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von Langens hat nach dem Tode des Vaters den Sohn des legendären

Preußenprinzen Louis Ferdinand geheiratet. Dieser Ehe

entstammte der Dichter Ernst von Wildenbruch.

Auf der Ostseite des »Garnisonsfriedhofs« erinnert ein

großfl ächiges Grabdenkmal an die 87 Opfer des schweren

Explosionsunglücks, das sich 1916 »auf Choisy« ereignete.

Unter einem Obelisken, der die namenlosen Eisenkreuze

der Franziskanerinnen überragt, ist die

Gräfi n Anne-Elisabeth Grenier beigesetzt.

Sie war die Gattin des napoleonischen

Divisionsgenerals Paul Grenier,

dessen Name auf der Ostseite des Arc

de Triomphe in Paris verewigt ist.

Anrührend sind die Gräber des »lieben

Negers Chim Bebe«, der aus der damaligen

deutschen Kolonie Togo stammte, und jenes Zirkusjungen, der

1901 in Saarlouis beim Sturz vom Trapez ums Leben kam.

Im Jahre 1905 wurde südlich

des »Garnisonsfriedhofs« der

selbstständige »Israelitische Friedhof«

angelegt. Auf vielen seiner

Grabmäler erinnern die Inschriften

an Familienangehörige, die deportiert

wurden und in Konzentrationslagern

umgekommen sind. Auf einer

Freifl äche im Südteil des Friedhofs

sind Steine der abgebrochenen

Saarlouiser Synagoge im Halbkreis

angeordnet – als Symbol der Unvergänglichkeit.

Der »Förderverein Alter Friedhof Saarlouis« widmet sich der

Pfl ege, Erhaltung und Restaurierung der denkmalgeschützten

Grabmäler. Er bietet auch regelmäßig fachkundige Friedhofsführungen

an. Über eine Mitgliedschaft (zzt. 20 Euro Jahresbeitrag)

oder mit einer Spende können auch Sie dazu beitragen, dass vom

Verfall bedrohte Grab mäler rechtzeitig saniert werden können.

Seit Bestehen des Vereins sind mehr als 50 Grabmäler restauriert

und in Stand gehalten worden.

Kontakt:

Hans Jörg Schu

Schwarzbachstraße 10

66740 Saarlouis

Telefon: (068 31) 407 27

Bankverbindung:

Förderverein Alter Friedhof

Kontonummer 370 445

KSK Saarlouis BLZ 593 501 10

Text/Gestaltung: Förderverein AFS

Fotos: Christian Schu, Christoph Dutt

Der Alte Friedhof in Saarlouis

Der Alte Friedhof in Saarlouis gilt zu Recht als ein wahres

Kleinod. Im malerischen Umfeld eines alten Baumbestandes

spiegeln seine Grabmäler eine 230-jährige

Friedhofskultur wider. Ein Besuch ist für Einheimische

und Auswärtige gleichermaßen interessant.


A. »Allgemeiner Teil«

B. »Historischer Teil«

C. »Garnisonsfriedhof«

D. »Israelitischer Friedhof«

E1. Eingang Von-Lettow-Vorbeck-Str.

E2. Eingang Gatterstraße

1 Kronos-Figur; Terrakotta-

Figuren; Notton/ Bürgermeister

Dr. Latz; Bürgermeister Dr. Hector;

2 Landrat Helfferich; Gruftkapelle;

Terrakotta-Engel; Bürgermeister

Titz; Zirkusjunge; 3 Chim Bebe;

4 Friedhofskreuz; Anna Rozinsky

(Gründerin der Höheren Mädchenschule);

5 Schwesterngräber/

Gräfi n Grenier; Landrat Jesse,

Sandsteinliegeplatten, Bürgermeister

Reneauld; Hecquin de Sames;

Kath. Priester; Valette-Motte;

6 Trauernde (Jugendstil); Evang.

Pfarrer; 7 Kindergrab Reckzeh;

Jugendstilgrab Baluschek; Grabmal

Ziegert; Soldatengräber Erster

Weltkrieg; General von Langen;

Offi ziere des Krieges 1870/71;

General Wild; Gustav Stangen

(Lehrer und Garnisonsküster);

8 Soldatengräber Zweiter Weltkrieg;

9 Grab Tacke (mythisches

Relief); Kronos-Figur, Dr. Poller

(Gründer der St. Elisabeth Klinik);

aJ Explosionsopfer 1916;

aA Bürgermeister Bloch; Lissy

Lewy (Lied von A. Gulden); Karl

Marx (Gründer der Allg. Jüdischen

Wochenzeitung); aB Louis

Levy (Levit); Familie Henry Cahn;

Schlachthofdirektor Wertheim;

aC Steine der ehemaligen Synagoge.

Glanz und Schicksale

In einzigartiger Weise dokumentieren die Grabmäler des Alten

Friedhofs die wechselvolle Geschichte der Stadt. Zahlreiche

französische Grabinschriften geben noch Zeugnis von den historischen

Bindungen an Frankreich. Auf Grund ihrer großen

geschichtlichen Bedeutung ist die gesamte Friedhofsanlage als

Baudenkmal und Ensemble in die Denkmalliste eingetragen.

Keimzelle des Alten Friedhofs war sein »Historischer Teil«,

der 1773 außerhalb der Festung vor dem Französischen Tor angelegt

wurde. Im 19. Jahrhundert ist er dann noch zweimal erwei-

tert worden: im Norden durch den

»Allgemeinen Teil«, im Süden durch

den »Garnisonsfriedhof«. Auf allen

drei Teilen sind zeittypische Grabmäler

aus verschiedenen Epochen

erhalten. So bietet die Friedhofsanlage

den Besuchern eine Vielfalt

an Stilarten. Wuchtige Sandstein-

Liegeplatten wechseln mit kunstvoll

gestalteten Grabmälern. Die Strenge klassizistischer

Formen fi ndet im Jugendstil ein anmutiges Gegenstück.

Der bärtige Kronos konkurriert mit Terrakotta-Engeln

und trauernden Frauen gestalten. Die

Gruftkapelle seitlich des Haupteinganges zählt zu

den wenigen Beispielen neugotischer Friedhofsarchitektur

im Saarland.

Bescheidene Grabsteine haben sich neben aufwändigen

Grabmälern behauptet. Auch aus diesem Gegensatz

bezieht der Alte Friedhof seinen Reiz. Zahlreiche Grabmäler

erinnern an Persönlichkeiten,

die als Politiker, Geistliche

oder Militärs auf verschiedenen

Ebenen Geschichte

mitgeschrieben haben, unter

ihnen Michel Reneauld, ein

General der Revolutionsarmee,

der später erster preußischer

Bürgermeister der Stadt

wurde.

Auf dem »Garnisonsfriedhof«

reihen sich die

schlichten Grabsteine der

Mannschaften und Unteroffi ziere beider Weltkriege. Deutsche,

Franzosen, Italiener und Russen sind hier nebeneinander

bestattet. Am Westrand erinnern noch einige Grab- und Gedenksteine

an deutsche und französische Offi ziere des Krieges

1870/71.

Auch zwei Generäle haben hier ihre letzte Ruhestätte

gefunden: die beiden Saarlouiser Festungskommandanten

Carl Ferdinand von Langen und Edmund Wild. Die Tochter

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