R-V Lebensversicherung AG - R+V Versicherung

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R-V Lebensversicherung AG - R+V Versicherung

Lagebericht 4

Ertragslage

Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten fanden hauptsächlich

im außerordentlichen Ergebnis ihren Niederschlag. Darin sind

die aufgrund von Marktwertverlusten erforderlichen Abschreibungen

in Höhe von 437 Mio. Euro sowie die bei Verkäufen

entstandenen Buchverluste im Umfang von 27 Mio. Euro

enthalten. Dem standen Veräußerungsgewinne in Höhe von

66 Mio. Euro sowie Zuschreibungen im Umfang von 23 Mio.

Euro als Folge von Wertaufholungen früherer Abschreibungen

entgegen. Das außerordentliche Ergebnis ergab ein Minus von

376 Mio. Euro.

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen der R+V Lebensversicherung

AG betrug 1.200 Mio. Euro. Bei einer Rendite 10jähriger

Bundesanleihen unter 3,0 % und Marktwertverlusten bei

Aktien von teilweise über 40 % zum Jahresende 2008 lag die

Nettoverzinsung der R+V Lebensversicherung AG bei 3,7 %.

Die R+V Lebensversicherung AG hat gemäß § 341 b Abs. 2 HGB

Kapitalanlagen dem Anlagevermögen zugeordnet. Abschreibungen

wurden demzufolge bei diesen Kapitalanlagen nur bei

einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung vorgenommen.

Zum Bilanzstichtag resultierten daraus stille Lasten bei

Inhaberschuldverschreibungen, Aktien und Wertpapierfonds

in Höhe von 369 Mio. Euro.

Kosten

Aus dem positiven Verlauf des Neugeschäfts resultierte ein Anstieg

in den Abschlussaufwendungen. Sie stiegen auf 288 Mio.

Euro an. Bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts in

Höhe von 6.652 Mio. Euro ergibt sich ein Abschlusskostensatz

von 4,3 %. Der Abschlusskostensatz lag im Vorjahr bei 4,6 %.

Die Verwaltungsaufwendungen konnten um 1,1 % auf 71 Mio.

Euro gesenkt werden. In Relation zur Beitragseinnahme ergibt

sich damit eine um 0,2 Prozentpunkte verminderte Verwaltungskostenquote

in Höhe von 1,9 %.

Rechnungsgrundlagen

Lebensversicherungsunternehmen sind gesetzlich verpflichtet,

in der Kalkulation vorsichtige Annahmen bezüglich Zins,

Jahresabschluss 35 Weitere Informationen 64 17

Biometrie sowie Kosten zu treffen. Entstehende Überschüsse

werden in Form der Überschussbeteiligung weitestgehend an

die Versicherungsnehmer weitergegeben.

Untersuchungen – unter anderem der Deutschen Aktuarvereinigung

(DAV) – haben ergeben, dass die biometrischen Risikoverläufe,

das heißt die Sterblichkeiten und die Invalidisierungswahrscheinlichkeiten,

bei Männern und Frauen unterschiedlich

sind. So haben Männer beispielsweise eine niedrigere

Lebenserwartung als Frauen. Die DAV veröffentlicht die

Ergebnisse ihrer Untersuchungen auf ihrer Homepage im Internet

in Form von sogenannten Sterbe- und Invalidisierungstafeln.

Die R+V Lebensversicherung AG berücksichtigt die unterschiedlichen

Risikoverläufe durch die Verwendung geeigneter,

geschlechtsspezifischer Rechnungsgrundlagen.

Die wesentlichen Überschussquellen

Zins-, Risiko- und Kostenergebnis bildeten die wesentlichen

Quellen des Gesamtüberschusses. Alle drei Ergebnisquellen

waren im Berichtsjahr positiv.

Wie in den Vorjahren stellte das Zinsergebnis die größte Überschussquelle

dar.

Wegen der vorsichtigen Einschätzung der Sterblichkeit und

anderer Risiken war die zweitwichtigste Überschussquelle der

Risikoüberschuss.

Als drittgrößte Quelle floss in den Überschuss das Kostenergebnis

ein, da die vorgesehenen Mittel zur Deckung der Kosten

im Geschäftsjahr nicht in vollem Umfang benötigt wurden.

Der Überschuss und seine Verwendung

Die R+V Lebensversicherung AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr

2008 nach Steuern einen Rohüberschuss in Höhe von

431 Mio. Euro.

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