Naturschutzbüro Zollernalb eV

gcI55d2ph2

Naturschutzbüro Zollernalb eV

Naturschutzbüro Zollernalb e.V.

Gemeinsame Geschäftsstelle der Natur- und

Umweltschutzverbände im Zollernalbkreis

- Abschrift -

Arbeitskreis Zollernalb des

Naturschutzbüro Zollernalb e.V., 72336 Balingen Landesnaturschutzverbandes

Landratsamt Zollernalbkreis Verfasser der Stellungnahme:

Sachgebiet Naturschutz Gerd Schach

Hirschbergstraße 29 12.11.2004

Ihr Schreiben vom/ Zeichen:

72336 Balingen 07.10.2004

306Eck-364.22

Gemeinsame Stellungnahme der nach §29 BNatSchG anerkannten Verbände

NABU, BUND, Schwäbischer Albverein und TV "Die Naturfreunde" in Absprache

mit dem LNV

Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Albstadt-Bitz“ vom 07.09.1983

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die Übersendung der Unterlagen zu genanntem Verfahren bedanken wir uns sehr.

Grundsätzliches:

Wenn Naturschützer auf die Rücknahme von Landschaftsschutzgebieten zu Bauzwecken allergisch

reagieren, verwundert dies sicher nicht. Wenn Kommunen Landschaftsschutzgebiete als willkommene

Ressourcen für Baugebiete ansehen, ist dies zumindest für den privaten Naturschutz ein Ärgernis.

Trotzdem sehen wir die Sondersituation der Stadt Albstadt, die rundum von Landschaftsschutzgebieten

umgeben ist. Wenn wir aus diesem Grund einer Reihe von Änderungswünschen zustimmen, dann nur

um dieser speziellen Sondersituation Albstadts Rechnung zu tragen.

Wenn es um Erweiterung von Bauflächen geht, darf die demographische Entwicklung ganz allgemein

und die von Albstadt im Besonderen nicht außer Acht gelassen werden. Die Einwohnerzahlen Albstadts

sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Viele Wohnungen stehen leer, insbesondere

komfortable Häuser in Hanglage stehen leer bzw. werden zum Kauf angeboten, weil sie den meist

älteren Besitzern zur Last wurden und es eine nachfolgende Generation nicht oder zumindest nicht am

Ort gibt.

Auf die in städtebaulicher und ökologischer Sicht völlig unbefriedigende Situation für gangbare

Möglichkeiten einer verdichteten innerörtlichen Bauweise braucht kaum hingewiesen zu werden. An

Baugrundstücke, die auf Verdacht für noch ungeborene Enkel zurückgehalten werden, wagen sich

weder Landes- noch Bundespolitiker immer mit Hinweis auf „Eingriff in das Privateigentum.“ Trotzdem

warten wir auf eine einfallsreiche und mutige Kommune, die hier – vielleicht beispielgebend – kreativ

wirkt (attraktive Steuervergünstigungen o. ä.).

Auch was leerstehende Industrieanlagen (Industriebrachen) betrifft, muss man bei Albstadt von einer

Sondersituation sprechen. Vom privaten Naturschutz wurde diese Fragenkomplex ja schon mehrfach

angesprochen. Inzwischen gibt es in Albstadt gute Beispiele für Umnutzung leerstehender

Fabrikgebäude. Trotzdem gäbe es noch ein reiches Potential weiterer Industrieanlagen für eine sinnvolle

Umnutzung sei dies für privaten Wohnraum oder für industrielle Wiederverwendung.

Nochmals: Jeder Quadratmeter potentiellen Baulands, der verhindert werden kann und sich nicht in die

freie Landschaft frisst, wird von uns dankbar begrüßt.

Besuchen Sie uns im Internet unter http://www.naturschutzbuero-zollernalb.de

Naturschutzbbüro Zollernalb e.V. Einzahlungen: Vorsitzender:

Geislinger Straße 58, 72336 Balingen Geschäftskonto Gerd Schach

Fon (07433)273990, Fax (07433) 273989 Sparkasse Zollernalb (BLZ 653 512 60) Ludwig-Uhland-Straße 21, 72469 Meßstetten

e-Mail: Naturschutzbuero.BL@t-online.de Kto. Nr. 24 918 350 Fon und Fax (07431) 6600


Stellungnahme LSG Albstadt-Bitz Seite 2

Unser signalisiertes Einverständnis ist nur ein Zugeständnis. Bei den von uns abgelehnten Gebieten

gehen wir davon aus, dass in stadtväterlicher Vorsorge im Vorfeld äußerst großzügig ausgewiesen

wurde, so dass die Beschneidung verkraftet werden kann.

Zu den einzelnen Planungsvorhaben:

1.) Tailfingen – Unterm Schloßfels

Die Rücknahme des Landschaftsschutzgebiets lehnen wir rundum ab. Wir halten eine unbebaute Zone

zum NSG Hohberg für unabdingbar. Auch wenn das angedachte potentielle Baugebiet wohl nie zum

Tragen kommt, lehnen wir die Planung ab.

2.) Onstmettingen – Orthalde / Am Bühl

Keine Einwendungen

3.) Onstmettingen – Hohberg Süd

Auch diese Rücknahme lehnen wir ab, wir halten die Pufferzone zum NSG für unumgänglich (vgl. Nr. 1)

4.) Pfeffingen – Schönhalde

Keine Einwendungen

5.) Margrethausen – Mühläcker / Wiesflecken

Keine Einwendungen

6.) Lautlingen – Eschach lll

Bei Eschach lll handelt es sich um ein ökologisch hochwertiges Gebiet (24a Biotope, Vorkommen von

Braunkehlchen, Kreuzotter, Trollblumen, vier Orchideenarten). Aus diesem Grund ist für die privaten

Verbände die Argumentation der Stadt nicht nachvollziehbar. In Anbetracht der Straßenplanung wird der

Eingriff eines Tages dennoch durchgeführt werden (vgl. hierzu Lautlingen - Hirnau).

7.) Lautlingen – Hirnau

Beim geplanten Industriegebiet Hirnau ist die landschaftliche Beeinträchtigung größer als der

ökologische Eingriff. Schweren Herzens könnte der private Naturschutz zustimmen unter der Maßgabe,

dass Eschach lll vorderhand nicht zurückgenommen wird. Sollte die Straße kommen, müsste neu

erörtert werden.

8.) Lautlingen – Campingplatz badkap

Keine Einwendungen

9.) Laufen – südl. Fürstäckerstraße / Gräbelessteig

Keine Einwendungen

10.) Laufen – Geigershalde

Keine Einwendungen

11.) Tailfingen – Leimenstraße

Keine Einwendungen

Mit freundlichen Grüßen

gez. Gerd Schach

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