06.05.2013 Aufrufe

Speed Reading PDF kostenlos schnell lesen - Fort Vinci

Speed Reading PDF kostenlos schnell lesen - Fort Vinci

Speed Reading PDF kostenlos schnell lesen - Fort Vinci

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

SCHNELLER LESEN!

Eine kostenlose Anleitung inklusive Übungen.

Der Text darf gerne kopiert, weitergegeben und zum Download

angeboten werden. Aber bitte nur unverändert und unter Angabe

der Quelle: fortvinci.de

Stand: 02.01.13

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

1


ERSTER TEIL: AUFBAU DES KURSES, DAS AKTUELLE LESETEMPO

ERMITTELN, DAS DURCHSCHNITTLICHE LESETEMPO........................................4

Der Aufbau des Kurses...........................................................................................................................................4

Bevor es mit dem schnell Lesen losgeht: eine kleine Bitte...................................................................................4

Ermitteln Sie jetzt Ihre Lesegeschwindigkeit. .....................................................................................................5

ZWEITER TEIL: SUBVOKALISATION, REGRESSION UND FIXIERUNG................6

Die Subvokalisierung..............................................................................................................................................6

Die Regression..........................................................................................................................................................6

Die Fixierung............................................................................................................................................................7

Warum Sie mehr verstehen, wenn Sie schneller lesen.........................................................................................7

DRITTER TEIL: SCHNELLLESETRAINING MIT DEM “ZEIGER“, TEMPO-

ÜBUNGEN, GEZIELT DIE SUBVOKALISIERUNG UND DIE FIXIERUNG

ABTRAINIEREN...........................................................................................................8

Der Sinn des „Zeigers“ ist es, Sie aus Ihrer Lesekomfortzone zu ziehen. Buchstäblich! ................................8

Noch mal: die Subvokalisierung............................................................................................................................8

Sie können das Subvokalisieren ganz gezielt angehen: Übung...........................................................................9

Fixierung vermeiden, schneller lesen: Übung.....................................................................................................10

Die beste Übung: ein Buch lesen! ........................................................................................................................10

Vertrauen Sie Ihrem Gehirn................................................................................................................................11

Zusammenfassung der „Zeiger-Übung“.............................................................................................................12

VIERTER TEIL: SIEBEN SPEED READING TECHNIKEN......................................13

Sieben Schnell-Lese-Techniken............................................................................................................................13

Schnell-Lese-Techniken trainieren......................................................................................................................13

Der „Zwei-Zeilenschwung“..................................................................................................................................14

Der „Rückwärtsschwung“....................................................................................................................................14

Das „S“...................................................................................................................................................................15

Die „Schleife“.........................................................................................................................................................15

Die vertikale Wellenbewegung.............................................................................................................................15

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

2


Die Zweiränder-Technik.......................................................................................................................................15

Die Lieblingstechnik finden..................................................................................................................................16

FÜNFTER TEIL: WEITERE HILFSMITTEL................................................................17

Schneller lesen – mit dem Sichtfenster................................................................................................................17

Schneller lesen – das Metronom...........................................................................................................................17

ANHANG.....................................................................................................................19

Augenentspannung................................................................................................................................................19

Abdeckübung.........................................................................................................................................................20

Die Techniken im Überblick.................................................................................................................................26

Testtext 1................................................................................................................................................................27

Testtext 2................................................................................................................................................................30

Fortschrittstabelle.................................................................................................................................................34

Weitere kostenlose Webressourcen.....................................................................................................................35

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

3


Erster Teil: Aufbau des Kurses, das aktuelle Lesetempo

ermitteln, das durchschnittliche Lesetempo

Wann haben Sie das letzte Mal lesen gelernt?

Wahrscheinlich, als Sie das erste Mal lesen gelernt haben.

Wenn Sie schneller lesen wollen, müssen Sie sich angelernte Fehler abtrainieren. Wie das geht,

erfahren Sie in diesem Manuskript. Es ist das Ergebnis eines Online-Kurses auf meinem Blog.

Der Aufbau des Kurses.

In diesem Teil erfahren Sie, wie Sie Ihre aktuelle Lesegeschwindigkeit ermitteln. Außerdem erfahren

Sie, warum Sie noch so lesen wie zu dem Zeitpunkt, als Sie 12 waren. Aus der Art und Weise wie Sie

lesen gelernt haben, entwickelten sich die drei Hürden, die Sie im Moment daran hindern, schneller zu

lesen.

Im zweiten Teil erfahren Sie, was es mit den drei Hürden, die zwischen Ihnen und einem höheren

Lesetempo stehen, auf sich hat. Darüber hinaus können Sie sich von dem Mythos verabschieden,

dass schnelles Lesen zu Lasten des Verständnisses geht.

Im dritten Teil des Kurses lernen Sie, wie Sie die drei Hürden überwinden. Ab diesem Teil werden die

Speed Reading Techniken vermittelt, durch die Sie schneller lesen werden.

Im vierten Teil lernen Sie weitere, fortgeschrittene, Speed Reading Techniken kennen.

Im fünften Teil des Kurses stelle ich Ihnen zwei weitere Lesehilfen vor.

Im Anhang finden Sie das für diesen Kurs benötigte Arbeitsmaterial sowie Links zu weiteren

kostenlosen Ressourcen im Zusammenhang mit dem Lesen im Allgemeinen und dem schnellen

Lesen im Speziellen.

Bevor es mit dem schnell Lesen losgeht: eine kleine Bitte.

Mir ist das Thema ähnlich wichtig wie Mnemotechniken (zum kostenlosen PDF mit Mnemotechniken),

weil ich glaube, dass die Fähigkeit schneller zu lesen nicht nur für Studenten eine wertvolle

Erleichterung ist. Ich glaube aber nicht, dass es nötig ist, dafür Geld auszugeben. Menschen, die

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

4


mehr IQ als Kohle haben, sollen ihre Talente voll entfalten können!

Tun Sie etwas Gutes – und helfen Sie mir dabei, diesen Kurs zu verbessern.

Ich möchte Sie bitten, mir unbedingt eventuelle (didaktische) Verbesserungsvorschläge und inhaltliche

Ergänzungen zu mailen.

Ermitteln Sie jetzt Ihre Lesegeschwindigkeit.

Drucken Sie sich bitte Arbeitstext 1 aus dem Anhang aus. Schnappen Sie sich eine Stoppuhr. Lesen

Sie eine Minute in Ihrer normalen Lesegeschwindigkeit. Sobald eine Minute um ist, markieren Sie

die Stelle, bis zu der Sie gekommen sind. Versuchen Sie nicht, sich selbst zu beeindrucken, in dem

Sie verteufelt schnell lesen. Lesen Sie bitte entspannt, in Ihrem normalen Lesetempo.

Sobald Sie fertig sind, zählen Sie bitte die Anzahl der gelesenen Zeilen und multiplizieren Sie diese

mit 17. (Das ist die ungefähre Anzahl der Wörter pro Zeile.) Das Ergebnis sagt Ihnen, wie viele Wörter

Sie im Moment pro Minute lesen. Notieren Sie diese Zahl in der „Fortschrittstabelle“

, die Sie im

Anhang finden.

Vermutlich liegt Ihre Zeit irgendwo zwischen 150 und 280 Wörtern. Denn das entspricht dem

Durchschnitt. Wenn Sie bei über 400 Worten liegen, lesen Sie so schnell wie das schnelle Fünftel

der Bevölkerung. Aber wahrscheinlich lesen Sie noch so schnell oder langsam wie Sie gelesen haben,

als Sie 12 gewesen sind:

Als Sie lesen gelernt haben, gewöhnten Sie sich eine Technik an, die Ihnen damals das Lesen

erleichtert hat. Das damalige Hilfsmittel ist jetzt in eine der drei Hürden mutiert, die Ihr Lesetempo

drosseln. Die Rede ist von der Subvokalisierung.

Neben der Subvokalisierung gibt es noch zwei weitere Hemmschuhe: die Fixierung und die

Regression

Alle drei „Leselähmer“ werden Sie mit Hilfe der Techniken auf den folgenden Seiten abstreifen. Aber

bevor Sie sich dieser Hemmschuhe entledigen können, müssen Sie erst einmal wissen, was sich

hinter ihnen verbirgt.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

5


Zweiter Teil: Subvokalisation, Regression und Fixierung.

Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die viel lesen, heißt nicht, dass sie schnell lesen. Besser

Gebildete haben nicht wesentlich bessere Lesetechniken als weniger Gebildete. Sie sind einfach nur

motivierter, viel zu lesen. (Das besser Gebildete einen Text inhaltlich anders lesen und anders mit

einem Text arbeiten als Ungeschulte, ist ein anderes Thema.)

Einer der größten Hindernisfaktoren beim schnelleren Lesen ist das „Subvokalisieren“. Es ist

ein Relikt aus (Grund)Schultagen.

Die Subvokalisierung.

Unter „Subvokalisierung“ versteht man das gedankliche Mitsprechen des Gelesenen.

Als Sie lesen gelernt haben, hat es Sinn ergeben, ein Wort Buchstabe für Buchstabe über den Weg

der Stimme zu entschlüsseln – also Buchstabe für Buchstabe zu sprechen. Letztlich ist das aber nur

ein Hilfsmittel – so wie Stützräder beim Fahrradfahren. Sie erkennen die „Subvokalisierung“ daran,

dass Sie beim Lesen eher ein Gefühl auf der Zunge haben. Wenn Sie auf das Subvokalisieren

verzichten, „spüren“ Sie das Lesen eher im Kopf. Hört sich ein bisschen esoterisch an – aber im

dritten Teil des Kurses werden Sie am eigenen Rachen merken, was ich meine.

Die Regression.

Im Gegensatz zur Subvokalisierung ist die Regression nichts Angelerntes, sondern eine Konsequenz

der Arbeitsweise unserer Augen. Damit ist das Zurückspringen auf bereits Gelesenes gemeint.

Beim Lesen bewegen sich die Augen nicht fließend über die Seiten. Der Blick „springt“ über das

Papier. Dies führt andauernd zu kurzen „Stopps“, bei denen das Auge ein oder zwei Wörter aufnimmt

und dann „weiterspringt“.

Auch wenn die Pausen nur den Bruchteil einer Sekunde kurz sind, summieren sich diese Bruchteile:

Teile des Textinhalts – eines Satzes oder Absatzes – werden in diesen kurzen Pausen „vergessen“.

Es ist so, als würde Sie in einem Gespräch andauernd unterbrochen werden, wodurch Sie über kurz

oder lang auch den „Roten Faden“ verlören und ihn permanent wieder „aufnehmen“ müssten.

Deswegen kommt es zur Regression.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

6


Die Fixierung.

Die Regression ergibt sich aus der „Fixierung“. Unsere Augen müssen sich laufend „scharf“

stellen, um das, was gerade im Fokus ist, zu erfassen. Dieses Scharfstellen führt zu den oben

genannten Pausen, die die Lesegeschwindigkeit drosseln. Dagegen können Sie (fast) nichts machen

– unsere Augen funktionieren eben so. Aber eine Sache können Sie schon tun, um schneller zu lesen:

Ihren Blick entspannen. Dadurch erweitert sich Ihr Sehfeld. Sie schalten vom „Tunnelblick“, der

Fixierung, auf das „periphere“ Sehen, den „Weitblick“. Sie benötigen also weniger „Fixierungen“,

da Sie pro „Fixierung“ mehr Wörter erfassen.

Neben den drei Hürden Regression, Fixierung und Subvokalisierung gibt es noch eine weitere Hürde.

Diese ist mentaler Natur: Beim Schnelllesetraining geht es zu Beginn vor allem um eine

Temposteigerung – zu Lasten des Textverständnisses. Das kann den Eindruck erwecken, dass Speed

Reading nur zum flüchtigen Überfliegen eines Textes taugt.

Warum Sie mehr verstehen, wenn Sie schneller lesen.

Das langsame Lesen eines Satzes führt dazu, dass Sie häufig vergessen, was zu Beginn des Satzes

gesagt wurde.

In Ihrem „Arbeitsspeicher“ fehlt Ihnen die Gesamtheit der Informationen, die Sie brauchen, um etwas

mit dem Gelesenen anzufangen. Gerade bei komplizierten Texten hilft das Schnelllesen, den

Sinn in seiner Gesamtheit besser zu erschließen.

Wie schnell Sie lesen, um die Grenze zum oberflächlichen Überfliegen zu überschreiten, hängt von

mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie geübt Sie darin sind, schnell zu lesen, außerdem

natürlich von Ihrer Konzentration. (Hier finden Sie 50 kostenlose Konzentrationsübungen und hier

eine Beschreibung einer der besten Lern- und Konzentrationsmethoden, der Pomodoro-

Technik)

Auch wenn Sie Ihre Lesegeschwindigkeit erhöht haben werden, wird es auch zukünftig einen

Unterschied machen, ob Sie einen Text mit komplizierten physikalischen Formeln oder einen Stephen

King Roman lesen.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

7


Dritter Teil: Schnelllesetraining mit dem “Zeiger“, Tempo-

Übungen, gezielt die Subvokalisierung und die Fixierung

abtrainieren.

Als erstes brauchen Sie neben einem Buch einen Stift. Der Stift ist Ihr „Zeiger“. Mit diesem Zeiger

hindern Sie Ihre Augen daran, länger zu „fixieren“. Außerdem unterbinden Sie die „Regression“, die

„Fixierung“ und die „Subvokalisierung“.

Der Sinn des „Zeigers“ ist es, Sie aus Ihrer Lesekomfortzone zu

ziehen. Buchstäblich!

Sie haben im ersten Teil des Kurses „Schneller lesen!“ Ihre aktuelle Lesegeschwindigkeit ermittelt.

Tun Sie jetzt bitte Folgendes: Schnappen Sie sich erneut den Übungstext aus dem ersten Teil des

Kurses „Schnell lesen!“. Stellen Sie eine Stoppuhr auf 1’20’’.

Lesen Sie ihn erneut von Anfang an – aber lesen Sie jetzt doppelt so viele Wörter als beim ersten

Mal, als Sie Ihre normale Lesegeschwindigkeit ermittelt haben – und das in 1’20“!

Achten Sie jetzt noch nicht auf Textverständnis. Im ersten Schritt ist es wichtig, dass Sie auf

Tempo kommen. Dabei hilft Ihnen der Stift. Fahren Sie unter der Zeile, die Sie gerade lesen, so

schnell mit dem Stift von links nach rechts, dass Sie das Wortpensum in einer Minute zwanzig

Sekunden bewältigen.

Ihre Augen sollen nichts weiter tun, als über die Wörter zu „fliegen“, auf die der Stift weist.

Indem Ihre Augen dem Stift folgen, reißen Sie die Hürden ein, die Sie am schnell Lesen hindern: die

Regression, die Fixierung und die Subvokalisierung.

Noch mal: die Subvokalisierung.

Die Subvokalisierung ist das größte Problem beim schnelleren Lesen und es erfordert die meiste

Disziplin, sie sich abzugewöhnen. Das werden Sie übrigens nie hundertprozentig schaffen. Denn es

ist ganz natürlich, dass Sie Wörter, die Sie nicht kennen oder selten sehen, „Subvokalisieren“ – auch

dann, wenn Sie ein geübter Schnell-Leser sind. In den meisten Fällen ist das Subvokalisieren aber

nicht nötig.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

8


Vielleicht haben Sie schon durch die obere Schnelllesetechnik, die mit dem „Zeiger“, gemerkt, dass

Sie weniger „subvokalisiert“ haben – weil schlicht keine Zeit dazu da war.

Apropos Zeit: Lesen Sie denselben Text, dieselbe Menge, die Sie eben gelesen haben, jetzt nicht

mehr in 1’20’’ – sondern in 55 Sekunden!

Ran an den Übungstext – und, noch mal, achten Sie nicht auf das Textverständnis. Lesen Sie einfach

nur schnell – Ihr Zeiger hilft Ihnen.

Nehmen Sie die Aufforderung bitte ernst. Auch wenn es Ihnen absurd erscheint, einen Text zu lesen,

von dem Sie eh kaum etwas „mitkriegen“, weil Sie so schnell lesen und vielleicht die Hälfte gar nicht

registrieren. Es geht hier darum, mit einem neuen Konzept vertraut zu werden. Als Sie Laufen gelernt

haben, sind Sie anfangs auch ständig gestürzt. Wenn Sie schnell lesen wollen, müssen Sie sich an

schnelles Lesen gewöhnen – und das geht am besten mit dieses „Schockmethode.“

So hat übrigens auch John F. Kennedy schnell Lesen gelernt.

Also: 55“ – dieselbe Wortmenge wie eben, in 1’20“ – wieder von Anfang an!

Fertig? Dann lesen stelle ich Ihnen jetzt zum Entspannen eine Übung vor, mit der Sie sich das

Subvokalisieren abtrainieren können.

Sie können das Subvokalisieren ganz gezielt angehen: Übung.

Lesen Sie einen leichten Text. Während Sie lesen, zählen Sie laut von eins bis zehn. Auf diese Weise

ist Ihr motorisches System mit Zählen beschäftigt. Sie hingegen lesen ohne zu „subvokalisieren“.

Eventuell spüren Sie den Unterschied dieser beiden Lesearten: Wenn Sie beim Lesen

„subvokalisieren“, liegen Ihnen die Worte buchstäblich auf der Zunge. Beim Lesen ohne das

Subvokalisieren spuken Ihnen die Worte im Kopf herum.

Probieren Sie diese Zählübung bitte einmal aus, bevor Sie mit einer Tempoübung weitermachen.

Lesen Sie jetzt bitte wieder Ihren Übungstext. Wieder von Anfang an. Diesmal in 50“. Ernsthaft,

tun Sie es! Jetzt.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

9


Fixierung vermeiden, schneller lesen: Übung.

Die meisten Menschen lesen maximal zwei Wörter gleichzeitig. Das heißt, dass der Blick jedes Mal

auf eine bestenfalls sehr kurze Wortgruppe gerichtet wird. Das drosselt die Lesegeschwindigkeit

ungemein: Jedes Mal müssen sich die Augen wieder scharf stellen, sobald sie auf die nächste

Wortgruppe „gesprungen“ sind. Das strengt auf Dauer übrigens auch ziemlich an und führt zu

Kopfschmerzen und verspanntem Nacken.

Versuchen Sie, größere Wortgruppen auf einen Blick zu erfassen. Das tun Sie, in dem Sie Ihren Blick

entspannen und das Buch etwas weiter weg halten. (Was natürlich individuell verschieden aussieht.)

Dazu gibt es auch wieder ein paar Übungen.

Drucken Sie sich bitte die folgenden Übungen aus dem Anhang aus:

Das Speed Reading PDF Nummer 2 ist ein klassisches Zahlensuchspiel. Folgen Sie den Zahlen von

eins bis dreißig. Der Sinn dieser Übung ist es, Ihnen ein Gefühl für das „periphere Sehen“ zu

geben und Ihren Blick zu „lockern“.

Im Speed Reading PDF Nummer 3 geht’s nicht mehr um Zahlen, sondern um Wörter. Decken Sie die

Seiten bitte jeweils ab. Decken Sie dann kurz die jeweilige Zeile auf und versuchen Sie, die Wörter

darunter zu erfassen. Diese Übung soll Ihnen ein Gefühl dafür geben, Wortgruppen schnell zu

erfassen.

Aus meiner Sicht sind diese Speed Reading Übungen nur eins: eine kleine Stimulation. Sie tun nichts

anderes, als Ihnen im „Nichtschwimmerbecken“ einen Eindruck von dem zu vermitteln, was Ihre

Augen beim schnellen Lesen von Texten tun sollen: Buchstaben und Wortgruppen schnell zu

erfassen.

Die beste Übung: ein Buch lesen!

Als ich angefangen habe, Speed Reading zu trainieren, habe ich mich mit meiner Lesehilfe, dem

Zeiger, aufs Sofa gelegt und mir einen 250 Seiten (ich glaube) Schmöker von C.S. Forester

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

10


geschnappt („Brown von der Insel“), den es bei amazon anscheinend nicht mehr gibt. Mein Ziel war

es, das Buch innerhalb von einer Stunde durchzulesen.

Dabei entglitten meinem Verständnis einige Passagen – aber weniger, als ich gedacht habe. Auf diese

Weise gewann ich Vertrauen. Und Vertrauen in die Aufnahmefähigkeit des Gehirns ist das wichtigste

beim Speed Reading!

Vertrauen Sie Ihrem Gehirn.

Ihr Gehirn nimmt Informationen schneller auf, als Sie jetzt vielleicht denken. Daher neigen Sie

wahrscheinlich dazu, Ihren Fähigkeiten in punkto Schnelllesen nicht zu vertrauen. Sie werden sich

anfangs vermutlich dazu zwingen müssen, Ihre Lesehilfe in hohem Tempo über die Seiten fliegen zu

lassen. Tun Sie es!

Lesen Sie jetzt bitte noch einmal Ihren Text. Diesmal in 45 Sekunden!

Üben Sie jetzt ein paar Tage täglich für jeweils zehn bis dreißig Minuten mit Ihrer Lesehilfe.

Ziel ist zum einen eine signifikante Temposteigerung (um mindestens das Doppelte Ihrer

ursprünglichen Lesegeschwindigkeit). Zum anderen sollen Sie ein Gefühl für das „Subvokalisieren“

bekommen und sich disziplinieren, es abzustellen. (Wie gesagt: Vollständig werden Sie das nicht

hinkriegen – denn es tauchen immer wieder ungewohnte Wörter auf.) Außerdem sollen Sie lernen,

Wortgruppen, statt einzelner Wörter zu erfassen.

Zum Abschluss dieses Teils ein kleiner Test.

Drucken Sie den zweiten Übungstext aus dem Anhang aus. Lesen Sie jetzt in einer Minute doppelt

so viele Wörter, als es Ihrer ursprünglichen Lesegeschwindigkeit entspricht. Diese haben Sie im

ersten Teil des Kurses ermittelt.

Notieren Sie den Wert in Ihrer Erfolgstabelle.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

11


Zusammenfassung der „Zeiger-Übung“

• Wählen Sie einen leichten Text. Zum Beispiel diesen hier.

• Lesen Sie mit Hilfe des Zeigers in 1’20“ doppelt so viele Wörter als es Ihrem normalen

Lesetempo entspricht.

• Wiederholen Sie die Übung. Diesmal jedoch in 55“.

• Wiederholen Sie die Übung. Diesmal in 50“.

• Wiederholen Sie die Übung. Diesmal in 45“.

• Drucken Sie sich den zweiten Test-Text aus dem Anhang aus. Lesen Sie nun in einer Minute

doppelt so viele Wörter als es Ihrer normalen, anfangs ermittelten Lesegeschwindigkeit,

entspricht.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

12


Vierter Teil: Sieben Speed Reading Techniken.

In diesem Teil des Kurses „Schnell lesen“, stelle ich Ihnen einige Schnell-Lese-Techniken vor. Wenn

Sie diese Schnell-Lese-Techniken ausprobieren möchten, sollten Sie bitte vorher unbedingt die Speed

Reading Übungen aus der letzten Kurseinheit gemacht haben. Ansonsten haben Sie nichts davon.

Sieben Schnell-Lese-Techniken.

Hier lernen Sie sieben Schnell-Lese-Techniken kennen. Ich benenne die einzelnen Techniken so, wie

Tony Buzan sie in seinem Buch „Speed Reading“ benennt: „Zwei-Zeilenschwung“, „variabler

Zeilenschwung“, „Rückwärtsschwung“, „Zweiränder-Technik“, „S“, „Schleife“, „vertikale

Wellenbewegung“.

Schnell-Lese-Techniken trainieren.

Grundsätzlich: Am wichtigsten ist das Training mit der Lesehilfe – womit Sie im letzten Kursteil

begonnen haben. Die „Regression“, die „Fixierung“ und die „Subvokalisierung“ gewöhnen Sie sich so

am besten ab.

Trainieren Sie das schnelle Lesen mit einfachen Texten – und achten Sie, wie gesagt, zunächst

nicht auf das Textverständnis. Versuchen Sie, sobald Sie sich auf eine Lesegeschwindigkeit

eingestellt haben, diese im nächsten Schritt zu übertreffen. Also mehr Wörter pro Minute zu lesen als

zuvor. Dabei hilft Ihnen die „Fortschrittstabelle“ aus dem Anhang.

Wenn Sie mit den Techniken des schnelleren Lesens vertrauter sind, finden Sie die für Sie

richtige Mischung aus optimalem Textverständnis und Lesetempo.

Die im Folgenden Beschriebenen Lese-Techniken, probieren Sie dann am besten im zweiten Schritt.

Probieren Sie dabei bei jeder Lesesitzung eine der Techniken aus. Nutzen Sie dazu einfache Texte,

die Sie bereits kennen.

Sie werden feststellen, dass Sie schnell Ihre persönliche Lieblingstechnik finden werden. Vielleicht

machen Sie auch eine ähnliche Erfahrung wie ich: Sie beginnen mit einer Technik, gehen dann

während Ihrer Lese-Session zur nächsten über und im weiteren Verlauf zu einer weiteren – so als

würde ein Motor warmlaufen.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

13


Der „Zwei-Zeilenschwung“.

Mit dieser Technik starte ich meistens. Sie ist Ihnen in einfacherer Form bereits durch Ihr Schnell-

Lese-Training mit der Lesehilfe vertraut. Anstatt jedoch mit der Lesehilfe von links nach rechts zu

streifen und dabei „nur“ eine Zeile zu erfassen, versuchen Sie bei dieser Schnelllese-Technik zwei

Zeilen gleichzeitig zu erfassen. Sobald Sie am Ende der Zeilen angelangt sind, heben Sie die

Lesehilfe etwas ab und ziehen sie in einem vertikalen Schwung auf den Beginn der nächsten zwei

darunter liegenden Zeilen.

Durch eine kleine Modifizierung dieser Technik, landen Sie beim variablen Zeilenschwung. Anstatt

„nur“ zwei Zeilen zu erfassen, versuchen Sie gleichzeitig drei Zeilen und mehr zu erfassen. Mir ist das

bisher – außer bei wirklich einfachen Texten – noch nicht gelungen. Buzan behauptet, dass geübte

Leser bis zu acht Zeilen und mehr auf diese Weise gleichzeitig erfassen können. Wer weiß… Eine

Abbildung dieser Schnelllesetechnik finden Sie hier.

Der „Rückwärtsschwung“.

Sobald ich mich eine Weile mit dem Zwei-Zeilenschwung „warm“ gelesen habe, beschleunige ich mit

dem „Rückwärtsschwung“ mein Lesetempo. Er funktioniert ähnlich wie die beiden bereits vorgestellten

Schnell-Lese-Techniken. Aber anstatt am Ende der Zeile(n) die Lesehilfe abzuheben und sie auf den

Beginn der nächsten Zeile(n) zu setzen, lesen Sie die nächsten Zeilen „rückwärts“, während Ihr

Zeiger zurückschwingt. Das Bild macht klar, was ich meine. (Siehe Anhang: „Schnelllesetechniken

im Überblick“)

Buzan behauptet, dass dieser Vorgang natürlich ist. Seiner Meinung nach ergeben die „rückwärts“

gelesenen Wörter einen Sinn, weil das Gehirn es gewohnt ist, in einer „Warteposition“ den Sinn eines

Satzes abzuwarten. Beispiel: „Menschen, die schneller Lesen wollen, weil Sie zum Beispiel beruflich

viel lesen müssen, müssen sich darauf einstellen, dass sie anfangs nicht soviel vom Gelesenen

verstehen – aber mit zunehmender Übung und wachsender Konzentration bessert sich das.“

Bis zum Ende des Satzes befand sich Ihr Gehirn, nach Buzan, in einer Warteposition. Erst am Ende

des Satzes ergab sich der Sinn des Ganzen. Die Fähigkeit des Gehirns, in diesem „Wartemodus“

verharren zu können, ermöglicht den Rückwärtsschwung: die rückwärts gelesenen sinnlos

scheinenden Wörter, werden am Ende der Wartephase „sortiert“.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

14


Das „S“.

Diese Technik funktioniert im Prinzip wie der Rückwärtsschwung. Ihre Augen erfassen den Text beim

„Rückwärtslesen“. Allerdings nicht mit einer diagonalen Abwärtsbewegung, sondern in einer

„Fließbewegung“. Praktisch sehe ich bei beiden Methoden des schnelleren Lesens allerdings keinen

Unterschied. Bei Ihnen mag das anders sein. Probieren Sie es aus! Eine Abbildung dieser

Schnelllesetechnik finden Sie hier.

Die „Schleife“.

Bei dieser Schnell-Lese-Technik führen Sie mit Ihrer Lesehilfe an den jeweiligen Seitenrändern eine

kleine „Schleife“ aus. Betrachten Sie auch dazu wieder das Bild. Interessant ist, dass sich die

einzelnen Techniken fast ganz natürlich ergeben, wenn man das schnelle Lesen selbst ausprobiert.

Eine Abbildung dieser Schnelllesetechnik finden Sie hier.

Die vertikale Wellenbewegung.

Dies ist eine meiner Lieblingstechniken. Der Blick bleibt hierbei mehr oder weniger auf der Mittellinie

der jeweiligen Seiten und pendelt in einer kleinen Wellenbewegung hin und her. Sie lesen hier also

auch „rückwärts“. Eine Abbildung dieser Schnelllesetechnik finden Sie hier.

Die Zweiränder-Technik.

Mit dieser Schnell-Lese-Technik starte ich, sobald ich mich richtig „warmgelesen“ habe. An dem einen

Rand des Textes platzieren Sie Ihre Lesehilfe und am anderen Ihren Daumen. Lesehilfe und

Daumen wandern nun langsam die Seitenränder hinunter. Ihr Blick wird dabei von „Daumen“

und „Lesehilfe“ gestützt. Sie erfassen auf diese Weise jede Zeile mit einem Blick. Ja, funktioniert

– ausprobieren! Eine Abbildung dieser Schnelllesetechnik finden Sie hier.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

15


Die Lieblingstechnik finden.

Wenn Sie das schnelle Lesen trainieren wollen, sollten Sie in jeder Ihrer Leserunden eine der hier

vorgestellten Schnell-Lese-Techniken eine Zeit lang ausprobieren. Sie werden mit zunehmender

Sicherheit die Techniken mischen.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

16


Fünfter Teil: Weitere Hilfsmittel

Hier stelle ich Ihnen zwei weitere Hilfsmittel vor. Eines davon kennen regelmäßige Fort Vinci Leser

bereits: es ist das Sichtfenster. Das andere Hilfsmittel kennt jeder – aber nicht im Zusammenhang mit

dem schnellen Lesen. Die Rede ist von einem Metronom, einem „Taktgeber“.

Schneller lesen – mit dem Sichtfenster.

Wie Sie im dritten Teil erfahren haben, ist die „Fixierung“ eine Hürde beim Schnelllesen. Sie würden

das Lesetempo beschleunigen, wenn Sie statt einzelner Wörter ganze Wortgruppen mit einem Blick

erfassen. Dabei hilft Ihnen das Sichtfenster. Sie können sich leicht selbst eins herstellen.

Schneiden Sie dazu ein kleines Fenster in eine längliche rechteckige Pappe. Wenn Sie die Pappe nun

auf Ihren Text legen, versuchen Sie bitte mit möglichst einem Blick alles zu erfassen, was Sie

innerhalb des Sichtfensters sehen.

Mir hilft dieses Fenster dabei, das periphere Sehen zu üben und auf diese Weise mehr Wörter auf

einem Blick zu erfassen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Schneller lesen – das Metronom.

Wenn es Ihnen so wie mir geht, dann nervt Sie das „gegen die Uhr lesen.“ Praktisch sieht das bei mir

so aus, dass ich eine Pomodoro-Einheit lang in einem Buch lese. (hier lesen Sie mehr zur

Konzentrationsmethode „Pomodoro-Technik“) Nach Ablauf der Einheit zähle ich die Wörter aus. (Nein,

nicht immer, immer nur dann, wenn ich das schnelle Lesen trainieren will.)

Mit dem Metronom wird die Sache einfacher. Jeder Schlag des Metronoms bedeutet ein

Zeilenschwung mit der Lesehilfe: „Klak“…“Klak“ – „Zeilenschwung“… „Zeilenschwung“.

Wenn Sie Ihre Lesegeschwindigkeit erhöhen wollen, dann takten Sie das Metronom entsprechend

schneller. Auf diese Weise schenken Sie sich das Rumfummeln mit einer Stoppuhr und das

Auszählen von Wörtern.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

17


Wenn Sie kein Metronom haben, dafür aber ein Smartphone, dann schauen Sie doch einmal im App-

Store nach entsprechenden Anwendungen. Ich nutze „Guitar Toolkit“. Das kostet allerdings ein

bisschen was. Ich bin mir aber sicher, dass es auch kostenlose Metronom-Downloads gibt.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

18


Anhang

Augenentspannung

Diese Übung dient dazu, Ihre Augen zu entspannen. Sie soll Sie für das periphere Sehen trainieren.

Folgen Sie den Zahlen von eins bis dreißig.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

19


Abdeckübung

Maulwurfshügel

Zweitaktmotor

Exoplanet

Symphoniekonzert

Schönheitsoperation

Frühlingsrollen

Permafrostboden

Nietenarmband

Fachwerkhaus

Herzkammerflimmern

Frischhaltefolie

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

20


Kryptografie

Verschlüsselungstechnologie

Bimsstein

Liebesbeweis

Außerirdische Lebensformen

Laktose Intoleranz

Kabellose Tastatur

Square Dance

Gegenseitiger Nichtangriffspakt

Grenzkosten Betrachtung

Europäisches Raumfahrtprogramm

Konventionelle Waffen

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

21


Taktische Nuklearsprengköpfe

Freistaat Bayern

Kabellos surfen

Algebraische Gleichung

Bürgerliches Gesetzbuch

Kampfstern Galaktika

Offensive Vorwärtsverteidigung

Vereinigte Staaten von Amerika

Das Russische Zarenreich

Das Texas Kettensägenmassaker

Kreuzfeld Jacob Krankheit

Freie Republik Emsland

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

22


Nord-Ost Passage

Lizenz zum Töten

Konzil von Mailand

Periodensystem der Elemente

Kosten-Nutzen Rechnung

Nord Deutscher Rundfunk

Radio Television Luxemburg

Fünf Uhr Tee

Deutsch-Südwest-Afrika

Der Wiener Kongress

Cascading Style Sheets

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

23


Eine Nahtod-Erfahrung

Zum Blauen Bock

Die olympischen Sommerspiele

Cleopatra war sehr schön.

Keine Macht für Niemanden.

Hektisch übern Ecktisch!

Einstürzende Neubauten

Die goldenen Zitronen

Der rote Fuchs springt.

Heim für Schwererziehbare.

Für immer Punk!

Brautkleid bleibt Brautkleid.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

24


Eile mit Weile.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

25


Die Techniken im Überblick.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

26


Testtext 1

Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Ein Vater hatte zwei Söhne, davon war der älteste klug und gescheit, und wusste sich in alles wohl zu

schicken, der Jüngste aber war dumm, konnte nichts begreifen und lernen und wenn ihn die Leute

sahen, sprachen sie: „Mit dem wird der Vater noch seine Last haben!" Wenn nun etwas zu tun war, so

musste es der Älteste allzeit ausrichten, hieß ihn aber der Vater noch spät oder gar in der Nacht etwas

holen und der Weg ging dabei über den Kirchhof oder sonst einen schaurigen Ort, so antwortete er

wohl: „Ach nein, Vater, ich gehe nicht dahin, es gruselt mir", denn er fürchtete sich. Oder, wenn

abends beim Feuer Geschichten erzählt wurden, wobei einem die Haut schaudert, so sprachen die

Zuhörer manchmal: „Ach, es gruselt mir!" Der Jüngste saß in einer Ecke und hörte das mit an und

konnte nicht begreifen, was es heißen sollte. „Immer sagen sie: Es gruselt mir! Es gruselt mir! Mir

gruselt's nicht: Das wird wohl eine Kunst sein, von der ich auch nichts verstehe."Nun geschah es,

dass der Vater einmal zu ihm sprach: „Hör du in der Ecke dort, du wirst groß und stark, du musst auch

etwas lernen, womit du dein Brot verdienst. Siehst du, wie dein Bruder sich Mühe gibt, aber an dir ist

Hopfen und Malz verloren." „Ei, Vater", antwortete er, „ich will gerne was lernen; ja, wenn's anginge,

so möchte ich lernen, dass mir es gruselte; davon verstehe ich noch gar nichts." Der Älteste lachte,

als er das hörte und dachte bei sich „Du lieber Gott, was ist mein Bruder ein Dummbart, aus dem wird

sein Lebtag nichts: Was ein Häkchen werden will, muss sich beizeiten krümmen." Der Vater seufzte

und antwortete ihm: „Das Gruseln, das sollst du schon lernen, aber dein Brot wirst du damit nicht

verdienen."

Bald danach kam der Küster zum Besuch ins Haus, da klagte ihm der Vater seine Not und erzählte,

wie sein jüngster Sohn in allen Dingen so schlecht beschlagen wäre, er wisse nichts und lerne nichts.

„Denkt Euch, als ich ihn fragte, womit er sein Brot verdienen wollte, hat er gar verlangt, das Gruseln zu

lernen." „Ei", antwortete der Küster, „das kann er bei mir lernen; tut ihn nur zu mir, ich werde ihn schon

abhobeln." Der Vater war es zufrieden, weil er dachte: „Der Junge wird doch ein wenig zugestutzt."

Der Küster nahm ihn also ins Haus und er musste die Glocke läuten. Nach ein paar Tagen weckte er

ihn um Mitternacht, hieß ihn aufstehen, in den Kirchturm steigen und läuten. „Du wirst schon lernen,

was Gruseln ist", dachte er, doch um ihm noch einen rechten Schrecken einzujagen ging er heimlich

voraus und stellte sich ins, da sollte der Junge meinen, er wär ein Gespenst. Der Junge stieg ruhig in

den Turm hinauf, als er oben ankam sah er eine Gestalt im Schalloch. „Wer steht dort?", rief er, aber

es regte und bewegte sich nicht. Da sprach er: „Was willst du hier in der Nacht? Mach, dass du fort

kommst, oder ich werfe dich hinunter." Der Küster dachte: „Es wird so arg nicht gemeint sein". Er

schwieg und blieb unbeweglich stehen. Da rief ihn der Junge zum dritten Mal an und als er immer

noch keine Antwort erhielt, nahm er einen Anlauf und stieß das Gespenst hinab, dass es sich Hals

und Bein brach. Darauf läutete er die Glocke und wie das geschehen war, stieg er wieder hinab, legte

sich, ohne ein Wort zu sagen, ins Bett und schlief fort. Die Küsterfrau wartete lange Zeit auf ihren

Mann, aber der kam nicht wieder.

Da ward ihr endlich Angst, dass sie den Jungen weckte und fragte: „Weißt du nicht, wo

mein Mann geblieben ist? Er ist mit auf den Turm gestiegen." „Nein", antwortete der Junge, „aber da

hat einer im Schalloch gestanden und weil er nicht weggehen und keine Antwort geben wollte, so

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

27


habe ich ihn hinunter geschmissen. Geht einmal hin, so werdet Ihr sehen ob er's gewesen ist." Die

Frau eilte voll Angst auf den Kirchhof fand ihren Mann tot auf der Erde liegen.

Da lief sie schreiend zu dem Vater des Jungen und weckte ihn und sprach: „Ach, was hat euer

Taugenichts für ein Unglück angerichtet, meinen Mann hat er zum Schallloch hinunter gestürzt, dass

er tot auf dem Kirchhof liegt!" Der Vater erschrak, kam herbeigelaufen und schalt den Jungen: „Was

sind das für gottlose Streiche, die muss dir der Böse eingegeben haben." „Ei, Vater", antwortete er,

„hört nur an, ich bin ganz unschuldig: er stand da in der Nacht wie einer, der Böses vorhat. Ich wusste

nicht, wer's war, ich hab ihn ja dreimal ermahnt, warum ist er nicht weggegangen." „Ach", sprach der

Vater, „mit dir erleb ich nur Unglück, geh mir aus den Augen, ich will dich nicht mehr ansehen." „Ja,

Vater, recht gerne, wartet nur, bis Tag ist, da will ich ausgehen und das Gruseln lernen, so versteh ich

doch eine Kunst, die mich ernähren kann." „Lerne, was du willst", sprach der Vater, „mir ist alles

einerlei. Da hast du fünfzig Taler, damit geh mir aus den Augen und sage keinem Menschen, wo du

her bist und wer dein Vater ist, denn ich muss mich deiner schämen." „Ja, Vater, wie ihrs haben wollt,

wenn Ihr nicht mehr verlangt, das kann ich leicht in Acht behalten."

Als nun der Tag anbrach, steckte der Junge seine fünfzig Taler in die Tasche, ging hinaus auf die

große Landstraße und sprach immer vor sich hin: „Wenn mir's nur gruselte! Wenn mir's nur gruselte!"

Da ging ein Mann neben ihm, der hörte das Gespräch mit an und als sie ein Stück weiter waren, dass

man den Galgen sehen konnte, sagte er zu dem Jungen: „Siehst du, dort ist der Baum, wo siebene

mit des Seilers Tochter Hochzeit gehalten haben, setz dich darunter und warte, bis die Nacht kommt,

so wirst du schon das Gruseln lernen." „Wenn weiter nichts dazu gehört", antwortete der Junge, „das

will ich gern tun; lerne ich aber so geschwind das Gruseln, so sollst du meine fünfzig Taler haben,

komm nur morgen früh wieder zu mir." Da ging der Junge zu dem Galgen, setzte sich darunter und

wartete, bis der Abend kam. Und weil ihn fror, machte er sich ein Feuer an, aber um Mitternacht ging

der Wind so kalt, dass er trotz des Feuers nicht warm werden wollte. Und als der Wind die Gehenkten

gegeneinander stieß, dass sie sich hin und her bewegten, so dachte er: „Du frierst unten bei dem

Feuer, was mögen die da oben erst frieren und zappeln." Und weil er mitleidig war, legte er die Leiter

an, stieg hinauf, knüpfte einen nach dem andern los und holte sie alle siebene herab. Darauf schürte

er das Feuer blies es an und setzte sie herum, dass sie sich wärmen sollten. Aber sie saßen da und

regten sich nicht und das Feuer ergriff ihre Kleider. Da sprach er: „Nehmt euch in Acht, sonst häng ich

euch wieder hinauf." Die Toten aber hörten nicht, schwiegen und ließen ihre Lumpen brennen. Da

ward er bös und sprach: „Wenn ihr nicht Acht geben wollt, so kann ich euch nicht helfen, ich will nicht

mit euch verbrennen" und hing sie nach der Reihe wieder hinauf. Nun setzte er sich zu seinem Feuer

und schlief ein, und am andern Morgen, da kam der Mann zu ihm, wollte die fünfzig Taler haben und

sprach: „Nun, weißt du, was Gruseln ist?" „Nein", antwortete er, „woher sollte ich's wissen? Die

da droben haben das Maul nicht aufgetan und waren so dumm, dass sie die paar alten Lappen, die

sie am Leibe haben, brennen ließen." Da sah der Mann, dass er die fünfzig

Taler heute nicht davontragen würde, ging fort und sprach: „So einer ist mir noch nicht

vorgekommen."

Der Junge ging auch seines Wegs und fing wieder an vor sich hin zu reden: „Ach, wenn mir's nur

gruselte! Ach, wenn mir's nur gruselte!" Das hörte ein Fuhrmann, der hinter ihm herschritt, und fragte:

„Wer bist du?" „Ich weiß nicht", antwortete der Junge. Der Fuhrmann fragte weiter: „Wo bist du her?"

„Ich weiß nicht." „Wer ist dein Vater?" „Das darf ich nicht sagen." „Was brummst du so in den Bart

hinein?" „Ei", antwortete der Junge, „ich wollte, dass mir's gruselte, aber niemand kann es mich

lehren." „Lass dein dummes Geschwätz", sprach der Fuhrmann, „komm, geh mit mir, ich will sehen,

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

28


dass ich dich unterbringe." Der Junge ging mit dem Fuhrmann, abends gelangten sie zu einem

Wirtshaus, wo sie übernachten wollten, da sprach er beim Eintritt in die Stube wieder ganz laut:

„Wenn mir's nur gruselte! Wenn mir's nur gruselte!" Der Wirt, der das hörte, lachte und sprach: „Wenn

dich danach lüstet, dazu sollte hier wohl Gelegenheit sein." „Ach schweig stille", sprach die Wirtsfrau,

„so mancher Vorwitzige hat schon sein Leben eingebüßt, es wäre Jammer und Schade um die

schönen Augen, wenn die das Tageslicht nicht wieder sehen sollten." Der Junge aber sagte: „Wenn's

noch so schwer wäre, ich will's einmal lernen, dazu bin ich ja ausgezogen." Er ließ dem Wirt auch

keine Ruhe, bis dieser erzählte, nicht weit davon stände ein verwünschtes Schloss, worin einer wohl

lernen könnte, was Gruseln wäre, wenn er drei Nächte darin wachen wollte. Der König hätte dem, der

es wagen sollte, seine Tochter zur Frau versprochen, und die wäre die schönste Jungfrau, welche die

Sonne beschien: in dem Schlosse steckten auch große Schätze, von bösen Geistern bewacht, die

würden dann frei. Schon viele wären wohl hinein-, aber noch keiner wieder herausgekommen. Da ging

der Junge am andern Morgen vor den König und sprach: „Wenn's erlaubt wäre, so wollte ich wohl drei

Nächte in dem verwünschten Schlosse wachen." Der König sah ihn an und weil er ihm gefiel, sprach

er: „Du darfst dir noch dreierlei ausbitten, aber es müssen leblose Dinge sein und das darfst du mit ins

Schloss nehmen." Da antwortete er: „So bitt ich um ein Feuer, eine Drehbank und eine Schnitzbank

mit dem Messer."

(…)

1654 Wörter

Grimms Märchen: http://online-lernen.levrai.de/deutschuebungen/maerchen/grimms_maerchen.htm#Maerchen

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

29


Testtext 2

Geschichte des Konigs ̈ Kalad und seines Veziers Schimas

Man behauptet, einst lebte in Indien ein machtiger ̈ Konig ̈ von hoher Statur und starkem Korperbau, ̈

sein Name war Kalad. Er gebot uber ̈ zweiundsiebzig Vizekonige; ̈ dreihundert und funfzig ̈ Kadis war

die Justizpflege anvertraut, und in seinem Diwan saßen siebzig Veziere, von denen je Zehn einem

Obern gehorchten. Uber ̈ allen siebzig stand aber der Großvezier Schimas, der sowohl bei dem Konig ̈

als bei den ubrigen ̈ Vezieren sehr beliebt war. Die Regierung diese Konigs ̈ war sehr mild, denn er

liebte seine Untertanen, war sehr wohltatig ̈ und erleichterte ihr Abgaben mehr, als alle seine

Vorganger. ̈ Er war aber doch sehr missvergnugt, ̈ weil er keinen Sohn hatte, der ihm hatte ̈ auf dem

Throne folgen konnen. ̈ Eines Nachts, als ihn der Schlaf in diesem Gedanken uberwaltigte, ̈ ̈ sah er im

Traume ̈ die Wurzel eines Baumes, aus dem viele Zweige hervorsprossen; dann entstieg dieser Wurzel

eine Flamme, welche alle Zweige rund umher verzehrte. Der Konig ̈ erwachte hierauf sehr erschrocken

und befahl einem seiner Diener, sogleich den Vezier Schimas zu rufen. Dieser kam schnell herbei und

verbeugte sich vor dem Konig, ̈ der auf seinem Bette saß, wunschte ̈ ihm dauerndes Gluck ̈ und sagte:

"O Konig, ̈ Gott erhalte dich! was ist dir Unangenehmes widerfahren, dass du mich plotzlich ̈ in der

Nacht rufen lasst?" ̈ Der Konig ̈ hieß ihn sitzen, erzahlte ̈ ihm seinen Traum und sagte: "Ich habe dich

rufen lassen, weil ich dich als einen großen Gelehrten kenne, der Traume ̈ auszulegen versteht."

Schimas beugte den Kopf eine Weile und erhob ihn dann wieder lachelnd. ̈ Der Konig ̈ bat ihn, ihm zu

sagen, was er von diesem Traume ̈ halte, ihm aber ja Nichts zu verbergen. Schimas antwortete:

"Beruhige dich in Gottes Namen und sei froh, denn ich sehe viel Gluck ̈ fur ̈ dich. Gott wird dir einen

Sohn bescheren, der nach langem Leben dein Reich erben wird, doch Etwas wird vorfallen, das ich dir

jetzt noch nicht mitteilen kann." Der Konig ̈ freute sich sehr und sagte: "Wenn deine Deutung wahr ist,

so erklare ̈ mir Alles, damit meine Freude vollkommen sei; mein ganzes Streben geht doch nur nach

Gottes Wohlgefallen." Schimas aber suchte allerlei Vorwand, um sich von der ganzlichen ̈ Auslegung

des Traumes loszusagen. Da ließ der Konig ̈ Astrologen und andere Traumdeuter rufen und bat sie,

ihm seinen ganzen Traum auszulegen. Einer von ihnen bat um das Wort und sagte: "O Konig! ̈ dein

Vezier Schimas kann den Traum eben so gut deuten, als Einer von uns, aber er scheut sich vor dir;

wenn du mir deine Gnade verburgst, ̈ will ich dir enthullen, ̈ was er dir verborgen." Als der Konig ̈ ihm

Gnade versprach, sagte er: "Wisse, o Konig, ̈ du wirst einen Sohn zeugen, der dein Reich erben und

einige Zeit in deinem Pfade wandeln wird, bald aber wird er treulos gegen seine Untertanen handeln,

sein Volk wird missvergnugt ̈ werden, und es wird ihm gehen, wie der Maus mit der Katze." Der Konig ̈

rief Gottes Hilfe an und fragte: "Was ist das fur ̈ eine Geschichte?" Da begann der Traumdeuter:

Geschichte der Katze mit der Maus

Man erzahlt, ̈ o Konig! ̈ eine Katze ging einst in der Nacht auf Raub aus, lief aber die ganze Nacht in

den Wiesen umher, ohne etwas zu finden. Da es heftig regnete und es sie sehr fror, suchte sie einen

trocknen Zufluchtsort und ging auf ein Loch zu, welches sie in der Wurzel eines Baumes bemerkte.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

30


Als sie nahe daran war, roch sie eine Maus darin und kroch langsam an den Baum hin, um sie zu

fangen. Da aber die Maus die Nahe ̈ der Katze merkte, schleppte sie schnell Erde herbei und

verstopfte

die Offnung ̈ des Lochs. Die Katze miaute gar jammerlich ̈ und schrei: "Warum tust du dies, mein

Freund? Ich suche Zuflucht bei dir, erbarme dich meiner und lass mich diese Nacht in deiner Hohle ̈

zubringen; ich bin alt, schwach und matt, kann mich nicht mehr bewegen; ich laufe schon die ganze

Nacht auf dem Felde herum, habe mir oft den Tod gewunscht, ̈ um einmal meine Qualen los zu

werden, und nun liege ich hier vor deiner Ture, ̈ krank vor Nasse ̈ und Kalte; ̈ ich bitte dich um Gottes

willen, beherberge mich im Gange deiner Hohle, ̈ ich bin arm und fremd; es heißt ja: Wer einen

Fremden bei sich beherbergt, dem wird am Gerichtstage das Paradies als Wohnung angewiesen." Als

die Maus das Flehen der Katze vernahm, sagte sie erschrocken: "Wie kann ich dir offnen? ̈ du bist

doch mein naturlicher ̈ Feind und lebst nur von meinem Fleische; ich furchte ̈ deinen Verrat, du bist

treulos von Natur, ich kann dir nicht glauben, ich kann dir ebenso wenig mein Leben anvertrauen, als

man eine schone ̈ Frau einem Wollustling, ̈ einen Schatz einem Diebe, oder Holz dem brennenden

Feuer anvertraut; auch sagt man: Von einer naturlichen ̈ Feindschaft, so schwach sie auch sein mag,

ist doch starkes Ubel ̈ zu erwarten."

Die Katze antwortete hierauf mit demutiger, ̈ ruhrender ̈ Stimme: "Was du sagst, mein Freund, ist wahr;

ich leugne meine Sunden ̈ gar nicht, doch Gott verzeihe mir und verzeihe auch du mir vergangene

Schuld, heißt es doch: Wer einem Geschopfe ̈ Seinesgleichen verzeiht, dem verzeiht auch Gott; ich

war allerdings bisher dein Feind, doch nun suche ich deine Freundschaft; sagt man nicht: Willst du

deinen Feind in einen Freund verwandeln, so erweise ihm Gutes, ich will nun eine festen Bund mit dir

schließen und dir versprechen, dass ich dir nie etwas zu Leide tun werde; ohnedies habe ich gar keine

Kraft mehr dazu. Nimm nur meine Freundschaft an, vertraue auf Gott und versage mir deine Hilfe

nicht!" Da sagte die Maus: "Wie soll ich mit einem Treulosen einen Bund schließen? wie darf ich das

tun, da doch unsere Feindschaft und von Natur angeboren ist? Legte ich mich in deine Gewalt, so

ware ̈ es gerade, als wenn Jemand die Hand in den Mund einer Otter stecken wollte."

Da sagte die listige Katze. "Mein Leben erlischt in mir, bald werde ich vor deiner Ture ̈ sterben, und du

wirst die Schuld tragen, denn du hattest ̈ mich retten konnen; ̈ ich sage dir zum letzten Male, wenn du

mich einlassest, so werde ich dein wahrer Freund sein, stets fur ̈ dich beten, und der Himmel wird dich

dafur ̈ belohnen." Bei diesen Worten wurde die Maus von Gottesfurcht ergriffen und dachte bei sich:

Wer seinem Feinde Gutes erweist, dem steht Gott gegen ihn bei; ich will nun im Vertrauen auf Gott

dies Katze vom Untergange retten und mir dadurch himmlischen Lohn erwerben. Sie trat dann zur

Katze heraus und schleppte sie in die Hohle; ̈ die Katze machte sich schwer und stellte sich tot, so

dass es der Maus sehr muhsam ̈ ward, sie auf ihr Lager zu bringen. Nachdem die Katze ein wenig

ausgeruht hatte, offnete ̈ sie den Mund und klagte uber ̈ Schwache ̈ und Mattigkeit. Die Maus

bemitleidete sie und redete ihr Mut ein. Die Katze aber kroch allmahlich ̈ bis zur Offnung ̈ der Hohle, ̈ um

der Maus den Ausgang zu versperren, dann sprang sie auf sie los und fasste sie mit allen Vieren und

biss sie; hierauf schleuderte sie sie in die Hohe ̈ und lief ihr wieder nach. Die Maus rief Gotte Hilfe an

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter 31

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de


und sagte zur Katze: "Treuloser Freund, haltst ̈ du so den Bund, den wir geschlossen, und den Eid,

den du geschworen?

Ist das mein Lohn dafur, ̈ dass ich dich in meine Hohle ̈ hereingelassen und dir mein Leben anvertraut?

Mit Recht sagt man: Wer dem Versprechen seines Feindes traut, der ist seines Lebens nicht mehr

sicher und verdient den Tod; doch ich vertraue auf Gott, der wird mich retten." Wahrend ̈ die Maus so

zur Katze sprach, welche damit umging, sie zu zerreißen, kam ein Jager ̈ mit Fanghunden herbei; einer

derselben

horte ̈ das Gerausch ̈ in der Hohle, ̈ sprang munter heran in der Meinung, es sei ein Fuchs, der etwas

zerreißen wollte, packte die Katze von hinten, und zog sie heraus und zerriss sie in Stucken. ̈ Die Maus

aber kam ohne schwere Wunde davon, denn die Katze hatte sie in ihrem Schrecken losgelassen, und

so bestatigte ̈ sich hier:

Wer Mitleid hat, der wird auch (von Gott) bemitleidet; wer unrecht handelt, dem geschieht auch

Unrecht.

"Das ist's, o Konig, ̈ was dieser Katze geschehen, darum soll Niemand sein Wort brechen und das ihm

geschenkte Vertrauen missbrauchen, sonst geht es ihm auch so; wer aber Gute ubt, ̈ dem wird reicher

Lohn. Doch betrube ̈ dich nicht, o Konig, ̈ dein Sohn wird spater ̈ wieder deinen Pfad wandeln und Buße

tun. Dein gelehrter Vezier furchtet ̈ sich aber, dir dies zu offenbaren, weil schon Mancher durch seine

Gelehrsamkeit sich große Gefahr zugezogen." Der Konig ̈ entließ die Traumdeuter hierauf gnadigst, ̈

ging nachdenkend in seine Wohnung und brachte die Nacht bei der geliebtesten und geachtetsten

seiner Frauen zu.

Nach einigen Monaten, als sie die Merkmale der Schwangerschaft an sich wahrnahm, lief sie freudig

zum Konig, ̈ um es ihm zu melden. Dieser rief hochst ̈ entzuckt ̈ aus: "So war mein Traum doch wahr!

Gott wird mir auch ferner in Allem beistehen." Er erwies von nun an seiner Frau viele Ehre und ließ ihr

das schonste ̈ und beste Zimmer im Schlosse einraumen. ̈ Sobald Schimas ins Schloss kam, teilte ihm

der Konig ̈ seine Hoffnung, bald Vater zu werden, mit und sagte: "Nun sind meine Wunsche ̈ erfullt; ̈ ich

hoffe, meine Frau wird einen Sohn gebaren, ̈ der meinen Thron erben kann. Was sagst du dazu,

Schimas? Schimas schwieg und antwortete Nichts. Da sagte der Konig: ̈ "Warum freust du dich nicht

mit mir? Warum schweigst du? Ist dir das nicht angenehm?" Schimas verbeugte sich und sagte:

"Mogest ̈ du lange leben, o Konig; ̈ warum sollte der in der Mittagshitze unter einem schattigen Baume

Ausruhen, oder der Lechzende, welcher am klaren Wein oder frischem Quellwasser sich labt, sich

nicht freuen? Noch großer, ̈ o Konig, ̈ ist meine Freude mit dem, was dir Gott geschenkt, bin ich doch

ein Diener Gottes und dein Diener. Doch sagt man: Von drei Dingen darf ein Verstandiger ̈ nicht zu fruḧ

sprechen: von einem auf die Reise gehenden Kaufmann, bis er zuruckkehrt; ̈ von einem in den Krieg

Ziehenden, bis er seinen Feind uberwunden, ̈

und von einer Schwangeren, bis sie ihr Kind geboren;

denn wisse, o Konig, ̈ wer von Etwas spricht, ehe es da ist, dem geht es wie dem Einsiedler mit dem

verschutteten ̈ Schmalze." Der Konig ̈ fragte: "Was ist das fur ̈ eine Geschichte?" da begann Schimas:

(...)

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

32


Ca. 1684 Worter ̈

Quelle: http://www.maerchen.org/1001nacht/geschichte-des-koenigs-kalad.htm

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

33


Fortschrittstabelle

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

34


Weitere kostenlose Webressourcen

Spreeder.com bietet ein kostenloses Online-Tool, für Ihr Speed Reading Training.

Um Gelesenes nicht mehr zu vergessen, sollten Sie ein Lesetagebuch führen. Wie das aussehen

kann, lesen Sie hier: Ein Lesetagebuch führen.

Die Kunst, sich Notizen zu machen zeigt unterschiedliche Möglichkeiten auf, wie Sie in Vorlesungen

und Meetings Inhalte festhalten.

Die Cornell-Methode ist eine einfache und effiziente Art, Vorlesungs- und Buchmitschriften zu

erstellen.

Dual-n-Back sowie Konzentrationsübungen helfen Ihnen dabei, sich zu fokussieren.

Mit Mnemo- also Gedächtnistechniken werden Sie sich Informationen leichter und schneller merken

können. Laden Sie sich das kostenlose PDF mit Mnemotechniken herunter.

Nicht kostenlos, aber auch wertvoll:

Mein Buch mit 27 Lerntechniken finden Sie auf amazon für den Kindl-Reader und hier als PDF.

Dieser Text darf gerne vervielfältigt und weitergegeben werden. Aber bitte immer unter

Angabe der Quelle: http://www.fortvinci.de

35

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!