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adveniat

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Geschäftsbericht

2008/09


Statut

Präambel

der Bischöflichen Aktion Adveniat

vom 21. September 1993 (Auszug)

Die Weihnachtskollekte der Katholiken in Deutschland für die Kir-

che in Lateinamerika wurde auf Beschluss der Vollversammlung der

Deutschen Bischofskonferenz 1961 eingeführt, 1962 als „Bischöfliche

Aktion Adveniat“ fortgesetzt und 1969 auf Dauer eingerichtet.

Mit der Zielsetzung der pastoralen Hilfe für die Ortskirchen in La-

teinamerika und in der Karibik leistet sie einen eigenständigen und

wesentlichen Beitrag zur weltkirchlichen Zusammenarbeit. Die Aktion

ist der Aufforderung des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Solidarität

verpflichtet: „Es ist jedoch Sache des ganzen Volkes Gottes, wobei die Bischöfe

mit Wort und Beispiel vorangehen müssen, die Nöte unserer Zeit

nach Kräften zu lindern, und zwar nach alter Tradition der Kirche nicht

nur aus dem Überfluss, sondern auch von der Substanz“ (vgl. Gaudium

et spes, Nr. 88).

In diesem Geiste will Adveniat die seelsorgliche Arbeit der Ortskirchen

in Lateinamerika unterstützen. Dazu gehört die Offenheit für alle

Bereiche kirchlicher Arbeit wie auch für alle in Lateinamerika tätigen

kirchlichen Gemeinschaften und Institutionen; vor allem aber die Bereitschaft,

den pastoralen Prioritäten der Ortskirchen in Lateinamerika

zu dienen.

Gleichzeitig will Adveniat mit dazu beitragen, dass geistliche und

pastorale Impulse für die Kirche in Deutschland durch solidarisches Handeln,

durch Begegnung und Dialog, durch das gegenseitige Teilen von

materiellen und geistigen Gütern gefördert werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz gibt der „Bischöflichen Aktion

Adveniat“ das nachstehende Statut.


art. 1: ZielsetZunG und auftraG

der bischöflichen aktion adveniat

(1) Im Rahmen ihres Auftrages, die Gläubigen und darüber hinaus

alle Menschen in Deutschland auf die Not in Lateinamerika aufmerksam

zu machen und zur Nächstenliebe und zu solidarischem Handeln aufzurufen,

unterstützt die Aktion Adveniat die pastorale Arbeit der katholischen

Kirche in Lateinamerika und in der Karibik, insbesondere durch

die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Priestern, Diakonen, Ordensleuten

und anderen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, durch

die Förderung der sozialen Kommunikation, der Wissenschaft und Forschung,

erforderlicher Bauvorhaben, notwendiger Transportmittel und

durch die Gewährung struktureller Hilfen. Darüber hinaus fördert Adveniat

den Aufbau einer Altersversorgung für den einheimischen Klerus.

(2) Zu diesem Zweck wirbt Adveniat um Spenden und nimmt

sonstige Mittel entgegen. Insbesondere bereitet Adveniat die jährliche

Weihnachtskollekte vor und begleitet deren Durchführung. Weiterhin

führt Adveniat gemeinsam mit den Bistümern in Deutschland die Patenschaftsaktion

zur Förderung lateinamerikanischer Seminaristen durch.

(3) Mit den anderen katholischen weltkirchlichen Werken und Initiativen

arbeitet Adveniat zusammen.

Das gesamte Statut sowie das Leitbild der Geschäftsstelle finden Sie unter:

www.adveniat.de/statut.html


unter allen lehren, die du uns erteilst,

ist eine so wichtiG,

dass ich über ihr die andern verGesse:

lehr mich, das unendliche Zu erreichen,

jenes licht am horiZont, das dem himmel hilft,

Zur erde herabZusteiGen, und der erde,

sich Zum himmel Zu erheben.

aus: Hélder Câmara, Mach aus mir einen Regenbogen, Zürich 1981


inhalt

was beweGt adveniat?

4 Not durch tägliche Katastrophen

von Bischof Dr. Felix Genn

6 Rückblick auf das Geschäftsjahr 2008/2009

was fördert adveniat?

von Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka

8 Was wir in welchen Ländern fördern

12 Projektverlauf – Von der Idee zur Verwirklichung eines Projektes

13 Projektbeispiele

wie wirtschaftet adveniat?

18 Jahresfinanzbericht

20 Welche Mittel uns zur Verfügung stehen

22 Spendenergebnis

wie arbeitet adveniat?

25 Leitbild

26 Wie wir uns organisieren

28 Wie wir Engagement fördern

30 Wie wir Lateinamerika ins Gespräch bringen

32 Kardinal-Hengsbach-Stiftung

34 Kooperationen und Dienstleistungen im Inland

36 Ausblick auf das Jahr 2010

39 Impressum · DZI Spenden-Siegel

3


4

not durch tägliche KataStrophen

Es sind erschreckende Zahlen, die kurz und knapp

die Situation in Haiti, dem ärmsten Land Amerikas, beschreiben:

Etwa 80 Prozent der rund 8,7 Millionen Einwohner

Haitis müssen mit weniger als zwei US-Dollar

pro Tag auskommen. Schätzungsweise zwei Drittel der

arbeitsfähigen Bevölkerung finden zeitweise in der

Schattenwirtschaft Arbeit und geringes Einkommen.

Die Lebenserwartung liegt bei nur 53 Jahren, die Kindersterblichkeit

ist mit 6,2 Prozent hoch. Mehr als die

Hälfte der Bevölkerung kann nicht richtig lesen und

schreiben. Die Armut treibt die Haitianer ins Ausland:

Die meisten Migranten leben (zumeist ohne gültige Papiere)

in der Dominikanischen Republik (rund 700.000)

und in den USA (rund 420.000).

Das verheerende Erdbeben am 13. Januar 2010

hat das haitianische Volk in seiner tiefen Armut mit

weiterem Leid getroffen. Schon 2008 hatten Hurrikane

Teile Haitis verwüstet, die Zerstörungen des Erdbebens

sind nicht weniger schwer. Viele Haitianer hat es

auch getroffen, dass Gebäude, die als nationale Symbole

betrachtet wurden, jetzt in Trümmern liegen, so der

Präsidentenpalast und die Kathedrale im Zentrum der

Hauptstadt Port-au-Prince.

„Den Armen eine gute Nachricht!“ zitiert das Leitwort

der Adveniat-Jahresaktion 2009 das Lukas-Evangelium

(Lk 4,18) und nimmt dabei beispielhaft Haiti in

den Blick. Aber nicht nur die Armen in Haiti brauchen

gute Nachrichten, nicht nur ihnen muss eine frohe, befreiende

Botschaft verkündet werden. Die Zahl der Armen

wächst in fast allen Ländern Lateinamerikas und

der Karibik weiter an. Die V. Generalversammlung der

Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik im Mai 2007

im brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida

hatte die vorrangige Option der Kirche für die

Armen und Ausgeschlossenen nochmals bekräftigt.

Gott ist für uns arm geworden, „um uns

durch seine Armut reich zu machen“, so schrieb

der hl. Paulus einst an die Korinther. Mit seinen

Worten hat es Papst Benedikt XVI. in Aparecida

ausdrücklich wiederholt.

Bischof Dr. Felix Genn, Münster

Vorsitzender der Bischöflichen Kommission Adveniat

Bischof Dr. Felix Genn

Im Juni 2008 konnte ich am 49. Eucharistischen

Weltkongress im kanadischen Québec teilnehmen. In

den zahlreichen Gesprächen mit den Mitbrüdern aus

Lateinamerika erfuhr ich die hohe Wertschätzung für

Adveniat, hörte aber auch die klare Bitte, die Hilfe fortzusetzen;

denn der Einsatz der Kirche für die Armen ist

stärker denn je nötig. Die weltweite Wirtschaftskrise

trifft die Armen besonders. Gerade die Kirche kann den

Menschen in dieser Situation helfen; denn Armut ist

nicht nur materielle Armut (diese kann nicht von der

Kirche aufgelöst werden), sondern sie ist umfassender.

Den Armen müssen ihre grundlegenden Rechte auf Bildung,

Arbeit und Gleichbehandlung und religiöse Entfaltung

zuerkannt werden. Hier setzt die pastorale Hilfe

der Kirche an, hier wird Adveniat weiter helfen und Initiativen

der Kirche unterstützen.

Armut ist die alltägliche Katastrophe, die Millionen

Menschen in Lateinamerika leben müssen. Sie wird

verstärkt durch die nicht-alltäglichen Katastrophen wie

Wirbelstürme und Überschwemmungen. Denn auch

diese Katastrophen treffen vor allem die Armen. Sie

sind es, die an den abschüssigen Hängen der Großstädte

ihre Hütten errichten, die nahe der Flüsse einen Platz

zum Leben suchen. Hurrikan „Ida“ forderte im November

2009 in El Salvador Opfer vor allem unter den Armen.

Diese Opferzahlen werden zunehmen, wenn das

unkontrollierte Anwachsen der Städte in Lateinamerika

aufgrund der Armut auf dem Land so anhält wie in den

vergangenen Jahren.


wechsel in der bischöflichen kommission

Im vergangenen Jahr schied mit Irmgard Icking

von missio eine verdiente Vertreterin eines anderen

Hilfswerks aus der Bischöflichen Kommission Adveniat

aus. Ihr Nachfolger wird Frank Kraus von missio Aachen

sein.

reise nach lateinamerika

Die Bischöfliche Kommission Adveniat wird sich

im Herbst 2010 auf eine Reise nach Latein amerika

begeben. 1961 hatten die deutschen Bischöfe den Beschluss

zur ersten Weihnachtskollekte für Lateinamerika

gefasst. Im Vorfeld des 50-jährigen Bestehens

von Adveniat will die Kommission Gespräche mit den

wichtigsten Partnern wie dem Lateinamerikanischen

Bischofsrat CELAM führen und beispielhafte Projekte

besuchen, die von Adveniat gefördert werden.

weltkirchliche arbeit

stärker koordinieren

Auf ihrer Herbstvollversammlung 2009 in Fulda

haben die deutschen Bischöfe die Ergebnisse des Projektes

„Zur Zukunft der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland“

beraten. Daran war auch Adveniat beteiligt. Der

Vollversammlung lag eine Reihe von Empfehlungen

vor, die auf eine intensivere Kooperation und eine profiliertere

weltkirchliche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

abzielen. Die Kommission Weltkirche wird diese

Vorschläge weiter beraten und für die Umsetzung Sorge

tragen. Den Bischöfen ist wichtig, dass alle weltkirchlichen

Aktivitäten darauf ausgerichtet sind, die Kirche als

globale Gebets-, Lern- und Solidargemeinschaft weiter

zu entwickeln. Besonderen Wert legen wir Bischöfe auf

den untrennbaren Zusammenhang zwischen der spirituellen

und der gesellschaftsprägenden Kraft des Evangeliums.

Straßenszene in Haiti

Eine wissenschaftliche Studie zur weltkirchlichen

Arbeit in den Gemeinden, die von einem Team an der

Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt a.M. durchgeführt

wurde, war ein zweiter Schritt hin auf eine noch

stärkere Koordination der weltkirchlichen Arbeit. Die

Studie zeigte aber auch: Adveniat ist in den Kirchengemeinden

in Deutschland tief verwurzelt und zum Teil

kirchlichen Lebens insbesondere in der Adventszeit geworden.

Klar wurde aber auch, dass Adveniat wie auch

die anderen kirchlichen Hilfswerke stärker noch als bisher

den Kontakt mit den Gemeinden suchen müssen.

Arbeiter in auf einer Zuckerrohrplantage, Haiti

Junges Restàvek-Mädchen

(Kindersklaven)

in einem Armenviertel

von Port-au-Prince,

Haiti

5


6

rücKblicK

auf das Geschäftsjahr 2008/2009

Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka

Zu Beginn dieses Geschäfts-

jahres, am 1. Oktober 2008, stand die Finanzwelt am

Abgrund. Gerade einmal zwei Wochen waren vergangen,

seitdem der Kollaps der Investmentbank Lehman

Brothers das globale Wirtschaftsgefüge aus den Angeln

gehoben hatte. Auch wenn der große Zusammenbruch

bislang ausgeblieben ist, sind noch viele Fragen offen:

Die Frage nach der ethischen Verantwortung von Unternehmen,

Banken und Managern, die Frage nach

der Vorherrschaft des Profits über den Menschen, und

nicht zuletzt die Suche nach neuen Wegen, um eine

lebenswerte, gerechte und ökologisch zukunftsfähige

Welt für alle zu schaffen. Hilfswerke wie Adveniat, die

sich der Solidarität in der „Einen Welt“ verpflichtet haben,

stehen angesichts dieser offenen Fragen vor einer

doppelten Herausforderung:

Einerseits ist der Hilfebedarf unserer Projektpartner

seit der Wirtschaftskrise gestiegen. Für die Menschen

in den so genannten Entwicklungsländern gibt

es kein soziales Netz, keine Rettungspläne und Investitionsprogramme.

Die Preise für Lebensmittel und Rohstoffe,

wichtigste Einnahmequelle vieler lateinamerikanischer

Länder, brachen ein. In den USA ging die

Konsumnachfrage zurück, worauf Tausende Arbeiter

in den mexikanischen und mittelamerikanischen Billigfabriken

ihren Job verloren. Besonders hart traf es

die Arbeitsmigranten, die oft ohne gültige Papiere in

den USA leben.

Andererseits fließen immer weniger Hilfsgelder

in die Entwicklungsländer. Kredite und Investitionen

sind ins Stocken geraten, weil die Industrienationen

große Geldmengen für ihre eigenen Konjunkturpakete

aufbringen müssen.

Gleichzeitig drohen Milliardenlöcher in der staatlichen

Entwicklungszusammenarbeit. Einzelne Länder

haben angekündigt, ihren Verpflichtungen nicht mehr

wie bisher nachkommen zu können. Angesichts der

knappen Mittel kommt den privaten und kirchlichen

Spendenwerken eine große Bedeutung zu. Doch auch

sie haben zunehmend Probleme, in einem wirtschaftlich

schwierigen Umfeld für die Nöte in weit entfernten

Weltregionen zu werben. Geringeres Spendenpotential

bei wachsendem Hilfebedarf – eine große Herausforderung

gerade für die kirchlichen Werke, die unabhängig

von der Wirtschaftskrise mit eigenen Problemen zu

kämpfen haben.

Das gesellschaftliche Umfeld, in dem Werke wie

Adveniat um Multiplikatoren und Unterstützer werben,

hat sich in den vergangenen Jahrzehnten radikal

gewandelt. Die konfessionelle Bindung der Bevölkerung

nimmt ab, die Zahl der Gottesdienstbesucher geht

zurück, Pfarreien und Gemeinden werden geschlossen.

Alle diese Faktoren haben Einfluss auf das Finanzvolumen

der Hilfswerke. Gemessen daran fiel der Rückgang

der Einnahmen um rund sieben Prozent vergleichsweise

gering aus. Dennoch besteht kein Grund zur Selbstzufriedenheit.

In den vergangenen Jahren bedurfte es

großer Anstrengungen, um eine Stabilisierung der Einnahmen

zu erreichen. In Zukunft sind noch weit größere

Anstrengungen notwendig, um unserem Auftrag

weiterhin gerecht zu werden.

Adveniat hat daher schon vor Jahren damit begonnen,

die eigene Rolle in einem sich wandelnden

Umfeld kritisch zu hinterfragen. Dieser Prozess trägt

Früchte und hat bereits zählbare Ergebnisse hervorgebracht:

die Verabschiedung eines Leitbildes, die Definition

von übergeordneten Zielen und die Bestimmung

konkreter Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 war ein Schwerpunkt

die Erarbeitung von Grundsätzen und Richtlinien für

die Projektarbeit. Die oben aufgezeigten Veränderungen

machten es notwendig, die bestehenden Orientierungshilfen

für die Projektarbeit zu überprüfen und zu

überarbeiten. Die Geschäftsstelle wollte eine Standortbestimmung

vornehmen, Schwerpunkte setzen und

Kräfte bündeln. Dieser Reflexions- und Abstimmungsprozess

im Hause ist nun abgeschlossen. Die Ergebnis


se der Arbeit wurden der Bischöflichen Kommission

für Lateinamerika (insbesondere Adveniat) vorgelegt.

Sie wird den erarbeiteten Text für die Grundsätze und

Richtlinien überprüfen, diskutieren und dann darüber

entscheiden. Das Ziel liegt darin, noch eindeutiger zu

vermitteln, wofür Adveniat steht, welche Projekte wir

unterstützen und welche Kriterien wir dabei zugrunde

legen. Im Wesentlichen haben wir uns von drei Grundgedanken

bei diesem Prozess, der noch nicht abgeschlossen

ist und dessen Ergebnisse noch zur Entscheidung

anstehen, leiten lassen:

armenorientierunG

Wir betrachten die Armen nicht als Objekte oder

passive Hilfeempfänger. Statt sie von unserer Hilfe abhängig

zu machen, versuchen wir die Eigeninitiative

der Menschen zu fördern. Armenorientierung schließt

auch die Solidarität innerhalb der Kirche ein. Dies gilt

besonders in Zeiten, in denen viele Projektpartner –

seien es Gemeinden, Bistümer oder Ordensgemeinschaften

– infolge der Krise vor großen finanziellen

Problemen stehen.

basisorientierunG

Die Menschen, denen die Projekte zugutekommen,

sollen ummittelbar eingebunden werden. Dabei

können wir auf die bewährten Strukturen der Ortskirchen

zurückgreifen, die im engen Kontakt zur Basis

stehen – im Gegensatz zum Beispiel zu Regierungsstellen,

die oft über die Bevölkerung hinweg entscheiden.

Pastoral

Unsere Projekte nehmen die menschliche Entwicklung

in ihrer Gesamtheit in den Blick. Pastoral beinhaltet

drei Kernelemente: die Feier des Gottesdienstes,

die Verkündigung der befreienden Botschaft Jesu

und die praktizierte Nächstenliebe. Wenn einer dieser

Aspekte zu kurz kommt, ist die Pastoral unvollständig.

Dort, wo zwar intensiv gebetet wird, Hilfsbedürftige

aber keine praktische Unterstützung erfahren, wird die

Kirche ihrem Auftrag nicht gerecht. Ebenso wenig wie

dort, wo sie zwar materielle Hilfe leistet, die ganzheitliche

Entwicklung des Menschen aber außer Acht lässt.

Auch lässt sich der Begriff „Verkündigung“ nicht allein

auf das Glaubensleben reduzieren. „Verkündigung“

heißt auch, auf Unrecht und Missstände aufmerksam

zu machen, sich gesellschaftlich zu engagieren und

denjenigen eine Stimme zu geben, die sonst nicht gehört

und beachtet werden.

Die hohen Maßstäbe, die wir an unsere Projektpartner

stellen, müssen auch für uns selbst und unsere

Kommunikation mit der Öffentlichkeit gelten.

2009 haben wir unsere Überlegungen zu Grundsätze

im Umgang mit Spendern, Ehrenamtlichen, Medien,

Partnern und Unternehmen in einem eigenen „Ethikkodex“

niedergelegt. Darin verpflichten wir uns darauf,

transparent und sachlich über unsere Projekte zu berichten,

keinen Druck auf Spender auszuüben, bei der

bildlichen oder textlichen Darstellung die Würde der

Person zu wahren und verantwortungsvoll mit den

uns anvertrauten Mitteln umzugehen. Darüber hinaus

formuliert der Kodex strenge Richtlinien für die Auswahl

von Kooperationspartnern und fordert die aktive

Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen

Meinungsbildungsprozess in Deutschland. Wir folgen

damit der Überzeugung, dass die Schaffung einer besseren

Welt hier bei uns beginnen muss. Neben der Projektarbeit

in Lateinamerika müssen wir auch hier für

einen Bewusstseinswandel eintreten, müssen gerechte

Handelsbeziehungen einklagen, uns für die Wahrung

der Schöpfung und die Verwirklichung christlicher

Grundwerte einsetzen.

Das Geschäftsjahr 2008/2009 war für Adveniat

trotz der Krise und ihrer weitreichenden Folgen – ein

Jahr der Kontinuität und Stabilität. Gleichzeitig war es

ein Jahr der Weichenstellung und Richtungsbestimmung.

Nun gilt es, sich mit klarem Profil und eindeutigen

Schwerpunkten für die Veränderungen der kommenden

Jahre zu wappnen.

7


8

WaS Wir in Welchen ländern fördern

Adveniat fördert die Arbeit der katholischen Kirche in

Lateinamerika und der Karibik zugunsten von armen

und benachteiligten Menschen. Im vergangenen Geschäftsjahr

waren es insgesamt 3.119 Projekte, die mit

rund 40 Millionen Euro unterstützt wurden.

Schwerpunkte liegen in der Aus- und Weiterbildung

kirchlicher Fachkräfte, in der Schaffung einer Infrastruktur

(Gemeindezentren, Bildungshäuser, Kapellen,

Transportmittel), in der Unterstützung von Ordensleuten

und Laienverbänden sowie in der Förderung kirchlicher

Medien, die von Staat und Wirtschaft unabhängig

sind.

Adveniat bietet von sich aus keine Projekthilfen an

oder schlägt keine Projekttypen vor. Die Initiativen

und Vorschläge kommen aus Lateinamerika und der

Karibik und werden dann in der Adveniat-Geschäftsstelle

in Essen geprüft. Dabei müssen die Anträge vor

allem drei Anforderungen genügen:

hilfe Zur selbsthilfe

Schwester Carmen

setzt sich für die Zunue-

Indigenas in Kolumbien

ein

Neben der klassischen Unterstützung der basisund

armenorientierten Projekte fördert Adveniat auch

Initiativen, die Gemeinden und Bistümern in lateinamerikanischen

Ländern den Weg in die finanzielle

Unabhängigkeit bereiten: Projekte wie „Dízimo“ (Brasilien),

„Compartir“ (Argentinien), „1% CALI“ (Chile)

und „Diezmo“ (Peru) sind erfolgreiche Beispiele.

Aspekte der Projektförderung

1. anlieGen werden in lateinamerika

formuliert

Adveniat kreiert keine Projekte. Die allermeisten entstehen

in den Gemeinden, nicht aus „übergeordneten

Strukturen“. Adveniat fördert demnach nicht einige

wenige Großvorhaben, sondern viele kleinere Projekte.

2. die Projekte kommen den armen ZuGute

Da Adveniat die „vorrangige Option für die Armen“ der

Kirche in Lateinamerika teilt, werden bei den Länderbudgets

Armutsindikatoren berücksichtigt. Adveniat

setzt regionale Schwerpunkte.

3. sie müssen einen eiGenanteil

bei der finanZierunG vorweisen

Die Projektpartner sollen nicht privilegiert, sondern in

ihrer Arbeit unterstützt werden. Dazu gehört eine angemessene

Eigenleistung des Projektpartners.

PriesteraltersversorGunG

in lateinamerika und der karibik

Jahrzehntelang setzen sich Priester für andere

Menschen ein. Viele von ihnen engagieren sich fast ihr

ganzes Leben lang vor allem für Menschen in schwierigen

Situationen. Doch im Alter droht den meisten Diözesanpfarrern

in Lateinamerika selbst das Nichts. Denn

im Gegensatz zu ihren Amtsbrüdern in Deutschland

verfügen sie über keinerlei Kranken- oder Rentenversicherung.

Daher unterstützte Adveniat schon kurz

nach seiner Gründung den Aufbau einer Altersversorgung

für Priester. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen

Bischofskonferenzen entstanden in Bolivien, Nicaragua,

Puerto Rico, Uruguay, Costa Rica und Ecuador

Rentenversicherungssysteme, die sich selbst finanzieren.

Elf weitere Länder sind auf dem besten Weg dazu.

Adveniat berät sie dabei und unterstützt sie finanziell.

Im vergangenen Geschäftsjahr flossen 66.312 Euro in

die Priesteraltersversorgung.


wechsel mexiko an der sPitZe

der 197 Projekte bischöflichen kommission

2.777.750 Euro

Weihbischof Franz Grave, der seit 1991 das Amt des Vorsitzenden

Guatemala der „Bischöflichen Kommission für Kontakte

kolumbien

zu 104 Lateinamerika Projekte (insbesondere Adveniat)“ mit großer

301 Projekte

Kenntnis 1.399.300 und EuroUmsicht

ausübte, ist im September 2008

4.035.950 Euro

aus Altersgründen aus diesem Amt ausgeschieden.

Papst el salvador Benedikt XVI. hatte im vergangenen Jahr sein

Rücktrittsgesuch 68 Projekte als Weihbischof in Essen zwar angenommen,

906.700 Euro aber gebeten, dass er bis zur Weihe eines neuen

Weihbischofs weiter wirken möge. So hielt es auch

die honduras Deutsche Bischofskonferenz, die in ihrer Frühjahrsvollversammlung

41 Projekte 2008 mich zum nächsten Vorsitzen-

Peru

den 499.000 der Adveniat-Kommission Euro

bestimmte. Der Wechsel

256 Projekte

solle „nunc pro tunc“ erfolgen, also erst, wenn Franz

3.019.100 Euro

Grave nicaraGua aus dem Amt des Weihbischofs in Essen emeritiert

70 Projekte würde.

893.600 Euro

Mit der Weihe von Ludger Schepers am 19. September

2008 costa zum rica neuen Weihbischof in Essen trat diese Regelung

17 Projekte in Kraft. Ich freue mich, dass mir die deutschen

Bischöfe 236.500 Euro dieses große und für die weltkirchliche Arbeit

der deutschen Kirche wichtige Amt anvertraut haben.

Panama

Franz 31 Projekte Grave möchte ich auch an dieser Stelle danken

für 310.000 sein Euro großes Engagement für die Kirche in Latein- chile

amerika. Mit viel Elan und ganzer Kraft hat er sich 100 für Projekte

die ecuador Menschen in Lateinamerika eingesetzt und für 996.600 die Euro

pastoralen 216 ProjekteAnliegen

des Hilfswerkes der Katholiken

in 2.380.400 Deutschland Euro geworben. Dafür gebührt ihm großer

Dank.

Alle Länder Mittel- und Südamerikas sowie der Karibik,

in denen eine romanische Sprache (Spanisch,

Portugiesisch, Französisch) gesprochen wird, fasst

Bischof Dr. Felix Genn

man unter dem Begriff Lateinamerika zusammen.

Vorsitzender der Bischöflichen

Kommission Mittelamerika Adveniat bezeichnet die Landbrücke Zentralamerika,

Mexiko und die Karibik.

Geografisch gehört Mexiko zu Nordamerika, kulturell

wird es dagegen oft zu Mittelamerika gezählt.

Adveniat zählt auch englischsprachige Länder, in

denen Projekte gefördert werden, zu Lateinamerika

(z. B. Belize oder Guyana).

kuba

60 Projekte

1.527.000 Euro

veneZuela

65 Projekte

671.400 Euro

haiti

123 Projekte

1.813.104 Euro

bolivien

110 Projekte

1.308.250 Euro

arGentinien

276 Projekte

3.275.700 Euro

brasilien

856 Projekte

9.939.600 Euro

dominikanische

rePublik

73 Projekte

949.300 Euro

antillen

29 Projekte

370.900 Euro

lateinamerika

allGemein

23 Projekte

396.300 Euro

lateinamerika

celam

1 Projekt

300.000 Euro

euroPa

6 Projekte

414.500 Euro

ParaGuay

58 Projekte

931.400 Euro

uruGuay

38 Projekte

501.000 Euro

9


* Unter Lateinamerika verstehen sich

Projekte, die Latein amerika insgesamt

betreffen.

** Unter CELAM (Consejo Episcopal

Latinoamericano) finden sich Projekte

in Zusammen arbeit mit dem Lateinamerikanischen

Bischofsrat.

*** Hierunter sind Projekte für die

Kirche in Lateinamerika zu verstehen,

die in Europa realisiert werden.

10

WaS Wir in Welchen ländern fördern

Klassenzimmer

einer Schule in Hinche, Haiti

Übersicht nach Ländern

bewilliGte Projektmittel nach ländern 2008/2009

Land Projektanzahl % Bewilligt % Ø Euro/

in Euro Projekt

Antillen 29 0,93 370.900,00 0,93 12.789,66

Argentinien 276 8,85 3.275.700,00 8,22 11.868,48

Bolivien 110 3,53 1.308.250,00 3,28 11.893,18

Brasilien 856 27,44 9.939.600,00 24,94 11.611,68

Chile 100 3,21 996.600,00 2,50 9.966,00

Costa Rica 17 0,55 236.500,00 0,59 13.911,76

Dom. Republik 73 2,34 949.300,00 2,38 13.004,11

Ecuador 216 6,93 2.380.400,00 5,97 11.020,37

El Salvador 68 2,18 906.700,00 2,28 13.333,82

Guatemala 104 3,33 1.399.300,00 3,51 13.454,81

Haiti 123 3,94 1.813.104,00 4,55 14.740,68

Honduras 41 1,31 499.000,00 1,25 12.170,73

Kolumbien 301 9,65 4.035.950,00 10,13 13.408,47

Kuba 60 1,92 1.527.000,00 3,83 25.450,00

Mexiko 197 6,32 2.777.750,00 6,97 14.100,25

Nicaragua 70 2,24 893.600,00 2,24 12.765,71

Panama 31 0,99 310.000,00 0,78 10.000,00

Paraguay 58 1,86 931.400,00 2,34 16.058,62

Peru 256 8,21 3.019.100,00 7,58 11.793,36

Uruguay 38 1,22 501.000,00 1,26 13.184,21

Venezuela 65 2,08 671.400,00 1,68 10.329,23

Lateinamerika * 23 0,74 396.300,00 0,99 17.230,43

CELAM ** 1 0,03 300.000,00 0,75 300.000,00

Europa *** 6 0,19 414.500,00 1,04 69.083,33

Gesamt 3.119 100,00 39.853.354,00 100,00 12.777,61

Vor dem Pfarrhaus in

Titicachi, Bolivien


In der Verteilung der bewilligten Mittel

nach Projektkategorien spiegeln sich

die Schwerpunkte der seelsorglichen

Arbeit der Kirche in Lateinamerika

wider, die nicht von der Kirche selbst

finanziert werden können.

Übersicht nach Projektkategorien

bewilliGte Projektmittel nach kateGorien 2008/2009

Kategorie Projektanzahl Bewilligt in Euro %

Bauvorhaben 984 17.264.850,00 43,32

Fahrzeuge 1.017 10.469.454,00 26,27

Pastorale Hilfsmittel und Medien 71 803.900,00 2,02

Laufende Programmhilfen 551 6.724.750,00 16,87

Punktuelle Hilfen 6 90.600,00 0,23

Studien- und Ausbildungshilfen 380 3.163.500,00 7,94

Unterhaltshilfen 110 1.336.300,00 3,35

Gesamt 3.119 39.853.354,00 100,00

erläuterunG Zu den ProjektkateGorien

Bauvorhaben: Hilfen für den Bau und die Renovierung von Kirchen, Kapellen,

Pfarrhäusern, Gemeindezentren und Mehrzweckräumen, von Bildungs- und

Pastoralzentren, von Ordenshäusern und Priesterseminaren.

Fahrzeuge: Unterstützung für den Kauf von Autos, Motorrädern, Motorbooten

und Fahrrädern sowie von „Transporttieren“ wie Esel, Maultiere und Pferde.

Pastorale Hilfsmittel und Medien: Hilfe für die Erarbeitung, den Kauf und Druck katechetischer

Materialien, für die Produktion audiovisueller Medien, für kirchlichen

Rundfunk und Fernsehen sowie für den Kauf und die Herausgabe von Büchern.

Laufende Programmhilfen: Unterstützung für die Katechetenausbildung, Pastoralprogramme,

die Jugendarbeit, die Medienarbeit und wissenschaftliche Tagungen.

Studien- und Ausbildungshilfen: Beihilfen unter anderem für junge Ordensleute

und Religionslehrer.

Unterhaltshilfen: Unterstützung von kirchlichem Personal sowie Projektinitiativen

zur Selbstfinanzierung.

Hedwig Knist

spricht mit einem Obdachlosen

im Projekt „Casa da Adoração“

in São Paulo, Brasilien

11


12

projeKtverlauf

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Von der Idee zur Verwirklichung eines Projektes

Am Anfang steht immer eine Initiative aus einer Pfarrgemeinde oder kirchlichen Einrichtung

in Lateinamerika. So bitten etwa Ordensschwestern um die Unterstützung

beim Kauf eines Autos zur besseren Betreuung einer großen Gemeinde. Oder die Verantwortlichen

eines Bildungshauses erbitten Zuschüsse für Kursmaterialien und Fachlehrergehälter.

Sie formulieren ihr Anliegen in einem Antrag an Adveniat.

Diesem Antrag muss entweder das Begleitschreiben des Ortsbischofs oder der/des

Höheren Oberen beiliegen oder es muss nachgereicht werden. Bei Bedarf wird auch

eine Stellungnahme des Gemeinderates erbeten. So wird gewährleistet, dass Initiativen

schon vor Ort beratschlagt und geprüft worden sind und von vielen getragen werden.

Der Antrag wird von dem jeweiligen Länderreferenten bei Adveniat geprüft. Ist das

Projekt wirklich notwendig? Wie sieht es mit Eigenleistungen aus? Kommt das Anliegen

den Armen zugute? Keine Anfrage aus Lateinamerika bleibt dabei ohne Antwort.

Wenn alle wichtigen Informationen vorliegen, schreibt der Länderreferent ein Gutachten

und eine Empfehlung für oder wider eine Unterstützung durch Adveniat.

Nun wird das Projekt noch durch zwei weitere Instanzen, und zwar die Geschäftsführung

und die Bischöfliche Kommission, geprüft. Eine Orientierung ist dabei das Gutachten

des Länderreferenten, der die Situation vor Ort am besten beurteilen kann.

Anschließend wird der Antragsteller über das Ergebnis der Prüfungen informiert. Sollte

das Projekt nicht gefördert werden, so werden die Gründe dafür erläutert, andernfalls

wird das Geld nach erneuter Prüfung der Bankverbindung überwiesen. Bei größeren

Summen ermöglichen Überweisungen in Raten die Einbindung Adveniats. Dabei

wird der Fortschritt des Vorhabens in Etappen begleitet.

Der Antragsteller bestätigt den Empfang des Geldes und berichtet Adveniat in Text und

Bild anschließend über die Entwicklung und den Erfolg des Projektes. Gibt es Unklarheiten,

hakt der Länderreferent nochmals nach. Mindestens einmal im Jahr besucht er

Projekte, die besonders umfangreich sind oder Fragen aufwerfen, sowie Projektpartner,

die Beratungsbedarf haben.

So wie der Länderreferent die Entscheidung über eine Beihilfe vorbereitet, schließt

er das Projekt auch ab. Treten Unklarheiten auf – etwa bei der Abrechnung –, wird

der Abteilungsleiter, gegebenenfalls der Geschäftsführer eingeschaltet. Da Adveniat-

Projekte klein und überschaubar sind (durchschnittliche Fördersumme 12.600 Euro),

in Raten ausgezahlt werden und Adveniat die engmaschige Infrastruktur der katholischen

Kirche nutzt, sind Veruntreuungen leicht zu bemerken und können wirkungsvoll

sanktioniert werden.


Sprachrohre schaffen – zu Wort kommen lassen

arGentinien: radio mit köPfchen

Unterstützung von regierungsunabhängigen Medien

Das Radioprojekt „Nuestra Señora de Luján“, gegründet von Padre

Carlos Moia, hat seinen Sitz seit 1986 in Buenos Aires. Padre Moia und

sein Team beobachten mit prüfendem Blick die politische und gesellschaftliche

Situation Argentiniens und berichten über brennende Fragen.

Durch seine Arbeit schafft das Radio „Nuestra Señora de Luján“

einen Gegenpol zu den kommerziellen und häufig sinnentleerten

Angeboten der privaten Radiostationen. Das elf-köpfige Team,

hauptsächlich bestehend aus Freiwilligen, produziert Radioprogramme

christlichen und populären Zuschnitts. Mit viel Engagement und

Ideenreichtum werden Hörspiele, Reportagen, Musiksendungen und

Kommentare gestaltet. Ziel ist es, christliche Werte zu vermitteln.

Das Zentrum hat seinen Internetauftritt ausgebaut, so dass nun

auch Radioprogramme heruntergeladen oder online gehört werden

können (www.produccioneslujan.com.ar). Die zahlreichen Sendungen

werden besonders für den Einsatz in den Armenvierteln des

Großraumes Buenos Aires für kleine private Radiosender entwickelt,

wo sie den Menschen eine Alternative zu den kommerziellen Programmen

bieten sollen.

Nur ein geringer Teil der Ausgaben lässt sich über den Verkauf

ausgewählter Produktionen refinanzieren, die meisten Programme

werden kostenlos – vor allem über nichtkirchliche Radios – verbreitet.

Insgesamt 40 Radiostationen im Großraum Buenos Aires und darüber

hinaus senden die von Padre Moia produzierten Programme,

die sich wachsender Beliebtheit erfreuen.

Für den Unterhalt des Studios, Telefon- und Materialkosten sowie

für Sprecher- und Technikerhonorare entstehen jährlich Ausgaben

in Höhe von 9.500 Euro. Damit Padre Moia diese wichtige Arbeit

fortsetzen kann, stellte Adveniat 7.000 Euro zur Verfügung.

projeKtbeiSpiel

Die Medienmacht konzentriert sich in

Lateinamerika häufig in den Händen

weniger Konzerne und herrschender Eliten,

die den Medienmarkt kontrollieren.

Dazu bilden kleine kirchliche Radiosender

und Zeitschriften eine Art Gegenöffentlichkeit

– meistens die Einzige im

Land. Sie verstehen sich als Anwalt der

Bürger, lassen Benachteiligte zu Wort

kommen und verbreiten Bildungsprogramme

sowie religiöse Sendungen.

arGentinien

Buenos Aires

ARGENTINIEN

hauptstadt buenos aires

hdi* rang 49

(von 182 erfassten staaten)

Geförderte Projekte 276

Gesamtsumme 3.275.700 euro

Projektnummer 237-000/0926

Projektträger centro de comunicación

ntra. sra. de luján, san isidro

Projektziel erarbeitung von radioprogrammen

für kleine radiosender

Projektkosten 9.500 euro

bewilligte summe 7.000 euro

länderreferent michael kuhnert

* Der Human Development Index ist ein

Index der menschlichen Entwicklung in den

Ländern der Welt. Berücksichtigt werden

das Bruttonationaleinkommen pro Einwohner,

die Lebenserwartung, der Bildungsgrad

mit Hilfe der Alphabetisierungsrate und die

Einschulungsrate der Bevölkerung.

(Angaben aus 2007)

13


14

projeKtbeiSpiel

Adveniat unterstützt die Gemeinden in

Lateinamerika darin, Räume für ihre

Arbeit, für ihr Zusammenleben und für

das gemeinsame Gebet zu errichten oder

zu renovieren. Dabei kann es sich sowohl

um eine schlichte Kapelle oder einen

einfachen Mehrzweckraum als auch um

die Instandsetzung eines vielbesuchten

Bildungshauses handeln. Die Eigenleistung

der Projektpartner besteht häufig

aus Materialspenden und Arbeitskraft.

b r a s i l i e n

Brasília

Almenara

Brasilien

hauptstadt brasília

hdi rang 75

(von 182 erfassten staaten)

Geförderte Projekte 856

Gesamtsumme 9.939.600 euro

Projektnummer 233-004/0074

Projektträger catedral diocesana,

s. joão batista, almenara

Projektziel einrichtung eines

Gemeindezentrums

Projektkosten 18.500 euro

bewilligte summe 8.000 euro

länderreferent werner klar

Raum schaffen – Begegnung ermöglichen

brasilien: den droGen keine chance Geben

Dort, wo das Leben schwer erträglich ist, scheinen Drogen manchmal

der einzige Ausweg. Jugendliche sind besonders gefährdet.

Almenara ist keine Weltstadt wie São Paulo oder Rio de Janeiro.

Doch auch in der ländlichen 37.000-Einwohner-Stadt im Nordosten

des Bundesstaates Minas Gerais sind Drogen ein echtes Problem. Im

Tal des Rio Jequitinhonhá gibt es für junge Menschen kaum berufliche

Perspektiven. Die Region ist geprägt von Land- und Viehwirtschaft,

aber der Boden gibt wenig her. Viele Jugendliche zieht es auf

der Suche nach Arbeit fort von hier. Die, die bleiben, sehen im Verkauf

und Konsum von Drogen oft den einzigen Ausweg aus der Misere.

Eine Gruppe aus der Pfarrei São João Batista hat sich dieses

Problems angenommen. Bisher galt ihr Engagement vorwiegend

der schwarzen und indigenen Bevölkerung. Zusätzlich dazu wollen

sich die Mitglieder der Gruppe dafür starkmachen, dass Kinder und

Jugendliche von der Straße und den Drogen wegkommen oder gar

nicht erst dort landen. Zuerst wollen sie sich 70 Kindern im Alter von

7 bis 10 Jahren widmen, später sind auch 70 Kinder bis zu 14 Jahren

im Fokus. In der Einrichtung bekommen die Kinder eine gesunde,

warme Mahlzeit und werden mit kreativen Arbeiten gefördert.

Für das Projekt stellt die Pfarrei das Gebäude zur Verfügung, von

Bistumsseite werden Köchin und Hausbetreuer bereitgestellt. Was

noch fehlt: eine komplette Kücheneinrichtung einschließlich Besteck

und Geschirr, Tische, Stühle, Elektrogeräte, Büro- und Bastelbedarf.

Hierfür bat die Pfarreigruppe Adveniat um Unterstützung. Der Bischof

von Almenara hatte dem Projekt seine ausdrückliche Empfehlung

ausgesprochen. Adveniat-Länderreferent Werner Klar bezeichnete

die Initiative sowie den Versuch, „die örtlichen Behörden mit in

die Pflicht zu nehmen“, als lobenswert. Adveniat hat die Einrichtung

zur Betreuung von drogengefährdeten Kindern mit 8.000 Euro unterstützt.


Durch Bildung bewegen – dem Elend entkommen

lateinamerika:

menschen mit behinderunG Gestalten ihr leben

Förderung der Lobbyarbeit zugunsten kranker und behinderter Menschen

Kranke und Menschen mit Behinderung gehören in den Ländern

Lateinamerikas zu den am meisten benachteiligten Personengruppen.

Oft haben sie keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und

sind auf Almosen angewiesen, da die wenigsten krankenversichert sind

und keine sozialen Leistungen erhalten. Vor diesem Hintergrund leistet

die „Fraternidad Cristiana de Personas Enfermas y con Discapacidad“

(FCPED) wichtige Lobbyarbeit.

Die Arbeit der „Christlichen Bruderschaft der Kranken und Behinderten“

– so die deutsche Übersetzung – zielt vor allem darauf, die

Kranken und Menschen mit Behinderung zu befähigen, ihren Alltag

selbst zu gestalten. Die Stärke der FCPED ist ihre Präsenz vor Ort

in lokalen Gruppen in 15 Ländern Lateinamerikas und der Karibik.

Hier wird praktische Lebenshilfe und politische Bewusstseinsarbeit

geleistet. Die Fäden laufen auf Kontinentalebene im Sekretariat von

Fanny H. Wong Chen in Panama zusammen. Die Koordinatorin ist

seit 2001 durch Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt und arbeitet

hauptberuflich als Buchhalterin in einem Reisebüro. Nicht zuletzt

ihrer klugen und beharrlichen Lobbyarbeit ist es zu verdanken, dass

die panamaische Regierung die Chancengleichheit für Menschen mit

Behinderung gesetzlich festgeschrieben hat.

Auch wenn sie ehrenamtlich tätig ist, so fallen doch Kosten für

die umfangreichen Aktivitäten der FCPED an, wie etwa für die Treffen

der Landesverbände und die Weiterbildungskurse für Gruppenleiter

zu ethischen, religiösen, rechtlichen und politischen Fragen.

Die Teilnehmer werden im Behindertenrecht geschult und erhalten

Tipps zur Existenzgründung. Die Kampagne „Barrierefreie Kirche“

soll ausgebaut und in die Gesellschaft hineingetragen werden. Im

Mittelpunkt steht die Forderung nach rollstuhlfreundlicher Bauweise

öffentlicher Verkehrsmittel und Gebäude, insbesondere Schulen.

Denn vielen behinderten Kindern bleibt die Schulbildung

verwehrt, weil Treppen in Schulen ein unüberwindbares

Hindernis darstellen.

Adveniat unterstützte die Arbeit der „Christlichen

Bruderschaft der Kranken und Menschen mit Behinderung“

auf Zweijahresbasis mit insgesamt 48.000 Euro.

projeKtbeiSpiel

Adveniat fördert überall in Lateinamerika

Bildungsinitiativen. Dabei reicht die

Bandbreite von der Ausbildung ehrenamtlicher

und hauptamtlicher Mitarbeiter

über Schulunterricht und Einkehrtage

bis hin zur Anschaffung notwendiger

Lehr- und Lernmaterialien wie Bücher,

Papier oder Fotokopierer. Dies ist Hilfe

zur Selbsthilfe, denn sie macht die Menschen

vor Ort unabhängig und fähig,

ihre Situation zu beurteilen und aus

eigener Kraft zu verändern.

Lateinamerika

Projektnummer 200-000/2354

Projektträger fraternidad cristiana de Personas

enfermas y con discapacidad (fcPed)

Projektziel unterstützung und weiterbildung

kranker und behinderter menschen

Projektkosten 90.000 euro

bewilligte summe 48.000 euro

referent martin hagenmaier

15


16

projeKtbeiSpiel

Die Kirche in Lateinamerika ist auf

Spenden angewiesen. Es gibt kein

Kirchensteuersystem. Die große Mehrheit

der Bistümer und Pfarrgemeinden

ist arm und benötigt für ihre unterschiedlichen

Aufgaben an der Basis

finanzielle Hilfe von außen.Viele höchst

engagierte Ordensleute, die sich

für die Ärmsten einsetzen, haben selbst

keine Einkünfte. Hier hilft Adveniat.

Dominikanische

dominikanische

rePublik

Republik

hauptstadt santo domingo

hdi rang 90

(von 182 erfassten staaten)

Geförderte Projekte 73

Gesamtsumme 949.300 euro

Projektnummer 224-001/0130

Projektträger oblatas del santísimo redentor,

bajos de haina

Projektziel hilfe für Prostituierte

und gefährdete junge frauen

Projektkosten 19.000 euro

bewilligte summe 10.000 euro

länderreferent dr. magdalena holztrattner

Zusammenhalt fördern – Bedürftigen beistehen

dominikanische rePublik:

die würde der frau bewahren

Unterstützung von Ordensfrauen, die Mädchen vor Prostitution schützen

Die Dominikanische Republik steht weltweit an vierter Stelle der

Länder, in denen die größte Anzahl Prostituierter registriert wird. In

der Diözese Baní kümmern sich vier Ordensschwestern der „Oblatas del

Santísimo Redentor“ um Frauen und Mädchen, die ihren Körper für Geld

verkaufen oder in Gefahr geraten, in die Prostitution abzugleiten.

Fast überall auf der Welt sind Ordensfrauen dieser Kongregation

tätig, um Frauen zu helfen, die als Prostituierte oft in unwürdigen

Verhältnissen leben müssen, ausgebeutet werden und unter psychischen

und körperlichen Krankheiten leiden. Professionelle Hilfe tut

not. Deshalb wird die kleine Gemeinschaft der „Oblatas“, die in der

Dominikanischen Republik Frauen aus dem Prostituiertenmilieu betreut,

von einem Team von vier Lehrern und einer Gruppe Freiwilliger

unterschiedlicher Berufsrichtungen unterstützt. Darüber hinaus

helfen auch drei Novizinnen mit, die sich auf den Eintritt ins Ordensleben

vorbereiten. Die Frauen erhalten psychologische Hilfe, spirituelle

Begleitung und werden über ihre Menschen- und Bürgerrechte

aufgeklärt. Auch das Thema „Behandlung und Vorbeugung von

AIDS“ spielt eine wichtige Rolle. Nicht nur die Frauen selbst, auch die

Familien der Prostituierten werden über die Gefahren des HI-Virus

informiert, um Ansteckungen zu vermeiden und Vorurteile gegenüber

infizierten Frauen abzubauen. Für diese umfassende Bildungsarbeit

steht den Ordensfrauen das „Zentrum Unserer Hoffnung“ zur

Verfügung, das durch staatliche Hilfen, Spenden und aus Mitteln der

Kongregation unterhalten wird. Um einen ersten Kontakt zu den

Frauen und Mädchen zu bekommen, suchen die Ordensschwestern

sie dort auf, wo sie ihre „Dienste“ anbieten, etwa in Hafengegenden

und auf Strandpromenaden, in Cafés und Bars. Eine wichtige Anlaufstelle

sind auch die öffentlichen Gesundheitszentren. Ziel der Ordensschwestern

ist es, Alternativen aufzuzeigen und den Frauen zu

helfen, sich aus dem Milieu der Prostitution zu befreien.

Von Adveniat erbaten die Schwestern vor allem eine Beihilfe für

die Verstärkung der Arbeit mit minderjährigen Prostituierten und

Mädchen, die gefährdet sind, in die Prostitution abzugleiten: Alphabetisierungskurse,

psycho-soziale Einzel- und Gruppentherapien, die

Begleitung von gefährdeten Minderjährigen und ihren Familien sowie

die Anschaffung didaktischer Materialien. 9.000 Euro können die

Schwestern aus eigenen Mitteln aufbringen, Adveniat half mit 10.000

Euro.


Menschen mobilisieren – Entfernungen überwinden

kuba: ein kleinbus für die krankenhilfe

Finanzierung eines Busses für Ordensfrauen,

die sich um kranke Menschen kümmern

Weite Strecken, schlammige und unbefestigte Straßen und dazu

ein 14 Jahre altes Auto: keine guten Voraussetzungen, um schnell und

sicher zu Kranken zu gelangen. Genau vor diesem Problem stehen sechs

Schwestern aus der kubanischen Provinz Camagüey, wenn sie Krankenbesuche

in Holguín oder Havanna machen. Sie wohnen in der Sakristei

einer Filial kirche von Camagüey und haben es sich zur Aufgabe gemacht,

Kranke zu pflegen – ambulant und stationär. Das Krankenzimmer mussten

die Schwestern aus Platzmangel im Flur einrichten.

In kubanischen Krankenhäusern kann eine ausreichende medizinische

Versorgung häufig nicht gewährleistet werden, weil Medikamente

und Behandlungsinstrumente knapp sind. Deshalb kommen

die Menschen oft zu den Ordensfrauen, um sich ambulant behandeln

zu lassen. Manche bleiben sogar mehrere Tage, bis sie wieder genesen

sind.

Der Hauptteil der Arbeit wartet allerdings außerhalb der Filialkirche

auf die Schwestern. Jede Nacht besuchen sie Schwerkranke,

manchmal auch im weit entfernten Havanna, und bleiben bis zum

Morgen bei ihnen. Dazu steigen die sechs Ordensfrauen nicht in eines

der typischen amerikanischen Autos, wie sie auf Kuba zu sehen

sind, sondern in ihren alten klapprigen Kleinbus, der kaum noch zu

reparieren ist. Der Bus ist ständig im Einsatz, zum Beispiel, um Patienten

ins Krankenhaus zu bringen, sie dort zu besuchen und wieder

nach Hause zu fahren, wenn sie entlassen werden. Alternative

Transportmöglichkeiten stehen nicht zur Verfügung, denn es gibt

kaum öffentliche Verkehrsmittel.

Die Schwestern haben sich durch ihren Krankenpflegedienst in

der Provinz Camagüey unentbehrlich gemacht. Um ihre Arbeit fortzusetzen,

brauchten sie dringend einen neuen Kleinbus. Adveniat

half mit 15.000 Euro.

projeKtbeiSpiel

Adveniat unterstützt die Gemeinden und

Bistümer bei der Anschaffung von Autos,

Booten oder Motorrädern. Oft handelt es

sich bei den Autos um geländegängige

Fahrzeuge, die in schwer zugänglichen

Gebieten ohne befestigte Straßen zum

Einsatz kommen. Im Amazonasraum

sind Boote die einzig brauchbaren Fortbewegungsmittel,

in den Hochanden sind

es manchmal Nutztiere. Immer geht es

jedoch darum, die Menschen – auch in

den entlegenen Gebieten – zu erreichen.

Kuba

kuba

hauptstadt havanna

hdi rang 51

(von 182 erfassten staaten)

Geförderte Projekte 60

Gesamtsumme 1.527.000 euro

Projektnummer 220-001/0101

Projektträger siervas de maría

Projektziel kauf eines kleinbusses

für die arbeit von ordensfrauen

Projektkosten 35.000 euro

bewilligte summe 15.000 euro

länderreferent martin hagenmaier

17


18

jahreSfinanzbericht

Aktivseite in Euro in Euro Vorjahr

A. Anlagevermögen

in Tsd. Euro

I. Sachanlagen 291.657,56 310,1

II. Finanzanlagen

1. Beteiligungen 1.156.876,59 1.156,9

2. Genossenschaftsanteile 1.002.000,00 1.002,0

3. Wertpapiere 44.579.498,53 41.527,9

4. Darlehnsforderungen 63.880,54 46.802.255,66 73,1

B. Umlaufvermögen

I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Personalabrechnungen 2.500,00 13,4

2. Sonstige Forderungen 2.450.335,88 2.452.835,88 2.653,4

II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

1. Kassenbestand 448.929,13 127,3

2. Girokonten 10.395.039,79 4.150,9

3. Tagesgeld -628.264,24 581,8

4. Festgeld 8.008.725,06 26.378,7

5. Sparkonten 11.615.265,87 29.839.695,61 2.145,2

III. Durchlaufende Gelder -2.113,10 1,5

C. Anlagevermögen

Vorgriff auf das neue Haushaltsjahr 0,00 0,0

79.384.331,61 80.122,2

allGemeine anGaben

Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz nimmt das Bistum Essen treuhänderisch die Aufgaben des

Rechts- und Vermögensträgers für die Bischöfliche Aktion Adveniat und deren Geschäftsstelle wahr. Die Geschäftsvorfälle

werden in einem Jahresabschluss erfasst, der aus einer Haushaltsrechnung und einer Vermögensübersicht

besteht.

ansatZ und bewertunGsmethoden

Vermögensübersicht zum 30. September 2009

Aktiva

Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten entspricht den im Bistum Essen angewandten Grundsätzen

einer ordnungsgemäßen Rechnungslegung. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten

aktiviert. Finanzanlagen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Abschreibungen

auf niedrigere Kurswerte an späteren Stichtagen werden bei voraussichtlich vorübergehenden Wertminderungen

nicht vorgenommen. Rückstellungen sind für bewilligte Projektmittel, die noch nicht verbraucht

wurden und in Folgejahren verwendet werden, gebildet worden und als Haushaltsausgabereste abgegrenzt. Außerdem

sind sonstige Rückstellungen für Altersteilzeit und Zusatzversorgung gebildet worden. Die Rückstellungen

entsprechen der voraussichtlichen Inanspruchnahme. Die Verbindlichkeiten sind mit Rückzahlungsbeträgen angesetzt.


Vermögensübersicht zum 30. September 2009

Passiva

Passivseite in Euro in Euro in Euro Vorjahr

A. Eigenkapital

Rücklagen

in Tsd. Euro

1. Allgemeine Rücklagen 33.651.821,32 31.533,2

2. Sonderrücklagen

2.1. Rücklagen gemäß Statut 10.100.600,00 9.620,0

2.2. Rücklagen für Absicherung

gesperrter Schecks 0,00

2.3. Rücklagen Priesteraltersversorgung 9.088.117,16 19.188.717,16 52.840.538,48 8.860,1

B. Rückstellungen

I. Haushaltsausgabereste 23.797.725,70 26.907,8

II. Sonstige Rückstellungen

1. Rückstellung Altersteilzeit 448.512,99 224,9

2. Rückstellung Zusatzversorgung 50.000,00 498.512,99 24.296.238,69 50,0

C. Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten 2.247.554,44 2.414,9

kontrollen der ausGaben für

öffentlichkeitsarbeit und verwaltunG

Jede Rechnung und jede Auszahlung wird intern mindestens zweifach geprüft:

der zuständige Referent kontrolliert die sachliche, der zuständige Sachbearbeiter

oder Assistent die rechnerische Richtigkeit. Bevor die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

und Bildung oder die Abteilung Personal, Verwaltung und Organisation

Dienste in Auftrag geben, werden mindestens zwei Dienstleister um Kostenvoranschläge

gebeten und das beste Angebot ausgewählt.

kontrolle der ProjektausGaben und ProjektentwicklunG

Adveniat-Projektpartner müssen nach Auszahlung der Adveniat-Hilfe detailliert

Rechenschaft darüber geben, wie und wann das Geld ausgegeben wurde und

wie das Projekt sich entwickelt. Zwischenberichte sind bei sämtlichen Projekten

Pflicht, in denen die Unterstützung in Raten ausgezahlt wird. Bei Bauprojekten

sind unter anderem Fotos beizulegen. Einmal pro Jahr fahren die Länderreferenten

in das Land, für das sie zuständig sind, und besuchen laufende Projekte. Da es

zeitlich nicht machbar ist, jedes einzelne Projekt zu besichtigen, beschränken sie

sich auf die Projekte, die besonders innovativ oder langwierig sind und besuchen

Projektpartner, die sich in Schwierigkeiten befinden und Beratungsbedarf haben.

Die Jahresrechnung 2008/2009 ist von der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft BPG

mbH in Münster geprüft und im Dezember 2009 mit nebenstehendem Prüfungsvermerk

versehen worden.

79.384.331,61 80.122,2

19


Die Jahresabschlussrechnung

2008/2009 der Bischöflichen Aktion

Adveniat schließt in Einnahmen und

Ausgaben mit 58.418.164,54 Euro ab.

Das Haushaltsjahr beginnt jeweils

am 1. Oktober und schließt am

30. September des Folgejahres.

Es ergibt sich nebenstehende

Aufstellung.

20

Welche Mittel unS zur verfügung Stehen

EINNAHMEN

Jahresabschlussrechnung für das Haushaltsjahr

vom 1.10.2008 bis zum 30.9.2009

Einnahmen in Euro % Vorjahr in Euro

1. Kollekten und Spenden

• Weihnachtskollekte 35.196.129,59 60,25 36.678.516,49

• Einzelspenden 7.395.073,11 12,66 7.447.279,03

• Projektpartnerschaften,

Nachlässe und Schenkungen 1.185.472,18 2,03 985.888,07

• Patenschaftsspenden 2.439.135,08 4,18 3.008.726,39

• Zweckgebundene Spenden 1.551.104,59 2,66 3.285.879,19

2. Zuschuss des Verbandes

47.766.914,55 81,77 51.406.289,17

der Diözesen Deutschlands 1.482.500,00 2,54 1.521.500,00

3. Zins- und Vermögenseinnahmen 3.684.456,49 6,31 3.523.518,23

4. Patenschaftszuschuss aus Beihilfen 1.340.800,00 2,30 1.379.800,00

5. Sonstige Einnahmen 136.308,09 0,23 116.995,90

Einnahmen 54.410.979,13 93,14 57.948.103,30

Vermögenswirksame Einnahmen 4.007.185,41 6,86 3.601.945,29

Gesamt 58.418.164,54 100,00 61.550.048,59

einnahmen

Das gesamte Spendenaufkommen verzeichnete einen Rückgang um 3,6 Millio-

nen Euro, das sind 7,1 Prozent. Der Rückgang ist insbesondere zurückzuführen auf

Mindereinnahmen bei der Weihnachtskollekte 2008 um 1,5 Millionen Euro, bei den

Patenschaftsspenden um 0,6 Millionen Euro und bei den zweckgebundenen Spenden

um 1,7 Millionen Euro. Dagegen sind die Einnahmen aus Projektpartnerschaften,

Nachlässen und Schenkungen leicht gestiegen, während die Einzelspenden stabil geblieben

sind.

Die unter der Position „Vermögenswirksame Einnahmen“ und „Vermögenswirksame

Ausgaben“ gezeigten Zahlen beinhalten Zuführungen und Auflösungen zu den

verschiedenen Rücklagen, bilden also keine realen Zahlungsströme ab. Da diese Buchungen

periodisch sehr ungleichmäßig anfallen, kommt es auch zu starken Schwankungen

der hier gezeigten Größen, die eine direkte Vergleichbarkeit zwischen den Jahren

erschweren.


AUSGABEN

Ausgaben in Euro % Vorjahr in Euro

1. Hilfen für die Kirche in Lateinamerika

• Allgemeine Projektbeihilfen 40.156.973,81 68,74 40.182.947,42

• Priesteraltersversorgung 66.312,00 0,11 1.312.996,00

• Patenschaftsbeihilfen 3.366.184,86 5,76 3.633.897,36

• Zweckgebundene Spenden 1.551.104,59 2,66 3.285.879,19

• Beihilfe des Verbandes der

Diözesen Deutschlands 1.482.500,00 2,54 1.521.500,00

46.623.075,26 79,81 49.937.219,97

2. Projektbegleitung 3.049.107,21 5,22 2.634.611,92

3. Satzungsgemäße Kampagnen-,

Bildungs- und Aufklärungsarbeit 1.282.070,56 2,19 1.421.515,68

4. Werbung und Verwaltung

• Werbung und allgemeine

Öffentlichkeitsarbeit 2.571.851,58 4,40 3.172.311,09

• Verwaltung 1.588.264,88 2,72 1.745.406,08

Ausgaben 55.114.369,49 94,34 58.911.064,74

Vermögenswirksame Ausgaben 3.303.795,05 5,66 2.638.983,85

Gesamt 58.418.164,54 100,00 61.550.048,59

ausGaben

Der Haushaltsplan der Bischöflichen Aktion Adveniat für das Haushaltsjahr

2008/2009 wurde am 16. Juni 2008 von der Adveniat-Kommission beschlossen und

am 5. Juli 2008 von Dr. Felix Genn, Bischof von Essen (heute Bischof von Münster),

festgesetzt. Aufgrund der in Vorjahren gebildeten Rücklagen konnten die Mittel für allgemeine

Projektbeihilfen trotz der rückläufigen Einnahmen auf dem Niveau des Vorjahres

belassen werden. Der deutliche Rückgang der Ausgaben für Priesteraltersversorgung

beruht darauf, dass der Hauptteil der Mittel in einem Zwei-Jahres-Rhythmus

bewilligt wird. Die zweckgebundenen Spenden verringerten sich auf der Ausgabenseite

im gleichen Umfang wie auf der Einnahmenseite, da diese Spenden von Adveniat

ohne Abzüge den gewünschten Zwecken zugeleitet werden. Die Gliederung und der

Ausweis des Jahresabschlusses folgen den Empfehlungen zur Finanzberichterstattung

in Jahresberichten des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin.

21


22

SpendenergebniS

Spendeneinnahmen und Zusammensetzung

einZelsPenden Zu kollekte nach (erZ-)bistümern – Gesamt

(Erz-)Bistum Einzelspenden in Euro Kollekte in Euro

Aachen 300.023,78 1.181.606,08

Augsburg 298.093,00 2.202.665,30

Bamberg 217.052,92 1.114.708,53

Berlin 134.035,40 426.556,39

Dresden-Meißen 30.130,72 287.812,23

Eichstätt 90.304,91 852.986,07

Erfurt 23.122,06 238.091,59

Essen 497.193,67 972.586,30

Freiburg 526.017,56 3.093.813,96

Fulda 106.614,92 675.038,65

Görlitz 9.128,68 67.900,15

Hamburg 119.053,73 482.505,25

Hildesheim 202.631,62 655.809,76

Köln 825.725,41 2.063.672,00

Limburg 237.508,56 971.401,27

Magdeburg 15.493,25 164.015,45

Mainz 256.286,51 1.116.401,34

München und Freising 449.259,26 1.921.657,18

Münster 780.609,87 3.723.269,03

Osnabrück 135.422,46 1.371.238,33

Paderborn 506.155,25 2.469.181,34

Passau 82.219,44 708.463,84

Regensburg 229.898,71 1.775.588,56

Rottenburg-Stuttgart 522.204,43 2.055.764,65

Speyer 184.512,19 1.063.886,86

Trier 399.305,58 2.257.132,28

Würzburg 202.987,53 1.277.870,54

Ausland (und Militärbischof) 14.081,69 4.506,66

Gesamt 7.395.073,11 35.196.129,59


kollekteneinnahme in den (erZ-)bistümern – Pro katholik

jeweils in Euro

Aachen

0,97

Osnabrück

2,40

Trier

1,58

Münster

1,84

Essen

1,02

Köln

1,17

Speyer

1,88

Freiburg

1,56

Münster

1,84

Paderborn

1,57

Limburg

1,47

Mainz

1,46

Hildesheim

1,17

Fulda

1,66

Hamburg

1,13

Erfurt

1,52

Würzburg

1,54

Bamberg

1,48

Rottenburg-

Stuttgart

1,17

Augsburg

1,60

Magdeburg

1,85

Berlin

1,12

Eichstätt

Regensburg

2,03

1,42

Passau

1,50

München

und Freising

1,06

Görlitz

1,96

Dresden-Meißen

1,96

An der mexikanischen Grenze zu den USA:

Das vermeintliche Glück

liegt auf der anderen Seite,

23


Bei den Projektpartnerschaften,

Nachlässen und Schenkungen ist die

Entwicklung in den Jahren 1999 bis

2009 nahezu gleich geblieben. Die

Grafik greift die Weihnachtskollekte

2009 noch nicht auf.

Gesamt

Weihnachtskollekte

Einzelspenden

Zweckgebundene Spenden

24

SpendenentWicKlung

EINNAHMEN

Patenschaftsspenden

70

60

50

40

30

20

10

0

Dynamik der Spendeneinnahmen und Zusammensetzung

einnahmen aus sPenden 2008/2009 (Gesamt: 47.766.914,55 Euro)

Die Spendeneinnahmen von Adveniat setzen sich

hauptsächlich aus fünf Quellen zusammen:

1. Einnahmen aus der Weihnachtskollekte (73,68 %),

2. aus Einzelspenden (15,48 %),

3. aus Projektpartnerschaften, Nachlässen und Schenkungen (2,48 %),

4. aus Patenschaftsspenden (5,11 %),

5. aus zweckgebundenen Spenden (3,25 %).

Sie machen insgesamt 81,77 Prozent aller Einnahmen der Aktion aus. Der größte

Teil davon stammt aus der Weihnachtskollekte und den Einzelspenden. Die übrigen

18,23 Prozent setzen sich aus einem Zuschuss des Verbandes der Diözesen Deutschlands,

aus Zinsen und sonstigen Einnahmen zusammen.

Die Einnahmen aus der Kollekte werden nach der Herkunft aus den deutschen Diözesen

aufgeschlüsselt, so dass ersichtlich ist, aus welcher Diözese welcher Betrag für

die Förderung der Aufgaben der Kirche in Lateinamerika und der Karibik insgesamt

Adveniat im Geschäftsjahr 2008/2009 zur Verfügung gestellt worden ist.

Aufschlussreich ist dabei das Verhältnis von Mitteln aus der Weihnachtskollekte

und aus den Einzelspenden: Die Einnahmen aus der Kollekte am Heiligen Abend und

am ersten Weihnachtstag 2008 beliefen sich auf 35,19 Millionen Euro, die Einzelspenden

sowie Einnahmen aus Nachlässen und Schenkungen beliefen sich im gesamten

Berichtszeitraum (1.10.2008 bis 30.9.2009) auf 8,58 Millionen Euro.

statistische entwicklunGen im sPendenbereich 1999 – 2009

jeweils in Millionen Euro

´99/´00 ´00/´01 ´01/´02 ´02/´03 ´03/´04 ´04/´05 ´05/´06 ´06/´07 ´07/´08 ´08/´09


GrundlaGen unserer arbeit bei adveniat

Gott schafft den Menschen nach seinem Ebenbild

und spricht ihm Würde zu. Deshalb ist die Kirche Anwalt

der Würde des Menschen und klagt sie ein, wo sie

verletzt wird. (...)

Gerechtigkeit, ein Grundaspekt des Evangeliums,

ist eine Voraussetzung für Frieden. Dazu gehört der

Aufbau von gerechten Strukturen. (...)

Hauptaufgabe ist es, das Evangelium Jesu Christi

durch Wort und Tat zu bezeugen. Die Menschen stehen

im Mittelpunkt, insbesondere die Armen, denn

besonders in ihnen begegnen wir Christus, der gesagt

hat: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder [und

Schwestern] getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt

25,40) (…)

die adveniat-Geschäftsstelle intern

(...) Aus unserer Sendung resultiert eine Haltung

von Ehrlichkeit, Verantwortung und Bescheidenheit

sowie ein ökologisch und gesellschaftlich verantwortlicher

Umgang mit Ressourcen und finanziellen Mitteln.

(...)

Beim Kindergottesdienst

in der Kirche von Titicachi,

Bolivien

Auszüge aus dem Leitbild der Geschäftsstelle

der Bischöflichen Aktion Adveniat

leitbild

die adveniat-Geschäftsstelle

in der beZiehunG Zu den ortskirchen

in lateinamerika

(…) Wir begegnen uns als Partner. Uns ist bewusst,

dass die unterschiedlichen Rollen des Geldgebers und

-empfängers ein partnerschaftliches Verhältnis erschweren

können. Als Teil der Kirche in Deutschland

haben wir aber die Aufgabe, Brücke zwischen den Ortskirchen

in Lateinamerika und Deutschland zu sein. Das

Bild der Brücke macht deutlich, dass es sich um einen

Prozess des wechselseitigen Gebens und Nehmens handelt.

(…)

Beschenkt werden wir von unseren Partnern vor

allem durch ihren lebendigen Glauben und den großen

Reichtum ihrer Kulturen. (...)

Die Kirche in Lateinamerika nimmt den ganzheitlichen

Pastoralbegriff des II. Vatikanums auf: (...) Sie hat

die Armut und Ungerechtigkeit auf dem Kontinent erkannt

und sich insbesondere der „bevorzugten Option

für die Armen und für die Jugend“ und der Inkulturation

verpflichtet.

Die Kirche ist gesandt, sich für den ganzen Menschen

einzusetzen – für seinen Glauben und für sein

Leben. In Lateinamerika ist der Kirche bewusst, dass

diese beiden Facetten zusammengehören. Adveniat

nimmt diesen ganzheitlichen Pastoralbegriff auf und

entspricht ihm in seiner Arbeit.

die adveniat-Geschäftsstelle als teil der

kirche und Gesellschaft in deutschland

(...) In der Vermittlerrolle zwischen Spender und

Projekt ist es unsere Aufgabe, die bereitgestellten Mittel

verantwortungsbewusst, transparent und sparsam einzusetzen.

Schüler der kirchlichen

Sankt-Franziskus-Schule

(Saint François)

in Vaudreuil, Haiti

25


26

Wie Wir unS organiSieren

Leitung und Verantwortung

Die Bischöfliche Aktion Adveniat erfüllt ihren Auftrag unter Leitung und Verantwortung der Deutschen Bischofskonferenz.

Für diese handelt die Unterkommission für Kontakte zu Lateinamerika (insbesondere Adveniat),

Bischöfliche Kommission Adveniat genannt. Sie ist der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz

verantwortlich (vgl. Statut vom 21. September 1993). Diese beschließt auf Vorschlag der Adveniat-Kommission u. a.

über die Ziele, Grundsätze und Richtlinien bei der Unterstützung der Pastoralarbeit in Lateinamerika und der Karibik.

Über die Verwendung der Adveniat zugeflossenen Mittel, über den Haushaltsplan, die Feststellung der Jahresrechnung

einschließlich der Entlastung der Geschäftsführung und des Bistums Essen entscheidet die Bischöfliche

Kommission Adveniat.

Die Mitglieder der Kommission werden von der Vollversammlung der Deutschen Bischofs konferenz für fünf Jahre

gewählt, die Berater werden in die Kommission berufen. Alle Mitglieder der Gremien arbeiten unentgeltlich und

ohne Aufwandsentschädigung. Die Kommission trifft sich drei Mal pro Geschäftsjahr. An ihren Sitzungen nehmen

neben den Beratern der Kommission je ein Vertreter von Misereor, missio, des Deutschen Caritasverbandes sowie

der Leiter des Bereiches Weltkirche und Migration im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz ohne Stimmrecht

teil.

Der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission Adveniat hat die fachliche Aufsicht über die Geschäftsstelle und

über die Ausführung der Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz, der Bischöflichen Kommission Weltkirche

und der Adveniat-Kommission. In Dringlichkeitsfällen kann er über die Vergabe von Projektförderungsmitteln (im

schriftlichen Umlaufverfahren) bis zu 50.000 Euro entscheiden.

Mitglieder

der Bischöflichen Kommission

• Bischof Dr. Felix Genn, Münster

(Vorsitzender)

• Weihbischof Dr. Werner Guballa,

Mainz

• Weihbischof Manfred Melzer, Köln

• Weihbischof Thomas Maria Renz,

Rottenburg-Stuttgart

• Weihbischof Heinrich

Timmerevers, Münster

Berater der Kommission

• Sr. Klara Maria Breuer SMMP,

Münster

• Prof. Dr. Gerhard Kruip,

Wennigsen

• Altabt Stephan Schröer OSB,

Meschede

• Prälat Dr. Dieter Spelthahn, Essen

• Hubert Tintelott, Köln

Vertreter anderer Hilfswerke

• Dr. Reinhard Würkner, Deutscher

Caritasverband e. V., Freiburg

• Hein Brötz, Bischöfliches

Hilfswerk Misereor, Aachen

• Frank Kraus, missio, Aachen

Sekretariat der

Deutschen Bischofskonferenz

• Ulrich Pöner, Leiter des Bereiches

„Weltkirche und Migration“, Bonn

• Dr. Hartmut Köß, „Weltkirche und

Migration“, Bonn

Geschäftsführer

• Prälat Bernd Klaschka

Die Vollversammlung der Deutschen

Bischofskonferenz entscheidet über

die für eine fünfjährige Amtszeit erfolgende

Berufung und Abberufung

des Geschäftsführers.

Vergütung

Alle Mitglieder der Gremien arbeiten

unentgeltlich und ohne Aufwandsentschädigung.

Das Bruttogehalt des

Geschäftsführers betrug im vergangenen

Geschäftsjahr 76.000 Euro.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in der Geschäftsstelle werden

nach der Kirchlichen Arbeits- und

Vergütungsordnung (KAVO) entlohnt,

die weitgehend dem Tarifvertrag

für den Öffentlichen Dienst

(TVöD) entspricht.

Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz

ist das Bistum Essen

Rechts- und Vermögensträger für die

Aktion Adveniat. Die Wahrnehmung

der Aufgaben ist in einem Geschäftsbesorgungsvertrag

geregelt.

Die von der Deutschen Bischofskonferenz

übertragenen Aufgaben der

Bischöflichen Aktion Adveniat werden

in der Adveniat-Geschäftsstelle

(Gildehofstraße 2, 45127 Essen)

ausgeführt.


Koordinationsstelle Fidei Donum

prälat bernd Klaschka

christa Kutzner

Priesteraltersversorgung

n.n.

Abteilung

Projekte

Abteilungsleitung

Lateinamerika allgemein/Europa/CELAM

thomas Wieland

Martina gores

Referat Mittelamerika/Panama

elisabeth freitag

luz dudziak

elena Kleipaß

Sandra cabo abad

Referat Argentinien/

Paraguay/Uruguay

Michael Kuhnert

johanna jochheim

rosa María Morán

carmen villarroel

Referat Brasilien I

Werner Klar

almerinda afonso

helena da Silva

helena ribeiro

Referat Brasilien II/

Haiti

Margit Wichelmann

lourdes encarnação

beatrice Scheloski

teresa lucas

Referat Brasilien III

norbert bolte

Manuela dos Santos

jaqueline afonso oliveira

ana fernandes

Referat Brasilien IV

Klemens paffhausen

anabela Korte

Sandra Kayma

ana lindoso

Referat

Bolivien/Kuba

Martin hagenmaier

helena bewer

regine heuser

christiane cebula

Referat Peru

christoph huber

María acosta

conchita alguacil

María luna barbero

Referat Mexiko/

Dominikanische Rep.

Marisa blanco

dr. Magdalena holztrattner

aurora dobao

Katharina lux

Manuela Sández

Referat Chile/

Ecuador/Venezuela

reiner Wilhelm

María josé valenzuela

rosa Schleusser

lizbeth von ehren Marré

Referat Kolumbien/

Antillen

franz hellinge

Montserrat garcía

pilar ballesteros

juanita luque Kurtz

Geschäftsführer

prälat bernd Klaschka

anne leveling

Abteilung

Öffentlichkeitsarbeit und Bildung

Referat Marketing

Sabine pfingsten

dolores palenzuela

filipe ribeiro

Ehrenamt/Besucher

María herrero

Bibliothek/

Dokumentation/

Lektorat

Michael huhn

jörg dietzel

graça castro Schmidgen

clemencia hülsewiesche

Abteilungsleitung

christian frevel

ružica barić

nuria peña real

Referat Medien

Michael brücker

verena hanf

roman Krupp

julia Mahncke-gütz

(volontärin)

Referat

Bildung/Pastoral

Stefanie hoppe

regina högner

Marite fonseca valles

Ausstellungen/

Veranstaltungen

ana cláudia a.-r.-Koza

ute Schäfer

Referat Patenschaften/

Spenderbetreuung/Projektvermittlung

carmen Martínez

julia Schwarz

daniela Szalkowski

Referat Fundraising

roland Schirling

Sérgio de Sousa

peter lidzba

daniel Marques

Sandra Wirths

Grundsatzfragen

dr. brigitte Saviano

julia Stabentheiner

María teresa gil Mena

Kardinal-Hengsbach-Stiftung

geschäftsführer: prälat dr. dieter Spelthahn

Abteilung

Personal, Verwaltung und Organisation

Personalverwaltung

Maria janknecht

Referat IT

joachim thoms

Sonia toresano

ana María lahuerta

Patenschaftsbeihilfen

brigitte Wagner

Buchhaltung

tina deutzmann

Weiterleitungsspenden

fernanda Martins

Mildtätige Zwecke/Messstipendien/

Fondsprojekte

prälat bernd Klaschka

christa Kutzner

Abteilungsleitung

alwin Krupp

Auszubildende

andrea pires abrantes

iris rondo ortiz

Katharina przybilla

zaneta Weissbrich

janine afonso dos Santos

Mara peraire

Sprachendienst

irmtraud duwe

Versand/Lager

georg theis

Rezeption/Post

Mónica herrero

Matilde Morales

Yulo igor niessen

alfonso Suárez

Der Auftrag Adveniats spiegelt sich auch in der Mitarbeiterschaft wider. So haben 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter als Muttersprache Spanisch oder Portugiesisch. Unter den über 90 Kollegen sind derzeit zwölf Nationalitäten

vertreten. Adveniat ist ein Ausbildungsbetrieb. So werden seit mehreren Jahren z. B. Ausbildungsplätze zur Kauffrau/zum

Kaufmann für Bürokommunikation vergeben. Auch die insgesamt sechs Auszubildenden sind mehrsprachig.

Stand 31. Dezember 2009

Organisationsstruktur der Geschäftsstelle

Organisation

n.n.

27


28

Wie Wir engageMent fördern

aktionsZeit und weihnachtskollekte

Adveniat finanziert seine rund 3.400 Projektinitia-

tiven pro Jahr in Lateinamerika und der Karibik durch

Spenden. Der Großteil davon kommt traditionell bei

der Weihnachtskollekte an Heiligabend und am ersten

Weihnachtsfeiertag zusammen. Im Dezember 2008

waren es rund 35,2 Millionen Euro. Das sind fast zwei

Drittel der Gesamteinnahmen. Darum hält es Adveniat

für sehr wichtig, in der Adventszeit die Pfarreien in

Deutschland über die Projektarbeit in Lateinamerika

und der Karibik zu informieren, deren Dringlichkeit

zu veranschaulichen und für Spenden zu werben. Zu

Beginn der so genannten Aktionszeit (1. Advent bis

Heiligabend) erhalten rund 13.000 Pfarreien Informationsmaterialien

zum jährlichen Aktionsthema. Gäste

aus Lateinamerika besuchen deutsche Bistümer und

berichten über ihre Arbeit und die Hilfe von Adveniat.

werbunG um einZelsPenden

Da immer weniger Menschen an Heiligabend und

Weihnachten in die Kirche gehen, nehmen folglich

auch die Einnahmen aus der Kollekte ab. Um die Projektarbeit

dennoch zu gewährleisten, wirbt Adveniat

das ganze Jahr über verstärkt um Einzelspenden. Im

vergangenen Geschäftsjahr machten die Einzelspenden

und Daueraufträge etwa 12 Prozent der Einnahmen aus.

Der Trend zur Online-Spende hält weiter an. Über www.

adveniat.de wurden 2009 rund 196.000 Euro gespendet

(Vorjahr: knapp 168.000 Euro).

verPflichtunG auf die einhaltunG

des datenschutZes

Für Adveniat sind das Bundesdatenschutzgesetz

und die kirchliche Datenschutzordnung verbindlich.

vermittlunG von ProjektPartnerschaften

Viele Gemeindegruppen und Eine-Welt-Kreise,

aber auch Einzelspender möchten wissen, wo genau

ihr Geld hinfließt, und selbst entscheiden, welches

konkrete Projekt sie in welchem Land mit ihrer Spende

unterstützen. Adveniat hilft bei der Vermittlung.

Die Mitarbeiterinnen aus dem Spenderreferat liefern

Informationen zu einzelnen Projekten und stellen den

künftigen Unterstützern eine Auswahl zu fördernder

Initiativen zur Verfügung. Im vergangenen Geschäftsjahr

vermittelten sie knapp 100 Projekte in fast allen

Ländern Lateinamerikas und der Karibik.

Kontakt: Julia Schwarz

E-Mail: projektvermittlung@adveniat.de

ermutiGunG Zum ehrenamt

Ehrenamtliche unterstützen Adveniat mit ihrer

Zeit und ihren ganz besonderen Fähigkeiten, sei es

bei öffentlichen Veranstaltungen, bei Benefizkonzerten

oder durch engagierte Leitung Einer-Welt-Kreise.

Viele Veranstaltungen und Aktionen der Adveniat-

Öffentlichkeitsarbeit wären ohne die Hilfe von Ehrenamtlichen

nicht möglich. Weitere freiwillige Helfer zu

gewinnen, ist Adveniat ein großes Anliegen. Eine Mitarbeiterin

ist daher für die Förderung und Koordinierung

ehrenamtlicher Einsätze und für Bildungsveranstaltungen

mit und für Ehrenamtliche zuständig.

Kontakt: María Herrero

E-Mail: ganzherzig@adveniat.de


Patenschaftsaktion

Der Priesterberuf in Lateinamerika birgt eine Fülle von

Anforderungen, die vor allem eines voraussetzen: eine

gute Ausbildung. Dafür setzt sich die Patenschaftsaktion

ein. Sie half im vergangenen Haushaltsjahr mit

rund 4,5 Millionen Euro rund 7.300 jungen Männern in

Lateinamerika, sich auf den Beruf des Priesters vorzubereiten.

Seit 1963 fördern Paten in Deutschland gemeinsam mit

ihren Bistümern und der Bischöflichen Aktion Adveniat

die Ausbildung von Priestern in Lateinamerika. Die Bistümer

nehmen die Spenden der Paten entgegen und

leiten sie direkt oder über Adveniat an die Seminare

weiter. Je nach Bedürftigkeit variiert die Höhe der in

jährlichen Raten gezahlten Unterstützung zwischen 400

und 1.200 Euro pro Seminarist. Nur die letzten vier

Studienjahre eines Seminaristen werden gefördert.

Der erfreulich hohen Zahl an Priesteramtskandidaten

steht seit vielen Jahren allerdings eine immer geringer

werdende Zahl von Paten gegenüber.

Die Patenschaftsaktion ist eine der Kernaufgaben von

Adveniat. Keine Berufung soll aus finanziellen Gründen

verloren gehen. Angehende Priester sollen eine qualifizierte

Ausbildung erhalten, die ihnen für ihre schwierige

Arbeit eine gute Grundlage bietet. Heute zeigt sich,

dass die Ausbildung einheimischer Seelsorger Hilfe zur

Selbsthilfe war und ist.

Weitere Informationen zur Priesterausbildung

finden Sie unter: www.adveniat.de/patewerden.html

Kontakt: Carmen Martínez

E-Mail: carmen.martinez@adveniat.de

Auszahlungen von Adveniat

Land Seminare Kandidaten Weihen in Euro

Argentinien 20 314 46 142.500

Brasilien* – – – 26.105

Bolivien 9 151 42 151.000

Chile 9 76 20 38.000

Costa Rica 1 9 2 5.760

Dom. Republik 2 95 16 69.000

Ecuador 17 203 30 203.000

Haiti 2 213 12 255.600

Honduras 2 61 9 61.000

Kolumbien 54 2.311 204 998.400

Kuba 1 27 4 27.000

Mexiko 42 643 111 460.510

Nicaragua 2 98 11 98.000

Panama 2 33 4 21.390

Paraguay 5 102 7 82.800

Peru 35 598 78 568.600

Venezuela 8 236 40 157.520

Gesamt 211 5.170 636 3.366.185

Auszahlungen der Bistümer

Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising,

besuchte im September 2009 Ecuador. Seine Reise sei für das

Fortbestehen der seit 47 Jahren gepflegten Partnerschaft wichtig

gewesen, erklärte Marx nach seiner Rückkehr. Bei den Besuchen

in mehreren Priesterseminaren sei der Erzbischof vielen jungen

Männern begegnet, die ihn durch ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft

sehr beeindruckt hätten. „Dass der einheimische

Klerus wächst, sieht man als Bischof gerne und mit großer Zuversicht

und Hoffnung.“

Land Seminare Kandidaten Weihen in Euro

Brasilien** 78 1.770 293 849.600

El Salvador** 3 177 12 84.375

Guatemala** 3 211 14 97.060

Uruguay** 13 40 9 30.200

Gesamt 97 2.198 328 1.061.235

* Betrag an Erzbistum Köln weitergeleitet, weitere Angaben siehe unten

** Angaben vom 31.12.2008 (aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor)

29


30

Adveniat versteht sich als Brücke zwischen Latein-

amerika und Deutschland. Daher bietet Adveniat aus

erster Hand vielfältige Informationen aus Lateinamerika

und der Karibik an.

information

Adveniat vermittelt Interviewpartner und reagiert

mit Meldungen auf außergewöhnliche Ereignisse in

Lateinamerika und der Karibik.

Adveniat-Journalistenteams besuchen im Vorfeld

der Adveniat-Aktion Projekte und Persönlichkeiten

in Lateinamerika, um aus erster Hand Bericht zu

erstatten. Neben Texten und Fotos liefern sie auch

Filmmaterial.

• In der vierteljährlich erscheinenden und kostenlosen

Zeitschrift „Blickpunkt Lateinamerika“ finden

sich Reportagen und Berichte aus und über Lateinamerika

und die Karibik.

• Fast täglich neue Meldungen und Berichte aus und

über Lateinamerika und die Karibik sowie Veranstaltungs-

und Lesetipps gibt es auf der neuen Internetseite

www.blickpunkt-lateinamerika.de

• Ein- bis zweimal jährlich erscheint ein Band der

Reihe „Kontinent der Hoffnung“ mit Reportagen,

Fotos, Hintergrundberichten und Porträts zu einem

Schwerpunktthema.

• Jährlich zur Aktionszeit erscheint der Report. Er beschreibt

das Schwerpunktthema oder -land, stellt die

Aktionsgäste vor und erläutert Projektbeispiele.

• Auf der Internetseite www.adveniat.de finden sich

Informationen über Adveniat, Projektbeispiele und

die Möglichkeit, über das Mediaportal lizenzfreie Bilder,

Texte und Hörfunkfiles kostenlos herunterzuladen.

Kontakt: Medienreferat

E-Mail: presse@adveniat.de

Bestellmöglichkeiten

E-Mail: material@adveniat.de

Wie Wir lateinaMeriKa

bibliothek

In der Adveniat-Fachbibliothek finden sich rund

21.000 Titel mit Lateinamerikabezug zu Kirche und

Theologie, Geschichte, Gesellschaft und Philosophie sowie

Belletristik. Neben deutschsprachiger Literatur gibt

es viele Bücher auf Spanisch oder Portugiesisch, aber

auch in anderen Sprachen Lateinamerikas. Darüber

hinaus werden mehr als 200 Zeitschriften ausgewertet.

Bücher und Artikel können online recherchiert werden.

Kontakt Bibliothek: Michael Huhn

E-Mail: michael.huhn@adveniat.de

Kontakt Dokumentation: Graça Castro Schmidgen

E-Mail: graca.schmidgen@adveniat.de

Ceila da Silva an ihrem Arbeitsplatz

in der Bibliothek von

CAJU (Casa da Juventude), Brasilien


inS geSpräch bringen

ausstellunGen, konZerte

und Gottesdienste

Farbenfrohe Bilder lateinamerikanischer Künst-

ler oder faszinierende Schwarz-Weiß-Fotos: anschaulich

vermitteln Adveniat-Ausstellungen verschiedene

Facetten Lateinamerikas. Rund zwanzig Mal wurden sie

im vergangenen Geschäftsjahr in Rathäusern, Kirchen,

Banken und Akademien gezeigt. Regelmäßig besuchen

auf Initiative von Adveniat Künstler und Musiker aus

Lateinamerika Deutschland, um lateinamerikanische

Kultur hierzulande erfahrbar zu machen. Dankbar

ist Adveniat für das Engagement vieler Musiker in

Deutschland: sieben Benefizkonzerte fanden zu Gunsten

von Projekten in Lateinamerika statt. Gerade in der

Adventszeit wird in Zusammenarbeit mit Adveniat in

zahlreichen Gottesdiensten die Situation benachteiligter

Menschen in Lateinamerika aufgegriffen.

Kontakt: Ana Cláudia Abi-Ramia-Koza

E-Mail: ana.abiramia@adveniat.de

Der haitianische Künstler Cedon Fritzner

in seinem Atelier in Santo Domingo,

Dominikanische Republik

bildunGsveranstaltunGen

Auch im vergangenen Geschäftsjahr organisierte

Adveniat Akademietagungen wie etwa im Dezember

2009 in Nürnberg und Münster zum Thema Armut

und veranstaltete Seminare, Vorträge und Workshops.

Rund 30 Gruppen – Jugendliche wie Erwachsene – besuchten

die Adveniat-Geschäftsstelle in Essen.

Auf gute Resonanz stießen die vom Bildungsreferat

organisierten Veranstaltungen zu lateinamerikanischen

Themen an Schulen. So besuchte etwa der

haitianische Maler Fritzner Cedon mehrere Schulen im

Erzbistum Bamberg. Thema der Malworkshops war Armut

in Haiti und Deutschland und ihre Kontraste.

Sei es bei Eine-Welt-Festen, bei der Bildungsmesse

didacta im Frühjahr in Hannover oder dem Flohmarkt

am Dom in Essen – Adveniat stellte mit Informationsständen

seine Arbeit vor und stand interessierten Besuchern

für Fragen zur Verfügung.

Kontakt: Stefanie Hoppe

E-Mail: stefanie.hoppe@adveniat.de

Die deutsche Journalistin Sandra Weiss (rechts)

im Gespräch mit dem Journalisten

des katholischen TV- und Radiosenders Nazaré

Marcos Valério und einer Mitarbeiterin, Brasilien

31


32

Kardinal-hengSbach-Stiftung

Im Jahr 2000 gründete Adveniat eine selbstständige

kirchliche Stiftung zur Unterstützung seiner Arbeit. Sie

ist benannt nach dem Mitbegründer der Bischöflichen

Aktion, Kardinal Franz Hengsbach. Aufgabe der Stiftung

ist es, die Arbeit von Adveniat dauerhaft zu fördern.

Eine Stiftung zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf

Dauer angelegt ist. Ist das entsprechende Stiftungskapital

einmal vorhanden, bringt es fortwährend Früchte

unabhängig vom „Spendenmarkt“ und der kirchlichen

Entwicklung hierzulande. Die Stiftung wendet sich deshalb

vor allem an jene Spender, die dauerhaft die Arbeit

von Adveniat unterstützen möchten, sogar über ihren

Tod hinaus, und die zugleich Wert legen auf die besondere

Steuerbegünstigung, die vom Gesetzgeber für Zuwendungen

an Stiftungen vorgesehen ist.

Kontakt

Kardinal-Hengsbach-Stiftung

Gildehofstraße 2, 45127 Essen

Telefon (0201) 1756-131

Telefax (0201) 1756-111

E-Mail: dieter.spelthahn@adveniat.de

Stiftungskonten

Bank im Bistum Essen eG

(BLZ 360 602 95) Konto 16500

LIGA Bank eG Regensburg

(BLZ 750 903 00) Konto 1355007

Messdiener nach einem Gottesdienst

in Santa Teresa, Brasilien

Dauerhafte Hilfe für die Kirche in Lateinamerika

die stiftunG kann auf dreifache weise

bedacht werden:

• Zustiftungen: sie vermehren das Stiftungskapital,

das immer erhalten bleibt.

• Durch Errichtung einer eigenen unselbstständigen

Stiftung: Möchte jemand mit seiner Spende seinen

Namen verbinden und legt deshalb Wert auf eine

eigene Stiftung, kann er diese unter dem Dach der

Kardinal-Hengsbach-Stiftung einrichten. Er braucht

sich dann nicht um die juristischen Fragen einer

Stiftungsgründung und um Verwaltungsarbeit zu

kümmern.

• Durch „normale“ Spenden, die unmittelbar an

Adveniat weitergeleitet werden. Sie können auch

zweckgebunden, das heißt konkreten Projekten

zugeordnet sein.

Folgende unselbstständige Stiftungen wurden bisher

unter dem Dach der Kardinal-Hengsbach-Stiftung

errichtet:

Stiftung Löcker-Henke

Gertrud und Hedwig Hunke-Stiftung

Stiftung Pro-America-Latina

Dr. Bieker-Familienstiftung

Bernhard-Welte-Stiftung

Agnes-Rösing-Stiftung

Im vergangenen Geschäftsjahr hat sich ein Freundeskreis

der Stiftung konstituiert. Regelmäßige (jährliche)

Mitgliedsbeiträge als Zustiftungen kommen dem Stiftungskapital

zugute.


kuratorium

• Dr. Felix Genn, Bischof von Münster (Vorsitzender)

• Dr. Werner Guballa, Weihbischof in Mainz

• Dr. Franz Ludger Hengsbach, Facharzt in Arnsberg

• Manfred Melzer, Weihbischof in Köln

• Thomas Maria Renz,

Weihbischof in Rottenburg-Stuttgart

• Patrick Schwarz-Schütte, Unternehmer in Düsseldorf

• Heinrich Timmerevers, Weihbischof in Münster

beirat

• Dr. Dieter Althaus, Erfurt,

Ministerpräsident von Thüringen a. D.

• Wolfgang Clement, Bonn,

Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit a. D.

• Alois Glück, München, Präsident des Bayerischen

Landtags a. D.; Präsident des Zentralkomitees

der deutschen Katholiken (ZdK)

• Prof. Dr. Paul Kirchhof, Heidelberg,

Bundesverfassungsrichter a. D.

• Klaus-Peter Müller, Frankfurt,

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Commerzbank AG

• Dr. Annette Schavan, Berlin,

Bundesministerin für Bildung und Forschung

• Werner Wenning, Leverkusen,

Vorstandsvorsitzender der Bayer AG

GeschäftsführunG

Prälat Dr. Dieter Spelthahn (Geschäftsführer)

Alwin Krupp (stellvertretender Geschäftsführer)

Weitere Informationen zur

Kardinal-Hengsbach-Stiftung finden Sie unter

www.kardinal-hengsbach-stiftung.de

entwicklunG des stiftunGskaPitals einschliesslich

der inZwischen errichteten

unselbstständiGen stiftunGen

2009 5,0 Mio. Euro

2008 4,9 Mio. Euro

2007 4,4 Mio. Euro

2006 3,2 Mio. Euro

2005 3,0 Mio. Euro

2004 2,8 Mio. Euro

2003 2,7 Mio. Euro

2002 2,4 Mio. Euro

2001 1,5 Mio. Euro

Prälat Dr. Dieter Spelthahn

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34

Kooperationen und dienStleiStungen

Zusammenarbeit mit unternehmen

Schon seit 2006 unterstützen die Entsorgungs-

betriebe Essen (EBE) mit einer Restcent-Aktion ihrer

Mitarbeiter Adveniat. Im vergangenen Geschäftsjahr

flossen 655 Euro in eine Recycling-Initiativen in Brasilien

zur Unterstützung armer und teilweiser obdachloser

Müllsammler. Der Hamburger Kaffee-Hersteller

Darboven vertreibt an mittelständische und Großunternehmen

wie auch an Krankenhäuser einen fair gehandelten

Kaffee namens Intención. Ein Teil des Verkaufserlöses

(ein Euro pro Kilo) kommt Projekten in

Lateinamerika zugute. An der Kooperation „Adveniat-

Brot“ im Advent 2008 beteiligten sich 27 Bäckerei-

Betriebe von sechs Bäckerinnungen in Nordrhein-

Westfalen. Der Erlös aus dem Spendenanteil (50 Cent

pro 500 g Adveniat-Brot) betrug 5.533 Euro und ging

an ein Migranten-Projekt in Uruguay. Evonik Industries

sponserte eine bundesweite Plakatkampagne. Im

mexikanischen Bundesstaat Tabasco unterstützte der

Initiativkreis Ruhrgebiet mit 177.000 Euro den Aufbau

von Häusern, die im Oktober 2008 bei einer Naturkatastrophe

überschwemmt und zerstört worden waren.

Das Unternehmen Lambertz spendete einen Teil des

Verkaufserlöses ihrer Printen in Höhe von 2.600 Euro

an Adveniat.

Zusammenarbeit mit anderen werken,

orGanisationen und institutionen

Adveniat legt Wert auf eine gute Zusammenarbeit

mit anderen katholischen Hilfswerken, die für Lateinamerika

und die Karibik tätig sind. Zwischen den befreundeten

Werken gibt es einen steten Austausch über

Partner und Projekterfahrungen, die Kofinanzierung

größerer gemeinsamer Projekte und eine seit Jahrzehnten

bewährte Arbeitsteilung. Gemeinsame Auftritte und

Veranstaltungen – etwa bei Katholikentagen – haben

Tradition.

Enge Kontakte gibt es auch zu den Bistümern. Die

für Weltkirche Verantwortlichen wie auch die Pressestellen

in den Bistümern unterstützen Adveniat maßgeblich

und sind unverzichtbare und verdienstvolle

Partner bei der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der

Bischöflichen Aktion. Das Gleiche gilt für zahlreiche

Gemeinden, die mit oder für Adveniat Veranstaltungen

organisieren und Gäste aus Lateinamerika empfangen,

sowie für Schulen, Tagungshäuser und Akademien.

weiterleitunG ZweckGebundener

und mildtätiGer sPenden

Einen besonderen Service bietet Adveniat den

Spendern in Deutschland, die ein ganz bestimmtes

Projekt in Lateinamerika oder die Arbeit von ihnen

persönlich bekannten Ordensfrauen oder Priestern

unterstützen möchten. Diese zweckgebundenen Spenden

wie auch mildtätige Spenden leitet Adveniat rasch

und zuverlässig an den Empfänger weiter, ohne dafür

Verwaltungsgebühren zu berechnen. Im vergangenen

Haushaltsjahr wurden 1,55 Millionen Euro für zweckgebundene

und mildtätige Zwecke in Lateinamerika

und der Karibik über Adveniat weitergeleitet.


iM inland

weltkirchliche bildunGs- und

öffentlichkeitsarbeit dank vdd-mitteln

Adveniat fördert dank der Mittel, die der Verband

der Diözesen Deutschlands (VDD) jährlich zur Verfügung

stellt, neben den zahlreichen Bildungsinitiativen

in Lateinamerika die wissenschaftliche Ausbildung von

Priesteramtskandidaten und – über den Katholischen

Fonds – Initiativen weltkirchlicher Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Der 1997 von der Deutschen Bischofskonferenz

gegründete Katholische Fonds wird von den fünf weltkirchlichen

Werken Adveniat, Caritas International, Misereor,

missio und Renovabis getragen. Er unterstützt

finanziell Inlandsprojekte weltkirchlicher und entwicklungsbezogener

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

und die Vernetzung weltkirchlich und entwicklungspolitisch

aktiver Gruppen mit jährlich 500.000 Euro

(100.000 Euro pro Werk). Die vom Fonds unterstützten

Aktivitäten sollen die weltkirchliche Arbeit der Hilfswerke

und der Bistümer sinnvoll ergänzen.

Förderung können Pfarrgemeinden (Sachausschüsse

Mission, Entwicklung, Frieden), Partnerschafts-

und Eine-Welt-Gruppen (Pfarrgemeinde, Dekanats-

und Diözesanebene), katholische Jugend- und

Erwachsenenverbände sowie landes- und bundesweit

arbeitende Gruppen beantragen. Ein Kuratorium prüft

die Anträge und berücksichtigt dabei eine Stellungnahme

des zuständigen Referats Weltkirche des Bistums,

aus dem der Antrag stammt.

Füreinander da sein:

Geschwister in Haiti

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auSblicK auf daS jahr 2010

cháveZ in veneZuela, correa in ecuador,

morales in bolivien, orteGa in nicara-

Gua: immer wieder ist die rede von einem

„linksruck“ in lateinamerika. inwiefern

berühren oder beeinflussen die Politischen

veränderunGen die Projektarbeit

von adveniat?

Im Falle der angesprochenen Länder zeigen sich

zwei Entwicklungen: Der Wunsch der Armen, ebenfalls

vom Reichtum zu profitieren und an Entscheidungsprozessen

beteiligt zu sein. Dabei verstehen sich nicht

nur die Staatschefs Venezuelas, Ecuadors, Boliviens

und Nicaraguas, sondern auch die Brasiliens, Paraguays,

Uruguays, El Salvadors und sogar Argentiniens in

einer linken Tradition, deren Anziehungskraft sich aus

diesem Wunsch speist, auch wenn dieser „Linksruck“ je

nach Land eine eigene Ausprägung besitzt.

Das zweite Thema betrifft die Vielfalt kultureller

Identitäten innerhalb der Länder. Die indigenen Völker

verschaffen sich Gehör – in Bolivien geschah das in

Übereinstimmung und in Ecuador im Konflikt mit der

Regierung.

Diese Prozesse werden von den oben erwähnten

Regierungen aufgegriffen, aber auch vereinnahmt,

dabei zeigen sich Polarisierungen bis hin zu Gewalt,

Korruption und Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

Das geht auf Kosten von Organisationen, die sich

nicht vereinnahmen lassen, darum auch auf Kosten der

Kirche.

Thomas Wieland, Abteilungsleiter Projekte,

gibt Auskunft über Schwerpunkte und Ziele der Projektarbeit

Adveniat unterstützt die pastorale Arbeit und

stärkt damit die Eigenständigkeit der katholischen Kirche

und ihre Präsenz in allen Sektoren der Gesellschaft.

Dabei steht die Kirche den beiden Entwicklungen nicht

entgegen, vielmehr besteht die katholische Kirche des

Kontinents aus Armen und weiß sich der Option für die

Armen verpflichtet. Ebenso gehört die pastorale Arbeit

mit den indigenen Völkern, aber auch mit Afroamerikanern

in den Ländern Lateinamerikas zum Engagement

von fast allen Bischofskonferenzen, zahlreicher Ordensleute

und kirchlicher Vereinigungen, das ebenfalls nach

wie vor von Adveniat unterstützt wird.

wird es im kommenden jahr neue

oder besondere schwerPunkte

bei der adveniat-Projektarbeit Geben?

Adveniat setzt die Schwerpunkte nicht selbst,

sondern steht im Dienst der Partner, die ihre Projekte

einreichen. Allerdings kann nicht alles und in gleicher

Weise unterstützt werden, dafür würden die Mittel nicht

reichen. Die Unterscheidungskriterien entnehmen

wir dem Schlussdokument der Lateinamerikanischen

Bischofsversammlung, die 2007 im brasilianischen

Aparecida tagte. Welche konkreten Auswirkungen dieses

für Adveniat hat, darüber wird die entsprechende

Kommission der Deutschen Bischofskonferenz erst

noch entscheiden. Dabei ist jetzt schon wirksam, dass

die lateinamerikanischen Bischöfe in Aparecida das

kirchliche Handeln um die Begriffe „Mission und Jüngerschaft“

gruppieren. Das bedeutet: Raus aus eingefahrenen

Strukturen, um das Evangelium in Wort und

Tat glaubhaft bezeugen zu können. In die Entscheidung

über die Kriterien der Projektförderung Adveniats dürfte

neben Aparecida die von uns durchgeführte Befragung

von Partnern in Lateinamerika sein. Wir erkundigten

uns unter anderem bei Pfarrern in Elendsvierteln und

Vorsitzenden der Bischofskonferenzen, bei Indigenen

und Ordensfrauen, Verantwortlichen an Universitäten

und Christen, die sich in der Politik engagieren, welche

Projekte Adveniat innerhalb seines Auftrags in Zukunft

fördern soll und welche nicht. Der Rücklauf war umwerfend.

Bisher sind auf 170 Briefe etwa 124 Antworten

eingegangen. Die Entscheidung der Bischöflichen Kommission

zur Frage nach den Förderschwerpunkten steht

noch aus. Dazu mehr im nächsten Geschäftsbericht.

Pater Renato Chiera im Mädchenheim

der „Casa Irmã Maria“ in Nova Iguaçu, Brasilien


welche länder wird adveniat voraussichtlich

besonders unterstütZen

und warum?

Das Adveniat zur Verfügung stehende Budget wird

gemäß einem Schlüssel einzelnen Ländern zugewiesen.

Dabei spielt als Indikator für Armut der Human

Development Index (HDI) eine Rolle, die Zahl der Einwohner

und die der Katholikinnen und Katholiken sowie

die bisherige Förderpraxis. Aufgrund der Armutssituation

und des verherenden Erdbebens stehen für

Haiti, vergleicht man die Bevölkerungszahlen, aus dem

Adveniat -Topf mit 2,8 Millionen Euro verhältnismäßig

viele Mittel zur Verfügung, aus Brasilien erreichen uns

erfahrungsgemäß die meisten Anträge, zumal es das bevölkerungsreichste

Land des Kontinents ist, es verfügt

über das in absoluten Zahlen größte Budget.

die ProjektanträGe werden von adveniat

nicht initiiert oder vorGeschrieben.

die ProjektPartner entscheiden selbst,

welche Pastoralen Projekte einer unterstütZunG

bedürfen. lassen sich trends

hinsichtlich der Projektarten feststellen?

Nach wie vor erbitten die Projektpartner Adveniats

den größten Teil der Fördermittel für Bauvorhaben und

Fahrzeuge. Wer die wachsenden Städte Lateinamerikas

mit ihren neu entstehenden Elendsvierteln kennt und

wer in einer weitläufigen Landpfarrei ohne geteerte

Straßen einmal unterwegs war, versteht diese Anfragen.

Dabei kommt der Löwenanteil der Projektanträge

aus Pfarreien, also von der Basis. Es gibt aber innerhalb

dieser Fördermaßnahmen einen Trend hin zu qualifizierenden

Initiativen für Christen, unter ihnen Laien,

Priester und Ordensleute. Dabei geht es häufig um eine

Unterstützung für geplantes und koordiniertes Vorgehen

nach der Methode Sehen-Urteilen-Handeln. Es geht

darum, die Wirklichkeit angemessen zu beschreiben

und sie im Licht des Evangeliums zu verstehen und zu

deuten, um dann angemessen zu handeln.

Messe mit Pfarrer Francisco Oliveira im

Hafenviertel „Isla Maciel“, Argentinien

welche Ziele haben sie sich

für das kommende jahr für die

ProjektabteilunG Gesteckt?

Prioritär sollen die rund 4.000 eingehenden Projektanträge

angemessen betreut werden. Das betrifft

sowohl die Phase bis zur Entscheidung als auch die der

Umsetzung. Dabei achten wir auf Transparenz in der

Verwendung der Mittel, aber auch auf ein möglichst unbürokratisches

Vorgehen. Zusammen mit den anderen

katholischen Hilfswerken in Deutschland – das ist ein

zweites Ziel – arbeiten wir am Thema der Evaluierung

von Projekten, mit der Perspektive, dass die Mittel noch

wirksamer als bisher eingesetzt werden können. Als

drittes Ziel der Projektabteilung steht 2010 neben der

Entscheidung über die „Grundsätze und Richtlinien der

Projektförderung“ die Neuformulierung von Förderschwerpunkten

für die einzelnen Länder Lateinamerikas

und der Karibik an.

Mädchen in einer Nähschule, Haiti

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auSblicK auf daS jahr 2010

adveniat-aktion 2010: thema laien

Christian Frevel, Abteilungsleiter Öffentlichkeit und Bildung

stellt die Schwerpunktthemen der Abteilung vor

Schon jetzt stehen wir mitten in den Vorbereitungen

auf die Jahresaktion 2010. Wir freuen uns, dass wir

die Jahresaktion am ersten Advent in Speyer eröffnen

können. Sie wird sich mit dem Einsatz der Laien in Kirche

und Gesellschaft beschäftigen und Beispiele aus Lateinamerika

aufzeigen: In Honduras etwa werden seit

1966 Laien als „Delegados de la Palabra“, als „Beauftragte

des Wortes“, ausgebildet. Sie leiten Wortgottesdienste,

stehen den Gemeinden vor allem in den ländlichen

Regionen vor und sind den Menschen Ansprechpartner

und Helfer im Alltag. Adveniat hat die Ausbildung dieser

vielen Tausend „Delegados de la Palabra“ von Beginn

an unterstützt. Im Februar 2010 ist eine Delegation

mit Vertretern von Adveniat und dem Bistum Speyer in

Honduras und Guatemala zu Gast, um sich vor Ort über

den Laien-Dienst zu informieren.

Erneut wird die Adveniat-Aktion 2010 versuchen,

besonders die Menschen anzusprechen, die nicht zu

den Kerngemeinden gehören. Den Pfarreien sollen dazu

entsprechende Hilfsmittel angeboten werden. Ziel dieser

Anstrengungen ist es, das Bewusstsein für die Weihnachtskollekte

zu fördern. Kaum eine Spende kommt so

direkt und effizient bei den Projektpartnern an wie die

Kollekte.

fussball

Gemeinsam mit der Kindernothilfe und dem MSV

Duisburg haben wir die Aktion „Armut ins Abseits!“ ins

Leben gerufen. Sie soll Projekte von Adveniat und der

Kindernothilfe in San Pedro Sula, Honduras, unterstützen.

Die honduranische Hafenstadt ist Partnerstadt von

Duisburg.

Schon jetzt richten wir unseren Blick auf die Fußball-WM

2014 in Brasilien. Vier Jahre zuvor beginnen

die Planungen für eine Kampagne, deren Motto „Nein

zu Gewalt“ lautet und dabei sowohl die Gewalt in

Deutschlands Stadien als auch die in den Großstädten

Brasiliens in den Blick nehmen wird.

Zusammenarbeit

der weltkirchlichen werke

Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Projekt

„Zur Zukunft der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland“

die weltkirchlichen Werke und die deutschen

Bistümer zu noch engerer Zusammenarbeit aufgerufen.

Seit vielen Jahren arbeiten die sechs großen weltkirchlichen

Werke (Adveniat, Caritas International, Kindermissionswerk,

missio, Misereor und Renovabis) in der

„MARMICK“ zusammen und präsentieren sich beispielsweise

gemeinsam auf den Katholikentagen. Diese

Zusammenarbeit weiter auszubauen, neue Kooperationen

zu schaffen und die Profile der einzelnen Werke zu

schärfen, war das Ziel des dreijährigen Projekts.

Darüber hinaus gibt es aber auch weitere Kooperationen

unter den Werken: So riefen Adveniat, das

Kindermissionswerk und Misereor gemeinsam mit den

Bistümern Speyer und Trier die Aktion „Weihnachten

weltweit“ ins Leben, die sich an Kindergärten und Schulen

richtet. Sie soll den Blick der Kinder auf die Situation

ihrer Altersgenossen weltweit richten und partnerschaftliches

Denken fördern. Das überaus große Echo

auf diese Aktion ermuntert uns, „Weihnachten weltweit“

auch in den nächsten Jahren fortzuführen.

jubiläum

Bereits jetzt laufen die Planungen für das 50jährige

Bestehen Adveniats im Jahr 2011. Erstmals wollen

wir die Jahresaktion in Lateinamerika eröffnen.

Ein kritisch-prüfender Blick auf die Geschichte und

das Wirken von Adveniat ist im Kontext des Jubiläums

wichtig.


dzi Spenden-Siegel

Mit Datum vom 7. Mai 2009 hat das Deutsche Zentralinstitut für soziale

Fragen (DZI) der Bischöflichen Aktion Adveniat erneut das Spenden-

Siegel zuerkannt.

Die Organisation hat die Leitlinien zur Selbstverpflichtung Spenden sammelnder

Organisationen als Grundlage ihrer Arbeit anerkannt. Sie hat

alle dazu erforderlichen Angaben nach eigenem Bekunden richtig und

vollständig gemacht und belegt. Diese wurden nach intensiver und umfassender

Prüfung in das Wohlfahrtsarchiv des DZI aufgenommen. Die

Organisation ist berechtigt, das abgebildete Spenden-Siegel zu führen.

Der Jahresabschluss wird von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben

ist nach DZI-Maßstab niedrig („niedrig“ = unter 10 Prozent).

Eine Kontrolle der Organisation und ihrer Organe ist gegeben.

Darüber hinaus wurde die Bischöfliche Aktion Adveniat 2009 im Rahmen

des Transparenzpreises (PricewaterhouseCoopers) für eine qualitativ

hochwertige Berichterstattung ausgezeichnet.


Herausgeber Bischöfliche Aktion Adveniat

Geschäftsführer: Prälat Bernd Klaschka

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Bildung

Leiter: Christian Frevel

Redaktion Verena Hanf (verantwortlich),

Filipe Ribeiro

Lektorat Jörg Dietzel

Fotonachweis Adveniat (Essen),

Projektpartner (Lateinamerika),

Peter Deselaers (Berlin),

Jürgen Escher (Herford),

Achim Pohl (Essen),

André Schmidt (Essen),

Martin Steffen (Bochum)

Gestaltung unikat Werbeagentur GmbH

www.unikat.net

Druck Druckerei Huth

www.huth-wuppertal.de

gedruckt auf 100%

Recyclingpapier

Anschrift Bischöfliche Aktion Adveniat

Gildehofstraße 2, 45127 Essen

Postfach 10 01 52, 45001 Essen

Telefon (0201) 1756-0

Telefax (0201) 1756-111

E-Mail: zentrale@adveniat.de

Internet: www.adveniat.de

Spendenkonto Konto 345 (BLZ 360 602 95)

Bank im Bistum Essen e.G.

Essen im Januar 2010

iMpreSSuM


dank

Auch im Namen unserer Projektpartner in Lateinamerika

und der Karibik allen Förderern und Spendern ein

herzliches Dankeschön! Sie stellen sich an die Seite

armer und benachteiligter Menschen und befähigen

sie, selbst für ein besseres Leben zu kämpfen. Sie tragen

mit Ihrem Interesse, mit Ihrer Unterstützung dazu

bei, Brücken zu bauen – Brücken des Verständnisses,

des Austausches und der gegenseitigen Bereicherung.


Bischöfliche Aktion Adveniat

gildehofstraße 2 · 45127 essen

telefon 0201 17 56-0 · fax 0201 17 56-111

www.adveniat.de

Spendenkonto

(blz 360 602 95) Kontonummer 345

bank im bistum essen

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