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Download program magazine (PDF) - Arsenal

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januar februar märz april mai juni juli august 12 september oktober november dezember<br />

arsenal<br />

institut für film und videokunst e.V.


2 juli august 12 inhalt<br />

Arab Shorts > 4<br />

Blaxploitation > 8<br />

Heinz Emigholz:<br />

Die Architekturfilme > 14<br />

Magical History Tour<br />

Niemandsländer, Parallel-<br />

und Halbwelten im Film > 16<br />

Retrospektive<br />

Andrej Tarkowskij > 19<br />

Living Archive > 22<br />

Curator in Residence:<br />

Joel Pizzini > 23<br />

Magical History Tour<br />

Sound im Film > 24<br />

Cinema Storytelling<br />

from New Zealand > 27<br />

Kinderausstellung<br />

„Helden“ > 29<br />

Die DEFA-Stiftung<br />

präsentiert (Juli) > 29<br />

Arbeitswelten im Film > 30<br />

Das Gesicht als Ereignis > 30<br />

Der Standpunkt<br />

der Aufnahme > 31<br />

Filmmakers’ Choice (Juli) > 31<br />

DAAD-Stipendiatin<br />

Bouchra Khalili > 32<br />

Buchpräsentation:<br />

Schriften zum Kino > 32<br />

Vaginal Davis präsentiert:<br />

Rising Stars, Falling Stars –<br />

We Must Have Music! (Juli) > 33<br />

Die DEFA-Stiftung<br />

präsentiert (August) > 33<br />

Deutschlandpremiere:<br />

BETE & DEISE > 34


Filmmakers’ Choice:<br />

Ernie Gehr, Larry Gottheim,<br />

Peter Hutton, Pat Sullivan<br />

(August) > 34<br />

Doppelprojektion: Torse > 35<br />

<strong>Arsenal</strong> Summer School > 35<br />

Vaginal Davis präsentiert:<br />

Rising Stars, Falling Stars –<br />

We Must Have Music!<br />

(August) > 36<br />

Buchpräsentation: Untot.<br />

Zombie Film Theorie > 36<br />

Neu im Verleih > 37<br />

Kalendarium > 40<br />

Die Basis des Make-Up<br />

(Nr. 366) > 48<br />

News > 49<br />

Serviceleistungen > 50<br />

arsenal freundeskreis –<br />

Sind Sie dabei? > 51<br />

Impressum > 55<br />

editorial juli august 12 3<br />

Hot town, summer in the city – dafür sorgt in diesem Sommer,<br />

wenn schon nicht zuverlässig das Wetter, dann aber<br />

garantiert das große Blaxploitation-Programm im <strong>Arsenal</strong>,<br />

den angenehm klimatisierten Kinosälen zum Trotz. Black<br />

Power, Super Heroes, Ghetto Chic, Action, Drogen, eine<br />

ganze Menge Sex-Appeal und noch viel mehr Musik. Der<br />

Blaxploitation-Sound ist eine heiße Mischung aus Soul,<br />

Rhythm & Blues, Funk und Jazz und unterlegt unser sommerliches<br />

Doppel<strong>program</strong>m mit einem aufregenden<br />

Groove. Die Magical History Tour widmet sich im Juli verschiedenen<br />

Parallel- und Halbwelten und im August der<br />

Tonspur, jeweils quer durch die Filmgeschichte. Weitere<br />

Schwerpunkte sind unter dem Titel „Arab Shorts“ zusammengefasste<br />

Kurzfilme aus der arabischen Welt, Architekturfilme<br />

von Heinz Emigholz, Literaturverfilmungen aus<br />

Neuseeland sowie die alljährliche Retrospektive Andrej<br />

Tarkowskij. Und am Ende des Sommers geht dann auch im<br />

<strong>Arsenal</strong> die Schule wieder los: Die vierte Ausgabe der <strong>Arsenal</strong><br />

Summer School (S. 35) öffnet ihre Pforten.<br />

Hot town, summer in the city: even if the weather can’t<br />

necessarily be relied on for summer heat, the huge Blaxploitation<br />

<strong>program</strong> at <strong>Arsenal</strong> is bound to do the trick, providing<br />

a suitable contrast to the comfortably air conditioned<br />

auditoria. Black power, superheroes, ghetto chic, action,<br />

drugs, a whole lot of sex appeal and a whole lot more music:<br />

the Blaxploitation sound is a sultry mix of soul, rhythm &<br />

blues, funk and jazz and gets our summer double <strong>program</strong><br />

into an exciting groove. In July, the Magical History Tour is<br />

dedicated to various seedy underbellies before moving on<br />

to the world of the soundtrack in August, each highlighting<br />

a broad cross section of film history. Additional focuses include<br />

a series of short films brought together under the<br />

banner of “Arab Shorts”, Heinz Emigholz’s architecture<br />

films, literary adaptations from New Zealand and the annual<br />

Andrei Tarkovsky retrospective.<br />

Ihr <strong>Arsenal</strong>-Team


4 juli august 12 arab shorts<br />

Arab Shorts<br />

Ein Filmfestival hat zwei Funktionen: die Entdeckung<br />

neuer Filme, sowie die Begegnung mit<br />

Filmschaffenden, Kuratoren, Kritikern und Zuschauern,<br />

mit denen man sich über die Entdeckungen<br />

auseinandersetzt. Organisiert vom Goethe-Institut<br />

Kairo und unter der künstlerischen<br />

Leitung von Marcel Schwierin fand von 2009–2011<br />

ein Festival statt, das erfolgreich gezeigt hat, wie<br />

bedeutsam und keineswegs selbstverständlich<br />

beides immer noch ist. Kuratoren aus arabischen<br />

Ländern waren eingeladen, in Kairo Kurzfilm<strong>program</strong>me<br />

zu präsentieren. Eine Vielzahl an unabhängigen<br />

Arbeiten aus der arabischen Welt wurde<br />

präsentiert, wie wir sie in solch kompakter<br />

Form nur selten zu sehen bekommen.<br />

Filmische Konventionen, Narrative wurden kreativ<br />

nutzbar gemacht, verworfen oder analysiert,<br />

um subjektiv Geschichten zu erzählen und damit<br />

der Komplexität unterschiedlicher Lebenserfahrungen<br />

Ausdruck zu verleihen: Das Kino wurde<br />

zum Ort der Entdeckung und Erfahrung, Filmschaffende<br />

und Kuratoren stellten diskursive<br />

Zusammenhänge und damit Gesprächsgrundlagen<br />

her.<br />

AL WADI<br />

(The Valley, Firas Taybeh, Jordanien 2011)<br />

TARAHI II<br />

(Haris Epaminonda, Zypern 2006)<br />

Die Revolution in Kairo stellte auch für das Festival<br />

eine Zäsur dar. Doch weniger durch das<br />

Programm selbst: Schnell wurden Bilder mit<br />

Zuschreibungen überfrachtet. Die Rolle des<br />

Films in Zeiten des poltischen Umbruchs stand<br />

zur Debatte, die – häufig aus dem Westen stammende<br />

– Erwartung an lokale Filmschaffende,<br />

Zeugenschaft abzulegen, sich zu positionieren.<br />

Gleichzeitig ging es noch immer um das Entdecken<br />

und Kennenlernen.<br />

Sieht man die Filme und Videoarbeiten der drei<br />

Jahre aus heutiger Sicht, so stellt sich eine Erkenntnis<br />

ein, die nur das Kino ermöglicht: Es<br />

braucht weder repräsentative Bilder, noch eine<br />

Narration der historischen Ereignisse, um vom<br />

arabischen Frühling zu sprechen. Alle Beiträge<br />

aus den Jahren 2009–2011 dokumentieren und<br />

visionieren, kritisieren und entwerfen Utopien.<br />

Ihr „subjektiver Faktor“ ist dabei mindestens ein<br />

doppelter: Der des Individuums und der des gesellschaftlichen,<br />

politischen und künstlerischen<br />

Kontexts, der in jedem arabischen Land ein<br />

spezifischer ist.<br />

Überzeugt davon, dass die „Arab Shorts“ über


das Festival in Kairo hinaus gesehen und diskutiert<br />

werden sollten, haben wir einige kuratierte<br />

Programme und Einzelwerke ausgewählt. In Zusammenarbeit<br />

mit dem Goethe-Institut Kairo<br />

und durch seine großzügige Unterstützung konnten<br />

wir so insgesamt 61 Arbeiten in den Verleih<br />

übernehmen. Das Ergebnis wird nun vorgestellt:<br />

drei Abende mit jeweils zwei kuratierten Programmen<br />

finden mit der Long Night of Arab<br />

Shorts ihre Vollendung, in der Einzelwerke in einem<br />

mehr als vierstündigen Programm gezeigt<br />

werden. Zuschauer, Kuratoren und Filmemacher<br />

sind dazu eingeladen, in den Pausen im Foyer zu<br />

essen, zu trinken und sich auszutauschen. Wir<br />

freuen uns besonders, dass die KuratorInnen Ala<br />

Younis, zur Zeit Living-Archive-Stipendiatin, sowie<br />

Yazan Khalili und Maha Maamoun und die<br />

FilmemacherInnen und KünstlerInnen Monira Al<br />

Qadiri, Firas Taybeh, Ammar Bouras und Solmaz<br />

Shahbazi zu Gast sein werden. Im Anschluss<br />

gehen die „Arab Shorts“ auf Tournee und stehen<br />

für den Verleih zur Verfügung.<br />

Everything is Alright, Officer (Kuratorin: Ala Younis<br />

| 2.7.) Das Eröffnungs<strong>program</strong>m untersucht die<br />

arab shorts juli august 12 5<br />

Aneignung von Nachrichten über konstruierte<br />

Räume. Es ruft in Erinnerung, dass unser vermeintliches<br />

Wissen über Fakten und Wahrheiten<br />

immer auch auf die Stimme eines Erzählers<br />

angewiesen ist – nicht nur bei Fiktionen. Zeugenaussagen,<br />

Fotos, künstliche Welten und durch<br />

Erzählungen hervorgerufene Bilder beeinflussen<br />

die Vorstellung der Zukunft und Gegenwart<br />

gleichermaßen wie die der Vergangenheit. Den<br />

Titel des Programms übernahm Ala Younis von<br />

dem gleichnamigen Film Mohamed Malas’, in<br />

dem Gefangene durch eingeschmuggelte Zeitungen<br />

das Geschehen des Sechstagekrieges<br />

verfolgen. Die Situation der Gefangenen – die<br />

über den Sieg derjenigen Truppen jubeln, die sie<br />

eingesperrt haben und die zudem den Krieg<br />

längst verloren haben – ist laut Younis ein universelles<br />

Bild für alle, die von der Revolution in<br />

abgeschiedenen oder inszenierten Räumen erfahren<br />

haben und die – als sie die ‚Wahrheit‘ erfahren<br />

haben – feststellen mussten, dass für den<br />

„Officer“ eben nicht mehr alles in Ordnung war.<br />

In the Name of the Father (KuratorInnen: Lara<br />

Khaldi und Yazan Khalili | 2.7.) Wie der Titel an-


6 juli august 12 arab shorts<br />

IMAGES OF A CENTER<br />

(Iman Issa, Ägypten 2005)<br />

TANDID – CONDEMNATIONS<br />

(Walid Mattar, Tunesien / Frankreich 2010)<br />

OH TORMENT<br />

(Wa Wailah, Monira El Qadiri, Kuwait 2008)<br />

deutet, drehen sich die Filme – ausgehend von<br />

Ahmad Ghosseins MY FATHER IS STILL A COM-<br />

MUNIST (Forum Expanded 2012) – um das Motiv<br />

des Vaters. Ob an- oder abwesend: Die reine<br />

Existenz des Vaters führt häufig schon zu Konflikten.<br />

Insbesondere in Zeiten des politischen<br />

Umbruchs stellt sich die Frage nach der Unvermeidlichkeit,<br />

die Fehler der Väter zu wiederholen<br />

bzw. die eigene Revolution mit der der Väter<br />

zu vergleichen.<br />

A State of Fluidity (Kuratorinnen: Maha Maamoun<br />

und Sara Rifky | 3.7.) „Wir halten uns selbst, den<br />

Grenzen unseres Körpers, nicht stand und dort,<br />

wo Körper auf Geist trifft, übermannt uns das<br />

Durcheinander stetiger Veränderungen.“, so<br />

Maha Maamoun und Sara Rifky. Die Filme zeigen<br />

urbane und ländliche Räume zwischen Dys- und<br />

Utopie und formen dabei abstrakte, meist stumme<br />

Kommentare zur Lage der Dinge.<br />

To Know the Arab Terrain: Movements To, From and<br />

Within (Kuratorin: Ala Younis | 3.7.) Eine Zusammenstellung<br />

von Filmen und Videos aus dem<br />

arabischen Raum, die weltweit in Ausstellungen<br />

und Kunsträumen präsentiert wurden und dabei<br />

eine Vielfalt an filmischen Ausdrucksformen<br />

zeigen. Gemeinsam ist den Werken, dass sie<br />

eine Neudefinition des Arabischen und dessen<br />

herkömmlichen Abbildern suchen. Elemente<br />

überlieferter Geschichte und der Gebrauch existierender<br />

kultureller Formen sowie künstlerischer<br />

Ausdrucksweisen der Region werden<br />

umgeformt und in neue Bedeutungskontexte<br />

eingeordnet.<br />

Independent Film in Jordan: „My beloved Homeland“<br />

(Kuratorin: Ala Younis | 4.7.) Jordanien<br />

wurde in dem Moment unabhängig, als mit dem<br />

jüdisch-arabischen Bürgerkrieg die Nakba – d.h.<br />

die Flucht von ca. 700.000 arabischen Palästinensern<br />

aus dem ehemaligen britischen Mandatsgebiet<br />

– begann. Noch heute ist die Hälfte<br />

der arabischen Bevölkerung Jordaniens palästinensischer<br />

Herkunft. Die sechs Filme, von<br />

denen zwei in einem palästinensischen Flüchtlingscamp<br />

spielen, beschäftigen sich mit der<br />

Frage, was es heißt, Palästinenser und / oder<br />

Araber zu sein.<br />

Independent Film in Palestine (KuratorInnen:<br />

Lara Khaldi und Yazan Khalili | 4.7.) Ohne Reprä-


sentationsanspruch stellten Lara Khaldi und<br />

Yazan Khalili Filme zusammen, die die Strukturen<br />

und Prozesse hinterfragen, die als Grundlage<br />

für Bilder- und Begriffsproduktion über Palästina<br />

und Palästinenser dienen. Die Filme<br />

zeigen ein Bewusstsein dafür, dass sie dennoch<br />

etwas repräsentieren. Dabei kreieren sie Neues,<br />

abweichend von bestehenden räumlichen und<br />

landschaftlichen Konstruktionen.<br />

Long Night of Arab Shorts: Weitere Arbeiten (5.7.)<br />

Every Day Life And A Call For Freedom: In jeweils<br />

drei Spiel- und Dokumentarfilmen spiegelt sich<br />

der vor- und nachrevolutionäre Alltag der arabischen<br />

Welt ebenso wie die Sehnsucht nach Freiheit.<br />

Experimental Views: Acht experimentelle<br />

Arbeiten, die einen weiten thematischen Bogen<br />

spannen: von der Diaspora über Betrachtung<br />

der Bilder des Krieges bis hin zur Parodie von<br />

Geschlechterrollen. The Personal War: Zwei sehr<br />

unterschiedliche dokumentarische Betrachtungen<br />

des vom Krieg zerstörten Beiruts. Beide Filme<br />

sind durch die persönlichen Erfahrungen<br />

ihrer Autoren geprägt. On Family: Ein zentrales<br />

Thema in „Arab Shorts“ und besonders in die-<br />

arab shorts juli august 12 7<br />

sem Programm sind Kindheit und Familie. Sie<br />

sind Bestandteil und Abbild einer von patriarchalischer<br />

Gewalt beherrschten Lebenswelt.<br />

Within three editions of the Arab Shorts Festival<br />

(2009–2011), organized by Goethe–Institute Cairo,<br />

21 curators from the Arab world have shown altogether<br />

139 independent and experimental<br />

films and videos from the Arab region. We decided<br />

to distribute 61 of these films and make<br />

them available on a long-term basis. Six curated<br />

<strong>program</strong>s have been integrated completely: not<br />

only the work of the filmmaker, but also the<br />

handwriting of the curator is to be considered. 21<br />

further film works were picked individually. The<br />

multi-facetted <strong>program</strong> includes feature films,<br />

documentaries and video art. In its focus are<br />

current works that mirror the diversity of the<br />

Arab world. The uniting point of all the films is<br />

the fact that they bring the conventional and onedimensional<br />

picture of the Arab world into question<br />

in their very own way.<br />

Unserer besonderer Dank gilt dem / Special<br />

thanks to Goethe-Institut Kairo und Marcel<br />

Schwierin.


8 juli august 12 blaxploitation<br />

Blaxploitation<br />

12 Black Action Films 1970–74<br />

Vor dem Hintergrund der afroamerikanischen<br />

Befreiungsbewegung und der Krise der Hollywood-Studios<br />

entstand um 1970 ein neues Genre<br />

im US-Kino. Mit den Blaxploitation-Filmen der<br />

ersten Hälfte der 70er Jahre erlebte afroamerikanisches<br />

Kino seinen ersten (und bislang einzigen)<br />

großen Boom. Bis in die 60er Jahre war<br />

Schwarzen in Hollywood – von Ausnahmen wie<br />

Sidney Poitier und einigen all-black musicals abgesehen<br />

– die Rolle des Butlers, Gärtners und<br />

Schuhputzjungen vorbehalten gewesen. Angesichts<br />

eines neuen afroamerikanischen Selbstbewusstseins<br />

und Hollywood-Studios, die dringend<br />

auf neue Märkte angewiesen waren, war<br />

um 1970 die Zeit gekommen, das Bild der Afroamerikaner<br />

auf der Leinwand zu korrigieren.<br />

Vier enorm erfolgreiche Filme afroamerikanischer<br />

Regisseure begründeten innerhalb von 18<br />

Monaten ein Genre mit schwarzen Protagonisten,<br />

die in Überlebensgröße mit jedem Satz und<br />

jeder Handlung verkündeten: „Black is beautiful“.<br />

Plot und Setting dieser Filme – die beiden<br />

unabhängig produzierten SWEET SWEETBACK’S<br />

BAADASSSSS SONG (1971) und SUPER FLY (1972)<br />

COTTON COMES TO HARLEM<br />

(Ossie Davis, USA 1970)<br />

SHAFT<br />

(Gordon Parks Sr., USA 1971)<br />

sowie die zwei Major-Produktionen COTTON<br />

COMES TO HARLEM (1970) und SHAFT (1971) –<br />

wurden stilbildend für zahlreiche nachfolgende<br />

black action movies. Prägender Schauplatz war<br />

ein schwarzes Ghetto-Milieu, dominiert von Drogen,<br />

Zuhälterei und den dazugehörigen Gangsterbossen.<br />

Die bevorzugten Protagonisten waren<br />

neben dem coolen Privatdetektiv oder Cop die<br />

Figuren des Pimp und des Pusherman. In einem<br />

Umfeld, das einen starken Bezug zu den Lebensumständen<br />

vieler Schwarzer in amerikanischen<br />

Großstädten hatte, behaupteten sich die black<br />

action heroes souverän gegen „the Man“, aka<br />

„white men in power“. Das transportierte Bild einer<br />

black urban culture mit street slang, Afrolook,<br />

hipper Kleidung, stylishen Autos und groovy<br />

Soundtracks trug zu der Popularität der Filme,<br />

auch außerhalb der USA, maßgeblich bei. Die<br />

Musik, eine spezifische Mischung aus Soul,<br />

Rhythm & Blues, Funk und Jazz, übernahm dabei<br />

eine wichtige, oft narrative Funktion, die den<br />

Filmen eine Dimension von Tiefe verlieh, die den<br />

Drehbüchern zum Teil fehlte. James Brown,<br />

Isaac Hayes, Curtis Mayfield und andere schrie-


en in der kurzen Blütezeit des Genres einige der<br />

aufregendsten Soundtracks der Filmgeschichte.<br />

COTTON COMES TO HARLEM (Ossie Davis, USA<br />

1970 | 25.7. & 17.8.) Zwei schwarze Detectives der<br />

New Yorker Polizei entlarven einen betrügerischen<br />

Sektenführer, der Spendengelder geraubt<br />

hat und in einem Ballen Baumwolle versteckt hält.<br />

Das Regiedebüt des schwarzen Schauspielers<br />

und Bürgerrechtsaktivisten Ossie Davis ist der<br />

erste in Hollywood produzierte black action film<br />

mit überwiegend afroamerikanischen Darstellern.<br />

Die Drehbuchvorlage stammt von Chester Himes,<br />

einem afroamerikanischen Autor, der im Gefängnis<br />

zu schreiben begann und seit 1953 im Exil in<br />

Paris lebte. Komisch, actiongeladen und hip, wurde<br />

der on location, „with the cooperation of the<br />

people of Harlem“, gedrehte Film zur Inspirationsquelle<br />

für nachfolgende black action movies.<br />

„Is it black enough for you?“ wurde spätestens mit<br />

diesem Film zum feststehenden Begriff.<br />

SWEET SWEETBACK’S BAADASSSSS SONG (Melvin<br />

Van Peebles, USA 1971 | 28.7. & 7.8.) Ein Zuhälter<br />

rettet einen Black Panther vor der Polizeigewalt<br />

und tötet zwei rassistische Cops, wo-<br />

blaxploitation juli august 12 9<br />

raufhin eine gnadenlose Hetzjagd auf ihn beginnt.<br />

Die Verbündeten bei Sweetbacks abenteuerlicher<br />

Flucht und parallel dazu bei seiner politischen<br />

Bewusstwerdung: Prostituierte, die<br />

Ghetto Community und eine Truppe Hell’s Angels.<br />

Autor, Produzent, Cutter, Regisseur und<br />

Hauptdarsteller Melvin Van Peebles verwendete<br />

das mit der Komödie Watermelon Man (1970) –<br />

der Geschichte eines weißen Rassisten, der eines<br />

Morgens als Schwarzer aufwacht – in Hollywood<br />

verdiente Geld, um in den Straßen von<br />

Los Angeles den ersten unabhängigen black<br />

action film zu drehen. Eine wütende, polemische<br />

Mischung aus Black Power, Sex und Kampf gegen<br />

„the Man“, gefeiert von Black Panther Leader<br />

Huey Newton, „rated X by an all-white jury“,<br />

wie die Plakate werbewirksam verkündeten. Der<br />

Soundtrack stammt von den damals noch unbekannten<br />

Earth, Wind & Fire. „Die Mutter aller<br />

Blaxploitation-Filme und nach wie vor die Messlatte<br />

des Genres: Wesentlich radikaler, intensiver<br />

und origineller als die kommerzialisierten<br />

Nachfolgewerke, die sein Überraschungserfolg<br />

schnell zeitigte, präsentiert sich SWEET


10 juli august 12 blaxploitation<br />

COOL BREEZE<br />

(Barry Pollack, USA 1972)<br />

SLAUGHTER<br />

(Jack Starrett, USA / Mexiko 1972)<br />

ACROSS 110TH STREET<br />

(Barry Shear, USA 1972)<br />

SWEETBACK’S BAADASSSSS SONG als wahrer<br />

independent film. Eine rohe, furios montierte<br />

Äußerung schwarzen Selbstverständnisses,<br />

„dedicated to all brothers and sisters who have<br />

had enough of the Man“. (Christoph Huber)<br />

SHAFT (Gordon Parks Sr., USA 1971 | 21.7. & 10.8.)<br />

Privatdetektiv John Shaft soll in Harlem die entführte<br />

Tochter eines Gangsterbosses befreien<br />

und gerät zwischen die Fronten eines Mafiakrieges.<br />

Unterstützung beim Kampf gegen die Entführer<br />

erhält er durch die Mitglieder einer militanten<br />

Bürgerrechtsbewegung. Richard Roundtree<br />

als supercooler Private Dick wirkte stilbildend<br />

für viele black heroes der durch den enormen<br />

Erfolg des Films ausgelösten Blaxploitation-Welle.<br />

SHAFT zeigte Hollywood, dass es<br />

weltweit ein Publikum für afroamerikanische<br />

Filme gab. MGM produzierte bis 1973 zwei Sequels<br />

mit dem sexy Privatdetektiv im Lederdress,<br />

sieben Teile einer gleichnamigen Fernsehserie<br />

folgten. Isaac Hayes gewann für die Filmmusik<br />

einen Oscar, das Soundtrackalbum erreichte<br />

Platin-Status, was einem afroamerikanischen<br />

Künstler zuvor noch nie gelungen war.<br />

SUPER FLY (Gordon Parks Jr., USA 1972 | 27.7. &<br />

17.8.) Die Geschichte eines schwarzen Kokain-<br />

Dealers in New York, der versucht, sich gegenüber<br />

dem weißen Boss zu behaupten und nach<br />

dem letzten großen Geschäft aussteigen will.<br />

Beeinflusst von Iceberg Slims im Gefängnis<br />

geschriebener, autobiografischen Erzählung,<br />

Pimp: The Story of My Life (1967), führte SUPER<br />

FLY den Pusherman als stylishen Protagonisten<br />

in das junge Genre ein. Die omnipräsente Musik<br />

von Curtis Mayfield, der mit seiner „Experience“<br />

auch im Film auftritt, zählt zu den absoluten Höhepunkten<br />

aller Blaxploitation-Soundtracks.<br />

COOL BREEZE (Barry Pollack, USA 1972 | 27.7. &<br />

21.8.) Zur Gründung einer „Black People’s Bank”<br />

plant Sidney Lord Jones „in the name of the<br />

people” den ultimativen Coup, einen spektakulären<br />

3-Millionen-Dollar-Diamantenraub in Los<br />

Angeles. Als Nachfolgeproduktion von SHAFT<br />

realisierte MGM mit COOL BREEZE ein schwarzes<br />

Remake des John-Huston-Klassikers The<br />

Asphalt Jungle (1950). Neben Thalmus Rasulala<br />

als charismatischem Gang Leader hat Pam Grier<br />

ihren ersten Auftritt in einem Blaxploitation-


Film – ein Jahr bevor sie als „Coffy” zur ersten<br />

Superwoman des Genres wurde. Der Soundtrack<br />

zu dem in Deutschland nicht gestarteten<br />

Film stammt von Solomon Burke.<br />

SLAUGHTER (Jack Starrett, USA / Mexiko 1972 | 1.<br />

& 24.8.) Green-Beret-Veteran Jim Slaughter ist<br />

auf der Suche nach den Mördern seiner Eltern.<br />

Eine Spur führt nach Mexiko, zum rassistischen<br />

Mafioso Dominick Hoffo. Ein hoher body count<br />

und ein Showdown wie im Western kennzeichnen<br />

den Kassenschlager SLAUGHTER, mit dem<br />

sich der ehemalige Football-Star Jim Brown in<br />

der Titelrolle als schwarzer Superman etablierte.<br />

Billy Preston, Session-Musiker u.a. für die<br />

Beatles und von 1969 bis 1975 so etwas wie der<br />

sechste Rolling Stone, lieferte dazu den kongenialen<br />

Soundtrack: raw and funky. Den Titelsong<br />

verwendete Quentin Tarantino in Inglourious<br />

Basterds (2009).<br />

ACROSS 110TH STREET (Barry Shear, USA 1972 |<br />

4. & 16.8.) „Trying to break out of the ghetto”, wie<br />

Bobby Womack im Titelsong singt, rauben drei<br />

schwarze Kleinkriminelle der Mafia in Harlem<br />

300.000 Dollar und erschießen dabei fünf Clan-<br />

blaxploitation juli august 12 11<br />

Mitglieder und zwei Polizisten. Bei der sich anschließenden<br />

Jagd treten die Verflechtung von<br />

Polizei und organisierter Kriminalität sowie der<br />

Rassismus unter den Communities offen zu<br />

Tage. Captain Mattelli (Anthony Quinn) und der<br />

junge Afroamerikaner Lieutenant Pope (Yaphet<br />

Kotto) rivalisieren um die Leitung der Ermittlungen<br />

und vertreten völlig unterschiedliche Methoden.<br />

Bobby Womacks Soundtrack erlangte<br />

25 Jahre später neue Popularität, als Quentin<br />

Tarantino die Eröffnungssequenz von JACKIE<br />

BROWN damit unterlegte.<br />

BLACK CAESAR (Larry Cohen, USA 1973 | 28.7. &<br />

23.8.) Tommy Gibbs arbeitet sich vom shoe shine<br />

boy zum Auftragskiller der Mafia empor, um<br />

Stück für Stück selbst die Herrschaft über die<br />

Unterwelt von Harlem zu übernehmen. Ein<br />

Blaxploitation-Film als Brecht’sches Volksstück,<br />

in dem Klassen- wie Rassenverhältnisse<br />

so analytisch präzise wie packend durchgearbeitet<br />

werden. BLACK CAESAR machte den früheren<br />

Footballer Fred Williamson zum Superstar<br />

des Genres. Der Titel nimmt Anleihen beim<br />

Gangsterfilmklassiker Little Caesar (1931); ein


12 juli august 12 blaxploitation<br />

weiterer Bezugspunkt war Coppolas im Jahr zuvor<br />

in die Kinos gekommener The Godfather. Um<br />

auf dessen Erfolgswelle mitzuschwimmen, wurde<br />

BLACK CAESAR in Deutschland unter dem<br />

Verleihtitel „Godfather of Harlem“ ins Kino gebracht.<br />

Der Soundtrack ist vom „Godfather of<br />

Soul“, James Brown.<br />

COFFY (Jack Hill, USA 1973 | 20.7. & 11.8.) Weil<br />

Dealer ihre elfjährige Schwester abhängig gemacht<br />

und ihr unsauberes Dope angedreht haben,<br />

tötet die Krankenschwester Coffy aus Vergeltung<br />

mehrere Drogenbosse. Pam Grier als<br />

schwarze Superwoman, die sich mit Pump Gun<br />

im Ford Mustang auf einen Rachefeldzug gegen<br />

Pimps und Drug Pushers begibt. Einer der populärsten<br />

Blaxploitation-Filme, für Quentin Tarantino<br />

„one of the most entertaining movies ever<br />

made.“ Roy Ayers’ Soundtrack, „Coffy Is The<br />

Color“, verkaufte sich ebenso erfolgreich wie der<br />

Film selbst.<br />

CLEOPATRA JONES (Jack Starrett, USA 1973 |<br />

20.7. & 2.8.) „She’s 6 feet 2 inches of Dynamite …<br />

And the Hottest Super Agent Ever!“, warb Warner<br />

Bros. für die zweite schwarze Superheldin, we-<br />

BLACK CAESAR<br />

(Larry Cohen, USA 1973)<br />

FOXY BROWN<br />

(Jack Hill, USA 1974)<br />

JACKIE BROWN<br />

(Quentin Tarantino, USA 1997)<br />

nige Wochen nach dem Start der AIP-Produktion<br />

COFFY mit Pam Grier. Das 1,88 m große Ex-Model<br />

Tamara Dobson spielt die CIA-Agentin Cleopatra<br />

Jones, die eine Bande von Drogenschmugglern<br />

unter der Führung der skrupellosen „Mommy“<br />

bekämpft. Als eine Art weiblicher James Bond in<br />

High Heels und larger-than-life afro-american<br />

female super hero präsentiert sich Cleopatra<br />

Jones auf der Höhe der Zeit: emanzipiert, intelligent,<br />

attraktiv, unabhängig, hip und so selbst-<br />

wie modebewusst. Ob bei Verfolgungsjagden in<br />

ihrer Corvette, oder kung-fu fighting im Zweikampf,<br />

erledigt sie zur Musik von J. J. Johnson<br />

und Joe Simon mit großer Lässigkeit alle Gegenspieler.<br />

SHAFT IN AFRICA (John Guillermin, USA 1973 |<br />

21.7. & 10.8.) „The Brother Man in the Motherland”<br />

bewarb MGM das dritte Abenteuer des schwarzen<br />

Privatdetektivs John Shaft. Shaft lässt Harlem<br />

und seine Lederjacke hinter sich, um in<br />

Äthiopien einen internationalen Menschenhändlerring<br />

zu zerschlagen, der Afrikaner nach Paris<br />

transportieren lässt, wo sie als illegale Gastarbeiter<br />

unter menschenunwürdigen Bedingun-


gen ausgebeutet werden. Johnny Pate ist der<br />

Autor und Interpret des Soundtracks.<br />

FOXY BROWN (Jack Hill, USA 1974 | 11.8. & 18.8.)<br />

Pam Grier in ihrer vierten Zusammenarbeit mit<br />

B-Movie-Regisseur Jack Hill und nach dem<br />

enormen Erfolg von COFFY auf dem Gipfel ihres<br />

Blaxploitation-Starruhms: Als Titelfigur Foxy<br />

Brown schleust sie sich nach der Ermordung<br />

ihres Geliebten, eines Undercover-Agenten der<br />

Drogenbehörde, in einen die Stadt beherrschenden<br />

Rauschgiftring ein. Sie wird gefangen genommen<br />

und misshandelt, nimmt jedoch mit<br />

Hilfe eines „Nachbarschafts-Komitees“ grausame<br />

Rache. Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellungen<br />

kam der Film in einigen Ländern nur<br />

in einer Schnittfassung in die Kinos; in der BRD<br />

wurde FOXY BROWN, ebenso wie COFFY, um sieben<br />

Minuten gekürzt. Der Soundtrack des Films<br />

stammt von Willie Hutch.<br />

JACKIE BROWN (Quentin Tarantino, USA 1997 | 4.<br />

& 18.8.) Die Stewardess Jackie Brown (Pam<br />

Grier) bessert ihr Gehalt auf, indem sie für den<br />

Waffenhändler Ordell (Samuel L. Jackson) Geld<br />

schmuggelt. Als sie bei einer Kontrolle festge-<br />

blaxploitation juli august 12 13<br />

nommen wird, bieten ihr die Behörden Straffreiheit,<br />

wenn sie mithilft, Ordell auffliegen zu lassen.<br />

Mit Unterstützung des Kautionsvermittlers<br />

Max (Robert Forster) versucht Jackie die Parteien<br />

auszutricksen, um selbst ans große Geld zu<br />

kommen. Tarantinos Hommage an Pam Grier<br />

und das Blaxploitation-Kino ist der reifste Beitrag<br />

zu seinem postmodernen Genre-Revitalisierungsprojekt:<br />

ein ironisches Krimi-Labyrinth,<br />

ein bewegendes, abgeklärtes Liebesmelodram,<br />

ein virtuos moduliertes Sprach-Spiel der Popkultur-Referenzen.<br />

Against the backdrop of the African American<br />

liberation movement and the crisis in the Hollywood<br />

studios, a new genre emerged in US cinema<br />

in 1970. For the first time in the history of<br />

film, African Americans were the protagonists<br />

both in front of and behind the camera. Primarily<br />

action films set in the ghetto milieu, black<br />

heroes declared with every line of dialogue and<br />

every single feat that “Black is beautiful!” <strong>Arsenal</strong><br />

is showing twelve classics of the genre, with<br />

music by the soul and funk greats of the 70s.


14 juli august 12 heinz emigholz<br />

Heinz Emigholz:<br />

Die Architekturfilme<br />

“All architecture is what you do to it when you<br />

look upon it.” (Walt Whitman)<br />

Und jede Filmgeschichte ist das, was wir aus ihr<br />

machen, wenn wir ins Kino gehen. Im Juli setzen<br />

wir unsere Reihe mit Architekturfilmen von<br />

Heinz Emigholz fort, die mehrere seiner Serien<br />

miteinander verschränken. Anlass ist der Kinostart<br />

von PARABETON.<br />

PARABETON – PIER LUIGI NERVI UND RÖMI-<br />

SCHER BETON (Aufbruch der Moderne Teil I /<br />

Photographie und jenseits – Teil 19, D 2011 | 6. &<br />

13.7., 20.7., zu Gast: Heinz Emigholz) zeigt in<br />

chronologischer Abfolge 17 in Italien und Frankreich<br />

noch erhaltene Bauwerke des italienischen<br />

Bauingenieurs Pier Luigi Nervi (1891–<br />

1979). Nervi ist als Erfinder stilbildender Konstruktionen<br />

der Großmeister des Stahlbetonbaus.<br />

Der Film verbindet Nervis kühne Konstruktionen<br />

mit filmischen Studien antiker Bauten aus römischem<br />

Beton aus den ersten Jahrhunderten<br />

nach Christi.<br />

EINE SERIE VON GEDANKEN (Miscellanea IV–VII,<br />

Photographie und jenseits – Teile 15–18, D 1986–<br />

2010 | 1.7.) besteht aus vier Teilen: El Greco in<br />

PARABETON – PIER LUIGI NERVI UND RÖMISCHER BETON<br />

(Heinz Emigholz, Deutschland 2011)<br />

SCHINDLERS HÄUSER<br />

(Heinz Emigholz, Österreich 2007)<br />

Toledo, Leonardos Tränen, An Bord der USS Ticonderoga<br />

und Ein Museumsbau in Essen. Die Serie<br />

bildet einen Gedankengang zum religiös-politisch<br />

motivierten und militärstrategisch exekutierten<br />

Sohnesopfer. Der letzte Teil zeigt die im<br />

Dezember 2009 noch leeren Räume des Neubaus<br />

des Museum Folkwang von David Chipperfield<br />

Architects, in die man sich die vorangegangenen<br />

Bilder hineindenken kann.<br />

SCHINDLERS HÄUSER (Architektur als Autobiografie<br />

– Rudolph M. Schindler (1887–1953) / Photographie<br />

und jenseits – Teil 12, A 2007 | 8.7.) zeigt<br />

40 Bauwerke des österreichisch-amerikanischen<br />

Architekten Rudolph Schindler aus den Jahren<br />

1921 bis 1952. Schindlers pionierhafte Arbeit in<br />

Südkalifornien begründete einen eigenen Zweig<br />

der architektonischen Moderne. Alle Aufnahmen<br />

fanden im Mai 2006 statt. Der Film ist auch ein<br />

Porträt städtischen Wohnens in Los Angeles.<br />

LOOS ORNAMENTAL (Architektur als Autobiografie<br />

– Adolf Loos (1870–1933) / Photographie und<br />

jenseits – Teil 13, A / D 2007 | 11.7.) zeigt 27 noch<br />

existierende Bauwerke und Innenausstattungen<br />

des österreichischen Architekten Adolf Loos in


der Chronologie ihrer Entstehung. Adolf Loos war<br />

ein Begründer der europäischen architektonischen<br />

Moderne. Seine offensive Wendung gegen<br />

eine ornamentale Verzierung von Gebäuden wurde<br />

zum architekturtheoretischen Streitfall. Die<br />

Bauwerke – Häuser, Laden- und Wohnungseinrichtungen,<br />

Fassaden und Denkmäler – stammen<br />

aus den Jahren 1899 bis 1931 und wurden in<br />

Wien, Niederösterreich, Prag, Brno, Pilsen,<br />

Nachod und Paris im Jahr 2006 aufgenommen.<br />

GOFF IN DER WÜSTE (Architektur als Autobiografie<br />

– Bruce Goff (1904–1982) / Photographie<br />

und jenseits – Teil 7, D 2002/03 | 15.7.) zeigt 62<br />

Bauten des amerikanischen Architekten Bruce<br />

Goff – vom Tankstellenhäuschen bis zum Museumsbau<br />

– und ist damit die erste umfassende<br />

filmische Dokumentation fast aller seiner noch<br />

existierenden Gebäude. Bruce Goff ist der große<br />

Unbekannte einer originär amerikanischen Architektur.<br />

Seine baulichen Erfindungen und Entwürfe<br />

liegen quer zu den Idealen der dagegen<br />

exklusiv bekannt gewordenen International-<br />

Style–Bewegung. Die Kontroversen, die das<br />

Werk von Bruce Goff zu seinen Lebzeiten aus-<br />

heinz emigholz juli august 12 15<br />

löste, sind Legende. Die Filmaufnahmen fanden<br />

an 40 Drehtagen im April und Mai 2002 auf einer<br />

9.200-Meilen-Reise durch die USA statt.<br />

D’ANNUNZIOS HÖHLE (Lifestyle als Autobiografie<br />

– Gabriele d’Annunzio (1863–1938) / Photographie<br />

und jenseits – Teil 8, D 2002–05 | 18.7.) zeigt 15<br />

Räume der 1921 von Gabriele d’Annunzio bezogenen<br />

und bis zu seinem Tod bewohnten Villa<br />

Cargnacco in Gardone am Gardasee. Die Villa ist<br />

Bestandteil des Vittoriale, eines musealen Themenparks<br />

zu Ehren d’Annunzios, mit dessen<br />

Gestaltung und Ausstattung d’Annunzio selbst<br />

zusammen mit seinem Leibarchitekten Giancarlo<br />

Maroni fast zwei Jahrzehnte lang befasst war.<br />

MISCELLANEA (III) (Photographie und jenseits –<br />

Teil 9, D 2005) zeigt Szenen aus dem Umfeld der<br />

Dreharbeiten zu GOFF IN DER WÜSTE.<br />

”Architecture projects space into this world. Cinemaphotography<br />

translates that space into pictures<br />

projected in time. Cinema then is used in<br />

a completely new way: as a space to meditate on<br />

buildings.“ (Heinz Emigholz). In July we continue<br />

our retrospective of films on architecture by<br />

Heinz Emigholz. All films without dialogue.


16 juli august 12 magical history tour<br />

Magical History Tour<br />

Niemandsländer, Parallel- und Halbwelten im Film<br />

Gangster, Korruption und Zwielicht, aber auch<br />

Einsamkeit, Isolation und Leere gehören zu den<br />

besonderen Merkmalen der quer durch Zeiten<br />

und Genres verlaufenden Tour d’horizon filmischer<br />

Entwürfe von Niemandsländern, Parallel-<br />

und Halbwelten, die wir im Juli in der Magical<br />

History Tour präsentieren. Die Reihe eröffnet<br />

eine weit aufgespannte Landkarte mit unterschiedlichen<br />

Universen, jede ausgestattet mit<br />

einer eigenen ästhetischen und dramaturgischen<br />

Topografie. Gemein ist ihnen das aus den<br />

Fugen geratene Koordinatensystem gesellschaftlichen<br />

Zusammenlebens oder menschlicher<br />

Beziehungen und der Eindruck, dass die<br />

Grenze zwischen Zentrum und Satellit zuweilen<br />

hauchdünn sein kann.<br />

DIE 3-GROSCHEN-OPER (G.W. Pabst, D 1931 | 1. &<br />

23.7.) Im Halbdunkel siedelt Pabst seine Adaption<br />

der Brecht’schen Bettleroper / Gangsterballade<br />

(Musik: Kurt Weill) an: Hier konspirieren der<br />

Bettlerköng Peachum (Fritz Rasp) und der korrupte<br />

Polizeichef Tiger Brown (Reinhold Schünzel)<br />

gegen Peachums frisch verheiratete Tochter<br />

und den neuen Schwiegersohn. Die „Verfolgung“<br />

JENSEITS DER STRASSE<br />

(Leo Mittler, D 1929)<br />

GILDA<br />

(Charles Vidor, USA 1946)<br />

durch Spelunken und düstere Hafenviertel, Bordelle<br />

und Gefängniszellen endet in einer neuen<br />

Parallelwelt, diesmal bürgerlichen Anstrichs:<br />

der einer Bank!<br />

JENSEITS DER STRASSE (Leo Mittler, D 1929 | 4.<br />

& 11.7., am Klavier: Eunice Martins) Brillante Kameraarbeit<br />

(Friedl Behn-Grund) und furiose<br />

Montagestrecken prägen die Dreiecksgeschichte<br />

um einen Bettler, eine Prostituierte und einen<br />

Arbeitslosen, die über eine Perlenkette in einen<br />

tödlichen Konflikt geraten. Das kaum bekannte<br />

Hauptwerk des proletarischen Stummfilms<br />

taucht tief in die Unterwelt und das unausweichlich<br />

erscheinende Elend ein. Restaurierte Fassung.<br />

LE SANG D’UN POETE (Das Blut eines Dichters,<br />

Jean Cocteau, F 1930 | 7. & 8.7.) In Cocteaus surrealer<br />

Umarbeitung der Orpheus-Sage in ein<br />

filmisches Gedicht tritt ein Künstler auf Geheiß<br />

einer zum Leben erwachten Statue durch einen<br />

Spiegel in die Unterwelt, worauf sich ein Bilderstrom<br />

entspannt „frei in der Wahl der Gesichter,<br />

Formen, des Klanges, der Gesten, der Handlung,<br />

der Orte“ (J.C.). ORPHÉE (J. Cocteau, F 1950 | 7.


& 8.7.) Erneut ist es ein Spiegel, der zum Portal<br />

in ein Niemandsland wird, ein Reich des Todes,<br />

eine fremdartige Welt, in der sich der Dichter<br />

Orpheus (Jean Marais) in eine Prinzessin (María<br />

Casarès) verliebt, aber auch seine Frau zu retten<br />

versucht.<br />

BLUE VELVET (David Lynch, USA 1986 | 9. & 10.7.)<br />

In Lynchs verstörendem Thriller trifft eine farblich<br />

übersättigte, in ihrer Künstlichkeit entlarvende<br />

Vorstadtidylle auf eine dunkel-mysteriöse<br />

Welt des Verbrechens oder genauer: gerät der<br />

junge, unschuldige Student Beaumont (Kyle<br />

Mac Lachlan), der nach dem Tod seines Vaters in<br />

die Stadt seiner Kindheit zurückkehrt, in die<br />

Fänge des perversen, masochistischen Super-<br />

Kriminellen Booth (Dennis Hopper), der sich<br />

vorwiegend in dunklen Verstecken aufhält.<br />

GILDA (Charles Vidor, USA 1946 | 14., 16. & 19.7.)<br />

Schauplatz: Kasino. Ein so illegales wie nobles<br />

Etablissement bildet den Rahmen verbrecherischer<br />

Machenschaften. In dieser edlen Unterwelt<br />

geht es angeblich um nichts weniger als die<br />

Weltherrschaft, eigentlich aber um eine Frau:<br />

Gilda (Rita Hayworth), die in Buenos Aires zwi-<br />

magical history tour juli august 12 17<br />

schen zwei Männern steht. Ein Klassiker des<br />

Film noir, dessen Tempo und Spannung nur von<br />

der gloriosen Rita Hayworth überboten wird.<br />

UNDERWORLD (Josef von Sternberg, USA 1927 |<br />

19. & 27.7., am Klavier: Eunice Martins) Ein berüchtigter,<br />

zum Tode verurteilter Gangster<br />

bricht aus dem Gefängnis aus, um seine Geliebte<br />

der angeblichen Untreue zu überführen. Als<br />

Vorläufer von Little Caesar (1930) und Scarface<br />

(1932) lässt auch UNDERWORLD Gefühle von<br />

Angst und Einsamkeit durch die allzu dünne<br />

Fassade der Protagonisten durchschimmern.<br />

Alltagsgesten, das Anzünden einer Zigarette<br />

oder das Heben eines Glases legen Seelenzustände<br />

frei – je tiefer die Unterwelt, desto ergreifender<br />

das Melodram.<br />

FROST (Fred Kelemen, D 1997/98 | 17.7., zu Gast:<br />

Fred Kelemen im Gespräch mit Ulrich Gregor)<br />

In der Weihnachtsnacht flieht Marianne mit ihrem<br />

Sohn vor der Gewalt ihres Mannes und begibt<br />

sich auf eine siebentägige Odyssee durch<br />

das vereiste Deutschland. Ihre Suche nach dem<br />

Ort ihrer Kindheit verläuft über Schneefelder,<br />

gefrorene Seen, vereiste Straßen, führt von der


18 juli august 12 magical history tour<br />

Hölle einer Souterrain-Wohnung in ein scheinbar<br />

endlos vereistes Niemandsland. „Mit seiner<br />

Furcht einflößenden Leere und seiner plötzlichen<br />

gewaltsamen Katharsis ist FROST einer der<br />

Meilensteine des europäischen Films der späten<br />

90er Jahre.“ (Anthology Film Archives)<br />

LES AMANTS DU PONT-NEUF (Die Liebenden von<br />

Pont-Neuf, Léos Carax, F 1991 | 21. & 30.7.) Die<br />

älteste Brücke von Paris kurz vor ihrer Renovierung<br />

wird zum Fluchtpunkt und Refugium zweier<br />

Heimatloser: hierher ziehen sich der junge<br />

Drifter Alex (Denis Lavant) und die allmählich<br />

erblindende Malerin Michèle (Juliette Binoche)<br />

von der rauen, feindlichen Welt zurück, die sich<br />

jenseits des Pont-Neuf erstreckt. Doch die Brücke<br />

ist genauso fragil wie Alex’ und Michèles<br />

Konstruktion eines Niemandslands zwischen<br />

den Zeiten und Welten.<br />

THE THIRD MAN (Carol Reed, GB 1949 | 24., 26. &<br />

29.7.) Expressionistische und zudem schräg stehende<br />

Schatten beherrschen die labyrinthische<br />

Trümmerlandschaft des Nachkriegs-Wien, in der<br />

sich ein zunächst argloser amerikanischer<br />

Schriftsteller (Joseph Cotton) an die Aufklärung<br />

FROST<br />

(Fred Kelemen, D 1997/98)<br />

des vermeintlichen Todes seines Freundes (Orson<br />

Welles) macht. Dieser entpuppt sich als kaltblütiger<br />

Verbrecher, dessen Ende an passendem<br />

Ort Filmgeschichte geschrieben hat.<br />

LIVERPOOL (Lisandro Alonso, Argentinien / F /<br />

NL / D / E 2008 | 28. & 31.7.) Eine Variation auf das<br />

Thema Einsamkeit: In bestechenden Bildkompositionen,<br />

langen Einstellungen und mit großer<br />

Sorgfalt im Umgang mit Farben und Licht zeigt<br />

Alonso seinen Protagonisten, den Matrosen Farrel,<br />

der nach langer Abwesenheit seine Mutter<br />

besucht. Bei eisigen Temperaturen reist er durch<br />

die schneebedeckten Weiten Feuerlands in sein<br />

abgelegenes Heimatdorf. Seine Rückkehr vollzieht<br />

sich langsam und nur zögerlich. Bei der<br />

Ankunft erwartet ihn eine überraschende Begegnung:<br />

Die Familie hat ein neues Mitglied.<br />

Gangsters, corruption and dodgy dealings but<br />

also solitude, isolation and emptiness are the<br />

watchwords for our epoch- and genre-straddling<br />

overview of cinematic no man’s lands and seedy<br />

underbellies we are presenting in July’s Magical<br />

History Tour.


Retrospektive<br />

Andrej Tarkowskij<br />

Tarkowskij im Sommer – seit über 20 Jahren ist<br />

das eine lieb gewordene Tradition für uns und<br />

unser Publikum. Wir präsentieren im Juli und<br />

August neben den sieben langen Filmen des<br />

russischen Regisseurs Andrej Tarkowskij (1932–<br />

1986), dessen Geburtstag sich im April diesen<br />

Jahres zum 80. Mal jährte, drei dokumentarische<br />

Arbeiten von und über Tarkowskij.<br />

Tarkowskijs Abschlussarbeit an der Filmhochschule<br />

KATOK I SKRIPKA (Die Walze und die Geige,<br />

UdSSR 1960) zeigen wir zusammen mit seinem<br />

letzen Film OFFRET (Opfer, Schweden / F<br />

1986 | 22.7. & 15.8.). KATOK I SKRIPKA zeigt einen<br />

Tag im Leben des verträumten Sascha, der seine<br />

Geige dem Fußballspiel vorzieht und deshalb<br />

von seinen Kameraden verspottet wird. Die Abgeschiedenheit<br />

einer einsamen Insel ist Schauplatz<br />

von OFFRET. Hier finden die Geburtstagsfeierlichkeiten<br />

für den 50-jährigen Alexander<br />

statt, als die Nachricht eines Atomschlags über<br />

die Feiernden hereinbricht. Tarkowskij gelingt in<br />

seiner wort- und bildgewaltigen Vision die Verbindung<br />

von poetischer Filmsprache und philosophisch-religiösem<br />

Diskurs.<br />

andrej tarkowskij juli august 12 19<br />

In IWANOWO DETSTWO (Iwans Kindheit, UdSSR<br />

1962 | 23.7. & 8.8.) schildert Tarkowskij „die Geschichte<br />

eines Charakters, der vom Krieg geboren<br />

und von ihm verschlungen wird“ (A. T.). Der Zwölfjährige<br />

verwaiste Iwan stößt während des 2. Weltkriegs<br />

im Dnjepr-Gebiet zur Roten Armee und ist<br />

nicht davon abzubringen, als Späher und Kurier<br />

für die sowjetischen Truppen hinter den feindlichen<br />

Linien eingesetzt zu werden. Kunstvoll überlagert<br />

Tarkowskij das Geschehen des Films mit<br />

Iwans Träumen, Erinnerungen und Fantasien.<br />

Unversöhnlich treffen Künstler und Staatsmacht<br />

in ANDREJ RUBLJOW (UdSSR 1966–69 | 29.7. &<br />

19.8.) aufeinander. Der in acht Kapitel gegliederte,<br />

monumentale CinemaScope-Film zeigt den legendären<br />

Ikonenmaler Rubljow (etwa 1360–1430)<br />

als humanistischen, aufgeklärten Künstler an<br />

der Schwelle zur Neuzeit. Menschenverachtende<br />

Macht- und Kriegspolitik seiner Auftraggeber<br />

stürzen ihn in eine tiefe schöpferische Krise,<br />

gleichzeitig werden sie aber auch zur Triebfeder<br />

für die Auseinandersetzung mit der komplexen<br />

Position des Künstlers in der Gesellschaft.<br />

SOLARIS (UdSSR 1971/72 | 31.7. & 12.8.) basiert


20 juli august 12 andrej tarkowskij<br />

auf dem gleichnamigen Roman von Stanislaw<br />

Lem. Im Mittelpunkt steht die Reise des Psychologen<br />

Kelvin, der zum meerbedeckten Planeten<br />

Solaris geschickt wird, um die rätselhaften Vorkommnisse<br />

auf der dortigen Forschungsstation<br />

zu untersuchen. Nach und nach erkennt Kelvin,<br />

dass der geheimnisvolle Ozean auf Solaris die<br />

Träume, Ängste und Schuldgefühle der Männer<br />

der Raumstation zu materialisieren vermag.<br />

In dem stark autobiografisch bestimmten Film<br />

SERKALO (Der Spiegel, UdSSR 1975 | 5. & 20.8.)<br />

gibt der Protagonist sein Leben, seine Erinnerungen,<br />

seine Ängste und Obsessionen preis. Er<br />

ist Sohn geschiedener Eltern, auf der Suche<br />

nach der verlorenen Zeit und nach der eigenen<br />

Identität. Sein privates Schicksal ist verbunden<br />

mit den gesellschaftlichen Erschütterungen und<br />

Umbrüchen der Sowjetunion zwischen 1930 und<br />

den frühen 70er Jahren.<br />

STALKER (UdSSR 1980 | 3. & 14.8.) Unter der<br />

Führung eines Ortskundigen, der am Rande der<br />

Welt in einer verfallenen Industrielandschaft<br />

lebt, begeben sich ein Wissenschaftler und ein<br />

Schriftsteller in die mysteriöse „Zone“, wo es<br />

angeblich einen Ort geben soll, an dem die geheimsten<br />

Wünsche in Erfüllung gehen. Die Expedition<br />

wird zur Reise in die Innenwelt der Protagonisten,<br />

ins Imaginäre, ins Schweigen.<br />

„Ich wollte in NOSTALGHIA (Italien 1983 | 9. &<br />

26.8.) von der russischen Form der Nostalgie<br />

erzählen, von jenem für unsere Nation so spezifischen<br />

Seelenzustand, der in uns aufkommt,<br />

wenn wir fern der Heimat sind.“ Fern der Heimat<br />

ist ein russischer Schriftsteller, der nach Italien<br />

gekommen ist, um Material über einen italienischen<br />

Komponisten zu sammeln, dessen Biografie<br />

er schreiben will. Hier überkommt ihn<br />

jedoch eine übermächtige Sehnsucht nach der<br />

geografischen wie spirituellen Heimat.<br />

TEMPO DI VIAGGIO (Voyage in Time, Tonino Guerra,<br />

Andrej Tarkowskij, Italien 1983 | 11. & 27.8.)<br />

Tarkowskijs einziger Versuch im Nicht-Fiktionalen.<br />

„Tarkowskij und Tonino Guerra suchen<br />

nach Drehorten, diskutieren über Piero<br />

della Francesca; Bild und Ton entwickeln<br />

dabei ein oft opak-ambivalent verschobenes<br />

Verhältnis zueinander. Zur Mitte hin beginnt<br />

Guerra mit Tarkowskij einen eigens vorberei


teten Fragenkatalog abzuarbeiten, „assoziativ-irrlichternde<br />

Bildeinschübe liefern Parallel-Antworten,<br />

die Dinge drohen immer<br />

wieder zu zerfallen. TEMPO DI VIAGGIO ist die<br />

Vorwegnahme von NOSTALGHIA, dabei in seiner<br />

Montagearbeit dessen ästhetische Antithese.“<br />

(Rui Hortênsio da Silva e Costa)<br />

MOSKOWSKAJA ELEGIJA (Moskauer Elegie,<br />

Alexander Sokurow, UdSSR 1987 | 25. & 30.7.)<br />

„Ein monologischer Fluss der Bilder aus Fotos<br />

der Kindheit und Familie und des Lebens<br />

und Zitaten des Werks und von der Arbeit<br />

und den Orten, zu Bach und Chören und der<br />

sanften Stimme des Berichtenden. Thema<br />

aber ist Russland und am ergreifendsten<br />

sind die Kamera-Gänge durch die Wohnungen<br />

Tarkowskijs in Moskau. Wir sehen die<br />

Wohnung in Moskau vor dem Weggang in<br />

den Westen. Und wir sehen das Haus auf<br />

dem Lande, nach dem Schwarz des Endes,<br />

das die Beerdigung in der fernen Erde zeigt,<br />

so geschnitten, als sei es das Haus des Jenseits,<br />

auf ewig eingerichtet, wie eben verlassen,<br />

aufgeräumt wie zu letzten Tagen berei-<br />

SOLARIS<br />

(UdSSR 1971/72)<br />

andrej tarkowskij juli august 12 21<br />

OFFRET<br />

(Opfer, Schweden / F 1986)<br />

STALKER<br />

(UdSSR 1980)<br />

tet. Wie eine Szene aus den Filmen des Dargestellten.<br />

Backsteine, Holz, mit Zäunen,<br />

Wald und unverwechselbar auf russischer<br />

Erde, wo er seine Sommer als Kind verbrachte.“<br />

(Hans-Jürgen Syberberg)<br />

UNE JOURNÉE D’ANDREI ARSENEVITCH (Ein Tag<br />

im Leben des Andrej Arsenewitsch, Chris Marker,<br />

F 2000 | 26.7. & 4.8.) Andrej Tarkowskij war<br />

gesundheitlich schon stark angegriffen, als sein<br />

Sohn Andrjuscha 1986 die Sowjetunion verlassen<br />

durfte. Chris Markers Videoaufnahmen von dessen<br />

Ankunft in Paris bilden den Ausgangspunkt<br />

für Erinnerungen, Zitate und Reflexionen zur<br />

Sprache eines der größten Filmstilisten. Neben<br />

vielem wenig bekannten Material zeigt der Film<br />

auch Aufnahmen, die Tarkowskij im Bewusstsein<br />

seines nahen Todes selbst in Auftrag gegeben<br />

hat und die dokumentieren, wie er vom<br />

Krankenbett aus den Schnitt seines letzten<br />

Films OFFRET leitet. Tarkovsky retrospective. In<br />

addition to screening the seven full-length films<br />

by Russian director Andrei Tarkovsky (1932–1986)<br />

we will also be showing three documentaries on<br />

the director’s work as part of the retrospective.


22 juli august 12 living archive<br />

Living Archive<br />

LA MARCHE DES MACHINES<br />

(Eugène Deslaw, Frankreich 1928)<br />

Im Juli präsentiert die Living-Archive-Teilnehmerin<br />

Eunice Martins den ersten Teil ihres Projekts:<br />

„Pieces for the Archive“, eine Live-Komposition<br />

mit Kurzfilmen aus dem <strong>Arsenal</strong>-Archiv,<br />

darunter Filme von Eugène Deslaw, Richard<br />

Serra u.a. Ausgehend von diesen Kurzfilmen, die<br />

mit Bild und Ton und deren Kombination / Abwesenheit<br />

experimentieren, entsteht live im Kinoraum<br />

ein Stück mit Eunice Martins (Piano) und<br />

Mehmet Can Özer (Live-Elektronik), das reflektiert,<br />

dialogisiert, eigene Wege geht oder pausiert.<br />

(7.7.) Die Künstlerin und Performerin Vaginal<br />

Davis lädt auch im Juli und August ein zu ihrer<br />

Reihe „Rising Stars, Falling Stars: We Must<br />

Have Music!“ (Seiten 33 und 36) Am 1. Juli findet<br />

eine Vorführung des Films ZU FRÜH, ZU SPÄT<br />

(Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, Frankreich<br />

/ Ägypten 1980) statt. Ala Younis, derzeit Stipendiatin<br />

des Goethe-Instituts, wird diesen Film<br />

gemeinsam mit dem Teilnehmer Tobias Hering<br />

diskutieren. Außerdem findet am 24.7. sowie am<br />

13.8. die öffentliche Sichtung statt. TeilnehmerInnen<br />

des Projekts sichten Archivfilme gemeinsam<br />

mit dem Publikum. Der Eintritt ist frei,<br />

das Programm wird kurzfristig bekannt gegeben.<br />

In July, Eunice Martins presents the first part of<br />

her “Pieces for the Archive” project, a live composition<br />

drawing on short films from the <strong>Arsenal</strong><br />

archive. Taking these short films as a starting<br />

point, which themselves experiment with image<br />

and sound and how they can be combined or<br />

treated separately, a performance piece will be<br />

created live by Eunice Martins (piano) and Mehmet<br />

Can Özer (Live-electronics) in the auditorium<br />

which reflects, enters into dialogue with,<br />

departs from or pauses the short films included<br />

in the <strong>program</strong>. (7.7.)<br />

Artist and performer Vaginal Davis invites audiences<br />

to attend her new series “Rising Stars,<br />

Falling Stars: We Must Have Music!” (pages 33<br />

and 36). On July 1, a screening of Straub’s and<br />

Huillet’s ZU FRÜH, ZU SPÄT will be presented.<br />

Our monthly screenings of films from the <strong>Arsenal</strong><br />

archive will take place on July 24 and August<br />

13. Admission is free, the <strong>program</strong> will be announced<br />

in advance.


ANABAZYS<br />

(Joel Pizzini, Brasilien 2007)<br />

Curator in Residence:<br />

Joel Pizzini<br />

Living Archive wird vom Goethe-Institut mit einem<br />

Stipendiaten<strong>program</strong>m unterstützt. Unser<br />

vierter Gastteilnehmer kommt aus Rio de Janeiro:<br />

Joel Pizzini ist neben seiner kuratorischen<br />

Tätigkeit vor allem als Regisseur von Filmen bekannt,<br />

die sich an der Schnittstelle von kuratorischer<br />

und Regiearbeit bewegen: Sie schöpfen<br />

aus den Bildern der Kinogeschichte und bringen<br />

sie neu zum Sprechen. Zwei seiner Arbeiten widmen<br />

sich Werken aus unserer Sammlung.<br />

In einem Filmvortrag stellt er uns seine jüngste<br />

Arbeit MR. SGANZERLA – THE SIGNS OF THE<br />

LIGHT (2012) vor, in der er die Bilder und Ideen<br />

des Universums von Rogério Sganzerla neu zusammensetzt,<br />

die wiederum von Bildern und<br />

Tönen von Orson Welles, Noel Rosa, Jimi Hendrix<br />

und Oswald de Andrade geprägt wurden.<br />

Danach zeigen wir NEM TUDO É VERDADE, eine<br />

Reflexion über das Kino von R. Sganzerla (Forum<br />

1986), in dem Orson Welles und sein unvollendetes<br />

Brasilien-Projekt „It’s All True“ eine Schlüsselrolle<br />

spielen. (27.8.)<br />

2008 entstand in Zusammenarbeit mit Paloma<br />

Rocha ANABAZYS (28.8.), ein Porträt ihres Vaters<br />

living archive juli august 12 23<br />

Glauber Rocha, Rebell, Poet und Schlüsselfigur<br />

des brasilianischen Avantgardefilms. In unserer<br />

Sammlung befindet sich sein Film A IDADE DA<br />

TERRA (Das Alter der Erde, Forum 1982). Der Film,<br />

so Rocha, „ist eine Symphonie in Bild und Ton,<br />

oder eine Anti-Symphonie. Dieser Film ist mein<br />

Porträt neben dem Porträt Brasiliens.“ (30.8.)<br />

Jede dieser Kinoreflexionen, von Pizzini, Sganzerla<br />

oder Rocha, sind gleichzeitig Reflexionen<br />

über das Land und seine Städte. In einem Kurzfilm<strong>program</strong>m<br />

wird uns Pizzini diese Untrennbarkeit<br />

näher bringen. Grundlage dazu bildet<br />

sein Experimentalfilm DORMENTE / CROSS-TIE<br />

(2005), in dem er das nächtliche Ambiente – Gleise<br />

und elektrische Drähte – der Bahnhöfe São<br />

Paulos einfängt. (31.8.)<br />

Joel Pizzini, curator and filmmaker from Rio de<br />

Janeiro, is our new curator in residence. His<br />

films are reflections on both the history of cinema<br />

and city life in Brazil, two key elements also<br />

found in the work of filmmakers Rogéria Sganzerla<br />

and Glauber Rocha. We are welcoming him<br />

with a four-part film <strong>program</strong>. In collaboration<br />

with the Goethe-Institute.


24 juli august 12 magical history tour<br />

DESERTIR<br />

(Wsewolod Pudowkin, UdSSR 1933)<br />

ENTUSIASM<br />

(Simfonija Donbassa, Dsiga Wertow, UdSSR 1930)<br />

© Österreichisches Filmmuseum<br />

Magical History Tour<br />

Sound im Film<br />

PLAYTIME<br />

(Jacques Tati, F / I 1967)<br />

Frühe Tonfilmexperimente und experimentelle<br />

Geräuschtonspuren stehen im Vordergrund unseres<br />

Magical-History-Tour-Exkurses in die<br />

Welt der Tonspuren, die mit on-screen- oder offscreen-,<br />

diegetischen oder non-diegetischen<br />

Tönen, mit komplexen Audio-Arrangements,<br />

Überwältigungs-Sound oder atemloser Stille integraler<br />

Bestandteil der Filmerfahrung sind. Die<br />

Tonspur produziert Atmosphäre oder Irritation,<br />

greift den Bildern vor oder widerspricht ihnen,<br />

verstärkt oder erdrückt. Sie schafft eine Welt, einen<br />

souveränen Klangraum, der immer wieder<br />

Fragen zum Verhältnis von Bild und Ton aufwirft.<br />

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (Fritz<br />

Lang, D 1931 | 1. & 5.8.) Gellende Schreie, ein<br />

gepfiffenes Leitmotiv, rhythmisierte Dialoge und<br />

immer wieder plötzliche Stille: In seinem ersten<br />

Tonfilm nutzt Lang das neue Gestaltungsmittel<br />

konsequent als zusätzliches dramaturgisches<br />

Element, das die Bilder erweitert, statt sie nur<br />

zu begleiten. Zentrale Gestalt in dieser Mischung<br />

aus Gangsterfilm, Psychodrama und Thriller:<br />

Peter Lorre in der Rolle des triebhaften und getriebenen<br />

Kindermörders.<br />

THE SILENCE OF THE LAMBS (Jonathan Demme,<br />

USA 1991 | 2. & 6.8.) Im Spannungsfeld der Gegenläufigkeit<br />

von Bild und Ton: Parallelmontiert mit<br />

überkreuz laufender Tonspur treffen eine Hundertschaft<br />

FBI-Polizisten an einem Ort und eine<br />

ungeschützte FBI-Anwärterin an anderer Stelle<br />

auf ein verlassenes Haus bzw. den gesuchten<br />

Frauenmörder. Der Schlüsselmoment eines<br />

Films voller UKOs (unidentifizierbarer Klangobjekte)<br />

und symbolträchtiger, dutzendfach geräuschvoll<br />

sich öffnender und schließender Türen.<br />

Durch diese geht Clarice Starling, die erst<br />

ihre eigenen Traumata und schließlich auch einen<br />

gesuchten Frauenmörder bezwingt.<br />

„Nur eine kontrapunktische Verwendung des Tons<br />

in Beziehung zum Bild wird neue Möglichkeiten<br />

der Montage-Entwicklung eröffnen.“ So Eisenstein,<br />

Pudowkin und Alexandrow in ihrem Manifest<br />

zum Tonfilm (1928). Die praktische Umsetzung<br />

erfolgte 1933 in Wsewolod Pudowkins erstem<br />

Tonfilm DESERTIR (UdSSR 193 3 | 3. & 7.8.), in<br />

dem die Tonspur einen eigenständigen, vom Bild<br />

unabhängigen Rhythmus entwickelt. Zum Teil in<br />

Deutschland gedreht, handelt der Film von ei-


nem Hafenarbeiter, der zum Streikbrecher wird,<br />

dann jedoch von seinen kommunistischen Kollegen<br />

eine zweite Chance erhält.<br />

REAR WINDOW (Alfred Hitchcock, USA 1954 | 8. &<br />

10.8.) Der deutsche Verleihtitel DAS FENSTER ZUM<br />

HOF ist einer der wenigen Glücksgriffe der deutschen<br />

Synchronbranche. Er verweist auf einen<br />

zentralen Ton-Ort des Films: den Hof. Hier trifft<br />

eine Vielzahl von Geräuschen und Stimmen aufeinander,<br />

die das Leben in den (auf den Hof führenden)<br />

Wohnungen hörbar machen. Nur eine Wohnung<br />

bleibt tonlos – die des Mörders Thorwald.<br />

ENTUSIASM (Simfonija Donbassa, Dsiga Wertow,<br />

UdSSR 1930 | 9. & 12.8.) Wertow sah im Tonfilm<br />

die Vervollkommnung des Mediums. „ENTU-<br />

SIASM demonstriert die Möglichkeiten von Geräusch<br />

und Musik mit solch <strong>program</strong>matischer<br />

Brillanz, dass der Film noch heute wie ein unüberholtes<br />

Lehrstück in Sachen Bild-Ton-Montage<br />

erscheint. Der Beginn, in dem die Gesänge<br />

des alten orthodoxen Russlands mit Einstellungen<br />

von Kirchen, Betenden und Alkoholikern<br />

gekoppelt sind, und die darauffolgenden ‚Gesänge‘<br />

von Hochöfen, Kolben und Erntemaschinen<br />

magical history tour juli august 12 25<br />

zählen zum Faszinierendsten in Wertows Schaffen.“<br />

(H. Tomicek) – Gezeigt wird eine Kopie des<br />

Österreichischen Filmmuseums.<br />

PLAYTIME (Jacques Tati, F / I 1967 | 13. & 17.8.)<br />

Flughafengebäude, Bürohochhäuser, Wohnungen,<br />

ein Restaurant, alles (vermeintlich) aus Glas,<br />

Chrom, Stahl und Beton, makellos und sauber.<br />

Die schöne, neue Welt, in der Jacques Tati alias<br />

Monsieur Hulot die Tücken des Fortschritts und<br />

der Gleichförmigkeit kennenlernt, wird von einem<br />

ausgefeilten, exzessiven Ton- und Geräuschdesign<br />

kommentiert und ad absurdum geführt.<br />

SWEETGRASS (Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash,<br />

USA 2009 | 14. & 24.8.) Ohne Musik, Interviews<br />

oder Kommentarstimmen entwickelt sich<br />

die so unsentimentale wie monumentale Elegie<br />

auf den (untergehenden) amerikanischen Westen,<br />

auf die letzten Schafhirten und ihre Herden.<br />

Die Eindringlichkeit des Films verdankt sich<br />

nicht zuletzt der Tonspur, für die auch Schafe mit<br />

Mikrofonen ausgestattet wurden. Auch diese<br />

„Originaltöne“ wurden zu einem komplexen<br />

Sounddesign verarbeitet, das sich immer wieder<br />

von den Bildern absetzt.


26 juli august 12 magical history tour<br />

Die beiden halblangen Filme des kanadischen Filmemachers,<br />

Künstlers und Komponisten Michael<br />

Snow – Meilensteine des amerikanischen Avantgardefilms<br />

– markieren und reflektieren die Grenzen<br />

zwischen Bild und Ton. Während in WAVE-<br />

LENGTH (USA 1967 | 15. & 21.8.) ein ansteigender<br />

und lauter werdender Sinuston (sowie andere<br />

Geräusche) mit einem Zoom auf die Fensterwand<br />

einer Wohnung verschränkt werden, kontrastiert<br />

Snow in SEATED FIGURES (Kanada 1988 | 15. &<br />

23.8.) Aufnahmen rasend vorbeiziehender Straßenoberflächen<br />

mit den Geräuschen, die ein Kinopublikum<br />

samt Projektor von sich geben.<br />

AU HASARD BALTHAZAR (Zum Beispiel Balthasar,<br />

Robert Bresson, F / S 1965 | 18. & 21.8.) „Man<br />

kann nicht gleichzeitig ganz Auge und ganz Ohr<br />

sein. Wenn ein Ton ein Bild ersetzen kann, das<br />

Bild weglassen oder neutralisieren. Das Ohr<br />

geht mehr nach innen, das Auge nach außen,“<br />

schreibt Bresson in seinen Notizen zum Kinematographen<br />

und setzt seine Gedanken zum Ton<br />

u.a. in seinem Film über den Esel Balthasar um,<br />

dessen Leidensgeschichte eng mit der einer<br />

jungen Frau (Anne Wiazemsky) verbunden ist.<br />

WAVELENGTH<br />

(Michael Snow, USA 1967)<br />

DOUBLE TIDE (Sharon Lockhart, USA 2009 | 19.<br />

& 25.8.) Das schmatzende Geräusch des Wattenschlicks,<br />

das Vogelzwitschern und das Nebelhorn<br />

in der Bucht von Maine wurden für die<br />

Künstlerin und Filmemacherin Lockhart zur<br />

Inspirationsquelle des Films. Für den Zuschauer<br />

werden sie zu wichtigen Koordinaten eines<br />

aufregend-schönen Klangraums, einer im Gegensatz<br />

zu den Bildern verlässlichen, sensorischen<br />

Orientierungshilfe.<br />

MEEK’S CUTOFF (Kelly Reichardt, USA 2010 | 22.<br />

& 29.8.) Ein stiller Weste(r)n: dem Klang dieser<br />

Stille geht Reichardt in der mittelamerikanischen<br />

Prärie nach, in der sich Mitte des 19. Jahrhunderts<br />

ein Trapper und drei Familien auf der<br />

Suche nach einer Abkürzung nach Oregon verirren.<br />

Die aufwändig aufgenommenen Umweltgeräusche<br />

– das Rauschen des Windes, das<br />

Knarren der Räder, das Knistern des Feuers –<br />

evozieren einen noch nie vernommenen Klangraum<br />

des Westens. Early experiments with film<br />

sound and experimental noise soundtracks form<br />

the focus of our Magical History Tour excursion<br />

into the world of soundtracks and sound in film.


Cinema Storytelling<br />

from New Zealand<br />

APHRODITE’S FARM<br />

(Adam Strange, Neuseeland 2008)<br />

Unter dem Motto „He moemoeā he ohorere / Bevor<br />

es bei Euch hell wird“ präsentiert sich das<br />

Gastland Neuseeland / Aotearoa auf der Frankfurter<br />

Buchmesse 2012. Um die kulturelle Vielfalt<br />

des Landes in verschiedenen Ausdrucksformen<br />

zu präsentieren, reist die Reihe „Cinema<br />

Storytelling from New Zealand“ ab Ende August<br />

durch sechs deutsche Städte, beginnend in Berlin.<br />

Das von Maryanne Redpath (u.a. Berlinale-<br />

Delegierte für Neuseeland) kuratierte Programm<br />

zeigt Literaturverfilmungen, moderne<br />

Klassiker, bildgewaltige Maori-Geschichten und<br />

tragische Helden mit hinreißendem Kiwi-Humor.<br />

AN ANGEL AT MY TABLE (Jane Campion, 1990 |<br />

25.8., Einführung: Maryanne Redpath) Ein Film<br />

vereint drei außergewöhnliche neuseeländische<br />

Künstlerinnen: die Schriftstellerin Janet Frame,<br />

deren autobiografische Werke die literarische<br />

Vorlage bilden, die Darstellerin Kerry Fox in ihrer<br />

ersten Hauptrolle und die Regisseurin Jane<br />

Campion. Der Film vermeidet die Reduktion auf<br />

die jahrelange traumatische Fehlbehandlung<br />

Frames in einer psychiatrischen Klinik und<br />

nimmt sich Zeit für die Darstellung künstleri-<br />

cinema storytelling from new zealand juli august 12 27<br />

scher Selbstfindung und des Schreibens als<br />

Selbstbefreiung.<br />

WHALE RIDER (Niki Caro, 2002 | 28.8.) basiert auf<br />

dem gleichnamigen Roman von Witi Ihimaera,<br />

einem der wichtigsten Maori-Schriftsteller seines<br />

Landes. Buch und Film handeln von der<br />

zwölfjährigen Pai, gespielt von Keisha Castle-<br />

Hughes, die als Erstgeborene ihren Platz in den<br />

Traditionen ihres Volkes sucht.<br />

Peter Jackson, zu Beginn seiner Karriere hauptsächlich<br />

bekannt für schwarzhumorigen Splatter,<br />

änderte mit HEAVENLY CREATURES (1994 |<br />

28.8.) seinen Erzählton radikal. Gemeinsam mit<br />

seiner Frau Fran Walsh schrieb er das Drehbuch<br />

und verfilmte es mit den damals weitgehend<br />

unbekannten Schauspielerinnen Kate Winslet<br />

und Melanie Lynskey. Bemerkenswert ist die<br />

Entscheidung, die Freundschaft der jungen<br />

Frauen in den Mittelpunkt zu rücken, deren katastrophaler<br />

Ausgang durch die sensible Bildsprache<br />

umso mehr verstört. Der Vorfilm<br />

APHRODITE’S FARM (Adam Strange, 2008 | 28.8.)<br />

überzeugt durch seinen absurd-märchenhaften<br />

Stilmix und schafft einen leichtfüßigen Einstieg


28 juli august 12 cinema storytelling from new zealand<br />

in ein zunehmend surreales Neuseelandbild.<br />

IN MY FATHER’S DEN (Brad McGann, 2004 | 29.8.)<br />

geht zurück auf die gleichnamige Buchvorlage<br />

von Maurice Gee, die McGann jedoch frei interpretierte<br />

und radikal veränderte. Die neuseeländische<br />

Kleinstadt, dunkle Familiengeheimnisse<br />

und die Verlockungen der Außenwelt sind zentrale<br />

Themen seiner ersten und tragischerweise<br />

auch letzten Regiearbeit.<br />

Die Reihe schließt mit unterschiedlichen Perspektiven<br />

auf Leben und Alltag der neuseeländischen<br />

Maori. Taika Waititi beeindruckt in BOY<br />

(2010 | 31.8.) durch den spielerischen Umgang<br />

mit seinen Sujets und eine ganz selbstverständliche<br />

gestalterische Kraft. Für seine Coming-of-<br />

Age-Geschichte schrieb er das Drehbuch, führte<br />

Regie und spielte die erwachsene Hauptrolle.<br />

Spätestens seit BOY gilt Waititi als eine der talentiertesten<br />

jungen Stimmen des neuseeländischen<br />

Gegenwartskinos. Der Vorfilm TAMA TU<br />

(2004 | 31.8.) ist ein weiteres Beispiel für Waititis<br />

Fähigkeit, aus vermeintlich trostlosen Situationen<br />

Humor zu schöpfen.<br />

ONCE WERE WARRIORS (Lee Tamahori, 1994 |<br />

31.8.) galt als Wagnis und wurde zum überwältigendem<br />

internationalen Erfolg. Tamahori verfilmt<br />

den Debütroman von Alan Duff und kombiniert<br />

dabei schonungslosen sozialen Realismus<br />

mit schnellen Schnittfolgen und Rapmusik.<br />

Erstmals wurden Themen wie Alkoholismus,<br />

häusliche Gewalt und Gangkriminalität in urbanen<br />

Maori-Slums filmisch verhandelt. (Julia<br />

Fidel) „He moemoeā he ohorere / While you are<br />

sleeping” is the motto of the honorary guest at<br />

the Frankfurt Book Fair 2012 – New Zealand /<br />

Aotearoa. To present the cultural diversity of the<br />

country in its many different forms, six film <strong>program</strong><br />

will travel through Germany, starting at<br />

the end of August in Berlin. The roadshow „Cinema<br />

Storytelling from New Zealand“, curated by<br />

Maryanne Redpath, Berlinale delegate for New<br />

Zealand, highlights literary film adaptations and<br />

presents modern classics, visually powerful<br />

Maori stories and tragic heroes with captivating<br />

Kiwi humour. Finanziert von der New Zealand<br />

Film Commission und unterstützt durch die beteiligten<br />

Filmemacher und deutschen Verleiher,<br />

die der Vorführung zugestimmt haben.


Kinderausstellung „Helden“<br />

Anlässlich der Kinderausstellung „Helden“<br />

(Filmhaus, 4. Stock) präsentiert die Deutsche Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen immer<br />

am letzten Sonntag im Monat einen<br />

„Helden“-Film. Am 1. Juli ist die Erstverfilmung<br />

des Kinderbuches von Max von der Grün DIE VOR-<br />

STADTKROKODILE (1977) zu sehen. Um im Club<br />

der Vorstadtkrokodile aufgenommen zu werden,<br />

muss man eine gefährliche Mutprobe bestehen,<br />

was für den querschnittsgelähmten Kurt nicht<br />

einfach ist. Gemeinsam decken die Bandenmitglieder<br />

ein Verbrechen auf. Ganz anders ergeht<br />

es dem Helden Harry Potter, der dem Ruf nach<br />

Hogwarts in die Zauberschule folgt und zum ersten<br />

Mal auf Bahngleis 9 ¾ steht. In HARRY POT-<br />

TER UND DER STEIN DES WEISEN (29.7.) lernt er<br />

die Geheimnisse der Zauberschule kennen. Um<br />

das Thema Alltagshelden geht es bei dem spannenden<br />

Dokumentarfilm<strong>program</strong>m JUNGE HEL-<br />

DEN (26.8.), vorgestellt von doxs, dem Duisburger<br />

Dokumentarfilmfestival für Kinder und Jugendliche.<br />

Freier Eintritt mit „SuperheldInnen“-Ausweis,<br />

der in der Ausstellung zu erwerben ist.<br />

AN ANGEL AT MY TABLE<br />

(Jane Campion, Neuseeland 1990)<br />

BOY<br />

(Taika Waititi, Neuseeland 2010)<br />

DIE VORSTADTKROKODILE<br />

(Wolfgang Becker, BRD 1977)<br />

juli august 12 29<br />

Die DEFA-Stiftung präsentiert<br />

Gemeinsam mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung<br />

setzt die DEFA-Stiftung die Filmreihe<br />

„Brüche und Kontinuitäten“ fort. Diese<br />

widmet sich neun Regisseuren, die vor 1945 bei<br />

der UFA und nach 1945 bei der DEFA tätig waren.<br />

Im Juli werden zwei Filme des Regisseurs Erich<br />

Engel präsentiert. In ES LEBE DIE LIEBE (Erich<br />

Engel, D 1943) versucht der Operettentenor des<br />

Berliner Apollo-Theaters Manfred Richter die<br />

Diva Manuela de Orta für eine Revue zu gewinnen.<br />

Später begegnet sie ihm unerkannt wieder.<br />

Die Rolle des Manfred Richter verkörpert Johannes<br />

Heesters. AFFAIRE BLUM (Erich Engel, SBZ/<br />

DDR 1948) handelt von dem jüdischen Unternehmer<br />

Jacob Blum, der unschuldig wegen Mordes<br />

verurteilt werden soll. Erst der Berliner Kommissar<br />

Bonte überführt den wahren Täter. Der<br />

Film basiert auf den tatsächlichen Ereignissen<br />

eines Magdeburger Justizskandals im Jahr 1926.<br />

In July, the DEFA Foundation together with the<br />

Friedrich Wilhelm Murnau Foundation are continuing<br />

their joint film series “Breaks and Continuities”<br />

with two films by director Erich Engel. (2.7.)


30 juli 12<br />

Arbeitswelten im Film<br />

Wir begleiten ein von Ulrike Vedder und Alexandra<br />

Tacke geleitetes Seminar der Humboldt-<br />

Universität zu Arbeitswelten in Literatur und<br />

Film. Der letzte Film in der Reihe ist Christian<br />

Petzolds YELLA (D 2007 | 3.7., anschließend Diskussion<br />

mit Christian Petzold). Yella (Nina Hoss)<br />

lässt Wittenberge und damit eine gescheiterte<br />

Ehe und die Insolvenz der Firma ihres Mannes<br />

hinter sich. In Hannover lernt sie Philipp kennen,<br />

der für eine Private-Equity-Firma arbeitet. Als<br />

seine Assistentin bewährt sie sich in der Welt<br />

des Risiko-Kapitals, der gläsernen Büros, der<br />

unentwegten Bewegung. „Petzold geht es um<br />

das Registrieren und Verstehen von Haltungen<br />

im so zialen Raum. Die Präzision seiner Filme<br />

verdankt sich einem genuin politischen Interesse<br />

daran, wie unsere Gesellschaft funktioniert,<br />

wie sie sich in die Körper der Menschen einschreibt,<br />

sie diszipliniert und zurichtet aufs<br />

Funktionieren.“ (Ulrich Kriest)<br />

We are accompanying a Humboldt University<br />

seminar on working environments in literature<br />

and film with a series of films.<br />

YELLA<br />

(Christian Petzold, D 2007)<br />

Das Gesicht als Ereignis<br />

Skurrile Gesichtstransformationen in den Kurzfilmen<br />

von Jan Švankmajer stehen im Mittelpunkt<br />

des abschließenden Film<strong>program</strong>ms, das im Rahmen<br />

des TU-Seminars „Das Gesicht als Ereignis“<br />

von Mona Körte (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung<br />

Berlin / ZfL) am 5.7. stattfindet. Judith<br />

Elisabeth Weiss (ZfL) führt in den Abend ein.<br />

Es laufen: HISTORIA NATURAE / SUITA (ČSSR 1967)<br />

Ein etwas anderer Tatsachenbericht über das destruktive<br />

Eingreifen des Menschen in das Tierreich.<br />

DO PIVNICE (Down to the Cellar, ČSSR 1983)<br />

Angst, Bedrohung, Verzweiflung, Hoffnung und<br />

Aufbegehren begleiten ein Mädchen auf dem Weg<br />

in den Keller. KONEC STALINISMU V ČECHÁCH (The<br />

Death of Stalinism in Bohemia, ČSSR 1990) Fantasievolle<br />

Zusammenfassung der 42 Jahre kommunistischer<br />

Herrschaft. JÍDLO (Food, Tsch. Republik<br />

/ GB 1992) Erinnerungen an die kindliche Abneigung<br />

gegen das Essen. MOŽNOSTI DIALOGU (Dimensions<br />

of Dialogue, ČSSR 1982) Triptychon der<br />

(Un-)Möglichkeit der Kommunikation – eine Materialschlacht.<br />

Filme aus dem Archiv der Internationalen<br />

Kurzfilmtage Oberhausen.


Der Standpunkt der Aufnahme<br />

Romana Schmalisch und Robert Schlicht zeigen<br />

zunächst zwei eigene Arbeiten, die das Verhältnis<br />

von Kino und Geschichte untersuchen und<br />

sich als Kapitel einer Gespenstergeschichte des<br />

20. Jahrhunderts lesen lassen. In RECITANDO (D<br />

2010) simulieren auf Beschäftigung wartende<br />

Arbeiter einer Moskauer Papierfabrik den Produktionsprozess.<br />

In chorischen Szenen kommentieren<br />

sie ihre Situation. Protagonistin von<br />

PRELIMINARIES (D 2011) ist die Statue „Arbeiter<br />

und Kolchosebäuerin“, die Vera Muchina für den<br />

sowjetischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung<br />

1937 entworfen hatte und die zum Logo<br />

der Mosfilm-Gesellschaft wurde. Aus dem Archiv<br />

des <strong>Arsenal</strong> zeigen die Filmemacher Michail<br />

Romms Essayfilm DER GEWÖHNLICHE FASCHIS-<br />

MUS (UdSSR 1965), in dem nationalsozialistisches<br />

Filmmaterial, das als Kriegsbeute in die<br />

Sowjetunion gelangte, zu einem Krankheitsbild<br />

des Faschismus montiert wird. (T. Hering)<br />

R. Schmalisch and R.Schlicht host a <strong>program</strong><br />

dedicated to cinema’s intricate correlation with<br />

history. www.standpunktderaufnahme.de (6.7.)<br />

PRELIMINARIES<br />

(Romana Schmalisch und Robert Schlicht, D 2011)<br />

juli 12 31<br />

Filmmakers’ Choice<br />

LA BATALLA DE CHILE ist das Zeugnis der revolutionären<br />

Situation in Chile 1973, des letzten Regierungsjahres<br />

der Unidad Popular mit Präsident<br />

Salvador Allende. Patricio Guzmán nannte<br />

den Film 1978 „ein historisches Protokoll“. Die<br />

Filmemacher drehten ein Jahr lang Diskussionen<br />

und Demonstrationen auf der Strasse, die<br />

Selbstorganisierung der ArbeiterInnen, die Auseinandersetzung<br />

im Parlament. Am 11. September<br />

1973 beendete ein Militärputsch den Versuch,<br />

revolutionäre Prozesse Schritt für Schritt durch<br />

ein demokratisches Parlament zu legitimieren.<br />

Vor dem Hintergrund heutiger politischer Bewegungen<br />

können wir anhand einiger ausgewählter<br />

Filmausschnitte Selbstorganisation und politisches<br />

Handeln sowie Fragen des Dokumentarischen<br />

diskutieren. (Angelika Levi)<br />

LA BATALLA DE CHILE is a unique report on the<br />

revolutionary situation in Chile in 1973. Using this<br />

extraordinary document as a basis for discussion,<br />

Angelika Levi will be talking about current<br />

political movements and the power of documentaries.<br />

(9.7.)


32 juli 12<br />

DAAD-Stipendiatin Bouchra Khalili<br />

Die französisch-marokkanische Videokünstlerin<br />

Bouchra Khalili, mit ihren Filmen und Installationen<br />

bei vielen internationalen Festivals und<br />

Ausstellungen vertreten, ist zurzeit Gast des<br />

Berliner Künstler<strong>program</strong>ms des DAAD. Die Beschäftigung<br />

mit Exil und klandestiner Existenz<br />

durchzieht all ihre formal wohldurchdachten Arbeiten.<br />

Die Videos des MAPPING-JOURNEY-Projekts<br />

(2008–2011) basieren auf Erzählungen namenloser<br />

Flüchtlinge, die über ihre Migrationsrouten<br />

nach Europa berichten und diese kreuz<br />

und quer auf einer Landkarte nachzeichnen. So<br />

entsteht eine alternative Geografie, eine Kartografie<br />

des Widerstands. Diesem modernen Nomadentum<br />

widmet sich auch die Video-Serie<br />

STRAIGHT STORIES (2006–2008). Die fünfteilige<br />

Arbeit SPEECHES (2012) zeigt Migranten, die, in<br />

ihrer jeweiligen Muttersprache, Auszüge aus<br />

Schlüsseltexten des postkolonialen Diskurses<br />

vortragen, u.a. von Aimé Césaire, Malcolm X und<br />

Mahmud Darwisch. Bouchra Khalili presents<br />

her elaborate videos exploring issues of exile<br />

and clandestine existence. (10.7.)<br />

Buchpräsentation: Schriften zum Kino<br />

Karsten Witte, einer der wichtigsten deutschsprachigen<br />

Filmpublizisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts,<br />

steht für ein kulturhistorisches und ästhetisches<br />

Denken, das es neu zu entdecken gilt.<br />

Der bei Vorwerk 8 erschienene Band Schriften zum<br />

Kino macht einen repräsentativen Querschnitt seiner<br />

Texte sowie unveröffentlichte Manuskripte<br />

wieder zugänglich. Die Auswahl konzentriert sich<br />

auf Essays, Filmbesprechungen und Artikel zur<br />

europäischen Filmkultur nach 1945 und auf zwei<br />

Konvolute zum japanischen und afrikanischen<br />

Kino. Texte, die das Spektrum von Wittes Schaffen<br />

und in der Gesamtschau seine Position aufzeigen,<br />

das Kino selbst als eine Form von Geschichtsbildung<br />

bzw. Geschichtsschreibung zu begreifen. Anlässlich<br />

der Buchvorstellung wird der selten aufgeführte<br />

Film SCHWARZER KIES (BRD 1960/61) von<br />

Helmut Käutner präsentiert. <strong>Arsenal</strong> and Vorwerk<br />

8 present a collection of essays by Karsten Witte,<br />

one of the most influential German film critics at<br />

the end of the 20th century, accompanied by a<br />

screening of SCHWARZER KIES (BRD 1960/61) by<br />

Helmut Käutner. (12.7.)


Vaginal Davis präsentiert: Rising Stars,<br />

Falling Stars – We Must Have Music!<br />

„Curatorial Mother“ Vaginal Davis präsentiert in<br />

ihrer monatlichen Serie das Musical BABES ON<br />

BROADWAY (USA 1941) von Busby Berkeley und<br />

Vincente Minnelli. Michael Baute erinnert sich:<br />

„Mickey Rooney fragt July Garland, ob sie ihm ein<br />

Lied singen möge. Sie: ‚How do you know I sing?‘<br />

Er: ‚You sing when you talk, and you dance when<br />

you walk, and when I look in your eyes, I see a<br />

song.” Wie immer gibt es nach der Show Drinks<br />

und Musik, dargereicht von Ms Davis persönlich.<br />

Vaginal Davis introduces BABES ON BROADWAY<br />

by Busby Berkeley and Vincente Minnelli. Michael<br />

Baute recalls: „Mickey Rooney asks July<br />

Garland, whether she would sing him a song.<br />

She: ‘How do you know I sing?’ He: ’You sing<br />

when you talk, and you dance when you walk,<br />

and when I look in your eyes, I see a song.’” After<br />

the show Ms. Davis offers drinks and music.<br />

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts /<br />

The event is part of the project „Living Archive“ in<br />

Zusammenarbeit mit / in collaboration with Daniel<br />

Hendrickson. (22.7.)<br />

SPEECHES: MALCOLM X<br />

(Bouchra Khalili, F 2012)<br />

Karsten Witte<br />

© Ulrike Ottinger<br />

BABES ON BROADWAY<br />

(Busby Berkeley, USA 1941)<br />

juli august 12 33<br />

Die DEFA-Stiftung präsentiert<br />

Die monatliche Filmreihe der DEFA-Stiftung<br />

steht im August unter dem Titel „Grüße von der<br />

Ostsee – ein sommerliches Dokumentarfilm<strong>program</strong>m“.<br />

Die Reise geht von Bad Doberan (DOBERANER<br />

HEIDE) über Prerow (BARFUSS UND OHNE HUT)<br />

nach Ribnitz-Damgarten (RIBNITZ-DAMGAR-<br />

TEN) und entlang des Darß (DER DARSS) nach<br />

Rügen (HEIMWEH NACH RÜGEN ODER „GESTERN<br />

WAR ICH NOCH KÖCHIN“, SELLINER FOTOGRAF<br />

und DREI PERLEN). Dabei lernt man die verschiedensten<br />

Menschen kennen und erforscht<br />

unbekannte Orte.<br />

Im zweiten Teil stehen die Menschen an der Küste<br />

im Mittelpunkt: Fischer (ESSAY ÜBER EIN<br />

FISCHWEIB ODER MIN HERZING), Schiffsbauer<br />

(KURT RÖVER – SCHIFFBAUER), weitere Seeleute<br />

und Hafenarbeiter (DE GOLIATH UND SIN CREW)<br />

sowie ihre Familien und ihr Leben (DANZ MIT MI<br />

und DREI HÄFEN AN DER OSTSEE). In August, the<br />

DEFA Foundation’s monthly film series is entitled<br />

“Greetings from the Baltic Sea – A Documentary<br />

Summer Film Program”. (6.8.)


34 august 12<br />

Deutschlandpremiere: BETE & DEISE<br />

Wir freuen uns, den neuen Film von Wendelin<br />

Van Oldenborgh zu präsentieren, den wir ab Juli<br />

in unseren Verleih aufnehmen.<br />

BETE & DEISE (Niederlande / Brasilien, 2012)<br />

zeigt die Begegnung zweier Frauen in Rio de<br />

Janeiro, die in ihrer jeweils eigenen Art und Weise<br />

der Öffentlichkeit eine Stimme geben. Bete<br />

Mendes ist eine Veteranin der Telenovela-Darstellerinnen<br />

und politische Aktivistin, Deise<br />

Tigrona eine der stärksten Stimmen des Baile<br />

Funk, deren Song „Injeção“ Ausgangspunkt für<br />

den Song „Bucky Done Gun“ der Musikerin M.I.A.<br />

war. Der Film entstand im Rahmen von Van Oldenborghs<br />

Recherchen zum brasilianischen<br />

Kino und ihrer Untersuchung von Gesten im öffentlichen<br />

Raum als Ausdruck sozialer Verhältnisse.<br />

In Anwesenheit der Filmemacherin.<br />

Wendelin Van Oldenborgh’s new work BETE &<br />

DEISE brings about a meeting between veteran<br />

telenovela actress and political activist Bete<br />

Mendes and Deise Tigrona, one of the most powerful<br />

voices in Baile funk, whose song Injeção<br />

was the basis for M.I.A.’s Bucky Done Gun. (16.8.)<br />

Filmmakers’ Choice: Ernie Gehr, Larry Gottheim,<br />

Peter Hutton, Pat Sullivan<br />

Mein erster Kinobesuch, ca. 1970, an der Hand<br />

meiner Großmutter, eine Nachmittagsvorstellung:<br />

die für mich unfassbare Grausamkeit von<br />

Laurel und Hardy lässt mich nach wenigen Minuten<br />

entsetzt wieder ins blendende Sonnenlicht<br />

flüchten. Das darauffolgende Fantasia ist<br />

mir dann nur noch als unverständliche Farb-<br />

und Tonorgie in Erinnerung. Seither begegne ich<br />

dem Kino als Zeit und Wahrnehmung strukturierenden<br />

Apparat mit Respekt und stelle mir doch<br />

manchmal seine Verwandlung in diesen extravaganten,<br />

phantastischen, beiläufigen, imaginären,<br />

atmosphärischen, chaotischen, fragmentierten,<br />

komplexen und ornamentalen Ort vor,<br />

der es vielleicht schon mal war oder noch wird.<br />

(Martin Ebner) This <strong>program</strong> of fantastic silent<br />

and experimental cinematic works of the early<br />

70s has been put together with the idea of an<br />

ideal movie theater in mind, where films run the<br />

whole day, music plays from time to time, the<br />

door to the street is half open and people talk,<br />

smoke or eat as they please. (20.8.)


Doppelprojektion: Torse<br />

Im Rahmen der Ausstellung „Maryanne Amacher:<br />

Intelligent Life“ (DAAD-Galerie | 14.7.–25.8.) zeigt<br />

das <strong>Arsenal</strong> eine seltene Aufführung der Doppelprojektion<br />

TORSE (Regie: Charles Atlas, Choreographie:<br />

Merce Cunningham, Musik: Maryanne<br />

Amacher, USA 1977). Amacher (1938–2009) zählte<br />

zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der<br />

zeitgenössischen Musik. Sie arbeitete mit John<br />

Cage und Merce Cunningham zusammen und war<br />

Fellow am Center für Advanced Visual Studies des<br />

MIT in Cambridge (USA). Im Zentrum ihrer Forschungen<br />

standen die Beziehungen von Klang,<br />

Raum und Körper. TORSE zeigt eine Aufführung<br />

von Merce Cunninghams komplexer Choreographie,<br />

die während dreier Tagen mit mehreren Kameras<br />

aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt<br />

wurde. Gleichzeitig ein Dokument wie ein eigenständiges<br />

Werk, verdeutlicht es die einzigartige<br />

Form der Zusammenarbeit der beteiligten KünstlerInnen.<br />

Mit Einführung. On the occasion of the<br />

exhibition „Maryanne Amacher: Intelligent Life“<br />

(DAAD-Galerie | 14.7.–25.8.), <strong>Arsenal</strong> presents a rare<br />

screening of the double projection TORSE. (22.8.)<br />

august 12 35<br />

BETE & DEISE<br />

(Wendelin Van Oldenborgh, Niederlande / Brasilien 2012)<br />

BARN RUSHES<br />

(Larry Gottheim, USA 1971)<br />

TORSE<br />

(Charles Atlas, USA 1977)<br />

<strong>Arsenal</strong> Summer School<br />

Vom 23. bis 25. August findet zum vierten Mal die<br />

<strong>Arsenal</strong> Summer School statt. Unter dem Titel<br />

„DAS WILDE DENKEN. Experimentalfilm als Methode“<br />

betrachten ReferentInnen aus Theorie<br />

und Praxis in acht Veranstaltungen – Werkstattgesprächen,<br />

Diskussionen, Filmgesprächen und<br />

Screenings – experimentelle Formen als Ausdruck<br />

einer Vision des Kinos im Verhältnis zur<br />

Welt. Die diesjährige <strong>Arsenal</strong> Summer School<br />

führt inhaltlich auf die im Oktober stattfindende<br />

Tagung „Think:Film“ hin. Mit Beiträgen von: Ronald<br />

Balczuweit, Heinz Emigholz, Arne Hector,<br />

Birgit Hein, Birgit Kohler, Jenny Perlin, Stefanie<br />

Schulte Strathaus, Marc Siegel, Minze Tummescheit.<br />

Begrenzte Teilnehmerzahl. Plätze werden<br />

nach Eingang der Anmeldungen vergeben. Teilnahmegebühren:<br />

110 Euro / 90 Euro (Mitglieder,<br />

Studenten, Arbeitslose) / 70 Euro (Fördermitglieder).<br />

Kontakt: summerschool@arsenal-berlin.de.<br />

Anmeldeschluss: 30. Juli 2012. The fourth <strong>Arsenal</strong><br />

Summer School is taking place from August<br />

23–25 entitled „Wild Thought / Thinking Wild. Experimental<br />

Film as a Methodology“.


36 august 12<br />

Vaginal Davis präsentiert: Rising Stars,<br />

Falling Stars – We Must Have Music!<br />

Für ihr August-Programm wählte „Curatorial<br />

Mother“ Vaginal Davis zwei kleine Juwelen aus:<br />

Dudley Murpheys ST. LOUIS BLUES (1929) enthält<br />

die einzigen Filmaufnahmen der „Empress of<br />

the Blues“ Bessie Smith, sowie ihre einzigen<br />

Tonaufnahmen, die außerhalb der Kontrolle von<br />

Columbia Records entstanden. Amos Poes THE<br />

BLANK GENERATION (1975) ist ein Home Movie<br />

über die Geburt des New York Punk mit Iggy Pop,<br />

Blondie und Patti Smith. Curatorial Mother Vaginal<br />

Davis treats us to two jewels: Dudley Murphey’s<br />

ST. LOUIS BLUES is the only known film of<br />

Bessie Smith, and the soundtrack is her only recording<br />

not controlled by Columbia Records. THE<br />

BLANK GENERATION is a “home movie” of New<br />

York punk’s birth filmed by Amos Poe and Ivan<br />

Kral, legendary 1970s guitarist, with Iggy Pop,<br />

Blondie and Patti Smith. Afterwards drinks and<br />

music will be served! Eine Veranstaltung im<br />

Rahmen des Projekts / The event is part of “Living<br />

Archive” in Zusammenarbeit mit / in collaboration<br />

with Daniel Hendrickson. (26.8.)<br />

ST. LOUIS BLUES<br />

(Dudley Murphey, USA 1929)<br />

Buchpräsentation: Untot. Zombie Film Theorie<br />

Einst von George A. Romero als die „lower class<br />

citizens of the monster world“ bezeichnet, haben<br />

die Zombies im Film in jüngster Zeit stark an Popularität<br />

gewonnen. Diese Präsenz der Zombies<br />

nehmen wir zum Anlass für einen Zombie-<br />

Abend. Die Film- und Medienwissenschaftler<br />

Michael Fürst, Florian Krautkrämer und Serjoscha<br />

Wiemer präsentieren ihr Buch Untot. Zombie<br />

Film Theorie, das zahlreiche Beiträge zur<br />

Theorie und Geschichte des Zombiefilms versammelt.<br />

Von Jacques Tourneur über George<br />

Romero bis Bruce LaBruce reicht das thematische<br />

Spektrum. Dazu werden zwei aktuelle<br />

Zombiefilme gezeigt: In Bruce LaBruces zweitem<br />

schwulen Zombiefilm L.A. ZOMBIE vereint er<br />

Sex, Gewalt und Kritik an sozialen Missständen<br />

zu einem für ihn typischen Mix. JUAN OF THE<br />

DEAD (A. Brugués, Kuba 2011) ist einer der jüngsten<br />

Zombiefilme dieser Tage: Als blutige Komödie<br />

feiert der Film die neue Revolution und lässt<br />

die Zombies Havanna erobern. Book presentation<br />

with screening of L.A. ZOMBIE (Bruce La-<br />

Bruce) and JUAN OF THE DEAD. (30.8.)


OS RESIDENTES<br />

(The Residents, Tiago Mata Machado, Brasilien 2010)<br />

Neu im Verleih<br />

KAREN LLORA EN UN BUS (Karen Cries on the<br />

Bus) (Kolumbien 2011) von Gabriel Rojas Vera –<br />

Nach zehn Jahren verlässt Karen ihren Mann.<br />

Sie will ihr Leben neu gestalten, herausfinden,<br />

wer sie ist oder sein könnte. Mehr noch als emotionale<br />

wirft dieser Schritt praktische Fragen auf,<br />

denn Karen hat keinen Job, keine Freunde,<br />

kaum Geld. In der Absteige, in der sie gelandet<br />

ist, lernt sie Patricia kennen. An der Seite der<br />

jüngeren und auf den ersten Blick stärkeren<br />

Freundin macht Karen ihre ersten Schritte in die<br />

Unabhängigkeit. Gabriel Rojas Vera richtet seinen<br />

Blick mehr auf das Innere seiner Figur als<br />

auf das äußere Drama. Mit großer Sympathie für<br />

seine Figuren erzählt er eine kleine Geschichte,<br />

die große Fragen berührt. Ab 26.7. tgl. im fsk.<br />

After ten years of marriage Karen leaves her<br />

husband. She wants to make a fresh start, find<br />

out who she is – or could be. With great sympathy<br />

for his characters director Gabriel Rojas Vera<br />

tells a little story that touches on big questions.<br />

KAREN LLORA EN UN BUS (Karen Cries on the<br />

Bus) from 26.7. daily at fsk Kino.<br />

arsenal distribution juli august 12 37<br />

OS RESIDENTES (The Residents) (Brasilien 2010)<br />

in Tiago Mata Machados Film sind angetreten,<br />

um einer Welt, der die Utopien und die Poesie<br />

abhanden gekommen sind, den Kampf anzusagen.<br />

Eine Art situationistische Stadtguerilla der<br />

Gegenwart, verbringen sie ihre Tage damit, auf<br />

materieller wie immaterieller Ebene Unruhe zu<br />

stiften. Gespickt mit diskursiven und filmischen<br />

Referenzen ist der Film sich der eigenen Begrenztheit<br />

vollends bewusst und vertritt doch<br />

selbstbewusst die These, dass noch in jeder<br />

Wiederholung etwas von der unruhestiftenden<br />

Kraft der ursprünglichen Geste liegt. 12.–18.7. tgl.<br />

im Kino <strong>Arsenal</strong>.<br />

THE RESIDENTS of a soon to be demolished<br />

building have set up a temporary autonomous<br />

zone to declare war on a world where utopia and<br />

poetry have gone astray. Riddled with discursive<br />

and filmic references, this film is fully aware of<br />

its own limitations whilst still stridently putting<br />

forward the thesis that in each repetition there<br />

remains something of the havoc-creating power<br />

of the original gesture. Screening daily 12.–18.7.<br />

at Kino <strong>Arsenal</strong>.


38 juli 12 <strong>program</strong>m<br />

1 So<br />

2 Mo<br />

3 Di<br />

16.00 »2 Kinderausstellung „Helden“ Vorstadtkrokodile<br />

Wolfgang Becker BRD 1977 Ab 6 Jahren DigiBeta | 88 min<br />

16.15 »1 Living Archive Zu früh, zu spät Danièle Huillet, Jean-Marie Straub Frankreich / Ägypten 1980<br />

Anschließend Diskussion mit Ala Younis und Tobias Hering 16 mm | dt. OF | 104 min<br />

19.00 »2 Magical History Tour Die 3-Groschen-Oper G.W. Pabst D 1931<br />

Mit Rudolf Forster, Reinhold Schünzel, Fritz Rasp, Lotte Lenya 35 mm | 112 min | 23.7. | S. 16<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Eine Serie von Gedanken Miscellanea IV–VII /<br />

Photographie und jenseits – Teile 15–18 D 1986–2012 HDCam | 91 min | S. 14<br />

19.00 »2 DEFA-Stiftung Es lebe die Liebe Erich Engel D 1943 35 mm | 89 min<br />

Einführung: Ralf Schenk S. 29<br />

19.15 »1 Arab Shorts Eröffnung Programm 2011 – Ala Younis: Everything is Alright, Officer<br />

Le monde sous la table Mohssin Harraki Marokko / Frankreich 2010 OmE | 8 min<br />

2026 Maha Maamoun Ägypten 2010 OmE | 10 min<br />

Children of Fire Mohammed Al Hawajrii Palästina 2009 OF | 3 min<br />

Merely a Smell Maher Abi Samra Libanon 2007 OmF | 10 min<br />

Paper Dress Kasem Kharsa Jordanien / Ägypten 2009 OmE | 7 min<br />

Sans titre (Untitled) Neil Beloufa Algerien / Frankreich 2010 OmE | 15 min<br />

Al wadi (The Valley) Firas Taybeh Jordanien 2011 OmE | 13 min<br />

With Soul, With Blood Rabih Mroué Libanon 2006 OmE | 4 min<br />

Zu Gast: Yazan Khalili, Maha Maamoun,<br />

Solmaz Shahbazi, Ala Younis, Firas Taybeh DVD / Blue ray | S. 5<br />

21.00 »2 DEFA-Stiftung Affaire Blum Erich Engel SBZ (DDR) 1948 35 mm | 110 min | S. 29<br />

21.30 »1 Arab Shorts Programm 2011 – Lara Khaldi and Yazan Khalili: In The Name of the Father<br />

My Father Is Still a Communist: Intimate Secrets to be Published<br />

Ahmad Ghossein Libanon 2011 OmE | 35 min<br />

As They Say (Kif ma yi qulu) Hicham Ayouch<br />

Marokko / Vereinigte Arabische Emirate 2011 OmE | 13 min<br />

Be Quiet Sameh Zoabi Palästina 2006 OmE | 19 min<br />

Moustache Meqdad Al Kout Kuwait 2010 OmE | 14 min<br />

The Forty-Second Winter Ehab Tarabieh Syrien 2009 OmE | 15 min<br />

Zu Gast: Yazan Khalili DVD / Blue ray | S. 5<br />

19.00 »1 Arab Shorts Programm 2011 – Maha Maamoun and Sara Rifky: A State of Fluidity<br />

Rice City Sherif El Azma Ägypten 2010 OF | 19 min<br />

Tarahi II Haris Epaminonda Zypern 2006 OF | 4 min<br />

Giza Zoo Solmaz Shahbazi Deutschland 2010 OF | 6 min<br />

Short Wave / Long Wave Vartan Avakian Libanon 2009 OmE | 7 min<br />

My Father Looks for an Honest City Basim Magdy Ägypten 2010 OF | 5 min<br />

80 Million Eslam Zeen El Abedeen, Mohamed Zayan Ägypten 2009 OF | 5 min<br />

Images of a Center Iman Issa Ägypten 2005 OF | 5 min<br />

Zu Gast: Maha Maamoun, Solmaz Shahbazi DVD / Blue ray | S. 6<br />

20.00 »2 Arbeitswelten Yella Christian Petzold D 2007<br />

Anschließend Diskussion mit Christian Petzold 35 mm | 89 min | S. 30<br />

21.00 »1 Arab Shorts Programm 2010 – Ala Younis: To Know the Arab Terrain:<br />

Movements To, From, and Within<br />

No Title – Excerpts From Super 8mm Films From the Family Archive<br />

Mufid Younis Jordanien / Kuwait 1978–1980 OF | 2 min<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


40 juli 12 <strong>program</strong>m<br />

6 Fr<br />

7 Sa<br />

8 So<br />

9 Mo<br />

Faces Applauding Alone Ahmad Ghossein Libanon 2008 OF | 7 min<br />

Subtitles for Stolen Pictures Rheim Alkadhi Irak / USA 2007 OF | 8 min<br />

Everywhere was the Same Basma Al-Sharif Libanon 2007 OF | 12 min<br />

Total Eclipse (Eclipse totale) Yacine Mohamed Benelhadj Algerien 2007 OmE | 8 min<br />

Zu Gast: Monira Al Qadiri, Ammar Bouras DVD / Blue ray | S. 7<br />

22.00 »1 Arab Shorts Long Night of Arab Shorts: The Personal War<br />

Lemon Flowers Pamela Ghanimeh Libanon / Dänemark 2007 OmE | 35 min<br />

Ça sera beau (From Beirut with Love) Wael Noureddine F / Libanon 2005 OmE | 31 min<br />

DVD / Blue ray | S. 7<br />

23.30 »1 Arab Shorts Long Night of Arab Shorts: On Family<br />

Under the Iron Agathe Dirani Ägypten 2011 OF | 6 min<br />

Land of the Heroes Sahim Omar Kalifa Belgien / Irak 2011 OF | 17 min<br />

Checkpoint Ruben Amar Frankreich 2010 OmE | 19 min<br />

El Central – Call Center Mohammed Hammad Ägypten 2006 OmE | 18 min<br />

Payback Omar Khaled Ägypten 2011 OmE | 16 min | S. 7<br />

19.00 »2 Standpunkt der Aufnahme<br />

Recitando Romana Schmalisch, Robert Schlicht D 2010 HD | OmE | 35 min<br />

Preliminaries Robert Schlicht, Romana Schmalisch D 2011 HD | OmE | 48 min<br />

Zu Gast: Romana Schmalisch, Robert Schlicht S. 31<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Parabeton – Pier Luigi Nervi und römischer Beton<br />

Photographie und jenseits – Teil 19 / Aufbruch der Moderne – Teil I D 2012<br />

DCP | 100 min | 13. & 20. 7. | S. 14<br />

21.15 »2 Standpunkt der Aufnahme Obyknowenny faschism Der gewöhnliche Faschismus<br />

Michail Romm UdSSR 1965 35 mm | DF | 118 min<br />

Zu Gast: Romana Schmalisch, Robert Schlicht S. 31<br />

19.00 »2 Magical History Tour Le sang d’un poète Jean Cocteau F 1930 16 mm | OmE | 53 min<br />

Orphée Jean Cocteau F 1950<br />

Mit Jean Marais, Maria Casarès, Juliette Gréco 35 mm | OmU | 94 min | 8.7. | S. 16<br />

20.00 »1 Living Archive „Pieces for The Archive“<br />

Live-Komposition von Eunice Martins und Mehmet Can Özer mit Kurzfilmen S. 22<br />

19.00 »2 Magical History Tour Le sang d’un poète Das Blut eines Dichters<br />

Jean Cocteau Frankreich 1930 16 mm | OmE | 53 min<br />

Orphée Jean Cocteau F 1950<br />

Mit Jean Marais, Maria Casarès, Juliette Gréco 35 mm | OmU | 94 min | S. 16<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Schindlers Häuser Photographie und jenseits –<br />

Teil 12 / Architektur als Autobiografie – Rudolph M. Schinder (1887–1953)<br />

A 2006 35 mm | 99 min | S. 14<br />

19.00 »2 Filmmakers’ Choice La Batalla de Chile Patricio Guzmán Chile 1973<br />

Vortrag und Diskussion von Angelika Levi mit Filmausschnitten S. 31<br />

20.00 »1 Magical History Tour Blue Velvet David Lynch<br />

USA 1986 Mit Isabella Rossellini, Dennis Hopper 35 mm | OmU | 120 min | 10.7. | S. 17<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


10 Di<br />

11 Mi<br />

12 Do<br />

13 Fr<br />

14 Sa<br />

15 So<br />

16 Mo<br />

<strong>program</strong>m juli 12 41<br />

19.30 »2 Magical History Tour Blue Velvet David Lynch<br />

USA 1986 Mit Isabella Rossellini, Dennis Hopper 35 mm | OmU | 120 min | S. 17<br />

20.00 »1 DAAD-Stipendiatin Bouchra Khalili zu Gast<br />

Straight Stories – Part 2: ANYA Bouchra Khalili F / Türkei 2008 OmE | 12 min<br />

Mapping Journey #1 Bouchra Khalili F 2008 OmE | 4 min<br />

Mapping Journey #3 Bouchra Khalili F / Palästina 2009 OmE | 3 min<br />

Mapping Journey #4 Bouchra Khalili F / Italien 2010 OmE | 4 min<br />

Mapping Journey #5 Bouchra Khalili F / Italien 2010 OmE | 11min<br />

Mapping Journey #7 Bouchra Khalili F / Spanien 2011 OmE | 6 min<br />

Speeches: Aimé Césaire Bouchra Khalili F 2012 OmE | 3 min<br />

Speeches: Abdelkrim Al Khattabi Bouchra Khalili F 2012 OmE | 4 min<br />

Speeches: Malcolm X Bouchra Khalili F 2012 OmE | 6 min<br />

Speeches: Edouard Glissant Bouchra Khalili F 2012 OmE | 4 min<br />

Speeches: Mahmoud Darwish Bouchra Khalili F 2012 OmE | 3 min<br />

Im Anschluss Diskussion mit Bouchra Khalili Quick Time | ca. 62 min | S. 32<br />

19.30 »2 Magical History Tour Jenseits der Straße Leo Mittler D 1929<br />

Am Klavier: Eunice Martins 35 mm | 95 min | S. 16<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Loos Ornamental Photographie und jenseits –<br />

Teil 13 / Architektur als Autobiografie – Adolf Loos (1870–1933) A 2008 35 mm | 72 min | S. 14<br />

19.30 »1 Buchpräsentation: Schriften zum Kino – Texte von Karsten Witte<br />

Im Anschluss: Schwarzer Kies Helmut Käutner BRD 1960/61 35 mm | 111 min<br />

Zu Gast: Werner Heinrichmöller (Lesung), Connie Betz, Bernhard Groß, Reinald Gußmann S. 32<br />

20.00 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | 13.–18.7. | S. 37<br />

19.30 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | 14.–18.7. | S. 37<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Parabeton – Pier Luigi Nervi und römischer<br />

Beton (Photographie und jenseits – Teil 19 / Aufbruch der Moderne – Teil I)<br />

D 2012 DCP | 100 min | 20. 7. | S. 14<br />

19.30 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | 15.–18.7. | S. 37<br />

20.00 »1 Magical History Tour Gilda Charles Vidor<br />

USA 1946 Mit Rita Hayworth DCP | OF | 110 min | 16. & 19.7. | S. 17<br />

19.30 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | 16.–18.7. | S. 37<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Goff in der Wüste Architektur als Autobiografie –<br />

Bruce Goff (1904–1982) D 2003 35 mm | 110 min | S. 15<br />

19.30 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | 17.–18.7. | S. 37<br />

20.00 »1 Magical History Tour Gilda Charles Vidor<br />

USA 1946 Mit Rita Hayworth DCP | OF | 110 min | 19.7. | S. 17<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


42 juli 12 <strong>program</strong>m<br />

17 Di<br />

18 Mi<br />

19 Do<br />

20 Fr<br />

21 Sa<br />

22 So<br />

23 Mo<br />

24 Di<br />

25 Mi<br />

19.00 »1 Magical History Tour Frost Fred Kelemen D 1997/98<br />

Zu Gast: Fred Kelemen im Gespräch mit Ulrich Gregor 16 mm | 201 min | S. 17<br />

19.30 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | 18.7. | S. 37<br />

19.30 »2 Neu im Verleih Os Residentes Tiago Mata Machado<br />

Brasilien 2010 35 mm | OmU | 120 min | S. 37<br />

20.00 »1 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme D’Annunzios Höhle Photographie und jenseits –<br />

Teil 8 / Lifestyle als Autobiografie – Gabriele d’Annunzio (1863–1938) D 2005 Beta SP | 52 min<br />

Miscellanea (III) Photographie und jenseits – Teil 9 D 2005 35 mm | 20 min | S. 15<br />

19.30 »2 Magical History Tour Underworld Josef von Sternberg USA 1927<br />

Am Klavier: Eunice Martins 35 mm | OF | 97 min | 27.7. | S. 17<br />

20.00 »1 Magical History Tour Gilda Charles Vidor<br />

USA 1946 Mit Rita Hayworth DCP | OF | 110 min | S. 17<br />

19.30 »1 Blaxploitation Cleopatra Jones Jack Starrett<br />

USA 1973 Mit Tamara Dobson 35 mm | OmU | 89 min | 2.8. | S. 12<br />

20.00 »2 Heinz Emigholz: Die Architekturfilme Parabeton – Pier Luigi Nervi und römischer Beton<br />

(Photographie und jenseits – Teil 19 / Aufbruch der Moderne – Teil I) D 2012<br />

Zu Gast: Heinz Emigholz DCP | 100 min | S. 14<br />

21.30 »1 Blaxploitation Coffy Jack Hill USA 1973 Mit Pam Grier 35 mm | OmU | 90 min | 11.8. | S. 12<br />

19.00 »1 Blaxploitation Shaft Gordon Parks Sr.<br />

USA 1971 Mit Richard Roundtree, Moses Gunn 35 mm | OmU | 100 min | 10.8. | S. 10<br />

20.00 »2 Magical History Tour Les amants du Pont-Neuf Die Liebenden von Pont-Neuf<br />

Léos Carax F 1991 Mit Juliette Binoche, Denis Lavant 35 mm | OmU | 126 min | 30.7. | S. 18<br />

21.00 »1 Blaxploitation Shaft in Africa John Guillermin<br />

USA 1973 Mit Richard Roundtree 35 mm | OmU | 112 min | 10.8. | S. 12<br />

19.00 »1 Andrej Tarkowskij *Offret Opfer Schweden / F 1986 35 mm | OmU | 145 min | 15.8.<br />

Vorfilm: Katok i skripka Die Walze und die Geige UdSSR 1960 35 mm | OmU | 45 min | S. 19<br />

21.00 »2 Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! Babes on Broadway<br />

Busby Berkeley USA 1941 Präsentiert von Vaginal Davis 16 mm | OF | 118 min | S. 33<br />

19.30 »2 Magical History Tour Die 3-Groschen-Oper G.W. Pabst D 1931<br />

Mit Rudolf Forster, Reinhold Schünzel, Fritz Rasp, Lotte Lenya 35 mm | 112 min | S. 16<br />

20.00 »1 Andrej Tarkowskij Iwanowo detstwo<br />

Iwans Kindheit UdSSR 1962 35 mm | OmU | 95 min | 8.8. | S. 19<br />

19.00 »2 Living Archive Öffentliche Sichtung Eintritt frei S. 22<br />

20.00 »1 Magical History Tour The Third Man Carol Reed GB 1949<br />

Mit Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles 35 mm | OF | 108 min | 26. & 29.7. | S. 18<br />

19.30 »2 Andrej Tarkowskij Moskowskaja elegija Moscow Elegy<br />

Alexander Sokurow UdSSR 1987 Beta SP | OmE | 88 min | 30.7. | S. 21<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


26 Do<br />

27 Fr<br />

28 Sa<br />

29 So<br />

30 Mo<br />

31 Di<br />

AUGUST<br />

1 Mi<br />

2 Do<br />

<strong>program</strong>m juli august 12 43<br />

20.00 »1 Blaxploitation Cotton Comes to Harlem Ossie Davis<br />

USA 1970 Mit Godfrey Cambridge, Raymond St. Jacques 35 mm | OF | 97 min | 17.8. | S. 9<br />

19.30 »2 Andrej Tarkowskij Une journée d’Andrei Arsenevitch Ein Tag im Leben des Andrej<br />

Arsenewitsch Chris Marker Frankreich 2000 Beta SP | OmE | 55 min | 4.8. | S. 21<br />

20.00 »1 Magical History Tour The Third Man Carol Reed GB 1949<br />

Mit Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles 35 mm | OF | 108 min | 29.7. | S. 18<br />

19.30 »1 Blaxploitation Super Fly Gordon Parks Jr.<br />

USA 1972 Mit Ron O’Neal 35 mm | OF | 93 min | 17.8. | S. 10<br />

20.00 »2 Magical History Tour Underworld Josef von Sternberg USA 1927<br />

Am Klavier: Eunice Martins 35 mm | OF | 97 min | S. 17<br />

21.30 »1 Blaxploitation Cool Breeze Barry Pollack<br />

USA 1972 Mit Thalmus Rasulala, Pam Grier 35 mm | OF | 102 min | 21.8. | S. 10<br />

19.30 »1 Blaxploitation Sweet Sweetback’s Baadasssss Song<br />

Melvin Van Peebles USA 1971 DigiBeta | OF | 97 min | 7.8. | S. 9<br />

20.00 »2 Magical History Tour Liverpool Lisandro Alonso<br />

Argentinien / F / NL / D / E 2008 35 mm | OmE | 84 min | 31.7. | S. 18<br />

21.30 »1 Blaxploitation Black Caesar<br />

Larry Cohen USA 1973 Mit Fred Williamson 35 mm | OmU | 94 min | 23.8. | S. 11<br />

16.00 »2 Kinderausstellung „Helden“ Harry Potter und der Stein der Weisen<br />

Chris Columbus GB / USA 2000 Ab 6 Jahren 35 mm | DF | 152 min | S. 29<br />

19.00 »1 Andrej Tarkowskij Andrej Rubljow UdSSR 1966–69 35 mm | OmU | 185 min | 19.8. | S. 19<br />

20.00 »2 Magical History Tour The Third Man Carol Reed GB 1949<br />

Mit Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles, Trevor Howard 35 mm | OF | 108 min | S. 18<br />

19.30 »2 Andrej Tarkowskij Moskowskaja elegija Moscow Elegy<br />

Alexander Sokurow UdSSR 1987 Beta SP | OmE | 88 min | S. 21<br />

20.00 »1 Magical History Tour Les amants du Pont-Neuf Die Liebenden von Pont-Neuf<br />

Léos Carax F 1991 Mit Juliette Binoche, Denis Lavant 35 mm | OmU | 126 min | S. 18<br />

19.30 »1 Andrej Tarkowskij Solaris UdSSR 1971/72 35 mm | OmE | 170 min | 12.8. | S. 20<br />

20.00 »2 Magical History Tour Liverpool Lisandro Alonso<br />

Argentinien / F / NL / D / E 2008 35 mm | OmE | 84 min | S. 18<br />

19.30 »2 Magical History Tour *M – Eine Stadt sucht einen Mörder<br />

Fritz Lang D 1931 Mit Peter Lorre Restaurierte Fassung 35 mm | 117 min | 5.8. | S. 24<br />

20.00 »1 Blaxploitation Slaughter Jack Starrett<br />

USA / Mexiko 1972 Mit Jim Brown, Stella Stevens 35 mm | OF | 91 min | 24.8. | S. 11<br />

19.30 »2 Magical History Tour The Silence of the Lambs Das Schweigen der Lämmer Jonathan Demme<br />

USA 1991 Mit Jodie Foster, Anthony Hopkins 35 mm | OF | 117 min | 6.8. | S. 24<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


44 august 12 <strong>program</strong>m<br />

3 Fr<br />

4 Sa<br />

5 So<br />

6 Mo<br />

7 Di<br />

8 Mi<br />

9 Do<br />

20.00 »1 Blaxploitation Cleopatra Jones Jack Starrett<br />

USA 1973 Mit Tamara Dobson 35 mm | OmU | 89 min | S. 12<br />

19.30 »2 Magical History Tour Desertir Deserteur<br />

Wsewolod Pudowkin UdSSR 1933 35 mm | OmU | 95 min | 7.8. | S. 24<br />

20.00 »1 Andrej Tarkowskij Stalker UdSSR 1980 35 mm | OmU | 163 min | 14.8. | S. 20<br />

19.00 »1 Blaxploitation Across 110th Street Barry Shear<br />

USA 1972 Mit Anthony Quinn, Yaphet Kotto 35 mm | OmU | 102 min | 16.8. | S. 11<br />

19.30 »2 Andrej Tarkowskij Une journée d’Andrei Arsenevitch Ein Tag im Leben des Andrej<br />

Arsenewitsch Chris Marker Frankreich 2000 Beta SP | OmE | 55 min | S. 21<br />

21.00 »1 Blaxploitation Jackie Brown Quentin Tarantino USA 1997<br />

Mit Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert De Niro 35 mm | OmU | 154 min | 18.8. | S. 13<br />

19.30 »2 Magical History Tour *M – Eine Stadt sucht einen Mörder Fritz Lang<br />

D 1931 Mit Peter Lorre Restaurierte Fassung 35 mm | 117 min | S. 24<br />

20.00 »1 Andrej Tarkowskij Serkalo Der Spiegel UdSSR 1975 35 mm | OmU | 106 min | 20.8. | S. 20<br />

19.00 »2 DEFA-Stiftung Doberaner Jubiläum Friedrich Rochow DDR 1966 35 mm | 17 min<br />

Barfuß und ohne Hut Jürgen Böttcher DDR 1964 35 mm | 8 min<br />

Ribnitz-Damgarten Alfons Machalz DDR 1989 DigiBeta | 24 min<br />

Der Darß Joop Huisken DDR 1967 35 mm | 16 min<br />

Heimweh nach Rügen oder "Gestern noch war ich Köchin"<br />

Róza Berger-Fiedler DDR 1977 35 mm | 11 min<br />

Selliner Fotograf Heinz Brinkmann DDR 1988 35 mm | 11 min<br />

Drei Perlen Gerhard Jentsch DDR 1966 35 mm | 22 min<br />

Einführung: Klaus-Dieter Felsmann S. 33<br />

20.00 »1 Magical History Tour The Silence of the Lambs Das Schweigen der Lämmer<br />

Jonathan Demme USA 1991 Mit Jodie Foster, Anthony Hopkins 35 mm | OF | 117 min | S. 24<br />

21.15 »2 DEFA-Stiftung<br />

Essay über ein Fischweib oder Min Herzing Uwe Belz DDR 1974 35 mm | 15 min<br />

Kurt Röver – Schiffbauer Unbekannt DDR 1982 DigiBeta | 21 min<br />

De Goliath und sin Crew Uwe Belz DDR 1984 35 mm | 20 min<br />

Danz mit mi Gerhard Jentsch DDR 1956 DigiBeta | 21 min<br />

Drei Häfen an der Ostsee Hans Lindemann DDR 1956 35 mm | 13 min | S. 33<br />

19.30 »2 Magical History Tour Desertir Deserteur<br />

Wsewolod Pudowkin UdSSR 1933 35 mm | OmU | 95 min | S. 24<br />

20.00 »1 Blaxploitation Sweet Sweetback’s Baadasssss Song<br />

Melvin Van Peebles USA 1971 DigiBeta | OF | 97 min | S. 9<br />

19.30 »2 Magical History Tour Rear Window Das Fenster zum Hof Alfred Hitchcock<br />

USA 1954 Mit James Stewart, Grace Kelly 35 mm | OmU | 112 min | 10.8. | S. 25<br />

20.00 »1 Andrej Tarkowskij Iwanowo detstwo Iwans Kindheit UdSSR 1962 35 mm | OmU | 95 min | S. 19<br />

19.30 »2 Magical History Tour Entusiasm – Simfonija Donbassa<br />

Dsiga Wertow UdSSR 1930 35 mm | OmU | 68 min | 12.8. | S. 25<br />

20.00 »1 Andrej Tarkowskij Nostalghia Italien 1983 35 mm | DF | 130 min | 26.8. | S. 20<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


10 Fr<br />

11 Sa<br />

12 So<br />

13 Mo<br />

14 Di<br />

15 Mi<br />

16 Do<br />

17 Fr<br />

18 Sa<br />

<strong>program</strong>m august 12 45<br />

19.30 »1 Blaxploitation Shaft Gordon Parks Sr.<br />

USA 1971 Mit Richard Roundtree, Moses Gunn 35 mm | OmU | 100 min | S. 10<br />

20.00 »2 Magical History Tour Rear Window Das Fenster zum Hof<br />

Alfred Hitchcock USA 1954 Mit James Stewart, Grace Kelly 35 mm | OmU | 112 min | S. 25<br />

21.30 »1 Blaxploitation Shaft in Africa John Guillermin<br />

USA 1973 Mit Richard Roundtree 35 mm | OmU | 112 min | S. 12<br />

19.00 »2 Andrej Tarkowskij Tempo di viaggio Voyage in Time<br />

Tonino Guerra, Andrej Tarkowskij Italien 1983 DVD | OmE | 63 min | 27.8. | S. 20<br />

19.30 »1 Blaxploitation Coffy Jack Hill USA 1973 Mit Pam Grier 35 mm | OmU | 90 min | S. 12<br />

21.30 »1 Blaxploitation Foxy Brown Jack Hill<br />

USA 1974 Mit Pam Grier 35 mm | OmU | 91 min | 18.8. | S. 13<br />

19.00 »1 Andrej Tarkowskij Solaris UdSSR 1971/72 35 mm | OmE | 170 min | S. 20<br />

19.30 »2 Magical History Tour Entusiasm – Simfonija Donbassa<br />

Dsiga Wertow UdSSR 1930 35 mm | OmU | 68 min | S. 25<br />

19.00 »2 Living Archive Öffentliche Sichtung Eintritt frei S. 22<br />

19.30 »1 Magical History Tour Playtime Jacques Tati<br />

Frankreich / Italien 1967 35 mm | OF (kaum Dialog) | 112 min | 17.8. | S. 25<br />

19.30 »1 Andrej Tarkowskij Stalker UdSSR 1980 35 mm | OmU | 163 min | S. 20<br />

20.00 »2 Magical History Tour Sweetgrass<br />

Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash USA 2009 35 mm | OmU | 115 min | 24.8. | S. 25<br />

19.30 »1 Andrej Tarkowskij *Offret Opfer Schweden / F 1986 35 mm | OmU | 145 min<br />

Vorfilm: Katok i skripka Die Walze und die Geige UdSSR 1960 35 mm | OmU | 45 min | S. 19<br />

20.00 »2 Magical History Tour Seated Figures Michael Snow Kanada 1988 16 mm | OF | 40 min<br />

Wavelength Michael Snow USA 1967 16 mm | OF | 45 min | 21.8. | S. 26<br />

19.30 »2 Deutschlandpremiere Bete & Deise Wendelin Van Oldenborgh<br />

Niederlande / Brasilien 2012 HD | OmE | 41 min<br />

Zu Gast: Wendelin Van Oldenborgh S. 34<br />

20.00 »1 Blaxploitation Across 110th Street Barry Shear<br />

USA 1972 Mit Anthony Quinn, Yaphet Kotto 35 mm | OmU | 102 min | S. 11<br />

19.30 »1 Blaxploitation Cotton Comes to Harlem Ossie Davis<br />

USA 1970 Mit Godfrey Cambridge, Raymond St. Jacques 35 mm | OF | 97 min | S. 9<br />

20.00 »2 Magical History Tour Playtime Jacques Tati<br />

Frankreich / Italien 1967 35 mm | OF (kaum Dialog) | 112 min | S. 25<br />

21.30 »1 Blaxploitation Super Fly Gordon Parks Jr.<br />

USA 1972 Mit Ron O’Neal 35 mm | OF | 93 min | S. 10<br />

19.00 »1 Blaxploitation Foxy Brown Jack Hill<br />

USA 1974 Mit Pam Grier 35 mm | OmU | 91 min | S. 13<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


46 august 12 <strong>program</strong>m<br />

19 So<br />

20 Mo<br />

21 Di<br />

22 Mi<br />

23 Do<br />

24 Fr<br />

25 Sa<br />

26 So<br />

20.00 »2 Magical History Tour Au hasard Balthazar Zum Beispiel Balthasar<br />

Robert Bresson F / Schweden 1965 35 mm | OmE | 95 min | 23.8. | S. 26<br />

21.00 »1 Blaxploitation Jackie Brown Quentin Tarantino<br />

USA 1997 Mit Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert De Niro 35 mm | OmU | 154 min | S. 13<br />

19.00 »1 Andrej Tarkowskij Andrej Rubljow UdSSR 1966–69 35 mm | OmU | 185 min | S. 19<br />

19.30 »2 Magical History Tour Double Tide<br />

Sharon Lockhart USA 2009 HDCam | ohne Dialog | 99 min | 25.8. | S. 26<br />

19.00 »2 Filmmakers’ Choice Barn Rushes Larry Gottheim USA 1971 16 mm | ohne Dialog | 30 min<br />

Felix The Cat – Woos Whoopee Pat Sullivan USA 1930 16 mm | 7 min<br />

Images of Asian Music Peter Hutton USA 1973/74 16 mm | ohne Dialog | 26 min<br />

Felix The Cat – Pedigreedy Pat Sullivan USA 1927 16 mm | 7 min<br />

Come Take a Trip in My Airship Max Fleischer USA 1930 16 mm | 6 min<br />

Serene Velocity Ernie Gehr USA 1970 16 mm | ohne Dialog | 20 min<br />

Präsentiert von Martin Ebner S. 34<br />

20.00 »1 Andrej Tarkowskij Serkalo Der Spiegel UdSSR 1975 35 mm | OmU | 106 min | S. 20<br />

19.30 »2 Magical History Tour Au hasard Balthazar Zum Beispiel Balthasar<br />

Robert Bresson F / Schweden 1965 35 mm | OmE | 95 min | S. 26<br />

20.00 »1 Blaxploitation Cool Breeze Barry Pollack<br />

USA 1972 Mit Thalmus Rasulala, Pam Grier 35 mm | OF | 102 min | S. 10<br />

19.30 »1 Maryanne Amacher Torse Charles Atlas USA 1977<br />

Choreografie: Merce Cunningham, Musik: Maryanne Amacher Doppelprojektion | 55 min<br />

Mit Einführung S. 35<br />

20.00 »2 Magical History Tour Meek’s Cutoff Kelly Reichardt<br />

USA 2010 Mit Michelle Williams, Zoe Kazan 35 mm | OmU | 104 min | 29.8. | S. 26<br />

19.30 »2 Magical History Tour Seated Figures Michael Snow Kanada 1988 16 mm | OF | 40 min<br />

Wavelength Michael Snow USA 1967 16 mm | OF | 45 min | S. 26<br />

20.00 »1 Blaxploitation Black Caesar<br />

Larry Cohen USA 1973 Mit Fred Williamson 35 mm | OmU | 94 min | S. 11<br />

19.30 »2 Magical History Tour Sweetgrass<br />

Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash USA 2009 35 mm | OmU | 115 min | S. 25<br />

20.00 »1 Blaxploitation Slaughter Jack Starrett<br />

USA / Mexiko 1972 Mit Jim Brown, Stella Stevens 35 mm | OF | 91 min | S. 11<br />

19.30 »1 Cinema Storytelling from New Zealand Eröffnung An Angel at My Table<br />

Jane Campion Neuseeland / Australien / GB 1990 35 mm | OmU | 158 min<br />

Zu Gast: Maryanne Redpath S. 27<br />

20.00 »2 Magical History Tour Double Tide<br />

Sharon Lockhart USA 2009 HDCam | ohne Dialog | 99 min | S. 26<br />

16.00 »2 Kinderausstellung „Helden“ Junge Helden – Dokumentarfilme für Kinder Ab 6 Jahren<br />

Mit Einführung und Diskussion S. 29<br />

19.30 »1 Andrej Tarkowskij Nostalghia Italien 1983 35 mm | DF | 130 min | S. 20<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


27 Mo<br />

28 Di<br />

29 Mi<br />

30 Do<br />

31 Fr<br />

<strong>program</strong>m august 12 47<br />

21.00 »2 Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!<br />

St. Louis Blues Dudley Murphy USA 1929 16 mm | OF | 16 min<br />

Blank Generation Amos Poe USA 1975 16 mm | OF | 55 min<br />

Präsentiert von Vaginal Davis S. 36<br />

19.00 »1 Curator in Residence: Joel Pizzini Filmvortrag mit Ausschnitten aus Mr. Sganzerla –<br />

The Signs of the Light Joel Pizzini Brasilien 2011 Zu Gast: Joel Pizzini S. 23<br />

19.30 »2 Andrej Tarkowskij Tempo di viaggio Voyage in Time<br />

Tonino Guerra, Andrej Tarkowskij Italien 1983 DVD | OmE | 63 min | S. 20<br />

21.00 »1 Curator in Residence: Joel Pizzini Nem tudo é verdade Nicht alles ist Wahrheit<br />

Rogério Sganzerla Brasilien 1985 35 mm | OmU | 88 min<br />

Zu Gast: Joel Pizzini S. 23<br />

19.00 »1 Cinema Storytelling from New Zealand Whale Rider Niki Caro<br />

Neuseeland / Deutschland 2002 DCP | OF | 101 min | S. 27<br />

20.00 »2 Curator in Residence: Joel Pizzini Anabazys Joel Pizzini, Paloma Rocha Brasilien 2007<br />

Zu Gast: Joel Pizzini 35 mm | OmE | 98 min | S. 23<br />

21.00 »1 Cinema Storytelling from New Zealand Heavenly Creatures<br />

Peter Jackson Neuseeland / Deutschland 1994 35 mm | OmU | 99 min<br />

Vorfilm: Aphrodite’s Farm Adam Strange Neuseeland 2008 35 mm | OF | 15 min | S. 27<br />

19.30 »2 Magical History Tour Meek’s Cutoff Kelly Reichardt<br />

USA 2010 Mit Michelle Williams, Zoe Kazan 35 mm | OmU | 104 min | S. 26<br />

20.00 »1 Cinema Storytelling from New Zealand In My Father’s Den<br />

Brad McGann Neuseeland / GB 2004 Blue ray | OmU | 127 min | S. 28<br />

19.00 »1 Buchpräsentation „Untot. Zombie Film Theorie“<br />

L.A. Zombie Bruce LaBruce D / USA / F 2010 DigiBeta | ohne Dialog | 64 min<br />

Anschließend Buchpräsentation mit den Herausgebern Michael Fürst, Florian Krautkrämer und<br />

Serjoscha Wiemer und dem Autor Markus Rautzenberg S. 36<br />

20.00 »2 Curator in Residence: Joel Pizzini A idade da terra<br />

Das Alter der Erde Glauber Rocha Brasilien 1980 35 mm | OmU | 150 min<br />

Zu Gast: Joel Pizzini S. 23<br />

21.00 »1 Buchpräsentation „Untot. Zombie Film Theorie“ Juan of the Dead<br />

Juan de los muertos Alejandor Brugués Kuba 2011 DCP | OmU | 95 min | S. 36<br />

19.00 »1 Cinema Storytelling from New Zealand<br />

Boy Taika Waititi Neuseeland 2010 35 mm | OmU | 87 min<br />

Vorfilm: Tama Tu Taika Waititi Neuseeland 2004 35 mm | ohne Dialog | 17 min | S. 28<br />

20.00 »2 Curator in Residence: Joel Pizzini Dormente Joel Pizzini Brasilien 2005<br />

Aus dem Archiv der Kurzfilmtage Oberhausen 35 mm | OmE | 15 min<br />

und andere Kurzfilme von Joel Pizzini Zu Gast: Joel Pizzini S. 23<br />

21.00 »1 Cinema Storytelling from New Zealand Once Were Warriors<br />

Lee Tamahori Neuseeland 1994 35 mm | OF | 102 min | S. 28<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


48 juli august 12 heinz emigholz<br />

Mouches volantes vor zwei Fenstern der Bibliothek<br />

der State University of New York in Binghamton,<br />

1974. Bei fast geschlossenen Pupillen, in großer<br />

Helligkeit, rückt die Oberfläche des Augapfels<br />

und die darauf oder im Glaskörper selbst schwimmenden<br />

oder schwebenden Kleinteile und ihre<br />

Schatten in die Erkennbarkeit. Das Sehen bezieht<br />

sich auf sich selbst, das Auge wird selbstreflexiv.<br />

Hermann von Helmholtz hat sie zuerst beschrieben.<br />

Ich saß im Max Reinhardt Archive und ekelte<br />

mich vor meiner Recherche. Und endlich Warum<br />

die Fackel nicht erscheint von Karl Kraus in Die Fackel<br />

Nr. 890–905 gelesen, Ende Juli 1934 auf 315<br />

Seiten erschienen, der beste Aufsatz in deutscher<br />

Sprache, den ich je gelesen habe. Zuvor noch die<br />

vierseitige Die Fackel Nr. 888 mit Kraus’ Rede am<br />

Grab von Adolf Loos vom 25. August 1933 und seinem<br />

Gedicht „Man frage nicht, was all die Zeit ich<br />

machte“, das mit Häme zu überziehen, sich die<br />

journalistischen Zuarbeiter des Grauens nicht<br />

nehmen ließen. Und damit das Kapitel „Reinhardt“<br />

abgeschlossen. Mehr unter www.pym.de.<br />

Die Basis des Make-Up (Nr. 366)<br />

Mouches volantes in front of two windows of the<br />

library of the State University of New York at<br />

Binghamton, 1974. With almost closed pupils<br />

and in great radiance, the surface of the eyeball<br />

and small parts and their shadows swimming or<br />

floating in their vitreous body become perceptible.<br />

Sight refers to itself and the eye becomes<br />

self-reflective. This was first described by Hermann<br />

von Heimholtz. I sat in the Max Reinhardt<br />

Archives and was revolted by my research. I finally<br />

read Karl Kraus’s Why the Fackel Does Not<br />

Appear in Die Fackel No. 890–905, whose 315<br />

pages were published at the end of July 1934. It<br />

is the best essay I have ever read in German. Before<br />

that I read the four-page edition of Die Fackel<br />

No. 888 with the speech Kraus made at the<br />

grave of Adolf Loos on August 25th 1933 and his<br />

poem “One ask not, what over all that time I did”<br />

which those who did the journalistic legwork of<br />

the terror did not fail to ridicule. And thus I<br />

closed my “Reinhardt” chapter. More at www.<br />

pym.de.


News<br />

Neu im Verleih von arsenal distribution sind die<br />

ARAB SHORTS, die das <strong>Arsenal</strong> in Kooperation<br />

mit dem Goethe-Institut Kairo vom 2. bis 5. Juli<br />

zeigt und die anschließend vom 6. bis zum 11. Juli<br />

in Deutschland touren. Die Filme sind so vielfältig<br />

wie die arabische Welt selbst, traditionell<br />

erzählte Spielfilme treffen auf visuelle Experimente,<br />

dokumentarische Darstellungen auf installative<br />

künstlerische Formate. 61 Visionen<br />

abseits der medialen Stereotypen. / The ARAB<br />

SHORTS are a new addition to the arsenal distribution<br />

range and are being shown at <strong>Arsenal</strong><br />

from July 2 to 5 before going on tour through<br />

Germany from July 6 to 11. The films are as diverse<br />

as the Arab world itself, with traditionally<br />

narrated features meeting visual experiments,<br />

documentary depictions rubbing up against installation<br />

formats. They represent 61 visions a<br />

world away from media stereotypes.■ Werden<br />

Sie <strong>Arsenal</strong>-Fan auf Facebook! Täglich posten<br />

wir Veranstaltungen, Fotos von unseren Gästen,<br />

verlinken Artikel aus Tagespresse und Magazinen<br />

zu unseren Retrospektiven, Hommagen und<br />

Filmreihen, teilen Neuigkeiten mit Kuratoren<br />

news juli august 12 49<br />

und Künstlern, zeigen Trailer und verlosen Freikarten.<br />

/ Why not become an <strong>Arsenal</strong> fan on Facebook?<br />

We post information about events on a<br />

daily basis, as well as photos of guests and links<br />

to articles and features about our retrospectives<br />

and seasons. We also share news with curators<br />

and artists, show trailers and give away free tickets.<br />

■ Für den Kongress Think:Film – International<br />

Experimental Cinema Congress 2012<br />

(10.–14. Oktober) ist ab sofort die Anmeldung<br />

möglich. Mehr Informationen auf unserer Website.<br />

/ Register now for Think:Film. More info on<br />

our website. ■ Vorschau: Alain Resnais, 90 Jahre<br />

alt, schrieb in seiner bis heute andauernden<br />

langen Karriere Filmgeschichte. Das <strong>Arsenal</strong><br />

präsentiert im September das Gesamtwerk, mit<br />

dem aktuellen VOUS N’AVEZ ENCORE RIEN VU<br />

(2012) als Eröffnungsfilm. / Preview: Alain Resnais<br />

has made film history over the course of his<br />

lengthy career, which continues to this day. In<br />

September, <strong>Arsenal</strong> will be presenting his complete<br />

œuvre.


50 juli august 12 arsenal service<br />

Serviceleistungen Service Offers<br />

Sichtungsmöglichkeiten<br />

für Kuratoren, Forschende, Studierende,<br />

Recherchierende: Montag bis Freitag<br />

von 10 bis 18 Uhr, nach telefonischer Voranmeldung<br />

(030) 269 55-155<br />

Preview Facilities<br />

for curators, scholars, students and<br />

researchers: Monday through Friday from<br />

10 am to 6 pm, after 6 pm according to<br />

appointment at (030) 269 55-155<br />

Kopienpflege<br />

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Monitor 5 € per hour<br />

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Reinigung<br />

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Videovorführungen und Ausstellungen außer Haus<br />

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arsenal freundeskreis – Sind Sie dabei?<br />

Helfen Sie uns durch eine Mitgliedschaft im<br />

Freundeskreis, das Angebot des <strong>Arsenal</strong> – Institut<br />

für Film und Videokunst aufrecht zu erhalten<br />

und ständig weiterzuentwickeln!<br />

Für Mitglieder und Premium-Mitglieder im arsenal<br />

freundeskreis haben wir attraktive Angebote.<br />

Studierende und FilmemacherInnen im<br />

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Jahresbeitrag 100 €<br />

■ Welcomepackage (zwei Kinogutscheine)<br />

■ Ermäßigter Eintrittspreis zu allen Vorführungen<br />

(4,50 €)<br />

■ Freier Eintritt mit einer Begleitperson zu ausgewählten<br />

Veranstaltungen der Reihe „Magical<br />

History Tour“ nach Einladung<br />

■ Freier Eintritt in Wiederholungsvorführungen<br />

des Forums der Berlinale<br />

■ Möglichkeit des Erwerbs vergünstigter Sammelkarten<br />

■ Zusendung des Monats<strong>program</strong>ms und des<br />

Newsletters<br />

■ Einladung zu Eröffnungsveranstaltungen und<br />

Sonderveranstaltungen<br />

■ 20 % Ermäßigung auf ausgewählte Publikationen<br />

und Merchandisingprodukte<br />

■ Sonderkonditionen für die Kinovermietung<br />

StudentIn im arsenal freundeskreis:<br />

Jahresbeitrag 50 €<br />

■ Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder<br />

im arsenal freundeskreis sowie<br />

■ Sonderpreis beim Eintritt zu Vorführungen der<br />

Reihe „Magical History Tour“ (3 €)<br />

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Premium-Mitglied im arsenal freundeskreis:<br />

Jahresbeitrag 250 €<br />

■ Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder<br />

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■ Privatpersonen: Freier Eintritt zu Vorführungen<br />

der Reihe „Magical History Tour“ und Freikarten<br />

für Sie und Ihre Begleitung bei repräsentativen<br />

Einzelveranstaltungen<br />

■ Institutionen: Freikartenkontingent für die MitarbeiterInnen<br />

■ Nennung auf der Website des <strong>Arsenal</strong> unter<br />

www.arsenal-berlin.de<br />

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Jahresbeitrag 100 €<br />

■ Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder<br />

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■ 1 Testscreening frei und 2 Testscreenings zu<br />

50 % des üblichen Mietpreises im Kino 1 oder 2<br />

■ 5 Stunden freier Zugang zur Materialsichtung<br />

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Anmeldung bitte mit dem Anmeldeformular auf<br />

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receive specials. Further information<br />

as well as details on the various ways of joining<br />

can be found at www.arsenal-berlin.de, mail@<br />

arsenal-berlin.de or at the box office.


52 juli august 12 anzeigen


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Totó la Momposina, Eddie Palmieri, Juan de Marcos &<br />

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54 juli august 12 anzeigen


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Schellingstraße<br />

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Potsdamer Platz<br />

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Potsdamer Straße<br />

Linkstraße<br />

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Voßstraße<br />

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impressum juli august 12 55<br />

Medienpartner:<br />

<strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst e.V.<br />

im Filmhaus am Potsdamer Platz<br />

Askanischer Platz<br />

Das <strong>Arsenal</strong> im Internet: www.arsenal-berlin.de Mendelssohn-Bartholdy-Park<br />

| Eintrittspreise:<br />

Gäste: 6,50 € | Studierende / Auszubildende:<br />

5 € | Mitglieder: 4,50 € | Kinder: 3 € | Berlin-Pass:<br />

Technischer Support von:<br />

3 € | Mitgliedsbeitrag für sechs Monate: 12 € | Mitgliedsbeitrag<br />

ermäßigt: 6 € | Sammelkarte für Mit-<br />

Anhalter Bahnhof<br />

glieder (8 Vorstellungen): 24 € | Fördermitgliedschaft: c<br />

100 € | Die Mitgliedschaft kann an der Abendkasse<br />

erworben werden und beinhaltet den Programm- Mit freundlicher Unterstützung von:<br />

versand. | Vorbestellungen per Mail an: ticket@arsenal-berlin.de<br />

(Mo–Fr bis 17 Uhr) oder telefonisch unter<br />

(030) 269 55-100 | Verkehrs verbindungen: U-Bahn / S-<br />

Bahn Potsdamer Platz, Bus M41, M48, M85, 200, 347 |<br />

Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 33<br />

44 300, BLZ 100 205 00 | Anzeigen im Programmheft:<br />

marketing@ arsenal-berlin.de<br />

Konzept, Layout, Repro: satzinform Berlin | Papier:<br />

aleo silk 130 g / m 2 | Druck: Oktoberdruck, Berlin<br />

Das <strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst wird<br />

gefördert durch:<br />

Living Archive: gefördert durch die<br />

Digital Cinema Partners:


56 juli august 12 impressum<br />

CLEOPATRA JONES (Jack Starrett, USA 1973 | 20.7. & 2.8.)<br />

arsenal<br />

institut für film und videokunst e.V.<br />

Potsdamer Straße 2 | 10785 Berlin | www.arsenal-berlin.de | Tel. (030) 269 55-100

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