SANFTE MEDIZIN - SBK

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SANFTE MEDIZIN - SBK

SANFTE MEDIZIN

Wie Tai-Chi und andere alternative

Heilmethoden wirken

SEITE 10

leben

3 I 10

Das Magazin der Siemens-Betriebskrankenkasse www.sbk.org

SBK Versprechen Starke Leistung. Ganz persönlich

Abenteuer Barfuß über Stock und Stein

Heilende Worte Gute Arztgespräche fördern Genesung

Aktiv ab 60


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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

manche sehen sich täglich, manche nur einmal im Jahr.

Einige Versicherte haben gleich mehrere, die meisten

gehen nur zu einem! Aber für alle handelt es sich um eines

der engsten Verhältnisse oder zumindest um einen

der vertrauensbedürftigsten Kontakte außerhalb der

Familie. Die Rede ist von der Beziehung zwischen Arzt

und Patient, zwischen Ihnen und Ihrem Haus- oder Facharzt.

Und genau dieses möchten wir für Sie zum Thema

machen!

Passt zwischen der auf Vertrauen basierenden Beziehung

zwischen Arzt und Patienten eine Krankenkasse,

findet die SBK in diesem idealerweise sehr engen Verhältnis

überhaupt ihren Platz? Ja, wenn sie nicht meint,

sich dazwischen stellen zu müssen, sondern diese

Kontakte begleitet und unterstützt. Viele Nachfragen

und Anliegen unserer Versicherten können wir darauf

zurückführen, dass Patienten ihren Arzt missverstanden

haben oder sich selbst nicht verstanden fühlen. Das betrifft

nicht die Mehrheit, doch wir wollen dieses Thema

in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten angehen und

haben für den Sommer 2010 die Informationskampagne

„Ich und mein Arzt“ gestartet.

Wir greifen die alltäglichen Themen und Fragen auf: Warum

sollen Ärzte mehr und besser zuhören? Wie können

wir uns als Patienten optimal auf den Arztbesuch vorbereiten?

Wie finde ich den richtigen Arzt oder die richtige

Klinik? Wie entscheide ich richtig bei sogenannten

IGeL-Angeboten, welche naturheilkundlichen Leistungen

kann ich in Anspruch nehmen und wie vermittelt die

SBK Arzttermine? Wir greifen einige Themen wieder hier

im Magazin SBK leben auf, bieten seit Juni Infoveranstaltungen

und Vorträge bei Ihnen vor Ort an und halten

viele Informationen im Internet unter sbk.org/meinarzt

bereit.

Wir tun dies auch im Lichte eines konkreten Versprechens,

das wir Ihnen, unseren Kundinnen und Kunden,

geben, und das wir hier im Heft auf Seite 16 vorstellen.

„Das SBK Versprechen: Starke Leistung. Ganz persönlich.“

Persönliche Beratung und Betreuung sowie eine

gute Leistung mit viel Platz für individuelle Lösungen

zeichnen die SBK aus. Das haben wir uns nicht nur

intern auf die Fahne geschrieben und das ist nicht nur

eine Formulierung in einer schönen Werbebroschüre.

Nein, das wollen wir Ihnen fest versprechen, jedem Einzelnen

unter unseren Versicherten. Solidargemeinschaft

heißt für uns, Sie können sich jederzeit auf die SBK verlassen.

Fest versprochen!

Hans Unterhuber

Vorstand

editorial

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum aktuellen

Heft, schreiben Sie an leserforum@sbk.org

oder an SBK, Unternehmenskommunikation,

Heimeranstraße 31, 80339 München.

Wenn Sie die Zustelladresse oder den Versandweg

ändern möchten, rufen Sie bitte

Ihren persönlichen Kundenberater an:

Telefon 0800 0 725 725 725 0 (gebührenfrei).

Stark fürs Leben

03


04 inhalt

10

SANFTE MEDIZIN

03

EDITORIAL von Hans Unterhuber,

Vorstand der SBK

24

HEILENDE

WORTE

06

NEUES/WISSEN Nachrichten aus Medizin

und Wissenschaft. Verwaltungsrat Klaus

Hoppe erhält das Bundesverdienstkreuz

10

SANFTE MEDIZIN Naturheilverfahren wie

Akupunktur oder Homöopathie aktivie-

ren die Selbstheilungskräfte des Körpers

und ergänzen die Schulmedizin

16

SBK VERSPRECHEN Starke Leistung und

gute Beratung sind Markenzeichen der

SBK – nun setzt sie noch eins drauf: Das

SBK Versprechen

LANDKARTE AUF DER HAUT – LEBEN MIT VITILIGO 32

18

WAS MACHT DER ARZT EIGENTLICH ...

... wenn er in den Mund schaut? SBK le-

ben erklärt Untersuchungsmethoden

20

SBK LEISTUNGEN Auf der SBK Internet-

seite gibt es neue Angebote, zum Bei-

spiel die Rubrik Gesundheitswissen

24

HEILENDE WORTE Eine gute Beziehung

zum Arzt fördert den Behandlungserfolg.

Erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf

den Arztbesuch vorbereiten

28

ABENTEUER NACKTE FÜSSE SBK leben-

Autorin Monika Götsch wagte sich auf

den Barfußweg in Mittenwald. Außer-

dem: Pflegetipps für schöne Füße

DAS SBK VERSPRECHEN:

STARKE LEISTUNG. GANZ PERSÖNLICH

32

LANDKARTE AUF DER HAUT Georg Pliszew-

ski leidet an der Hauterkrankung Vitiligo.

Die SBK unterstützte ihn bei seinem

Kampf gegen die Krankheit

34

WAS WIR SONST NOCH ZUM LEBEN

BRAUCHEN Perspektivenwechsel

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Impressum

Herausgeber: SBK, Heimeranstraße 31, 80339 München, Telefon 089/627 00-0 Redaktion: Franz Billinger (V.i.S.d.P.), Franziska Wolschk, SBK Unternehmenskommunikation

Magazinproduktion: Süddeutscher Verlag onpact GmbH, Hultschiner Straße 8, 81677 München Geschäftsführung: Dr. Inga

Persson, Wolfgang Wohner Redaktion: Hartmut E. Rätsch (Leitung und Konzeption), Diana Endler (verantwortliche Redakteurin), Katrin Lange

Titel foto: Marc Romanelli/Getty Images Gestaltung: Andreas Mitterer, Freie Kreatur Litho: Compumedia GmbH, München Druck: appl Druck

GmbH & Co. KG, Wemding. Für unverlangt ein gesandte Manuskripte und Materialien übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht.

16

Fotos: danstar/Shotshop.com (o. l.), Lise Gagne/istockphoto (o. r.), Gabi Günther/Fotolia.com (u. l.), Christian Mittelbach (u. r.)


06 neues / wissen

neues / wissen

Gen-Kartoffel kommt

nicht in die Tüte

Viele Fastfood-Ketten, Chips- und

Pommeshersteller wollen keine

Gen-Kartoffeln verwenden. Das ist

das Ergebnis einer Greenpeace-

Umfrage. Neun von elf Firmen

gaben an, weder aktuell noch in

absehbarer Zukunft genveränderte

Kartoffeln nutzen zu wollen. Zwei

Firmen wollten sich für die Zukunft

noch nicht festlegen. Laut Greenpeace

ist die Hälfte der befragten

Unternehmen dagegen, dass die

EU-Kommission den Anbau von

Gen-Kartoffeln für Lebensmittel

zulässt. Sie befürchten höhere

Kosten bei der Qualitätssicherung,

da gentechnikfreie und genmanipulierte

Ware getrennt werden

müssten. Außerdem haben

manche Firmen Angst vor einem

Imageschaden. Der Chemiekonzern

BASF baut bereits die Gen-Kartoffel

Amflora an, die zur Stärkegewinnung

genutzt wird. In diesem

Jahr will das Unternehmen die

Zulassung für zwei weitere Sorten

beantragen, eine soll zur Herstellung

von Pommes frites und Chips

verwendet werden. Greenpeace

befragte unter anderem Burger

King, McDonald’s, Agrafrost sowie

Produzenten der Chipsmarken

Funny-frisch, Pringles, Chio und

Chipsletten.

Die Ehe ist gut für die Gesundheit

Verheiratete leben gesünder

als Singles. Das haben neuseeländische

Wissenschaftler von der

Universität von Otago in einer

Studie herausgefunden. Demnach

ist die Ehe gut für die seelische

Stabilität und schützt vor

Depressionen, Angstzuständen

und Sucht. Die Wissenschaftler

werteten Daten von 34.500 Menschen

aus 15 Ländern aus.

Sie kamen zu dem Ergebnis,

dass Männer und

Frauen gesundheitlich

gleichermaßen vom

Zusammenleben profitieren.

Frühere Studien

hingegen hatten

stets herausgefunden,

Schweigepflicht gilt

auch bei Minderjährigen

dass es vor allem der Gesundheit

von Männern guttut, wenn sie

verheiratet sind. Kommt es dagegen

zur Trennung oder stirbt ein

Ehepartner, ist das schlecht für die

psychische Verfassung. Männer

erkranken dann besonders häufig

an Depressionen, Frauen greifen

eher zu Drogen oder Alkohol.

Ärzte sind auch bei minderjährigen Patienten an die Schweigepflicht

gebunden. Das gilt nach einem Urteil des Landesgerichts

Köln dann, wenn der Patient so reif und einsichtig ist, dass er

Entscheidungen selbst treffen kann. Ein 15-jähriges Mädchen

hatte ihre Frauenärztin verklagt. Sie hatte sich für eine Abtreibung

entschieden und bat die Ärztin darum, ihre Eltern nicht zu informieren.

Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass das Mädchen

bereits in der 14. Schwangerschaftswoche und ein Abbruch auf

dem Weg der sogenannten Beratungslösung damit nicht mehr

möglich war. Die Ärztin informierte die Eltern wieder nicht. Erst

kurz vor der Geburt erschien die 15-Jährige zusammen mit ihrer

Mutter wieder in der Praxis. Das Mädchen klagte, da sie der Ansicht

war, sich selbst überlassen worden zu sein. Ein Schwangerschaftsabbruch

im Rahmen der medizinisch-sozialen Indikation

wäre aufgrund ihres jugendlichen Alters und der damit verbundenen

Unreife möglich gewesen. Die Richter wiesen die Klage

jedoch mit der Begründung ab, dass Ärzte auch bei minderjährigen

Patienten an die Schweigepflicht gebunden seien. Außerdem

habe die 15-Jährige den Eindruck erweckt, die nötige Reife und

Einsichtsfähigkeit für eine derartige Entscheidung zu haben.

Fotos: winterling/istockphoto (S. 6 l.), Freie Kreatur (S. 6 r.), Gina Sanders/Fotolia.com (S. 7), Sebastian Kaulitzki/Fotolia.com (S. 7 M.), mkrberlin/Fotolia.com (S. 7 u.)

Deutsche belegen

Platz drei beim

Alkoholtrinken

Die Deutschen haben in Europa

beim Trinken die Nase weit vorn.

Nur Iren und Rumänen greifen

noch häufiger zum alkoholgefüllten

Glas. Das zeigt eine Befragung

von 27.000 Menschen in

der Europäischen Union, die das

Europäische Statistikamt Eurostat

kürzlich veröffentlichte. 36

Prozent der Deutschen gaben an,

mindestens einmal pro Woche

fünf oder mehr Gläser Alkohol

hintereinander zu trinken. Sie belegen

damit zusammen mit den

Österreichern Platz drei. Bei den

Iren bekannten sich 44 Prozent

zum heftigen Trinken, bei den

Rumänen waren es 39 Prozent.

Der EU-Durchschnitt beträgt 29

Prozent. Auch junge Leute haben

einen enormen Alkoholkonsum:

33 Prozent aller befragten 15- bis

24-Jährigen sagten, dass sie mindestens

einmal pro Woche mehr

als fünf Gläser trinken. Das ist

die Menge, bei der die EU bereits

von „Alkoholexzess“ spricht.

Klimawandel fördert

Pollenallergie

Der Klimawandel trägt anscheinend dazu bei, dass die Zahl

der Pollenallergiker ständig steigt. Wie der Deutsche Polleninformationsdienst

(PID) berichtet, sind Zusammenhänge

zwischen Klimawandel, Pollenflug und dem Auftreten von

Allergien zu beobachten. So scheint der Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration

die Pollenproduktion anzukurbeln.

In Gewächshaus-Versuchen zeigte sich, dass Pflanzen, die

einer hohen CO 2-Konzentration ausgesetzt waren, schneller

wuchsen, früher blühten und obendrein erheblich mehr

Pollen produzierten. Ein weiterer Faktor ist die Klimaerwärmung.

Durch sie nimmt die Intensität des Pollenflugs

zu. Außerdem hat das wärmere Klima

den Effekt, dass Pflanzen in neuen Regionen

siedeln. So zum Beispiel die in den USA weit

verbreitete Ambrosia, die sich in den letzten

15 Jahren in Europa massiv vermehrt hat.

Bereits 15 Prozent aller Personen, die einen

Allergietest machen lassen, sind laut PID

gegen Ambrosia sensibilisiert. Weiterer Effekt

der Klimaerwärmung: Die vertikalen Winde verstärken

sich, wodurch Pollen in hohen Luftschichten

über größere Entfernungen hinweg verbreitet werden

als bisher. Dadurch können Allergiker für Pollenarten sensibilisiert

werden, die in ihrer Region gar nicht vorkommen.

Zusätzlich können auch Start, Ende und Intensität der Pollensaison

verschoben werden.

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08

Aktiv ab 60

neues / wissen

Mineralstoffe können

Wirkung von Arzneien

hemmen

Wer seinem Körper etwas Gutes

tun will, greift gerne mal zu Mineralstoff-Präparaten.

Doch Vorsicht,

Mineralstoffe wie Kalzium,

Kalium oder Magnesium können

die Wirkung mancher Medikamente

beeinträchtigen

oder verändern. Laut

Bundesapothekenkammerkönnen

sie zum

Beispiel

die

Wirkung verschiedener Antibiotika

heruntersetzen. Auch

Schilddrüsenhormone oder einige

Arzneimittel gegen Osteoporose

sollten nicht gleichzeitig mit Mineralstoffen

eingenommen werden.

Vorsicht geboten ist bei der

gleichzeitigen Einnahme von Kalium

und entwässernden Mitteln

(Diuretika), da der Kaliumspiegel

im Blut dadurch zu stark ansteigen

kann. Das äußert sich unter

anderem in Muskelschwäche oder

Herzrhythmusstörungen. Damit

es generell zu keinen Wechselwirkungen

kommt, empfiehlt

sich zwischen der Einnahme des

Medikaments und des Mineralstoffpräparats

eine Pause von ein

bis vier Stunden. Wer unsicher

ist, sollte in jedem Fall seinen

Arzt oder Apotheker fragen.

Forscher haben familiäres Prostatakrebsrisiko

berechnet

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken,

steigt mit der Anzahl direkter

Verwandter, die von der Krankheit

betroffen sind. Das ist das Ergebnis

einer Studie vom Deutschen

Krebsforschungszentrum (DKFZ)

in Heidelberg. Bereits bekannt:

Männer, in deren Verwandtschaft

Prostatakrebs diagnostiziert wurde,

haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls

daran zu erkranken. Die Forscher untersuchten

nun, wie hoch das Risiko

für den Einzelnen ist. Die Studie umfasste

26.651 Prostatakrebspatienten,

5.623 von ihnen stammten aus

Familien, in denen die Erkrankung

bereits aufgetreten war. Je mehr

direkte Verwandte eines Mannes betroffen

sind, desto höher ist sein Risiko,

ebenfalls Prostatakrebs zu bekommen.

Die Forscher errechneten,

dass Männer bis zu 65 Jahren mit

drei betroffenen Brüdern ein 23-mal

höheres Erkrankungsrisiko haben als

die Kontrollgruppe (Männer ohne

betroffene Angehörige). Männer

zwischen 65 und 74 Jahren dagegen,

bei denen nur der Vater betroffen ist,

haben ein 1,8-fach erhöhtes Risiko

und damit die geringste Risikosteigerung.

Als generelle Tendenz erkannten

die Forscher, dass das persönliche

Risiko umso höher ausfällt,

je jünger die Angehörigen bei der

Diagnose Prostatakrebs waren.

Mehr Pfunde, längeres Leben

Übergewicht schadet der Gesundheit? Nicht unbedingt!

Wer über 70 ist und ein paar Pfunde zu viel auf

die Waage bringt, hat sogar eine bessere Überlebensaussicht

als ein Gleichaltriger mit Normalgewicht.

Das haben Forscher der Universität von Western

Australia herausgefunden. In einer Langzeitstudie

untersuchten sie mehr als 9.000 Männer und Frauen

im Alter von 70 bis 75 Jahren. In den folgenden

zehn Jahren gab es bei den Übergewichtigen 13

Prozent weniger Todesfälle als in der Gruppe

der Normalgewichtigen. Offenbar profitieren

diese Menschen bei Krankheit von ihren

Reserven. Bei starkem Übergewicht

hingegen erhöhte sich die Sterblichkeit.

Nun fordert Studienleiter Leon Flicker

im „Journal of the American Geriatric

Society“, die Gewichtsempfehlungen

der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) für ältere Menschen zu ändern.

Fotos: Marc Dietrich/Fotolia.com (S. 8 o.l.), asiseeit/istockphoto (S. 8 M.), Yuri Arcurs/Fotolia.com (S. 8 u.), Great Place to Work© Institute Deutschland (S. 9), Wolfgang Chodan (S.9 o.)

SBK-Verwaltungsrat Klaus Hoppe bekommt von Staatssekretär Dr. Jens-Peter Heuer

die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht

Verwaltungsrat Hoppe erhält

Bundesverdienstmedaille

Der alternierende Vorsitzende

des SBK-Verwaltungsrats Klaus

Hoppe hat am 1. Juni 2010

die Verdienstmedaille des Verdienstordens

der Bundesrepublik

Deutschland erhalten. Er wurde

damit für seine Verdienste als Betriebsrat

bei Siemens und für sein

langjähriges Engagement in der

Selbstverwaltung der SBK aus-

gezeichnet. Überreicht wurde die

Medaille von Staatssekretär Dr.

Jens-Peter Heuer mit den Worten:

„Sie haben durch Ihr persönliches

Beispiel gezeigt, dass sich Fleiß,

Zuverlässigkeit und Beharrlichkeit

lohnen. Dafür gebührt Ihnen Respekt.

In sofern würdigt die hohe

Auszeichnung Ihre Verdienste.“

Die SBK gratuliert!

Der Verwaltungsrat der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) hat

in seiner Sitzung am 3.2.2010 den 2. Nachtrag zur Satzung der

SBK vom 1. Januar 2010 beschlossen. Er wurde vom Bundesversicherungsamt

am 3.2.2010 unter dem Aktenzeichen II 3 – 59200.0-

2223/2009 genehmigt. In seiner Sitzung am 18.3.2010 hat der Verwaltungsrat

den 3. Nachtrag zur Satzung vom 1. Januar 2010 beschlossen.

Er wurde vom Bundesversicherungsamt am 30.3.2010 unter

dem Aktenzeichen II 3 – 59200.0-2223/2009 genehmigt.

sbk nachrichten

SBK ist Europas bestplatzierte

Krankenkasse

Die SBK hat bei dem Wettbewerb

„Best Workplaces in Europe 2010“

Platz 19 erreicht und sich als europaweit

beste Krankenkasse platziert.

Am 19. Mai 2010 hat das europäische

Great Place to Work Institut in Madrid

„Europas beste Arbeitgeber“ ausgezeichnet.

1.300 Unternehmen aus

18 europäischen Ländern hatten an

dem Wettbewerb teilgenommen. In

der Kategorie Unternehmen mit über

500 Beschäftigte konnte die SBK

Platz 19 erringen und ist damit die

bestplatzierte Krankenkasse europaweit.

Damit hat die SBK internationalen

Großunternehmen den Rang abgelaufen.

Zuvor hatte die SBK schon

im deutschen Wettbewerb eine Top-

Platzierung erreicht: Zum dritten Mal

in Folge ist sie unter die besten 100

Arbeitgebern in Deutschland gewählt

worden und erreichte in der Unternehmenskategorie

von 501 bis 2.000

Mitarbeitern den sechsten Platz.

Nachrichtliche Bekanntmachung des 2. und 3. Nachtrages zur Satzung der Siemens-

Betriebskrankenkasse vom 1.1.2010

Nachgenehmigungen von Satzungsänderungen

Das BVA hat mit Schreiben vom 29.4.2010 (II3-59200.0-641/2009 und

II3-59200.0-2223/2009) Artikel I § 16 c Satz 2 und insoweit auch Artikel

II des 3. Nachtrags zur Satzung vom 1.7.2009 und der Satzung

vom 1.1.2010 genehmigt.

Die Genehmigungen und Nachträge werden hiermit nachrichtlich

bekannt gemacht. Die Satzung kann in den Geschäftsstellen der

SBK während der üblichen Geschäftsstunden eingesehen werden.

09


Die Ärztin sticht an bestimmten

Punkten Akupunkturnadeln in die

Haut. Die kleine Verletzung, die

dadurch entsteht, setzt im Körper

Reiz-Reaktions-Prozesse in Gang,

die den Schmerz lindern und

längerfristig beheben können

Fotos: Jon Feingersh/Blend Images/Corbis (S. 10), Thomas Renz/Fotolia.com (S. 11)

In der Naturheilkunde geht man davon aus, dass sich

der Mensch als Teil der Natur selbst heilen kann. Wenn

diese Selbstheilungskräfte gestört sind, Krankheit also

chronisch wird, dann kann der Arzt helfen, sie mit natürlichen

Mitteln wieder zu aktivieren. Es geht also weniger

um die Behandlung einer Krankheit, sondern um

die Wiederherstellung der Gesundheit. Ein Fokus, der

auch auf das hippokratische ganzheitliche Menschenbild

zurückgeht. Für den Begründer der Medizin als Wissenschaft

waren die Zusammenhänge zwischen Körper,

Geist, Seele und der Lebensumstände jedes Einzelnen

ganz wesentlich. Diese Sichtweise liegt auch der heutigen

Naturheilkunde zugrunde. Um die natürliche Harmonie

im Organismus wieder herzustellen, bedient man

sich verschiedener Verfahren, die häufig einem Reiz-

Reaktions-Muster folgen. Durch einen gezielten Reiz wie

ein kalter Guss oder eine Akupunkturnadel im Ohr wird

im Körper ein Reaktionsmuster in Gang gesetzt, das die

Selbstheilungs- und Ordnungskräfte aktiviert. Die Möglichkeiten,

diese Kräfte zu mobilisieren, sind vielfältig.

Zurück zur Natur

Klassisch gibt es in der Naturheilkunde die sogenannten

„fünf Säulen“ – Wasseranwendungen (Hydrotherapie

und Balneologie), Bewegungstherapie, Ernährung,

pflanzliche Heilstoffe (Phytotherapie) und Ordnungstherapie.

Zu den erweiterten Naturheilverfahren zählen

beispielsweise die Traditionelle Chinesische Medizin,

Neural- und Chirotherapie und „ausleitende Verfahren“

wie das Schröpfen oder die Blutegeltherapie. All diesen

Verfahren gemein ist, dass sie die natürliche Dynamik

im Körper wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen

wollen. Die Lebensenergie muss frei fließen kön-

Sanfte Medizin

Der Arzt hilft, die Natur heilt. Dieses Diktum wird Hippokrates von

Kos zugeschrieben, dem berühmten Arzt der Antike. Dies ist auch das

oberste Prinzip in der Naturheilkunde

naturheilverfahren 11

nen. „Stillstand ist immer schlecht“, erklärt Dr. Thomas

Rampp, Oberarzt und Leiter der Ambulanz für Naturheilkunde

und Traditionelle Chinesische Medizin an der

Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin am

Knappschaftskrankenhaus Kliniken Essen-Mitte (siehe

Seite 13). Die Klinik, Kooperationspartner der SBK, ist

mit ihrer Umsetzung der Integrativen Medizin europaweit

immer noch einzigartig. Seit mittlerweile elf Jahren

werden dort die Methoden der konventionellen Medizin

Der Weg zur

alternativen Therapie

Der Arzt: Suchen Sie sich einen Facharzt für Naturheilkunde

oder einen Arzt mit speziellen alternativen

Behandlungsrichtungen (zum Beispiel Homöopathie)

mit Kassenzulassung.

Der Ablauf: Klären Sie mit Ihrem Arzt, ob anstehende

Untersuchungen auf Alternativmedizin basieren und

ob diese auf Karte abgerechnet werden.

Die Therapie: Lassen Sie sich vom Arzt über empfohlene

naturheilkundliche Therapien aufklären (Art,

Umfang, Dauer etc.) und halten Sie Rücksprache mit

Ihrem SBK-Kundenberater.

Die Entscheidung: Entscheiden Sie mit Ihrem Arzt,

welche Therapien Sie für sich wünschen. Ihr SBK-

Kundenberater unterstützt Sie dabei.


12 naturheilverfahren

naturheilverfahren 13

Ordnungstherapie

Achtsamkeit als

Ordnungsprinzip

Dr. Anna Paul (50 Jahre)

Anna Paul leitet an der Klinik

für Naturheilkunde in Essen das

20-köpfige Team für Ordnungstherapie,

außerdem lehrt und

forscht sie im Bereich Mind-

Body-Medizin. Unlängst sei

sie gefragt worden, wie sie es

eigentlich schafft, mit dem alltäglichen

Stress umzugehen. Ihre

Antwort: „Achtsamkeit“. Achtsamkeit

ist für Anna Paul ein Schlüsselwort,

es könnte als solches aber auch

über der Ordnungstherapie allgemein

stehen. In diesem klassischen

Feld der Naturheilkunde geht es

darum zu lernen, wie man seine

natürlichen Selbstheilungskräfte

durch sein Verhalten positiv beeinflussen

kann. „Aus dem Autopiloten

aussteigen“, nennt das Anna Paul.

Der Patient soll lernen, sich selbst

wieder wahrzunehmen, seine Emotionen,

Aktionen und Reaktionen

zu hinterfragen, Anspannung und

im Zusammenspiel mit den vielfältigen Verfahren und

Mitteln der Naturheilkunde genutzt. Aus der Klinik

heraus entstand Deutschlands erster Lehrstuhl für

Naturheilkunde mit Schwerpunkt Integrative Medizin

der Uni Duisburg-Essen, an dem die Mediziner

des Instituts unter Klinikleiter und Lehrstuhlinhaber

Professor Gustav J. Dobos die Wirkweisen der

„sanften Medizin“ wissenschaftlich erforschen.

Denn bis heute wird aus Kreisen

der Schulmedizin an den

Verfahren der Naturheilkunde

bemängelt, dass sie nicht wissenschaftlich

bewiesen seien – trotz

sehr guter, wenn auch nicht immer

Entspannung selbst zu regulieren.

Diese Fähigkeiten können mit

den Mitteln der Ordnungstherapie

stimuliert und aktiviert werden,

durch Ernährung, Bewegung, durch

Entspannungstechniken und kognitive

Verfahren. Welche Methode

passend ist, gilt es zusammen mit

dem Patienten herauszufinden. Die

Regulationsmuster bei Stress beispielsweise

werden meist schon in

der Kindheit angelegt. Anna Paul

selbst praktiziert schon seit ihrem

achten Lebens jahr Yoga. Erst viel

später in ihrem Leben machte sie

gänzlich erklärbarer Therapieerfolge. Nach den Beobachtungen

von Rampp findet unter Medizinstudenten ein

Umdenken statt: „Sie sind kritisch, aber offen“, berichtet

der Experte für Traditionelle Chinesische Medizin. Der

Boden für die Erkenntnisse der Naturheilkunde sei heute

auf jeden Fall fruchtbarer als noch vor zehn Jahren.

Ganzheitliche Gesundheit

mit der Ordnungstherapie Bekanntschaft.

Seit fast 20 Jahren

beschäftigt sie sich jetzt mit der

Therapieform, der die sogenannte

Salutogenese zugrunde

liegt. In der Salutogenese wird

nach den Fähigkeiten und Ressourcen

geforscht, die den

Menschen gesund erhalten, im

Gegensatz zu der üblichen medizinischen

Herangehensweise, die

hauptsächlich nach den Ursachen

von Krankheit fragt. „Jeder hat

Ressourcen, die ihm helfen gesund

zu bleiben“, sagt Anna Paul.

Ihr Job ist es, diese Ressourcen

zusammen mit dem Patienten

ausfindig zu machen und wieder zu

aktivieren. „Irgendwann hat es klick

gemacht“, berichten viele Patienten

der Gesundheitspädagogin rückblickend.

Dieser Klick ist oft der erste

Schritt hin zu einer bewussten und

gesünderen Lebensweise.

Die SBK übernimmt 75 Prozent der

Kosten (maximal 80 Euro) für zertifizierte

Gesundheitskurse wie Tai-Chi,

autogenes Training, Qigong, Bewegungstherapie

und Yoga und bietet

Beratung und Kurse zum Beispiel zu

Ernährung oder Blutdruckregulation.

Eine Einschätzung, die in der Bevölkerung schon länger

zu beobachten ist. Nach einer Studie der Universität

Köln aus dem Jahr 2007 gaben über 90 Prozent an, mit

dem Begriff Naturheilkunde vertraut zu sein.

Dennoch kommen viele Patienten erst zur Klinik für

Fotos: VRD/Fotolia.com (S. 12 u.), Rüdiger Nehmzow (S. 12, 13)

Akupunktur

Energie im Fluss

Dr. Thomas Rampp (44 Jahre)

Thomas Rampps Großvater war

Arzt auf dem bayerischen Lande.

Dort wusste man noch um die

Heilkraft der Natur. Dieses Umfeld

hat Thomas Rampp geprägt,

der heute als Oberarzt die Ambulanz

für Naturheilkunde an den

Kliniken Essen-Mitte leitet. Rampp

gilt als Experte für Schmerztherapie

mit natürlichen Mitteln.

Um Menschen mit chronischen

Schmerzen zu helfen, bedient er sich

einer Palette an Naturheilverfahren,

insbesondere auch der Traditionellen

Chinesischen Medizin (TCM), mit der

er sich in den vergangenen 15 Jahren

intensiv auseinandergesetzt hat.

Fünf Mal war er in Japan und China,

um die Heilmethoden der fernöstlichen

Meister zu studieren. Der hierzulande

bekannteste Teil der TCM ist

die Akupunktur. Dabei werden Nadeln

an bestimmten Punkten in die

Haut gestochen. Hinter der Methode

steht die Auffassung, dass diese

Punkte in direktem Zusammenhang

Naturheilkunde, wenn gar nichts mehr geht. Sie sind

„austherapiert“, aber weiterhin krank. Über die Hälfte

sind Schmerzpatienten, viele leiden an chronischen Erkrankungen

des Darms, rheumatischen Beschwerden,

Arthrose, an Migräne, Allergien oder funktionellen Beschwerden

wie Schlafstörungen oder einem Erschöpfungssyndrom.

„Wir sind häufig die letzte Hoffnung“,

berichtet Felix Joyonto Saha, Oberarzt an der Klinik,

der mit einer Kombination aus Akupunktur, Chiro- und

Neuraltherapie arbeitet (siehe Seite 14). In der Klinik für

Naturheilkunde, wie auch bei jedem anderen naturheilkundigen

Arzt, werden die Patienten eingangs gründlich

befragt – zu ihrer Krankheitsgeschichte, zu Familie, Job

und Lebensweise (Anamnese). Der naturheilkundige

zum Körperinneren und seinen Organen

stehen. Die kleine Verletzung

durch die Nadel setzt im Körper eine

Kaskade von Reiz-Reaktions-Mustern

in Gang, die den Schmerz lindern

und auf längere Sicht beheben können.

In manchen Fällen wird der Körper

durch den neuen Schmerz einfach

vom alten abgelenkt, der sich

im sogenannten Schmerzgedächtnis

manifestiert hat, obwohl die Ursache

dafür schon längst nicht mehr

existiert. Schmerzen sind für Rampp

generell ein Zeichen dafür, dass die

Energie nicht frei fließen kann. Aku-

punktur kann helfen, Blockaden

zu lösen und den Energiefluss

wieder in Gang zu bringen. Die

Wirkung der Akupunktur beruht

auf einem Zusammenspiel vieler

Faktoren, das auch den Medizinern

noch nicht vollständig klar

ist. „Aber das Ergebnis ist gut“,

weiß Rampp. Seinen Patienten

verordnet er ein individuelles

Programm: Dazu können Akupunktur,

chinesische Kräuterheilkunde

und Bewegungstechniken

wie Qigong gehören. „Wenn der

Karren im Dreck steckt, genügt es

nicht mehr, dem Problem nur auf

einer Ebene zu begegnen“, erklärt

der Arzt, der gerade dabei ist, seinen

Horizont abermals zu erweitern. Im

Herbst wird er zu einer mehrwöchigen

Studienreise auf den Subkontinent

fliegen, um sich mit indischer

Heilkunst zu befassen.

Für chronische Schmerzen der

Lendenwirbelsäule und chronische

Knieschmerzen durch Gonarthrose

übernimmt die SBK jeweils die

Kosten für bis zu zehn Akupunktursitzungen

– bei allen Vertragsärzten,

die die entsprechenden qualitativen

Anforderungen erfüllen.

Live-Chat mit SBK-Experten

Am Dienstag, 3. August 2010, bietet die SBK von 17 bis

19 Uhr erstmals einen Live-Chat im Internet an. Hier beantworten

die SBK-Experten Hans-Jürgen Kirchinger und

Roland Pumm Fragen zum Thema Naturheilkunde: Welche

Verfahren gibt es für gesetzlich Versicherte „auf Karte“?

Welche Therapien bezahlt die SBK? Nutzen Sie die Gelegenheit,

all Ihre Fragen loszuwerden. Auf der SBK Internetseite

www.sbk.org können Sie sich für den Live-Chat

anmelden. Für alle Kunden, die keine Gelegenheit haben

daran teilzunehmen, gibt es die wichtigsten Fragen und

Antworten im Internet zum Nachlesen.


14

naturheilverfahren

Neural- und Chirotherapie

Heilende Hände

Dr. Felix Joyonto Saha

(44 Jahre)

Irgendwann ist Felix Joyonto

Saha ein Buch über Homöopathie

in die Hände gefallen, das

ihn elektrisiert hat. Er wollte

Homöopath werden. „Aber ich

wollte es richtig machen“, sagt

Saha, der heute Oberarzt an der

Klinik für Naturheilkunde und

Integrative Medizin in Essen ist.

Er begann Medizin in Erlangen

zu studieren. Während seines Studiums

machte er die Ausbildung in

Homöopathie, promovierte in Ayurveda

und erlernte Akupunktur. Zum

ganzheitlichen Ansatz gab es für

Felix Joyonto Saha nie eine Alternative.

„Mir steht heute ein Füllhorn

von Möglichkeiten zur Verfügung“,

sagt der Arzt, der sich unter anderem

auf die Neural- und die Chirotherapie

spezialisiert hat. Beide Verfahren

kommen hauptsächlich bei

Patienten zum Einsatz, die chronische

Schmerzen haben. In der Neu-

Arzt kann sich zudem Diagnoseverfahren wie Bindegewebs-,

Zungen- und Puls- oder Augendiagnostik zunutze

machen. „Aber generell können wir hier alles auffahren,

was die Medizin zu bieten hat“, erklärt Rampp. Also auch

Röntgengeräte oder Kernspintomografie.

Ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus wie

der Essener Klinik für Naturheilkunde und Integrative

Medizin ist indes nicht die einzige Möglichkeit für Menschen,

die in der Naturheilkunde ihr Heil suchen. Neben

Heilpraktikern gibt es auch unter niedergelassenen

Ärzten mittlerweile einige, die im Sinne der Integrativen

Medizin Naturheilverfahren ambulant anwenden. Ob

ambulant oder stationär: Wichtig ist, dass der Patient die

jeweiligen Verfahren für sich gutheißt und dass er moti-

raltherapie geht man davon aus,

dass die Selbstheilungskräfte des

Körpers durch ein Störfeld blockiert

werden. Dieses Störfeld muss Saha

identifizieren, bevor er, oft auch an

mehreren Körperstellen, lokal ein

Betäubungsmittel spritzt. Durch die

Betäubung werden die Zellen im

Störfeld in ihren ursprünglichen

nicht gestörten Zustand zurückversetzt

und der Körper kann seine

Mitte wiederfinden.

Die Chirotherapie hingegen ist

ein rein manuelles Verfahren, bei

dem der Arzt mit bestimmten

Handgriffen Blockaden im Bewegungsapparat

lösen kann, die

chronische Schmerzen verursachen.

Die Technik ist seit Jahren

anerkannt. Das „Knochensetzen“

kommt ursprünglich von Schafhirten,

die so ihre Tiere wieder

auf die Beine brachten. Über

die Bader fand die Technik Einzug

in die Humanmedizin. Mit

laut krachendem „Einrenken“

hat Chirotherapie heutzutage

allerdings nichts zu tun. „Die

Methode ist inzwischen stark

verfeinert“, erklärt Saha. Ein minimaler

Kraftaufwand ist meist

ausreichend und häufig sind schon

nach einmaliger Behandlung die

Schmerzen verschwunden. Wenn

nicht, dann ist die Gelenkblockade

womöglich ein Symptom und nicht

die Ursache des Schmerzes. Und

die Ursache ist es schlussendlich,

der ein Arzt wie Saha auf den

Grund gehen will.

Die SBK übernimmt die Kosten für

Neural- und chirotherapeutische Behandlungen,

wenn sie von Vertragsärzten

durchgeführt werden.

viert ist. In der Naturheilkunde wird nicht einfach verordnet.

Vielmehr geht es darum, dass der Mensch für sich

selbst Verantwortung übernimmt. „Gesundheit ist kein

Recht, man muss auch etwas dafür tun“, sagt Saha. Eine

Änderung der Lebensweise sollte das langfristige und

ambitionierte Ziel sein. Naturheilverfahren können Impulse

geben und Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich

selbst bewusster wird und wie man mit den Anforderungen

eines stressigen Alltags besser zurechtkommt. „Du

kannst die Wellen des Lebens nicht stoppen, aber man

kann lernen darauf zu reiten“, zitiert Rampp den amerikanischen

Professor Jon Kabat-Zinn. Die Naturheilkunde

kann dabei eine gute Lehrmeisterin sein.

Elisa Holz

Fotos: Rüdiger Nehmzow (S. 14)

SBK setzt auf Naturheilverfahren

Die SBK übernimmt die Kosten für viele Naturheilverfahren. Die bedeutendsten finden Sie in unten

stehender Tabelle. Wenn Sie sich gerne alternativ behandeln lassen wollen, dann nehmen Sie vorab

unter 0800 0 725 725 725 0 (gebührenfrei) Kontakt zu Ihrem persönlichen Kundenberater auf. Er findet

gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Lösung

Elektrotherapie Nutzt die Wirkung elektrischer

Ströme auf den Organismus. Wird hauptsächlich zur

Schmerzlinderung, Durchblutungsverbesserung und

Spannung/Entspannung der Muskulatur angewendet.

Etwa bei Ischiasschmerzen, Rheuma, Arthrosen und

Muskelverspannungen. SBK-Kunden tragen nur den

gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil.

Ernährungslehre Mit einer gesunden Ernährung

kann man den Heilungsprozess positiv beeinflussen

und Zivilisationskrankheiten vorbeugen. Die SBK

bietet eine persönliche und kostenlose Beratung

durch eigene Ernährungsberaterinnen an. Kurse werden

im Rahmen der Gesundheitsförderung bezuschusst

– 75 Prozent der Kosten, maximal 80 Euro.

Heliotherapie Nutzt das natürliche Sonnenlicht.

Sie wird vor allem kurmäßig im Rahmen einer Klima-

oder Balneotherapie eingesetzt. Anwendungsgebiete

sind unter anderem Hautkrankheiten wie Neurodermitis

oder Schuppenflechte. Kostenübernahme im Rahmen

von Rehamaßnahmen.

Homöopathie Die Homöopathie ist ein Medizinsystem,

das mit eigenen, oft hochgradig verdünnten

Arzneimitteln arbeitet. Ihre Heilwirkung beruht nicht

auf einer naturwissenschaftlich gesicherten Basis. Die

SBK übernimmt die Kosten für die Anamnese, Beratung

und Behandlung bei allen kooperierenden Ärzten,

zum Beispiel homöopathische Folgeanamnesen

jedes Quartal. Abrechnung einfach per Karte.

Hydrotherapie Als Hydrotherapie bezeichnet

man die Anwendung von Wasser zur Vorbeugung und

Behandlung von Erkrankungen. Anwendungsgebiete

sind unter anderem Fußbäder bei Durchblutungsstörungen

der Füße, Kniegüsse bei Krampfadern, Blasenschwäche

oder einem akuten Gichtanfall, Heublumenwickel

bei Ischias. Die SBK übernimmt die Kosten im

Rahmen von Rehamaßnahmen.

naturheilverfahren

Klassische Massage Der Hauptzweck der

Massage liegt darin, die Harmonie des Organismus

durch Berührung wiederherzustellen. Die klassische

Massage besteht aus vier verschiedenen Techniken:

Streichung, Knetung, Reibung, Klopfen/Klatschen. Sie

wird unter anderem bei rheumatischen Beschwerden,

Rückenschmerzen und verhärteter Muskulatur eingesetzt.

SBK-Kunden tragen nur den gesetzlich vorgeschriebenen

Eigenanteil.

Lymphdrainage Wenn das Lymphsystem

gestört ist, staut sich das Körperwasser im Gewebe an

und es kommt zu Schwellungen. Bei der Lymphdrainage

wird das Unterhautgewebe mit sanftem Druck massiert,

die Flüssigkeit soll so aus dem Gewebe in das

Lymphgefäßsystem verschoben werden. SBK-Kunden

tragen den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil.

Phytotherapie In der Phytotherapie kommen

Heilpflanzen zur Anwendung, meist in Form von fertigen

Mischungen als Tee, Tropfen, Tabletten, Salben und

Tinkturen. Anwendungsgebiete sind unter anderem

Stoffwechselstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen

sowie Hauterkrankungen. Pflanzliche Präparate sind,

sofern sie von einem Vertragsarzt verschrieben werden,

erstattungsfähig. Es gelten dieselben gesetzlichen

Zuzahlungsregelungen wie bei herkömmlichen Arzneien.

Phototherapie Gehört zu den medizinischen

Behandlungen mit Licht. Infrarotlicht wird bei rheumatischen

Erkrankungen oder chronischen Entzündungen

angewendet, weißes Licht bei Schlafstörungen und

Winterdepression. Die SBK übernimmt die Kosten,

sofern die Therapie von einem Vertragsarzt oder in

einem anerkannten Krankenhaus durchgeführt wird.

Tipp: Mit dem Arzneimitteltarif der SBK können Sie

die Kosten für verschiedene naturheilkundliche Arzneien

versichern. Mehr unter www.sbk.org/arzneimitteltarif

15


16 sbk

Mutig: Was die SBK jedem

Versicherten verspricht

Starke Leistung und gute Beratung sind längst die Markenzeichen der SBK.

Nun setzt Ihre SBK mutig noch eins drauf: Das SBK Versprechen. Lesen Sie hier, was

dahintersteckt und was das Versprechen für Sie persönlich bedeutet

Von wegen „Ver-sicherung“: Einige

gesetzliche Krankenkassen haben

2010 für viel Unsicherheit und

Ungewissheit in den Reihen ihrer

Versicherten gesorgt. Seit Januar

will die Diskussion um Zusatzbeiträge

nicht abreißen, immer mehr

Kassen schließen diese Belastung

für ihre Versicherten noch 2010

nicht mehr aus. Zugleich stehen

Leistungskürzun gen und die Forderung

nach einem höheren Beitragssatz

im Raum.

Versprochen und gehalten

Die SBK hält dagegen. Kein Zusatzbeitrag

2009 – versprochen und gehalten.

Kein Zusatzbeitrag 2010, versprochen

und gehalten! Und nun

wagt sich die SBK bei ihren wichtigsten

Pfunden, der guten Leistung

und der persönlichen Beratung, an

ein festes Versprechen heran: „Das

SBK Versprechen: Starke Leistung.

Ganz persönlich.“, so heißt es per

Und das steckt hinter dem SBK Versprechen

Starke Leistung

Die Leistung der SBK kann sich sehen lassen. Wir haben

umfassende Angebote für Ihre Bedürfnisse und Ihre

individuelle Lebenslage. Wir suchen nach Alternativen,

schnüren sinnvolle Pakete für Sie, die Versicherten der

SBK. Unsere Kundenberater nutzen ihren Entscheidungsspielraum

in Ihrem Interesse voll aus. So machen wir

mehr für Sie möglich, als Sie vielleicht von einer gesetzlichen

Krankenkasse erwarten würden. Die SBK wird

Ihre Erwartungen übertreffen.

Versprochen!

Persönlicher Kundenberater

plakativem Handschlag. Das SBK

Versprechen fasst mit wenigen Worten

zusammen, warum die SBK Ihr

persönlicher Favorit ist, was wir uns

auf die Fahne schreiben, um noch

besser zu werden, und mit welchen

Aussagen wir uns nach innen und

außen hin messen lassen. Apropos

nach außen: Über 40.000 Menschen

haben allein im ersten Halbjahr

2010 zur SBK gewechselt. Doppelt

so viele Menschen wie im Vorjahr

haben sich 2010 neu für die SBK

entschieden und zugleich hat die

SBK in den vergangenen Monaten

so viele Auszeichnungen wie nie zu-

Einen Namen auf dem Briefkopf und eine Telefonnummer

haben viele. Aber bei der SBK erleben Sie, wie

wertvoll es ist, einen festen Ansprechpartner in allen

Gesundheitsfragen zu haben. Ihr Kundenberater setzt

sich persönlich für Sie ein, er ist flexibel und kompetent.

Und weil er Sie und Ihre Familie kennt, kann er Ihnen

besonders schnell, vertraulich und unbürokratisch

helfen. Ihr Vorteil: Wer bestens beraten ist, kann ganz

gezielt die richtigen Leistungen nutzen.

Versprochen!

Fotos: Swifter/Fotolia.com (S. 17)

vor eingeheimst. Beste

Kasse in mehreren Kategorien

bei Focus Money,

Branchensieger im Wettbewerb

der kundenorientiertesten

Dienstleister,

Top-Arbeitgeber, Testsieger

bei Bild und Gong und,

und, und. Und nach wie vor

hohe Werte in der Kundenzufriedenheit.

Das alles hat uns

Mut gemacht, per Handschlag zu

versprechen, dass wir in puncto

Leistung und Beratung eine starke

Kasse und die beste Wahl sind. Was

dieses Versprechen so schwer

macht, das kennen Sie selbst bei jedem

Vorsatz, den Sie je gefasst haben:

durchhalten, jeden Tag, Woche

für Woche, Jahr für Jahr, bei jedem

Ihrer Wünsche und Anliegen, in jedem

Fall, in dem unsere Kunden die

SBK brauchen.

Testen Sie die SBK

Aber was Leichtes könnte ja jeder

versprechen. Das SBK Versprechen

ist für Sie etwas wert. Testen Sie uns,

lassen Sie uns das Versprechen einlösen.

Und erzählen Sie auch anderen

davon. Das SBK Versprechen wird

Ihnen jetzt öfter begegnen. In Worten

und in Taten. Fest versprochen!


18 medizin

» Was macht der Arzt

eigentlich…

…wenn er in den Mund schaut?«

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen.

Möglicherweise ist es nur eine harmlose

Erkältung. Doch der Arzt will es ganz genau

wissen. „Bitte mal den Mund weit aufmachen und Aaa

sagen“, fordert er den Patienten auf. Aber warum?

Um auszuschließen, dass hinter den Symptomen eine

ernste Erkrankung steckt, muss der Hals-Nasen-Ohren-

Weicher

Gaumen

Papillen der

Zunge

(befinden sich

auf der gesamten

Zungenoberfläche)

arzt Mund, Rachen, Nase und Ohren untersuchen. Am

einfachsten gelingt ihm dies, wenn der Patient A sagt.

Denn hierbei heben sich das Gaumensegel und das

Zäpfchen, was den Blick auf Gaumenmandeln freigibt.

Um diese noch besser sehen zu können, drückt der Arzt

die Zunge mit einem Holzspatel herunter. Nun kann er

erkennen, ob die Mandeln entzündet sind oder ob sie

weißgraue Beläge haben, was

ein Indiz für Pfeiffersches

Drüsenfieber sein kann. He Heftigen Ohrenschmerzen

dagegen liegt häufig eeine

Mittelohrentzündung

zugrunde. Ursache

ist meist eine Entzün-

dung des Rach Rachenraums, die über einen

Verbindung

Verbindungsgang (Tube) auf das

Mittelohr

übergreift. Auch eine

Verände Veränderung der Zunge kann auf

Krankh Krankheiten hindeuten, häufig

soga sogar auf solche, die an ganz

and anderen Stellen des Körpers

lok lokalisiert sind. Nicht ohne

GGrund

gilt die Zunge in der

MMedizin

als Spiegel des

Zäpfchen

Gaumenmandel

Zungenrücken

Körpers. So lassen sich

mithilfe der Zungendiagnostik

beispielsweise

Erkrankungen der Verdauungsorganeablesen

oder Hinweise auf

Durchblutungsstörungen,

VVitaminmangel

oder In-

ffektionskrankheiten

wie Ty-

ph phus finden. Eine auffällig

gla glatte, glänzend-rote Zunge,

auch

Lackzunge genannt,

könnt könnte beispielsweise ein Hin-

weis au auf eine Lebererkrankung

sein. Typi Typisch bei Scharlach ist die

sogenannte

Himbeerzunge: Sie ist

geschwollen,

intensiv rot, und die Pa-

pillen der Schleim Schleimhaut stehen höckerig ab.

Mithilfe eines abgew abgewinkelten Spiegels kann

der Arzt auch den tiefer lliegenden

Kehldeckel und

die Stimmbänder untersuchen

untersuchen.

Illustration: Christine Hohenberger, Foto: manu/Fotolia.com (o.)

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20

leistungen

SBK Leistungen auf

einen Blick

SBK Familienversicherung

Mit der SBK Familienversicherung

sind Angehörige kostenlos in der

Kranken- und Pflegeversicherung

mitversichert. Damit steht ihnen

ebenso das komplette Leistungsangebot

zur Verfügung. Mitversichert

werden können beispielsweise

Ehe- und Lebenspartner, Kinder und

Enkel. Den Antrag für die Familienversicherung

und weitere Informationen

gibt es im Internet unter

www.sbk.org/familienversicherung

SBK MedPlus Koronare

Herzkrankheit

Die SBK bietet nun zusätzliche

Angebote für die Behandlung von

Kunden mit chronischer Herzinsuffizienz,

die beim Gesundheitsprogramm

SBK MedPlus Koronare

Herzkrankheit eingeschrieben sind.

Durch die gezielte Behandlung der

Herzinsuffizienz soll das Fortschreiten

der Erkrankung vermieden oder

verlangsamt werden. Gemeinsam

mit den Ärzten wird ein persönlicher

Behandlungsplan erarbeitet.

Mehr Infos unter www.sbk.org/

medplus-khk

Hautkrebsscreening

Wird Hautkrebs rechtzeitig erkannt,

bestehen große Heilungschancen.

Deshalb sollte jeder Erwachsene

alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung

durchführen lassen. Dabei

wird die gesamte Haut auf Auffälligkeiten

untersucht. Dieses Ganzkörperscreening

kann jeder Hautarzt

durchführen, der die entsprechende

Fortbildung abgeschlossen hat.

Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahre

können diese Leistung einfach mit

der Krankenversicherungskarte abrechnen

lassen. Bei Kunden von 18

bis 35 Jahre beteiligt sich die SBK

auf Kostenerstattungsbasis.

Hilfsmittel – Umstellung

schreitet voran

Dank neuer Verträge mit Sanitätshäusern und Herstellern von

Hilfsmitteln bekommen SBK-Kunden tollen Service und qualitativ

hochwertige Produkte

Anfang des Jahres wurde die Versorgung

mit Hilfsmitteln durch den

Gesetzgeber umgestellt. Gesetzliche

Krankenkassen sind

seitdem dazu angehalten,

Verträge

mit Sanitätshäusern

und

Herstellern

für

Hilfsmittel

wie beispielsweise

Prothesen, r

Inkontinenzhilfen

und Bandagen zu schließen. Seitdem

können unsere Kunden ihre

benötigten Hilfsmittel nicht mehr

einfach im nächsten Sanitätshaus

kaufen, sondern müssen sich vorher

bei ihrem persönlichen Kundenberater

oder im Internet über www.sbk.

org/hilfsmittelsuche über unsere

Vertragspartner informieren. Dieses

Gesetz hatte jedoch nicht nur für

unsere Kunden spürbare Auswirkungen

– auch wir mussten

viele Prozesse umstellen.

Leider ist dabei nicht immer

alles reibungslos abgelaufen.

Das ist uns bewusst und

wir arbeiten mit Hochdruck

an einer Optimierung der

Versorgung.

Nichtsdestotrotz bringt die

neue Regelung viele Vorteile

für SBK-Kunden mit sich,

denn die SBK wählt ihre Vertragspartner

sorgfältig aus.

Wichtiges Kriterium hierbei

ist zum Beispiel, dass die

Mitarbeiter des Sanitäts-

hauses über entsprechendes Fachwissen

verfügen und SBK-Kunden

individuell beraten können. Die

Experten wissen genau, welches

Produkt für den Kunden optimal

ist, und können auch in Bezug auf

Zuzahlungen beraten. Bei intimeren

Themen sprechen Frauen gerne mit

Frauen und Männer mit Männern –

wer diesen Wunsch hegt, bekommt

auch diesen erfüllt. Mit den neuen

Verträgen stellt die SBK zudem sicher,

dass ihre Kunden mit qualitativ

hochwertigen Produkten und Geräten

mit neuester Technik versorgt

werden. Wer möchte, kann seine

Produkte sogar telefonisch bestellen,

die Lieferung erfolgt frei Haus. Auch

kümmert sich die SBK auf Wunsch

gerne um die gesamte Abwicklung

– vom Einlösen des Rezepts bis hin

zur Lieferung des Hilfsmittels an den

SBK-Versicherten.

Fotos: Accent/Fotolia.com (o.), hoges/Fotolia.com (m.), Thomas Teufel (u.)

SBK Internetseite jetzt auch auf Englisch

Die SBK hat auch viele ausländische Kunden. Darum

gibt es wichtige Internetseiten der SBK nun

auf Englisch: Einfach auf der Startseite www.sbk.

org oben „English“ als Sprache auswählen. Kunden,

die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen,

können sich dort umfassend über die SBK und ihre

Leistungen informieren. Natürlich gibt’s hier auch

den direkten Draht zur SBK über Kontaktmöglichkeiten

wie die Kundenberater- und Geschäftsstellensuche

sowie das SBK Kundentelefon.

Neue Rubrik: Gesundheitswissen

Gesundheitswissen auf der SBK Internetseite:

Erfahren Sie zum Beispiel, wie ätherische Öle

wirken, in welchem Fall man die Praxisgebühr bezahlen

muss und weshalb das Wetter unsere Gesundheit

beeinflusst. Neben zahlreichen Artikeln

zu allgemeinen Gesundheitsthemen können Sie

sich unter www.sbk.org/gesundheitswissen über

das deutsche Gesundheitssystem informieren. Die

Rubrik wird ständig erweitert – es lohnt sich also,

immer wieder mal vorbeizuschauen.

Kostenloser

Rückrufservice

Erinnerungsservice für Eltern

leistungen

Neue Services

auf der SBK

Internetseite

Die SBK baut ihre Services

im Internet weiter aus.

Ab Ende Juli erscheint die

Homepage zudem in

frischem Design und mit

einem Angebot in Englisch

Sie haben eine Frage und möchten,

dass wir Sie zurückrufen?

Dafür gibt es jetzt den kostenlosen

Rückrufservice: Einfach auf

www.sbk.org/rueckrufservice

Name, Versichertendaten, Frage

und gewünschten Rückruftermin

angeben – und die SBK meldet

sich im gewünschten Zeitfenster

per Telefon bei Ihnen.

Der Erinnerungsservice der SBK erinnert Eltern

per E-Mail rechtzeitig an anstehende U-Untersuchungen

oder wichtige Impfungen. In den ersten

Lebensmonaten ist es noch einfach, den Überblick

zu behalten, da sich eine U-Untersuchung an die

nächste reiht. Allerdings stehen bis zum 17. Lebensjahr

in größeren Abständen weitere 18 Vorsorgeuntersuchungen

und Impfungen für Kinder und

Jugendliche an. Einfach anmelden unter www.sbk.

org/erinnerungsservice

21


22

leistungen

Dreimal gegen Zecken

In Risikogebieten sollte man sich

gegen Zecken beziehungsweise

FSME impfen lassen, aber viele

Geimpfte wiegen sich in falscher Sicherheit.

Sie sind häufig nur einmal

geimpft, für einen vollständigen

Schutz sind jedoch drei Impfungen

notwendig. Die SBK rät daher, beim

Impfschutz auf Vollständigkeit zu

achten, im Zweifel sollte Ihr Arzt

dies prüfen. Die SBK übernimmt

die Kosten für eine notwendige

FSME-Impfung.

Rotaviren-Impfung

Wer sein Baby gegen Rotaviren

impfen lässt, bekommt von der SBK

70 Prozent der Kosten erstattet.

Rotaviren sind häufige Ursache von

schweren Durchfallerkrankungen

bei Säuglingen und Kindern. Eine

Impfung mit den in Deutschland

zugelassenen Impfstoffen ist nur

zwischen der 6. und 24. beziehungsweise

26. Woche (abhängig vom

Impfstoff) möglich und erfolgt in

zwei bis drei Dosen. Informieren Sie

sich bei Ihrem Kinderarzt.

Reisegesundheitsbrief

Mit dem Reisegesundheitsbrief sind

Sie bestens auf Ihre Reise vorbereitet.

Er informiert zum Beispiel

darüber, welche Impfungen für Ihr

Urlaubsziel sinnvoll sind, ob eine

Malaria-Prophylaxe durchgeführt

werden sollte und wie die hygienischen

Bedingungen im Reiseland

sind. Sie können den Gesundheitsbrief

ganz einfach unter www.sbk.

org/gesundheitsbrief beantragen.

Weitere Informationen zu den vorgestellten

und allen weiteren SBK

Angeboten erhalten Sie auf der

Internetseite www.sbk.org oder

bei Ihrem persönlichen Kundenberater

unter 0800 0 725 725 725 0

(gebührenfrei).

SBK und Ärzte wollen hochqualitative

ambulante Operationen fördern

Der Bundesverband ambulantes

Operieren und die SBK wollen das

Honorarsystem für Ärzte umbauen.

So wollen die beiden Partner hochqualitative

und innovative Medizin,

unter anderem ambulante Operationen,

fördern. Konkret stellen sich

Operateure und SBK vor, 3 Prozent

aus der ärztlichen Gesamtvergütung

herauszubrechen und für die

Qualitätsförderung zu verwenden.

Denn: Zusätzliches Geld dafür

aufzuwenden ist angesichts der

finanziellen Lage im Gesundheitswesen

nicht machbar. Auch weitere

60 Jahre Siemens Sterbekasse

Fachgruppen könnten davon profitieren,

zum Beispiel Haus- oder

Kinderärzte. Bei den ambulanten

OPs kommt man damit den Wünschen

der Patienten entgegen.

Wenn schon OP, dann gerne wieder

ambulant, das sagen neun von zehn

Patienten. Die OP geht schnell,

es ist kein Klinikaufenthalt nötig,

man kann sich zu Hause erholen.

Zudem kommen innovative Operationsverfahren

zum Einsatz, alle

operierenden Ärzte sind Spezialisten

mit nachweisbarer langjähriger es

Erfahrung.

Trotz Finanzkrise und anderen wirtschaftlichen Ereignissen ist die Vorsorgeversicherung

Siemens VaG ihren Mitgliedern seit 60 Jahren ein verlässlicher

Partner. Als leistungsstarke Gemeinschaft bietet sie verschiedene

Sterbegeldversicherungen und Kleinlebensversicherungen an. Mit einer

garantierten Mindestrendite von 3,5 Prozent auf die eingezahlten Beiträge

kann sich die Siemens Vorsorgeversicherung durchaus mit großen Versicherungen

messen. Durch eine solide Anlagepolitik sorgt sie dafür, dass

das Geld, welches für den Trauerfall angelegt wird, sicher ist. Weitere

Informationen unter Telefon 0911 / 44 80 30

oder www.siemensvv.de

Lob & Tadel Telefon –

Ihr Draht zur SBK

Das Team vom Lob-und-Tadel-Telefon freut sich

über Lob und Kritik. Rufen Sie einfach unter

0800 0 725 725 900 0 (gebührenfrei) an oder senden

Sie eine E-Mail über www.sbk.org/lob-tadel

Liebe SBK,

schön, dass man bei Umzug seine Adresse auf der SBK

Internetseite ändern kann. Leider geht dies aber anscheinend

nur, wenn man bereits umgezogen ist. Hier

fehlt meiner Meinung nach die Möglichkeit anzugeben,

ab wann die neue Adresse gültig ist. Jetzt habe ich

meine Adresse geändert, ziehe aber erst in zwei Wochen

um…?! Na ja – ich hoffe, da kommt in den nächsten

zwei Wochen nichts.

Nur so eine Anregung, weil ich die Möglichkeit für

solch eine Angabe eben vermisst habe.

Viele Grüße

Nina Neidlinger

Liebe Frau Neidlinger,

(Name von der Redaktion geändert)

enda

herzlichen Dank für Ihre

Anregung. Bislang war r es

tatsächlich nicht möglich,

online eine Adressänderung

für die Zukunft

mitzuteilen. Dank

Ihrer Anregung haben

wir dies nun geändert.

Ab sofort können

SBK-Kunden unter

www.sbk.org/versichertenda- t

Daniela Zloic vom

tenaendern bereits vor einem

Umzug ihre zukünftige Adresse

eingeben. Außerdem ist es mög-

Lob & Tadel-Telefon

lich, mithilfe des Online-Formulars weitere Daten zu

ändern, zum Beispiel den Familienstand, Änderungen

im Beschäftigungsverhältnis oder die E-Mail-Adresse.

Freundliche Grüße

Ihre Daniela Zloic vom Lob & Tadel-Telefon

Anzeige


24

Aktiv ab 60

leben

Heilende Worte

Reden ist Gold, Zuhören auch. Das trifft vor allem in der Medizin zu.

Denn durch gute Gespräche kann der Arzt bessere Diagnosen stellen,

außerdem fördert eine gute Beziehung zum Patienten dessen Heilung

Was können zwei Menschen in 7,6

Minuten miteinander besprechen?

Den Wochenendeinkauf durchgehen

– das ginge, vorausgesetzt, sie

haben bereits eine Idee, was sie

essen wollen. Eine Kinoempfehlung

abgeben – auch möglich, wenn die

beiden sich nicht verplaudern. Eine

Reise planen – das wird knapp, da

kommt höchstens ein Pauschalangebot

heraus. Und wenn ein

Patient zum Arzt geht? Was können

die beiden in 7,6 Minuten klären?

– so lange nämlich dauert durchschnittlich

eine Konsultation beim

Hausarzt in Deutschland. 7,6 Minuten

Zeit für den Patienten – viel zu

wenig, denkt der. Nicht unbedingt,

findet Professor Hermann Füessl,

leitender Arzt der somatischen

Querschnittsbereiche am Klinikum

München-Ost und Experte für die

sprechende Medizin. Das komme

ganz darauf an, wie gut Arzt und Patient

einander bereits kennen, wie

komplex die Beschwerden sind, vor

allem aber: ob der Arzt gut zuhören

kann. Doch im Medizinstudium

werden hauptsächlich naturwissenschaftliche

und organmedizinische

Fakten vermittelt, und deshalb

wird die Sprechstunde, bei der es

sich viel eher um Sprechminuten

handelt, oft verschenkt. Die Folgen:

unzufriedene Patienten, ineffektive

Diagnostik, unangemessene

Therapie.

Die Sprachlosigkeit zwischen Arzt

und Patient ist teuer. 70 bis 80 Prozent

aller Erkrankungen lassen sich

nur durch die gezielte Befragung

des Patienten erkennen. 40 Prozent

der falschen Diagnosen und Therapien

sind auf mangelnde Anamnesen

zurückzuführen. Zwischen 20

und 40 Prozent aller Beschwerden

sind seelisch oder durch die Lebensumstände

bedingt und werden

nicht erkannt.

Zeit spart, wer sich Zeit nimmt

Wer Zeit sparen will – und das muss

der Arzt in unserem Gesundheitssystem

–, tut gut daran, sich am Anfang

viel Zeit für den Patienten zu

nehmen. „Ein Erstgespräch sollte

mindestens eine halbe Stunde

dauern. Die Zeit, die hier investiert

wird, wird später mehr als reingeholt,“

sagt Prof. Füessl. Doch für ein

halbstündiges Gespräch bekommt

ein Arzt genauso viel Honorar wie

für zwei Minuten. „Die Gebührenordnung

muss hier geändert

werden, denn ich kann niemanden

zwingen unökonomisch zu arbeiten.“

Allerdings kann man auch in

kurzer Zeit oft viel erreichen, ist

Füessl überzeugt. „Der Arzt muss

die richtigen Fragen stellen und den

Patienten ausreden lassen.“ Die

Angst vor Patienten, die dann nicht

mehr aufhören zu reden, sei unberechtigt.

Eine Untersuchung hat

ergeben, dass ein Patient dem Arzt

nach durchschnittlich 1,43 Minuten

das Wort wieder überlässt. Dieser

allerdings unterbricht den Patienten

im Durchschnitt schon nach 18

Sekunden. „Das Sprechen wird von

Ärzten wenig gepflegt. Man konzentriert

sich eher auf die technischen

Leistungen. Der Arzt, der im Krankenhaus

den Alltagsstationsdienst

macht – der also das Erstgespräch

führt, die körperliche Untersuchung

macht, mit den Angehörigen spricht

–, ist in der Regel der jüngste Arzt

auf der Station, weil Untersuchungen

wie EKG, Ultraschall und Röntgen

mehr Ansehen genießen. Dabei

müsste es umgekehrt sein: Den

Stationsdienst sollte ein besonders

erfahrener Kollege übernehmen.“

Gespräche lohnen sich

Denn das Gespräch mit dem Patienten

lohnt sich. Es verhindert

unnötige Mehrfachuntersuchungen,

falsche oder überflüssige Diagnos-

Illustration: Elke Ehninger


26

Aktiv ab 60

leben

Die SBK weiß Rat

Die Experten der SBK helfen Ihnen gerne weiter, zum Beispiel bei

Fragen zu Medizin und Gesundheit oder zum Besuch beim Arzt.

+ SBK Gesundheitstelefon 0800 0 725 725 700 0

(z.B. Suche nach Ärzten, Fragen zu Therapiemöglichkeiten)

+ SBK Gesundheitstelefon –

Schwangerschaft & Kind 0800 0 725 725 700 1

+ SBK Behandlungsfehlertelefon 0800 0 725 725 909 0

Im Rahmen der Themenwochen „Ich und mein Arzt“ hilft Ihnen die SBK,

sich optimal auf Ihren Arztbesuch vorzubereiten: Beispielsweise mit den

praktischen Impulse-Karten „Checkliste Arztpraxis“, „Offener Dialog“, „Informierte

Entscheidung“ und „Was ist Igel“, die Sie auf www.sbk.org/sbkimpulse/ich-und-mein-arzt

herunterladen können. Weitere interessante

Informationen rund um das Thema Arztbesuch gibt es außerdem auf

www.sbk.org/meinarzt

tik und Therapie. Es erhöht die Zufriedenheit

bei Patienten wie Ärzten.

Außerdem hat eine britische Studie

ergeben, dass eine warmherzige,

freundliche, angstnehmende Beziehung

zum Arzt den Verlauf körperlicher

Erkrankungen verkürzt und

die Nebenwirkungen von Therapien

und Medikamenten verringert. Das

Wort und die Hand sind nach wie

vor enorm wichtig, eine gute Beziehung

und auch Berührung können

heilende Wirkung haben.

Trotzdem sieht die Realität oft anders

aus. Gespräche werden durch

das Handy oder die Arzthelferin unterbrochen,

der Arzt tippt nebenher

etwas in den Computer ein, schaut

in die Akten, verhält sich dominant

und zeigt wenig Einfühlungsvermögen.

Die Patienten wiederum

kommen oft mit unrealistisch hohen

Erwartungen in die Praxis und blockieren

die Kommunikation mit ihrer

Anspruchshaltung. Sie sehen nicht,

dass viele Ärzte sich trotz Zeitdruck

bemühen.

Patientengespräche üben

Weil das Arzt-Patienten-Gespräch

so wichtig ist, sollten es bereits die

Studenten lernen. Dr. Jana Jünger,

Oberärztin an der Universitätsklinik

Heidelberg, trainiert Einfühlungsvermögen

und Kommunikationsfähigkeit

der zukünftigen Ärzte – die

Kurse sind verpflichtend und ziehen

sich durch das gesamte Studium.

Mit Laienschauspielern üben die

Studenten das Erstgespräch genauso

wie die Anamnese unter Zeitdruck

und das Überbringen schlechter

Nachrichten. Die Übungsgesprä-

che werden aufgezeichnet, sodass

der Student mit Experten und Kommilitonen

sein eigenes Verhalten

analysieren kann. „Die Studenten

sind sich meist nicht bewusst, was

sie auslösen,“ sagt Dr. Jünger. „Das

ist keine Absicht, das ist mangelndes

Wissen. Ein Arzt kann auch in

kurzer Zeit eine gute Beziehung

aufbauen, indem er offen für die

Bedürfnisse und Emotionen des

Patienten ist. Und wenn er merkt,

dass die Anliegen jetzt nicht alle bearbeitbar

sind, ehrlich sagt, dass er

gerade wenig Zeit hat und ein weiteres

Gespräch zu einem späteren

Zeitpunkt vorschlägt.“

Aktiv zuhören

Wichtig ist, dass der Arzt dem Patienten

Raum gibt, seine Sorgen

aufgreift und nicht zu dominant ist.

Manchmal, etwa bei einer Tumor-

Diagnose, kann es angemessen

sein, eine Weile zu schweigen und

zu warten, wie der Patient reagiert.

Aktives Zuhören signalisiert der

Arzt, wenn er die Aussagen des

Patienten noch einmal mit seinen

Worten zusammenfasst und sich

vergewissert: Habe ich das richtig

verstanden? Der Arzt sollte eine

einfache Sprache benutzen und

Fachausdrücke erklären. Auch äußere

Aspekte spielen eine Rolle:

der Praxisraum sollte freundlich

sein, der Arzt nicht höher als der

Patient sitzen und ihn während des

Gesprächs anschauen. Solche Techniken

sind hilfreich, machen aber

noch keine gute Beziehung, denn

die braucht vor allem Einfühlung

und ehrliches Interesse. „Wenn

ein Patient in schwerer Sorge oder

Angst ist und der Arzt greift das

Heidelberg

nicht auf, wird der Patient sich nicht

gut aufgehoben fühlen. Er wird seinen

Vorschlägen zur Diagnostik und

Therapie mit Misstrauen begegnen“,

hat Dr. Jünger erfahren. Nicht

Universitätsklinikum

selten geht der Patient dann von ei- Foto:

nem zum nächsten Arzt, wo die Untersuchungen

von vorn beginnen.

Zeitdruck, unangemessene Vergütungsregeln,

fehlende Ausbildung,

Technikglaube – das Kommunikationsdesaster

in Krankenhäusern

und Praxen hat viele Gründe.

Universitäten, Krankenkassen und

Ärzte sind sich des Problems zunehmend

bewusst. Aber auch die

Patienten können dazu beitragen,

dass eine gute Beziehung zu ihrem

Arzt entsteht. Sie können sich auf

das Arztgespräch vorbereiten, indem

sie sich über ihre Beschwerden

und mögliche Ursachen Gedanken

machen, wichtige Unterlagen parat

haben, nachfragen und die Arbeit

ihres Arztes wertschätzen.

Sabine Bertram

Medizinstudenten der Universitätsklinik Heidelberg trainieren, wie sie mit ihren künftigen

Patienten gute Gespräche führen. Die Kurse sind verpflichtend

Beschwerden notieren

leben

Gerüstet zum Arzt

Sie helfen Ihrem Arzt, wenn Sie

sich auf das Gespräch mit ihm vorbereiten.

Eine Checkliste:

+ Wo sitzen die Beschwerden?

+ Wie genau können Sie sie

lokalisieren?

+ Wandern die Schmerzen oder

strahlen sie auf andere Körperteile

aus?

+ Wann haben Sie Beschwerden?

Zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten,

bei besonderen Gelegenheiten

oder Tätigkeiten?

+ Wie empfinden Sie die

Beschwerden?

+ Wie stark sind sie auf einer

Skala von eins bis zehn?

+ Können Sie sie mit einem Vergleich

beschreiben?

Machen Sie außerdem Notizen

zu Ihren Lebens umständen

+ Wie leben Sie – alleine oder mit

Familie?

+ Stehen Sie oft unter Zeitdruck?

+ Beschäftigt Sie aktuell ein

Problem?

An wichtige Unterlagen denken

Wenn Sie Befunde oder Röntgenbilder

von einem anderen Arzt haben,

so bringen Sie diese zur Untersuchung

mit. Ebenso Röntgen-, Impf-

oder Allergiepass.

Medikamenten-Check machen

Notieren Sie, welche verschriebenen

und frei verkäuflichen Medikamente

Sie zurzeit einnehmen. Am besten

mit jeweiliger Dosierung und was der

Grund für die Einnahme ist.

27


28

gesundheit

Juri Samsonov/Fotolia.com (S 29l.)

Ohne Schuh’ und

ohne Strümpf’

Abenteuer oder Selbsterfahrungstrip? SBK leben-Autorin Monika

Götsch wagte sich mit nackten Füßen auf den Barfußwanderweg im

bayerischen Mittenwald – und machte ganz neue Erfahrungen

Fotos: M&MFotolia.com (S. 28), Tourist-Information Mittenwald (S. 29), ctacik/Fotolia.com (S. 29-31)

Ein Kiesweg also. Ein

Kiesweg am Hang,

hellgrüne Wiese drum

herum. Das soll ein

Abenteuer sein? Der

Barfußwanderweg,

an dessen Anfang

ich stehe, befindet

sich eine dreiviertel

Stunde Fußmarsch

über Mittenwald.

Man passiert Buckelwiesen,

spaziert über

Waldwege, sieht Felsen

aus dem Gras ragen und violetten

Enzian und genießt einen überwältigenden

Fernblick. Dann fordert ein

Schild auf, die Schuhe auszuziehen,

über einen Kiesweg zu laufen und

in die Füße hinein zu spüren. Meine

Füße. Nach der Wanderung sind

sie blass, ädrig, mit ein paar roten

Druckstellen und Sockenfusseln zwischen

den Zehen. So gut Wandern

tut, dem Rücken, den Beinen, der

Seele: Die Füße dampfen. Sie fühlen

sich an wie zwei dicke Laib Brot. Ich

habe selten nackte Füße. Wie die

meisten Menschen zeige ich sie nicht

gern. „Diskrete Plattfüße“, diktierte

mal ein herzloser Orthopäde in sein

Aufnahmegerät. „Durchgelaufene

Füße“, sagte eine Krankengymnastin.

Nackten Fußes über Baumstümpfe: Auf dem

Mittenwalder Panorama-Barfußwanderweg

gibt es 21 Erlebnisstationen. Er befindet sich

am Hohen Kranzberg. Der Ausgangspunkt

liegt in der Nähe der Bergstation des

Kranzberg-Sessellifts. Informationen unter

www.mittenwald.de

„Entenfüße“, rief eine charmante

Freundin. Meine Füße eben. Breit,

eher quadratisch. Der römische Fußtyp.

Erstrebenswerter ist der ägyptische.

Es wirkt einfach graziler, wenn

die Zehen zur Seite hin kürzer werden.

Meinen Füßen sieht man an,

dass sie eine Menge mitmachen. Ich

walke, wandere und laufe viel. Wenn

aber die Trainerin im Fitnessstudio

zur Fußgymnastik auffordert, breche

ich die Übung nach kurzer Zeit ab.

Es schmerzt. Die Muskeln sind zu

schwach. „Typisch“, sagt die Trainerin.

Den meisten Kursteilnehmern geht

es nicht anders.

Über Stock und Stein

Füße sind gemeinhin völlig untrainiert.

Spuren des Alters zeigen sich

an ihnen besonders deutlich. Anders

als Hände und Gesicht genießen

sie ihr Lebtag nur ein Minimum an

Pflege. Nägel kürzen. Pflaster platzieren.

In der Schwangerschaft oder

bei stehenden Berufen: hochlagern.

In der Sommersaison etwas Nagellack,

aber nur dann. Füße kann man

schließlich wunderbar im dunklen

Schuh verstecken. Nicht so am Barfußwanderweg.

Hier kommt keiner

um die Beschäftigung mit seinen Fü-

ßen herum. Man stellt Schuhe und

Strümpfe ins Freiluftregal und tapst

los. Wie der Storch im Salat. Zögerlich.

Jeglichen Schutzes beraubt. Die

winzigen Steine könnten wehtun.

Tatsächlich pikst es

ein bisschen.

Vor

allem

aber

kribbeln

die

Füße. Ich

bekomme

Gänsehaut an

den Unterschenkeln.

Was haben die Unterschenkel

mit den Füßen

zu tun? Ich könnte auch

fragen: Was hat mein

Körper mit meinen Füßen

zu tun? Denn die

Gänsehaut steigt weiter

hinauf, bis unter

die Haarwurzeln. Eine

Wohltat sind die Natursteinplatten

an der


30

gesundheit

Wunderwerk Füße

Wussten Sie schon, dass…

… etwa 98 Prozent aller Menschen

mit gesunden Füßen zur

Welt kommen, aber nur 40 Prozent

von ihnen gesunde Füße

haben, wenn sie erwachsen

sind?

… die menschlichen Füße gut ein

Viertel der über 200 Knochen des

Körpers enthalten? Jeder Fuß

besteht aus 28 Knochen, 114 Bändern

und 20 Muskeln.

… der Fuß abends vier Millimeter

länger ist als morgens, weil die

Muskeln ermüden und der Fuß

sich dadurch „streckt“? Deshalb

sollte man neue Schuhe

am besten erst nachmittags

kaufen.

… unsere Füße im Laufe unseres Lebens

etwa viereinhalbmal die ganze

Erde umrunden? Das entspricht

282.743 Kilometern.

… der Mensch quasi ein Einbeiner ist?

Beim Gehen befindet sich während

84 Prozent des Bewegungsablaufes

stets ein Fuß in der Luft.

Barfußlaufen tut gut

Barfußlaufen – für die Füße gibt es

kaum eine größere Wohltat. Der Fuß

spürt die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit,

das ist wie eine sanfte

Massage und fördert ein positives

Körperempfinden. Beim Barfußgehen

muss der Fuß intensiver abrollen, die

kleinen Fußmuskeln müssen die Füße

ohne schützende Schuhe stabilisieren.

So werden Muskeln, Sehnen und Bänder

besser bewegt und durchblutet.

Fußmuskulatur und Sehnen werden

gekräftigt und damit wird die gesamte

Körperstatik verbessert. Außerdem fördert

Barfußlaufen die Gefäßarbeit und

die Durchblutung.

nächsten Station.

Die Steinoberfläche

ist etwas rau und uneben,

manche Steine

hat die Sonne erwärmt,

andere, die im

Schatten liegen, sind

überraschend kalt.

Ich bekomme einen

Krampf im mittleren

Zeh, so kenne ich

meine Füße: immer

krampfbereit.

Herausforderung

Schlammpfütze

Es folgen Becken mit Rindenmulch

und Tannenzapfen. Eigentlich.

Ich lese das Schild falsch

und schlage mich aus Versehen

ein paar Meter in die Büsche.

Kleine Zweige, Erde, ja auch

Tannenzapfen und Rindenmulch,

ein schwarzes Häufchen Tierkot,

alles, was sich an einem Waldhang

findet. Der kalte Schweiß

bricht mir aus. Zu viele Reize. Ich

taste mich zurück zu den Becken.

Ein Kinderspiel im Vergleich zur

wirklichen Natur. Ich spaziere eine

Holztreppe mit unterschiedlichen

Becken aus Kieseln, Erde, Sand

hinunter, souverän jetzt. Nach

meinem unfreiwilligen Ausflug

in die Büsche, spekuliere ich,

kann mich dieser Barfußweg

nicht mehr schrecken. Aber dann

kommt die nächste Station, eine

echte Herausforderung. In einer

Waldsenke befindet sich eine

tiefe Schlammpfütze, daneben

ein zweiter Teich, in dem gelassen

ein Erpel schwimmt. Es gibt

auch eine Holzbrücke und ein

Schild, das freundlich die Wahl

lässt: Schlammpfütze oder Brücke?

Minutenlang erwäge ich Für

und Wider. Es ist so angstbesetzt,

barfuß zu laufen. Man könnte sich

erkälten. Schmutzig werden. In

Scherben treten, in Wespen- oder

Bienenstacheln oder Dornen. Man

könnte sich an einem spitzen Stein

oder Ast verletzen. Den Fußnagel an

einem Felsbrocken aufreißen. Mit

etwas Ekligem in Berührung kommen,

einem glitschigen Wurm oder

einer toten Schnecke. Oder eben:

Naturschlamm. So, wie er in einer

Mulde am Berg bei Regen entsteht.

Einen Fuß, den rechten, setze ich

wagemutig mitten hinein. Es geht

sehr tief runter. Der Schlamm ist

schneidend kalt und glitschig und

klebrig und bodenlos, er saugt meinen

Fuß geradezu nach unten. Eine

Frage der Vernunft, den Fuß wieder

rauszuziehen. Beschämt stapfe ich

am äußeren Rand der Schlammpfütze

entlang. Was für ein Gefühl,

keinen festen Boden unter den Füßen

zu haben! Zu erspüren, woraus

sich der Schlamm zusammensetzt.

Welche Gefahren darin lauern. Den

Kälteschmerz zu ertragen. Sich dann

auf festen Grund zu retten, pfundweise

glitschignassen Schlamm an

den Füßen, der sich löst, allmählich

eintrocknet und spannt.

Neue Empfindungen

Über warmen Wurzelboden geht es

zu den nächsten Stationen: den in

Stein gegossenen Tatzenabdruck von

Bär Bruno, in die mein Fuß wie der

eines kleinen Kindes hineinpasst.

Auf einen schwebenden Wackelbalken,

auf dem ich nicht einen

einzigen Schritt schaffe ohne umzukippen.

Zum Stöckchenspiel, wo ich

Fotos: Tourist-Information Mittenwald (S. 31), Katurzyna Krawiec/Shotshop.com (S. 31 u.)

unbeholfen versuche, ein zartes

Stöckchen zwischen die schlammverkrusteten

Zehen zu klemmen.

Der Barfußwanderweg schickt die

Fußsohlen über die Jahresringe

von Bäumen, über feuchtkalten

Erdboden am Rand eines Hangs,

über feinen und groben Flusskies

und Baumrinde. Manches stupft

und pikst, die Wahrnehmung

schlägt Purzelbäume, verwirrend,

was so ein Fuß trotz Hornhaut und

jahrzehntelanger Vernachlässigung

noch zu spüren imstande ist. Dann

ist es geschafft. Am Ende der Wanderung

liegt eine Reihe großer, unebener

Findlinge am Waldrand. Ich

stehe oben am Hang auf einem der

besonnten Findlinge, die Fußsohlen

schmiegen sich weich über den

warmen Stein. Die Füße fühlen sich

wach an nach all den neuen Emp-

Kindern macht Barfußlaufen Spaß.

Außerdem fördert es ein positives

Körperempfinden

findungen, beweglich, kühl und frei

und, auch wenn sie durchaus nicht

so aussehen, filigran und sensibel.

So, wie sie sich vor vierzig Jahren

angefühlt haben müssen, als Kind.

Das Ende eine Abenteuers, denke

ich, und was für eines!

Ich will jetzt sehr viel besser auf

meine Füße aufpassen. „Sehr gut“,

sagt Brigitte Brandelik ein paar

Tage später. Sie unterrichtet Tai-Chi.

Und sie massiert Füße. Auch meine

Füße massiert sie. Ich habe nach

der Barfußwanderung einen Rückenmassagegutschein

gegen einen

für Fußmassage eingetauscht.

„Füße sind so kostbar“, sagt Brigitte

Brandelik, während sie meine Füße

fürsorglich in Frotteehandtücher

wickelt wie kleine Babys. „Wir tun

alle viel zu wenig dafür.“

Monika Götsch

gesundheit

Zeigt her eure Füße üß

Im Sommer mögen es Füße

gerne luftig. Wer seine Füße

regelmäßig pflegt, braucht sie

auch nicht zu verstecken

+ Baden Sie Ihre Füße für 10 bis 15

Minuten in lauwarmem Wasser.

Zusätze wie Rosskastanie und Zitronengras

beleben, einige Blätter

Pfefferminze helfen bei geschwollenen,

heißen Füßen, Lavendelblüten

wirken gegen übermäßige

Schweißproduktion.

+ Nach dem Fußbad ist die Haut

weich – ideal, um vorsichtig Hornhaut

zu entfernen. Am besten mit

einem Bimsstein oder Hornhautschwamm.

Zu heftiges Abschleifen

wirkt kontraproduktiv, denn

die Hornhaut wächst dann besonders

schnell und dick wieder nach.

+ Auch die Nägel sind nach einem

Bad weicher und lassen sich

des halb gut schneiden. Bringen

Sie Ihre Fußnägel in eine gerade

Form, das verhindert schmerzhaftes

Einwachsen. Anschließend

feilen.

+ Cremen Sie Ihre Füße zum

Schluss gut ein. Spezielle Fußcremes

erfrischen und helfen

gegen Schweiß oder Hornhaut.

Tipp: Extra viel Creme auftragen,

Socken anziehen und über Nacht

einwirken lassen.

31


32 vitiligo g

vitiligo

In den letzten Wochen war der Radweg

zwischen Adelsdorf und Erlangen

um mindestens einen ei Radler

ärmer. ärmer Denn D normalerweise radelt

Georg Pliszewski mindestens zweimal

pro Woche die 20 Kilometer von

seinem Häuschen im fränkischen

Adelsdorf zu seinem Arbeitgeber

Siemens-Energy nach Erlangen.

Doch zuletzt war der 54 Jahre alte

Ingenieur aus Zeitmangel meist mit

dem Auto unterwegs. Jede freie Minute

investierte Georg Pliszewski in

die Organisation des „Deutschen Vi-

Die Vitiligo-Erkrankung ist bei Georg

Pliszewski heute hauptsächlich nur noch an

den Händen zu sehen. Zu Beginn seiner

Erkrankung war es für ihn nicht einfach, sich

in der Öffentlichkeit zu zeigen

Landkarte auf der Haut

Georg Ge Pliszewski hat die Hautkrankheit Vitiligo. Doch statt sich

seinem seine Schicksal zu ergeben, kämpfte er hartnäckig dagegen an.

Die SBK hat ihn auf seinem erfolgreichen Weg unterstützt

tiligo-Tages t

2010“ im Kongresszentrum

Erlangen. Am 19. Juni trafen

sich dort Experten und Betroffene

und referierten und diskutierten

rund um das Thema Vitiligo.

Bei dieser Autoimmunerkrankung,

auch Weißfleckenkrankheit genannt,

handelt es sich um eine Erkrankung,

bei der die Betroffenen charakteristische

weiße, scharf begrenzte depigmentierte

Hautareale entwickeln.

Anzahl, Größe und Form können unterschiedlich

sein. Entweder bleiben

sie über Jahre unverändert oder die

Haut entfärbt sich langsam ganz. Die

Erkrankung kann in jedem Lebensalter

ausbrechen, häufig beginnt sie

zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr.

Zwar ist Vitiligo nicht gefährlich,

jedoch leiden Betroffene oft stark

unter ihrem Äußeren.

Die Krankheit beginnt langsam

Im Winter 1976, Georg Pliszewski

war gerade 19 Jahre alt geworden,

traten bei ihm die ersten Flecken

auf. „Erst an den Händen, danach

Fotos: Christian Mittelbach

auch langsam auf den Armen“, blickt

er zurück. Die ersten zehn Jahre breitete

sich die Depigmentierung seiner

Haut nur langsam aus – laut Ärzten

gab es keine Behandlungsmöglichkeiten.

Weitere zehn Jahre später

entstehen die ersten weißen Flecken

im Gesicht. Jetzt wächst der Leidensdruck,

obwohl er sich psychisch

nicht so belastet fühlt wie viele andere

Vitiligo-Patienten. In dieser Zeit

war Georg Pliszewski für Siemens

im Vertrieb unterwegs. Weltweit, oft

im asiatischen Raum, aber auch in

Südamerika und Mexiko. „Dabei bin

ich immer wieder auf Menschen getroffen,

die ebenfalls Vitiligo hatten.

Sicherlich habe ich zu denen schneller

einen Draht entwickelt. Aber im

Grunde hatte ich nie Probleme wegen

der Vitiligo – weder mit Kunden

noch mit Kollegen.“ Wenngleich er

zugibt, dass es für ihn zu Beginn

seiner Krankheit nicht einfach war,

sich der Öffentlichkeit zu zeigen: „Da

habe ich auch im Hochsommer bei

über 30 Grad mit einem langärmeligen

Hemd im Büro gesessen.“

Nicht immer unbelastet erlebte der

zweifache Familienvater das Aufwachsen

der beiden Söhne Jan und

Malte. Denn in 30 Prozent aller Fälle

tritt bei der Vitiligo-Erkrankung eine

familiäre Häufung auf. Daher beobachteten

er und seine Frau Marion

jede helle Hautveränderung ganz

genau: „Eine helle Stelle, oh je, hof-

Organisierte Selbsthilfe

fentlich ist das nicht …“. Heute sind

die Söhne 23 und 25 Jahre alt und

bräunen fleckenfrei. Georg Pliszewski

erinnert sich amüsiert an früher,

als seine Arme noch ziemlich fleckig

waren, und seine Söhne dann fragten:

„Papa, hast du 'ne Landkarte auf

dem Arm?“

Behandlungen helfen

Ab 1996, etwa 20 Jahre nach Ausbruch

der Krankheit, konnte sich

Georg Pliszewski selbst helfen.

„Dank des Internets hatte ich die

Chance, selbstständig zu recherchieren.

So habe ich erfahren, dass

es tatsächlich Behandlungsmöglichkeiten

gibt.“ Weil es Georg Pliszewski

nicht möglich war, notwendige

Bestrahlungstermine in einer Klinik

durchführen zu lassen, setzte er

konsequent auf eine Bestrahlung

zu Hause. Eine spezielle Bestrahlungstherapie

sowie die Einnahme

von verschiedenen Vitaminen und

Enzymen brachten endlich die ersehnte

Besserung. Sehr langsam

begannen sich einige Hautpartien

wieder zu pigmentieren. Nach zwei

Heilkuren, den Bestrahlungen und

weiteren Therapieansätzen ist heute

fast 70 Prozent seiner Haut wieder

repigmentiert. Die SBK unterstützte

den 54-Jährigen auf seinem Heilungsweg,

sein persönlicher Kundenberater

stand Pliszewski als

Die organisierte Selbsthilfe ist eine wichtige Säule der Gesundheitsversorgung.

In Deutschland gibt es mehr als 70.000 Selbsthilfegruppen

mit etwa drei bis vier Millionen Mitgliedern. Viele chronisch Kranke

und behinderte Menschen finden dort Unterstützung im Umgang mit

ihrer Krankheit. Selbsthilfeorganisationen nehmen die Interessenvertretung

ihrer Mitglieder und Gruppen überregional wahr. Der Deutsche

Vitiligo-Bund e.V. ist eine solche Selbsthilfeorganisation, er leistet Hilfe

zur Selbsthilfe. Weitere Infos im Internet unter www.vitiligo-bund.de

Fast fleckenfrei: Georg Pliszewski hat

dank verschiedener Behandlungen nur

noch wenige weiße Stellen im Gesicht

Ansprechpartner bei vielen Fragen

beratend zur Seite.

Selbsthilfegruppe gegründet

Aus Mangel an Wissen in der Bevölkerung

über die Krankheit Vitiligo

und um Betroffene über Möglichkeiten

der Behandlung zu informieren,

gründete Georg Pliszewski im Jahr

2003 in Erlangen eine Selbsthilfegruppe.

Drei Jahre später schuf er

mit weiteren Initiatoren von Vitiligo-

Selbsthilfegruppen den Deutschen

Vitiligo-Bund e.V. – dessen Erster

Vorsitzender er ist. Im Juni folgte

mit dem „Deutschen Vitiligo-Tag

2010“ ein Höhepunkt in der jungen

Vereinsgeschichte. Seitdem sieht

man Georg Pliszewski auch häufiger

wieder auf dem Radweg zwischen

Adelsdorf und Erlangen. Im September

bleibt das Fahrrad für einige

Tage in der Garage. Dann geht er

mit seiner Frau Marion einer gemeinsamen

Leidenschaft nach: eine

kurze Städtereise, dieses Mal ist

Mailand das Ziel. Nicht ganz ohne

Hintergedanken. Vom 23. bis 25.

September findet in der italienischen

Modemetropole der Vitiligo World

Congress statt.

Burkhard Gruß

33


34 zuletzt

Was wir sonst noch zum Leben brauchen

{ : Perspektivenwechsel }

Neulich, als wieder Bilder vom aschespuckenden

Vulkan ins Wohnzimmer katapultiert wurden,

fragte der kleine Max, ob denn dort auch die Dinosaurier

leben. Und einen Augenblick stutzte der Vater

mit einer eindeutigen Antwort. Wer weiß schon, was

der Berg auf Island so alles zutage fördert? Jules Vernes

„Reise zum Mittelpunkt der Erde“ kam ihm in den Sinn.

Unterirdische Lebensräume, eine Parallelwelt, die uns

bisher verschlossen war und jetzt verborgene Schätze

des ewigen Eises ans Licht bringt. Ein paar Brontosauriereier?

Vielleicht andere bisher unentdeckte Wesen der

Urzeit? Nein, Dinos sind ausgestorben! Aber die Eruptionen

des Vulkans führten uns wieder einmal vor Augen,

dass die Wirklichkeit der Natur eben anders ist als

unsere verklärte Vorstellung. Und überhaupt: Waren die

Dinos nicht von der Erdoberfläche verschwunden, weil

eine riesige Staubwolke die Sonne verfinsterte und so

nicht genug Futter für die Riesen nachwuchs? Wer hätte

gedacht, dass kleinste Aschepartikel riesige Flugzeugturbinen

blockieren können?

Zeit für einen Perspektivenwechsel. Verständlich, das

Große, Gewaltige fasziniert uns. Brontosaurier. Elefanten.

Blauwale. Sibirische Tiger. Grizzlybären. Die sind

ein bisschen wie wir, sie haben niemanden zu fürchten,

sie sind die Chefs. Denkt man, wenn die Welt durch die

menschliche Brille betrachtet wird. In Wahrheit aber haben

die Kleinen das Sagen auf der Welt. Spinnen etwa

erbeuten mehr Fleisch als jedes andere Landraubtier. In

der Serengeti wiegen die Raupen einer einzigen Falterart

(Spodoptera exempta) in guten Jahren fünfzig Mal so

viel wie alle Giraffen zusammen. Und die Ameisen dieser

Welt sind ungefähr gleich schwer wie die Menschheit.

Doch die wirklichen Herrscher der Erde sind noch viel

kleiner: die Bakterien. Mit bloßem Auge sind sie nicht

zu sehen, doch ihre Zahl ist ungeheuer. Ein Teelöffel

Humus enthält etwa zehn Billionen Bakterien. Und richten

wir den Blick einmal aus einer Art Satellitenperspektive

auf uns, so ist von der Krone der Schöpfung nicht

mehr viel zu sehen. Jeder Mensch ist vielmehr ein eigenes

auf zwei Beinen wandelndes Ökosystem. Allein auf

der etwa zwei Quadratmeter großen Haut leben so viele

Mikroben wie Menschen auf der Erde. Jeder erwachsene

Mensch trägt ungefähr zwei Kilogramm Bakterien

mit sich herum – mehr als die Gehirnmasse. Zehn Prozent

unseres Trockengewichts sind Bakterien. Und unter

den feuchten Achselhöhlen siedeln andere Arten als am

trockenen Ellenbogen.

Dabei sind 99 Prozent der Viren und Bakterien auf unserem

Körper noch gar nicht erforscht. Doch wir wissen,

diese Winzlinge sind nicht alles – aber ohne sie wäre

alles nichts. Ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen

den bakteriellen Besiedlern und dem Körper ergibt

jenen Zustand, den man Gesundheit nennt. Wird die

Balance zerstört, dann kann ein 0,000 000 000 000 01

Gramm leichtes Bakterium einen 100.000 Gramm

schweren Menschen zur Strecke bringen. Doch zum

Glück gibt es die Guten. Ortsansässige Bakterien bilden

Abwehrtrupps und Kampflinien gegen Eindringlinge.

Zahlreiche Akteure überwachen sich gegenseitig und

stellen so das Gleichgewicht her. Niemand kann sich

auf Kosten der anderen derart verbreiten, dass das

Öko system kippt. Das Immunsystem hält die Bakterien

in Schach, die Bakterien wiederum halten das Immunsystem

auf Trab.

Beim Gedanken an die vielen Fremdlinge im eigenen

Körper kann einen durchaus ein Gruseln überkommen.

Mancher entwickelt gar eine Phobie. Doch dauerhaft

übermäßige Hygiene kann dieses Ökosystem zerstören.

Allergien und sogar Krebs, vermuten Wissenschaftler,

entstehen dadurch. Und durch den häufigen Einsatz von

Antibiotika ist die Vielfalt der Bakterien bei westlichen

Menschen bereits zurückgegangen.

So gesehen kann man hoffen, dass an den Aschepartikeln,

die der Eyjafjallajökull auf uns rieseln lässt, nicht

noch unerforschte Feinde sitzen – denn wer weiß schon,

woran die Dinos damals tatsächlich gestorben sind. Eine

Erkenntnis machte sich der kleine Max schon mal zu

eigen – heute Abend geht’s ohne Waschen ins Bett. Das

Ökosystem Mensch muss schließlich gerettet werden.

Hartmut Rätsch

Foto: Maksim Samasiuk/Fotolia.com, Marty Kropp/Fotolia.com

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