Sein oder Haben - Schauspiel Frankfurt

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Sein oder Haben - Schauspiel Frankfurt

SEIN ODER HABEN

SCHAUSPIEL FRANKFURT

SPIELZEIT 2011 / 12


KANN

DEM SCHAUSPIELER

ES PASSIEREN – UND ES IST SEIN BERUF, DASS ES PASSIERT –

DASS ER

SICH SELBST

BE ERNST

GEGNET.

WENDT

SEHR GEEHRTE

DAMEN UND HERREN,

LIEBES PUBLIKUM,

die Spielzeit 2011 / 12 haben wir unter das Motto »Sein oder Haben«

gestellt. Ein Motto ist ja immer so eine Sache. Dieses ist sehr

einfach – und sehr grundsätzlich. Uns interessiert, dieser Fragestellung

mit dem Spielplan und den sehr verschiedenen Inszenierungen,

die in der neuen Saison entstehen werden, theatralisch

nachzugehen.

»Sein oder Haben«, das hat nicht nur viel mit den beiden großen

Stücken von Shakespeare zu tun, die wir spielen – Hamlet stellt

seine ganze Existenz zur Disposition, der reiche Jude Shylock

verlangt für sein Geld ein Pfund Fleisch aus dem Körper des

Kaufmanns von Venedig. Sein oder Haben, das ist auch, wie ich

finde, eine Frage in der Stadt, in der wir leben, in Frankfurt.

Bestimmt kein Zufall, dass Frankfurt sowohl im »Kaufmann« wie

auch in Thomas Manns »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«,

die wir auf dem Theater erzählen wollen, Erwähnung findet.

Woran misst sich Erfolg hier und heute? Das Vertrauen in den

Fortschritt unserer Leistungsgesellschaft ist immerhin in jüngster

Zeit tief erschüttert worden. Früher litten die Menschen unter

den Ansprüchen von außen, an den repressiven Normen verklemmter

Gesellschaftsstrukturen – davon handeln Schillers

»Räuber«, mit denen wir die Saison eröffnen.

Der Mensch will so viel sein und dabei möglichst auch noch alles

haben. Das ist, nun ja, menschlich. Die Einverleibung der Welt

(das Haben) steht dem Selbstbezug zur Welt (dem Sein) scheinbar

unvereinbar entgegen. Von den Lebenslügen, die wir täglich in

diesem Spannungsfeld brauchen, hat Ibsen in seiner »Wildente«

erzählt. Zu sein, bedeutet auch die Suche nach dem Sinn – zu

haben, konfrontiert uns dagegen mit der Angst vor Verlust und

Vergänglichkeit. In der antiken »Medea« von Euripides setzt eine

Frau ihre Ansprüche radikal und zerstörerisch durch. Schließlich:

Wie viel man haben und dennoch unglücklich sein kann, erfahren

wir in Fitzgeralds »Der große Gatsby«. Eine Tragödie des Aufstiegs.

In der kommenden Spielzeit werden sich bekannte Regiehandschriften

wiederfinden von Michael Thalheimer, René Pollesch

oder Karin Henkel, der junge Regisseur Christoph Mehler kommt

wieder und wird neben Bettina Bruinier Hausregisseur am

Schauspiel Frankfurt. Aber auch neue Regisseure kommen nach

Frankfurt: Enrico Lübbe inszeniert »Die Räuber« und Barrie

Kosky macht endlich wieder einen Ausflug von der Oper ins

Schauspiel. Wir zeigen Uraufführungen unseres viel beachteten

Hausautors Nis-Momme Stockmann sowie von Dennis Kelly,

René Pollesch (beide im Schauspielhaus!) und Lothar Kittstein.

Für das junge Publikum wird es zwei neue Inszenierungen

geben, wir nehmen außerdem wegen der großen Nachfrage

»Roter Ritter Parzival« wieder auf, der erst kürzlich mit dem

Faust-Preis des Deutschen Bühnenvereins ausgezeichnet

wurde. Sie wissen, wie sehr mir das Engagement im Bereich

Kinder- und Jugendtheater am Herzen liegt.

Eine Vielzahl von Beiprogrammen, Projekten und Reihen hält das

Schauspiel Frankfurt lebendig und auf Augenhöhe der gesellschaftlichen

Auseinandersetzung. Die Frankfurter Gesprächskultur

erhält ein neues Forum: Einmal im Monat wird der Publizist

Michel Friedman Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft

nach Frankfurt einladen, um mit ihnen über Fragen von Sein

oder Haben zu diskutieren.

Die Fotos unseres Ensembles in diesem Heft mögen an Bilder

erinnern, wie sie Andy Warhol von Künstlern und der New Yorker

Society geschossen hat. Ein Spiel ebenso mit dem schönen

Schein wie mit dem lustvollen Absturz, die Party als Rollenspiel.

Erste subjektive Antworten zum Spielzeit-Thema haben auch

die Wissenschaftler und Autoren gegeben, die für dieses Heft

eine Reihe von Essays geschrieben haben.

In den zwei zurückliegenden Spielzeiten haben Sie, meine Damen

und Herren, unser Theater so oft besucht wie schon lange nicht

mehr. Viele ausverkaufte Vorstellungen und immer mehr Abonnenten

sind für uns Ausdruck Ihres Vertrauens – und ein erfreulicher

Beleg dafür, dass das Schauspiel Frankfurt in der Mitte

der Stadt und ihrer Gesellschaft angekommen ist. Ich lade Sie

herzlich ein, auch im dritten Jahr meiner Frankfurter Intendanz

weiter den Spielräumen und Widersprüchen des Menschlichen

auf der Bühne nachzuspüren.

Irgendwie ist doch das Theater, ist das Gespräch über die jüngste

Premiere, die Begegnung mit dem eigenen, Frankfurter Ensemble,

nicht mehr wegzudenken aus der Stadt. Das ist gut so.

Ihr

OLIVER REESE

Intendant


PREMIEREN

KAMMERSPIELE

LILIOM

DIE BÜRGSCHAFT

DIE HAMLETMASCHINE

BOX

DER GROSSE GATSBY

DIE ANDERE SEITE

Alfred Kubin

Regie: Christopher Rüping

Premiere September 2011

REISE!REISER!

Eine Reise durch den Roman

»Anton Reiser« von Karl Philipp Moritz mit

Liedern von Rio Reiser und

Ton Steine Scherben

Ein Projekt von Sébastien Jacobi

Uraufführung

RED LIGHT RED HEAT – EINE

ÜBERBELICHTUNGSMENAGERIE

Ein Projekt im Bahnhofsviertel

von Pedro Martins Beja

Uraufführung

GELD ODER LEBEN

Video-Live-Performance

Regie: Klaus Gehre

SCHAUSPIEL STUDIO-PROJEKT

Regie: Laura Linnenbaum

BOCKENHEIMER

DEPOT

JE T’AIME :: JE T’AIME

Ein Projekt von Bernhard Mikeska und

Lothar Kittstein

Regie: Bernhard Mikeska

Uraufführung 25. August 2011

WINTERREISE

Elfriede Jelinek

S

Regie: Bettina Bruinier

Premiere 18. September 2011

Franz Molnár

Regie: Christoph Mehler

Premiere 17. September 2011

Lothar Kittstein

Regie: Lily Sykes

Uraufführung 22. September 2011

Heiner Müller

Regie: Dimiter Gotscheff

Frankfurter Premiere Oktober 2011

F. Scott Fitzgerald

In einer Fassung von

Marcel Luxinger

Regie: Bettina Bruinier

Uraufführung 12. November 2011

DIE TRAUMNOVELLE

Arthur Schnitzler

Regie: Bastian Kraft

Premiere 15. Dezember 2011

LIEBESSPIEL

Lars Norén

Regie: Alexander Frank

Deutschsprachige Erstaufführung

Januar 2012

DIE DRITTE GENERATION

Rainer Werner Fassbinder

Regie: Alice Buddeberg

Premiere Februar 2012

WARHOLA. EIN

ANDY-WARHOL-PROJEKT

Philipp Preuss

Regie: Philipp Preuss

Uraufführung März 2012

EIN NEUES STÜCK

Nis-Momme Stockmann

Regie: Martin Schulze

Uraufführung April 2012

GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN

Christopher Hampton

Regie: Robert Schuster

Premiere Juni 2012

DER HERR DER FLIEGEN

William Golding

Theaterprojekt des Jungen Schauspiels

Regie: Martina Droste

TÄDEL

BACON TALKS

Oliver Reese

nach Interviews von David Sylvester

mit Francis Bacon

Regie: Oliver Reese

Uraufführung Mai 2012

SCHAUSPIEL

HAUS

DIE RÄUBER

Friedrich Schiller

Regie: Enrico Lübbe

Premiere 16. September 2011

DIE WILDENTE

Henrik Ibsen

Regie: Karin Henkel

Premiere 6. Oktober 2011

DIE PHYSIKER

Friedrich Dürrenmatt

Regie: Markus Bothe

Premiere 29. Oktober 2011

BEKENNTNISSE DES

HOCHSTAPLERS FELIX KRULL

Thomas Mann

Regie: Katrin Lindner

Premiere 5. November 2011

HAMLET

William Shakespeare

Neuübersetzung von

Roland Schimmelpfennig

Regie: Oliver Reese

Premiere 3. Dezember 2011

DER KAUFMANN VON VENEDIG

William Shakespeare

Regie: Barrie Kosky

Premiere Januar 2012

EIN NEUES STÜCK

Dennis Kelly

Regie: Christoph Mehler

Uraufführung Februar 2012

WIR SIND SCHON GUT GENUG!

Text / Regie: René Pollesch

Uraufführung März 2012

SALOMÉ

Oscar Wilde

Regie: Günter Krämer

Premiere März 2012

MEDEA

Euripides

Regie: Michael Thalheimer

Premiere April 2012

DER BLAUE ENGEL

nach Heinrich Mann und

Josef von Sternberg

Regie: Jorinde Dröse

Premiere Mai 2012


SCHAUSPIELHAUS

BOCKENHEIMER DEPOT

PREMIERENREPERTOIRE

KAMMERSPIELE BOX


GIB MIR DIE ROLLE UND ICH

ZEIGE DIR, WER DU BIST.

25. AUG 11

Vor zehn Jahren wurde sie über Nacht zum gefeierten Star: mit

dem ebenso rätselhaften wie legendären Film »Je t’aime«. Heute,

auf der Höhe ihres Erfolgs, feiert sie ihren fünfzigsten Geburtstag,

umgeben von denen, die ihr am nächsten stehen: ihr Mann,

Freunde, Kollegen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Gast auf dieser Geburtstagsparty.

Ein warmer Sommerabend. Getränke werden gereicht, ein rauschendes

Fest beginnt. Aber unter der glanzvollen Oberfläche

scheint etwas nicht zu stimmen. Betrug, Demütigung und Todessehnsucht

dringen in die Realität der Traumfabrik ein. Auch eine

junge attraktive Schauspielerin hat an diesem Tag Geburtstag –

nur ein seltsamer Zufall? Welches Rätsel verbirgt das Drehbuch

des Films? Wer war Schuld am tragischen Ende der Frau, von

deren Schicksal »Je t’aime« erzählt? Je länger der Abend andauert,

desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und

Fiktion, zwischen Vergangenheit und Gegenwart – zwischen

Leben und Tod.

Nach der Promotion in theoretischer Physik über komplexe

Systeme wechselte Bernhard Mikeska zum Theater. In seinen

Installationen, in denen man sich mal durch den öffentlichen Raum,

mal in fiktiven Bühnenräumen oder durch mehr oder weniger

reale Wohnungen bewegt, werden Sehgewohnheiten, Haltungen

und Verhältnisse zwischen Zuschauern und Schauspielern

überprüft und neu justiert. Seit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit

»Remake :: Rosemarie« im Bockenheimer Depot (2009) arbeiten

Regisseur Bernhard Mikeska und Autor Lothar Kittstein regelmäßig

zusammen. Lothar Kittstein schreibt außerdem für das

Schauspiel Frankfurt das Auftragswerk »Die Bürgschaft«.

Gefördert von der

008

ANDREAS UHSE

JE T’AIME :: JE T’AIME

EIN PROJEKT VON BERNHARD MIKESKA

UND LOTHAR KITTSTEIN

REGIE BERNHARD MIKESKA

TEXT LOTHAR KITTSTEIN

BÜHNE DOMINIC HUBER

KOSTÜME ALMUT EPPINGER

URAUFFÜHRUNG

BOCKENHEIMER DEPOT


DIE RAUBER

SCHAUSPIELHAUS

FRIEDRICH SCHILLER

KOSTÜME SABINE BLICKENSTORFER

BÜHNE HENRIK AHR

MUSIK BERT WREDE

REGIE

ENRICO LÜBBE

VALERY TSCHEPLANOWA

WART, WIE MAN HANDSCHRIFTEN

NACHMACHT, WÜRFEL VERDREHT,

SCHLÖSSER AUFBRICHT UND

DEN KOFFERN DAS EINGEWEIDE

AUSSCHÜTTET.

16. SEP 11

Am Anfang all der Freiheitsschwärmerei in Schillers Stücken

steht 1804 ein Räuber: Karl Moor, ein verkrachter Philosophie-

Student in Leipzig, hat das väterliche Erbe mit vollen Händen

durchgebracht, hat wüste Streiche aufgeführt und seinem Namen

alle Unehre gemacht. Erst als ihm die Mittel für das lustige

Studentenleben auszugehen drohen, besinnt er sich auf seinen

Vater und seine Verlobte im heimatlichen Franken. Und ganz wie

der verlorene Sohn aus dem Gleichnis möchte er zurück nach

Hause gehen und sein Leben ändern. Wenn er sich da nur dem

Vater auch in eigener Person zu Füßen geworfen hätte. Doch

Karl vertraut sein Schicksal der Post an. Und der reumütige

Brief, den er seinem Vater schreibt, landet nicht in dessen Händen,

sondern bei Karls missgünstigem Bruder Franz. Der vertauscht

den Brief gegen ein von ihm selbst verfasstes Schreiben eines

erfundenen Leipziger Korrespondenten. Und was in diesem

Brief steht, schreckt den alten Grafen Moor nicht nur beinah zu

Tode, es drängt seinen geliebten Erstgeborenen Karl so weit

aus der Gunst des Vaters, dass die Bahn zum väterlichen Erbe

endlich ganz für Franz frei wird. Der eisige Verstoßungsbrief,

den Franz danach an Karl schickt, trifft diesen in einer schwachen

Stunde: Unter den verführerischen Reden seines Kommilitonen

Spiegelberg entschließt sich Karl hinauszuziehen in die Wälder

und als Hauptmann einer Räuberbande fürchterliche Rache an

der Welt zu nehmen.

Nach viel beachteten Stationen in Leipzig, Stuttgart, Köln und

München ist Enrico Lübbe seit 2008 Schauspieldirektor am

Theater Chemnitz. Zur Saisoneröffnung wird er Schillers wildestes

Stück auf die große Bühne des Schauspielhauses bringen. Enrico

Lübbe arbeitet zum ersten Mal in Frankfurt.

011


ICH MEIN ... AUS EINEM

NICHTSNUTZIGEN KERL ...

KANN DOCH AUCH EINMAL EIN

MENSCH WERDEN.

17. SEP 11

Liliom ist der Star des Rummelplatzes. Weil er die Mädchen

anlockt, wird er als Karussellausrufer angemietet. Am Rande der

Gesellschaft, zwischen Gauklern, Glückssuchern und Träumern,

lebt er von Frauen, die ihm ihr Geld und ihre Zärtlichkeit schenken.

Als er auf dem Ringelspiel die Dienstmagd Julie um die Taille

nimmt, wie er es schon mit vielen Mädchen vor ihr gemacht hat,

beginnt eine Liebesgeschichte, die bis in die Abgründe des

Fegefeuers führt. Liliom verliert seine Stellung, kurz darauf wird

Julie schwanger. Die große Sehnsucht nach einem besseren

Leben lässt das junge Paar in finanzielle Not und Perspektivlosigkeit

abstürzen. Aus Scham, ihr keine Existenz bieten zu können,

schlägt Liliom Julie, anstatt ihr seine Liebe zu gestehen. Um an

Geld zu kommen, unternimmt er einen Raubüberfall, der gründlich

misslingt. Liliom flüchtet sich in den Selbstmord. Doch Molnár

lässt seinen Anti-Helden nicht zur Ruhe kommen – als alles

vorbei und scheinbar vertan ist, ist der Weg für Liliom noch nicht

zu Ende.

Franz Molnárs Vorstadtlegende, 1909 in Budapest uraufgeführt,

verbindet das Märchen mit dem Volksstück, den Boulevard mit

dem Sozialdrama, den Kitsch mit dem Schmutz. Molnár zeigt

mit einem ironischen Lächeln, wie Liliom an seiner Unkenntnis

des Lebens scheitert. »Liliom« wurde mehrfach verfilmt und diente

als Vorlage für das Musical »Carousel«.

Christoph Mehler ist mit Beginn der Spielzeit 2011 / 12 Haus-

regisseur am Schauspiel Frankfurt. Hier inszenierte er bereits

»Hautnah« von Patrick Marber und die Uraufführung von Roland

Schimmelpfennigs »Wenn, dann: was wir tun, wie und warum«.

Von 2006 bis 2009 war Mehler Leiter der Spielstätte Box und

Bar im Deutschen Theater Berlin.

012

TRAUTE HOESS

REGIE CHRISTOPH MEHLER

FRANZ MOLNÁR

LILIOM

BÜHNE

NEHLE BALKHAUSEN

KOSTÜME

ANNE HÖLZINGER

MUSIK

OLIVER URBANSKI

KAMMER

SPIELE


WINTER

ELFRIEDE JELINEK

REGIE BETTINA BRUINIER

BÜHNE CLAUDIA ROHNER

KOSTÜME JUSTINA KLIMCZYK

MUSIK KORNELIUS HEIDEBRECHT

REISEBOCKENHEIMER DEPOT

JOSEFIN PLATT

ICH BIN VERSCHWUNDEN IN DEM,

WAS ICH SEIN WOLLTE.

18. SEP 11

Ausgehend von Franz Schuberts berühmtem Liederzyklus durchwandert

das »Ich« in Elfriede Jelineks Winterreise den Wahnwitz

unserer Gegenwart, um schließlich in der eigenen Vergangenheit

anzukommen. Der Weg beginnt bei gegenwärtigen Banken-

skandalen, Entführungsopfern, die eingekerkert aus der Zeit fallen,

und führt immer weiter in den persönlichen Bereich der Jelinekschen

Biografie: die komplizierte Beziehung zu der Mutter, die

Einweisung des Vaters in die Psychiatrie, bis hin zu einer ebenso

schonungslosen wie ironischen Selbstabrechnung Jelineks

mit ihrer Rolle als Autorin, die nicht müde wird, das immer gleiche

Lied zu singen. Ihre Texte zeigen manipulierte Existenzen, bestimmt

durch falsche Glücksvorstellungen, machtvolle Sprach- und

Bewusstseinsmuster, die uns an der Komplexität des Lebens

vorbeireden lassen. Fremd in der Welt und dem eigenen Leben

gegenüber schreibt Jelinek in einem polyphonen Assoziationsstrom

über Verlust und Vergänglichkeit, Entfremdung und

Einsamkeit. Entstanden ist dabei eines ihrer persönlichsten und

anrührendsten Werke überhaupt.

Elfriede Jelinek, 1946 in der Steiermark geboren, gehört zu den

bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart und erhielt

2004 den Nobelpreis für Literatur. Ihren neuen Theatertext wird

Hausregisseurin Bettina Bruinier im Bockenheimer Depot inszenieren.

Bettina Bruinier, geboren 1975, studierte Opern- und

Schauspielregie an der Bayerischen Theaterakademie. Sie inszenierte

u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Münchner Volkstheater,

am Staatsschauspiel Dresden und an der Semperoper.

015


TILL WEINHEIMER

MARTIN RENTZSCH


ICH SAGE IHNEN, DIESE WELT IST

EIN KAMPFPLATZ.

22. SEP 11

Tyrannen werden zu Gangstertypen, Attentäter zu Bankangestellten

und Schillers Ballade von Ehre, Liebe, Treue, Freundschaft,

die an das steinerne Herz des Mächtigen rührt, verwandelt sich

in einen postmodernen Thriller. Als die Ballade »Die Bürgschaft«

entstand, lagen die Französische Revolution und der Terror, in

dem sie endete, keine vier Jahre zurück. Eine frische Wunde. Die

Ideale lagen noch spürbar in der Luft, und es ist, als ob Schiller

den kühnen, edlen Menschenentwurf mit diesem Gesang voll

pathetischer Wucht noch einmal beschwören wollte. Die neue

dramatische Version der »Bürgschaft« erzählt von einem Paar

aus der Mittelschicht, das durch den Einbruch von Gewalt in

seine wohlgeordnete Welt zutiefst erschüttert wird. Alte und

neue Fassung der »Bürgschaft« berühren sich, durchdringen einander,

aber zugleich bewegen sich die Figuren jetzt in einer

ganz anderen Dimension. Gewalt, Zerstörung, die fundamentale

Verunsicherung des Ichs – Lothar Kittstein erzählt die Konflikte

ohne utopische Horizonte, als Gefährdung der privaten Existenz.

Ihn interessiert, wie Menschen in Extremsituationen handeln,

wozu sie fähig sind, wenn ihr Leben aus der Bahn geworfen

wird. Was tun sie, wenn sie in eine Art Naturzustand zurückgeworfen

werden, wie dick ist die Decke der Zivilisation und was

passiert, wenn sie endlich reißt?

Lothar Kittstein studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte.

Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst als Headhunter bei

einer kleinen Unternehmensberatung, dann für zwei Jahre als Dramaturg

am Schauspiel Köln. Mit dem dramatischen Schreiben begann

er 2003. Kittstein schrieb für das Schauspiel Frankfurt bereits

»Remake :: Rosemarie« (2009) und »Je t’aime :: Je t’aime« (2011).

Lily Sykes, geboren 1984 in London, ist seit der Spielzeit 2009 / 10

Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt und inszenierte hier

die Deutschsprachige Erstaufführung von Simon Stephens’ »Steilwand«

und »Terminal 5«. Sie studierte Germanistik und Philosophie

in Oxford und war von 2006 bis 2008 Studentin von Philippe

Gaulier in Paris. 2007 gründete sie mit internationalen Künstlern

das Ensemble Aitherios.

Gefördert von der

018

CONSTANZE BECKER

KOPRODUKTION MIT

DEN RUHRFESTSPIELEN

RECKLINGHAUSEN

LOTHAR KITTSTEIN

BÜRGSCHAFT

URAUFFÜHRUNG KAMMERSPIELE

REGIE LILY SYKES

BÜHNE ANNE EHRLICH

KOSTÜME KATHARINA TASCH

MUSIK KORNELIUS HEIDEBRECHT

DIE


SCHAUSPIELHAUS

REGIE KARIN HENKEL

BÜHNE JANINA AUDICK

HENRIK IBSEN

KOSTÜME KLAUS BRUNS

DIE WILDENTE

PETER SCHRÖDER

ACH, DAS LEBEN KÖNNTE GANZ

SCHÖN SEIN, WENN UNS DIE

IDEALISTEN NUR IN RUHE

LASSEN WÜRDEN MIT IHREN

FORDERUNGEN.

6. OKT 11

Werle und Ekdal verbindet ihre berufliche Vergangenheit. Doch

obwohl beide in dieselbe Verfehlung verstrickt waren, brachte

diese Ekdal den Ruin und Werle den Aufstieg zum Direktor. Fast

15 Jahre ist das her. Ekdals Sohn, Hjalmar, hat inzwischen durch

die Unterstützung Werles ein Fotoatelier erworben und das

ehemalige Dienstmädchen aus dessen Haus geheiratet. Gemeinsam

mit Vater Ekdal und ihrer 14-jährigen Tochter Hedvig leben

sie zwar in bescheidenen ökonomischen Verhältnissen, aber

in trauter Familienidylle. Auf dem Dachboden errichteten sie

sich einen Fluchtort, eine heimliche zweite Welt, in der Tauben,

Kaninchen und eine Wildente ihren Platz finden.

Der Sohn des Direktors, Gregers Werle, dagegen mied lange sein

Vaterhaus. Nun kehrt er für die bevorstehende Hochzeit des

Vaters zurück. Anders als der Rest der beiden Familien lässt

Gregers die Vergangenheit nicht ruhen. Die Wahrheit will er herausfinden.

Er bohrt und sucht und quält. Doch der rechtschaffene

Wahrheitssucher, als den er sich darstellt, ist Gregers nicht. Seine

eigenen Motive sind weniger edel, als es scheint.

Ibsen, der Meister des analytischen Dramas, wollte seine »Wildente«

als Tragikomödie verstanden wissen. Selbstironisch stellt

er sowohl das Postulat unbedingter, rücksichtsloser Aufrichtigkeit

als auch die unreflektierte Lebenslüge in Frage.

Karin Henkel, die in der Spielzeit 2009 / 10 am Schauspiel

Frankfurt »Drei Schwestern« erarbeitete, wird Ibsens Drama inszenieren.

Sie arbeitete u. a. am Burgtheater Wien, Thalia Theater

Hamburg, Schauspiel Leipzig, Schauspielhaus Zürich und am

Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Sie ist dieses Jahr zum

zweiten Mal mit einer Tschechow-Inszenierung (»Der Kirschgarten«)

beim Berliner Theatertreffen vertreten.

021


ICH LEGTE MICH AUF DEN BODEN

UND HÖRTE DIE WELT IHRE RUNDEN

DREHN IM GLEICHSCHRITT DER

VERWESUNG.

OKT 11

Heiner Müllers 1977 entstandener Text »Die Hamletmaschine«

basiert auf seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit

Shakespeare. Parallel zu seiner Übersetzung von »Hamlet« für

eine Inszenierung von Benno Besson am Deutschen Theater

schrieb er diesen fremdartigen und rätselhaften Text. Er nimmt

Figuren und Schlüsselszenen aus Shakespeares Stück auf,

verzichtet aber beinahe ganz auf Handlung und Dialog. In einem

alptraumartigen Szenarium in fünf auch formal unterschiedlichen

Textfragmenten erscheinen u. a. Hamlet bzw. ein Schauspieler,

der Hamlet spielt, und Ophelia als gespenstische Widergänger

realer historischer Personen. Unterschiedliche und gegensätzliche

kollektive Erfahrungen prallen aufeinander, viele Bezüge zu

historischen Ereignissen der europäischen Geschichte und der

Geschichte des Kommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg

stellen sich her. An der Figur des Hamlet interessierte Müller

»das Versagen von Intellektuellen in bestimmten historischen

Phasen, das vielleicht notwendige Versagen von Intellektuellen,

ein stellvertretendes Versagen«. Die innere Zerrissenheit des

Hamletdarstellers, der sich bei dem Aufstand in Budapest 1956

»auf beiden Seiten der Front, zwischen den Fronten, darüber«

sieht, mündet im Scheitern des Autors beim Schreiben eines

Shakespeareschen Dramas und in dem Versuch der Revolte von

Ophelia. Die Frontlinie verläuft nicht mehr zwischen Ost und

West, sondern zwischen »den Metropolen der Welt« und den

kolonialisierten Ländern.

Dimiter Gotscheff, der sich oftmals mit Texten Heiner Müllers

auseinandergesetzt hat, wird den 2007 am Deutschen Theater

Berlin entstandenen Abend »Die Hamletmaschine« für Frankfurt

überarbeiten. Der aus Bulgarien stammende Gotscheff arbeitet

seit Mitte der 1980er Jahre an vielen deutschsprachigen Bühnen

von Wien bis Hamburg. Seine Inszenierungen waren regel-

mäßig beim Berliner Theatertreffen zu sehen. Wiederholt wurden

seine Arbeiten auch als »Inszenierung des Jahres« bei der Kritikerumfrage

der Zeitschrift Theater heute ausgezeichnet.

022

SANDRA GERLING

DIE HAMLET

MASCHINE

HEINER MÜLLER

NEUFASSUNG EINER PRODUKTION

DES DEUTSCHEN THEATERS BERLIN

REGIE

DIMITER GOTSCHEFF

KAMMERSPIELE

BÜHNE UND KOSTÜME

MARK LAMMERT

MUSIK BERT WREDE


REGIE MARKUS BOTHE

BÜHNE ROBERT SCHWEER

SCHAUSPIELHAUS

FRIEDRICH DÜRRENMATTDIE

PHYSIKER

NILS KAHNWALD

NICHTS KANN RÜCKGÄNGIG

GEMACHT WERDEN, WAS EINMAL

GEDACHT WURDE.

29. OKT 11

In einem verschwiegenen Städtchen in der Westschweiz, vor verträumtem

Alpenpanorama, liegt ein kleines Sanatorium, »Les

Cerisiers«, das sich ausschließlich der Pflege von Privatpatienten

widmet. Doch so freundlich schweizerisch das alles daherkommt –

bei den Patienten handelt es sich um gefährliche Verrückte:

Newton, Einstein, Möbius. Drei geniale Physiker, oder besser:

drei Personen, die glauben, sie seien geniale Physiker. Sie sind in

der so genannten »Villa« des Sanatoriums untergebracht. Denn sie

haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie verlieben sich in

ihre Krankenschwestern, dann bringen sie sie um. Das führt zu

polizeilichen Ermittlungen, die der Leiterin des Sanatoriums,

Fräulein von Zahnd, gehörig lästig fallen. Denn naturgemäß sind

Todesfälle in der Therapie von Schwerstverrückten eine Normalität.

Oft sogar ein Therapie-Erfolg. Und nicht allein die Physiker, auch

Fräulein von Zahnd hat gewisse Geheimnisse, die sie ungern

an das Licht der Öffentlichkeit gezerrt sähe. Aber so etwas ist in

der Schweiz ja auch normal. Und am normalsten ist, dass die

Verrückten im verträumten Sanatorium klarer sehen als irgend-

jemand in der Welt da draußen, welches das entscheidende

Problem der Menschheit im 21. Jahrhundert ist: dass wir uns nicht

dümmer stellen können als wir sind. Und dass unsere Klugheit

doch nicht ausreicht, die Zerstörungskraft unserer eigenen

Gedanken zu verstehen.

Dürrenmatts Stück aus dem Jahre 1962 wird inszeniert von

Markus Bothe, der am Schauspiel Frankfurt Regie geführt hat bei

»Roter Ritter Parzival« (ausgezeichnet mit dem Faust-Preis 2010)

und »Ein Sommernachtstraum«. Bothe arbeitete in Basel, Hamburg,

Hannover, Stuttgart, Freiburg und Bremen, außerdem an Opernhäusern

in Wiesbaden, Berlin, Wien und Washington.

025


STEH AUF, WIE DU DA BIST,

DIEBISCHER GOTT, UND STIEHL!

5. NOV 11

Der schöne Rheingau bringt ihn hervor. Als hoffnungsvollen Erben

einer Kellerei, die den Schaumwein der Marke »Loreley extra

cuvée« verzapft. Die Geschäfte gehen aber nicht gut, sein armer

Vater muss sich erschießen. Nun steht der köstliche Jüngling

auf eigenen Füßen. Und macht dabei ausgezeichnete Figur. Sein

einnehmendes Wesen und die Gabe der Darstellung bestimmen

ihn zur internationalen Laufbahn im Hotelfach. Über Frankfurt

geht es nach Paris, auf welchem Weg er nicht allein die Frauen

verstehen lernt: Er versteht, dass die Menschen allgemein etwas

in ihm sehen wollen – und zwar immer das, wonach es sie am

stärksten verlangt: ob Freund, ob Schüler, Dieb oder Verführer.

Kann er seine Rollen aussuchen? Kann er sie ablehnen? Damit

scheint sein menschenfreundliches Gemüt sich schwer zu tun.

Im Zirkus bewundert er die Trapezkünstlerin Andromache:

»Die Menge verehrte sie mehr, als dass sie sie bejubelte, betete

sie an, wie ich, in der Totenstille, die das Aussetzen der Musik

bei ihren waghalsigsten Unternehmungen und Vollbringungen

erzeugte. Dass die präziseste Berechnung Lebensbedingung

war bei allem, was sie tat, versteht sich am Rande. War die Stange

nicht da, griffen ihre herrlichen Hände ins Leere, so stürzte

sie – stürzte, vielleicht kopfüber, aus ihrem Kunstelement, der Luft,

hinab in den gemeinen Grund, der der Tod war.«

Goethes »Dichtung und Wahrheit« parodierend, nimmt der späte

Thomas Mann hier ein Fragment früherer Jahre auf, unterlegt

ihm Autobiografisches. Es ist sein letzter, unvollendeter Roman.

Katrin Lindner machte ihre ersten professionellen Inszenierungen

zwischen 2005 und 2008 am Schauspielhaus Bochum, wo sie

auch Regieassistentin war. Hier inszenierte sie u. a. »Some Girls«

von Neil LaBute und »After the End« von Dennis Kelly. Es folgten

Inszenierungen am Rheinischen Landestheater Neuss und in dem

Bochumer Off-Theater Rottstraße 5. 2010 erhielt sie ein Stipendium

der Richard-Wagner-Stifung. »Bekenntnisse des Hochstaplers

Felix Krull« ist ihre erste Arbeit am Schauspiel Frankfurt.

026

MICHAEL GOLDBERG

SCHAUSPIELHAUS

REGIE KATRIN LINDNER

BEKENNTNISSE

DES HOCHSTAPLERS

FELIX KRULL

THOMAS MANN


BÜHNE VOLKER THIELE

KOSTÜME KATHARINA TASCH

DER

GROSSE

GATSBY

F. SCOTT FITZGERALD

REGIE BETTINA BRUINIER

KAMMERSPIELE

URAUFFÜHRUNG

IN EINER FASSUNG VON MARCEL LUXINGER

HENRIKE JOHANNA JÖRISSEN

ALLE GÖTTER TOT, JEDER GLAUBE

IN DIE MENSCHHEIT ZERSTÖRT.

12. NOV 11

F. Scott Fitzgerald zählt zu den herausragendsten Vertretern

der modernen amerikanischen Erzählliteratur. Er gilt als Sprachrohr

der so genannten »Lost Generation«, jener desillusionierten

Generation von Schriftstellern, die sich zwischen Erstem Weltkrieg

und Weltwirtschaftskrise enttäuscht von Amerika abwandten.

»Der große Gatsby« kritisiert die Pervertierung des American

Dream, durch die sich das Streben nach Glück und Freiheit auf

das Erreichen von Reichtum und Macht reduziert, sowie die

Oberflächlichkeit einer ausschweifenden Konsumgesellschaft

kurz vor ihrem wirtschaftlichen Niedergang.

Aus mittellosen Verhältnissen stammend, hat es Jay Gatsby mit

undurchsichtigen Geschäften zu immensem Reichtum gebracht.

Damit hofft er, seine Jugendliebe Daisy, eine junge Frau aus

vermögender Familie, zurückzugewinnen. Diese hat während seiner

Abwesenheit trotz ihres Versprechens, auf ihn zu warten, den

steinreichen, aber untreuen Footballspieler Tom Buchanan geheiratet

und sich längst ihrer zynischen und korrupten Umgebung

angepasst. Beeindruckt von Gatsbys sagenhaften Partys, seinem

luxuriösen Lebensstil, beginnt Daisy erneut eine Liebesaffäre,

jedoch mit katastrophalem Ausgang.

F. Scott Fitzgerald schildert treffsicher, wie Gatsbys Traum von

Liebe und Glück an der profanen Realität zerbricht, welcher er

von vornherein nicht gewachsen war. Hausregisseurin Bettina

Bruinier wird diesen Kultklassiker der Moderne in einer Bearbeitung

von Marcel Luxinger in Szene setzen.

Gefördert von der

029


ECHTE RITTER HÖREN AUF IHRE

HERZEN. ROTER

13. NOV 11

Mit seiner Mutter Herzeloide lebt der junge Parzival fernab von

jeder Menschenseele tief im Wald. Dass er ein Königssohn ist,

sagt ihm seine Mutter nicht. Und auch nicht, dass es außerhalb

des Waldes überhaupt noch eine Welt gibt. Die Welt da draußen

ist nämlich gefährlich, wie Herzeloide weiß. Doch eines Tages

reiten plötzlich Ritter durch das Tal, und Parzival ist so begeistert

von den schönen Rüstungen, dass er von Stund an keinen

anderen Wunsch mehr hat, als auch so eine Rüstung anzuziehen.

Darum verlässt er Herzeloide und geht in die Welt hinaus. Und

nun beginnen wirklich Abenteuer, wie sie sich noch nicht mal

seine sorgenvolle Mutter vorgestellt hat. Parzival ist nämlich

nicht nur, ohne es zu wissen, Königssohn – er ist auch noch ein

Auserwählter. Und hat doch von gar nichts eine Ahnung.

Markus Bothe »entwirft einen Parzival für Kinder mit Einfallsreichtum,

Witz und bravourösem Sprachgefühl, der schönste Früchte

trägt« (Frankfurter Allgemeine Zeitung). »Roter Ritter Parzival«

wurde mit dem Deutschen Theaterpreis »Der Faust« 2010 in der

Kategorie Regie Kinder- und Jugendtheater ausgezeichnet.

030

ISAAK DENTLER

RITTER

PARZIVAL

REGIE MARKUS BOTHE

NACH WOLFRAM VON ESCHENBACH

BÜHNE ROBERT SCHWEER

KOSTÜME SABINE BLICKENSTORFER

MUSIK BIBER GULLATZ

WIEDERAUFNAHME

SCHAUSPIELHAUS

FAMILIENSTÜCK AB 8 JAHREN

AUSGEZEICHNET MIT DEM FAUST-PREIS 2010


REGIE OLIVER REESE

WILLIAM SHAKESPEARE

SCHAUSPIEL

HAUS

BÜHNE HANSJÖRG HARTUNG

HAMLET

IN EINER ÜBERSETZUNG VON ROLAND SCHIMMELPFENNIG

CLAUDE DE DEMO

WAS IST DER MENSCH,

WENN ER AUS SEINEM HÖCHSTEN

GUT, AUS SEINER ZEIT

NICHT MEHR MACHT, ALS ZU

SCHLAFEN UND ZU FRESSEN?

EIN TIER – NICHT MEHR.

3. DEZ 11

Krisen und Konflikte erschüttern das dänische Königreich. Die

bisherige Ordnung ist zerstört. Der alte König, kürzlich verstorben,

findet keine Ruhe und geht als Geist um. Dessen Bruder hat

die Herrschaft durch geheimen Mord an sich gerissen und die Frau

des Ermordeten geheiratet. Der norwegische Prinz Fortinbras

steht an den Grenzen und erhebt Gebietsansprüche. Dazwischen

steht der legitime Thronfolger Hamlet, heimgesucht vom Geist

des Vaters: Er soll nun eingreifen, ordnen, den Konflikt lösen,

soll ungesühnten Brudermord und Thronraub rächen, das Böse

richten und die Ruhe im Land wiederherstellen, ein Mädchen

lieben und die Welt bejahen. Aber er kann nicht. Wem oder was

kann er noch trauen? Ist der Geist seines Vaters wirklich oder

nur eine teuflische Versuchung? Liebt ihn Ophelia oder spioniert

sie ihn lediglich aus? Sind Menschen überhaupt zur Liebe fähig?

Ist seine Mutter auf seiner Seite oder verstrickt in ein Mordkomplott?

Hamlet strauchelt, sein Gewissen, sein Gefühl, sein Denken

stehen ihm im Wege und halten ihn vom Handeln ab. Aufgespannt

zwischen Verstand und Gefühl, zweifelnd ob Wahrheit

und Absolutheit zu finden sind, geht Hamlet an der Unfassbarkeit

der Situation und der Angst zu fehlen zu Grunde.

Oliver Reese, der am Schauspiel Frankfurt »Phädra« und »Der

Nackte Wahnsinn« inszenierte, wird den »Hamlet« in einer

für Frankfurt angefertigten Neuübersetzung von Roland Schimmelpfennig

auf die Bühne bringen. Bisher inszenierte er zahlreiche

Dramatisierungen (»Die Frau, die gegen Türen rannte«, »Lolita«) und

Stücke nach biografischen Texten (»Bartsch, Kindermörder«,

»Emmy Göring an der Seite ihres Mannes«) u. a. am Düsseldorfer

Schauspielhaus, dem Maxim Gorki Theater Berlin sowie am Theater

Basel. Er brachte »Der Mann ohne Eigenschaften« und »Ritter,

Dene, Voss« am Deutschen Theater Berlin auf die Bühne, dessen

Leitung er nach sieben Jahren als Chefdramaturg 2008 übernahm.

Seit 2009 leitet er das Schauspiel Frankfurt.

033


WEITER MEINEN WEG, UND

WÄR’S MEIN TOD.

15. DEZ 11

Schnitzlers »Traumnovelle« beginnt als ein Kammerspiel der

verstohlenen Begierden und uneingestandenen Wünsche. Ein

bürgerliches Ehepaar, Fridolin und Albertine, macht sich nach

einem Fest vorsichtig tastende Geständnisse. Eifersüchtig auf

die Erlebnisse des Anderen, provozieren sie sich zur schonungslosen

Beichte ehebrecherischer Sehnsüchte. Diese Bekenntnisse

erschüttern das gegenseitige Vertrauen im Kern. Fridolin

wird von Rachegelüsten durch die Nacht getrieben und erlebt

abgründige erotische Abenteuer. Er ist bereit alles zu riskieren:

sein Ansehen, seine Ehe und sein Leben. Traum und Wirklichkeit,

Erfahrung und Fiktion gehen mehr und mehr ineinander über.

Für Schnitzler, einen der bedeutendsten Vertreter der Wiener

Moderne, war die Macht des Unterbewussten Grundmotiv seines

literarischen Schaffens. Stanley Kubrick verlegte mit seiner

Verfilmung »Eyes Wide Shut« das Wien der Jahrhundertwende

in das New York am Ende des Jahrtausends.

Bastian Kraft, 1980 in Göppingen geboren, studierte Angewandte

Theaterwissenschaft in Gießen. 2007 bis 2010 war er

als Regieassistent am Burgtheater Wien engagiert und inszenierte

dort u. a. den Abend »schöner lügen. Hochstapler bekennen«

und »Dorian Gray« nach dem Roman von Oscar Wilde. Am

Thalia Theater Hamburg inszenierte er u. a. »Amerika« nach dem

Roman von Franz Kafka und wurde 2010 für diese Adaption

auf dem vom Münchner Volkstheater veranstalteten Festival

»Radikal jung« mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

034

FRANZISKA JUNGE

KAMMERSPIELE

REGIE

BASTIAN KRAFT

BÜHNE UND KOSTÜME

BEN BAUR

TRAUM

NOVELLE

ARTHUR SCHNITZLER


SCHAUSPIEL

STUDIO

Ermöglicht durch

HENRIETTE BLUMENAU

LISA STIEGLER

BENEDIKT GREINER

MORITZ PLIQUET

JOHANNES KÜHN


VENEDIG

WILLIAM SHAKESPEARE

BÜHNE KLAUS GRÜNBERG

SCHAUSPIELHAUS

DER KAUFMANN

VON

REGIE BARRIE KOSKY VIKTOR

TREMMEL

EIN DIAMANT FORT? KOSTET

MICH ZWEITAUSEND DUKATEN ZU

FRANKFURT.

JAN 12

Ein Stück über die Dinge, die der Mensch aus Liebe tut. Oder aus

Hass. Ein Stück über das Geld. Der schöne junge Bassanio

will um die reiche Porzia werben. Dafür braucht er Geld. Denn

wer Porzias Hand will, muss – nach dem Vermächtnis ihres

Vaters – an einem Spiel teilnehmen, das eine nicht unbedeutende

Summe als Grundeinsatz verlangt. Wer das Spiel aber gewinnt,

gewinnt die weit bedeutendere Mitgift – und die Braut. Bassanio,

dessen Kapital im Wesentlichen in seinem guten Aussehen

besteht, bittet seinen Freund Antonio, ihm die Summe – bei vollem

Risiko – zu borgen. Antonio liebt Bassanio, reißt sich das Herz

aus dem Leib und borgt ihm das Geld. Obwohl auch er es nicht

hat. Denn alle seine Mittel sind in hochriskanten Unternehmungen

gebunden. Antonios Kredit ist sogar so gering, dass nur sein

ärgster Feind bereit ist, ihm das Geld zu leihen: der Jude Shylock.

Der will sich an dem Christen Antonio rächen und gibt ihm das

Geld unter der Bedingung, dass er ihm, wenn er die Summe nicht

auf den vereinbarten Termin zurück erhält, ein Pfund seines

Fleischs, zunächst dem Herzen, aus dem Leibe schneiden darf.

Die Sache nimmt keinen guten Ausgang. Zu Shakespeares Zeit

ein Märchenspiel und eine Komödie – die Juden dargestellt von

den Komikern der Truppe. 400 Jahre später sieht das etwas

anders aus.

Der Regisseur Barrie Kosky wird sich mit den Lesarten des Stücks

und mit der christlich-jüdischen Geschichte in Europa auseinander-

setzen. Kosky selbst ist Australier und wird, nach Stationen in

Melbourne, Sydney, Wien, Berlin ab 2012 Intendant der Komischen

Oper in Berlin. An der Oper Frankfurt hat er kürzlich »Dido und

Aeneas« und »Herzog Blaubarts Burg« inszeniert.

039


LIEBES

WIR KOCHEN ZUSAMMEN

UND WIR SCHAUEN ZUSAMMEN

FERNSEHEN. MEHR NICHT.

JAN 12

Zwei langjährige Ehen scheitern, als die Partner feststellen, dass

sie Paare, aber nicht Familien sind. Das erste Ehepaar hat zwar

sogar ein Kind, es ist elf Jahre alt. Und als dessen Mutter ein

Verhältnis mit einem anderen Mann beginnt, versucht sie lange,

ihrem Mann das zu verheimlichen, um ihrem Kind die Trennung

zu ersparen. Ihr Mann, der spürt, dass die Beziehung scheitert,

versucht, die Ehe durch ein weiteres Kind, ein Haus zu festigen.

Damit treibt er seine Frau aber in Wahrheit immer weiter von

sich weg. Das zweite Paar wünscht sich nichts sehnlicher, als eine

Familie zu sein, Kinder zu haben. Doch es stellen sich keine ein.

Im Laufe von acht Jahren machen die Ehepartner drei Versuche

einer künstlichen Befruchtung. Der Mann beginnt eine Affäre

mit der Frau des ersten Paares. Zeugt mit ihr ein Kind, doch sie

treibt – gegen seinen Willen – ab.

Lars Norén, einer der wichtigsten Gegenwartsautoren Skandinaviens,

ist immer noch der unbarmherzige Zergliederer moderner

Seelen und ihrer Beziehungen, als den ihn auch das deutschsprachige

Publikum spätestens seit »Nacht, Mutter des Tages«

(1982) kennt.

Der junge Regisseur Alexander Frank hat in der Box des Schauspiel

Frankfurt bereits mit Erfolg Enda Walshs »The Small Things«

inszeniert. Er wird Lars Noréns spannungsvolles Kammerspiel hier

in die Kammerspiele bringen.

Gefördert von der

040

MARC OLIVER SCHULZE

ALEXANDER

FRANK REGIE

DEUTSCHSPRACHIGE

ERSTAUFFÜHRUNG

KAMMERSPIELE

SPIEL

LARS NOREN


EIN

URAUFFÜHRUNG

NEUES

DENNIS KELLY

STÜCK

REGIE

CHRISTOPH MEHLER

BÜHNE NEHLE BALKHAUSEN

KOSTÜME ANNE HÖLZINGER

MUSIK OLIVER URBANSKI

SCHAUSPIELHAUS

HEIDI ECKS

ICH WERDE NICHT FÜR’S GELD

SCHREIBEN, SONDERN NUR, UM

ETWAS ZU ERZÄHLEN, WAS

MICH IM MOMENT INTERESSIERT.

FEB 12

»Ich habe ja schon ein Leben gelebt, davon profitiere ich als

Autor, weil ich genauer weiß, was ich will.« Dennis Kelly ist spät

zum Schreiben gekommen. Sein erstes ernstzunehmendes

Stück, wie er selbst sagt, »Schutt« erhält seine Uraufführung als

Kelly bereits 32 Jahre alt ist. Zuvor hat er die Schule geschmissen

und sich mit kleinen Jobs rumgeschlagen. Kelly entdeckt das

Theater für sich in einem Jugendclub, versucht sich an eigenen

Szenen, will mehr und besucht das Goldsmiths College. Die

Entscheidung fällt ihm nicht leicht – doch er wagt es und hat

Erfolg. 2003 wird »Schutt« uraufgeführt, 2005 folgen »After the

End« und »Osama der Held«. Kelly erhält Stückaufträge und

schreibt eine Serie für die BBC. Er verfasst die Dramen »Liebe

und Geld«, »Kindersorgen«, »DNA«, »Waisen« und »Die Götter

weinen«. Er wird mit Preisen ausgezeichnet u. a. dem Fringe

First und dem Herald Angel Award und in der Kritikerumfrage

von Theater heute zum besten ausländischen Dramatiker des

Jahres 2009 gewählt.

Kellys Stücke leben durch seine Erfahrung, die er allerdings

nicht, wie in England beliebt, »in geraden, ultrarealistischen Alltagsszenen

eins zu eins auf der Bühne vorführt. In diese Richtung

wollte ich nicht schreiben.« Kellys Dramen sind stilisiert, treiben

ein subtiles Spiel mit der Sprache und drängen ihre Figuren in

extreme Zustände hinein. Er probiert verschiedenste Gattungen

aus, entwirft mit »After the End« ein düsteres Endzeitdrama,

mit »Kindersorgen« eine dokumentarisch anmutende Wahrheitssuche

und mit »Die Götter weinen« ein fast Shakespearesche

Ausmaße annehmendes Gesellschaftspanorama. Ein Thema, das

ihn über alle formalen Versuche hinweg begleitet, ist die Gewalt.

Die Gewalt des Kleinbürgers, des Staates, der Clique, der

Familie. »Ich lebe in einem Teil von London, der sehr arm ist und

sehr rau. Ich bin selbst schon auf der Straße angegriffen worden,

insofern ist das nicht hergeholt oder spekulativ. Außerdem ist

Theater selbst eine gewaltsame, sehr körperliche Kunstform;

dramatisch zu sein, heißt emotional zu sein. Emotionalität, die mit

Intellekt hinterlegt ist.«

Dennis Kelly schreibt sein neues Stück als Auftragswerk für die

große Bühne des Schauspiel Frankfurt.

Christoph Mehler, der schon die Deutschsprachige Erstaufführung

von Kellys »After the End« am Deutschen Theater Berlin inszenierte,

ist ab der Spielzeit 2011 / 12 Hausregisseur am Schauspiel

Frankfurt.

Gefördert von der

043


ICH HATTE DA NEULICH EINEN

TRAUM ... DA ... DA HAT

DAS KAPITAL DEN TERRORISMUS

ERFUNDEN, UM DEN STAAT

ZU ZWINGEN, ES BESSER ZU

SCHÜTZEN. DAS IST SEHR

KOMISCH, NICHT?

FEB 12

Fassbinders satirisch groteske Vision einer dritten Generation der

RAF: Ein Haufen gelangweilter Spießer, die aus Frustration und

Überdruss den Aufstand proben – ohne eine politische oder

soziale Utopie. Bürgerkinder, die nur über ihre eigenen Familien-

und Eheverhältnisse in Rage geraten. Ein Terrorismus der Dilettanten,

denn sie wissen nicht mehr was, warum und wofür sie es

tun. Zusammenhalt stiftet lediglich eine hysterische Revolutionsromantik

und blinder Aktionismus. Wie im Rausch stürzen sie

sich in das große Abenteuer, das der Selbstzweck ihres Handelns

ist und bei dem einer nach dem anderen auf der Strecke bleiben

wird. Was die Möchtegern-Terroristen nämlich nicht ahnen –

sie werden vom Großkapital manipuliert. Ein multinationaler Computerkonzern

und Fabrikanten von Überwachungstechnologien

finanzieren ihre Aktionen und nutzen sie, um den Verkauf anzukurbeln.

Der Terror wird zur Inszenierung eines planvollen Chaos’,

das dem Kapital aus der Krise helfen soll.

Fassbinder betitelte seinen 1979 entstandenen Film als »Komödie

in sechs Teilen um Gesellschaftsspiele voll Spannung, Erregung

und Logik, Grausamkeit und Wahnsinn, ähnlich den Märchen,

die man Kindern erzählt, ihr Leben zum Tode ertragen zu helfen«.

Alice Buddeberg wird mit dem dritten Jahrgang der Frankfurter

Schauspielstudenten Fassbinders schwarze Gesellschaftskomödie

inszenieren und so die Kooperation des Schauspiel Frankfurt

mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst fortsetzen.

Buddeberg inszenierte am Schauspiel Frankfurt bereits »Hedda

Gabler«, »Clavigo« und »Das Scarlett-O’Hara-Syndrom«.

Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und

der Hessischen Theaterakademie.

044

SASCHA NATHAN

ALICE

REGIE

BUDDEBERG

BÜHNE SANDRA ROSENSTIEL

MUSIK STEFAN PAUL GOETSCH

KAMMERSPIELE

HOCHSCHULE@SCHAUSPIEL FRANKFURT

RAINER WERNER FASSBINDER

DIE DRITTE

GENERATION


GUT

WIR SIND SCHON

TEXT UND REGIE

RENE

POLLESCH

BÜHNE JANINA AUDICK

URAUFFÜHRUNG

SCHAUSPIELHAUS

GENUG!

FELIX VON MANTEUFFEL

LIEBLING, ES GIBT KEINE INNERE

SCHÖNHEIT!

MÄR 12

Mit dem Theaterabend »Sozialistische Schauspieler sind schwerer

von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen« kehrte der mehrfach

ausgezeichnete Autor und Regisseur René Pollesch in der

vergangenen Spielzeit für eine längerfristige Zusammenarbeit

mit dem Schauspiel nach Frankfurt zurück. Der gebürtige Friedberger

studierte in Gießen am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft

und entwickelte einige seiner ersten Arbeiten am

TAT in Frankfurt. Er ist Künstlerischer Leiter des Prater der

Berliner Volksbühne, inszeniert u. a. am Staatstheater Stuttgart,

Schauspielhaus Zürich, Burgtheater Wien und an den Münchner

Kammerspielen. Polleschs Theaterabende beschäftigen sich mit

alltäglichen, machtvollen Mechanismen, die unser Leben regulieren,

ohne dass wir dies als Regulierung wahrnehmen, sondern

als Normalität. Persönliche, politische Fragestellungen werden

während der Probenarbeit mit unterschiedlichen Theorien bearbeitet

und mit Hilfe bekannter Film- und Theatergenres in eine

ebenso intelligente wie unterhaltsame, eigenwillige Theaterform

überführt. So entstehen Thema und Text des Abends erst im

konkreten Probenprozess.

»Du weißt, ich hab immer nur dein Äußeres geliebt, deshalb war

deine Angst völlig unberechtigt, dass ich dich in irgendeiner

Form enttarnen könnte, du wärst nicht das und das genug! Da

wäre ›gar nichts dahinter‹! Ich hab ja gesehen, was du bist. Ich

konnte das. Ich musste nicht durch einen Schleier hindurch auf

etwas sehen. Nein, ich konnte wie bei einem Geldschein ganz

genau sehen, dass du das Papier bist, und das, was sonst für

die Menschen so wertvoll ist, das Draufgedruckte, der innere

Wert, das musstest du nicht dauernd verteidigen, das hatte ich

ja gar nicht vor Augen. Deine inneren Werte! Darüber müssen

wir sprechen. Diese dummen Werte! Für wen sollte das irgendeinen

Wert haben, dein einzigartiger Weltentwurf da in dir drinnen.

Der ist gar nicht anschlussfähig. Mit dem hab ich gar nichts zu

tun. Das interessierte mich überhaupt alles gar nicht. Du musstest

überhaupt keine Angst haben, von mir enttarnt zu werden. Das,

was ich liebte, war ja ganz und gar nicht getarnt. Das war dein

Äußeres, das, was ich Seele nennen würde. Nicht das Äußere

als das Gefängnis einer Seele. Nein! Sondern die Seele selber,

die hier draußen ist. Diese Verdrehung ist doch interessant, dass

alle, die sonst so von Äußerlichkeiten reden, von etwas reden,

was eigentlich die inneren Werte sind. Die draufgedruckten Werte,

wie bei einem Geldschein. Man sieht immer nur die zwanzig

Euro und niemand sieht das Papier. Liebling, es gibt keine innere

Schönheit!« RENÉ POLLESCH

Gefördert von der

047


WAS MÖCHTEST DU HABEN?

SPRICH!

MÄR 12

Wir müssen uns Herodes Antipas nicht als einen glücklichen

Menschen vorstellen. Zwar ist er der Gebieter von Peräa und von

Galiläa, zwar hat er – in doppeltem Ehebruch – gerade seine

heiß begehrte Schwägerin Herodias geehelicht, zwar sitzt sein

ärgster Feind, der Prediger Jochanaan, eingekerkert in der Zisterne

des Palastes: Doch die Macht im Land ist wackelig, die

Tochter seiner neuen Frau erweist sich als viel anziehender als

ihre Mutter, und den Prediger Jochanaan fürchtet Herodes nicht

nur, er verehrt ihn geradezu. Nachts schleicht sich der König

zur Zisterne, um die fürchterlichen Weissagungen des Propheten

zu belauschen. Die Ängste des Tetrarchen werden handkehrum

zu seinen größten Lüsten. Und seine Stieftochter, die verführe-

rische Salomé, will nur für ihn tanzen, wenn er schwört, dass er ihr

jeden Wunsch erfüllt, den sie ihm nennen kann. Da haben seine

Vorahnungen ihm längst gesagt, welches Verhängnis sich zusammenbraut.

Doch der Mond steht hoch, und zu dieser Stunde

kann der König Grauen und Verlockung nicht mehr unterscheiden.

Oscar Wilde schrieb seine »Salomé« 1891 auf französisch, 1892

starteten die Proben für die Londoner Premiere, die von der

Zensur gestoppt wurden. Der Lord Chamberlain verbot das Stück

in England für die nächsten 40 Jahre. Die biblische Geschichte

der verführerischen Salomé, die den keuschen Wüstenprediger

Johannes liebt und der jedes Mittel recht ist, ihn nur einmal

küssen zu dürfen, gilt als Hochblüte der literarischen Decadence.

Der Regisseur Günter Krämer hat zuletzt den »Ring des Nibelungen«

an der Pariser Bastille-Oper inszeniert. Am Schauspiel

Frankfurt entstanden seine Inszenierungen von Ödön von

Horváths »Geschichten aus dem Wiener Wald« und Shakespeares

»König Lear«.

048

CHRISTOPH PÜTTHOFF

SALOMÉ

OSCAR WILDE

REGIE GÜNTER KRÄMER

SCHAUSPIELHAUS

BÜHNE JÜRGEN BÄCKMANN

KOSTÜME FALK BAUER


REGIE PHILIPP PREUSS

KAMMERSPIELE

URAUFFÜHRUNG

EIN ANDY-WARHOL-PROJEKT

WARHOLA

VON PHILIPP PREUSS

BETTINA HOPPE

WENN DU MIT DEINER

ARBEIT KEIN GELD MACHEN

KANNST, DANN MUSST

DU SAGEN, DASS ES KUNST

IST; UND WENN DU GELD

MACHST, SAGST DU,

DASS ES ETWAS GANZ

ANDERES IST.

MÄR 12

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andrew Warhola Andrew Warhola Andrew Warhola

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol Andy Warhol

Philipp Preuss wird die Suche nach der Doppelidentität

Andy Warhols unternehmen. Er arbeitet als freier Regisseur

und bildender Künstler. Er inszenierte am Schauspielhaus

Bochum, Theater Dortmund und am Deutschen

Theater Berlin. Am Schauspiel Frankfurt führte er

Regie bei »Alice im Wunderland« und »Die Kontrakte des

Kaufmanns«. Ausstellungen zeigte er u. a. in Wien,

Bregenz und Mailand.

Gefördert von der

051


CHRISTIAN BO SALLE

THOMAS HUBER


ICH WILL KEIN LEBEN VOLLER

GLÜCK, DAS MICH NUR

SCHMERZT, AUCH KEINEN

REICHTUM, DER MIR DAS HERZ

ZERREISST.

APR 12

Sie sind heimatlos: Medea und Jason befinden sich mit ihren

Kindern auf der Flucht. Die Königstochter hat für ein Leben mit

ihrem Geliebten alles aufgegeben: ihre Familie verraten, ihr Land

verlassen und einen Menschen getötet – den Mörder von Jasons

Vater. In Korinth, wo die Liebenden mit ihren Kindern ein vor-

läufiges Asyl finden, beginnt die abgründige Tragödie des Euripides.

Jason hat Medea verlassen; ihr und den Kindern droht Verbannung.

Durch die neue Heirat mit der Tochter des hiesigen Königs

erhält Jason das definitive Bleiberecht, eine sozial und wirtschaftlich

gesicherte Stellung. Zutiefst verletzt von diesem Verrat,

gnadenlos verstört ob Jasons schamloser Missachtung von

Ehebund und Treueeid, entwirft Medea einen grausamen Racheplan.

Aus maßloser Liebe wird maßloser Zorn: Medea beschließt,

nicht nur ihre Nebenbuhlerin und deren Vater, sondern auch

die gemeinsamen Kinder zu töten. Der vor mehr als 2400 Jahren

geschriebene Text fragt danach, was Liebe darf und wo ihre

Grenzen sind; fragt nach Bedingungen und Verletzungen persönlicher

Würde: Was kann ein Mensch alles aufgeben, was kann

ihm alles genommen werden, bevor er gnadenlos um sich schlägt?

Regisseur Michael Thalheimer inszenierte in der vergangenen

Spielzeit am Schauspiel Frankfurt Schillers Königinnendrama

»Maria Stuart«. Weiterhin hier zu sehen ist auch seine Inszenierung

von »Ödipus / Antigone«, mit der er die Intendanz von Oliver Reese

vor zwei Jahren eröffnete. Mit seiner markanten Regiehandschrift

zählt er zu den renommierten, Stil prägenden zeitgenössischen

Regisseuren. Seine Inszenierungen wurden mehrfach

ausgezeichnet.

054

MICHAEL ABENDROTH

BÜHNE OLAF ALTMANN

MEDEA

KOSTÜME

NEHLE BALKHAUSEN

MUSIK BERT WREDE

SCHAUSPIELHAUS

EURIPIDES

REGIE MICHAEL THALHEIMER


EIN NEUES STÜCK

NIS-MOMME STOCKMANN

URAUFFÜHRUNG

KAMMERSPIELE

REGIE MARTIN SCHULZE

BÜHNE DANIEL ROSKAMP

KOSTÜME ULRIKE OBERMÜLLER

MUSIK DIRK RAULF

TORBEN KESSLER

WER WAS HAT, DER HAT WAS.

UND DAS IST MEHR ALS WENIG

HABEN ODER NOCH SCHLIMMER:

NIX.

APR 12

Vor zwei Jahren war der Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann

noch ein Geheimtipp. Dann wurde er Hausautor am Schauspiel

Frankfurt. Hier wurden seine Stücke »Das blaue blaue Meer«

und »Die Ängstlichen und die Brutalen« uraufgeführt, weitere

Premieren waren »Der Mann der die Welt aß« (Theater Heidelberg),

»Kein Schiff wird kommen« (Schauspiel Stuttgart), »Inga und

Lutz« (Theater Braunschweig) und »Expedition und Psychatrie«

(Theater Heidelberg). Seine Stücke, die formal ganz unterschiedlich

sind, erzählen häufig von den Überforderten und den

Verzweifelnden, erzählen von ihrem Scheitern am gesellschaft-

lichen Druck, den sie nicht aushalten. Till Briegleb schreibt in

Theater heute über Stockmann: »Es ist diese Energie, die so

ungestüm gegen jede Form von Resignation aufbegehrt, dieses

unbedingte Wollen, diese Denklust, die dauernd Haltung und

Anliegen fordert, aus der sich die sympathische Art seiner

Monologe entwickelt.« Im November 2010 wurde Nis-Momme

Stockmann in Stuttgart mit dem Förderpreis des Schiller-Gedächtnispreises

ausgezeichnet, einem der wichtigsten Literaturpreise

Deutschlands. Außerdem schrieb und inszenierte Stockmann in

der Box des Schauspiel Frankfurt mehrere Episoden seines

literarischen Kabaretts »Herkules Manhattans holistisches Kompendium

des modernen Seins«. Auf der Website des Schauspiel

Frankfurt www.schauspielfrankfurt.de schreibt Stockmann seit

2009 seine Kolumne »Stockmanns Appendix«.

Der Regisseur Martin Schulze wird im April 2012 das neue Stück,

das Nis-Momme Stockmann für das Schauspiel Frankfurt schreibt,

in den Kammerspielen uraufführen. Schulze inszenierte u. a. in

Wien, Graz, Weimar, Kassel, Essen und St. Gallen. Das neue Stück

von Stockmann ist seine erste Regiearbeit für das Schauspiel

Frankfurt.

Gefördert von der

057


ER IST DER TYRANN, DER LIEBER

UNTERGEHT ALS BESCHRÄNKUNG

DULDET.

MAI 12

Der tyrannische Gymnasialprofessor Raat wird traditionsgemäß

von seinen Schülern als »Unrat« verhöhnt. Seine nächtliche Jagd

nach den ihm verhassten Schülern führt zu einer Begegnung

mit der Unterwelt des Frivolen, Erotischen, Anzüglichen. In dem

abseits gelegenen, offiziell gemiedenen und von der öffent-

lichen Moral verurteilten, insgeheim aber begehrten Quartier

des Lasters – in dem Nachtclub »Der Blaue Engel« – wird die

Welt des Professors Unrat widergespiegelt: als Negativ, überbelichtet

oder verzerrt. Unrat ist ein Menschenfeind, gefangen in

der dekadenten, brüchigen Doppelmoral und Engstirnigkeit

der bürgerlichen Verhältnisse. Mehr tot als lebendig. Durch die

Bekanntschaft mit der Tänzerin Rosa wird eine maßlose Leidenschaft

in ihm entfacht, die ihn gegen diese Gesellschaft auf-

begehren lässt und sein früheres Leben in Schutt und Asche

legt. Unrat wird vom Schülerschreck zum anarchistischen Rebell.

Film und Roman lassen ihn auf sehr unterschiedliche Art scheitern.

Heinrich Manns 1905 erschienener Roman »Professor Unrat

oder Das Ende eines Tyrannen« – ein Stück Weltliteratur – wurde

in Josef von Sternbergs Adaption von 1930 mit Emil Jannings

und Marlene Dietrich in den Hauptrollen sowie der Musik Friedrich

Hollaenders zu einem frühen Kultfilm. »Der Blaue Engel« zählt

zu Recht zu den bedeutendsten Filmen der Weimarer Zeit.

Jorinde Dröse ist Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater Berlin.

Sie inszenierte u. a. am Hamburger Thalia Theater und am

Deutschen Theater in Berlin. In der vergangenen Spielzeit war

am Schauspiel Frankfurt Lessings »Minna von Barnhelm« in ihrer

Regie zu sehen.

Präsentiert von der

058

WOLFGANG MICHAEL

REGIE

JORINDE DRÖSE

BÜHNE UND KOSTÜME

SUSANNE SCHUBOTH

NACH DEM ROMAN »PROFESSOR

UNRAT« VON HEINRICH MANN UND

DEM FILM »DER BLAUE ENGEL« VON

JOSEF VON STERNBERG

DER

SCHAUSPIELHAUS

BLAUE ENGEL


BACON

OLIVER REESE

TALKS

BASIEREND AUF »GESPRÄCHE MIT FRANCIS BACON«

VON DAVID SYLVESTER

KOSTÜME LENE SCHWIND

URAUFFÜHRUNG

STÄDEL MUSEUM

MATHIS REINHARDT

WIR SIND GEBOREN UND

WIR WERDEN STERBEN, ES GIBT

NICHTS ANDERES.

MAI 12

Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts:

Die Bilder Francis Bacons sind aufwühlend, verstörend und

faszinierend zugleich. In ihrem Zentrum steht das menschliche

Wesen als gequälter, missgebildeter und verzerrter Körper. Die

Entstellungen sind Ausdrücke der alltäglichen Gewalt, an der

die Figuren leiden, der sie verfallen sind, als Täter, als Opfer, als

gierige Bestien und geschundene Kreaturen.

Bacons Werke sind geprägt von den Beben des 20. Jahrhunderts:

Erschütterungen durch Krieg, Zerstörung und Tod, die auch Risse

in Bacons eigener Biografie hinterlassen haben.

Francis Bacon, 1909 in Dublin geboren, gestorben 1992 in Madrid,

führte ein Leben der Exzesse: Seine Leidenschaft für Alkohol,

Drogen, Glücksspiel und sein ausschweifendes Sexualleben sind

legendär. Und ebenso wie seine Biografie öffnet auch das Werk

den beklemmenden Blick in den Abgrund, der bis heute polarisiert

und provoziert. Nun kommt das Rätsel Bacon selbst zu Wort.

Als Vorlage für Oliver Reeses Dramatisierung dienen die Interviews

des renommierten Kunstkritikers David Sylvester, Zeit seines

Lebens einer der wenigen vertrauten Gesprächspartner Bacons.

Immer wieder gelang es ihm, den Exzentriker in ausführliche,

analytische Gespräche über die Kunst des 20. Jahrhunderts zu

verwickeln. Das Stück wird im Städel Museum uraufgeführt.

Oliver Reese ist Autor, Regisseur und Intendant des Schauspiel

Frankfurt. »Bacon talks« gehört in die Reihe seiner Bearbeitungen

von biografischem Material.

Kooperation mit dem

Gefördert von der

061


WER VERSUCHT, DURCH LIEBE

GLÜCKLICH ZU WERDEN, MACHT

SICH UMSO UNFEHLBARER

JUN 12

Paris, wenige Jahre vor der Revolution. Der Vicomte de Valmont

steht im Ruf, mit allen Damen der Gesellschaft Verhältnisse

zu haben. Auch mit der Marquise de Merteuil, wobei das Feuer

zwischen diesen beiden sich vor allem aus einem erotischen

Wettbewerb zu speisen scheint. Die Marquise stellt dem Vicomte

immer neue, immer schwierigere Aufgaben in Form ehrbarer

Damen, die sich gegen die Verführungskünste anderer Männer

unempfindlich gezeigt hatten. Diese Damen soll Valmont erobern.

Und so kann es auch nicht fehlen, dass die fromme Präsidentin

de Tourvel schließlich Gegenstand des Spiels zwischen Valmont

und der Merteuil wird. Zwar liebt die Präsidentin ihren Gatten

nicht besonders, dennoch leistet sie Valmonts Belagerung erbittert

Widerstand. Und indem er ihr hartnäckig nachsetzt, geschieht

auch mit Valmont etwas, das ihm bisher nicht unterkam. Er verliebt

sich. Aber was zunächst nur wie ein kleines Missverständnis

in der Interpretation der Spielregeln erscheint, entpuppt sich

mehr und mehr als Katastrophe.

Choderlos de Laclos, der die Romanvorlage zu dem Stück schrieb,

wurde später Redenschreiber des Jakobinerführers Robespierre.

Der Marquise des Merteuil legt er am Ende der Geschichte

die Worte in den Mund: »Ich wage zu sagen, wir dürfen uns auf

die Neunziger freuen, was immer sie bringen. Inzwischen wird

es das Beste sein, wir machen weiter mit unserem Spiel.«

Robert Schuster leitete von 1999 bis 2002 gemeinsam mit Tom

Kühnel und Bernd Stegemann das TAT im Bockenheimer Depot.

Am Schauspiel Frankfurt inszenierte er zuletzt in der Spielzeit

2010 / 11 Dennis Kellys »DNA«.

062

STEPHANIE EIDT

UNGLÜCKLICH. GEFAHRLICHE

LIEBSCHAFTEN

CHRISTOPHER

HAMPTON

ROBERT SCHUSTER

REGIE

KAMMERSPIELE


DER HERR

DER FLIEGEN

WILLIAM GOLDING

REGIE

MARTINA DROSTE

THEATERPROJEKT DES

JUNGEN SCHAUSPIELS

KAMMERSPIELE

SÉBASTIEN JACOBI

SIE GEHÖRT UNS. UNS GANZ

ALLEIN. SEHT SIE EUCH AN.

SAND. BLAUES MEER. PALMEN.

DA IST NIEMAND. NIEMAND

AUSSER UNS.

Irgendwo am Rande eines Krieges stürzt ein Flugzeug ab. Die

überlebenden Jugendlichen finden sich auf einer menschenleeren

Insel wieder und müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Keine Erwachsenen, keine Schule, keine festgefügte Ordnung –

es könnte ein Paradies sein, wo sich alles neu erfinden lässt.

Doch die meisten von ihnen klammern sich an die alten Rollen.

Versteckte Ängste, wilde Phantasien und der Kampf ums Überleben

lassen die Situation eskalieren und führen in eine blutige

Katastrophe.

William Golding hat in seinem berühmten Roman eine faszinierende

Versuchsanordnung mit einer heterogenen Jugendgruppe

geschaffen. Mitglieder des Jugendclubs erforschen in professioneller

Regie die Möglichkeiten und Gefahren dieser extremen

Situation.

Martina Droste ist seit der Spielzeit 2010 / 11 Theaterpädagogin

des Schauspiel Frankfurt und hat in zahlreichen Inszenierungen

mit Jugendlichen und Senioren, in biografischen und interdisziplinären

Theaterprojekten Regie geführt. 2009 inszenierte sie, in

Zusammenarbeit mit Thorsten Schlenger, »Baal« von Bertolt Brecht

mit Jugendlichen am Schauspiel Dortmund.

065


BOX

»KISTENKUNST IN DER BOX –

JUNG, SCHNELL, MUTIG«

PRINZ

DIE ANDERE SEITE

ALFRED KUBIN

Regie: Christopher Rüping

Das Angebot kommt überraschend: Der Protagonist des Romans

wird von seinem alten Schulfreund Patera eingeladen, Bürger

des in einem unbekannten Winkel Asiens liegenden Traumlands

zu werden, dessen Schöpfer und Herrscher Patera ist. Gespannt

und fasziniert macht der Zeichner sich mit seiner Frau auf den

Weg in die Hauptstadt Perle. Doch was zunächst die Erfüllung

eines sorgenfreien Lebens verspricht, entpuppt sich zunehmend

als gnadenlose Horrorvision eines Überwachungsstaats, in

dem sich ein apokalyptischer Kampf anbahnt, der die Grenzen

zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt. In seinem 1909

erschienenen einzigen Roman schildert Alfred Kubin eine düstere

Endzeitvision, die in ihrer visionären Kraft an Aktualität bis heute

nichts verloren hat.

Christopher Rüping, Jahrgang 1985, ist seit 2011 Regie-Absolvent

der Theaterakademie Hamburg.

REISE!REISER!

EINE REISE DURCH DEN ROMAN »ANTON REISER« VON

KARL PHILIPP MORITZ, MIT LIEDERN VON RIO REISER UND

TON STEINE SCHERBEN

Ein Projekt von Sébastien Jacobi

Musik Christoph Iacono

Uraufführung

»Ich bin irgendwo zwischen Null und Zero.

Die Welt verbrennt auf meinem Video.«

Wohin kann die Reise heute gehen: Das Unsichtbare Komitee

prophezeit den kommenden Aufstand. Der Humanismus sucht

nach den Regeln für den Menschenpark. Eine erschöpfte, totalmobilisierte

Selbstverwirklichungsgesellschaft steuert einem

Infarkt entgegen. Anton Reiser und Rio Reiser verbindet eine verzweifelte

Suche nach Liebe, der Kampf um Träume – ein radikaler

Gegenentwurf zu den Idealen ihrer Zeit.

066

RED LIGHT RED HEAT –

EINE ÜBERBELICHTUNGSMENAGERIE

Ein Projekt von Pedro Martins Beja

Uraufführung

»Leuchtet Mädchen, leuchtet! Warum ist hier alles nur so rot?

Wie soll man da wissen, ob es Tag ist oder Nacht. Träume überblenden

jetzt die Sicht. Vergrößerungsgläser werden rausgeholt.

Trotzdem verschwindet niemand, dazu ist es einfach noch

nicht dunkel genug. Die Bühne ist immer da, wo du nicht bist.

Wer schaut hier eigentlich wen an? Ein Schuss und keiner fällt um.

Und die Musik geht immer weiter.«

Pedro Martins Beja, Jahrgang 1978, ist Regie-Absolvent der

Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.

Gefördert von der

GELD ODER LEBEN

VIDEO–LIVE–PERFORMANCE

Regie: Klaus Gehre

SCHAUSPIEL STUDIO–PROJEKT

Regie: Laura Linnenbaum

Ein Projekt von und mit Mitgliedern des Schauspiel STUDIOS.

Ermöglicht durch

MICHAEL BENTHIN


REPERTOIRE KAMMERSPIELE

ALICE IM WUNDERLAND

OLIVER KRAUSHAAR

ABGESOFFEN

Carlos Eugenio López

Regie: Antú Romero Nunes

DIE GERECHTEN

Albert Camus

Regie: Karoline Behrens

LANZAROTE

Michel Houellebecq

Regie: Karoline Behrens

SCHLAFES BRUDER

Robert Schneider

Regie: Laura Linnenbaum

SILENTIUM

Wolf Haas

Video-Live-Performance

Regie: Klaus Gehre

STEILWAND / TERMINAL 5

Simon Stephens

Regie: Lily Sykes

THE SMALL THINGS

Enda Walsh

Regie: Alexander Frank

KINDER- UND

JUGENDTHEATER

BOX SCHAU

ROTER RITTER PARZIVAL

nach Wolfram von Eschenbach

Regie: Markus Bothe

DNA

Dennis Kelly

Regie: Robert Schuster

SPIELHAUS

DAS WEISSE ALBUM

The Beatles / Ins Deutsche übertragen

von Roland Schimmelpfennig

Regie: Florian Fiedler

DER NACKTE WAHNSINN

Michael Frayn

Regie: Oliver Reese

DIE KATZE AUF DEM HEISSEN

BLECHDACH

Tennessee Williams

Regie: Bettina Bruinier

MARIA STUART

Friedrich Schiller

Regie: Michael Thalheimer

MINNA VON BARNHELM

Gotthold Ephraim Lessing

Regie: Jorinde Dröse

MEIN KAMPF

George Tabori

Regie: Amélie Niermeyer

ÖDIPUS / ANTIGONE

Sophokles

Regie: Michael Thalheimer

ROMEO UND JULIA

William Shakespeare

Regie: Bettina Bruinier

TAGEBUCH EINES WAHNSINNIGEN

Nikolaj Gogol

Regie: Hanna Rudolph

BOCKENHEIMER

DEPO T

CLAVIGO

Johann Wolfgang Goethe

Regie: Alice Buddeberg

Lewis Caroll

Regie: Philipp Preuss

EIN BLICK VON DER BRÜCKE

Arthur Miller

Regie: Florian Fiedler

EINSAME MENSCHEN

Gerhart Hauptmann

Regie: Hanna Rudolph

DIE FRAU, DIE GEGEN TÜREN RANNTE

Roddy Doyle

Regie: Oliver Reese

DER FUTUROLOGISCHE KONGRESS

Stanislaw Lem

Regie: Martin Kloepfer

HAUTNAH

Patrick Marber

Regie: Christoph Mehler

DIE MARQUISE VON O.

Heinrich von Kleist

Regie: Kevin Rittberger

PEER GYNT

Henrik Ibsen

Regie: Antú Romero Nunes

DIE PEST

Albert Camus

Regie: Martin Kloepfer

PHÄDRA

Jean Racine

Regie: Oliver Reese

DAS SCARLETT-O’HARA-SYNDROM

Ein Projekt von Alice Buddeberg

STADT AUS GLAS

Paul Auster

Regie: Bettina Bruinier

STELLA

Johann Wolfgang Goethe

Regie: Andreas Kriegenburg

WENN, DANN: WAS WIR TUN,

WIE UND WARUM

Roland Schimmelpfennig

Regie: Christoph Mehler

WERTHERS LEIDEN

Johann Wolfgang Goethe


ESSAYS

JAN DELHEY

ROLAND SCHIMMELPFENNIG

OLIVER MARCHART

KEVIN RITTBERGER

KLAUS WALTER

WOLFGANG UCHATIUS


GLUCK IST...

HABEN PLUS LIEBEN

PLUS SEIN VON JAN DELHEY

»G

lück kann man nicht kaufen«, lautet ein Sprichwort.

»Wer behauptet, Glück könne man nicht kaufen, der kennt

nicht die richtigen Geschäfte«, lautet ein anderes. Was

stimmt denn nun? Bestimmt das Haben, ob wir glücklich

und zufrieden sind? Und was ist Glück überhaupt?

Über das Glück haben sich die Philosophen schon lange

Gedanken gemacht. Doch deren Definitionen haben oft einen

großen Nachteil: Sie legen den Weg zum Glück (z.B. Tugend)

bereits fest. Wir Sozialwissenschaftler verwenden dagegen

einen offenen Begriff von Glück. Darunter verstehen wir eine

generelle Zufriedenheit mit dem Leben, das man führt. Es geht

also um die subjektive Bewertung der eigenen Lebensqualität;

darum, wie wohl es einem ergeht. Es geht nicht um die

flüchtigen Glücksmomente, den kurzfristigen emotionalen

Kick. Um Glück zu messen, brauchen wir keine aufwändigen

Apparate. Auskunft geben uns Umfragen, in denen die Menschen

selbst angeben, wie zufrieden sie, alles in allem, mit

ihrem Leben sind. Glück ist also eine hohe Lebenszufriedenheit.

Solche Umfragen gibt es mittlerweile viele, einige davon

weltweit.

Die Glücksforschung kann uns Aufschluss darüber geben, was

den Menschen glücklich macht. Am Golde hängt bekanntlich

alles, auch das Glück? Gerade die westliche Konsumgesellschaft

wird ja immer wieder als exzessiv materialistisch portraitiert,

mit ihren schier unendlichen Waren- und Finanzströmen.

Es stimmt schon: Die kapitalistische Wirtschaft basiert auf

Gewinnstreben, bisweilen auch auf Gier, wie die jüngste Finanzkrise

gezeigt hat. Und in unserer Rolle als Konsumenten huldigen

wird allzu oft dem Götzen Mammon – die Einkaufszentren,

wahre Tempel des Konsums, sind der architektonische Beleg.

Doch kann man daraus schließen, dass uns Geld (oder allgemeiner:

materielle Dinge) glücklich macht?

Wer nun gerne lesen würde, dass dem nicht so ist, den muss

ich enttäuschen. Tatsächlich hat die Glücksforschung, eine

Gemeinschaftsunternehmung von Soziologen, Ökonomen und

Psychologen, in immer neuen Studien festgestellt: Geld macht

glücklich. So sind im internationalen Vergleich die Menschen

in reichen Gesellschaften im Durchschnitt zufriedener mit ihrem

Leben als in ärmeren Gesellschaften. Zwar gibt es einige Ausreißer

wie die Südamerikaner, die auf dem Glücksbarometer

stets hohe Werte aufweisen, höher als es ihrem Wohlstand

»entspricht«. Doch in aller Regel sind die reichen Bevölkerungen

glücklicher, und so findet man unter den westlichen Ländern

keines, dessen Bewohner ein besonders niedriges Maß an

Lebenszufriedenheit aufweisen würden. Die Bedeutung von Geld

zeigt sich auch innerhalb einer jeden Gesellschaft: Unterteilt

man die Bevölkerung eines jeden Landes in Einkommensschichten

von oben bis unten (also jeweils orientiert am landesüblichen

Durchschnittseinkommen), so sind überall die Wohlhabenden

glücklicher als die Armen. (Über die Reichen und Superreichen

weiß man wenig – sie schlüpfen durch das grobmaschige Netz

der natürlich freiwilligen Umfragen.)

Allerdings funktioniert die Formel »Geld = Glück« in Entwicklungs-

und Schwellenländern wie China besser als in wohlhabenden

Ländern wie Deutschland. Erster Anhaltspunkt: Auch wenn in

Deutschland die Einkommensstarken zufriedener mit ihrem

Leben sind als Arme, so ist der Unterschied – glücklicherweise –

nicht sehr groß. Hartz IV ist nicht schön – aber immer noch

leidlich erträglich. Dagegen geht die Schere des Glücks in weniger

wohlhabenden Gesellschaften viel weiter auseinander, zum

Beispiel in China oder Zimbabwe. Dort haben die Armen ein

schweres Leben, bedeutet Armut absolute Armut, Existenzbedrohung,

und entsprechend gering ist ihr Glück. Zweiter

Anhaltspunkt: Die Kurve, die Wohlstand und Glück der Länder

miteinander in Beziehung setzt, ist anfangs steil und flacht dann

merklich ab. Das bedeutet: Ist ein Land arm, bringt materieller

Fortschritt ein deutliches Plus an Wohlbefinden. Ist ein Land reich,

fällt der Zugewinn kleiner aus. So sind die Menschen in Westeuropa

und den USA über die letzten 30 Jahre gar nicht oder nur

noch ein wenig glücklicher geworden. Der Strategie, das Glück

über das Haben zu steigern, sind also Grenzen gesetzt.

Das liegt auch daran, dass der Mensch nicht eindimensional

gestrickt ist. Das Haben ist ein Pfeiler der Lebensqualität, keine

Frage, aber eben nicht der einzige. Der finnische Soziologe Erik

Allardt hat dies in eine einprägsame Formel gegossen: Lebensqualität

ist Haben plus Lieben plus Sein. Das Haben sind natürlich

all die materiellen Annehmlichkeiten, deren Teilhabe heute für

viele gesichert ist (zumindest in den Wohlfahrtsstaaten). Das

Lieben steht für die sozialen Beziehungen; zuallererst für die

Paarbeziehung und die Familie, aber auch die Kontakte zu

Freunden, Bekannten, Nachbarn und Kollegen fallen in diese

Rubrik. Bekanntermaßen ist der Mensch ein sehr soziales Wesen

und viel mehr ein homo sociologicus als ein homo oeconomicus.

Das Sein schließlich steht in der Formel für das, was wir sind

und mit unserem Leben anfangen. Beruf und Bildung lassen

sich hier verbuchen, darüber hinaus unsere gesamte Lebensführung

inklusive der Freizeitaktivitäten. Immer steht beim Sein die

Sinnhaftigkeit unseres Daseins im Vordergrund.

Die Wichtigkeit von Lieben und Sein wird von der Glücksforschung

immer wieder eindrucksvoll belegt. So ist eine feste Partnerschaft

eine der wichtigsten Voraussetzungen für Glück, und der

Verlust des Partners durch Tod ein Schicksalsschlag, von dem

man sich nur schwer erholt (was sich dann auch in einer absackenden

Glückskurve niederschlägt). Und wer sein Leben mit

sinnvollen Aktivitäten füllt, etwa ein ehrenamtliches Engagement

im Verein oder ein Hobby, das einem immer wieder Herausforderungen

bietet, der hat eine gute Basis für ein glückliches

Leben, ganz jenseits flüchtiger »Flow«-Erlebnisse. Beim passiven

Dauerkonsum von Fernsehen, am besten noch mit einer Packung

Chips, stellt sich das Glück jedenfalls nicht ein.

Also Haben, Lieben und Sein. Muss man nun in allen drei Bereichen

»spitze« sein? Muss man nicht. Gut ist oft gut genug.

Und bis zu einem gewissen Grad kann man auch zwischen Haben,

Lieben und Sein hin und her jonglieren, gewissermaßen von

einem Glücks-Teilkonto zum anderen umbuchen. Doch dies

klappt nur begrenzt. Wer sich einsam fühlt, den macht auch

noch so viel Geld nicht glücklich. Wer arm ist, trägt einfach viele

existenzielle Sorgen mit sich herum, selbst wenn die Familie

intakt ist. Und wer sich nutzlos fühlt, etwa wegen Dauerarbeitslosigkeit,

hat es natürlich schwer, die obersten Stufen der

Glücksleiter zu erklimmen.

Die Mehrdimensionalität des Glücks kommt auch zum Ausdruck,

wenn man noch einmal die großen Unterschiede zwischen

den Ländern betrachtet – Länder wie Dänemark oder die

Schweiz auf der einen Seite, und Länder wie Irak und Zimbabwe

auf der anderen (ob letztere wirklich die unzufriedensten Völker

weltweit sind, ist schwer zu sagen, da die derzeitigen Um-

fragen nicht jeden Winkel der Erde abdecken). Hier also große

Zufriedenheit, dort tiefe Unzufriedenheit. Diese Kluft lässt

sich nicht allein durch den höheren Lebensstandard der Dänen

und Schweizer erklären. Weitere Gründe sind ein ausgeprägtes

Vertrauen zwischen den Menschen sowie Demokratie

und Rechtstaat, die dem einzelnen Mitsprache und Entfaltungsmöglichkeiten

garantieren. Die Trias von Haben, Lieben und

Sein gilt deshalb nicht nur für den Einzelnen, sondern auch

für Gesellschaften. Nur Reichtum allein reicht nicht – das

zeigen die Ölstaaten Arabiens, in denen die Machthaber großen

Gruppen (Frauen, Migranten, Gastarbeitern) die volle Teilhabe

verweigern.

Gesellschaften hingegen, die es schaffen, dem Menschen

Ressourcen und Spielräume für eine eigenständige, selbstbestimmte

Lebensgestaltung zu geben, sind üblicherweise Orte

des Glücks, weil es den Menschen wohl ergeht. Nicht allen,

aber vielen. Das Glück, das wussten schon die antiken Philosophen,

ist letztlich nie garantiert, denn der Mensch ist offenbar

besser darin, dem Glück hinterher zu jagen, als die richtigen

Entscheidungen zu treffen, die sein Glück wirklich befördern.

Wir verschätzen uns bisweilen darin, was uns eine nachhaltige

Glücksdividende bringt (der neue Flachbildschirm-TV ist hierin

meist nicht sehr effektiv).

Alles in allem zeichnet sich in wohlhabenden Gesellschaften ein

Wandel ab, den die Werteforscher als Postmaterialisierung

bezeichnen: Die Menschen streben mehr und mehr nach Emanzipation

und Selbsterfahrung denn nach Reichtum und Konsum.

Die Umweltbewegung, Bio-Food, sexuelle Emanzipation, experimentelle

Lebensstile und neue spirituelle Angebote, womöglich

auch Stuttgart 21, sind Ausdruck dieses Wertewandels. Kurz

gesagt: Mehr ist nicht immer besser. Wirtschaftswachstum ist

für viele kein Selbstzweck mehr, auf die Lebensqualität kommt

es an. Interessanterweise haben nun auch die Ökonomen

begonnen, den Fortschritt neu zu vermessen, und auch wenn noch

nicht klar ist, wie die neue Zauberformel aussieht, die Stoßrichtung

ist allemal sichtbar: Das Wirtschaftswachstum als alleiniger

Goldstandard hat ausgedient. Dieser Wertewandel hat auch

Folgen für unser persönliches Glücksrezept: Relativ zum Haben

wird in den Wohlstandsgesellschaften das Lieben und das

Sein wichtiger. Mit anderen Worten: unser Glücksrezept wird

postmaterialistischer. Das gilt insbesondere für das »Lieben«,

denn die Deutschen, Schweden und US-Amerikaner ziehen viel

mehr Glück aus ihrem Familienleben als Chinesen oder Araber.

Ob dies allerdings heißt, dass wir in Zukunft mit weniger Wohlstand

genauso glücklich (oder sogar glücklicher) sein können,

steht freilich in den Sternen. Nicht jeder wird es mit Oscar Wilde

halten: »Man umgebe mich mit Luxus, auf alles Notwendige

kann ich verzichten.«

Jan Delhey, geboren 1969, ist Professor für Soziologie

an der Jacobs University Bremen. Zu seinen Forschungsgebieten

zählen Wohlfahrtsforschung, Sozialstruktur und

soziale Ungleichheit, Vertrauen und Sozialkapital, Europäische

Integration. Für die European Foundation, Dublin,

hat er an mehreren Projekten zur Lebensqualität in der

erweiterten EU mitgearbeitet.

072 073


RAUS KOMMT MAN NUR

MIT EINER SECHS

VON ROLAND SCHIMMELPFENNIG

Die Mutter hatte grußlos in dem Wartebereich gesessen und auf

eine der Zeitschriften gestarrt. Teilnahmslos. Vielleicht erschöpft.

Sechs Stühle an der Wand, drei alte Zeitschriften. Ein selbst

gemachtes Brettspiel, Solitaire. Gegenüber der Stuhlreihe die

Kleiderhaken der Garderobe.

Berlin – Nikolaiviertel. Vorne in den Straßen ein paar alte Fassaden,

eine alte Kirche. In den Auslagen der Geschäfte: Deko-Artikel.

In den Höfen hinter den Gassen: Plattenbau.

Der Junge mit der hohen Stimme kommt aus dem Behandlungszimmer

und rennt den fensterlosen Flur runter zur Garderobe,

wo seine Schuhe stehen. Lässt sich auf die Knie fallen und

rutscht über den Linoleum-Boden an der Fußmatte vorbei, an

seinen Schuhen vorbei.

Er ist vielleicht fünf, höchstens sechs.

Er rennt zurück zum Behandlungszimmer. Und rast zurück zur

Garderobe, lässt sich auf die Knie fallen, rutscht am Fußabtreter

vorbei, diesmal nimmt er ihn mit.

Sie sieht nicht einmal auf.

Er rennt zurück zum Behandlungszimmer, holt Anlauf, rast den

fensterlosen Flur runter. So geht es etwa fünf Minuten. Irgendwann

steht sie auf und sagt: Mirko, wir wollen gehen. Schuhe an.

Jacke an.

Er rennt weiter durch den Flur, lässt sich auf die Knie fallen, rutscht.

Du weißt, wie viele Hosen du so schon kaputt gemacht hast.

Er sieht auf, er trägt eine dünne Drahtbrille. Blau.

Aber man kann sie auch reparieren, sagt er leise.

Rennt weiter.

Dann gehe ich jetzt, sagt die Mutter nach ein paar weiteren

Minuten und geht ins Treppenhaus. Sie lässt die Praxis-Tür offen.

Er will sich die Schuhe anziehen, aber da ist noch ein Spiel

aus Holz:

Mensch ärgere dich nicht.

Er beginnt, allein alle vier Parteien des Spiels zu spielen. Der Würfel

wieder und wieder auf dem Holzbrett. Fünf, drei, eins, sechs.

Einer fliegt raus. Zurück an den Anfang. Raus kommt man nur mit

einer Sechs.

Irgendwann fliegen alle Figuren nur noch im Kreis über dem Brett

herum.

Mama, sagt er, ohne aufzusehen.

Ja, sagt die Frau, die die ganze Zeit im Treppenhaus wortlos

gestanden hatte.

Er verschwindet auf der Toilette, lässt die Tür offen. Fünfzehn

Minuten. Manchmal macht er Geräusche.

Sie bleibt im Treppenhaus des Plattenbaus stehen. Sie steht dort

jetzt seit 50 Minuten.

Vor Saturn tragen zwei Männer schwere Grillkonstruktionen am

Körper und verkaufen billige Bratwürste. Die Würste sind billiger

als an der Bude, weil man sich den Stand spart. Das drückt den

Preis. 1,20 statt 2,50.

Eine Berliner Erfindung: der Verkäufer verwächst mit seinem Grill.

Der tragbare Grill. Aufschrift: Grillwalker. Oder: Der Grillrunner.

1200 brutto im Monat. Das Gerät wiegt mit dem ganzen Zeug

30 Kilo.

Die Männer stehen fast ohne Bewegung da, etwas breitbeinig,

das Einzige, was sie bewegen können, sind die Hände.

Die Leute kommen aus dem Elektronikmarkt und wollen eine

Bratwurst kaufen.

Der Grillwalker. Der Grillrunner.

Die beiden Männer machen sich gegenseitig das Geschäft kaputt.

Sie stehen fast nebeneinander, aber sie sprechen miteinander

kein Wort.

Das Fahrrad, das hätt ich gern, sagt der Grillrunner zu einem

vorbeilaufenden Mann, der eine Rennmaschine schiebt. Basso

Astra Carbon. 4000 Euro oder mehr. Lacht ihn an. Das hätt ich

wirklich gern.

Roland Schimmelpfennig zählt zu Deutschlands meistgespielten

lebenden Dramatikern. Er wurde mehrfach

ausgezeichnet und bekam zuletzt 2010 den Else-Lasker-

Schüler-Dramatikerpreis für sein Gesamtwerk. Für das

Schauspiel Frankfurt schrieb er in der Spielzeit 2010 / 11

das Auftragswerk »Wenn, dann: was wir tun, wie und

warum« und übertrug in der Spielzeit 2009 / 10 alle dreißig

Songs des »Weißen Albums« ins Deutsche. Für Oliver

Reeses »Hamlet«-Inszenierung im Dezember 2011 hat

Roland Schimmelpfennig das Stück neu übertragen.

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JENSEITS

Seit einiger Zeit kommt es zur Wiederentdeckung eines

lange vergessenen Soziologen und Philosophen der vorletzten

Jahrhundertwende: Gabriel Tarde. Neben anderen

stieß eine seltsame Idee Tardes auf Interesse. Wie man

wisse, sei die gesamte Philosophie auf dem Begriff

des Seins gegründet. Als Stein der Weisen habe man das Sein

betrachtet, und dennoch sind alle philosophischen Debatten im

Sande verlaufen. Viele Umwege hätte man sich erspart, wäre

man von Anfang an nicht vom Sein ausgegangen – sondern vom

Haben. Die entsprechende Umstellung der Lehre vom Sein, also

der philosophischen Ontologie, auf das neue Leitprinzip des

Habens und damit auf die von Tarde erdachte »Philosophie des

Habens« besitze mehrere Vorteile. Zwischen dem Sein und seinem

Gegenteil, dem Nichtsein, gibt es keine Abstufungen. Mit der

Philosophie des Habens aber lässt sich auch in den Kategorien

von Gewinn und Verlust denken, denn schließlich könne man ja

mehr oder weniger haben. Überhaupt wurde vergessen, so

Tarde, dass das wahre Gegenteil des Seins nicht das Nicht-Sein

und das Gegenteil des Ich nicht das Nicht-Ich sei. Das wahre

Gegenteil des Ich sei vielmehr das mein, und das wahre Gegenteil

des Seins sei das gehabt, also ein Sein, das man eben nicht

mehr besitzt.

PHILOSOPHIE DES HABENS

Erstaunlich am Tarde-Revival ist, dass von all seinen Bewunderern

das Offensichtliche nicht gesehen wird. Tarde liefert uns die

Philosophie des kapitalistischen Liberalismus des 19. Jahrhunderts.

Seine »Philosophie des Habens« legitimiert Selbstbereicherung

als kosmologisches Prinzip, als universelles Gesetz aller Dinge.

So heißt es in Tardes philosophischem Hauptwerk Monadologie

und Soziologie feierlich: »Da sein letztlich haben bedeutet,

muss jedes Ding habsüchtig sein. Und wenn es eine Tatsache

gibt, die allen hätte ins Auge springen müssen, so wohl die Gier,

jener mächtige Ehrgeiz, welcher in jedem Winkel der Welt vom

DES SEINS –

DER BESITZKOMMUNISMUS

OLIVER MARCHART

schwingenden Atom oder fruchtbaren Mikroorganismus bis hin

zum eroberungslustigen König jedes Wesen bewegt.« 1 Die

einzige Form von Gier aber, die in Tardes Beispielen aus Physik,

Politik oder Religion nicht auftaucht, wiewohl sie ihnen doch zu

Grunde liegt, ist die ökonomische Besitzgier. Diese Besitzgier,

die heimlich Pate für Tardes Philosophie des Habens stand,

sollten wir allerdings historisch-soziologisch verstehen. Sie gehört

nicht etwa zu unserem menschlich-allzumenschlichen Wesen,

wie man es zur Zeit etwa den sogenannten Finanzjongleuren

andichtet und damit nur davon ablenkt, dass sie selbst das Produkt

der politischen Deregulierung der Finanzmärkte sind. Der

Philosophie des Habens liegt eher ein gesellschaftliches Bereicherungsdiktat

zu Grunde, ein allgemeines ideologisches

Gesetz, eine Art kategorischer Imperativ aus der Hochzeit des

Kapitalismus. Erinnern wir uns daran, dass der ideologische

Slogan des Kapitalismus des 19. Jahrhunderts als Imperativ formuliert

wurde: Enrichissez-vous! Bereichert euch!

Dennoch wäre es verkürzt, Tarde zum reinen Ideologen des Kapitalismus

zu stempeln. Er gibt nämlich der Ideologie, die durch

ihn hindurch spricht, eine äußerst originelle, ja eine pervers zu

nennende Wendung. Er öffnet für uns ein Sichtfenster und lässt

erkennen, was geschehen würde, wenn dieses allgemeine Prinzip

ein weiteres mal verallgemeinert, bzw. radikalisiert auf sich

selbst zurückgebogen wird. Das Resultat wäre dann nicht mehr

die Bereicherung einiger weniger, sondern der gegenseitige

Besitz aller durch alle. So fragt Tarde: »Die Gesellschaft, was ist

das? Man könnte sie aus unserer Sicht wie folgt definieren: Sie

ist der in mannigfaltigen Formen auftretende gegenseitige

Besitz von allen durch jeden Einzelnen.« 2 Der große politische

Theoretiker C.B. Macpherson hat die frühen Philosophien des

Liberalismus, die eines Hobbes und eines Locke, als Theorien

des Besitzindividualismus bezeichnet. Was Tarde hier vorschlägt,

ist nichts anderes als der konsequent zum allgemeinen

Gesetz, ja zum Naturgesetz erhobene Besitzindividualismus. Doch

sobald jeder einzelne das Recht am Besitz aller anderen (bzw.

am Besitz – am »Hab« – dieser anderen) anmelden kann, verwandelt

sich der Besitzindividualismus in nichts anderes als einen

Besitzkommunismus.

VOM LIBERALISMUS ZUR LIBERTINAGE

Gewiss, man kennt den alten Kalauer: »Was ist der Kapitalismus?

Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Und was

ist der Sozialismus? Das Gegenteil«. Aber derselbe Begriff

des Menschen als Name für Subjekt wie Objekt der Ausbeutung

verschleiert, dass es sich eben nicht um dieselben handelt.

Immer handelt es sich um die Ausbeutung der meisten durch die

wenigsten. Nicht so im imaginären Kommunismus Tardes. Hier

hat jeder das Recht auf den Besitz aller – es herrscht absolute

Reziprozität. Und hierin liegt wohl ein Grund, warum Tarde heute

wieder modern ist. Was Tarde als Gier bezeichnet, der Motor

des Besitzindividualismus, wird so sehr überdreht, dass sich in

ihm zugleich auch ein Begehren nach dem Gegenteil, nach der

Auflösung von individuellem Besitz zu erkennen gibt. Denn wo

jeder alles besitzt, besitzt niemand etwas für sich allein.

Aber vergessen wir nicht, dass dieses Begehren nach Kommunismus

philosophisch basiert auf einem Kommunismus des

Begehrens. Das Universum Tardes ist aufgebaut auf dem »alles

verschlingenden Appetit jedes Wesens«. 3 Jedes Wesen treibt

in seiner Anlage – in seinem Begehren – hin zum Besitz, d.h. zum

Genuss aller anderen. Ohne sich dies einzugestehen, wiederholt

Tarde im ausgehenden 19. Jahrhundert damit eine Idee, die

das ausgehende 18. Jahrhundert hervorgebracht hat. Eine Idee,

die der radikalsten Wendung entstammt, die die Aufklärung

überhaupt genommen hat: der Verbindung nämlich von sexueller

Libertinage mit politischer Revolution. Kein Geringerer als der

Marquis de Sade hat in seinem revolutionären Manifest mit dem

berühmten Titel »Franzosen! Noch eine Anstrengung, wenn ihr

Republikaner sein wollt!« (ein Kapitel der Philosophie im Boudoir)

das Recht eines jeden auf den sexuellen Genuss aller anderen

eingeklagt. Der »gegenseitige gemeinschaftliche Besitz der

Männer und Frauen oder die freie Liebe oder die Polygamie ist

das einzig wahrhafte Naturgesetz«, heißt es bei Sade. 4 Und der

französische Psychoanalytiker Jacques Lacan hat darauf hingewiesen,

dass dem Genießen dabei eine Maxime aufgestellt wird,

die exakt die Form des Kant’schen kategorischen Imperativ hat.

Man könne sie folgenderweise paraphrasieren: »Ich habe das

Recht, deinen Körper zu genießen, kann ein jeder mir sagen,

und ich werde von diesem Recht Gebrauch machen, ohne dass

irgendeine Schranke mich daran hindern könnte, diesen Lustzoll

nach Belieben zu erpressen.« 5

KOMMUNISMUS DES BEGEHRENS

Ein solcher Kommunismus des Begehrens mag uns befremden.

Aber man darf nicht vergessen, darauf weist Lacan hin, dass

Sades Manifest als Traum im Traum erscheint (als Einschub in die

phantasmatische Rahmenhandlung der Philosophie im Boudoir).

Das macht es nicht harmloser. Denn im Traum im Traum kommen

wir, wie der Analytiker Lacan weiß, der Wahrheit nur noch näher.

Worin besteht also diese Wahrheit? Was finden wir am Grunde

der Umstellung vom Sein zum Haben, von der Substanz zum

Begehren? Hinter Tardes Philosophie des Habens – erster Traum –

hatten wir die herrschende Ideologie des bürgerlichen Besitz-

individualismus ausgemacht. Aber wird die zu ihrer letzten

Konsequenz getrieben, so gibt sich hinter ihr – zweiter Traum –

ein Besitzkommunismus zu erkennen, in dem das Haben mitsamt

des Eigentums sich seinerseits auflöst im Genuss aller durch

alle. (Schon Sade weist darauf hin, dass es sich in seinem

Gesetz letztlich »nur um den sinnlichen Genuss handelt, nicht um

Eigentum« 6 ). Der zweite Traum zeigt uns die Konsequenz des

ersten. Oder auch umgekehrt, der erste ist nur die inkonsequente

Anwendung des zweiten, der Liberalismus nur eine inkonsequente

Form der Libertinage, der Liberale nur ein inkonsequenter libertin

und der Kapitalist nur ein inkonsequenter Kommunist. Wir

sollten daher den Besitz- und Begehrenskommunismus Tardes /

Sades weder als Perversion noch als Utopie verstehen, obwohl

er von beidem etwas hat. Vielleicht ist dieser Traum im Traum nicht

mehr, aber auch nicht weniger, als ein perspektivischer Fluchtpunkt.

Es lässt sich zwar geometrisch eine konsequente Linie zu

ihm ziehen, und nichts anderes haben Tarde und Sade gemacht.

Aber in unserer Realität, so scheint es, werden wir kaum an

ihn heranreichen. Es scheint bei der Inkonsequenz zu bleiben:

der Ausbeutung der meisten durch die wenigsten. Aber wäre es

angesichts des damit verbundenen Elends nicht wünschenswert,

ein wenig mehr Konsequenz aufzubringen? Fast fühlt man

sich zu rufen gedrängt: Kapitalisten! Noch eine Anstrengung,

wenn ihr Kommunisten sein wollt!

Oliver Marchart ist Professor am Soziologischen Seminar

der Universität Luzern. Zuletzt erschien »Die politische

Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort,

Badiou, Laclau und Agamben«, Suhrkamp 2010.

1 Gabriel Tarde: Monadologie und Soziologie, FfM: Suhrkamp 2009, S. 99.

2 Ebd., S. 87.

3 Ebd., S. 100.

4 Marquis de Sade: Die Philosophie im Boudoir oder Die lasterhaften Lehrmeister,

Werke Bd. 5, Köln: Könemann 1995, S. 306.

5 Jacques Lacan: Schriften III, Weinheim und Berlin: Quadriga 1991, S. 138.

6 Die Philosophie im Boudoir, a.a.O., S. 302

076 077


WIR KAMEN UNS NÄHER

UND WOLLEN WEITER

1

Die Ausnahme bestätigt die Regel, indem sie ihr nicht beikommt:

Die Bevorteilung der sowieso bereits Bevorteilten. Im Juli 1976

fand im VEB SECURA ein Seminar unter dem Namen »Die

Ausnahme und die Regel« statt. 26 Arbeiter des Glühlampenwerks

NARVA, 4 Arbeiter des Schreibtechnikwerks SECURA,

darunter auch Ökonomen, Ingenieure, Verwaltungsangestellte,

dazu Beschäftigte der Berliner Volksbühne, Tischler, Beleuchter,

Schneiderinnen, auch Dramaturgen und die Regisseure Besson

und Langhoff nahmen daran Teil. Es ging um die Frage, ob das

Brechtsche Lehrstück »Die Ausnahme und die Regel« sechsund-

zwanzig Jahre nach Erscheinen und in einer veränderten Gesellschaftsformation

noch brauchbar sei. Anfangs sitzen Besson

und Langhoff an Tischen, die anderen im Halbkreis darum

herum auf Holzstühlen, nach zwei Tagen aber werden die Tische

entfernt.

- Wir sind nicht die Leiter des Seminars. WIR KÖNNEN DAS

SEMINAR NICHT LEITEN.

Liesel Pfau aus dem Glühlampenwerk übernimmt die Funktion.

Nach anfänglichen Hemmungen macht sie ihre Sache immer

besser. Am dritten Tag bringt sie ein Glöckchen mit in den Seminarraum,

»damit auch Pausen gemacht werden, aber auch jeder

weiß, wann sie zu Ende sind.« Das Seminar beginnt täglich mit

den von allen laut gelesenen Worten aus dem Prolog:

WIR BITTEN EUCH AUSDRÜCKLICH, FINDET

DAS IMMERFORT VORKOMMENDE NICHT NATÜRLICH

DENN NICHTS WERDE NATÜRLICH GENANNT

IN SOLCHER ZEIT BLUTIGER VERWIRRUNG

VERORDNETER UNORDNUNG

PLANMÄSSIGER WILLKÜR

ENTMENSCHTER MENSCHHEIT, DAMIT NICHTS

UNVERÄNDERLICH GELTE

Heiner Sann, Beleuchter, kritzelt mit einem roten Stift auf seinen

Block: PLANMÄSSIGE WILLKÜR, WILLIGE PFLICHT,

UNPLANMÄSSIGE KÜR. Er hat vor, diese Stichworte mit nach

MACHEN

VON KEVIN RITTBERGER

Hause zu nehmen, darüber zu brüten, bevor er sich dazu äußern

wird. Sann wirkte heute unkonzentriert, protokolliert ihrerseits

Liesel Pfau. Langhoff macht die Seminarteilnehmer mit den Forderungen

Brechts an das Lehrstück bekannt. Eine Teilnehmerin

sagt: »Wenn ich spielen muss, verlasse ich das Seminar«. Einige

Tage später wird sie gerne und mit Inbrunst einen Beisitzer des

Gerichts darstellen.

Am achten Tag wird die Erarbeitung der Rollen zäher. Besson

und Langhoff haben zwischendurch mitgespielt und die Laien

ziemlich eingeschüchtert. Nun einigt man sich darauf, dass keiner

den Ton angeben soll, sondern der persönliche Vorschlag eines

jeden der beste sei. Außerdem gelte es Widersprüche zu

befördern, nicht aufzulösen. Am zwölften Tag erschuf ... Entschuldigung!

... weil einige über die Darstellung der anderen gelacht

haben, einigt man sich auf folgendes: Das Komische liegt in der

Komik der Figuren, nicht an der Lächerlichkeit der Darbietung.

Somit verliert das Lachen den abfälligen Klang. Mit italienischen

Arbeitern, die aus Umbrien angereist sind, tauscht man Erfahrungen

aus. Im letzten Jahr hatten dort Karge, Langhoff und

Besson bereits ein Seminar mit Arbeitern eines Wärmekraftwerks

abgehalten. Dort ist die kommunistische Partei zwar an der lokalen

Regierung, aber der Betrieb kämpft täglich um die Überlebenschance

im Konkurrenzkampf. »Die italienischen Genossen

haben sich gewerkschaftlich Fortbildungen erstreikt. Wir sind

hier, um KONKRET-IDEOLOGISCHE ARBEIT zu leisten.« Konkretheit

ist die wichtigste methodische Regel. Anlässlich der

Szene »Am reißenden Fluss« wird diskutiert: Heiligt der Zweck die

Mittel? Eine Fließbandarbeiterin sagt:

- Die unmenschliche Fließbandarbeit – in unserer Gesellschaft

in ihrer negativen Auswirkung auf die Arbeiter eingeschränkt –

ist im Sozialismus nötig zur Herstellung menschlicherer

Bedingungen.

- Wer die Notwendigkeit der Veränderung leugnet, praktiziert

reaktionäres Verhalten, pflichtet ein anderer bei.

Nach vierzehn Tagen hat sich eine Entwicklung vollzogen, vom

»Ich lerne nichts, weil mir alles klar ist!« zum »Innerhalb unserer

DDR sehe ich jetzt vieles unter neuen Gesichtswinkeln. Diese

Denkweise, die ich hier gelernt habe, ist mir neu!« Jetzt werden

vorschnelle Urteile über Brechts Lehrstück korrigiert. Nach zwei

Wochen haben alle Teilnehmer »lernend gespielt und spielend

gelernt.« Alle sind sich einig, auch wenn einige Kollegen aus den

Betrieben das Seminar belächeln, dass es wiederholt werden

müsse, dass man die Erfahrungen nun auf die tägliche Arbeit

anwenden könne.

- Ohne Spiel wird das Seminar keines sein, fügt Besson abschließend

hinzu. Sehr wohl aber ohne Aufführung!

Wochen später liest Liesel Pfau in ihrem Tagebuch. Dazu summt

sie die Melodie des Lieds »Tribunale«, zu dem die italienischen

Gäste die Melodie erfunden hatten. Wieder ist sie ergriffen. Sie

blättert weiter, erinnert sich. Im Gegensatz zu uns interpretierte

Romano den Kaufmann als Faschisten, spielte ihn brutal. »Das

ist sehr wirkungsvoll. Als er den Kuli erschlägt, erschrecke ich

innerlich und spüre die Schläge.« Liesel Pfau löscht die Lampe

und flüstert beim Einschlafen: WIR KAMEN UNS NÄHER UND

WOLLEN WEITERMACHEN.

2

Die Wirklichkeit findet woanders statt, nur nicht in der Wirklichkeit,

dachte fünfunddreißig Jahre später die verlassene Johanna

Pfau, Tochter der Seminarleiterin Liesel Pfau und postete Anagramme

von Unica Zürn an die Wand eines Netzwerks, das sich

als »sozial« begriff.

NACHDEM DAS PAAR VERSCHIEDEN WAR

ADE, VERSCHWINDE ARMES PAAR NACH D.

VERPAARE DICH NACH ANDERSWEM. DAS

SCHEIN-PAAR VERMACHE DER WAND

Johanna, genannt »Hänschen«, kostete das einige Tränen, zu

wirklich war der Schmerz, dem sie Ausdruck zu verleihen hatte.

Sie hoffte auf Besserung.

DAS LEBEN, EIN SCHLECHTER TRAUM

STERBEND UM RACHE. ALLE! NICHTS

ALS NACHT. ICH ELENDER STERBE UM

ALL’ DIESE SCHERBEN. NACHT! MUT! ER,

DER NEBEL, LACHT MICH AUS. STERNE,

ERNSTE STERNE, BALD LACHE ICH UM

DEN IRRTUM, LACHE! LACHE BESTENS!

BRECHE ALLES MITTEN DURCH: NASE,

BAUCH, RECHTEN ARM. ELENDE LIST

DES LIEBENS! MARTER! ACH; LEUCHTEN

DES BLEICHEN TRAUMS – ER LACHTE

MICH AN, DER LEBENSTÄUSCHER,

UND BRACHTE NICHTS. ARME SEELE.

Nach zwei Stunden kam ein Daumenhochzeichen, das fünfzehn

weitere Freunde bestätigten. Einer schrieb an die Wand: »Mehr

von dem krassen Poesiescheiß, was ist das?« Hänschen hatte

inzwischen eine Flasche Rotwein geleert und tanzte hin und her.

Das Leben wird ein Glück für mich bereithalten, jawohl. Und

ich werde Vater, Mutter, Bruder, beste Freundin und Mitmensch

sein dem neuen Wesen, das da in mir schimmert. Oder wir gehen

alle unter, aber dann gemeinsam. Dann murmelte noch etwas

aus ihr heraus, das sich nach »Hier läuft irgendwas grundsätzlich

falsch« anhörte, bevor der Körper nach Luft schnappte und

zusammensackte. Die Zeit tropfte aber inzwischen so langsam,

dass die rittlings Stürzende keinen Schaden nehmen konnte.

Jene heilige Uhrbewohnerin saß bequem zwischen gut geölten

Rädern und dozierte den Zeigern: Wenn ich will und die

Geschwindigkeit drossele, kann man sich auf mich verlassen.

So kostete das Zucken des Mundwinkels eine Ewigkeit. Der

Augenaufschlag war mit Honigfäden verhangen. Betrunkener

Odem entwich und beschrieb einen Halbkreis. Die Welt war

eine weiche Matte. Und das Licht ging aus, bevor es jemand

ausschaltete.

3

- Das ganze Leben nur den Kopf in Bücher gesteckt und sich

vorbereitet für den Ernstfall! Sich für den Ernstfall präpariert

haben mit haufenweise Papier im Kopf! Schlecht gelaunt und mit

Ach und Krach Bücher durchgeackert, die »Dialektik« im Titel

hatten und alles wieder vergessen! Zweite von dritter Natur

unterschieden haben und dabei noch nie die Hand in fruchtbaren

Boden gesteckt! Übellauniges Kopfzermartern ob mit oder

ohne und vor allem welche Kommune, zum Henker! Nicht in den

Schlaf gekommen, weil die Theorie auf den Magen geht und

entweder als verstopfter oder als durchgefallener Gedanke im

aufgekratzten Körper ätzt! Schwindlig gespielt den eigenen Torwart,

der doch den eigenen Kasten sauber zu halten angetreten

war und jetzt nur noch hinter sich greift! Völlig verbogen ins

Leben starren wollen, das da kommen mag, aber schon längst

nicht geradeaus schauen können und schon lange nicht mehr

aus eigenen Augen! Nein? Doch! Den anderen das eklige Leben

aberkannt haben und dabei das eigene vorübergehend ausgeknipst!

Ach, war die Welt einmal hinter grünen Gläsern? Nicht

lohnend, darüber nachzudenken. Zieht sich Lithiumsalz in

die Nase. Und dann, was ist denn dann, wenn das allgemeine

Gewurstel aufhört, eine neue Vergesellschaftungsform sich

einfindet, die kein richtiges Leben mehr im falschen kennt? Welchen

Kopf gerade halten? Welche Gedanken denken? Welchen

Schlaf schlafen? Welche Liebe lieben? Welches Lachen

lachen? Aus welchen Augen schauen? Die Augen trübe Scheiben,

da blickt keiner mehr durch. Die Mundwinkel sind Schachzüge,

nicht rückgängig zu machen, abgefahren, entgleist. An den

Ohren hängt ein Blumenkohl, der leise stinkt und faucht, dafür

ohne Unterlass. Zur Nase bleibt nicht viel zu sagen: Was sie

riechen muss, riecht sie auch. Unbrauchbare Sinnesorgane, die

nicht einmal verneint, nicht einmal Unsinnesorgane genannt zu

werden verdienen. Diesem Menschen würde selbst das reformpädagogischste

Umerziehungslager als hoffnungslosem Fall

den Eintritt verwehren. Nein, nein, damit ist kein Staat zu

machen. Aber abgesehen davon: Wer würde mich auf Null setzen

und würde ich das wollen? Was darf ich eigentlich mitbringen?

Darf der neue Mensch keine brauchbaren Altlasten haben?

Sehe ich mich als Buchstabe, Gekritzel oder Klecks auf der

weißen Fläche? Zieht sich Lithiumsalz in die Nase. Das Lachen

nicht verlernen! Mensch, verliere das Lachen nicht! Das muss

die einzige Vorbereitung sein, denn was wäre ein Sozialismus,

was wäre überhaupt eine Zukunft, in der die Menschen nicht

lachen. Sich also vorbereiten, guten Humor mitzubringen.

Ein Lachgas der Zukunft anmischen. Sich vielleicht mit den

Klassikern parfümieren hier: Moschus, Engelstrompete und

Lavendel und einlachen! Sich also darin üben, lustig zu sein!

Sich also ausschlafen und ausgeglichen und lachend in die

Zukunft gehen! Sich also nicht verzweifelt anstrengen, sondern

am besten lachen können, jetzt schon! Auch eine zweite Luft

haben, denn am schönsten ist das Nachlachen. Es ist doch

höchste Zeit. Denn, wenn es soweit ist und alle wären schlecht

gelaunt, aus reiner Gewohnheit: Wer könnte das Gemeinwesen

bevölkern, das so lange auf sich hat warten lassen? Wer

könnte sich lieben? Sich und die anderen? Eine Horde Miesepeter

wohl kaum.

4

Hänschen Pfau rannte in Rekordzeit, wie sie fand, fünfundzwanzig

Meter nach hinten, um pünktlich mit dem Auslöser auf der

Colaflasche zu stehen, die im Vordergrund des Bildes stand. Salar

de Uyuni hieß der ausgetrocknete Salzsee, in dem sich Milliardenschätze

befanden und der sich für Touristen aus aller Welt,

die davon wenig wussten, ausgezeichnet als effektvoller WHITE

SPACE eignete. Hänschen hatte aber ihre Markierung übersehen

und stand zu dicht am Objekt. So sah es aus, als ob ihr Oberkörper

aus der »Imperialistenbrause« wuchs (den Begriff hatte sie

von ihrer Mutter).

078 079


- Auch nicht schlecht, ich werde gleich noch eines versuchen mit

abgehacktem Kopf!

- May I help you?

- Was? No, thank you!

Der Abgesandte eines globalen Konzerns hatte Hänschen schon

länger beobachtet. So ein Unfug! Die Produktion liegt immer

noch auf Eis, dachte er nun bei sich, und drehte sich von der

Sonne ab. Der Augenkranke sehnte sich nach einem schattigen

Arbeitsplatz. Immer wieder war er in den letzten Monaten hier

heraus gefahren, stundenlang über grelle weiße Felder gerollt,

hatte sich vergebens bemüht, dem Leiter der staatlichen Bergbaugesellschaft

COMBINOL ein Geschäft vorzuschlagen. PART-

NER NICHT HERREN hatte die bolivianische Regierung den

Investoren zugerufen. Sie war nicht bereit, die Fehler der Vergangenheit

zu wiederholen.

- Das Land ist zu labil und von uns abhängig. Es ist nur eine Frage

der Zeit, bis die in die Knie gehen.

In einiger Entfernung stand eine dunkle Figur, mehr ein ausgestanztes

Negativ, wie wenn man die Augen zukneift und ein

Objekt auf der Netzhaut einen Abdruck hinterlässt. Sie winkte mit

einem Gegenstand oder warnte vor etwas? Kaum zu sagen,

sie war ja noch so weit weg.

Kevin Rittberger wurde 1977 in Stuttgart geboren. Seit

2004 arbeitet er als Autor und Regisseur u. a. am Deutschen

Schauspielhaus in Hamburg, Schauspielhaus

Wien, Deutschen Theater Berlin und Schauspiel Frankfurt.

2010 wurde er für »Die Abschaffung der Arten« von Dietmar

Dath und »Nachrichten aus der ideologischen Antike«

nach Alexander Kluge mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis

ausgezeichnet.

THEEGO-APP!

PRIVATISIERUNG VON KULTURKONSUM & ARBEIT AM SELBST IM

ZEITALTER OFFENER ARCHIVE & DIGITALER REPRODUZIERBARKEIT

DO

MEINE MUSIK. MEIN BIER.

Mit diesem Slogan suchen die Frankfurter Rundschau

und eine Frankfurter Brauerei gemeinsam Hessens

beste Coverband. Bands mit sprechenden Namen wie

Still Collins, Die Bärbel im Rock und Wobbie Rilliams.

Oder die Mutter aller Coverbands, die Beatles Revival

Band aus Frankfurt am Main. Coverbands haben sich der Pflege

der Klassiker verschrieben und eigene kreative Ambitionen

abgeschrieben. Schon bei der Namensgebung verschwinden

die Musiker hinter ihren Idolen. Der Erfolg der Coverbands

verdankt sich dem Umstand, dass die Originale entweder tot

sind, nicht mehr auftreten oder nur selten und dann für viel Geld.

Hessens beste Coverbands dagegen treten jedes Wochenende

für wenig Geld an Orten auf, wo das Bier für wenig Geld in

Strömen fließt und wenig Geld für die Einhaltung von Dresscodes

investiert werden muss. So gesehen ist die Verbindung

zwischen dem Volksvergnügen Coverband und dem Volksgetränk

Bier logisch. Eine Win-Win-Situation: Meine Musik. Mein Bier.

Der Slogan privatisiert gewissermaßen den Konsum der kulturellen

wie der kulinarischen Ware. Er verspricht einen überraschungsund

damit störungsfreien Abend in vertrauter Umgebung, bei

vertrauter Musik und vertrauten Getränken. Hier wird kein Bier

mit Energydrinks verpanscht, hier wird kein Klassiker in ein

zeitgemäßes Gewand gezwängt. Meine Musik. Mein Bier. Deine

Musik. Dein Bier. Mit der Formel »das ist doch wohl mein

Bier« verteidigt der (Klein-) Bürger seine Privatsphäre, seinen

Geschmack, seinen Lebensstil, seine Ressentiments. Dienst ist

Dienst, Schnaps ist Schnaps. Was hinter meiner Haustür passiert,

ist mein Bier. Hier führe ich mein privates Leben mit meinen

privaten Besitztümern, hier spielt meine Musik. Hier feiere ich

meinen privaten Rave mit meinem Lieblingskoks zu meiner privaten

Lieblings-House Music. Hier feiere ich meine private Orgie

mit meiner Tochter im Kellerverlies mit meinem Lieblingsbier und

schwängere sie zu meiner privaten Lieblingshausmusik.

VON KLAUS WALTER

Der Siegeszug der Redensart »meine Musik« fällt zeitlich zusammen

mit dem Siegeszug des Privatradios in der alten BRD und dem

Zusammenbruch der DDR, eines Systems, das theoretisch die

Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln vorgesehen

hatte, praktisch aber aus Gründen des Selbsterhalts

die Aufrechterhaltung des Privatressentiments betrieb und deshalb

zu Recht unterging. Bei ihren Image-Claims versehen viele

Privatradios die Musik mit Possessiv-Pronomen. Deine Musik,

meine Musik. Diese Privatisierung der Musik erreichen sie mit

einer drastischen Reduzierung des Repertoires. Der Katalog der

gespielten Musik wird so lange zusammengestrichen, bis am

Ende nur noch ein paar Hundert Songs übrig bleiben, die jeder

kennt. Der Kanon der Klassiker, den jeder sein eigen nennen kann.

»EINEN BEKANNTEN SONG IM RADIO HÖREN, MITZUSINGEN –

DAS IST EINE ART, KONTINUITÄT IN EINER IMMER CHAOTISCHEREN

WELT ZU FINDEN.«

Mit diesem nostalgischen Satz erfasst der amerikanische Schriftsteller

Jerry Oster die bedeutendste Funktion des modernen

Popradios. In einer immer chaotischeren Welt ersetzt Popradio

mit den Mitteln des Mediums einen erodierenden gesellschaftlichen

Mainstream, es simuliert eine Normalität, die viele Hörer

bedroht sehen oder bereits verloren glauben. Im vertrauten

musikalischen Umfeld finden sie Halt und Orientierung, ein Stück

Heimat. Meine Musik. Die Rückbesinnung auf die Klassiker –

sei es im Pop, im Schlager, in der Kunst, im Theater oder in der

Klassischen Musik – hat immer auch ein regressives Moment.

Man zieht sich zurück auf gesichertes Terrain, gesichertes Wissen,

bekannte Sounds. So lange ich meine Musik höre, werde ich

nicht mit unbekannten Störgeräuschen konfrontiert. Der erste

Imperativ des Popradios lautet: keine Ausschaltimpulse! Als

größter Ausschaltimpuls gilt das gesprochene Wort, weshalb

permanent an der »Entwortung« des Programms gearbeitet

wird. Ein weiterer Ausschaltimpuls ist jede Art von unbekannter

080 081


Musik. Die ins Umgangssprachliche diffundierte Rede von »meiner

Musik« signalisiert eine innere Abwehr gegen jede Musik, jede

Kunst, die nicht »meine« ist. Nicht mein Bier. Not my cup of tea.

Handelt es sich hier um die massenkulturelle Variante eines allgemeinen

gesellschaftlichen Paradigmenwechsels, der mit dem

Fall der Mauer – ausgerechnet – seinen Anfang nahm: weg

vom öffentlichen, hegemonialen Diskurs, hin zu einem nicht

mehr diskutablen Pluralismus der Privatgeschmäcker? Bilden

Popradios – ob öffentlich-rechtlich oder privat – mit ihren kommunitär-clubartig

organisierten Hörer-Anhängerschaften Gated

Communities im öffentlichen Soundraum? Eingezäunte Gelände,

in denen nichts Unvorhergesehenes passiert, zu denen nichts

Unbekanntes Zutritt hat? Und wo bleiben dann öffentliche Räume

für neue Musik, neue Kunst? Der Boom der Gated Communities,

der Rückzug auf vertrautes Terrain, das sind Symptome einer

Verunsicherung des erschöpften Subjekts im digitalen Alltag. Mit

der Parole »Meine Musik. Mein Bier.« wehrt sich das Subjekt

aggressiv-regressiv gegen die Zumutungen einer immer chaotischeren

Welt. Umgeben von Scheinidentitäten, Avataren und

Alter Egos sehnt sich das verunsicherte Selbst nach klaren

Ansagen. Da suggeriert »Meine Musik. Mein Bier.« eine stabile

Identität, gebaut auf dem für jedermann & jedefrau erschwing-

lichen Privateigentum an Musik & Bier. Billiger fallen Sein und

Haben so schnell nicht zusammen. »Meine Musik. Mein Bier.«,

Opium fürs Volk der Verängstigten. Still Collins, beruhigend.

»ICH WART’, BIS SICH DAS NÄCHSTE UNGLÜCK ANBANDELT,

SICH DAS SYMBOLISCHE KAPITAL IN ECHTES VERWANDELT.«

Das singt Christiane Rösinger auf »Songs of L. and Hate«. Nach

dem ewigen Auf und Ab mit ihren Bands Lassie Singers und

Britta eine Soloplatte zum 50. Geburtstag. Mit dem autobiografischen

Erzählband »Das schöne Leben« und dem gleichnamigen

Britta-Album hat sich Rösinger, die seit rund 30 Jahren in der

selben Kreuzberger Wohnung im fünften Stock lebt, auf niedrigem

Honorarniveau als gern zitierte Chronistin eines Berlin etabliert,

das sich in der Grauzone zwischen Bohème und Prekariat

breitmacht. In Bars, Wohnzimmer-, Hinterzimmer-, Keller- und

sonstwie-Clubs hat Rösinger bei Bier & Musik über die Jahre viel

symbolisches Kapital angehäuft, das jetzt darauf wartet in echtes

umgewandelt zu werden. (Sub)kulturelles symbolisches Kapital

können vor allem solche Subjekte generieren, bei denen die

Grenzen zwischen Sein und Haben durchlässig sind, Subjekte,

die lässig sind, weil sie nicht viel auf dem Spiel stehen haben.

Symbolisches Kapital ist ein wucherndes Konglomerat: Illegitimes

Wissen, (a)soziale Skills, Insiderwissen, Gerüchte, Kontakte

und die besondere Fähigkeit, in subkulturellen Prozessen gleichermaßen

als Akteur und Beobachter zu fungieren. Also aufgrund

eines bestimmten gesellschaftlichen (Dazwischen-) Seins ein

entsprechendes Bewusstsein zu entwickeln und daraus symbolisches

Kapital zu erwirtschaften. Wenn man dann zur rechten Zeit

am rechten Ort ist, ergibt sich schon mal die Chance, das sym-

bolische in reales (?) Kapital zu konvertieren, das Sein in Haben

zu verwandeln. Solche Chancen muss man schnell packen, sie

haben eine kurze Halbwertzeit. Nehmen wir die Berliner Seiten

der FAZ, um die Jahrhundertwende gewissermaßen eine okay

bezahlte temporäre autonome Zone der Publizistik. Hier wurden

für ein paar historische Minuten (knapp drei Jahre) die unübersichtlich

rotierenden Verhältnisse in der leeren Berliner Mitte

nach dem Mauerfall auf Papier gebannt. Leute, die eben noch in

Kellerlöchern Drogenkunst für ihre Drogenfreunde produzierten,

werden plötzlich Stars und die Drogenfreunde schreiben darüber

auf den Berliner Seiten. Dann kommt, was kommen musste: Das

Geheimwissen ist nicht mehr geheim, die Mitte nicht mehr leer,

Ende der Berliner Seiten. Einige kommen durch, können symbolisches

in reales Kapital konvertieren. Der Rest muss zurück in

die Nische, weiterwursteln am neuen Sein, nennen wir’s Arbeit.

Mit dem Triumph der sozialen Netzwerke wird die Arbeit an

Selbst und Sein komplexer und umfassender. Pausen, Auszeiten,

Rückzüge werden bestraft: Downgrading, Anschlussverlieren,

Abstieg im Sozialprestige. Facebook macht Sozialprestige mess-

bar, auch wenn Ranking und Quantifizierung nicht immer zuverlässig

Auskunft geben, ob eine Person tatsächlich gut vernetzt

ist. Das zeigt der Fall einer 42-jährigen Frau aus England, die

Anfang des Jahres bei Facebook ihren Selbstmord ankündigte.

Keiner ihrer 1048 registrierten Freunde griff rechtzeitig ein, das

symbolische Kapital blieb symbolisch. Zum Lebenretten waren

die Freunde nicht zu gebrauchen.

»NOTHING HE’S GOT, HE REALLY NEEDS, 21ST CENTURY SCHIZOID MAN«

»Nichts, was er besitzt, braucht er wirklich.« So stellt sich die

englische Artrockband King Crimson 1969 den »21st Century

Schizoid Man« vor. 41 Jahre später macht Kanye West den markanten

Refrain zum Leitmotiv, zur akustischen Machtbasis seiner

Hitsingle »Power«. Zu den Powerchords des »21st Century

Schizoid Man« meditiert West über Machtfragen und demonstriert

souveränen Umgang mit weißem Herrschaftswissen von

gestern. Der weißen Öffentlichkeit gilt West nämlich immer noch

als schwarzer HipHop-Produzent, dabei hat der brilliante Klugscheißer

deterministische Zuschreibungen wie schwarz und

HipHop längst hinter sich gelassen. Wie kein anderer Popkünstler

der Gegenwart erweitert West permanent sein produktives Selbst,

quasi täglich ergänzt er sein Künstlersubjekt um neue Applikati-

onen. West ist Produzent, Rapper, Sänger, Komponist, Texter,

Instrumentalist, Archivar, Restaurator und vor allem: Kommunikator.

»Kanye West hat aus HipHop den besseren Pop gemacht und

aus diesem HipHop-Pop ein Gesamtkunstwerk. Sowas kann nur,

wer im Zeitalter der absoluten Verfügbarkeit der Popgeschichte

großgeworden ist.« So feiert die Süddeutsche Zeitung Wests

neues Album. Überschrift: Der Beste. Der Beste ist ein Schwarzer

mit einem farbenblinden i-pod, ein musikalischer Universalgelehrter

im Zeitalter der absoluten Verfügbarkeit der Popgeschichte.

Er verfügt über offene Archive und viele Freunde, auch bei Facebook.

Ein Track von West ist immer auch ein Meeting mit Freunden.

Der Großmeister des Features lädt sich Gäste ein, die ihre

Subjektivität, ihr symbolisches Kapital in die Musik einbringen.

Ob er diese Gäste leibhaftig im Studio trifft, ob sie ihren Beitrag

via Filetransfer verschicken oder West sich per Sample-Technologie

im Archiv bedient – das spielt am Ende keine Rolle. Zu

den genannten Künstlerrollen kommt noch eine weitere hinzu:

West betätigt sich als musikalischer Regisseur. Mit strategischem

Blick besetzt er Rollen für einen Vierminuten-Popsong. Wie ein

guter Filmregisseur besetzt er seine Darsteller gerne mal gegen

ihr Rollenklischee. Und er castet Überraschungsgäste. So werden

auf dem Track »Monster« vier hochkarätige Gäste gefeaturet:

der HipHop-Mogul Jay-Z, der Gangster-affine Rapper Rick Ross

und Nicki Minaj, Hilflose nennen sie die schwarze Lady Gaga.

Zu diesen genretreu gecasteten Gästen kommt ein Überraschungsfreund:

der vollbärtige (weiße) Katzenliebhaber Justin

Vernon, der sich, so die symbolkapital-trächtige Legende, einen

Winter lang in einer einsamen Jagdhütte in den Wäldern von

Wisconsin verschanzte um seine Tristesse in waidwunde Folksongs

zu gießen, die er dann zum Entzücken der (weißen) Popkritik

unter dem Namen Bon Iver veröffentlichte. Bon Iver auf

einem Kanye West Track 2010, das ist eigentlich so abwegig wie

Barbara Valentin oder Karl-Heinz Böhm in einem Fassbinder-Film

1973. Eigentlich. Wests souveräner Umgang mit der absoluten

Verfügbarkeit der Popgeschichte und der Verfügbarkeit seiner

Popstarfreunde ist auch eine Machtdemonstration. Sag’ mir, wie

viel Follower auf Facebook du hast, und ich sag’ dir, was du

(wert) bist. So lange Kanye West seine Macht dazu benutzt, tollen

Pop zu machen und nebenbei mit Hilfe eines 41 Jahre alten Schizos

aus der Steinzeit des Art-Rock die Regeln von Autorschaft,

geistigem Eigentum, Urheberrecht, Artenschutz, Farbenlehre, und

was da noch so ist an Determinanten aus prädigitalen Epochen,

zu pulverisieren, so lange hat das Klagelied über die neuen Wertgesetze

der Social Media World einen larmoyanten Beiklang.

»I AM A DJ, I AM WHAT I PLAY«

Als David Bowie das 1979 verkündet, liegt die DJ-Kultur, wie

wir sie heute kennen, in ferner Zukunft. Der Disc Jockey ist Dienstleister,

er muss die Tanzfläche füllen, egal wie. Erst Mitte der

Achtziger Jahre bekommt die Vorstellung des DJs als Autor allmählich

Konturen und schon bald gilt Bowies Verdikt: Ich bin,

was ich spiele. Mein Repertoire ist meine Identität. Da geraten

Kategorien wie Autorschaft und künstlerisches Eigentum ins

Wanken, die Grenzen zwischen traditioneller, »legitimer« und

»illegitimer« Kunst verschwimmen, wie der Kulturwissenschaftler

Thomas Becker feststellt: »Wo in der legitimen Kunst seither

der Tod des Autors ausgerufen wird und das Sampling von DJs

als Referenz benannt wird, erklären sich die DJs ihrerseits zu

Autoren. Brechts Proklamation der technifizierten Autorschaft

taucht gerade dort auf, wo er sie gewiss nicht erwartet hätte:

bei den virtuosen Ingenieuren des Sounds …«

Die Ingenieure des Sounds müssen ihr Handwerkszeug beherrschen

und damit ihre Rohstoffe und Arbeitsmaterialien so

gestalten, dass mehr herauskommt als die Summe aller Teile. Im

Zusammenspiel aus Repertoirekenntnis, technischen Fertigkeiten,

Phantasie und Gestaltungswillen entsteht der DJ-Mix, ein Bastard

aus vorgefundenem Material und eigener Autorenarbeit. Ein

Bastard dieses Bastards entsteht, wenn der gewissermaßen

organische Mix aus hintereinander (und manchmal gleichzeitig)

gespielten Vinylschallplatten mit digitalen Mitteln verfeinert

und oder verfremdet wird. »Was macht er denn da schon wieder?«,

fragt der Kritiker der Zeitschrift de:bug, gemeint ist der DJ /

Produzent Robag Wruhme, besprochen wird sein Mixalbum

mit dem zur onomatopoetischen Mimesis einladenden Titel

»Wuppdeckmischmampflow«. »Robag Wruhme greift in die

Plattenkiste, bringt seine Lieblingstracks in einem feinen Mix

zusammen und lässt dabei alles durch den eigenen Filter der

Lieblingsgroovesamples laufen, so dass man irgendwann mittendrin

den Überblick verliert, falls man die einzelnen Tracks nicht

kennt, ob das noch Stücke sind, oder längst die Vereinnahmung

von allem in das Sounduniversum von Robag. Vielleicht beides.«

Wie seinen Vornamen Gabor so stellt Robag Wruhme auch die

Eigentlichkeiten der Pop-Produktion auf den Kopf und kreiert

ein neues Berufsbild, bei dem die Differenz zwischen Sein und

Haben allmählich verschwindet. Im Zeitalter der absoluten Verfügbarkeit

der Popgeschichte und des Menschheitswissens

verändern sich Arbeitsanforderungen, Rollenprofile und Identitätsmodelle

so schnell wie gründlich. »Die Industrialisierung schrieb

dem Arbeiter eine neue Rolle zu; in der gleichen Weise verschiebt

die Digitalisierung die Rolle von Experten, indem sie von

den sogenannten gehobenen Berufen – von Journalisten, Ärzten,

Lehrern oder Ingenieuren – eine Neuausrichtung ihrer Legiti-

mation einfordert: Weil jeder Wissen googeln kann, basiert die

Autorität von Experten heute weniger auf dem Umstand, faktisch

mehr zu wissen, als vielmehr darauf, den strukturellen Überblick

zu besitzen.« (Mercedes Bunz)

Dann erleben wir im Zeitalter der digitalen Verfügbarkeit wohl den

Übergang vom technifizierten zum strukturellen Autor.

Klaus Walter, Jahrgang 1955, lebt in Frankfurt und ist als

Autor und DJ in den Themenfeldern Popkultur, Sport

und Politik tätig. Zurzeit arbeitet er an einem Buch über

die Geschichte der Frankfurter Subkulturen.

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DER MENSCH, DEN RATIONALEN MENSCHEN,

HOMO OECONOMICUS NENNEN

DIE WISSENSCHAFTLER

KEIN

DER NUR DEN EIGENEN

INTERESSEN FOLGT. ER IST DIE

GRUNDLAGE ALLER LEHRSÄTZE.

JETZT WIRD KLAR: DIE

ÖKONOMEN HABEN SICH

GETÄUSCHT.

EGOIST

VON WOLFGANG UCHATIUS

Mediziner befreiten die Menschheit von Pocken und Pest.

Ingenieure erfanden den Kühlschrank und das Auto.

Und die Ökonomen? In komplizierten Modellen

formulieren sie Gesetze, nach denen die Wirtschaft

funktioniert.

Kluge Köpfe, denkt man. Dann stürzt Asien in die Krise. Erleben die

USA den längsten Aufschwung ihrer Geschichte. Fällt der Euro

immer tiefer. Und kaum ein Wirtschaftswissenschaftler hat es kommen

sehen. »Wir erleben den ständigen Irrtum«, sagt der Grazer

Ökonom Heinz Kurz über seine eigene Profession. Die Wirklichkeit

hält sich oft nicht an die ökonomischen Lehrsätze. Wie aber soll sich

die Politik dann auf die Empfehlungen der Ökonomen verlassen?

Kein Wunder, dass die Wirtschaftswissenschaft in Bewegung

gerät. Als wollten sie ihre Disziplin neu erfinden, beschließen

immer mehr Ökonomen von vorne anzufangen: bei den Grundlagen.

An zahlreichen Universitäten vor allem im deutschsprachigen

Raum entstanden in den vergangenen Jahren Labors, Lehrstühle,

Forschungsprojekte und Sonderforschungsbereiche.

In Bonn, Berlin, Bielefeld, Magdeburg, Mannheim oder Zürich

arbeiten seitdem Wissenschaftler, die auch Ökonomen sind, aber

andere als die meisten ihrer Kollegen. Sie nennen sich experimentelle

Wirtschaftsforscher.

Zum Beispiel Ernst Fehr, Professor an der Universität Zürich.

Aussagen über die Weltwirtschaft darf man von ihm nicht verlangen.

»Damit beschäftige ich mich nicht.« Statt der großen Fragen

interessieren ihn die kleinen. Wie honoriert ein Unternehmer die

Leistungen seiner Angestellten? Dreht er einem Kunden schlechte

Qualität an, wenn der es nicht merkt? Die Antworten geben

experimentelle Wirtschaftsforscher wie Fehr, indem sie die entsprechenden

Situationen im Labor simulieren. Es sieht ganz

danach aus, als hätten sie so einen Grund für die Unzulänglichkeit

der Wirtschaftswissenschaft gefunden.

Einen Grund, der banal klingt, und fundamental ist: Die traditionelle

Ökonomie hat sich im Menschen getäuscht.

Ökonomische Größen wie Zinsen, Löhne oder Geldmengen

bewegen sich nur in zwei Richtungen: nach oben oder nach unten.

Weil es aber Menschen sind, die Geld ausgeben und Gehälter

beziehen, müssen sich Ökonomen nicht nur mit Zahlen befassen,

sondern auch mit Menschen und damit, was Menschen antreibt,

wie sich Menschen verhalten und wonach Menschen streben. Als

hätten sie Angst gehabt, ob dieser Fragen gar nicht erst zu Zinsen

und Löhnen vorzudringen, haben die traditionellen Ökonomen

es vorgezogen, sie alle auf einen Schlag zu beantworten. Indem

sie eine Annahme trafen. Am Anfang war plötzlich nicht mehr der

Mensch, sondern ein theoretisches Konstrukt, der so genannte

Homo oeconomicus – die Grundlage der traditionellen Ökonomie.

Der Homo oeconomicus bewegt sich immer nur in eine Richtung:

nach oben. Sein Ziel ist, mehr zu bekommen: mehr Geld, mehr

Profit, mehr Lohn. Er folgt nur einem Interesse, dem eigenen,

und er ist nicht nur ein kluger Kopf, sondern auch ein kühler. Ein

Gedankenspiel als Beispiel: Ein Wohltäter trifft zwei Männer.

Einem der beiden überreicht er 100 Euro mit dem Auftrag, sie

nach Belieben auf sich und den zweiten Mann aufzuteilen. Der

zweite Mann jedoch hat zwei Möglichkeiten: Er nimmt das Angebot

des ersten an, oder er lehnt es ab. Lehnt er aber ab, so die

Spielregel, nimmt der Wohltäter die 100 Euro wieder an sich,

und keiner bekommt etwas.

Was wird der erste Mann tun? Wie viel Geld wird er an den zweiten

abgeben, und wird dieser annehmen oder ablehnen? Schwere

Fragen, die zu simplen werden, wenn man davon ausgeht, bei

jedem der beiden Männer handle es sich um einen Homo oeconomicus.

Dann nämlich wird der erste Mann 99 Euro für sich

behalten und nur einen Euro an den zweiten weitergeben, der

das akzeptiert.

Dass der andere offenbar ein Geizhals ist, ist ihm egal, ein Euro

ist immer noch besser als gar keiner.

Nimmt man an, alle Menschen verhielten sich so, wird die Ökonomie

plötzlich einfach. Es lässt sich vorhersehen, wann Unter-

nehmen Arbeitskräfte einstellen und wann sie welche entlassen.

Wann die Leute Autos kaufen und wann nicht. Ökonomische

Gesetze lassen sich formulieren. Zum Beispiel, dass die Höhe

der Arbeitslosigkeit von der Höhe des Lohnes abhängt oder

dass eine Firma den Preis senken muss, um mehr Produkte

abzusetzen.

Außenseiter der Disziplin formulierten immer wieder ihr Unbehagen

mit dem strikten Konstrukt des Homo oeconomicus. Der Nobelpreisträger

Amartya Sen sagte, es gehe gar nicht darum, das

Eigeninteresse als eine menschliche Motivation zu leugnen,

solange man nur akzeptiere, dass es auch noch andere Antriebskräfte

gebe. Den Mainstream hat solche Kritik selten gestört.

»Man hatte sich an den Homo oeconomicus gewöhnt«, sagt der

Bonner Ökonom und Nobelpreisträger Reinhard Selten – einer

der Väter der experimentellen Wirtschaftsforschung und einer

der ersten, deren Arbeit für Aufruhr sorgte. Ihm folgten Wissenschaftler

wie der Zürcher Ernst Fehr.

Fehr nimmt für seine Experimente gerne Soldaten. Weil die in der

Schweiz, wo auch erwachsene und berufstätige Männer regelmäßig

in die Uniform schlüpfen, aus allen Schichten und Altersgruppen

kommen. Damit sie sich im Experiment nicht anders

verhalten als im Alltag, geht es um echtes Geld, das Fehr seinem

Budget entnimmt. Zum Beispiel beim so genannten Ultimatumspiel.

Fehr nimmt zwei Männer und stellt dem einen 100 Schweizer

Franken zur Verfügung, mit der Auflage, das Geld auf sich und

den zweiten Mann aufzuteilen. Der, man ahnt es, kann das Geld

annehmen oder die ganze Sache platzen lassen. Wie verhält

sich der Homo sapiens? »Der Großteil der Spieler teilt in etwa

50 zu 50, der Großteil der Geschenke von weniger als 30 Franken

wird abgelehnt«, sagt Ernst Fehr. Die Leute verzichten freiwillig

auf Geld, wenn sie sich nicht fair behandelt fühlen. Sie sagen

sich: lieber 30 Franken weniger und dafür dem Geizhals einen

Denkzettel verpasst. Nach Homo oeconomicus klingt das nicht.

Eher nach Homo reziprocans. Reziprokes Verhalten, sagt Fehr,

das sei Verhalten nach dem Motto »Wie du mir, so ich dir«.

In seinem Institut hat Fehr nach eigenen Vorstellungen ein Labor

eingerichtet. Dort sitzen die Probanden an Computerschirmen,

manchmal mit Sichtblenden, manchmal ohne, manchmal kennen

sie sich, manchmal nicht. Sie schlüpfen in die Rolle von Arbeitgebern

und Arbeitnehmern, von Verkäufern und Kunden. Aber

immer gilt dabei: Im Mittelpunkt steht echtes Geld. Die Versuchspersonen

können Gewinne machen und Verluste. Um den Vorwurf

zu entkräften, seine Probanden würden die Spielsituation

nicht ernst nehmen, hat Fehr seine Experimente auch in Russland

und Indonesien durchgeführt. Dort ging es für die Versuchspersonen

um Beträge in Höhe von drei Monatsgehältern.

Ihr Verhalten hat das nicht verändert, es war geleitet von sozialen

Normen, von Werten, von Reziprozität.

Ernst Fehrs Thema ist vor allem der Arbeitsmarkt. Insbesondere hat

er das ökonomische Gesetz getestet, wonach flexible Löhne zu

Vollbeschäftigung führen. Demzufolge müsste man, wie von vielen

Ökonomen immer wieder postuliert, in Deutschland lediglich die

Tarifverträge abschaffen. Dann, so die These, würde die Arbeitslosigkeit

verschwinden. So einfach wäre das. Fehr simulierte

im Labor Lohnverhandlungen und stellte fest, dass Arbeitslosigkeit

auch bei frei ausgehandelten Löhnen bestehen blieb.

Diese Ergebnisse haben Furore gemacht. Nach Einschätzung von

Hans-Werner Sinn, dem Präsidenten des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung,

gibt es keinen Ökonomen der mit 45 Jahren

so viele Veröffentlichungen in den besten Fachzeitschriften

vorweisen kann wie Fehr. Im vergangenen Jahr erhielt er den

Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik.

Spricht man mit traditionellen Ökonomen über die experimentelle

Wirtschaftsforschung, gestehen sie oft ein, dass die Annahme

des Homo oeconomicus unpräzise sei. Man brauche sie aber,

um zu den klaren Aussagen zu kommen, die von ihnen verlangt

würden. Tatsächlich haben auch traditionelle Wirtschaftswissenschaftler

bei Detailfragen inzwischen Modelle entwickelt,

in denen sie von ihrem strikten Menschenbild abrücken. Geht es

jedoch um die großen Fragen, kehren sie um der Klarheit willen

wieder zu ihm zurück.

Manches deutet daraufhin, dass die Annahme, jeder Mensch sei

ein Homo oeconomicus, überhaupt erst deshalb getroffen wurde:

weil man dann exakte Thesen formulieren konnte. Der englische

Ökonom Francis Edgeworth schrieb Ende des 19. Jahrhunderts,

das theoretische Konstrukt des Homo oeconomicus erlaube

den Transfer von aus der Mathematik und Mechanik bekannten

Methoden auf die Sozialwissenschaften. So wurde die Ökonomie

präziser – aber deshalb nicht weniger politisch. Weiterhin gab

sie den Regierenden Empfehlungen, ob Löhne erhöht oder Märkte

gelenkt werden sollten. Nicht zuletzt aber dank der Annahme

des Homo oeconomicus waren die Aussagen jetzt eindeutig.

Bis auf wenige Ausnahmen, etwa beim Umweltschutz, gilt: Markt

ist gut, Staat ist schlecht. Mindestlöhne und Gewerkschaften

verursachen nur zweierlei: Arbeitslosigkeit und Effizienzverlust.

Das theoretische Konstrukt hatte praktische Wirkungen.

Die experimentelle Wirtschaftsforschung kann diese Klarheit

nicht bieten.

Soll die Zentralbank die Zinsen erhöhen oder nicht? Darauf hat

sie keine Antwort. Und zeigt damit die Zwickmühle, in der die

Ökonomen stecken.

Politiker und Medien beklagen falsche Prognosen. Die Fehler

liegen womöglich am Menschenbild. Wird dieses revidiert, sind

keine exakten Prognosen mehr möglich – und Politik und Medien

wieder unzufrieden.

Um das Dilemma zu lösen, ist die experimentelle Wirtschaftsforschung

allerdings noch nicht weit genug. Ernst Fehr hat sich

bisher fast ausschließlich mit dem Arbeitsmarkt beschäftigt.

Andere forschen über Finanz- und Gütermärkte. Auch dort sind

Wahrheiten zwar ins Wanken geraten – neue aber nur selten

entstanden.

Zum anderen sind sich die Experimentalökonomen untereinander

nicht einig. Die einen sehen sich als Revolutionäre, die anderen

nur als Verbesserer im Detail, die höchstens die Formulierung

der traditionellen Lehrsätze ändern, nicht aber die Aussagen. So

haben sie zwar Bewegung in die Ökonomie gebracht.

Ob sie aber auch deren Kurs ändern, wird sich erst noch zeigen.

Wolfgang Uchatius, geboren in Regensburg, arbeitete

als Journalist für Die Zeit, das SZ-Magazin und die Berliner

Zeitung. Seit 2000 ist er Redakteur und Reporter für Die

Zeit. Uchatius wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet,

so 2009 mit dem Deutschen Reporterpreis

des Reporter-Forums und 2010 mit dem Erich-Klabunde-

Preis des Deutschen Journalisten-Verbandes.

084 085


SCHAUSPIEL

EXTRA

PANORAMA

BAR JUNGES

GESPRÄCHSREIHEN

SCHAUSPIEL


Die Panorama Bar – hinter der Glasfront im oberen Foyer – ist

vor und nach allen Vorstellungen im Schauspielhaus geöffnet:

Musik, Snacks und Getränke vor der spektakulären Kulisse der

Frankfurter Skyline. Die Panorama Bar ist der Ort zum Chillen,

Tanzen und Diskutieren in entspannter Atmosphäre.

Außerdem bieten wir Ihnen dort Stückeinführungen und

Publikumsgespräche an. Und nach unseren Premieren ist

die Panorama Bar der Ort zum Feiern.

PROGRAMM

NACHTSCHICHT

Musikalische Late-Night-Show mit Schauspielern aus

dem Ensemble.

TRASH UNLIMITED

Soapspoiler mit Schauspielern und Mitarbeitern.

Jerry Cotton vs. Johnny Ringo vs. Kosmokiller vs.

Heidi und Klara.

Hier wird Seife gemacht.

KLUB AM DIENSTAG

Günstige Getränke und Live-Musik. Bier € 1.

088

KARAOKE MIT PÜTTI

In regelmäßigen Abständen führt Christoph Pütthoff moderierend,

tanzend und singend durch seine Karaokeshow. Kult!

KONZERTE

Einmal im Monat Live-Konzerte.

LIEDERABENDE

Auch in der Saison 2011/12 werden Mitglieder des Ensembles

mit ihren Lieblingsliedern in der Bar zu hören sein.

Franziska Junge singt Tom Waits.

»When you say something it’s over. Ein Volkslied-Labor«:

Johannes Kühn, Marc Oliver Schulze, Torben Kessler und

Mathis Reinhardt singen Volkstümliches und Zukunftsweisendes.

THEATERBRUNCH

Regelmäßige Gespräche mit Ensemble, Dramaturgen, Autoren

und Regisseuren zu den aktuellen Stücken im Spielplan bei

einem gemütlichen Sonntagsfrühstück.

DRESSLIKE

ALICEFEELLIKE

ANTIGONELOOK

BETTERTHAN

GODOT

GOYAGOYA

GOYAGOYA

GOYAGOYA

GOYAGOYA

GOYA

FRANKFURT AM MAIN

Brückenstraße 42 Stiftstraße 32


COHN-BENDIT

TRIFFT ...

Die beliebte Sonntagsmatinee des Politikers und Publizisten

Daniel Cohn-Bendit läuft nun schon im dritten Jahr am

Schauspiel Frankfurt und hat sich inzwischen zu einem festen

Bestandteil der Frankfurter Gesprächskultur entwickelt.

Regelmäßig lädt Daniel Cohn-Bendit bekannte Persönlichkeiten

aus Gesellschaft, Kultur, Sport und Medien ins Schauspiel

Frankfurt ein, um deren Erfahrungen und Positionen dem Frankfurter

Publikum im Gespräch näher zu bringen.

In den vergangenen Spielzeiten erlebte das Publikum spannende

Gespräche zum Beispiel mit dem Filmregisseur Dani Levy

über jüdisches Leben in Deutschland oder mit der Autorin

Monika Maron, die über ihre DDR-Erfahrungen sprach. Der

Frankfurter Künstler Tobias Rehberger stellte seine neuen

Projekte vor, die Fernsehmoderatorin Thea Dorn diskutierte über

die heutige Medienkultur, der bekannte Soziologe Ulrich Beck

sprach über Chancen und Probleme der Globalisierung und

Sineb El Masrar berichtete vom Leben muslimischer Frauen in

Deutschland.

Jeweils an einem Sonntag um 12 Uhr. Die genauen Termine

entnehmen Sie bitte unserem Spielplan.

THEATER-

PERIPHERIE

Schauspiel Frankfurt unterstützt das im Jahr 2008 von

Alexander Brill gegründete theaterperipherie, das für seine

Arbeit 2009 und 2010 mehrfach ausgezeichnet wurde.

Die Pläne für 2011/12 entnehmen Sie bitte dem Leporello

von theaterperipherie, der ab dem 18. August 2011 im

Schauspiel Frankfurt für Sie ausliegt.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.theaterperipherie.de

090

STREIT

GESPRACH

MIT MICHEL FRIEDMAN

Mit der Saison 2011/12 setzt das Schauspiel Frankfurt unter

dem Spielzeitmotto »Sein oder Haben« einen besonderen

Fokus auf die existentiellen Fragen des modernen Lebens.

Gemeinsam mit dem profilierten Kolumnisten und Fernsehmoderator

Michel Friedman startet eine neue Gesprächsreihe,

in der zentrale Themen und ethische Standpunkte unserer

Gesellschaft reflektiert und konträr diskutiert werden.

Geplante Gesprächsthemen sind Geld, Krieg, Gerechtigkeit,

Tod, Religion und Diktatur.

Es werden sowohl Verantwortungsträger als auch kompetente

Kritiker zu Wort kommen. Die eingeladenen Gesprächspartner

stammen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Philosophie,

Wissenschaft und Theologie. Starke Meinungen und grundlegende

Gegensätze sind erlaubt. Das Streitgespräch mit Michel

Friedman soll und darf polarisieren – immer im Dienst der Sache

und auf der Suche nach Klärung. Das Frankfurter Publikum ist

eingeladen, sich über die gesamte Spielzeit hinweg gedanklich

zu beteiligen und mitzustreiten.

Jeweils an einem Dienstagabend. Die genauen Termine

entnehmen Sie bitte unserem Spielplan.

MICHAEL QUAST UND DIE

FLIEGENDE

VOLKSBUHNE

Seit Jahren steht der Frankfurter Schauspieler und Theatermacher

Michael Quast für ein modernes und lebendiges

Volkstheater. 2008 gründete er – mit vielen Unterstützern –

seine Fliegende Volksbühne, die das vermeintlich Unvereinbare

zusammenführt: Frankfurter Mundarttradition mit neuen Theaterformen

sowie aktuellen Themen und Autoren. Dass das möglich

und dazu noch »unverschämt unterhaltsam« ist, beweisen Quast

und seine Mitstreiter schon seit 2004 mit dem Theaterfestival

»Barock am Main. Der Hessische Molière«. Seit der Spielzeit

2009/10 ist Michael Quast mit der Fliegenden Volksbühne

regelmäßiger Gast in den Kammerspielen des Schauspiel

Frankfurt.


Mit Beginn der Spielzeit 2010/11 startete das Schauspiel

Frankfurt ein Studienprogramm zur Förderung von Nachwuchstalenten:

Angehenden Schauspielern und Regisseuren bietet

das Schauspiel STUDIO Frankfurt eine praxisbezogene Aus-

und Weiterbildung im Rahmen der ersten Berufsjahre. Die

Studierenden wirken an Produktionen des Schauspiel Frankfurt

mit und erhalten parallel dazu sowohl Sprech-, Gesangs- und

Rollenunterricht als auch die Gelegenheit zum Besuch ausgewählter

Workshops im Bereich Körperarbeit. Erfahrene Kollegen

aus dem Frankfurter Schauspielensemble sowie die Hausregisseurin

Bettina Bruinier und die Dramaturgin Sibylle Baschung

begleiten dabei die Studierenden als Tutoren bei ihren ersten

Erfahrungen an einem großen Stadttheater.

Im Rahmen des Schauspiel STUDIO Frankfurt vergibt die künstlerische

Leitung des Schauspiel Frankfurt sechs Stipendien.

Mindestens zwei davon stehen exklusiv Studierenden der Hochschule

für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt zur Verfügung.

Die anderen Stipendiaten stammen von Hochschulen aus

dem gesamten deutschspra chigen Raum. Grundvoraussetzung

für die Teilnahme an dem STUDIO-Programm sind mindestens

drei Jahre Studium an einer staatlichen Schauspielschule. Mit

Einver ständnis der jeweiligen Hochschule kann das vierte, d. h.

das letzte Studienjahr vor der Abschlussprüfung, im Schauspiel

STUDIO Frankfurt absolviert werden.

Die ersten sechs STUDIO-Teilnehmer haben ihre erste Spielzeit

erfolgreich hinter sich gebracht und neben dem Schreiben von

Bachelor- und Diplomarbeiten in zahlreichen Produktionen

mitgewirkt:

092

HENRIETTE BLUMENAU

aus dem Max Reinhardt Seminar Wien, war zu sehen als Mariane

in »Tartuffe« und spielt u. a. Elsbeth in »Schlafes Bruder« und

Catherine in »Ein Blick von der Brücke«.

LISA STIEGLER

von der Theaterakademie Hamburg, spielte u. a. die Titelrolle

in »Ronja Räubertochter« und ist zu sehen als Helena in

»Ein Sommernachtstraum« und als Lucie in »Stella«.

BENEDIKT GREINER

ebenfalls von der Theaterakademie Hamburg, war zu sehen

in »Extrem laut und unglaublich nah«, als Birk in »Ronja

Räubertochter« und spielt Stepan in »Die Gerechten«.

JOHANNES KÜHN

von der Universität der Künste Berlin, spielte u. a. den Kommissar

in »Orphée« und ist zu sehen als Peter in »Schlafes Bruder« und

als Marco in »Ein Blick von der Brücke«.

MORITZ PLIQUET

von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt,

war u. a. zu sehen als Oskar Schell in »Extrem laut und unglaublich

nah«, Felix in »Sterben« und spielt Janek in »Die Gerechten«.

Wir freuen uns auf die gemeinsame zweite Spielzeit!

GABRIEL VON ZADOW

arbeitete in mehreren Produktionen als Regieassistent mit und

inszenierte die erste Folge von »Extrem laut und unglaublich

nah« und »the killer in me is the killer in you my love«. Er wird nun

sein Regiestudium an der Hochschule für Musik und

Darstellende Kunst Frankfurt beenden.

LAURA LINNENBAUM

ebenfalls von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Frankfurt, wird den STUDIO-Platz im Bereich Regie einnehmen.

Herzlich willkommen!

Das Schauspiel STUDIO Frankfurt wird ermöglicht durch

Das Schauspiel Frankfurt und der

Kulturfonds Frankfurt RheinMain:

Gemeinsam Nachwuchstalente

fördern

Junge Talente von heute sind oft schon bald die Botschafter

der RheinMain-Region in aller Welt. Sie zu finden und zu

fördern hat sich der Kulturfonds mit seinen Projektpartnern

zur Aufgabe gemacht.

Mit dem Studienprogramm des Schauspiel STUDIO Frankfurt

unterstützt der Kulturfonds die hochqualifizierte Ausbildung

junger Menschen im Bereich Darstellende Kunst, ermöglicht

praktische Spielerfahrung an einer renommierten deutschen

Bühne und stärkt die überregionalen Bezüge von Frankfurt

RheinMain.

Der Kulturfonds fördert in einem

Europa der Regionen die kulturelle

Zusammenarbeit der Region

und stärkt sie als Kulturstandort

mit nationaler und internationaler

Leuchtkraft. Den Kulturfonds

tragen das Land Hessen, der

Hochtaunus- und der Main-Taunus-

Kreis sowie die Städte Darmstadt

und Frankfurt am Main.

www.kulturfonds-frm.de


JUNGES

Den forschenden Blick hinter die Kulissen wagen, mit theatralen

Mitteln die eigenen Möglichkeiten spielend erweitern:

Das vielfältige Programm für neugierige Jugendliche und theaterbegeisterte

Pädagogen verschafft Einblick in Produktionsbedingungen

und Theaterprozesse.

Hier experimentieren Jugendliche mit der Unterstützung von

Theaterprofis, werden aus jungen Zuschauern Akteure. Hier

begegnen Zuschauer Schauspielern und Regisseuren vor, auf

und hinter der Bühne.

DER JUGENDCLUB

FÜR JUGENDLICHE VON 14 BIS 26 JAHREN

Im Jugendclub finden alle 14- bis 26-jährigen ein Experimentierfeld

für Theaterprozesse.

PROBIEREN

In der aktuellen Jugendproduktion, in den Spielprojekten der

»Box« und in Theateraktionen zu Themen des Spielplanes

könnt ihr selbst die Bühne erobern, euch ausprobieren und mit

professioneller Begleitung die Kunst des Darstellens entdecken.

EXPERIMENTIEREN

In Workshops zu Körperarbeit, Stimme, Bühnenkampf, Kostüm,

Maske, Bühnenbild, Choreografie, Dramaturgie lernt ihr

verschiedene Gestaltungselemente des Theaters kennen.

AUSTAUSCHEN

Gemeinsame Vorstellungsbesuche und Begegnungen mit

Künstlern bieten Zündstoff für Gesprächsrunden.

MITMACHEN

Für den einmaligen Beitrag von 20 € pro Spielzeit gibt es all das

und den Besuch von drei ausgewählten Inszenierungen des

Schauspiel Frankfurt dazu. Das Club-Journal informiert euch

online über die aktuellen Termine und Themen.

SCHULE@SCHAUSPIEL

FÜR SCHULKLASSEN UND PÄDAGOGEN

Das umfangreiche Programm rund um den Vorstellungsbesuch

mit einer Schulklasse oder Jugendgruppe beinhaltet verschiedene

Formate für einen intensiven Einstieg in Stoffe und

Inszenierungen.

EINSTEIGEN

Erst auf die Probebühne, dann in den Zuschauerraum:

Durch eigenes Probieren mit Körpersprache und Text, Raum

und Requisit vor dem Vorstellungsbesuch eröffnet eine auf die

Inszenierung zugeschnittene zwei- bis dreistündige »szenische

Einführung« den Zugang zur Inszenierung – kostenlos.

NACHHAKEN

Gespräche mit Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen

vor und nach dem Vorstellungsbesuch bieten Raum für Fragen

rund um den Inszenierungsprozess.

EINSEHEN

Blicke hinter die Kulissen und Führungen durch die Werk stätten

stellen Berufsbilder und Produktionsabläufe vor.

Sichtungsvorstellungen für Lehrer mit theaterpädagogischen

Einführungen und Materialien zu thematischen Schwer punkten

einer Inszenierung erleichtern Stückauswahl und Vorbereitung.

Ein spezieller Lehrer-Newsletter ist unkompliziert zu abonnieren

und informiert über die jeweils aktuellen Angebote und Termine.

VORFÜHLEN

Lehrerwerkstätten zu vielen Inszenierungen und Fortbildungen

machen theaterpädagogische Methoden erfahrbar, bieten

Anregungen für den Unterricht, den Austausch mit Kollegen und

beflügeln die eigene Spielfreude.

ZUGABEN

FÜR ALLE

Für alle interessierten Zuschauer bieten Dramaturgen regelmäßig

Einführungen zu den Inszenierungen an. Produktionsbeteiligte

stellen sich in Publikumsgesprächen im Anschluss an die

Vorstellung den Fragen und Eindrücken. Hausführungen geben

Einblicke in die Entstehung einer Inszenierung und die Arbeitsbereiche

des Theaters.

Die aktuellen Termine finden Sie online unter

www.schauspielfrankfurt.de

ANSPRECHPARTNERIN

Martina Droste

Theaterpädagogin

Tel.: 069.212.37.58.8

theaterpaedagogik@schauspielfrankfurt.de

KOOPERATIONEN

Zusammen mit unseren Kooperationspartnern gestalten wir

weitere innovative theater- und kulturpädagogische Projekte

für Jugendliche.

Informationen dazu gibt es auf unserer Homepage und auf den

Internetseiten der Projektpartner.

UNART-FESTIVAL

www.unart.net

TUSCH (THEATER UND SCHULE)

www.tusch-frankfurt.de

SCHIRN KUNSTHALLE

www.schirn.de

094 095


ENSEMBLE

MITARBEITER

UND

PARTNER

PREISE

SERVICE

STUHLPATENSCHAFTEN

ABONNEMENTS

PATRONATSVEREIN


PATRONATS

VEREIN

Die Mitglieder des Patronatsvereins führt ihre Begeisterung für

die Bühnen zusammen. Mit Ideen, Spenden und ganzem Herzen

tragen sie zum Erfolg von Schauspiel, Oper und Ballett bei.

Der Patronatsverein fördert seit über 80 Jahren die Städtischen

Bühnen Frankfurt. Unser Ziel ist es, die Vielfalt und das kreative

Schaffen der Bühnen ideell und finanziell zu fördern. Viele herausragende

Produktionen, die durch die Unterstützung des

Patronatsvereins zustande kommen, bereichern das Programm

jeder Spielzeit.

In der Spielzeit 2009 / 10 unterstützte der Patronatsverein ganz

besonders die Produktion »Lulu«, in der Saison 2010/11 gilt

die besondere Förderung den Produktionen »Die Katze auf dem

heißen Blechdach« und »Ein Blick von der Brücke«.

Auf Einladung des Kuratoriums der Sektion Schauspiel im

Patronatsverein fand in der Spielzeit 2010/11 nun schon zum

zweiten Mal in Zusammenarbeit mit Schauspiel Frankfurt das

»Blind Date« statt: Ein Dinner im kleinen Kreise mit dem Intendanten

und Schauspielern des Ensembles voller bezaubernder

Überraschungen.

WERDEN SIE MITGLIED IM PATRONATSVEREIN

Sie erleben die großen Bühnenereignisse hautnah. Sie lernen

Künstler, Autoren und Regisseure im Rahmen exklusiver

Probenbesuche und Publikumsgespräche persönlich kennen

und erleben die Bühnen in neuem Licht.

WEITERE VORTEILE EINER MITGLIEDSCHAFT

Regelmäßige Informationen durch den Patronatsvereins-

Newsletter »Spotlight« über zahlreiche, nur für Mitglieder

gültige Sonderaktionen von Schauspiel, Ballett und Oper

– Besuch ausgewählter Proben

– Individuelle Musik- und Kulturreisen

– Mitgliederservice u. v. m.

WERDEN SIE PATRON

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende besonders förderungswürdige

Produktionen direkt.

098

WIR FÖRDERN

VIELFALT

INFORMATION UND MITGLIEDSCHAFT

Sprechen Sie mit uns. Lassen Sie sich von der Begeisterung

unserer Mitglieder anstecken. Engagieren Sie sich in bester

Frankfurter Bürgertradition. Helfen Sie mit, die lebendige

Vielfalt auf unseren Bühnen zu erhalten.

Informationen zu Ihrer Mitgliedschaft erhalten Sie gerne

telefonisch, per Fax oder E-Mail.

GESCHÄFTSSTELLE

Frankfurter Patronatsverein

Sigrid M. Roß

Eschersheimer Landstr. 223, 60320 Frankfurt am Main

Tel.: 069.94.50.724.14, Fax: 069.15.30.03.66

E-Mail: sigrid.ross@patronatsverein.de

VORSTAND

Alexander Demuth (Vorsitzender),

Katherine Fürstenberg-Raettig, Karin Klossek, Dr. Walter Kuna,

Dr. Bernd W. Voss, Jürgen Fitschen

KURATORIUM DER SEKTION SCHAUSPIEL

Dr. Bernd W. Voss (Vorsitzender), Dr. Helga Budde,

Uta Krahnen-Exo, Dr. Walter Kuna, Dr. Claudia Nagel,

Dirk Pfeil, Dr. Johannes J. Reich, Martin Roth,

Dr. Thomas Dunkrack

CLUB

In der Saison 2010/11 haben wir den neuen Club des

Schauspiel Frankfurt (im Patronatsverein) gegründet. Einen

kleinen Kreis ausgewählter Theaterfreunde, die Lust haben

sich intensiver mit dem Schauspiel und seinen Menschen

auseinander zu setzen, sich für unser Haus zu engagieren und

in besonderem Maß zu fördern.

WERDEN

SIE STUHLPATE

Die Zuschauersäle im Schauspielhaus und in den Kammerspielen

haben mit dem Beginn der Intendanz von Oliver Reese ihr

Gesicht verändert und eine komplett neue Bestuhlung erhalten.

Übernehmen Sie eine Stuhlpatenschaft für einen oder mehrere

Zuschauerstühle im Schauspiel Frankfurt. Roter Samt im Schauspielhaus,

schwarzes Leder in den Kammerspielen. Nutzen Sie

die Gelegenheit sich im Schauspiel Frankfurt unvergessen zu

machen! Ihr Engagement findet sichtbare Anerkennung durch

eine Plakette mit Ihrem Namenszug an Ihrem Patenstuhl.

Firmen haben die Möglichkeit über den Kauf z. B. einer ganzen

Reihe ihr Engagement für die Kultur prominent zu platzieren.

Die Kombination von Patenschaft für einen Theaterstuhl und

Eintrittskarte eignet sich natürlich auch sehr gut als Geschenk.

NEHMEN SIE PLATZ!

Handelsregister: Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH | Sitz: Frankfurt am Main, Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 7139 | Geschäftsführer: Karlheinz Kroke Bild: kallejipp / photocase.com

UNSER DANK AN SIE

Sie erhalten eine persönliche Patenschaftsurkunde.

An Ihrem Stuhl wird eine Plakette mit Ihrem Namen / dem Namen

Ihrer Firma angebracht.

Auf unserer Homepage werden Sie / Ihre Firma als Partner des

Schauspiel Frankfurt aufgeführt.

PREISE

1 Stuhl 250 € / 500 € (für Firmen)

Bei der Übernahme von 10 Stuhlpatenschaften erhalten Sie eine

weitere Stuhlpatenschaft umsonst!

Gerne erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot für die

Patenschaft einer Stuhlreihe (z. B. inklusive Probenbesuch und

Sektempfang). Selbstverständlich ist Ihre Spende abzugsfähig.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

Clara Topic-Matutin

Persönliche Referentin des Intendanten / Sponsoring

Tel.: 069.212.37.12.4, Fax: 069.212.37.16.0

E-Mail: stuhl@buehnen-frankfurt.de

Manche Programme haben wenig zu

bieten. Andere umso mehr!

Wer viel Auswahl hat, braucht Überblick – darum

lesen Sie in der FR jeden Freitag was in der Region auf

dem Programm steht.

Ihre Ansprechpartnerin für Veranstaltungen, Theater & Kabarett:

Nicole Bartwicki | Tel.: 069 / 21 99 30 25 | E-Mail: n.bartwicki@fr-online.de

Die ganze Region in einer Zeitung.


PARTNER 2011 / 12

fördert als Partner des Schauspiel Frankfurt alle Ur- und Erstaufführungen.

Das Festival »unart« ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung.

Medienpartner

»Der Blaue Engel« wird präsentiert von der Frankfurter Rundschau.

Audi

Zentrum Frankfurt

DANK

Wir danken unseren Partnern für die Unterstützung

des Schauspiel Frankfurt.

ANSPRECHPARTNERIN FÜR FÖRDERER

Andrea Bauer

Referentin der Künstlerischen Direktion

Tel.: 069.212.37.29.7

E-Mail: andrea.bauer@buehnen-frankfurt.de

Das Schauspiel STUDIO Frankfurt wird ermöglicht

von kulturfonds frankfurtrheinmain.

fördert die Produktion »Die dritte Generation« von Rainer Werner

Fassbinder – eine Koproduktion mit der Hochschule für Musik

und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Hessischen

Theaterakademie.

Atelier Markgraph

ANSPRECHPARTNERIN FÜR SPONSOREN

Clara Topic-Matutin

Persönliche Referentin des Intendanten / Sponsoring

Tel.: 069.212.37.12.4

E-Mail: clara.topic@buehnen-frankfurt.de

Klassische Stücke

Klassische der Automobilkunst.

Stücke

der Automobilkunst.

Faszination, Begeisterung und die Fähigkeit zur großen Emotion sind zentrale Gemeinsamkeiten von Theater und Automobilität.

Genauso wie eine kunstvolle Inszenierung, der Hang zu einer Top-Performance und einem gelungenen Auftritt. Deswegen ist das

Audi Zentrum Frankfurt besonders stolz auf die Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Denn: Auch wenn es auf den ersten

Blick nicht so aussieht, die Schauspielkunst und die Fahrzeuge von Audi sind sich in vielen Belangen näher als vermutet. Nicht

zuletzt Faszination, in der Begeisterung beeindruckenden und die Inszenierung Fähigkeit zur des großen Protagonisten Emotion – sind in unserem zentrale Fall Gemeinsamkeiten den aktuellen Audi von Theater Modellen. und Entwickelt Automobilität. aus

einer Genauso langen wie Tradition, eine kunstvolle verwöhnen Inszenierung, sie ihre Fahrer der Hang mit zu einem einer meisterhaften Top-Performance Genuss und einem – dem gelungenen außergewöhnlichen Auftritt. Arrangement Deswegen ist von das

Design, Audi Zentrum Effizienz Frankfurt und Sportlichkeit besonders in stolz Premiumqualität.

auf die Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Denn: Auch wenn es auf den ersten

Blick nicht so aussieht, die Schauspielkunst und die Fahrzeuge von Audi sind sich in vielen Belangen näher als vermutet. Nicht

Besuchen zuletzt in der Sie uns beeindruckenden auch auf unseren Inszenierung beiden Bühnen: des Protagonisten den Standorten – in des unserem Audi Zentrum Fall den Frankfurt. aktuellen Audi Wir präsentieren Modellen. Entwickelt Ihnen unsere aus

Hauptdarsteller einer langen Tradition, – unsere verwöhnen große Auswahl sie ihre an Fahrer aktuellen mit einem Fahrzeugen meisterhaften und die ganze Genuss Markenwelt – dem außergewöhnlichen von Audi. Wir freuen Arrangement uns auf Sie. von

Design, Effizienz und Sportlichkeit in Premiumqualität.

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Besuchen Sie uns auch auf unseren beiden Bühnen: den Standorten des Audi Zentrum Frankfurt. Wir präsentieren Ihnen unsere

Hauptdarsteller – unsere große Auswahl an aktuellen Fahrzeugen und die ganze Markenwelt von Audi. Wir freuen uns auf Sie.

bei uns im Autohaus.

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Audi bei uns Zentrum im Autohaus. Frankfurt

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Mainzer Landstraße 410, 60326 Frankfurt

Tel.: 0 69/951144-3 33, Fax: 0 69/951144-120

www.audi-frankfurt.de, info@audi-frankfurt.de

Audi Zentrum Frankfurt

Mainzer Landstraße 410, 60326 Frankfurt

Tel.: 0 69/951144-3 33, Fax: 0 69/951144-120

Hanauer Landstraße 264, 60314 Frankfurt

Tel.: 0 69/951144-5 55, Fax: 0 69/951144-430

Hanauer Landstraße 264, 60314 Frankfurt

Tel.: 0 69/951144-5 55, Fax: 0 69/951144-430


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VERANSTALTUNG EINE

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IN ZENTRALER LAGE?

Ob Firmenjubiläum, Tagung oder Preisverleihung – von den

Foyers bis hin zur großen Bühne des Schauspielhauses sind alle

Räumlichkeiten des Schauspiel Frankfurt zu mieten. Ihre exklusive

Veranstaltung in unserem Hause kann bei Interesse auch

gerne mit einer Führung hinter die Kulissen oder einem Vorstellungsbesuch

verbunden werden.

UNSERE RÄUMLICHKEITEN

SCHAUSPIELHAUS

Große Bühne mit Zuschauerraum für 680 Personen

sowie dazugehörige Foyers

Bühnenfläche: 24 m Breite, 23 m Tiefe

Portalgröße: 14,20 - 24 m Breite, 4,80 - 7,60 m Höhe

KAMMERSPIELE

Kleine Bühne mit Zuschauerraum für 185 Personen

sowie dazugehörige Foyers

Bühnenfläche: 9,50 m Breite, ca. 10 m Tiefe

Portalgröße: 7,20 - 9,60 m Breite, 4,15 m Höhe

PANORAMA BAR

Bar mit Blick auf die Frankfurter Skyline für ca. 100 Personen

102

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SCHAUSPIEL

FRANKFURT

IHRE VORSTELLUNG IM

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BUCHEN SIE IHRE PERSÖNLICHE VORSTELLUNG!

Sie haben die Möglichkeit eine Vorstellung Ihrer Wahl für Ihren

Wunschtermin zu buchen.

Zum Beispiel als besonderes Event für Ihre wichtigen Kunden.

Gerne erstellen wir Ihnen ein persönliches Angebot, zum Beispiel

auch inklusive eines Sektempfangs oder eines Flying Buffets in

der Panorama Bar im Anschluss an den Vorstellungsbesuch.

KONTAKT

Andrea Bauer

Referentin der Künstlerischen Direktion

Tel.: 069.212.37.29.7

E-Mail: andrea.bauer@buehnen-frankfurt.de

Mein Leben, meine Pläne,

meine Frankfurter Sparkasse

„Von unseren HfG Studierenden erwarte ich kreative Überraschungen –

mit meiner Bank möchte ich keine Überraschungen erleben.“

So ambitioniert wie Ihre Ziele: das 1822 Private Banking

der Frankfurter Sparkasse.

Prof. Bernd Kracke | Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach | Kunde seit 2010


ABONNEMENTS

EXKLUSIVER SERVICE

FÜR UNSERE ABONNENTEN

IHRE VORTEILE

– Sie sparen bis zu 50% gegenüber dem regulären Eintrittspreis.

– Drei Tage exklusives Vorkaufsrecht: Bereits ab dem 7. Kalendertag

des Vormonats beginnt der Vorverkauf für alle Abonnenten.

Fällt der 7. Kalendertag auf einen Sonn- oder Feiertag,

beginnt der Vorverkauf an dem darauf folgenden Werktag.

Der reguläre Verkauf startet jeweils am 10. Kalendertag.

– Kostenlose Zusendung des Monatsspielplans und des Spiel-

zeitheftes

– Einladung zu unserer jährlichen Spielplanvorstellung mit dem

Intendanten

– Ihr Abonnement gilt als Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel

des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) an den Tagen Ihrer

Abonnement-Vorstellungen.

– Als Abonnent erhalten Sie auf alle weiteren Eintrittskarten

des Schauspiel Frankfurt einen Rabatt von 15% des Einzel -

kartenpreises.*

104

*Diese Ermäßigung gilt auch in der Oper Frankfurt sowie bei folgenden

Theatern: Staatstheater Darmstadt, Stadttheater Gießen, Staatstheater Kassel,

Staatstheater Mainz, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Burgfestspiele

Bad Vilbel, Brüder-Grimm-Märchenfestspiele Hanau, Theater im Pfalzbau

Ludwigshafen, Nationaltheater Mannheim sowie Theater der Stadt Heidelberg.

Ausgenommen sind Premieren, Gastspiele, Vorstellungen am Theatertag,

Sonder- und Fremdveranstaltungen sowie Silvester-Vorstellungen.

NUTZUNG DES RHEIN-MAIN-

VERKEHRSVERBUNDES (RMV)

– Ihr Abonnement gilt als Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel

des RMV an den Tagen Ihrer Abonnement-Vorstellungen

– Kostenlose Hinfahrt frühestens fünf Stunden vor Vorstellungsbeginn,

Rückfahrt bis Betriebsschluss

Die Berechtigung ist auf dem Abonnement-Ausweis bzw. den

Tickets der Wahl-Abonnements vermerkt.

ABONNENTEN WERBEN

ABONNENTEN

Wenn Sie andere überzeugen, dass ein Schauspiel Frankfurt-

Abonnement genau das Richtige ist, erhalten Sie von uns

zwei Freikarten der ersten Kategorie für eine Vorstellung im

Schauspielhaus. Der Neu-Abonnent kann das Bestellformular in

diesem Heft ausfüllen und Sie ergänzen Ihren Namen und Ihre

Abo-Kundennummer darauf.

BESTELLUNG UND INFORMATION

ABO- UND INFOSERVICE SCHAUSPIEL FRANKFURT

Neue Mainzer Straße 15, 60311 Frankfurt am Main

Mo – Sa (außer Do) 10 – 14 Uhr, Do 15 – 19 Uhr

Geänderte Servicezeiten während der Theaterferien:

4.7. – 20.8.2011: Mo – Fr 10 – 14 Uhr

Tel.: 069.212.37.44.4

Fax: 069.212.37.44.0

E-Mail: abo@schauspielfrankfurt.de

PREMIEREN-ABO

6 Premieren im Schauspielhaus

– Exklusive Einführung des Intendanten und Sektempfang

zu allen Premieren

– Vorkaufsrecht für andere Premieren

– Sie haben Ihren festen Sitzplatz, auch bei ausverkauften

Vorstellungen!

VORSTELLUNGEN

– Die Räuber

– Die Wildente

– Hamlet

– Der Kaufmann von Venedig

– Medea

– Der Blaue Engel

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

303 € 270 € 231 € 192 € 120 €

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PREMIEREN-ABO EXTRA

LIMITIERTES ANGEBOT

9 Premieren im Schauspielhaus, 4 Premieren in den

Kammerspielen, 2 Premieren im Bockenheimer Depot und

1 Premiere im Städel Museum

– Sie erleben die großen Premieren der Spielzeit in allen

Spielstätten des Schauspiel Frankfurt auf Ihrem festen

Sitzplatz – auch bei ausverkauften Vorstellungen!

– Stückeinführung durch den Intendanten mit Champagnerempfang

zu allen Premieren im Schauspielhaus

– Zusätzliche Einführungen mit Champagnerempfang zu

ausgewählten Premieren in den Kammerspielen und dem

Bockenheimer Depot

– Reservierter Tisch in der Panorama Bar für alle

Premierenfeiern

– Vorkaufsrecht für alle weiteren Premieren

– Besonderer Service: persönlicher Ansprechpartner

PREISGRUPPEN

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1000 € 800 €

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ABONNEMENTS

AN FESTEN TAGEN

– Sie besuchen eine Auswahl von 6 Vorstellungen im Schauspielhaus

an einem festen Wochentag.

– Sie haben Ihren festen Sitzplatz, auch bei ausverkauften

Vorstellungen!

– Zum Besuch der Vorstellung genügt Ihr Abo-Ausweis.

– Die Termine der Abonnement-Vorstellungen entnehmen Sie

bitte dem Monatsspielplan.

MONTAG-ABO

6 Vorstellungen im Schauspielhaus an einem Montag

VORSTELLUNGEN

– Die Räuber

– Hamlet

– Ein neues Stück von Dennis Kelly

– Wir sind schon gut genug!

– Der Kaufmann von Venedig

– Salomé

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

120 € 108 € 84 € 63 € 42 €

MITTWOCH-ABO

6 Vorstellungen im Schauspielhaus an einem Mittwoch

VORSTELLUNGEN

– Die Räuber

– Die Wildente

– Der Kaufmann von Venedig

– Salomé

– Medea

– Der Blaue Engel

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

135 € 120 € 96 € 75 € 48 €

DONNERSTAG-ABO

6 Vorstellungen im Schauspielhaus an einem Donnerstag

VORSTELLUNGEN

– Die Räuber

– Hamlet

– Der Kaufmann von Venedig

– Salomé

– Medea

– Der Blaue Engel

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

135 € 120 € 96 € 75 € 48 €

106

FREITAG-ABO

Das Abonnement am Freitag, dem klassischen Theatertag.

6 Vorstellungen im Schauspielhaus an einem Freitag

VORSTELLUNGEN

– Die Räuber

– Die Wildente

– Hamlet

– Ein neues Stück von Dennis Kelly

– Salomé

– Medea

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

147 € 132 € 108 € 87 € 60 €

SONNTAG-ABO

Sie besuchen eine Auswahl von 5 Vorstellungen im Schauspielhaus

an einem Sonntagnachmittag. Vor der Vorstellung bieten

wir Ihnen in der Panorama Bar Kaffee gratis und ein Kuchen-

Buffet an.

VORSTELLUNGEN

– Die Räuber

– Die Physiker

– Hamlet

– Salomé

– Medea

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

113 € 100 € 80 € 62 € 40 €

WAHL-ABO

Für spontane Theatergänger: keine Festlegung auf feste

Vorstellungen oder Wochentage

– Sie besuchen 10 frei wählbare Vorstellungen in verschiedenen

Spielstätten.

– Sie erhalten 6 Wahlgutscheine für das Schauspielhaus,

2 für die Kammerspiele und 2 für das Bockenheimer Depot.

– Sie genießen den exklusiven Service für unsere Abonnenten.

– Die Karten des Wahl-Abonnements sind übertragbar. Premieren,

Gastspiele, Vorstellungen mit Einheitspreis, Silvester-Vorstellungen,

Sonder- und Fremdveranstaltungen sind vom Wahl-

Abonnement ausgeschlossen.

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

194 € 170 € 139 € 104 € 67 €

MIX-ABO OPER UND

SCHAUSPIEL

Sie besuchen je 3 Vorstellungen im Schauspielhaus und in

der Oper.

– Die Vorstellungen sind frei wählbar.

– Mit den Karten der Oper können ebenso die jeweils

ersten Termine der konzertanten Aufführungen in der

Alten Oper besucht werden.

– Die Karten des Mix-Abonnements sind übertragbar.

– Premieren, Sonder- und Fremdveranstaltungen, Gastspiele

und Silvester-Vorstellungen sind vom Wahl-Abonnement

ausgeschlossen.

PREISGRUPPEN

01 02 03 04 05

252 € 216 € 177 € 150 € 111 €

SCHAUSPIEL-CARD

Die flexible Schauspiel-Card für den häufigen Theaterbesuch!

– 50 % Ermäßigung in allen Spielstätten*

– 1 Jahr Gültigkeit, unabhängig von der Spielzeit

– 15% Ermäßigung für eine Begleitperson

– Preis: 50 €

Die Schauspiel-Card ist nicht übertragbar.

*Ausgenommen Sonder- und Fremdveranstaltungen, Silvester-Vorstellungen,

Theatertag, Gastspiele und Vorstellungen mit Einheitspreisen bis € 20


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ABO-BESTELLKARTE

ABONNEMENT-BEDINGUNGEN

Alle Abonnements des Schauspiel Frankfurt und die Schauspiel-

Card können Sie persönlich oder schriftlich (per Brief, Fax,

E-Mail oder beiliegender Bestellkarte) beim Abo- und Infoservice

des Schauspiel Frankfurt bestellen. Bei schriftlichen

Bestellungen erhalten Sie von uns eine Rechnung. Nach Eingang

Ihrer Zahlung werden Ihnen der jeweilige Abonnement-

Ausweis, die Gutscheine der Wahl-Abonnements oder die

Schauspiel-Card per Post zugesandt. Bei der Bestellung einer

Schauspiel-Card benötigen wir zusätzlich ein Passfoto von

Ihnen. Falls Sie direkt und vor Ort im Abo- und Infoservice

bezahlen, können Sie die Vorzüge der Abonnements sofort in

Anspruch nehmen. Im Abo- und Infoservice ist eine Bezahlung

in bar, per EC-Karte sowie mit den gängigen Kreditkarten

möglich.

Bitte beachten Sie bei der Nutzung eines Wahl-Abonnements

die entsprechende Zuordnung der Wahlgutscheine zu den

einzelnen Spielstätten. Premieren, Gastspiele, Sonder- und

Fremdveranstaltungen, Silvester-Vorstellungen sowie Vorstellungen

mit Einheitspreis sind vom Wahl-Abonnement ausgeschlossen.

Die Wahlgutscheine sind für die jeweils laufende Spielzeit

gültig. Eine Übertragung in die folgende Spielzeit ist nicht

möglich. Wahlgutscheine sind gegen Eintrittskarten in der

gebuchten Preisgruppe einzulösen, die dem jeweiligen Abonnement

zugrunde liegt. Gegen Aufzahlung ist im Einzelfall das

Einlösen in eine höhere Preisgruppe möglich. Der Wechsel in

eine niedrigere Preisgruppe ist grundsätzlich nicht möglich.

Um als Abonnent Ihren Termin zu tauschen, legen Sie bitte bis

drei Tage vor Vorstellungsbeginn unserem Abo- und Infoservice

Ihren Abonnement-Ausweis vor. Die Festabonnements bieten

die Möglichkeit, zwei Termine innerhalb einer Spielzeit in eine

andere Vorstellung zu tauschen. Ein dritter Tausch ist gegen

eine Bearbeitungsgebühr von 2,50 € möglich. Bitte beachten

Sie, dass Tauschgutscheine des Schauspielhauses nicht für

die Kammerspiele und das Bockenheimer Depot eingelöst

werden können. Tauschgutscheine sind gegen Eintrittskarten

in der gebuchten Preisgruppe einzulösen, die dem jeweiligen

Abonnement zugrunde liegt. Gegen Aufzahlung ist im Einzelfall

das Einlösen in eine höhere Preisgruppe möglich. Der Wechsel

in eine niedrigere Preisgruppe ist grundsätzlich nicht

möglich.

Die uns vorliegenden persönlichen Daten werden ausschließlich

zum Zwecke der Abonnement-Werbung gespeichert und

verarbeitet. Wir bitten Sie, den Abo- und Infoservice über Änderungen

Ihrer Anschrift zu informieren.

Alle Abonnements gelten eine Spielzeit. Werden die Abonnements

nicht schriftlich gekündigt, verlängern sie sich automatisch

um eine weitere Spielzeit. Der späteste Kündigungstermin

ist jeweils der 31. Mai. Die Schauspiel-Card gilt ab dem Ausstellungsdatum

für ein Kalenderjahr und verlängert sich nicht automatisch.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Abonnements

nicht an den Kassen, sondern nur beim Abo- und

Infoservice gekauft werden können. Für nicht besuchte oder

nicht rechtzeitig getauschte Vorstellungen kann kein Ersatz

geleistet werden. Änderungen des Spielplans sowie inszenierungsbedingte

Sitzplatzänderungen bleiben dem Schauspiel

Frankfurt vorbehalten. Mit der Buchung des Abonnements

erkennt der Abonnent die Abonnement-Bedingungen

des Schauspiel Frankfurt an. Die vollständigen Geschäftsbedingungen

der Städtische Bühnen Frankfurt am Main GmbH

erhalten Sie auf Wunsch im Abo- und Infoservice sowie auf

unserer Homepage www.schauspielfrankfurt.de im Download-

Bereich.

ICH WURDE ALS NEUABONNENT

GEWORBEN VON

Name, Vorname

Abo-Kundennummer

Fax 069.212.37.440


Die Abonnementbedingungen auf Seite 109 des Spielzeitheftes

2011 / 12 erkenne ich mit meiner Unterschrift an.

ABO- UND INFOSERVICE

Straße, Hausnummer

PREISE UND

VORVERKAUF

01

02

03

04

05

06

07

08

09

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19

20

21

SCHAUSPIELHAUS KAMMERSPIELE

KATEGORIE

PREISGRUPPE 01

PREISGRUPPE 02

PREISGRUPPE 03

PREISGRUPPE 04

PREISGRUPPE 05

A

45 €

39 €

33 €

26 €

16 €

B

38 €

32 €

27 €

19 €

12 €

C

31 €

27 €

22 €

16 €

11 €

S

49 €

44 €

39 €

32 €

22 €

Die Zuordnung der Kategorien entnehmen Sie bitte dem jeweiligen

Monatsspielplan.

B O X

EINTRITT ERMÄSSIGT

09 € 06 €

Freie Platzwahl

BÜHNE

01

02

03

04

05

06

07

08

09

10

KATEGORIE

PREISGRUPPE 01

PREISGRUPPE 02

PREISGRUPPE 03

A

30 €

23 €

17 €

B

25 €

19 €

14 €

BOCKENHEIMER DEPOT

C

20 €

17 €

12 €

Die Preise für die Veranstaltungen im Bockenheimer Depot

entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Monatsspielplan.

PANORAMA BAR

BÜHNE

Die Preise für die Veranstaltungen in der Panorama Bar

entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Monatsspielplan.

S

33 €

29 €

18 €

111


112

E UR O EINHEITSPREIS

FÜR SCHÜLER- UND

STUDENTENKARTEN

8 € für Vorstellungen im Schauspielhaus, in den Kammerspielen

und im Bockenheimer Depot

6 € für Vorstellungen in der Box

10 € für Gastspiele und Premieren

Die Ermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Auszubildende,

Wehr- und Zivildienstleistende bis 30 Jahre nach Maßgabe

vorhandener Karten. Ausgenommen sind Sonder- und

Fremdveranstaltungen.

ERMÄSSIGUNGEN

Inhaber des Frankfurt-Passes, Schwerbehinderte (ab 50 % MdE)

mit einer Begleitperson und Arbeitslose erhalten 50 % Ermäßigung

auf alle Vorstellungen im Schauspiel Frankfurt. Ausgenommen

sind Premieren, Gastspiele, Sonder- und Fremdveranstaltungen

sowie Silvester-Vorstellungen.

Rollstuhlfahrer / innen und je eine Begleitperson zahlen einen

Einheitspreis von 5 €. Für Rollstuhlfahrer / innen ist eine begrenzte

Anzahl von Plätzen mit barrierefreien Zugängen vorhanden.

GRUPPEN UND SCHULKLASSEN

Gruppen ab 20 Personen erhalten 20 % Ermäßigung. Bei Interesse

kann der Vorstellungsbesuch mit einer Stückeinführung oder einer

Führung durch das Theater verbunden werden.

Schulklassen und die begleitenden Lehrer zahlen bei einem

gemeinsamen Vorstellungsbesuch für alle Eintrittskarten 5 €.

KARTENBESTELLUNG

Tel.: 069.212.37.44.9

Mo – Sa 8 – 20 Uhr, So 10 – 18 Uhr

Fax: 069.212.37.44.0

E-Mail: schuelerkarten@buehnen-frankfurt.de

THEATERTAG

Mehrmals in der Spielzeit und in unregelmäßigen Abständen

bietet das Schauspiel Frankfurt einen Theatertag an: Alle Karten

einer Vorstellung für 10 €, ermäßigt 7 €! Die genauen Termine

entnehmen Sie bitte unserem Spielplan.

NUTZUNG DES RHEIN-MAIN-

VERKEHRSVERBUNDES (RMV)

Ihre Eintrittskarte gilt als Ticket für die Hin- und Rückfahrt mit

öffentlichen Verkehrsmitteln im Rhein-Main-Verkehrsverbund

am jeweiligen Vorstellungstag. Hinfahrt frühestens fünf

Stunden vor Vorstellungsbeginn, Rückfahrt bis Betriebsschluss.

Ausgenommen sind print@home-Tickets.

THEATERGUTSCHEINE

Verschenken Sie einen Theaterbesuch: Theatergutscheine

erhalten Sie zu dem gewünschten Betrag im Abo- und Infoservice

und an der Vorverkaufskasse der Städtischen Bühnen.


VORVERKAUF

Der Kartenvorverkauf beginnt jeweils ab dem 10. Kalendertag

des Vormonats. Unseren Abonnenten bieten wir ein exklusives

Vorkaufsrecht: Für sie beginnt der Vorverkauf bereits ab dem

7. Kalendertag des Vormonats. Sollte der Vorverkaufsstart auf

einen Sonn- oder Feiertag fallen, so beginnt der Vorverkauf an

dem darauf folgenden Werktag.

VORVERKAUFSKASSE DER STÄDTISCHEN BÜHNEN FRANKFURT

Willy-Brandt-Platz, Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

(Während der Theaterferien vom 4.7. – 31.7.2011 geschlossen.)

Keine Vorverkaufsgebühr an der Vorverkaufskasse am

Willy-Brandt-Platz!

ABENDKASSE

Eine Abendkasse befindet sich am jeweiligen Veranstaltungsort

(Öffnung eine Stunde vor Vorstellungsbeginn).

Jetzt auch in den Kammerspielen.

TELEFONISCHER KARTENVERKAUF

SCHAUSPIEL UND OPER

(STÄDTISCHE BÜHNEN FRANKFURT AM MAIN GMBH)

Tel.: 069.212.49.49.4

Fax: 069.212.44.98.8

Mo – Sa 8 – 20 Uhr, So 10 – 18 Uhr

(Während der Theaterferien vom 4.7. – 31.7.2011 geschlossen.)

ONLINE-KARTENVERKAUF

Über unseren Online-Service auf der Homepage des Schauspiel

Frankfurt können Sie Ihre Theaterkarten direkt und bequem online

in unserem Webshop ohne Vorverkaufsgebühr buchen.

www.schauspielfrankfurt.de

Darüber hinaus bietet die Firma CTS Eventim auf ihrer Internetseite

www.eventim.de ebenfalls einen Online-Kartenverkauf an.

Die Vorverkaufsgebühr beträgt hier 12,5 % des Kaufwertes Ihrer

Theaterkarte zuzüglich Versandgebühren. Für die Website von

CTS Eventim gilt, dass das Schauspiel Frankfurt für deren Form

und Inhalt nicht verantwortlich zeichnet.

PRINT@HOME – THEATERKARTEN BEQUEM ZUHAUSE

AUSDRUCKEN!

Mit print@home haben Sie über unseren Online-Service die

Möglichkeit, Ihre Theaterkarten direkt an Ihrem Computer ohne

Vorverkaufsgebühr auszudrucken.

Bitte beachten Sie, dass print@home-Tickets nicht zur Nutzung

des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) verwendbar sind.

WEITERE VORVERKAUFSSTELLEN

in Frankfurt und im Umland, siehe www.schauspielfrankfurt.de

114

Wir sind da,

wo Rhein-Main spielt.

Als Partner der Region geben wir den Menschen mehr als günstige Energie: Wir

engagieren uns für das gesellschaftliche Wohl der gesamten Rhein-Main-Region.

Mit der gezielten Förderung von Sport-, Bildungs-, Kultur- und Sozialprojekten.

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ANFAHRT

VERKEHRSANBINDUNG

SCHAUSPIEL FRANKFURT

(SCHAUSPIELHAUS, KAMMERSPIELE, BOX, PANORAMA BAR)

Willy-Brandt-Platz (Schauspielhaus, Box, Panorama Bar)

Neue Mainzer Straße 15 (Kammerspiele)

U-Bahn Linien U1, U2, U3, U4, U5, U8, Straßenbahn Linien 11,

12 und Bus Linie N8, jeweils Station Willy-Brandt-Platz

BOCKENHEIMER DEPOT

Carlo-Schmid-Platz 1

U-Bahn Linien U4, U6, U7, Straßenbahn Linie 16 und Bus Linien

32, 36, 50 und N1, jeweils Station Bockenheimer Warte

Die Eintrittskarten des Schauspiel Frankfurt beinhalten Hin- und

Rückfahrt mit dem RMV. Dies gilt auf allen vom RMV angebotenen

Linien (ohne Übergangstarifgebiete) fünf Stunden vor Vorstellungsbeginn

und bis Betriebsschluss (1. Klasse mit Zuschlag).

Bitte beachten Sie, dass print@home-Tickets nicht zur Nutzung

des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) verwendbar sind.

116

Schauspielhaus

Box

Untermainanlage

OPER

SCHAU

SPIEL

FRANK

FURT

Hauptwache

PARKMÖGLICHKEITEN

PARKHAUS AM THEATER

Willy-Brandt-Platz 5

60311 Frankfurt am Main

Die Einfahrt zum Parkhaus befindet sich auf der Untermain anlage

gegenüber der Hausnr. 1. Parkleitsystem B = Bahnhofsviertel

Öffnungszeiten Mo – Do 6 – 24 Uhr, Fr und Sa 6 – 2 Uhr, So und

Feiertage 6 – 24 Uhr. Ausfahrt jederzeit möglich. Parkgebühr:

werktags 1,50 €, So und Feiertage 1 € pro angefangene

Stunde. Die maximale Nachtgebühr (17 – 7 Uhr) beträgt 5 €.

PARKHAUS UNTERMAINANLAGE

Untermainanlage 1

60329 Frankfurt am Main

Die Einfahrt zum Parkhaus befindet sich in der

Wilhelm-Leuschner-Straße, neben der Hausnr. 5.

Öffnungszeiten 6 – 24 Uhr. Ausfahrt jederzeit möglich.

Parkgebühr: werktags 1,50 €, So und Feiertage 1 € pro

angefangene Stunde. Die maximale Nachtgebühr (17 – 7 Uhr)

beträgt 5 €.

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dran an Kunst

und Kultur

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PARKHAUS KAISERPLATZ

Bethmannstraße 50

60311 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: 0 – 24 Uhr.

Parkgebühr: 2 € pro angefangene Stunde.

BOCKENHEIMER DEPOT

Direkt neben dem Bockenheimer Depot befindet sich ein

öffentlicher Parkplatz, die Parkgebühr beträgt 1 € pro

Stunde.


MITARBEITERINNEN

UND MITARBEITER

SCHAUSPIEL FRANKFURT

INTENDANZ

Oliver Reese

Intendant

Clara Topic-Matutin

Persönliche Referentin des Intendanten /

Sponsoring

KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO

Jan Fischer

Künstlerischer Betriebsdirektor /

Stellvertreter des Intendanten

Andrea Bauer

Referentin der Künstlerischen Direktion

Christine Leyerle

Chefdisponentin

Sinead Kennedy

Mitarbeit

Ellen Kutscher (Elternzeit)

DRAMATURGIE

Andreas Erdmann

Geschäftsführender Dramaturg

Alexandra Althoff

Sibylle Baschung

Nora Khuon

Dramaturginnen

Johanna Vater

Assistentin

Claudia Wabnitz

Archiv und Büro

HAUSAUTOR

Nis-Momme Stockmann

PRESSE

Nils Wendtland

Pressesprecher

N.N.

Mitarbeit

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Kristina Faber

Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

Anna Lena Völker

Referentin der Öffentlichkeitsarbeit

Johannes Kranz

Grafiker

THEATERFOTOGRAFEN

Birgit Hupfeld

Hausfotografin

Alexander Paul Englert

Sebastian Hoppe

JUNGES SCHAUSPIEL /

THEATERPÄDAGOGIK

Martina Droste

Theaterpädagogin

N.N.

Mitarbeit

BOX

Christine Leyerle

Leitung

ENSEMBLE

Constanze Becker

Claude De Demo

Heidi Ecks

Stephanie Eidt

Sandra Gerling

Traute Hoess

Bettina Hoppe

Henrike Johanna Jörissen

Franziska Junge

Josefin Platt

Valery Tscheplanowa

Michael Benthin

Isaak Dentler

Michael Goldberg

Thomas Huber

Sébastien Jacobi

Nils Kahnwald

Torben Kessler

Oliver Kraushaar

Wolfgang Michael

Sascha Nathan

Christoph Pütthoff

Mathis Reinhardt

Martin Rentzsch

James Antony Rizzi

Christian Bo Salle

Peter Schröder

Marc Oliver Schulze

Viktor Tremmel

Andreas Uhse

Felix von Manteuffel

Till Weinheimer

SCHAUSPIEL STUDIO

Henriette Blumenau

Benedikt Greiner

Laura Linnenbaum

Johannes Kühn

Moritz Pliquet

Lisa Stiegler

GÄSTE

Luise Audersch

Susanne Buchenberger

Nadja Dankers

Esther Hausmann

Kathleen Morgeneyer

Nadja Petri

Nele Rosetz

Birte Schrein

Lena Schwarz

Barbara Spitz

Anita Vulesica

Ernst Alisch

Michael Abendroth

Alexander Beck

Roland S. Blezinger

Wilfried Elste

Samuel Finzi

Kornelius Heidebrecht

Joachim Nimtz

Thomas Prazak

Thomas Schmidt

REGIE

Bettina Bruinier

Christoph Mehler

Hausregisseure

Karoline Behrens

Pedro Martins Beja

Markus Bothe

Alice Buddeberg

Jorinde Dröse

Florian Fiedler

Alexander Frank

Klaus Gehre

Dimiter Gotscheff

Sébastien Jacobi

Karin Henkel

Martin Kloepfer

Barrie Kosky

Bastian Kraft

Günter Krämer

Andreas Kriegenburg

Katrin Lindner

Laura Linnenbaum

Enrico Lübbe

Bernhard Mikeska

Amélie Niermeyer

Antú Romero Nunes

René Pollesch

Philipp Preuss

Oliver Reese

Kevin Rittberger

Hanna Rudolph

Christopher Rüping

Martin Schulze

Robert Schuster

Lily Sykes

Michael Thalheimer

Barbara Wolf

BÜHNE

Henrik Ahr

Olaf Altmann

Janina Audick

Jürgen Bäckmann

Maria-Alice Bahra

Nehle Balkhausen

Ben Baur

Christoph Ebener

Barbara Ehnes

Anne Ehrlich

David Gonter

Sascha Gross

Klaus Grünberg

Hansjörg Hartung

Esther Hottenrott

Dominic Huber

Markus Karner

Mark Lammert

Florian Lösche

Friederike Meisel

Claudia Rohner

Sandra Rosenstiel

Daniel Roskamp

Cora Saller

Steffen Schmerse

Susanne Schuboth

Robert Schweer

Stefanie Seitz

Volker Thiele

Olga Ventosa Quintana

Martina Zirngast

KOSTÜME

Geraldine Arnold

Nehle Balkhausen

Falk Bauer

Ben Baur

Sabine Blickenstorfer

Tabea Braun

Janina Brinkmann

Klaus Bruns

Almut Eppinger

Sascha Gross

Judith Hepting

Anne Hölzinger

Esther Hottenrott

Dorothee Joisten

Justina Klimczyk

Katharina Kownatzki

Martina Küster

Mark Lammert

Ulrike Obermüller

Selina Peyer

Susanne Reul

Elina Schnizler

Susanne Schuboth

Lene Schwind

Katrin Lea Tag

Katharina Tasch

Janine Werthmann

MUSIK

Martin Engelbach

Stefan Paul Goetsch

Jörg Gollasch

Biber Gullatz

Hauschka

Kornelius Heidebrecht

Johannes Hofmann

Christoph Jacono

Thorsten Kindermann

Kriton Klingler-

Ioannides

Jorinde Kuiper

Michael Lohmann

Dirk Raulf

Oliver Urbanski

Michael Verhovec

Bert Wrede

Roderik Vanderstraeten

KAMPFCHOREOGRAPHIE

Peter Theiss

VIDEO

Alkmini Boura

Immanuel Heidrich

Johannes Hofmann

Konny Keller

Kathrin Krottenthaler

Sebastian Pircher

Kerstin Polte

Bert Zander

SPRECHERZIEHUNG

Cornelia Schweitzer

GESANGSUNTERRICHT

Björn Breckheimer

REGIEASSISTENZ

Alexander Frank

Nina Schwerdtfeger

Lily Sykes

Barbara Wolf

BÜHNENBILDASSISTENZ

Friederike Meisel

Martina Zirngast

N.N.

KOSTÜMASSISTENZ

Kirsten Hoffmann

Dorothee Joisten

Susanne Reul

Lene Schwind

INSPIZIENZ

Lisa Ahle

Joachim Möller

Thomas Nossek

Harald Reuter

SOUFFLAGE

Regina Kroneberg

Christine Schneider

Alexandra zu Stolberg

Boris Wendt

STATISTERIE

Winfried Scheffler

Leitung

Alexander Preiß

ZENTRALE

THEATERBETRIEBE

GESCHÄFTSFÜHRENDE INTENDANZ

Bernd Fülle

Geschäftsführender Intendant

Anita Wilde / Oliver Kolata

Stellvertreter

Bruni Marx

Referentin des Geschäftsführenden Intendanten

Juliane Lehmann

Mitarbeiterin des Geschäftsführenden Intendanten

CONTROLLING / INNENREVISION

Manfred Hartmann

Milena Meyer

Heidrun Zimmer

REFERAT ARBEITSSCHUTZ UND BETRIEBLICHE SICHERHEIT

Wolfgang Mann

Ute Gettenauer

Renate Heß

BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Leigh Matthews

WIRTSCHAFT UND VERWALTUNG

Anita Wilde

Leitung

FINANZEN

Jörg Bauer

Leitung

Lutz Klingelhöfer

Bettina Behrs

Stephanie Braunstein

Uwe Deißler

Nora Engelhardt

Andrea Firle

Dagmar Heilscher

Karin Hothum

Rita Lavizar

BETRIEBSKASSE

Volker Habenicht

KUNDENSERVICE

UND VERKAUF

Arnold Wessel

Leitung

VERKAUFS-VORBEREITUNG

Gyöngyi Buda-Stettin

Karina Stillger

KASSEN

Christian Brenneke

Sabine Daum

Sylvia Feldpusch

Ingo Graupner

Heike Hothum

Hans-Jürgen Maurer

Sabine Nagel

Gesina Otte

Sabine Treber

ABONNEMENT-

UND INFOSERVICE

Nicole Schinkario

Leitung Verkauf

Petra Felke

Florian Knopf

Birgit Meier

Dr. Lothar Nickel

TELEFONISCHER VERKAUF

Jakob Bauer

Kornelia Brunner

Martina

Raudonus-Ritter

Karin Sarcone

Christian Stancin

Gabor Stettin

Constanze Ziemann

AUSWERTUNG/STATISTIK

Daniela Nesswetter

ADRESSVERWALTUNG

Alena Lucke

Isolde Schreiber

EDV

Sabine Dreyhaupt

Leitung

Alfred Bartonitschek

Eayou Belete-Desta

Andrés Jaén Casas

Michael Werb

118 119


ALLGEMEINE VERWALTUNG

Roland Bilz

Leitung

VERGABEN, ZENTRALE

EINKÄUFE, SONSTIGE

VERTRÄGE

Saskia Luck

Leitung

Verina Born

Silke Lang

Margitta Meisinger

Tanja Merget

Petra Stachelrodt

LIEGENSCHAFTS-

ANGELEGENHEITEN

Jörg Kreiss

Leitung

Wilfried Busch

Jolanthe Galetzka

Patrick Gerats

Heide Günther

Petra Hörnig

Daniela Wichert

Ognyan Pertzansky

Rolf Schwarze

PFORTENDIENST

Domingos Alves

Uwe Jährling

Antonio Laguardia

Gordana Schulze-

Grujicic

REINIGUNGSDIENST

Shazia Azizi-Sarwari

Patrocinia Catarino

Adelino Correia Pereira

Elena Fernandez

Isabell Pinto

Maria da Silva

BESUCHERSERVICE

Janine Köster

Leitung

Ivan Hacic

Ulrich Herrmann

Alexander Maischak

Adelin Plock

Gisela Schneider

sowie

Logenschließer/-innen

und Garderobier/en

PERSONAL UND

ORGANISATION

Oliver Kolata

Leitung

PERSONALSERVICE

FESTBESCHÄFTIGTE

Tanja Clarius

Petra Hartmann-Bank

Leitung

Simone Klotz

Margit Bach

Barbara Bienert

Petra Hopp

Magdalena Jonczyk

Sonja Kadner

Isabell Kienzle

Claudia Marshall

Beate Ordowski

Eva Schmidt

Jutta Sentko

Karl-Heinz Zimmer

PERSONALSERVICE

GASTBESCHÄFTIGTE

Ulrike Radtke

Leitung

Daniela Jakob

Tanja Deckwerth

Elke Gröschel

Ingrid Herber

Birgit Pfeiffer

Carina Scholl

BAUABTEILUNG

Doris Andörfer

Leitung

Agnieszka Berensztejn

Sekretariat

Klaus Brack

Ilona Endemann

HAUS- UND

BETRIEBSTECHNIK

Martin Haindl

Betriebsingenieur

Anja Geist

Sekretariat

ELEKTRO, HEIZUNG,

LÜFTUNG, SANITÄR

Engelbert Härtl

Leitung

Danijel Bulut

Gunter Kehm

Jürgen Maier

Frank Messer

Armin Nopp

Harald Petzinger

Maike Schmitt

Michael Walbert

MASCHINENTECHNIK

Christoph Streb

Leitung

Sascha Both

Joachim Licht

Matthias Luleich

Halil Vasi

Klaus Wagner

KOMMUNIKATIONSTECHNIK

Dirk Schambeck

Leitung

Jürgen Bartosch

Marcin Biskupski

Nicholas Champion

Michael Gambichler

Armin Kraus

TECHNISCHE

SONDERPROJEKTE

Rainer Münz

TECHNISCHE DIREKTION

Olaf Winter

Technischer Direktor

Marco Fanke

Technischer Assistent

Maïse Neubauer

Eduarde Dickmann

Technisches

Betriebsbüro

KONSTRUKTION

Robert Varga

Leitung

Josef Dreker

Chefkonstrukteur

Annette Kahler

Robert Klein

Hasan Savluk

TECHNISCHE

ABTEILUNGEN

TECHNISCHE LEITUNG

Volker Czaplicki

Technischer Leiter

BÜHNENTECHNIK

Susanne Brenner

Bühneninspektorin

Christof Bednorz

Andreas Kremer

Nikola Ramic

Hubertus Schneider

Bühnenmeister

Michael Dankerl

Osman Demirkiran

Özcan Demirkiran

Mimoun Elyahiaoui

Yalcin Emirhan

Anatol Eurich

Nicole Groß

Martin Hain

Timo Hoffmann

Siegmund Jahr

Stefan König

Christoph Lanski

Stefan Lechthaler

Hermann Leuner

Jörg Malik

Sven Müller

Jürgen Ohlemutz

Thomas Richter

Frank Rosenberg

Marc Schäfer

Marcel Schärf

Axel Schmitt

Swen Söntgerath

Andreas Stacewicz

Jürgen Wagner

Steffen Wagner

Markus Wirkner

Klaus Wittenmeier

Nikola Zec

DEKORATEURE

Savas Basekin

Karl-Heinz Herdt

Lubomir Jurkovic

Winfried Morgenthal

MASCHINISTEN

Roger DeLall

Thorsten Hentzschel

Rolf Kühner

Helge Kümmel

Michael Kuss

Hubert Messinger

Dirk Schnabel

FAHRER

Armin Kübler

Elmar Oswald

VERANSTALTUNGSTECHNIK

KAMMERSPIELE

Marc Vogt

Benno Listing

Florian Kasten

Daniel Göpfert

Michelle Steffen

Johann Dück

Christian Niester

REQUISITE

Iris Hagen

Leitung

Anja Becker

Corinna Lange

Stefan Markert

Markus Öhlinger

Melanie Schales

Jens Schönherr

Ursula Trella

Alexandra Wetzel

Melina Fox

Volontärin

BELEUCHTUNG

Johan Delaere

Leitung

Frank Kraus

Beleuchtungsinspektor

Stephan Doehler

Ellen Jaeger

Johannes Richter

Jan Walther

Beleuchtungsmeister

Sven Bethmann

Thomas Cezanne

Livia Dragic

Alexander Lange

Stellwerksbeleuchter

Christoph Boege

Constantin Braml

Roland Brandt

Manfred Lechner

Alexander Maul

Ortrud Meichsner

Jens Mündl

Kito Raupp

Andreas Romaniec

David Schecker

N.N.

TON

Bernhard Klein

Leitung

Joachim Steffenhagen

Joachim Schröder

Tonmeister

Karlheinz Amm

Philipp Batereau

Oliver Blohmer

Anita Islinger-Weeger

Bernd Leinberger

Inga Lüth

Josef Rennert

Franziska Rudolphi

Matthias Schmidt

Arnim Streek

VERANSTALTUNGSTECHNIK

Matthias Paul

Leitung

David Geyer

Marcel Heyde

Alexander Kirpacz

Jessica Krüger

Tobias Lauber

Fabian Liewig

Thorsten Löchl

Manuela Neubauer

Bartolomé Rodriguez-

Gomez

Fabian Wilhelm

Alexander Dannemann

Julian Diehl

Julius Fromm

Christian Gebert

Daniel Gebhard

Simon Hild

Jan Höwelberend

Johannes Kamm

Vincent Oppermann

Tobias Pfannkuch

Anton Schweda

Carolin Seel

Lukas Tegeler

Thomas Wortmann

Auszubildende

WERKSTÄTTEN

Hinrich Drews

Werkstättenleitung

MALERSAAL

Wilfried Speckhardt-

Busch

Leitung

Peter Biedenkapp

Peter Crass

Roland Langlitz

Julia Nuss

Dorothee Rahmer

Holm-Trutz Schneider

Sandra Stetzenbach

Mirjana Shirin Reinke

Auszubildende

KASCHEURWERKSTATT

Ursula Klimczyk

Leitung

Jens Appel

Robert Dies

Tatjana Fallmann

Karsten-Helge Jakob

Stefanie Seibert

Tanja Springhorn

Sarah Zinke

Tatjana Sannert

Auszubildende

TAPEZIERWERKSTATT,

DEKORATIONSNÄHEREI

Kurt Gremmers

Leitung

Silke Baum

Gregor Dod

Axel Häder

Anette Mahnke

Petra Schuster

Anna Lena Strohmaier

Kilian Jung

Auszubildende

SCHLOSSEREI

Thomas Bonge

Leitung

Miguel Angel

Gomez-Jimenez

Uli Heinzel

Antonio da Silva

Jürgen Waldau

Markus Weckbart

Michael Wermke

Christian Langer

Auszubildender

SCHREINEREI

Klemens Desch

Leitung

Andreas Alt

Zjelco Antonic

André Elsässer

Manfred Engelhardt

Damian Gajda

Marco Gemming

David Göhler

Jens Hagemann

Alexander Jörg

Kaj Klose

Dennis Lehmann

Michl Meyenberg

Andreas Peterseim

Erich Schenkenberger

Korinna Schiller

Steffen Siebenschuh

Babette van Volxem

Matthias Wildhirt

Peter Zwermann

Marvin Braun

Alexander Lemm

Auszubildende

KOSTÜMABTEILUNG

Gabriele Nickel

Kostümdirektorin

Margit Engel

Sekretariat

WAFFEN- UND

RÜSTMEISTEREI

Thorsten Fleige

MATERIALVERWALTUNG

Sylvia Behm

Stefanie Pertzansky

Anne Worg

WÄSCHEVERWALTUNG

UND WÄSCHEREI

Anneliese Besler

Dietmar Fremde

Marion Jakob

Ute Trojanowski

KOSTÜMFUNDUS

Jur Engel

Werner Sternisko

SCHUHMACHEREI

Oliver Arndt

Julia Müller-Cattano

Christian Albert

KUNSTGEWERBE

Stephanie Erhazar

Teresa Nowakowski

Ute Nostadt-

Gremmers

Alexandra Zamojski

N.N.

120 121

PUTZMACHEREI

Heike Lohse

ANKLEIDEDIENST

DAMEN

Ursula Birkelbach

Leitung

Handan Deniz

Elvira Henning

Sabine Herrmann

Silvia Herzog

Sonja List

Johanna Steinkamp

Kim Stichel

Marion Stiehl

Julia Wahl

ANKLEIDEDIENST

HERREN

Thomas Moschny

Leitung

Regine Breitinger

Hartmut Ehlers

Bernhard Faltermeier

Dieter Fröhlich

Holger Gaebert

Christoph Keiber

Matthias Kupper

HERRENSCHNEIDEREI

Andreas Mensch

Obergewandmeister

Regina Erl

Guido Steinert

Gewandmeister

Sarah Bailly

Laura Faupel

Iris Gonnermann

Heidi Gottschling

Tina Kopp

Arben Krasniqi

Maria Kress

Christiane Loerke

Norbert Lutz

Nico Monti

Mariska Ophoff

Sara Pirmann

Heike Reuther

Ibrahim Salem

Regine Wysotzki

Eva Liem

Ausbilderin

sowie sieben

Auszubildende

DAMENSCHNEIDEREI

Maria Hunke

Obergewandmeisterin

Emanuela Bräm

Marina Frese

Rosi Glaus

Gundula Hartwig

Gewandmeisterinnen

Nadja Beigel

Erika Besken-Thibout

Lina Brade

Andreas Döll

Petra Faßbach

Anne Grebe-Schäfer

Heike Heil

Simone Hollerbach

Sofia Ikonomopoulou

Bettina Kaul

Jette Kork

Inna Kravtsenko

Jennifer Landua

Simone Raschel

Jette Kork

Olga Trott

MASKENBILDNEREI

Martin Oertli

Chefmaskenbildner

Lutz Paschke

Beate Bauer

Jan Bundil

Patricia Dietz

Angelika Henneberg

Karin Junghardt

Anke Scharlach

Bernhard Springer

BOCKENHEIMER DEPOT

Thomas Runge

Technische Leitung


DAS

EN SEMBLE

MICHAEL ABENDROTH MICHAEL BENTHIN

ISAAK DENTLER

STEPHANIE EIDT

CONSTANZE BECKER

Schauspielausbildung am Mozarteum

Salzburg, erste Engagements in Mannheim,

Frankfurt, Bochum und Nürnberg,

wo er auch als Regisseur tätig war.

Zusammenarbeit u. a. mit den Regisseuren

Hans Neuenfels, Peter Palitzsch,

Jürgen Gosch und Karin Henkel. 1996

bis 2009 Ensemblemitglied des Düsseldorfer

Schauspielhauses, ab Anfang

2010 im Ensemble des Schauspiel

Frankfurt. Hier spielte er Orgon in

»Tartuffe«, Riccaut in »Minna von Barnhelm«

sowie die Titelrolle in »König Lear«.

Ausbildung an der Hochschule für

Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.

Sie spielte in Leipzig und Düsseldorf,

bevor sie 2006 an das Deutsche Theater

Berlin kam. Dort arbeitete sie u. a. mit

Jürgen Gosch (»Onkel Wanja«), Michael

Thalheimer (»Die Ratten«) und Karin

Henkel. 2008 wurde sie von der Zeitschrift

Theater heute zur »Schauspielerin

des Jahres« gewählt. Seit 2009/10

Ensemblemitglied des Schauspiel Frankfurt.

Hier war sie u. a. in den Titelrollen in

»Antigone« und »Hedda Gabler« sowie

als Cordelia in »König Lear« zu sehen.

CLAUDE DE DEMO

Schauspielausbildung an der Hochschule

für Musik und Theater Hannover. Engagements

am Staatstheater Karlsruhe, Schauspiel

Hannover, Thalia Theater Ham burg,

wo er u. a. mit Michael Thalheimer und

Stephan Kimmig arbeitete. 2006 bis

2009 festes Ensemblemitglied des

Deutschen Theaters Berlin. Seit 2009/10

im Ensemble des Schauspiel Frankfurt.

Hier spielte er u. a. Schigolch in »Lulu«,

Baron von Burleigh in »Maria Stuart«

sowie Schlomo Herzl in »Mein Kampf«.

Ausbildung an der Hochschule für Musik

und Darstellende Kunst Stuttgart. Engagements

in Mannheim und Köln, ab 2005

in Bochum. Zusammenarbeit u. a. mit den

Regisseuren Günter Krämer, Michael

Thalheimer und Armin Petras. 2004 zur

besten Nachwuchsdarstellerin beim

NRW-Theatertreffen gewählt, 2007

Bochumer Theaterpreis. Seit 2009/10

im Ensemble des Schauspiel Frankfurt,

wo sie u. a. in der Titelrolle in »Minna von

Barnhelm«, als Anna Mahr in »Einsame

Menschen« sowie als Anna in »Hautnah«

zu sehen war.

HEIDI ECKS

Ausbildung am Hamburger Schauspielstudio

Frese. Während dieser Zeit Mitwirkung

an freien Theaterproduktionen in

Kiel und Hamburg sowie zahlreiche Fernsehrollen.

Ab 2004 festes Ensemblemitglied

am Stadttheater Gießen, wo er als

Torquato Tasso und Don Carlos auf der

Bühne stand. Seit 2009/10 im Ensemble

des Schauspiel Frankfurt. Hier spielte er

u. a. Mortimer in »Maria Stuart«, Fritz in

»Liebelei« sowie Werther in »Werthers

Leiden«.

Ausgebildet an der Hochschule für Musik

und Theater Hamburg. Während des

Studiums Zusammenarbeit mit Robert

Wilson am Thalia Theater. Engagements

in Gießen, Mainz, Düsseldorf, Berlin und

Leipzig, wo sie u. a. mit den Regisseuren

Markus Dietz, Wolfgang Engel und Karin

Henkel arbeitete. Seit 2009/10 im festen

Ensemble des Schauspiel Frankfurt.

Hier war sie u. a. als Courage in »Mutter

Courage und ihre Kinder«, als Lady

Capulet in »Romeo und Julia« sowie als

Katharina Binder in »Liebelei« zu sehen.

SANDRA GERLING

Ausbildung an der Hochschule für Musik

und Darstellende Kunst Hamburg. Erste

Engagements in Lübeck und am Burgtheater

Wien. 1999 bis 2005 im festen

Ensemble der Schaubühne Berlin, Arbeiten

u. a. mit Thomas Ostermeier und Luc

Perceval. Weitere Rollen in Hamburg und

am Deutschen Theater Berlin. Seit

2009/10 Ensemblemitglied des Schauspiel

Frankfurt. Sie spielte u. a. die Titelrollen

in »Phädra« und »Die Sehnsucht

der Veronika Voss« sowie Elisabeth I. in

»Maria Stuart«.

Ausgebildet an der Bayerischen Theaterakademie

München. Gastrollen am Bayerischen

Staatsschauspiel und am Akademietheater

München. 2005 bis 2007

am Schauspielhaus Bochum, danach im

Ensemble des Theater Bielefeld. Seit

2009/10 ist sie festes Ensemblemitglied

des Schauspiel Frankfurt. Hier ist sie u. a.

als Julia in »Romeo und Julia«, als Käthe

Vockerat in »Einsame Menschen« sowie

als Vicky in »Der Nackte Wahnsinn« zu

sehen.

122 123


MICHAEL GOLDBERG

TRAUTE HOESS

BETTINA HOPPE

Ausbildung an der Neuen Münchner

Schauspielschule. Erstes Engagement in

Hildesheim, es folgten Mannheim, Freiburg,

Basel. Zahlreiche Rollen in Film und

Fernsehen. Er gastierte mehrmals am

Residenztheater München, am Schauspiel

Köln, am Deutschen Theater Berlin

und an der Schaubühne Berlin. Seit

2009/10 ist er festes Ensemblemitglied

des Schauspiel Frankfurt. Er spielte u. a.

den Maler Schwarz in »Lulu«, in »Sozialistische

Schauspieler sind schwerer von der

Idee eines Regisseurs zu überzeugen«

sowie in »Peer Gynt«.

Ausbildung an der Otto-Falckenberg-

Schule München. Engagements u. a. am

Berliner Ensemble, Burgtheater Wien

und Schauspiel Köln. Arbeiten mit Robert

Wilson, Werner Schroeter, Heiner Müller,

Dimiter Gotscheff, Jürgen Kruse,

Peter Palitzsch, Claus Peymann, Leander

Haussmann, Karin Henkel und Günter

Krämer. Filmrollen u. a. bei R. W. Fassbinder,

Lars Montag und Andreas Dresen.

2003 erhielt sie den Nestroy-Preis. Ab

2010/11 fest am Schauspiel Frankfurt.

Hier spielte sie in »Sozialistische Schauspieler

…«, Goneril in »König Lear« sowie

Big Mama in »Die Katze auf dem heißen

Blechdach«.

Ausgebildet an der Hochschule der

Künste Berlin. Erste Engagements am

Deutschen Theater Berlin und am Maxim

Gorki Theater. Von 2006 bis 2009

Ensemblemitglied der Schaubühne

Berlin. Zusammenarbeit u. a. mit Thomas

Ostermeier, Bruno Cathomas, Constanza

Macras. Seit 2009/10 ist sie im Ensemble

des Schauspiel Frankfurt. Hier ist sie u. a.

zu sehen als Ismene in »Antigone«, als

Paula Spencer in »Die Frau, die gegen

Türen rannte« sowie als Cäcilie in »Stella«.

THOMAS HUBER

SÉBASTIEN JACOBI

Ausbildung an der Folkwang Hochschule

Essen. Er war u. a. am Düsseldorfer

Schauspielhaus, am Schauspiel Frankfurt

und am Schauspiel Leipzig engagiert.

Arbeiten mit Karin Henkel, Wolfgang

Engel und Karin Beier. Zahlreiche Rollen

in Film und Fernsehen, 2006 Auszeichnung

als bester Darsteller beim katalanischen

Filmfestival in Sitges. Seit

2009/10 im Ensemble des Schauspiel

Frankfurt. Hier spielte er u. a. den Brack

in »Hedda Gabler«, Eirik in »Die Ängstlichen

und die Brutalen« sowie den Regisseur

in »Der Nackte Wahnsinn«.

Schauspielausbildung an der Hochschule

für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

Engagements in Basel, Dortmund

und Köln sowie Gastrollen in Mainz,

Frankfurt, Darmstadt und Berlin. Zusammenarbeit

u. a. mit Michael Thalheimer,

Christoph Loy und Martin Wuttke. Zuletzt

inszenierte er in Den Haag beim Festival

für Modernen Tanz. Seit 2009/10 fest

am Schauspiel Frankfurt. Hier war er u. a.

als Daniel Quinn in »Stadt aus Glas«,

als Braun in »Einsame Menschen« sowie

als Berg in »Die Ängstlichen und die

Brutalen« zu sehen.

HENRIKE JOHANNA JÖRISSEN

Ausbildung an der Hochschule für

Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.

Erstes Engagement 2005 am Hamburger

Schauspielhaus. Schon während des

Studiums spielte sie mehrere Rollen am

Deutschen Theater Berlin, vor allem in

Zusammenarbeit mit Michael Thalheimer.

2007 wurde ihr der O. E. Hasse-Preis

verliehen. Seit 2009/10 festes Ensemblemitglied

des Schauspiel Frankfurt. Hier

ist sie u. a. zu sehen in »Peer Gynt«, als

Gretchen in »Mein Kampf« sowie in der

Titelrolle von »Die Marquise von O.«.

FRANZISKA JUNGE

NILS KAHNWALD

TORBEN KESSLER

Schauspielausbildung an der Hochschule

»Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig

sowie Musicalausbildung an der Bayerischen

Theaterakademie München.

Während des Studiums gastierte sie am

Schauspiel Leipzig. Seit 2006 fest am

Berliner Ensemble, Arbeiten u. a. mit

Robert Wilson und Claus Peymann. Ab

der Spielzeit 2009/10 im Ensemble des

Schauspiel Frankfurt. Hier ist sie u. a. als

Önone in »Phädra«, als Mizi in »Liebelei«

und als Maggie Pollitt in »Die Katze auf

dem heißen Blechdach« zu sehen.

Schauspielausbildung an der Universität

der Künste Berlin. Während des Studiums

mehrere Gastrollen am Deutschen

Theater Berlin in Inszenierungen von

Christoph Mehler sowie am Maxim Gorki

Theater. Zusammenarbeit mit René

Pollesch in Berlin. Mit der Spielzeit

2009/10 festes Ensemblemitglied am

Schauspiel Frankfurt. Hier spielte er u. a.

in »Sozialistische Schauspieler sind

schwerer von der Idee eines Regisseurs

zu überzeugen«, in »Die Kontrakte des

Kaufmanns« sowie die Titelrolle in

»Peer Gynt«.

Ausbildung an der Folkwang Hochschule

Essen. Er war u. a. am Düsseldorfer

Schauspielhaus und am Theater Freiburg

engagiert. 2001 bis 2008 festes Ensemblemitglied

am Schauspiel Leipzig, dort

Arbeiten u. a. mit Robert Schuster und

Wolfgang Engel. Zuletzt als Gast am

Staatstheater Wiesbaden. Mit der Spielzeit

2009/10 festes Ensemblemitglied am

Schauspiel Frankfurt. Hier trat er u. a. in

»Das Weiße Album«, als Heurtebise in

»Orphée« sowie als Brick in »Die Katze

auf dem heißen Blechdach« auf.

OLIVER KRAUSHAAR

Ausgebildet an der Hochschule für Musik

und Darstellende Kunst Hamburg. Erste

Engagements am Piccolo- und am Thalia

Theater in Hamburg, bei den Wiener

Festwochen sowie am Schauspiel Leipzig.

Zusammenarbeit u. a. mit den Regisseuren

Armin Petras, Michael Thalheimer und

Urs Toller. Seit 2002 festes Ensemblemitglied

des Schauspiel Frankfurt. Hier

ist er u. a. in »Sozialistische Schauspieler

sind schwerer von der Idee eines Regisseurs

zu überzeugen«, als Edgar in

»König Lear« sowie als der Graf von F. in

»Die Marquise von O.« zu sehen.

FELIX VON MANTEUFFEL

WOLFGANG MICHAEL

Schauspielausbildung an der Otto-

Falckenberg-Schule München. Er spielte

u. a. in Köln, Hamburg, am Burgtheater

Wien und an den Münchner Kammerspielen,

wo er zwölf Jahre im festen

Engagement war. Zusammenarbeit u. a.

mit George Tabori, Peter Palitzsch,

Jürgen Flimm, Ernst Wendt, Dieter Dorn.

1976 wurde er mit dem Grimme-Preis

ausgezeichnet. Seit 2004 am Schauspiel

Frankfurt. Hier spielte er u. a. Hans

Weiring in »Liebelei«, Lobkowitz in »Mein

Kampf« sowie den Big Daddy in »Die

Katze auf dem heißen Blechdach«.

Ausgebildet an der Folkwang Hochschule

Essen. Engagements in Bremen,

Mannheim und Bochum. 1993 ging er

fest an die Berliner Schaubühne, 1999 an

das Burgtheater Wien. Zusammenarbeit

u. a. mit Andrea Breth, Dimiter Gotscheff,

Andreas Kriegenburg, Klaus Michael

Grüber und Jürgen Gosch. Seit 2009/10

Ensemblemitglied des Schauspiel

Frankfurt. Hier spielte er u. a. die Titelrolle

in »Tartuffe«, den Grafen Shrewsbury

in »Maria Stuart« sowie den Graf von

Gloucester in »König Lear«.

124 125


SASCHA NATHAN

JOSEFIN PLATT

CHRISTOPH PÜTTHOFF

Schauspielausbildung an der Hochschule

für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

Nach Engagements in Heidelberg

und Kiel war er ab 2005 fest am Bochumer

Schauspielhaus. 2008 gastierte er

am Staatstheater Hannover. Zusammenarbeit

u. a. mit den Regisseuren Jorinde

Dröse, Dieter Giesing und Wilfried Minks.

Seit 2009/10 im Ensemble des Schauspiel

Frankfurt. Hier war er u. a. als Just in

»Minna von Barnhelm«, als Larry in

»Hautnah« sowie als Theodor in »Liebelei«

zu sehen.

Schauspielausbildung am Mozarteum

Salzburg. Engagements u. a. am Burgtheater

Wien, am Berliner Ensemble, in

Köln, Wiesbaden und Graz. 1980 wurde

sie mit der Kainz-Medaille ausgezeichnet.

Zusammenarbeit u. a. mit Michael

Thalheimer, Claus Peymann, Karin Henkel,

Dieter Dorn, Günter Krämer, Thomas

Langhoff. Seit 2009/10 fest am Schauspiel

Frankfurt. Hier spielte sie u. a.

Dorine in »Tartuffe«, Regan in »König

Lear« sowie Mrs. Clackett in »Der Nackte

Wahnsinn«.

Schauspielausbildung an der Bayerischen

Theaterakademie München. Während seines

Studiums gastierte er in Inszenierungen

von Dieter Dorn und Elmar Goerden

am Bayerischen Staatsschauspiel. Ab

2005 Ensemblemitglied am Schauspielhaus

Bochum. 2008 erhielt er als bester

Nachwuchskünstler den Bochumer Theaterpreis.

Seit 2009/10 fest am Schauspiel

Frankfurt. Er spielte hier u. a. Hippolytos in

»Phädra«, die Titelrolle in »Clavigo« sowie

Roger Tramplemain in »Der Nackte

Wahnsinn«.

MATHIS REINHARDT

MARTIN RENTZSCH

Schauspielausbildung am Mozarteum in

Salzburg. Während des Studiums Engagements

am Landestheater Salzburg und

bei den Salzburger Festspielen. 2007

ging er fest an das Deutsche Theater

Berlin, wo er u. a. mit den Regisseuren

Michael Thalheimer und Christoph Mehler

arbeitete. Seit 2009/10 ist er Ensemblemitglied

des Schauspiel Frankfurt. Hier

ist er u. a. als Romeo in »Romeo und

Julia«, als Verwalter in »Stella« sowie in

seinem Soloabend »NippleJesus« zu

sehen.

Ausgebildet an der Folkwang Hochschule

Essen. Engagements in Oldenburg und

am Thalia Theater Hamburg, wo er mit

Regisseuren wie Karin Henkel und Jürgen

Flimm arbeitete. Ab 2000 fest am Schauspielhaus

Bochum, wo Arbeiten u. a.

mit Elmar Goerden, Jorinde Dröse und

Wilfried Minks entstanden. 2008 wurde er

mit dem Bochumer Theaterpreis ausgezeichnet.

Seit 2009/10 im Ensemble des

Schauspiel Frankfurt. Er spielte u. a.

Dr. Rieux in »Die Pest«, Max Rehbein in

»Die Sehnsucht der Veronika Voss« sowie

Paulet in »Maria Stuart«.

CHRISTIAN BO SALLE

Schauspielausbildung an der Hochschule

für Musik und Theater Hannover. Erste

Bühnenerfahrungen in Bonn und Hannover,

ab 2003 im Festengagement am

Theater Magdeburg, wo er u. a. mit

Andreas Kriegenburg und Sebastian

Hartmann arbeitete. Für die Spielzeit

2008 / 09 ging er ans Theater Ingolstadt.

Seit 2009/10 ist er im Ensemble des

Schauspiel Frankfurt. Er war u. a. als Graf

Paris in »Romeo und Julia«, als Inspizient

in »Der Nackte Wahnsinn« sowie als

Demetrius im »Sommernachtstraum« zu

sehen.

PETER SCHRÖDER

Schauspielausbildung an der Hochschule

für Musik und Theater in Hannover. Ab

1982 verschiedene Engagements in

Bremen, Lübeck, Hamburg, Kassel und

Berlin, wo er u. a. mit den Regisseuren

Peter Löscher, Günter Krämer, Werner

Schroeter, Elias Perrig und Robert Ciulli

arbeitete. Von 2006 bis 2011 war er

Ensemblemitglied am Theater Basel. Dort

spielte er u. a. Alceste in »Der Menschenfeind«

und Malvolio in »Was ihr wollt«.

Ab 2011 / 12 ist er fest am Schauspiel

Frankfurt.

MARC OLIVER SCHULZE

VIKTOR TREMMEL

Ausgebildet an der Otto-Falckenberg-

Schule München. Von den Münchner

Kammerspielen wechselte er 2001 an

das Bayerische Staatsschauspiel, wo er

mit Regisseuren wie Dieter Dorn, Thomas

Langhoff und Elmar Goerden arbeitete.

2002 erhielt er den Bayerischen Kunstförderpreis

für Darstellende Kunst. 2005

bis 2009 war er am Schauspielhaus

Bochum engagiert. Seit 2009/10 fest am

Schauspiel Frankfurt. Hier spielte er u. a.

die Titelrolle in »Ödipus«, Fernando in

»Stella« sowie den Grafen Leicester in

»Maria Stuart«.

Schauspielausbildung am Mozarteum

Salzburg. Erste Engagements in Ingolstadt

und Magdeburg. 2005 bis 2009

war er fest im Ensemble des Staatsschauspiel

Dresden. Dort spielte er u. a.

bei Michael Simon und Volker Lösch. In

Dresden inszenierte er die Deutschsprachige

Erstaufführung von »Tannöd«. Seit

2009/10 ist er Ensemblemitglied des

Schauspiel Frankfurt. Er war unter anderem

als Buenco in »Clavigo«, als Herzog

von Cornwall in »König Lear« sowie in der

Titelrolle in »Orphée« zu sehen.

VALERY TSCHEPLANOWA

ANDREAS UHSE

TILL WEINHEIMER

Ausbildung an der Hochschule für

Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.

Während des Studiums gastierte sie am

Deutschen Theater Berlin, an das sie

2006 als festes Ensemblemitglied kam.

Sie arbeitete dort mit Regisseuren wie

Dimiter Gotscheff und Michael Thalheimer.

Mehrere Rollen in Film und Fernsehen,

u. a. bei Andreas Dresen. Seit

2009/10 im Ensemble des Schauspiel

Frankfurt. Sie spielte u. a. die Titelrollen in

»Alice im Wunderland«, »Stella« und

»Maria Stuart«.

Schauspielausbildung an der Hochschule

für Musik und Darstellende Kunst

Stuttgart. 2000 bis 2006 war er festes

Ensemblemitglied am Staatstheater

Nürnberg, 2001 wurde er mit dem Solopreis

der IHK – Kulturstiftung ausgezeichnet.

Von 2006 bis 2009 war er am

Theater Ulm engagiert. Seit 2009/10 ist

er im Ensemble des Schauspiel Frankfurt.

Hier spielte er u. a. Peter Stillmann in

»Stadt aus Glas«, Kleist in »Die Marquise

von O.« sowie Adolf Hitler in »Mein

Kampf«.

Ausbildung an der Neuen Münchner

Schauspielschule. Erstes Engagement

am Theater der Jugend der Münchner

Kammerspiele. Anschließend war er u. a.

in Ulm, am Maxim Gorki Theater Berlin, in

Bonn und Mannheim engagiert. Seit

2000 arbeitet er zudem als Regisseur.

Bis 2009 war er am Oldenburgischen

Staatstheater im festen Engagement. Seit

2009/10 ist er am Schauspiel Frankfurt.

Hier spielte er u. a. Theseus in »Phädra«,

den Herzog von Albany in »König Lear«

sowie Philip Brent in »Der Nackte

Wahnsinn«.

126 127


INHALT

PREMIEREN 004

BOX 066

REPERTOIRE 069

ESSAYS 070

EXTRA 086

PANORAMA BAR 088

GESPRÄCHSREIHEN 090

SCHAUSPIEL STUDIO 092

JUNGES SCHAUSPIEL / THEATERPÄDAGOGIK 094

SERVICE 096

PATRONATSVEREIN 098

STUHLPATENSCHAFTEN 099

PARTNER 100

IHR EVENT IM SCHAUSPIEL FRANKFURT 102

ABONNEMENTS 104

PREISE UND VORVERKAUF 111

SAALPLÄNE 111

ANFAHRT 116

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER 118

ENSEMBLE BIOGRAFIEN 122

IMPRESSUM

Herausgeber: Schauspiel Frankfurt

Intendant: Oliver Reese

Redaktion: Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit,

Künstlerisches Betriebsbüro

Redaktionsleitung: Kristina Faber und Andreas Erdmann

Konzept und Gestaltung: Double Standards Berlin

Gestaltung Serviceteil: Johannes Kranz

Fotos Oliver Reese, Peter Schröder: Birgit Hupfeld

Fotostrecke Ensemble: Diana Scheunemann

Wir bedanken uns bei den Modelabels Abaci und

GoyaGoya für die Ausstattung des Ensembles für

das Fotoshooting in der Roomers Bar.

K ON TA K T

SCHAUSPIEL FRANKFURT

Neue Mainzer Straße 17

60311 Frankfurt am Main

KARTENTELEFON

069.212.49.49.4

ABO- UND INFOSERVICE

069.212.37.44.4

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Textnachweis: Alle Texte und Essays in diesem Heft sind Originalbeiträge,

außer »Der Mensch, kein Egoist« von Wolfgang

Uchatius. Dieser Text erschien zuerst in Die Zeit Nr. 23 / 2000.

Druck: alpha print medien AG Darmstadt

Redaktionsschluss 17. März 2011

Änderungen vorbehalten!

Schauspiel Frankfurt ist eine Sparte der

Städtische Bühnen Frankfurt a. M. GmbH

Geschäftsführer Bernd Fülle, Bernd Loebe, Oliver Reese

Aufsichtsratvorsitzende: Dr. h. c. Petra Roth

HRB 52240, Frankfurt am Main

Steuernummer: 047 250 38165

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