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Jahresbericht 2011<br />

Wir schaffen Vertrauen


Inhaltsverzeichnis<br />

2 Vorwort des Vorstandes<br />

4 Im Blickfeld – Wirtschaftspartner Firmenkunden<br />

6 Einzige Auskunftei mit Informationen<br />

zu allen Kreditnehmern<br />

8 „Unsere Kunden im Fokus der Unternehmensstrategie“<br />

Ein Beitrag von Dr. Michael Freytag,<br />

Vorstandsvorsitzender<br />

10 Im Blickfeld – Wirtschaftspartner Privatkunden<br />

12 Die SCHUFA als Vertrauensstifter<br />

14 Ombudsmann: schlichten statt richten<br />

15 Mehr Sicherheit im Netz<br />

16 Im Blickfeld – die SCHUFA in der Öffentlichkeit<br />

18 Im Blickfeld – die SCHUFA in der Öffentlichkeit<br />

20 Gesellschaftliche Verantwortung: finanzielle Bildung<br />

22 Im Blickfeld – SCHUFA<br />

24 Die SCHUFA – ein moderner Arbeitgeber<br />

25 „Ohne SCHUFA steht die Kreditwirtschaft still“<br />

Ein Interview mit Peter Villa, Mitglied des Vorstandes<br />

26 Im Blickfeld – Zahlen und Fakten<br />

28 „2011 steht für den Erfolg der SCHUFA“<br />

Ein Beitrag von Holger Severitt,<br />

Mitglied des Vorstandes<br />

29 Privat- und Firmenkunden, Beteiligungen,<br />

Eigentümer<br />

30 Vorstand und Aufsichtsrat<br />

32 Bilanz<br />

33 Die neue SCHUFA-Werbung<br />

34 Impressum<br />

Jahresbericht 2011 1


2 Jahresbericht 2011<br />

Von links: Peter Villa, Dr. Michael Freytag, Holger Severitt


Vorwort des Vorstandes<br />

Liebe Geschäftspartner, sehr geehrte Damen und Herren!<br />

Die SCHUFA Holding AG kann auf ein sehr erfolgreiches<br />

Jahr 2011 zurückblicken. Sowohl beim Umsatz als auch beim<br />

Ertrag haben wir unser bislang bestes Ergebnis in der Unternehmensgeschichte<br />

erreichen können. Dies verdanken wir<br />

dem Vertrauen unserer 7.000 Firmenkunden und 1,2 Millionen<br />

Privatkunden. Das traditionelle Kerngeschäft mit Auskunftsdienstleistungen<br />

bleibt Hauptumsatzträger der<br />

SCHUFA. Neue Produkte wie beispielsweise die GwG-Auskunft<br />

oder die Auslandsauskunft unterstützten unsere Firmenkunden<br />

im Rahmen ihres Risikomanagements und machten<br />

die Verbraucherkreditrichtlinie, nach der Bürger im<br />

EU-Land ihrer Wahl Kredite aufnehmen können, erst möglich.<br />

Auch die Initiativen im Privatkunden bereich trugen<br />

zum positiven Jahresergebnis der SCHUFA bei. Im vergan-<br />

genen Jahr konnten wir den einmillionsten Portalkunden<br />

auf www.meineSCHUFA.de willkommen heißen. Ein weiteres<br />

wichtiges Thema ist der Schutz vor Identitäts diebstahl<br />

im Internet. Immer mehr Verbraucher vertrauen deshalb<br />

unseren Präventionsprodukten, insbesondere dem Update-<br />

Service. Seit Anfang 2012 gibt es den IdentSafe als Rund-<br />

umschutz des eigenen „Ichs“ im Internet.<br />

Rein rechnerisch wird in Deutschland täglich für vier Milliar-<br />

den Euro privat gekauft. Ein immer größer werdender Teil<br />

dieses Konsums wird reibungslos über Kredite finanziert. Obwohl<br />

die Anzahl der Ratenkredite in den vergangenen fünf<br />

Jahren um 30 Prozent gestiegen ist, blieb es bei einer konstant<br />

hohen positiven Rückzahlungsquote: 97,5 Prozent aller<br />

Verbraucherkredite wurden ordnungsgemäß zurückgezahlt.<br />

Die SCHUFA ist in viele alltägliche Geschäfte involviert und<br />

dient sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern. Sie fungiert<br />

als Schutzpatron für Unternehmen und Verbraucher<br />

gleichermaßen. Visueller Ausdruck dieser Funktion sind die<br />

neuen Leitbilder, die im vorliegenden Jahresbericht vorgestellt<br />

werden. Sie positionieren das Unternehmen als hilfreicher<br />

Ermöglicher von Kreditgeschäften.<br />

Die SCHUFA steht im ständigen Dialog mit ihren Gesprächs-<br />

partnern: mit Eigentümern, Firmen- und Privatkunden, aber<br />

auch mit ihren kritischen Beobachtern wie Ombudsmann,<br />

Jahresbericht 2011 3<br />

Verbraucherbeirat und Datenschützern. Intensiver Austausch<br />

fördert das gegenseitige Verständnis und den Respekt für<br />

die Meinung des jeweils anderen. Das verstehen wir unter<br />

transparenter Kommunikation.<br />

Dieses Jahr feiert unser Unternehmen sein 85-jähriges Jubi-<br />

läum. Das Wissensfundament und den Erfahrungsvorsprung<br />

gegenüber den Mitbewerbern haben wir uns in den vergangenen<br />

Jahren hart erarbeitet. Nun gilt es, den Kompetenzvorsprung<br />

der SCHUFA weiter auszubauen, damit wir auch<br />

in Zukunft Deutschlands führende Auskunftei bleiben. Ein<br />

wesentliches Ziel ist unter anderem, sich in den kommenden<br />

Jahren stärker im B2B-Geschäft zu etablieren. Aus der Position<br />

der Stärke heraus wollen wir durch beste Produkte und<br />

Services überzeugen, deren Basis unsere hervorragende Datenqualität<br />

ist. Wir schaffen Vertrauen durch transparente<br />

Kommunikation und investieren in moderne Infrastruktur.<br />

Die SCHUFA steht auch für Produktinnovationen, denn<br />

nicht nur das Unternehmen, auch der Markt ändert sich.<br />

So setzt beispielsweise der intelligente Verbraucher den<br />

Anspruch, Dateninformationen verstärkt und ganz gezielt<br />

für sich selbst zu nutzen. Dies gilt insbesondere vor dem<br />

Hintergrund der zunehmenden Verlagerung privater und<br />

geschäftlicher Transaktionen in das Internet. Handel und<br />

Konsum finden schon heute über viele Vertriebsplattformen<br />

statt.<br />

Auf die sich verändernde Marktsituation stellt sich die<br />

SCHUFA frühzeitig ein und wird mit engagierten Mitarbei-<br />

terinnen und Mitarbeitern weiterhin die wirtschaftlichen<br />

Bedürfnisse ihrer Kunden im Fokus haben. Damit wird zugleich<br />

das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft des<br />

Unternehmens verfestigt.<br />

Herzliche Grüße<br />

Dr. Michael Freytag Holger Severitt Peter Villa


Im Blickfeld – Wirtschaftspartner Firmenkunden<br />

Als führender Informations- und Servicepartner für die kreditgebende Wirtschaft verfügt die SCHUFA<br />

über relevante Daten von 66,2 Millionen natürlichen Personen sowie von 3,9 Millionen Unternehmen,<br />

Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden. Mit zahlreichen Dienstleistungen und Services, wie zum<br />

Beispiel Auskunfts- und Identitätsprodukten oder Scoring- und Datenservices, trägt die SCHUFA entscheidend<br />

dazu bei, die Kreditgeschäfte ihrer 7.000 Firmenkunden schnell, kostengünstig und sicher<br />

zu gestalten und ermöglicht damit einen stabilen Wirtschaftskreislauf in Deutschland.


6 Jahresbericht 2011<br />

Einzige Auskunftei mit Informationen<br />

zu allen Kreditnehmern<br />

Geschäftsrisiken erkennen und minimieren<br />

Gerade in wirtschaftlich unruhigen Zeiten ist es für Unterneh-<br />

men und Gewerbetreibende wichtig, Kunden und Geschäfts-<br />

partner genau zu kennen und das damit verbundene Ge-<br />

schäftsrisiko realistisch beurteilen zu können. Denn häufige<br />

und hohe Zahlungsausfälle können gerade kleinere Unternehmen<br />

und Gewerbetreibende schnell in eine finanzielle<br />

Schieflage bringen. Die SCHUFA bietet deshalb ihren Kunden<br />

Informationen, damit diese sichere Geschäfts- und Kreditentscheidungen<br />

auf Basis fundierter Daten treffen und<br />

damit das Risiko von Zahlungsausfällen minimieren können.<br />

Im B2C-Bereich unterstützt die SCHUFA ihre Firmenkunden<br />

beispielsweise mit Auskünften und Nachmeldungen, Iden-<br />

titätsprüfungen und Scores. Umfang und Aktualität ihres<br />

Datenbestandes sowie die Verarbeitung von Negativ- und<br />

Positivdaten machen die SCHUFA zu einem attraktiven<br />

Partner für die kreditgebende Wirtschaft in Deutschland.<br />

Immer mehr Firmenkunden vertrauen auf die Expertise der<br />

SCHUFA auch im B2B-Bereich. Mit rund 100 Millionen Infor-<br />

mationen zu 3,9 Millionen Unternehmen verfügt die SCHUFA<br />

auch im B2B-Sektor über einen einzigartigen Bestand kredit-<br />

relevanter Daten. Wirtschaftsauskünfte, Scoring- und<br />

Zahlen, Daten & Fakten<br />

Datenservices sowie Handelsregisterinformationen bilden<br />

das Produktportfolio im B2B-Bereich. Die SCHUFA ist damit<br />

die einzige Auskunftei, die über Informationen zu allen<br />

Kreditnehmern in Deutschland verfügt.<br />

Umsätze erhöhen – Ausfälle minimieren<br />

Der Anstieg des eCommerce-Marktes in Deutschland geht<br />

mit einer starken Vermehrung der Onlineshop-Anbieter<br />

einher. Insbesondere kleine Betreiber sind täglich der Gefahr<br />

hoher Zahlungsausfallquoten ausgesetzt. Um konkurrenzfähig<br />

zu bleiben, ist es jedoch notwendig, den Kunden komfortable<br />

Zahlungswege anzubieten, wie Lastschriftverfahren<br />

oder Zahlungen auf Rechnung. Durch den Ausbau der<br />

SCHUFA-Premiumpartnerschaften mit Dienstleistern aus<br />

dem Bereich Forderungsmanagement eröffnen sich für Versandhändler<br />

neue Perspektiven. Ermöglicht werden solide<br />

Kalkulationsgrundlagen durch reduzierte Zahlungsausfall-<br />

risiken. Die Kombination der SCHUFA-Kompetenz bereiche,<br />

wie zum Beispiel Bonitätsprüfung und hochpräzise Score-<br />

Prognosen der Zahlungswahrscheinlichkeiten, mit den Kompetenzfeldern<br />

der Premiumpartner, wie zum Beispiel Forderungsmanagement<br />

und Zahlungsgarantien, erlaubt den<br />

Unternehmen, die von den Kunden bevorzugten Zahlungsmöglichkeiten<br />

anzubieten, ohne auf die damit verbundenen<br />

Der Datenbestand der SCHUFA umfasst 614 Millionen Informationen zu 66,2 Millionen Verbrauchern und<br />

3,9 Millionen Unternehmen.<br />

Pro Tag erteilt die SCHUFA rund 275.000 Auskünfte an Vertragspartnerunternehmen und Verbraucher.<br />

7.000 Firmenkunden aus Kreditwirtschaft, Handel und Dienstleistungen sind als Vertragspartner angeschlossen.<br />

1,2 Millionen Privatkunden nutzen die SCHUFA über das Onlineportal www.meineSCHUFA.de.<br />

Zu 91,2 Prozent der Verbraucher liegen ausschließlich positive Informationen vor.<br />

97,5 Prozent aller Konsumentenkredite werden ordnungsgemäß zurückgezahlt.


Risiken einzugehen. Mithilfe der SCHUFA-Premiumpartner-<br />

schaften kann der komplette Kundenlebenszyklus – von<br />

Bestellung und Bonitätsprüfung über Auslieferung bis hin<br />

zum möglichen Forderungsmanagement – aus einer Hand<br />

angeboten werden. Durch diese gesicherte Möglichkeit,<br />

kundenfreundliche Zahlungswege anbieten zu können, erlangen<br />

die Händler zudem geringere Abbruchquoten bei Bestellvorgängen.<br />

Dies führt schließlich zu höheren Umsätzen.<br />

GwG-Auskunft: Geldwäschern auf der Spur<br />

Das Einschleusen kriminell erworbener Gelder in den legalen<br />

Finanzkreislauf kann der Volkswirtschaft erheblichen Schaden<br />

zufügen. Nach dem Jahresbericht der Financial Intelligence<br />

Unit (FIU) Deutschland des Bundeskriminalamtes wurde<br />

im Jahr 2010 mit 11.042 Geldwäscheverdachtsanzeigen<br />

(+ 22 Prozent) der Höchststand seit Inkrafttreten des Geldwäschegesetzes<br />

(GwG) festgestellt. Kreditinstitute erstatteten<br />

die Mehrheit dieser Verdachtsanzeigen und kommen<br />

so ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach, nicht nur den<br />

Vertragsnehmer selbst, sondern auch den „wirtschaftlich<br />

Berechtigten“ eindeutig zu identifizieren. Neben Kreditinstituten<br />

sieht hier der Gesetzgeber auch zum Beispiel Versicherungsunternehmen,<br />

Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer,<br />

Immobilienmakler oder Händler in der Pflicht, bei Verdachtsfällen<br />

einzuschreiten.<br />

Die neue SCHUFA-GwG-Auskunft bietet eine schnelle und<br />

kostengünstige Lösung für diese sogenannten gesetzlich „Ver-<br />

pflichteten“. Anhand der Beteiligungsverhältnisse des angefragten<br />

Unternehmens ermittelt die SCHUFA die natürliche<br />

Person, die als wirtschaftlich Berechtigter infrage kommt:<br />

jene Person also, in deren Interesse letztlich das Geschäft<br />

möglicherweise abgeschlossen werden soll.<br />

SCHUFA ermöglicht Auslandsauskünfte<br />

Seit Oktober 2011 ist der Cross Border Data Exchange<br />

(CBDE) – der Austausch von kreditrelevanten Daten über<br />

Deutschlands Grenzen hinweg – online möglich. Eine von<br />

der SCHUFA entwickelte Webapplikation bietet schnelles<br />

und effizientes Management ausländischer Kreditanfragen.<br />

Mittels CBDE-online können deutsche Unternehmen<br />

die Bonität privater ausländischer Kreditnehmer per Aus-<br />

Jahresbericht 2011 7<br />

landsauskunft prüfen. Für Unternehmen bedeutet dies nicht<br />

nur die Erschließung neuer Marktpotenziale, sondern auch<br />

eine immense Zeit- und Kostenersparnis. Sowohl SCHUFA-<br />

Firmenkunden als auch Verbraucher profitieren von diesem<br />

neuen Verfahren. Durch den grenzüberschreitenden Datenaustausch<br />

können oft bessere Kreditkonditionen genutzt<br />

werden. Von der ersten Stunde an nutzt die Deutsche Kreditbank<br />

AG das von der SCHUFA entwickelte System. Der<br />

Österreichische Kreditschutzverband von 1870 konnte als<br />

erste ausländische Auskunftei an CBDE-online angeschlossen<br />

werden. Die SCHUFA wird den online-basierten Zugang<br />

zu Auslandsauskünften in Europa weiter ausbauen.<br />

Datenfokussiertes Compliancemanagement<br />

In den letzten zehn Jahren ist eine Zunahme gesetzlicher<br />

Auflagen sowie regulatorischer Einflüsse zu beobachten.<br />

Unternehmen werden verpflichtet ihre Geschäftsprozesse<br />

so zu definieren, dass die Einhaltung gesetzlicher Pflichten,<br />

Vorschriften und Richtlinien sichergestellt sind. Die Frage<br />

lautet heute nicht mehr ob, sondern wie Compliance effizient<br />

betrieben werden kann. Maßgeblich für die Qualität<br />

der Risikoentscheidungen ist die rechtskonforme Beschaffung<br />

aussagekräftiger und entscheidungsrelevanter Daten.<br />

Nur ein Experte wie die SCHUFA bietet integrierte Lösungen<br />

für ein datenfokussiertes Compliancemanagement an.<br />

Die zuverlässige Beschaffung externer Wirtschaftsinforma-<br />

tionen und gleichzeitige Verknüpfung der Informationen zu<br />

den Entscheidern der abgefragten Unternehmen ist eine<br />

Basis für eine qualifizierte und vertrauenswürdige Entscheidungsgrundlage,<br />

die nur die SCHUFA bietet. Ein wesentlicher<br />

Vorteil für Unternehmen, die mit datenfokussiertem<br />

Compliancemanagement unentdeckte Potenziale ausschöpfen<br />

wollen.


8 Jahresbericht 2011<br />

Unsere Kunden im Fokus der<br />

Unternehmensstrategie<br />

Ein Beitrag von Dr. Michael<br />

Freytag, Vorstandsvorsitzender<br />

Das SCHUFA-Geschäftsmodell<br />

funktioniert: 97,5 Prozent aller Ver-<br />

braucherkredite in Deutschland<br />

werden reibungslos zurückgezahlt.<br />

Diese hohe Quote ist in den letzten<br />

zehn Jahren konstant geblieben,<br />

obwohl die Zahl der Kredite in<br />

diesem Zeitraum um 50 Prozent<br />

gestiegen ist.<br />

Gleichwohl lehnt sich die SCHUFA nicht bequem zurück,<br />

sondern macht sich fit für die Zukunft. Die Ausgangslage<br />

ist sehr gut: Mit einer einzigartigen Datenbasis aus über<br />

614 Millionen Einzelinformationen zu 66,2 Millionen Verbrauchern<br />

und 3,9 Millionen Unternehmen ist die SCHUFA<br />

das einzige Unternehmen, das Auskunft über alle potenziellen<br />

Kreditnehmer in Deutschland erteilen kann. Insbesondere<br />

die Positivinformationen und das Gegenseitigkeitsprinzip<br />

bilden zentrale Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens.<br />

Die SCHUFA ist Marktführer im Segment Bonitätsinformationen<br />

über Privatpersonen an Banken. Im Privatkundensegment<br />

agiert sie – insbesondere mit ihrem Verbraucherportal<br />

www.meineSCHUFA.de – als einziger Anbieter. Aus dieser<br />

Position heraus unterstützen wir unsere Kunden und entwickeln<br />

die SCHUFA für die Märkte der Zukunft.<br />

Für die strategische Ausrichtung der SCHUFA zeichnen sich<br />

erhebliche Herausforderungen ab. Neue Wettbewerber, die<br />

in großem Umfang Daten sammeln und speichern, treten<br />

neben die bestehenden SCHUFA-Mitbewerber, die ihrerseits<br />

ihr Leistungsportfolio zu Full-Service-Angeboten erweitern.<br />

Bonitätsinformationen als autonome Produkte werden schrittweise<br />

durch Komplett lösungen für Payment oder Risiko-<br />

management ersetzt.<br />

Um auch morgen noch stark zu sein, muss man sich heute<br />

bewegen. Zunächst haben wir uns drei Grundfragen gestellt:<br />

„Wo stehen wir heute?“, „Was sind unsere Ziele?“<br />

und „Wie wollen wir sie erreichen?“. Wir haben im nächsten<br />

Schritt zu den Themenfeldern „Ziele und Geschäftsmodell“,<br />

„Marktvorgehen“ und „Produkte und Daten“ die<br />

notwendigen Handlungsfelder definiert und entsprechende<br />

wirkungsvolle Maßnahmen abgeleitet. Unser Hauptziel ist,<br />

dass die SCHUFA auch in Zukunft die führende Auskunftei<br />

in Deutschland sein wird. Davon ausgehend werden wir<br />

unser Kerngeschäft ausweiten und so kontinuierliches Wachstum<br />

ermöglichen. Zudem wollen wir unsere Innovationskompetenz<br />

stärken und die Geschäftsfelder konsequent wei-<br />

terentwickeln. Intern verbessert die SCHUFA ihre Effizienz<br />

und Handlungsfähigkeit insbesondere im technischen Bereich.<br />

Datenqualität und -umfang werden optimiert, Effizienzen gezielt<br />

gefördert und die vertrieblichen Aktivitäten intensiviert.<br />

Eine wichtige Rolle für die Erreichung unserer Ziele spielt<br />

unser Leitbild mit dem zentralen Motiv „Wir schaffen Vertrauen“.<br />

Dieses wurde ergänzt durch vier Erfolgsfaktoren,<br />

wie eine Grafik auf der Folgeseite verdeutlicht. Die SCHUFA<br />

als größte Auskunftei Deutschlands will die besten Produkte<br />

und Services für ihre Firmen- und Privatkunden anbieten.<br />

Darüber hinaus verfügt unser Unternehmen über eine hervorragende<br />

Qualität von Verbraucher- und Unternehmensdaten.<br />

Das Herzstück der SCHUFA aber ist die leistungsfähige<br />

Infrastruktur, die aus motivierten Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern sowie aus modernen IT-Systemen und<br />

Prozessen besteht. Eine transparente Kommunikation gegenüber<br />

allen relevanten Gruppen vervollständigt das Erfolgsmodell<br />

der SCHUFA.


Um diese Ziele zu erreichen, stützen wir uns auch in Zukunft<br />

auf zentrale Grundsätze wie Wirtschaftlichkeit, Reziprozität,<br />

Neutralität und das hohe Engagement unserer Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter.<br />

Die SCHUFA ist eine bekannte Marke. Sie steht für hohe<br />

Datenqualität, nachhaltige Kundenbeziehungen und hohe<br />

fachliche Kompetenz. Damit dies so bleibt, steht das Interesse<br />

unserer Kunden im Fokus aller Unternehmensaktivitäten.<br />

Praxisworkshops und Onlinebefragungen forcieren unsere Pro-<br />

duktentwicklung. Die Anforderungen der SCHUFA-Geschäfts-<br />

partner sind Mittelpunkt des Zukunftsprojektes „Advance“,<br />

mit dem die SCHUFA ihre Kundenorientierung ausweitet.<br />

Jahresbericht 2011 9<br />

Besonderen Stellenwert hat der intensive Austausch mit<br />

relevanten Marktteilnehmern, zum Beispiel IT-Unternehmen<br />

aus dem Silicon Valley in den USA. Wer zukunftsfähig bleiben<br />

will, der muss die eigene Kompetenz voranbringen und<br />

für Kundenwünsche maßgeschneiderte Produkte entwickeln<br />

– die konsequente Ausrichtung auf Markt- und Kundenanforderungen<br />

wird auch weiterhin das Fundament<br />

der SCHUFA bleiben. Das Unternehmen wird und muss auf<br />

einer soliden Grundlage wachsen.


Im Blickfeld – Wirtschaftspartner Privatkunden<br />

1,2 Millionen registrierte Mitglieder zählt das Privatkundenportal www.meineSCHUFA.de. Das große<br />

Interesse der Verbraucher an den Auskunftsdienstleistungen und Produkten der SCHUFA bestätigt die<br />

Innovationskraft des Unternehmens auf dem Verbrauchersektor.


12 Jahresbericht 2011<br />

Die SCHUFA als Vertrauensstifter<br />

Als führende Wirtschaftsauskunftei trägt die SCHUFA dazu<br />

bei, den Konsumalltag in Deutschland zu vereinfachen.<br />

Unterschiedliche Services unterstützen Konsumenten und<br />

Wirtschaft gleichermaßen beim Aufbau eines Vertrauensverhältnisses<br />

und beschleunigen zudem Anbahnung sowie<br />

Abschlüsse von Geschäften. Seit der Finanzkrise ist bei<br />

Verbrauchern eine verstärkte Sensibilität für transparente<br />

Finanzprodukte und Dienstleistungen festzustellen.<br />

Mehr als 93 Prozent der Deutschen kennen die SCHUFA<br />

und sie wird als wertvoller Partner wahrgenommen – von<br />

Firmen- und auch von Privatkunden. Mit dem sukzessiven<br />

Ausbau des Privatkundengeschäfts durch Einführung<br />

attraktiver Produkte, wie zum Beispiel die SCHUFA-Auskunft<br />

online oder die SCHUFA-Unternehmensauskunft, wurde ein<br />

Meilenstein gesetzt. Moderne Konsumenten wissen, dass<br />

die Dienste der SCHUFA den Konsumentenalltag vereinfachen<br />

und Kreditgeschäfte beschleunigen.<br />

Mit Blick auf die Zukunft möchte die SCHUFA nicht nur<br />

im Firmenkundenbereich qualitativ und quantitativ wachsen,<br />

sondern auch ihren verbraucherorientierten Ansatz weiter<br />

ausbauen.<br />

Erfolgreich: SCHUFA online<br />

Das Privatkundenportal der SCHUFA hatte 2011 Grund zum<br />

Feiern: Im Laufe des Berichtsjahres konnte der einmillionste<br />

registrierte Privatkunde auf www.meineSCHUFA.de begrüßt<br />

werden. Inzwischen ist die Anzahl der Nutzer weiter auf<br />

1,2 Millionen gestiegen. Registrierte Verbraucher haben<br />

über das Privatkundenportal der SCHUFA die Möglichkeit,<br />

online schnell und unkompliziert Einblick in ihre Informationen<br />

zu nehmen. Neben der Online-Auskunft profitieren<br />

die Portalnutzer von weiteren Privatkundenservices der<br />

SCHUFA. So können zum Beispiel mithilfe der WebCodes<br />

ausgewählte Bonitätsinformationen unmittelbar Dritten,<br />

zum Beispiel potenziellen Vermietern, zugänglich gemacht<br />

werden. Weitere Services sind zum Beispiel der Update-<br />

Service und der IdentSafe, die beide vor den Auswirkungen<br />

eines etwaigen Identitätsdiebstahls schützen sollen. Die<br />

Unternehmensauskunft, die Privatpersonen oder Gewerbetreibende<br />

bei der Wahl der richtigen Geschäftspartner unterstützt,<br />

ist ebenfalls über das Portal nutzbar. Die Darstellung<br />

sämtlicher Daten auf www.meineSCHUFA.de erfolgt über<br />

eine verschlüsselte Internetverbindung. Der sichere Datenzugang<br />

wird mittels der eID-Funktion des neuen Personalausweises<br />

oder der SCHUFA-XSCard beim Login ermöglicht. Neu<br />

ist die schnelle Registrierung per E-Postbrief-Verfahren.<br />

Mehr Transparenz für privates Finanzmanagement<br />

Verbrauchernähe demonstriert die SCHUFA auch durch<br />

die Kooperation mit dem Unternehmen Star Finanz. Mit der<br />

Onlinebanking-Software StarMoney 8.0 und StarMoney<br />

Business 5.0 können unter anderem auch die persönlichen<br />

SCHUFA-Informationen verwaltet werden. Mit dem softwareintegrierten<br />

Direktzugang zur SCHUFA erhalten Privatpersonen<br />

schnell und unkompliziert einen aktuellen und<br />

umfassenden Überblick über ihre Bonität. Die SCHUFA unterstützt<br />

so Privatpersonen bei der Verwaltung ihrer Finanzen<br />

und ermöglicht einen besseren Überblick über die persönliche<br />

Vermögenssituation.<br />

Konsumenten wünschen Sicherheit im Datenverkehr<br />

Wir leben in einer sich immer rasanter entwickelnden Ge-<br />

sellschaft. Wie selbstverständlich bewegen wir uns in der<br />

digitalen Welt – kommunizieren, informieren oder schließen<br />

Geschäfte ab. Dabei zeigen sich moderne Verbraucher<br />

informiert, kritisch und hochsensibel in Bezug auf ihre<br />

persönlichen Daten.<br />

70 Prozent der Internetnutzer fühlen sich Datendieben<br />

ausgeliefert. Dies ergab eine von der SCHUFA initiierte Ver-<br />

braucherumfrage, die im Dezember 2011 in Zusammen-<br />

arbeit mit dem Marktforschungsunternehmen TNS Infratest


durchgeführt wurde. Mehr als ein Drittel der Deutschen<br />

fühlen sich Datendieben ausgeliefert, obwohl sie aktuellste<br />

Schutzvorkehrungen für ihren Computer getroffen haben.<br />

Weitere 35 Prozent der Internetnutzer sind sich nicht darüber<br />

im Klaren, ob die von ihnen getroffenen Sicherheitsmaßnahmen<br />

ausreichend sind, um das Ausspähen oder Abfangen<br />

persönlicher Informationen zu verhindern. 83 Prozent der<br />

Deutschen wünschen sich zudem mehr Unterstützung beim<br />

Erkennen eines Identitätsmissbrauchs.<br />

Mit der Entwicklung und der Einführung sicherheitsorien-<br />

tierter Privatkundenprodukte leistet die SCHUFA einen<br />

wertvollen Beitrag, um dem Missbrauch persönlicher Daten<br />

vorzubeugen.<br />

Verbraucherbeirat – Sparringspartner für die SCHUFA<br />

Der Verbraucherbeirat übernimmt eine beratende Funktion<br />

in verbraucherrelevanten Fragen gegenüber der SCHUFA.<br />

Die Mitglieder des Beirates bilden sich eine interdisziplinäre,<br />

unabhängige Meinung und tragen diese durch Stellung-<br />

Jahresbericht 2011 13<br />

nahmen und Vorschläge hinsichtlich gesellschaftlicher, wirtschaftlicher<br />

oder politischer Verbraucheranliegen an die<br />

SCHUFA heran. Im Berichtszeitraum 2011 hielt der Verbraucherbeirat<br />

zwei Plenumssitzungen und eine Arbeitskreissitzung<br />

ab. Zu den Arbeitsschwerpunkten des Verbraucherbeirates<br />

zählen folgende Themen:<br />

Finanz- und Konsumkompetenz<br />

Verbraucher- und Anbieterverhalten rund um Kredite<br />

Abbau asymmetrischer Informationen zwischen<br />

Kreditgebern und -nehmern<br />

Transparenz in Bonitätsbewertungs- und<br />

Kreditvergabeprozessen<br />

Einbeziehung des Verbrauchers in einen selbstbestimmten,<br />

sicheren und bewussten Umgang mit eigenen Daten


14 Jahresbericht 2011<br />

Ombudsmann: schlichten statt richten<br />

Prof. Winfried Hassemer im Gespräch mit Dr. Michael Freytag<br />

Der Ombudsmann der SCHUFA ist eine unabhängige und<br />

für Verbraucher kostenfrei arbeitende, außergerichtliche<br />

Schlichtungsstelle. Sein Wirken ist darauf ausgerichtet, bei<br />

den oft komplexen rechtlichen Zusammenhängen eine<br />

verständliche wie rechtssichere Verbraucherkommunikation<br />

zu entwickeln. Seine Tätigkeit ist an keine Weisungen der<br />

SCHUFA gebunden.<br />

Prof. Winfried Hassemer ist SCHUFA-Ombudsmann. Er war<br />

zuvor unter anderem Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts<br />

und Hessischer Datenschutzbeauftragter.<br />

367 Beschwerdefälle erreichten den SCHUFA-Ombudsmann<br />

in 2011. Hiervon waren 245 zulässig, da sie die für das<br />

Schiedsverfahren notwendige Voraussetzung, zunächst eine<br />

Klärung des Sachverhalts mit dem SCHUFA-Verbraucherservice<br />

anzustreben, erfüllten. 122 Eingaben konnten an<br />

den zunächst zuständigen Verbraucherservice zur weiteren<br />

Bearbeitung weitergeleitet werden.<br />

29 von den 245 zulässigen Verbraucheranliegen waren<br />

berechtigt, das heißt den Anträgen der Verbraucher wurde<br />

im Rahmen des Schlichtungsverfahrens stattgegeben. In<br />

14 Fällen konnten fehlerhafte Meldungen seitens SCHUFA-<br />

Vertragspartnern identifiziert werden. Lediglich zwölf Bearbeitungsfehler<br />

lagen seitens der SCHUFA vor. Den übrigen<br />

Verfahren konnten keine konkreten Fehler zugeordnet werden.<br />

Hier könnte ein Missverständnis in der Kommunikation<br />

oder die missbräuchliche Verwendung eines Namens<br />

ursächlich sein. In den übrigen 216 zulässigen Vorgängen<br />

wurde die Entscheidung, die im Vorfeld vom SCHUFA-Verbraucherservice<br />

getroffen worden war, auch vom Ombudsmann<br />

als unabhängige Stelle bestätigt.<br />

Betrachtet man die eingegangenen Beschwerden inhaltlich,<br />

so behandelte ein Großteil der Fälle (138 Eingaben) Anträge<br />

auf vorzeitige Löschung von negativen Einträgen. Hier sieht<br />

Prof. Hassemer ein erhebliches Informationsdefizit in der Bevölkerung,<br />

welches es in Zukunft auszugleichen gilt. 53 Verbraucher<br />

hatten Informationsbedarf oder konkrete Fragen<br />

zum Thema Scoring. Die weiteren 54 Anliegen hatten unterschiedliche<br />

Fragestellungen zu Speicherfristen und Merkmalen<br />

sowie allgemeine Fragen zum Datenbestand oder<br />

zum Datenschutz.<br />

Aus Sicht von Prof. Hassemer funktioniert das System<br />

der SCHUFA als Ganzes: Es ist präzise und lässt wenig Spiel-<br />

raum für Interpretationen, Auslegungen oder gar für ein<br />

Aushandeln von Ergebnissen. Gemessen an den 1,4 Millionen<br />

erteilten Auskünften an Verbraucher im Jahr 2011 hält<br />

er die Zahl der Eingaben an die Schlichtungsstelle für sehr<br />

gering. Nach Auffassung des Ombudsmanns konnte sich<br />

die SCHUFA klar als Schutzpatron für Wirtschaft und Verbraucher<br />

positionieren. Allerdings sieht er für die Zukunft<br />

Handlungsbedarf in Sachen Verbraucheraufklärung. Nach<br />

seiner Erfahrung verstehen viele Menschen noch nicht, was<br />

die SCHUFA eigentlich macht. Es ist ihnen jedoch bewusst,<br />

dass für eine gut funktionierende Wirtschaft gesicherte<br />

und schnelle Auskünfte über Kreditwürdigkeit vonnöten<br />

sind. Daher muss die Kommunikation ein permanentes<br />

Anliegen der SCHUFA sein.


Mehr Sicherheit im Netz<br />

Die Transparenz der Märkte stellt Wirtschaft und Verbraucher<br />

vor neue Herausforderungen, zum Beispiel beim Datendiebstahl<br />

im Internet. In Deutschland wird alle zwei Sekunden<br />

ein neues Schadprogramm und alle 30 Sekunden eine gestohlene<br />

Identität registriert, stellte das Bundesamt für Sicherheit<br />

in der Informationstechnik (BSI) fest. Nach Angaben<br />

des Bundeskriminalamtes (BKA) ist die Anzahl der registrierten<br />

Cybercrime-Straftaten allein im letzten Jahr um 19 Pro-<br />

zent gestiegen.<br />

Verbraucher befürchten, die Kontrolle über ihre persönlichen<br />

Daten im Internet zu verlieren. Auf diese Verunsicherung<br />

reagierte die SCHUFA mit der Entwicklung und Einführung<br />

des neuen Privatkundenprodukts SCHUFA-IdentSafe, das<br />

im Februar 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der<br />

IdentSafe soll frühzeitig dabei unterstützen, eventuelle<br />

Datenmissbräuche zu verhindern.<br />

Der neue SCHUFA-IdentSafe schützt den Verbraucher, in-<br />

dem das Internet jeden Tag – rund um die Uhr – nach seinen<br />

Jahresbericht 2011 15<br />

persönlichen Daten durchsucht wird, er sich über eine per-<br />

sönliche Hotline bei Identitätsmissbrauch über mögliche<br />

Maßnahmen beraten lassen kann und nach seinem Auftrag<br />

die Löschung der persönlichen Daten bei dem jeweiligen<br />

Internetprovider gefordert wird.<br />

Der SCHUFA-IdentSafe ist die Weiterentwicklung der SCHUFA-<br />

Auskunft online und des SCHUFA-UpdateServices. Mit der<br />

Ausweitung des SCHUFA-Engagements für mehr Datensicher-<br />

heit und der Entwicklung weiterer nutzen stiftender Privat-<br />

kundenprodukte will sich die SCHUFA auch in Zukunft als<br />

wertvoller Partner und Vermittler zwischen Firmen- und<br />

Privatkunden positionieren und ihre Stellung gegenüber den<br />

Wettbewerbern aus bauen.<br />

SCHUFA schützt Verbraucher mit neuem Service besser vor Identitätsmissbrauch im Internet und bietet schnelle Hilfe<br />

im Ernstfall. Der SCHUFA-IdentSafe ist der entscheidende Beitrag zum Schutz der eigenen Identität.<br />

IdentSafe-Monitor: tägliches Monitoring persönlicher Daten inklusive Frühwarnsystem<br />

IdentSafe-Hotline: Beratung zur Identitätssicherung und Hilfe im Ernstfall – rund um die Uhr<br />

IdentSafe-Cleaner: Hilfe bei der Bereinigung der Spuren von Identitätsmissbrauch im Internet<br />

IdentSafe-Schlüsselservice: Rücksendung gefundener Schlüssel mit IdentSafe-Schlüsselanhänger<br />

SCHUFA-UpdateService: SMS- und / oder E-Mail-Benachrichtigung bei kreditrelevanten Anfragen oder<br />

Änderungen der eigenen Bonität und Identität<br />

SCHUFA-Auskunft online: jederzeit alle Informationen im Blick, die zur eigenen Bonität und Identität bei der<br />

SCHUFA gespeichert sind


Im Blickfeld – die SCHUFA in der Öffentlichkeit<br />

93 Prozent aller Deutschen kennen die Marke SCHUFA. Die SCHUFA ist nicht nur ein erfolgreiches<br />

Wirtschaftsunternehmen, sondern übernimmt auch gesellschaftliche Verantwortung. Hierfür stehen die<br />

Projekte „SCHUFA macht Schule“ und „SCHUFA Kredit-Kompass“ sowie die Kooperation mit „Campus<br />

of Excellence“ und das kulturelle Engagement.


18 Jahresbericht 2011<br />

Im Blickfeld –<br />

die SCHUFA in der Öffentlichkeit<br />

Parlamentarischer Abend<br />

in Berlin<br />

„Strategien für den Daten- und Verbraucherschutz von<br />

morgen“ lautete der Titel des 5. Parlamentarischen Abends<br />

der SCHUFA, der im November 2011 in Berlin stattfand.<br />

Stellung zum Thema bezog unter anderen SCHUFA-Ombudsmann<br />

Prof. Winfried Hassemer, der auch darauf hinwies,<br />

dass nach seiner Einschätzung Risiken für das Recht auf Privatheit<br />

heute zunehmend durch private Institutionen entstünden.<br />

Bei jungen Menschen sei zudem ein Wandel in der Kultur<br />

der Privatheit festzustellen. Jimmy Schulz, Mitglied des<br />

Bundestages und Obmann der FDP-Bundestagsfraktion in<br />

der Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“<br />

des Deutschen Bundestages, informierte über aktu elle Ent-<br />

wicklungen der geplanten „Stiftung Datenschutz“, die 2012<br />

ins Leben gerufen werden soll. Diese soll Produkte und Dienstleistungen<br />

auf ihre Datenschutzfreundlichkeit überprüfen, ein<br />

Gütesiegel entwickeln und Bürger über das Thema Daten-<br />

SCHUFA Kredit-Kompass 2012<br />

Seit vielen Jahren liefert der SCHUFA Kredit-Kompass verlässliche<br />

Informationen zur Kreditaufnahme in Deutschland.<br />

Darüber hinaus werden in jedem Jahr Fakten und Trends<br />

zum Kredit- und Konsumverhalten der Deutschen aus verschiedenen<br />

Expertenblickwinkeln und anhand von qualifizierten<br />

Verbraucherumfragen ermittelt.<br />

Im Berichtsjahr 2011 wurde das Thema „Finanzverhalten der<br />

Generation 60 +“ des aktuellen SCHUFA Kredit-Kompasses<br />

2012 erörtert und mit Unterstützung der Gesellschaft für<br />

Konsumforschung Nürnberg (GfK SE) realisiert. Im Detail<br />

beleuchten Erhebung und Expertenbeiträge die Zunahme<br />

der Kreditaktivitäten der Generation 60 + und zeigen, dass<br />

diese Personengruppe intensiv und bewusst am Wirtschaftsleben<br />

teilnimmt. Die zentralen Aussagen lauten:<br />

schutz informieren und aufklären. Schließlich berichtete Roland<br />

Appel, Vorsitzender des Gütesiegelboards Initiative D21, über<br />

das Projekt Internet-Gütesiegel, das das Ziel verfolgt, Warenanbietern<br />

im Internet die Wahl eines Siegels zu erleichtern<br />

und Onlineshopper auf die Gütesiegel aufmerksam zu machen.<br />

Weitere Teilnehmer der hochkarätigen Podiumsdiskussion<br />

waren Nicole Maisch, Mitglied des Bundestages und Sprecherin<br />

für Verbraucherpolitik der Fraktion BÜNDNIS 90 /<br />

DIE GRÜNEN, sowie Dr. Rainer Metz, Leiter der Unterabteilung<br />

Verbraucherpolitik in Recht und Wirtschaft im Bundesministerium<br />

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz<br />

und Mitglied des SCHUFA-Verbraucherbeirates.<br />

Rund 150 Gäste, darunter auch Mitglieder des Aufsichtsrates<br />

und Verbraucherbeirates der SCHUFA, konnten im<br />

Rahmen der Veranstaltung begrüßt werden.<br />

die wirtschaftliche Bedeutung der über 60-Jährigen<br />

als Konsumenten und Kreditnehmer steigt permanent,<br />

die Generation 60 + zeichnet sich dabei durch eine<br />

besondere Zahlungstreue und Zuverlässigkeit aus.<br />

Über den Schwerpunkt Generation 60 + hinaus, sind<br />

im SCHUFA Kredit-Kompass 2012 spezifische Analysen<br />

zu Krediten von 66,2 Millionen erwachsenen Verbrau-<br />

chern aller Altersgruppen enthalten. Mit dem Kredit-Kom-<br />

pass möchte die SCHUFA einen objek tiven Beitrag zur<br />

Dis kussion zur Finanzkultur, zum Konsumverhalten sowie<br />

zur Überschuldungsforschung liefern.<br />

Die detaillierten Auswertungen sind im Internet kostenfrei<br />

erhältlich unter: www.SCHUFA-Kredit-Kompass.de.


„Verbraucherintelligenz:<br />

Kunden in der Welt von morgen“<br />

Aufgrund der wachsenden Markttransparenz durch den<br />

verstärkten Einsatz elektronischer Medien sind Verbraucher<br />

in den letzten Jahren kritischer und informierter geworden.<br />

Insbesondere vor größeren Kaufentscheidungen oder auch<br />

bei der privaten Vergabe von Dienstleistungen, zum Beispiel<br />

an Handwerker, informieren sich die Konsumenten verstärkt<br />

via Internet über Preise, Leistungen, Produkte, Hersteller<br />

oder Dienstleister. Der intelligente Verbraucher ist<br />

somit nicht mehr länger nur Objekt von Dateninformationen<br />

– er nutzt diese vielmehr ganz gezielt für sich selbst und<br />

tätigt Kaufentscheidungen geplanter und informierter als<br />

noch vor einigen Jahren.<br />

Dieses aufgeklärte Verhalten spiegelt auch die Statistik der<br />

SCHUFA wider. Obwohl die Anzahl der Ratenkredite in den<br />

vergangenen fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen ist, blieb<br />

es bei einer konstant hohen Rückzahlungsquote. 97,5 Prozent<br />

aller Verbraucherkredite werden ordnungsgemäß<br />

zurückgezahlt. Dies ist zum einen auf die wachsende Ver-<br />

SCHUFA-Werbung: Fakten und Emotionen<br />

Die im Berichtsjahr neu entwickelte Werbung der SCHUFA<br />

positioniert das Unternehmen als Partner für Verbraucher<br />

und Wirtschaft. Die Grundidee wird mit überraschenden<br />

Bildwelten kommuniziert, die jeweils mit „Ohne SCHUFA …“<br />

beginnen und alltägliche Situationen thematisieren, in denen<br />

die SCHUFA hilfreich zur Stelle ist: beim Autokauf, beim<br />

Mieten einer Wohnung oder beim Bau eines Eigenheims.<br />

Wer auf eigenen Beinen stehen möchte, muss vertrauens-<br />

würdig sein – auch finanziell. Daher wird in der Werbung<br />

neben dem Hauptgeschäftsfeld der SCHUFA auch auf die<br />

Privatkundenprodukte der SCHUFA aufmerksam gemacht.<br />

Insgesamt begleiten sechs unterschiedliche Bildmotive den<br />

neuen Auftritt „Ohne SCHUFA fehlt was“. Zu sehen sind<br />

Jahresbericht 2011 19<br />

braucherintelligenz im Rahmen des persönlichen Finanzmanagements<br />

zurückzuführen; zum anderen aber auch auf<br />

das funktionierende Risikomanagement von Handel und<br />

Kreditwirtschaft, welche sich insbesondere auf die Informationen<br />

und Bonitätsprognosen professioneller Auskunfteien<br />

wie der SCHUFA verlassen können.<br />

Die SCHUFA, die seit 85 Jahren als Vermittler von kreditrelevanten<br />

Informationen zwischen Verbraucher und der kreditgebenden<br />

Wirtschaft auftritt, hat sich in einem Buchprojekt<br />

der Reflexion der Verbraucherintelligenz angenommen.<br />

Darin diskutieren Experten unterschiedlicher Fachgebiete zu<br />

Themen wie Verbraucherschutz, Gehirnforschung, Geldanlage<br />

und Vorsorge, Verbraucherbeteiligung, Zielgruppen und<br />

Verbraucherverhalten 2020.<br />

Verbraucherintelligenz: Kunden in der Welt von morgen.<br />

Michael Freytag (Hg.), Verlag Frankfurter Allgemeine Buch,<br />

2012, ISBN 978-3-89981-262-6<br />

die Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen und Publi-<br />

kumsmedien. Flankiert wird der Printauftritt von einer<br />

Website und von Direktmarketing-Maßnahmen.


20 Jahresbericht 2011<br />

Gesellschaftliche Verantwortung:<br />

finanzielle Bildung<br />

Die SCHUFA baut ihr gesellschaftliches<br />

Engagement<br />

zur Unterstützung der finanziellen<br />

Allgemeinbildung<br />

junger Menschen weiter aus:<br />

Zum einen fördert sie das<br />

Projekt „Campus of Excellence“<br />

als Premiumpartner,<br />

zum anderen führt sie ihre<br />

Aktivitäten rund um die Plattform „SCHUFA macht Schule“<br />

erfolgreich fort.<br />

Campus of Excellence ist ein einzigartiges Netzwerk von<br />

über 80 Wirtschaftsunternehmen, Institutionen, Verbänden,<br />

Hochschulen und Schulen aus sieben europäischen Ländern.<br />

Der Verein verfolgt den Zweck der Förderung von Wissenschaft<br />

und Forschung, der Berufsvorbereitung von<br />

Schülern und Studierenden sowie der Verzahnung von beruflicher<br />

Qualifizierung und Praxis.<br />

Im Rahmen des Projekts Campus of Excellence engagiert<br />

sich die SCHUFA für zwei Projekte: In der „Praxis Academy“<br />

waren 2011 vier Studierende in zwei Unternehmensprojekte<br />

der SCHUFA involviert und genossen intensive Betreuung<br />

durch hoch qualifizierte SCHUFA-Mitarbeiter.<br />

Das Schülerprojekt „Zukunft MINT“ will bei jungen Menschen<br />

die Begeisterung für die sogenannten MINT-Fächer<br />

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)<br />

wecken und berufliche Perspektiven aufzeigen. Insgesamt<br />

fünf Jahre begleitet die SCHUFA 20 Wiesbadener Schülerinnen<br />

und Schüler auf ihrem Weg in ihre berufliche Zukunft.<br />

Gegliedert ist das Projekt in eine aktive, zweijährige Begleitung<br />

mit Workshops mit ergänzenden E-Learning-Modulen<br />

und Praxisprojekten in Unternehmen sowie in die daran<br />

anschließende Aufnahme in ein dreijähriges Mentorenpro-<br />

gramm, welches die Teilnehmer an die Universitäten bzw.<br />

in den Beruf führen soll.<br />

Seit nunmehr fünf Jahren unterstützt die SCHUFA Lehrkräfte<br />

und Experten, zum Beispiel Mitarbeiter von kirchlichen Ein-<br />

richtungen oder Schuldnerberatungen, mit Unterrichtsmate-<br />

rialien rund um das Thema Finanzwissen. Den Anstoß da-<br />

für gaben zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer, die verstärktes<br />

Interesse an Materialien zu den Themen Finanzwissen,<br />

Schuldenprävention und der Rolle der SCHUFA im Wirtschaftsleben<br />

zeigten. In Zusammenarbeit mit pädagogischen<br />

Lehrkräften sowie einer Schuldnerberatung konnten<br />

leicht verständliche Unterrichtsmaterialien zur finanziellen<br />

Allgemeinbildung entwickelt werden. Zwei Module stehen<br />

seitdem interessierten Lehrkräften zum kostenlosen Download<br />

oder zur kostenlosen Bestellung zur Verfügung. Zielgruppe<br />

beider Module sind die Klassen 7 bis 10 bzw. 9 bis<br />

12 an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Die Internetpräsenz<br />

www.SCHUFAmachtSchule.de zählt seit ihrem<br />

Start mehr als 100.000 Besucher. 25.000 CDs mit Unterrichtsmaterial<br />

wurden bestellt. 30 Fortbildungen mit rund<br />

600 Lehrerinnen und Lehrern wurden durchgeführt.<br />

Schülerschreibwettbewerb „Finanzkompetenz & Du“<br />

Der Bundesverband Jugendpresse Deutschland e. V. und die<br />

SCHUFA haben im Rahmen der Jugendmedientage 2011 in<br />

Stuttgart zum bundesweiten Schülerschreibwettbewerb<br />

„Finanzkompetenz & Du“ aufgerufen. Dabei sind Schüler<br />

und medienbegeisterte junge Menschen aufgefordert, sich<br />

mit dem Thema Finanzkompetenz auseinanderzusetzen und<br />

einen journalistischen Beitrag zur Finanzkompetenz von<br />

Jugendlichen einzureichen.<br />

Wettbewerbsgrundlage war der SCHUFA Kredit-Kom-<br />

pass 2011, der unter anderem verdeutlichte, dass junge<br />

Menschen häufiger in die Schuldenfalle geraten als der<br />

Durchschnitt. Diese Erkenntnis veranlasste die SCHUFA<br />

dazu, gemeinsam mit dem Bundesverband Jugendpresse<br />

den Wettbewerb ins Leben zu rufen. Neben dem Portal<br />

www.SCHUFAmachtSchule.de will das Unternehmen<br />

mit dieser Initiative möglichst viele junge Menschen erreichen,<br />

um ihre Finanzkompetenz zu stärken.


Jahresbericht 2011 21


Im Blickfeld – SCHUFA<br />

Die SCHUFA ist ein moderner Arbeitgeber mit attraktiven Herausforderungen für die Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter.


24 Jahresbericht 2011<br />

Die SCHUFA –<br />

ein moderner Arbeitgeber<br />

Bei der SCHUFA arbeiten langjährige und auch viele neue<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; sie bietet attraktive Ar-<br />

beitsplätze für erfahrene wie für junge Menschen. Das<br />

Aufgabenspektrum ist breit gestreut: mit Schwerpunkten<br />

in der IT und im kaufmännischen Bereich.<br />

Die SCHUFA legt sehr großen Wert auf attraktive Rahmen-<br />

bedingungen für ihre Mitarbeiter, um hoch qualifizierte<br />

Kräfte zu gewinnen und langfristig zu entwickeln.<br />

Auf der Suche nach talentierten und engagierten Hochschul-<br />

absolventen präsentiert sich die SCHUFA regelmäßig auf<br />

verschiedenen Jobmessen, wie zum Beispiel der Connecticum<br />

in Berlin, der Konaktiva in Darmstadt, der meet@uni-frankfurt<br />

oder auf dem Absolventenkongress in Köln. Nicht nur<br />

der professionelle Messeauftritt der SCHUFA, sondern auch<br />

die begleitenden, kreativen Recruiting-Kampagnen positionieren<br />

das Unternehmen als einen der Toparbeitgeber in<br />

der Wahrnehmung der Messeteilnehmer. Die SCHUFA engagiert<br />

sich in der Berufsausbildung und stellt auch permanent<br />

Arbeitsplätze für Werkstudenten zur Verfügung.<br />

Große Bedeutung hat die systematische Mitarbeiterförderung<br />

und Personalentwicklung: Management Appraisals<br />

beleuchten die unterschiedlichen Stärken der Mitarbeiter<br />

und geben Aufschluss über weitere Ausbildungs- und<br />

Weiterbildungsmaßnahmen. Gezielte interne und externe<br />

Schulungsmaßnahmen und Seminare sind Teil des Alltags.<br />

Der Bereich Human Resources hat ein einheitliches, vergleich-<br />

bares und marktgerechtes Vergütungssystem eingeführt.<br />

Als Grundlage dient das Global-Grading-System einer internationalen<br />

Unternehmensberatung. Alle Stellen bei der<br />

SCHUFA wurden im Jahr 2011 auf dieser Basis nach einheitlichen<br />

Kriterien bewertet. Mit neuen Stellen wird gleichermaßen<br />

verfahren. Im Rahmen des Projektes wurden alle<br />

Stellen der SCHUFA mit adäquaten Stellen am Markt verglichen.<br />

Auf Basis der externen Vergütungsstudie und der<br />

SCHUFA-internen Gehaltsstrukturen wurden Gehaltsbänder<br />

und variable Gehaltsbestandteile entwickelt. Das neue<br />

System verbindet somit Marktanforderungen, Vergütung<br />

und Karriereentwicklung.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung der Vereinbar-<br />

keit von Beruf und Familie. Im Rahmen eines Pilotprojektes<br />

und in Kooperation mit einer Kindertagesstätte stellt die<br />

SCHUFA ab 2012 jungen Eltern einen Krippenplatz für ihren<br />

Nachwuchs zur Verfügung. Die Kinder sind örtlich in der<br />

Nähe des Elternarbeitsplatzes sicher untergebracht, sodass<br />

die Vereinbarkeit der Anforderungen des Berufsalltages<br />

mit denen des Familienalltages nachhaltig unterstützt wird.


„Ohne SCHUFA steht die<br />

Kreditwirtschaft still“<br />

Herr Peter Villa, Sie sind seit Mai 2011 Vorstandsmitglied<br />

der SCHUFA. Mit welchen Vorstellungen und Zielen haben<br />

Sie damals diese Position angetreten?<br />

Meine Motivation zur SCHUFA zu wechseln, war zum einen<br />

der Markenname SCHUFA, der eine enorme Strahlkraft<br />

auf die gesamte Auskunfteienbranche hat; zum anderen<br />

die guten und intensiven Beziehungen, die zwischen<br />

Kunden und der SCHUFA bestehen. Für viele unserer Firmenkunden<br />

gilt: „Ohne SCHUFA steht die Kreditwirtschaft<br />

still“. Daraus wächst für uns eine große Verantwortung<br />

gegenüber unseren Firmenkunden. Bei der SCHUFA sehe<br />

ich zudem sehr viel Potenzial und Entwicklungsmöglichkeiten,<br />

die ich gestalten möchte.<br />

Welche Bereiche verantworten Sie bei der SCHUFA und<br />

welche Impulse haben Sie bereits gesetzt bzw. werden Sie<br />

zukünftig setzen?<br />

Ich verantworte die Bereiche Organisation / IT, Produktent-<br />

wicklung, Solutions, Internationale Kooperationen und Pro-<br />

jekte sowie Datenqualität und -beschaffung. Meine Inten-<br />

tion ist zum einen, neue kundenorientierte Produkte mit<br />

kurzer Entwicklungsdauer zeitnah auf den Markt zu bringen<br />

und unsere IT noch leistungsfähiger zu gestalten. Deshalb<br />

analysieren wir zurzeit unseren Bereich IT aus der<br />

Sicht des Marktes im Rahmen des Projektes „ChangeIT“ und<br />

werden gegebenenfalls Anpassungen im Sinne unserer<br />

Kunden vornehmen.<br />

Die SCHUFA hat im vergangenen Jahr neue Produkte auf<br />

den Markt gebracht wie beispielsweise die GwG-Auskunft<br />

oder die Auslandsauskunft online. Welche Innovationen<br />

stehen in den nächsten Jahren an?<br />

Die SCHUFA ist die führende Auskunftei in Deutschland. Das<br />

möchten wir auch zukünftig bleiben und unseren Kompe-<br />

tenzvorsprung ausbauen. Wir sind sehr stark in unserem B2C-<br />

Kerngeschäft und haben eine hohe Marktabdeckung. Hier<br />

gilt es, unseren Firmenkunden neue und weiterentwickelte<br />

Produkte anzubieten, damit sie ihr Tagesgeschäft noch<br />

effizienter und kostengünstiger gestalten können. Mittel-<br />

fristig planen wir leistungsfähige Produkte für die Bereiche<br />

Handel und Versicherungen. Die<br />

SCHUFA hat sich darüber hinaus in<br />

den vergangenen Jahren zur kom-<br />

pletten Wirtschaftsauskunftei wei-<br />

terentwickelt: Wir bieten im Rah-<br />

Jahresbericht 2011 25<br />

men unserer Kompaktauskunft und<br />

der GwG-Auskunft rund 100 Millionen<br />

Informationen zu 3,9 Millionen<br />

Unternehmen und Gewerbetreibenden<br />

an. Dafür haben wir eigens<br />

eine Unternehmensdatenbank aufgebaut.<br />

Wir wissen zwar um den<br />

Wettbewerb im B2B-Bereich, sind<br />

aber zuversichtlich, weitere Markt- Peter Villa, Mitglied des<br />

Vorstandes, im Interview<br />

anteile zu gewinnen – zumal wir<br />

aufgrund unseres Know-hows im<br />

Umgang mit Daten und der hohen Datenqualität von unseren<br />

Firmenkunden sehr geschätzt werden. Die langjährigen<br />

intensiven Kundenbeziehungen erleichtern uns ernorm<br />

den Zugang zum B2B-Markt.<br />

Schwedischen Managern sagt man nach, dass sie teamorien-<br />

tiert und in flachen Hierarchien denken. Was können Deutsche<br />

von der schwedischen Führungskultur lernen und umgekehrt?<br />

In der Tat findet man in schwedischen Firmen eher flache<br />

Hierarchien vor und schwedische Führungskräfte haben<br />

häufig eine andere Perspektive auf Strukturen als deutsche.<br />

Sie agieren dadurch äußerst flexibel auf dem internationalen<br />

Markt. Da ich seit 1995 für den deutschen Markt arbeite,<br />

schätze ich beispielsweise sehr die deutsche Zuverläs sigkeit<br />

und Professionalität sowie die Selbstdisziplin.


Im Blickfeld – Zahlen und Fakten<br />

Das Jahr 2011 hat die SCHUFA mit einem sehr guten Geschäftsergebnis abschließen können.<br />

Die Bilanzzahlen sprechen für ein starkes und zukunftsfähiges Unternehmen.


28 Jahresbericht 2011<br />

2011 steht für den Erfolg<br />

der SCHUFA<br />

Ein Beitrag von Holger Severitt,<br />

Mitglied des Vorstandes<br />

Vor dem Hintergrund günstiger<br />

wirtschaftlicher Rahmenbedingungen<br />

– die Finanzkrise hat bislang<br />

in Deutschland keine spürbaren<br />

Auswirkungen auf das Konsumverhalten<br />

gezeigt – war das Geschäftsjahr<br />

2011 der SCHUFA<br />

sowohl durch eine positive Ent-<br />

wicklung der Aktivitäten mit<br />

unseren Firmenkunden als auch<br />

des Privatkundengeschäftes<br />

gekennzeichnet. Im Zusammenspiel mit einem konsequen-<br />

ten Kostenmanagement resultiert daraus das bisher beste<br />

Geschäftsergebnis in der Unternehmensgeschichte.<br />

Im Vergleich zum Vorjahr war eine gleichbleibende und in<br />

Teilbereichen leicht ansteigende Nachfrage nach traditionellen<br />

SCHUFA-Informationen wie zum Beispiel Anfragen und<br />

Dienstleistungen im B2C-Bereich, dem Kerngeschäft der<br />

SCHUFA, festzustellen. Insbesondere bei unseren Firmenkunden<br />

aus den Branchen Telekommunikation und Energieversorgung<br />

konnten dabei erneut Zuwächse verzeichnet<br />

werden. Neben der stabilen Abnahme der B2C-Produkte<br />

war aber auch eine gestiegene Nachfrage nach Scoringprodukten<br />

zur Unterstützung der Risikosteuerung unserer<br />

Kunden zu verzeichnen. Erfreulich hat sich ebenfalls der<br />

Absatz eigener Softwareprodukte wie das Entscheidungsmanagementsystem<br />

DSS entwickelt. Neu eingeführte Produkte<br />

wie beispielsweise die GwG-Auskunft haben in 2011<br />

das überproportionale Wachstum im B2B-Bereich unterstützt<br />

und bilden eine gute Basis für künftiges Wachstum.<br />

Insgesamt konnte die SCHUFA in 2011 die ehrgeizigen<br />

Umsatzziele vollständig erreichen. Mit einem Konzernum-<br />

satz von 113,4 Millionen Euro wurde der Vorjahreswert um<br />

4,6 Prozent übertroffen. Erfreulich ist, dass die Umsatzstei-<br />

gerungen bei stabilen bzw. leicht gesunkenen operativen<br />

Aufwendungen erzielt werden konnten. Neben einem bewussten<br />

Umgang mit den Aufwendungen zeigen auch<br />

in Vorjahren begonnene Umstrukturierungen positive Auswirkungen.<br />

So hat die Konsolidierung des Geschäftsstellennetzes<br />

ihre volle Wirkung entfaltet. Daneben wurden aber<br />

auch erhebliche Mittel in die Modernisierung der Infrastruktur<br />

investiert. Ein großes IT-Projekt zur Ablösung auf<br />

alter Technologie basierender Applikationen konnte in<br />

2011 erfolgreich abgeschlossen werden. Im Einklang mit<br />

den im Berichtsjahr neu definierten strategischen Leitlinien<br />

wurde auch das Beteiligungsportfolio bereinigt.<br />

Mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit<br />

im Konzern von 17,0 Millionen Euro bzw. einem Jahresüberschuss<br />

nach Steuern von 11,8 Millionen Euro wird das<br />

bisher beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte ausgewiesen.<br />

Neben einer Stärkung der Rücklagen ist die SCHUFA<br />

damit auch in der Lage, eine Rekorddividende an die Aktionäre<br />

auszuschütten.<br />

Wir wollen uns aber auf diesem Erfolg nicht ausruhen,<br />

sondern es motiviert uns vielmehr zu weiteren unterneh-<br />

merischen Anstrengungen. Auch die Folgejahre werden<br />

daher bei einem weiterhin effektiven und effizienten Kosten-<br />

management genutzt werden, um erhebliche Investitionen<br />

in das Produktportfolio zur Steigerung des Nutzens für un-<br />

sere Kunden, aber auch in die IT-Landschaft zur Effizienz-<br />

steigerung unserer Organisation zu tätigen. Neben einem<br />

nachhaltigen und stabilen Wachstum soll damit auch die<br />

Ziel-EBIT-Marge von 20 Prozent (2011: 15,8 Prozent) ab 2015<br />

erreicht werden.


Privat- und Firmenkunden,<br />

Beteiligungen, Eigentümer<br />

Privat- und Firmenkunden<br />

Die SCHUFA Holding AG hat über 1,2 Millionen Privatkunden,<br />

die als Nutzer des Internetportals www.meineSCHUFA.de<br />

auf Verbraucherprodukte wie die Unternehmensauskunft<br />

oder ganz neu den IdentSafe zugreifen können.<br />

Geschäftspartner der SCHUFA sind Unternehmen, die Finanz-,<br />

Waren- oder Dienstleistungskredite anbieten. Nur diese er-<br />

halten über festgelegte Nutzungsrechte Informationen von<br />

der SCHUFA. Durch die weitverzweigte Branchenstruktur<br />

der rund 7.000 Firmenkunden (zum Beispiel Banken und<br />

Sparkassen, Telekommunikationsunternehmen, Handelshäuser),<br />

die kreditrelevante Daten an die SCHUFA melden,<br />

bietet die SCHUFA verlässliche Unterstützungssysteme für<br />

Kreditentscheidungen.<br />

Eigentümer<br />

Der Aktionärskreis der SCHUFA Holding AG setzt sich aus starken dynamischen Partnern zusammen.<br />

Genossenschaftsbanken (7,9%)<br />

Handel und Andere (13,1%)<br />

Jahresbericht 2011 29<br />

Beteiligungen<br />

Zum SCHUFA-Konzern gehört die 100-prozentige Tochtergesellschaft<br />

insiders GmbH, ein Spezialist für Wissensmanagement<br />

und wissensbasierte Systeme. Im Einklang<br />

mit den im Berichtsjahr neu definierten strategischen<br />

Leitlinien wurde auch das Beteiligungsportfolio bereinigt.<br />

Die SCHUFA hat 2011 beispielsweise ihre Beteiligung an<br />

der tolina Holding GmbH, die Softwarelösungen zur Auto-<br />

matisierung von Geschäftsprozessen in Kreditinstituten<br />

und Unternehmen anderer Branchen anbietet, auf 49,9 Pro-<br />

zent erhöht. Zur Jahresmitte wurden die Anteile an der<br />

Creditinfo SCHUFA GmbH an den bisherigen Joint-Venture-<br />

Partner Creditinfo Group hf. veräußert. Ebenso wurden die<br />

Anteile von invest solutions zum Jahresende 2011 veräußert.<br />

Kreditbanken (36,4%)<br />

Privatbanken (17,9%) Sparkassen (24,7%)


30 Jahresbericht 2011<br />

Vorstand und Aufsichtsrat<br />

Name Unternehmen Position<br />

Vorstand<br />

Dr. Michael Freytag SCHUFA Holding AG Vorsitzender des Vorstandes seit 1.11.2010<br />

Holger Severitt SCHUFA Holding AG Mitglied des Vorstandes seit 1.5.2009<br />

Peter Villa SCHUFA Holding AG Mitglied des Vorstandes seit 1.5.2011<br />

Aufsichtsrat<br />

Theophil Graband 1 VR-LEASING AG Vorsitzender des Vorstandes<br />

Guido Heuveldop 2 Deutsche Bank Privat- Mitglied des Vorstandes<br />

und Geschäftskunden AG<br />

Jürgen Brinkmann Volksbank eG Sprecher des Vorstandes<br />

Braunschweig Wolfsburg<br />

Werner Netzel Deutscher Sparkassen- Mitglied des Vorstandes<br />

und Giroverband e. V.<br />

Franz Josef Nick TARGOBANK AG Vorsitzender des Vorstandes<br />

& Co. KGaA<br />

Magnus Nowotny SCHUFA Holding AG Teamleiter Anbindungsmanagement<br />

und -migration<br />

Dieter Päschke SCHUFA Holding AG Abteilungsleiter ServiceConsultants<br />

und Vertragspartnerbetreuung<br />

Kay Sabirowsky SCHUFA Holding AG Senior Systemarchitekt<br />

Jürgen Schulte-Laggenbeck OTTO (GmbH & Co. KG) Mitglied des Vorstandes<br />

1 Vorsitzender des Aufsichtsrates.<br />

2 Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates.


Das Jahr 2011<br />

Mit 614 Millionen Informationen von über 66,2 Millionen<br />

natür lichen Personen und rund 3,9 Millionen Unternehmen<br />

verfügt die SCHUFA Holding AG bundesweit über den größ-<br />

ten Datenbestand zur Beurteilung des aktuellen Zahlungs-<br />

verhaltens von Verbrauchern und Unternehmen.<br />

Die SCHUFA hat im Berichtsjahr 2011 einen Konzernumsatz<br />

von 113,4 Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis der gewöhn-<br />

lichen Geschäftstätigkeit beträgt knapp 17,0 Millionen Euro.<br />

Jahresbericht 2011 31<br />

Hauptumsatzträger war auch in diesem Jahr das SCHUFA-<br />

Kerngeschäft mit leicht ansteigenden Nachfragen im B2C-<br />

Geschäft. Aber auch das neue B2B-Geschäft etablierte sich<br />

2011 zunehmend am deutschen Markt.<br />

Im Geschäftsjahr wurden von der SCHUFA 102,7 Millionen<br />

Auskünfte und Nachmeldungen an Firmenkunden sowie<br />

1,4 Millionen Auskünfte an Verbraucher erteilt. Zum Jahresende<br />

waren bei der SCHUFA 750 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

SCHUFA in Zahlen 2011<br />

Datenbestand: Gespeicherte Informationen zu natürlichen Personen<br />

und Unternehmen (Mio.) 614<br />

Natürliche Personen, zu denen Informationen vorliegen (Mio.) 66,2<br />

Unternehmen, zu denen Informationen vorliegen (Mio.) 3,9<br />

Informationsangebot: Auskünfte und Nachmeldungen an Firmenkunden (Mio.) 102,7<br />

Anzahl Firmenkunden 7.000<br />

Auskünfte an Verbraucher (Mio.) 1,4<br />

Anzahl Privatkunden (Mio.) 1,2<br />

Geschäftsdaten: Umsatz (in TEUR) 113.386<br />

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (in TEUR) 16.950<br />

Mitarbeiter (zum 31.12.2011) 750


32 Jahresbericht 2011<br />

Bilanz<br />

AKTIVA Stand 31.12.2011<br />

EUR<br />

A. Anlagevermögen 17.353.315,59<br />

B. Umlaufvermögen 33.467.061,59<br />

C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.515.731,24<br />

D. Aktive latente Steuern 3.984.163,24<br />

SUMME 56.320.271,66<br />

PASSIVA<br />

A. Eigenkapital 21.222.794,72<br />

B. Rückstellungen 25.37<strong>1.9</strong>24,76<br />

C. Verbindlichkeiten 8.762.161,03<br />

D. Rechnungsabgrenzungsposten 963.391,15<br />

SUMME 56.320.271,66<br />

Kennzahlen zum Ergebnis<br />

(für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011)<br />

1. Umsatzerlöse 113.386.015,66<br />

2. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 16.950.334,39


Die neue SCHUFA-Werbung<br />

Jahresbericht 2011 33


34 Jahresbericht 2011<br />

Impressum<br />

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Kormoranweg 5, 65201 Wiesbaden<br />

Postfach 18 29, 65008 Wiesbaden<br />

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Fax + 49 (0) 611 - 9278-887<br />

presse@schufa.de<br />

Verantwortlich: Dr. Astrid Kasper,<br />

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br />

Redaktion: Thomas Modig,<br />

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br />

Stand: 1. Juli 2012<br />

www.schufa.de<br />

www.meineSCHUFA.de<br />

www.SCHUFAmachtSchule.de<br />

www.SCHUFA-Kredit-Kompass.de<br />

www.SCHUFA-Verbraucherbeirat.de<br />

www.Scoring-Wissen.de


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