Tierrechte - Projektwerkstatt

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Tierrechte - Projektwerkstatt

Der über wi e ge nde Teil ti errec htl eri sc her Akti o ne n i st s e hr li near angel e gt. Es gi bt oft kl ar i de nti fi zi er bare Akti-

ons muster und wenig überraschende Mo mente. We nn Kr e ati vi t ät und Ko mmuni kati o n me hr i m Mittelpunkt ste-

he n wür de n, kö nnt e n Ti errec hts akti o ne n für all e i nt eress ant er wer de n. Ei n paar Anre gunge n . . .

− Pl akate verändern: Zi rku s-Pl akate

so verändern, dass sie die Kritik an

Ti erh al tu n g befördern . Zu m B ei -

spiel mit einfach herstellbaren

Überklebern wie „Unsere Tiere

leiden gerne für I hr Vergnügen“

oder „Fällt aus wegen

Dauer-Depression bei

vielen Tieren“. Auch der

Spruch „Jetzt genau so

schön ohne Tiere“ (mit Erklärung)

könnte unangenehme

Wirkungen für die Zirkusbetreiberinnen

haben ...

− Jagdsabotage per gefälschtem

Schreiben ,legalisieren'

: I n den Dörfern um ein

,Jagdrevier' teilt der zuständige Jä-

Ti errech te

Birgit Mütherich

Die Problematikder Mensch-Tier-Beziehungin der Soziologie

(2004, LIT in Münster,

256 S., 20,90 €)

Auftaktdieser Untersuchung bildet

ein geschichtlicher, informativer

Ab ri ss ü b er d as M en sch -Ti er-

Verhältnis und die Herausbildung

der entgegengesetzten Sphären

„Mensch“ und „Tier“. Anschließend

beschäftigt sich Birgit

Mütherich mit den soziologischen

Theorien von Weber, M arx und der

Frankfurter Schule (Adorno und

Horkheimer). Mit Ausnahme der

zuletzt Genannten diagnostiziert

die Autorin im wesentlichen die

gerübereinePostwurfsendung

mit, dass er seine Position aufgibt

und eine Nachfolge nicht vorgesehen

sei, weil inzwischen der ökologische

Nutzen von Jagd nicht

mehr gesichert

Ausblendung tierlicher Individuen

und plädiert für eine Infragestellung

und Neuorientierungsoziolo gischer Betrachtungen. Fazit: Ein

kritischesBuch mit wertvollen Anregungen

für einen modernen Antispeziesismus,

allerdings mit

schwer zugänglicher Sprache.

Paul B. Clarke, Andrew

Linzey (Hg.)

Das Recht der Tiere in der

menschlichen Gesellschaft

(2002, Guthmann-Peterson in

Wi en , 2 4 6 S. , 2 1 €)

Die H erausgeber versammeln hier

Te xte u n d P o s i ti o n e n a u s m e h r e -

ren Jahrtausenden „westlicher“

Philosophie, die sich mit dem Status

nichtmenschlicher Tiere in

men schlichen Gesellsch aften be-

fasse n . D e u tl i ch

wi rd ei n e E n twi cklung

der Gedanken

zu m „ M en sch -Ti er-

Unterschied“ und

den geforderten

Beziehungen zu

nichtmenschlichen

Ti e re n g e zeich n et. Am E n d e fi n d e t

sich eine hilfreiche Kurzübersicht

über einzelne AutorInnen und ihre

Konzepte. Dabei überlassen die

Herausgeber politische Positionierungen

leider meist den Zitierten.

Susanna Harringer

Manche Tiere sind gleicher

(2006, Guthmann-Peterson in

Wien, 1 76 S., 1 9 €)

Au s en g ag i erter Persp ekti ve

zeichnet die Autorin den Werde-

sei. Die Bürgerinnen werden ausdrücklich

aufgefordert, beim Abbau

der Jägersitze mitzuhelfen;

das H ol z kön n e i m Wi n ter zu m H ei -

zen verwen det werden . N eben

dem kommunizierten Eingeständnis,

das Jagd nicht ökologisch

begründbar ist, können

mit diesem Fake strafbare

H andlungen legalisiert werden.

Denn wenn du nun beim

munteren Sägen erwi

sch t werden sol l test,

hast du eben einfach

nur dem Papier geglaubt

und etwas

Gutes tun wollen ...

− Ausfallgründe produzieren:

Wenn vor einer

gang der Konzepte von Tierschonung,

Tierverteidigung, Tierrecht

und Tierbefreiung n ach . Auf ihrem

Weg durch die Epochen westli -

cher Geschichte legt sie dabei

stets Wert auf die politische Dimension

der aufkommenden oder

vorherrschenden Gedanken zur

Beziehung von Menschen und anderen

Tieren , was die aufgezeig -

ten Konzepte weder relativiert

noch verherrlicht.

Musik und Subkultur

NelsonGeorge XXX − Drei Jahrzehnte

HipHop

(2006, erw. Auflage, orange press

in Freiburg, 285 S., 20 €)

I n der erweiterten Ausgabe von


Treibjagd mit festgelegtem Termin

überall in der Umgebung Schreiben

oder Plakate auftauchen, mit

denen ein vertrauenswürdiger Verein

(kann auch erfunden sein! ) zufällig

zum selben Zeitpunkt am

gleichen Ort zu einem Pilze-Sammel-Nachmittag

oder einem

großen Versteckspiel für Kinder

und Familien einlädt, ist wahrscheinlich

eine Absage nötig. Diese

könnte auch mit einem Fake

verkü n det werden . . .

− Verstecktes Theater: Die Methode

des versteckten Theaters besteht

darin, in der Öffentlichkeit eine

Th eaterszen e zu spi el en , di e n i ch t

als solche zu erkennen ist, als

,echt' erscheint und Umstehende

zum Eingreifen bewegt. Beispiel:

Du stehst an der Kasse und fragst

die Verkaufsperson unsicher, ob

die von dir ausgesuchte Creme ohne

Tierversuche hergestellt wurde,

du hättest so Gerüchte gehört. Ei-

ne scheinbar unbeteiligte Person

in der Schlange, die auch zur Aktionsgruppe

gehört, mischt sich laut

ein und pöbelt „Das ist doch nicht

so wichtig. Wenn wir auf alles achten,

was in so Produkten drin ist,

wird die Schlange nur länger. Dann

kan n m an ja gar n i chts meh r kau -

fen“; weitere Personen können sich

mit anderen Rollen einmischen . . .

mit dem Ziel, eine Debatte um

Tierversuche unter den Umstehenden

auszulösen ...

− Überidentifikation für Tierdressur:

Statt offener Kritik wäre es interessant,

eine Jubeldemonstrationen

vor einem Zirkus mit ,Tieren'

durchzuführen. Das heißt selber

als Fanclub von Tierdressur und

-haltung auftreten − mi t völli g

übertriebenen Inhalten. Dazu passen

könnten Schilder mit schrägen

Parolen („Tiere sind gerne gefangen“,

„Professionelle Zirkus-Tiere

lassen sich ihr Leid nicht anmer-

ken“), äh nl i ch zu gespi tzte, aber

bierernst vorgetragene Reden und

lustiges Zubehör. Wichtig ist ein

professionell-ernsthaftes Auftreten,

damit nie ganz klar ist, was hier

passiert; Überidentifikation ist keine

Satire, die nachher aufgeklärt

wird. Sie übernimmt die Positionen

der Gegenseite, um sie gegen diese

zu wenden und darüber inhaltlich

zu vermitteln.

− Aufkleber auf , Fleischprodukten' :

zum Beispiel eine Kombination aus

überspitzt positivem Spruch und

weiterführender I nternetseite („Dieses

Produkt schafft jetzt noch

mehr Spielplätze durch Regenwaldrodungen

in Brasilien“,

„Fleisch senkt die Überwaldung in

Entwicklungsländern“).

„Drei Jahrzehnte HipHop“ arbeitet Wo l fg a n g Ste r n e ck

und Markt als 'böse' Feinde von zug keine stilistischen Grenzen

Nelson George die Sozialge- Tanzende Sterne

untergründiger M usik dargestellt und beschäftigt sich unter anschichte

des H iphop auf. Er (2005, KomistAin Frankfurta.M. werd en − so al s sei M u si k an son - derem mit Free Jazz, Industrial,

schreibt dabei aus einer subjekti- und Nachtschattenin sten libertär und in sgesamt poli - Punk/HC , HipHop, Techno, Frauven

Perspektive, die gar nicht den Soloth urn , 80 S., 8,80 €)

ti sch au sg eri ch tet. Zu d em b l ei b t enmusik oder N oise. Sein beson -

An sp ru ch vertri tt, ei n n eu tral e s D as Buch besch äftigt sich kritisch , offen, was unter Spiritualität ei- deres Augenmerk und die Stärke

Aussen darzustellen. Positiv fällt aber bejahend mit Partykultur und gentlich verstanden wird und wo des Werkes begründet sich in dem

dabei auf, dass der Autor auch

versu ch t, d em Feh - Abgrenzungen zu esoterischen unnachlässigen Bemühen, Musik

den unter Rappern virulenten

len politischen wie Strömungen liegen könnten.

immer vor einem gesellschaftli-

Chauvinismus und Sexismus be-

ökologischen Bechen

H intergrund zu denken. Fanennt

und deutlich kritisiert. Seine

wu sstsei n s ( z. B . Wo l fg a n g Ste r n e ck

zi t: Ei n g el u n g en er Sch m öker fü r

Geschichtsschreibung beschränkt

Müll bei Open Airs) Der Kampf um die Träume alle, die mit Musik mehr verbinden

sich vor allem auf den Hiphop-

entgegenzuwirken. (1 998, 2005, KomistA in Frankfurt wollen als lange Partynächte und

M ainstream. So fehlt es an Tiefe −

Die kompakten a.M . und N achtschatten in

Kon sum .

enttäuschend angesichts vollmun-

Beiträge gehen auf Soloth urn , 336 S., 1 9,8 0 €)

diger Klappentexte, die dem Werk die Goa-Szene oder z.B. die Vor- Sehr akribisch geht Sterneck wi- unterstellen, „alle Namen, Gewie N achteile von Drogenverwen- derständigen Potentialen, aber

schichten und H intergründe“ zu dung ein. N egativ fällt die teils ver- auch gegenläufigen Entwicklun-

liefern.

einfachende Geschichtsschrei - gen in musikalischen Subkulturen

bung auf, in der Musikindustrie nach . D abei setzt er diesen Streif-

Li nks

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