Vorbericht Auktion 65 - Emporium Hamburg

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Vorbericht Auktion 65 - Emporium Hamburg

Vorbericht Auktion 65

Am 24. und 25. März 2011 veranstaltet die Numismatische Abteilung des Hauses EMPORIUM

HAMBURG die 65. Münzen- und Medaillenauktion im Goedeke-Michel-Saal des Störtebeker-

Hauses, Süderstraße 288, 20537 Hamburg.

Die Versteigerung beginnt an beiden Tagen um 10:30 Uhr. Während der Auktionstage eingehende

schriftliche Gebote werden nur unter Vorbehalt entgegengenommen.

Zur Versteigerung kommt ein gewohnt breit gefächertes Angebot an Münzen und Medaillen von der

Antike bis zur Gegenwart, darunter u. a. Spezialsammlungen und Serien zur griechischen und

römischen Antike, europäische Münzen aus Gold und Silber, darunter einer großen Serie

französischer und polnischer Münzen, sowie eine breite Auswahl an Brakteaten, Medaillen sowie von

Münzen aus Übersee, insgesamt im Umfang von 3943 Losen.

Dem Sammler antiker griechischer und römischer Münzen wird erneut eine quantitativ wie auch

qualitativ interessante Auswahl erschwinglicher Münzen vorgelegt, darunter zahlreiche günstig

ausgerufene Lots mit Antoninianen und Folles der späten römischen Kaiserzeit sowie einem breiten

Angebot von Silber-Stateren und Drachmen des 5. bis 1. Jahrhunderts v. Chr. aus den Staaten und

Städten in Italien, Griechenland und Kleinasien.

Am Beginn der Auktion stehen die keltischen und kelt-iberischen Münzen (10 Lose), gefolgt von den

Prägungen aus Italien, Griechenland, dem kleinasiatischen Raum und Afrika (140 Lose). Es folgen die

Münzen der islamischen Reiche und der Kreuzfahrer (13 Lose) und eine interessante Reihe an

römischen Prägungen von Augustus bis Basiliscus und Marcus im späten 5. Jahrhundert (340 Lose).

Der antike Teil endet mit den byzantinischen Münzen und den Stücken der Vandalen und Ostgoten

(18 Lose).

In diesen Gebieten finden sich zahlreiche Raritäten, wie z. B. die Statere aus dem lukanischen

Metapont (Nr.13ff.) mit Rs.Kornähre, den sizilianischen Tetra- und Didrachmen aus Akragas (Nr.22ff.)

mit Vs.Krabbe und Rs.Adler. Das griechische Mutterland ist mit einem makedonischen Goldstater des

Alexanders III. vertreten (Nr.39), aus der Stadt Byzantion in Thrakien stammt der Goldstater mit Vs.

Kopf des Alexanders (Nr.49). Kleinasien bietet Silbermünzen der Insel Rhodos in Karien (Nr.85-91),

Persien Dareiken aus der Zeit des Xerxes I. und Artaxerxes I. (486-450 v.Chr.; Nr.121ff.), Afrika ist mit

einer AV-Oktadrachme der Arsinoe II. (Nr.139), einem Hemiobol der Kleopatra (Nr.152), beides aus

Ägypten, sowie zwei Elektron-Shekel-Didrachmen aus Karthago mit dem Kopf der Tanit auf der Vs.

und dem stehenden Pferd auf der Rs. (Nr.153f.) unter den besonders erwähnenswerten Münzen der

griechischen Antike vertreten.

Vier abbasidische Dinare des Al Mahdi (Nr.157ff.) und Al Mamun (Nr.160) sowie die Münzen der

Kreuzfahrer (Nr.161-167) ergänzen den Bestand an orientalischen Stücken.

Das Angebot römischer Münzen beginnt mit zwei Stateren des Brutus / Koson (Nr.171f.) in

vorzüglicher Erhaltung. Aurei des Vespasian (Nr.197), Rs.Fortuna, des Titus als Caesar (Nr.208),

Rs.Pax, des Domitian als Ceasar (Nr.210), Rs.reitender Kaiser, sowie ein Aureus der Faustina II., der

Frau des Marcus Aurelius (Nr.262), Rs.Diana, setzen das Angebot an hochwertigen antiken

Goldmünzen fort. Doch auch die Sammler von Kupfer-/Bronzemünzen kommen auf ihre Kosten. So

finden sich ein Dupondius des Nero (Nr.189) und ein sehr schöner Sesterz des Macrinus (Nr.289)

neben einer Hemidrachme des Domitian aus Alexandria (Nr.215), oder einer Drachme der Faustina

II., Rs.Leuchtturm von Alexandria und stehende Isis (Nr.265). Das Gold der späten Kaiserzeit wird mit

einem Solidus des Valentinian I. (Nr.477) aus Nikomedia und einem des Theodosius II. aus

Konstantinopel (Nr.501) berücksichtigt.

Emporium Hamburg, Vorbericht zur 65. Auktion 1/3


Abgeschlossen wird der umfangreiche antike Teil der 65. Auktion mit den byzantinischen Münzen

(Nr.510-522), darunter acht Goldmünzen, und den germanischen Stämmen des frühen Mittelalters

(Vandalen, Ostgoten).

Die ausländische Münzen und Medaillen von „A“ wie Ägypten bis „Z“ wie Zypern (Nr.540-1378)

sprechen im weiteren Verlauf des ersten Auktionstages dann ihre Zielgruppe an. Die Schwerpunkte im

Bereich europäischer Gepräge liegen in den Ländern Belgien (Nr.556-577), darunter zwei Dukatons

von Philipp IV. aus dem Jahr 1650 bzw. 1652 (Nr.562f.) sowie einem 5 Francs 1853 aus der Zeit des

Königreichs (Nr.573) und Frankreich. Gerade Frankreich bietet mit fast 130 Losen ein

außergewöhnlich breites Angebot vom Mittelalter (13.Jh.) bis zu den modernen Gedenkmünzen

(Nr.723-851). Darunter findet sich eine Serie von Ecus von Ludwig XIV. (Nr.736f.), Ludwig XV.

(Nr.743-761) sowie Ludwig XVI. (Nr.769-780) unterschiedlicher Prägeorte und ein Ecu d´Or au soleil

o. J. von Franz I. (1515-1547; Nr.727). Dänemark ist mit 28 Losen (Nr.692-720) vertreten, darunter

wikingerzeitlichen Pfennigen des Erik Plovpenning (Nr.692), Erik Glipping (Nr.696-700) und Erik

Menved (Nr.701-704). Italien bietet 100 Lire 1883, geprägt unter Umberto I. (Nr.904) und ein in dieser

außergewöhnlich guten Erhaltung seltenen 2 Lire 1904, geprägt unter Vittorio Emanuele III. in Rom

(Nr.906). Aus den Niederlanden stammen insgesamt 37 Positionen (Nr.992-1029), darunter eine Serie

von über 20 Ritterdukaten aus Utrecht und Holland (Nr.992-1008; 1010; 1014; 1016; 1025). Polen, mit

fast 50 Losen im Angebot (Nr.1044-1093), beinhaltet eine kleine Reihe von Münzen aus der Zeit der

russischen Besetzung unter Nikolaus I. (Nr.1072-1081) sowie Münzen der Revolution von 1830/31

(Nr.1082ff.). Nach einer Reihe schwedischer Münzen (Nr.1140-1176) folgen die Schweizer Gepräge

(Nr.1177-1229). Hierunter werden zahlreiche mittelalterliche Brakteaten, Dünnpfennige und Pfennige

sowie frühe Taler aus den Städten und Kantonen angeboten. Höhepunkt ist jedoch der 2 Franken

1850 A, Paris (Nr.1178), in prachtvoller Erhaltung mit schöner Tönung - ein Stück, das dem in der Slg.

Beck versteigerten gleichwertig ist. Unter Ungarn (Nr.1271-1323) finden sich ca. 50 mittelalterliche

Brakteaten und Denare, allesamt sehr günstig geschätzt. Am Abschluß der Übersicht zu den

europäischen Münzen steht eine sehr rare Kleinmünze aus Russland. Dies ist der günstig geschätzte

¼ Rubel (25 Kopeken) 1870, geprägt in St. Petersburg mit einer Auflage von nur 44.000 Stück

(Nr.1123).

Außereuropäische Münzen stammen aus Ägypten, darunter die 5 Pounds 1955 (Streitwagen; Nr.549),

Bolivien (Nr.578ff.) und Brasilien (Nr.581-584), Kolumbien (Nr.945ff.), Mexiko (Nr.976-986), Panama

(Nr.1039ff.; seltene Silberproben mit 5 Oz.-Gewicht), Südafrika (Nr.1254-1266; darunter 7 Krügerrand)

und den Vereinigten Staaten von Amerika (Nr.1341-1375). Wie gewohnt bietet das Angebot

chinesischer Münzen und Zahlungsmittel (Nr.589-688) eine große Auswahl. Sie reicht zeitlich von der

Chou-Dynastie (1122-255 v.Chr.) bis zu den modernen Gedenkmünzen / Medaillen der Volksrepublik.

Medaillen-Sammler finden ihr Dorado im Abschnitt „Thematische Medaillen“ (Nr.1379-1635)

und können sehr differenziert ihren Leidenschaften von „Automobile“ bis „Zeppelin“ frönen.

Im Umfang ragen diesmal die Bereiche Ballone (Nr.1383-1388), Bergbau und Hüttenwesen (Nr.1389-

1396), Eisenbahnen (Nr.1406-1412), Erotik (Nr.1416-1420), Erster Weltkrieg (Nr.1421-1426),

Gartenbau und Landwirtschaft (Nr.1434-1440) sowie Geflügel (Nr.1441-1453), Medaillen auf den

preußischen Generalfeldmarschall von Moltke (Nr.1470-1475; 1524-1560), Schifffahrt (Nr.1576-1582),

Schützen (Nr.1583-1613) und Zeppelin (Nr.1629-1635) aus dem Angebot heraus.

Mit den hochmittelalterlichen Denaren der Karolinger (Nr.1636-1641), geprägt unter Ludwig dem

Frommen, Karl dem Kahlen und Karl dem Einfältigen, beginnt der altdeutsche Bereich, gefolgt von

Habsburger Münzen und Medaillen der Kaiser und Stände vom frühen 11. bis in das 20. Jahrhundert

(Nr.1642-1805), darunter zahlreichen Münzen aus Böhmen (Nr.1642-1671), insbesondere den

Denaren und Brakteaten des 13./14. Jahrhunderts. Das Haus Habsburg ist u.a. mit einem 2 ½

Schautaler von Ferdinand II. (1619-1637; Nr.1690) aus dem Jahr 1622 vertreten, dazu einem

überdurchschnittlich erhaltenen Dukat 1689 von Leopold I. (Nr.1698; vz-st) sowie 100 Kronen 1907

(Nr.1742; Krönungsjubiläum), 1908 (Nr.1743; Venus in den Wolken) und der Kupferprobe der Krone

1914 von K. Goetz in prächtiger Erhaltung (Nr.1758).

Die Deutschen Lande bieten dem Sammler ein breitgefächertes Angebot an Kleinmünzen, aber auch

Talern und Goldstücken, so dass sich für jeden Geldbeutel etwas finden lässt. Auch in der 65. Auktion

stellt Altdeutschland ein Herzstück im Katalog dar, nicht zuletzt aufgrund des zweiten Teils der großen

Norddeutschland/Schleswig-Holstein-Sammlung, hier mit zahlreichen teilweise sehr raren

Kleinmünzen und Lots (Nr.2772-2886). Doch auch die Sammler bayerischer Taler kommen auf ihre

Kosten. Aus Augsburg stammen Reichs- und Konventionstaler aus der Zeit von 1624 bis 1765

(Nr.1843-1851), zumeist Prachtexemplare. Der seltene Guldentaler 1574 (Nr.1852) mit Titel

Emporium Hamburg, Vorbericht zur 65. Auktion 2/3


Maximilian vervollständigt das Angebot. Brandenburg-Ansbach liefert die große Silbermedaille 1754

von Werner auf die Vermählung des Prinzen mit Friederike Caroline v. Sachsen-Coburg-Saalfeld

(Nr.1919), Brandenburg-Franken den Taler 1539 von Georg dem Frommen und Albrecht Alcibiades

(Nr.1939). Ein weiterer Schwerpunkt findet sich im Angebot der Brandenburg-Preußischen Gepräge

(Nr.1941-2111). Die Serie beginnt mit askanischen Denaren und enthält zahlreiche Raritäten unter

den weiteren Münzen und Medaillen. Beispiele sind der 2/3 Taler 1714 von Friedrich Wilhelm I.

(Nr.2004), der Halbtaler 1721 auf die Huldigung in Stettin (Nr.2005), der Taler 1765 A von Friedrich II.

d. Großen (Nr.2008; vz-st), Taler 1785 A (Nr.2014; stempelgl.) oder die Silbermedaille aus dem Jahr

1895 v. Loos auf die Einweihung der Gnadenkirche in Berlin (Nr.2068). Im weiteren Verlauf dieser

Rubrik findet sich der sehr seltene Taler aus Breisach, geprägt 1585 (Nr.2170), der Pfennig des

Deutschen Ordens von Paul von Russdorf (vor 1440) für die Neumark (Nr.2216), Taler der Stadt

Frankfurt (Nr.2251-2255), der Gold-Bankportugaleser zu 10 Dukaten 1863 aus Hamburg (Nr.2319) auf

die Einweihung der Nikolaikirche, eine Goldprobe des Schillings 1798 im Dukatengewicht (Nr.2325)

und die tragbare goldene Verdienstmedaille der Hamburg-Amerika-Linie HAPAG (Nr.2342).

Halberstadt ist mit zahlreichen Brakteaten in der Auktion vertreten (Nr.2309-2318), ebenso Meißen

(Nr.2573-2582), zumeist mit dem sitzenden Markgraf. Sachsen bietet als Höhepunkte den Dukat 1617

auf das Reformationsjubiläum (Nr.2713), den Gulden 1727 aus Dresden (Nr.2723) auf den Tod der

Gemahlin Friedrich August d. Starken, den August d´Or 1777, geprägt unter Friedrich August III.

(Nr.2731) in Stempelglanz sowie den Konventionstaler 1765 aus Sachsen-Coburg-Saalfeld (Nr.2748),

eine bisher anscheinend unpublizierte Variante. Bemerkenswert ist ebenfalls der Taler von 1659 aus

Stolberg-Wernigerode (Nr.2898) wegen seiner Seltenheit, feinen Tönung und fast vorzüglicher

Erhaltung.

Der altdeutsche Bereich zwischen 1800-1871 (Nr.2954-3258) stellt ebenfalls eine wahre Fundgrube

für den Sammler dieses Gebietes dar. Der Badische Rheingolddukat von Leopold aus dem Jahr 1852

mit Stern unter dem Kopf (Nr.2958) oder die Halbguldenprobe 1845 mit dem größeren Kopf von 1846

(Nr.2961) sind hierfür nur Beispiele. Bemerkenswert ist das Ensemble des bayerischen Dukat 1844

von Ludwig I. (Nr.2973), die 5 Taler 1842 aus Hessen-Kassel (Nr.3085), der sächsische Doppelaugust

d´Or 1810 aus Dresden (Nr.3187), der seltene Dukat 1820 und der preußische Doppeltaler 1861 von

Wilhelm I. (Nr.3156).

Auch unter den Münzen der Kaiserzeit gibt es keinesfalls nur Masse, sondern auch vielfältige

Klasse. Unter den 2, 3 und 5 Mark Münzen von Anhalt bis Württemberg (Nr.3316-3497) sind die

hessische 5 Mark 1875 H (Nr.3383), oder die 3 Mark 1917 A (Nr.3390), ebenfalls aus Hessen,

aufgrund ihrer Seltenheit und Erhaltung hervorzuheben.

Unter den Goldmünzen dieser Zeit ragen gleich zu Beginn die vier Stücke aus Anhalt aufgrund ihrer

Seltenheit hervor (Nr.3498-3501; 20 Mark 1875 A; 10 Mark 1896 A, 20 Mark 1896 A und 1904 A),

ebenso wie die Bayern 10 Mark 1874 D (Nr.3530; PP), 10 Mark 1890 D (Nr.3539; PP) oder die

Reuss, Jüngere Linie, 20 Mark 1881 A (Nr.3612) sowie eine Reihe seltener sächsischer Goldmünzen

aus Sachsen-Coburg-Gotha (Nr.3633ff.), Sachsen-Meiningen (Nr.3636) und Sachsen-Weimar-

Eisenach (Nr.3637).

Nach den Münzen der Weimarer Republik (Nr.3655-3746) finden Sie die Abzeichen und Münzen aus

dem Dritten Reich (Nr.3747-3808). Die Nebengebiete enthalten eine 25 Gulden Danzig aus dem Jahr

1930 (Nr.3816) und die 5 Gulden 1932 (Krantor; Nr.3820). Die deutschen Kolonien sind mit Deutsch-

Südwestafrika (Nr.3821-3830), Ostafrika (Nr.3831-3864) und Kiautschou (Nr.3862ff.) mit einem

breiten Angebot vertreten. Besonders rar ist darunter die 5 Cents Kiautschou aus dem Jahr 1909 in

Polierter Platte (Nr.3863).

Gegen Ende der 65. Auktion findet sich ein interessantes Angebot an numismatischer Literatur

(Nr.3890-3902) und Spardosen (Nr.3908-3939). Mit einem russischen Siegelstempel (Nr.3943) geht

die Auktion 65 dann ihrem Ende entgegen.

Für den Vortrag am Abend des ersten Auktionstags steht Ihnen mit Herrn Manfred Mehl (Hamburg)

ein ausgewiesener Kenner der mittelalterlichen Münzprägung zur Verfügung. Das Thema des Abends

lautet „Die Verbreitung des magdeburgischen Geldes im Mittelalter“.

Profitieren auch Sie von unserer Erfahrung und unserem Service – liefern Sie bei uns ein!

Emporium Hamburg, Vorbericht zur 65. Auktion 3/3

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