurde von einem fünfköpfigen

Blasmusikorchester begleitet.

Die Direktoriumsmitglieder der Rheinhessen-Fachklinik Alzey dankten der Kuratoriumsvorsitzenden

Roswitha Beck für das hohe Engagement und die Unterstützung des Vereins.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses

(AöR), hielt eine einführende Rede, die die letzten

zehn erfolgreichen Jahre resümierte. Er sprach

von den Umstrukturierungen in den 90er Jahren

und gab sich zuversichtlich auch mit Blick auf die

folgenden Jahre. Ein erster Dank ging an Roswitha

Beck, Kuratoriumsvorsitzende des Vereins.

In einem weiteren Vortrag stellte Dr. Wolfgang Guth,

Ärztlicher Direktor der Rheinhessen-Fachklinik Alzey,

die Psychiatrielandschaft im Wandel der Jahrzehnte

dar und machte auch um die unbequemen Zustände

zur Zeit des Nationalsozialismus keinen Bogen. Er

kritisierte auch die Psychiatrie in den folgenden Jahr-

140 |

zehnten. Da habe sie nur als Auffangbecken für die

Kranken gedient, eine Behandlung der psychisch Kranken

sei nur zu Forschungszwecken in Betracht gezogen

worden. In diesem Zusammenhang stellte er die

besonderen Verdienste des Vereins und vor allem

das Engagement von Roswitha

Beck heraus, die sich als

einzige »Landesmutter« der

Republik für psychisch Erkrankte

stark mache.

Der Verein hat bereits beträchtliche

Geldbeträge gesammelt.

Durch unermüdliche

Öffentlichkeitsarbeit sorgte er

zudem für eine »Entmythologisierung«

der Psychiatrie.

Das große Ziel sei die Enthospitalisierung

der Kranken: Sie

sollten außerhalb der Krankenhauseinrichtungen

betreut

wohnen. In Alzey bestehen

nun etwa 40 solcher betreu-

ter Wohnungen mit rund 70

Bewohnern. Dr. Guth: »Wir

haben hier in Alzey nur gute

Erfahrungen gemacht.«

Alzey besitzt zudem die Werkstatt ZOAR; die berufsintegrierenden

Maßnahmen, die hier unternommen

werden, sollen noch weiter ausgebaut werden, sagte

Roswitha Beck. Sie wolle den Verein auch weiterhin

führen. In ihrem Vortrag stellte sie die Situation des

Erkrankten und seiner Angehörigen dar. Und sie

machte klar: »Dies ist eine Sache, die uns alle betreffen

kann.« Der Verein setzt sich für die Resozialisierung

und Wiedereingliederung psychisch kranker

Menschen ein und will den Kranken die notwendige

Unterstützung gemeindenah anbieten, um der Isolation

des Einzelnen entgegenzutreten. | Allgemeine

Zeitung, 5. Oktober 2005 π


Von der Klinik geht`s künftig

direkt in die Reha

Schlaganfallpatienten: Uni kooperiert

mit Bad Münsterer Einrichtung

In der Nachsorge von Schlaganfallpatienten hat sich

die Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster

am Stein-Ebernburg in den vergangenen Jahren einen

hervorragenden Ruf erworben. Um die Akutbehandlung

und die Nachsorge optimal zu kombinieren,

wurde jetzt ein Versorgungsvertrag mit der Uniklinik

Mainz geschlossen. Partner im Rahmen der Integrierten

Versorgung sind die Klinik und Poliklinik

für Neurologie der Johannes Gutenberg-Universität

Mainz für den Bereich der Akutversorgung sowie die

Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster am Stein-

Ebernburg und das Neurologische Reha-Zentrum Wiesbaden

für den Bereich der stationären und ambulanten

Rehabilitation. Abgeschlossen wurde der Vertrag

mit der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).

Durch schnelle Akutversorgung und anschließende

Rehabilitation können viele Schlaganfallpatienten erfolgreich

behandelt werden. Das war der Ausgangspunkt

für das Konzept einer Integrierten Versorgung.

Dr. Albrecht Winkler, Leiter des Referates Gesundheitspolitik

im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie

und Gesundheit, begrüßt den entsprechenden

Vertragsabschluss: »Die Überwindung der Sektorengrenzen

im Gesundheitswesen ist ein wichtiges Anliegen

der Landesregierung. Von der verbesserten Zusammenarbeit

der beteiligten Institutionen werden die

Patienten in Form einer reibungslosen und bedarfsgerechten

Versorgung profitieren.« Alle am neuen

Versorgungskonzept beteiligten Kliniken sind auf die

Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert. Zudem

arbeiten sie eng mit den Haus- und Fachärzten zusammen,

die die Nachuntersuchungen der Patienten durchführen.

Im Anschluss an die Akutbehandlung im Mainzer

Universitätsklinikum können die Patienten die notwendigen

Rehabilitationsmaßnahmen in der Reha-Klinik

Rheingrafenstein durchführen. Seit dem Übergang

der Reha-Klinik unter die Trägerschaft des Landeskrankenhauses

(AöR) mit Sitz in Andernach und der

2005

Dr. med. Jochen Heckmann (re.), Ärztlicher Direktor der Reha-Klinik

Rheingrafenstein, am 14. Dezember während der Pressekonferenz

in der Uni-Klinik Mainz zum Abschluss des Vertrages zur Integrierten

Versorgung.

damit verbundenen Generalsanierung des Klinikgebäudes

mit gleichzeitiger Etablierung des neuen

Behandlungsangebotes der Geriatrischen Rehabilitation

im Jahr 2001 hat sich die Einrichtung innerhalb

weniger Jahre einen hervorragenden Ruf erworben.

Dies wurde der Klinik im Januar 2005 durch die Verleihung

des Qualitätssiegels Geriatrische Rehabilitation

ausdrücklich bestätigt.

»Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben,

verfügen zu einem hohen Prozentsatz über ausreichende

Ressourcen, um mit Hilfe rehabilitativer Maßnahmen

wieder weitestgehend selbständig leben zu

können«, sagt Dr. Jochen Heckmann, Ärztlicher Direktor

der Reha-Klinik Rheingrafenstein. »Ziel unserer

Arbeit ist es, Funktionen wie die Sprache, das Laufen

und die Aktivitäten des täglichen Lebens insgesamt

so zu verbessern, dass eine Rückkehr der Patienten

in die häusliche Umgebung wieder ermöglicht wird.

Durch den Abschluss des Integrierten Versorgungsvertrages

erwarten wir uns eine verbesserte Koordination

in der Zusammenarbeit von der akutstationären

zur rehabilitativen und ambulanten Therapie, von

der die Patienten profitieren werden.« | Allgemeine

Zeitung, 17. Dezember 2005 π

| 141


Wichtige Weichenstellungen zur Zukunftssicherung

142 |


2006

Am Standort Meisenheim können im Jahr 2006

für das Sprachheilzentrum und das Krankenhaus

Meisenheim wichtige Weichenstellungen vorgenommen

werden. Nach zweijähriger Bauzeit wird im Juni

der fertig gestellte Neubau für das Sprachheilzentrum

Meisenheim eröffnet. Nach dem Ausscheiden

des Belegarztes für Chirurgie und Unfallchirurgie, Dr.

Peter Hanf, in den Ruhestand kann die Belegarztsituation

am Krankenhaus Meisenheim, Betriebsteil II –

Hinter der Hofstadt, durch die zeitgerechte Besetzung

mit einem qualifizierten Nachfolger gesichert

werden. Beide Ereignisse sind für die Zukunft des

Krankenhausstandortes Meisenheim insgesamt und

damit für die medizinische Versorgung in der Region

von hoher Bedeutung.

Die Reha-Klinik Rheingrafenstein kann im Frühjahr

2006 auf das fünfjährige Bestehen der Geriatrischen

Rehabilitation zurückblicken. Ebenfalls vor fünf

Jahren wurde in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

das Angebot der Qualifizierten Entzugsbehandlung

drogenabhängiger PatientInnen etabliert. Beide

Behandlungsangebote haben sich in diesem Zeitraum

bewährt und in ihren jeweiligen Einzugsbereichen

die Versorgungssituation im Gesundheits- und Sozialwesen

um ein wichtiges Leistungssegment erweitern

können.

Im Jahr 2006 werden dem Landeskrankenhaus

(AöR) und seinen Einrichtungen mehrere Auszeichnungen

verliehen. Die Abteilung für Neurologie und

Klinische Neurophysiologie der Rhein-Mosel-Fachklinik

erhält im Januar von der Deutschen Multiple

Sklerose Gesellschaft als erste Einrichtung in Rheinland-Pfalz

das Zertifikat »Anerkanntes MS-Zentrum«.

Ebenfalls zertifiziert ist seit Beginn des Jahres das

Angebot der »Beruflichen Integrationsmaßnahme

für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung« in

der Rheinhessen-Fachklinik Alzey.

Für Projekte und Initiativen im sozialpsychiatrischen

Bereich hat der Verein zur Unterstützung

Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V. im

Jahr 2006 erstmalig den Wettbewerb »Best Practice«

ausgeschrieben. Die Klinik Nette-Gut für Forensi-

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

sche Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

kann im November aus den Händen der Kuratoriumsvorsitzenden

Roswitha Beck den 3. Preis für

das Angebot der Außenwohngruppe für drogenabhängige

Patienten entgegen nehmen.

Das Landeskrankenhaus (AöR) wird im Rahmen des

vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,

Familie und Frauen Rheinland-Pfalz jährlich ausgeschriebenen

Arbeitsschutzpreises für sein Konzept der

betrieblichen Gesundheitsförderung ausgezeichnet.

Im März wird mit dem ersten Bauabschnitt zur

Erweiterung des gesicherten Klinikgeländes der Klinik

Nette-Gut begonnen. Bis zum Ende des Jahres 2007

werden mit der Errichtung des Neubaus Haus M für

die Patienten der Maßregelvollzugseinrichtung 90

zusätzliche Plätze entstehen und dadurch die Überbelegungssituation

in der Klinik Nette-Gut deutlich

verringert werden.

Auf der Abteilung für Neurologie und Klinische

Neurophysiologie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

beginnen Mitte des Jahres umfangreiche Umbauarbeiten

zur Erweiterung und Modernisierung der

Stroke unit und zur Einrichtung einer Intensivüberwachungseinheit

für weitere neurologische Krankheitsbilder.

Der bereits im Vorjahr für die Rhein-Mosel-

Fachklinik mit dem St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach

abgeschlossene Kooperationsvertrag zur psychosomatischen

Versorgung in der Region kann in 2006

umgesetzt und das neue psychosomatische Behandlungsangebot

aufgebaut werden.

Im Dezember finden abschließende Gespräche mit

den Kostenträgern zur Etablierung des neuen Angebotes

der Ambulanten Psychiatrischen Pflege statt.

Dieses für Rheinland-Pfalz neue Leistungssegment

wird ab dem 1. Quartal 2007 in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey und in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

angeboten werden. π

| 143


Bedeutsame Daten des Jahres 2006

Januar 2006

Auszeichnung des Landeskrankenhauses (AöR) mit

dem Arbeitsschutzpreis 2005 des Ministeriums für

Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-

Pfalz

Ω Arbeitsschutzpreis 2005

an Landeskrankenhaus verliehen 146

Die Abteilung für Neurologie und Klinische Neurophysiologie

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

erhält von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft

das Zertifikat »Anerkanntes MS-Zentrum«

Ω Rhein-Mosel-Fachklinik erhielt

Auszeichnung 147

144 |

März 2006

Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung des gesicherten

Klinikgeländes und zur Errichtung des Neubaus

Haus M der Klinik Nette-Gut für Forensische

Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Ω Klinik Nette-Gut wird ausgebaut 148

30. Mai 2006

Pressekonferenz anlässlich des 5-jährigen Bestehens

der Qualifizierten Entzugsbehandlung drogenabhängiger

PatientInnen an der Rhein-Mosel-Fachklinik

Andernach

Ω Hilfe beim Ausstieg aus der Sucht 149


14. Juni 2006

Offizielle Eröffnung des Neubaus für das Sprachheilzentrum

Meisenheim

Ω Land stärkt den Standort Meisenheim 150

1. Juli 2006

Etablierung des neuen psychosomatischen Behandlungsangebotes

der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

in Kooperation mit dem St. Nikolaus-Stiftshospital

Andernach

15. Juli 2006

Veranstaltung anlässlich des 5-jährigen Bestehens

des Leistungsangebotes der Geriatrischen Rehabilitation

an der Reha-Klinik Rheingrafenstein

Ω Von der Tagesbetreuung bis zur Kur 151

2006

26. Juli 2006

Verabschiedung von Dr. Peter Hanf, Belegarzt für Chirurgie

und Unfallchirurgie am Krankenhaus Meisenheim,

Betriebsteil II – Hinter der Hofstadt, in den

Ruhestand und Einführung von Hossein Amin-Salehi

als sein Nachfolger

Ω Leistungsangebot auf hohem Niveau 152

21. November 2006

Die Klinik Nette-Gut wird im Rahmen des Best-Practice-Wettbewerbs

2006 vom Verein zur Unterstützung

Gemeindenaher Psychiatrie e.V. mit dem dritten Preis

ausgezeichnet.

Ω Klinik Nette-Gut ausgezeichnet 154

| 145


Arbeitsschutzpreis 2005 an Landeskrankenhaus verliehen

Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung wurde

im landesweiten Wettbewerb mit dem 3. Preis ausgezeichnet

Der Arbeitsschutzpreis

wird vom

Ministerium für

Arbeit, Soziales,

Familie und GesundheitRheinland-Pfalzjährlichausgeschrieben

und richtet

sich an Unternehmen

und

Betriebe, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz

besonders gut in ihren betrieblichen Alltag

integrieren. Die Ausschreibung 2005 stand unter dem

Motto »Heb`s und trag`s leichter« und zielte damit

auf Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der manuellen

Handhabung von Lasten bei der Arbeit ab. Den

3. Preis erhielt das Landeskrankenhaus (AöR) für sein

bereits im Jahr 2003 initiiertes Konzept der betrieblichen

Gesundheitsförderung.

Eine Jury aus Vertretern von Arbeitnehmern und

Arbeitgebern, der gesetzlichen Unfallversicherung, der

Arbeitsmedizin sowie der Arbeitswissenschaft wählte

die Preisträger aus. »Alle Preisträger haben Vorbildfunktion,

denn sie haben erkannt, dass wirtschaftlicher

Erfolg und gesundheitlicher Schutz der Beschäftigten

Hand in Hand gehen«, sagte Staatssekretär

Dr. Richard Auernheimer bei der Preisverleihung in

Mainz. Der Arbeitsschutzpreis solle Betriebe, aber auch

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigen, sich über

146 |

die gängige Praxis hinaus für den Arbeitsschutz zu

engagieren und kreative Maßnahmen zu entwickeln,

die auch für andere Betriebe nutzbar gemacht werden

können.

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates zählen

auch heute noch zu den am häufigsten genannten

Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Insbesondere

die Arbeit von Pflegekräften ist im Krankenhaus

häufig mit erheblichen Belastungen der Wirbelsäule

durch Heben und Tragen sowie Rumpfbeugungen

und -verdrehungen verbunden. Das jetzt ausgezeichnete

Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung

in allen Einrichtungen des Landeskrankenhauses

(AöR) verbindet die Schulung im Umgang mit

Hilfsmitteln, Angebote der Sporttherapie und Mitarbeiterschulungen

im Bereich der Kinästhetik mit Teamund

Fallsupervisionen, so dass neben der physischen

auch die psychische Komponente mit einbezogen wird.

»Wir freuen uns sehr über die mit dieser Auszeichnung

verbundene Anerkennung unseres Engagements

im Hinblick auf die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter«,

so Rita Lorse, Pflegedirektorin der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach, die stellvertretend für

zahlreiche beteiligte Mitarbeiter den Preis entgegen

nahm. »Wir wissen, dass gesundheitsfördernde Arbeitsplätze

zur Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten

beitragen. Und zufriedene und engagierte Mitarbeiter

sind die Grundlage für die optimale Betreuung

und Behandlung der Patienten.« | Andernacher

Stadtzeitung, 4. Januar 2006 π


Rhein-Mosel-Fachklinik erhielt Auszeichnung

Sehstörungen, Muskellähmungen, im Extremfall

schwere körperliche Behinderungen: Solche Beeinträchtigungen

können bei Patienten auftreten, die an

Multipler Sklerose (MS) leiden, einer entzündlichen

Erkrankung des Nervensystems. Dass an der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach viel getan wird, um den

Betroffenen zu helfen, hat die Klinik jetzt schriftlich:

Sie wurde als landesweit erstes MS-Zentrum ausgezeichnet.

Die Rhein-Mosel-Fachklinik erhielt jetzt ein entsprechendes

Zertifikat vom Landesvorsitzenden der Deutschen

Multiple Sklerose Gesellschaft, Dieter Korfmann.

Damit darf sich die Andernacher Klinik von nun an

offiziell als »Anerkanntes MS-Zentrum« bezeichnen.

Das Zertifikat wird für die Dauer von zwei Jahren

verliehen.

»Die Verleihung ist für uns eine herausragende

Bestätigung unserer Arbeit und gleichzeitig eine Verpflichtung

für die Zukunft«, sagte der Chefarzt der

Abteilung für Neurologie und Klinische Neurophysiologie,

Dr. Christian Bamberg. In seiner Station ist

das MS-Zentrum künftig untergebracht.

Bis zu 54 Betten stehen auf der Neurologischen

Abteilung der Rhein-Mosel-Fachklinik zur Verfügung.

Ein großer Teil davon könnte von Multiple-Sklerose-

Patienten in Anspruch genommen werden. Moderne

Methoden wie die Kernspintomographie oder die sogenannte

Nervenwasseruntersuchung kommen bei der

Diagnostik zum Tragen. Krankengymnastik, Ergo- und

Sprachtherapie spielen bei der Behandlung der Patien-

2006

An der Klinik gibt es das erste »Multiple Sklerose Zentrum«

in Rheinland-Pfalz – Frühe Behandlung verhindert späte Leiden

Dr. Christian Bamberg (li.), Chefarzt der Abteilung für Neurologie

und Klinische Neurophysiologie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach,

nahm das Zertifikat »Anerkanntes MS-Zentrum« aus den

Händen von Dieter Korfmann, Geschäftsführer des Landesverbandes

Rheinland-Pfalz der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft,

entgegen.

ten wichtige Rollen. Regelmäßige Sprechstunden für

Betroffene runden das Angebot ab, erklärt Dr. Christian

Bamberg.

Vollständig heilbar sei die entzündliche Nervenerkrankung

MS allerdings nicht. »Bei frühzeitigem

Therapiebeginn lässt sich der Grad der körperlichen

Beeinträchtigung aber deutlich eindämmen«, erläutert

der Chefarzt. Dass ein MS-Patient früher oder

später auf den Rollstuhl angewiesen sei, komme bei

rechtzeitiger Behandlung Gott sei Dank nicht mehr

vor, versichert der Mediziner. | Rhein-Zeitung, 20.

Januar 2006 π

| 147


Klinik Nette-Gut wird ausgebaut

Erweiterung der Einrichtung in zwei Phasen – Erster

Abschnitt kostet 18 Millionen Euro – Platz für

90 Patienten

Die Baustelle zur Errichtung des Neubaues Haus M im Sommer

2006.

Seit Jahren »krankt« die Klinik Nette-Gut für Forensische

Psychiatrie an chronischer Überbelegung, doch

spätestens Ende 2007 soll dieser Missstand behoben

sein. Hintergrund: In unmittelbarer Nachbarschaft

zum derzeitigen Klinikgelände entsteht ein neues

Gebäude, in dem nach seiner Fertigstellung bis zu

90 Patienten untergebracht werden sollen.

Die Klinik Nette-Gut wächst: auf einem insgesamt

rd. 15.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen

bis Ende 2007 ein neues Gebäude für 90 Patienten

sowie neue Räumlichkeiten für die Verwaltung. Geplant

sind daneben der Bau eines Sportplatzes, einer Mehrzweckhalle

und eines Parks. Allein der erste Bauabschnitt

soll etwa 18 Millionen Euro kosten.

»Schon seit längerem ist die Klinik Nette-Gut deutlich

überbelegt. Den offiziell 300 Plätzen stehen

momentan mehr als 350 Patienten gegenüber, die sich

die vorhandenen Räumlichkeiten teilen«, erklärt

Werner Schmitt, Verwaltungsdirektor der Rhein-Mosel-

Fachklinik Andernach, an die das Nette-Gut angegliedert

ist, den Grund für die Baumaßnahme.

Schmitt und auch der Ärztliche Direktor des Krankenhauses,

Wolfram Schumacher-Wandersleb, hoffen

nun, mit dem Erweiterungsbau nicht nur die Platzprobleme

in den Griff zu bekommen, sondern auch

»Konfliktpotenzial zu entschärfen«, das aus der Über-

148 |

belegungssituation resultiert. »Die Gefährdung der

Menschen in Andernach oder Weißenthurm durch

verurteilte Straftäter, die im Nette-Gut untergebracht

sind, wird durch den Anbau weiter reduziert«, versichert

Schmitt.

Was den geplanten zweistöckigen Neubau betrifft,

so bezeichnet die Klinikleitung diesen wegen seines

M-förmigen Grundrisses als das »Haus M«. Dieses hat

laut Werner Schmitt später einmal eine rund 5.800

Quadratmeter große Nutzfläche und soll neben neuen

Räumlichkeiten für das Klinik-Direktorium insgesamt

vier Stationen beherbergen. »Über die endgültige Art

der Nutzung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen,

doch wir werden das Haus M aller Voraussicht

nach der suchttherapeutischen Abteilung zuschlagen«,

so Wolfram Schumacher-Wandersleb. Je zwei Patienten,

die suchtkrank sind, an Persönlichkeitsstörungen

oder einer Psychose leiden, sollen sich in dem

geplanten Neubau ein Zimmer der »mittleren Sicherheitsstufe«

teilen.

Rund 13 Millionen Euro an Landesmitteln soll allein

der Hausbau kosten, weitere fünf Millionen Euro hat

das Land für die doppelte Umzäunung des Grundstücks

sowie für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

bereitgestellt. Platz für weitere Baumaßnahmen ist auf

dem insgesamt rund 15.000 Quadratmeter (1,5 Hektar)

großen Gelände dennoch reichlich vorhanden, und

wenn es nach der Klinikleitung geht, dann soll dieser

auch für weitere Projekte genutzt werden.

»Unsere Planungen sehen vor, dass wir nach

Abschluss des ersten Bauabschnitts mit dem Bau einer

Mehrzweckhalle, eines Sportplatzes und eines Parks

beginnen können«, erläutert Verwaltungsdirektor

Schmitt. Anders als die Mittel für die erste Bauphase

habe das Land die für den zweiten Bauabschnitt

benötigten Gelder allerdings noch nicht bewilligt.

Schmitt: »Die konkrete Zusage aus Mainz fehlt uns

noch, aber wir sind optimistisch, dass das Land, wenn

es A sagt, auch B sagen wird.« | Rhein-Zeitung, 23.

Mai 2006 π


Hilfe beim Ausstieg aus der Sucht

Seit fünf Jahren bietet die Rhein-Mosel-Fachklinik

spezielle Behandlungsangebote für Drogenabhängige an

Der Weg in die Sucht verläuft schleichend: Ehe

der Konsument ihre Gefahren durchschaut hat, hat

ihn die Droge bereits fest im Griff. Auswege aus dem

Teufelskreis? Seit genau fünf Jahren bietet die Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach ein spezielles Behandlungsangebot

für Drogenabhängige an. Doch längst

nicht jeder schafft dort den »Einstieg in den Ausstieg«.

Erstmals hat die Rhein-Mosel-Fachklinik Zahlen

zu ihrem vor fünf Jahren eingeführten Behandlungsangebot

für Drogenabhängige vorgelegt. »Mehr als

40 Prozent der Betroffenen schaffen den Entzug«,

sagte gestern der leitende Arzt der Abteilung Sucht

und Sozialpsychiatrie, Dr. Albrecht Quast. Die übrigen

Patienten, deren Entgiftung erfolgreich verlief,

brachen die Therapien entweder freiwillig ab oder

wurden rückfällig, was eine vorzeitige Beendigung der

Behandlung zur Folge hatte.

Trotz der relativ hohen Abbruchquote bezeichnete

der Drogenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz,

Ingo Brennberger, die von der Klinikleitung vorgestellten

Zahlen als sehr gut und vergleichbar mit den Ergebnissen

ähnlicher Kliniken in anderen Bundesländern.

Seit Einführung der neuen Behandlungsform

im Mai 2001 meldeten sich rund 1.500 drogensüchtige

Menschen aus allen Teilen des Landes zur qualifizierten

Entzugsbehandlung an. Rund 700 davon

verliefen erfolgreich.

»Auffällig ist, dass die Anzahl an Patienten, die

verschiedene Drogen und Medikamente gleichzeitig

konsumieren, deutlich angestiegen ist«, betonte Dr.

Quast. Heroin und Beruhigungsmittel spielten nach

wie vor eine große Rolle, doch auch Marihuana und

Haschisch seien fast immer dabei. »Wir haben festgestellt,

dass auch ein starker Cannabiskonsum Entzugserscheinungen

zur Folge haben kann«, merkte der

Mediziner an. Sogenannte Partydrogen wie Ecstasy

riefen zwar keine körperliche Abhängigkeit hervor. Bei

regelmäßigen Drogenscreenings in der Klinik sei allerdings

auch deren Missbrauch häufig nachgewiesen

worden.

2006

Pressekonferenz zum 5-jährigen Bestehen der Qualifizierten

Entzugsbehandlung drogenabhängiger PatientInnen in der Rhein-

Mosel-Fachklinik Andernach am 30. Mai 2006.

Zur Entzugsbehandlung Drogenabhängiger stehen

im Haus Martinsberg der Andernacher Fachklinik

20 vollstationäre Plätze in zehn Zweibettzimmern

zur Verfügung. Ziel ist es, den Patienten dort »den

Einstieg in den Ausstieg« zu ermöglichen, wie Dr.

Quast erklärt. Voraussetzung für eine Aufnahme:

Betroffene müssen von sich aus die Bereitschaft aufbringen,

an ihrer Krankheit zu arbeiten. Ärzte, Pfleger,

Psychologen und ein Sozialdienst kümmern sich

um die Patienten, für die es etwa das Angebot einer

Sport- und Ergotherapie gibt.

Neuartig war bei der Einführung dieser Behandlungsform

vor fünf Jahren auch die strikte Trennung

von Alkohol- und Drogenabhängigen, die zuvor noch

häufig in gemeinsamen Gruppen betreut worden waren.

Freilich kann eine erfolgreiche Behandlung in der

Andernacher Klinik, die in der Regel drei Wochen

dauert, nur der Auftakt für eine drogenfreie Zukunft

sein. Knapp 53 Prozent der Betroffenen werden anschließend

ambulant weiterbetreut, rund 28 Prozent

wechseln in eine andere stationäre Einrichtung. | Rhein-

Zeitung, 31. Mai 2006 π

| 149


Land stärkt den Standort Meisenheim

Neubau des Sprachheilzentrums feierlich eingeweiht –

Am Ausbau des Verbundkrankenhauses soll nicht

gerüttelt werden

»Das neue Sprachheilzentrum steht. Wir sind gespannt,

wie`s weitergeht.« Das reimte die Therapiegruppe

»Wilde Kerle« zur Einweihung des modernen

Neubaus auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim.

Rund zwei Jahre sind vergangen, seit am 19. Mai

2004 der erste Spatenstich für das neue Gebäude

des Sprachheilzentrums Meisenheim auf dem Liebfrauenberg

erfolgte. Bereits im Oktober 2004 stand

der Rohbau und es konnte Richtfest gefeiert werden.

Am Mittwoch wurde der vom Land Rheinland-Pfalz

mit insgesamt 6,2 Millionen Euro geförderte Neubau

offiziell eingeweiht.

Frontansicht des neuen Gebäudes für das Sprachheilzentrum.

Erst zwei Tage zuvor waren die Patienten und Mitarbeiter

in das moderne Gebäude umgezogen, das

auf 3.600 Quadratmetern Nutzfläche, verteilt auf vier

Stockwerke, gute Unterbringungs- und Therapiemöglichkeiten

für die Patienten sowie zeitgemäße Arbeitsbedingungen

für die Mitarbeiter bietet. 53 Therapieplätze

sind vorhanden. Im Erdgeschoss sind Therapieräume

und die Wohnebene eingerichtet. Im ersten

und zweiten Obergeschoss befinden sich die Schlafräume

für Kinder und Erwachsene. Die Kinder und

Jugendlichen sind jetzt in Zweibettzimmern untergebracht.

Erwachsenen Patienten können Einzelzimmer

mit eigener Nasszelle angeboten werden.

150 |

Mit dem Bau des Sprachheilzentrums sei der erste

Bauabschnitt eines großen Vorhabens verwirklicht

worden. Damit haben das Land und der Träger Landeskrankenhaus

(AöR) die Versprechen erfüllt, betonte

Geschäftsführer Norbert Finke. Die weitere Zielpla-

Mehr als 120 Gäste hatten sich zur Eröffnungsveranstaltung auf

dem Liebfrauenberg eingefunden.

nung sehe vor, bis zum Jahr 2010 auch die beiden

Betriebsteile des Krankenhauses Meisenheim auf dem

Liebfrauenberg baulich zusammenzuführen, um dort

dauerhaft alle Leistungen anbieten zu können und

Arbeitsplätze zu erhalten, führte Norbert Finke weiter

aus. Er bat die kommunalen Vertreter, die politischen

Kräfte des Landes und die Krankenkassen um entsprechende

persönliche und finanzielle Unterstützung

für die Fortführung des Projektes.

Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer, der in

Vertretung für Staatsministerin Malu Dreyer dem

Sprachheilzentrum zum gelungenen Neubau gratulierte,

hob es als Kompetenzzentrum mit überregionaler

Bedeutung hervor. Es zähle neben der Uni-Klinik

Mainz zum Mittelpunkt der Sprachförderung. Der

Mainzer Staatssekretär betonte ausdrücklich, das Land

halte an den Plänen für das Verbundkrankenhaus

auf dem Liebfrauenberg fest. | Öffentlicher Anzeiger,

16. Juni 2006 π


Von Tagesbetreuung bis zur Kur

Fünf Jahre Geriatrische Rehabilitation an der Reha-

Klinik Rheingrafenstein – Hohe Auslastung

(v.l.n.r.) Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR),

Dr. Jochen Heckmann, Ärztlicher Direktor Reha-Klinik Rheingrafenstein,

Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär MASFG, Valeska

Herrmann, Pflegedirektorin Reha-Klinik Rheingrafenstein, Michael

Kloos, Verwaltungsdirektor Reha-Klinik Rheingrafenstein, freuten

sich über die erfolgreiche Entwicklung der Klinik.

Anlässlich der dritten Fachtagung »Forum Geriatrie«

im Haus des Gastes wurde auch das Jubiläum

von fünf Jahren Geriatrischer Rehabilitation an der

Reha-Klinik Rheingrafenstein (RKR) Bad Münster am

Stein-Ebernburg gefeiert. Dr. Jochen Heckmann, Ärztlicher

Direktor der Reha-Klinik, und Norbert Finke,

Geschäftsführer des Landeskrankenhauses(AöR), blickten

auf die Entwicklung der am 1. März 2001 eröffneten

Abteilung zurück. Das Landeskrankenhaus mit

Sitz in Andernach hatte zum 1. Januar 2000 die Trägerschaft

der RKR übernommen, in der bislang vornehmlich

Kriegsversehrte versorgt worden waren. In den

90er Jahren begannen die Überlegungen für ein Nachfolgekonzept,

und mit der Anbindung an das Landeskrankenhaus

wurde das Behandlungsangebot der Geriatrischen

Rehabilitation umgesetzt.

In die Generalsanierung des Gebäudes in der Berliner

Straße investierte das Land 11,7 Mio. Euro. 2001

startete die Einrichtung mit 40 Betten und fünf tagesklinischen

Plätzen für den Einzugsbereich Mainz,

Bingen, Alzey und Bad Kreuznach. Die von Beginn

an geplante Kapazität der neuen Abteilung von 80

2006

Forum Geriatrie im Haus des Gastes in Bad Kreuznach.

Betten wurde 2004 erreicht, da der Bedarf an geriatrischen

Reha-Maßnahmen kontinuierlich steige. Jährlich

sei die Abteilung zu 93 Prozent ausgelastet, so

Geschäftsführer Norbert Finke.

Finke dankte allen Mitarbeitern, durch deren hohes

Engagement die Einrichtung 2005 das Qualitätssiegel

»Geriatrische Rehabilitation« erhielt und 2006

die Rezertifizierung erreichte. Mit der neuen Abteilung

sei auch die Veränderung einer Einrichtung beispielhaft

gelungen, sagte Staatssekretär Richard Auernheimer

in seinem Grußwort. Der demographische

Wandel erfordere künftig die Erweiterung des Angebots

der Geriatrischen Rehabilitation.

Zur Angebotspalette der Geriatrischen Behandlungsmaßnahmen

am RKR gehören sämtliche Interventionsmöglichkeiten

wie Prävention, Kurative Therapie

und Rehabilitation. Zum Klientel gehören Patienten

nach Schlaganfall mit Lähmungen, Sprach- und

Sprechstörungen und weiteren Einschränkungen.

Aufgenommen werden auch Patienten nach Operationen,

mit Parkinsonsyndrom oder nach schweren,

akuten Krankheitsphasen. Die Tagesklinik steht Patienten

offen, die noch Therapien in hoher zeitlicher

Frequenz, aber keine 24-Stunden-Betreuung mehr

benötigen. | Allgemeine Zeitung, 17. Juli 2006 π

| 151


Leistungsangebot auf hohem Niveau

Belegarztwechsel im Krankenhaus Meisenheim

Geschäftsführer Norbert Finke überreichte Dr. Peter Hanf die

Dankesurkunde des Landeskrankenhauses (AöR).

Anlässlich der Verabschiedung von Dr. Peter Hanf,

Belegarzt der Abteilung für Chirurgie und Unfallchirurgie

am Krankenhaus Meisenheim, stellte Geschäftsführer

Norbert Finke des Landeskrankenhauses (AöR)

seinen Nachfolger Hossein Amin-Salehi vor.

Zahlreiche Gäste, aber auch viele Mitarbeiter

nahmen an dem Empfang zur Verabschiedung und

offiziellen Einführung seines Nachfolgers Hossein

Amin-Salehi in die Position des neuen Belegarztes der

Abteilung teil.

Sein Vorgänger Dr. Peter Hanf geht nun nach neunzehn

Jahren als Belegarzt am Krankenhaus Meisenheim

in den Ruhestand. Dr. Hanf studierte nach dem

Abitur 1962 in Heidelberg und in Wien und legte

sein Staatsexamen sowie seine Doktorarbeit 1970 in

Heidelberg ab. Seine chirurgische Ausbildung begann

er 1972 am Klinikum Mannheim. Nach Abschluss

der Facharztprüfung für Allgemein- und Unfallchirurgie

war er von 1978 bis 1987 als leitender Oberarzt

152 |

in Lüdenscheid und später am Krankenhaus in Ingelheim

tätig, bevor er zum 1. April 1987 die Belegarzttätigkeit

am Krankenhaus Meisenheim übernahm.

In den folgenden Jahren in der Abteilung für Chirurgie

und Unfallchirurgie am Krankenhaus Meisenheim

stand Dr. Hanf nicht nur während der regulären

Dienstzeiten, sondern weit darüber hinaus seinen

Patienten zur Verfügung und führte zahlreiche neue

Operationsmethoden ein. Besonderes Augenmerk legte

er frühzeitig auf die minimal-invasive Chirurgie als

eine für die Patienten besonders schonende OP-Technik.

»Ihre Patienten konnten zu jeder Zeit sicher

sein, im Krankenhaus Meisenheim nach neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnissen qualifiziert behandelt

zu werden«, lobte Norbert Finke im Hinblick

auf den hervorragenden Ruf der chirurgischen Abteilung.

»Ihrem Nachfolger als Belegarzt der Abteilung,

Herrn Hossein Amin-Salehi, überlassen Sie heute eine

gute Basis zur Fortführung und Weiterentwicklung

des Leistungsangebotes am Krankenhaus Meisenheim.«

Hossein Amin-Salehi arbeitete bis 2002 gemeinsam

mit Dr. Peter Hanf in der Abteilung für Chirurgie

und Unfallchirurgie. Nach Abschluss seiner chirurgischen

Facharztprüfung wechselte er im Jahr 2003

an die Unfallchirurgie des Klinikums Idar-Oberstein,

um dort seine Kenntnisse nochmals zu vertiefen. Zum

1. Juli 2006 trat Amin-Salehi nun die Nachfolge von

Dr. Hanf an.

»Ich bin überzeugt, dass Sie aufgrund Ihrer Qualitäten

die Arbeit von Dr. Hanf kompetent fortführen«,

betonte Finke. »Für die Patienten in der Region ist

es wichtig zu wissen, dass sie sich auf das bewährte

Leistungsangebot ›ihres‹ Krankenhauses in Meisenheim

auch zukünftig fest verlassen können.« | Allgemeine

Zeitung, 28. Juli 2006 π


»unsere führungskräfte orientieren sich

in ihrer arbeit an einheitlichen führungsgrundsätzen.«

Zehnter der zehn zentralen Leitbildsätze des Landeskrankenhauses (AöR)

b Klinisches Labor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

c In der Kunstwerkstatt der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

j Räumlichkeiten der Physiotherapie im Klinischen Zentrum der

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

l Sporttherapie in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey

| 153


Klinik Nette-Gut ausgezeichnet

Angebot für drogenabhängige Patienten gewürdigt –

Außenwohngruppe soll Wiedereingliederung in Gesellschaft

erleichtern

Der Großteil der Patienten der Klinik Nette-Gut lebt

innerhalb des gesicherten Klinikbereiches. Doch einige

erhalten die Chance, während ihrer Behandlung der

Freiheit einen Schritt näher zu kommen. Das ist jetzt

auch von einem Kuratorium gewürdigt worden.

Die Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach hat für ihre

Außenwohngruppe für drogenabhängige Patienten im

Wettbewerb »Best Practice« den 3. Preis erhalten.

Aus den Händen der Kuratoriumsvorsitzenden Roswitha Beck

(Mitte) konnten Wolfram Schumacher-Wandersleb, Ärztlicher Direktor

der Klinik Nette-Gut, und Rita Schäfer, Leiterin der Außenwohngruppe,

die Auszeichnung entgegennehmen.

Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Verein

zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie e.V.,

der sich damit an alle Träger von Initiativen und Projekten

in diesem Bereich in Rheinland-Pfalz richtete.

Die Projekte mussten in besonderem Maße den Zielen

des Vereins entsprechen und sich auch in der praktischen

Umsetzung besonders bewährt haben.

Der Preis wurde in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey von der Kuratoriumsvorsitzenden und Ministerpräsidentengattin

Roswitha Beck verliehen. Für

die Klinik Nette-Gut nahmen der Ärztliche Direktor

Wolfram Schumacher-Wandersleb und die Leiterin der

Außenwohngruppe Dipl.-Sozialarbeiterin Rita Schäfer

die Auszeichnung entgegen.

154 |

Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Rheinhessen-Fachklinik

Alzey wurden die Preisträger geehrt.

Die Klinik hat die Außenwohngruppe im August

1999 zur Unterstützung der gemeindenahen sozialen

und beruflichen Wiedereingliederung der suchtkranken

Menschen in unmittelbarer Nähe des gesicherten

Klinikgeländes in Weißenthurm eingerichtet.

Die Patienten müssen hier zunächst die verschiedenen

Therapiephasen innerhalb der Stationen des

gesicherten Geländes mit Erfolg abschließen. Im

Anschluss werden sie in die Außenwohngruppe (AWG)

und bei vorangeschrittener Integration sowie Stabilität

in eine eigene Wohnung verlegt. Die Anbindung an

die AWG ist durch die Teilnahme an der Nachsorgegruppe

für Suchtpatienten gewährleistet. Durch diese

Wiedereingliederung in die Gesellschaft wird die Entlassung

als Bewährungsprobe vorbereitet und anschließend

durch die zuständigen Justizbehörden bei

entsprechender Stabilität entschieden.

Seit Bestehen der Außenwohngruppe wurden 63

Drogenpatienten dort behandelt. 13 von ihnen konnten

die reguläre Behandlung zwar nicht abschließen,

doch 50 wurden erfolgreich beruflich und sozial wieder

eingegliedert. Dies wird dadurch gefördert, dass die

Klinik Nette-Gut ihren Patienten auch nach der Entlassung

auf Bewährung weiterhin beratend und unterstützend

zur Seite steht. | Rhein-Zeitung, 23. November

2006 π


Bauphasen des Neubaues Haus M der Klinik Nette-Gut für

Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

zwischen August und Oktober 2006.

| 155


Antrittsrede des Geschäftsführers

Norbert Finke im Ministerium

für Arbeit, Soziales, Familie und

Gesundheit Rheinland-Pfalz vom

10. Januar 1997

156 |

Sehr geehrter Herr Minister,

sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen, sehr geehrter Herr Minister, für Ihre richtungsweisenden

und motivierenden Ausführungen danken. Bei Ihnen, sehr

geehrte Damen und Herren, bedanke ich mich, dass Sie der Einladung

des Ministers zu meiner Einführung als Geschäftsführer an diesem

Freitag Nachmittag gefolgt sind.

Viele Krankenhäuser befinden sich aufgrund der gesetzgeberischen

Kostendämpfungsmaßnahmen der vergangenen Jahre auf neuen Wegen.

Soweit mir bekannt ist, wurden in Rheinland-Pfalz mit dem Landeskrankenhauserrichtungsgesetz

zum ersten Mal Einrichtungen aus dem

Gesundheitswesen – Krankenhäuser, die bisher in Form der Landesbetriebe

geführt wurden, durch die Schaffung eines neuen Unternehmens

in einer öffentlichen Rechtsform, nämlich der einer Anstalt des öffentlichen

Rechts – verselbständigt. Das Landeskrankenhaus erlangt dadurch

eine eigene Rechtspersönlichkeit und ist damit auch aus dem öffentlichen

Haushalt des Landes herausgelöst.

Die drei Krankenhäuser – Landesnervenklinik Alzey, Landesnervenklinik

Andernach und das Neurologische Landeskrankenhaus Meisenheim

– setzen ihren Betrieb unter dem Dach des Landeskrankenhauses

nicht nur in neuer Rechtsform weiter fort, sondern auch mit neuen

Namen, die der Aufsichtsrat im Dezember 1996 beschlossen hat. So heißt

die bisherige Landesnervenklinik Alzey nun Rheinhessen-Fachklinik Alzey

– Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie –, die bisherige

Landesnervenklinik Andernach Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

– Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie – und das

Neurologische Landeskrankenhaus Meisenheim trägt den Namen Neurologisches

Fachkrankenhaus Meisenheim – Zentrum für Neurologische

Diagnostik und Therapie –. Die Namensgebung für die Standorte Alzey

und Andernach orientiert sich an der Zuordnung zur jeweiligen Versorgungsregion.

Sicherlich braucht es mehr als einen Rechtsform- und Namenswechsel,

um die Wirtschaftlichkeit zu erzeugen, die die drei Krankenhäuser

für die notwendige Wettbewerbsfähigkeit in diesem Versorgungssektor

brauchen. Das Land Rheinland-Pfalz hat jedoch durch die Rechtsformveränderung

die Voraussetzung dafür geschaffen, dass durch die gewonnene

Autonomie kürzere Handlungs- und Entscheidungswege aufgebaut

werden können, um den vereinbarten Leistungsauftrag mit Blick

auf die operative Führung, aber auch bei der strategischen Ausrichtung

des Krankenhauses bewältigen zu können.

Das Landeskrankenhaus wird diese Chance mit der als Anstalt des

öffentlichen Rechts gewonnenen unternehmerischen Eigenverantwortung


1997

nutzen und seinen Weg als soziales, wirtschaftlich und wettbewerbsorientiert

geführtes, medizinisches Dienstleistungsunternehmen fortsetzen.

Wie Sie wissen, werden in den drei Krankenhäusern des Landeskrankenhauses

medizinische Dienstleistungen im Bereich der psychiatrischen

und neurologischen Krankenhausbehandlung und der Rehabilitation in

den jeweiligen Versorgungsregionen erbracht. Häufig, und das möchte

ich deutlich hervorheben, für Patienten, die sich in existenziellen Grenzsituationen

befinden, und aus dieser Sicht betrachtet einer intensiven

Pflege und Therapie bedürfen.

Die drei Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt,

dass sie diesen Auftrag mit hohem Einsatz, großer Sorgfalt sowie einer

hochwertigen Behandlungsqualität durchgeführt haben. Dies soll für

die Zukunft auch so bleiben, dafür werden sich alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter – sowohl diejenigen, die patientennah arbeiten als auch

diejenigen, die nicht direkt an den Patienten arbeiten – einsetzen.

Darüber hinaus wird die weitere Entwicklung der in den vergangenen

Jahren in Rheinland-Pfalz eingeleiteten Psychiatriereform durch

Schaffung komplementärer Versorgungsformen wie beispielsweise Tageskliniken,

Betreutes Wohnen, tagesstrukturierende Einrichtungen, geschützte

Werkstätten durch das Landeskrankenhaus aktiv mitgestaltet

werden.

Krankenhäuser müssen heutzutage, wenn sie im Wettbewerb bestehen

bleiben wollen, als medizinische Dienstleistungsunternehmen geführt

werden. Die zu erbringenden Behandlungsleistungen – sowohl stationär

als auch ambulant – laufen konsequenter Weise patientenorientiert

ab und müssen von den Handelnden als Dienstleistungsprozess verstanden

werden. Diese Behandlungs(dienst)leistungen stellen im wesentlichen

das betriebliche Geschehen der Krankenhäuser dar.

Diese betrieblichen Abläufe müssen für die verantwortlich handelnden

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewertet und damit in ihren

Strukturen und Abläufen sichtbar gemacht werden (in Mark und Pfennig).

Die an diesem Behandlungsprozess beteiligten Verantwortlichen

müssen in die Lage versetzt werden, beurteilen zu können, welche

Kosten wo, wofür und in welcher Größenordnung entstehen. Die Bereitschaft

zur Übernahme dieser Verantwortung setze ich bei den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, die Verantwortung tragen, voraus. Es wird

für die Zukunft notwendig sein,

- eine klare Richtungsstrategie für die drei Krankenhäuser

festzulegen und sukzessive umzusetzen,

- die Aufbau- und Ablauforganisation (zwischen Pflege, Medizin

und Verwaltung) zu überprüfen,

- Strukturen transparent zu machen (Controllingkonzept zu etablieren),

- das Kostenbewusstsein der Beschäftigten zu fördern,

- Kommunikations- und Informationswege untereinander

zu verbessern,

- ein regelhaftes Berichtswesen einzuführen,

- eine in sich schlüssige Budgetierung aufzubauen.

| 157


158 |

Bitte lassen Sie mich zwei aus meiner Sicht wichtige Aspekte herausgreifen.

Zum einen wird der Aufbau eines Planungs-, Kontroll- und

Steuerungssystems (interne Budgetierung) unabdingbar notwendig werden,

das dann einen Verbindlichkeitscharakter aufweisen wird. In dieser

Konstruktion werden sich dann die bewerteten Zielstellungen für die

einzelnen Verantwortungsbereiche dokumentieren.

Ärztlicher Dienst und ebenso der Pflegedienst haben in jedem Krankenhaus

Schlüsselfunktionen inne. Ich möchte an einem Beispiel zeigen,

dass eigentlich sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte, ohne näher darüber

nachzudenken, sich in ihrem eigenen Kompetenzbereich tagtäglich Fragen

stellen und beantworten, die auch von einem Betriebswissenschaftler in

Bezug auf das Unternehmen zu stellen sind. Beispielsweise: Woran merkt

man, dass ein Unternehmen, ein Krankenhaus wirtschaftlich gesund

ist? Welche Frühindikatoren werden dafür wirksam? Gibt es gar eine

Vorsorge-Therapie? Was muss man tun, um diagnostische Klarheit zu

bekommen?

Ich denke dabei an einen Laborbericht, der das Blutbild eines Patienten

abbildet und hierbei vergleicht der Arzt immer die individuellen

Parameterwerte mit den gerade noch zulässigen Minimum- oder Maximumwerten

und zieht aus entsprechenden Abweichungen einen diagnostischen

Schluss. Eine Abweichung von dem zu tolerierenden Normbereich

zieht dann entsprechend therapeutische Maßnahmen nach sich.

Dem Grunde nach ist so ein Instrumentarium als »Unternehmens-Blutbild«

insgesamt und auch für die einzelnen Verantwortungsbereiche zu

erzeugen.

Voraussetzung hierfür ist eben, dass man plant und die Behandlungsprozesse,

die man in einem Kalenderjahr wird leisten müssen,

budgetiert. Hierzu fällt mir die Aussage eines Schweizer Philosophen

ein, der sinngemäß ausgeführt hat: »Planung ist der Ersatz des Zufalls

durch den Irrtum. Immerhin haben wir als Planende den Vorteil, vom

größeren zum kleineren Irrtum voranzuschreiten«. Planung ist für die

einzelnen Verantwortungsbereiche bis hin zu den Stationen zu Steuerungszwecken

unerlässlich. Und so werden wir es dann auch für die

Zukunft halten.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei den Krankenhäusern und ihren

Belegschaften um lernfähige Organisationen handelt, die wirkungsorientiert

in einem sozialen System zusammen arbeiten und voneinander

lernen und profitieren wollen. Ich hoffe sehr, dass es den Verantwortlichen

nicht schwer fällt, umzudenken und sich mit neuen, auf sie

zukommenden Verfahrensweisen vertraut zu machen. Das wird auch

bedeuten, dass sich für eine gemeinsame Projektarbeit eine hierarchieund

berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit entwickeln muss, in

der gegenseitige Anerkennung und Respektierung aller Beteiligten Voraussetzung

sind. Bereichs- und Standesdenken der Beteiligten müssen der

Vergangenheit angehören, ebenso die hier und da vorhandene akademische

Unverbindlichkeit.


Ein zweiter, mir sehr wichtig erscheinender Aspekt ist die Verbesserung

der Kommunikations- und Informationswege untereinander, denn

ich gehe davon aus, dass informierte Mitarbeiter auch motivierte Mitarbeiter

sind, und dass die Silben des Begriffes »Information« im wahrsten

Sinne des Wortes »in Form« bringen und »Vertrauen« schaffen.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es für die weitere Entwicklung

und den Fortbestand der drei Krankenhäuser, die im psychiatrischen

und neurologischen Aufgabenfeld und der Rehabilitation tätig sind,

unerlässlich sein wird, sowohl den Leistungsfinanzierern (und das sind

im Behandlungsbereich die Krankenkassen, im Pflege- und Maßregelvollzugsbereich

die überörtlichen Sozialleistungsträger) als auch den Leistungsplanern

(Gesundheitspolitik/Ministerium) für die patientenorientierte

Versorgung die notwendige Dialogbereitschaft anzubieten, die zur

weiteren Ausgestaltung der gemeindenahen Psychiatrie notwendig ist und

auch gegebenenfalls für die Schaffung von neuen Versorgungsformen

und damit in Zusammenhang stehenden Leistungsvergütungsmodellen.

Es sollen Synergieeffekte genutzt werden, die sich aus der Zusammenarbeit

der drei Einrichtungen ergeben (Gleichschaltung von Handlungsund

Verfahrensweisen, z.B. einheitliches Einkaufs- und Bestellwesen,

gemeinsame Nutzung von Service-Einheiten in bestimmten Beschäftigungssituationen

– Wäscherei, Labor und Apotheke etc.).

Ich wollte mit meinen Ausführungen deutlich machen, dass das Landeskrankenhaus

wie jedes andere gewerbliche Unternehmen auch einen

Wirtschaftsbetrieb darstellt. Es ist – denke ich – mittlerweile unstrittig,

dass medizinische Dienstleistungen effizient erbracht werden können,

ohne dass die Qualität der Versorgung sich für die Patienten nennenswert

verschlechtert. Ich wünsche mir, dass auf dem Wege zu mehr

Wirtschaftlichkeit, die nur durch Optimierung und Rationalisierung zu

erreichen sein wird, mich die Direktoriumsmitglieder, die auf den weiteren

Managementebenen Verantwortlichen und auch alle übrigen Mitarbeiter

unterstützen werden. Ich denke, dass das Landeskrankenhaus durch

den Zusammenschluss eine interessante Position in diesem Gesundheitsmarkt

erhält und damit auch gute Zukunftschancen besitzt.

Ich habe mir jedenfalls für die nächste Zeit vorgenommen, weder

den notwendigen Optimismus noch meinen Humor zu verlieren und

mich mit Kopf, Herz und Hand für die Belange des Landeskrankenhauses

einzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR)

1997

| 159


160 |

Mitglieder des Aufsichtsrates

Landeskrankenhaus (AöR)

Dr. Richard Auernheimer

Aufsichtsratsvorsitzender

Staatssekretär, Ministerium für Arbeit, Soziales,

Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Dr. Rüdiger Messal

Stv. Aufsichtsratsvorsitzender

Staatssekretär, Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz

Dr. Gerald Gaß

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,

Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Klaus Peter Lohest

Abteilungsleiter Soziales

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,

Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Mitglieder mit beratender Stimme

Andreas Wörner

Vorsitzender des Gesamtpersonalrates Landeskrankenhaus

(AöR)

Marion Lawall-Adam

Personalratsmitglied Rheinhessen-Fachklinik Alzey


Stellvertretende Mitglieder des

Aufsichtsrates Landeskrankenhaus (AöR)

Werner Keggenhoff

Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend

und Versorgung Rheinland-Pfalz

Lothar Fleck

Ltd. Ministerialrat, Ministerium für Arbeit, Soziales,

Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Herbert Laubach

Ministerialdirigent, Ministerium der Finanzen

Rheinland-Pfalz

Inge Degen

Leiterin der Abteilung Zentrale Aufgaben

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,

Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Stellvertretende Mitglieder

mit beratender Stimme

Annemie Landau

Vertreterin des Gesamtpersonalrates

Landeskrankenhaus (AöR)

Frank Hofferberth

Stv. Vorsitzender des Gesamtpersonalrates

Landeskrankenhaus (AöR)

10 Jahre Landeskrankenhaus (AöR)

Mitglieder der Geschäftsleitung

Landeskrankenhaus (AöR)

Norbert Finke

Geschäftsführer

Landeskrankenhaus (AöR)

Dr. med. Wolfgang Guth

Ärztlicher Direktor Landeskrankenhaus (AöR)

Dienstsitz: Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Rita Lorse

Pflegedirektorin Landeskrankenhaus (AöR)

Dienstsitz: Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Karlheinz Saage

Direktor Heime Landeskrankenhaus (AöR)

Dienstsitz: Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Werner Schmitt

Regionaldirektor Nord Landeskrankenhaus (AöR)

Dienstsitz: Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

Alexander Schneider

Regionaldirektor Süd Landeskrankenhaus (AöR)

Dienstsitz: Rheinhessen-Fachklinik Alzey

Wolfram Schumacher-Wandersleb

Ärztlicher Direktor Forensische Psychiatrie

Landeskrankenhaus (AöR)

Dienstsitz:

Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

| 161


Moderne Dienstleistungsunternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Einrichtungen des Landeskrankenhauses (AöR)

π Rheinhessen-Fachklinik Alzey

- Abteilung für Akutpsychiatrie

und Psychotherapie

- Gerontopsychiatrische Abteilung

- Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie

und -psychotherapie

- Forensisch-psychiatrische Abteilung

- Abteilung für Neurologie und Neurologische

Frührehabilitation

- Kinderneurologische Abteilung

- Psychiatrische und heilpädagogische

Heime Alzey

- Psychiatrische Institutsambulanz

- Kinder- und jugendpsychiatrische

Institutsambulanz

- Tagesklinik Alzey

- Gerontopsychiatrisch-/geriatrische Tagesstätte

- Berufliche Integrationsmaßnahmen

- Tagesstätte Bad Kreuznach

- Tagesstätte Bingen

- Tagesstätte Oppenheim

- Außenwohngruppen

- Kompetenznetz Depression

Landkreis Alzey-Worms

∏ Kinderneurologisches Zentrum Mainz

- Spina bifida-Ambulanz Mainz

- Sozialpädiatrische Ambulanz Mainz

- Frühfördereinrichtung Mainz

- Integrative Montessori-Kindertagesstätte Mainz

π Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

- Abteilung Allgemeinpsychiatrie

und Psychotherapie

- Abteilung Sucht und Sozialpsychiatrie

- Gerontopsychiatrische Abteilung

- Abteilung Neurologie und

Klinische Neurophysiologie

- Psychiatrische und heilpädagogische

Heime Andernach

162 |

- Psychiatrische Institutsambulanz/Methadonambulanz

- Tageskliniken in Andernach, Cochem,

Koblenz und Mayen

- Außenwohngruppen

für chronisch kranke Menschen

- Ambulante Physiotherapie

- Tagesstätte Andernach

- Kooperation mit der Tagesklinik des

Herz-Jesu-Krankenhauses Dernbach, Westerwald

∏ Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie

an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach

- Psychomedizinische Abteilung

- Psychotherapeutische Abteilung

- Suchttherapeutische Abteilung

π Glantal-Klinik Meisenheim

- Abteilung Neurologische Akutbehandlung

- Abteilung Neurologische Rehabilitation

- Abteilung Chirurgie und Unfallchirurgie

- Abteilung Innere Medizin

- Sprachheilzentrum

π Reha-Klinik Rheingrafenstein

Geriatrische Rehabilitation

π Rhein-Mosel-Akademie

Institut für Fach- und Führungskräfte im

Gesundheits- und Sozialwesen

Zum 1. Januar 2007 wurden die Einrichtungen

des Landeskrankenhauses(AöR) in Meisenheim

unter dem gemeinsamen Namen Glantal-Klinik

Meisenheim – Zentrum für Krankenhausbehandlung,

Neurologische Rehabilitation und Therapie

von Kommunikationsstörungen – zusammengefasst.


k impressum

herausgeber

Landeskrankenhaus – Anstalt des öffentlichen Rechts

www.landeskrankenhaus.de

redaktion

Wolfgang Willenberg, Ref. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Landeskrankenhaus (AöR), Andernach

bildnachweis

Wolfgang Willenberg, Ref. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Landeskrankenhaus (AöR), Andernach

layout und herstellung

Peter Zilliken, bfk, Offenbach

ressourcenschutz

Das für diese Druckschrift verwendete Qualitätspapier

erfüllt ddie Anforderungen des Nordic Environmental Label

(Swan-Umweltzeichen)

stand der information

Januar 2007

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