Download Flyer - Mittelrhein-Museum

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1891 In Dortmund geboren

1911 Studium an der Kunstschule Düsseldorf

bei Prof. v. Kunowski

1916 Staatsexamen in Düsseldorf

1920 Studium der Ölmalerei bei Walter Kurau,

Kunstakademie Berlin

1921 Graphische Studien auf der Kunstgewerbeschule

in Düsseldorf. Studium in München

(Radierungen und Lithographie)

1922/23 Studium der Handweberei, Stoffmalerei und Batik

1924 Kunsterzieherin in der Staatlichen Hildaschule Koblenz

1928 Erste Kollektivausstellung in Koblenz (70 Arbeiten)

Beteiligung an der Winterausstellung Koblenzer

Künstler

1930 Werklehrexamen in Essen

1931-38 Ausstellungen in Koblenz und Neuwied

1944 Gengenbach, Evakuierung

1946 Mitglied des „Mittelrheinischen Künstlerverbandes“

1946-48 Ausstellungen Koblenz und Neuwied

1948 Austritt aus dem Schuldienst, lebt im Ruhestand

in Koblenz

1949 Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler

Rheinland-Pfalz und Saarland, Ausstellungen in

Neuwied

1951-54 Ausstellungen in Koblenz und Neuwied

1955 Arbeiten bei der deutsch-französischen Ausstellung

in Koblenz

1957 Beteiligt an der Kunstausstellung Form + Farbe 57

in Koblenz

1958 Beteiligung bei Form + Farbe 58

1960-66 Dauernde Erkrankung, viele begonnene Arbeiten

harren im Atelier ihrer Vollendung

Beteiligung Form + Farbe 60 und Weihnachtsausstellungen

in Koblenz und Neuwied

1972 Aufnahme im Blinden-Altenheim Karthause

1974 Verleihung des „Hanns-Sprung-Preises“

1975 In Koblenz verstorben

Mittelrhein-Museum Koblenz

Florinsmarkt 15-17, 56068 Koblenz

Telefon: 0261-129 2520

Verwaltung: 0261-129 2502

Fax: 0261-129 2500

info@mittelrhein-museum.de

www.mittelrhein-museum.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag von 10.30 bis 17.00 Uhr

Sonn- und Feiertage von 11.00 bis 18.00 Uhr

Fastnachtsdienstag und Karfreitag geschlossen.

Eintritt

3,50 €/ermäßigt 2,– €

Schüler und Mitglieder des Vereins der Freunde des

Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu

Koblenz e.V. haben freien Eintritt.

Öffentliche Führung jeden Sonntag um 15.00 Uhr

Führungen für Schulen und Gruppen

Dr. Claudia Heitmann, Tel. 0261-129 2511

Presseinfos und Veranstaltungsbuchung

Dipl.-Päd. Nora Löhr, Tel. 0261-129 2511

Änderungen im Ausstellungsprogramm vorbehalten

Bildnachweis

Alle Abbildungen © Mittelrhein-Museum, Koblenz

Titel Susak (Kroatien), 1929, Federzeichnung / aquarelliert, Mittelrhein-Museum,

Inv.-Nr. G1978/218

Innenseiten Links: Gardasee, 1955-56, Federzeichnung / koloriert, Mittelrhein-

Museum, Inv.-Nr. G1978/250

Mitte: Gengenbach (Schwarzwald), 1942, Federzeichnung / koloriert,

Mittelrhein-Museum, Inv.-Nr. G1978/237

Rechts: Barcelona, 1959, Aquarell, Mittelrhein-Museum, Inv.-Nr. G1978/253

Mit freundlicher Unterstützung von:

19. Februar bis 10. April 2011


„Lucia, vergessen Sie nie im Leben, dass Sie Künstlerin

sind“, diese Abschiedsworte gab der Avantgardist Thorn

Prikker der Künstlerin mit auf den Weg, als sie 1916 ihr

Studium an der Düsseldorfer Akademie erfolgreich beendete.

Diese Worte hat Lucia Schmidt wohl nie vergessen,

denn bis ins hohe Alter setzte sie ihr künstlerisches Schaffen

fort. Sie bediente sich hier vor allem der Graphik, Bleistift-,

Kohle-, Feder- und Tuschezeichnungen. Vereinzelte Ölbilder

stammen daher nur aus den Jahren 1920 und 1921. Neben

detailgetreuen Darstellungen von Pfl anzen, Stillleben und

Porträts widmete sie sich vor allem einer Bildgattung - der

Landschaftsmalerei.

Anlässlich ihres 120. Geburtstages zeigt die Ausstellung

„L’Esprit Gaulois“ einen Überblick dieser Landschaftsbilder

aus ihrem reichhaltigen Nachlass, der seit 1978 im Besitz

des Mittelrhein-Museums ist. Die Liebe zur Landschaftsmalerei

entdeckte Lucia Schmidt auf ihren zahlreichen Studienreisen,

die sie zunächst in Nord- und Süddeutschland machte.

Doch die Künstlerin wollte mehr sehen und so dehnte sie ab

Mitte der 1920er Jahre ihre Reisen auf ganz Europa aus

und besuchte Italien, Jugoslawien, Griechenland, Holland,

Belgien, Frankreich, Spanien und Marokko. Bei der Betrachtung

der Zeichnungen von Lucia Schmidt können wir

deutlich den Weg nachempfi nden, den eine stark erlebende,

klar beobachtende Persönlichkeit zurücklegt, um das Geschehene

in eine künstlerische Form zu führen. Dieser „Esprit

Gaulois“ nimmt uns mit auf ihre ganz persönliche Reise

durch ihr Leben. Mit ihrem Blick auf Wichtiges und weniger

Wichtiges haben die Künstler auch unsere – touristische –

Sicht auf fremde Länder geprägt. Begleiten Sie uns ab dem

9. April auf die große Bilderreise in der Depot-Werkschau

„Bilder+Reise+Bilder“.

Obwohl in vielen Gesellschaften heute

Konsens ist, dass Frauen und Männer

künstlerisch gleich fähig sind, standen

der künstlerischen Berufsausübung

von Frauen oft einschränkende kulturelle

Vorstellungen, familiäre Zwänge,

gesellschaftliche Konventionen und ökonomische Interessen

entgegen. Nicht so im Falle der Lucia Schmidt. Sie hat sich

ihr ganzes Leben nicht von diesen gesellschaftlichen

„Zwängen“ einschränken lassen. Im Gegenteil, sie studierte

1911 an der Düsseldorfer Akademie und unternahm zahlreiche

Studienreisen, um sich weiterzubilden. Ihre erste

Reise trat sie noch vor Abschluss der Akademie in die Eifel

an: Traditionell, oftmals realistisch und naturgetreu dokumentiert

sie ihre Umwelt, als hätte es nie einen Impressionismus

gegeben und achtete dabei nicht auf die damaligen Trends

des deutschen Expressionismus oder des Fauvismus in

Frankreich.

1920 und 1921 folgten Reisen in den Harz und in die

Fränkische Schweiz. In diesen zwei Jahren entstanden

ihre einzigen Ölgemälde, kaum mehr als 40 Stück, nicht

größer als eine Buchseite. Arbeiten, die in ihrem Werk

keine Vorbilder, keine Nachfolge haben. Hier brachte sie

eine Malerei hervor, zu der es in Koblenz seinerzeit keine

Parallele gab. Diese Bilder leben aus dem Experimentieren

und der Farbe. Oftmals als „kleines Wunder“ der Koblenzer

Kunstgeschichte bezeichnet, ist Lucia Schmidt, ähnlich wie

Hanns Sprung oder Hans Dornbach, erwachsen aus dem

Geist der französischen Kunst: So fi ndet man bereits in ihren

ersten Landschaftsbildern eine Malerei, die an Künstler wie

Corot erinnert.

1924 trat sie ihre erste Italienreise nach Florenz an. Es folgten

Reisen an den Bodensee, nach Malcesine (Gardasee)

– ein Rückzugsort vieler Künstler des 20. Jahrhunderts – und

nach Jugoslawien. Trotz bevorstehendem Ausbruch des

Zweiten Weltkrieges ließ sich Lucia Schmidt nicht davon

abhalten, ihre Studienreisen fortzusetzen und erkundete

unter anderem Garmisch sowie Tirol und widmete ihre

Werke Süddeutschland und der Umgebung.

Der Tod des Vaters 1936 veranlasste sie, eine Reise an die

Ostsee zu machen, ein Jahr später folgte die Reise an die

Nordsee. Immer wieder kehrte sie jedoch nach Mitteleuropa

zurück, um dort die österreichische Landschaft

festzuhalten. Fünf Jahre nach dem Tod des Vaters verstarb

auch die Mutter der Künstlerin und sie begab sich auf eine

weitere Reise in den Schwarzwald und nach Gengenbach,

einem Ort, an den sie auch in den folgenden Jahren

zurückkehrte und wo viele Werke entstanden. Nach 1945

zog es Lucia Schmidt, wie viele zeitgenössische Künstler

auch, in den Süden von Europa. In den Jahren 1953/54

erkundete sie Belgien und Holland und machte sich ein

Jahr später erneut auf den Weg an den Gardasee, den sie

bereits 30 Jahre zuvor besuchte.

1959 trat sie ihre erste Studienreise nach Frankreich

an. Dieses Jahr war geprägt von weiteren Fernreisen

an die französische und italienische Riviera,

bis nach Spanien und Marokko. Dort entstanden

verschiedenste, zum Teil kolorierte Feder- und Pinselzeichnungen,

unter anderem aus Barcelona, Granada,

Madrid sowie Sevilla. Ende des Jahres packte sie

erneut das Fernweh und die bereits 68jährige Künstlerin

begab sich auf ihre letzte Reise nach Griechenland. Nur

ein Jahr darauf erkrankte sie, was dazu führte, dass sie

viele begonnene Arbeiten im Atelier ruhen lassen musste.

1974 erhielt sie den in diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen

„Hanns-Sprung-Preis“ der AKM. Trotz starker körperlicher

Behinderung zeigte sie sich am Kunstgeschehen im

Lande sehr interessiert und aufgeschlossen. Lucia Schmidt

hinterlässt ein reiches Œevre, welches in dieser Vielfalt in

Koblenz fast einzigartig ist.

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