Bauen auch ohne Eigenkapital möglich! Wir zeigen Ihnen wie! - Elz

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Bauen auch ohne Eigenkapital möglich! Wir zeigen Ihnen wie! - Elz

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

BAUBROSCHÜRE


Vielfalt ist

unsere Stärke!

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Was wir für unsere Kunden tun können:

Lochen * Stanzen * Prägen * Schneiden * Lasern * Kanten * Biegen * Schweißen

Pulverbeschichten * Oberflächenveredelung * Eloxieren * eigener Werkzeugbau*

Wir verarbeiten alle stanz - und laserbaren Werkstoffe:

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neben den metallischen Werkstoffen können auch Kunststoffe, Textilien, Leder,

Folien, Schaumstoffe oder Holzwerkstoffe verarbeitet werden

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Wir wollen draußen bleiben


VORWORT

Liebe Leserinnen und Leser,

als Landrat freue ich mich, Ihnen die erste

Baubroschüre des Landkreises Limburg-Weilburg

vorstellen zu können. Sie enthält grundsätzliche

Informationen über das Bauen und richtet sich

insbesondere an potentielle private Bauherren.

Angesprochen werden Themen, die im Vorfeld des

Bauens von Bedeutung sind, ebenso wie solche,

die das durchzuführende Verfahren betreffen.

Dabei wird deutlich, welche Unterlagen und

Bescheinigungen vor und während der Ausführung

von Baumaßnahmen einzureichen sind.

Auch weitere Fragen im Hinblick auf Natur- und

Denkmalschutz, die Wohnungsbauförderung, die

richtige Entsorgung von Bauabfällen und umweltgerechtes

Bauen werden angesprochen.

Die Broschüre verschafft einen Überblick, erhebt

aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Eine Übersicht über Ansprechpartner bei der

Kreisverwaltung, aber auch bei Städten und

Gemeinden ist ebenfalls enthalten.

Unser Ziel ist es, mit Hilfe dieser Broschüre alle

Bauwilligen durch gezielte Informationen zu unterstützen,

damit ihr Bauvorhaben reibungslos umgesetzt

werden kann und sie Zeit und Geld während

der gesamten Bauphase einsparen können.

Ich danke allen, die am Zustandekommen des

Druckwerkes beteiligt waren, besonders den

Unternehmen, die durch Werbeanzeigen zur

Finanzierung der Schrift beigetragen haben.

Limburg-Weilburg, im Juli 2006

(Dr. Manfred Fluck)

Landrat

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

1


INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1

Branchenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4

1. DIe Bebaubarkeit des Grundstücks . . . . .6

2. Grundstücksauswahl und -kauf . . . . . . . .9

2.1 Grundstücksauswahl . . . . . . . . . . . . . . . . .9

2.2 Der Grundstückserwerb . . . . . . . . . . . . . .9

3. Das Bauordnungsrecht . . . . . . . . . . . . . . .12

3.1 Baugenehmigungspflichtige Massnahmen .12

3.2 Baugenehmigungsfreie Vorhaben . . . . . . .12

3.3 Wer darf Bauvorlagen verfassen? . . . . . .13

3.4 Die Bauvoranfrage . . . . . . . . . . . . . . . . .15

3.5 Von der Baugenehmigung freigestellte

Vorhaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15

3.6 Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren .16

3.7 Normales Baugenehmigungsverfahren . . .17

3.8 Das Bauantragsverfahren beim

Kreisausschuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .17

3.9 Nachbarbeteiligung . . . . . . . . . . . . . . . .17

3.10 Die Baulast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18

3.11 Bautechnische Nachweise, Typenprüfung .19

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2

3.12 Wie rechtssicher ist meine Baugenehmigung . .19

3.13 Verstöße gegen das Baurecht

(Ordnungswidrigkeiten) . . . . . . . . . . . . .19

4. Bauausführung/Anzeige- und andere

Pflichten der Bauherrschaft . . . . . . . . . . .21

5. Naturschutz und Landschaftspflege . . . .22

6. Denkmalschutz und Denkmalpflege . . .27

7. Bauabfälle richtig entsorgen . . . . . . . . .29

8. Umweltgerechtes Bauen . . . . . . . . . . . . .33

9. Wohnungsbauförderung . . . . . . . . . . . . .38

9.1 Sozialer Wohnungsbau . . . . . . . . . . . . . .38

9.2 Schaffung von Wohnungseigentum innerhalb

des Gebäudes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38

Ansprechpartner bei der Kreisverwaltung . . .

in Bauangelegenheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . .39

Gemeinden und Städte im Landkreis

Limburg-Weilburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .41

Impressum

Herausgegeben in Zusammenarbeit

mit der Trägerschaft.

Änderungswünsche, Anregungen und

Ergänzungen für die nächste Auflage

dieser Broschüre nimmt die Verwaltung

oder das zuständige Amt entgegen.

Titel, Umschlaggestaltung sowie

Art und Anordnung des Inhalts sind

zugunsten des jeweiligen Inhabers

dieser Rechte urheberrechtlich

geschützt.

Nachdruck und Übersetzungen sind

auch auszugsweise – nicht gestattet.

WEKA info verlag gmbh

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D-86415 Mering

Telefon +49 (0) 82 33/3 84-0

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Nachdruck oder Reproduktion, gleich welcher Art, ob Fotokopie, Mikrofilm,

Datenerfassung, Datenträger oder Online nur mit schriftlicher Genehmigung

des Verlages.

65549062/1. Auflage / 2006

In unserem verlag erscheinen

Produkte zu den Themen:

• Bürgerinformation

• Klinik- und Gesundheitsinformation

• Senioren und Soziales

• Dokumentationen

• Bildung und Forschung

• Bau und Handwerk

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Infos auch im Internet:

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zurück. Das in Bad Camberg ansässige Unternehmen

bietet eine weltweit außergewöhnlich große

Produktpalette.

Diese umfasst Stufen- und Sprossenleitern sowie

Treppen und Fahrgerüste aus Aluminium, Leichtstahl,

Edelstahl, Fiberglas und Holz für Industrie,. Handwerk,

Handel, Büro und Haushalt in vielfältigen Varianten und

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Als Marktführer erweist sich HACA-LEITERN im Bereich der

Ortsfesten Leitern. Sie dienen als Not- und Fluchtleitern

dem sicheren Verlassen von Gebäuden in Gefahren- bzw.

Brandsituationen, zum Besteigen von Fernmeldetürmen,

Brückenpfeilern, freistehenden Schornsteinen u. ä. oder

zum Absteigen in den Schacht. Das ausgereifte und

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am jeweiligen Ort. Lieferbar sind vier verschiedene

Werkstoffe: Stahl, Edelstahl, Aluminium und Fiberglas.

Passende Fallschutzsysteme sowie zahlreiches Zubehör runden

die Produktpalette ab.

Das VARIO-STEP ® -System aus Aluminium umfasst Treppen,

rollbare Podesttreppen, Überbrückungen (für Maschinen,

Förderbänder u. ä.) und Montagetritte.

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3

Mit dieser umfassenden Produktpalette ist HACA-LEITERN

einer der wenigen Vollsortimenter auf dem europäischen

Markt.

Bundesweit stehen 13 Werkslager als Ansprechpartner in

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Das HACA-Konstruktionsbüro arbeitet ständig an der Entwicklung

neuer, innovativer Produkte und die ständige Mitarbeit

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HACA-LEITERN bietet Berufsanfängern im kaufmännischen

und technischen Bereich eine qualifizierte und zukunftsorientierte

Ausbildung.

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In der neue Montagehalle

befindet sich das betriebseigene

Schulungszentrum,

in dem jährlich ca. 500 Personen

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Sollten Sie Interesse an unseren Produkten haben, fordern Sie

bitte unsere Prospekte oder den aktuellen Katalog an.

Kompetente Beratung für jedes Ihrer Probleme finden Sie in unserem

Stammhaus in Bad Camberg und 13 Niederlassungen.


BRANCHENVERZEICHNIS

Liebe Leser! Hier finden Sie eine wertvolle Einkaufshilfe, einen Querschnitt leistungsfähiger Betriebe aus Handel, Gewerbe und

Industrie, alphabetisch geordnet. Alle diese Betriebe haben die kostenlose Verteilung Ihrer Broschüre ermöglicht.

Abfallentsorgung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Abfallwirtschaftsbetrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

Altbausanierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Architekturbüro . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U 2, 11

Banken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Baustoffzentrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Bauunternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Büroeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

Container . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Dach und Solar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heftmitte

Energieversorgung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Fenster-Türen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Geothermieanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Haustechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U 4

4

Heizkostenabrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Heiztechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Heizung-Sanitär . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U 4

Hochbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Innenausbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Leitern,Geräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Massivbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Massivhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Metallbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U 2

Neubau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Renovierung, Sanierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Vermessungsbüro . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Vermessungsingenieur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10, 11

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5


1. DIE BEBAUBARKEIT DES GRUNDSTÜCKS

Bevor ein zur Bebauung vorgesehenes Grundstück

erworben wird ist es wichtig, dass geklärt ist, ob und in

welcher Weise das Grundstück bebaut werden kann.

Die Baufreiheit gehört zum Grundrecht auf Eigentum und

ist durch Artikel 14 unseres Grundgesetzes geschützt.

Allerdings bestimmt Artikel 14 des Grundgesetzes auch,

dass Inhalt und Schranken des Grundrechtes durch die

Gesetze bestimmt werden (Art. 14 Abs. 1 Satz 2

Grundgesetz). So ist auch die Baufreiheit durch eine

Vielzahl von Gesetzen eingeschränkt. Im wesentlichen

sind dies die Vorschriften des Bauplanungsrechtes (Baugesetzbuch),

des Bauordnungsrechtes (Hessische Bauordnung)

sowie die auf der Grundlage dieser Gesetze

erlassenen Vorschriften und sonstiges öffentliches Recht,

wie z.B. Naturschutzrecht, Immissionsschutzrecht und

Denkmalschutzrecht.

Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, gilt als

oberster Grundsatz: Vor dem Erwerb eines Grundstückes

sollte dessen grundsätzliche Bebaubarkeit – die so

genannte bauplanungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens

– eindeutig geklärt sein. Sofern Unsicherheiten

bestehen, lassen sich diese am besten über eine Bauvoranfrage

ausräumen.

Ob und ggf. mit welcher Nutzung und in welchem Ausmaß

ein Grundstück bebaubar ist, ergibt sich ausschließlich

aus den Regelungen des Baugesetzbuches und der

Baunutzungsverordnung. Ohne Belang ist es beispielsweise,

wie das Grundstück steuerrechtlich eingeordnet

ist, wo das Ortsschild steht, oder ob der Verkäufer das

Grundstück als Bauland veräußert. Entscheidend ist, in

welchem planungsrechtlichen Bereich das Grundstück

liegt. Nur hiernach richtet sich die planungsrechtliche

Zulässigkeit eines Vorhabens (§§ 29 ff Baugesetzbuch).

Danach kann jede Fläche prinzipiell einem der drei folgenden

Bereiche zugeordnet werden.

– Das Grundstück liegt in einem beplanten Bereich.

Das heißt im Geltungsbereich eines so genannten qualifizierten

Bebauungsplanes nach § 30 Abs. 1 Baugesetzbuch

oder eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans

nach § 12 Baugesetzbuch.

– Das Grundstück liegt innerhalb eines im Zusammenhang

bebauten Ortsteiles nach § 34 Baugesetzbuch,

für den kein qualifizierter Bebauungsplan besteht.

– Das Grundstück liegt im Außenbereich im Sinne des

§ 35 Baugesetzbuch; dies ist immer dann der Fall,

wenn die beiden ersten Varianten nicht vorliegen.

Unabhängig von der Zuordnung eines Grundstückes

muss in jedem Fall auch die Erschließung gesichert sein.

Ohne ausreichend benutzbare Erschließungsanlagen

(Anbindung an öffentliche Verkehrsfläche, ordnungsge-

6

mäße Wasserversorgung und Abwasserentsorgung,

Elektrizität) ist ein Grundstück – auch wenn es sich um

ein Baugrundstück handelt – nicht bebaubar. Ein Rechtsanspruch

des Grundstückseigentümers auf Herstellung

der Erschließungsanlagen besteht nicht!

Grundstücke im Außenbereich gehören generell nicht zu

Baugebieten. Die Zulässigkeit einer Bebauung kann sich

hier bei so genannten privilegierten Vorhaben ergeben,

wenn keine öffentlichen Belange entgegenstehen. In

allen anderen Fällen dürfen öffentliche Belange nicht einmal

beeinträchtigt werden.

Im Rahmen des Bauplanungsrechtes unterscheidet man

zwei Stufen:

a) der Flächennutzungsplan als vorbereitende

Bauleitplanung und

b) den Bebauungsplan als verbindliche Bauleitplanung.

Zuständig für Aufstellung und Durchführung des Verfahrens

ist die jeweilige Stadt/Gemeinde. Ihr obliegt die

Planungshoheit.

Der Flächennutzungsplan umfasst das gesamte Gemeinde-/Stadtgebiet

und ordnet den voraussehbaren Flächenbedarf

für die einzelnen Nutzungen, wie z.B. für Wohnen,

Gewerbe, Erholung, Landwirtschaft und Gemeindebedarf.

Er stellt die beabsichtigte Entwicklung des

gesamten Gemeinde-/Stadtgebietes dar.

Aus dem Flächennutzungsplan entsteht keinerlei Anspruch

der Bürger/-innen gegenüber der Verwaltung

hinsichtlich der dargestellten Nutzung. Ein Bebauungsplan

kann regelmäßig nur aus dem Flächennutzungsplan

entwickelt werden.

Sollten im Bebauungsplan vom Flächennutzungsplan abweichende

Festsetzungen getroffen werden, muss grundsätzlich

ein Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan

durchgeführt werden.

Dem gegenüber regelt der Bebauungsplan rechtsverbindlich

für alle Grundstücke, was gebaut werden darf und

wie sie genutzt werden dürfen. Soll es sich um einen

qualifizierten Bebauungsplan handeln, muss für das jeweilige

Grundstück zumindest festgesetzt sein:

– welche Grundstücksflächen überbaut werden dürfen,

– welche Nutzung stattfinden darf,

– welche Größe ein Gebäude haben darf,

– wo sich die öffentlichen Verkehrsflächen befinden.

Der Bebauungsplan ist Ausdruck des Planungswillens der

Stadt/Gemeinde. Übliche Festsetzungen sind:

– maximale Anzahl der Geschosse,

– Begrenzung der überbaubaren Flächen,

– maximale überbaubare Flächen in Abhängigkeit zur

Grundstücksgröße (Grundflächenzahl GRZ),


Außenbereich

§ 35 BauGB

– Begrenzung der Summe der Flächen der einzelnen

Geschosse in Abhängigkeit zur Grundstücksgröße

(Geschossflächenzahl GFZ),

– Begrenzungen von Trauf- und Firsthöhe,

– zulässige Dachformen bzw. Dachneigungen und

Firstrichtungen,

– Festlegung der Geländehöhe,

– Bestimmung der Bauweise, usw.

Diese Aufzählung ist nur beispielhaft und nicht abschließend.

Ein Bauvorhaben ist zulässig, wenn es den Festsetzungen

des Bebauungsplanes nicht widerspricht. Unter

bestimmten Voraussetzungen können von den Festsetzungen

des Bebauungsplanes Ausnahmen oder Befreiungen

erteilt werden.

Informieren Sie sich rechtzeitig, welche Bauvorschriften

für das zur Bebauung vorgesehene Grundstück gelten.

Die Bebauungspläne können sowohl bei der jeweiligen

Stadt/Gemeinde als auch bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde

eingesehen werden. Aufgrund der Vielzahl der

möglichen Festsetzungen ist es ratsam, sich persönlich,

ggf. in Anwesenheit des für die Planung des Vorhabens

verantwortlichen Entwurfsverfassers, über den Inhalt des

Bebauungsplanes kundig zu machen. Es liegt im eigenen

Interesse der Bauherrschaft, möglichst alle für das in

Frage kommende Grundstück geltenden Informationen zu

erhalten.

Außenbereich

§ 35 BauGB

Vorhaben- und

Erschließungsplan

§ 12 BauGB

Im

Zusammenhang

bebauter Ortsteil

§ 34 BauGB

Geltungsbereich

Bebauungsplan

§ 30 BauGB

Vorhaben- und

Erschließungsplan

§ 12 BauGB

Geltungsbereich

Bebauungsplan

§ 30 BauGB

Außenbereich

§ 35 BauGB

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LIMBURG-WEILBURG

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LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

2. GRUNDSTÜCKSAUSWAHL UND -KAUF

2.1 Grundstücksauswahl

Neben Fragen der Finanzierung und Preisvorstellungen,

deren Aufklärung wir lieber den Finanzfachleuten überlassen,

ist die Frage nach dem richtigen Standort sehr

bedeutend.

Einen der wichtigsten Punkte hierzu haben wir bereits

aufgezeigt: das Grundstück muss bebaubar und für die

konkreten Bauabsichten geeignet sein (siehe Nr. 1.).

Darüber hinaus aber noch einige Hinweise zur

Grundstücksauswahl.

– Lernen Sie das Grundstück vor dem Erwerb möglichst

genau kennen. Es empfehlen sich daher Besuche zu

verschiedenen Tages- und Nachtzeiten.

– Achten Sie auf eine gute Anbindung an das öffentliche

Verkehrsnetz.

– Welche Einrichtungen bietet der Stadt- bzw. Gemeindeteil

(z.B. Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten,

Freizeitangebot, kulturelle Einrichtungen, Erholung und

Sport)?

– Welche Bebauungsmöglichkeiten bietet das Grundstück

im Hinblick auf seine spezifischen Eigenschaften (z.B.

Zuschnitt des Grundstücks, Größe, Gelände

eben/Hanglage).

– Welche Störungen sind zu erwarten? Industrie,

Straßen, Sportstätten, Flugverkehr, Bahnlinien, klimatisch

ungünstige Lage. Bestehen Planungen oder sind

solche zu erwarten, die zu Belästigungen führen können?

– Wie sieht es mit der Baureife und Erschließung des

Grundstückes aus; sind hierzu noch Aufwendungen

erforderlich für den Anschluss an das Straßennetz, die

Errichtung der Versorgungsleitungen (Gas, Strom,

Wasser, Abwasser)? In welcher Höhe bewegen sich

die Kosten, die hierbei zu erwarten sind?

– Was lässt sich im Bezug auf Bodenbeschaffenheit,

Altlasten, Tragfähigkeit des Grundes, Gründungsmöglichkeiten,

Grundwasser, Überflutungsgefahr usw.

feststellen?

– Wie steht es mit im Grundbuch eingetragenen

Belastungen des Grundstücks? Z.B. Hypotheken,

Nutzungsbeschränkungen durch Rechte Dritter,

Grunddienstbarkeiten, die die Bebauungsmöglichkeiten

einschränken können.

B e a c h t e n S i e:

Belastungen können heute auch bestehen, ohne dass

diese im Grundbuch eingetragen sind. So z.B., wenn

der Grundstückseigentümer Baulasten (z.B. Übernahme

einer Abstandsfläche auf das Grundstück) übernommen

hat. Hieran sind Sie als Rechtsnachfolger gebunden,

auch wenn Sie hiervon keine Kenntnis haben.

9

2.2 Der Grundstückserwerb

Der Erwerb eines Grundstücks bedarf der notariellen

Beurkundung. Beurkundet werden müssen alle

Vereinbarungen des Kaufvertrages, insbesondere muss

der richtige Preis genannt sein. Verstöße gegen diese

Beurkundungspflicht führen zur Nichtigkeit des Vertrages.

Mit dem Abschluss des notariellen Kaufvertrages sind Sie

aber noch nicht Grundstückseigentümer, sondern haben

gegen den Verkäufer lediglich einen Anspruch auf Übereignung.

Eigentümer werden Sie erst mit der Eintragung

im Grundbuch. Besonderheiten müssen Sie beachten,

wenn Sie eine noch zu vermessende Teilfläche aus einem

größeren Grundstück erwerben wollen. In diesem Fall

kann Sie das Grundbuchamt erst nach Vermessung als

Eigentümer eintragen. Ihre Bank zahlt aber ein

Hypothekendarlehen erst aus, wenn Sie als Eigentümer

eingetragen sind. Es kann also zu einer nicht unerheblichen

Verzögerung bei der Auszahlung des benötigten

Baugeldes kommen. Klären Sie diese Fragen rechtzeitig

mit Ihrer Bank.

B e a c h t e n S i e:

Im Rahmen einer Grundstücksteilung dürfen keine

Zustände entstehen, die bauordnungsrechtlichen

Vorschriften (insbesondere Abstandsregelungen) oder

bauplanungsrechtlichen Bestimmungen zuwiderlaufen.

Beginnende Bebauung in einem Neubaugebiet; vor dem

Grundstückserwerb sollte man die Vorstellungen und

eigenen Anforderungen an Grundstück und Gebäude

festlegen


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ÖFFENTLICH BESTELLTE VERMESSUNGSINGENIEURE

die unbekannten Dienstleister des Bauherren

Dass für die Planung und Errichtung eines Neubaus ein

Architekt oder auch ein Statiker benötigt wird, ist allgemein

bekannt. Welche Leistungen aber ein Vermessungsingenieur

im Zuge einer Baumaßnahme erbringt, ist

zumeist unbekannt.

Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure

(ÖbV)

sind von der Hessischen Landesregierung beliehene

Ingenieure, die hoheiltiche Katastervermessungen durchführen

dürfen und die (Online-) Zugriff auf alle Daten des

Liegenschaftskatasters und Grundbuch haben. Auf Grund

ihrer Ausbildung und rechtlichen Stellung sind sie die

idealen Begleiter und Berater bei der Durchführung eines

Bauvorhabens in allen Fragen, die mit dem Grundstück,

seinen Grenzen und der Bebaubarkeit zusammen

hängen.

Planung auf verlässlichen Grundlagen

ÖbVI sind meist die ersten Fachingenieure, die in der

Planungsphase eingeschaltet werden müssen. Sie liefern

den Architekten die genaue Geometrie und Höhensituation

des Baugrundstücks. Gerade, wenn sich der Neubau

nach bereits bestehenden eigenen oder Nachbargebäuden

richten muss, ist ein rechtzeitiges, genaues

Aufmaß wichtig. Nichts ist unangenehmer, als dass man

erst bei Beginn der Bauarbeiten feststellt, dass das

geplante Gebäude nicht auf das vorhandene Grundstückt

passt und nun in aller Hektik Pläne geändert werden

müssen – vom Zeitverlust und den Zusatzkosten

ganz abgesehen.

Vermessungsbüro

Dipl.-Ing. Heinz Schneider

Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur

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Müssen neue Grenzen gezogen werden?

Sie haben eine Teilfläche eines Grundstücks erworben?

Um Eigentümer zu werden und in das Grundbuch eingetragen

zu werden, bildet der ÖVI die neuen Grenzen

und veranlasst, dass das neue Grundstück in Grundbuch

und Kataster eingetragen wird. Der Notar kümmert sich

dann um den Eigentumsübergang im Grundbuch.

Bei der neuen Grenzziehung müssen alle Anforderungen

an das Bau- und Planungsrecht eingehalten werden (Erschließung,

Grenz- und Gebäudeabstände,...). Die Bebaubarkeit

kann unter Umständen erst durch die Bestellung

von Baulasten und deren Eintragung in das bei der

Bauaufsichtsbehörde geführte Baulastenbuch ermöglicht

werden. Der ÖbVI berät Sie und beglaubigt ggf. Ihre

Unterschrift unter dem Antrag zum Eintrag einer Baulast.

Lageplan zum Bauantrag

Das Grundstück ist gebildet, die Finanzierung steht und

der Entwurf des Architekten ist ausgereift. Nun soll die

Baugenehmigung beantragt bzw. die Bauvorlagen für

das Freistellungsverfahren eingereicht werden.

Ein Lageplan des ÖbVI sollte Bestandteil der Bauvorlagen

sein. Nur ein auf der Grundlage der Liegenschaftskarte

erstellter, qualifizierter Lageplan enthält alle Aussagen

über die Grundstücksgeometrie und das Bau- und

Planungsrecht. Der ÖbVI übernimmt die Haftung für die

Richtigkeit der Angaben, so daß der Bauherr hinsichtlich

der Grundstücksgeometrie und dem Einfügen seines

Projekts ins Grundstück ruhig schlafen kann, auch wenn

die Bauvorlagen beim Freistellungsverfahren nicht mehr

geprüft werden.

Ingenieurvermessungen

Baubegleitende Vermessungen

Bestandspläne

Nivellements

Fassadenpläne

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Digitale Geländemodelle

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Gebäudeeinmessungen

Lagepläne zum Bauantrag

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Baulandumlegungen

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Ein billigerer, einfacher Auszug aus der Liegenschaftskarte

ist wegen Inhalt, Genauigkeit und Aktualität

zumeist nicht für eine sachgerechte Planung sowie deren

Beurteilung geeignet. Der vermeimtliche finanzielle Vorteil

wird häufig durch Mehrkosten bei Planänderungen

und Absteckung mehr als ausgeglichen.

Nun geht es los: Die Absteckung

Endlich wird es konkret und der Bau kann beginnen.

Damit das neue Gebäude genau an der Stelle mit allen

Grenzabständen zu stehen kommt, wo es genehmigt

wurde, erfolgt bei Baubeginn eine Absteckung. Der ÖbVI

markiert auf dem Schnurgerüst oder durch Bodenpunkte

die genaue Stellung und übergibt die Punkte dem Rohbauer.

Da eine falsche Stellung zu erheblichen finanziellen

Schäden – über Baustopp bis zum Teilabriss – führen

kann, ist die Absteckung in der Hessischen Bauordnung

zwingend vorgeschrieben. Der Sachverständige

für Vermessungswesen bescheinigt, dass das Gebäude

in Übereinstimmung mit der Baugenehmigung oder –

beim Freistellungsverfahren – mit den eingereichten

Bauvorlagen abgesteckt wurde. Der Bauherr erhält eine

Absteckungsbescheinigung, diese ist auf Verlangen der

Bauaufsicht vorzulegen.

Nach Fertigstellung: Die Gebäudeeinmessung

Eigentümer von Gebäuden sind durch das Hessische

Vermessungsgesetz (HVG) verpflichtet, bei Neubauten

oder Anbauten diese zur Aktualisierung des Liegenschaftskatasters

nach Fertigstellung einmessen zu lassen.

Die neuen Gebäudeteile werden mit ihren Maßen und

Grenzabständen in das Liegenschaftskataster eingetragen.

Diese hoheitliche Vermessung ist von einem ÖbVI

oder einer anderen Vermessungsstelle nach dem Hessischen

Vermessungsgesetz (HVG) durchzuführen. Es empfiehlt

sich, die bereits am Bauvorhaben beiteiligte Stelle

damit zu beauftragen.

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Traut Architekten · Bad Camberg · Bad Camberg · Tel.: 06434-7864 · Tel.: 06434-7

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3. DAS BAUORDNUNGSRECHT

Die Hessische Bauordnung (HBO) ist das Regelwerk für

die Ausführung des Bauvorhabens auf dem Grundstück.

Sie gilt für alle baulichen Anlagen, Einrichtungen und

Baugrundstücke und enthält grundsätzliche Anforderungen

baukonstruktiver, brandschutztechnischer und baugestalterischer

Art an Bauwerke und Baustoffe sowie

Abstände zu Grenzen (Sozialabstand, Brandschutzabstände).

Des weiteren sind in der Bauordnung im

Abschnitt über das Verwaltungsverfahren die Genehmigungspflicht

sowie das Genehmigungsverfahren geregelt.

3.1 Baugenehmigungspflichtige Massnahmen

Die Errichtung, Aufstellung, Anbringung und Änderung,

die Nutzungsänderung, der Abbruch und die Beseitigung

von baulichen Anlagen oder von Teilen

baulicher Anlagen sowie von anderen Anlagen und

Einrichtungen bedürfen der Baugenehmigung, sofern

aufgrund oder in anderen Vorschriften der Hessischen

Bauordnung nichts anderes bestimmt ist.

Instandhaltungsarbeiten bedürfen keiner Baugenehmigung.

Der Begriff „Instandhalten“ erfasst nur Maßnahmen

zur Bewahrung und Wiederherstellung des Soll-

Zustandes einer Anlage oder Einrichtung, soweit es sich

nicht um eine Errichtung oder eine Änderung handelt.

Der Begriff „Instandhaltung“ schließt als Oberbegriff

„Wartung“, „Inspektion“ und „Instandsetzung“ ein.

Sind Sie im Zweifel, ob Ihr Vorhaben einer Baugenehmigung

oder Abbruchgenehmigung bedarf, wenden Sie

sich an die Untere Bauaufsichtsbehörde. Deren

Mitarbeiter/-innen stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Wahlmöglichkeit: bis zum 31.12. 2010 kann die

Bauherrschaft nach In-Kraft-Treten der HBO 2002 bei

Vorhaben, die der Genehmigungsfreistellung (§ 56

HBO) unterfallen, die Durchführung eines Baugenehmigungsverfahrens

nach den §§ 57 oder 58 HBO sowie

bei Vorhaben, die dem vereinfachten Baugenehmigungsverfahren

unterfallen, die Durchführung eines Baugenehmigungsverfahrens

nach § 58 HBO verlangen.

3.2 Baugenehmigungsfreie Vorhaben

Der Katalog der baugenehmigungsfreien Vorhaben

wurde mit Einführung der Hessischen Bauordnung zum

01.10.2002 deutlich erweitert. Welche baulichen

Anlagen ohne eine Baugenehmigung errichtet und/oder

geändert oder in ihrer Nutzung geändert werden dürfen,

ist in der Anlage 2 zu § 55 der Hessischen Bauordnung

festgelegt. Dabei ist zu beachten, dass eine Vielzahl der

Vorhaben nur unter gewissen Vorbehalten baugenehmigungsfrei

sind. Genehmigungsfrei dürfen beispielsweise

errichtet werden (Aufstellung nicht abschließend):

– Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder

Feuerstätten, wenn die Gebäude nicht mehr als 30 m 3

Brutto-Rauminhalt haben und weder Verkaufs- noch

Ausstellungszwecken dienen

12

– Garagen bis 30 m2 Brutto-Grundfläche einschl. Abstellraum

einschl. Zufahrten mit nicht mehr als

200 m2 Grundfläche, unter dem Vorbehalt des

Abschnitts V Nr. 1, die die erforderlichen Abstandsflächen

einhalten oder die nach § 6 Abs. 10 Satz 1

Nr. 1 und 2 an einer Nachbargrenze zulässig sind

– Wintergärten bis 30 m2 Brutto-Grundfläche bei

Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 mit einem

Mindestabstand von 3 m zur Nachbargrenze, unter

den Vorbehalten des Abschnitts V Nr. 1 und 3

– Vorbauten, wie Hauseingangstreppen, deren Überdachungen,

Windfänge sowie Erker und Balkone bis

jeweils 30 m2 Brutto-Grundfläche je Geschoss bei

Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3; bei Erkern

und Balkonen sowie bei Windfängen mit mehr als

40 m3 Brutto-Rauminhalt unter den Vorbehalten des

Abschnitts V Nr. 1 und 3

– Dachaufbauten einschl. Dachgauben auf bestehenden

Gebäuden, unter den Vorbehalten des Abschnitts V

Nr. 1 und 3

– Fenster und Türen und die dafür bestimmten Öffnungen

in Außenwänden und in Dachflächen bestehender

Gebäude unter dem Vorbehalt des Abschnitts V Nr. 5

– Dächer von bestehenden Gebäuden einschließlich der

Dachkonstruktion und der Dämmung unter den

Vorbehalten des Abschnitts V Nr. 1 und 3

– Einfriedungen bis 1,50 m Höhe, offene Einfriedungen

im Außenbereich

– Die Erneuerung und Auswechslung von Dächern und

Dachteilen ohne Eingriff in die Konstruktion bei bestehenden

Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3.

Die in den vorgenannten Beispielen teilweise mit aufgeführten

Freistellungsvorbehalte haben folgenden Inhalt:

Freistellungsvorbehalt Nr. 1 – Beteiligung der Gemeinde

Der Gemeinde ist das beabsichtigte Vorhaben durch

Einreichen der erforderlichen Bauvorlagen schriftlich zur

Kenntnis zu geben, soweit das Vorhaben nicht dem

naturschutzrechtlichen Eingriffsgenehmigungsverfahren

unterliegt oder eine Ausnahmegenehmigung von einer

Veränderungssperre erforderlich ist. Die Gemeinde kann

durch Satzung bestimmen, dass im Gemeindegebiet

oder in genau bezeichneten Teilen davon bestimmte

Vorhaben von der Verpflichtung nach Satz 1 ausgenommen

sind; § 81 Abs. 4 gilt entsprechend. Mit dem

Vorhaben darf 14 Tage nach Eingang der erforderlichen

Bauvorlagen bei der Gemeinde begonnen werden,

wenn die Gemeinde der Bauherrschaft nicht schriftlich

erklärt, dass ein Baugenehmigungsverfahren durchgeführt

werden soll, oder eine vorläufige Untersagung nach

§ 15 Abs. 1 Satz 2 des Baugesetzbuches beantragt.

Teilt die Gemeinde der Bauherrschaft vor Ablauf der Frist

schriftlich mit, dass kein Baugenehmigungsverfahren

durchgeführt werden soll und sie eine vorläufige

Untersagung nach § 15 Abs. 1 Satz 2 BauGB nicht


eantragen wird, darf die Bauherrschaft bereits vor

Ablauf der Frist nach Satz 2 mit der Ausführung des

Vorhabens beginnen.

Freistellungsvorbehalt Nr. 3 – Beteiligung von Nachweisberechtigten:

Das Vorhaben darf erst ausgeführt werden, wenn eine

hierfür nach § 59 Abs. 3 Satz 2 berechtigte Person die

statisch konstruktive Unbedenklichkeit festgestellt und der

Bauherrschaft bescheinigt hat. In den Fällen des Abschnitts

I Nr. 2.1, 2.5, 7.4, 9.4 und 11.7.2 kann bei

schwieriger Bauausführung in der Bescheinigung das

Erfordernis einer Bauüberwachung nach § 73 Abs. 2

Satz 2 festgelegt werden.

Freistellungsvorbehalt Nr. 5 – Beauftragung von

Fachfirmen:

Die Bauherrschaft hat eine branchenspezifische Fachfirma

mit der Ausführung des Vorhabens zu beauftragen.

B e a c h t e n S i e – w i c h t i g:

Die Baugenehmigungsfreiheit entbindet nicht von der

Verpflichtung zur Einhaltung der Anforderungen, die

durch öffentlich-rechtliche Vorschriften an die baulichen

Anlagen gestellt werden (§ 54 Abs. 2 HBO). Wer

genehmigungsfrei baut, ist selbst dafür verantwortlich,

dass alle für das Bauvorhaben geltenden Vorschriften -

z.B. die gesetzlichen Abstandsflächen, die anerkannten

Regeln der Technik, Festsetzungen in einem Bebauungsplan

oder einer örtlichen Bauvorschrift sowie die ggf.

vorliegenden Freistellungsvorbehalte - eingehalten werden.

Obwohl für dieses Bauvorhaben keine Baugenehmigung

erforderlich ist, können ggf. andere Erlaubnisse

erforderlich sein. Wer beispielsweise ein Baudenkmal

baugenehmigungsfrei ändert, braucht trotzdem eine

denkmalschutzrechtliche Erlaubnis. Auch kann z.B. ein

Vorhaben naturschutzrechtlich genehmigungspflichtig

sein (z.B. bei offenen Einfriedungen im Außenbereich).

3.3 Wer darf Bauvorlagen verfassen?

Ein Haus sollte sich aus den Vorstellungen und Wünschen

der Bauherrschaft heraus entwickeln; es muss sorgfältig

geplant und gebaut werden, damit es sein eigenes

Gesicht erhält. Ein Haus tritt mit der Umgebung in

Beziehung, es muss auf Landschaft oder Stadt-/Gemeindebild

Rücksicht nehmen und definiert diese doch gleichzeitig

neu. Ein gutes Haus ist der verantwortungsvolle

Ausdruck seiner Bewohner/innen, Teil eines Ortes und

selbst ein lebendiger Ort. Die Bauherrschaft hat es in der

Hand, ihre Vorstellungen in einem schöpferischen Dialog

mit einem/einer Entwurfsverfasser/in umzusetzen. Das

Ergebnis einer solchen Planung sind die Bauzeichnungen.

Wer darf nun aber Bauzeichnungen verfassen, die

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

13

im Rahmen eines Bauantrages bzw. eines Freistellungsverfahrens

oder einer Bauvoranfrage bei der Unteren

Bauaufsichtsbehörde eingereicht werden?

Entwurfsverfasser/innen müssen hierzu bauvorlageberechtigt

sein. Dies sind Personen, die

– aufgrund des Hessischen Architekten- und Stadtplanergesetzes

die Berufsbezeichnung „Architektin“ oder

„Architekt“ zu führen berechtigt sind

– aufgrund des Ingenieurkammergesetzes in die Liste der

bauvorlageberechtigten Ingenieurinnen und Ingenieure

eingetragen sind oder die Bauvorlageberechtigung

nach § 19 a) Abs. 9 des Ingenieurkammergesetzes

nachweisen können

– aufgrund des Hessischen Architekten- und Stadtplanergesetzes

die Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“

oder „Innenarchitekt“ führen darf, für die mit dieser

Berufsaufgabe verbundenen baulichen Änderungen

von Gebäuden.

Bauvorlageberechtigt für:

1. Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen

und mit insgesamt nicht mehr als 200 m 2 Wohnfläche,

2. eingeschossige gewerbliche Gebäude bis 200 m 2

Brutto-Grundfläche und bis 3 m Wandhöhe, gemessen

von der Geländeoberfläche bis zur Schnittlinie

zwischen Dachhaut und Außenwand,

3. landwirtschaftliche Betriebsgebäude der Gebäudeklassen

1 bis 3 bis 200 m 2 Brutto-Grundfläche des

Erdgeschosses,

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3. DAS BAUORDNUNGSRECHT

4. Garagen bis 200 m 2 Nutzfläche

sind auch Meisterinnen und Meister im Maurer- und

Betonbauer- oder Zimmererhandwerk, Personen mit einer

erfolgreich abgelegten Prüfung, die als Voraussetzung

für die Befreiung von der Prüfung der fachtheoretischen

Kenntnisse dieser Meisterprüfungen anerkannt ist, sowie

staatlich geprüfte Technikerinnen oder Techniker der

Fachrichtung Bautechnik. Das gleiche gilt für

Berufsangehörige der Fachrichtungen nach Abs. 4 und

Abs. 5 Nr. 1 und 2 ohne Erfordernis der Berufspraxis

und ohne Eintragung in die Liste der Bauvorlageberechtigten

sowie für sonstige nach dem Recht der

Europäischen Union und der diesen gleich gestellten

Staaten unmittelbar Berechtigte.

Grundsätzlich gilt: Je besser die Qualität der Planung,

umso weniger Probleme und Rückfragen sind bei der

Ausführung zu erwarten. Dies wirkt sich günstig auf die

Baukosten aus und kann u.U. höhere Planungskosten

leicht wieder ausgleichen.

3.4 Die Bauvoranfrage

Die Hess. Bauordnung sieht vor, dass der Bauherrschaft

zu einzelnen Fragen eines Bauvorhabens (Bauvoranfrage)

ein schriftlicher Bescheid (Vorbescheid) erteilt

wird.

Bei vielen Bauvorhaben gibt es einzelne Punkte, deren

Genehmigungsfähigkeit zweifelhaft ist. Vor allem die

grundsätzliche Bebaubarkeit eines Grundstücks spielt oft

eine entscheidende Rolle. Hier jeweils einen kompletten

Bauantrag einzureichen, wäre zu zeitaufwendig und zeitraubend.

Bei negativem Ausgang des Genehmigungsverfahrens

wären oft beträchtliche Planungskosten

umsonst gewesen. Gleiches gilt bei dem Erwerb eines

Grundstücks: Stellt sich erst beim konkreten Bauantrag

heraus, dass das Grundstück unbebaubar ist, so sind

wertvolle Zeit und viel Geld (z.B. Notar- und Planungskosten)

verloren.

In solchen Fällen hilft der Vorbescheid.

Ist der Bauvorbescheid negativ, so ist er wie die Versagung

der Baugenehmigung anfechtbar. Ist er positiv,

so kann während seiner Geltungsdauer ein späterer

Bauantrag nicht mehr aus den Gründen abgelehnt werden,

die bereits Gegenstand der Prüfung bei dem

Vorbescheid waren.

Der Bauvorbescheid gilt drei Jahre. Die Geltungsdauer

kann auf Antrag um jeweils bis zu einem Jahr verlängert

werden, wenn die Bauherrschaft vor Ablauf der Geltungsdauer

des Vorbescheides dies schriftlich beantragt.

3.5 Von der Baugenehmigung freigestellte

Vorhaben

Die Hess. Bauordnung von 2002 lässt die Errichtung,

Änderung oder Nutzungsänderung von bestimmten

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

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Gebäuden, die grundsätzlich genehmigungspflichtig

sind, unter gewissen Voraussetzungen auch ohne

Baugenehmigung zu (§ 56 HBO).

Welche Vorhaben fallen unter die Genehmigungsfreistellung?

Es muss sich um Wohngebäude, sonstige Gebäude der

Gebäudeklasse 1 bis 3, sonstige bauliche Anlagen, die

keine Gebäude sind, sowie andere Anlagen und

Einrichtungen im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 HBO

bzw. Nebengebäude und Nebenanlagen zu den vorgenannten

Vorhaben handeln.

Gebäudeklasse 1:

a) freistehende Gebäude bis zu 7 m Höhe mit nicht

mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht

mehr als 400 m2 ,

b) freistehende landwirtschaftlich genutzte Gebäude.

Gebäudeklasse 2:

Gebäude bis zu 7 m Höhe mit nicht mehr als zwei

Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m2 .

Gebäudeklasse 3:

sonstige Gebäude bis zu 7 m Höhe.

Die Höhe ist das Maß der Oberkante des Rohfußbodens

des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum

vorhanden oder möglich ist, über der Geländeoberfläche

im Mittel.

Die Genehmigungsfreistellung gilt nicht für Sonderbauten.

Sonderbauten sind gekennzeichnet durch eine besondere

Art der Nutzung bzw. Größe.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

– Das Vorhaben muss im Geltungsbereich eines qualifizierten

Bebauungsplanes liegen und dessen Festsetzungen

sowie die Regelungen evtl. vorhandener

örtlicher Bauvorschriften in vollem Umfang einhalten.

Ausnahmen, Befreiungen oder Abweichungen dürfen

nicht notwendig sein.

– Die Erschließung im Sinne des Baugesetzbuches muss

gesichert sein (Anschluss des Bauvorhabens an das

öffentliche Straßennetz sowie die öffentlichen Versorgungs-

und Entsorgungseinrichtungen, d.h. zumindest

Wasserversorgung, Kanalisation und Elektrizität).

– Die Gemeinde bzw. Stadt verlangt nicht, dass ein

Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden soll

bzw. beantragt nicht eine vorläufige Untersagung nach

§ 15 Abs. 1 Satz 2 des Baugesetzbuches.

Wie funktioniert die Freistellung?

Die Bauherrschaft muss im Freistellungsverfahren keine

Baugenehmigung beantragen, sondern die Bauvorlagen


3. DAS BAUORDNUNGSRECHT

nur der Gemeinde und eine Zweitausfertigung der Bauaufsichtsbehörde

zeitgleich vorlegen. Die Bauherrschaft

spart Zeit und die ansonsten anfallenden Genehmigungsgebühren.

Es sind die durch Bauvorlagenerlass eingeführten

Vordrucke zu verwenden, die u.a. auch im Internet

unter www.wirtschaft.hessen.de veröffentlicht sind.

Die eingereichten Unterlagen müssen die Gemeinde in

die Lage versetzen, eine Beurteilung des Vorhabens vorzunehmen.

Die Gemeinde ist aber ebenso wenig wie die

Bauaufsichtsbehörde verpflichtet, die Einhaltung der

Voraussetzungen für ein Genehmigungsfreistellungsverfahren

oder der sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften

zu prüfen. Die Gemeinde kann allerdings aus

ganz unterschiedlichen Gründen ein Genehmigungsverfahren

fordern, etwa weil der Fall nach Ihrer Auffassung

unklar ist und bauaufsichtlich überprüft werden

sollte, ihr die Gestaltung des Gebäudes missfällt oder sie

beabsichtigt, den Bebauungsplan zu ändern, aber auch,

wenn die Unterlagen eine ordnungsgemäße Beurteilung

nicht zulassen. Will die Gemeinde, dass ein Baugenehmigungsverfahren

durchgeführt werden soll, hat sie dies

der Bauherrschaft innerhalb eines Monats nach Einreichung

bei der Gemeinde zu erklären. Tut die Gemeinde

dies nicht oder teilt sie dem Bauherrn schon vorher

mit, dass sie kein Genehmigungsverfahren verlangt

und sie eine Untersagung nach § 15 Abs. 1 Satz 2

Baugesetzbuch nicht beantragen wird, darf mit der

Ausführung des Vorhabens begonnen werden, wenn die

weiteren notwendigen Unterlagen bei der Bauaufsichtsbehörde

eingereicht worden sind.

Was müssen Sie sonst beachten:

– Auch im Genehmigungsfreistellungsverfahren müssen

die Bauvorlagen von einem/einer hierzu Bauvorlageberechtigten

angefertigt sein.

Die Kreisstadt Limburg an der Lahn - wo sich in der

Diezer Straße 43 der Hauptsitz der Kreisverwaltung

befindet - ist unter anderem durch ihre sehenswerte

Altstadt bekannt.

16

– Bauherrschaft und Entwurfsverfasser/in sind dafür verantwortlich,

dass die Voraussetzungen für die Genehmigungsfreistellung

gegeben sind und alle für das

Bauvorhaben maßgeblichen Vorschriften eingehalten

werden.

– Auch soweit die bauaufsichtliche Prüfung entfällt, sind

die Bauvorlagen spätestens vor Baubeginn, nach § 59

HBO erforderliche bautechnische Nachweise spätestens

vor Ausführung der jeweiligen Bauabschnitte

einzureichen.

– Beachten Sie darüber hinaus bitte unbedingt die Ausführungen

unter Nr. 4. (Bauausführung / Anzeige- und

andere Pflichten der Bauherrschaft).

3.6 Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren

Bereits die 1994 in Kraft getretene Hess. Bauordnung

hat eine wichtige Neuerung eingeführt, das sogenannte

Vereinfachte Baugenehmigungsverfahren. Mit der jetzt

gültigen Hess. Bauordnung 2002 wurde der Anwendungsbereich

für dieses Verfahren ausgeweitet. Das

Besondere an diesem Verfahren ist, dass die Bauaufsichtsbehörde

nicht mehr überprüft, ob alle öffentlichrechtlichen

Vorschriften eingehalten werden, sondern nur

noch eine Reihe aus baurechtlicher Sicht besonders wichtige

Regelungen.

Das spart zwar einerseits Arbeit und damit auch Zeit

und Geld, umgekehrt bedeutet dies jedoch auch, dass

die Baugenehmigung im Vereinfachten Verfahren nicht

mehr feststellt, ob aus öffentlich-rechtlicher Sicht alles in

Ordnung ist. Vielmehr trägt die Bauherrschaft die Verantwortung

dafür, dass die von der Bauaufsichtsbehörde

nicht mehr geprüften Anforderungen, die das Gesetz an

sein Vorhaben aber nach wie vor stellt, beachtet werden.

Die Verantwortung für die Bauherrschaft wird damit

erheblich ausgeweitet. Dem Vereinfachten Baugenehmigungsverfahren

unterfallen alle Vorhaben, die nicht

schon allgemein oder im Rahmen des Genehmigungsfreistellungsverfahren

genehmigungsfrei sind, mit Ausnahme

von Sonderbauten.

Nur folgende Vorschriften werden von der

Bauaufsichtsbehörde noch geprüft:

– Die Vorschriften des Baugesetzbuches und aufgrund

des Baugesetzbuches (also beispielsweise, ob die Festsetzungen

eines Bebauungsplanes eingehalten werden,

ob sich ein Vorhaben im Innenbereich einfügt oder im

Außenbereich zulässig ist).

– Von Abweichungen nach § 63 HBO (sofern diese

beantragt sind).

– Nach anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften, soweit

wegen der Baugenehmigung eine Entscheidung nach

diesen Vorschriften entfällt oder ersetzt wird (sofern


eine Baugenehmigung erteilt wird, beinhaltet diese

z.B. die Denkmalschutzrechtliche

Genehmigung).

Auch hier sind die Bauvorlagen, soweit die bauaufsichtliche

Prüfung entfällt, spätestens vor Baubeginn, nach §

59 HBO erforderliche bautechnische Nachweise spätestens

vor Ausführung der jeweiligen Bauabschnitte einzureichen.

Über den Bauantrag ist innerhalb von 3 Monaten nach

Eingang des vollständigen Antrages zu entscheiden; die

Bauaufsichtsbehörde kann diese Frist aus wichtigem

Grund um bis zu 2 Monate verlängern. Die

Baugenehmigung gilt als erteilt, wenn über den

Bauantrag nicht innerhalb der vorgenannten

Dreimonatsfrist entschieden worden ist; dies gilt jedoch

nicht für Vorhaben im Außenbereich.

3.7 Normales Baugenehmigungsverfahren

In allen anderen Fällen, in denen die vorgenannten Verfahren

nicht angewendet werden können, erfolgt die

Prüfung im Normalen Genehmigungsverfahren.

Baugenehmigungspflichtige Abbruchmaßnahmen fallen

ebenfalls grundsätzlich in das normale Baugenehmigungsverfahren.

In diesem Verfahren prüft die Bauaufsichtsbehörde

sowohl die bauplanungsrechtliche als auch die

bauordnungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens sowie

die Zulässigkeit nach anderen öffentlich-rechtlichen

Vorschriften, soweit

a) wegen der Baugenehmigung eine Entscheidung nach

diesen Vorschriften entfällt oder ersetzt wird oder

b) nach den anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften

kein Zulassungsverfahren vorgeschrieben ist.

Nicht geprüft werden der Erschütterungsschutz sowie die

Anforderungen des baulichen Arbeitsschutzes.

Die bauaufsichtliche Prüfung entfällt ebenfalls, mit Ausnahme

bei Sonderbauten, hinsichtlich der bautechnischen

Nachweise. Die erforderlichen bautechnischen

Nachweise sind auch hier spätestens vor Ausführung der

jeweiligen Bauabschnitte einzureichen.

3.8 Das Bauantragsverfahren beim

Kreisausschuss

Ist eine Baugenehmigung erforderlich, ist diese unter

Vorlage der jeweils notwendigen Unterlagen zu beantragen.

Genehmigungsbehörde für Bauvorhaben im Landkreis

Limburg-Weilburg ist der Kreisausschuss als Untere

Bauaufsichtsbehörde, für Vorhaben in Limburg und den

entsprechenden Stadtteilen der Magistrat der Stadt

Limburg. Grundvoraussetzung für eine zügige Bear-

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

17

beitung des Bauantrages sind vollständige und fehlerfreie

Antragsunterlagen. Deshalb ist es unter dem Aspekt

des Zeitgewinns besonders wichtig, dass der Bauantrag

mit allen notwendigen Unterlagen eingereicht wird.

Der Bauantrag ist schriftlich unter Verwendung der amtlich

bekannt gemachten Vordrucke in mindestens dreifacher

Ausfertigung beim Kreisausschuss des Landkreises

Limburg-Weilburg einzureichen. Die Bauvorlagen müssen

von einem/r hierzu bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser/in

angefertigt und unterschrieben sein. Mit dem

Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung müssen alle

zur Beurteilung des Vorhabens erforderlichen Unterlagen

vorgelegt werden. Um welche es sich hierbei handelt, ist

im Einzelnen im Bauvorlagenerlass festgelegt. Die vom

Katasteramt bzw. öffentlich-bestellten Vermessungsingenieur

zu erstellenden Unterlagen ergeben sich aus dem

Einzelfall und können entsprechend beim Kreisbauamt

erfragt werden.

Im Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.

Nach Eingang und Registrierung des Bauantrages bei

der Bauaufsichtsbehörde wird zunächst die Vollständigkeit

der Unterlagen geprüft. Ist der Bauantrag vollständig,

wird er daraufhin überprüft, ob das Vorhaben

mit den im jeweiligen Verfahren zu prüfenden öffentlichrechtlichen

Vorschriften übereinstimmt.

Je nach Einzelfall werden ggf. noch andere Behörden

oder Stellen beteiligt. Im Einzelfall kann auch eine

Ortsbesichtigung unumgänglich sein, z.B. wenn es

darum geht, ob sich das Bauvorhaben im Sinne des §

34 Baugesetzbuch in die Eigenart der Umgebung einfügt.

Nach Abschluss der Überprüfung wird über den

Bauantrag entschieden.

3.9 Nachbarbeteiligung

Es empfiehlt sich grundsätzlich, den Nachbarn frühzeitig

über ein beabsichtigtes Bauvorhaben in Kenntnis zu setzen.

Es kann frühzeitig dazu beitragen, Missverständnisse

zu verhindern. Dokumentiert der Nachbar mit

Unterschriften unter Bauvorlagen seine Zustimmung (z.B.

bei abweichungsbedürftigen Vorhaben), verzichtet er

hiermit gleichzeitig auf die Einlegung späterer Rechtsbehelfe

(Widerspruch, Klage) gegen eine erteilte Baugenehmigung.

Zu beachten ist allerdings, dass die

Unterschrift vorbehaltlos sein muss.

Unterschreibt ein Nachbar nicht, nur unter Vorbehalten

oder widerruft er seine Zustimmung rechtzeitig, so hat

dies regelmäßig keinen Einfluss auf die Genehmigungsfähigkeit

des Bauvorhabens. Die Genehmigung wird und

muss erteilt werden, wenn das Vorhaben den öffentlichrechtlichen

Vorschriften entspricht, die im Baugenehmigungsverfahren

zu prüfen sind. In solchen Fällen ist aller


3. DAS BAUORDNUNGSRECHT

dings durch die Genehmigungsbehörde besonders sorgfältig

zu prüfen, ob öffentlich-rechtlich geschützte nachbarliche

Belange durch das Vorhaben verletzt sein könnten.

3.10 Die Baulast

Die Baulast ist ein Instrumentarium, das in der Regel

dazu verwendet wird, ein nicht genehmigungsfähiges

Bauvorhaben einer Genehmigungsfähigkeit zuzuführen.

Es gibt verschiedene Arten von Baulasten; nachfolgend

beispielhaft die in der Praxis am häufigsten auftretenden

Fälle:

– Mit einer Abstandsflächenbaulast wird eine Abstandsfläche,

die nicht auf dem eigenen Grundstück eingehalten

werden kann, auf einem Nachbargrundstück

eingetragen;

– Leitungsrechte können ebenfalls durch Baulasteintragung

auf fremden Grundstücken eingetragen werden;

– Mit der Anbaubaulast wird die Verpflichtung des

Anbaus an ein grenzständiges Gebäude übernommen;

– Die Vereinigungsbaulast beinhaltet, dass die baulastmäßig

vereinigten Grundstücke bauordnungsrechtlich

ein Baugrundstück darstellen.

Das Baulastenverzeichnis wird derzeit von der Bauaufsichtsbehörde

geführt.

Für die Eintragung einer Baulast sind folgende

Unterlagen erforderlich:

– Baulasterklärung (1-fach),

– Auszug aus der Liegenschaftskarte mit Ortsvergleich

des zu belastenden Grundstückes und vermaßter

Die bautechnischen Nachweise sind u.a. Grundlage für die Ausführung der Bewehrung

18

Darstellung der Baulastfläche (6-fach),

– Beglaubigter Grundbuchauszug, Abt. 1 und 2, nicht

älter als ein Monat (1-fach),

– soweit vorhanden – Auflassungsvormerkung (1-fach),

– soweit notwendig – Erbschein (1-fach),

– soweit erforderlich – Zustimmung des

Erbbauberechtigten bzw. Käufers oder

Nutzungsberechtigten.

Die Baulasterklärung bedarf der Schriftform. Die Unterschrift

muss

– öffentlich beglaubigt (Notar, Ortsgericht) sein oder

– von einer Vermessungsstelle nach § 15 des Hess.

Vermessungsgesetzes beglaubigt sein oder

– vor der Unteren Bauaufsichtsbehörde geleistet oder

von ihr anerkannt werden.

Mit der Eintragung in das Baulastenverzeichnis durch die

Untere Bauaufsichtsbehörde wird die Baulast wirksam. Die

Eintragung einer Baulast ist gebührenpflichtig. Die Gebühr

ist vom Antragsteller zu erheben. Nicht prüfbare Baulasterklärungen

werden kostenpflichtig zurückgewiesen.

Antragsteller für die Beantragung der Baulast ist immer

der Eigentümer des belasteten Grundstückes, da er die

Baulasterklärung freiwillig zur Eintragung in das Baulastenverzeichnis

abgibt. Es empfiehlt sich deshalb, eine

privatrechtliche Regelung zur Übernahme der Eintragungs-

und Löschungsgebühren zu treffen. Vordrucke

hierfür sind beim Kreisbauamt erhältlich. Auskünfte über

Baulasteintragungen können ebenfalls beim Kreisbauamt

eingeholt werden. Diese sind gebührenpflichtig.


3.11 Bautechnische Nachweise, Typenprüfung

Die bautechnischen Nachweise müssen von hierzu berechtigten

Personen (Nachweisberechtigte) aufgestellt

werden oder durch Sachverständige bescheinigt sein.

Mit Ausnahme bei Sonderbauten entfällt eine bauaufsichtliche

Prüfung. Bei Sonderbauten entfällt die bauaufsichtliche

Prüfung lediglich hinsichtlich der Nachweise

des Schall- und Wärmeschutzes.

Nachweisberechtigte müssen in die bei der Architektenund

Stadtplanerkammer Hessen oder Ingenieurkammer

des Landes Hessen geführte Liste nachweisberechtigter

Personen des jeweiligen Fachgebietes eingetragen sein.

Grundsätzlich schließt die jeweilige Bauvorlageberechtigung

die Berechtigung zur Erstellung der bautechnischen

Nachweise ein. Es sind jedoch Ausnahmen zu beachten.

Nachfolgend wird auf die verschiedenen bautechnischen

Nachweise eingegangen.

Nachweis der Standsicherheit einschl. der Feuerwiderstandsdauer

tragender Bauteile

Grundsätzlich muss dieser Nachweis von Nachweisberechtigten

für Standsicherheit erstellt sein, es sei denn,

der Nachweis wird von Sachverständigen für

Standsicherheit bescheinigt.

Bei

1. baulichen Anlagen mit Tragwerken von überdurchschnittlichem

oder höherem Schwierigkeitsgrad,

2. sonstigen baulichen Anlagen mit einer Höhe von mehr

als 10 m,

3. besonderen Verhältnissen des Baugrundes, des

Grundwassers oder der Belastung sowie bei der

Verwendung besonderer Baustoffe,

4. Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5

muss dieser Nachweis von Sachverständigen für Standsicherheit

bescheinigt sein.

Nachweis des vorbeugenden Brandschutzes

Bei Gebäuden der Gebäudeklasse 4 muss dieser Nachweis

von Nachweisberechtigten für Brandschutz erstellt

sein, es sei denn, der Nachweis wird von Sachverständigen

für Brandschutz bescheinigt. Bei Gebäuden

der Gebäudeklasse 5 muss dieser Nachweis von

Sachverständigen für Brandschutz bescheinigt sein.

Nachweis des Schall- und des Wärmeschutzes

Diese Nachweise sind von einer hierzu aufgrund einer

Verordnung berechtigten Person zu erstellen.

Sichere Benutzbarkeit für Energieerzeugungsanlagen

Die sichere Benutzbarkeit sowie die ordnungsgemäße

Abführung der Abgase sind durch Sachverständige für

Energieerzeugungsanlagen (Bezirksschornsteinfegermeister/innen)

zu bescheinigen.

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

19

Typenprüfung

Einer Prüfung bautechnischer Nachweise bedarf es nicht,

soweit mit dem Bauantrag Nachweise vorgelegt werden,

die von einem Prüfamt für Baustatik allgemein geprüft

sind (Typenprüfung); Typenprüfungen anderer Länder gelten

auch im Land Hessen.

3.12 Wie rechtssicher ist meine

Baugenehmigung?

Die Baugenehmigung ist ein Verwaltungsakt mit

Außenwirkung, die daher auch von Dritten angefochten

werden kann. Ist ein/eine Nachbar/in mit Ihrem Bauvorhaben

nicht einverstanden, kann dies unter Umständen

zu unliebsamen Unterbrechungen bei der Baumaßnahme

führen.

Ist dem/der Nachbar/in die Baugenehmigung zur

Kenntnis zugestellt worden, kann innerhalb eines Monats

bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde Widerspruch eingelegt

werden. Hat die Nachbarschaft keine Kenntnis

von der Baugenehmigung, verlängert sich die Frist. Sie

kann in Einzelfällen bis zu einem Jahr nach Baubeginn

betragen. Der Widerspruch hat jedoch keine aufschiebende

Wirkung und zieht daher keine automatische

Baueinstellung nach sich, so dass Sie bis zu einer Entscheidung

auf eigenes Risiko weiter bauen können. Es

gibt jedoch die Möglichkeit für die Nachbarschaft, einen

Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden

Wirkung des Widerspruches u.a. beim Verwaltungsgericht

zu stellen. Erst wenn das Verwaltungsgericht diesem

Antrag stattgibt, kann förmlich die Einstellung der

Bauarbeiten angeordnet werden.

Der Erfolg eines Widerspruches bzw. des vorgenannten

Antrages hängt davon ab, ob geschützte nachbarliche

Belange verletzt werden, wie z.B. das Unterschreiten des

erforderlichen Grenzabstandes.

3.13 Verstöße gegen das Baurecht

(Ordnungswidrigkeiten)

Diese liegen zum Beispiel vor, wenn ohne die erforderliche

Baugenehmigung oder abweichend von genehmigten

bzw. eingereichten Bauvorlagen bauliche Anlagen

errichtet, verändert oder abgebrochen werden. Die

Ordnungswidrigkeiten können mit einem Bußgeld bis zu

500.000,-- € geahndet werden. Mit Zahlung dieser

Geldbuße wird der Bauherr jedoch nicht von den sonstigen

Folgen seines Vergehens freigestellt.

Kann aus bautechnischen oder baurechtlichen Gründen

der Verstoß nicht durch nachträgliche Genehmigung

oder Nachholung des Verfahrens geheilt werden, muss

u.U. die Beseitigung der nicht genehmigten baulichen

Anlage angeordnet werden.


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4. BAUAUSFÜHRUNG/ANZEIGE – UND ANDERE

PFLICHTEN DER BAUHERRSCHAFT

Mit den Bauarbeiten – wozu auch der Baugrubenaushub

zählt – eines grundsätzlich genehmigungspflichtigen Bauvorhabens

darf erst begonnen werden, wenn die Fristen

im Rahmen der Genehmigungsfreistellung abgelaufen

sind bzw. eine vorherige Freigabe durch die Stadt/

Gemeinde erfolgte oder die Baugenehmigung erteilt und

zugestellt ist. Die Einhaltung der genehmigten oder im

Rahmen der Genehmigungsfreistellung vorgelegten Baupläne

versteht sich von selbst. In der Baugenehmigung

sind ggf. auch Auflagen und Erläuterungen enthalten,

die aus fachlicher Sicht notwendig sind, um das Vorhaben

zu ermöglichen aber der Bauherrschaft und dem/

der Entwurfsverfasser/in bisher nicht bekannt waren.

Dem Bauherrn sind im Zuge der Bauausführung eine

ganze Reihe von Anzeigepflichten und anderen

Obliegenheiten auferlegt.

– Mindestens eine Woche vor Ausführungsbeginn

Mitteilung des Baubeginns sowie Benennung der mit

der Bauleitung beauftragten Person, von Bauherrschaft

und der mit der Bauleitung beauftragten Person zu

unterzeichnen.

– Benennung des mit der Ausführung des Rohbaus oder

mit den Abbrucharbeiten beauftragten Unternehmens.

– Bescheinigung des Nachweises der Standsicherheit

einschließlich der Feuerwiderstandsdauer tragender

Bauteile sowie der Nachweis des vorbeugenden

Brandschutzes.

– Noch nicht vorliegende Bauvorlagen sind spätestens

vor Baubeginn einzureichen.

– Erforderliche bautechnische Nachweise sind spätestens vor

Ausführung der jeweiligen Bauabschnitte einzureichen.

– Dem Sachverständigen für Energieerzeugungsanlagen

(Bezirksschornsteinfegermeister/in) ist der Ausführungsbeginn

des Vorhabens mindestens eine Woche

vorher schriftlich mitzuteilen.

– Vor Baubeginn muss die Grundfläche des Gebäudes

abgesteckt und seine Höhenlage festgelegt sein. Ist

nach den Bauvorlagen Grenzbebauung vorgesehen

oder die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück

durch Bezug auf die Grundstücksgrenzen bestimmt,

muss die Absteckung von Sachverständigen für Vermessungswesen

bescheinigt sein.

– An der Baustelle müssen Baugenehmigungen sowie

Bauvorlagen von Baubeginn an, erforderliche bautechnische

Nachweise spätestens vor Ausführung der

jeweiligen Bauabschnitte vorliegen.

– Ein Wechsel der Bauleitung oder der ausführenden

Unternehmen ist der Bauaufsichtsbehörde schriftlich mit-

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

21

Baubeginn an der Mittelpunktschule St. Blasius in

Dornburg-Frickhofen

zuteilen. Wechselt die Bauleitung, hat die neu beauftragte

Person die Mitteilung mit zu unterschreiben.

– Die Fertigstellung des Rohbaus und die abschließende

Fertigstellung von Gebäuden sind der Bauaufsichtsbehörde

und der Katasterbehörde jeweils mindestens

2 Wochen vorher unter Angabe des Zeitpunkts der

Fertigstellung anzuzeigen.

– Mit der Anzeige der Fertigstellung des Rohbaus ist die

Bescheinigung des Sachverständigen bzw. Nachweisberechtigten

hinsichtlich der bautechnischen Nachweise

über die von ihnen bescheinigten Unterlagen

übereinstimmende Bauausführung vorzulegen.

– Vor der dauerhaften Inbetriebnahme der Energieerzeugungsanlage,

spätestens mit der Anzeige der

abschließenden Fertigstellung des Gebäudes, ist die

Bescheinigung des Sachverständigen für Energieerzeugungsanlagen

(Bezirksschornsteinfegermeister/in) über

die sichere Benutzbarkeit sowie die ordnungsgemäße

Abführung der Abgase vorzulegen.

Vordrucke hinsichtlich der Bauzustandsanzeigen sind der

Baugenehmigung beigefügt.

Die Nichteinreichung erforderlicher Unterlagen vor

Baubeginn kann die Baueinstellung und die Einleitung

eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens zur Folge haben.

Es ist daher ratsam, die entsprechenden Bestimmungen

auch zu beachten.

Auch sollte darauf geachtet werden, die Nachweisberechtigten

bzw. Sachverständigen frühzeitig über die

Bauausführung zu informieren. Diese können die

ordnungsgemäße Bauausführung natürlich nur bescheinigen,

wenn ihrerseits die erforderlichen Abnahmen auch

durchgeführt werden können.


5. NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE

Was hat Natur(schutz) mit Bauen zu tun ?

Die Frage stellt sich durchaus! - In Hessen werden Tag

für Tag 50.000 (in Worten: fünfzigtausend) Quadratmeter

Boden für Verkehr-, Siedlungs- und Bauvorhaben

verbraucht. Boden ist nicht vermehrbar und Boden, der

überbaut und versiegelt wird, geht als Lebensraum für

Pflanzen und Tiere, als Fläche für die Versickerung von

Regen und damit für die Grundwasserneubildung, als

das Klima positiv beeinflussende Größe und nicht zuletzt

als Produktionsfläche für Nahrungsmittel und nachwachsende

Rohstoffe verloren. Wer also baut und so unwiederbringlich

Boden beansprucht, nimmt Natur in

Anspruch. Für das einzelne Wohnhaus, das neu errichtet

wird, hält sich die Beanspruchung von Fläche noch in

Grenzen, in der Summe vieler Bauvorhaben ist der

Flächenverbrauch immens und damit der Verlust der

oben genannten Wirkungen und Funktionen.

Als in den 60-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts die

Fragen des Umweltschutzes zunehmend in das öffentliche

Bewusstsein traten, war das Verursacherprinzip ein

22

zentrales Thema. Verursacherprinzip bedeutet: Wer für

einen Schaden an der Umwelt verantwortlich ist, muss

auch für dessen Behebung Sorge tragen. Bauen fügt, um

im Bild zu bleiben, der Natur und der Umwelt einen

Schaden zu. Wer baut, ist im Sinne des Verursacherprinzips

für die Behebung des Schadens heran zu ziehen.

Im Naturschutzgesetz ist das Verursacherprinzip

dem Grunde nach verankert, nur heißt der „Schaden“

dort „Eingriff“ und die „Schadensbehebung“ ist der notwendige

„Ausgleich“. Wer also bauen will, muss sich

auch mit den Fragen des Schutzes der Natur und der

Umwelt befassen, ganz konkret in Bezug auf das eigene

Vorhaben. Doch wie das so ist, die Tücke steckt im Detail

und in den vielfältigen gesetzlichen Regelung-en und

Vorschriften sowieso. Daher die nächste Frage: Wie wird

die Schadensbehebung oder der Ausgleich geplant?

Eine Antwort in aller Kürze: Im Freiflächenplan oder

Eingriffs- und Ausgleichsplan! Und was ist das?

Der Freiflächenplan stellt zunächst den derzeitigen

Zustand des Grundstückes dar. Er erfasst die vorhande-


nen Gehölzbestände, die derzeitige Nutzungsstruktur,

bestehende versiegelte Flächen usf. In einem zweiten

Schritt informiert der Freiflächenplan über die künftig

beabsichtigte Nutzung des Grundstücks, also das geplante

Gebäude, notwendige Wege, Fahr- und Hofflächen

sowie über die Art der geplanten Versiegelung.

Weiterhin enthält er Informationen über die Gestaltung

des Gartens: Welche Bäume und Sträucher sollen gepflanzt

werden, wo wird eine Wiese angelegt, welche

Flächen werden für die gartenbauliche Erzeugung

genutzt, an welchen Standorten werden Beete für

Stauden und Blumen geschaffen, welche Maßnahmen

werden zur Förderung von Tieren im Garten ergriffen

(zum Beispiel Anlage von Trockenmauern für Reptilien,

eines Gartenteiches für zuwandernde Amphibien,

Förderung der Vogelwelt durch das Aufhängen von

Nistkästen, ... )

Der Eingriffs- und Ausgleichsplan wird für Vorhaben im

sogenannten Außenbereich (siehe unten) erarbeitet. Im

Gegensatz zum Freiflächenplan muss der Eingriffs- und

Ausgleichsplan alle mit der Baumaßnahme verbundenen

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

23

Eingriffswirkungen auf Natur und Landschaft detailliert

erfassen und diesen konkrete Maßnahmen zum Ausgleich

gegenüberstellen. Dabei wird auf die beeinträchtigten

Funktionen des Naturhaushaltes abgestellt. Die

Versiegelung von zuvor offenen Bodenoberflächen kann

dadurch funktional ausgeglichen werden, dass an anderer

Stelle versiegelte Flächen entsiegelt werden (Abbruch

von Gebäuden, Rückbau von befestigten Flächen). Wird

das Landschaftsbild durch ein Bauvorhaben beeinträchtigt,

sind Maßnahmen zur Eingrünung (Baum- und

Heckenpflanzungen) im Sinne des funktionalen Ausgleichs

geeignet, das Landschaftsbild landschaftsgerecht

wieder herzustellen. Kann ein funktionaler Ausgleich

nicht vollständig erbracht werden, bietet sich die Durchführung

von Ersatzmaßnahmen an; das sind Maßnahmen

des Naturschutzes, die eine Aufwertung der

Natur darstellen, ohne in direktem funktionalen

Zusammenhang mit dem Bauvorhaben zu stehen. Soweit

auch die Durchführung von Ersatzmaßnahmen, zum

Beispiel mangels Flächenverfügbarkeit scheitert, bleibt

letztendlich die Zahlung eines Geldbetrages (Ausgleichsabgabe)

für die Abgeltung verursachter Natureingriffe.


5. NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE

Garten mit „Einheitsgrün“ – wenig Lebensraum für Tiere

und Pflanzen (Foto: Hubert Lübke)

Wo soll das Bauvorhaben errichtet

werden ?

Im „unbeplanten“ Innenbereich ?

Der „unbeplante“ Innenbereich zeichnet sich u.a.

dadurch aus, dass ein Bebauungsplan mit naturschutzfachlichen

Empfehlungen und Vorgaben (Festsetzungen)

fehlt. In aller Regel handelt es sich hierbei um die alten

Dorf- und Stadtkerne sowie die ältere Bebauung bis etwa

in die Mitte des 20.Jahrhunderts. Neben einer hochverdichteten

Bauweise (z.B. in der Limburger Altstadt) findet

sich im städtischen Raum z.T. eine Bebauung auf großen

Grundstücken mit Gärten, die nicht selten durch einen

alten Baumbestand geprägt sind .In den ländlich strukturierten

Gemeinden im Landkreis gibt es vereinzelt noch

die alten Dorfstrukturen mit Bauernhöfen, Obst- und

Gemüsegärten, Hausbäumen und Trockenmauern. Sie

sind Lebensraum für den Menschen sowie für eine vielfältige

Tier- und Pflanzenwelt. Auch wenn sich zwischenzeitlich

die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Wohnund

Lebensqualität nicht unerheblich von „mehr Natur

am Haus“ abhängig ist, so sind die baulichen Entwicklungen

dieser Zielvorstellung häufig entgegengesetzt.

Alte Bäume verschwinden, Gartenflächen werden mit

Pflaster versiegelt und zu großzügigen Autoabstellplätzen

umfunktioniert, der Erholungs- und Lebensraum

für Mensch, Pflanze und Tier wird eingeengt. Sicherlich

wird sich die Bebauung auch zukünftig an der gesellschaftlichen

Entwicklung orientieren. Dies darf jedoch

nicht zu Lasten eines lebenswerten Wohnumfeldes

gehen. Demzufolge sollten wir alle (Antragsteller, Architekten

und die Naturschutzbehörde) aus eigenem Interesse

darauf hinwirken, dass unsere Siedlungsbereiche

im besten Sinne lebenswert bleiben bzw. wieder werden.

Hierzu bieten sich viele Möglichkeiten an. Es gilt

der Gestaltungsgrundsatz „Weniger ist mehr“. Die

Untere Naturschutzbehörde wird seitens der Bauaufsicht

in die laufenden Bauantragsverfahren eingebunden und

prüft den Freiflächenplan (s.o.).

24

Strukturreicher Hausgarten – viel Lebensraum für Tiere

und Pflanzen (Foto: Hubert Lübke)

Im „beplanten“ Innenbereich ?

Was bedeutet nun „beplanter“ Innenbereich im Hinblick

auf den Naturschutz und dessen Berücksichtigung in den

Bauantragsunterlagen? Der wesentliche Unterschied zum

„unbeplanten“ Innenbereich besteht darin, dass für das

Grundstück, auf dem das Gebäude errichtet werden soll,

ein Bebauungsplan durch die jeweilige Kommune aufgestellt

wurde. Der Bebauungsplan enthält naturschutzfachliche

Festsetzungen, die der Kompensation des durch die

Bebauung bedingten Eingriffs in die Natur im Sinne des

Verursacherprinzips dienen. Diese naturschutzfachlichen

Festsetzungen sind in den Freiflächenplan als Bestandteil

der Bauantragsunterlagen zu übernehmen.

Im „Außenbereich“ ?

Was ist der Außenbereich? Außenbereich ist alles was

nicht innerhalb der besiedelten Orte liegt. Außenbereich

ist freie Landschaft, Äcker, Wiesen, Wald, Gewässer ...

Bauen im Außenbereich ist dem Grunde nach nicht möglich.

Nach dem Willen des Gesetzgebers soll der

Außenbereich unverbaut erhalten werden, soll freie

Landschaft bleiben. Ausnahmen gibt es nur für sogenannte

privilegierte Vorhaben und solche, die aufgrund

ihrer besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich

errichtet werden können. Das können zum Beispiel

Bauten sein, die einem land- oder forstwirtschaftlichem

Betrieb dienen oder solche, die an einen besonderen

Standort gebunden sind, zum Beispiel Funktionsgebäude

einer Kläranlage.

Wer ein Gebäude im Außenbereich als privilegiertes

Vorhaben nach den Vorschriften des Baugesetzbuches

errichten kann, den trifft das Verursacherprinzip, sprich

die Verpflichtung, die mit der Errichtung des Gebäudes

verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen.

Das schreibt das Hessische Naturschutzgesetz

über die Eingriffsregelung vor. Ziel dabei ist es, die

durch die Baumaßnahme in der Natur beeinträchtigten

Funktionen möglichst gleichartig wieder herzustellen. Das


Wie des Ausgleichs wird in einem Eingriffs- und

Ausgleichsplan (s.o.) dargestellt, der jedem Bauantrag

für ein Vorhaben im Außenbereich beizufügen

ist.

Im „Außenbereich“ und in einem

„Landschaftsschutzgebiet“ ?

Was der Außenbereich ist, haben wir in groben Zügen

erfahren. Aber was hat es mit den Landschaftsschutzgebieten

auf sich? Landschaftsschutzgebiete sind Gebiete,

in denen ein besonderer Schutz von Natur und

Landschaft erforderlich ist, zum Beispiel wegen der

Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes

oder ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung. Im

Landkreis Limburg-Weilburg gibt es drei große

Landschaftsschutzgebiete: das Landschaftsschutzgebiet

„Taunus“, das Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund

Lahn-Dill“ und das Landschaftsschutzgebiet „Hessischer

Westerwald“. Wer in einem Landschaftsschutzgebiet

bauen will, muss die besonderen Schutzvorschriften der

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

25

jeweiligen Landschaftsschutzverordnung beachten, das

Vorhaben darf den Zielen und dem Zweck der jeweiligen

Landschaftsschutzverordnung nicht entgegen stehen.

Im Regelfall sind Bauvorhaben in einem Landschaftsschutzgebiet

genehmigungspflichtig, ganz unabhängig

davon, dass andere Genehmigungen, etwa Baugenehmigungen

parallel erforderlich sein können. Die landschaftsschutzrechtliche

Genehmigung ist bei der Unteren

Naturschutzbehörde zu beantragen. Und auch hier gilt

das Verursacherprinzip, ein Eingriffs- und Ausgleichsplan

(s.o.) muss erarbeitet und - neben weiteren Unterlagen -

dem Antrag beigefügt werden.

Zu guter Letzt ...

lag beim Thema „Bauen und Naturschutz“ die Würze in

der Kürze! Mit Sicherheit sind Fragen unbeantwortet

geblieben. - Kein Problem: Wenden Sie sich an die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde.

Die für Sie zuständigen Leute finden Sie

auf Seite 41 dieses Heftes.

Gut in die Landschaft eingebundenes Dorf (Foto: Armin Ringsdorf)


Die grundsätzliche

Aufgabe von Denkmalschutz

und Denkmalpflege

besteht darin,

die Kulturdenkmäler

(Baudenkmäler und

Bodendenkmäler) als

Quellen und Zeugnisse

menschlicher Geschichte

und Entwicklung im

öffentlichen Raum,

nach den Vorgaben des

Hessischen Denkmalschutzgesetzes

zu schützen

und zu erhalten

sowie darauf hinzuwirken,

dass sie in die

städtebauliche Entwicklung

und Landschaftspflege

eingebunden

werden. Eine aktive

Denkmalpflege ist demgemäß

fester Bestandteil

zum Erhalt unserer vertrauten

Kulturlandschaft.

Kulturdenkmäler sind Sachen, Sachgesamtheiten oder

Sachteile, an deren Erhaltung aus künstlerischen, wissenschaftlichen,

technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen

Gründen ein öffentliches Interesse besteht.

Gesamtanlagen (Straßen-, Platz- und Ortsbilder) sind

ebenfalls Kulturdenkmäler, und zwar auch dann, wenn

nicht jede einzelne dazugehörige bauliche Anlage die

vorgenannten Vorraussetzungen erfüllt, dass Orts-, Platzoder

Straßenbild aber insgesamt schutzwürdig ist.

Neben Burgen, Schlösser, Kirchen umfasst der Denkmalschutz

insbesondere Bürgerhäuser, Villen, Fachwerkhäuser,

Hofanlagen, Mühlen, Bahnanlagen, Brücken

aber auch historische Park-, Garten- und Grünanlagen.

Alle diese Kategorien von Kulturdenkmälern sind aufgeführt

in der vom Landesamt für Denkmalpflege publizierten

Denkmaltopographie als öffentliches Denkmalverzeichnis

(Denkmalbuch).

Denkmalschutzbehörde ist der Kreisausschuss, Denkmalfachbehörde

das Landesamt für Denkmalpflege.

Der Vollzug des Denkmalschutzgesetzes erfolgt in enger

Abstimmung beider Behörden, insbesondere betreffend

die Bestimmungen des § 16 Hess. Denkmalschutzgesetz -

Genehmigungspflichtige Maßnahmen.

Vorrangiges Ziel ist demgemäß, in Abstimmung mit dem

Eigentümer bereits im genehmigungsvorbereitenden

Planungsstadium einen denkmalpflegerisch sinnvollen

Umgang mit dem jeweiligen Baudenkmal und dessen

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

6. DENKMALSCHUTZ UND DENKMALPFLEGE

27

Das Schloß in Hadamar

Nutzung zu erreichen, da das Denkmalschutzgesetz trotz

der Vielfalt und der Einzigartigkeit von Kulturdenkmälern

keine allgemeinen gültigen Bestimmungen oder detaillierte

Anforderungen enthält.

Eingeschlossen sind darin die damit verbundenen

Sanierungs-, Instandsetzungs-, Reparatur- und Erneuerungsarbeiten.

Dies ist zugleich Voraussetzung für die Beantragung von

Zuwendungen zur Erhaltung von Baudenkmälern, aber

auch für eine Inanspruchnahme steuerlicher Vergünstigungen.

Sowohl das Land Hessen als auch der Landkreis

Limburg-Weilburg gewähren, im Rahmen der jeweils zur

Verfügung stehenden Haushaltsmittel, finanzielle

Zuschüsse zu denkmalpflegerischen Aufwendungen.

Ausführliche Informationen zum Denkmalschutz sind

unter anderem in den Broschüren des Landesamtes für

Denkmalpflege zu finden, die auch bei der Unteren

Denkmalschutzbehörde zu erhalten sind.

Bei Fragen und Informations- bzw. Beratungsbedarf wenden

Sie sich bitte an die Untere Denkmalschutzbehörde

oder das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden,

mit den Abteilungen Bau- und Kunstdenkmalpflege sowie

Archäologische Denkmalpflege.


Bauabfälle richtig entsorgen!

Auch bei Bauabfällen gilt die gesetzliche

Vorgabe, dass Abfälle

1.) vermieden werden sollen,

2.) falls nicht vermeidbar, möglichst

verwertet werden

sollen,

3.) falls nicht verwertbar, umweltgerecht

beseitigt werden

müssen.

Und auch bei Bauabfällen gilt,

dass eine gute Abfalltrennung

bereits an der Baustelle die Entsorgungskosten

deutlich reduzieren

kann.

Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

fordert Bauherren, Planer,

Bauunternehmen, Handwerker,

Verbände und Behörden auf,

eine umweltverträgliche Abfallwirtschaft

im Bauwesen zu verwirklichen.

Verwertbare Stoffe müssen, soweit

möglich und zumutbar, vor Ort

von den nicht verwertbaren Stoffen

getrennt erfasst und einer Verwertung

zugeführt werden.

Bauschutt

Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Limburg-Weilburg / Niederstein Süd / D-65614 Beselich-Obertiefenbach

Abfallberatung: Telefon 064 84 / 91 72-007 awb@awb-lm.de www.awb-limburg-weilburg.de

29

(Großbaustelle)

Beschreibung / Beispiele Entsorgungswege

- mineralische Materialien aus Bautätigkeiten

(ohne Bodenaushub)

- verwertbar, sind z.B. Ziegel, Betonbruch

ohne Eisenarmierung,

Fliesen, Kalksteine, Mörtel, Steinzeug,

Keramik, Naturstein

- nicht verwertbar sind z.B.

Heraklit- und Rigipsplatten sowie

Lehmgefache

Bodenaushub

- Verwertung über

a) private Bauschuttaufbereiter

b) Deponiebau des AWB

- Beseitigung (nicht verwertbar)

über den Abfallwirtschaftsbetrieb

(AWB)

Beschreibung / Beispiele Entsorgungswege

- natürlich anstehender und umgelagerter

Boden mit ursprünglichen

- Verbleib auf dem Grundstück

Steinen (ohne Bauschutt), der bei - Verwertung über

Baumaßnahmen ausgehoben oder a) Deponiebau des AWB

abgetragen wird

b) private Unternehmen

(Abtransport von Bodenaushub)


Straßenaufbruch

Unbelasteter Straßenaufbruch (bitumenhaltig) ist grundsätzlich zu verwerten. Dieser stammt aus Deck-, Binder-

oder Tragschichten oder anderen Bauteilen und enthält als Bindemittel nur Bitumen. Dieser bituminöse Straßenaufbruch

ist ein hochwertiges Material, das vor Ort aufbereitet und wiederverwendet oder über Asphalt-Mischwerke

recycelt werden kann. Eine deponietechnische Verwertung auf der Kreisabfalldeponie Beselich ist möglich.

Pechhaltiger (teerhaltiger) Straßenaufbruch enthält als Bindemittel Straßenpech. Er wird auf der Kreisabfalldeponie

Beselich nur angenommen, wenn der PAK-Gehalt nach EPA 100 mg/kg und der Phenolgehalt 50 mg/l nicht

übersteigt.

Eine Aufbereitung vor Ort mit anschließender Wiederverwendung oder eine Recycling in Asphalt-Mischwerken ist

ebenfalls möglich.

Baustellenabfälle

Baustellenmischabfälle Entsorgungswege

- z.B. Dachpappe, Rigips, Heraklit,

Kunststoffdachrinnen, Fenster,

Bodenbeläge, verschmutztes Styropor,

Kabelreste, Kehricht

Welleternit, Fassadenplatten, Asbestzementabfälle

- z.B. auch Rohrleitungen, Lüftungskanäle,

Dachbeläge, Bodenbeläge,

Dichtungen, Blumenkästen

Achtung:

sehr stark gefährdender, krebserzeugender

Stoff! Vorsicht beim

Ausbau!

Künstliche Mineralfaserabfälle

- z.B. Dachdämmung, Wand- und

Rohrisolierung, Trittschalldämmung

Achtung:

ähnliche Gefährdung wie bei

Asbestabfällen!

Holzabfälle

- z.B. Schalungsholz, Holz aus Abbrüchen,

Türen, Dielen, Paletten,

Bauholzabschnitte, Möbelholz

Holz kann je nach Belastung stofflich

oder energetisch verwertet werden.

- Beseitigung über den Abfallwirtschaftsbetrieb

Entsorgungswege

- Beseitigung über den Abfallwirtschaftsbetrieb

Die aktuellen Annahmebedingungen

und Annahmezeiten

rechtzeitig beim AWB erfragen!

- Für gewerbliche Abfallerzeuger

erfolgt die Verwertung direkt

bei Verwerterbetrieben

Bei Kleinmengen aus Haushalten

die besonderen Annahmebedingungen

des AWB beachten!

- Verwertung über Verwerterbetriebe,

gebührenpflichtige Anlieferung

am Wertstoffhof der Kreisabfalldeponie

möglich.

Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Limburg-Weilburg / Niederstein Süd / D-65614 Beselich-Obertiefenbach

Abfallberatung: Telefon 064 84 / 91 72-007 awb@awb-lm.de www.awb-limburg-weilburg.de

30

(gemischte Baustellenabfälle)

(Asbestzementabfälle, gesondert

eingepackt und abgelagert)

(vorzerkleinerte Holzabfälle)


INTERSEROH AG

Stollwerkstraße 9a, D-51149 Köln

Telefon: 022 03/91 47-0, Fax: -394

E-Mail: info@interseroh.de

Internet: www.interseroh.de

Gesellschaft zur Verwertung gebrauchter

Papiersäcke mbH

Nerotal 4, D-65193 Wiesbaden

Tel.: 06 11 / 599 01 04

E-Mail: info@repasack.de

Internet: www.repasack.de

Duales System Deutschland AG

Frankfurter Str. 720-726,

D-51145 Köln

Tel.: 022 03 / 937-0, Fax: -190

E-Mail: info@gruener-punkt.de

Internet: www.gruener-punkt.de

Landbell AG

Rheinstr. 4 L, D-55116 Mainz

Tel.: 061 31 / 23 56 52-0, Fax: -10

E-Mail: info@landbell.de

Internet: www.landbell.de

Unsere Tipps:

� Wertstoffe sortenrein erfassen.

� Händler und Entsorger wählen,

die Verpackungen kostenlos

abnehmen.

� Container optimal befüllen.

� Bedarfsgerecht einkaufen,

um Reste zu vermeiden.

Verpackungsabfälle

Bei fast allen Verpackungen ist die Entsorgung bereits durch den Kauf der

verpackten Produkte bezahlt. Erfassen Sie deshalb die Verpackungsabfälle

nach Stoffgruppen getrennt bereits auf der Baustelle. Denn nur unverschmutzte,

stoffgleiche Verpackungsabfälle können Sie kostenfrei dem

regionalen Entsorgungsfachbetrieb oder Baustoffhandel übergeben.

Transportverpackungen Entsorgungswege

- z.B. Paletten, Schrumpffolien, Umreifungsbänder,

Kanister, Eimer,

Kartonagen, Holzkisten, Styroporverpackungen,

Blech- oder Stahlverpackungen

Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Limburg-Weilburg / Niederstein Süd / D-65614 Beselich-Obertiefenbach

Abfallberatung: Telefon 064 84 / 91 72-007 awb@awb-lm.de www.awb-limburg-weilburg.de

31

Verwertung über Verwerterbetriebe,

die im Auftrag der Interseroh

GmbH diese Verpackungsabfälle

annehmen und einer Verwertung

zuführen.

In Zusammenarbeit mit regionalen Entsorgungsfachbetrieben können

leere Papiersäcke der Baustoffindustrie bei REPASACK einer

umweltgerechten Verwertung zugeführt werden. Die Säcke werden

kostenfrei beim Entsorgungsfachbetrieb angenommen, wenn sie

trocken, sauber und vollständig entleert sind. Für diese Entsorgungsleistung

haben Sie bereits beim Kauf der Säcke bezahlt.

Blech- oder Stahlverpackungen können, sofern diese vollständig

entleert und sauber sind, gegen eine geringe Vergütung über die regionalen

Schrottverwerter einer stofflichen Verwertung zugeführt

werden.

Verkaufsverpackungen Entsorgungswege

- z.B. Kanister oder Eimer aus Kunststoff

oder Blech (sauber), Kartons,

Styroporfüll- oder -formteile,

Kunststoffbeutel, Säcke aus Papier

oder Kunststoff

Sonderabfälle

Verwertung über Verwerterbetriebe,

die im Auftrag eines zugelassenen

Rücknahmesystems diese

Verpackungsabfälle annehmen

und einer Verwertung zuführen.

Beschreibung / Beispiele Entsorgungswege

- z.B. brennbare und lösemittelhaltige

Farben, Lacke, Öle, Holzschutzmittel,

Kleber, Laugen, Beizen, Leuchtstoffröhren,

Batterien, Akkus

Sonderabfälle müssen besonders

behandelt und entsorgt werden.

Haushaltsübliche Mengen können

beim Schadstoffmobil abgegeben

werden.


Buderus: System-Hersteller und

Komplett-Anbieter

Buderus bietet dem Fachhandwerk ein komplettes

Produktprogramm für die Errichtung von Heizungsanlagen:

Niedertemperaturheizkessel: für Öl und Gas von 5 kW bis 19,2 MW. Brennwertheizkessel:

für Gas im Leistungsbereich von 5 kW bis 19,2 MW. Festbrennstoffheizkessel: für Holz von

14,8 bis 52 kW. Elektronische Regelsysteme: für alle heiztechnischen Anforderungen von

Etagenwohnungen über Ein- und Mehrfamilienhäusern bis hin zu komplexen

Heizungsanlagen mit übergeordneter Gebäudeleittechnik. Speicher-Wassererwärmer: integrierte,

wandhängende, untergesetzte, nebenstehende und zusammengeschaltete Speicher von

70 bis 6000 Liter Inhalt. Heizkörper: Flachheizkörper, Gliederradiatoren, Handtuch-

Radiatoren und Raumwärmer. Handelsprogramm/Heizungszubehör: für den heiztechnischen

Bedarf: Rohre, Fittings, Armaturen, Pumpen, Aggregate, Wärmeerzeuger, Behälter usw.

Solaranlagen: Flach- und Röhrenkollektoren, Regel- und Kontrollsysteme, Solar-Speicher.

Kamin- und Kachelofen-Heizeinsätze: für Gas, Öl und Festbrennstoffe von 7 bis 14,5 kW.

Kaminöfen: für Holz von 7 bis 8 kW. Blockheizkraftwerkmodule: für Erdgas in fünf

Leistungsgrößen von 18 bis 230 kW elektr. Leistung und entsprechend 34 bis 358 kW therm.

Leistung.

32


8. UMWELTGERECHTES BAUEN

Weitgehend ist man zu der Erkenntnis gelangt, dass wir

mit unserer Umwelt und den Rohstoffreserven behutsamer,

rücksichtsvoller und sparsamer umgehen müssen,

wenn wir unsere Existenzgrundlagen nicht zerstören wollen.

Dies hat dem ökologischen Bauen eine breite

Aufmerksamkeit beschert. Bereits unsere Vorfahren

haben seit Jahrtausenden mit der Natur und nicht gegen

sie gebaut. Windschutzpflanzungen, begrünte Fassaden,

die Ausrichtung der Wohnräume zur Sonne, die

Verwendung des am Ort vorgefundenen Baumaterials

und vieles mehr sind Beispiele für traditionelle Maßnahmen,

um Energie zu sparen und das Wohnklima zu verbessern.

Das ökologische Bauen will auf den Erfahrungen

aufbauend mit heutigen technischen Mitteln und

neuen Erkenntnissen ein gesundes und kostensparendes

Bauen und Wohnen ermöglichen. Ziele des umweltschonenden

Bauens sind:

– mit Rohstoffen und Energie sparsam umzugehen,

– die Umweltbelastung beim Bauen und Wohnen auf ein

möglichst geringes Maß vermindern,

– dauerhaft gesunde Wohnverhältnisse schaffen

– günstige Bau- und Betriebskosten erreichen.

Bauherr und Architekt sollten bei der Auswahl der

Baustoffe und Baukonstruktionen neben der Gestaltung

und Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens die Gesundheits-

und Umweltverträglichkeit der verwendeten

Materialien im Auge haben. Örtlich verfügbare und

jahrhundertelang bewährte Baustoffe wie Holz, Ziegel

und in der Region gewonnene Natursteine sollten vorrangig

Verwendung finden. Die wesentlichen Funktionen

Tragen, Dämmen, Speichern, Dichten u.a., lassen sich

auch mit natürlichen/naturnahen Materialien ausführen.

Sie sind meist kostengünstiger, leichter zu unterhalten,

mit einfacheren Mitteln und ohne großes Spezialwissen

zu reparieren, außerdem umbaufreundlich und in der

Regel wieder verwendbar.

8.1 Baustoffe

Bei der Auswahl der Baustoffe sollte darauf geachtet

werden, dass schädigende Einwirkungen jeglicher Art

auf die Gesundheit ausgeschlossen sind.

Auch sollte bei der Auswahl der Baustoffe auf deren

Wiederverwendungsmöglichkeit geachtet werden um,

– die Menge des Abfalls zu reduzieren,

– Kosten für die Deponierung zu sparen,

– Rohstoffreserven zu schonen und

– Energie einzusparen.

Die Wiederverwendung wird erleichtert, wenn sich

Bauherrschaft und Planer auf die Verwendung möglichst

weniger Baustoffarten beschränken, einheitliche, genormte

Bauteile verwenden, sowie Konstruktionen und

Abmessungen wählen, die mit möglichst einem Baustoff

zu bewältigen sind (z.B. bei Wandöffnungen). Auch lös-

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

33

bare Verbindungen der Bauteile (Schrauben, Nägel,

Kaltmörtel u.a.) können die Wiederverwendung der

Elemente erleichtern.

8.2 Der Boden

Der Boden ist Teil des Naturhaushalts; deshalb müssen

Erhaltung, Pflege und Entwicklung darauf ausgerichtet

sein, seine ökologischen Funktionen und seine Nutzbarkeit

nach Fläche und Güte jetzt und für nachfolgende

Generationen sicherzustellen.

Die unnötige Versiegelung der Baugrundstücke sollte vermieden

werden. Vorteile eines unversiegelten Bodens

sind:

– Auffüllen der Grundwasservorräte,

– Dämpfen des Hochwasserspitzenabflusses bei oberirdischen

Gewässern,

– Entlastung der Kläranlage,

– Begünstigung des Kleinklimas aufgrund vermehrter

Verdunstung,

– Pflanzenbewässerung,

– Erhaltung der biotopischen und abiotopischen

Bodenfunktionen

8.3 Energieeinsparung

Energiebewusstes Bauen ist die geläufigste Form des

umweltbewussten Bauens und darüber hinaus durch die

Verminderung der Betriebskosten bald nach Fertigstellung

des Gebäudes spürbar wirksam. Zur Energieeinsparung

gibt es viele Möglichkeiten, angefangen

beim städtebaulichen Entwurf. Folgende Übersicht stellt

sie stichwortartig zusammen:

8.3.1 Entwurf und Konstruktion des Gebäudes

Verminderung der Wärmeverluste

– bei der Orientierung des Gebäudes angepasst an die

Hauptwindrichtung

– bei der Bauform durch möglichst kleine Hüllfläche und

Vermeidung von „Kühlrippeneffekten“

– bei der Grundrissgestaltung durch günstige Anordnung

unterschiedlich temperierter Räume

– durch Pufferzonen, wie Windfang, Wintergarten oder

Nebengebäude

– bei nichttransparenten Außenbauteilen durch hohen

Wärmeschutz und Begrünung von Fassaden und

Dächern, ferner durch Vermeidung konstruktiver

Wärmebrücken (z.B. Balkone), durch Windschutzpflanzungen

oder Erdanschüttungen an der Nordseite

– bei transparenten Außenbauteilen durch kleine

Fensterflächen zur Nord- und Windseite, temporären

Wärmeschutz (Rolläden, Fensterläden), durch

Wärmeschutzverglasung, durch bewusstes Lüften.


In den Birken 2 · 35799 Merenberg

Tel: 0 64 71 / 5 21 71

Fax: 0 64 71 / 5 21 01

e-Mail: info@vobl.de

Internet: www.vobl.de

NOTIZEN

34

STAHLBETONBAU - SANIERUNG

HOCHBAU - TIEFBAU

MATZKEIT

GMBH & CO BAU KG

65556 Limburg • Diezerstraße 50

Tel.: 06431/30 36 • Fax: 06431/65 69

E-Mail: matzkeitgmbh@t-online.de


8. UMWELTGERECHTES BAUEN

Gewinnung von Energie

– bei der Orientierung des Gebäudes durch südgerichtete

Fensterflächen

– beim Grundrisskonzept z.B. durch Südorientierung der

Wohnräume

– bei geschlossenen Außenwänden ggf. auch durch

transparente Wärmedämmung.

Speicherung der gewonnenen Wärme durch gutes

Wärmespeichervermögen (hohe Dichte) der raumumschließenden

und tragenden Bauteile.

8.3.2 Haustechnik

– Verwertung der bereits erzeugten Wärme bei der

Wärmerückgewinnung durch Nutzung der Abluft aus

Räumen mit Wärmeüberschuss (Küche, Bad) oder

Nutzung des Abwassers als Wärmequelle

– Gewinnung von Umweltwärme durch den Einbau von

Wärmepumpen mit Luft, Wasser oder Erdreich als

Wärmequelle (je nach Eignung)

– Verringerung der Energieverluste bei der Heizungstechnik

durch eine Reihe von Maßnahmen wie

Niedertemperatur-/Brennwertkessel, kurze Leitungswege

bei den Warmwasserleitungen, Begrenzung der

Auslauftemperaturen beim Warmwasser, Einbau von

Zugbegrenzern und Abgasklappen, größere Heizflächen

bei Senkung der Wassertemperatur im

Heizungssystem, Einbau von Regelungseinrichtungen

und Thermostatventilen, gute Isolierung der Heizungen

und Warmwasserleitungen usw.

Jens Bender

Urselthaler Weg 12 · 65554 Limburg 5

Tel./Fax: 0700/17111978

LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

35

– Fördern eines energiesparenden Nutzerverhaltens

durch direkte Abrechnung der Kosten für Heizung und

Warmwasser

8.3.3 Energieeinsparung beim elektrischen

Strom

Obwohl Elektrogeräte und Beleuchtung nur einen relativ

kleinen Anteil der Energie in privaten Haushalten verbrauchen,

kann der Nutzer durch Anschaffung von

Energiesparlampen und stromsparenden Haushaltsgeräten

u.a. den Stromverbrauch drosseln. Auch die

Abschaltung der „Stand-by Einrichtung“ z.B. bei

Fernsehgeräten hat eine nicht zu unterschätzende

Reduzierung des Stromverbrauchs zur Folge.

8.4 Wassereinsparung

Bei Planung und Bau von Gebäuden sind frühzeitig

Vorkehrungen zu treffen, um den künftigen Nutzern

einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser zu ermöglichen.

Es bieten sich an:

– Toilettenspülungen mit 6-Liter-Spülkästen und

Dosierfunktion

– bei Armaturen sollten Einhebelmischer verwendet werden,

ferner Armaturen mit sogenannter steiler Kennlinie

und/oder Durchflussmengenbegrenzer

– Wohnungswasserzähler bilden nicht nur die Voraussetzung

für eine verbrauchsgerechte Einzelabrechnung,

sondern fördern auch wassersparendes Verhalten

– Regenwassernutzung ist insbesondere im Eigenheimbereich

von Vorteil, z.B. zur Gartenbewässerung. Evtl.

ist eine gemeindliche Satzung zu beachten

JB

Internet: www.jb-abrechnungsservice.de

E-Mail: info@jb-abrechnungsservice.de Abrechnungsservice


Mit Erdwärme heizen

von Dr. Burkhard Sanner

Die Erde ist ein heißer Planet. Ständig gibt sie etwa 40

Mio. MW an Wärme an den Weltraum ab. Wir leben nur

auf einer dünnen Schale auf einer glutheißen Kugel.

Diese innere Wärme der Erde, die sich in Vulkanausbrüchen

eindrucksvoll manifestiert, können wir zur

Energiegewinnung nutzen. Erdwärme ist dabei eine der

wenigen Energieformen, die nicht direkt oder indirekt

von der Sonne abhängt. Zwar bieten vulkanische

Gebiete wie Island örtlich ein erheblich höheres

Potential zur Nutzung geothermischer Energie, doch

ermöglichen moderne Techniken es heute auch in

Mitteleuropa, erfolgreich Erdwärme zu gewinnen.

Die bislang auf dem Markt erfolgreichste Technik zur

Erdwärmenutzung ist die oberflächennahe Geothermie,

die nur wenige hundert Meter in den Untergrund eingreift

und für Anlagen vom Einfamilienhaus bis zu

größeren Bürogebäuden oder Gebäudekomplexen eingesetzt

werden kann. Da die Bohrungen für oberflächennahe

Geothermie nur meist etwa 100 m, maximal bis zu

etwa 300 m tief sind, werden keine hohen Temperaturen

erschlossen, die direkt zum Heizen geeignet wären. Es

ist daher notwendig, die auf einem relativ niedrigen

Temperaturniveau gewonnene Erdwärme auf eine für die

Heizung ausreichende Temperatur anzuheben. Dazu

wird als Hilfsmittel die Wärmepumpe benutzt; Abb. 1

zeigt ein entsprechendes Schema. Dargestellt ist die

Abb. 1: Schema einer erdgekoppelten Wärmepumpe

mit Erdwärmesonden aus den 1980er Jahren, wie es

auch heute noch im Prinzip gültig ist.

heutzutage häufigste Methode der Nutzung oberflächennaher

Geothermie mit Erdwärmesonden; dies sind

geschlossene Rohrkreisläufe, die in Bohrungen eingebaut

werden (Abb. 2) und aus dem Untergrund Wärme, nicht

aber Grundwasser aufnehmen.

Abb. 2: Bohrung für 120 m Erdwärmesonde für

Business Tower Limburg.

Die erste derartige erdgekoppelte Wärmepumpe wurde

bereits vor über 60 Jahren, im Oktober 1945, in

Indianapolis in den USA in Betrieb genommen. Nach einer

Reihe von Demonstrationsanlagen kam es dann aber erst

mit den Ölpreiskrisen in den 1970er Jahren zu einer vermehrten

Anwendung, diesmal besonders in Mittel- und

Nordeuropa. Die ersten Erdwärmesonden wurden um

1980 in Deutschland, Schweden und der Schweiz installiert.

Inzwischen gibt es in diesen Ländern jeweils über

60.000 Anlagen mit erdgekoppelten Wärmepumpen jeder

Größe (in Schweden allein rund 200.000).

Die weiteste Verbreitung haben erdgekoppelte

Wärmepumpen im privaten Wohnungsbau mit Ein- und

Zweifamilienhäusern gefunden. In manchen Regionen sind

erdgekoppelte Wärmepumpen schon zu einer selbstverständlichen

Alternative zu herkömmlichen Heizungs-

systemen geworden. Einige Gemeinden haben bereits

ganze Neubaugebiete für Erdwärmenutzung ausgewiesen,

und auch in Entwicklungsprojekten privater

Bauträgergesellschaften sind z.B. im Raum Dortmund

oder bei Karlsruhe Baugebiete entstanden, in denen

jedes einzelne Haus seine eigene Erdwärmesonden-

Anlage besitzt (Abb. 3). Angestoßen durch die stetig

steigenden Öl- und Gaspreise hat sich in den letzten

Jahren eine große Nachfrage nach Erdwärmenutzung im

Wohnungsbau entwickelt.

Ein anderer Einsatzbereich, in dem seit etwa 10 Jahren

vermehrt Erdwärme zur Anwendung kommt, sind

Bürogebäude mit Heiz- und Kühlbedarf. Durch die niedrigen,

im Jahresverlauf gleichmäßigen Temperaturen im

oberflächennahen Untergrund kann die gleiche Technik

im Winter zum Heizen und im Sommer zum Kühlen eingesetzt

werden. Unter günstigen Bedingungen kann bei

Abb. 3: Installation mit Wärmepumpe und Warmwasserspeicher.

der Kühlung sogar ganz auf ein Kälteaggregat verzichtet

werden, und der kühle Untergrund liefert die notwendige

Kälte fast ohne Energieeinsatz. Die doppelte Nutzung der

Installationen im Erdreich (meist Erdwärmesonden) im

Winter und im Sommer macht diese Anwendung wirtschaftlich

besonders interessant. Eine Vielzahl interessanter

Beispiele mit bis zu knapp 1 MW Heiz- und

Kühlleistung wurde inzwischen in Deutschland verwirklicht.

Anders als in den USA, wo bereits in den 1990er Jahren

eine Kampagne „Geothermal Schools“ für eine wachsende

Zahl von Schulen mit erdgekoppelten Wärmepumpen

gesorgt hat (als größte Anlage das Richard Stockton

College in Pomona, New Jersey, mit rund 5 MW Heizund

Kühlleistung und 400 Erdwärmesonden), ist im

Sektor öffentlicher Bauten in Deutschland die

Erdwärmenutzung noch relativ wenig vertreten. In den

Jahren 2004 und 2005 hat der hessische

Hochtaunuskreis eine Vorreiterrolle eingenommen und

gleich drei Schulen mit Erdwärmeheizung ausgerüstet, in

Bad Homburg, Glashütten und Usingen. Da die

Erdwärmesonden mit ihren Anschlüssen vollständig

unter der Erdoberfläche liegen, wird die Nutzung der

Freiflächen für Pausenhof, Schulgarten oder Parkplatz in

keiner Weise beeinträchtigt.

Es ist auch möglich, Solarenergie mit Erdwärme zu

kombinieren. Während eine Speicherung von Solarwärme

nur bei sehr großen Projekten in Frage kommt

(so z.B. bei einem Nahwärmenetz in Neckarsulm, wo

eine Grundschule in das Netz eingebunden ist und 526

Erdwärmesonden als Wärmespeicher dienen), ist eine

Verbesserung der thermischen Regeneration des

Untergrunds nach der Heizperiode auch bei kleinen

Anlagen möglich. Als Beispiel sei ein Haus in Limburg,

Bauvorhaben Brethouwer, genannt, wo Wärme im

Sommer über Solarabsorber in zwölf 20m tiefe

Erdwärmesonden (Erdwärmespeicher) eingespeist wird.

Mit der gespeicherten Wärme wird im Winter über eine

36

Wärmepumpe das Haus beheizt, das Warmwasser

erzeugt und im Sommer das Schwimmbad beheizt.

Dadurch konnte die notwendige Erdwärmesondenlänge

um etwa 10 % gekürzt werden. Die Anlage wurde von

der Firma GEFGA in Limburg ausgeführt. Die

Verbindung Solaranlage-Erdwärmesonden dürfte in

manchen Fällen günstiger sein als die Kosten der

dadurch wegfallenden Bohrmeter.

Die Nutzung oberflächennaher Geothermie hat neben

den umweltrelevanten Aspekten der Energieeinsparung

und Emissionsminderung inzwischen durchaus auch

wirtschaftliche Vorteile. Die Amortisationszeiten

gegenüber Heizungsanlagen mit Heizöl oder Erdgas sind

auf etwa 5-10 Jahre gefallen, bei Anlagen zum Heizen

und Kühlen sogar noch darunter. Die Zuverlässigkeit

moderner Wärmepumpen ist der klassischen

Heiztechnik inzwischen zumindest ebenbürtig, und beim

Einsatz von Erdwärmesonden fallen so gut wie keine

Wartungsarbeiten mehr an.

Voraussetzung für ein langfristiges, problemloses

Funktionieren ist natürlich eine korrekte Planung und

Ausführung des gesamten Systems. Als Grundlage für

die technische Ausführung kann dabei die Richtlinie VDI

4640 „Thermische Nutzung des Untergrunds“ herangezogen

werden, die sich in Blatt 2 (Stand 2001) speziell

mit den erdgekoppelten Wärmepumpen beschäftigt.

Besonders wichtig ist bei Erdwärmesonden eine gute

Verpressung des Bohrloch-Ringraums sowie ausreichende

und sorgfältige Druckprüfungen der Sonden und

des Gesamtsystems.

Erdwärmenutzung ist immer mit einem Eingriff in den

Untergrund verbunden. Damit sichergestellt werden

kann, dass dieser umweltgerecht gestaltet wird, müssen

solche Maßnahmen genehmigt werden. Für Hessen gibt

es seit 2004 einen Erlass, der die Genehmigung von

Erdwärmesonden im Wasserrecht regelt: Darin sind für

kleinere Anlagen unter 30 kW Heizleistung starke

Vereinfachungen der Genehmigung in hydrogeologisch

und wasserwirtschaftlich günstigen Gebieten vorgenommen

worden. Die dazu notwendigen Karten (auf

Landkreisebene - Abb. 4) und ein Leitfaden wurden

durch das Hessische Landesamt für Umwelt und

Geologie erstellt:

Abb. 4: Wasserwirtschaftliche Beurteilung der Umgebung

von Limburg.

„Erdwärmenutzung in Hessen - Leitfaden für Erdwärmepumpen

(Erdwärmesonden) mit einer Heizleistung

bis 30 kW“; HLUG, 32 S., Wiesbaden 2004,

ISBN 3-89026-345-3

Oberflächennahe Geothermie hat sich als ein modernes,

umweltgerechtes und energiesparendes Verfahren für

Heizung und Kühlung auf dem Markt etabliert. Durch

technische Regeln und festgelegte Genehmigungsverfahren

wird ein Mindeststandard in der Anwendung

sichergestellt. Um optimale Anlagen zu erhalten, die

hohe Effizienz mit den geringstmöglichen Investitionskosten

kombinieren, ist allerdings eine perfekte

Anpassung auf den jeweiligen Standort mit den geologischen

Gegebenheiten und der Gebäudecharakteristik

erforderlich. Auch im heimischen Raum in Mittelhessen

sind Unternehmen beheimatet, die auf reiche Erfahrung

in Planung und Bau erdgekoppelter Wärmepumpen verweisen

können.

Der Autor, Herr Dr. Sanner, ist Präsident des European

Geothermal Energy Council in Brüssel


GEFGA

37

Gesellschaft zur Entwicklung

und Förderung von

Geothermen Anlagen mbH

Wir planen und bauen Geothermieanlagen zum Heizen und

Kühlen Ihres Gebäudes schlüsselfertig

• Thermische Gebäudesimulation • Erdsonden

• Gesamttechnische Konzepte • Erdkollektoren

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen • Geo-Solarthermie

• Flächen Heiz- und Kühlsysteme • Genehmigungsanträge

• Finanzierungsberatung • Brunnenanlagen

Löhrgasse 11 65549-Limburg Tel: 06431-217160 Fax: 06431-217161 info@gefga.de www.gefga.de


9. WOHNUNGSBAUFÖRDERUNG

9.1 Sozialer Wohnungsbau

Ursächlich besteht die Aufgabe des sozialen Wohnungsbaus

darin, Bevölkerungsschichten mit mittleren bzw. niedrigeren

Einkommen die Bildung von Wohnungseigentum

zu ermöglichen, bzw. sie mit bezahlbarem Mietraum

zu versorgen.

Zur Zeit (Stand: Anfang 2005) besteht die Wohnungsbauförderung

aus folgenden Förderprogrammen:

Eigenheimförderung

1. Hessen-Baudarlehen (Neubau oder Ersterwerb von

Häusern oder Eigentumswohnungen zur Selbstnutzung)

2. Bestandserwerbs-Darlehen (Kauf von

Gebrauchtimmobilien zur Selbstnutzung)

3. Eigenheimzulage-Darlehen (kann separat oder in

Verbindung mit den beiden anderen Programmen

beantragt werden)

Kostenzuschüsse zur Beseitigung baulicher

Hindernisse für Menschen mit Behinderungen in bestehenden

Wohngebäuden und im näheren Umfeld.

Mietwohnungsbau

Bei dem Mietwohnungsbau ist eine kommunale

Finanzierungsbeteiligung durch die jeweilige Stadt oder

Gemeinde des Bauortes erforderlich.

Die Modernisierung von Mietwohnungen wird durch

Darlehen gefördert.

Nähere Informationen bzw. die jeweils aktuellen

Konditionen können bei der Wohnungsbauförderung

(Tel. 06431/296-128 Frau Bausch oder 06431/296-

226 Herr Beck oder im Internet unter www.LTH.de

erfragt werden.

9.2 Schaffung von Wohnungseigentum

innerhalb des Gebäudes

Zur Bildung von Wohnungseigentum, Teileigentum,

Dauerwohnrecht ist eine Bescheinigung der Bauaufsichtsbehörde

einzuholen, dass die Wohnung oder nicht

zu Wohnzwecken dienende Räume in sich abgeschlossen

im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes sind.

Die Bauaufsicht hat dabei zu prüfen, ob die jeweiligen

Wohnungen und sonstigen Räume den baulichen und

bautechnischen Anforderungen entsprechen.

Die sogenannte Abgeschlossenheitsbescheinigung wird

dann von dem Antragsteller dem Notar zur Vorbereitung

eines entsprechenden Vertrages vorgelegt (weitere

Auskünfte erteilt der Notar).

38

Dem formgerechten Antrag sind weitere nachfolgende

Antragsunterlagen in jeweils zweifacher Ausfertigung

vorzulegen:

a) Liegenschaftskarte (nicht älter als ein halbes Jahr),

auf der alle auf dem Grundstück stehenden baulichen

Anlagen erkenntlich sind.

b) Freiflächenplan mit Vermaßung der Pkw-Stellplätze

c) Grundrisse für alle Geschosse mit Vermaßungen der

Räume und Gebäudeteile

d) Schnittzeichnungen mit genauen Angaben der

Geschosshöhen

e) Ansichten mit vorhandenen Geländeangaben.

Für bestehende Gebäude sind genaue Bestandszeichnungen

und bei zu errichtenden Gebäuden Bauzeichnungen

vorzulegen, die den genehmigten Planunterlagen

entsprechen. Aus der Bauzeichnung/Bestandszeichnung

müssen die Wohnungen und die nicht zu Wohnzwecken

dienenden Räume ersichtlich sein.

Alle demselben Wohneigentum, Teileigentum, Wohnungserbbaurecht,

Teilerbbaurecht, Dauerwohnrecht

oder Dauernutzungsrecht gehörende Einzelräume sind in

den Bauzeichnungen mit der jeweils gleichen Nummer

zu kennzeichnen. Nicht zugeordnete Flächen gelten

automatisch als Gemeinschaftseigentum.

Heizungsräume, sofern nicht in jeder Nutzungseinheit

separat vorhanden, müssen für alle Nutzungseinheiten

zugängig sein. Dies gilt auch für Brennstofflagerräume

bzw. Wasch- und Trockenräume.

Hinweis:

Bitte haben Sie Verständnis, dass die Broschüre keinen

Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern nur die

wichtigsten Informationen wiedergegeben werden

können !!!

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die zuständigen

Mitarbeiter/innen. Diese stehen Ihnen für eine

Beantwortung gerne zu Verfügung.


LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

ANSPRECHPARTNER bei Kreisausschuss des Landkreises

Limburg-Weilburg in Bauangelegenheiten

Briefanschrift:

Postfach 1552, 65535 Limburg/Lahn

Hausanschrift:

Schiede 43, 65549 Limburg/Lahn

Telefon:

06431/296-0 (Zentrale)

06431/296-275

(Vorzimmer Amtsleitung beim Kreisbauamt)

Telefax:

06431/296-494

Sprechzeiten

Di. 8.30 Uhr – 12.00 Uhr,

Do. 10.00 Uhr – 12.00 Uhr und 14.00 Uhr – 18.00 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Amtsleitung Telefon

Herr Giesendorf 06431/296-274

Vorzimmer Amtsleitung

Frau Isselbächer 06431/296-275

Leitung Bauaufsicht

Herr Geißler 06431/296-273

Aufteilung der Baubezirke mit Telefondurchwahl

39

Leitung Bauverwaltung Telefon

Herr Schmitt 06431/296-364

Sachbearbeiter/innen Bauaufsicht und Bauverwaltung

----> Gemäß nachfolgender Übersicht „Aufteilung der

Baubezirke mit Telefondurchwahl

* Frau Hanisch: Bad Camberg, Brechen, Elbtal, Hüfelden, Dornburg, Elz, Hadamar, Waldbrunn

* Frau Häuser: Löhnberg, Mengerskirchen, Selters, Weinbach, Weilmünster

* Frau Höhn: Beselich, Merenberg, Runkel, Villmar, Weilburg

Sonderbauten

Frau Morschhäuser 06431/296-359

Herr Mais 06431/296-324

Bereich Baulasten

Frau Cl. Bausch 06431/296-130

Untere Naturschutzbehörde

Leitung Herr Ringsdorf 06431/296-281

Frau Klum 06431/296-279

Herr Diehl 06431/296-389

Herr Fortmann 06431/296-363

Herr Lübke 06431/296-388

Herr Rudolph 06431/296-266

Herr Schickel 06431/296-372

Untere Denkmalschutzbehörde

Herr Weber 06431/296-235

Sozialer Wohnungsbau

Leitung Herr Beck 06431/296-226

Frau Hardt 06431/296-128

Baubezirk 1 Baubezirk 2 Baubezirk 3 Baubezirk 4 Baubezirk 5

Bauaufsicht Frau Huber Frau Lösche

Bauverwaltung 138

272

Herr Denker

286

Selters

Herr Fink Mengerskirchen,

135

Frau Hanisch

323

Frau Häuser

136

Frau Höhn

136

Beselich, Villmar

Frau Laux

141

Runkel

Frau Opper

303

Elbtal, Merenberg Dornburg

Frau Stüwe

293

Hadamar,

Waldbrunn

Frau Migeod

306

Brechen

Bad Cambert

Elz

Herr Schmidt

146

Weilmünster,

Weinbach

Löhnberg

Weilburg

Herr Limburger

142

Hünfelden

Außenbereich*

Außenbereich*

Außenbereich*

Vertreter Frau Lösche Frau Huber Herr Limburger Herr Mais Frau Migeod


Das Weilburger Schloß

Der Limburger Dom Der Limburger Dom

40


LANDKREIS

LIMBURG-WEILBURG

GEMEINDEN UND STÄDTE im Landkreis Limburg-Weilburg

einschließlich Ansprechpartner beim dortigen Bauamt mit Telefondurchwahl

Gemeinde Telefon Sprechzeiten

(Zentrale)

Bad Camberg 06434/202-0 Mo.-Fr. 8.30 – 12. 00 Uhr

Herr Saufaus 06434/202-610 Do. 14.00 – 18.00 Uhr

Frau Stillger 06434/202-615

Beselich 06484/9123-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Do. 13.30 – 18.00 Uhr

Herr Ott 06484/9123-19

Brechen 06438/9129-0 Mo.-Fr. 7.30–12.30 Uhr, Mo.,Di. 13.30–16.30 Uhr

Herr Meurer 06438/9129-34 Mi. 13.30 – 16.00, Do. 13.30 -18.30

Dornburg 06436/9131-0 Mo. – Do. 8.30 -12.00 Uhr

Frau Friedrich 06436/9131-35

Elbtal 06436/9446-0 Mo., Do., Fr. 9.00 – 12.00 Uhr

Herr Lenz 06436/9446-0 Di. 17.00 – 18.30 Uhr

Herr Lehnert 06436/9446-13

Elz 06431/9575-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr

Herr Schmitt 06431/9575-50 Mo.-Mi. 14.00 -15.30 Uhr, Do. 14.00 – 18.00 Uhr

Hadamar 06433/89-0 Mo. 8.00 – 12.00, 14.00 – 17.00 Uhr

Herr Kaiser 06433/89-127 Di. – Fr. 8.00 – 12.00 Uhr

Frau Kuhl 06433/89-144

Hünfelden 06438/838-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Mi. 17.30 – 18.30 Uhr

Frau Mihm-Seipelt 06438/838-38

Löhnberg 06471/9866-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Di. 16 .00 – 18.00 Uhr

Herr Schmidt 06471/9866-20

Mengerskirchen 06476/9136-0 Mo. – Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Mi. 16.30 – 18.00 Uhr

Herr Strieder 06476/9136-16

Merenberg 06471/9539-0 Mo.-Fr. 8.30 – 12.00 Uhr, Do. 13.30 – 18.00 Uhr

Herr Ringsdorf 06471/9539-11 Jeden 3. Samstag im Monat 9.00 – 12.00 Uhr

Runkel 06482/9161-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Do. 14.00 – 18.00 Uhr

Herr Kremer 06482/9161-24

Frau Krzon 06482/9161-31

Selters 06483/9122-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Do. 14.00 – 18.00 Uhr

Herr Landvogt 06483/9122-14 oder -15

Herr Menn 06483/9122-14 oder -15

Villmar 06482/9121-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Do. 14.00 – 18.00 Uhr

Frau Schwarz 06482/607711

Herr Funk 06482/607710

Waldbrunn 06479/209-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr, Do. 14.00 – 18.00 Uhr

Herr Hahn 06479/209-19

Weilburg 06471/314-0 Mo.-Fr. 8.00 – 12.00 Uhr

Herr Keller 06471/314-50 Mo.-Do. 14.00 – 16.00 Uhr

Herr Sterlepper 06471/314-56

Weilmünster 06472 / 9169-0 Mo.-Fr. 7.30 -12.00 Uhr, Mi. 13.00 – 18.00 Uhr

Herr Dörnbrack 06472 / 9169-30

Weinbach 06471 / 9430-0 Mo.-Fr. 8.30 – 12.30 Uhr, Di. 14.00 – 18.00 Uhr

Herr Schäfer 06471 / 9430-19

Frau Weber 06471 / 9430-14

41


Bauen, Renovieren, Modernisieren

An jedem Haus nagt der Zahn der Zeit. Der Putz blättert langsam ab, das Dach ist nicht

mehr ganz dicht, Feuchteschäden im Keller... - oder das Haus soll einfach heller und

wohnlicher werden.

Wenn eine Immobilie in die Jahre kommt steht eine Renovierung und Modernisierung an.

Verstehen Sie als Bauherr diese Modernisierung nicht als lästige Pflicht, sondern als

Chance zu mehr Lebensqualität und Umweltschutz.

Eine energetisch hochwertige Modernisierung kann hierbei aber auch bares Geld sparen,

denn die Energiekosten lassen sich um bis zu 75 % reduzieren und Förderprogramme

der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten zinsgünstige Konditionen für eine solide

Finanzierung. Ganz gleich, ob Sie bauliche Mängel Ihrer Immobilie beheben, energiesparend

modernisieren oder einfach nur den Wohnwert verbessern möchten - welche

Produkte und Bausysteme hierzu geeignet sind und was bei der Ausführung zu beachten ist

- über all dies können Sie sich beim FRIEDRICH BAUZENTRUM in 65604 Elz informieren.

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Friedrich

Bauzentrum

Die ganze Welt

des Bauens

Auf einer Gesamtfläche von 27.000 m 2 , mit über 1.000 m 2 Ausstellung und über 600 m 2

Ideengarten, mit über 60 Mitarbeitern - darunter Energiefachberater (EID) und Brandschutzfachkräfte

- und Spezialabteilungen im Roh-/Hochbau, Putz- und Trockenbau,

Fliesen und Sanitär, Innenausbau oder Holz, Parkett und Laminat, Fenster,Türen und

Toren, Naturbaustoffe, Farben oder Garten- und Landschaftsbau sowie diversen Dienstleistungen

wie Energieausweis, Blower Door und Thermograhie, Farbmischservice u.v.m.

bieten wir Ihnen wirklich die ganze Welt des Bauens.

Kompetenz rund um den Bau auf 27.000 m 2

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...Fördermittel, statt teures Heizöl!

Denn über das KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm

gibt die Kreditanstalt für

Wiederaufbau (KfW) jetzt günstige Kredite.

Dieses Programm fördert die energetische

Sanierung von Wohngebäuden, die vor

1984 gebaut wurden, mit einem speziellen

Darlehen. Gefördert werden die Investitionskosten

einschließlich der Nebenkosten,

bis max. 50.000 Euro pro Wohneinheit.

Bei Erreichen des EnEV-Standards

können bis zu 15% der Darlehenssumme

erlassen werden.

Wer jetzt nicht wärmedämmt,

ist selber schuld!

Angesichts unablässig steigender Energiepreisesen

ist werden. es sinnvoll, Ihr Haus mit Wärmedämmung

auf den neuesten Stand zu

bringen. Denn die größten Energieverluste

verursacht Ihre Außenwand.

Natürlich ist eine solche Maßnahme zur

Dämmung Ihrer Fassade zunächst einmal

mit Kosten verbunden. Wie sich eine

Investition hinterher in jedem Fall rechnet,

zeigen wir Ihnen auf der folgenden Seite

am Beispiel eines typischen Einfamilienhauses

aus den 50er Jahren mit einer

Natürlich ist eine solche Maßnahme zur Dämmung Ihrer Fassade zunächst einmal mit Kosten verbunden.Wie

sich eine Investition hinterher in jedem Fall rechnet, zeigen wir Ihnen auf nachfolgendem Beispiel eines typischen

Einfamilienhauses aus den 50er Jahren mit einer Wärmedämmung von 140 mm.

Ganz klar, diese Investition rechnet sich und ist durch die

Nutzung des KfW-CO 2-Gebäudesanierungsprogramms eine

absolut wirtschaftliche Entscheidung, bei der unterm Strich

sogar ein Überschuss erzielt wird.

Eine Wärmedämmung spart also nicht nur eine Menge

Heizkosten, sondern trägt zusätzlich zur Entlastung unserer

Umwelt bei und verbessert den Wohnkomfort in Ihren

eigenen vier Wänden spürbar.

Eine Sanierung mit einem WARM-WAND System von

MARMORIT lohnt sich also in jedem Fall.

Verbinden Sie das Nützliche mit dem Schönen.

Vielfältige Gestaltungsvarianten stehen Ihnen im www.fassadium.de, der Erlebniswelt für Fassaden von

MARMORIT zur Verfügung - individuell und einzigartig.

Das FRIEDRICH BAUZENTRUM lädt Sie hierzu herzlich ein.

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Denn über das KfW-CO2 -Gebäudesanierungsprogramm gibt die

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Darlehen. Gefördert werden die Investitionskosten einschließlich

Nebenkosten bis max. 50.000 Euro pro Wohneinheit. Bei erreichen

des EnEV-Standards können bis zu 15 % der Darlehensumme erlas-

Wer jetzt nicht wärmedämmt, ist selber schuld !!!

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FRIEDRICH BAUZENTRUM GmbH & Co. KG

An der kleinen Seite 5 · 65604 Elz

Telefon 0 64 31 / 95 64 - 0 · Telefax 0 64 31 / 95 64 - 60/61

Internet: www.friedrichbauzentrum.de

E-Mail: info@friedrichbauzentrum.de

Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 6.30 - 18.00 Uhr · Sa 6.30 - 13.00 Uhr

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