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Platzverweis für

Spielverderber

Hildesheim will Ausschreitungen verhindern

ewalt auf dem Fußball-

Gplatz – dieser Diskussionspunkt

stand auf der Tagesordnung

beim Infoabend der Fußball-Jugendleiter

im NFV-Kreis Hildesheim.

Als die Einladungen verschickt

wurden, ahnte niemand,

wie aktuell das Thema sein würde.

Die Nachricht vom 2. Dezember

2012 aus den Niederlanden

hat die Fußballwelt schockiert:

Mehrere 14- bis 15-jährige Amateurfußballer

prügelten nach ei-

Februar 2013

nem Spiel den Linienrichter zu

Tode.

„Es ist schon beunruhigend,

was es bei uns an Gewalt und

Ausschreitungen bereits gibt“,

sagte der Vorsitzende des Jugendausschusses,

Hans-Jürgen

Schwellnus. Für ihn sei es unverständlich,

dass manche Trainer

und Betreuer nicht eingreifen,

wenn 14- bis 15-Jährige auf

dem Fußballplatz pöbeln und

andere beleidigen. Die verbalen

Der Kreisvorsitzende Detlef Winter informiert die Jugendleiter über Gewalttaten im Fußball.

NFV-Kreis Hildesheim

trauert um Paul Nolte

Paul Nolte. Foto: Neumann

er NFV-Kreis Hildesheim

Dtrauert um seinen ehemaligen

langjährigen Schiedsrichter

Paul Nolte, der mit 71 Jahren auf

Teneriffa einem Herzinfarkt erlegen

ist.

Der älteren Schiedsrichtergeneration

ist Paul Nolte als

Unparteiischer noch bekannt.

1963 legte er die Schiedsrichterprüfung

ab. Er bewies Talent,

war stets zuverlässig und

fiel durch gute Leistungen

auf. Ein schneller Aufstieg

war vorgezeichnet. Als besonnener

Schiedsrichter war Nolte

weit über die Kreis-,

Bezirks- und Landesgrenzen

bekannt und geschätzt und

verschaffte sich bei den Spielern

und Vereinsfunktionären

großen Respekt.

Paul Nolte zählte zur Elite

der Sportler im neutralen Dress

und war zuletzt in der 1. Bundesliga

als Linienrichter und als

Referee in der 2. Bundesliga aktiv.

Noch im Dezember 2012

war er als Überraschungsgast

beim Schiedsrichter-Seniorennachmittag,

erzählte Anekdoten

im Kreis seiner Freunde und

früheren Mitstreiter, die ihn an

der Linie oft unterstützten. Besonders

freute er sich auf die Ehrung

für 50-jährige Mitgliedschaft

in der Hildesheimer

Schiedsrichtervereinigung.

Der Verstorbene ist in Freden

aufgewachsen und war als

schneller Rechtsaußen in der damaligen

Jugendmannschaft des

SV Freden bekannt. Später

schloss er sich der SV Alfeld

an und konnte dort auf eine

über 20-jährige Mitgliedschaft

zurückblicken. In den letzten

Jahren lebte Nolte in Obersulm-

Willsbach bei Heilbronn.

Burghard Neumann

Hans-Jürgen Schwellnus, der Vorsitzende

des Jugendausschusses,

hat stichpunktartig beunruhigende

Vorfälle auf dem Spielfeld zusammengetragen.

Fotos: Reese

Attacken träfen oft Schiedsrichter

und Gegenspieler. „Es fehlt

an Respekt“, sagte Schwellnus.

Hier wünsche er sich ein schnelles

und konsequentes Handeln

vor Ort.

Aber nicht nur junge Fußballer

seien aggressiv. Der Leiter des

Jugendausschusses kritisierte das

Verhalten mancher Eltern und Zuschauer

am Spielfeldrand, die den

Ablauf von Spielen teilweise massiv

störten. Sein Tipp zum Eingreifen

an die Vereinsvertreter: „Ihr

habt das Hausrecht, macht davon

Gebrauch. Weist die Leute vom

Platz“, sagte Schwellnus. Auch

bei Randale in Hallen und Kabinen

rät er zum konsequenten Einschreiten.

„Zeigt die Leute wegen

Sachbeschädigung an. Das Recht

habt ihr.“

„Das Thema Gewalt schadet

dem Fußball insgesamt“, sagte

der NFV-Kreisvorsitzende Detlef

Winter. „Das Problem der Gewalt

hat sich vom Profi- in den Amateurbereich

verschoben“, fügte

er hinzu. Für ihn trage die Basis

genauso viel Verantwortung wie

die Proficlubs. Dabei hob er besonders

die Arbeit der Jugendleiter

als bedeutend hervor. „Jugendarbeit

ist unendlich mühselig.

Redet mit den Eltern, denn

die Kinder wollen in Ruhe Fußball

spielen“, sagte Winter.

Panik wolle er nicht verbreiten.

Er sehe jedoch bei den Amateurvereinen

und den Proficlubs

ein und dasselbe Problem: Wenige

gewaltbereite Fans fügen dem

Fußball Schaden zu. „Es ist blauäugig

zu glauben, so etwas wie in

den Niederlanden könnte hier nie

passieren“, sagte der Kreisvorsitzende.

„Sorgt dafür, dass der

Fußball an der Basis sauber

bleibt“. Bettina Reese

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