Bezirk Lüneburg

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letzten Saison wegen des Gebrauchs von

Pyrotechnik eingegriffen werden.

Aufgefallen ist Winsmann, dass die

meisten Risikospiele bei den Regionalligen

im Nordosten und in Bayern und die wenigsten

im Westen festgestellt wurden.

Das habe sicherlich mit den verschiedenen

Sicherheitsmaßgaben der regionalen Sicherheitskommissionen

zu tun und auch

damit, dass im Westen beispielsweise viele

Reservemannschaften von Bundesligisten

in den Regionalligen spielen.

Bei der Sitzung der DFB-Sicherheitskommission

wurden die Ergebnisse der

Task Force und weiterer Gremien formal

beschlossen und liegen nun dem DFB-Präsidium

zur Beschlussfassung vor. Bei der

Diskussion spielten die Fanproteste eine

Rolle, aber auch die Umsetzung der schärferen

Kontrollen, der Einführung von Risikospielen

mit Gästezuschauer-Begrenzung

und der intensiveren Zusammenarbeit von

Polizei, Vereinen, Fans und Behörden im

Profifußballbereich.

Winsmann machte bei der Sitzung in

Frankfurt aber auch klar, dass er nicht nur

bei den Fußballverbänden und Fans, sondern

auch bei der Polizei Handlungsbedarf

sieht. Aus seiner Sicht sollte es eine länderübergeifende,

einheitliche, taktische Vorgehensweise

der Polizei geben, was bislang

in Deutschland so nicht der Fall ist.

„Wir brauchen ein einheitliches Vorgehen

der Polizei.“ Der Niedersachse lobte dabei

Sicherheit

die vorbildlichen Einsatzkonzepte der Polizeidirektion

Hannover bei den Spielen von

Hannover 96. „Selbst von Fans und den

Ultras wird diese Vorgehensweise ausnahmslos

gelobt“, stellte er fest.

August-Wilhelm Winsmann will mit

seiner Arbeit in den Sicherheitskommissionen

weiter daran mitwirken, dass

Fußball weiter einfach nur Spaß macht

und dass sich Zuschauer ohne Sorge

und Gefahr an dem Spiel erfreuen können.

„So muss es sein. Wer ins Stadion

geht, muss sich nicht fürchten oder

Angst vor Gewalt haben. Nur die

Angst, wie die eigene Mannschaft heute

spielt, kann einem keiner nehmen.“

Frank Müntefering ■

Eine relativ ruhige Liga

Sicherheitskommission der Regionalliga Nord legt eine Halbzeitbilanz vor

Es ging spannend zu im ersten Halbjahr

der neuen Regionalliga Nord. Viele

interessante Derbys, packende Duelle

um die begehrten Plätze der Tabelle und eine

Menge Tore gab es zu sehen. Für August-

Wilhelm Winsmann verliefen die vergangenen

Monate dagegen „relativ ruhig“ – aber

auch das ist ein gutes Zeichen. Schließlich

zog er dieses Fazit in seiner Funktion als Vorsitzender

der NFV-Sicherheitskommission.

Bei der gemeinsamen Sitzung von Kommission,

Polizei und den Sicherheitsbeauftragten

am 5. Januar im Weserstadion gab er zudem

einen Überblick über die relevanten

Zahlen.

Danach wurden die 161 Partien von

durchschnittlich 867 Zuschauern verfolgt

(rund 140.000 gesamt). Darunter befanden

sich durchschnittlich 25 Fans der Kategorie B

(gewaltbereit; Heimverein: 15, Auswärtsverein:

10) und vier der Kategorie C (gewaltsuchend;

Heimverein: 2, Auswärtsverein: 2).

Lediglich 17 Partien wurden als Risikospiele

eingestuft, zu nennenswerten Vorkommnissen

kam es bei zwei dieser Duelle. Durchschnittlich

sind 27 Polizeibeamte (max. 402)

und 28 Ordnungskräfte (max.120) im Einsatz.

August-Wilhelm Winsmann, Vizepräsident

des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Fotos: Zwing

Der Meppener Jens Robben setzt sich gegen zwei Lübecker durch. Eine Szene aus dem Spiel SV

Meppen gegen VfB Lübeck. Foto: Dr. Werner Scholz

Drei Fragen an August-Wilhelm Winsmann,

Vizepräsident des Niedersächsischen Fußballverbandes

1. Wie würden Sie die Situation nach den ersten Monaten beschreiben?

Wir hatten gewisse Befürchtungen, da die Liga neu gestaltet wurde. Sie sind aber nicht

eingetreten, bis auf zwei Vorfälle war es ruhig. Lediglich bei den Spielen SV Meppen gegen

VfB Oldenburg und – etwas abgeschwächt – VfB Lübeck gegen Holstein Kiel kam es zu

Ausschreitungen. Insgesamt können wir damit äußerst zufrieden sein. Wir gehen mit guter

Hoffnung in die Rückserie. Dass sich die Situation so gut darstellt, liegt zu einem wesentlichen

Teil daran, wie reibungslos das aufgebaute Netzwerk mit den Sicherheitsbeauftragten

der Vereine, der Landesinformationsstelle Sport in Hamburg, den Länderpolizeien und

dem Verband funktioniert.

2. Im Norden gab es 17 Risikospiele, die Regionalliga West hatte zwei, im Nordosten

gab es 34 und in der Regionalliga Süd 43. Wie erklären Sie diese Unterschiede?

Letztlich sind diese Zahlen natürlich immer abhängig von den Erfahrungen und der Einstellung

der jeweiligen Sicherheitskommissionen. Dass der Westen deutlich weniger Risikospiele

hat, lässt sich sicher durch die verstärkte Teilnahme der Reserveteams erklären. In anderen

Verbänden mag das Potenzial an gewaltbereiten Fans größer sein. Insofern lässt sich

auch eine vorsichtigere Haltung erklären.

3. In den vergangenen Monaten war die Pyrotechnik in aller Munde. Welche

Bedeutung hat sie in der Regionalliga Nord?

Der allgemeine Trend aus erster und zweiter Liga hat sich in unserer Regionalliga in

keiner Weise widergespiegelt. Es kam lediglich in drei Fällen zum Einsatz von Pyrotechnik.

Text und Interview: Stefan Freye (sfy)

Februar 2013 29

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